"WEG DER PARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland


 




Der Weg der Partei

- Theoretisches Organ der KPD/ML

Nr.1 / 1993

 

Der Untergang des Kapitalismus ist unausweichlich.

Beenden wir das 20. Jahrhundert mit der revolutionären Zerschlagung des Kapitalismus!

Das 21. Jahrhundert ist das sozialistische Jahrhundert!

 

 

Die Lehren des Marxismus-Leninismus über den gesetzmäßigen Zerfall der kapitalistischen Gesellschaft

 

von Wolfgang Eggers

 

1993




I.

Was lehrt uns der dialektische und historische Materialismus über den Zerfall?




Die Dialektik ist die Lehre, die Dinge und ihr begriffliches Abbild in ihrem Zusammenhang zu sehen, ihre Verkettung, ihre Bewegung, ihrem ENTSTEHEN und VERGEHEN. Während wir vom Zerfall des Imperialismus sprechen, reden die Imperialisten vom Zerfall des Sozialismus und dem Untergang des Marxismus-Leninismus. Die Bourgeoisie hat den dialektischen Materialismus für überholt und erledigt erklärt und ihn sich für immer ins Reich der Vergangenheit verwünscht. Aber so wie Marx zu seiner Zeit die bürgerliche Dialektik auf materialistische Beine stellte und Schöpfer der Weltanschauung des Proletariats wurde, müssen wir Marxisten heute den Marxismus vor seinem Zerfall bewahren, müssen wir ihm neue Impulse geben, damit er seinen Zweck erfüllen kann, nämlich dazu beizutragen, dass der Kapitalismus zerschlagen und der nun einmal unterbrochene Weg des Sozialismus mutig weiter beschritten werden kann. Als Wissenschaft darf der Marxismus nicht untergehen. Er muss sich weiterentwickeln und vervollkommnen. Das ist heute die Aufgabe der Marxisten-Leninisten und wird immer eine Aufgabe der Marxisten-Leninisten bleiben. Der Marxismus ist kein Katechismus, in den wir immer nur hineinlesen müssen, um uns fit zu halten. Die Marxisten dürfen sich weder auf ihren Lorbeeren ausruhen noch den Kopf in den Sand stecken und sich achselzuckend an die sich verändernden Verhältnisse anpassen. Der Marxismus entwickelt sich mit der Gesellschaft und verändert sich genauso wie die gesellschaftlichen Verhältnisse sich verändern. Neue Erfahrungen kommen hinzu und veraltete Leitsätze müssen ersetzt werden. Neue Wege müssen beschritten werden, ohne dabei die prinzipielle proletarische, revolutionäre Linie zu verlassen. Dazu ist es heute höchste Zeit, denn die gesellschaftlichen Veränderungen haben eine rasante Dynamik angenommen, hinter der wir nicht länger hinterherhinken dürfen. Die marxistisch-leninistische Theorie ist kein Dogma, sondern eine Anleitung zum Handeln. Den Leninismus charakterisierte Stalin als den

"Marxismus unter den neuen Bedingungen des Klassenkampfs des Proletariats,...Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution,... Marxismus der Epoche des Sieges des Sozialismus auf einem Sechstel der Erde".

Dies Letztere trifft heute leider nicht mehr zu, sodass einer der Grundwidersprüche, nämlich zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Gesellschaftsordnung, der Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus vorläufig zugunsten des Kapitalismus ausgegangen ist und wir dabei sind, uns von dieser Niederlage zu erholen, richtige Schlussfolgerungen zu ziehen und im erneuten Ansturm die kapitalistischen Bastionen zu erstürmen, die heute morscher denn je geworden sind. Was würde aus unserem Kampf werden, wenn wir die Buchstaben des Marxismus-Leninismus nicht antasten würden und uns nicht entschließen würden, neue historische Leitsätze festzulegen, die dem gegenwärtigen Stand und der heutigen Situation entsprechen. Andererseits hat es der Kommunismus nicht nötig, sich im Wandel der Zeit wie eine Wetterfahne umherzudrehen. Der Kommunismus ist so gut, dass er sich nicht umbenennen oder verstecken muss. Wir werden das Kind immer beim richtigen Namen benennen und fürchten uns nicht, die Wahrheit zu sagen. Der Zerfallsprozess des Imperialismus kann hinausgezögert werden, aber objektiv wird der Kapitalismus sterben und vom Kommunismus abgelöst werden vom Totengräber des Kapitalismus - vom Proletariat, das ja auch der Erbauer der neuen Gesellschaft ist. Der Aufbau des Sozialismus wird sehr schwer werden, wenn es dem Imperialismus gelingt, ungehindert alles zu zerstören und mit in seinen Abgrund zu ziehen. Und die Imperialisten haben weltweit längst damit begonnen, diesen Akt gründlich und endgültig zu vollziehen, um der Menschheit jede Möglichkeit zu nehmen, nach Überwindung des Imperialismus einer neue Zukunft entgegenzugehen.
Es gilt also, sich die unbestreitbare Wahrheit der proletarischen Weltanschauung zu eigen zu machen, statt sich an die Theorie von gestern zu klammern. Und in seinem Nachwort zum "Kapital" schrieb Marx 1873:
"
In ihrer mystizifierten Form ward die Dialektik deutsche Mode, weil sie das Bestehende zu verklären schien. In ihrer rationellen Gestalt ist sie dem Bürgertum und seinen doktrinären Wortführern ein Ärgernis und ein Greuel, weil sie in dem positiven Verständnis seiner Negation, seines notwendigen Untergangs einschließt, jede gewordne Form im Flusse der Bewegung, also auch nach ihrer vergänglichen Seite auffasst, sich durch nichts imponieren lässt, ihrem Wesen nach kritisch und revolutionär ist."(Marx, Kapital, Band I, Seite 28)

Und einpaar Seiten vorher können wir bei Marx lesen:

"Es sind dies Zeichen der Zeit, die sich nicht verstecken lassen durch Purpurmäntel oder schwarze Kutten. Sie bedeuten nicht, dass morgen Wunder geschehen werden. Sie zeigen, wie selbst in den herrschenden Klassen die Ahnung aufdämmert, dass die jetzige Gesellschaft kein fester Kristall, sondern ein umwandlungsfähiger und beständig im Prozess der Umwandlung begriffener Organismus ist." (Marx,Das Kapital, Band 1, Vorwort)

Der Kampf gegen die reaktionüren imperialistischen Theorien, die sich aufbüumen, um den Untergang des Imperialismus weiter hinauszuschieben, nimmt in der Zerfallssituation den ganzen Raum ein, nimmt die meiste Zeit in Anspruch, wührend die Ideen, die direkt zur Entfaltung der Produktivkrüfte dienen, in den Hintergrund gedrängt werden. Der ideologische Kampf folgt den Veränderungen des ökonomischen Zerfalls. Jede öffentliche Meinung altert, sobald die Produktionsweise, welche sie hervorbringt, zu altern beginnt.


Stalin gibt uns einleitend in seiner Schrift "Anarchismus oder Sozialismus?" (Stalin, Band 1, Seite 260-261) eine gute Übersicht zur Beantwortung der Frage:
Was ist die dialektische Methode?

"Man sagt, das gesellschaftliche Leben befinde sich im Zustand unaufhörlicher Bewegung und Entwicklung. Das ist richtig: man kann das Leben nicht für etwas Unveränderliches und Erstarrtes halten, es bleibt niemals auf derselben Stufe stehen, es befindet sich in ewiger Bewegung, ist im steten Vergehen und Werden begriffen. Deshalb gibt es im Leben stets Altes und Neues, Wachsendes und Absterbendes, Revolutionäres und Konterrevolutionäres.
Die dialektische Methode besagt, dass man das Leben gerade so betrachten muss, wie es in Wirklichkeit ist. Wir haben gesehen, dass das Leben sich in unaufhörlicher Bewegung befindet, folglich müssen wir das Leben in seiner Bewegung betrachten und die Frage stellen: Wohin geht das Leben? Wir haben gesehen, dass das Leben ein Bild stündigen Vergehens und Werdens bietet, folglich ist es unsere Pflicht, das Leben in seinem Vergehen und Werden zu betrachten, und die Frage zu stellen: Was vergeht und was entsteht im Leben ?
Das, was im Leben ensteht und von Tag zu Tag wüchst, ist unüberwindlich, kann in seiner Vorwürtsbewegung nicht aufgehalten werden. Das heißt, wenn zB im Leben das Proletariat als Klasse entsteht und von Tag zu Tag wächst, so wird es, auch wenn es heute noch so schwach und wenig zahlreich sein mag, zu guter Letzt doch siegen.
Weshalb?
Weil es wächst, erstarkt und vorwürts schreitet. Umgekehrt muss das, was im Leben altert und dem Grabe entgegengeht, unvermeidlich eine Niederlage erleiden, auch wenn es heute noch eine Riesenkraft darstellt. Das heißt, wenn zB. die Bourgeoisie allmählich den Boden unter den Füßen verliert und von Tag zu Tag zurückgeht, so kann sie heute noch so stark und zahlreich sein, sie wird zuguter Letzt dennoch eine Niederlage erleiden.
Weshalb?
Weil sie sich als Klasse zersetzt, schwächer wird, altert und zu einem Ballast im Leben wird. Daher auch der bekannte dialektische Leitsatz:
Alles, was wirklich ist, d.h. alles, was von Tag zu Tag wächst, ist vernünftig, und alles das, was sich von Tag zu Tag zersetzt, ist unvernünftig und wird deshalb der Niederlage nicht entgehen."

Im Geburtsvorgang des Neuen gibt es Vehen, wird die alte Gesellschaft in ein heilloses Durcheinander gestoßen, entstehen Ausschreitungen und explosive Bewegungen. Die Massen geraten sehr schnell in Erregung, sind aufgeheizt, lassen sich vom revolutionärem Strom fortreißen. Gedanken und Ideen überschlagen sich bis zur Erschöpfung. Es vergeht dann eine Zeit nach diesem Fieberzustand, bis das Leben wieder in normale Bahnen zurückfindet und sich eine Ruhepause gönnt, um seine Krüfte zu regenerieren. Um diese Umwälzungen überhaupt durchzustehen, muss das neue Leben schon spürbar, erkennbar, greifbar nahe sein. Es muss schon eigene Bewegung und Kraft entwickelt haben, muss sozusagen schon ein gewisses Eigenleben, Eigendynamik, an den Tag legen, muss gleich wie ein Küken in der Lage sein, von innen die Eierschale durchzupicken, um sich aus dem Schoß der alten Gesellschaft freizumachen.
Die bewusste Vorbereitung auf die Geburtsstunde sichert bereits den halben Sieg der Revolution. Bekanntlich wird die Theorie zur materiellen Gewalt, wenn sie von den Massen aufgegriffen, verstanden und verinnerlicht wird, wenn die Massen keine Angst mehr vor der Reaktion haben und mutig für ihre Interessen auf die Barrikaden steigen. Es muss den Massen schon lange vor der Revolution klar werden, dass nicht nur ihre revolutionären Entfesselungskräfte ausgelebt werden müssen, sondern dass auch mit Hemmnissen seitens der Konterrevolution zu rechnen ist, die sich gegen die Revolution mit aller Kraft auflehnt und geradezu angestachelt wird. Wer sich mitten in der Revolution verwirren oder einschüchtern lässt vom Gegner, der hat die Sache schon verloren, bevor sie zu Ende geführt ist. Das größte Problem jeder bisherigen Revolution war es, bis zum Schluss durchzuhalten und den längeren Atem aufzubringen. Die Reformisten und Revisionisten spekulieren auf die Furcht der Massen vor dem ungewissen und chaotischen Verlauf der Revolution und vor den möglicherweise daraus entstehenden negativen Folgen. Sie gaukeln trügerisch den Wunsch nach Sicherheit vor, nach Beendigung des Gemetzels und der "sinnlosen" Opfer und versuchen damit, die Massen von der Revolution abzuhalten und in reformistisches Fahrwasser zu manövrieren. Deswegen ist es wichtig, die Massen vorher über die üblen Absichten der Reformisten und Revisionisten aufzuklären, um denen von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen. Keinem darf es gelingen, den Geburtsvorgang der neuen Gesellschaft negativ zu beeinflussen zu stören und zu guter Letzt zu verhindern. Dagegen muss hart vorgegangen werden, damit die neue Gesellschaft sozusagen gesund zur Welt kommen kann. Schon wenn die Frucht im Schoß der alten Gesellschaft heranwächst, wird die Reaktion alles daransetzen, alles im Keim zu ersticken, zu schädigen, wo sie nur kann, denn die Geburt der neuen Gesellschaft stellt gleichzeitig das Absterben der alten Gesellschaft dar, wobei die Überreste nicht nur noch einige Zeit weiter wirken, sondern - wie die Geschichte zeigt- die neue Gesellschaft so sehr schwächen können, dass sie keine Chance hat, groß zu werden und sich kräftig zu entwickeln. So trifft gerade auf Deutschland zu, dass die meisten aller Revolutionen nicht vollendet wurden, unvollendet blieben bzw verhindert wurden, wie zB vor 70 Jahren der Hamburger Aufstand. Die proletarische Revolution hat also alles Versäumte und Missglückte gründlich nachzuholen.


Das Neue behauptet sich und siegt nur als Ablehnung des Alten, im Kampf gegen das Alte. Das heißt: Der Übergang zum Sozialismus gelingt nur, wenn die Widersprüche bewusst auf die Spitze getrieben werden.
Die Ausdehnung des Imperialismus über den ganzen Erdball und seine Neuformierungen durch die internationale Zentralisierung des Monopolkapitals hat zu einem Auseinanderdriften seiner Kräfte geführt. Mit diesem Auseinanderdriften erzeugt das Monopolkapital selbst seine eigene Krise, dessen Zerfall, denn die Zentralisation selbst trägt in sich die Kräfte der Dezentralisation, die die imperialistische Weltherrschaft heute schwer erschüttern. Das Ausbeutersystem, um dies zu bleiben, zersetzt sich, setzt sich der Vernichtung aus und ermöglicht es der neuen Gesellschaft, an die Macht zu gelangen. Die ganzen Schweinereien, die heute pausenlos auf der ganzen Welt passieren, häufen sich nicht zufällig an, sind nicht voneinander losgelöst und isoliert, sondern bilden ein einheitliches, zusammenhängendes Ganzes. Die überall aufbrechenden Eiterbeulen des faulenden Kapitalismus sind miteinander verbunden, hängen voneinander ab, bedingen sich einander und bilden eine lawinenartige Eigendynamik zu noch größeren Eiterbeulen.
Gegenwürtig befindet sich der Imperialismus nicht mehr im Zustand der relativen Stabilität, geschweige denn in einer neuen Aufbauphase. Er befindet sich auch nicht allein in einem Zustand des Stillstands oder der Rezession, der "zwangslüufig" wieder ein zyklischer Aufschwung folgt. Der Imperialismus hat vielmehr eine Altersstufe erreicht, wo er sich nicht mehr selber helfen kann, um aus der Krise gerettet zu werden, wo er fremde Pflege in Anspruch nehmen muss, sich anderen Kräften ausliefert. Er hat sozusagen "das Letzte aus sich und seinem unheilig gewordenen Kapital herausgeholt" und ist nun am Ende seines Lateins angekommen. Nichts scheint mehr zu klappen, seine Körper und Geist, seine Diener versagen ihm die Dienste. Dies alles geschieht heute vor unseren Augen in einem unaufhörlich rasantem Tempo, so dass wir es theoretisch gar nicht so schnell nachvollziehen können. Ein tiefer Einbruch in alles bisher Dagewesene wird schon wieder durch einen nächsten Einbruch überholt usw. Die Geschichte rast momentan in Eilgeschwindigkeit. Deswegen müssen wir heute schneller begreifen lernen, müssen wir schneller und gezielter praktisch eingreifen.

 



Was lehrt uns die Geschichte über den Niedergang der Gesellschaft?

Die Geschichte lehrt uns, dass sich schon im Schoß der alten Gesellschaft Keimformen neuer Produktionsverhältnisse bilden und diese durchaus einen positiven Einfluss auf die geschichtliche Weiterentwicklung ausüben. Auf diese Weise wird bereits der Boden für die Ablösung der einen Gesellschaftsordnung durch eine andere vorbereitet, deren Nutznießer noch nicht die unterdrückten Klassen sind. Die Geschichte lehrt außerdem, dass der Sozialismus nicht einfach - hat er sozusagen erst einmal das Licht der Welt erblickt...)- einem automatischen, quantitativen Wachstumsprozess unterliegt, der die Überreste der kapitalistischen Gesellschaft Stück für Stück quantitativ überwindet, sich von einem Land zum anderen fortpflanzt und schließlich linear mit der kommunistischen Zukunftsgesellschaft endet. Der sozialistische Entwicklungsprozess kann durchaus wiederrückgängig gemacht werden, wie das nicht nur in der Sowjetunion in einem langen, komplizierten Zerfallsprozess der Fall gewesen ist, der sich gegenwärtig noch weiter fortentwickelt. Aus dieser historischen Wende sind marxistisch-leninistische Analysen anzustellen und Schlussdfolgerungen zu ziehen, ist wieder zum Sturm gegen den Kapitalismus zu blasen.
Das heißt, es können sich auch quantitative Veränderungen in qualitative Veränderungen zurückverwandeln, die nicht fortschrittlich sind, sondern reaktionär! Der Weg des Klassenkampfes ist nicht gradlinig, er macht nicht nur Windungen, sondern auch Wendungen, dh möglicherweise einen Schritt vorwärts und zwei Schritte zurück, dabei gesetzmäßig und grundsätzlich stets zurück auf dem Weg zum Sozialismus und nicht etwa entgegengesetzt zurück zum Mittelalter. Die Überzeugung von einer lichten Zukunft der Menschheit ist für Marxisten-Leninisten nicht eine Frage des Glaubens, sondern wissenschaftliche Erkenntnis aus der tatsächlichen Geschichte der Menschheit, objektive Gesetzmäßigkeit der Menschheitsentwicklung.
Wenn wir beim Aufbau des Sozialismus Fehler begehen, die wir zu korrigieren versäumen, dann hüufen sie sich derart an, dass sie irgendwann nicht mehr ausgemerzt werden können und der alte Zustand wieder eintritt, die Reaktion wieder auf der ganzen Linie siegt. Das ist das Kernproblem unserer Vergangenheit. Das wird das Kernproblem bleiben, das über unsere Zukunft entscheidet! Mit anderen Worten: Der Sozialismus hätte sich 100%ig weiterentwickeln können, wenn wir unsere Fehler korrekt korrigiert hätten. Die objektiven Bedingungen sind dafür schon lange reif. Das ist die ganze Wahrheit, die unsere Gegner deswegen so gerne vertuschen, verwischen und verbergen, weil sie historische Power hat, gegen die unsere Gegner machtlos sind. Sinngemäß hat Lenin einmal gesagt: Niemand kann die Revolution verhindern - außer wir Revolutionäre selbst. Darüber muss man (- nicht nur -) einmal nachdenken!
Genosse Stalin hat diesen Sachverhalt mit einpaar klaren Sätzen auf den Punkt gebracht in seinem "Politischen Bericht auf dem XV. Parteitag der KPdSU(B) - 1927":

"Denn unsere Entwicklung geht nicht in der Form eines gleichmäßigen, allgemeinen Aufstiegs vor sich. Nein, Genossen, wir haben Klassen, wir haben Widersprüche innerhalb des Landes, wir haben eine Vergangenheit, eine Gegenwart und Zukunft, wir haben Widersprüche zwischen ihnen und können uns nicht durch ein ruhiges Schaukeln auf den Wellen des Lebens fortbewegen. Unser Vormarsch verläuft im Kampfe, durch Entwicklung der Widersprüche, durch Überwindung dieser Widersprüche, durch Bloßlegen und Beseitigung dieser Widersprüche. Wir werden niemals, solange es Klassen gibt, einen Zustand haben, wo man wird sagen können: nun, Gott sei Dank, es ist alles gut. Niemals wird das der Fall sein, Genossen. Stets wird bei uns irgend etwas im Leben absterben. Was aber abstirbt, will nicht einfach sterben, sondern kämpft um seine Existenz, verteidigt seine überlebte Sache. Stets wird bei uns irgend etwas Neues geboren im Leben, was aber geboren wird, wird nicht einfach geboren, sondern lärmt, schreit und verteidigt sein Recht auf Existenz... Der Kampf zwischen dem Alten und Neuem, zwischen dem Absterbenden und dem Neuentstehenden - das ist die Grundlage unserer Entwicklung. Wenn wir nicht offen und ehrlich, wie es Bolschewiki geziemt, die Fehler und Mängel unserer Arbeit festhalten und aufdecken, dann versperren wir uns selbst den Weg nach vorwärts. Wir aber wollen vorwärtsschreiten. Und gerade weil wir vorwärtsschreiten wollen, müssen wir die ehrliche und revolutionäre Selbstkritik zu einer unserer wichtigsten Aufgaben machen. Anders ist ein Vorwärtsschreiten u n m ö g l i c h. Anders ist eine Entwicklung u n mö g l i c h."

Und Stalin hat in seiner Schrift:"Über den dialektischen und historischen Materialismus" geschrieben:

"Wenn die Welt sich in ununterbrochener Bewegung und Entwicklung befindet, wenn das Absterben des Alten und das Heranwachsen des Neuen ein Entwicklungsgesetz ist, so ist es klar, dass es keine 'unerschütterlichen` gesellschaftlichen Zustände, keine 'ewigen Prinzipien` des Privateigentums und der Ausbeutung, keine 'ewigen Ideen` der Unterwerfung der Bauern unter die Gutsbesitzer, der Arbeiter unter die Kapitalisten, mehr gibt. Also kann man die kapitalistische Ordnung ersetzen, ebenso wie die kapitalistische Ordnung seinerzeit die Feudalordnung ersetzt hat. Also darf man sich nicht auf diejenigen Schichten der Gesellschaft orientieren, die sich nicht mehr entwickeln, auch wenn sie im gegenwärtigen Augenblick die vorherrschende Kraft darstellen, sondern muss sich auf diejenigen Schichten orientieren, die sich entwickeln, die eine Zukunft haben, auch wenn sie im gegenwärtigen Augenblick nicht die vorherrschende Kraft darstellen...
Ferner, Wenn das Umschlagen langsamer quantitativer Veränderungen ein Entwicklungsgesetz darstellt, so ist es klar, dass die von unterdrückten Klassen vollzogenen revolutionären Umwälzungen eine völlig natürliche und unvermeidliche Erscheinung darstellen. Also kann der Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus und die Befreiung der Arbeiterklasse vom kapitalistischen Joch nicht auf dem Wege langsamer Veränderungen, nicht auf dem Wege von Reformen, sondern einzig und allein auf dem Wege qualitativer Veränderungen der kapitalistischen Ordnung, auf dem Wege der Revolution verwirklicht werden."

Und weiter heißt es bei Stalin:

"Entstanden auf der Basis der neuen Aufgaben, welche die Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft stellt, bahnen sich die neuen gesellschaftlichen Ideen und Theorien den Weg, werden sie zum Gemeingut der Volksmassen, mobilisieren diese, organisieren sie gegen die absterbenden Kräfte der Gesellschaft und erleichtern auf diese Weise den Sturz der absterbenden Kräfte der Gesellschaft, die die Entwicklung des materiellen Lebens der Gesellschaft hemmen."

Stalin wies insbesondere daraufhin, dass das Gesetz des Übergangs von einer alten zu einer neuen Qualität nicht mechanistisch zwangsläufig vermittels eines Sprungs oder einer Explosion wirkt. Diese Explosionen oder qualitativen Sprünge sind nicht auf alle gesellschaftlichen Erscheinungen übertragbar und auch nicht auf das Verhältnis zwischen Basis und Überbau.
Und so stellt Stalin in seiner Schrift "Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft" fest:

"Es ist unbedingt gültig für eine in feindliche Klassen gespaltene Gesellschaft. Aber es ist gar nicht unbedingt gältig für eine Gesellschaft, in der es (zwar Überreste- eingefügte Anmerkung der Redaktion) aber keine feindlichen Klassen gibt."

Stalin fügt als Beispiel die Kollektivierung der Landwirtschaft an:
"Das war eine Revolution, die die alte bürgerliche Wirtschaftsordnung auf dem Lande liquidierte und eine neue, die sozialistische Ordnung, schuf. Diese Umwälzung vollzog sich jedoch nicht durch eine Explosion, das heißt nicht durch den Sturz der bestehenden Macht, sondern durch den allmählichen Übergang von der alten bürgerlichen Ordnung auf dem Lande zu einer neuen Ordnung."

Und so ist es ja auch beim Übergang in die klassenlose Gesellschaft. Nur muss man sich hüten vor mechanistischen Schlussfolgerungen. Die Notwendigkeit des erbitterten Kampfes gegen die Überreste der bürgerlichen Gesellschaft darf man niemals vergessen, sonst passiert das, was mit dem Sozialismus Lenins und Stalins passiert ist!
Schwächen, Fehler und Rückschläge der neuen sozialistischen Gesellschaft bringen ja nicht nur die Destruktionen der umkreisenden kapitalistischen Länder auf den Plan, bringen nicht nur die alten bürgerlichen Überreste des eigenen Landes an die Oberfläche, werden nicht nur alte reaktionäre Ideen und Gewohnheiten reaktiviert, sondern es bilden sich auch neue Schmarotzer mitten im gesundesten Kern der sozialistischen Gesellschaft, der Kommunistischen Partei, heran, Kräfte also, die die Abwehrkräfte der Partei täuschen und somit ungehindert eindringen und parasitär wirken können. Deswegen wäre es ein Fehler, auf das bürgerliche Geschrei gegen die sogenannten stalinschen Säuberungsaktionen zu hören. Es ist schließlich ein Entwicklungsgesetz der Partei und der Gesellschaft, dass sie sich von Parasiten und Schmarotzern befreit, um nicht in Fäulnis überzugehen, dahinzusiechen und schließlich unterzugehen, wie es mit den meisten Kommunistischen Parteien auf dieser Welt gegangen ist. Der Satz: "Die Partei entwickelt sich, indem sie sich purifiziert"( purifizieren= reinigen), gilt immer noch.
Ist der Sozialismus erstmal befallen und erkrankt, kann er auch leicht zu Fall gebracht werden. Die Triebkräfte der Revolution, die werktätigen Massen, müssen sich also beizeiten gegen Ansteckungen imunisieren, um das Leben ihres selbst erschaffenen Organismus' zu schützen und zu verteidigen. Das Prinzip von Kritik und Selbstkritik muss von Anfang an stets lebendig bleiben. Damit kann man einen parasitären Befall abschütteln, wenn man dies nicht vorher schon verhindern konnte.

In Band 29 Seite 415, "Die große Initiative" schreibt Lenin folgendes:

"Wenn das Neue eben erst entstanden ist, bleibt das Alte stets eine gewisse Zeit länger stärker; das ist immer so, sowohl in der Natur als auch im Leben der Gesellschaft. Hohn darüber, dass die Keime des Neuen schwach sind, billiger Intellektuellen-Skeptizismus und dergleichen mehr. All das sind im Grunde Methoden des Klassenkampfs der Bourgeoisie gegen das Proletariat, ist Verteidigung des Kapitalismus gegen den Sozialismus. Wir müssen die Keime des Neuen sorgfältig untersuchen, ihnen die größte Aufmerksamkeit entgegenbringen, mit allen Mitteln ihr Wachstum fördern und diese schwachen Keime 'hegen und pflegen'."

Aus Plechanow s revolutionären Wirkungszeit stammt die Schrift "Beiträge zur Geschichte des Materialismus, aus der wir hier ebenfalls zitieren wollen:

"Alles Endliche ist dies, sich selbst aufzuheben, in sein Gegenteil überzugehen.( Das gilt auch für den Imperialismus - die Redaktion).
Jede gesellschaftliche Einrichtung ist zunächst eine 'Entwicklungsform' der Produktivkräfte. Das ist sozusagen die schöne Zeit ihres Lebens. Sie befestigt sich, entwickelt sich, erreicht ihre Blüte... Aber allmählich naht das Alter; der Verfall beginnt. Man bemerkt, dass nicht alles in dieser Einrichtung so schön ist, wie man vorher glaubte, man tritt in den Kampf mit ihr... und man b e s e i t i g t sie schließlich. Das geschieht, weil die Produktivkräfte der Gesellschaft nicht mehr dieselben wie früher sind...im sozialen Prozess der Produktion herbeigeführt wurden. Die allmählichen quantitativen Veränderungen schlagen in qualitative Unterschiede um.
...Man musste sie (die Produktivkräfte - Anmerkung der Redaktion) zerstören, und um sie zu zerstören, musste man die Ideen, welche sie heiligten, angreifen."

Man darf die dialektische Methode also nicht einfach mechanisch anwenden. So ist zum Beispiel die proletarische Revolution nicht einfach ein mechanischer Plätzeaustausch, eine quantitative Veränderung, wie es Mao Tsetung aufgefasst hat, sondern die alte Sache vergeht und eine neue entsteht. Die alte Sache trägt von Anfang an den "Keim des Vergehens" in sich. Dieser Widerspruch wird gerade dadurch gelöst, dass sie vergeht und einer neuen lebensfähigen Wirklichkeit Platz macht. Wenn diese Elastizität bis zur I d e n t i t ä t der Gegensätze geht, wie Lenin lehrt, so warnt dieser gleichzeitig vor der subjektivistischen Anwendung dieses Lehrsatzes. So hat Mao den subjektivistischen Fehler gemacht, dass sich Altes und Neues, Bourgeoisie und Proletariat zB ineinander verwandeln und die Plätze tauschen. Daraus resultiert ja auch Maos Irrtum von der zwangsläufigen Notwendigkeit der periodisch durchzuführenden Kulturrevolution, die alle Jahre mal wieder standfinden müsse, um wieder die alten Plätze einzunehmen. Auch der ungarische Kommunist Bela Fogarasi warnte in seinem Werk "Dialektische Logik" vor der falschen Identifizierung:

"Worin besteht nun die (...) Auffassung der Identität in der modernen Wissenschaft? - In der methodischen Betrachtungsweise, dass es niemals eine absolute, abgeschlossene, unabänderliche Identität in der Wirklichkeit gibt, hingegen in gewissem Zusammenhange beständig das Identischwerden des Verschiedenen und als dessen Zuspitzung das Identischwerden der Gegensätze vor sich geht (...). Die richtige Widerspiegelung dieses in Natur und Gesellschaft vor sich gehenden Prozesses im Denken ist die richtige Identifizierung (...). Das richtige Denken weist der Wirklichkeit entsprechend nach, dass unter gewissen Bedingungen gewisse Unterschiede aufhören, verschwinden, das heißt identisch werden. So verwischen sich in einem entwickelten Abschnitt des Sozialismus die Klassenunterschiede zwischen Arbeiter- und Bauernklasse; sie sind dann im Begriff ganz zu verschwinden ,( genauso wie ihr Arbeiter- und Bauernstaat abstirbt = Anmerkung der Redaktion). (Stalins Rede über die Sowjetverfassung) Die Produzenten werden hinsichtlich ihrer Klassenlage allmählich miteinander identisch. Die richtige Identifizierung ist ein unentbehrliches Verfahren des menschlichen Denkens, während die falsche Identifizierung, eine Verfälschung und Entstellung der Wirklichkeit zur Folge hat." ( Fogarasi, "Dialektische Logik", Berlin 1954). Worin besteht die Bedeutung von der Identität der Gegensätze?
Erstens bedeutet sie Anerkennung widersprechender, einander ausschließender, gegensätzlicher Tendenzen in a l l e n Erscheinungen und Vorgängen nicht nur in der Natur, sondern auch in der Gesellschaft, im Denken usw.

Zweitens führt der Kampf der Gegensätze dazu, dass die ganze Sache untergeht; der dialektische Prozess findet sein Ende, indem das ganze Ding (einschließlich der beiden gegensätzlichen Tendenzen) "negiert" wird. Indem beide Seiten sich aufheben, werden sie identisch.

Drittens versteht die Dialektik unter "Negation" nicht, dass die Dinge einfach verschwinden. Ein Hühnerei wird negiert, indem es sich in ein K�ken "verwandelt", der Kapitalismus "verwandelt sich" in den Sozialismus. Das Neue hat die Bestimmtheit, aus der es herkommt, noch an sich. Nie wird sich ein Hühnerei in eine Gans verwandeln; der Feudalismus verwandelt sich aufgrund seiner inneren Gesetzmäßigkeiten in den Kapitalismus, nicht aber in den Kommunismus. Wenn wir also die inneren Gesetzmäßigkeiten eines Prozesses analysieren, die Widersprüche, die den Prozess vorantreiben, dann können wir feststellen, in welcher Richtung sich die Dinge bewegen. Wenn wir die Widersprüche des Kapitalismus studieren, kommen wir zu dem Schluss, dass sich der Kapitalismus gesetzmäßig in den Sozialismus "verwandelt".

Viertens handelt es sich um die Negation der Negation. Engels führt hierfür unter anderem folgendes Beispiel an:
"Alle Kulturvölker fangen an mit dem Gemeineigentum am Boden. Bei allen Völkern, die über eine gewisse ursprüngliche Stufe hinausgehen, wird dies Gemeineigentum im Lauf der Entwicklung des Ackerbaus eine Fessel für die Produktion. Es wird aufgehoben, negiert, nach kürzern oder längern Zwischenstufen in Privateigentum verwandelt. Aber auf höherer, durch das Privateigentum am Boden selbst herbeigeführter Entwicklungsstufe des Ackerbaus wird umgekehrt das Privateigentum eine Fessel für die Produktion - wie dies heute der Fall ist sowohl mit dem kleinen wie mit dem großen Grundbesitz. Die Forderung, es ebenfalls zu negieren, es wieder in Gemeineigentum zu verwandeln, tritt mit Notwendigkeit hervor. Aber diese Forderung bedeutet nicht die Wiederherstellung des ursprünglichen Gemeineigentums, sondern die Herstellung einer weit höhern, entwickeltern Form von Gemeinbesitz, die, weit entfernt, der Produktion eine Schranke zu werden, sie vielmehr erst entfesseln und ihr die volle Ausnutzung der modernen chemischen Entdeckungen und mechanischen Erfindungen gestatten wird." ( Engels, Anti-Dühring, MEW Band 20, Seite 128f)

Das Gemeineigentum verwandelt sich also in das Privateigentum, das Privateigentum wieder in das Gemeineigentum. Dennoch haben wir es nicht mit einem einfachen "Platztausch", mit einer einfachen Wiederholung zu tun:
Zuerst besteht das Gemeineigentum, weil die rückständigen Produktiovkräfte das Privateigentum noch nicht ermöglichen; später löst das Gemeineigentum das Privateigentum ab, weil die fortgeschrittenen Produktivkräfte mit dem Privateigentum nicht mehr zu vereinbaren sind.


Wenn wir über die historisch abgelaufene Uhr des Kapitalismus sprechen, so tun wir das in dem Bewusstsein, dass der Sterbeprozess schon etwa 100 Jahre anhält. Das ist eine lange Zeit und der Kapitalismus existiert ja immer noch. Und zur Entwicklung hat der Kapitalismus ja auch Jahrhunderte gebraucht. Und je weiter wir in die Geschichte zurückgehen, desto länger werden die Abstände zwischen dem Wandel der alten Gesellschaft zur neuen. Anfangs gingen sogar Jahrtausende ins Land, bis sich die neue Gesellschaftsordnung aus der alten herausentwickeln konnte.
 

Nehmen wie den Zerfall des Römischen Reiches...
 

