Über Stalin, die Weltrevolution und den Kaukasus

dreiteiliger Artikel der Komintern / ML – Herbst 2008,

verfasst von Wolfgang Eggers

  • Erster Teil -







Du heldenhaftes Georgien Stalins

begraben

von feindlichen Kugeln getroffen, in den kaukasischen Bergen,

wenn du wieder von den Toten auferstehen könntest,

wenn dein Leichnam plötzlich wieder zum Leben erwachte,

dann würdest du wieder dein Herz

im Kampf gegen Stalins Feinde opfern,

noch einmal würdest du für den Kommunismus sterben -

hier, wo Stalin geboren wurde.







Der verschärfte Kampf um globalen Profit drückt sich aus in den immer brutaleren Methoden der globalen Räuber, ihre Konkurrenten auf dem Weltmarkt zu ersäufen, finanziell, politisch, militärisch zu vernichten. Die Großen fressen die Kleinen – Sie folgen dabei unvermeidlich dem Gesetz des Weltkapitalismus, das da lautet: Maximierung globaler Profite – das heißt, nicht Ausbeutung dieser oder jener Länder durch diese oder jene Länder, sondern globale Ausbeutung aller Länder durch die größten herrschenden Wirtschafts- und Finanzkreise der Welt, um sich ein Land nach dem anderen, die Welt privat anzueignen – im globalen Stil. Um seine Macht aufrechtzuerhalten, um aus seiner großen Krise herauszukommen, sieht sich der Weltimperialismus gezwungen, einen globalen Krieg gegen alle Völker der Welt vorzubereiten. Woher nimmt der Weltkapitalismus aber das Geld, um seine globalisierten Feldzüge zu finanzieren? Ganz einfach : er holt es sich von seinen Banken und die holen es sich wiederum von den Regierungen, die wiederum ihre Steuerzahler schröpfen. Im Klartext: Mit verschärfter Ausbeutung und Unterdrückung des Weltproletariats finanzieren die Weltkapitalisten die globalen Kriege gegen das Weltproletariat mit dem Ziel, es noch mehr ausbeuten und unterdrücken zu können, um ihren global angewachsenen Hunger auf Profit zu befriedigen. Der Weltimperialismus hat nun alle Länder der Welt auf den Kopf gestellt, um aus ihnen die letzten finanziellen Reserven herauszuschütteln – internationale Börsencrashes zur Finanzierung der Fortsetzung seiner globalen Raubkriege gegen die Völker, zur Finanzierung des Weltfaschismus, des konterrevolutionären Klassenkampfes der Weltbourgeoisie gegen das aufstrebende Weltproletariat und seine unausweichlich herannahende Weltrevolution.

Die Atempause zwischen den imperialistischen Weltkriegen scheint damit abzulaufen. Allem Anschein nach hat der Weltimperialismus nicht die Absicht, die Waffen gegen Russland nach Sozialismus und „Kalten Krieg“ endlich niederzulegen. Er hat offenbar die Absicht, den Kriegsschauplatz nach dem Süden, in das Gebiet von Transkaukasien zu verlegen, wobei es nicht mehr auszuschließen ist, dass Georgien, seinen Pflichten als Mätresse des westlichen Imperialismus entsprechend (zum Beispiel 3, 5 Milliarden Euro durch die „Geberländer“, die in Wirklichkeit ja die „Nehmerländer“ sind, denn sie werden garantiert mehr als 3,5 Milliarden aus Georgien wieder herauspressen!) , seine Dienste nicht verweigern wird. Dem in eine tiefe Krise geratenen Weltimperialismus scheint es, dass die Erde für ihn zusammen mit Russland, diesem Land mit den riesigen Bodenschätzen und Naturreichtümern, zu eng werden könne, dass vielleicht eins von beiden entweder den längeren Atem haben könnte oder untergehen müsse, damit „Frieden auf Erden“ herrsche. Wenn das der Fall ist, dann bleibt dem imperialistischen Russland nicht anderes übrig als zu den Waffen zu greifen, um auf die militärischen Sticheleien des westlichen Georgiens zu antworten – und das hat es getan und ist in Georgien einmarschiert. Mit dem Rückzug der russischen Panzer scheint die Sache nicht erledigt zu sein. Der internationale Imperialismus wird und kann sich damit angesichts seiner eigenen, tiefsten Krise nicht zufrieden geben und wird „gezwungen“ sein, seine expansionistische Politik gen Osten mit Waffengewalt verstärkt fortzusetzen, also den Kriegs-Konflikt zu vertiefen und auszuweiten, wenn Russland sich ökonomisch nicht „freiwillig integrieren“ (isolieren) und in die Knie zwingen lässt.

Dass jetzt die Weltimperialisten die russische Regierung zudem genötigt haben, die revolutionäre Beseitigung des Zaren und des Zarismus offiziell und de jure als ein „Verbrechen der Bolschewiki“ zu verurteilen und das ehemalige stolze Sowjetvolk, dem Sieger über den verhassten, meschenfeindlichen Zarismus und dem brutalen russischen Imperialismus, zu demütigen, ist kein Zufall. Das zeigt, wie groß die Angst ist, die die Imperialisten selbst nach 100 Jahren immer noch vorm Bolschewismus, vor den Sowjetvölkern, haben. Das zeigt ferner, dass sie die heutige, erneute Ausbreitung des Bolschewismus fürchten, eine erneute Oktoberrevolution befürchten und diese bedrohliche Gefahr tatsächlich ja durchaus realistisch einschätzen. Die Weltbourgeoisie verurteilt die Geschichte des Bolschewismus und damit auch alles, was sich auf seine Geschichte beruft und stützt. Ohne auch nur den Weltbolschewismus unter die Lupe nehmen zu müssen, ohne sich mit ihm überhaupt ideologisch auseinanderzusetzen, wird er allein deswegen schon verurteilt, weil er sich als Fortsetzung und Weiterentwicklung des russischen Bolschewismus determiniert. Es ist eine Tatsache, dass der alte Bolschewismus erneut kriminalisiert und die neuen Weltbolschewisten als „gefährliche Verbrecher“ eingestuft und strenger behandelt werden – nicht nur in Russland, sondern in der ganzen Welt. Damit wird es wiederum der Weltimperialismus selbst sein, der die Ausbreitung des Bolschewismus zum zweiten Mal nicht verhindert, sondern im Gegenteil, uns Bolschewisten diesmal propagandistisch einen globalen Bärendienst erweist. Je mehr er auf uns Weltbolschewisten eindrischt, desto mehr Sympathien und Unterstützung werden wir von den anti-imperialistischen, revolutionären Massen bekommen, desto mehr schaufelt sich der Weltimperialismus sein eigenes Grab, desto größer und überzeugter wird unsere bolschewistische Anhängerschaft. Die Multis und ihr amerikanisches Führungszentrum machen kein einziges militärisches Zugeständnis, kein einziges Zugeständnis in der Politik, die Staaten und Völker unter dem Joch und unter Kontrolle zu halten, in der Politik der globalen Ausbeutung und Unterdrückung der ganzen Welt, insbesondere in der Politik der Bekämpfung der globalen Ausbreitung des Weltbolschewismus, im Kampf gegen das Wiedererstarken und der Vereinigungsbestrebungen der heutigen Bolschewisten in allen Ländern der Welt.

Es ist nicht schwer zu erraten, warum es die NATO, insbesondere die USA, so eilig hat, Georgien zu ihrem Mitglied zu machen. Dieser Militärstützpunkt soll - wie jeder andere auch und nicht nur an den Grenzen Russlands – in der Absicht errichtet werden, den Herren in der Wall Street fette Kriegsgewinne und Rohstoffquellen zu verschaffen. Georgien ist ein Glied in der Kette der weltimperialistischen Vorbereitung eines Krieges zur globalen Versklavung aller Völker dieser Erde. „Hilfe für Georgien“ - das ist die Ausbeutung dieses Landes durch den globalen Imperialismus, der vor allem von den USA und seinen Verbündeten ausgeht – das ist die militärische Hilfe, die Georgien für ihren räuberischen globalen Krieg leisten soll.

Im Kapitalismus sind die Beziehungen zu Georgien Beziehungen der Herrschaft und der Unterwerfung, die zum Ruin und zur Unterjochung aller Länder des Kaukasus führen. Damals im Sozialismus, unter der Führung Stalins, gab es unter den Sowjetvölkern und insbesondere in Georgien und seinen Nachbarstaaten im Kaukasus Brüderlichkeit, Gleichberechtigung, Frieden, Wohlstand und wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem aber eigene starke Streitkräfte, die all diese von den Sowjetvölkern selber erarbeiteten Errungenschaften siegreich verteidigen konnten. Die Geschichte lehrt, dass mit der Krise des Weltkapitalismus auch die Gefahr seiner kriegerischen Abenteuer wächst, weil er gezwungen ist, seine Krise auf das Weltproletariat und die Völker der Welt mit äußersten Mitteln abzuwälzen. Das ist der Grund, warum das Weltproletariat sich unvermeidlich auf diesen global bewaffneten, anti-imperialistischen Kampf vorbereiten muss, um den Weltimperialismus zu entwaffnen. Anders kann man das Treiben der globalen Kriegsbrandstifter und ihre aggressiven Pläne nicht durchkreuzen.

Stalin sagte : „Es wäre falsch zu glauben, dass (...) diese Länder die Herrschaft und das Joch der Vereinigten Staaten von Amerika endlos dulden werden, dass sie nicht versuchen werden, sich von der amerikanischen Knechtschaft loszureißen und den Weg der selbständigen Entwicklung zu beschreiten. Die Gegensätze und inneren Schwierigkeiten der Teilnehmer des Nordatlantikblocks (Anmerkung der Redaktion: zum Beispiel über die aktuelle Aufnahme, Nichtaufnahme oder „zu verschiebende“ Aufnahme Georgiens in die NATO) stören die Verwirklichung ihrer aggressiven Pläne“ (Stalin, „Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, Seite 40, Moskau 1952; hier zitiert in: Bulganin, „Diskussionsbeitrag auf dem XIX. Parteitag der KPdSU (B), Seite 21, herausgegeben vom Parteivorstand der KPD, Stuttgart – leider ohne Jahreszahlangabe).

Am Beispiel Georgiens wird die Welt erkennen, dass der globale Krieg für das globale Kapital unvermeidlich ist. Es wird sich wieder einmal das bewahrheiten, was der größte Georgier aller Zeiten, J. W. Stalin, vorausgesagt hat, nämlich, dass man den Imperialismus global beseitigen muss, um die globale Unvermeidbarkeit des imperialistischen Krieges zu beseitigen, und das man zur Sicherstellung des Sieges über den Weltimperialismus die Bewaffnung aller Völker global vereinigen muss. Mögen die heutigen Weltimperialisten wissen und daran denken, dass ein neuer Weltkrieg für den Kapitalismus gefährlicher ist, als jemals zuvor. Es ist der imperialistische Krieg, der nicht nur den Widerstand gegen ihn hervorbringt, sondern auch eine neue, friedliche Welt – die Welt des Sozialismus schafft. Heute gilt die weltbolschewistische Losung:

Weltproletariat - drehe die gegen dich gerichteten globalen Gewehre um, vereinige alle Länder unter deinen Waffen und führe die von dir bewaffneten Völker zum revolutionären Sieg über den Weltimperialismus ! Komme mit deinem Friedenskampf dem drohenden Ausbruch eines globalen imperialistischen Krieges zuvor und zwinge den Weltimperialismus mit deiner weltrevolutionären Kraft zur Kapitulation!

Weltproletariat - Verwandel den imperialistischen Weltkrieg, wenn du seinen Ausbruch nicht verhindern kannst, in einen weltrevolutionären Befreiungskrieg gegen den Weltimperialismus, in einen globalen Bürgerkrieg, in die sozialistische Weltrevolution!!

Ihr Völker Transkaukasiens – vereint habt ihr mit euren sowjetischen Brudervölkern die Hitlertruppen im Vorgebirge des Kaukasus zerschlagen. Eben die Einheit der Völker Transkaukasiens mit allen anderen Sowjetvölkern machte die Stärke des Kaukasus aus. Gegen die bewaffnete Einheit der Sowjetvölker waren die ausländischen Feinde machtlos, mussten sie kapitulieren ! Ihr habt das historisch glänzend bewiesen, denn ihr habt dadurch die feindlichen Pläne des Durchbruchs zu euren Erdölgebieten und die Pläne für die Ablenkung der sowjetischen Hauptreserven nach dem Süden vereitelt. Und so wie ihr mit der Sowjetarmee, mit Stalin an der Spitze, mit eurem Schweiß und Blut den Kaukasus vor der Versklavung gerettet habt, so müsst ihr heute diesen stalinschen Kampf gegen eine erneute Versklavung ans Ausland siegreich fortsetzen.

Aus den geo-strategischen Kämpfen der Weltimperialisten im Kaukasus wird der geo-strategische Kampf des Weltproletariats geboren, verwandelt das Weltproletariat mit Hilfe der brüderlich vereinigten transkaukasischen Völker die geopolitischen Absichten der Konterrevolution im Kaukasus ( =Schüren der Feindschaft unter den kaukasischen Völker zwecks Schwächung und Einverleibung ganz Transkaukasiens) in Befreiungsinstrumente der Weltrevolution. Was heißt das konkret ? Hat das Weltproletariat die weltrevolutionäre Unterstützung Transkaukasien, dann wird es die Länder nördlich und südlich, sowie östlich und westlich des Kaukasus vereinigen, wird der Kaukasus vom einstigen Schutzwall gegen die weltimperialistische Umkreisung wie das in der ersten Periode des Sozialismus der Fall war, verwandelt in ein offenes, pulsierendes Tor des Weltsozialismus zwischen dem sozialistischen Europa und dem sozialistischen Asien, werden alle geo-strategischen Grenzen des Kaukasus geöffnet werden zur Vereinigung aller europäischen und asiatischen Länder -, die mit Hilfe der Völker des Kaukasus miteinander verbunden werden, - zur Bildung der großen, supra-kontinentalen sozialistischen Weltrepublik – eine Republik, die sich auf alle Republiken der Welt stützt und auf die sich alle Republiken der Welt stützen können.

Die Völker der Randzonen in der ersten Periode des Sozialismus waren durch ihre Lage als antagonistische Grenze zwischen Sozialismus und Kapitalismus besonderen Repressionen des Kapitalismus ausgesetzt, denn der Weg des Weltimperialismus zur Liquidierung der sozialistischen Zentrale führte nun Mal über die Randzonen. Und umgekehrt bildeten die Randzonenrepubliken der UdSSR auch einen Brückenkopf zur Beeinflussung jener Staaten, die an die UdSSR angrenzten. Das bedeutet, dass in den Randzonen besonders schwierige Bedingungen der Auseinandersetzungen zwischen dem Sozialismus und dem Kapitalismus herrschten, dass die Klassenkämpfe dort einen besonderen Charakter annahmen. Dort konnten sich Kapitalismus und Sozialismus in beide Richtungen hautnah in die Wolle kriegen, aber auch „neutralisieren“, vermischen, „versöhnen“, „koexistieren“, usw. usf. Das heißt, die Gefahr der Restauration des Kapitalismus spielte für die sozialistischen Sowjetrepubliken in den Randzonen eine besondere Rolle. Ohne seine Randzonen hätte das russische Proletariat seinen Oktobersieg nicht sichern können. Ja, man kann sogar von einer doppelten Ausbeutung und Unterdrückung – also von der Unterdrückung und Ausbeutung des russischen Sozialimperialismus und der Ausbeutung und Unterdrückung des Weltimperialismus sprechen – ganz zu schweigen von der Unterdrückung und Ausbeutung der „einheimischen“, nationalen Bourgeoisie. Das hat den Klassenkampf der Völker des Kaukasus geprägt und prägt ihn heute noch.

