"WEG DER WELTPARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 

    Schulungstexte der Komintern / ML

     

     

Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten

am 31. 12. 2006 ( am 6. Gründungstag) beschlossener

 

 

Aufruf


 

 

4 Worte, die die Welt verändern:



Weltproletariat – vereinige alle Länder!



 

DER KOMMUNISMUS SCHLÄGT ZURÜCK !!!





Vom heutigen Tage an werden diese 4 Worte für immer in die Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung eingehen, wird sie ihren mächtigsten revolutionären Aufschwung erleben, wird das Weltproletariat mit diesen 4 Worten seinen großen Siegeszug antreten und zum größten Herrscher der Weltgeschichte aufsteigen, dem einzigen Herrscher, der seine Herrschaft jemals selber beseitigt und damit die Unvermeidbarkeit der Herrschaft von Menschen über Menschen überhaupt und für immer aus der Welt schafft !

 

 

Man könnte der Komintern / ML durchaus vorwerfen, dass sie bislang nur endlos lange theoretische Papierchen und „markige Sprüche“ auf Lager hat ( womöglich um dahinter nur ihr sektiererisches Würmchendasein zu verbergen?!). Müssen wir uns deswegen schämen? Genauso kann man über die heutige marxistisch-leninistische Weltbewegung jammern: etwa über Kopf- , Orientierungs- , Mut – und Ratlosigkeit und sonst noch was, vor allem aber, dass ihre revolutionäre Theorie momentan noch weiter hinter dem Weltgeschehen hinterherhinkt als sie selbst. Es liegt im Wesen des Kleinbürgers, ständig nur zu jammern. Er jammert, wenn den viel zu vielen revolutionären Worten viel zu wenig revolutionäre Taten folgen“ und er jammert nicht minder: statt Neues zu erarbeiten, wird nur wiedergekäut“. Doch er möge doch mal bedenken: Frisches Futter ist gut, wenn es gut wiedergekäut wird ! Mancher Esel dünkt sich allerdings deswegen klüger als die Kuh zu sein, weil sie nur stumm wiederkäuen und nicht wie er so laut „i-a“, „i-a“, i-a“ rufen kann. Mit Wiederholungen ist es so eine Sache besonders bei denjenigen, die entweder nicht begreifen wollen oder nicht begreifen können, wozu sie gut sind: Nicht der Esel, die Kuh gibt Milch !

Das Weltproletariat braucht kein Jammern ( am allerwenigsten von den Revolutionären !!!). Es braucht eine zündende Idee, um dem Jammer ein Ende zu machen. Es braucht eine überzeugende Vision von einer besseren Welt. Es braucht eine weltrevolutionäre Losung, die seinen Klassenkampf antreibt , die ihm den Weg zur Befreiung zeigt, die ihm den Beginn, den Aufschwung seiner eigenen revolutionären Befreiungsbewegung ankündigt. Der Arbeiter braucht ein internationales Kampfbanner, unter dem er zusammen mit allen Arbeitern der ganzen Welt gegen das Elend anmarschiert ! Nun, der eigentliche revolutionäre Aufschwung der proletarischen Weltbewegung steht zwar noch nicht unmittelbar bevor, aber um so wichtiger ist die Ausarbeitung der revolutionären Welttheorie, um der Bewegung, wenn sie dann in Gang gekommen ist, ihre spontaneistischen, ihre kleinbürgerlichen Irrwege zu ersparen und den kürzesten und leichtesten Weg der Befreiung beschreibt. Kurz: Es ist an der Zeit, dem Weltproletariat ganz offen und ehrlich unsere weltpolitische Richtung, unsere weltrevolutionäre Idee in kurzer, prägnanter Form zu präsentieren.