Der Zerfallsprozess war dadurch charakterisiert, dass ein Zustand der verendenden Zivilisation, der Agonie, eintrat, der sich in Richtung Barbarei zurückentwickelte. Es bildeten sich niedrigere Gesellschaftsformen im allgemeinen Prozess der sozialen Auflösung. Niedrigere Entwicklungsstufen konnten sich der verfaulenden Zivilisation bemächtigen. So wurde das Römische Reich einerseits von außen durch den Kampf der Germanen zerstört, und dieser Kampf war, wie Engels so richtig sagt, nicht einmal ein "ernstlicher". Dieser relativ leichte Sieg lag begründet im inneren Zerfallsprozess des Römischen Reiches, denn als die Germanen die Erbschaft antraten, handelte es sich bereits um eine bankrotte, auseinandergefallene Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, die sie zerstörten.

Franz Mehring schreibt:
"Die Germanen ermatteten die römischen Heere im Kleinkrieg, bis diese aufgaben. Die Germanen blieben frei, nicht sowohl weil es für das römische Weltreich eine absolute Unmöglichkeit gewesen wäre, sie schließlich zu bezwingen, als weil diese Bezwingung ungeheure Opfer gekostet haben würde, die Rom bei dem Zustande inneren Verfalls, in denen seine Weltherrschaft trotz allen äußeren Glanzes bereits getreten war, nicht mehr zu bringen wagte." (Mehring, Band 5, Seite 7)

Jürgen Kuczynski schreibt in seiner "Allgemeinen Wirtschaftsgeschichte" ( Kuczynski hat sich zu einem waschechten Revisionisten entwickelt, also ist ansonsten mit Vorsicht zu genießen - die Redaktion):

"Welches waren die Ursachen dieses Niedergangs des Römischen Reiches ?
Man kann sie vielleicht wie folgt zusammenfassen: Um sich zu halten, steuerte die herrschende Klasse mit Hilfe des Staates so viel vom Mehrertrage fort, dass der großen Masse der Werktätigen kaum noch etwas zu ihrem Leben blieb und insbesondere in der Landwirtschaft, aber auch im Handwerk jede Initiative zur Mehrproduktion verloren ging. Der Staat als Machtinstrument und Plünderungsmittel einer kleinen Schicht von Reichen und als "Protektor" einer durchaus nicht kleinen anderen Schicht, nämlich der Schicht der Berufssoldaten, die sich aus den verschiedensten Kreisen rekrutierte, sah sich gezwungen, die Besteuerung bis zur Abtötung der wirtschaftlichen Initiative zu steigern, weil die antike Sklavenwirtschaft nicht mehr genügende wirtschaftliche Leistungen vollbrachte, um die Kosten zur Machterhaltung der herrschenden Klasse aufzubringen.
Ein solcher Sachverhalt ist in der Wirtschaftsgeschichte nicht selten und soll ja heute auch noch vorkommen. So lässt sich gegen Ende der Feudalperiode zum Beispiel in Frankreich ganz außerordentlich deutlich beobachten, wie die feudale Basis zur Finanzierung der Kosten der herrschenden Klasse nicht mehr ausreicht, und wie sich diese dann zunehmend an bürgerlichem Eigentum vergreift, bis das Bürgertum den Weg der Revolution geht, um die Steigerung seines Reichtums zu sichern.
Das herrschende System wird zu einer solchen Last, dass die Wirtschaft den Weg in den Niedergang unausweichlich gehen muss.
Zu den Verfallserscheinungen zählten:
1) Verstaatlichung der Wirtschaft, Eingriffe und Restriktionen
2) Inflationstreiberei
3) Verschiebungen von der Stadt aufs Land, Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge, Verarmung der Handwerker und Kaufleute, Verminderung des Handels, Abbröckeln der Zentralgewalt zugunsten der Verselbständigung der Provinzen.
In den großen städtischen Metropolen entstanden Armut und große Elendsviertel. Das Land lag brach da und verödete. Es kam zur Ballung der Menschen in den Städten und Landflucht, bzw Entvölkerung auf dem Lande. In der Wirtschaft machte sich eine Art Autarkiebewegung breit, d.h. man beschränkte sich auf das Nötigste und versorgte sich mit dem Minimum, denn jede Anhäufung würde angesichts der staatlichen Plünderei und der Wegelagerei und Räuberei (teilweise geflüchtete Sklaven) unmöglich gemacht werden. Wer nichts hatte, dem konnte auch nichts weggenommen werden. Mit seinen Ansprüchen richtete man sich auf "karge Jahre" ein. Für einen gesunden Aufschwung, für eine wirtschaftliche Aufbauinitiative war nicht mehr die Zeit.
Zur wirtschaftlichen Krise trugen auch die inneren Faktoren bei, die Sklavenaufstände, die Befreiungskämpfe in den Provinzen und der Widerstand der freien Bauern und Kolonen, in deren Folge viele Produktivkräfte zerstört wurden, die der Mehrproduktion der Sklavenhalterei dienten. Die soziale Revolution benötigte 3-4 Jahrhunderte! Römischen Sklaven war der Unterdrücker- und Ausbeuterstaat so verhasst, dass sie sich den Barbaren anschlossen, ihnen die reichen römischen Wohnsitze zeigten, damit aller Reichtum ausgeraubt wurde. Die Eroberungen der Barbaren waren also aufs engste mit den Aufständen innerhalb des römischen Reiches miteinander verbunden. Westeuropa verfiel auf viele Jahrhunderte in Finsternis und Unwissenheit, in Kriege der Barbarenreiche untereinander, bevor sich der Feudalismus herausbildete. Die werktätigen Massen atmeten auf, als der Sklavenhalterstaat mit seiner Geldeintreiberei zusammengebrochen war. Obwohl also die Barbaren die römische Kultur zerstört hatten, bedeutete der Untergang das Ende der sklavischen Ausbeutung, was ein wesentlicher Fortschritt im Leben der Menschheit war.

" Die Revolution der Sklaven", sagte Stalin," beseitigte die Sklavenhalter und hob die Sklaverei als Form der Ausbeutung der Werktätigen auf". (Stalin, Rede vor den Stoßarbeitern der Kollektivwirtschaften, in: Fragen des Leninismus, S.498)

Die auf Sklaverei beruhende Gesellschaftsordnung hat zu damaligen Zeiten gewiss eine hohe Kultur hervorgebracht, die einen ungeheuren Einfluss auf die ganze weitere Entwicklung der Menschheit ausgeübt hat; durch ihre Ausbeutungsmethoden wurde sie jedoch schließlich zum Hemmschuh der gesellschaftlichen Weiterentwicklung. Die Sklaverei verhinderte die Entwicklung der Technik, der Kultur und der Wissenschaft. Die Arbeit unter der Peitsche brachte nur geringen Ertrag. Es mussten ständig neue Sklaven ( die man durch Kriege und Seepiraterie zusammentrieb und dabei Produktivkräfte zerstörte) die alten, verbrauchten Arbeitskräfte ablösen. So führte die Sklaverei zum Niedergang der Produktivkräfte, und dieser Niedergang wiederum zog den Untergang der Sklavenhaltergesellschaft nach sich.
Zwar wurde um das Jahr 600 die Sklaverei als Gesellschaftsordnung endgültig beseitigt, aber die Sklaverei bestand als Form der Ausbeutung noch lange Jahre weiter. Und sie existiert in abgewandelter Form zum Teil heute noch.

Wenn man die Zerfallsperioden der verschiedenen Gesellschaftsordnungen und den Verfall der verschiedensten Reiche genauer betrachtet, fällt einem immer wieder auf, dass die Ausbeutung bis zur Erschöpfung und Vernichtung der Ausgebeuteten betrieben wurde, dass dann eine Phase der Schwächung des Systems, verminderte Wehr- und Widerstandsfähigkeit eintrat, die dann von äußeren Feinden ausgenutzt wurde. So wurden während der Eroberung viele Menschen im Land, alle Errungenschaften , Bauten, Kulturen des überfallenen Reiches zerstört und der gesamte Reichtum den neuen Machthabern untergeordnet. Je größer das Reich, desto gewaltiger die Ausbeutungsmaschinerie, desto grausamer die Kriegsverwüstungen, die Armut und der Hunger, desto tiefer und gründlicher der Zerfall. Das war so mit dem ägyptischen Reich, mit den ältesten Staaten Mesopotamiens, mit Phönizien, Judäa, Persien, Indien, China, Griechenland, Rom usw usf. Aber die Menschheit hat sich daraus immer wieder neue weiterentwickelt.
Allerdings kamen die Ausgebeuteten nach einer kurzen Atempause und Regeneration des Übergangs vom Regen in die Traufe. Die Klassengesellschaft blieb ja weiter bestehen. Das erinnert auch an die deutsche "Wiedervereinigung".
Aber im Gegensatz zu allen anderen unterdrückten Klassen früherer Gesellschaftsordnungen kann die Arbeiterklasse ihre Lage wirtschaftlich nur nach der politischen Revolution verbessern. Der Arbeiterklasse ist es bis zu den Tagen der Revolution immer schlechter gegangen. Um ihre nackte Existenz zu retten, sind die Werktätigen gezwungen, sich vom nicht mehr zu ertragenden Elend und von den frechen Peinigungen der Bourgeoisie zu befreien. Ganz
e n t g e g e n g e s e t z t waren die Bedingungen des Bürgertums als es sich von der Feudalklasse befreite.

Wenn man also das Entwicklungs - t e m p o der Geschichte betrachtet und das Verhältnis zwischen dem Imperialismus und allen anderen vorangegangenen Epochen vergleicht, dann hat sich die letzte Stufe des Kapitalismus enorm schnell entwickelt, obwohl sie für uns Revolutionäre eine Ewigkeit zu dauern scheint.
Und wenn wir den Beginn des Sozialismus mit der Oktoberrevolution datieren und sein vorübergehendes Ende mit der Restauration des Kapitalismus im sozialistischen Albanien abschließen, so sind das ganze 70 Jahre in der gesamten Geschichte der Menschheit und zwar nicht 70 Jahre innerhalb der "Vorstufe der Menschheit" wie Marx es formulierte, sondern 70 Jahre Keimformen der zukünftigen Gesellschaftsordnung, in der es keine Ausbeutung des Menschen durch den Menschen gegeben hat, ein Stück Weltgeschichte, in der erstmals die Werktätigen selber über ihr Schicksal verfügten, die Epoche der Diktatur des Proletariats, also schon zu einer Zeit, in der auf dem Erdball der Imperialismus noch vorherrschte. Die Oktoberrevolution verwandelte Geschichte in eine Episode des Untergangs der Weltbourgeoisie, die sich heute überfressen hat. Sicherlich gab es Illusionen und Überschätzungen der Möglichkeiten des Sozialismus, schließlich lagen ja nicht wie heute geschichtliche Erfahrungen vor.
Die Oktoberrevolution war eine Umgestaltung, die das Alte in der Wurzel traf und von Grund aus zerschlug, nicht aber vorsichtig, langsam und allmählich umformte, in dem Bestreben, möglichst wenig zu zerschlagen. Wenn man mit dem Kriegskommunismus später zu Reformen gezwungen wurde, bedeutete das nicht, dass die Oktoberrevolution zu früh oder falsch war, sonst hätte der Sozialismus in der Sowjetunion nicht so aufblühen können.
Man darf eben seine revolutionären, historischen Möglichkeiten nicht überschätzen, wie das Revolutionäre gern tun, die noch in den Kinderschuhene stecken ( und da brauchen wir uns nur selber an die Nase fassen!).
Große historische, politische Umwälzungen - wie zB drei Jahre 'heiße' Oktoberrevolution - brauchen längere Zeit, Jahrzehnte!, um zB. durch 'eiskalte',schwere, mühsame ökonomische Arbeit v o l l e n d e t, verarbeitet und gesichert zu werden, das heißt es müssen überhaupt erstmal die Ruinen der alten Gesellschaft beseitigt werden usw.
Man stelle sich vor, wie lange wir h e u t e nach der Revolution an Aufbauarbeit zu leisten haben, um die Trümmer des Weltimperialismus nicht nur bei uns vor der Tür, sondern auf der ganzen Welt aus dem Wege zu räumen.
Wir müssen mit den sektiererischen Vorstellungen aufräumen, notwendige Entwicklungsetappen zu ignorieren oder zu überspringen, bestimmte Stufen zu ignorieren, die auch vordergründig Rückschritte bedeuten, aber letztendlich einen um so größeren Sprung nach vorne ermöglichen. Auch beim Zerfall der alten und Entstehen der neuen Gesellschaft tritt das Gesetz der Negation der Negation n i c h t außer Kraft. Das, was positiv war, wird beibehalten und in den Dienst der neuen Gesellschaft gestellt, je mehr desto besser. Wenn wir den Kapitalismus zerschlagen, heißt das nicht, dass wir alles dem Erdboden gleichmachen und uns so benehmen wie die Imperialisten. Wenn wir die neue Gesellschaft auf den Trümmern der alten Gesellschaft aufbauen, heißt das nicht, dass wir dabei auf Altbewährtes verzichten, nur weil es einmal vorher der dunklen Vergangenheit angehört hat, ohne zu fragen, ob es der Diktatur des Proletariats noch weiter nützt. Je mehr alte, nützliche Dinge in den Dienst der Zukunft gestellt werden, desto weniger können sie dazu missbraucht werden, die Vergangenheit wieder einzuholen und den Kapitalismus zu restaurieren. Als Lenin die marxistischen Thesen über die zwei Phasen des Kommunismus weiterentwickelte und die Spuren, die Muttermale der alten Gesellschaft, von denen sich der Kommunismus in seinem ersten Stadium noch nicht völlig befreien kann, zur Sprache brachte, betonte er insbesondere, dass Marx diese Überreste der alten Gesellschaft nicht willkürlich in die neue hineingebracht, sondern klargemacht hat, dass sie für die aus dem Schoß des Kapitalismus hervorgegangene Gesellschaft historisch unvermeidlich sind, "zeigt uns doch das Leben auf Schritt und Tritt, sowohl in der Natur als auch in der Gesellschaft, Überreste des Alten im Neuen." (Lenin,"Staat und Revolution")

Mit der Versessenheit, das 'heiße', aufwühlende Tempo der Oktoberrevolution im übertriebenen Sinne 50-70 Jahre lang , d.h. Tag für Tag, durchzuhecheln, wäre ein Unding, würde nur Unheil anrichten. Wer den revolutionären Motor und die Treibriemen mutwillig verschleißt und nicht zB. auf gute Schmierung und Kühlung achtet, bzw im ersten Gang des sozialistischen Aufbaus kommunistische Höchstgeschwindigkeit fährt, der lässt die Revolution heiß laufen und bringt den neuen Motor mit einem "Kolbenfresser" zum Stoppen, ehe er für die gesamte Dauer des Sozialismus seinen Dienst tun kann.
Auf der anderen Seite darf sich die stalinsche Erkenntnis, dass wir Kommunisten das Schiff der Arbeiterbewegung auf dem gradesten und raschesten Weg ans Ufer des Sozialismus steuern müssen, nicht in eine schädliche Fehlorientierung verwandeln., wenn sie, wie das die Sektierer tun, zu einer Aussage verabsolutiert wird, dass es quasi nur nur eine "Luftlinie" zum Sozialismus gibt. Die Überspannung der Theorie der gesetzmäßigen, notwendigen Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus kann deren positiven Charakter in etwas Negatives umkehren und entwerten. Es kommt darauf an, die Dinge nicht zu überspannen und in der praktischen Arbeit die Einheit der quantitativen und qualitativen Voraussetzungen zu berücksichtigen. Man kann auch untertreiben und resignieren, ob angesichts der gegenwärtigen Weltlage der Sozialismus überhaupt jemals wieder Überzeugungs- und Anziehungskraft bei den unterdrückten und ausgebeuteten Klassen gewinnen und zurückgewinnen kann? Beides schadet - zu untertreiben und zu übertreiben.
Lenin warnte damals mit den Worten:

"Mängel sind zuweilen die Fortsetzung unserer Vorzüge.
Für den wirklichen Revolutionär besteht die größte Gefahr - vielleicht sogar die einzige Gefahr - darin, dass er den Revolutionismus übertreibt, die Grenzen und Bedingungen der angebrachten und erfolgreichen Anwendung revolutionärer Methoden außer acht lässt. Wirkliche Revolutionnre brachen sich zumeist dann den Hals, wenn sie anfingen, 'Revolution' mit großen Buchstaben zu schreiben, die Revolution zu etwas Göttlichem zu erheben, den Kopf zu verlieren, die Fähigkeit zu verlieren, ganz kaltblütig und nüchtern zu überlegen, abzuwägen und zu prüfen, zu welchem Zeitpunkt, unter welchen Umständen und auf welchem Tätigkeitsgebiet man es verstehen muss, revolutionär zu handeln, und zu welchem Zeitpunkt, unter welchen Umständen und auf welchem Tätigkeitsgebiet man es verstehen muss, zu reformistischem Handeln überzugehen. Wirkliche Revolutionäre werden ( im Sinne nicht einer äußeren Niederlage, sondern eines inneren Zusammenbruchs ihrer Sache) nur dann zugrunde gehen - dann aber bestimmt zugrunde gehen -, wenn sie die nüchterne Überlegung verlieren und sich in den Kopf setzen, dass die 'große, siegreiche, weltumspannende' Revolution unbedingt alle und jegliche Aufgaben unter allen Umständen auf allen Tätigkeitsgebieten revolutionär lösen könne und müsse.
Wer sich so etwas 'in den Kopf setzt', der ist verloren, denn er hat sich in einer grundlegenden Frage eine Dummheit in den Kopf gesetzt, und während eines erbitterten Krieges (die Revolution ist der allerbitterste Krieg) ist die Niederlage die Strafe für eine Dummheit. Woraus folgt denn, dass die 'große, siegreiche, weltumspannende' Revolution nur revolutionäre Methoden anwenden kann und darf ? Das folgt aus gar nichts. Ja, das ist ausgesprochen und unbedingt falsch." (Lenin, Band 33, Seite 92)
Lenin schrieb dies im November 1921, wo die Bedingungen (die Zeit der NÖP) für die Entwicklung des Sozialismus denkbar ungünstig und außerordentlich gefährlich waren.

Und Lenin sagte voraus:

"Wenn sich die europäische Revolution verspätet, so stehen uns schwerste Niederlagen bevor... Wenn man es nicht versteht, sich anzupassen, wenn man nicht gewillt ist, auf dem Bauch durch den Schmutz zu kriechen, dann ist man kein Revolutionär, sondern ein Schwätzer, denn so vorzugehen, schlage ich nicht deswegen vor, weil mir das gefällt, sondern weil es keinen anderen Weg gibt, weil die Geschichte es nicht so angenehm gefügt hat, dass die Revolution überall zu gleicher Zeit ausreift." (Lenin, Band 27, Seite 88)

Lenin und Stalin sahen die Begrenztheit der Möglichkeiten realistisch zB auch bei der friedlichen Koexistenz, die eingeschränkten Möglichkeiten des Aufbaus des Sozialismus in e i n e m Land usw, aber sie warteten nicht auf bessere Zeiten, sondern machten auf hervorragnde Weise "das Beste draus", schöpften diese Möglichkeiten unbeirrbar aus und brachten es zu einer Blüte, die immerhin rund 70 Jahre neben dem beherrschenden Imperialismus Bestand hatte und diesem das Fürchten lehrte, wenn man - nur um einmal ein Beispiel zu nennen - an die Schlacht von Stalingrad denkt. Es wäre aber wiederum eine Dummheit,eine pazifistische Illusion, von der Revolution in e i n e m Land zu erwarten, dass sie den Krieg für immer aus der Welt schaffen könne. Und es wäre einwenig zu viel verlangt, von diesem damals einzigen sozialistischen Land zu fordern, es müsse nun Stück für Stück in alle anderen Länder der Welt den Sozialismus exportieren, möglichst noch wunschgerecht zugeschnitten auf die besonderen Bedingungen jedes einzelnen Landes.
Die Oktoberrevolution kann keine Macht der Welt mehr rückgängig machen und auch nicht die Errungenschaften des Sozialismus, die auf ihren Fundamenten bis in unsere Gegenwart hinein von den sozialistischen Menschen erzielt wurden. Der sterbende Kapitalismus hat es aber geschafft, den Weiterbestehen des Sozialismus aufzuhalten. Und an dem Eingeständnis dieser bitteren Wahrheit ist entschieden nichts "Schreckliches", nichts, was berechtigten Anlass auch nur zur geringsten Verzagtheit oder gar Zweifel an unserer Sache gäbe, denn wir haben stets die ABC-Wahrheit des Marxismus wiederholt, dass zum Siege des Sozialismus die gemeinsamen Anstrengungen der Arbeiter mehrerer fortgeschrittener Länder notwendig sind, dass heute die Völker und das Weltproletariat sich zur großen Schlacht zusammenfinden müssen und dass weiter dort in denjenigen Ländern das Joch abgeschüttelt werden m u s s, wo immer dies möglich ist. Wir fangen wieder von vorne an und wir werden dies als überzeugte Kommunisten immer wieder und wieder tun ohne zu Jammern. Bei all unserer schwachen Situation, bei all den Folgen des "sozialistischen" (sprich revisionistischen) Zerfalls, den wir im Moment zu verarbeiten haben, bei aller Arbeit, die wir unter den Massen jetzt führen, um die Diskreditierung des Sozialismus zu beseitigen, sind es die Imperialisten, die Kapitalisten, die Reaktion, die alten konterrevolutionären Kräfte, der ganze alte Dreck, der i m M o m e n t zwar stärker ist als wir und auch dafür sorgen wird, dass dies so bleibt, aber der auf seine alte Weise "weiterwurschtelt" auf seine "altbewährte" kapitalistische Weise und dabei weiter verfault und stirbt ! Quälen, foltern und morden kann die Bourgeoisie nirgends ungehindert. Sie erzeugt Widerstand mit jedem Unrecht, das den Völkern angetan wird. Den unvermeidlichen und - unter dem hier welthistorischen Gesichtspunkt betrachtet - gar nicht mehr fernen e n d g ä l t i g e n Sieg des revolutionären Proletariats kann die Bourgeoisie nicht aufhalten.

 

 




II.

Zerstörung und der Zerfall der gealterten Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse



Für die Aufwärtsentwicklung, für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung, spielt die Übereinstimmung, das Harmonisieren zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen eine grundlegende, entscheidende Rolle. Und umgekehrt: Für die Zerfallsentwicklung, für den Zusammenbruch einer Gesellschaftsordnung spielen die unlösbaren Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen eine entscheidende Rolle - Widersprüche, die zu Fesseln werden, die gesprengt werden auf revolutionäre Weise. Und so wird die kapitalistische Produktionsweise zur Fessel für die weitere Entwicklung der Produktivkräfte der heutigen Gesellschaft.
An vielen Stellen ihres Werkes finden wir bei Marx und Engels wichtige Hinweise zu diesem wichtigen Punkt.
Es lohnt sich auf jeden Fall, auf wesentliche Aussagen hinzuweisen und eine Reihe von Zitaten zusammenzutragen.

Marx hatte bereits 1859 in dem historischen Vorwort des Buches "Zur Kritik der Politischen Ökonomie" das Wesen des historischen Materialismus genial formuliert:

"Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor alle Produktivkräfte entwickelt sind, für die sie weit genug ist, und neue, höhere Produktionsverhältnisse treten nie an die Stelle, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind."

Folgern wir hieraus heute den Umkehrschluss:

Die objektiven Bedingungen sind dafür längst reif.

 
Der Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und der privaten Aneignung, der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, ist in eine explosive Umwälzphase eingetreten, in der die ökonomische Grundlage des Kapitalismus schon soweit entzogen ist, dass eine revolutionäre Situation unmittelbar bevorsteht. Sie ist bereits unaufhaltsam in Fluss.

Es war Marx, der in seinem "Kapital"(Band III, Seite 260) die kühne Feststellung machte:

"Die kapitalistische Produktion strebt beständig, diese ihr immanenten Schranken zu überwinden, aber sie überwindet sie nur durch Mittel, die ihr diese Schranken aufs neue und auf gewaltigerm Maßstab entgegenstellen.
Die wahre Schranke der kapitalistischen Produktion ist das Kapital selbst, ist dies: dass das Kapital und seine Selbstverwertung als Ausgangspunkt und Endpunkt, als Motiv und Zweck der Produktion erscheint; dass die Produktion nur Produktion für das Kapital ist und nicht umgekehrt die Produktionsmittel bloße Mittel für eine stets sich erweiternde Gestaltung des Lebensprozesses für die Gesellschaft der Produzenten sind. Die Schranken, in denen sich die Erhaltung und Verwertung des Kapitalwerts, die auf die Enteignung und Verarmung der großen Masse der Produzenten beruht, allein bewegen kann, diese Schranken treten daher beständig in Widerspruch mit den Produktionsmethoden, die das Kapital zu seinem Zweck anwenden muss und die auf unbeschränkte Vermehrung der Produktion, auf die Produktion als Selbstzweck, auf unbedingte Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte der Arbeit lossteuern. Das Mittel - unbedingt Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte - gerät in fortwährenden Konflikt mit dem beschränkten Zweck, der Verwertung des vorhandenen Kapitals. Wenn daher die kapitalistische Produktionsweise ein historisches Mittel ist, um die materielle Produktivkraft zu entwickeln und den ihr entsprechenden Weltmarkt zu schaffen, ist sie zugleich der beständige Widerspruch zwischen dieser ihrer historischen Aufgabe und den ihr entsprechenden gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen..."

" die Schranke der Produktion ist der Profit der Kapitalisten..." (Marx, Theorien über den Mehrwert, Band II,2).

Ende des Profits bedeutet auch Ende der Herrschaft der Bourgeoisie. Kapital und Profit sind vergänglich. Und mit dem Profit ist es heute schlimm bestellt angesichts der Probleme, die sich in 200 Jahren aufgestaut haben. Und für die Bourgeoisie ist heute jeder Tag problematischer als alle Jahre des Kapitalismus zusammengerechnet. Im Dritten Band des "Kapitals" (Seite 274) definiert Marx die letzte Konsequenz des Gesetzes des tendenziellen Falls der Profitrate:

"Der Widerspruch zwischen der allgemeinen gesellschaftlichen Macht, zu der sich das Kapital gestaltet, und der Privatmacht der einzelnen Kapitalisten über diese gesellschaftlichen Produktionsbedingungen entwickelt sich immer schreiender und schließt die Auflösung dieses Verhältnisses ein, indem sie zugleich die Herausarbeitung der Produktionsbedingungen zu allgemeinen, gemeinschaftlichen, gesellschaftlichen Produktionsbedingungen einschließt. Diese Herausarbeitung ist gegeben durch die Entwicklung der Produktivkräfte unter der kapitalistischen Produktion und durch die Art und Weise, worin sich diese Entwicklung vollzieht."

Und dass uns diese Entwicklung nicht einfach automatisch in den Schoß fällt, dürfte angesichts der komplizierten Entwicklung des Sozialismus in diesem Jahrhundert nicht schwer zu begreifen sein.

"Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert." (Marx,Das Kapital, Band I, Seite 791).

Es ist die Negation der Negation. Es ist die historische Tendenz der kapitalistischen Akkumulation. Mit seiner Analyse des allgemeinen Gesetzes der kapitalistischen Akkumulation schuf Karl Marx die ökonomische, objektive Begründung für die Notwendigkeit und Unvermeidlichkeit der proletarischen Revolution.

Es zeigt sich, "dass die kapitalistische Produktionsweise an der Entwicklung der Produktivkräfte eine Schranke findet, die nichts mit der Produktion des Reichtums als solcher zu tun hat; und diese eigentümliche Schranke bezeugt die Beschränktheit und den nur historischen, vorübergehenden Charakter der kapitalistischen Produktionsweise; bezeugt, dass sie keine für die Produktion Reichtums absolute Produktionsweise ist, vielmehr mit seiner Fortentwicklung auf gewisser Stufe in Konflikt tritt."(Marx, "Kapital", Band III,1).

Die Klassengegensätze "waren nämlich gerade die Existenzbedingungen für die Entwicklung der Produktivkräfte... Es war somit, um diese Entwicklung der Produktivkräfte... zu erlangen, notwendig, dass es Klassen gab, die profitierten und andere, die am Verkommen waren." (Elend der Philosophie, Karl Marx).

Die Einsicht in den nur historischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise und damit in die Notwendigkeit einer neuen, höheren Produktionsweise ist von großer Tragweite für die Situation des Scherbenhaufens, in die der Imperialismus nunmehr tief drinsteckt. Aus der ökonomischen Notwendigkeit des Untergangs der alten und dem Heranwachsen der neuen Produktionsweise ergeben sich in der jetzigen Situation politische Konsequenzen, denen wir ins Auge sehen müssen. Marx Lehre ist deswegen immer noch aktuell, weil er die Umwandlung der kapitalistischen in die sozialistische Gesellschaft ableitet von ökonomischen Bewegungsgesetzen, vom Wertgesetz. Jeder andere Versuch, die Notwendigkeit des Untergangs des Kapitalismus und des Kommens des Sozialismus zu begründen, muss zwangsläufig auf falsche ideologische Begründungen hinauslaufen.
Der alte Revisionist Bernstein behauptete sogar:
"Der Nachweis von der Unvermeidlichkeit des ökonomischen Zusammenbruchs der bestehenden Gesellschaft... ist nicht zu erbringen." (Kautsky, "Bernstein und das sozialdemokratische Programm, Stuttgart 1899)

Hieraus spricht reinster Zweckpessimismus, gerade wie die Bourgeoisie ihn braucht, wenn sie am Krepieren ist. Das lockt nicht nur die alten Motten ans reformistische Licht, sondern treibt auch gerade die Jugend mit dem Motto "No future!" in die Verzweiflung, zum Wohlgefallen des Anarchismus. Ganz im Gegenteil stehen wir an der Schwelle einer Epoche, in der der Marxismus größere Triumphe davontragen wird als jemals zuvor. Der Kapitalismus hat wieder einmal in der ganzen Welt gesiegt, aber dieser Sieg ist nur die Vorstufe zum gründlicheren Sieg der Arbeit über das Kapital. (Dies schrieb Lenin vor genau 80 Jahren!!)

Nun ist es auf der anderen Seite aber auch nicht so, als fielen die Produktivkräfte der alten Ordnung der neuen bildlich gesprochen als "reife Frucht in den Schoß" oder so als bräuchten nur noch die Verteilungsverhältnisse der kapitalistischen Gesellschaft "auf den Kopf gestellt" werden ( Umverteilung von oben nach unten).
Wenn die Produktivkräfte durch den faulenden, sterbenden Kapitalismus zu einem gewissen Punkt zerstört, vernichtet, geschwächt und behindert werden, die Produktion in große Versorgungsschwierigkeiten gerät usw., dann können die gesellschaftlichen Bedürfnisse nicht auf Anhieb ausreichend gesichert werden. Das war beispielsweise nach dem 1. und 2.Weltkrieg so oder nach all den Kriegen danach, wo der Großteil der Weltproduktion für militärische Zwecke verwendet und ein weiterer großer Anteil gewaltsam zerstört wurde. Und heute erleben wir im katastrophalen Ausmaß wie zB außerdem noch die Naturkräfte vernichtet und verwüstet werden. In dieser Situation wird es auch für die unterdrückten Klassen schwieriger, sich zu befreien und sich mit dem nötigsten zu versorgen und zB den Hunger zu bekämpfen. Das erleben wir heute zum Beispiel in Äthiopien. Das zeigt wie dringlich heute die sozialistische Revolution ist. Sie muss retten, was noch zu retten ist, um darauf noch eine halbwegs solide ökonomische Basis aufzubauen und diesen Erdball noch lebenswert zu erhalten.
Friedrich Engels schrieb im "Anti-Dühring" (MEW, Band 20, Seite 262):

"Solange die gesellschaftliche Gesamtarbeit nur einen Ertrag liefert, der das zur notdürftigen Existenz aller Erforderliche nur um wenig übersteigt, solange also die Arbeit alle oder fast alle Zeit der großen Mehrzahl der Gesellschaftsglieder in Anspruch nimmt, solange teilt sich die Gesellschaft notwendig in Klassen."

Diese Erkenntnis darf uns nicht zum Fatalismus führen wie das in der Zeit des sowjetischen Kriegskommunismus der Fall war. Die sowjetischen Menschen zur Zeit Lenins und Stalins haben vielmehr bewiesen, dass unter den größten Opfern, Entbehrungen und Anstrengungen etwas Mächtiges, Starkes, Unüberwindliches, heranwächst, dass die Arbeiterklasse alle Schwierigkeiten meistert, wenn sie die Macht in den Händen hat. Gemeinsam mit den Bauern haben die sowjetischen Arbeitern bewiesen, dass sie stärker waren als der Imperialismus, dass sie einen großartigen Sozialismus aufgebaut haben trotz der Feinde, die von innen und außen am Werk waren und dieses Werk auch leider vollenden konnten, nämlich den Sozialismus auf der Welt wieder zu zerstören.
Der Zustand der Produktivkräfte entscheidet also nicht schicksalhaft, nicht automatisch, über Leben und Tod der Arbeiterklasse. Das ist vielmehr eine Frage der politischen Durchsetzung des Proletariats.
Die Gewalt des Proletariats ist der Geburtshelfer der alten kapitalistischen Gesellschaft, die mit der sozialistischen Gesellschaft schwanger geht.
Und so hatte Lenin fest auf diese revolutionäre proletarische Gewalt in Deutschland gehofft, was für die Sowjetunion und die ganze Welt wahrscheinlich eine große Bedeutung gehabt hätte. Nur hat die sozialistische Revolution in Deutschland bis heute noch nicht gesiegt, obwohl die objektive Entwicklung der Produktivkräfte hierfür dicke ausgereicht hätte. Auf den subjektiven Faktor kommen wir später noch zu sprechen.
Die Entwicklung der sozialistischen Produktivkräfte waren besonders am Anfang außerordentlich schwierig und damit der Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion sehr problematisch. Lenin verglich diese Situation mit Westeuropa, wo die Produktivkräfte bereits industriell sehr weit fortgeschritten waren und im Falle des Sieges der deutschen roten Räterepublik hätten sich die Produktivkräfte beider sozialistischer Länder vereinigen können. Das hätte durchaus schon das historische Ende des Imperialismus bedeuten können. Aber selbst Lenin hatte erkannt, dass es zwar in Westeuropa leichter sei, die Produktivkräfte des Sozialismus zu entwicklen, aber viel schwerer, die Macht der stark organisierten Bourgeoisie zu brechen. Und so kam es denn ja auch.
Das Kapital saß damals noch sehr fest im Sattel trotz der verheerenden Auswirkungen des 1. Weltkriegs, und man hätte die Wurzeln auf einen Schlag nicht herausreißen können. Die Enteignung der Kapitalisten vollzieht sich nicht in einem einzigen Tag und ebensowenig können die sozialistischen Produktivkräfte an einem einzigen Tag ihren Höchststand erreichen. Schon Marx und Engels schrieben in ihrem "Kommunistischen Manifest", dass das Proletariat seine Macht gebrauchen muss..
"...der Bourgeoisie n a c h - u n d - n a c h (hervorgehoben von der Redaktion) alles Kapital zu entreißen."