Diese Randzonen hatten schon in ihrer historischen Schutzwallfunktion große Bewährungsproben zu bestehen. Ohne sie würde der Sozialismus in der ersten Periode nicht einen Tag existieren können. Ohne sie hätte sich der Sozialismus auch nicht ausbreiten können, das heißt Brückenköpfe zu werden zwischen dem ersten sozialistischen Staat und allen folgenden sozialistischen Staaten Der moderne Revisionismus verhinderte jedoch ihre Verwandlung von Schutzwall-Republiken zu Brückenköpfen der sozialistischen Weltrepublik.

Die Randzonen konnten zwar an den sozialistischen Errungenschaften Teil haben und sich allseitig gut entwickeln, waren zudem durch den „großen Bruder“ geschützt, aber sie waren auch großen Gefahren und Unterwanderungen, Sabotageakten, Störmanövern und anderen konterrevolutionären Aggressionen von Seiten des sie unmittelbar und direkt umkreisenden Weltimperialismus ausgesetzt, ebenso von nationalistischen und separatistischen Strömungen von Seiten der bürgerlichen Überreste bzw. später von Seiten der modernen Revisionisten, die die Randzonen als Speerspitzen gegen das stalinsche Zentrum des Sozialismus auszurüsten versuchten – natürlich mit indirekter Unterstützung bzw. direkter Einflussnahme des Weltimperialismus und seiner Infiltrationsinstrumente. Diese Situation war auch für die sozialistischen Völker des Kaukasus nie leicht gewesen, zum Beispiel was den eingeschränkten oder sogar abgeschnitteten Kontakt zu jenen Nachbarvölkern anbelangt, die an die sozialistischen Randzonen angrenzten und welche erstens unter der Herrschaft des Weltimperialismus zu leiden hatten und zweitens keinen Zugang zu, keinen kulkturellen Austausch mit, und noch zu wenig unmittelbare solidarische Unterstützung durch die sozialistischen Randzonen hatten – kurz: die Grenze zwischen Kapitalismus und Sozialismus schuf auch eine unnatürliche Grenze zwischen ausnahmslos allen Völkern in den Grenzgebieten diesseits und jenseits des Stacheldrahtes. Aber in der ersten Periode des Sozialismus war diese Situation der Völker in den Grenzzonen unvermeidbar, mussten besondere Anstrengungen unternommen werden, um die gut-nachbarschaftlichen Beziehungen dieser Grenzvölker zu verbessern.

In der zweiten Periode wird das hingegen für die Randzonen-Staaten alles anders, wird es leichter, denn dann konzentrieren sich nicht mehr gegenüberstehende feindliche Käfte an einem Schutzwall. Wozu braucht ein Weltsozialismus Schutzwälle ? Die gibt es nicht mehr , weil die Kräfte des Weltimperialismus zerschlagen sind und insofern die Gefahr der Umkreisung ein für alle Mal überwunden sein wird. Das kommt allen Völkern Transkaukasiens zu Gute. Die sozialistische Weltrepublik, die sich auf die Verbrüderung der Völker des Kaukasus stützt, garantiert ihrerseits den Schutz Transkaukasiens vor äußeren Feinden, eine wichtige Grundlage für die Verbrüderung der Kaukasusvölker. In Weltsozialismus können die Völker des Kaukasus nach Jahrtausenden endlich in Frieden leben, werden sie wirklich unabhängig, da es dann keine kapitalistischen Großmächte, keinen Kapitalismus mehr gibt, deren Ziel es war, sich den Kaukasus Untertan zu machen, indem die Feindschaft der Brudervölker und verschiedenen Nationalitäten geschürt wurde. Dadurch werden die Völker des Kaukasus als Brückenkopf der Völkerfreundschaft aufblühen und ihre nationale Freiheit und Kultur nicht mehr wie früher gegen Feinde aus Nord, Süd, Ost oder West verteidigen müssen. So, wie der Weltsozialismus die nationalen und sozialen Probleme der Völker Transkaukasiens für immer löst, helfen auch die Völker des Kaukasus die globalen Probleme des herrschenden Weltproletariats zu lösen.

Die russischen Truppen sind heute imperialistische Truppen, im Wesen nicht anders als faschistische Hitlertruppen, die im Zweiten Weltkrieg in den Kaukasus einfielen, um ans Öl ranzukommen. Die Faschisten im Kreml versuchen nicht irgendeinem Land die militärischen Fesseln anzulegen, sondern dem Geburtsland des Genossen Stalin, dass stolt darauf war, der UdSSR anzugehören. Die Bombardierung Goris ist nicht die Bombardierung irgendeiner Stadt – es handelt sich um die Geburtsstadt des Genossen Stalin ! Deswegen ist die Einverleibung Georgiens, und des ganzen Kaukasus, ob nun durch den imperialistischen Osten oder den imperialistischen Westen oder durch eine unter beiden imperialistischen Mächten aufgeteilte Einverleibung - ein Angriff auf den Kaukasus, auf das georgische Volk, auf Stalin, auf das Weltproletariat und alle Völker der Welt – deswegen muss das Weltproletariat an der Seite der georgischen Arbeiter und Bauern diesen Angriff zurückschlagen und Georgien, das Geburtsland Stalins verteidigen und den Georgiern helfen, ihre einstige Sowjetrepublik zurückzuerobern. Wer Gori angreift, greift Stalingrad an ! Wer in Stalingrad gefallen ist, der wird auch in Gori fallen!

Eure Bourgeoisie verschachert den Kaukasus an den Meistbietenden. Der Kaukasus ist über beide Ohren beim Westen verschuldet. Georgier - ihr müsst deswegen den Klassenkampf nicht nur gegen die ausländischen Eindringlinge, sondern auch gegen den inneren Klassenfeind führen, der sich von den Imperialisten bezahlen lässt, um euch zu versklaven und eure Reichtümer zu verscherbeln. Das Öl des Kaukasus und all seine anderen Bodenschätze sind wieder eine unverzichtbare Basis des Weltimperialismus geworden und damit auch eine Basis, um imperialistische Kriege vom Kaukasus aus zu führen. Der Weltimperialismus hat sich der georgischen Marionette bedient, um gegen andere kaukasische Nationalitäten Krieg zu führen. Und die georgischen Quislinge schreckten dabei nicht davor zurück, mit amerikanischen und europäischen Waffen ein Blutbad im Kaukasus anzurichten – auch gegen Georgier, die friedlich in den überfallenen Gebieten als Minderheiten lebten. Am härtesten haben die jeweiligen nationalen Minderheiten zu leiden, die zwischen den Fronten zerquetscht, deportiert und heimatlos gemacht werden durch Zwangsvertreibungen aus ihre Häusern und Wohnungen. Stalin schrieb schon am 10. Februar 1921 in der Prawda Nr. 29 – und das trifft fast genau auf die heutigen Ereignisse in Georgien zu:

Der imperialistische Krieg, der die unversöhnlichen nationalen Gegensätze und die innere Haltlosigkeit der bürgerlichen Nationalitätenstaaten bis auf die Wurzel aufdeckte, führte zur äußersten Verschärfung der nationalen Konflikte (...) schließlich – als ´radikalste' Lösung der nationaln Frage durch die Bourgeoisie – zur Bildung von neuen bürgerlichen Nationalstaaten (... Georgien, ...). Die Bildung neuer selbständiger Nationalstaaten stellte aber das friedliche Zusammenleben der Nationalitäten nicht her und konnte es auch nicht herstellen; sie beseitigte weder die nationale Ungleichheit noch die nationale Unterdrückung und konnte sie nicht beseitigen, denn die neuen Nationalstaaten, die auf Privateigentum und Klassenungleichheit beruhen, können nicht existieren

a) ohne Unterdrückung ihrer eigenen nationalen Minderheiten (... Georgien unterdrückt die Osseten, die Abchasen, die Armenier, ...)

b) ohne Erweiterung ihres Territoriums auf Kosten der Nachbarn, was Konflikte und Kriege hervorruft (..., Georgien gegen Armenien,...);

c) ohne Unterordnung unter die imperialistischen `Groß`mächte in finanzieller, ökonomischer und militärischer Hinsicht (Stalin Werke, Band 5, Seite 15)



Von Seiten der russischen Aggressoren wird das Völkerrecht auf die gleiche verbrecherische Weise verletzt wie von Seiten des imperialistischen Westens. Heute ist das Völkerrecht dem Weltimperialismus zum Opfer gefallen.

Der begangene Völkermord im Kaukasus – sowohl von Seiten des Westens als auch von Seiten Russlands und ihren jeweiligen Lakaien im Kaukasus ist zutiefst zu verabscheuen und zu verurteilen. Es ist ein imperialistischer Raubkrieg, der von beiden Seiten auf Kosten der Völker des Kaukasus geführt wird. Es ist ein ungerechter Krieg auf beiden Seiten, der nur mit dem einzigen gerechten Krieg, mit dem anti-imperialistischen, weltproletarischen Befreiungskrieg beantwortet werden kann, um Frieden dauerhaft zu sichern. Das Weltproletariat solidarisiert sich mit den Völkern des Kaukasus gegen das imperialistische Völkermorden. Partei ergreifen kann im weltrevolutionären Sinne nur heißen, die kaukasischen Völker im Kampf zur Befreiung von jeglicher imperialistischer Macht bedingungslos, aktiv und tatkräftig, also nicht nur in Worten, zu untertützen. Drehen wir Anti-Imperialisten der ganzen Welt den Spieß um und machen wir Georgien und den ganzen Kaukasus zu einer Basis der Weltrevolution gegen alle imperialistischen Aggressoren - im Geiste Stalins!

Der Anti-Stalinisten in Georgien kommen und gehen, aber die Georgier, die ihre Stalinbilder schon zu Stalins Lebzeiten an den Wänden aufgehängt hatten, werden bleiben! Die Treue des georgischen Volkes zu seinem Sohn und Führer ist ungebrochen und wird es ewig bleiben! Nicht ohne Widerstand der Georgier wurde eine der größten Stalinmonumente der Welt beseitigt, die über die ganze Altstadt von Tiflis ragte. Das war erst mit Chruschtschows persönlicher Anwesenheit in Tiflis möglich (übrigens ließ Chruschtschow Fidel Castro an diesem verbrecherischen „Schauspiel“ teilnehmen!). Und heute sind die russischen Imperialisten noch weiter gegangen: Sie haben die Wohnungen und Häuser Goris, die Menschen im Geburtsort Stalins bombardiert! Man kann Stalins Statuen stürzen, man kann auf Georgien Bomben werfen so viel man will, aber Stalins Geist, Stalins Leben und Werk kann man damit nicht aus Georgien verbannen! Nach wie vor steht die Mamorstatue Stalins in seinem Geburtsort Gori. Nach wie vor gibt es in Tiflis das Stalin-Museum. Heute haben sich 37 % der Georgier – immerhin 55 Jahre nach seinem Tod – öffentlich zu Stalin bekannt. Georgien ist ein stolzes, freiheitsliebendes Volk und hat sich noch nie mit seiner gewaltsamen Versklavung abgefunden. Das sozialistische Georgien nahm in der sozialistischen Völkergemeinschaft der UdSSR einen ehrenvollen Platz ein. Im Gegensatz zu den so genannten „Geberländern“ war es bereits ein blühendes sozialistisches Land mit einer viel höher stehenden Kultur als die der so genannten „zivilisierten Welt“. Auch unter der Knute des russischen Sozialimperialismus hat Georgien für seine Befreiung gekämpft, so wie es heute gegen die russischen, faschistischen Okkupanten kämpft und weiter kämpfen wird für ein friedliches und unabhängiges Transkaukasien.

Georgier – lernt wieder von eurem Sohn und Führer Stalin und ihr werdet über den Weltimperialismus siegen! Kämpft im stalinschen Geiste des proletarischen Internationalismus! Verbrüdert euch mit den Völkern Transkaukasiens, verbrüdert euch mit dem Weltproletariat, gegen den Weltimperialismus und seine russischen Kumpanen/ Rivalen! Säubert euer Land von den imperialistischen Okkupanten aus Ost und West und greift ruhig zu deren Waffen, aber richtet sie nicht gegen die kaukasischen Brudervölker, nicht gegen das russische Brudervolk, sondern gegen alle imperialistischen Okkupanten eures Heimatlandes und ihren reaktionären Lakaien unter den kaukasischen Emigrantenkreisen ! Bereitet Transkaukasien auf die Revolution des Weltproletariats vor ! Proletarier Georgiens – wir Weltbolschewisten von der Komintern (ML) rufen euch zu: baut in eurem Land wieder die bolschewistische Partei Lenins und Stalins auf, in der ihr die Proletarier aller Nationalitäten in eurem Land vereinigt und geht den internationalistischen proletarischen Weg Lenins und Stalins! Organisiert eure zweite sozialistische Revolution und erobert euren geraubten Sozialismus zurück! Errichtet wieder eure Diktatur des Proletariats ! Lasst euch diesmal eure zurückgewonnene politische Macht weder vom russischen Imperialismus, vom westlichen Kosmopolitismus, von der eigenen nationalistischen Bourgeoisie, noch von niemandem sonst wieder aus der Hand nehmen! Es lebe Stalin! Es lebe das weltrevolutionäre Transkaukasien! Es lebe die sozialistische Weltrevolution!