Alle unsere Anstrengungen, alle unsere Ziele und Aufgaben, unsere Linie und unser Programm konzentrieren sich in diesem neuen Aufruf:

 

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

 

 

Mit ihr zeigt die Komintern / ML der heutigen internationalen Arbeiterbewegung die Richtung auf, die sie unfehlbar zum endgültigen Sieg führen wird. Wir wissen selber, dass dieses Weltbanner nur von der Massenbewegung aufgehoben und vorangetragen werden kann, und es ansonsten keinen Pfifferling wert ist. Wir wissen, dass es mit einer Losung allein nicht getan ist; wir müssen sie in die Bewegung hineintragen und das werden wir auch tun. Es gibt Leute, die unangenehme theoretische Diskussionen mit der Herausgabe einer neuen Losung abzuwürgen und zu beenden pflegen. Wir hingegen fordern sie damit heraus. Dass es diese Losung wirklich in sich (!) hat, werden wir hier gerne nachzuweisen und zu begründen versuchen.

Wir haben zwar noch keine sozialistische Weltrevolution, die den Weltimperialismus hinwegfegt, aber wir haben schon mal ihre Losung herausgefunden, die die stärkste weltimperialistische Losung bereits jetzt schon entmachtet hat. Unsere Losung ist deswegen unschlagbar, weil sie unwiderlegbar ist. Und sie ist unwiderlegbar, weil sie den Verlauf richtig widerspiegelt , den die Menschheitsgeschichte unter den gegebenen Umständen und Bedingungen nehmen wird, nehmen muss. Was sagten Marx und Engels dazu ?

 

Ehe das Proletariat seine Siege auf Barrikaden und in Schlachtlinien erficht, kündet es die Ankunft seiner Herrschaft durch eine Reihe intellektueller Siege an“ (MEW, Band 7, Seite 416).

 

Dazu muss man sich aber erst einmal von den eigenen veralteten Auffassungen der proletarischen Weltanschauung befreien, denn als Wissenschaft will der Sozialismus auch wissenschaftlich behandelt, also studiert werden. Als revolutionäre Wissenschaft will der Sozialismus revolutioniert, das heißt weiterentwickelt werden. Mit verrosteten intellektuellen Waffen kann das Proletariat unmöglichseine Herrschaft durch eine Reihe intellektueller Siege ankündigen“. Dem Proletariat aber verrostete Waffen anzubieten, ist noch viel unmöglicher, das ist ganz einfach niederträchtig, das ist ein Verbrechen am Arbeiter, denn sie verurteilen ihn zur Niederlage bevor er den Kampf überhaupt aufgenommen hat !

Was ist eine internationale Arbeiterbewegung ohne Orientierung, ohne intellektuelle Siege? Ein blindes Umherirren auf Barrikaden und Schlachtlinien ! Welcher Arbeiter will schon umherirren? Wohl keiner ! Und der Kommunist? Welcher Kommunist lässt den Arbeiter umherirren? Wohl keiner ! Der Arbeiter will wissen,wie er aus seinem Schlamassel, den ihm die Kapitalisten eingebrockt haben, rauskommen kann. Der Kommunist hat Antwort zu geben, wenn er vom Arbeiter gefragt wird; nicht irgendeine Antwort, sondern die reine, die offene, die ganze Wahrheit und zwar ungeschminkt und ohne Umschweife, vor allem verständlich. Der Arbeiter will wissen, was Sache ist und was er tun muss, um etwas an seiner Lage zu ändern. Es gibt für den klassenbewussten Weltproletarier daher zunächst keine wichtigere Aufgabe als die, seine eigene Bewegung als Klasse, ihr Wesen, ihre Ziele und ihre Aufgaben, ihre Bedingungen und praktischen Formen zu erkennen, sich selbst zu erkennen, um über sich selbst bewusst zu werden. Denn die ganze Stärke der internationalen Arbeiterbewegung liegt in ihrem weltrevolutionärem Bewusstsein und in ihrem Massencharakter: Der globalisierte Weltkapitalismus vermehrt mit jedem Tag seiner Entwicklung die Zahl der Weltproletarier, der Weltlohnarbeiter, schweißt sie zusammen, organisiert sie, klärt sie auf und bildet auf diese Weise eine Weltklassenkraft heran, die unvermeidlich ihren weltrevolutionären Zielen zustreben muss. Wenn also die internationale Arbeiterbewegung siegen will, dann muss sie sich auf drei Grundsäulen stützen.

 

Welches sind diese drei Grundsäulen der internationalen Arbeiterbewegung?