Von der kapitalistischen Hölle gleich ins sozialistische Himmelreich hineinzuschweben, davon träumen nur die Kapitalisten, die Schmarotzer, die sofort ihre Fahnen umdrehen und sich ins gemachte Bettchen legen, so wie das die alte DDR-Bourgeoisie gemacht hat.
Parasiten fressen erst den Kapitalismus leer und dann den Sozialismus, sie sind überall dort als erste zur Stelle, wo es was zu holen gibt - über alle Gesellschaftsordnung und Ideologie hinweg. Und die intelligenteren, revisionistischen Parasiten fielen nicht brutal wie ihre Vorgänger über ihre Opfer her, sondern züchteten sich "sozialistische" Blattläuse, die sie zu jeder Zeit aussaugen konnten und die besonders kräftig und schmackhaft waren, weil ihnen "sozialistisches" Gedankengut als Hormonspritze verabreicht wurde. So sahen die Überreste der alten Gesellschaft die neue Gesellschaft. Der Übergang bedeutet für die revolutionäre Klasse ein übermenschliches Maß an Kraft und Energie, an Opfer und Heldenmut, um den historischen, vergifteten Müll vom Körper abzuschütteln. Es sind nicht nur die Parasiten und Wegelagerer, die über alles verbliebene Leben herfallen, die das Proletariat abschütteln muss. Das Proletariat ist auch gezwungen, das Gift der Resignation zu verarbeiten, dass jahrzehntelang durch die Bourgeoisie verabreicht wurde. Setzt die Arbeiterklasse auf die Bourgeoisie, wird sie mit der Bourgeoisie untergehen. Ihre Existenz hat nur eine Chance, wenn sie sich aus den Fesseln der Bourgeoisie befreit.

Wir können also zusammenfassen:
Je mehr der Fäulnisprozess fortgeschritten ist, je mehr Krieg, Terror, Sabotage, sozialer Kahlschlag, Räubereien, Naturzerstörungen die Imperialisten mit jedem neuen Tag hinterlassen, um sich vor ihrem Untergang zu retten, desto schwieriger ist es für die sozialistische Revolution, die Karre wieder aus dem Dreck zu ziehen, desto mehr sind nicht nur die ökonomischen Voraussetzungen des sozialistischen Aufbaus begrenzt.
Umgekehrt:
Ist der Zerstörungsprozess noch nicht soweit fortgeschritten, ist die Bourgeoisie noch einigermaßen wirtschaftlich lebensfühig, wird sie auch noch genügend Kraft haben, ihre politische Macht zu gebrauchen, wird es für die revolutionären Klassen auch schwer sein, die Herrschaft der Ausbeuterklassen zu zerbrechen. Also:
Ist die Bourgeoisie ökonomisch so tief schon am Boden, dass sie ihren Herrschaftsapparat finanziell nicht mehr auf der gebotenen Höhe halten kann, ist der Zeitpunkt fürs Proletariat günstig zuzuschlagen und der Bourgeoisie den Rest zu geben. Deswegen muss das Proletariat eben auch jetzt schon daraufhinarbeiten und jede Gelegenheit nutzen, um die Bourgeoisie zu schwächen, wo immer das möglich ist. Wieviel Blut die Bourgeoisie vergossen, wieviel Produktivkräfte sie zerstört, wieviel verbrannte Erde sie hinterlassen hat in ihrer ganzen Geschichte, um den Sozialismus zu verhindern, ist uns bewusst. Deswegen wissen wir genau:
Der Imperialismus wird niemals wie eine reife Pflaume dem Sozialismus in den Schoß fallen. So hat die Praxis zur Genüge gezeigt, dass die Kapitalisten es lieber vorziehen, die Nahrungsmittel zu vernichten, um die Preise zu erhöhen und Extraprofite zu machen, als mit dem Überschuss die Hungernden dieser Erde zu versorgen.

Stalin schreibt hierzu:

"Könnte der Kapitalismus die Produktion nicht der Erzielung eines Maximums von Profit, sondern einer systematischen Verbesserung der Lage der Volksmassen anpassen, könnte er den Profit verwenden nicht zur Befriedigung der Launen parasitärer Klassen, nicht zur Vervollkommnung der Ausbeutungsmethoden, nicht zur Kapitalausfuhr, sondern zur systematischen Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern, dann gäbe es keine Krisen. Aber dann wäre auch der Kapitalismus kein Kapitalismus." (Stalin, Band 12, Seite 215)

Wie sehr die heutigen Produktionsverhältnisse auch hinter der Entwicklung der Produktivkräfte zurückgeblieben sein mögen, sie m ü s s e n früher oder später in Übereinstimmung kommen, auf welcher Stufe auch immer. Im entgegengesetzten Fall käme es zu einer tiefen Störung des Produktionssystems, zur Krise der gesamten Weltproduktion, zur Zerstörung der Produktivkräfte auf dem ganzen Erdball. Und genau das spielt sich heute schon stündlich ab. Das heißt aber nicht, dass wir auf den Tag "X" nur noch zu warten bräuchten.

Stalin lehrt:

"Bis zu einer gewissen Periode vollziehen sich die Entwicklung der Produktivkräfte und die Veränderungen auf dem Gebiete der Produktionsverhältnisse als elementarer Prozess, unabhängig vom Willen der Menschen. Aber dies nur bis zu einem gewissen Augenblick, bis zu dem Augenblick, wo die neu entstandenen und sich entwickelnden Produktivkräfte die notwendige Reife erlangt haben. Nachdem die neuen Produktivkräfte ausgereift sind, verwandeln sich die bestehenden Produktionsverhältnisse und ihre Träger, die herrschenden Klassen, in das 'unüberwindliche' Hindernis, das nur aus dem Wege geräumt werden kann durch die b e w u s s t e (von der Redaktion hervorgehoben) Tätigkeit der neuen Klassen, durch gewaltsame Handlungen dieser Klassen, durch die Revolution. Hier zeigt sich besonders klar die g e w a l t i g e Rolle ( von Stalin hervorgehoben- die Redaktion) der neuen gesellschaftlichen Ideen, die neuen politischen Einrichtungen der neuen politischen Macht, die berufen sind, die alten Produktionsverhältnisse gewaltsam zu beseitigen. Auf der Grundlage des Konflikts zwischen den neuen Produktivkräften und den alten Produktionsverhältnissen, auf der Grundlage der neuen ökonomischen Bedürfnisse der Gesellschaft entstehen neue gesellschaftliche Ideen, die neuen Ideen organisieren und mobilisieren die Massen, die Massen schließen sich zusammen zu einer neuen politischen Armee, schaffen eine neue revolutionäre Macht und benutzen sie, um die alten Zustände auf dem Gebiet der Produktionsverhältnisse gewaltsam zu beseitigen und neue Zustände herzustellen und zu verankern. Der elementare Entwicklungsprozess macht der bewussten Tätigkeit der Menschen Platz, die friedliche Entwicklung der gewaltsamen Umwälzung, die Evolution der Revolution." (Geschichte der KPdSU - B, Seite 163)

In der gegenwärtigen Phase des parasitären Verfalls des Imperialismus vollzieht sich eine gewaltige Umwandlung von produktiver Arbeit hin zur unproduktiven Arbeit. Dieser überall zu beobachtende Trend ist sehr bedeutsam, so dass wir uns auch hiermit beschäftigen müssen:
Vom kapitalistischen Standpunkt aus haben die Produktivkräfte nur beschränkten Charakter. Nur der Arbeiter ist produktiv, der Mehrwert für den Kapitalisten produziert. Produktiv ist für den Kapitalisten nur diejenige Arbeit, die sich unmittelbar mit Kapital austauscht. Die andere Arbeit hingegen, die sich gegen Eigentum austauscht ist u n p r o d u k t i v. Die unter den Bedingungen des Zerfalls vor sich gehende Aufblähung des unproduktiven Sektors nimmt erdrückende Ausmaße an. Das zeugt nicht nur von Schmarotzertum, sondern bedeutet auch eine ungeheure Belastung der verbleibenden produktiven Arbeiter, die sozusagen das ganze System auf ihren Schultern tragen, ohne die alles schon zusammengebrochen wäre. Die Revisionisten und andere bürgerliche Lakaien haben deswegen diese Tatsachen tunlichst verschleiert, indem sie die Dienstleistungen, die Intelligenz usw und sofort einfach für "produktiv" erklürt haben, womit die Existenz der kapitalistischen Ausbeutung selbst bestritten wird, auf die sich ja bekanntlich die marxistische Mehrwerttheorie stützt. In einer Dienstleistungsgesellschaft wäre dann die Ausbeutung "beseitigt", weil es keine Arbeiterklasse mehr gäbe und damit auch keine Notwendigkeit mehr, dass diese Arbeiterklasse die Revolution macht. Mit anderen revisionistischen Worten: Der Zerfall des Kapitalismus hebt die Ausbeutung "automatisch" auf, und die Menschen können ihre Hände beruhigt in den Schoß legen und die Selbstregulierungskräfte des Kapitalismus schalten und walten lassen. "Der Kapitalismus hat uns solange über Wasser gehalten, nun wird er das diesmal auch weiter schaffen..." Das sagen sich alle, die vom Kapitalismus profitieren, nicht diejenigen, die unter ihm zu leiden haben, und das sind bei Weitem nicht allein die verbliebenen produktiven Arbeiter. Die aus dem Produktionsprozess herausgerissenen Produzenten reihen sich ja nicht automatisch alle ins Lager der Müßiggänger, Parasiten und Schmarotzer ein. Sie haben schwer unter den Zerfallssbedingungen des Kapitalismus zu leiden und schließlich sind sie es, die dazu gezwungen werden, irgendwelche Dienstleistungen anzubieten, um sich einigermaßen auf den Beinen zu halten. Es ist eine Schande, dass diese wertvollen Menschen ihre Produktivkräfte nicht für die gesellschaftlichen Bedürfnisse einsetzen dürfen, faktisch aus der Gesellschaft ausgeschlossen sind und zur Strafe noch darunter leiden müssen durch seelische Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, Hunger und Elend. In der sozialistischen Gesellschaft würden sie alle zu Millionen die völlig überlasteten produktiven Produzenten unterstützen können, die nun nicht mehr ihre Arbeitskraft an den Kapitalisten verkaufen bräuchten. Schnell würden sich die Produktivkräfte wieder erholen, würde es einen raschen stabilen Wirtschaftsaufschwung geben. Vor allem würde auch wieder die Arbeiterklasse ihre Spaltung und Konkurrenz untereinander, die Isolierung der einzelnen Arbeiter überwinden, und was man niemals vergessen darf, das ökonomische Bündnis mit den Bauern. Mit Beginn des Imperialismus, mit der Konzentration des Kapitals, mit der Entwicklung der Großbetriebe, wurden die Arbeiter in großen, mächtigen Produktionszweigen und Betrieben zusammengefasst, wo sie sich zu starken Organisationen vereinigen konnten, wo sie konzentriert und effektiv gemeinsame Interessen vorbringen und durchsetzen konnten, wo sich ein starkes Klassenbewusstsein herausbilden konnte, wo revolutionäre Situationen an der Tagesordnung waren. Heute hat die Zentralisation des Kapitals, die Monopolisierung, die Rationalisierung und Zusammenlegung zur Vermeidung von Überkapazitäten usw i m G e g e n s a t z dazu geführt, dass die riesigen Arbeiterheere in den großen Fabriken abgebaut und in riesige Arbeitslosenheere z e r s p r e n g t wurden und werden. Die proletarische Reservearmee tritt aber nicht mehr wie zB in den zwanziger, Anfang dreißiger Jahren als organisierte Kraft auf, sondern ist in Einzelindividuen zerstreut, die isoliert ihr Schicksal bewältigen bzw durch Kirche oder Gewerkschaften in Zaum gehalten werden. Das heißt, dass der jetzige Zustand des Imperialismus auch einen Zersetzungsprozess in der Arbeiterklasse erzeugt hat, der jetzt, wo der kapitalistische Staat nicht mehr die Versorgung der Existenz sichern kann, also in einer zugespitzten Situation, alles sprengt und die Arbeitslosen gegen den Staat aufbringt. Die Arbeitslosen werden auf die Arbeitenden gehetzt und umgekehrt. Das heißt, wir müssen in kürzester Zeit mit der Explosion der nicht mehr zu haltenen sozialen Konflikte rechnen.
Die Schmarotzer sitzen den verelenden Massen im Nacken und dazu gehören nicht nur die Bourgeoisie, sondern auch Arbeiteraristokratie, Teile der Kleinbourgeoisie, Lumpenproletariat, eine bunte Mischung aus den verschiedensten Kettenhunden, "Staatsdienern" und Bürokraten aber auch "freischaffende" Privatbanden, Mafias usw. dieses Unterdrückungs- und Ausbeutersystems, sozusagen die Summe des Abschaums a l l e r im Kapitalismus existierenden Klassen.

Je mehr also die unproduktive Arbeit über Maß zunimmt, desto mehr wächst der Anteil der für den Kapitalismus tätigen unproduktiven Arbeiter aber auch die arbeitslose Reservearmee, die die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse nicht stabilisieren, sondern belasten. Es geht also auch darum, dass die Revolution die scharfen Konkurrenzbedingungen unter den Arbeitern beseitigt, die Produktivkräfte wieder mobilisiert, um damit die Voraussetzungen für den Aufbau der sozialistischen Gesellschaft zu schaffen.

 

 
III
Die kapitalistischen Krisen




Die Wirtschaftskrise ist unvermeidliches Resultat des Kapitalismus selbst. Sie ist sozusagen gemeinsam mit dem Kapitalismus auf die Welt gekommen. Sie kann im Rahmen des Kapitalismus nicht verhindert werden. Jedenfalls hat jeder, der es seit fast 200 Jahren versucht hat, damit bis auf den heutigen Tag Schiffbruch erlitten. Mit jeder neuen Krise haben sich gleich mehrere neue dazugesellt. Und von der ersten bis zur heutigen Krise haben sich über die Jahrhunderte hinweg deren Tiefe und Ausmaß gewaltig ausgedehnt. So wie die Krisen immer wieder zwangsläufig das Weiterbestehen des Kapitalismus ermöglicht haben durch eine gewaltsame Anpassung des auseinandergeklafften Verhältnisses zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen, genauso wird die Krise im Laufe ihrer Entwicklung eines Tages dafür sorgen, dass der altersschwach gewordene Kapitalismus sich von dieser Schocktherapie nicht mehr erholt und sozusagen an "Herzversagen" ( zB Crash in Wall Street) stirbt.
Wer also die Krisen des Kapitalismus abschaffen will, wer verhindern will, dass wir wieder von der nächsten und übernächsten Krise heimgesucht werden, bis alles den Bach runtergelaufen ist, der kann dagegen nichts anderes tun, als den Kapitalismus j e t z t zu zerschlagen.

Stalin hat in einpaar kurzen Sätzen die Ursachen der Krise erklärt:


"Die Basis der Krise liegt in dem Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der kapitalistischen Form der Aneignung der Produktionsergebnisse. Ausdruck dieses Grundwiderspruchs des Kapitalismus ist der Widerspruch zwischen dem kolossalen Anwachsen der Produktionskapazitäten des Kapitalismus, der auf die Erzielung eines Maximums kapitalistischen Profits berechnet sind, und dem relativen Rückgang der zahlungsfähigen Nachfrage seitens der Millionenmassen der Werktätigen, deren Lebenshaltung die Kapitalisten ständig in den Schranken des äußersten Minimums zu halten suchen. Um im Konkurrenzkampf zu gewinnen und möglichst viel Profit herauszupressen, müssen die Kapitalisten die Technik entwickeln, eine Rationalisierung durchführen, die Ausbeutung der Arbeiter verschärfen und die Produktionskapazitäten ihrer Betriebe bis aufs Äußerste steigern. Damit keiner hinter dem anderen zurückbleibe, sind alle Kapitalisten gezwungen, in einer oder der anderen Weise diesen Weg rasender Entwicklung der Produktionsmöglichkeiten zu beschreiten. Aber der Binnenmarkt wie der Außenmarkt, die Kaufkraft der Millionenmassen der Arbeiter und Bauern, die in letzter Instanz die Hauptkäufer sind, bleiben auf einem niedrigen Niveau. Daher die Überproduktionskrisen. Daher die bekannten Resultate, die sich mehr oder weniger periodisch wiederholen, kraft deren die Waren unverkauft bleiben, die Produktion zurückgeht, die Arbeitslosigkeit wächst, die Löhne gesenkt werden, wodurch sich der Widerspruch zwischen dem Produktionsniveau und dem Niveau der zahlungsfähigen Nachfrage noch mehr verschärft. Die Überproduktionskrise ist der Ausdruck dieses Widerspruchs in stürmischen und verheerenden Formen." (Stalin, Band 12, Seite 214-215).

Mit jeder Betriebsstillegung, mit jeder Werksschließung im In- und Ausland, mit jeder Auflösung von ganzen Industrieregionen und Industriezweigen, mit der Abschaltung der Wirtschaft ganzer Länder, die für den Weltmarkt produziert haben, mit der Wiederausschaltung gerade auf dem neuesten Stand der Technik hochgezogener Wirtschaftseinheiten, wird das Kapital vernichtet und entwertet, außer Funktion gesetzt, liegt das Kapital brach, müssen Folgekosten dieses Wahnsinns aufgebracht werden. Interessant ist auch diese Erscheinung nicht nur auf dem Industrie- und gleichzeitig auf dem Agrarsektor, sondern in zunehmendem Maße auch im Bereich des Finanzkaptals selbst.
Das gegenwärtige Weltwährungssystem steht vor dem Ruin. Die Zuspitzung der Währungskrise ist in erster Linie auf die ungleichmäßige Entwicklung besonders der einzelnen reichen Länder zurückzuführen und dazu gehört auch die Ungleichmäßigkeit der unterschiedlichen nationalen Inflationsraten. Die Produktion geht überall drastisch zurück, die Handelsdefizite erhöhen sich. Es häufen sich enorme Wertverluste auf dem Kapitalmarkt durch die parasitären Erscheinungen in der Wirtschaft. Die Staatshaushalte in der ganzen Welt sind rettungslos verschuldet und der Bankrott in einem Lande wird den Bankrott im nächsten Land nach sich ziehen. Das ist für jedermann vorauszusehen und wird nur eine Frage der Zeit sein. Auch die Inflation hat in den meisten Ländern schon schwindelnde Höhen erklommen. Der Zusammenbruch der Weltbörsen ist vorprogrammiert, besonders beschleunigt durch das ruinöse Spekulantentum. Wir erleben gegenwärtig die größten Bankpleiten der Geschichte. Wir werden in einer Zeit der Börsenzusammenbrüche und des Kollaps des Weltwirtschaftssystems eintauchen. Ein großer Teil dieser ganzen Zusammenbrüche soll dazu dienen, sich die Gläubiger vom Hals zu schaffen. In dieses Pokerspiel mit den Schulden sind alle Länder der Welt verwickelt. Und der Verlierer steht für diese Spieler schon fest: die Völker der Welt. In den meisten, besonders ärmeren, Ländern der Welt wirkt durch die Überproduktionskrise in den reichen Industrieländern die Unterproduktionskrise, die Unterversorgung der Menschen. Und diese Unterproduktionskrise beginnt jetzt gleichzeitig auf die reichen Länder überzuschwappen.
Inzwischen haben sich die Grundpfeiler des Kapitalismus dermaßen geschwächt, dass die Krise gar nicht mehr Zeit hat, sich zu erholen, dass eine chronische Siechtumserscheinung auftritt, die bei geringsten Anlässen unvermeidlich neue Entzündungsherde aufbrechen lässt, deren Vertiefung sich ungehindert immer weiter und gefährlicher in die Länge zieht und ein Abflauen der Krise verhindert bzw die Heilung der Wunden unmöglich macht. Wenn die Kapitalisten dies sogar selber zugeben und sich nicht mehr viel Zeit zum Überleben geben, dann müssen wir Kommunisten heute äußerst hellhörig werden und der Sache sozusagen auf den Grund gehen.
Wenn wir jetzt einfach darüber hinwegsehen, wie schwer der Kapitalismus heute von seiner Krise angeschlagen ist, wie schnell die jetzige Krise Kreise zieht, sich unvermindert weiter ausbreitet und lawinenartig viele unumstößlichen, "eisernen" Gesetze über den Haufen rollt, wenn wir all das nicht begreifen, was jetzt um uns herum geschieht, dass die Geschichte ins Rollen gekommen ist und den ganzen Mist der vergangenen Jahrzehnte an die Oberfläche wirbelt, dann werden wir historisch scheitern, werden wir Kommunisten im Nichts versinken. Wir müssen jetzt all unsere ganze Kraft einsetzen, diese jetzt kommende Gelegenheit revolutionären Umschwungs nicht zu verpassen. Wir sind dazu berufen, Dampf zu machen - ganz vorne auf der ersten Barrikade. Genau jetzt ist der Zeitpunkt, wo wir nicht mehr zu unseren Schwächen hinunterschauen dürfen, sondern wo jeder von uns, wo wir gemeinsam, Sprosse für Sprosse mit dem Blick nach oben emporklettern! Diesen Anstoß müssen wir Revolutionäre uns jetzt selber geben! Es ist egal, wer jetzt hier oder dort steht, jetzt müssen wir maschieren - und wenn es sein muss ganz allein, aber m a s c h i e r e n ! m ü s s e n ! w i r !

Wir dürfen nicht den Fehler Rosa Luxemburgs machen, die trotz ihrer Fehler eine großartige, vorbildliche, deutsche Genossin war, die aber zu einem mechanistischen Verständnis hin tendierte, was ihre Zusammenbruchstheorie des Kapitalismus angeht. Es gibt keinerlei a b s o l u t e ökonomische Schranke für den Kapitalismus. Der ökonomische Zusammenbruch löst nicht automatisch die Revolution aus oder macht die Spontaneität der Massen zum bewussten Handeln. Lenin hat sich vom Spontaneismus und Ökonomismus ideologisch sehr klar abgegrenzt und diese bürgerlichen Einflüsse in der Arbeiterbewegung bekämpft, indem er eine starke bolschewistische Partei aufbaute. Wenn der Zusammenbruch ökonomisch käme, wäre er schon längst überfällig. Warum ist er dann noch nicht da? Auch unter den günstigsten Bedingungen des objektiven Faktors gelangt die Arbeiterklasse nicht automatisch, nicht ohne größte Schwierigkeiten und Opfer (gerade dann nicht!!) ans andere Ufer des Sozialismus. Und genau das können wir Kommunisten nicht wollen, weil wir dann aufhören, Kommunisten zu sein... und wenn wir dann trotzdem weiter vorgeben, Kommunisten zu sein, sind wir schon zu Opportunisten verkommen, die immer stillhalten und andere am Ärmel zurückreißen, um in Ruhe auf den großen "Kladderadatsch" zu warten.
Lenin lehrte, dass die Sprengung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse durch die Produktivkräfte eine p o l i t i s c h e Tat der Arbeiterklasse und ihrer kommunistischen Partei ist. In seiner Schrift "Karl Marx" kann man dazu folgende wichtige Aussage finden:

"Die Vergesellschaftung der Arbeit, die in 1000fältiger Form mit ständig zunehmender Geschwindigkeit vorwärtsschreitet und in dem halben Jahrhundert seit dem Tode von Karl Marx besonders sinnfällig in Erscheinung tritt im Wachstum der großen Industrie, der kapitalistischen Kartelle, Syndikate und Trusts, ebenso im gigantischen Anwachsen des Umfangs und der Macht des Finanzkapitals - ist die entscheidende materielle Grundlage für das unvermeidliche Kommen des Sozialismus. Die intellektuelle und moralische Triebkraft, der physische Vollstrecker dieser Umwandlung, ist das vom Kapitalismus selbst geschulte Proletariat. Sein Kampf mit der Bourgeoisie, der sich in verschiedenen und immer inhaltsreicheren Formen äußert, wird unvermeidlich zum politischen Kampf, der auf die Eroberung der politischen Macht durch das Proletariat (Diktatur des Proletariats) abzielt." (Lenin, "Karl Marx")

So ist ja auch der imperialistische Staat ausgedehnt und aufgeblüht worden, um die Ausbeutung und Unterdrückung zu verschärfen, um somit die Lasten der Krise abzuwälzen. Die Wende zum staatsmonopolistischen Kapitalismus war für die Monopole zwingend notwendig, um zu versuchen, ein Instrument gegen die Krisen zu schaffen, den Staat völlig den Interessen der Monopole und der Finanzoligarchie unterzuordnen. Das Taylorsystem des Betriebes wurde dem Staat übergestülpt. Das funktioniert nicht auf ewig. Heute ist von dem Wohlfahrtsstaat ( Wohlfahrt für die Reichen auf Kosten der Armen) nichts mehr übrig geblieben. Dem Staat wachsen die Probleme über den Kopf. Heute weiß die Monopolbourgeoisie, dass dies Modell gestorben ist und darüber hinaus noch mehr Probleme als vorher hinterlassen hat. Der Staat ist ihnen hinderlich geworden und am liebsten würden sie ihn zum Mond schießen, aber das würde ihnen noch teurer zu stehen kommen. Jetzt sitzen sie in der Klemme. Der Staat kann das Sprudeln der Profitquelle nicht für alle Kapitalisten, sozusagen als gesamtkapitalistischer Vater, gesetzlich verordnen und an alle gleichmäßig verteilen. Das würde sich mit dem Wolfsgesetz der Konkurrenz gar nicht vertragen, wo einer den anderen auffrisst. Und so sind einige Staatsmonopolisten bequem geworden, hat man sich in den bürokratisch verfilzten Chefsesseln zu lange ausgeruht, was sich nun auf dem bis zum Zerreißen angespannten Konkurrenzkampf in der Welt voll auswirkt. Da hat man in Deutschland zu lange geschlafen, weil es zu lange "gut" lief. So ist durch die Bürokratisierung die Manövrierfähigkeit des Kapitals eingeschnitten worden, sodass dadurch große Wertverluste hingenommen werden mussten. Langfristige Geschäfte sind riskant, weil die Lage zu unsicher ist, weil sich in kürzester Zeit die Verhältnisse verändern und neben der schnellen Mark lauert auch der schnelle Bankrott. Um noch mithalten zu können, werden die Kapitaltransaktionen immer waghalsiger im verschärften Weltmarktgeschehen.
Das gesteigerte Risiko hängt in letzter Instanz mit der ungeheuren Zunahme des Kapitals zusammen, das sozusagen überschäumt, ins Ausland strömt usw. Und zugleich bringt das beschleunigte Tempo der technischen Entwickung immer mehr Elemente des Missverhältnisses zwischen den verschiedenen Teilen der Volkswirtschaft, immer mehr Chaos und Krisen mit sich (Lenin).

Die Nachteile der verbürokratisierten staatsmonopolistischen Zentralisation mussten dringend geändert werden. Dies hatte auch eine Privatisierungswelle zur Folge, die aber den Monopolisten nicht schnell genug geht und wo auch mit Gegnern im eigenen Lager zu rechnen ist, die mit dem Staatsmonopolismus besser gelebt haben und nun zu recht Angst haben, ihre Pfründe zu verlieren. Dies schafft innere Widersprüche, deren Austragung an die Substanz gehen. Mit anderen Worten: das Kapital lässt sich nicht steuern, es folgt seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten - der Anarchie der Produktion, chaotisch sprunghaft, ruckartig. Es lässt sich weder eine Steigerung des Profits (stattdessen Fall der Profitrate) staatlich verordnen, noch die kapitalistische Krise regulieren (ein großer Wolf frisst die kleinen; Handelskriege; Weltkrieg usw.) Unter dem Kapitalismus gibt es keine anderen Mittel, das gestörte Gleichgewicht von Zeit zu Zeit wiederherzustellen, als Krisen in Industrie und Handel, auf dem Agrarsektor und im Bankwesen und Kriege in der Politik. Die Ausschaltung der Krisen durch Kartelle oder staatliche Instrumente ist ein Märchen bürgerlicher Ökonomen. Jede Regulierung insgesamt führt zur Chaotisierung einzelner ökonomischer Organismen und umgekehrt wirken sich wohltuende Maßnahmen in bestimmten Branchen chaotisch auf die gesamte kapitalistische Produktion aus.

Zurück zu Karl Marx und seinem Gleichnis vom Kapitalismus und dem Hexenmeister:

"Die bürgerliche Produktions- und Verteilungsverhältnisse, die bürgerlichen Eigentumsverhältnisse, die moderne bürgerliche Gesellschaft, die so gewaltige Produktions- und Verkehrsmittel hervorgezaubert hat, gleicht dem H e x e n m e i s t e r, der die unterirdischen Gewalten nicht mehr zu beherrschen vermag. Seit Dezennien ist die Geschichte der Industrie und des Handels nur noch die Geschichte der Empörung der modernen Produktivkräfte gegen die modernen Produktionsverhältnisse, gegen die Eigentumsverhältnisse, welche die Lebensbedingungen der Bourgeoisie und ihrer Herrschaft sind. Es genögt, die Handelskrisen zu nennen, welche in ihrer periodischen Wiederkehr immer drohender die Existenz der ganzen bürgerlichen Gesellschaft in Frage stellen. In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern sogar der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet. In den Krisen bricht eine gesellschaftliche Epidemie aus, welche allen früheren Epochen als ein Widersinn erschienen wäre - die Epidemie der Überproduktion. Die Gesellschaft findet sich plötzlich in einen Zustand momentaner (!) Barbarei zurückversetzt; eine Hungersnot, ein allgemeiner Vernichtungskrieg scheinen ihr alle Lebensmittel abgeschnitten zu haben; die Industrie, der Handel scheinen vernichtet und warum? Weil sie z u v i e l Zivilisation, z u v i e l Lebensmittel, z u v i e l Handel besitzt. Die Produktivkräfte, die ihr zur Verfügung stehen, dienen nicht mehr zur Befpörderung der bürgerlichen Zivilisation und der bürgerlichen Eigentumsverhältnisse; im Gegenteil, sie sind zu gewaltig für diese Verhältnisse geworden, sie werden von ihnen gehemmt, und sobald sie diese Hemmnis überwinden, bringen sie die ganze bürgerliche Gesellschaft in Unordnung, gefährden sie die Existenz des bürgerlichen Eigentums. Die bürgerlichen Verhältnisse sind zu eng geworden, um den von ihnen erzeugten Reichtum zu fassen.-
Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen?
Einerseits durch die erzwungene Vernichtung einer Masse von Produktivkräften; andererseits durch die Eroberung neuer Märkte, und die gründlichere Ausbeutung der alten Märkte. Wodurch also?
Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.
Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst. Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden - die modernen Arbeiter, die P r o l e t a r i e r."

Und der Imperialismus ist auch nicht ohne den anti-imperialistischen Befreiungskampf der Völker ins Leben getreten und wird diese Welt auch nicht zuletzt durch diesen Befreiungskampf wieder verlassen.






IV
Der sterbende Kapitalismus und die Verelendung der Massen





Die Revisionisten und andere linke bürgerliche Theoretiker wollen uns darüber belehren, dass die marxistische Verelendungstheorie heut keine Gültigkeit mehr hat. Wenn man die bestochene, faule Arbeiteraristokratie betrachtet, dann fallen sie sicher nicht unter Verelendung. Wir aber müssen als Marxisten hingucken, wie es der breiten Masse geht, und da sind die Probleme heute riesengroß.

Lassen wir Karl Marx selber sprechen:

"Die Anhäufung des Reichtums auf der einen Seite ist gleichzeitig Anhäufung von Elend, Arbeitshetze, Sklaverei, Unwissenheit, Brutalität und moralischer Verfall auf der anderen."

Gegen diese Feststellung ist wohl heute nichts einzuwenden oder?
In der kapitalistischen Ordnung haben die Produktionsverhältnisse einen d o p p e l t e n Charakter, denn im Rahmen der Verhältnisse, in denen Reichtum geschaffen und wieder zerstört wird, da wird auch Armut erzeugt und wieder eines Tages verschwunden sein. Im Kapitalismus gehört die Armut als Gratisbeilage zum System, im Kommunismus ist die Armut für immer abgeschafft. Im Rahmen der Verhältnisse, in denen die Produktivkräfte wieder zerstört werden, werden auch die Kräfte zerstört, die ausbeuten und unterdrücken. Der Kapitalismus wird also niemals das erreichen, wovon die Sozialdemokraten so schwärmen : sozial stabiles Wohlfahrtsstaat-Gleichgewicht bei Sicherung von Höchstprofiten. Entweder bricht der Arbeiter unter dem Joch des verfaulenden Kapitalismus zusammen oder er schüttelt das Joch ab. Beides zusammen geht nicht.
Und was besagt - kurz gefasst - die marxistische Verelendungstheorie ?
Die relative Verelendung der Arbeiterklasse findet ihren Ausdruck in der ständigen Verringerung des Anteils, den die werktätigen Massen am Nationaleinkommen erhalten und in der Vergrößerung des Anteils, den die Kapitalistenklasse sich nimmt. Eine kleine Schicht besitzt 95% des gesamten, erwirtschafteten Reichtums, während die Millionenmassen nichts besitzen, um es einmal plastisch auszudrücken.
Und nun die a b s o l u t e Verelendung: Sie drückt sich aus in der ständigen Verringerung des Reallohns, in der Vergrößerung der Arbeitslosigkeit, des sozialen Abstiegs aller Klassen, der wachsenden Armut und Obdachlosigkeit, Sozialabbau, Hunger und Erfrieren bei den Ärmsten der Armen usw - also all die Eiterbeulen des Kapitalismus, die heute dieser Gesellschaft den charakteristischen "Sozialstaats"Stempel , "Made in Germany" aufgedrückt haben. Der Marxismus-Leninismus hat bewiesen, dass die absolute Verelendung der werktätigen Massen nicht periodischen Charakter hat, dass es also zwischendurch den Massen mal wieder besser geht, sondern dass die absolute Verelendung eine Gesetzmäßigkeit der kapitalistischen Produktionsweise ist. Sie ist ständiges Problem, ein chronisches Leiden dieser Gesellschaft und in allen Phasen des ökonomischen Zyklus vorhanden. Arbeitslosigkeit ist also nicht verschwunden, wenn der "Aufschwung" seinen Höhepunkt erreicht, sondern das Millionenheer von Arbeitslosen vermehrt sich stetig weiter. Die ökonomischen Überproduktionskrisen, die ihrerseits der Verelendung der Werktätigen entspringen, sind nur einer der Faktoren, die das Wirken dieser Gesetzmäßigkeit steigern, denn die Monopolbourgeoisie wälzt stets die ganze Last der Krise voll auf dem Rücken der breiten werktätigen Massen ab.