Der Zerfallsprozess des ehemaligen sozialimperialistischen Reiches der Sowjetrevisionisten hat sich mit Georgien dramatisch fortgesetzt und weiter vertieft. Die bürgerliche Regierung Georgiens hatte den Einmarsch russischer Panzer militärisch provoziert mit Wissen und Wollen der amerikanischen „Militärberater“. Der US-Imperialismus und mit ihm der ganze westliche Imperialismus schlägt aus dem Zerfall des großrussischen Reiches Kapital, um weiter nach Osten vorzustoßen und es sich schließlich Stück für Stück einzuverleiben. Mit dem neuen amerikanischen Präsidenten wird der heiße Krieg erst einmal vorübergehend gebremst werden, aber dieser Krieg hat seine eigene historische Dynamik. Jedenfalls sehen sich die europäischen, imperialistischen Staaten erstmal genötigt, die so medienwirksam herausposaunte „Verteidigung der georgischen Menschenrechte“ auf Eis zu legen, aber nicht nur durch die amerikanische Präsidentenwahl, sondern auch durch Putins freche Drohungen, den Europäern den Gashahn abzudrehen, wenn sie nicht damit aufhören, ihre Nase in „russische Angelegenheiten“ zu stecken. Die Einkreisung Russlands durch den Weltimperialismus zielt darauf ab, die Schlinge immer enger um den Hals zu ziehen, bis Russland schließlich kapituliert und zwar von den Randzonen bis hinein ins zentrale Russland. Die europäischen Imperialisten, insbesondere die deutschen, setzen zur Zeit noch auf das ökonomische Pferd der „friedlichen“, „partnerschaftlichen“ Osterweiterung, um die ehemaligen osteuropäischen Einflusszonen der russischen Imperialisten zunächst ökonomisch immer weiter zurückzudrängen. Sie machen sich hinter beiden Fronten „lieb Kind“, um sich aus dem Konflikt im Kaukasus Vorteile zu verschaffen, indem sie auf der einen Seite den wildgewordenen Teilen der herrschenden georgischen Bourgeoisie als propagandistisches Sprachrohr dienen, ihnen nicht nur mit Euros, sondern auch mit Militärgerät unter die Arme greifen und ihnen Nachhilfeunterricht in „Demokratie“ erteilen und auf der anderen Seite „Freundschaftsverträge“ mit dem „lupenreinen Demokraten“ Putin abschließen, die beiderseits fette Gewinne versprechen – natürlich auf Kosten der Gasverbraucher (Teuerung = 21 %).

Der Plan der ökonomischen Einkreisung Zentralrusslands durch das Losreißen seiner wichtigen Randgebiete ist nicht neu. Dieser Plan war bereits Grundlage aller Feldzüge der Entente gegen Russland und zwar von den ersten Tagen des Bestehens der Sowjetregierung an, insbesondere in der Zeit zwischen 1918 und 1920. Stalin wies damals zu Recht darauf hin, dass eine Lostrennung der Randgebiete die revolutionäre Macht Zentralrusslands untergraben würde, die den Ansporn für die Befreiungsbewegung im Westen und im Osten bildet, würden die Randgebiete selbst nach ihrer Lostrennung unvermeidlich in die Knechtschaft des internationalen Imperialismus geraten. Es genügt, einen Blick auf Georgien (...Armenien, Polen, Finnland usw.) zu werfen, die nach ihrer Lostrennung von Russland nur noch den Schein einer Unabhängigkeit bewahrt, sich aber in Wirklichkeit in unbedingte Vasallen der Entente verwandelt haben“ (Stalin, Werke Band 4, Seite 310).

Und nachdem sich Russland in ein neues imperialistisches Zarenreich verwandelt hatte trifft im Wesen heute wieder zu, was Stalin vom alten Zarismus sagte:

Der Zarismus tötete jede Aktivität der Volksmassen der Randgebiete. Durch all dies rief der Zarismus unter den einheimischen nationalen Massen tiefstes Misstrauen gegenüber allem Russischen hervor, ein Misstrauen, das zuweilen in Feindseligkeit überging“ (Stalin Werke Band 4, Seite 314, „Die Politik der Sowjetmacht in der nationalen Frage Russlands“).

Die Weltimperialisten machen sich diesen Umstand, dass alle Randvölker Russland verfluchen, zunutze und rüsten Georgien aus, um damit die Einflusssphären des russischen Imperialismus zu beschneiden, um sich des Kaukasus mit seinen Rohstoffvorkommen, Brennstoffen und Absatzmärkten zu bemächtigen. Der Kaukasus wird zur Zeit als Reserve des internationalen Imperialismus ausgebaut, während er im Zarenreich, in der Sowjetunion Lenins und Stalins und danach vom russischen Sozialimperialismus als Reserve genutzt worden war (dabei ist natürlich klar, dass der Kaukasus nicht etwa von Lenin und Stalin unterdrückt, sondern befreit wurde, dass er von Lenin und Stalin in eine Reserve der Weltrevolution verwandelt wurde, sowohl zur Befreiung der Völker des Westens als auch des Ostens. Und so wird es auch wieder in Zukunft sein!). Die Weltrevolution des Weltproletariats wird der Wiedervereinigung der ehemaligen Sowjetrepubliken den Weg ebnen. Das wird das unvermeidliche Ergebnis des Zerfalls des sowjetischen Sozialimperialismus, der Zerfall des heutigen russischen Imperialismus und schließlich des Zerfalls des Weltimperialismus selbst, sein, der durch die Kraft kostenden enormen Auseinandersetzung mit Russland von außen und der erneuten sozialistischen Revolution von innen beschleunigt werden wird. Das russische Volk wird wieder frei und sozialistisch sein, wenn es den russischen Imperialismus und damit eines der größen Bollwerke des Weltimperialismus durch eine zweite Oktoberrevolution besiegt hat. Die Ereignisse in Georgien werden die weltrevolutionären Prozesse begünstigen.



Die Freiheit und Unabhängigkeit eines jeden Volkes, das Recht auf Souveränität und Entwicklung entsprechend seinen Bedingungen und Wünschen können nicht allein dort, wo die Staatsgrenze beginnt und aufhört, können nicht allein an dem Tage, wo der Feind die Türe aufgebrochen und den Herd betreten hat, beschützt werden. Sie werden täglich und stündlich in einem Kampfe Auge um Auge, Zahn um Zahn mit imperialistischen und revisionistischen Feinden beschützt. Denn diese schlafen nicht und verzichten auch nicht auf ihre Ziele, um alle Länder der Welt, ob groß, ob klein, zu unterwerfen.

Von Bedeutung ist jedoch, dass sie heute das Ziel verfolgt, im Sowjetvolke eine Angstpsychose vor der „westlichen Gefahr“ zu erzeugen, und dabei an die großrussischen nationalistischen und chauvinistischen Gefühle appeliert.

Von welcher Seite man auch die Ereignisse in Georgien betrachtet, sie zeigen klar die Zusammenarbeit und das Komplott der russischen Imperialisten und der westlichen Imperialisten, die, um ihre egoistischen Pläne zu realisieren, immer bereit sind, die Freiheit und Unabhänigkeit der Völker des Kaukasus, ihre Ehre und nationale Würde zu opfern und mit Füßen zu treten, den Kaukasus in seinem eigenen Blut zu ertränken.

Schließlich hat die nationale Spaltung schon seit der Machtübernahme der russischen Sozialimperialisten existiert, die Lieblingswaffe aller imperialistischen Eroberer.

Damals wurden die Revisionisten von den Imperialisten unterstützt, um sie als Waffe gegen den Sozialismus einzusetzen. Man sah über die Aggressionen des Sozialimperialismus hinweg, um auch für die eigenen Aggressionen freie Bahn zu haben. Es ging um gemeinsame Schachergeschäfte. Heute, nachdem der Sozialismus im Kaukasus beseitigt wurde, herrscht dort das Wolfsgesetz des Weltimperialismus.

Heute ist nichts so volksfeindlich und allen Völkern der Welt so verhasst, wie das aggressive Gerangel unter den Weltimperialisten gegen die Freiheit und Unabhängigkeit der transkaukasischen Völker. Immer sind die räuberischen Hände dieser schwarzen, ultra-reaktionären Allianz der Weltimperialisten im Spiele.

- Die Komintern (ML), die die Aggression des russischen Imperialismus gegen Georgien und dessen Einverleibung durch den westlichen Imperialismus mit Entschiedenheit verurteilt, hat von Anfang an einen ununterbrochenen kompromisslosen Kampf gegen die aggressive und unterdrückerische Politik des Weltimperialismus geführt und wird stets an der Seite der Völker und gegen jeden stehen, sei es der Imperialismus, der Sozialimperialismus oder irgendein anderer Ausbeuter und Unterdrücker - gleich welcher Schattierung.

- Die Komintern (ML) hat mehr als einmal darauf hingewiesen, dass der russische Imperialismus mit seiner faschistisch-militaristischen Politik im Innern und seiner kriegerischen unterdrückerischen, neokolonialistischen und chauvinistischen Politik auf internationaler Ebene unvermeidlich in noch größere Kriege, Krisen und Schwierigkeiten stürzen wird, genauso wie seine Rivalen im Westen.

- Die Komintern (ML) lehnt alle und jedwede Formen des Zwanges gegenüber den kaukasischen Nationalitäten, insbesondere gegenüber ihren Minderheiten mit Entschiedenheit ab.

- Die Komintern (ML) erkennt die Gleichheit und Souveränität der kaukasischen Völker bei der Gestaltung ihrer eigenen Angelegenheiten an und verurteilt jegliche imperialistische Einmischung und Bevormundung von außen.-

- Die Komintern (ML) vertritt den Grundsatz, dass eine dauerhafte Vereinigung der Völker des Kaukasus nur auf der Grundlage der friedlichen Zusammenarbeit und der brüderlichen Freiwilligkeit durchgeführt werden kann.

- Die Komintern (ML) setzt hierfür jene grundsätzliche Bedingung voraus, dass die Macht des Kapitals in ganz Transkaukasien gestürzt ist. Nur unter den Bedingungen der Beseitigung des Kapitalismus kann die Vereinigung der Völker des Kaukasus dauerhaft und friedlich verwirklicht werden.

Unter diesen Bedingungen ist der einzig richtige und wirksame Weg zur Verteidigung der Freiheit und der nationalen Unabhängigkeit nicht der der Unterwerfung, der Bündnisse und der prinzipienlosen Kompromisse, des Sich-Stützens auf den einen Imperialismus gegen den anderen, sondern der vereinigte Weg aller Völker, des Sich-Stützens auf die eigenen anti-kapitalistischen Kräfte, auf den Widerstand und den Patriotismus der breiten Volksmassen und der prinzipienfeste und unbeugsame Kampf gegen die amerikanischen Imperialisten, die europäischen, russischen und asiatischen Imperialisten.

Imperialismus, Faschismus, Revisionismus sind politisch globalisierte Konzepte und Strömungen, die der Form nach verschieden sind. Doch sie stützen sich auf die ihnen gemeinsame bürgerliche Ideologie der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung der Völker. Sie können nichts anderes hervorbringen als Einmischungen in die inneren Angelegenheiten und Kolonialisierung der kaukasischen Länder, nichts als Brudermord, Raub, Aggression, Vertreibung und Krieg.

Der Weltimperialismus ist die sichere Spaltung der Völker der Welt; die genaue Befolgung und der Schutz der Lehren Lenins und Stalins sind hingegen die Einheit der Völker der Welt gegen den Weltimperialismus. Auf der Basis dieser Lehren wurde die Nationalitätenfrage gelöst und die Union der sozialistischen Sowjetrepubliken geschaffen. Nur durch die Verteidigung der Lehren Lenins und Stalins kann man die Einheit der SU und der Nationalitäten, welche sie bilden, zurückerhalten. Der moderne chruschtschowsche Revisionismus hatte die SU und die leninistische Einheit der Nationalitäten zerstört und sie dem Weltimperialismus zum Fraß vorgeworfen.

Die ideologisch-politische, moralische, ökonomische und staatliche Auflösung und Entartung der SU hatte später die Gründung weiterer revisionistischer Parteien zur Folge gehabt. Der revisionistische Weg war der Weg des Verrats am Kommunismus, der Konzessionen an das Bürgertum, war der Weg zum Nationalismus, an dem heute das Blut der Völker des Kaukasus klebt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass, je mehr Fortschritte der Prozess der revisionistischen Entartung machte, desto größere Konzessionen wurden dem Bürgertum, den Imperialisten und den verschiedenen Nationalisten gemacht. Die neuen revisionistischen Cliquen (zum Beispiel Schewardnadse), die Im Kaukasus ans Ruder kamen, nachdem sie die alten Cliquen gestürzt hatten, hatten dort mit Hilfe des Westens gründliche Arbeit geleistet und den Kaukasus dem Weltimperialismus auf dem Silbertablett serviert. Auch die Sowjetrevisionisten bildeten da keine Ausnahme. Sie waren schließlich gezwungen, ihrem Bürgertum und dem Nationalismus der verschiedenen Republiken Konzessionen zu machen wie den Imperialisten anderer Länder. Aber auch die russischen Imperialisten haben eine Schmerzgrenze, die - wird sie überschritten - in tollwütiges Kriegsgemetzel ausartet.

Um ihr Verrätergesicht zu tarnen, hatten sie in die Führung Personen aus den verschiedenen Nationalitäten als ihre angeblichen Vertreter aufgenommen. Tatsächlich war ihre gesamte Tätigkeit durch den Chauvinismus der russischen Großmacht, durch die hegemonistische Politik, durch die reaktionäre, nationalistische Politik, welche unausbleiblich zur faschistischen und imperialistischen Gewaltherrschaft führen musste, was die Abspaltung des Kaukasus von der SU zur Folge hatte, gekennzeichnet.

Mit der Spaltung der SU in verschiedene Nationalitätenstaaten war die volle Entartung eingetreten; im Kaukasus hatten die kapitalistischen bürgerlichen Cliquen die Macht ergriffen. Der Prozess der revisionistischen Entartung in der nationalen Frage, der Prozess der Auflösung der Kommunistischen Parteien im Kaukasus und der Aktivierung der national-chauvinistischen Ideen der einzelnen Bourgeoisien im Kaukasus, waren das Vorspiel der großen revisionistischen Symphonie der Restauration des Kapitalismus, welche in der SU bis zu Ende gespielt wurde.

Wir Weltbolschewisten haben tiefe Sympathien für die Völker des Kaukasus in ihrem Kampf gegen die imperialistischen Großmächte, aber nicht für den bürgerlichen Nationalismus. Wir sind für die Lebensinteressen der kaukasischen Nationen, aber für die proletarischen und nicht für die bürgerlichen kaukasischen Nationen, die sich mit Haut und Haar an den Weltkapitalismus verkauft haben. Unsere Sympathien für den Kaukasus sind internationalistischer Natur und wir unterstützen nur jene politischen Kräfte, die dem proletarischen Internationalismus wohlgesonnen sind. Nur das Weltproletariat ist heute in der Lage, die Nationen vor der globalisierten Knechtung des Weltimperialismus zu retten. Wer sich also auf unsere Seite stellt, auf die Seite der proletarischen Internationalisten, dem garantieren wir den Schutz seiner nationalen Interessen. Wir stellen uns bedingungslos auf die Seite jeder Nation, die uns hilft, die Macht des Weltimperialismus zu zerschlagen. Wir garantieren den Nationen dafür ihre Freiheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Unsere globale Klassendiktatur will nicht die Nation platt machen, sondern ihren größten Feind – der Weltkapitalismus - vernichten ! Das ist ein langwieriger Kampf, der ohne Unterstützung der Nationen nicht siegreich beendet werden kann. Das Weltproletariat braucht die Nationen, so wie die Nationen das Weltproletariat brauchen. Deswegen wird es mit uns keine Zwangseinverleibung von Nationen in die sozialistische Weltrepublik geben. Diese Entscheidung, ob eine Nation uns beitreten will oder nicht, trifft ganz allein die Nation selbst, deren Souveränität wir achten und schützen werden, solange sie sich uns gegenüber nicht feindlich verhält. Alle Nationen werden aufblühen, wenn sich das Weltproletariat vom Weltkapitalismus befreit hat und das kann es nicht ohne Unterstützung aller Nationen: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Das ist die neue Losung von uns Weltbolschewisten und sie wird von den Nationen erhört werden, wenn sie denn überleben wollen. Weder das Eine, also die soziale Weltfrage, noch das Andere, die nationale Frage in jedem Land der Welt, kann ohne Einheit im Kampf gegen die Herrschaft der Weltbourgeoisie, gegen die Herrschaft des Weltkapitalismus, erreicht werden. Das kapitalistische System einer Nation vernichtet sich selbst bzw. wird durch den Weltkapitalismus vernichtet, aber nicht die Nation selbst. Sie bleibt noch lange erhalten – dafür sorgt unsere sozialistische Weltrepublik. Wenn sich Nationen davon aus eigenen Erfahrungen entschließen uns beizutreten, sich mit uns zu vereinigen und zu verschmelzen, werden wir das fördern und unterstützen – aber niemals durch Zwang, niemals durch Verletzung des Selbstbestimmungsrechts einer jeden Nation. Die Verletzung des Selbstbestimmungsrechts der Völker der Welt ist mit uns Weltbolschewisten nicht zu machen, weil das den Grundprinzipien des proletarischen Internationalismus, den Interessen des Weltproletariats widerspricht und schadet. Und das gilt natürlich auch für das Selbstbestimmungsrecht der Völker Transkaukasiens.