 

1. welttheoretischer Kampf;

 

2. weltpolitischer Kampf;

 

3. praktisch-ökonomischer Kampf (Widerstand gegen die Weltkapitalisten).

 

Werden diese 3 Seiten des Kampfes im Einklang und Zusammenhang gebracht und der Kampf planmäßig organisiert und durchgeführt, dann haben wir nicht nur eine starke, sondern auch eine unbesiegbare internationale Arbeiterbewegung. Um nun herauszufinden, ob die theoretische Grundsäule den neuen internationalen Anforderungen und Belastungen noch standhält, ob irgendwo Risse oder Materialmängel entstanden sind, muss man eine Analyse vornehmen, muss man die marxistisch-leninistische Theorie einer gründlichen und sorgfältigen Revision unterziehen, das heißt veraltete Bausteine entfernen und sie durch neue ersetzen. Dazu braucht man professionelle Leute. Falsche Leute mögen die Grundsäule vielleicht äußerlich wieder prächtig überpinseln, aber damit hat die Grundsäule noch keine Tragfestigkeit erhalten, auf die es schließlich ankommt. Durch die Pinselei werden die gefährlichen Risse sogar „vertuscht“, was nichts als Sabotage ist. Sehen wir uns also die theoretische Säule der internationalen Arbeiterbewegung - insbesondere die Frage der Vereinigung - einmal genau an, unterziehen wir sie einer Generalüberholung.

Bevor wir zum Ergebnis der Generalüberholung kommen, also bevor wir unsere neue Losung dem Weltproletariat vorstellen, ist es unvermeidlich, die historische Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung unter der alten, nach wie vor gültigen Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zurückzuverfolgen. Wenn man einfach eine neue Losung aus dem hohlen Bauch hinknallt, ohne sie erstens auf die dringendsten gegenwärtigen Fragen der internationalen Arbeiterbewegung hin zu überprüfen und ohne sie zweitens aus der Verallgemeinerung des historisch zurückgelegten Entwicklungsweges abzuleiten, dann wird weder die Richtung noch das Ziel der heutigen internationalen Arbeiterbewegung wissenschaftlich, objektiv bestimmt werden können, erhalten wir nichts weiter als eine rein spekulative, subjektivistische Wunsch-Losung. Mit spekulativen Losungen ist dem Weltproletariat aber nicht gedient, im Gegenteil, das dient nur der Irreführung der internationalen Arbeiterbewegung, sprich: ihrer Unterordnung unter die Klasseninteressen der Weltbourgeoisie – und genau das soll ja mit unserer neuen Losung vermieden und überwunden werden. Um das Weltproletariat also aus der weltreaktionären Finsternis ans weltrevolutionäre Licht zu führen, ist äußerste Sorgfalt geboten, denn mit der Aufstellung der zentralsten Losung des Weltproletariats übernehmen wir eine große Verantwortung. Aber wir wären schlechte Weltrevolutionäre, wenn wir uns vor dieser Verantwortung drücken würden. Wenn wir dem Weltproletariat dienen wollen, dann ist es unsere Pflicht, voranzugehen, denn keiner auf der ganzen Welt kann uns diese Pflicht abnehmen. Das Weltproletariat wird uns Weltrevolutionären verzeihen, wenn wir Fehler machen, aber es wird uns gnadenlos zur Hölle schicken, wenn wir uns der weltbolschewistischen Kritik und Selbstkritik verweigern. Der Kritik stellen wir uns voll und ganz. Völlig unnützer Ballast für das Weltproletariat sind hingegen solche „Weltrevolutionäre“, die ihren Führungsanspruch erheben, ohne zur Entfaltung der internationalen Arbeiterbewegung und zur Lösung ihrer dringendsten Probleme irgendetwas Ernsthaftes beizutragen. Das Weltproletariat zu führen heißt, es von der Richtigkeit unserer revolutionären Weltpolitik zu überzeugen, heißt, solch eine Losung aufzustellen und durchzuführen, die das Weltproletariat an die Positionen der sozialistischen Weltrevolution heranführt und es ihm erleichtert, an Hand seiner eigenen Erfahrungen die Richtigkeit unserer revolutionären Weltpolitik zu erkennen, das Weltproletariat auf ein höheres Bewusstseinsniveau zu heben und sich somit die Unterstützung des Weltproletariats, seine Bereitschaft zum Kampf für die sozialistische Weltrevolution zu sichern.