"Der letzte Grund aller wirklichen Krisen," so hat es Karl Marx herausgefunden, "bleibt immer die Armut und Konsumtionsbeschränkung der Massen gegenüber dem Trieb der kapitalistischen Produktion, die Produktivkräfte so zu entwickeln, als ob nur die absolute Kommunikationsfähigkeit der Gesellschaft ihre Grenze bilde".( Marx, "Das Kapital", Band III, Seite 528)

Die reichsten Länder produzieren nicht nur die größte Armut in ihren Kolonien, sondern auch in ihrem eigenen Land. Je mehr die Armut wächst, desto tollere und frechere Spekulationen setzt die herrschende Klasse an, um aus Hunger und Not noch mehr auf staatlichem wie auf privatem Wege zu erraffen und zu ergaunern. Eine zahlreich und vielschichtig heranwachsende Schicht von Parasiten saugen hartnäckig und unerbittlich solange an den Ärmsten der Armen, bis diese nicht mehr lebensfähig sind und auf der Strecke bleiben.
Wenn wir die Auswirkungen der imperialistischen Krise auf die Arbeiterklasse zusammenfassen, so müssen wir heute feststellen, dass die Krise für den Arbeiter = Arbeitslosigkeit, Lohnraub, vermehrte Sterblichkeit, vorzeitige Invalidität, erhöhte Kriminalität und Prostitution, Verrohung der Moral usw, mit sich bringt, dass die herrschende Klasse ungeheures Elend ausgerechnet über die fortschrittlichste Klasse der kapitalistischen Gesellschaft ausschüttet. Die Arbeiterklasse wird auf die unterste Stufe der sozialen Leiter gedrückt, obwohl sie den meisten Reichtum schafft.
Schon im Kommunistischen Manifest haben Marx und Engels den Pauperismus beschrieben:

"Der Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich noch rascher als die Bevölkerung und Reichtum. Es tritt hiermit offen hervor, dass die Bourgeoisie unfähig ist, noch länger die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben, und die Lebensbedingungen ihrer Klasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen. Sie ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zu sichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage hinabsinken zu lassen, wo sie ihn ernähren muss, statt von ihm ernährt zu werden. Die Gesellschaft kann nicht mehr unter ihr leben, d.h. ihr Leben ist nicht mehr verträglich mit der Gesellschaft" .... in diesem oder jenen Land, sondern heute auf dem ganzen Erdball . Der Imperialismus hat heute gründliche Arbeit geleistet. Niemand und nichts auf der Welt hat in der gesamten Geschichte der Menschheit soviel Armut und Elend, soviel Hunger und Tod produziert, soviel Katastrophen und Naturzerstörungen "produziert", wie der Imperialismus, wie die heutige "moderne" Gesellschaft. Wenn diese Situation so weitergeht und sie wird so weiter gehen, dann wird es den revolutionären Kräften nicht nur sehr schwer gelingen, sich für die große Schlacht zu rüsten, sondern die Revolution auch durchzustehen, denn diese wird noch viel größere Opfer und Schwierigkeiten mit sich bringen. Aber die Armut wird auch nicht spurlos an der Bourgeoisie vorbeigehen. Ihre Macht wird geschwächt werden und mit Sicherheit nicht so stark bleiben wie sie jetzt noch ist. Wenn sie zu weit geht und sie muss zu weit gehen, um selber zu überleben, dann werden sie von den Massen eines Tages überrollt.
Die Ursachen der Verelendung dieser Welt liegen am Privateigentum. Die Beseitigung der Armut setzt also die Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln voraus. Solange es Armut und Not auf der einen Seite und Reichtum in Überfluss auf der anderen Seite gibt, wird es auch Revolutionen geben, denn wozu sonst sind Revolutionen da ? Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun.

Engels lehrte:

"Die Lage der arbeitenden Klasse ist der tatsächliche Boden und Ausgangspunkt aller sozialen Bewegungen der Gegenwart, weil sie die höchste, unverhällteste Spitze unserer bestehenden sozialen Misere ist" (Engels, "Die Lage der arbeitenden Klasse in England).

Die erste Sorge des Menschen war stets die Sorge um das tägliche Brot.
Ganz anders im Kommunismus. Da wird es weder Arme noch Reiche, sondern Wohlstand für alle geben.

In unserem Parteiprogramm der KPD/ML halten wir an diesem Ziel fest:

"Alle sozialen Ungleichheiten sind aufgehoben... und die Gesellschaft ist klassenlos. Die Entfaltung der Produktivkräfte wird durch keinerlei gesellschaftliche Schranken mehr gehemmt. Die elemantaren Kräfte des kapitalistischen Weltmarktes und des planlosen Waltens der Konkurrenz, des blinden Gangs der gesellschaftlichen Produktion, sind vollständig beseitigt. Im einheitlichen kommunistischen Weltsystem erfolgt die gesellschaftliche, planmäßige Produktion entsprechend den rasch wachsenden Bedürfnissen der Gesamtheit. An die Stelle riesenhafter, unproduktiver Ausgaben, der gigantischen Vergeudung von Produktivkräften in der kapitalistischen Vergangenheit ist die geordnete Verfügung über alle materiellen Reichtümer, die zweckmäßigste Ausnutzung der Naturkräfte und der natürlichen Produktionsbedingungen der einzelnen Weltteile getreten. Die weltweite Vereinigung von Wissenschaft und Technik, von Forschungsarbeit und umfassender Anwendung ihrer Ergebnisse für die Gesellschaft, die planmäßige Organisierung der wissenschaftlichen Arbeit, die weltweite Einführung vervollkommneter Methoden statistischer Erfassung und planmäßiger Regulierung der Wirtschaft, schließlich das rasche Anwachsen der gesellschaftlichen Bedürfnisse als stärkstem Antrieb - alles das sichert der gesellschaftlichen Arbeit ein Höchstmaß an Produktivität, macht eine ständige Hebung des Wohlstandes der gesamten Menschheit und die stärkste Verkürzung der der materiellen Produktion gewidmeten Zeit möglich... Die Arbeit, die im Kapitalismus ein Schaffen für den Klassenfeind war, ist aus einem bloßen Mittel zum Leben zum ersten Lebensbedürfnis geworden. Jeder arbeitet freiwillig nach seinen Fähigkeiten... Jeder nimmt sich frei nach seinen Bedürfnissen...
Mit der endgültigen Vernichtung der kapitalistischen Anarchie der Produktion und der Konkurrenz im Weltmaßstab sind im Kommunismus auch die verheerenden Krisen und die noch verheerenderen Kriege ein für alle mal verschwunden. Die gesamte Menschheit hat ihr Schicksal in die eigene Hand genommen. Nach der endgültigen Abschaffung aller Kriege, in denen ungezählte Menschenleben und unschätzbarer Reichtum vernichtet wurden, kann die geeinte Menschheit nun ihre ganze Energie auf den Kampf mit den Naturkräften, auf die Entwicklung und Hebung ihrer kollektiven Macht verwenden."

Diese Arbeit hat einen völlig anderen Charakter als die Arbeit im Kapitalismus. Lenin beschreibt dies folgendermaßen sehr eindrucksvoll:

"Kommunistische Arbeit im engeren und genauen Sinne des Wortes ist unbezahlte Arbeit zum Nutzen der Gesellschaft, die man leistet, nicht um eine bestimmte Dienstpflicht zu erfüllen, nicht um Anspruch auf bestimmte Produkte zu erhalten, Arbeit, die nicht nach vorher festgelegten, gesetzlichen Normen geleistet wird, sondern freiwillige Arbeit, Arbeit ohne Norm, Arbeit die geleistet wird, ohne auf Entlohnung, aus der Gewohnheit, für das Gemeinwohl zu arbeiten, und aus der ( zur Gewohnheit gewordenen) Erkenntnis von der Notwendigkeit der Arbeit für das Gemeinwohl, Arbeit als Bedürfnis eines gesunden Organismus." (Lenin, "Von der Zerstörung einer Ordnung zur Schaffung einer neuen", Band 30, Seite 510).

Wir sind noch sehr weit davon entfernt, bis die breite Masse so arbeitet, aber wir Kommunisten leisten diese Arbeit schon über 150 Jahre unter den Bedingungen des Kapitalismus, lebenslänglich...unter den größten Schwierigkeiten und Anfeindungen...freiwillig, ohne etwas zu verlangen. Wie stark muss also unsere kommunistische Überzeugung sein, wenn wir ohne etwas dafür zu erhalten sogar unser Leben dafür hergeben würden.(..Das fürchtet die Bourgeoisie, der man nur gegen Bares hilft.).. und so arbeiten unsere Genossinnen und Genossen teilweise schon über 20 Jahre lang nach der Devise: Wenn wir mit wenigen Leuten weiterhin Großes vollbringen wollen, dann müssen wir immer wieder mit dem Kleinen beginnen. Und wenn die alte Gesellschaft gestürzt ist, und wir die neue Gesellschaft aufbauen, dann können wir eben auch nur mit Kleinem beginnen, aber die Eigenschaften des Proletariats sind die Bürgschaft dafür, dass das Proletariat siegen und voranschreiten wird anstatt das Handtuch zu werfen und mit der Bourgeoisie unterzugehen. Wir wollen, dass es der Arbeiterklasse eines Tages mal besser geht, dafür kämpfen wir- allem Antikommunismus zum Trotz.

Wir Kommunisten beschr�nken uns in häufig falsch verstandener Weise nicht auf Verteilung von Almosen, auf die gerechte Aufteilung des Reichtums der Bourgeoisie. Es entspricht der festen Überzeugung der Marxisten und den Erfahrungen des Lebens, dass ein gerechtes Verteilungssystem nur dann nutzbringend sein kann, wenn es sich auf eine mächtige, ständig wachsende Produktion stützt, wenn die Gesellschaft nicht nur daran denkt, wie die vorhandenen Güter aufgeteilt werden sollen, sondern auch daran, wo der Nachschub herkommt, wie sie ständig vermehrt und qualitativ verbessert werden können.
Aber die alten Kräfte des Monopolkapitals werden niemals zum Fortschritt der Menschheit beitragen wollen und können. Der Kommunismus ist schon von Anfang an ihr Erzfeind und das mit gutem Grund wie wir alle wissen. So werden die letzten Pfennige zusammenkratzen für Mittel und Methoden zur Hinauszögerung des Untergangs, also zum Schaden der Menschheit. Dabei bedient sich das Monopolkapital vor allem ihres reaktionären Staatsapparats. Die Scheußlichkeiten des Faschismus sind gerade solch ein Ausdruck des verzweifelten, menschenfeindlichen Bemühens, die Durchsetzung der historischen Notwendigkeiten zu verhindern. Wenn's der Bourgeoisie an den Kragen geht, lässt sie die 'demokratischen' Masken fallen und errichtet die offene konterrevolutionäre Diktatur. Aber die Vergangenheit holt die Bourgeoisie immer wieder ein. Deswegen wird von der Bourgeoisie die Faschisierung in Deutschland mit Fingerspitzengef�hl, schrittweise, demagogisch verhüllt eingefädelt und zugleich mit den alten Nazitricks: "Haltet den Dieb!" Friedens- und Antifaschismusdemonstrationen der Regierung werden einfach vorgegaukelt, um im Verborgenen den Faschismus einsatzbereit zu halten für den Tag X.
Von Stalin wissen wir, dass der Pferdewechsel im Stall der Regierung und der Wechsel von demokratischen, parlamentarischen Formen zu diktatorischen, faschistischen Formen Notbremse in einer Situation der Schwäche bedeutet. Die Bourgeoisie m u s s zu diesen Mitteln greifen, obwohl sie weiß, was ihr danach blüht. So ist jetzt auch die Finanzpolitik einzuschätzen. Die Regierung i s t schon längst pleite und sie m u s s zum äußersten Schutz der herrschenden Klasse Mittel eintreiben für Militär, Polizei, Justiz usw.
Es ist bekannt, dass der staatliche Finanzapparat aufs engste mit den kapitalistischen Großbanken verflochten ist. Die Finanzkapitalisten bekleiden oft sogar hohe Staatsämter und umgekehrt. Korruption und Skandale stehen momentan in Politik und Wirtschaft hoch im Kurs und tief im Ansehen der notleidenden Bevölkerung. Im Griff der schwersten "Rezession" greift die Bourgeoisie also nicht nur zur Gewalt, Terror, Massenentlassungen usw., sondern macht sich mit kriminellen Tricks am Geldbeutel der Bürger zu schaffen. All das ist Ausdruck dafür, in welchem Fäulnisprozess die Bourgeoisie sich bereits befindet, was sie deswegen aber nicht ungefährlicher macht, im Gegenteil versucht sie, die ganze Last ihres Befalls auf die Bürger abzuschütteln, vor allem auf die Arbeiterklasse. Die Bourgeoisie schreckt vor keinem Betrug und keinem Verbrechen zurück. Sie geht sogar über Leichen wegen des Profits.
Diese moralische Entartung und Verstümmelung der Menschlichkeit tritt immer besonders in Kriegs- und Krisenzeiten des Kapitalismus augenscheinlich hervor. In der heutigen Situation haben Angst, Resignation, Pessimismus, Unsicherheit, Lebensmüdigkeit im täglichen Leben erschreckende Ausmaße angenommen. Diese Gesellschaft kann man schon gut und gerne als eine entwurzelte und kaputte, bzw kaputtmachende Gesellschaft bezeichnen. Die niedrigsten Instinkte und Leidenschaften haben hier freien Auslauf, das Elend des anderen macht nicht mehr allein gleichgültig, sondern wird vergrößert, um das eigene Elend zu verkleinern. Jeder bekämpft jeden. Jeder ist jedermanns Gejagter und Jäger. Es werden Katastrophenmeldungen tonnenweise ausgeleert, bis das abstumpft und die Leute sogar dagegen aggressiv werden, das heißt also nicht Mitleid, Hilfe usw, wird geweckt, sondern Ablehnung, Hass, Widerwillen und genau dann ist jemand für die Bourgeoisie "reif", um in den Krieg zu ziehen mit dem richtigen "Killerbewusstsein". So werden die Menschen heute zu ihren e i g e n e n Gefangenen, Sklaven, Killermaschinen usw gemacht. Die Wohnung wird zur Festung, die Straße zum Dschungel, der Arbeitsplatz zur Hölle. Es gibt nichts Lebens- und Liebenswertes mehr, alles ist bedrohlich, gefährlich, belastend geworden, die Moral der Gesellschaft stirbt ab am lebendigen Geiste. Die Moral des Verfalls versucht jede Moral, die sich dagegen auflehnt, anzustecken und unschädlich zu machen. Der Kapitalismus ist entfesselt und auf dem Horrortrip - vor allem wenn Geld , viel Geld, im Spiel ist. "Ja, mit Geld kannst du alles erreichen, ohne Geld zählst du nichts." So hat sich diese Gesellschaft selbst ausgestoßen, ausgeworfen, übrig sind nur noch 1% Elite. Moral unter dem Banner des Kapitalismus wird niemals einkehren. Sinkende Moral und steigende Armut sind zwei Seiten einer Medaille, die ausnahmslos in jeder Klasse wiederzufinden ist. Aber jede Klasse entwickelt ihre eigene Moral. Die Moral der Arbeiterklasse ist es, alles den Interessen des proletarischen Klassenkampfes unterzuordnen und alles, was uns im Klassenkampf hindert, aus dem Weg zu räumen. Moralisch ist der Sturz der alten Gesellschaft und der Aufbau der kommunistischen Gesellschaft. Unmoralisch, bzw die Moral der Reaktion ist die Aufrechterhaltung der alten Ordnung und die Behinderung und Bekämpfung der Werktätigen bei ihrem Ziel, eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung aufzubauen.






V
Der Imperialismus
parasitärer, faulender und sterbender Kapitalismus




Lenin schrieb 1916 in seinem Artikel "Der Imperialismus und die Spaltung des Sozialismus":

"Wir müssen mit einer möglichst genauen und vollständigen Definition des Imperialismus beginnen. Der Imperialismus ist ein besonderes historisches Stadium des Kapitalismus. Diese Besonderheit ist eine dreifache:
der Imperialismus ist:
1. monopolistischer Kapitalismus;
2. parasitärer oder faulender Kapitalismus;
3. sterbender Kapitalismus" (Lenin, Band 23, Seite 102)


Wie kommt es dazu, dass der Kapitalist parasitär wird?

Sobald der Kapitalist nicht mehr die Zirkulation des Kapitals vollzieht oder aufrechterhalten kann, wofür er ja bekanntlich auch seine Handlanger und Funktionäre beschäftigt, die ihm die Arbeit abnehmen, ist er parasitär geworden. Und wenn seine Handlanger damit auch nicht mehr klarkommen und die Karre in den Dreck rollen lassen, werden sie auch parasitär. Diese Entwicklung hat bereits kriminelle Ausmaße angenommen, dass man heute schon eine Pistole gebrauchen muss, um zu überleben. Wo immer Reichtum erzeugt oder besessen wird, da lauert eine ungeheure Meute darauf, sie abzujagen, bringt einer den anderen um, ist das Leben der Menschen nicht mal die Pfennige wert, die aus der Handtasche einer ermordeten Oma auf der Straße geklaut werden. Wessen Nase mir nicht passt, wird kurzerhand umgelegt - selbst der Hungertod von Millionen wird in Kauf genommen, wenn die Kasse stimmt. Das sind charakteristische Merkmale der Barbarei, auf die wir zielstrebig zusteuern. Je kopflastiger so eine "barbarische" Gesellschaft wird, in der die Ausbeutung und Unterdrückung im Überlebenskampf auf die Spitze getrieben wird, desto schneller stürzt sie ins Chaos, in den Abgrund, verliert sie an Kraft, wird sie um so eher und um so gründlicher überwunden - wie kurzlebig war das "Tausendjährige Reich"?

"...Die Trennung des Kapitaleigentums von der Anwendung des Kapitals in der Produktion, die Trennung des Geldkapitals vom industriellen oder produktiven Kapital, die Trennung des Rentiers, der ausschließlich vom Ertrag des Geldkapitals lebt, vom Unternehmer und allen Personen, die an der Verfügung über das Kapital unmittelbar teilnehmen, ist dem Kapitalismus überhaupt eigen. Der Imperialismus oder die Herrschaft des Finanzkapitals ist jene höchste Stufe des Kapitalismus, wo diese Trennung gewaltige Ausdehnung erreicht."(Lenin Band 22, Seite 242).

Und diese Ausdehnung des Parasitentums wird das produktive Kapital aussaugen und eines Tages erdrosseln und damit das Ende des Kapitalismus besiegeln.


"Dass der Imperialismus parasitärer und faulender Kapitalismus ist, zeigt sich vor allem in der Tendenz zur Fäulnis, die j e d e s Monopol auszeichnet, wenn Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht. Der Unterschied zwischen der republikanisch-demokratischen und der monarchistisch - reaktionären imperialistischen Bourgeoisie verwischt sich gerade deshalb, weil die eine wie die andere bei lebendigem Leibe verfault (was eine erstaunlich rasche Entwicklung des Kapitalismus in einzelnen Idustriezweigen, in einzelnen Ländern, in einzelnen Perioden keineswegs ausschließt).
Zweitens zeigt sich der Fäulnisprozess des Kapitalismus in der Entstehung einer gewaltigen Schicht von R e n t i e r s , Kapitalisten, die vom "Kuponabschneiden" leben...
Drittens ist Kapitalexport Parasitismus ins Quadrat erhoben.
Viertens 'will das Finanzkapital nicht Freiheit, sondern Herrschaft'. Politische Reaktion auf der g a n z e n Linie ist eine Eigenschaft des Imperialismus. Korruption, Bestechung im Riesenausmaß, Panamaskandale jeder Art.
Fünftens verwandelt die Ausbeutung der unterdrückten Nationen, die untrennbar mit Annexionen verbunden ist, und insbesondere die Ausbeutung der Kolonien durch ein Häuflein von 'Groß'mächten die 'zivilisierte' Welt immer mehr in einen Schmarotzer am Körper der nichtzivilisierten Völker, die viele hundert Millionen Menschen zählen. Der römische Proletarier lebte auf Kosten der Gesellschaft. Die heutige Gesellschaft lebt auf Kosten des modernen Proletariers. Dieses treffende Wort Sismondis pflegte Marx besonders hervorzuheben.
Der Imperialismus verändert die Sache etwas. Die privilegierte Oberschicht des Proletariats der imperialistischen Mächte lebt zum Teil auf Kosten der vielen hundert Millionen Menschen der nichtzivilisierten Völker.
Es ist begreiflich, warum der Imperialismus s t e r b e n d e r Kapitalismus ist, den Ü b e r g a n g zum Sozialismus bildet: das a u s dem Kapitalismus hervorwachsende Monopol ist b e r e i t s das Sterben des Kapitalismus, der Beginn seines Übergangs in den Sozialismus. Die gewaltige
V e r g e s e l l s c h a f t u n g der Arbeit durch den Imperialismus (das, was seine Apologeten, die bürgerlichen Ökonomen, 'Verflechtung' nennen) hat dieselbe Bedeutung...

... Imperialismus i s t monopolistischer Kapitalismus. Jedes Kartell, jeder Trust, jedes Syndikat, jede der R i e s e n banken i s t ein Monopol. Der Extraprofit ist nicht verschwunden, sondern geblieben. Die Ausbeutung a l l e r übrigen Länder durch ein privilegiertes, finanziell reiches Land ist geblieben und hat sich verstärkt. Ein Häuflein reicher Länder..., dieses Häuflein Länder hat Monopole in unermesslichen Ausmaßen entwickelt, bezieht einen E x t r a profit in Höhe von Hunderten Millionen, wenn nicht von Milliarden, saugt die anderen Länder, deren Bevölkerung nach Hunderten und aber Hunderten Millionen zählt, erbarmungslos aus und kämpft untereinander um die Teilung der besonders üppigen, besonders fetten, besonders bequemen Beute. Eben darin besteht das ökonomische und politische Wesen des Imperialismus..." (Lenin, Band 23, Seite 102 ff)

Zum faulenden Kapitalismus muss man also auch unbedingt die faulende bürgerliche Arbeiterbewegung mit einbeziehen, die durch die Extraprofite aus den Kolonien bestochen ist. Diese faulende bürgerlich entartete (!) Arbeiterbewegung muss genauso ausgerottet werden wie der Imperialismus selbst, denn sie ist ja Teil des Imperialismus bzw des Sozialimperialismus. Die Opportunisten, Sozialchauvinisten, verkappten Sozialchauvinisten, werden von Lenin als "Verderber" der Arbeiterbewegung verurteilt. Wir müssen auch vom verfaulten Sozialismus sprechen, wenn wir shen, was die Revisionisten aus dem Sozialismus Lenins und Stalins gemacht haben. Dieses über Hundert Jahre alte Werk der Zersetzung, der Abtötung vieler revolutionärer Eigenschaften des Proletariats, hat in der Arbeiterbewegung riesigen Schaden angerichtet, hat sie abgestumpft. Und dagegen muss man einen erbitterten Kampf führen, sonst stehen wir eines Tages ohne Heerscharen da und werden zum Spielball der finsteren Mächte.

Schon Ende des 19.Jahrhunderts bemerkte Engels:

"Mit dem Zusammenbruch des Industriemonopols wird die englische Arbeiterklasse dessen bevorrechtete Stellung verlieren."

Bourgeoisie und Opportunisten haben die Tendenz, das Häuflein der reichsten und privilegiertesten Nationen wie zB USA, Japan, Deutschland und Frankreich und vielleicht noch England in "ewige" Schmarotzer am Körper der übrigen Menschheit zu verwandeln, "auf den "Lorbeeren" der Ausbeutung ausruhen und die Völker unter Druck zu halten.
Wohin man blickt, auf Schritt und Tritt findet man Aufgaben, die sofort zu lösen die Menschheit durchaus imstande wäre. Der lebendige Leichnam des Kapitalismus aber steht überall hindernd im Wege. Er hat Berge von Reichtum angehäuft - und die Menschen zu Sklaven dieses Reichtums gemacht. Er hat komplizierte Probleme der Technik gelöst - jedoch die Verwirklichung technischer Verbesserungen infolge des Elends und der Unwissenheit von Millionen, infolge des engstirnigen Geizes einer Handvoll Millionäre gehemmt. Die Zivilisation, die Freiheit und der Reichtum im Imperialismus erinnert an den
REICHEN, DER SICH ÜBERFRESSEN HAT, BEI LEBENDIGEM LEIBE VERFAULT UND NICHT LEBEN LÄSST, WAS JUNG IST. Aber das Junge wächst und wird siegen trotz alledem. (Lenin)


In seiner Schrift "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus" hat Lenin dem Parasitismus und der Fäulnis des Kapitalismus ein besonderes Kapitel gewidmet (Band 22, Seite 280 - 290). Darin schreibt er:

"Wie wir gesehen haben, ist die tiefste ökonomische Grundlage des Imperialismus das Monopol. Dieses Monopol ist ein kapitalistisches, d.h. ein Monopol, das aus dem Kapitalismus erwachsen ist und im allgemeinen Milieu des Kapitalismus, der Warenproduktion, der Konkurrenz, in einem beständigen und unlösbaren Widerspruch zu diesem allgemeinen Milieu steht. Dennoch erzeugt es, wie jedes andere Monopol, unvermeidlich die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis. In dem Maße, wie Monopolpreise, sei es auch nur vorübergehend, eingeführt werden, verschwindet bis zu einem gewissen Grade der Antrieb zum technischen und folglich auch zu jedem anderen Fortschritt, zur Vorwärtsbewegung; und insofern entsteht die ö k o m i s c h e Möglichkeit, den technischen Fortschritt künstlich aufzuhalten (aufzukaufen und in die Schublade zu legen- Anmerkung der Redaktion).
... Die Möglichkeit, durch technische Verbesserungen die Produktionskosten herabzumindern und die Profite zu erhöhen, begünstigt natürlich Neuerungen. Aber die Tendenz zur Stagnation und Fäulnis, die dem Monopol eigen ist, wirkt nach wie vor und gewinnt in einzelnen Industriezweigen, in einzelnen Ländern für gewisse Zeitspannen die Oberhand. Das Monopol der Beherrschung besonders ausgedehnter, reicher oder günstig gelegener Kolonien wirkt in derselben Richtung.
Weiter.
Der Imperialismus bedeutet eine ungeheure Anhäufung von Geldkapital in wenigen Ländern... Daraus ergibt sich das außergewöhnliche Anwachsen der Klasse oder richtiger, der Schicht der Rentiers, d.h. Personen, die vom 'Kuponschneiden' leben, Personen, die von der Beteiligung an irgendeinem Unternehmen völlig losgelöst sind, Personen, deren Beruf der Müßiggang ist. Die Kapitalausfuhr, eine der wesentlichsten ökonomischen Grundlagen des Imperialismus, verstärkt diese völlige Isolierung der Rentiersschicht von der Produktion noch mehr und drückt dem ganzen Land, das von der Ausbeutung der Arbeit einiger überseeischer Länder und Kolonien lebt, den Stempel des Parasitismus auf.."

"Gerade für den Imperialismus ist eine solche Ausbeutung der Arbeit schlechter bezahlter Arbeiter aus rückständigen Ländern besonders charakteristisch. Gerade darauf basiert in einem gewissen Grade der Parasitismus der reichen imperialistischen Länder, die auch einen Teil ihrer eigenen Arbeiter durch höhere Bezahlung bestechen, während sie gleichzeitig die Arbeit der 'billigen' ausländischen Arbeiter maßlos und schamlos ausbeuten."(Lenin, "Die Revision des Parteiprogramms", Band 26, Seite 155)

Lenin führt an, dass die Einnahmen der Rentiers ein Vielfaches des Außenhandels ausmachen und schreibt hierzu: "Das ist das Wesen des Imperialismus und des imperialistischen Parasitismus."
Dass die Welt "in ein Häuflein Wucherstaaten und in eine ungeheure Mehrheit von Schuldnerstaaten gespalten " ist, hat Lenin schon damals erkannt, aber er konnte noch nicht ahnen, dass heute diese Wucherstaaten mehr Schulden haben als alle Schuldnerstaaten der Welt zusammengerechnet. Es ist klar, dass sich solch eine Entwicklung nicht auf Dauer fortsetzen kann. Irgendwann wird das Schuldenmachen zusammenbrechen und der Schwarze Freitag von 1929 wird gar nichts dagegen sein.

In seinem Kapitel über den faulenden und parasitären Imperialismus schreibt Lenin weiter:
"Der Rentierstaat ist der Staat des parasitären, verfaulenden Kapitalismus..." Zur Schwächung der alten Imperien führten
1. der ökonomische Parasitismus. Der herrschende Staat nutzt seine Provinzen, Kolonien und abhängigen Länder aus, um seine herrschende Klasse zu bereichern und die Fügsamkeit seiner unteren Klassen durch Bestechung zu erkaufen und
2. die Zusammensetzung des Heeres aus abhängigen Völkern. Die westeuropäischen Parasiten setzen sich zusammen aus einem Häuflein reicher Aristokraten, die Dividenden und Pensionen aus fernen Ländern beziehen, dann aus einer etwas größeren Gruppe von Angestellten und Händlern und einer noch zahlreicheren Gruppe von Dienstboten und Arbeitern im Transportgewerbe und in den letzten Stadien der Produktion leicht verderblicher Waren; die wichtigsten Industrien wären verschwunden...( Lenin, "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus", Seite 284)

"Monopole, Oligarchie, das Streben nach Herrschaft statt nach Freiheit, die Ausbeutung einer immer größeren Anzahl kleiner oder schwacher Nationen durch ganz wenige reiche oder mächtige Nationen - all das erzeugt jene Merkmale des Imperialismus, die uns veranlassen, ihn als parasitären oder in Fäulnis begriffenen Kapitalismus zu kennzeichnen. Immer plastischer tritt als Tendenz des Imperialismus die Bildung des 'Rentiersstaates', des Wucherstaates hervor, dessen Bourgeoisie in steigendem Maße von Kapitalexport und 'Kuponschneiden' lebt. Es wäre ein Fehler zu glauben, dass die Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus ausschließt; durchaus nicht, einzelne Industriezweige, einzelne Schichten der Bourgeoisie und einzelne Länder offenbaren in der Epoche des Imperialismus mehr oder minder stark bald die eine, bald die andere dieser Tendenzen. Im großem und ganzen wächst der Kapitalismus bedeutend schneller als früher, aber dieses Wachstum wird nicht nur im allgemeinen immer ungleichmäßiger, sondern die Ungleichmäßigkeit äußert sich auch im Besonderen in der Fäulnis der kapitalkräftigsten Länder." (ebenda, Seite 305/306)

Der Parasitismus wird daran deutlich, dass ausgerechnet diejenigen im Imperialismus reicher werden, die n i c h t s tun. Und die Nichtstuer haben ihre Politiker, die den Staat als Kuh melken und absahnen, was dann den Massen zum Leben fehlt. Dieser Selbstbedienungsladen "Deutschland" ist nicht anders zu kennzeichnen als parasitäres, faulendes Deutschland, ist eine faulende kapitalistische Nation, die vom alten Ruhm des "deutschen Wirtschafts- und Sozialwunders" zehrt, die erst, wenn sie zerschlagen ist, zu einer neuen Nation, zu einem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland, zur deutschen Räterepublik der Arbeiter, Bauern und Soldaten, zu einem proletarischen Arbeiter- und Bauernstaat, zur Diktatur des Proletariats, heranwachsen kann, wo es für Parasiten schlechte Zeiten geben, wo mit Parasiten kurzer Prozess gemacht wird nach dem Motto: Entweder w i r oder i h r !!!
Zu Lenins Lebzeiten hatte der Parasitismus, die Fäulnis des Kapitalismus, gerade erst begonnen. Heute, 7o Jahre später, ist dieser Prozess inzwischen bis zum Äußersten fortgeschritten, ist das Werk der Fäulnis fast abgeschlossen. Wenn Lenin damals schon diese Epoche mit den Worten charakterisierte: "Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats", wie müssen dann heute diese Worte zu begreifen sein für uns Revolutionäre, für die Arbeiter und Bauern, für die Bourgeoisie und ihre Konterrevolution?!
Parasiten existieren nur zum eigenen einseitigen Nutzen und zum Schaden anderer, obwohl sie ja eigentlich den Zerfallsprozess beschleunigen. Heute sind es die großen Mafiaorganisationen, die dabei sind, nicht nur allen vorhandenen Reichtum unter sich aufzuteilen. Denn: so wie sich auch nur ein kleines "frisches" Teilchen Mehrwert aus dem Fabrikstor herauswagt, wird es schon vertilgt, bevor es andere Räuber vertilgen. Jede Entwicklung hat daher gar keine Chance mehr, sich zur Blüte zu entfalten, weil sie schon vorzeitig abgebrochen und einkassiert wird. Die Erde wird wie von einem Heuschreckenschwarm befallen, die nur Tod und Verwüstung hinterlasst. Es bleibt nur die Alternative zwischen Barbarei und Sozialismus. Und alles auf der Welt wird in diesen Sog hineingewirbelt.
Konnte die sogenannte Dritte Welt ihre Reichtümer, Bodenschätze usw. als Waffe gegen den Kolonialismus benutzen, so sind jetzt weitestgehend alle Reichtümer schon außer Landes gebracht oder zerstört worden, sind die Rohstoffe fast erschöpft, stehen diese Länder bereits mitten im wirtschaftlichen Ruin und sind hoffnungslos verschuldet. Die Bevölkerung ist in tiefste Not hinabgedrückt worden, so dass der Todeskampf oder Überlebenskampf die ganze Energie der Bevöerung bindet und die Kraft nicht einmal mehr ausreicht, einen Befreiungskampf zu führen, geschweige denn das eigene Land eines Tages einmal zu Blüte zu bringen. Einige Länder der sogenannten 3. Welt haben es geschafft, im Schatten des imperialistischen Welthandels, auf niedrigster Stufe das Notwendigste untereinander auszutauschen. Wenn der kapitalistische Welthandel zusammengebrochen sein wird, haben diese Austauschformen vielleicht eine Überlebenschance oder sogar eine Chance, sich immer besser zu entwickeln. Vielleicht haben auch die Produzenten in den Zentren des Imperialismus die Chance, auf ganz direktem Wege neue Produktions- und Austauschformen im Schatten und im Konkurrenzkampf des Kapitalismus zu entwickeln, um das Notwendigste für die Erhaltung der Existenz zu gewährleisten. Auch hieraus können sich vielleicht Überlebensformen, vielleicht sogar sozialistische Keimformen im sterbenden Kapitalismus entwickeln, zB neue Beziehungen zwischen den Arbeitern und Bauern als voneinander abhängige Produzenten?
Dies müssen wir herausfinden, müssen dies fördern, "hegen und pflegen" wie Lenin sagt.