Der Chauvinismus der Großmächte und ihre Ziele, die Völker des Kaukasus zu unterjochen, begünstigen und festigen andererseits den Nationalismus und die zentrifugalen Tendenzen. Wie der Kampf zwischen den verschiedenen Gruppen das Hauptkennzeichen des politischen Lebens eines jedes bürgerlichen Staates ist, so sind auch die Spaltungen und Konflikte zwischen den Ländern des Kaukasus ein Kennzeichen ihrer kapitalistischen Entwicklung.

Die revisionistischen Parteien im Kaukasus hatten sich größtenteils in nationale bürgerliche Parteien umgewandelt, welche nur die engen Interessen des nationalen Bürgertums im Kopfe hatten. Die Politik der Einmischungen und der Pressionen, welche die imperialistischen Großmächte ihnen gegenüber betreiben, hat sie noch mehr auf diesen verderblichen Weg geführt.

Die Anstrengungen, um sich von der Vormundschaft und Vorherrschaft der SU zu befreien, sind eines der Hauptmerkmale des inneren Kampfes der revisionistischen Front. Das hat sich der imperialistische Westen zu Nutze gemacht.

Da die neu entstandenen bürgerlichen Staaten des Kaukasus auf die Prinzipien des proletarischen Internationalismus verzichtet hatten, traten in ihren Beziehungen untereinander unweigerlich die unversöhnlichen nationalen und internationalen Gegensätze des Bürgertums zu Tage.

Und die Praxis zeigte, dass die Einstellung der Revisionisten im Kaukasus mehr als pro-imperialistisch war. Sie war eine offene Zusammenarbeit mit dem Imperialismus, dessen Ziele die Niederschlagung der zweiten sozialistischen Revolution und die Elimenierung der nationalen Befreiungskämpfe der Völker, die Liquidierung des Sozialismus und die Erhaltung des Kapitalismus waren. Jetzt ist die Konterrevolution im Kaukasus zur Tatsache des täglichen Lebens geworden, gegen welche die Völker zur Zeit einen Kampf auf Leben und Tod führen. Die Geschichte des Kaukasus zeigt, dass der Verrat am Proletariat und am Sozialismus nur zum Bankrott und zur Auflösung geführt hat, den die transkaukasischen Völker bitter zu spüren bekommen. Die modernen Revisionisten entrollten das zerfetzte Banner der Konterrevolution. Ihr Weg führte die Völker des Kaukasus in Armut und Knechtung, in den sicheren Tod.

Die Auflösung der Sowjetunion, der Zerfall des Vielvölkerstaates, brachte unvermeidlich die Wiederherstellung der sozialen und nationalen Ausbeutung und Unterdrückung mit sich. Mit dem russischen Sozialimperialismus wurde das Völkergefängnis des alten Zarenreiches wiederbelebt, verloren die ehemaligen sowjetischen, kaukasischen Völker und Nationen ihre Freiheit, Unabhängigkeit, Souveränität und nationale Gleichheit. Heute sitzen in den georgischen Gefängnissen fast 10 000 politische Gefangene. Es ist bereits zu Gefängnisrevolten gekommen, die von der faschistischen Regierung Georgiens blutig niedergeschlagen wurden und oppositionelle Protestdemonstrationen gegen die Regierung auf den georgischen Straßen hervorgerufen haben.

Zwischen den ehemaligen Republiken des Kaukasus ist jetzt eine tiefe Kluft in den verschiedenen soziökonomischen Entwicklungen dieser Länder entstanden. Die nichtrussischen Nationen und Nationalitäten sind durch die verschärfte Ausbeutung und Unterdrückung durch die Entnationalisierung, Assimilierung und Russifizierung durch den russischen Imperialismus in eine katastrophale Lage geraten. So wie sich der Imperialismus im Allgemeinen fremde Staaten einverleibt, so hatte das auch der russische Sozialimperialismus nicht anders gemacht mit seiner Politik der Verschmelzung aller Sowjetvölker zu einem „einheitlichen Sowjetvolk“. Unter dem Aushängeschild, die Einheit des „einheitlichen Sowjetvolkes“, die „einheitlich, sowjetische Kultur“, die „nationale Einheitlichkeit“ zu konsolidieren, hatten damals die Sowjetrevisionisten verschiedenartige Maßnahmen ergriffen, um die nationalen Besonderheiten der nichtrussischen Völker und Nationen auszurotten, um ihnen die elementarsten nationalen Rechte abzustreiten, das Recht auf Entfaltung ihrer nationalen Sprache und Kultur, auf Erhaltung und Pflege ihrer fortschrittlichen nationalen Traditionen und Sitten, die die Voraussetzungen dazu sind, die nationale Identität zu erhalten. Die Theorie vom „einheitlichen Sowjetvolk“ war nichts weiter als ein Betrug, dazu gedacht, den nichtrussischen Völkern und Nationen ihre totale Russifizierung aufzuzwingen und folglich die Herrschaft des großrussischen Chauvinismus über die nichtrussischen Völker und Nationen der ehemaligen Sowjetunion zu verewigen. Systematisch wurde mit der Russifizierung jahrzehntelang die einheimische Bevölkerung verringert und der Anteil der Russen erhöht. In Georgien und anderen Kaukasusregionen wurde der Anteil der einheimischen Bevölkerung auf unter 60 % gedrückt. Nicht nur in Georgien, sondern in allen ehemaligen Sowjetrepubliken setzen die russischen Imperialisten den so genannten „Minderheitsschutz“ der dort lebenden Russen als Vorwand ein, um die neo-kolonialistische Unterdrückung und Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung zu rechtfertigen.

Die nationale Frage (der Sowjetrepubliken) kann nur auf dem Boden des Internationalismus und nur im Weltmaßstab gelöst werden. Weder der Imperialismus noch der Sozialimperialismus konnten die nationale und koloniale Frage im Kaukasus lösen. Das kann nur durch die Diktatur des Proletariats erreicht werden.

Stalin begründete auf wissenschaftliche Weise, dass Lenin niemals die Frage der Verschmelzung der Nationen mit der Periode des Sieges des Sozialismus in einem einzigen Land verbunden hatte, sondern vielmehr mit der Periode des Sieges des Sozialismus in allen Ländern der Welt. Die nationalen und staatlichen Unterschiede zwischen den Völkern und Ländern würden noch sehr lange Zeit weiter existieren, ja auch nach der Errichtung der Diktatur des Proletariats im weltweiten Maßstab. Stalin betonte daher:

Der Versuch, die Verschmelzung der Nationen durch Dekretieren von oben, auf dem Weg des Zwangs vorzunehmen, würde bedeuten, den Imperialisten in die Hände zu spielen, das Werk der Befreiung der Nationen zu Grunde zu richten, das Werk der Herstellung der Zusammenarbeit und Brüderlichkeit zwischen den Nationen zu Grabe zu tragen. Eine solche Politik käme der Assimilierungspolitik gleich“, für welche, so fährt er fort, esals volksfeindliche, konterrevolutionäre Politik, als tödliche Politik im Arsenal des Marxismus-Leninismus absolut keinen Platz gibt“ (Stalin Werke, Band 11, Seite 310, dt. Ausgabe der KPD/ML).

Die Oktoberrevolution schuf die Bedingungen für die Entstehung eines Vortrupps der nationalen Befreiung vom Imperialismus. Der Weltimperialismus wurde dadurch gezwungen, diesen Vortrupp zu liquidieren, um seinem eigenen Zusammenbruch zuvorzukommen.

Stalin sagte schon vor 85 Jahren, im Jahre 1923, in seinem Bericht an den XII. Parteitag der KPR (B) voraus:

Entweder lösen wir im Rahmen dieser Union die nationale Frage richtig in ihrer praktischen Anwendung, entweder stellen wir hier, im Rahmen dieser Union, wirklich brüderliche Beziehungen zwischen den Völkern, eine wirkliche Arbeitsgemeinschaft her, - und dann wird der ganze Osten sehen, dass er in unserer Föderation das Banner der Befreiung und den Vortrupp besitzt, in dessen Fußtapfen er treten muss, was den Anfang des Zusammenbruchs des Weltimperialismus bedeutet. Oder wir begehen hier, im Rahmen der ganzen Förderation, Fehler, untergraben das Vertrauen der ehemals unterdrückten Völker zum Proletariat Russlands und nehmen der Sowjetunion die Anziehungskraft, die sie für den Osten hat, - und dann wird der Imperialismus gewinnen und wir verlieren. Darin besteht die internationale Bedeutung der nationalen Frage“ (Stalin, Werke Band 6, Seite 208-209).

Es gilt zu begreifen: Wenn eine Kraft wie der großrussische Chauvinismus ins Kraut schießt und anfängt, sich breit zu machen, dann werden die ehemals unterdrückten Völker kein Vertrauen mehr zu uns haben, dann werden wir keine Zusammenarbeit in einem einheitlichen Bund zustande bringen, und dann werden wir keine Union der Republiken mehr haben“ (Stalin Band 6, Seite 216).



Auch hier in der nationalen Frage besteht, ebenso wie in anderen Fragen, bei einem Teil der Partei ein Wirrwarr in den Ansichten, der eine gewisse Gefahr mit sich bringt. Ich habe von der Zählebigkeit der Überreste des Kapitalismus gesprochen. Zu bemerken ist, dass die Überreste des Kapitalismus im Bewusstsein der Menschen auf dem Gebiet der nationalen Frage viel zählebiger sind als auf irgendeinem anderen Gebiet. Sie sind zählebiger, weil sie die Möglichkeit haben, sich im nationalen Gewand gut zu maskieren. (...)

Was bedeutet die Abweichung zum Nationalismus – gleichviel, ob es sich um eine Abweichung zum großrussischen Nationalismus oder um eine Abweichung zum lokalen Nationalismus handelt? Die Abweichung zum Nationalismus ist eine Anpassung der internationalistischen Politik der Arbeiterklasse an die nationalistische Politik der Bourgeoisie. Die Abweichung zum Nationalismus spiegelt die Versuche der „eigenen“, „nationalen“ Bourgeoisie wider, das Sowjetsystem zu untergraben und den Kapitalismus wiederherzustellen. Die Wurzel beider Abweichungen ist, wie Sie sehen, die gleiche. Es ist die Abkehr vom Leninschen Internationalismus. Wenn man beide Abweichungen unter Feuer halten will, so muss man vor allem gegen diese Wurzel den Schlag führen, gegen diejenigen, die den Internationalismus aufgeben, gleichviel, ob es sich um eine Abweichung zum lokalen Nationalismus oder um eine Abweichung zum grorussischen Nationalismus handelt“ (Stalin Werke, Band 13, Seite 320-321).

Und Lenin hatte schon im Dezember 1922 gewarnt:

Es wäre unverzeihlicher Opportunismus, wenn wir am Vorabend dieses Auftretens des Ostens, zu Beginn seines Erwachens, die Autorität, die wir dort haben, auch nur durch die kleinste Grobheit und Ungerechtigkeit gegenüber unseren eigenen nichtrussischen Völkern untergraben würden. Eine Sache ist die Notwendigkeit, uns gegen die westlichen Imperialisten zusammenzuschließen, die die kapitalistische Welt verteidigen. Hier kann es keinen Zweifel geben, und ich brauche nicht erst zu sagen, dass ich diese Maßnahme rückhaltlos gutheiße. Eine andere Sache ist es, wenn wir selbst, sei es auch nur in Kleinigkeiten, in imperialistische Beziehungen zu den unterdrückten Völkerschaften hineinschlittern und dadurch unsere ganze prinzipille Aufrichtigkeit, unsere ganze prinzipielle Verteidigung des Kampfes gegen den Imperialismus völlig untergraben“ (Lenin Werke, Band 36, Seite 596) „Hier ergibt sich bereits die wichtige prinzipielle Frage: Wie ist der Internationalismus zu verstehen“ ebenda, Seite 592).

Genau diesen Weg schlugen die Sowjetrevisionisten nach Stalins Tod ein und errichteten nicht nur ihren Sozialimperialismus über die eigenen nichtrussischen Völkerschaften, sondern erwiesen damit den westlichen Imperialisten einen Bärendienst, um ihre Pläne zu verwirklichen, den Sozialismus zu vernichten und sich schließlich selber dieser Völkerschaften und sodann des russischen Volkes zu bemächtigen – die UdSSR zu zerreißen.