Wichtig ist die kommunistische Idee selbst und dass sie alle Arbeiter erreicht, von allen Arbeitern aufgegriffen und umgesetzt wird, vor allem, dass sie in ihnen lebendig bleibt und weiterlebt. Wichtig ist, dass sich die kommunistische Idee weiterentwickelt, dass sie eine sich weiterentwickelnde Idee bleibt, um die Welt weiter verändern zu können. Es wird uns hoffentlich keiner verübeln, dass wir unsere bescheidene Freude darüber nicht verbergen wollen, dass es eine Idee von Marx und Engels ist, und dass wir deutschen Genossen ihre alte Losung

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ durch eine neue, darauf aufbauende Losung

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ergänzen konnten – ein weiterführendes Glied in der unendlichen kommunistischen Ideen-Kette.

 

Arbeiter, trage das Banner des Kommunismus fest in deinen Händen, erkenne und erkämpfe deine Macht! Wir wünschen uns, dass dieser Aufruf alle Arbeiter in allen Ländern erreicht, dass er in alle Sprachen übersetzt wird, dass er das Weltproletariat zum Sieg führt.





Ihr Weltimperialisten, ihr Weltrevisionisten, ihr Lakaien des Weltkapitals – alle mal aufpassen und herhören:

Der Kommunismus wurde geschlagen – aber als Weltkommunismus schlägt er zurück ! ! !



Als das Manifest der Kommunistischen Partei im Februar 1848 von Marx und Engels geschrieben wurde, das mit dem Aufruf abschloss: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“,

 

da begannen die Arbeiterklassen einzelner kapitalistischer Länder gerade einmal damit, ihre vereinigten Kräfte zu entdecken, war das sozialistische Proletariat deswegen aber noch lange nicht revolutionsreif und schon gar nicht weltrevolutionsreif. Damals waren sich die Proletarier ihrer welthistorischen Mission noch gar nicht bewusst, konnten sie sich darüber auch noch gar nicht bewusst sein, denn der Marxismus war noch eine sehr junge Wissenschaft, begann sich erst auszubreiten in wenigen westeuropäischen Staaten, Frankreich, England, Deutschland usw. usf. Mit der Arbeiterbewegung entstand also auch der wissenschaftlichen Sozialismus, aber nicht aus der spontanen Arbeiterbewegung heraus (die Arbeiterbewegung gelangt nicht von allein, nicht durch ihre Spontaneität, zur Wissenschaftlichkeit!), sondern außerhalb der Arbeiterbewegung – eben auf wissenschaftlichen Grundlagen. Der Weltsozialismus ist die Weltideologie des weltproletarischen Klassenkampfes,

 

ist den allgemeinen Bedingungen der Entstehung, Entwicklung und Festigung einer Ideologie untergeordnet, d.h., er fußt auf dem gesamten Rüstzeug des menschlichen Wissens, setzt eine hohe Entwicklung der Wissenschaft voraus, erfordert wissenschaftliche Arbeit usw. usf.“ (Lenin, Band 6, Seite 155, „Brief an den ´Nordbund`“)..

 