Bisher ist jedes brüchige System ersetzt worden durch ein neues. Aber wer das imperialistische System Englands, das französische, das deutsche, das japanische System verfolgt hat, wer das Resultat des Kampfes der beiden Supermächte USA und Sowjetunion verfolgt hat, wer die Probleme des vereinten imperialistischen Europas kennt, der wird die Frage stellen, wer denn jetzt noch in die Bresche springen kann, wenns kracht? Wo stehen die Reserven des Imperialismus? Sie sind aufgebraucht oder funktionsuntüchtig. Das Schutzbündnis , welches die reichsten Länder gebildet haben, hat nie gehalten und steht heute vor einer großen Zerreißprobe. Das Geld wird knapp in der Welt und der Reichtum ist nicht mehr so wie früher aus dem Vollen zu schöpfen. Da verschärft sich unweigerlich der Konkurrenzkampf, wenn es um die Wurst geht, und das heißt im Moment um das nackte Überleben jedes einzelnen imperialistischen Staates. Es löst also nicht mehr das neue erstarkende imperialistische Land das alte, geschwächte Land ab oder die eine Gruppe die andere. Die Widersprüche haben sich schon vielzu sehr zugespitzt, als dass diese Prozesse noch ausreichend wirken können. Jedes imperialistische Land ist schon so weit im Keller, dass man sich gegenseitig die Kraft wegnimmt und für keinen mehr also weder für den Schwächeren noch für den Stärkeren eine Überlebenschance bleibt. Die USA merken, dass ihnen die Luft ausgeht, dass sie sich nicht mehr auf die Bündnispartner verlassen und stützen können, dass ihnen die ganze übrige Welt aus den Händen gleitet, dass sie die Probleme, die sie überall in der Welt angezettelt haben, nun nicht mehr in den Griff bekommen und von ihnen überrollt werden.
Wenn der USA-Imperialismus jetzt umfällt, wird er die anderen wie Dominosteine mitreißen. Das aber würde das Ende des Imperialismus einläuten, denn davon würde sich der Imperialismus nicht mehr erholen. Das imperialistische System würde endgültig verfaulen.
Der Imperialismus wird nicht mehr die Bindungskraft einer Kette besitzen, d.h. wenn das schwächste Kettenglied zerreißt, reißt es die ganze Kette auseinander, weil bereits alle Kettenglieder morsch geworden sind. Die Kette wird nur noch durch ihre Hülle zusammengehalten. Man darf ja nicht vergessen, dass die vielen Krisen, Weltkriege, der Sozialismus( der dem Kapitalismus zB seine Einflusssphären entzog) und viele andere Ereignisse beim Kapitalismus viele graue Haare hinterlassen haben.
Diese Feststellung steht nicht im Widerspruch zu Stalin s Ausführungen zum Gleichnis mit dem "schwächsten Glied in der Kette":

"Früher pflegte man von der proletarischen Revolution in diesem oder jenem hochentwickelten Land zu sprechen als von einer selbstgenügsamen Größe, die der einzelnen, nationalen Front des Kapitals als ihrem Antipoden gegenübergestellt wurde. Heute ist dieser Standpunkt bereits überholt. Heute muss man von der proletarischen Weltrevolution sprechen, denn die einzelnen nationalen Fronten des Kapitals haben sich in Glieder einer einheitlichen Kette verwandelt, die wir die Weltfront des Imperialismus nennen, der die allgemeine Front der revolutionären Bewegung aller Länder entgegengestellt werden muss.
Früher betrachtete man die proletarische Revolution einschließlich als das Resultat der inneren Entwicklung des betreffenden Landes. Heute ist dieser Standpunkt überholt. Heute muss man die proletarische Revolution in erster Linie als Resultat der Entwicklung der Widersprüche im Weltsystem des Imperialismus betrachten, als Resultat des Reißens der Kette der imperialistischen Weltfront in diesem oder jenen Lande.
Wo wird die Revolution beginnen, wo, in welchem Lande, kann am ehesten die Front des Kapitals durchbrochen werden? Dort wo die Industrie am entwickelsten ist, wo das Proletariat die Mehrheit bildet, wo mehr Kultur, mehr Demokratie ist - so wurde gewöhnlich früher geantwortet.
Nein - entgegnet die Leninsche Revolutionstheorie -, nicht unbedingt dort, wo die Industrie am höchsten entwickelt ist usw. Die Front des Kapitals wird dort durchbrochen, wo die Kette des Imperialismus schwächer ist, denn die proletarische Revolution ist die Folge des Zerreißens der Kette der imperialistischen Weltfront an ihrer schwächsten Stelle, wobei es sich ergeben kann, dass jenes Land, dass die Revolution begonnen und die Front des Kapitals durchbrochen hat, kapitalistisch weniger entwickelt ist als andere, höher entwickelte Länder, die aber noch im Rahmen des Kapitalismus bleiben." (Stalin, "Die Grundlagen des Leninismus")

Wir wollen nicht hierüber spekulieren, "wo's zuerst losgeht", aber es spricht einiges dafür, es ist anzunehmen, dass der Nährboden für eine neue Oktoberrevolution immer noch in dem Land fruchtbar ist, das wir als Mutterland des Kommunismus betrachten. Zwar hat der Revisionismus sehr gewütet und versucht er auch immer noch sein verzweifeltes Glück bei den Massen, aber er hat nicht alles an kommunistischer Tradition in Russland abtöten können, wie man heute sieht. Es ist durchaus ein Unterschied, ob die Menschen den Sozialismus einmal selbst aufgebaut haben oder ihn nur vom Hören-Sagen kennen. Die "Reformer" haben ihre Mühe mit dem Import "moderner" kapitalistischer Produktionsweisen aus dem Westen, vieles liegt brach und der Rückgriff auf die Eigeninitiative der Massen aus der Not heraus liegt nahe. Vielleicht wird man sich auf den ökonomischen Beginn des Sozialismus zurück besinnen, wo die Arbeiter und Bauern die allergrößten Probleme der Nachkriegszeit bewältigt haben. Vieleicht ist auch noch nicht vergessen, wie das Sowjetvolk die Situation des 2.Weltkriegs gemeistert hat. Wir werden sehen...
Es wäre also d e n k b a r, dass die Lawine sich dort im Osten wieder Bahn bricht, wo der Imperialismus seine schwächsten Fühler ausgestreckt hat ( und Jahrzehnte lang nicht ausstrecken konnte, solange es sozialistisches Tabu-Gebiet für ihn war). Die Lawine wird dann wahrscheinlich in die Richtung hinuntersausen, wo sich das morscheste Zentrum des Imperialismus befindet, wo die Kette der Weltfront zusammengehalten wird, wo die Fäden gesponnen werden, wo der Imperialismus beispielsweise am meisten in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt ist und seine wirtschaftlichen Kräfte mürber und mürber werden und nicht mehr die Bedeutung haben wie die politischen, wo der Zerfallsprozess am weitesten fortgeschritten ist ...jeder weiß, wer hier wohl gemeint ist...gemeint sind die USA!!
- und es wäre nicht auszuschließen,dass die Lawine dabei auf diesem Weg auch über Deutschland/Westeuropa oder auch über Japan hinwegrollt. Aber wir wollen nicht spekulieren, sondern aufmerksam die Gegenwart studieren, wo sich schon Vieles abzeichnet, was vor 10 Jahren noch kaum möglich war. Es wären auch andere Möglichkeiten denkbar, wie zB die revolutionäre Aufbruchstimmung in den ärmsten Ländern in Asien, Afrika und Lateinamerika, wo die Probleme wirklich auf das Äußerste überspannt sind. Oder es geht mitten im Zentrum der imperialistischen Weltfront los, in den Metropolen, wo die Ärmsten der Armen mit Aufständen beginnen. Vielleicht wird es auch eine Mischung von allem oder von Teilen sein, oder es werden bestimmte Kettenreaktionen unter den imperialistischen Ländern ausgelöst, wo explosive Spannungen gegenwärtig festzustellen sind, ... wir wissen jedoch nichts mit Sicherheit. Der Übergang von einer Gesellschaft in eine andere, und darum geht es hier, ist durch seine Turbulenzen stets schwierig vorauszubestimmen und geht meistens überraschend oder unter Verhältnissen vor sich, die sich nicht "regulieren" lassen und die auch in der Rückschau immer noch erstaunlich und merkwürdig erscheinen.
Wir können hierüber keinem eine "Studie in Auftrag geben" oder abwarten, wir Marxisten-Leninisten sind also selber schleunigst aufgefordert, Anstrengungen zu unternehmen und die Entwicklung sorgfältig zu analysieren.
Heute kann man davon ausgehen, dass es nicht nur um ein einziges schwächstes Kettenglied geht, sondern dass es hiervon in zunehmender Tendenz einpaar mehr geben wird, wodurch die Chance, dass die Kette gesprengt werden kann, größer geworden ist. Heute sind die Imperialisten viel mehr mit der Bewältigung der hausgemachten Probleme beschäftigt als früher. Einen Kampf mit dem wieder in die Geschichte eintretenden Sozialismus würde der Imperialismus heute sicherlich nicht mehr überleben. Insofern ist die Lehre vom Sozialismus in einem Lande nicht überholt. Im Gegenteil, sind die Bedingungen, dass sich der Sozialismus besser entwickelt, nicht schlechter als früher, wenn man die zunehmende Abschwächung der Umklammerungskraft des Imperialismus berücksichtigt. Die Wirkung, die von einem neu entstehenden sozialistischen Land für die Weltrevolution ausginge, wäre also gemessen an die damalige Zeit vielversprechender. Und aus den Erfahrungen der Niederlage des Sozialismus, aus unseren Fehlern, werden wir mit Sicherheit lernen, so dass die Bourgeoisie daran noch zusätzlich zu knacken hätte. Wir werden den Spieß umdrehen und den Imperialismus mit den eigenen Waffen schlagen. Wir werden die Mittel und Methoden, die die Bourgeoisie für die Restauration des Kapitalismus erfolgreich einsetzte, auch erfolgreich für eine Restauration des Sozialismus einsetzen, nämlich die nochmalige Umkehr zum Kapitalismus zu verhindern.
Und die Taktik der imperialistischen Umkreisung werden wir umkehren in eine sozialistische Umkreisung. Die Zeit ist hierfür noch nicht reif, aber sie wird kommen.
Wir können nicht auf friedlichem Wege den Marsch zurück in den Sozialismus antreten wie es manche Revisionisten vorträumen, sondern müssen unsere Revolution durchführen, weil nichts und niemand freiwillig uns den versperrten Weg freigibt.


Wenn der Kapitalismus für seinen jetzigen desolaten Zustand den "überwundenen" Sozialismus verantwortlich macht und ihn dieser Kampf gegen den Sozialismus morsch und mürbe gemacht hat, so ist da sicherlich etwas Wahres dran, aber entscheidend sind die eigenen Probleme, in die sich der Kapitalismus selber verstrickt hat, historisch verstricken muddte, wie wir das bereits nachgewiesen haben. Und die verelenden Massen tröstet es heute bitter wenig, wenn sich der Kapitalismus heute über den Sozialismus beschwert, das macht den Kapitalismus nicht symphatischer für die Unterdrückten und Ausgebeuteten, denn der "Sieg" über den Sozialismus brachte den Massen weder Arbeit, noch Brot, weder Freiheit, noch Frieden. Im Gegenteil, der Kapitalismus schlägt noch eiskalter und erbarmungslos zu, ist nun richtig tollwütig und rücksichtslos geworden, braucht nun nicht mehr das wahre Gesicht des Kalten Kriegers hinter dem goldenen Fenster des Westens verbergen und tritt jetzt immer offener und ungehemmter auf - nicht als Zeichen der Stärke, sondern als Zeichen der Schwäche, als Zeichen seines nahenden Untergangs.

Sterbender, untergehender Kapitalismus bedeutet nicht, dass der Kapitalismus bereits gestorben i s t . Es bedeutet lediglich, dass der Kapitalismus als Ganzes nicht einem Wiederaufleben, sondern dem Sterben e n t g e g e n g e h t ( Teile sind jetzt schon abgestorben oder sterben gerade ab, andere Teile sterben ab mitten in der Revolution und wieder andere Teile sterben erst im Verlaufe des sozialistischen Aufbaus ab, manche Teile leben nochmal auf, bevor sie vergehen usw.). Der Kapitalismus entwickelt sich als Ganzes nicht auf aufsteigende Linie, sondern auf absteigender Linie. Über den Zeitpunkt dieses nahenden Untergangs können wir keine konkreten Jahreszahlen angeben. Mit der Spekulation des Zusammenbruchs muss man vorsichtig sein. Der Imperialismus hat tausendfach die Untergangsvorhersagen überlebt. Aber es gibt auch das Sprichwort: "Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt." Viele Anzeichen des gegenwärtigen Verhaltens des Imperialismus deuten auf den großen historischen Moment, auf nahende tiefgreifende Veränderungen hin.
Aber genauso wenig, wie sich der Sozialismus mechanisch von einem Land ins andere fortgepflanzt hat, wird auch der Zusammenbruch des kapitalistischen Weltsystems von einem reichen Land nicht mechanisch ins andere reiche Land fortgepflanzt. Weder der Aufbau des Sozialismus, noch der Zusammenbruch des Kapitalismus lässt sich exportieren.
Die Fäulnis des Kapitalismus ergreift zwar das eine kapitalistische Land eher als das andere aufgrund des Gesetzes der ungleichmäßigen ökonomischen Entwicklung, aber das Weltsystem ist bereits so sehr miteinander verflochten, dass diese Fäulnis bereits die gesamte kapitalistische Gesellschaftsordnung erfasst hat und zwar nicht mehr in periodischen Abständen, sondern es findet auch gleichzeitig ein chronischer Verwesungsprozess statt, der sich durch nichts erneuert, was den Imperialismus wieder verjüngen könnte. Der derzeitige Krisenzustand beweist auch, dass der Imperialismus die "Erholungspause" nach dem "Sieg" über den Sozialismus gar nicht nutzen konnte, dass dies seinen Untergang nur noch weiter beschleunigt hat.
Allein dass die Oktoberrevolution siegen konnte und ein Sechstel der Erde rot wurde, ist ein Zeichen für diesen Verwesungsprozess, ist ein Beweis für die Richtigkeit des Marxismus-Leninismus. Daran ändert sich gar nichts, nachdem es die Gegner in den eigenen Reihen gemeinsam mit den Gegnern von außen geschafft haben, den Kapitalismus zu restaurieren und den Sozialismus für eine Zeit lang zu liquidieren. Der Imperialismus kann heute das Problem der Rückgliederung der ehemalig sozialistischen Länder ins kapitalistische Weltreich nicht mehr packen. Die Probleme, die die Restauration des Kapitalismus in diesen Ländern hinterlassen haben, überfordern die Möglichkeiten des Imperialismus schon allein deswegen, weil der Imperialismus schon selber viel zu tief in der Scheiße steckt. Alles, was sich damals unter dem Sozialismus an akkumulierbarem Kapital angehäuft, an Werten und Reichtum angehäuft hatte, ist abgeschöpft und verbraucht, kann dem Imperialismus nicht mehr als Verjüngungsspritze dienen. Die Sanierung der alten sozialistischen Wirtschaft würde mehr kosten als der Neuaufbau. Aber es existieren sowieso schon Überkapazität und Überproduktion. Der Imperialismus ist ja kein Entwicklungshelfer, um überall als Samariter die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Im Gegenteil, je mehr der Kapitalismus in die zerfallene Wirtschaft der ehemaligen sozialistischen Länder reinbuttern muss, um sie bei der Stange zu halten, desto mehr geht das an seine eigene Substanz.



VI

 

Imperialismus
bedeutet Zerstörung des alten und neuen Lebens -
bedeutet Krieg, Faschismus und Reaktion


Beginnen wir mit den Ursachen, beginnen wir mit dem Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung unter dem Imperialismus.

Stalin führt hierzu kurz und bündig aus:

"Das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung bedeutet in der Periode des Imperialismus die sprunghafte Entwicklung der einen Länder gegenüber anderen Ländern, die rasche Verdrängung der einen Länder vom Weltmarkt durch andere Länder, die periodische Neuverteilung der b e r e i t s
a u f g e t e i l t e n W e l t auf dem Wege kriegerischer Konflikte und Katastrophen, Vertiefung und Verschärfung der Konflikte im Lager des Imperialismus, die Schwächung der Front des Weltimperialismus, die Möglichkeit einer Durchbrechung dieser Front durch die Proletarier einzelner Länder,( durch den anti-imperialistischen Befreiungskampf der Völker- Anmerkung der Redaktion), die Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einzelnen Ländern. Worin bestehen die Grundelemente des Gesetzes der Ungleichmüßigkeit der Entwicklung unter dem Imperialismus?

1. in der Tatsache, dass die Welt schon unter die imperialistischen Gruppen aufgeteilt ist, dass es keine 'freien' unbesetzten Gebiete mehr auf der Welt gibt und dass man, um neue Märkte und Rohstoffquellen zu besetzen, um sich auszudehnen, anderen dieses Gebiet mit Gewalt entreißen muss.

2. darin, dass die ungeahnte Entwicklung der Technik und die zunehmende Nivellierung des Entwicklungsniveaus der kapitalistischen Länder die sprunghafte Überholung der einen Länder durch andere, die Verdrängung der mächtigeren Länder durch weniger mächtige, aber sich rasch entwickelnde Länder ermöglicht und erleichtert haben.

3. darin, dass die alte Verteilung der Einflusssphären unter den einzelnen imperialistischen Gruppen jedesmal mit dem Kräfteverhältnis auf dem Weltmarkt in Konflikt gerät, dass zur Herstellung des 'Gleichgewichts' zwischen der alten Verteilung der Einflusssphären und dem neuen Kräfteverhältnis periodische Neuverteilungen der Welt auf dem Wege imperialistischer Kriege unerlässlich sind.

Daher die Verstärkung und Zuspitzung der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in der Periode des Imperialismus." (Stalin, "Über die Opposition. 'Noch einmal über die sozialdemokratische Abweichung'")

Die ungleichmäßige Entwicklung hat sich heute nicht abgeschwächt, sondern mehr als je zuvor verschärft durch die Internationalisierung und Zentralisierung des Monopolkapitals.
Durch die ungleichmäßige Entwicklung wirkt der Zerfallsprozess ebenso ungleichmäßig. Der Imperialismus ist n i c h t von heut auf morgen in allen Ländern g l e i c h z e i t i g vernichtet. Die ökonomische Reife des Zerfalls des Kapitalismus wird zwar international ausgelöst, aber er vollzieht sich auf nationaler Ebene, eben aufgrund des Gesetzes der ungleichmäßigen Entwicklung. Dies sei den Trotzkisten ins Stammbuch geschrieben.
Damit wird die Grundfrage des Imperialismus direkt angesprochen, nämlich nach dem Ende des Kapitalismus, nach dem Zusammenbruch des Kapitalismus. Der Verwesungsprozess des Weltkapitalismus hat einen Reifegrad erreicht, dass jegliche kriegerische Auseinandersetzung das System erschüttern lässt und den ohnehin schon beschleunigten Zerfall durch die gegenwärtige Weltkrise noch viel schneller vorantreibt und die Frage aufwirft: Barbarei und Zerstörung des Lebens auf diesem Planeten o d e r Sozialismus?

Hatte der Krieg bisher auf die brutalste Weise diese Frage bisher hinausgeschoben, würde er sie heute unweigerlich auf die Tagesordnung setzen, denn es gibt viele Tendenzen, die dem Automatismus "Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln" entgegenstehen. Da wäre zunächst das Risiko der Finanzierbarkeit. Der Krieg mit Hussein hat derartige Summen verschlungen, dass unter den Imperialisten fast der Krieg über die Verteilung seiner Kosten ausgebrochen wäre. Ein Weltkrieg wäre heute also sehr schwer finanzierbar.
Zweitens wären die möglichen Risiken der Rückwirkungen eines Krieges auf das eigene Land schwer kalkulierbar. Selbst ein vermeintlicher "Sieg" wäre eine Niederlage, weil die Folgen für den Fortbestand des kapitalistischen Ausbeuter- und Unterdrückungssystems tödlich sein können.
Drittens wird mit dem Kriegskampf gleichzeitig der Gegenkampf, der Friedenskampf entfacht, werden revolutionäre Kräfte geweckt, die in der Geschichte nicht das erste Mal für eine Revolution, für den Übergang in einen Bürgerkrieg gesorgt haben, um die Beendigung des Kriegsleids zu erzwingen. Die Imperialisten fürchten die Revolution und ihre Entmachtung und überlegen sich, was sie tun.
Viertens fehlt mit Beendigung des Kalten Krieges zur Zeit noch ein geeignetes Feindbild unter den Soldaten und unter den Massen, um einen ("siegreichen") Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Die Völker sind heute nicht in Kriegsstimmung.
Fünftens ist die Bündnispolitik der Imperialisten untereinander so ausgeklügelt, dass es nicht so einfach ist, "als erstes gegen einen Verbündeten zu schießen".
Man könnte noch weitere Risiken benennen, die die Imperialisten davon abhalten, sofort das Visier herunterzuklappen und dem Kriegsross die Sporen zu geben. Das sind aber alles Faktoren, die den Krieg h i n a u s s c h i e b e n aber diesen n i c h t v e r h i n d e r n. Hat es schon mal in der Geschichte des Kapitalismus Gegensätze gegeben, die ohne Gewalt ausgetragen wurden ? Nein. Welches andere Mittel konnte es auf dem Boden des Kapitalismus geben außer dem Krieg, um das Missverhältnis zwischen der Entwicklung der Produktivkräfte und der weltweiten Akkumulation des Kapitals einerseits und der Verteilung der neuen Kolonien und der neuen "Einflusssphären" des Finanzkapitals andererseits zu beseitigen?
Genosse Ernst Aust sagte in seiner Rede "Gegen Sozialabbau und Rüstungswahnsinn" (Theoretisches Organ der KPD /ML ,Nr.2/82, Seite 69):

"Der Imperialismus hat aus zwei Gründen die Tendenz, die Aufrüstung um so mehr zu steigern, je mehr sich die kapitalistische Krise verschärft.
Erstens ist es ja so, dass die Krise mehr oder weniger alle kapitalistischen Länder erfasst. Für die Monopole bedeutet das: Der Kuchen wird kleiner, also wird der Kampf um seine Aufteilung schärfer. Die ökonomische Konkurrenz verschärft sich, die Spannungen zwischen den imperialistischen Staaten und Machtblöcken wachsen, die Kriegsgefahr erhöht sich. Folglich verstärken die Imperialisten die Kriegsvorbereitungen und damit die Aufrüstung.
Zweitens ist es so, dass die Monopole in dem Maß, in dem der sonst so viel gepriesene freie Markt nur noch relativ geringe Möglichkeiten zur Erzielung hoher Profite eröffnet, immer stärker auf eine Steigerung der Rüstungsausgaben drängen, weil diese ihnen staatlich garantierte Höchstprofite einbringen. Dieser Prozess kann schnell zu einer schiefen Ebene werden, auf der die ganze kapitalistische Wirtschaft - und wenn wir nicht aufpassen, wir mit ihr - in die Katastrophe rast."

Hitler hatte nach 6 Jahren keinen Pfennig mehr, der Staat war pleite und um den Scherbenhaufen zu verbergen und die Macht höchstwahrscheinlich an uns Kommunisten nicht zu verlieren, war der Krieg der letzte "Rettungsanker".
Bürgerliche Kriegsideologen machen aus der Not eine Tugend. Sie versprechen dem Volk Lösung ihrer Probleme d u r c h einen Raubkrieg. Mit einem Schlag könnten Probleme der Überbevölkerung, der Hungersnöte, der Drogen und Krankheiten, der Kriminalität, der Armut, der Wohnungsnot, der Arbeitslosigkeit, des Analphabetentums "beendet" werden .. und auch das Flüchtlingsproblem. Der Krieg, der Hunger, die Armut, treibt die Menschen auf die Straße, lässt riesige Flüchtlingsströme entstehen. Heute ist bereits ein wachsender Teil der Weltbevölkerung auf den Beinen, auf der Suche zum Überleben. Angesichts dessen muss man heute schon von einer neuen Völkerwanderung reden, die alles Alte in Neues verwandelt, Neues mit Altem vermischt, die Völker nicht nur entwurzelt, sondern vielleicht auch einander näher bringt, indem die internationale Solidarität wächst und Schranken nationaler Vorurteile fallen. Das kann ein Marsch in eine bessere Zukunft bedeuten, wenn die Völker selbstbewusst die Geschicke in ihre eigene Hand nehmen und vor allem das einzig Richtige tun: Dem Imperialismus die vereinigte Faust ins Gesicht zu schlagen, den Imperialismus gemeinsam anzugreifen und für immer zu besiegen.
Und wo die Flüchtlinge wegziehen wird es noch leerer, noch öder, noch schwerer zu leben sein für die Zurückgebliebenen, denn mit dem Verlust der Menschen, dem Wertvollsten auf der Erde, gehen auch wirtschaftliches Wachstum und Kultur verloren. Und dort wo die Menschenströme ankommen, geht das Elend weiter, Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt, Obdachlosigkeit, psychisches Leiden der Entwurzelung und kulturellen Entfremdung, rassistische Verfolgung als Ärmste der Armen usw.
Der Imperialismus hat für die weltweite Entwicklung der Produktivkräfte gesorgt, aber hiermit werden sie gleichzeitig kaputtgemacht. Der Imperialismus hat die Menschen auf dieser Erde zu Sklaven gemacht, um sie auszubeuten und zu unterdrücken und jetzt ist er weder bereit, noch in der Lage, sie zu ernähren. Das Kapital hat diese Flüchtlinge doppelt entwurzelt, einmal, indem es sie in den Heimatländern ausgebeutet hat und zweitens, indem sie infolge der dadurch entstehenden Armut keine Existenz mehr finden und gehen müssen aus einem Land, das ihren Vorfahren vielleicht schon seit über Tausend Jahren gehörte.
Die Imperialisten haben aus der Welt ein Völkergefängnis gemacht.
Die Rivalität der beiden Supermächte bei der Neuaufteilung der Welt ist historisch vorläufig entschieden. Damit ist der Ring wieder freigegeben für die nächste Neuaufteilung und Irak und Jugoslawien sind dafür leider traurige Beispiele. Jetzt, wo der Adler den Bären bezwungen hat, nimmt ein Rudel Wölfe die Witterung des Adlers auf, warten Geier auf sein baldiges Ende.
Im Ergebnis bleibt also die Feststellung, dass die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung, verursacht durch das Privateigentum an den Produktionsmitteln, zu imperialistischen Kriegen führt und dass wir auf diese Entwicklung absolut und unvermeidlich zusteuern. Die Bündnisse der Imperialisten, die UNO, usw. dienen nicht dem Frieden, sondern sind notwendigerweise nur Atempausen zwischen den Kriegen.

Lenin sagte hierzu:

"Friedliche Bündnisse bereiten Kriege vor und wachsen ihrerseits aus Kriegen hervor, bedingen sich gegenseitig, erzeugen einen Wechsel der Formen friedlichen und nicht friedlichen Kampfes auf ein und demselben Boden imperialistischer Zusammenhänge und Wechselbeziehungen der Weltwirtschaft und der Weltpolitik." (Lenin, Band 22, Seite 301)

Und in seinem Interview mit der Prawda schätzte Stalin die UNO 1951(!) wie folgt ein:

"Die Organisation der Vereinten Nationen, die als Bollwerk zur Erhaltung des Friedens geschaffen wurde, verwandelt sich in ein Instrument des Krieges, in ein Mittel zur Entfesselung eines neuen Weltkrieges... Somit verwandelt sich die UNO in ein Instrument des Aggressionskrieges und hört zugleich auf, Weltorganisation gleichberechtigter Völker zu sein. In Wirklichkeit ist die UNO jetzt weniger eine Weltorganisation als eine Organisation für die Amerikaner, die so handelt, wie es den amerikanischen Aggressoren genehm ist... Die Organisation der Vereinten Nationen betritt auf diese Weise den unrühmlichen Weg des Völkerbundes. Damit begräbt sie ihre moralische Autorität und setzt sich dem Zerfall aus" (Stalin, "Für dauerhaften Frieden, für Volksdemokratie!", Nr.8, 1951)

Wenn wir uns heute Jugoslawien betrachten... wie wahr sind Stalins Worte und wie wichtig war sein Kampf gegen Tito! Alle internationalen Bündnisse laufen heute auf die Unterwerfung der Schwächeren unter die Stärkeren hinaus, besonders wenn den Imperialisten das Wasser bis zum Halse steht. Die Schwächeren können die Stärkeren nur besiegen, wenn sie sich gegen diese zusammenschließen. Daher ist dem Ende des Imperialismus nur beizukommen, wenn sich die Proletarier aller Länder vereinigen und mit den Völkern der Welt gemeinsam in einer antiimperialistischen Front kämpfen mit dem Ziel der Weltrevolution und der Zerschlagung des Weltkapitalismus.

Mit den Kriegen ist es wie mit den Krisen. Sie sind erst beseitigt, wenn man ihre Ursachen beseitigt, d.h. wenn man den Imperialismus besiegt und zerschlägt. Und diese ist auch genau die richtige Antwort auf diejenigen "Theoretiker", die auf der Basis der "Unvermeidbarkeit der imperialistischen Kriege" die Unmöglichkeit des Sieges der Völker ableiten. Diese führt nur zur Resignation und lähmt die Widerstandskräfte. Die Kapitulation vor dem imperialistischen Krieg gibt dem Imperialismus wieder Zeit, seinen Untergang nochmals hinauszuschieben. Er muss sich jetzt schon mit Hilfe der Blauhelme politisch über Wasser halten, nachdem seine Wirtschaft baden geht. Er kommt ohne internationale Truppe nicht mehr aus, um den bevorstehenden revolutionären Ansturm der anti-imperialistischen Kräfte zu verkraften. Den konterrevolutionären internationalen UNO-Truppen und den nationalen Armeen, genauso wie den kleinen und großen faschistischen bewaffneten Banden müssen internationale rote Brigaden entgegengestellt werden, müssen sich überall dort bewaffnete Verteidigungseinheiten unter den Massen zusammenfinden, wo auf die Massen geschossen wird. Nur in den Händen (und den Waffen die sie umfassen!) der Völker ist der Weltfrieden sicher. Wir nähern uns dem Untergang des Weltkapitalismus und damit dem Schlimmsten. Daher: Krieg dem imperialistischen Krieg, der schon im vollen Gange ist ! Wenn die Klasse der Ausbeuter einen Krieg beginnt, um ihren Untergang zu entgehen, müssen wir diesen Krieg
j e t z t verhindern und niederringen, wer - wen ?! Der permanenten Kriegsführung der Imperialisten muss heute der revolutionäre Antikriegskampf entgegengestreckt werden - auf der ganzen Welt und ganz besonders hier in Europa !


VII
Der ganze kapitalistische Überbau ist am Ende.



Die enthusiastischen Stimmungen über den Fall des "Eisernen Vorhangs" sind sowohl im Osten als auch im Westen verklungen. Enttäuschung und Verbitterung machen sich auf beiden Seiten genauso bemerkbar wie Ratlosigkeit und Resignation. Die Gefahr der Destabiliserung ist jetzt noch größer geworden als früher die Spannungen des Ost-Westkonflikts, der Kalte Krieg ist vorüber und geht doch weiter, weil die Ungerechtigkeit zwischen Ost und West, die Ausbeutung des Ostens durch den Westen nicht beseitigt, sondern noch vertieft wurde.
Jetzt, nachdem der Sozialismus "außer Gefecht gesetzt" wurde, schießt man sich auf neue Feinde ideologisch ein, und das sind alle, die sich gegen die USA und ihre UNO-Marionetten stellen.
Und die panische Reaktion zB auf Sadam Hussein, zeigt nur, dass es nicht mehr darum geht, "Ordnung" in der Welt zu schaffen, sondern jeden abzuschrecken, der entweder seine eigene "Ordnung" durchsetzen will oder die gesamte neue "Weltordnung" zu Fall bringen will. Das heißt mit anderen Worten:
Wenn das verendende, verfaulende imprialistische Raubtier nicht kräftig die Zähne zeigt, werden die Geier dies bemerken und spüren und... ihre letzte Arbeit verrichten.
Wir erinnern uns noch an die vor gar nicht so langer Zeit gehaltenen Festreden über die "Befreiung" der Menschheit vom "Joch des Sozialismus". Nun würde man alle Versprechungen über die Wohltaten des westlichen Kapitalismus, die man Jahrzehnte lang gemacht hat, endlich verwirklichen können, man denke an Kohl und Genscher in den Tagen der deutschen "Wiedervereinigung" und man denke an all die Massen, die ihnen zugejubelt haben. Aber die Schöpfkelle, mit der die geknechteten Ostvölker jetzt mit Gold überschüttet werden "sollten", werden mit Gold des Ostens gefüllt, das von der Ausbeutung der Menschen dort stammt und sich über den reichen Westen ergießt.
Diese Zeit des "kapitalistischen Aufbruchs" ist verblasst, zerfallen, Geschichte... Jetzt wird den Massen endlich ein Licht aufgehen über den tatsächlichen Charakter dieses großen Schwindels und die Gunst der Wähler gegenüber ihren Politikern geht "gen Null" - gute Voraussetzungen für uns!
Und drüben haben sich die ehemaligen, revisionistischen, die neuen und alten Kremlzaren und ihre Ableger ebenfalls verrechnet. Sie haben ihren Glauben an die imperialistischen Zauberkräfte überschätzt. Diese sind nicht auf sie übergesprungen und nun nimmt der Jammer des Revisionismus kein Ende. Er ist dazu verdammt unterzugehen, ob nun im neuen/alten Gewand der reduzierten drei Köpfe, vielleicht auch mit der Maske des vierten Kopfes oder im pop(p)igen, Wendehals-Look.

Das mutmachende, triumphierende Gefühl, das der jetzige starke Zerfall des Imperialismus bei uns Marxisten-Leninisten ebentuell auslöst, ist für unsere proletarische Sache sehr wichtig und kommt gerade zum rechten Zeitpunkt, aber wir müssen dabei auch auf unsere Gefühle ein wachsames Auge halten, denn wenn die Frühlingstriebe wirken, bereitet man sich viel zu wenig auf den Frost vor, der noch kommen und alles junge Leben wieder vernichten kann, und alles um die Chance bringt, sich eines Tages zur Blüte zu entwickeln und Früchte tragen zu können. In welchem Stadium der Kapitalismus sich auch immer befindet, ob er schwach oder stark ist, nichts auf der Welt macht ihn dadurch zu irgendeinem Zeitpunkt ungefährlicher. Solange er existiert, existiert er, um uns zu vernichten, denn er weiß, dass wir seine Totengräber sind. Der Imperialismus hat viele Gesichter, nicht nur grausame und blutige. Heute spielt er sich als Retter der Menschheit auf und hängt sich einen humanistischen Orden nach dem anderen um den Hals, um Morgen die Welt in Schutt und Asche zu verwandeln. Der Imperialismus sieht seinen Tod nahen, aber er kann sich nicht damit abfinden. Er mobilisiert seine letzten Kräfte dafür, die neuen, aufstrebenden revolutionären Kräfte zu vernichten. Wer das nicht sieht, nicht sehen will, ist mit Blindheit geschlagen. Und wer das gar verheimlicht oder demagogisch verzerrt, ist ein Verräter im Dienst der imperialistischen Mächte. So behaupten die Revisionisten frech, dass die marxistisch-leninistische Lehre vom Zerfall des Kapitalismus veraltet sei - schließlich könne ja jeder sehen, dass der Kapitalismus des Sozialismus "überlebt" und deswegen müssen sich die Sozialisten für ein Gnadenbrot, für Sterbehilfe am Totenbett des Kapitalismus stark machen, damit die Ausgebeuteten und Unterdrückten noch eine "human und sozial abgefederte" Galgenfrist erhalten. Man müsse dem Proletariat einen "würdigen Abgang" verschaffen. Wir Marxisten-Leninisten wissen, was wir von diesen Unverschämtheiten zu halten haben und werden den Revisionisten die Faust zeigen.
Auch so schöne Begriffe wie "neue Weltordnung" verfangen nicht mehr. Je mehr die Imperialisten von weltweiter "Stabilisierung" und "Sicherheit", "Völkergemeinschaft", gemeinsamer "Verantwortung für Frieden und Wohlstand", "internationaler Schutz der Menschenrechte", "Abrüstung", "Umweltschutz" , Abbau des Nordsüdgefälles, "humanitäre Hilfe gegen Hunger und Armut", "Flüchtlingshilfe" usw - usf faseln, desto dichter befinden uns auf entgegengesetztem Wege. Die zerbröckelnden Teile des Imperialismus lassen sich nicht mehr beschwörend zusammenflicken. Wenn sich die Völker weder täuschen noch beeindrucken lassen, wenn sie sich ihr Vertrauen in die eigenen Kräfte nicht brechen lassen, dann werden sie im Kampf feststellen, wie morsch das imperialistische Weltbild, wie tot die "neue Weltordnung" ist, und das wird ihre revolutionären Kräfte weiter beflügeln, um sich doch noch zu befreien. Genau dies wird von den Imperialisten befürchtet und deswegen kriminalisieren sie den Angriff auf ihre "neue Weltordnung" (sprich: alte Ausbeuter- und Unterdrückerordnung!) als Angriff auf die Menschheit und das Leben auf dieser Erde. Dabei sind sie es selber, die diesen Angriff tatsächlich vollziehen. Blauhelme und Weltpolizei werden bemüht, um sich als "Retter der Menschheit" hinzustellen, als Retter der "stabilen kapitalistischen Ordnung", denn nach ihr kommt nur "Chaos und Zerstörung". Ausgerechnet die reaktionärsten Kräfte werden aufgerufen, sich für Schutz des "gemeinsamen Fortschritts der Menschheit" stark zu machen und die "Störenfriede", "Kritiker und Motzer" mundtot zu machen, die es wagen, daran etwas zu ändern. Die Globalstrategie dieser neuen Weltordnung der multinationalen Gesellschaft ist die nackte Strategie des Imperialismus selbst, die Ausbeutung und Unterdrückung der Monopolbourgeoisie zu verewigen. Mit der Internationalisierung des Kapitals wurden alle nationalen Schranken der Ausbeutung umgestürzt mit Hilfe des Kosmopolitismus und andrer Formen imperialistischer Ideologien. Und da, wo international die ökonomische Basis zusammenbricht, kann die Ideologie nichts anderes tun, als dies zu verheimlichen oder zu glorifizieren oder gar als "natürliche Weiterentwicklung" zu etikettieren, d.h. so zu tun, als ob alles im Kapitalismus "seinen normalen Gang weitergeht". Die Bourgeoisie will nicht, dass daran gerüttelt wird oder irgendwelche Zweifel aufkommen. Sie hat daher ein existentielles Interesse daran, dass die Realität ihres Zerfallsprozesses weder wissenschaftlich durchleuchtet noch an die Öffentlichkeit gelangt. Deswegen stellt sie die Behauptung des Gegenteils mit allen ihr zur Verfügung stehenden finanziellen und propagandistischen Mitteln auf, um die Leute in die Irre zu führen. So haben manche bürgerliche Theoretiker einfach ein Gleichheitszeichen zu ihrer verfallenen, untauglich gewordenen Ideologie gezogen und sie mit dem ablenkenden, "neutralen" , über allen bösen Hintergedanken erhabenen Etikett der sogenannten Entideologisierung ( der geistigen Abrüstung des Kalten Krieges) versehen. Auf diese Weise soll bewiesen werden, dass egal für was sich eine Ideologie ausgibt oder was sie in Wirklichkeit ist, dass also j e d e Ideologie gefährlich ist, nur täuschen will, durchschaut und überführt ist, und somit ihre Gewalt über die Hirne, ihre Überzeugungskraft verloren hat. Und dreimal darf die verehrte Leserin und der verehrte Leser raten, gegen welche Ideologie dies ganz besonders gerichtet ist ? Richtig: gegen den Marxismus-Leninismus. Er soll als etwas von außen und als etwas Fremdes hingestellt werden, der sich von hinten rum an die Massen heranmacht, um von ihnen Besitz zu ergreifen, um sie zu missbrauchen, um sie für eine fremde Macht zu benutzen. Die Ideologie der "Entideologisierung" dient dem Imperialismus, sie ist nicht nur anti-kommunistisch, sondern durch und durch reaktionär und menschenverachtend. Und wenn die Arbeiterklasse diesen Schwindel durchschaut, sich trotz alledem seiner eigenen Weltanschauung bemächtigt, wenn der ideologische Einfluss damit zurückgeht und untergraben wird, wenn sie ihre unterdrückende und freiheitsraubende Funktion einbüßt, dann hat sie stets Zuflucht zu verzweifelten Lügen und Verleumdungen gesucht, versucht sie in den Reihen der fortschrittlichen Kräfte Verunsicherung und Spaltung hineinzutragen. So wird also die bürgerliche Ideologie der jeweiligen akuten Phase des Zerfallsprozesses angepasst.