In Zusammenarbeit mit den modernen Revisionisten hatte der westliche Imperialismus mit dem USA-Imperialismus an der Spitze seine Politik der Umkreisung, Erdrosselung und Liquidierung des Sozialismus fortgesetzt mit der Methode des bürgerlichen Nationalismus, mit der Methode zunächst des Abfalls der revisionistischen Länder von ihrem sowjetischen Zentrum und sodann der Sowjetrepubliken selbst also des Abfalls der Nationen voneinander, mit der Methode ihrer Lostrennung voneinander, mit der Methode der verstärkten nationalen Feindschaft sowohl gegenüber Russland als auch zwischen den Massen der verschiedenen ehemaligen Sowjetrepubliken. Die Sowjetföderation, dieser einzigartige Vortrupp der Weltrevolution wurde verwandelt in einen Vortrupp der internationalen Konterrevolution. Die Restauration der Aera der ungehinderten Ausbeutung und Unterdrückung der Nationen durch den Weltimperialismus, insbesondere die Zurückeroberung des östlichen Hinterlandes des Weltimperialismus, geschah in Zusammenarbeit und mit Hilfe des Sozialimperialismus. Der Prozess der Restauration des Kapitalismus in den revisionistischen Ländern war Bestandteil des Prozesses der Restauration der ungeteilten Herrschaft des Weltimperialismus durch die Errichtung der schwärzesten Weltreaktion

Der Widerstand und der Protest der nichtrussischen Völker und Nationen gegenüber dem Großmachtchauvinismus Russlands wurde durch den bürgerlichen Nationalismus der neuen Bourgeoisie in den ehemaligen nichtrussischen Sowjetrepubliken in Bahnen gelenkt, um die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung im eigenen Land zu errichten. Die nationale Befreiungsbewegung gegen den russischen Imperialismus, gegen den russischen Kosmopolitismus, wurde von der einheimischen georgischen Konterrevolution – und nicht zuletzt mit mehr oder weniger direkter und indirekter (nicht uneigennütziger) Unterstützung des westlichen Imperialismus – paralysiert und von der georgischen Bourgeoisie gesteuert. Es wurden Sabotageakte an der kaukasischen Befreiungsbewegung verübt, da diese den kolonialistischen Interessen des Weltimperialismus widersprechen. Die imperialistische „Unterstützung“ des Freiheits- und Unabhängigkeit des georgischen Volkes und der verschiedenen Nationalitäten dient ausschließlich ihrer Unterdrückung und Versklavung, egal ob nun von Seiten der russischen oder westlichen Imperialisten. Um die konterrevolutionären, kriegstreiberischen Pläne und Komplotte der westlichen und russischen Imperialisten zu durchkreuzen, müssen die Völker des Kaukasus sich gemeinsam zum Kampf gegen die Imperialisten revolutionär erheben. Die Okkupanten, ob nun russische oder Nato müssen mit Waffengewalt aus dem Land verjagt werden. Wer die nationale Freiheit, Unabhängigkeit und Souveränität der Kaukasusvölker missachtet, verletzt oder mit Füßen tritt, ist ein Feind des Kaukasus und wird von den Völkern des Kaukasus bekämpft und vernichtet. Der Kaukasus gehört den Völkern und nicht den Imperialisten! Niemand hat das Recht, sich gewaltsam in das innere Leben, in die inneren Angelegenheiten der kaukasischen Völker einzumischen, auch wenn sie noch so „gut gemeint“ sind. Die Nationen des Kaukasus brauchen die Machtvollkommenheit in Angelegenheiten ihres inneren Lebens und das Recht, sich nach ihrem eigenen Willen einzurichten und nach ihren eigenen Vorstellungen miteinander zu leben. Die von den Imperialisten angeheizte und unterstützte Konterrevolution im Kaukasus tritt diese grundlegenden Forderungen der Völker des Kaukasus mit Füßen. Und solange die Konterrevolution am Ruder ist, wird es im Kaukasus keinen Frieden unter den Völkern geben.

Der Triumph eines revolutionären Kaukasus – das ist der einzige Weg zur Befreiung seiner Völker vom imperialistischen und nationalistischen Joch. Die politische Macht der kaukasischen Arbeiter und Bauern – das ist der Schlüssel zur Befreiung von imperialistischer und nationaler Unterdrückung, das ist der Schlüssel zur Enteignung aller Imperialisten, die den Kaukasus im Würgegriff halten. Die Revolution im Kaukasus wird wachsen im Kampf gegen die Konterrevolution, gegen die ausbeuterische Politik von „teile und herrsche“!. Ihre anti-imperialistische Einheitsfront wird erreicht im Kampf gegen die nationale Spalterei der Konterrevolution. Und es versteht sich von selbst, dass die imperialistische Politik der gegenseitigen Aufhetzung der kaukasischen Nationalitäten jene abscheuungswürdige Politik ist, die das gegenseitige Misstrauen und die Feindschaft zwischen den kaukasischen Völkern verstärkt, dadurch die Kräfte des Proletariats spaltet und so die revolutionäre Befreiung des Kaukasus in ihren Grundlagen unterwühlt. Eben deshalb muss man die Spitze des revolutionären Schwertes gegen diejenigen, die unter dem Deckmantel des Schutzes der „Selbstbestimmung“ der kaukasischen Völker eine Politik der direkten oder indirekten imperialistischen Annexion und der gewaltsamen Separation betreiben. Um den Kaukasus zu retten, muss der Bruch mit den Kapitalisten, die vollständige Liquidierung der Konterrevolution und die Aufhebung sämtlicher knechtender Verträge mit den Imperialisten gefordert werden. Mit allen Feinden der Völker des Kaukasus – und das sind nicht Wenige - wird gebrochen und gekämpft und nicht paktiert ( einschließlich mit den inneren Feinden!). Unter Selbstbestimmung verstehen wir das Recht der Völker, sich von jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien, insbesondere von jener ihrer eigenen nationalen Bourgeoisien, sich von allen ausbeutenden und unterdrückenden Klassen im eigenen Land zu befreien. Selbstbestimmung beinhaltet die Freiheit des Volkes, die inneren konterrevolutionären Kräfte, ihre Regierungen und anderen Unterdrückungsinstrumente zu zerschlagen. Ob innere oder äußere Ausbeutung und Unterdrückung, sowohl das eine als auch das andere ist mit wahrer Selbstbestimmung der Völker unvereinbar. Die Völker wollen nicht darüber selbst bestimmen, von wem sie sich bevorzugt ausbeuten und unterdrücken lassen wollen. Die Völker wollen eine Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung – sie wollen die Unterstützung einer Weltrevolution gegen den Weltimperialismus – den einzigen Ausweg aus Ausbeutung und Unterdrückung, der jedem einzelnen Volk, auch den Völkern des Kaukasus, noch übrig bleibt.

Die kaukasischen Völker waren und sind weder gegen Vereinigung noch gegen Lostrennung ihrer Staaten. Aber sie sind unbedingt gegen eine Vereinigung oder Lostrennung, die ihnen von den Imperialisten und ihren Lakaien aufgezwungen wird. Sie wollen frei über sich selbst bestimmen, ohne das eine Macht von außen ihnen vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen haben. Ob Vereinigung oder Lostrennung, es geht dabei in erster Linie um die bedingungslose Annerkennung der Selbstbestimmung durch die Völker selbst, dh., die Selbstbestimmung über ihre eigenen Territorien, die Formen ihres politischen Aufbaus, ihres wirtschaftlichen Austausches usw. Nur eine solche konsequent demokratische Politik vermag das Vertrauen und die Freundschaft der kaukasischen Völker wieder herzustellen. Nur eine solche Politik vermag eine echte Vereinigung der Völker den Weg zu ebnen. Nur eine solche Politik erleichtert die Wiederherstellung eines sozialistischen Kaukasus, ist Voraussetzung zur Schaffung eines kaukasischen Bollwerks gegen den Weltimperialismus. Entweder der Kaukasus vereinigt sich im revolutionären Kampf seiner Arbeiter und Bauern gegen seine konterrevolutionären, paktierenden Regierungen oder er wird seine Freiheit, seinen Frieden, seinen Boden nicht zurückbekommen.

Was Stalin damals vor 90 Jahren in seinem Artikel „Vergesst den Osten nicht!“ sagte, ist heute aktueller denn je:

Die Imperialisten haben den Osten immer als die Grundlage ihres Wohlergehens betrachtet. Die unermesslichen Naturreichtümer der Länder des Ostens (Baumwolle, Erdöl, Gold Kohle, Erz) – waren sie etwa nicht ein ´Zankapfel' für die Imperialisten aller Länder? (...)Daraus ist hauptsächlich auch der Eifer zu erklären, mit dem sie in den Ländern des Ostens `Ordnung und Gesetzlichkeit` aufrechterhalten: sonst wäre das tiefe Hinterland des Imperialismus nicht gesichert.

Aber die Imperialisten brauchen nicht nur die Reichtümer des Ostens. Sie brauchen das 'gefügige' `Menschenmaterial', das in den Kolonien und Halbkolonien des Ostens so reichlich vorhanden ist. Sie brauchen die ´willigen` und billigen `Arbeitshände' der Völker des Ostens. Sie brauchen außerdem die 'gefügigen` 'jungen Burschen' aus den Ländern des Ostens, die sie für die so genannten 'farbigen` Truppen anwerben und die sie ohne Zögern gegen ìhre eigenen' revolutionären Arbeiter einsetzen werden. Das ist der Grund, weswegen sie die Länder des Ostens ihre ùnerschöpfliche' Reserve nennen.

Aufgabe des Kommunismus ist es, die unterdrückten Völker des Ostens aus dem jahrhundertelangen Schlaf (Anmerkung der Redaktion: der historischen Folgen des Verrats der russischen und georgischen Revisionisten!) aufzurütteln, den Arbeitern und Bauern dieser Länder den Befreiungsgeist der Revolution einzuhauchen, sie zum Kampf gegen den Imperialismus (Anmerkung der Redaktion: nicht nur gegen den westlichen und russischen, sondern jeglichen Imperialismus!) zu mobilisieren und dem Weltimperialismus so sein 'zuverlässigstes' Hinterland, seine 'unerschöpfliche' Reserve zu nehmen. Ohne das ist an den endgültigen Triumph des Sozialismus, an den vollständigen Sieg über den Imperialismus nicht zu denken. (...) Die Imperialisten selbst werden mit ihren neuen Annexionen, die neue Länder in den Kampf gegen den Imperialismus hineinziehen und die Basis der Weltrevolution erweitern, die Revolution des Ostens nicht wenig fördern.

Aufgabe der Kommunisten ist es, in die anwachsende spontane Bewegung im Osten einzugreifen und sie bis zum bewussten Kampf gegen den Imperialismus weiterzuentwickeln“ (Stalin, Werke Band 4, Seite 149-151).



Und weiter sieht Stalin in „Zwei Lager“ voraus:

Um mit dem Krieg auf imperialistische Weise Schluss machen zu können, sind sie 'gezwungen', die Arbeiter zum Hunger zu verdammen (Massenarbveitslosigkeit infolge der Schließung 'unrentabler' Unternehmen, neue indirekte Steuern und rasendes Ansteigen der Lebensmittelpreise), sind sie 'gezwungen', (...) den Kaukasus (...) auszuplündern. Muss noch gesagt werden, dass dies alles die Basis der Revolution erweitert, die Grundpfeiler des Imperialismus erschüttert und die unvermeidliche Katastrophe beschleunigt?“ (Stalin Werke Band 4, Seite 206).



Der Westen bringt nicht Befreiung, Demokratie und Wohlstand in den Kaukasus, sondern vielmehr Versklavung und blutige Konterrevolution. Das haben die Ereignisse in Georgien bereits deutlich bewiesen. Die Imperialisten protzen im Kaukasus viel mit der Rolle der „Hilfe“, des „Beschützers“ und der „Kredite“. Ihr eigentliches Ziel aber ist es , die Völker des Kaukasus durch wirtschaftliche, finanzielle, politische und militärische Fäden in Abhängigkeit zu binden. Sie benutzen die in Abhängigkeit geratenen Kaukasusregionen als Mittel zu Erpressungen, Kontrolle, Unterdrückung und militärische Interventionen. Ob nun jeder Dollar, jeder Rubel oder jeder Euro „Hilfe“ für Georgien ist nichts anderes als ein Glied in der Versklavungskette des Weltimperialismus. Jeder investierte Dollar, Euro oder Rubel wird zehnfach und hundertfach aus Georgien wieder herausgepresst werden. „Alle Macht den Imperialisten, den einheimischen wie den Alliierten!“ – das ist die Losung der Konterrevolution. Die Völker des Kaukasus sehen nach den jüngsten Ereignissen in Georgien, wohin die russisch-westliche Rivalität und Zusammenarbeit führt, nämlich zu wachsenden Spannungen und Konflikten und Gefahren anstatt zu Frieden und Sicherheit. Die Völker des Kaukasus dürfen weder den schönen Worten und Versprechungen der russischen nich der westlichen Imperialisten Glauben schenken, sondern müssen ihnen die Maske vom Gesicht reißen.

Die rivalisierende Aggressionspolitik des westlichen und des russischen Imperialismus, ihre Gier nach Expansion, Herrschaft und Hegemonie im Kaukasus, finden ihren Ausdruck in den Intrigen, Komplotten, Interventionen und Kriegen, die sie dort anzetteln. Und zum Schaden der Freiheit und Unabhängigkeit der Staaten und Nationalitäten des Kaukasus hat der Imperialismus militärische, politische, wirtschaftliche und kulturelle Organisationen und Institutionen geschaffen, die heute die Hauptwaffen und Hauptinstrumente zur Beherrschung und Ausplünderung der Welt, insbesondere des Kaukasus sind. In Durchführung dieser Strategie betreiben die verschiedenen Imperialisten gegenüber Georgien und den anderen Kaukasusstaaten eine fieberhafte Spionage- und Diversionstätigkeit. Ausgebildete Spione wurden und werden weiter unter der Maske von Händlern, Militärberatern, Journalisten, Experten, Spezialisten, Touristen, Sportlern bis hin zur Soutane des Pfaffen nach Georgien geschickt. Die Subversionstätigkeit dieser Spione des Weltimperialismus ist Bestandteil und ein besonderes Mittel seiner konterrevolutionären Politik und Kriegstreiberei. Mit diesen Aktivitäten versuchen die Weltimperialisten mit ideologischer, politischer, wirtschaftlicher und militärischer Aggression in den Kaukasus einzudringen und ihn auszubeuten. Es wird alles getan, um den georgischen Staat in ihre Hände zu bekommen, um dort ihre räuberischen und hegemonistischen Interessen zu verwirklichen. So bereiteten die US-Imperialisten ihre amerikatreue georgische Regierungsclique auf einen militärischen Konflikt mit Russland vor, um daraus Vorteile zu ziehen. Es wird Geld ins Land gepumpt, um es von sich abhängig zu machen und um es sich um so leichter einzuverleiben. Die NATO dient dem westlichen Imperialismus mit den amerikanischen Imperialisten an der Spitze. Die US-Imperilisten sind gegenüber der Weltöffentlichkeit darauf bedacht, als „außenstehender Betrachter“ dazustehen. Stalin hatte schon 1939 auf dem XVIII. Parteitag der KPdSU (B) hierzu erklärt (also in Hinblick auf die amerikanische Haltung der „Nichteinmischung“ gegenüber der Einverleibung der Tschechoslowakei durch Hitlerdeutschland:

In Wirklichkeit jedoch bedeutet die Politik der Nichteinmischung der Begünstigung der Aggression, die Entfesselung des Krieges und folglich seine Ausweitung zu einem Weltkrieg. In der Politik der Nichteinmischung macht sich das Bestreben, der Wunsch geltend, den Aggressoren bei der Ausführung ihres schmutzigen Werks nicht hinderlich zu sein, zum Beispiel Japan nicht daran zu hindern, sich in einen Krieg gegen China, noch besser aber gegen die Sowjetunion einzulassen, zum Beispiel Deutschland nicht daran zu hindern, sich in die europäischen Angelegenheiten zu verstricken, sich in einen Krieg gegen die Sowjetunion einzulassen, alle Kriegsteilnehmer tief in den Morast des Krieges versinken zu lassen, sie im stillen dazu anzuspornen, sie dazu zu bringen, dass sie einander schwächen und erschöpfen, dann aber, wenn sie genügend geschwächt sind, mit frischen Kräften auf dem Schauplatz zu erscheinen, natürlich „im Interesse des Friedens“, und den geschwächten Kriegsteilnehmern die Bedingungen zu diktieren“ (Stalin, Bericht auf dem XVIII. Parteitag, gehalten im März 1939).