Der wissenschaftliche Sozialismus spiegelt die kapitalistische Klassengesellschaft wider, hat darin die Arbeiterbewegung für sich entdeckt und ihren revolutionären Weg der Befreiung wissenschaftlich ausgearbeitet. Die Kommunisten sammelten Erkenntnisse über das kapitalistische System, analysierten die realen Klassenkämpfe, entdeckten darin die revolutionäre Rolle und Mission des Proletariats, entwickelten die Lehren der proletarischen Revolution, die Lehre von der Diktatur des Proletariats, erkannten das internationalistische Wesen des Proletariats, die Notwendigkeit der Vereinigung der Proletarier aller Länder, den proletarischen Internationalismus, den Weltsozialismus, Weltkommunismus, die sozialistische Weltrevolution, schufen die proletarische Weltanschauung – aber all das sind nicht irgendwelche utopischen „Ideen“ von irgendwelchen Kommunisten, die in ihren „schlauen Köpfen“ zusammenkonstruiert wurden, sondern Ergebnis ihrer mühevollen, wissenschaftlichen Arbeit über die tatsächlich vor sich gehende gesellschaftliche Entwicklung. Wenn wir also im Laufe des Textes von weltsozialistischem und weltproletarischem Klassenbewusstsein sprechen, müssen wir beides stets auseinanderhalten, ist eine Identifizierung insofern falsch, als sich der Sozialismus eben nicht spontan entwickeln kann, sondern als Ideologie des Proletariats wissenschaftlich herausgearbeitet werden muss, während sich das Klassenbewusstsein des Weltproletariats im Klassenkampf gegen die Weltkapitalisten, gegen die Weltbourgeoisie, also spontan, entwickelt. Entscheidend ist nun, dass sich das weltproletarische Bewusstsein nicht von allein auf die Stufe des weltsozialistischen Bewusstseins heben kann, sondern hierfür unbedingt die Hilfe der Kommunisten braucht. Es ist die kommunistische Weltpartei, die das systematisch und planmäßig organisiert. Das Weltproletariat kann nicht spontan, sondern nur bewusst für den Weltkommunismus kämpfen: –

 

 

Die notwendige Entwicklung der weltproletarischen Bewegung hin zur weltkommunistischen Bewegung unter Führung der kommunistischen Weltpartei – das ist die einzig korrekte marxistisch-leninistische Auffassung, die der Formel:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

zu Grunde liegt. Jede kleinste Abweichung davon, macht unsere Formel zum Instrument des Klassenfeindes gegen uns. Deswegen ist unsere Formel auch nur so gut wie es uns gelingt, ihren Missbrauch durch die Anti-Kommunisten zu verhindern.

 

 

Die Identifizierung weltproletarischer und weltkommunistischer Bewegung ist also nur insofern zulässig, als man damit meint: die Verschmelzung von internationaler Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus, die Führung des weltproletarischen Klassenkampfes auf der Grundlage der proletarischen Weltanschauung, auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus, also die Verschmelzung von weltrevolutionärer Theorie und weltrevolutionärer Praxis.

 

Das Weltproletariat kann also alle Länder nur unter der Voraussetzung vereinigen, wenn es den Marxismus-Leninismus mit sich vereinigt. – All das macht das Wesen der eigentlichen kommunistischen oder marxistisch-leninistischen, oder (heute) hoxhaistischen Weltbewegung aus ( dem Wesen nach machen diese verschiedenen Bezeichnungen keinen Unterschied, aber hoxhaistisch deshalb, um damit in Abgrenzung zu unseren Gegnern auszudrücken, dass die Ideologie der heutigen weltrevolutionären proletarischen Bewegung auf den Lehren aller 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus beruht, nämlich auf den kommunistischen Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha).

 

 

 

Wie alles begann...

 

 

Auf der allerersten Stufe der Entwicklung der Arbeiterbewegung, in ihrer Anfangsform, wünschten sich die Arbeiter, sich an ihrem Fabrikbesitzer zu rächen und zerschlugen in ihrem Hass die Maschinen (Maschinenstürmerei), sprengten ganze Fabriken in die Luft und so mancher Fabrikant wurde von Arbeiterhand aus Hass wegen der menschenverachtenden Ausbeuterei und Verzweiflung wegen der täglichen Duldung der ungeheuren Not der Arbeiterfamilien erschossen. An die Stelle des dumpfen Hasses gegen den einzelnen Kapitalisten entfaltete sich eine Feindschaft zwischen der ganzen Klasse der Kapitalisten und der ganzen Klasse der Arbeiter, die die Freundschaft und Solidarität gegenüber den eigenen Klassenbrüdern gleichermaßen stärkte.

 

 

 

Die Triebkraft der ersten Vereinigung der Arbeiterklasse entsprang dem Klassenhass auf und schließlich gegen die Kapitalisten.