In der "Deutschen Ideologie" (MEW Band 3) heißt es dazu:

"Je mehr die normale Verkehrsform der Gesellschaft und damit die Bedingungen der herrschenden Klasse ihren Gegensatz gegen die fortgeschrittenen Produktivkräfte entwickeln, je größer daher der Zwiespalt in der herrschenden Klasse selbst und mit der beherrschten Klasse wird, desto unwahrer wird natürlich das dieser Verkehrsform ursprünglich entsprechende Bewusstsein, d.h. es hört auf, das ihr entsprechende Bewusstsein zu sein, desto mehr sinken die früheren überlieferten Vorstellungen dieser Verkehrsverhältnisse, worin die wirklichen persönlichen Interessen ppp. als allgemeine ausgesprochen werden, zu bloß idealisierenden Phrasen, zur bewussten Illusion, zur absichtlichen Heuchelei, herab."

Mit reiner "Anti-ideologie" ist dem Marxismus-Leninismus nicht beizukommen, solange die Bourgeoisie nichts Positives und nichts Konstruktives, Zukunftweisendes entgegenzusetzen hat. Als untergehende Klasse kann dies die Bourgeoisie unmöglich, weder heute noch viel weniger morgen. Auch mit dem sogenannten "Sieg" über den Marxismus ist heute die imperialistische Ideologie nicht weitergekommen, hat dieser sie nicht beflügelt, einen Beitrag zur Lösung der heutigen Weltprobleme zu liefern.
Mit dem Ende der "ideologischen Beeinflussung der Menschheit" will die Bourgeoisie einen historischen Schlussstrich mit dem Marxismus ziehen. Aber sie schmückt sich mit der Pleite der Revisionisten. Die revisionistische Ideologie - als eine Abart der bürgerlichen Ideologie selbst - ist gescheitert, nicht aber die sozialistische Wissenschaft. Und der Marxismus-Leninismus führt nicht zwangsläufig in die revisionistische Pleite, wie das die Bourgeoisie und ihre 5. Kolonne, die Trotzkisten, gerne darzustellen versuchen, indem sie auf den "Stalinismus" herumhacken. Uns Kommunisten kann man nicht einbläuen, dass es sich nicht lohnt, für den Kommunismus zu kämpfen, weil er eines Tages ( wie man gesehen hat - was also "bewiesen ist") sowieso wieder verraten wird - dann sollten wir wohl lieber Arzt am Krankenbett des Kapitalismus spielen nach dem Motto: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach ?! Die "ehrlichen" (?) idealistischen Kommunisten sollen sich nicht von den "bösen" (?) Macht hungrigen Kommunisten beeinflussen und missbrauchen lassen, nach dem Motto, spaltet euch so viel ihr wollt, damit ihr für die Beseitigung des Alten unfähig und zum Aufbau des Neuen schon viel zu kaputt seid.
Nicht w i r stehen auf verlorenem Posten, sondern ihren eigenen Selbstbetrug betreibt die sterbende Klasse, die Bourgeoisie. Oder hat der Kapitalismus durch seine Jahrhunderte alte Antikommunismushetze jemals seine eigenen Probleme, geschweige die der Massen, dadurch besser lösen können? Je mehr die Bourgeoisie zum Mittel des Antikommunismus greift, desto tiefer drückt sie sich selbst damit in ihr eigenes Verderben, denn die Quittung kommt ganz bestimmt und sie wird von den zornigen Massen serviert!
Vielleicht lässt man sich eine Verarschung für gewisse Zeit gefallen, aber bestimmt nicht auf Dauer.
Die imperialistische Bourgeoisie als sterbende Klasse hat keine wissenschaftliche Ideologie und kann auch keine haben. Sie ist unfähig, irgendwelche begeisternden Ideale hervorzubringen die anstatt dem profit den Massen dienen. Aber die Massen suchen gerade an der Nahtstelle zwischen neuer und alter Gesellschaft Antwort auf die Fragen der Zeit, macht sich ein unwiderstehliches Verlangen bei den Völkern breit nach entschiedener Umkehr, nach durchgreifenden Maßnahmen, nach Bruch mit der Jahrhunderte alten Verarschung durch die bürgerlichen Ideologie, nach zukunftssichernden Lebensstrategien in all ihren Arten und Erscheinungen, werden die alten Ideale des Kommunismus wiederentdeckt, wird es mit hundertprozentiger Sicherheit zu einer Renaissance des sozialistischen Gedankenguts kommen, das das Bewusstsein der Menschheit auf eine noch nie vorher zu ahnende Stufe erheben und die Welt total revolutionär umpflügen wird.

Marx hob hervor:

"Der Kommunismus ist für uns nicht ein Z u s t a n d, der hergestellt werden soll, ein I d e a l , wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben wird. Wir nennen Kommunismus die w i r k l i c h e Bewegung, welche den jetzigen Zustand a u f h e b t (hervorgehoben von der Red.). Die Bedingungen
dieser Bewegung ergeben sich aus der jetzt bestehenden Voraussetzung." ( MEW, Band 3, Seite 35).

Und wie kann es anders sein, genau dafür hat der Imperialismus ein Gespür, er weiß, woher der Wind weht. Und es ist noch gar nicht solange her, als ausgerechnet die Faschisten den Massen das Heil (-Hitler!) auf Erden versprachen, wo die Weimarer Republik zusammengebrochen war und Riesennot, Abreitslosigkeit usw, unter den Massen herrschte, wo die Massen im revolutionären Aufbruch waren und die KPD Ernst Thälmanns die zweitstärkste Partei wurde. Da schrien die Nazis: "Revolution! Sozialismus!" Und als der Spuk vorbei war, da riefen die Reaktionäre nach dem 2.Weltkrieg, ( d.h. nachdem es wieder brenzlig wurde: 1/6 der Erde rot wurde...) wieder: "Sozialismus!" (Ahlener Programm der CDU).

Wie sich ein amerikanischer Ideologe äußerte, ist "die außerordentlich hohe Propagandatechnik... notwendig für die effektive Verbreitung von diskreditierten und veralteten (!) Ideen, auf die sich der Kapitalismus (!) stützt. Ohne diese Technik wäre der Kapitalismus bald besiegt." (!!)
Der amerikanische Schriftsteller Theodore Dreiser schrieb seinerzeit: "In Amerika ist ein Häuflein von Magnaten, die die Macht an sich gerissen haben, bestrebt, unser großes Volk in Sklaven zu verwandeln, und zu diesem Zweck suchen sie es vor allem geistig zu verderben."
Und in welchem Umfang dies geschieht, davon ist Hollywood nur eins der vielen Beispiele. Auch mit den täglichen "Nachrichten" gelingt es der Bourgeoisie, das Absterben der Werte des Kapitalismus im Massenbewusstsein der bürgerlichen Gesellschaft zu verzögern und aufrechtzuerhalten.
Die Massen einfach in Unwissenheit zu halten, entsprach den Bedürfnissen des Feudalismus. Der Imperialismus jedoch ist bestrebt, unter Vortäuschung "objektiver Berichterstattung" das Denken der Massen in eine falsche Richtung zu lenken. Es ist ein Lebensinteresse der imperialistischen Kriegstreiber, dass die Massen die Trugschlüsse, mit denen in den Medien operiert wird, nicht erkennen, dass die Massen nur spontan und oberflächlich, instinktiv, reagieren, anstatt eiskalt und nüchtern die Verwirrungsmaschinerie der Feinde der Menschheit zu durchschauen und zu durchschlagen.
In der bürgerlichen Gesellschaft vollzieht sich ein selbstzerstörerischer Prozess gegen die vielgepriesene antikommunistische Konzeption des Individualismus, weil der fortschrittliche Prozess des Individualismus ökonomisch längst
überholt ist, als die Rolle der Bourgeoisie gegenüber den Feudalisten noch revolutionär war. Heute aber im Zeitalter des sterbenden Kapitalismus, ist das alte Wertsystem nicht mehr aufrechtzuerhalten, löst sich der vielgepriesene Individualismus auf. Also muss die herrschende Klasse, um auch weiter die herrschende geistige Kraft bleiben zu können, riesige Summen in ihre Propagandamaschinerie pumpen, um alten Wein in neue Schläuche zu füllen, um damit die Hirne der Massen vollzutrichtern und sie damit geistig zu ertränken.
Die Ideologen des Imperialismus haben sich besonders auf die Jugend konzentriert, die von Natur aus jegliche Bevormundung ablehnt und hohe Ideale von Freiheit, Gerechtigkeit, Frieden usw. anziehend findet. Diese Ideale kann die Bourgeoisie schon lange nicht mehr an die Jugend verkaufen schon gar nicht, wenn sie im Interesse der Bourgeoisie und gegen das Interesse der Arbeiterklasse gerichtet ist und förmlich schon danach stinkt und also von der Jugend auf schroffe Ablehnung stößt. Da wird jetzt viel geschickter vorgegangen. Man weckt das Interesse weg von den sozialen Problemen und macht auf alternativ- verdrängen - mit Begeisterung für Horrorschocker, primitive Lebens- und Gesellschaftsformen, Sexismus, Religion, Drogen, "Selbstbefreiung", "Emanzipation", man macht sogar schon auf "kollektiv" und "solidarisch" usw, gleichermaßen Aggressivität und Agonie zu wecken. Ventil abzulassen, "sich auszukotzen", der Realität wenigstens auf kurze Zeit zu "entfliehen", in welcher Form auch immer - das ist heute "in". Dampf und Zoff sollen aber die Betroffenen, nicht die Verursachenden abkriegen. Ausländer, Behinderte, Obdachlose, die Schwächsten der Gesellschaft - auf die hackt man herum, weil die sich angeblich nicht wehren können. Keiner lässt seinen Frust an den Reichen ab, denen die Jugend "no future" zu verdanken haben. Der ganze Dreck in den Hirnen der arbeitenden Jugend soll darauf hinauslaufen, den einzig wahren Gedanken, nämlich sich von dem ganzen kapitalistischen Mist zu befreien und als bewusster Träger der Zukunftsgesellschaft mit dem alten System aufzuräumen und Schluss zu machen, zu verbergen, zu verdrängen, zu verzerren, für böse und schwer zu durchschauende Absichten zu missbrauchen. Das Böse hängt sich meistens ein Schild des "Guten" um den Hals, bevor es damit wieder und wieder Böses tut. Die Nazis sind mit ihren ausgeklügelten Tricks hierfür abschreckendes Beispiel. Sie haben nicht nur die Jugend missbraucht, sondern die ganze Menschheit in tiefste Finsternis getaucht. Und Kohl und Konsorten sind fleißig lernende Schüler der Nazis, auch wenn sie dies voller Entrüstung weit von sich weisen und stattdessen ihrerseits uns wegen solcher "unverschämten Beschuldigungen" mit den Nazis auf eine Stufe setzen ("rot=braun"), d.h. einbuchten würden. Das ist die Fortsetzung des alten Spiesl der urdeutschen Obrigkeit, die zu solchen Mitteln greift, wenn ihnen die Argumente ausgegangen sind.

Dem ökonomischen Wesen des Imperialismus entspricht die kriegstreiberische Massenpropaganda der Nazis, von der sich die heutige Propaganda der USA oder auch des heutigen Deutschlands nicht wesentlich unterscheidet.
Wenn die Bourgeoisie ihr ideologisches Hauptziel darauf konzentriert, die Idee von der Unvermeidlichkeit der Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus absolut abzulehnen, so müssen wir unseren Finger genau auf diese Wunde legen! Der ökonomische Zerfall und derjenige im Überbau treiben sich in einem gemeinsamen Fäulnisprozess gegenseitig an. Und selbst dann, wenn die neue, fortschrittliche Ideologie schon im Schoße der neuen Gesellschaft wirkt, klammert sich die alte Ideologie noch ans Leben, weil irgendeine ihrer Seiten noch für bestimmte, überlebte Kräfte nützlich und vorteilhaft sind. Die Dialektik der Beziehung zwischen der in der Gesellschaft herrschenden Ideologie und den herrschenden Produktionsverhältnissen ist derart, dass die Ideologie anfangs vorausgeht, dann eine gewisse Zeit lang den Produktionsverhältnissen entspricht und dann allmählich zurückbleibt.

Schon Karl Marx sagte:

"Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden."( MEW Band 8, Seite 115)
"Befreien wir die Menschen von den Hirngespinsten, den Ideen, den Dogmen, den eingebildeten Wesen, unter deren Joch sie verkümmern. Rebellieren wir gegen die Herrschaft der Gedanken. Lehren wir sie, diese Einbildungen mit Gedanken vertauschen, die dem Wesen der Menschen entsprechen, sagt der Eine, sich kritisch zu ihnen verhalten, sagt der Andere, sie sich aus dem Kopf schlagen, sagt der Dritte, und - die bestehende Wirklichkeit wird zusammenbrechen."(MEW, Band 3, Seite 13).

Unter dem Vorwand der zu erwartenden verschiedensten ökonomischen Krisen, Katastrophen, unter dem Vorwand der Gefahr von rechts, unter dem Vorwand, dass sich die Mafias des "gesunden bürgerlichen Körpers" und die Neonazis sich der "fortschrittlichen bürgerlichen Seele" bemächtigten, gelte es jetzt, den bürgerlichen Staat, die bürgerliche Ideologie, den bürgerlichen Parlamentarismus vor dem Untergang zu retten, hängt sich das zu Tode erschrockene Bürgertum wieder die Orden ihrer revolutionären Vergangenheit um den Hals so als wolle es sich mit dem Kruzifix vor den Vampiren schützen, die ihm das Blut aussaugen wollen.
Und wer dieses verrottete System nicht mehr unterstützt, wird als Helfershelfer der Staatsfeinde usw. abgestempelt und bekämpft.
Man baut neben dem Alten, Schmerzlichen, Schrecklichen, etwas noch Älteres, etwas noch viel Schmerzlicheres, etwas viel, viel Schrecklicheres auf, damit die Welt so aussieht, wie durch eine rosarote Brille. So kann sogar "das Böse" schlechthin mittels solcher Propagandatrix zumindest als "kleineres Übel" als ein schätzenswertes Gut "gestylt" werden.
Wenn die bürgerlichen Propagandisten nichts mehr bewirken können, dass gegen das Böse kein Kraut gewachsen ist (jedenfalls kein bürgerliches Kraut), macht man aus diesem Notstand eine Tugend und setzt vor dem nächsten glücklichen Wirtschaftsaufschwung den Preis des Gürtel- Enger- Schnallens, Verzicht, unvermeidliche Opfer, nach dem therapeutischen Motto: Je mehr ihr jetzt leidet, mit desto mehr Glück werdet ihr dafür hinterher (im Jenseits?) belohnt. Man will damit wieder an die verlorene Hoffnung, an das Weiterfunktionieren des kapitalistischen Systems, appellieren und lobt die Vorteile des Kapitalismus über den Klee. Wenn die Massen nicht mehr dran glauben, funktioniert das Ausbeuter- und Unterdrückungssystem ja nicht mehr. Bevor die Massen darauf stoßen, sich davon zu befreien, muss von diesen Gedanken unbedingt abgelenkt werden, koste es, was es wolle - und das wird von Tag zu Tag komplizierter und kostspieliger, dass alle Trümpfe ausgereizt sind und dass das einfach nicht mehr zu finanzieren ist.. und was dann?
Aber mit dem Gebäude des Imperialismus fallen auch seine Anpassungs- und Überlebensstrategien mehr oder weniger schnell in sich zusammen.

So darf auf keinen Fall der Sozialismus Lösung sein, sondern der böse Kapitalismus soll vom guten, geläuterten, von Mafias und Neonazis befreiten Kapitalismus abgelöst werden, wo Arbeiter und Kapitalisten gemeinsam anpacken, um sich aus dem Dreck zu ziehen (Reformismus). Der Kapitalismus würde am liebsten noch mal ganz von vorn anfangen und dann alles "besser" machen. Also statt Zerschlagung des bürgerlichen Staates seine "Runderneuerung" = Verteidigung des "Sozial"-Staates nach innen und "Vaterlandsverteidigung" nach außen, als erste Bürgerpflicht! selbst wenn das mit blauen Bohnen eingebläut werden muss...
Aber welchen Arbeiter will man dafür noch hinterm Ofen hervorlocken, den man Jahrhunderte lang von oben bis unten belogen und betrogen hat?
 
In der Geschichte dieser Klassengesellschaft ist im Oktober 1917 an die Stelle der herrschenden Klasse eine neue herrschende Klasse getreten, ist die Ideologie der alten Klasse entmachtet und durch die Ideologie der neuen herrschenden Klasse ersetzt worden. Und damit hat die Arbeiterklasse nicht nur mit der Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrückung der eigenen Klasse begonnen, sondern j e g l i c h e r Ausbeutung und Unterdrückung durch den Menschen. Somit ist der heutige Kampf zur Befreiung von der bürgerlichen, verotteten, verfaulten Ideologie auch eine Befreiung allen bisherigen menschlichen Geistes von der Herrschaft aller bisher dagewesenen reaktionären Ideen. Und damit wird die zukünftige Menschheit von jeglicher Ansteckung mit alten ideologischen Krankheiten immunisiert also geschützt, was nicht heißt, dass sie nicht mehr gefährlich und daher ihre Krankheitserreger nicht mehr zu bekämpfen sind.
Wer aber das kapitalistische Geschwür am proletarischen Körper u n d Geist weiter dran haften lässt, wer es nicht herausreißt, wird mitschuldig , wenn der Organismus am Befall der Parasiten krepiert! Es reicht auch nicht aus, an dem Geschwür herumzudoktern, wenn man weiß, dass nur ein operativer Eingriff an der Gesellschaft noch retten kann, was zu retten übrig ist. Man bedenke: mit jedem Zögern werden die gesunden Widerstandskräfte geschwächt und von der Krankheit in Mitleidenschaft gezogen. Auf die Frage, was zu tun ist, antworten wir:
 
Das kapitalistische Geschwür entfernen, Körper und Geist befreien - Revolution, je eher desto besser!
 
Wobei nicht unerwähnt sein darf, dass dieses Geschwür heute nicht nur einen Teil des Körpers oder ein bestimmtes Organ angefressen, sondern das gesamte Leben dieser Erde bereits tödlich befallen hat.

Und Marx stellt hierzu passend fest,
 
"dass also die Revolution nicht nur nötig ist, weil die h e r r s c h e n d e Klasse auf keine andere Weise gestürzt werden kann, sondern auch, weil die s t ü r z e n d e Klasse nur in einer Revolution dahin kommen kann, sich den ganzen alten Dreck vom Halse zu schaffen."




VIII
Revisionismus
 
 
 
bedeutet Sozialismus in Worten und Kapitalismus in Taten,
bedeutet Fortschritt in Worten und Zerfall in Taten

Der Revisionismus enstand, als der Marxismus schon über die offenen Feinde gesiegt hat. Deshalb benutzten die Revisionisten den Marxismus als Tarnkappe.
Lenin sagte über das Wesen des Revisionismus:
"Man will vom Marxismus alles nehmen, was für die Bourgeoisie annehmbar ist, einschließlich des Kampfes um Reformen, einschließlich des Klassenkampfs (ohne Diktatur des Proletariats) einschließlich der 'allgemeinen Anerkennung' der 'sozialistischen Ideale' und der Ersetzung des Kapitalismus durch eine 'neue Ordnung'..." (Lenin, Band 21, Seite 216).

Und heute, wo wir Marxisten-Leninisten über die Revisionisten gesiegt haben, d.h. diesen Schwindel
- Anti-Revisionismus in Worten und Revisionismus in Taten - entlarvt und bekämpft haben, wo der Revisionismus als 'real existierender Sozialismus' zu Ende existiert hat, da legen sich die Revisionisten die Maske des "Anti-revisionismus" wieder an, d.h. sie versuchen vorzutäuschen, keine Revisionisten (mehr) zu sein, sondern "schon immer Marxisten-Leninisten", die aber "von den Anderen" gezwungen waren, ihre "wahren, ehrlichen kommunistischen Ideale" zu verbergen. So lässt sich der Erzrevisionist Honecker als edler kommunistischer Kämpfer beklatschen und die deutsche Bourgeoisie spielt dieses Spiel fleißig mit, um damit den Kommunismus unter den Massen noch weiter zu diskreditieren, nachdem der Sargdeckel schon über die Revisionisten (an der Macht) zugefallen ist und keiner mehr davon Notiz nehmen will. Ein widerliches Schauspiel. Im Wesen ist das nichts Neues, und alles ist gefährlich, was im neuen Gewand auf die Bühne der Geschichte tritt, um sich als Neues auszugeben, um die Festung des Neuen besser von Innen zu nehmen, um sich in den revolutionären Organismus hineinzuarbeiten, um diesen dann um so leichter zu erwürgen zum Absterben zu bringen.
 
Wenn die Revisionisten das Vertrauen erstmal erschlichen haben durch "treue" kommunistische Dienste, fangen sie allmählich an, sich des Organismus' zu bemächtigen und ihn in die eigenen Hände zu kriegen, genauso wie es mit der Sowjetunion, mit Albanien und vielen ehemaligen sozialistischen Staaten passiert ist, wie es den revolutionären Parteien in der ganzen Welt ergangen ist. Der gerade abgeschlossene, vergangene Stufe des Revisionismus ist entlarvt und als Gesellschaftsordnung abgestorben. Er war ein Teil des kapitalistischen Systems nach dem 2. Weltkrieg, ein Teil des Weltimperialismus und ist daher den gleichen Zerfallsgesetzen ausgesetzt. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst der marxistisch-leninistischen Parteien. Aber jetzt, wo dieser Feind wieder Boden unter den Füßen bekommt, sich neu und "geläutert" der "Öffentlichkeit präsentiert", müssen die marxistisch-leninistischen Parteien wachsam sein und den neu entstandenen - wir bezeichnen ihn zum Unterschied vom kürzlich verstorbenen Revisionismus ( seinerzeit, insbesondere nach Stalins Tod, hieß dieser "moderner Revisionismus" in Abgrenzung vom alten Revisionismus der 2. Internationale) - N e o revisionismus - gemeinsam angreifen.
 
Auf welcher Entwicklungsstufe wir uns auch immer in der Gesellschaft befinden, immer werden wir auf die Erscheinung stoßen, dass das Alte versucht, im Neuen u n e r k a n n t Fuß zu fassen, dass es im Neuen versucht weiterzuleben, selbst in letzter Konsequenz draufzugehen, nachdem das Neue ausgesaugt wurde. Dies ist auch der Grund, weswegen Lenin vom faulenden Sozialismus spricht und man könnte hinzufügen, dass er im Laufe der Geschichte alle charakteristischen Züge des Parasitentums und Schmarotzertums angenommen hat.
Deswegen machen sich die Revisionisten auch an schwache Genossinnen und Genossen ran, die sich mit der kommunistischen Materie auskennen, die damit vertraut sind, die man also als Agenten gut anheuern kann, die sich also gut als Tarnobjekte eignen. Man lobt sie, um ihr Vertrauen zu gewinnen oder bei ganz misstrauischen Genossen wird auch ganz scharf "Kritik und Selbstkritik" geübt, um als besonders zuverlässig dazustehen. Die Revisionisten haben schnell raus, wo sie Fehler und Schwächen aufspüren können und machen sich ran an ihre zersetzende Wühlarbeit. Die Revisionisten haben ihre eignen Organisationen oder benutzen andere Organisationen, in denen sie sich an die Spitze der Bewegung vorarbeiten, um sie dann um so besser in Fahrgewässer abzulenken, die für die Bourgeoisie keine Bedrohung mehr bedeuten-
 
Der Revisionismus stellt der kommunistischen Partei, der Arbeiterklasse, den Werktätigen einen Spiegel mit 1000 Gesichtern vor die Nase, wo alle fast gleich "kommunistisch" aussehen, und aus der man nun die einzig richtige Partei raussuchen muss.
Der Revisionismus kann sich jedem Typus, jeder Form und Erscheinung anpassen, kann "echt" schauspielern. Dies wird systematisch organisiert, fließt ein in die Organe der kommunistischen Parteien und anderer Organisationen der Arbeiterklasse und ist ideologisch gut herausgearbeitet, denn der Revisionismus ist in dem Moment geliefert, wenn er ideologisch enttarnt worden ist. Aber schnell legt er sich wieder ein neues Mäntelchen um oder besser: er hat schon gleichzeitig welche vorbereitet oder am Laufen, damit der Wechsel nicht Misstrauen schafft und Aufmerksamkeit weckt. Hierfür sucht der Revisionismus sich beizeiten seine soziale Basis besonders bei den Intellektuellen und der Arbeiteraristokratie bzw der Partei-, Militär- und Staatsbürokratie, die ein Privilegienpakt gegen die Arbeiter und Bauern geschlossen haben, d.h. sich bei der Unterdrückung und Ausbeutung des Volkes gegenseitig unterstützen. Wir sind der Bourgeoisie außerordentlich dankbar für diese Tips, denn kein ehrlicher Genosse würde selber auf solche gemeinen Machenschaften kommen, wie sie der Kapitalismus uns Jahrhunderte lang vorexerziert hat.
Die verräterischen Elemente, die Staat und Partei an sich gerissen haben, verstanden nicht nur ihre Wühlarbeit am Anfang zu tarnen, sondern haben auch für später, wenn sie entlarvt sind, Vorsorge getroffen, um sich einen profitablen Abgang zu verschaffen und sich ungeschoren ins Ausland abzusetzen. Die SED-Elite ist hierfür ein gutes Beispiel.
Es gibt auch verschiedene Richtungen des Revisionismus, eine breite Palette von der liberalsten, rechtsopportunistischsten Seite bis hin zu extremen linkssektiererischen Positionen. Diese verschiedenen Richtungen tauschen sich zuweilen aus und kollidieren auch manchmal miteinander, ja die neuen Revisionisten versuchen die alten Revisionisten zu "liquidieren", um die zerstörerische Wirkung zu vertiefen und zu beschleunigen, aber in einem sind sie sich alle einig, in einem arbeiten sie alle zusammen, an dem Ziel der Zerstörung der kommunistischen Partei und an der Verhinderung der Revolution der Arbeiterklasse. Alle Spielarten des Revisionismus dienen dem Kapitalismus, sie schüren Spaltung, Chaos, Konfusion, Korruption, Unterdrückung, Willkür, Instabilität, den Ausverkauf des eigenen Volkes und Landes an den Meistbietenden - und all dies wird mit dem Etikett des "Marxismus-Leninismus" verklebt!
Also macht man sich zuerst an die Fehler und Schwächen des sozialistischen Systems heran, wenn man die Revolution und den sozialistischen Aufbau nicht vorher schon verhindern konnte. Später knackt man dann auch die härteren Brocken, bis die Fäulnis immer weiter vordringt, diese sich des Sozialismus bemächtigt und der Zerfall nicht mehr aufzuhalten ist.

Da der Revisionismus die Hauptwaffe des Imperialismus im Kampf gegen den Sozialismus und die dafür kämpfenden Kommunisten ist, muss er sich immer auf dem neuesten Stand anpassen, sich neu und immer wieder neu verkleiden, denn das macht seine Gefährlichkeit aus, mitten in der Arbeiterbewegung, mitten unter den Kommunisten unerkannt zu bleiben, bis der Revisionismus die Oberhand gewonnen hat, seine Maske ablegt, wie das von Chruschtschow über Breschnew, Gorbatschow und Jelzin immer offener geschehen ist und wieder in den Weltkapitalismus "ganz normal" zurückgegliedert werden kann.

Lenin sagte,
der Revisionismus ..."will 'nur' die lebendige Seele des Marxismus, 'nur' sein revolutionäres Wesen beiseite werfen." (ebenda). Man könnte hinzufügen, beiseite werfen, nachdem das Beste für die eigene Existenz des Weiterschmarotzens verbraucht wurde. Und selbst die übrig gebliebene Hülle des Revisionismus dient den Revisionisten eine zeitlang ( Jahrzehnte lang!) noch als Tarnpanzer, um ihren Verrat zu verbergen und sich vor Angriffen zu schützen, um die Empörung der revolutionären Kräfte zu besänftigen und alles aus dem Verborgenen beobachten zu können, wie die Stasi das gemacht hat.
Mit Hilfe des Revisionismus will ja wie gesagt, der Kapitalismus weiterleben, deswegen braucht er zum Stillen seines Hungers die sozialistischen Produktivkräfte, die schneller wachsen, nahrhafter und knackig frisch sind, weil die Werktätigen viel Eigeninitiative reinstecken, kollektiv vorgehen, produktiver arbeiten als im Kapitalismus, planmäßig vorgehen, mehr Profit abwerfen usw. usf.

Wie tarnen sich die Revisionisten ?
Sie tarnen sich mit einer Verbindung von demagogischen und heuchlerischen Tricks aller Hexenküchen und Teufelshöllen zusammengenommen, die die herrschenden Klassen in ihrer gesamten Geschichte zur Ausbeutung und Unterdrückung ausgetüfftelt und zum Einsatz gebracht haben, und zwar in dem Maße, wie sich der revolutionäre Befreiungskampf der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen verschärfte. Die ausgereiften Formen des Revisionismus nehmen heute zum Teil den Charakter an und die Rolle ein, wie früher einmal der Sozialdemokratismus, der Reformismus, während heute der Sozialdemokratismus ganz offen und unverhüllt direkt der Monopolbourgeoisie dient, dessen Positionen zum Teil konsequenter vertritt als die konservativen Kräfte. Der gemeinsame Kern des Dienstes für die Bourgeoisie in den Predigten der Sozialdemokratie und des Revisionismus ist ihr Versuch zu beweisen, die marxistisch-leninistische These über die Weltmission der Arbeiterklasse als Totengräberin des Kapitalismus sei unter den Tisch gefallen, da angeblich ohne proletarische Revolution durch sogenannte demokratische Reformen der Weg geebnet wird, um - wie Friedrich Engels ironisch sagte, - den alten Schmutz und Abschaum mit lebhaften, einfachen, fröhlichen und freien Schritten in die sozialistische Gesellschaft einzubeziehen und umgekehrt zurück in die kapitalistische Gesellschaft.

Zunächst häuten sie sich meistens in gesellschaftlich bewegten Zeiten, in der sich die Weltlage neu verändert. Dann muss ja auch der Marxismus-Leninismus sich auf diese veränderten Bedingungen neu einstellen und alte bewährte Prinzipien eventuell wieder aufgeben und korrigieren. Genau da hakt der Revisionismus ein, indem er seinerseits falsche, abweichende, gefährliche Thesen aufstellt, die die Marxisten-Leninisten nicht der Revolution näherbringen, sondern im Gegenteil sie davon weiter abbringen. Aufgabe der Revisionisten ist es, möglichst maximal das bürgerliche Gedankengut ins Bewusstsein der Arbeiterklasse zu lenken mit dem schön verpackten Trick, den Arbeitern glauben zu machen, das dies ihre eigenen Ideen seien und ihrem Interesse entspringen und dienen würden. Zu den gröbsten Verrätereien der Revisionisten gehört die unzulässige absolute, trennende Entgegensetzung bzw Gleichmacherei von Altem und Neuen, vom Wachsenden und Sterbenden, von Taktik und Strategie, Ziel und Bewegung, von Form und Inhalt, von Taktik und Prinzip, nationaler und internationaler Frage usw. Auseinanderreißen und willkürlich gegenüberstellen, darauf verstehen sich die Revisionisten prächtig und das ganze erhält bei allem das Prädikat "marxistisch". Das fordert uns ständig heraus zu urteilen und zu entscheiden, was wirklich marxistisch ist und was nicht. Unter diesen Umständen ist es leichter, mit offenen Feinden fertig zu werden, als mit falschen "Freunden".
Das ist aber noch nicht alles. Gleichzeitig schwingt man sich zum "Verteidiger" der alten ideologischen Grundpfeiler des Marxismus-Leninismus auf und greift alles an, was davon abweicht, aber nur das, was für die Bourgeoisie ungefährlich ist. Da der Marxismus-Leninismus eine lebendige Weltanschauung ist, die der lebendigen Welt, die sich ja ständig ändert und bewegt, angepasst werden muss, ist sie zum Tode verurteilt, wenn sie sich nicht weiterentwickeln kann und zum Stillstand, als Dogma, als Heiligenbild, als Antiquität, erstarren muss.
 
Und das ist immer noch nicht genug.
 