Das trifft heute auch auf Georgien zu. Die Diktatur der imperialistischen Bourgeoisie über den Kaukasus ist eine geheime, verhüllte Diktatur, die sich hinter den Kulissen verbirgt und die Weltöffentlichkeit irreführt. In Wirklichkeit ist die imperialistische Diktatur über den Kaukasus die Herrschaft einer kriegslüsternen und ausbeutenden Minderheit über die werktätige und nach Frieden dürstende Mehrheit. Sie ist eine Diktatur, die sich auf die Gewaltanwendung gegen die Völker des Kaukasus stützt. Über den Ausgang der rivalisierenden imperialistischen Kräfte entscheidet das Weltkapital. Die militärische Intervention des russischen Imperialismus war ein Pyrrhussieg. Letztendlich entscheidend ist die militärische Organisation, die hinter dem Weltkapital steht – und das ist heute die NATO und nicht die russische Armee.

Die Mitgliedschaft Georgiens in der NATO bereitet den weiteren Weg der Intervention gen Osten vor. Durch die Ausdehnung seines Netzes von Militärstützpunkten wird das wirtschaftliche und politische Eindringen in den Kaukasus, in die ehemaligen Sowjetrepubliken, in den Mittleren Osten und in Asien für den westlichen Imperialismus erleichtert. Die NATO-Waffen sind nicht gegen den Imperialismus gerichtet, sondern gegen alle Völker, die gegen den Imperialismus kämpfen, insbesondere gegen das Weltproletariat in seinem Kampf um die politische Weltherrschaft. Trotz seiner inneren Widersprüche in der NATO, die sich mit ihrer Erweiterung weiter verschärfen auf Grund der unterschiedlichen Interessen ihrer Mitglieder, insbesondere gegenüber den USA, bleibt die NATO unverändert aggressiv und gefährlich für den Weltfrieden und die Freiheit und Unabhängigkeit der Völker. Georgien darf nicht das Aufmarschgebiet der Imperialisten werden, um von dort aus einen Dritten Weltkrieg anzuzetteln. Es ist die Aufgabe des Weltproletariats, die Völker in den Kampf gegen die NATO und gegen alle anderen imperialistischen Militärmächte zu führen, um sie für immer zu zerschlagen. Kein Volk kann sich unter die Militärherrschaft der einen Imperialisten stellen, um sich vor den anderen Imperialisten zu schützen. Die Völker können sich nur gemeinsam gegen die Weltimperialisten schützen, indem sie sich unter ihrem eigenen, gemeinsamen Schutzschild stellen. Die Befreiung von den Weltimperialisten kann nicht ein Volk alleine erreichen. Die Vereinigung der Länder gegen den Weltimperialismus - das ist die Aufgabe der proletarischen Weltrevolution. Der Kampf für die Befreiung der Völker vom Weltimperialismus führt das Weltproletariat. Nur die Bewaffnung des Weltproletariats, durch seinen internationalen Klassenkampf für den Weltsozialismus wird der Sieg über den Weltimperialismus und damit das Ende der kapitalistischen Versklavung der Völker erreicht. Die georgische Arbeiterklasse muss sich als eine Abteilung der internationalen Arbeiterarmee gegen die internationale Konterrevolution verstehen und internationalistisch handeln, muss sowohl den Kosmipolitismus des Weltimperialismus als auch den bürgerlichen Nationalismus im Kaukasus bekämpfen .

Es geht auch im Kaukasus schließlich und endlich um die Befreiung des Weltproletariats. Das Weltproletariat ist die einzige Kraft, die die Völker (des Kaukasus) zur Befreiung vom Joch des Weltimperialismus führen kann. Stalin hat darauf hingewiesen:

Wie die Geschichte ferner gezeigt hat, können einzeln Völker, auch wenn es ihnen gelingt, sich von ihrer eigenen nationalen Bourgeoisie sowie von der 'fremden`Bourgeoisie zu befreien, das heißt, auch wenn sie im eigenen Lande die Sowjetordnung errichtet haben, solange der Imperialismus besteht, kein Einzeldasin führen und einzeln ihre Existenz nicht erfolgreich verteidigen ohne die wirtschsftliche und militärische Unterstützung durch die benachbarten Sowjetrepubliken“ (Stalin Werke Band 5, Seite 33).

Stalin betonte,dass es ohne einen Staatsverband der Sowjetrepubliken, ohne deren Zusammenschluss zu einer einheitlichen militärischen und wirtschaftlichen Macht unmöglich ist, den vereinigten Kräften des Weltimperialismus an den militärischen wie an den wirtschaftlichen Fronten standzuhalten“ (ebenda).

Das ist heute von noch größerer strategischer, weltrevolutionärer Bedeutung. Ohne die führende Rolle des Weltproletariat ist niemand heute in der Lage, durch eine erneute Revolution solche Verhältnisse wieder herzustellen, wie sie damals nach der Oktoberrevolution bestanden haben - also die Wiederherstellung der Sowjetrepubliken. Schon damals stellte Lenin fest:

Ist es nicht naiv, außer Acht zu lassen, dass sich im Kaukasus (...) die Selbstverwaltung auf den bewaffneten Aufstand stützt? Ist es nicht kindisch zu glauben, dass das, was in einigen Gebirgsdörfern eines fernen Randgebietes möglich ist, ohne den Sieg des Volkes über die Selbstherrschaft in Zentralrussland möglich sei?“ (Lenin Werke Band 9, Seite 220).

Was hier Lenin also über die kaukasischen Gebirgsdörfer in Bezug auf Russland sagt, trifft auch verallgemeinert auf internationaler Ebene zu. Ohne die Zerschlagung des Weltimperialismus durch den bewaffneten Aufstand des Weltproletariats kann die Befreiung des Kaukasus, kann die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats in Transkaukasien, kann der Wiederaufbau des Sozialismus im Kaukasus nicht garantiert werden, kann nicht einmal der Wiederaufbau der Sowjetunion Lenins und Stalins garantiert werden. Es ist naiv zu glauben, dass dies ohne den Sieg des Weltproletariats über den Weltimperialismus möglich sei.

Lenin nahm im Dezember 1922 zu den Beschuldigungen des „Sozialnationalismus“ in Georgien Stellung und betonte:

Wir brauchen sie ( die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken) ebenso wie das kommunistische Weltproletariat für den Kampf gegen die Weltbourgeoisie und für die Verteidigung gegen ihre Intrigen“ (Lenin, Werke Band 36, Seite 594).

Und so braucht auch umgekehrt die zu erkämpfende Diktatur des Weltproletariats die Union der Sozialistischen Weltrepubliken für den Kampf gegen die Bourgeoisie in allen Ländern der Welt und für die Verteidigung gegen ihre Intrigen. Das Weltproletariat muss sich gegenüber den Proletariern der Länder, insbesondere kleinerer Länder, stets klassensolidarisch verhalten und darf deren Gleichheit nicht verletzen. Was Lenin gegenüber Georgien sagte, nämlich ein „Zuviel an Entgegenkommen und Nachgiebigkeit gegenüber den nationalen Minderheiten“ sei “besser als ein Zuwenig“ (Lenin ebenda, Seite 594), muss auch vom Weltproletariat gegenüber den Proletariern der einzelnen Länder beherzigt werden.

Lenin und Stalin arbeiteten jene Prinzipien aus, auf deren Grundlagen die nationale Freiheit für die unterdrückten Völker im Kaukasus gelöst wurde und auf der die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken geschaffen wurde. In der „Erklärung der Rechte der Völker Russlands“, angenommen vom III. Kongress der Sowjets der Arbeiter und Soldaten ganz Russlands Anfang 1918, wurde unter anderem die Gleichberechtigung und Souveränität der Völker Russlands, das Selbstbestimmungsrecht der Nationen bis hin zur Lostrennung und Gründung eines selbständigen Staates, die Abschaffung aller nationaln Privilegien bzw. Einschränkungen, die freie Entwicklung der nationalen Minderheiten und der auf dem Gebiet Russlands wohnenden ethinischen Gruppen proklamiert. Diese Prinzipien bilden heute und in Zukunft die Grundlage der Weltunion der sozialistischen Republiken durch die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats und dem Sieg der proletarischen Weltrevolution.

Im Bürgerkrieg von 1918 wurden die Bolschewiki von drei verschiedenen weißgardistischen Armeen unter Admiral Koltschak und den Genärlen Denikin und Judenitsch angegriffen. Vom Kaukasus, von Sibirien und vom Finnischen Meerbusen aus marschierten sie auf Zentralrussland zu, um das Zarenregime zurückzuerobern.

Was den Revisionismus in Georgien anbelangt, so wurzelt er in den Traditionen des georgischen Menschewismus, der einst die östliche Hauptstütze und Speerspitze der II. Internationale im Kampf gegen die Revolution und den Bolschewismus war und dessen Wurzeln heute noch wirksam sind. Im Gewande von Kommunisten den Geist der Zersetzung in den sowjetischen Randgebieten zu verbreiten, darin hatten die georgischen kleinbürgerlich-nationalistischen Elemente Tradition. Die einstige georgische kleinbürgerliche Partei der Menschewiki, die sich als marxistische Arbeiterpartei bezeichnete, verteidigte die Interessen der Ausbeuterklassen und vor allem die der nationalen Bourgeoisie. Sie schwenkten im Bürgerkrieg die Fahne des Nationalismus und standen auf der Seite jener, die gegen die Diktatur des Proletariats kämpften. Das führte sie zum faktischen Bündnis mit den Weißgardisten und der imperialistischen Weltbourgeoisie. Die Politik, die die von den Interventen geförderten bürgerlichen Nationalisten Georgiens betrieben, bestand darin, die Völker Transkaukasiens gegeneinander aufzuhetzen. Diese Politik hatte blutige Zusammenstöße zur Folge. Sie bestand auch darin, die Kommunisten zu verfolgen, ins Gefängnis zu stecken oder umzubringen. Von der menschewistischen Geheimpolizei wurden die Kommunisten verhaftet oder aus Georgien ausgewiesen. Den Delegierten der Kommunistischen Partei Georgiens, die auf dem II. Weltkongress der Komintern gewesen waren (Juli-August 1920), wurde die Rückkehr in ihre Heimat verwehrt. Dagegen wurden „angesehene Gäste“ aus Westeuropa empfangen, die Führer der II. International (Herbst 1920), um die georgischen Menschewisten in Schutz zu nehmen und zu unterstützen. Es war kein Geringerer als Karl Kautsky, der das menschewistische „Paradies“ Georgien lobte. Aber er kam nicht umhin, offen zuzugeben: „Dort murren alle Klassen!“ (Kautsky: „Georgien - eine sozialdemokratische Bauernrepublik“, Wien, 1921, S. 18).

Georgien wurde zur Drehscheibe der Konterrevolution in Transkaukasien. Hier wurden die Gelder für Waffen gesammelt und verteilt, um die konterrevolutionären Banden damit auszurüsten und gegen das russische Proletariat, gegen die Bolschewiki zu richten. So wurden die in Aserbaidshan ( das ja schon eine junge Sowjetrepublik geworden war !) gekauften Erdölerzeugnisse insgeheim den Truppen Wrangels zugeleitet. Die georgische Reaktion verschacherte die Interessen Georgiens an die imperialistischen Mächte und machte es zum Aufmarschgebiet für eine neue antisowjetische Intervention. Die Menschewiki verrieten Georgien unter anderem an die Türkei und erreichten in einem Geheimabkommen die Besetzung Batumis durch türkische Truppen. Als die Rote Armee dort in die Stadt einzog, flohen die letzten Menschewiki aus Georgien auf einem italienischen Dampfer ins Ausland. Von dort aus haben die menschewistischen Emigranten ihren konterrevolutionären Kampf bis heute nicht aufgegeben. Wenn während der Krisen des Kaukasus der Erfolg der imperialistischen Bourgoisie zufiel und seine Völker die Betrogenen waren, so war dies nicht allein durch die hochentwickelte Organisation und die finanzielle Macht der imperialistischen Bourgeoisien zu erklären, sondern auch dadurch, dass sich die schwankenden Oberschichten des Kleinbürgertums und ihre Parteien, denen breite Massen des Kleinbürgertums folgten, auf die imperialistische Seite der Barrikade stellten und sich als imperialistische Lakaien verdingten.

Tatsächlich befand sich Georgien in einer tiefen wirtschaftlichen Krise, was die revolutionären Stimmungen unter den werktätigen Massen verstärkte.Der Krieg der `nationalen Regierungen` gegen die Sowjetmacht steigerte nun den Konflikt der nationalen Massen mit diesen `Regierungen` bis zum vollständigen Bruch mit ihnen, bis zum offenen Aufstand gegen sie. So bildete sich das sozialistische Bündnis der Arbeiter und Bauern ganz Russlands gegen das konterrevolutionäre Bündnis der bürgerlichen nationalen `Regierungen` der Randgebiete Russlands.

Manche Leute stellen den Kampf der `Regierungen` der Randgebiete als einen Kampf für die nationale Befreiung gegen den `starren Zentralismus` der Sowjetmacht hin. Doch das trifft absolut nicht zu. Keine Staatsmacht der Welt hat eine so weitgehende Dezentralisation zugelassen, keine Regierung der Welt hat den Völkern eine solche Fülle nationaler Freiheiten eingeräumt, wie die Sowjetmacht es in Russland getan hat.

Der Kampf der `Regierungen` der Randgebiete war und bleibt ein Kampf der bürgerlichen Konterrevolution gegen den Sozialismus. Die nationale Flagge wird da nur zum Betrug der Massen geschwungen, da sie populär und gut geeignet ist, die konterrevolutionären Absichten der nationalen Bourgeoisie zu verdecken. Doch erwies sich der Kampf der ´nationalen` und regionalen ´Regierungen` als ein ungleicher Kampf. Von zwei Seiten attackiert: von außen durch die Sowjetmacht Russlands und von innen durch ´ihre eigenen' Arbeiter und Bauern, sahen sich die ´nationalen Regierungen` sofort nach den ersten Kämpfen zum Rückzug gezwungen. (...) die Agrarrevolution im Kaukasus und die totale Hilflosigkeit der ´nationalen Räte` Georgiens (...) - das sind die allbekannten Tatsachen, die die völlige Entfremdung der #Regierungen` der Randgebiete von ´hren' werktätigen Massen vor Augen führten. Aufs Haupt geschlagen, waren die ´nationalen Regierungen` 'gezwungen' , gegen ihre #eigenen' Arbeiter und Bauern Hilfe bei den Imperialisten des Westens zu suchen, die seit Jahrhunderten die Nationalitäten der ganzen Welt unterdrückt und ausgebeutet hatten. So begann die Periode der ausländischen Einmischung und der Okkupation der Randgebiete – eine Periode, die ein übriges Mal den konterrevolutionären Charakter der ´nationalen' und regionalen #Regierungen` entlarvte.

Jetzt erst wurde es für alle klar, dass die nationale Bourgeoisie nicht die Befreiung des #eigenen Volkes` von der nationalen Unterdrückung anstrebt, sondern die Freiheit, Profite aus ihm herauszupressen, die Freiheit, ihre Privilegien und Kapitalien zu behalten.