 

Man spricht auch davon, dass die Arbeiter ihrem Klasseninstinkt folgend ihre Vereinigung „von selbst“ anstreben, dass sie instinktiv zur Vereinigung „hinneigen“. Es gibt belesene Leute, die über den Begriff „Klasseninstinkt“ die Nase rümpfen, aber es ist nun einmal eine wichtige Lehre der internationalen Arbeiterbewegung, eine wichtige Lehre der Vereinigung der Arbeiterklasse, dass der proletarische Klasseninstinkt in bestimmten Augenblicken die Proletarier vor einer verderblichen Vereinigung mit „gleichgesinnten“ Klassenelementen bewahrte hat, mit denen manche intellektuelle Schlauköpfe die Arbeiterklasse ins Verderben geritten hätten. Klasseninstinkt hilft (nicht als ausschließliches Kriterium, aber manchmal als ein nicht zu unterschätzendes, durchaus wertvolles Kriterium!) dem Arbeiter, wirkliche Verbündete von falschen „Verbündeten“ zu unterscheiden.

 

Spontane und sozialistisch bewusste Vereinigung sind einerseits ein himmelweiter Unterschied, aber sie liegen andererseits ganz nah beieinander, können ohne einander nicht auskommen, ja sie sind miteinander verschmolzen die ideale Form der proletarischen Vereinigung, so wie es der Marxismus-Leninismus lehrt (also weder Anbetung der Spontaneität der Vereinigung, noch Anbetung der sozialistischen Vereinigung! Die sozialistische Bewegung ist die Vereinigung von spontaner Massenbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus).

 

Nicht zu leugnen ist, dass die Arbeiter ihre Erfahrungen mit und durch die Vereinigung von einer Generation an die nächste weitergegeben und sozusagen ihr Bewusstsein, sich zu vereinigen, „weitervererbt“ haben. Nicht zu leugnen ist ferner, dass die Bourgeoisie bis heute daran fieberhaft arbeitet, den Klasseninstinkt der Arbeiter mit ihrer bürgerlichen Kultursklaverei zuzuschütten, dass sie alle ihre ideologischen Mittel einsetzt, um ja zu verhindern, dass sich der Arbeiter über seine Klassenlage bewusst wird, sich zur Klasse vereinigt, sich im Klassenkampf vereinigt. Sie führt regelrecht einen ideologischen Klassenkrieg gegen die große Tradition der Arbeitervereinigung.

Der Maschinenstürmerei folgten die Arbeiterstreiks als Hauptform der Arbeiterbewegung. „Einen Finger kann man brechen, eine Faust nicht!“, „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“ - Das sind zwei der vielen bekannten Kampfparolen der damaligen Arbeiterbewegung, die ihre Aktualität nicht verloren haben. Sie drücken aus, dass sich die Arbeiter der Kraft ihrer Vereinigung sehr wohl bewusst waren, so wie sich auch der Kapitalist darüber bewusst war. Anstatt sich an den Kapitalisten nur zu rächen, vereinigten sich die Arbeiter für verbesserte Arbeitsbedingungen, für höheren Lohn, für verkürzte Arbeitstage usw. usf, kurz zwangen sie die Kapitalisten zu kollektiven Zugeständnissen zur Verbesserung ihrer Lebenslage bzw. zur Abwehr der ständigen Verschlechterungen.

 

 

Die ersten Versuche der Arbeiter, sich untereinander zu assoziieren, nehmen stets die Form von Koalitionen an“ (MEW, Band 4, Seite 180).

 