Die Revisionisten holen dann die Argumente des "Dogmatismus" (damals Kritik der Sowjetrevisionisten an Stalin und den Bolschewismus) aus der Tasche, und geben vor, den "Marxismus-Leninismus" ( in Wahrheit Revisionismus) aus den Fängen des "Revisionismus" ( in Wahrheit Marxismus-Leninismus) zu befreien.
Gegen zentristische Positionen werden dann wiederum neue Dinge ins Feld geführt, um immer auf dem neusten Stand des ideologischen Klassenkampfes, sowohl die eine als auch die andere Seite des Angriffs auf uns "marxistisch-leninistisch" zu tarnen und damit ständige Täuschungsmanöver mal mehr von rechts, das andere Mal mehr von "links" oder manchmal von beiden Seiten gleichzeitig, zentristisch durchzuführen, flexibel Verwirrung zu stiften und zwar im richtigen Augenblick mit den richtigen Argumenten, bis da selbst die pfiffigsten Genossinnen und Genossen an diesen Versteckspielchen verrückt werden und im ideologischen Labyrinth Fehler machen, wo die Revisionisten schon lange drauf lauern. Man merkt, der Revisionismus ist ein Teufelsding, dem nicht so einfach beizukommen ist.
Und trotzdem wird der Revisionismus geknackt anhand der Überprüfung in der revolutionären Theorie und Praxis. Wenn der Revisionismus sich dann so 'gut' tarnt, dass er bei der revolutionären Arbeit nicht auffällt, dann ist er ja auch gezwungen, im Sinne des Sozialismus zu arbeiten und da können wir ja wohl nichts gegen einwenden. Es ist nicht entscheidend, ob man sich als "Kommunist" bezeichnet oder sich der Form nach als "Kommunist" verhält, sondern ob man tatsächlich auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus steht, ob man am Marxismus-Leninismus festhält und diesen in die Praxis umsetzt.
Wenn der Revisionismus mit seiner Tarnung Fehler macht und die Sache an zu stinken anfängt, dann wird er natürlich mit aller Härte dafür büßen müssen. Das ist, angesichts des Schadens, den er in der Geschichte des Sozialismus angerichtet hat, ja wohl eine Selbstverständlichkeit.
Alles, was also in der historischen Vergangenheit des Sozialismus gut gewesen war, wird verzerrt, angeblich im Lichte "neuer Verhältnisse", "neuer Erkenntnisse und Entwicklungen" usw. Und alles, was krank und schwach war, wo beim sozialistischen Aufbau Fehler gemacht wurden, wird zurechtgebogen, wird gelobt, oder wird der Schwamm des Vergessens drübergewischt.

Zweitens tarnt der Revisionismus sich mit den besonderen Bedingungen eines jeden Landes. Der Marxismus lehrt, dass die Methoden von der vorrevolutionären Phase bis tief in den fortgeschrittensten Sozialismus hinein in jedem Land konkret analysiert und an die besonderen Bedingungen angepasst werden muss, dass also allgemeine Gemeinplätze und Lehrsätze des Marxismus-Leninismus nicht weiterhelfen und der Sache nur schaden. Der Sozialismus ist aus dem Schoß des alten Kapitalismus gewachsen und unterliegt somit auch der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung in den verschiedenen sozialistischen Ländern. Und nun geht das gleiche Spielchen von vorne los. Die Revisionisten geben sich wieder als "Antirevisionisten" aus und "setzen sich dafür ein", dass sich die "richtigen" Erkenntnisse aus den Besonderheiten "richtig" umsetzen und gleichzeitig verteidigen sie ihren "eigenen Weg zum Sozialismus" gegen andere Länder, die einen ja nur "bevormunden wollen" und davon "schwätzen", dass dieser Weg von den Grundpfaden des Sozialismus abweicht, die für alle sozialistischen Länder gleichermaßen gelten, wie zB die Diktatur des Proletariats, die Rolle der Partei, des Staates, die Ansichten der Klassiker usw. usf.
Der Marxismus lehrt, dass die grundlegenden Aufgaben des Aufbaus des Sozialismus g e m e i n s a m sind, dass die Entwicklungsgesetze der sozialistischen Gesellschaft k e i n e nationalen Schranken kennen. Wer dieser Hauptstraße nicht folgt, wird in der Sackgasse landen.
Außerdem können die Revisionisten richtige Methoden, eingesetzt zum falschen Zeitpunkt, wieder entwerten und falsche Methoden zum richtigen Zeitpunkt verwenden und damit regelrecht Sabotage im großen Stil betreiben, wenn sie die richtigen Leute auf dem richtigen Pöstchen besetzt haben. Die Revisionisten sind vorsichtig, wenn die Kommunistische Partei ein scharfes Auge auf sie wirft. Dann verstecken sie sich in ihren Löchern, d.h. verhalten sich als "treue", "unauffällige", "brave" Marxisten - Leninisten. Wird Verdacht geschöpft, winden sie sich heraus wie ein Aal. Und wenn, die bolschewistische Wachsamkeit etwas nachlässt, die Revisionisten sich sicherer fühlen, dann kommen sie langsam aus ihren Löchern gekrochen und fangen an, ihre antimarxistischen Positionen immer offener auf den Markt zu tragen. Wenn sie dann gesicherte, führende Positionen erobert haben und stark geworden sind, lassen sie die Katze aus dem Sack und werden - zwar immer noch im Namen des "Marxismus-Leninismus" - Angreifer auf die marxistisch-leninistischen Positionen. Später greifen sie dann ganz offen zu bürgerlichen Positionen und verurteilen den Marxismus-Leninismus als etwas Veraltetes, etwas Überholtes, das abgelöst und erneuert werden muss und sperren die alten Kommunisten, die das kritisieren, hinter Gittern. So ist es dazu gekommen, dass Gorbatschow und Konsorten zu den erbittersten offenen Antikommunisten der ganzen Weltgeschichte geworden sind.

All das ist bereits geschehen und bitterer Ernst.
Die Revisionisten spielen gleichzeitig ihre eigenen "Feinde" ,nämlich "wachsame, hundertprozentige Marxisten-Leninisten", die dieses selbstinszinierte Spielchen "durchschauen" und nun dagegen kämpfen, und zwar so "kämpfen, dass die wirklich echten und wahren Marxisten-Leninisten als "Revisionisten" bekämpft und "entlarvt" werden. Mit diesem Schattenkabinett wird der Kampf gegen den Revisionismus völlig auf den Kopf gestellt und umgwandelt in einen Kampf gegen die Marxisten-Leninisten. Wahrlich teuflisch, diese Taktik, oder ?
 
Wir haben all dies am eigenen Körper schmerzlich erleben müssen.

Und dann gibt es ja auch noch eine versöhnlerische Haltung zwischen beiden Richtungen, die man dann selbstverständlich mit den "richtigen" Mitteln bekämpft. Im Endergebnis werden dann die einzelnen Länder nicht nur in die Sackgasse manövriert, sondern darüber hinaus gegenseitig aufgehetzt und voneinander isoliert, so dass die Spaltung des sozialistischen Lagers perfekt ist und der Revisionismus seinen gewohnten Gang weitergehen kann, nämlich jedes einzelne Land weiter zu spalten und zu schwächen, bis auf der Welt nichts mehr vom Sozialismus übrigbleibt.
Alle Länder, in denen die Revisionisten an der Macht waren, ob sie nun zur revisionistischen Vorhut gehörten oder ihre antimarxistische Linie hinter verschiedenen Masken tarnten wie zB China, haben sich alle ausnahmslos in bürgerliche, kapitalistische Länder verwandelt und gingen in diesem Morast alle nacheinander unter.
Das sind jetzt vollendete Tatsachen!
Es kommt noch eine neue Gefahr des Revisionismus hinzu, nämlich in den ehemals sozialistischen Ländern wieder Fuß zu fassen. Da wird man sich jetzt mit Vorliebe an die Zeit ranschmeißen, wo der Sozialismus noch jung und frisch war und diese Zeiten "wieder in die Gegenwart zurückholen" auf neue revisionistische Weise, versteht sich! Es geht immer um das gleiche Ziel, den friedlichen Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus und umgekehrt der friedliche Übergang vom Sozialismus zum Kapitalismus (Bucharin, Mao, usw. usf). Man kann aber nicht einen revolutionüren Neubeginn propagieren, ohne Selbstkritik zu üben und den alten Revisionismus zu veruteilen und zu bekämpfen, der zum Zerfall des Sozialismus geführt hat. Genau das führt dann zum erneueten Revisionismus; wir bezeichnen solche Revisionisten als Neo-Revisionisten, die erneut nicht bereit sind, aus ihren Fehlern zu lernen, bzw die alten revisionistischen Fehler beschönigen, rechtfertigen oder versöhnlerisch behandeln, bzw neue Fehler daraus ableiten.

Drittens hängt sich die ganze wütende Kampagne des Revisionismus an den "Stalinismus" auf, weil Stalin stärker war als die Imperialisten. Der Kampf gegen den Marxismus-Leninismus fand unter dem Deckmantel des Kampfes zur "Verteidigung" des Marxismus-Leninismus g e g e n den "Stalinismus" statt, gegen den Personenkult, gegen den Dogmatismus, gegen den Zentralismus, Bürokratismus, Massenverbrechen usw usf. teilweise sogar mit einem Gemisch von antimarxistischen Losungen.
Mit Tauwetter sollte das bolschewistische Eis geschmolzen werden.
Man musste die Revisionisten rausschmeißen, die unter dem Banner dieses Kampfes die marxistisch-leninistischen Parteien aus der Bahn werfen wollten. Es wurde also nicht nur getarnt, sondern dabei auch immer offener versucht, die Marxisten-Leninisten von ihrem korrekten Weg abzubringen und zu spalten, was ja auch zum Teil gelungen ist , bzw. was in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung einen großen Schaden angerichtet hat. Heute ist die Sache gelaufen. Jeder Marxist-Leninist weiß, dass die Haltung zur Stalinschen Linie die Demarkationslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus darstellt, wo man sich nur für die eine oder andere Seite entscheiden muss. Und diese Demarkationslinie müssen die Revisionisten heute verwischen, wenn sie neue revolutionäre Kräfte vom Marxismus-Leninismus abhalten und abspalten wollen. Die neueste Spielart des Revisionismus passt sich also dem Trend an und holt die Stalinbilder raus oder packt sie wieder ein, je nachdem wie's gerade gebraucht wird. Auf den Demonstrationen in Moskau konnte man dann Stalins Portrait neben dem Erzrevisionisten Honecker sehen und man weiß sofort, wo der Wind herkommt. Das ist auch Wasser auf die Mühlen der Trotzkisten, die solche Revisionisten wie Honecker und so einen großen Revolutionär wie Stalin ganz bewusst und politisch gewollt zusammen in den feindlichen Sack des "Stalinismus" stopfen. Da wird für reichlich ideologischen Wirrwarr gesorgt, der für die jetzige Lage leider vorherrschend ist. Daran ist zu erkennen, dass die Marxisten-Leninisten ihre Schularbeiten zum Thema Revisionismus, moderner Revisionismus und Neo-Revisionismus dringend erledigen müssen, um den bolschewistischen Kurs unbeirrt zu verteidigen gegen den heutigen ideologischen Morast.
Wo alles in Russland den Bach runterrauscht, erinnert man sich gerne an den großen Stalin zurück, um ihn für revisionistische Zwecke zu missbrauchen, als Sammelfigur unter dem revisionistischen Banner, denn das revolutionäre Feuer ist in den ehemals sowjetischen Völkern nicht verloschen und bedeutet eine drohende Gefahr für die herrschende Bourgeoisie, die die neu entstehenden, revolutionären Gruppierungen und Parteien eben auf neue revisionistische Weise in den Griff zu kriegen hofft.
Diejenigen, die heute mit Stalinbilder herumlaufen, sind also unbedingt untereinander zu unterscheiden. Es können einerseits wirkliche Marxisten-Leninisten sein, es können aber auch Revisionisten sein, die damals Stalin ermordet und aus der Liste der Klassiker gestrichen haben, die Nachkommen von Chruschtschow, Breschnew, Gorbatschow und Jelzin und wie diese Verräter und Verbrecher, die in der kommunistischen Partei groß geworden sind, noch alle heißen mögen. Dazu gehören auch die National-"Bolschewisten", die Stalin gern für ihre Zwecke missbrauchen.
Wir dürfen die Augen nicht darüber verschließen, dass sich der Revisionismus vor allem nach Stalins Tod gleichzeitig mit der Kampagne g e g e n Stalin auch mit der Kampagne "f ü r " Stalin verband.
In China, und in Albanien nach dem Tod Enver Hoxhas, lebt der Revisionismus unter dem Deckmantel des "Anti-Revisionismus" . Das sind heute Tatsachen, wobei wir noch klar analysieren müssen, wieso sich der "antirevisionistische" Revisionismus, wir nennen ihn hier Neorevisionismus, unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus entwickeln konnte.
 
Schließlich war der Weg, den Albanien mit dem Antirevisionismus begonnen hatte, ein richtiger Weg in die richtige Richtung, hatte er historisch richtungsweisende Bedeutung, war er konsequent marxistisch-Leninistisch, wovon wir eine Menge gelernt haben und noch lernen werden. Uns wird auch immer deutlicher, dass sich ein großer Teil der Marxisten-Leninisten in der Welt noch gar nicht richtig mit der Frage des "anti-revisionistischen" Revisionismus auseinander gesetzt hat. Aber der Weg endete im revisionistischen Sumpf. Es ist den bürgerlichen Kräften auf diesem Weg gelungen, sich des Sozialismus zu bemächtigen und die Restauration des Kapitalismus erfolgreich zu beenden und die marxistisch-leninistische Weltbewegung an der Nase herumzuführen. Die Kehrtwendung zum Revisionismus erfolgte - ähnlich wie mit dem Tode Stalins - in Albanien mit dem Tode Enver Hoxhas, dessen Statue - kaum dass sie errichtet war - schon wieder niedergerissen wurde. Dass dies so schnell gehen konnte, zeigt, dass der neo-revisionistische Wurm schon viel eher drin gewesen sein musste, als wir bisher vermutet haben. Wir haben uns auf dem Vertrauen ausgeruht, dass Albanien alles schon richtig macht, wenn sie kräftig die antirevisionistische Trommel rührt und die rote Fahne schön hoch genug flattern lässt. Hierauf zu vertrauen, war sträflich. Man muss auf revolutionären Taten vertrauen, d.h. revolutionäre Worte an den revolutionären Taten kritisch messen. Man muss immer wieder kontrollieren, ob der revolutionäre Kurs beibehalten und weiterentwickelt wird oder ob von ihm abgewichen wird. Vor allem muss beurteilt werden, wie man mit seinen Fehlern umgeht, wie man sie korrigiert. Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen, wenn man das Prinzip von Kritik und Selbstkritik als Entwicklungsprinzip des revolutionären Klassenkampfes richtig anwendet. Die Arbeiterklasse muss ihre Autorität nutzen und darf sie nicht aus der Hand geben. Antirevisionistische Parolen dürfen niemals mehr als Eintrittskarte missbraucht werden, den Kapitalismus zu restaurieren, wie das in Albanien passiert ist. Das sind Lehren, die wir aus dem Niedergang des Sozialismus ( sprich Revisionismus) ziehen müssen.
Was sich in Albanien intern abgespielt hat, wurde nach außen hin versteckt und verheimlicht. Die PAA hatte jahrelang den Kontakt zu unserer Partei grundlos abgebrochen. Wir wissen so gut wie nichts über die Hintergründe des verrüterischen Alia-Kurses, der (wie Chruschtschow das mit Stalin gemacht hat!!) Enver Hoxha zu Lebzeiten gelobhudelt hatte, um ihn nach seinem Tod fallen zu lassen. Die Aufdeckung des Verrats muss von uns unbedingt ans Tageslicht gebracht werden, um zukünftig solche Entwicklungen rechtzeitig vermeiden zu können, bzw eine klare Kampfansage gegen schlimme Zustände zu entwickeln. Der Klassenkampf im Sozialismus muss viel konsequenter geführt werden, die Diktatur des Proletariats muss viel konsequenter mit ihren Feinden umgehen, damit die Revisionisten nicht wieder eine Chance haben, den Sozialismus wieder zu zerstören. Es ist eine Sache, die Arbeitermacht zu erobern, aber eine ganz andere, sie zu behaupten unter Bedingungen, wo die inneren und äußren Feinde des Proletariats und des Marxismus-Leninismus ihren konterrevolutionären Kampf "im Namen des Sozialismus" verzehnfachen, wie Lenin es einmal ausdrückte.
Dies historische Beispiel zeigt jedenfalls einmal mehr, wie gefährlich der Revisionismus heute immer noch ist und wie sehr wir uns vor ihm in Acht nehmen müssen - nicht zuletzt und gerade in unseren eigenen Reihen, in uns selbst. Das Prinzip "Kritik und Selbstkritik" muss auch auf internationaler Ebene angewendet werden, sonst kann die marxistisch-leninistische Weltbewegung nicht wachsen und erstarken, wird sich der Revisionismus in den Beziehungen der Bruderparteien breitmachen, die Atmosphäre vergiften und desorganisatorische, liquidatorische und spalterische Konsequenzen provozieren, bzw chruschtschowianische Zustände einer "Mutterpartei" wieder wachrufen, "die Schäfchen" auf eine internationale revisionistische Schlachtbank zu treiben.


Die Revisionisten haben den Zusammenbruch des Imperialismus als eine Art Naturkatastrophe aufgefasst und von den Ursachen des Kapitalismus abgetrennt. Sie lenken mit 1000 fadenscheinigen Argumenten davon ab, dass die Bourgeoisie für die Krisen und ihre Folgen verantwortlich ist. Vielmehr soll die Arbeiterklasse unter dem Vorwand des Arguments :" Wir sitzen ja alle in einem Boot!" die Karre aus dem Dreck ziehen. Sie wollen uns weiß machen, dass man die kapitalistische Karre überhaupt aus dem Dreck ziehen kann, was ja bekanntlich nicht geht. Es wird also so getan, als wenn die Unternehmer überredet werden müssten, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, damit es wieder Arbeit gibt. Klassenversöhnung, Frieden mit dem Klassenfeind, das ist es, was die Revisionisten wollen, was die Bourgeoisie will. Die Revisionisten sind bessere Verteidiger des Kapitalismus als die Kapitalisten selbst. Ohne die Revisionisten wären die Kapitalisten schon lange weg vom Fenster. Ohne die Revisionisten hätte der Kapitalismus den Sozialismus nicht besiegen und in Kapitalismus zurück verwandeln können.
Klassenkampfparolen würden da nur das "gute Herz" der Kapitalisten verschrecken. Also muss man die "guten" Kapitalisten gnädig und freundlich stimmen, damit sie sich auch fürsorglich um ihre "Schäfchen" kümmern. Am liebsten würden die Revisionisten auf friedlichem Wege - gemeinsam mit den "guten und vernünftigen" Kapitalisten, gemeinsam mit der Bourgeoisie, hinüber zum Sozialismus segeln. Die Illusionen werden aufrechterhalten, als wenn Staat und Wirtschaft was ändern könnten. Aber warum ist dann bisher mit pazifistischen Protesten, parlamentarischen Mehrheiten, Versammlungen, Demonstrationen usw. nichts geändert worden? Im Rahmen der kapitalistischen Ordnung lässt sich die Lage der Massen zB durch Sozialprogramme nicht verbessern. Heilung der Gebrechen des Kapitalismus bedeutet auf keinen Fall automatisch Erleichterungen von den Lasten für das Volk. Es werden große Wahlversprechungen gemacht, während die Wähler hinterher mit leerem Löffel abgespeist werden. Und es handelt sich nicht allein um leere Löffel, sondern auch um massive Knüppel, mit denen die Revisionisten dreinschlagen. Sie sind brutal und haben vor keiner Schandtat, vor keinem Mord zurückgeschreckt, sie haben ganze Völker massakriert.
Revisionisten sind Sozialfaschisten, d.h. Sozialisten in Worten und Faschisten in Taten. Manche sind Sozialimperialisten, d.h. sozialistisch in Worten und imperialistisch in Taten. Sie sind die schlimmsten Feinde der Völker und die gefährlichsten Agenten der Bourgeoisie in den Reihen der revolutionären Arbeiterbewegung.
Sie haben ihre Seele an den Teufel verkauft und würden sogar die Seele des Teufels verkaufen, wenn er eine hätte. Mit Klassenkampfparolen schlagen die Revisionisten auf den Barrikaden die Revolutionäre tot.
All dies beweist einmal mehr, dass man ihnen nicht trauen darf und ihnen keinen Schritt nachgeben darf. Sie müssen auf Leben und Tod, Zahn um Zahn bekämpft und vernichtet werden. Wer dies nicht tut, wird selber zum Verräter an der Revolution.
Ohne den Revisionismus ( einschließlich den nach dem Niedergang der ehemals "sozialistischen" Länder sich entwickelnden Neo-Revisionismus) zu zerschlagen, ist an einen Sieg über den Kapitalismus, ist an der Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung des Sozialismus nicht eine Sekunde lang zu denken.
Deswegen hat sich unsere Partei vollkommen dem Kampf gegen den Revisionismus verschworen, seit unserer Gründung 1968/69. Dieses Band des Antirevisionismus hat unsere Partei bis auf den heutigen Tag zusammengehalten und das ist eine Tat, auf die wir zu recht stolz sind. Vergleicht man uns mit denjenigen, die auch einmal angetreten sind, den Revisionismus zu schlagen, so wird man feststellen, dass all diese "antirevisionistischen" Kräfte irgendwo auf der Strecke geblieben sind oder sich aktiv gegen die antirevisionistische Linie, also gegen uns gestellt haben.

Wo kommen die Revisionisten her ?
Natürlich darf man nicht vergessen, dass die Bourgeoisie, besonders auch die revisionistische Bourgoisie, ein ganzes Netz von Agenten und Spezialisten ausbildet, um von außen in den Kern der revolutionären Kräfte einzudringen und vorzustoßen. Sie setzen auch gezielt bei den Werktätigen an, um von außen so für den Sozialismus zu "werben", dass er bei den Massen diskreditiert ist, ehe er sich fest ins Bewusstsein der Werktätigen eingepflanzt hat bzw erneut nach der revisionistischen Pleite einpflanzt, dass der Sozialismus wie ein Fremdkörper wirkt und abgestoßen wird.
Früher erzählte man uns: "Geht doch nach drüben!" Heute erzählt man uns : "Ihr ewig Gestrigen könnt heute nirgends mehr hin!" Dies ist natürlich eine schlau eingefädelte Sache und sehr gefährlich. Gefährdeter aber sind wir Revoutionäre selber, denn wir tragen viel Verantwortung für das, was wir tun. Wir selber leben im Kapitalismus und müssen uns ständig gegen seine ideologischen und materiellen Beeinflussungen zur Wehr setzen. Die revolutionären Massen, die revolutionären Führer der Massen, sind ja nicht nur entscheidender Faktor für die richtige Vorbereitung und Durchführung der sozialistischen Revolution und der Errichtung der Diktatur des Proletariats, sondern der subjektive Faktor bleibt auch noch entscheidend beim Aufbau und bei der Konsolidierung des Sozialismus, insbesondere wenn die äußeren und inneren Feinde noch größere Reserven besitzen, um ihren Kampf zum Sturz oder zumindest zur Behinderung der Diktatur des Proletariats weiter fortzusetzen, Jahrzehnte fortzusetzen wie wir gesehen haben.
Wenn überall im Sozialismus und besonders in den Zentralen von Partei und Staat Selbstzufriedenheit über das Erreichte allmählich einsickert oder wenn die Kräfte nachlassen und die Wachsamkeit im täglichen Kleinkampf immer weiter verringert wird, wenn das als Sorglosigkeit , Gleichgültigkeit oder gar Schlendrian ausufert, dann tauchen wieder die ersten Gefahren für den Sozialismus auf. Diese Entwicklung kann sogar bei alten Kadern auftreten, die aus der bolschewistischen Parteigarde stammen und große Schlachten für die Revolution schlagen. Man ruht sich nicht nur auf seinen Verdiensten aus, sondern will darüber hinaus etwas Besonderes s e i n und deswegen etwas Besonderes haben. Wenn das einreißt, verselbständigen sich diese krankhaften Ansprüche und es wird dann geregelt, gesetzlich geregelt usw. Es entsteht eine Mentalität: "Was kriege ich dafür, wenn ich mich für den Sozialismus einsetze." So bilden sich allmählich Widersprüche und später Gegensätze, Klassengegensätze, antagonistische Klassengegensätze heraus zwischen den Privilegierten, den Führern, der Elite einerseits und den breiten Massen, den Werktätigen andererseits. So entsteht allmühlich eine Situation, in der eine previligierte Schicht die Klasse und ihre proletarische Partei beherrscht, die Partei und ihre revolutionären Normen zerstört, ihnen jedes Leben entzieht, sie ohne Eifer propagiert und ihnen den revolutionären Geist nimmt, die Revolution von damals in die Vergessenheit von heute gerät. Die Folge davon ist die Trennung von den Massen, von der Arbeiterklasse und ihrer Führung. Das kann so sein, das ist auch so passiert, aber das heißt nicht, dass das zwangsläufig das Schicksal des Sozialismus ist. Kann man etwas dagegen unternehmen? Natürlich kann und muss man was dagegen unternehmen. Und hätte zB Stalin nichts dagegen unternommen, dann wäre der Traum vom Sozialismus schon Jahrzehnte vorher ausgeträumt.
Ja, mit 100%iger Sicherheit kann man solche Tendenzen im Keim ersticken, wenn man die Gesetzmäßigkeiten des Marxismus-Leninismus beim Aufbau des Sozialismus und der Handhabung der Diktatur des Proletariats im Klassenkampf bis zum endgültigen Sieg des Kummunismus auf der Erde richtig anwendet ( zB mit dem demokratischen Zentralismus). Auch hierüber liegen praktische Erfahrungen vor, nicht nur bei Lenin und Stalin, sondern auch bei den Albanern, die ja ihren Sozialismus im Wesentlichen gegen den jugoslawischen und sowjetischen, aber auch gegen den chinesischen Revisionismus aufgebaut haben, aber an ihren eigenen inneren revisionistischen Entwicklungen letztendlich gescheitert sind. Was die Lehren des Klassenkampfes im Sozialismus angeht, so bieten sich bei dem Genossen Enver Hoxha - und bei vielen anderen treuen Kommunisten, die es in Albanien gab, gibt und auch in Zukunft geben wird - reichhaltiges Studienmaterial, dessen Vermittlung hier in diesem Rahmen zu weit führen würde. Wir können hier nur einige wichtige Stichpunkte nennen und lassen Enver Hoxha sprechen:

"Die Partei der Arbeiterklasse muss die Kader so erziehen, dass sie Fortschritte machen und in verantwortungsvolle Posten gehoben werden, aber auch, dass sie ihre Entfernung aus diesen Posten, wenn es nötig ist, richtig verstehen, und zwar nicht nur, wenn sie für ihre Funktion nicht geeignet sind oder Fehler begehen, sondern auch wenn sie tüchtig sind und ihre Aufgabe korrekt erfüllen. Die Kader muss man so erziehen, dass sie auch wenn sie erfolgreich sind, ihre Entfernung aus leitenden Posten und ihren Einsatz inmitten der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen als selbstverständlich empfinden. Sie müssen dies als eine Notwendigkeit zu ihrem Nutzen und zum Nutzen der Partei betrachten, heute und in Zukunft.." ( Enver Hoxha, März 1968, "Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern").
"Solange der Klassenkampf andauert, solange der feindliche bürgerliche Druck von innen und außen besteht", betonte Genosse Enver Hoxha, "besteht auch immer die Gefahr, dass neue Feinde aufkommen, besteht die Gefahr, dass sie gegen den Sozialismus arbeiten" ( Bericht an den 7.Parteitag der PAA).
Die Parteitätigkeit darf nicht verkalken. Es darf der revolutionäre Schwung, der revolutionäre Geist niemals einschlafen. Der Marxismus-Leninismus ist nicht eine Sache , die sich auf die Partei beschränkt, sozusagen eine interne Angelegenheit oder Heilslehre der Kommunisten. Es ist auch falsch, den Marxismus-Leninismus zu "verabreichen" zu wollen, sondern die Arbeiterklasse selbst, die Volksmassen müssen ihn als scharfe Waffe gebrauchen, um die ganzen gefährlichen, schädlichen Neigungen möglichst schon im Keim zu vernichten. Je länger man zögert und je länger man rostet, desto weiter kann sich das Übel ausbreiten, desto mehr Schaden richtet es an und desto schwieriger wird es dann, damit fertig zu werden. Diese Entwicklung kann so weit führen, dass nur noch eine nächste Revolution hilft und die Wiedererichtung der Diktatur des Proletariats, die revolutionäre Beseitigung des Mülls, der sich aufgestaut hat und der das Leben, die Arbeit, die Menschen behindert.

"Eine proletarische Revolution ohne Arbeiterklasse und ohne die Führung der marxistisch-leninistischen Partei gibt es nicht und kann es nicht geben."(Enver Hoxha, ebenda)

Wenn man dies missachtet, dann entsteht Revisionismus.
Solange es Marxisten-Leninisten gibt, wird es auch Revisionisten geben. Wenn man die Revisionisten der Lügen und des Verrats überführt hat, zeigen sie "Reue" nur deshalb, um sich bei der nächsten Gelegenheit eine neue Lüge und den nächsten Verrat auszudenken! Wir werden deshalb niemals einen Zustand erreichen, wo wir gegen Revisionismus immun sind. Das Einzige, was hilft ist, kämpfen Zahn um Zahn, auf Leben und Tod.
Damit wir nicht in d i e s e r Weise die Revisionisten bekämpfen, hat der Revisionismus wiederum Auffassungen entwickelt, die er mit dem Markenzeichen des "Marxismus-Leninismus" versieht, die aber dem Marxismus-Leninismus diametral entgegengesetzt sind. So wird der Klassenkampf im Sozialismus als etwas Alterndes, dargestellt, das im Verlauf der Stärkung des Sozialismus allmählich abstumpft, abschwächt, überflüssig wird und schließlich erlischt. Das Gleiche wird auch von der Entwicklung des sozialistischen Staates behauptet und sogar von der Bedeutung der Kommunistischen Partei. Je stärker der Sozialismus wird, desto mehr könne man auch auf den Staat, auf die Diktatur des Proletariats verzichten, desto eher sterben diese Instrumente ab ( die man ja nur als "kleineres Übel" betrachtet, als schwarzer Fleck auf einer weißen Weste usw.) und man nähert sich dem Kommunismus, in dem es keinen Staat, keine Klassen, keine Kommunistische Partei, usw. mehr gibt, wo all dies nicht mehr gebraucht wird, wo es "Demokratie", "Freiheit", "Selbstverwirklichung", "Emanzipation" usw. gibt mit immer weniger Einschränkung, also sozusagen "pur".
Auf all diese scheinheiligen Behauptungen stützen sich nicht nur die Chruschtschow-Revisionisten, sondern auch Maoisten, Trotzkisten usw. und auch gewisse "Marxisten-Leninisten" hier in Deutschland, die sich so nennen, aber keine sind.

Stalin hat gegen diese revisionistischen Auffassungen klare Position bezogen, die man wie folgt nachlesen kann:

"Es ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseitezuwerfen, dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir Erfolge erzielen, immer zahmer werde. Das ist nicht nur eine faule Theorie, sondern auch eine gefährliche Theorie, denn sie schläfert unsere Leute ein, lockt sie in die Falle, während sie dem Klassenfeind die Möglichkeit gibt, für den Kampf gegen die Sowjetmacht Kräfte zu sammeln.
Im Gegenteil, je weiter wir fortschreiten, je mehr wir Erfolge erzielen werden, um so größer wird die Wut der Überreste der zerschlagenen Ausbeuterklassen (Hervorhebung der Redaktion) werden, um so eher werden sie zu schärferen Kampfformen übergehen, um so mehr Niederträchtigkeiten werden sie gegen den Sowjetstaat begehen, um so mehr werden sie zu den verzweifelsten Kampfmitteln greifen als den letzten Mitteln zum Untergang Verurteilter.
Man muss im Auge behalten, dass die Reste der zerschlagenen Klassen in der UdSSR nicht allein dastehen. Sie genießen die direkte Unterstützung unserer Feinde jenseits der Grenzen der UdSSR. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, dass sich die Sphäre des Klassenkampfes auf das Gebiet der UdSSR beschränkte. Spielt sich der Klassenkampf mit einem Ende innerhalb der UdSSR ab, so reicht das andere Ende in das Gebiet der uns umgebenden bürgerlichen Staaten. Das kann den Resten der zerschlagenen Klassen nicht unbekannt sein. Und eben, weil sie es wissen, werden sie auch künftighin ihre verzweifelten Vorstöße fortsetzen. Das lehrt uns die Geschichte. Das lehrt uns der Leninismus." ( Stalin, Werke Band 14, Seite 136f).

Und weiter hat Stalin unmissverständlich klar gemacht:

"Manche Genossen haben die These von der Aufhebung der Klassen, von der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft und vom Absterben des Staates als Rechtfertigung für Trägheit und Gleichmütigkeit aufgefasst, als Rechtfertigung der konterrevolutionären Theorie vom Erlöschen des Klassenkampfes und von der Schwächung der Staatsmacht. Es erübrigt sich zu sagen, dass solche Leute mit unserer Partei nichts gemein haben können. Das sind Entartete und Doppelzüngler, die man aus der Partei verjagen muss. Die Aufhebung der Klassen wird nicht durch das Erlöschen des Klassenkampfes, sondern durch seine Verstärkung erreicht. Das Absterben des Staates wird nicht durch Schwächung der Staatsmacht erfolgen, sondern durch ihre maximale Verstärkung, die notwendig ist, um die Überreste der sterbenden Klassen zu vernichten und die Verteidigung gegen die kapitalistische Umkreisung zu organisieren, die noch bei weitem nicht beseitigt ist und noch nicht so bald beseitigt sein wird. (Stalin Band 13, Seite 188)

An einer anderen Stelle sagt Stalin:

"Wir sind für das Absterben des Staates. Wir sind jedoch gleichzeitig für die Verstärkung der Diktatur des Proletariats, die die stärkste, mächtigste Staatsgewalt ist, die je bestanden hat. Höchste Entwicklung der Staatsmacht zur Vorbereitung der Bedingungen für das Absterben der Staatsmacht- so lautet die marxistische Formel." (Stalin, Der Marxismus und die nationale und koloniale Frage, 1939)

Und auf die Frage: Wird bei uns der Staat auch in der Periode des Kommunismus erhalten bleiben? antwortete Stalin:

"Ja, er wird erhalten bleiben, wenn die kapitalistische Umkreisung nicht beseitigt, wenn die Gefahr kriegerischer Überfälle von außen nicht überwunden sein wird; dabei ist es klar, dass sich die Formen unseres Staates neuerlich verändern werden, entsprechend den Veränderungen der inneren und Äußeren Situation.
Nein, er wird nicht erhalten bleiben, sondern absterben, wenn die kapitalistische Umkreisung beseitigt, wenn sie durch eine sozialistische Umwelt abgelöst wird. So steht es um die Frage des sozialistischen Staates." (Stalin, Rechenschaftsbericht an den XVIII.Parteitag, Band 14, Seite 229).

Die Lehren des Kampfes gegen den Revisionismus in der Periode der Diktatur des Proletariats können also nur lauten: Neue Wege beschreiten bei der Verschärfung des Klassenkampfes und Stärkung der Diktatur des Proletariats zur Verhinderung der Restauration des Kapitalismus!!