Jetzt erst wurde es klar, dass die Befreiung der unterdrückten Nationalitäten ohne den Bruch mit dem Imperialismus, ohne den Sturz der Bourgeoisie der unterdrückten Nationalitäten, ohne den Übergang der Macht in die Hände der schaffenden Massen dieser Nationalitäten undenkbar ist.

So wurde die alte bürgerliche Auffassung des Selbstbestimmungsprinzips mit der Lsoung 'Alle Macht der nationalen Bourgeoisie' durch den Verlauf der Revolution selbst entlarvt und hinweggefegt. Die sozialistische Auffassung des Selbstbestimmungsprinzips mit der Losung 'Alle Macht den schaffenden Massen der unterdrückten Nationalitäten' gewann alle Rechte und Anwendungsmöglichkeiten.

Auf diese Weise hat der Oktoberumsturz, der mit der alten, bürgerlich-nationalen Befreiungsbewegung Schluss gemacht hat, die Ära einer neuen, der sozialistischen Bewegung der Arbeiter und Bauern der unterdrückten Nationalitäten eröffnet, einer Bewegung, die sich gegen jedwede – folglich auch gegen die nationale – Unterdrückung, gegen die Macht der Bourgeoisie, die #eigenen' wie die fremden, gegen den Imperialismus überhaupt richtet“ (Stalin, Band 4, Seite 141-143, „Die Oktoberrevolution und die nationale Frage“).

Und weiter stellte Stalin richtig fest:

Die in aller Hast zusammengestellten bürgerlichen `Regierungen' in den Randgebieten Russlands haben sich als Seifenblasen erwiesen, ungeeignet, eine Hülle für die Intervention abzugeben, mit der man natürlich (natürlich!) Ziele der 'Humanität' und der 'Zivilisation' verfolgt“ (Stalin Werke Band 4, Seite 207).

Der bewaffnete Aufstand, den die Bolschewiki in Georgien vorbereiteten, begann in der Nacht vom 11. zum 12. Februar 1921 im Rayon Lori. Seine Funken entzündeten den revolutionären Brand in vielen Gegenden Georgiens, so in Abchasien und Südossetien. Die Menschewiki setzten reguläre Truppen gegen die Aufständischen ein und wandten sich um Hilfe an die Imperialisten der Entente und die armenischen Daschnaken, die gerade eine Meuterei angezettelt hatten. Das Revolutionäre Komitee Georgiens seinerseits ersuchte im Namen der Aufständischen die Sowjetrepubliken um Unterstützung, und diese entsprachen, den Prinzipien des proletarischen Internationalismus folgend, sofort der Bitte der georgischen Arbeiter und Bauern. Am 25. Februar zogen die von dem Revolutionären Komitee geleiteten Einheiten und die ihnen zu Hilfe geeilten Truppenteile der Roten Armee in Tiflis ein und zwar auf Beschluss des ZK der KPR (B) und auf direkte Anweisung Lenins und Stalins. Dieser Tag, an dem sich Georgien befreite, war auch der Geburtstag der Georgischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Einen Tag vorm revolutionären Aufstand in Georgien, am 10. Februar erschien von Stalin in der „Prawda“ Nr. 29 der Artikel „Über die nächsten Aufgaben der Partei in der nationalen Frage“:

Die kommunistischen Organisationen in den Randgebieten entwickeln sich unter etwas eigenartigen Verhältnissen, die das normale Wachstum der Partei in diesen Gebieten hemmen. Einerseits unterschätzen die in den Randgebieten arbeitenden großrussischen Kommunisten, die unter den Existenzbedingungen einer „Herrscher“nation aufgewachsen sind und keine nationale Unterdrückung erfahren haben, mitunter die Bedeutung, die die nationalen Besonderheiten für die Parteiarbeit haben, oder sie berücksichtigen sie überhaupt nicht, ziehen die Besonderheiten der Klassenstruktur, der Kultur, der Lebensweise, der historischen Vergangenheit der betreffenden Nationalität nicht in Betracht und vulgarisieren und verzerren somit die Politik der Partei in der nationalen Frage. Dieser Umstand führt zu einer Abweichung vom Kommunismus in der Richtung zur Großmachtkonzeption, zur Kolonisationspolitik, zum großrussischen Chauvinismus. Andererseits übertreiben die aus der einheimischen Bevölkerung stammenden Kommunisten, die die schwere Periode der nationalen Unterjochung miterlebt und sich von diesem Akpdruck noch nicht ganz befreit haben, mitunter die Bedeutung, die die nationalen Besonderheiten für die Parteiarbeit haben, und lassen somit die Klasseninteressen der Werktätigen zurücktreten, oder sie verwechseln einfach die Interessen der Werktätigen der betreffenden Nation mit den „gesamtnationalen“ Interessen der gleichen Nation, ohne zu verstehen, die einen von den anderen zu scheiden und die Parteiarbeit auf der Grundlage der ersteren aufzubauen. Dieser Umstand führt seinerseits zu einer Abweichung vom Kommunismus in der Richtung zum bürgerlich-demokratischen Nationalismus, der (im Osten) mitunter die Form des Panislamismus, des Panturkismus annimmt [Anmerkung: Lenin betrachtete den Panislamismus als eine der Strömungen, die dieBefreiungsbewegung gegen den europäischen und amerikanischen Imperialismus mit einer Stärkung der Position der Khans, der Gutsbesitzer, Mullahs usw. verknüpfen “ wollen (siehe Lenin Band 31, Seite 127). In Russland wurden der Panislamismus und der Panturkismus nach der sozialistischen Oktoberrevolution von den konterrevolutionären Elementen zum Kampf gegen die Sowjetmacht ausgenutzt].

Der Parteitag verurteilt entschieden diese beiden Abweichungen als für die Sache des Kommunismus schädlich und gefährlich und hält es für notwendig, auf die besondere Gefährlichkeit und Schädlichkeit der ersten Abweichung, der Abweichung in der Richtung zur Großmachtkonzeption, zur Kolonisationspolitik, hinzuweisen. Der Parteitag erinnert daran, dass es ohne die Überwindung der kolonisatorischen und nationalistischen Überreste in den Reihen der Partei unmöglich ist, in den Randgebieten feste und mit den Massen verbundene, wirklich kommunistische Organisationen zu schaffen, die in ihren Reihen die proletarischen Elemente der einheimischen und der russischen Bevölkerung auf dem Boden des Internationalismus zusammenzuschließen. Der Parteitag ist deshalb der Ansicht, dass die Liquidierung der nationalistischen und in erster Linie der kolonisatorischen Schwankungen innerhalb des Kommunismus eine der wichtigsten Aufgaben der Partei in den Randgebieten ist.

Im Zusammenhang mit den Erfolgen an den militärischen Fronten, besonders aber nach der Erledigung Wrangels, hat sich in einigen rückständigen Randgebieten, in denen es kein oder fast kein Industrieproletariat gibt, der Drang kleinbürgerlich-nationalistischer Elemente verstärkt, aus karrieristischen Gründen in die Partei einzutreten. In Anbetracht der Stellung der Partei als der faktisch regierenden Kraft geben sich diese Elemente gewöhnlich den Anstrich von Kommunisten und drängen mitunter in ganzen Gruppen in die Partei, in die sie den Geist eines schlecht verhüllten Chauvinismus, den Geist der Zersetzung tragen, wobei die Parteiorganisationen, die in den Randgebieten an sich schwach sind, nicht immer die Kraft aufbringen, der Versuchung zu widerstehen, die Partei durch neue Mitglieder 'zu erweitern' .

Der Parteitag ruft zum entschiedenen Kampf gegen alle pseudokommunistischen Elemente auf, die sich an die Partei des Proletariats anbiedern, und warnt die Partei vor einer „Erweiterung“ durch kleinbürgerlich-nationalistische Intellektuellenelemente. Der Parteitag ist der Ansicht, dass die Partei in den Randgebieten hauptsächlich aus den Reihen der Proletarier, der Dorfarmut und der werktätigen Bauern dieser Randgebiete aufgefüllt werden muss, wobei gleichzeitig daran gearbeitet werden muss, die Parteiorganisationen der Randgebiete durch Verbesserung ihrer qualitativen Zusammensetzung zu festigen“ (Stalin, Band 5, Seite 23-25).

In seinem Referat „Die nationalen Momente im Partei – und Staatsaufbau“ , gehalten auf dem XII. Parteitag der KPR (B) am 23. April 1923, geht Stalin auf die Probleme in Transkaukasien, insbesondere auf die Probleme Georgiens ein:

Die Entwicklung des Kapitalismus (...) bereitet die materiellen Voraussetzungen für die zukünftige sozialistische Weltwirtschaft vor. Aber diese Tendenz entwickelt sich in eigenartigen Formen, die ihrem inneren historischen Sinn absolut nicht entsprechen. Die Abhängigkeit der Völker voneinander und die wirtschaftliche Vereinigung der gebiete setzten sich im Laufe der kapitalistischen Entwicklung nicht in Form einer Zusammenarbeit der Völker als gleichberechtigter Einheiten durch, sondern in Form der Unterdrückung und Ausbeutung der weniger entwickelten durch die stärker entwickelten Völker. Koloniale Raubzüge und Anne3xionen, nationale Unterdrückung und Ungleichheit, imperialistische Willkür und Gewaltherrschaft, Kolonialsklaverei und nationale Entrechtung, endlich der Kampf der `zivilisierten' Nationen gegeneinander um die Herrschaft über die ùnzivilisierten` Völker – das sind die Formen, in deren Rahmen sich der Prozess wirtschaftlicher Annäherung der Völker vollzog. (...) Somit bedingt der unversöhnliche Widerspruch zwischen dem Prozess der wirtschaftlichen Vereinigung der Völker und den imperialistischen Methoden dieser Vereinigung die Hilflosigkeit, Ohnmacht, Unfähigkeit der Bourgeoisie, den richtige Weg zur Lösung der nationalen Frage zu finden“ (Stalin Werke, Band 5, Seite 159, 160 und 161).

Die UdSSR hatte die nationale Frage gelöst. Jedoch war dies leichter gesagt als getan. Es gab sowohl Faktoren, die eine Vereinigung zur UdSSR förderten als auch solche, die sie hemmten. Stalin sprach vom russischen Großmachtchauvinismus, der einen anti-russischen Nationalismus erzeugte. Dazu äußerte er sich auf dem XII. Parteitag wie folgt:

Man könnte die ganze Kraft unseres Kampfes gegen den großrussischen Chauvinismus konzentrieren, in der Hoffnung, dass mit der Niederzwingung dieses starken Feindes zugleich auch der antirussische Nationalismus niedergezwungen wird, denn er, dieser Nationalismus ist, wie gesagt, in letzter Instanz eine Reaktion auf den großrussischen Nationalismus, eine Antwort auf ihn, eine bestimmte Abwehr. Ja, so stünde es, wenn der lokale antirussische Nationalismus nicht über eine Reaktion auf den großrussischen Nationalismus hinausginge. Das Unglück ist aber, dass sich dieser defensive Nationalismus in einigen Republiken in einen offensiven Nationalismus verwandelt.

Nehmen wir Georgien. Dort besteht die Bevölkerung zu mehr als 30 Prozent aus Nichtgeorgiern, darunter Armeniern, Abchasen, Adsharen, Osseten, Tartaren. An der Spitze stehen die Georgier. Bei einem Teil der georgischen Kommunisten entsprang und entwickelt sich die Idee, auf diese kleinen Nationalitäten brauche man keine besondere Rücksicht zu nehmen; sie seien ja weniger Kultiviert, weniger entwickelt, deshalb brauche man auf sie auch keine Rücksicht zu nehmen. Das ist Chauvinismus, ein schädlicher und gefährlicher Chauvinismus, denn er kann die kleine Georgische Republik in einen Schauplatz der Zwistigkeiten verwandeln und hat sie übrigens schon in einen solchen Schauplatz verwandelt. (...)

Dieser Chauvinismus macht mitunter eine sehr interessante Evolution durch. Ich denke an Transkaukasien. Sie wissen, dass Transkaukasien aus drei Republiken besteht, die zehn Nationalitäten umfassen. Transkaukasien war von jeher ein Schauplatz der Metzeleien und der Zwietracht, und später, unter dem Menschewismus und den Daschnaken, war es ein Schauplatz des Krieges. Sie kennen den georgisch-armenischen Krieg. Die Metzeleien Anfang und Ende 1905 in Aserbaidshan sind ihnen gleichfalls bekannt. Ich könnte ihnen eine ganze Reihe von Rayons aufzählen, wo die armenische Mehrheit den ganzen übrigen, aus Tartaren bestehenden Teil der Bevölkerung niedergemetzelt hat, zum Beispiel Sangesur. Ich kann auf eine andere Provinz, Nachitschewan, verweisen. Dort überwogen die Tartaren und sie haben alle Armenier niedergemetzelt. Das war gerade vor der Befreiung Armeniens und Georgiens vom Joch des Imperialismus. (Zwischenruf: „Die haben die nationale Frage auf ihre Art gelöst“.) Das ist natürlich auch eine Form, die nationale Frage zu lösen. Aber das ist nicht die sowjetische Form, sie zu lösen. Mit dieser Atmosphäre gegenseitiger nationaler Feindschaft haben die russischen Arbeiter natürlich nichts zu tun, denn da befehden sich Tartaren und Armenier, ohne die Russen. Deshalb bedarf es in Transkaukasien eines speziellen Organs, das die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Nationalitäten zu regeln vermag.

Man kann ohne Weiteres sagen, dass die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Proletariat der ehemaligen Herrschernation und den Werktätigen aller übrigen Nationalitäten drei Viertel der gesamten nationalen Frage ausmachen. Ein Viertel entfällt auf die Beziehungen zwischen den ehemals unterdrückten Nationalitäten selbst.

Hätte nun die Sowjetmacht in dieser Atmosphäre gegenseitigen Misstrauens in Trandkaukasien kein Organ des nationalen Friedens zu schaffen vermocht, das imstande ist, die Reibungen und Konflikte beizulegen, so wären wir zu den Zeiten des Zarismus oder zu der Zeit der Daschnaken, der Mussawatisten, der Menschewiki zurückgekehrt, da die Leute einander das Dach über dem Kopf anzündeten und einander niedermetzelten. Deshalb hat das Zentralkomitee auch dreimal die Notwendigkeit bestätigt,m die Transkaukasische Föderation als ein Organ des nationalen Friedens aufrechtzuerhalten.

Es gibt bei uns nach wie vor eine Gruppe georgischer Kommunisten, die zwar nicht dagegen ist, dass sich Geogien mit der Union der Republiken vereinigt, wohl aber dagegen, dass diese Vereinigung über die Transkaukasische Föderation erfolgt. Sie möchten, sehen Sie wohl, enger mit der Union verbunden sein und meinen, man brauche zwischen ihnen, den Georgiern, und der Union der Republiken keine Zwischenwand in Gestalt der Transkaukasischen Föderation, man brauche keine Föderation. Das scheint sehr revolutionär zu klingen.