Diese Koalitionen, Assoziationen, erste Formen der Gewerkschaft, waren nicht nur die ersten Versuche, der ruinösen Konkurrenz der Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt entgegenzutreten, sondern die ersten Versuche, die Konkurrenz überhaupt aufzuheben. Die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, dass der Weg zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Konkurrenz der Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt im Weltmaßstab seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts mit unzähligen Niederlagen gepflastert ist. Je größer das Weltkapital, desto größer die Konkurrenz der Arbeiter auf dem Weltarbeitsmarkt, desto größer die Zersplitterung der Proletarier, desto größer das Elend ihrer Familien, desto größer die Erbitterung des Proletariers als das einzige Mittel, sich zu vereinigen, desto größer die Notwendigkeit der internationalen Vereinigung der Arbeiter gegen ihre globalisierte Konkurrenz untereinander. Der sich internationalisierende Widerstand der Arbeiter entspringt ihren internationalisierten Lebensbedingungen – dem Verkauf der Arbeitskraft auf dem Weltmarkt. Durch die Konzentration des Kapitals und die Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt, der der ruinöseste aller Arbeitsmärkte ist, wird das Elend und die Not des gesamten Weltproletariats, wird die internationale Arbeitslosigkeit erhöht und kein Arbeiter irgendeines Landes wird davon „verschont“. Wenn eine globalisierte Fabrik schließt, werden die Arbeiter gleichzeitig oder nacheinander in vielen verschiedenen Ländern auf die Straße geworfen. Kein Arbeitsmarkt macht es einem Arbeiter schwieriger als der Weltarbeitsmarkt, um für ein noch erträgliches Lebensniveau zu kämpfen. Unter diesen sich international zuspitzenden erschwerten Bedingungen ist die Einheit ein sehr langer mühseliger und aufopferungsvoller Entwicklungsprozess des Klassenkampfes und trotzdem:

 

 

Leute, die so viel erdulden, um einen einzigen Bourgeois zu beugen, werden auch imstande sein, die Macht der ganzen Bourgeoisie zu brechen“ (Engels, MEW, Band 2, Seite 442).

 

Und Leute, die so viel erduldet haben, um ein ganzes kapitalistisches Land zu beugen, werden auch imstande sein, die Macht der ganzen Weltbourgeoisie zu brechen.

 

Und Leute, die sich (und vor allem die Arbeiter) an die große Geschichte des Sozialismus in „einem“ Land nicht mehr „erinnern“ (wollen), wo das erste Mal die Konkurrenz unter den Arbeitern bereits aufgehoben und die Lohnsklaverei schon beseitigt war, werden niemals Weltrevolutionäre sein können.

 

Die Proletarier aller Länder werden sich bald vereinigt haben, und dann über so viel Kraft verfügen, dass sie politische Macht über dieses weltkapitalistische Ausbeutungs-Instrumentarium erlangen, um dieses Jahrhunderte alte Übel des Verkaufs ihrer Arbeitskraft, die Lohnsklaverei, für immer zu beseitigen. In der „Deutschen Ideologie“, Band 3, MEW, Seite 61 äußern sich Marx und Engels zur Konkurrenz, die die Vereinigung erschwert, wie folgt:

 

 

Die Konkurrenz isoliert die Individuen, nicht nur die Bourgeois, sondern noch mehr die Proletarier gegeneinander, trotzdem dass sie sie zusammenbringt. Daher dauert es eine lange Zeit, bis diese Individuen sich vereinigen können [insbesondere im Weltmaßstab – Anmerkung der Redaktion], abgesehn davon, dass zu dieser Vereinigung – wenn sie nicht bloß lokal sein soll – die nötigen Mittel, die großen Industriestädte und die wohlfeilen und schnellen Kommunikationen durch die große Industrie erst hergestellt sein müssen, und daher ist jede organisierte Macht gegenüber diesen isolierten und in Verhältnissen, die die Isolierung täglich reproduzieren, lebenden Individuen erst nach langen Kämpfen zu besiegen.“

 

 

Engels schreibt über die Vereinigungen in der Arbeiterbewegung in:

 

„Lage der arbeitenden Klassen in England“ (MEW, Band 2, Seite 436):