Der Verrat der Revisionisten wird auch in den Fragen der Ökonomie deutlich. Genauso wie die Sozialisten den Kapitalisten Stück für Stück die ökonomische Macht entrissen, genauso haben die Revisionisten den Arbeitern und Bauern Stück für Stück das sozialistische und kollektive Eigentum wieder weggenommen, natürlich wieder im Namen des "Marxismus-Leninismus". Sie traten dabei aber nicht als einzelne Kapitalisten auf, sondern pressten den Mehrwert als kollektiver Kapitalist, als Staatskapitalist, heraus. Der revisionistische sowjetische Staat verwaltete in Wirklichkeit als ein Gesamtkapitalist die Produktionsmittel im Namen und Interesse der sowjetischen neuen Bourgeoisie. Das sozialistische Gemeineigentum wurde zu einem Staatskapitalismus n e u e n Typs. Das "Neue" bestand nur in seiner Entstehung und Rolle, und in seiner sozialistischen Hülle, seinem Wesen nach ist er aber der gleiche Kapitalismus wie in allen kapitalistischen Ländern. Der Staatskapitalismus war nur anfangs die Hauptform, wobei andere Formen des Kapitalismus auch noch existierten.
Obwohl der Beginn des Zerfallssprozesses des sowjetischen Überbaus besonders in Partei und Staat auch der Anfang der Wiederherstellung des Kapitalismus war, hätte die Fäulnis des Überbaus ohne die Fäulnis der ökonomischen Basis nicht fortschreiten können. Darum begann mit dem Zerfallsprozess des Überbaus auch der Entartungsprozess der ökonomischen Basis. Es handelte sich dabei um eine dialektische und komplizierte Wechselwirkung zwischen der Entartung des Überbaus und der Entartung der Basis, die einander anregten und vorantrieben, bis sie schließlich ihre endgültige offen kapitalistische Form annahmen.

Später begann man dann, die Wirtschaft Stück für Stück zu privatisieren nach dem Modell der revisionistischen jugoslawischen Selbstverwaltung. Wohin das geführt hat, sieht man nicht nur in Jugoslawien, sondern auch in der Sowjetunion und in allen ehemaligen Ostblockländern- totaler Bankrott des restaurierten Kapitalismus!


In seinem Werk "Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR" hat Stalin einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Ideologie des Revisionismus auf dem Gebiete der Ökonomie zu zerschlagen. Da jede praktische Tätigkeit ideologisch vorbereitet werden muss, griffen die Sowjetrevisionisten nach dem Jahr 1953 als erste These der marxistischen Wirtschaftstheorie, die These über die Warenproduktion und das Wertgesetz im Sozialismus an. Das bedeutete nichts anderes als was Lenin folgendermaßen charakterisierte:

"Der Marxismus lehrt, dass eine Gesellschaft, die sich auf die Warenproduktion gründet, auf einer bestimmten Entwicklungsstufe unvermeidlich auch selbst den Weg des Kapitalismus beschreitet."

Anstatt also die Warenproduktion Stück für Stück einzuschränken und zu verringern, brachten die Revisionisten die Beziehung Ware- Geld ordentlich in Schwung. Dieses nicht in einem "Sprung", sondern evolutionär. Wichtigstes Element war dabei die Schaffung der Ware Arbeitskraft. Damit die Arbeitskraft im Sozialismus wieder zur Ware wird, musste man den Arbeiter aller seiner Produktionsmittel berauben und ihn zwingen, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Dies war gleichzeitig der Prozess, die Diktatur des Proletariats in die Diktatur der neuen Bourgeoisie zu verwandeln. Es ist bestimmt nicht überflüssig, auf den "Anti-Dühring" von Engels hinzuweisen, der unterstrich, dass der Charakter des Staatseigentums davon abhängt, in wessen Händen sich der Staat befindet. Und was ist das Ende vom Lied ? Die blanke, nackte Ausbeutung wie Marx dies sah:

"Im selben Maß, wie sie nach ihren eigenen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung." (MEW - "Das Kapital", Band 23, Seite 613)

Was sich daraus entwickelt hat, wissen wir längst:
Damit war die Basis geschaffen für den sowjetischen Sozialimperialismus, der im Innern durch eine grausame Ausbeutung und Unterdrückung (Sozialfaschismus), durch antagonistische Klassenwidersprüche, durch Stillstand und fortwährende Krisen, durch noch nie dagewesene Militarisierung usw. und nach außen durch nicht nur politische und militärische, sondern auch durch wirtschaftliche Expansion, durch die Ausbeutung anderer Länder in der ganzen Welt, gekennzeichnet war. Durch die rasche Entwicklung der sozialistischen Produktivkräfte in der UdSSR war auch diese rasche Entwicklung hin zum parasitären Sozialimperialismus erst möglich geworden, wurde die revisionistische Hülle überflüssig und weggeworfen wie Lenin dies ausdrückte. Der neue östliche Kapitalismus riecht den alten westlichen imperialistischen Vampiren immer noch verdächtig nach sozialistischem Knoblauch, so dass die Basis der Entfaltung des russischen Kapitalismus äußerst ungünstig ist, und die westliche "Hilfe" nicht nur darin besteht, dort auszubeuten oder den Konkurrenten im Zaum zu halten. Und so schnell wird das Russland der alten und neuen Kremlzaren seinen "Knoblauchgeruch" nicht los.

In den Klauen der Revisionisten wurde der Marxismus-Leninismus als Instrument missbraucht, die Umkehrschlüsse g e g e n den Marxismus-Leninismus zu richten, den Marxismus-Leninismus sozusagen mit den eigenen Waffen zu schlagen, denn der Kapitalismus hätte dieses ideologische Potential niemals aus eigener Kraft entwickeln können. Ohne Missbrauch des Marxismus-Leninismus hätte es heute den Kapitalismus vielleicht längst nicht mehr gegeben. So ist der Marxismus-Leninismus nicht nur ein Mittel, um die alte Gesellschaft zu vernichten und eine neue auf deren Trümmern aufzubauen, sondern für die Feinde des Sozialismus auch eine Waffe, dies zu verhindern, bzw zu bekämpfen und vor allem den eigenen Untergang hinauszuzögern. Deswegen liest die Bourgeoisie das "Kapital" auch nicht nur deswegen so aufmerksam, um uns offen zu schaden, sondern um daraus gleichzeitig einen eigenen Vorteil zu ziehen.
"Schlag nach bei den Klassikern" und du hast eine wunderbare Handlungsanleitung für den Revisionismus - das nennt man ideologischen Parasitismus. Was wäre der Revisionismus ohne Marxismus-Leninismus? Ein Nichts! Wenn wir jetzt den Marxismus-Leninismus weiterentwickeln und damit unsere ideologischen Waffen schärfen, wird eins wiederum u n v e r m e i d l i c h passieren: Der Revisionismus wird sich darauf stürzen und uns mit neuen ideologischen Kapriolen ans Leder gehen. Wie die Hyänen werden sie auf unsere Ideen stürzen, um zu versuchen, sie in die Luft zu sprengen, werden sie versuchen zu verhindern, dass diese Ideen die Massen erreichen, werden sie alles verdrehen, zerstümmeln, entfremden, so dass vom alten Ursprung nichts mehr zu erkennen ist. Aber wir kennen den Dreh und haben die geeigneten Mittel, um uns dagegen erfolgreich zur Wehr zu setzen.
Wenn man also dem Imperialismus den Todesstoß versetzen will, dann muss man auch den Revisionisten einen Tritt geben (oder besser gleich zwei, damit sie nicht so schnell wieder auf die Beine kommen, wir sie sozusagen schon im Keim ersticken können, bevor s i e das mit uns tun).
 
Wir dürfen uns unsere marxistisch-leninistische Waffe nicht aus der Hand reißen lassen, wenn wir nicht wollen, dass sie in den Händen der Feinde gegen uns gerichtet werden.


Es ist die historische Tatsache eingetreten, dass nach dem Sieg des Sozialismus bei seinem weiteren Aufbau eine regressive Richtung die Oberhand gewonnen hat, d.h. was damals als Sozialismus notwendig, wesentlich, allgemein, wirklich, war, verkam im Laufe der Restauration des Kapitalismus zu etwas bloß Zufälligem, Unwesentlichen, Einzelnen, Möglichen, Vergangenen, Historischen, Abgehakten usw. Im historischen Globalzusammenhang ist diese regressive Entwicklung jedoch nur relativ, vorübergehend, partiell und kann die Grundrichtung, dass der Sozialismus den Kapitalismus unvermeidlich ablöst, nicht reversibel machen. Die Entwicklung des Revisionismus ist nicht 'Gott gegeben' oder aus dem Marxismus-Leninismus oder dem Sozialismus zwangsläufig, gesetzmäßig entstanden d.h. sie ist nicht erforderlich, damit sich der Marxismus-Leninismus sozusagen "im Kampf zweier Linien" entwickelt im Sinne der Mao Tsetung Ideen. Seine Entstehung kann durch geeignete Maßnahmen unschädlich gemacht und seine Ausbreitung erfolgreich bekämpft werden wie unter Lenin, Stalin und Enver Hoxha. Der Revisionismus braucht zum Schmarotzen den Marxismus-Leninismus, aber die Welt kann gut und gerne auf diese Schmarotzer verzichten und wird auf jeden Fall ohne den Revisionismus besser zurecht kommen. Es gibt Prozesse, die stimuliert oder bevorzugt gefördert, und solche, die verhindert oder gebremst werden müssen. In der Gesellschaft müssen jene Prozesse stimuliert werden, die eine progressive Bewegung, eine aufsteigende Entwicklung zum Ausdruck bringen. Verhindert werden müssen jene Vorgänge, wo durch quantitative Überspannungen aus einer positiven, nützlichen eine negative, schädliche Erscheinung wird.

Schon 1919 stellte Lenin fest:

Trotz des Einflusses, den die Führer des verfaulten Sozialismus (man beachte die eindrucksvolle Formulierung "verfaulter Sozialismus ! im gesamten Zusammenhang- Anmerkung der Redaktion) ausüben, gewinnt unsere Verfassung ständig an Sympathie bei den werktätigen Massen !"

Warum sollte das heute nach dem Ende der verfaulten Sowjetunion anders sein ?




IX
Das Proletariat
Totengräber des Kapitalismus und Erbauer des Sozialismus


Wenn das Proletariat also diese Rolle übernimmt, muss sie dabei den ganzen alten Mist, den die Bourgeoisie den Arbeitern Jahrhunderte lang in die Hirne gepustet hat, entsorgen und zwar gründlich und restlos entsorgen.

"Wenn man uns... sagen wird: 'Eure Abteilungen, die Getreide beschaffen sollen, ergeben sich dem Trunk und werden selber zu Schwarzbrennern, zu Plünderern', so werden wir antworten:
Wir wissen ausgezeichnet, wie oft das vorkommt, in solchen Fällen verheimlichen wir das nicht, beschönigen es nicht, gehen nicht mit angeblich linken Phrasen und Vorsätzen darüber hinweg. Jawohl, die Arbeiterklasse ist nicht durch eine chinesische Mauer von der alten, der bürgerlichen Gesellschaft getrennt. Und wenn die Revolution anbricht, so geht es nicht so wie beim Tode eines einzelnen Menschen, wo die Leiche einfach hinausgetragen wird. Wenn die alte Gesellschaft zugrunde geht, kann man ihren Leichnam nicht in einen Sarg vernageln und ins Grab versenken. Dieser Leichnam geht mitten unter uns in Verwesung über, er verfault und steckt uns selbst an." (Lenin Band 27, Seite 432)
Und weiter schreibt Lenin:
"Anders ist es noch in keiner großen Revolution auf der Welt zugegangen und kann es auch nicht zugehen. Eben das, was wir bekämpfen müssen, um die Keime des Neuen in einer von den Miasmen (Miasma= auf Hippokrates zurückgehende Vorstellung von den krankheitserregenden und ansteckenden Bodendünsten, erst durch Pasteur widerlegt - Anmerkung der Redaktion) des verwesenden Leichnams verpesteten Atmosphäre zu erhalten und zur Entwicklung zu bringen: jene literarische und politische Situation, jenes Spiel der politischen Parteien, die...von diesen Miasmen des lebenden Leichnams durchtränkt sind, das alles wollen sie uns als Knüppel zwischen die Beine werfen. Anders kann die sozialistische Revolution nie geboren werden, und anders als unter den Bedingungen des verwesenden Kapitalismus und eines qualvollen Kampfes gegen ihn wird kein Land vom Kapitalismus zum Sozialismus übergehen".

Hier finden wir also zum Kern des unausbleiblichen Niedergangs des Kapitalismus. Lenin macht uns vollkommen deutlich, durch welchen Sumpf wir hindurch müssen, und vor allem, dass wir von der Fäulnis des Kapitalismus beeinflusst und davon angesteckt werden; wie wichtig es also ist, dass die ehrlichen Genossen zusammenhalten, sich gegenseitig helfen, sich vereinigen und eine straffe, disziplinierte bolschewistische Partei schmieden und gegen die gegenwärtige Verpestung der Bourgeoisie , aber auch gegen das arrogante, vermoderte Gezänk in den linken Kreisen, standhaft gegenan zu stinken. Wir dürfen heute vor lauter Problemen, die die Bourgeoisie vor unserer Tür abgeladen hat, weder das Endziel vor Augen verlieren, noch uns davon abbringen lassen, weiter mutig voranzuschreiten im täglichen Klassenkampf. Große Energie wird nur für ein großes Ziel geboren. Ohne unsere größten Anstrengungen werden wir den Weg zum Sozialismus nicht verkürzen können, wird die Arbeiterklasse zwar ohne wissenschaftlichen Kommunismus ans sozialistische Ufer gelangen - aber eben unter unvorstellbar großen Opfern und Schwierigkeiten und unter zeitlichen Verschiebungen und Verzögerungen, von denen wir nur Alpträume bekommen können. Dass die Arbeiterklasse den revolutionären Übergang zum Sozialismus auch ohne uns Kommunisten erreicht, ist ein alter Hut, gehört zum ABC des Marxismus und soll hier nicht weiter vertieft werden. Ohne die Arbeiterklasse könnte die Produktion nicht mehr einen Tag funktionieren, wäre sie längst tot. Mehr noch. Heute sind die Kapitalisten nicht nur für die Produktion unnötig, sondern sie sind sogar hinderlich dabei. Und das kann nur zwei Konsequenzen haben:
Auf die selbstzerstörerischen Kräfte des verfaulenden Kapitalismus zu hoffen, bezeichnete Lenin als "abwartend sterben", und das kann nur heißen, zuzusehen wie alles gesellschaftliche Leben völlig und vielleicht endgültig zusammenbricht
oder die Arbeiterklasse emanzipiert sich vorher rechtzeitig zum Herrn über die neue Produktion, würde ihr Eigentümer werden. Die Krise, in der wir hineingeraten sind, läutet das kapitalistische Eigentum zu Grabe und uns wird die entscheidende Frage gestellt:
"Entweder - oder ? Kapitalismus - oder Sozialismus? An dieser Frage wird der Parasitismus des heutigen Kapitalismus klar deutlich und ebenso die Unvermeidlichkeit des Sieges des Sozialismus, denn, Genossinnen und Genossen, wir sind auch im Besitz der sozialistischen Erfahrungen, ein Schatz, der uns dabei hilft, dort weiterzukommen, wo Lenin, Stalin und Enver Hoxha aufgehört haben. Wir werden den Sozialismus auf dem festen Fundament der Klassiker weiter aufbauen, indem wir die Trümmer unseres sozialistischen Gebäudes wegräumen und wieder frisch - Stein für Stein - ans Mauern gehen. Nicht auf einer sentimantalen Liebe zum Proletariat beruht unsere Kraft, sondern auf den unerschütterlichen wissenschaftlichen Grundlagen des proletarischen Sozialismus. Das wichtigste hieran ist, wie

Engels im Anti-Dühring 1877 geschrieben hat,

"dass die von der modernen kapitalistischen Produktionsweise erzeugten Produktivkräfte wie auch das von ihr geschaffene System der Güterverteilung in brennenden Widerspruch geraten sind mit jener Produktionsweise selbst und zwar in solchem Grad, dass eine Umwälzung der Produktions- und Verteilungsweise stattfinden muss, die alle Klassenunterschiede beseitigt, falls nicht die ganze moderne Gesellschaft untergehen soll. In dieser handgreiflichen, materiellen Tatsache,... nicht aber in den Vorstellungen dieses oder jenes Stubenhockers von Recht und Unrecht, begründet sich die Siegesgewissheit des modernen Sozialismus."

Es ist ja nicht nur die Bourgeoisie, die als Klasse von der Bühne tritt, sondern mit ihr die Klasse von Lohnsklaven, die nur solange lebt, wie sie Arbeit findet, die das Kapital vermehrt. Der Arbeiter im Sozialismus ist nicht mehr der Arbeiter im Kapitalismus. In unserem Theoretischen Organ der KPD/ML Nr.3/80 heißt es hierzu:

"Mit der kapitalistischen Gesellschaft zerfällt natürlich auch das Klassengefüge dieser Gesellschaft. Die Bourgeoisie verliert ihre Produktionsmittel, wird also als Klasse vernichtet. Aber auch das Proletariat wird als Klasse aufgehoben, denn die Arbeiterklasse im Sozialismus ist ja keine Klasse mehr, die der Produktionsmittel beraubt ist und ihre Arbeitskraft verkaufen muss, sondern sie ist im Besitz der Produktionsmittel. Marx und Engels schreiben in der 'Heiligen Familie': 'Wenn das Proletariat siegt, so ist es dadurch keineswegs zur absoluten Seite der Gesellschaft geworden, denn es siegt nur, indem es sich selbst und sein Gegenteil aufhebt. Alsdann ist ebensowohl das Proletariat wie sein bedingter Gegensatz, das Privateigentum, verschwunden.'" ( MEW, Band 2, Seite37f)

Das Wirken der ökonomischen Gesetzmäßigkeiten liegt einerseits im Interesse bestimmter Klassen und widerspricht andererseits den Interessen anderer bestimmter Klassen. Das Mehrwertgesetz liegt im Interesse der kapitalistischen Klasse. Sie ist daran interessiert, seinen Wirkungskreis möglichst zu erweitern, seine Existenz zu verewigen. Das Mehrwertgesetz widerstrebt dem Klasseninteresse der Arbeiterklasse, obwohl sie ihm im Kapitalismus unterworfen ist, und mit dem Marxismus kämpft der bewusste Teil der Arbeiterklasse für eine ökonomische Ordnung, in der das Mehrwertgesetz nicht mehr wirken kann, weil es in dieser Ordnung keine Ausbeuter mehr gibt. Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass die alte Ordnung stirbt aufgrund des Wirkens des Gesetzes der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem gesellschaftlichen Charakter der Produktivkräfte, und dass die neue gesellschaftliche Ordnung heranreift. Und das Proletariat bildet gleichzeitig die organisierte Kraft, die alte Klassen zu beseitigen, denn diese versuchen ja gegen dieses ökonomische Gesetz deswegen größten Widerstand entgegenzubringen, weil sie ja die Nutznießer der bisherigen Ordnung waren. Dieser gesellschaftliche Prozess läuft also nicht automatisch ab, die ökonomischen Gesetze wirken nicht mechanisch, sondern nur durch Tätigwerden der Arbeiterklasse.

Stalin sagt dazu:

"Die Ausnutzung der ökonomischen Gesetze erfolgt in der Klassengesellschaft immer und überall aus klassenmäßigen Beweggründen, wobei der Bannerträger der Ausnutzung der ökonomischen Gesetze im Interesse der Gesellschaft immer und überall die fortschrittliche Klasse ist, während sich die überlebten Klassen dagegen zur Wehr setzen." (Stalin, "ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR", Seite 8)

Im "Kommunistischen Manifest" von Marx und Engels werden auch Teile anderer Klassen beschrieben, die den Wandel in die neue Gesellschaftsordnung mitvollziehen. Wie dies?

"In Zeiten.., wo der Klassenkampf sich der Entscheidung nÄhert, nimmt der Auflösungsprozess innerhalb der herrschenden Klasse, innerhalb der ganzen alten Gesellschaft, einen so heftigen, so grellen Charakter an, dass ein kleiner Teil der herrschenden Klasse sich von ihr lossagt und sich der revolutionären Klasse anschließt, der Klasse, welche die Zukunft in ihren Händen trägt. Wie daher früher ein Teil des Adels zur Bourgeoisie überging, so geht jetzt ein Teil der Bourgeoisie zum Proletariat über, und namentlich ein Teil der Bourgeoisideologen, welche zum Verständnis der ganzen geschichtlichen Bewegung sich hinaufgearbeitet haben.
Von allen Klassen, welche heutzutage der Bourgeoisie gegenüberstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse. Die übrigen Klassen verkommen und gehen unter mit der großem Industrie, das Proletariat ist ihr eigenstes Produkt.
Die Mittelstände, der kleine Industrielle, der kleine Kaufmann, der Handwerker, der Bauer, sie alle bekämpfen die Bourgeoisie, um ihre Exzstenz als Mittelstände vor dem Untergang zu sichern. Sie sind also nicht revolutionär, sondern konservativ. Noch mehr, sie sind reaktionär, denn sie suchen das Rad der Geschichte zurückzudrehen. Sind sie revolutionär, so sind sie es im Hinblick auf den ihnen bevorstehenden Übergang ins Proletariat, so verteidigen sie nicht ihre gegenwärtigen, sondern ihre zukünftigen Interessen, so verlassen sie ihren eigenen Standpunkt, um sich auf den des Proletariats zu stellen. -
Das Lumpenproletariat, diese passive Verfaulung (!) der untersten Schichten der alten Gesellschaft wird durch eine proletarische Revolution stellenweise in die Bewegung hineingeschleudert, seiner ganzen Lebenslage nach wird es bereitwilliger sein, sich zu reaktionären Umtrieben erkaufen zu lassen"
und das noch mal durchzukauen, was die oberen Schichten von Parasiten ihnen an Verdautem übriglassen. Die Bourgeoisie verwest am lebendigen Leibe je mehr sie am Körper der Werktätigen und am Körper der Völker schmarotzt. Neue Schichten, Gruppierungen, "organisiertes Verbrechen", weltweite Mafias gelangen bis in die Schaltzentralen von Politik und Wirtschaft, wo die größten Verbrecher der Menschheit sitzen. Diese Mafias haben kein Interesse, den Reichtum zu nähren, Kapital zu akkumulieren, sich kapitalistisch zu betätigen im eigentlichen Sinne, sondern einfach abzusahnen, abzuschöpfen, dem anderen die Beute abzujagen, um sie bei nächster Gelegenheit an den nächsten Beutejäger zu verlieren. Das ist jetzt das Spiel, welches die imperialistischen Wölfe spielen, ein gefährliches Spiel, bei dem das Blut der Völker einkalkuliert ist. Diese imperialistischen Wölfe treiben dies Spiel so weit, bis das klassische Modell der marxistischen Mehrwerttheorie keine Anwendung mehr darauf findet, wo sie sich selbst um die Möglichkeit der Ausplünderung bringen, indem sie alles vereinnahmen, verprassen, zerstören.

Und in den "Drei Quellen und drei Bestandteilen des Marxismus" schreibt Lenin:

"Die Menschen waren in der Politik ( und sind es heute immer noch -Anmerkung der Redaktion) stets die einfältigen Opfer von Betrug und Selbstbetrug, und sie werden es immer sein, solange sie nicht lernen, hinter allen möglichen moralischen, religiösen, politischen und sozialen Phrasen, Erklärungen und Versprechungen die Interessen dieser oder jener Klassen zu suchen. Die Anhänger von Reformen und Verbesserungen werden immer von den Verteidigern des Alten übertölpet werden, solange sie nicht begreifen, dass sich jede alte Einrichtung, wie sinnlos und faul sie auch erscheinen mag, durch die Kräfte dieser oder jener herrschenden Klassen behauptet. Um aber den Widerstand dieser Klassen zu brechen, gibt es nur e i n Mittel: innerhalb der uns umgebenden Gesellschaft selbst Kräfte zu finden, aufzuklären und zum Kampf zu organisieren, die imstande - und infolge ihrer gesellschaftlichen Lage genötigt - sind, die Kraft zu bilden, die das Alte hinwegzufegen und das Neue zu schaffen vermag."

Die ökonomische Notwendigkeit des Sozialismus ist keine Lehre des Fatalismus - sowenig sie eine voluntaristische Lehre ist. Der Sozialismus kommt nicht von selbst. Er geht auch nicht von selbst. Das ist nicht anders als beim Kapitalismus, Feudalismus usw. Er setzt vielmehr revolutionäres, politisches Bewusstsein voraus, das sich die Arbeiterklasse aneignen muss. Dabei müssen wir Kommunisten helfen. Die Arbeiterklasse muss sich ihrer Mission als Totengräber des Kapitalismus bewusst sein, bevor der Sozialismus kommt. Und wenn die Arbeiterklasse dieses Bewusstsein wieder verliert - aus welchem Grund auch immer - wenn sie den bewussten Klassenkampf nicht permanent weiterführt oder auf halbem Wege stehen bleibt -, dann wird auch der Sozialismus nicht auf ewig halten, dann wird das wieder und immer wieder geschehen, was bisher immer geschehen ist - die Restauration des Kapitalismus! Des Pudels Kern ist, dass die Arbeiter stets und in allem die Führung innehaben müssen, die Geschicke des Sozialismus selber regulieren und kontrollieren müssen. Ihre Arbeit beschränkt sich nicht auf die Produktion, auf die Verbesserung der Basis der Gesellschaft, sondern erstreckt sich auf die Aufgaben im Überbau - also auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Und diese Macht darf sich die Arbeiterklasse genauso wenig aus der Hand nehmen lassen, wie das Gewehr zum Schutz des Sozialismus. Alles andere ist billiges Intellektuellengewäsch, was nur wieder der Restauration des Kapitalismus heraufbeschwört.
Es gibt nur eine Klasse, die darüber entscheidet, ob die Menschheit in der Katastrophe endet oder den Weg in die sozialistische Zukunft beschreitet. Es gibt nur eine Klasse, die als einzige die Frage beantworten kann : Barbarei oder Sozialismus? - das ist die Arbeiterklasse. Ein Zwischending kann es nicht geben, wird es nicht geben.

Solange der Kapitalismus besteht, werden Bourgeois und Prolet als Teile der einheitlichen kapitalistischen Gesellschaft durch alle Fäden der Wirtschaft miteinander verbunden sein. Die Bourgeoisie kann nicht leben und sich bereichern, ohne Lohnarbeiter zur Verfügung zu haben. Die Lohnarbeiter können nicht existieren, ohne ihre Arbeitskraft an den Kapitalisten zu verkaufen. Der Abbruch jeglicher wirtschaftlicher Beziehungen zwischen ihnen bedeutet die Einstellung der kapitalistischen Produktion. Die Einstellung jedweder Produktion, aber führt zum Untergang der Geselllschaft, zum Untergang der Klassen selbst. Deswegen wird es keine Klasse geben, die sich freiwillig ihrer eigenen Vernichtung aussetzt. Daher kann der Klassenkampf, wie scharf er auch sein mag, nicht zum Zerfall der Gesellschaft überhaupt führen. Mit dem Zerfall der Gesellschaft zerfällt nicht der Klassenkampf.
Dieses Schreckgespenst, wenn die Totengräber ans Werk gehen, um die alte Ordnung zu begraben, zieht nicht. Im Gegenteil, je schärfer der Klassenkampf geführt wird, und deswegen gehrn wir Kommunistenim Klassenkampf voran, desto besser können die alten, verfaulten Strukturen beseitigt und an ihre Stelle neue, lebenstüchtige Strukturen aufgebaut werden.

Die sozialistische Revolution wird durch die objektiven Umstände reif, während Sieg und Niederlage vom Zustand und von der Rolle des subjektiven Faktors abhängt, vom Proletariat, von seinem Klassenkampf. Weder die Unterdrückung durch die Bourgeoisie, noch der revisionistische Verrat können die Revolution aufhalten. Die Revolutionen reifen gesetzmäßig heran und sind unvermeidlich, aber sie fallen der Arbeiterklasse nicht in den Schoß. Lenin lehrt, dass die Herrschenden niemals freiwillig fallen, selbst in ihrer schwersten Krise oder ihrem letzten Todeskampf nicht, sie müssen gewaltsam gestürzt und enteignet werden. Die Revolution kann andererseits auch nicht künstlich durch den subjektiven Faktor, durch die bewussten Kräfte, in Szene gesetzt werden. Die Revolution ist das Werk der Arbeiterklasse und aller verbündeten Klassen und Schichten, die sie im Klassenkampf führt. Und diejenigen, die heute den Verzicht oder die Änderung des grundsätzlichen Charakters der marxistisch-leninistischen Partei und damit die Anbetung der Spontaneität predigen, haben aus den Erfahrungen des Sieges der Oktoberrevolution nichts gelernt. Lenin hob hervor, dass der Weltimperialismus dann zusammenbricht, wenn sich der revolutionäre Angriff der ausgebeuteten und unterdrückten Arbeiter in einem Land, nachdem er den Widerstand der kleinbürgerlichen Elemente und den Einfluss der oberen Schichten der Arbeiteraristokratie, die eine ganz geringe Minderheit ausmachen, unterdrückt und er sich mit dem revolutionären Sturm von Hunderten Millionen Menschen vereinigt hat, die bisher außerhalb der Geschichte standen und nur als ihr Objekt betracht worden sind. Das Heranreifen der bürgerlichen Krise ist gegenwärtig überall deutlich zu spüren. Aber es genügt nicht, wie Lenin lehrt,

"dass die ausgebeuteten und geknechteten Massen die Unmöglichkeit, in alter Weise zu leben, erkennen und eine Änderung fordern; zur Revolution ist es nötig, dass die Ausbeuter nicht mehr in der alten Weise leben und regieren können. Nur wenn die 'unteren Schichten' das Alte nicht mehr
w o l l e n und die 'Oberschichten' in der a l t e n Weise nicht mehr leben k ö n n e n - nur dann kann die Revolution siegen. Mit anderen Worten kann man die Wahrheit so ausdrücken:
Die Revolution ist ohne eine Krise der gesamten Nation (die Ausgebeutete wie Ausbeuter erfasst) unmöglich. Folglich gehört zur Revolution erstens, dass die Mehrheit der Arbeiter (jedenfalls die Mehrheit der klassenbewussten, denkenden, politisch aktiven Arbeiter) die Notwendigkeit der Umwälzung vollkommen begriffen hat und bereit ist, ihretwegen in den Tod zu gehen; zweitens, dass die herrschenden Klassen eine Regierungskrise durchmachen, die sogar die rückständigsten Massen in die Politik hineinzieht (das Merkmal einer jeden wirklichen Revolution ist: die schnelle Verzehnfachung, ja sogar die Verhundertfachung der zum politischen Kampf fähigen Vertreter der werktätigen und ausgebeuteten Massen, die bis dahin apathisch waren), die Regierung entkräftet und den Revolutionären den schnellen Sturz dieser Regierung ermöglicht... Den konkreten Weg oder die besondere Wendung der Ereignisse, die die Massen zum wirklichen, entscheidenden, letzten, großen, revolutionären Kampf h e ra n f ü h r t , herauszufinden, herauszufühlen, richtig zu bestimmen, - darin besteht die Hauptaufgabe des heutigen Kommunismus in Westeuropa und Amerika."( Lenin, 'Der linke Radikalismus' - die Kinderkrankheit im Kommunismus).
Aber beim Bestimmen liegt wiederum erst der Anfang, denn wie es in den Feuerbachthesen hei�t:

"Die Philosophen haben die Welt nur verschieden i n t e r p r e t i e r t, es kommt darauf an, sie zu v e r ä n d e r n!"

Die jetzige Situation verändern, heißt: den Zerfallssprozess durch Aktionen gezielt an seinen effektivsten Stellen anzukitzeln, Juckreize hervorzurufen, Eiterbeulen aufzureißen, die Krankheitserreger zu mobilisieren usw, also alles zu tun, was den Kapitalismus weiter schwächt und ihn dem Abgrund näher bringt, von dem wir ihn hinabstürzen können. Da, wo es dem Imperialismus weh tut, müssen wir zuschlagen in den Metropolen, an den Schaltzentralen. Da muss man erstens mit den revolutionären Kräften in den Metropolen untereinander und dann auch mit den revolutionären Befreiungskräften in Asien, Lateinamerika, und Afrika zusammenarbeiten, weil der Imperialismus nur unter aufeinander abgestimmten, gemeinsamen Aktionen zu Fall gebracht werden kann. Was wir jetzt begreifen lernen müssen, was jetzt in unser Bewusstsein rein muss, ist, dass der Imperialismus jetzt ins Schleudern gekommen ist und wir nicht zusehen dürfen, wenn diese einmalige Chance nutzlos verpufft. J e t z t kommt es überall in der Welt darauf an, die inneren Widersprüche und aufplatzenden Gegensätze, innerhalb des imperialistischen Systems auszunutzen, die vorhandenen Organisationen auf Vordermann zu bringen, da, wo keine sind, neue Organisationen zu schaffen, die Kräfte vereinigen und vereinheitlichen, arbeitsteilig - oder in welchen anderen alten und neuen Formen auch immer - einsetzen und die Kräfte zum Angriff dann auf breiter Ebene, durch Bündnisse usw vorzubereiten.
Es dürfte nicht schaden, zum Abschluss an die prophetischen Worte Lenins über die revolutionäre Krise zu erinnern, die er auf dem II. Kongress der Kommunistischen Internationale gesprochen hat:

"Genossen! Wir kommen jetzt zur Frage der revolutionären Krise als der Grundlage unseres revolutionären Handelns. Hier müssen wir vor allem zwei Irrtümer hervorheben. Einerseits stellen die bürgerlichen Ökonomen diese Krise einfach als 'Störung' hin, wie der elegante Ausdruck der Engländer lautet. Andererseits versuchen zuweilen Revolutionäre den Beweis zu führen, dass es absolut keinen Ausweg aus der Krise gebe.
Das ist ein Irrtum. Absolut ausweglose Lagen gibt es nicht. Die Bourgeoisie benimmt sich wie ein frech gewordener Räuber, der den Kopf verloren hat, macht eine Dummheit nach der anderen, verschärft die Lage und beschleunigt den eigenen Untergang.
Das ist alles . Aber man kann nicht 'beweisen' , dass es für die Bourgeoisie absolut keine Möglichkeit gebe, irgendeine Minderheit der Ausgebeuteten durch irgendwelche kleinen Zugeständnisse einzuschläfern, irgendeine Bewegung oder einen Aufstand irgendeines Teils der Unterdrückten und Ausgebeuteten niederzuschlagen. Wollte man von vornherein versuchen, die 'absolute' Ausweglosigkeit zu 'beweisen', so wäre das leere Pedanterie oder ein Spiel mit Begriffen und Worten. Einen wirklichen 'Beweis' in dieser und in ähnlichen Fragen kann nur die Praxis liefern. Die bürgerliche Ordnung in der ganzen Welt macht eine ungeheure revolutionäre Krise durch. Wir müssen jetzt durch die Praxis der revolutionären Parteien 'beweisen', dass sie genügend Zielklarheit, Organisation, Verbindung mit den ausgebeuteten Massen, Entschlossenheit und Fähigkeit besitzen, diese Krise für den Erfolg, für den Sieg der Revolution auszunützen." (zitiert in Stalin, Bericht auf dem XVII. Parteitag über die Arbeit des ZK der KPdSU - B. 1934) - Band 13, Seite 288).