Aber hier liegt eine andere Absicht vor. Erstens zeuigen diese Erklärungen davon, dass in Georgien das Verhältnis zu den Russen in der nationalen Frage eine untergeordnete Rolle spielt, denn diese Genossen Abweichler (so pflegt man sie zu nennen) haben nichts gegen eine direkte Vereinigung Georgiens mit der Union, das heißt, sie fürchten nicht den großrussischen Chauvinismus, weil sie meinen, er sei so oder so an der Wurzel getroffen oder habe keine entscheidende Bedeutung. Augenscheinlich fürchten sie die Föderation Transkaukasiens mehr. Warum? Warum sollen die drei wichtigsten Völker, die in Trandkaukasien leben und die sich so lange Zeit miteinander geschlagen, einander niedergemetzelt, einander bekriegt haben – warum sollen diese Völker jetzt, da die Sowjetmacht endlich Bande des brüderlichen Bündnisss zwischen ihnen in Gestalt der Föderation geschlungen hat, da diese Föderation positive Ergebnisse gezeitigt hat, warum sollen sie jetzt diese föderativen Bande zerreißen? Worum geht es, Genossen?

Es geht darum, dass Georgien durch die Bande der Transkaukasischen Föderation jener teilweise privilegierten Stellung verlustig geht, die es auf Grund seiner geopraphischen Lage einnehmen könnte. Urteilen Sie selbst: Georgien hat einen eigenen Hafen, Batum, durch den Waren aus dem Westen kommen; Georgien hat einen Eisenbahnknotenpunkt wie Tiflis, den die Armenier nicht umgehen können, den Aserbaidshan, das seine Waren aus Batum erhält, nicht umgehen kann. Wenn Georgien eine Republik für sich wäre, wenn es nicht zur Transkaukasischen Föderation gehörte, könnte es gewisser Maßen ein kleines Ultimatum richten sowohl an Armenien, das ohne Tiflis nicht auskommen kann, als auch an Aserbaidshan, das ohne Batum nicht auskommen kann. Daraus würden sich für Georgien gewisse Vorteile ergeben. Es ist kein Zufall, dass gerade in Georgien das allen bekannte, ungeheuerliche Dekret über die Grenzkordons ausgearbeitet wurde. Jetzt sucht man die Schuld daran auf Serebrjakow abzuwälzen. Angenommen, dem sei so. Aber das Dekret wurde doch in Georgien und nicht in Aserbaidshan oder Armenien ausgeheckt.

Ferner gibt es noch einen anderen Grund. Tiflis ist die Hauptstadt Georgiens, aber Georgier gibt es in Tiflis nicht mehr als 30 Prozent, Armenier nicht weniger als 35 Prozent, dann kommen alle übrigen Nationalitäten. So sieht es also in der Hauptstadt Georgiens aus. Wäre Georgien eine Republik für sich, dann könnte man eine gewisse Umsiedlung der Bevölkerung vornehmen, zum Beispiel Armenier aus Tiflis abschieben. Ist doch in Georgien das bekannte Dekret zur 'Regulierung' der Bevölkerung in Tiflis angenommen worden, von dem Genosse Macharadse erklärte, dass es nicht gegen die Armenier gerichtet wäre. Man beabsichtigte, eine gewisse Bevölkerungsverschiebung vorzunehmen, und zwar so, dass die Zahl der Armenier im Vergleich zu der der Georgier in Tiflis von Jahr zu Jahr abnehmen und somit Tiflis in eine echte georgische Hauptstadt verwandelt würde. Zugegeben, sie haben das Aussiedlungsdekret zurückgezogen. Es verbleibt ihnen aber eine Unmenge von Möglichkeiten, eine Unmenge so elastischer Maßnahmen, wie zum Beispiel die 'Entlastung' der Stadt, mit deren Hilfe man unter Wahrung eines Scheins von Internationalismus es so einrichten könnte, dass es weniger Armenier in Tiflis gäbe.

Diese Vorteile geopraphischer Art, die die georgischen Abweichler nicht einbüßen wollen, und die ungünstige Lage in Bezug auf die Georgier in Tiflis selbst, wo es weniger Georgier als Armenier gibt, veranlassen eben unsere Abweichler, gegen die Föderation anzukämpfen. Die Menschewiki haben die Armenier und Tartaren aus Tiflis einfach ausgewiesen. Jetzt, unter der Sowjetmacht, kann man sie nicht ausweisen, und deshalb möchte man aus der Föderation ausscheiden, dann würde man die juristische Möglichkeit haben, selbstständig einige derartige Operationen vorzunehmen, die dazu führen sollen, die Vorzugsstellung der Georgier restlos gegen Aserbaidshan und Armenien auszunutzen. Und aus alledem würde sich eine privilegierte Stellung der Georgier innerhalb Transkaukasiens ergeben. Darin besteht die ganze Gefahr.“ (Stalin Werke, Band 5, Seite 218-222).

Und diesen internationalistischen Standpunkt vertritt der Georgier Stalin. Das ist bemerkenswert. Er will keine Privilegien irgendeines Volkes, irgendeiner Nationalität – er will die Beseitigung und Abschaffung von Privilegien, die die Völker entzweit, er will die Vereinigung der Völker, der Nationalitäten ohne jegliche Privilegien. Und genau das ist die Grundlage, auf die sich die Völker des Kaukasus stellen müssen, vor allem aber Georgien! Das ist der Standpunkt des proletarischen Internationalismus!

Dürfen wir denn unter Hinwegsetzung über die Interessen der nationalen Eintracht in Transkaukasien Verhältnisse schaffen, die die Georgier gegenüber der Armenischen und Aserbaidshanischen Republik in eine privilegierte Lage versetzen? Das dürfen wir nicht zulassen.

Es gibt ein altes spezielles Systems, die Nationen zu regieren, wonach die bürgerliche Staatsgewalt einige Nationalitäten näher an sich heranzihet, ihnen Privilegien gewährt und die anderen Nationen zurücksetzt, um sich mit ihnen nicht abgeben zu müssen“ (ebenda, Seite 22-223).

Auf diesen gefährlichen Weg wollen uns unsere Genossen, die georgischen Abweichler, bringen, wenn sie, unter Verletzung aller Gesetze der Partei, gegen die Föderation ankämpfen, wenn sie aus der Föderation ausscheiden wollen, um ihre Vorzugsstellung zu behalten. Sie wollen uns dahin bringen, dass wir ihnen gewisse Privilegien auf Kosten der Armenischen und Aserbaidshanischen Republik gewähren. Auf diesen Weg können wir uns nicht begeben, denn das wäre der sichere Tod unserer gesamten Politik und der Sowjetmacht im Kaukasus.

Es ist kein Zufall, dass unsere Genossen in Georgien diese Gefahr gespürt haben. Dieser georgische Chauvinismus, der zu einer gegen die Armenier und Aserbaidshaner gerichteten Offensive übergegangen ist, hat die Kommunistische Partei Georgiens alarmiert. Es ist durchaus verständlich, dass die Kommunistische Partei Georgiens, die seit ihrem legalen Bestehen zwei Parteitage abgehalten hat, beide Mal den Standpunkt der Genossen Abweichler einmütig verworfen hat, denn ohne die Transkaukasische Föderation kann unter den jetzigen Verhältnissen im Kaukasus weder der Frieden erhalten noch die Gleichheit hergestellt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Nation privilegierter sei als die andere. Das haben unsere Genossen gespürt. Deshalb stellt die Gruppe Mdiwani nach zwei Jahren Kampf ein kleines Häuflein dar, das in Georgien selbst immer wieder von der Partei beiseite geschleudert wird.

Es ist weiter kein Zufall, dass Genosse Lenin eine solche Eile an den Tag legte und so darauf drängte, dass die Föderation unverzüglich eingeführt werde. Kein Zufall ist es auch, dass unser ZK dreimal die Notwendigkeit der Föderation in Trandkaukasien bestätigt hat, einer Föderation mit eigenem ZEK und eigener Exekutivgewalt, deren Beschlüsse für die Republiken verbindlich sind. Kein Zufall ist es ferner, dass ebide Kommissionen, sowohl die des Genossen Dzierzynski als auch die Kamenews und Kujbyschews, nach ihrer Rückkehr nach Moskau erklärten, ohne Föderation werde man nicht auskommen können.

Schließlich ist es auch kein Zufall, dass die Menschewiki vom 'Sozialistitscheski Wjestnik' [ „Der sozialistische Bote“ - Organ der menschewistischen weißen Emigranten, das von Martow im Februar 1921 gegründet wurde; er erschien bis März 1933 in Berlin, von Mai 1933 bis Juni 1940 in Paris uns später in Amerika. Der „Sozialistitscheski Wjestnik“ ist ein Sprachrohr reaktionärster imperialistischer Kreise. Diese Art von Sprachrohren werden auch mit den heutigen Ereignissen in Georgien wieder in Europa aktiviert. Es gibt immer noch eine beträchtliche Anzahl georgischer Emigrantengruppen, die sich hinter Phrasen westlicher „Demokratie“ verbergen, um unter das „Schutzschild“ des 'zivilisierten` (= kapitalträchtigen!) Westen zu schlüpfen – z.T. alte bürgerliche und kleinbürgerliche Seilschaften und Überbleibsel aus der Zeit seit der II. Internationale bis hin zum Sturz der UdSSR Lenins und Stalins, also halt alle reaktionären Elemente, die die Tradition des Antistalinismus in Georgien heute fortsetzen. Übrigens hat Stalin bis zu seinem Tod gegen diese reaktionären Elemente von Emigrantengruppen in Europa gekämpft] unsere Genossen Abeichler wegen ihres Kampfes gegen die Föderation loben, sie auf Händen tragen: Gleich und gleich gesellt sich gern“ (ebenda, Seite 224-225).





All dies ist richtungsweisend für die weltbolschewistische Partei. Was Stalin hier sagt, traf auf die erste Periode des Sozialismus zu. Wie sieht es aber damit in der zweiten Periode des Sozialismus aus, also in jener vor uns liegenden Periode des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab?

Auch in der zweiten Periode des Sozialismus wird es zentrale Gebiete und Randgebiete in der Welt geben. Die erste Abweichung besteht in der mechanischen Übertragung von Methoden sowohl in den zentralen als auch in den Randgebieten. Diese mechanische Übertragung verbietet sich auf Grund der dort herrschenden unterschiedlichen Bedingungen. Die zweite Abweichung besteht darin, dass weder in den verschiedenen zentralen Gebieten noch in den verschiedenen Randgebieten gleiche Entwicklungsstufen vorzufinden, sondern Eigentümlichkeiten zu berücksichtigen sind, wodurch in den jeweiligen Gebieten besondere Methoden anzuwenden sind. Der Zentralismus bleibt stets ein Wesenszug beim Aufbau des Sozialismus, ob nun in der ersten oder in der zweiten Periode. Aber das darf nicht dazu führen, dass die Randgebiete und die Pufferzonen zwischen zentralen und Randgebieten nur als Anhängsel, als Nebensache betrachtet werden. Der Weltsozialismus ist nur so stark wie sein schwächstes Glied. Er muss also dafür sorgen, dass sich die Randgebiete immer besser integrieren und in der Weltentwicklung des Sozialismus Schritt halten. Die sozialistische Weltwirtschaft kann nur funktionieren, wenn das dialektische Verhältnis aller Gebiete der Welt im Gleichgewicht gehalten wird, wenn alle Gebiete durch Weltzahnräder miteinander verbunden werden, wenn sich die Produktivkräfte und die Produktionsverhälntnisse in allen Gebieten der Welt ihren Bedingungen entsprechend harmonisch entwickeln.

So wie Stalin gegen den russischen Großmachtchauvinismus in Verbindung mit dem lokalen Nationalismus in dialektischer Einheit kämpfte, so muss auch im Weltsozialismus der Kampf gegen die Gefahr des Kosmopolitismus einerseits und Tendenzen des Nationalismus in den einzelnen sozialistischen Ländern andererseits dialektisch verbunden sein, um den sozialistischen Internationalismus zu festigen und zu stärken.

So wie im internationalen Maßstab der Kosmopolitismus der Weltbourgeoisie überwunden werden muss, gilt es auch, den bürgerlichen Nationalismus in den einzelnen sozialistischen Staaten zu beseitigen. Beides geht nur Hand in Hand. Die Weltdiktatur des Proletariats wird scheitern, wenn sie sich nicht auf die Unterstützung der Diktatur des Proletariats in den einzelnen Ländern verlassen kann und umgekehrt wird sich die Diktatur des Proletariats eines einzelnen Landes nicht entwickeln, wenn sie sich nicht auf die Weltdiktatur des Proletariats stützt. Beides ergänzt sich, beides kontrolliert sich, beides gehört zusammen und stützt sich aufeinander. Ohne die sozialistischen Länder zu stärken, wird der Aufbau der sozialistischen Weltwirtschaft auf der Strecke bleiben und umgekehrt.

Die sozialistischen Länder brauchen ein besonderes gemeinsames Organ, das beim gemeinsamen Aufbau des Weltsozialismus nicht nur deren gegenseitigen Beziehungen regelt, sondern auch die Eigeninteressen aller einzelnen sozialistischen Länder vertritt. Dem Organ der Weltrepublik des Proletariats wird also ein gleichberechtigtes Organ der Interessen der sozialistischen Staaten zur Seite gestellt, so wie das damals zu Lenins und Stalins Zeiten in der UdSSR geregelt war. In der Deklaration über die Bildung der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken hieß es u.a.:

Schließlich drängt die ganze Struktur der Sowjetmacht, die ihrer Klassennatur nach international ist, die werktätigen Massen der Sowjetrepubliken auf den Weg der Vereinigung zu einer sozialistischen Familie.“ Darin wurde ferner hervorgehoben,dass der neue Bundesstaat eine würdige Krönung der bereits im Oktober 1917 geschaffenen Grundlagen friedlichen Zusammenmlebens und brüderlicher Zusammenarbeit der Völker sein wird, dass er ein sicheres Bollwerk gegen den Weltkapitalismus und ein neuer entscheidender Schritt auf dem Wege der Vereinigung der Werktätigen aller Länder zur Sozialistischen Weltrepublik der Sowjets sein wird.“ (Stalin Werke Band 5, Seite 345 – Anhang, Beilage Nr.1).

In der ersten Periode des Sozialismus lautete die Losung: Proletarier – vereinigt die Sozialistischen Sowjetrepubliken!“ Und heute, mit Beginn der zweiten Periode des Sozialismus lautet die Losung: Weltproletariat – vereinige alle Länder in der Sozialistischen Weltrepublik!“

Die Sozialistische Weltrepublik wird sich auf die großartigen Errungenschaften der sozialistischen Völker des Kaukasus stützen, wird aus ihren positiven und negativen Erfahrungen - nicht nur aus ihrer sozialistischen Geschichte – lernen.

In der Sozialistischen Weltrepublik wird die erneut zu errichtende Föderation Transkaukasiens, in der alle sozialistischen Nationen und Nationalitäten des Kaukasus wieder freiwillig, gleichberechtigt und brüderlich vereint sind, eine ehrenvolle und gedeihliche Rolle einnehmen und das Banner Stalins hochhalten.

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Ende des ersten Teils


 

 

 

 

 




 

Über Stalin, die Weltrevolution und den Kaukasus