Sie setzten die Einsicht voraus, dass die Herrschaft der Bourgeoisie nur auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich beruht, d.h. auf der Zersplitterung des Proletariats, aus der Entgegensetzung der einzelnen Arbeiter gegeneinander. Und gerade weil sie sich, wenn auch nur einseitig, nur auf beschränkte Weise gegen die Konkurrenz, gegen den Lebensnerv der jetzigen sozialen Ordnung richten, gerade deshalb sind sie dieser sozialen Ordnung so gefährlich. Der Arbeiter kann die Bourgeoisie und mit ihr die ganze bestehende Einrichtung der Gesellschaft an keinem wunderen Fleck angreifen als an diesem. Ist die Konkurrenz der Arbeiter unter sich gestört, sind alle Arbeiter entschlossen, sich nicht mehr durch die Bourgeoisie ausbeuten zu lassen, so ist das Reich des Besitzes am Ende. Der Arbeitslohn ist ja bloß deshalb von dem Verhältnis von Nachfrage und Angebot, von der zufälligen Lage des Arbeitsmarktes abhängig, weil die Arbeiter sich bisher gefallen ließen, als Sache, die man kauft und verkauft, behandelt zu werden. Beschließen die Arbeiter, sich nicht mehr kaufen zu lassen, treten sie bei der Bestimmung, was denn eigentlich der Wert der Arbeit sei, als Menschen auf, die neben der Arbeitskraft auch einen Willen haben, so ist es aus mit der ganzen heutigen Nationalökonomie [ und erst Recht der ganzen Weltökonomie – Anmerkung der Redaktion] und den Gesetzen des Lohns. Die Gesetze des Lohns würden allerdings auf die Dauer sich wieder geltend machen, wenn die Arbeiter bei der Aufhebung der Konkurrenz unter sich selbst stehenbleiben; aber das können sie nicht, ohne ihre bisherige Bewegung aufzugeben, ohne diese Konkurrenz der Arbeiter unter sich wieder herzustellen, d.h., sie können es überhaupt nicht. Die Notwendigkeit zwingt sie dazu, nicht nur einen Teil der Konkurrenz, sondern die Konkurrenz überhaupt aufzuhebenund das werden sie auch tun.“

Und wüssten selbst die Arbeiter nicht zu gut, dass die Verbindungen die wetteifernde Lohnkürzungslust ihrer Brotherren wenigstens einigermaßen im Zaume halten, so würden sie schon deshalb dabei bleiben, weil sie den Fabrikanten, ihren Gegnern, dadurch schaden. Im Kriege ist der Schaden einer Partei der Nutzen der anderen“ (MEW, ebenda, Seite 439).

 

 

Von Nutzen ist der Bourgeoisie die Spaltung der Proletarier. Vom Nutzen ist dem Proletariat, seine Spaltung durch die Bourgeoisie zu überwinden. Die Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung ist die Geschichte der Überwindung ihrer Spaltung durch die Bourgeoisie, so wie die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung die Geschichte der Überwindung ihrer Spaltung durch die Revisionisten ist.

Das Wesentliche am Streik formulierte Engels wie folgt:

 

 

Diese Strikes sind allerdings erst Vorpostenscharmützel, zuweilen auch bedeutendere Gefechte; sie entscheiden nichts, aber sie sind der sicherste Beweis, dass die entscheidende Schlacht zwischen Proletariat und Bourgeoisie herannaht. Sie sind die Kriegsschule der Arbeiter, in der sie sich auf den großen Kampf vorbereiten, der nicht mehr zu vermeiden ist; sie sind die Pronunciamentos einzelner Arbeitszweige über ihren Anschluss an die große Arbeiterbewegung“ (MEW, Band 2, Seite 441).

 

 

Die Vereinigung der Arbeiter entwickelte sich vom einzelnen Fabrikgelände, auf die Straße der Stadt und schließlich zu Generalstreiks im ganzen Land. Häufig wirkte ein einziger Streik wie ein Steppenbrand, breitete er sich in Windeseile aus. Unter den Bedingungen der Globalisierung nehmen die Streiks direkt und unmittelbar internationalen Charakter an, entsprechen sie also erst dadurch vollkommen dem internationalistischen Charakter der proletarischen Klasse und erhalten genau deswegen, weil die internationale Kampfform mit dem internationalistischen Charakter des Proletariers in ÜBEREINSTIMMUNG gebracht wird, schließlich und endlich auch ihre höchste, vollendete Wirkungskraft, die die Spaltungsversuche der Weltkapitalisten auf eine harte Probe stellen werden. Was ist der Steppenbrand eines Streiks in einem Land gegen die Feuersbrunst des internationalen Streiks, dem sich alle Länder der Welt anschließen ? Welche solidarische Kraft spüren die Arbeiter eines Landes, wenn sich alle anderen Länder anschließen ? Welche Kraft spürt das Weltproletariat, wenn es alle Länder zum Streik vereinigt hat ? Was lehrt ein internationaler Flächenstreik das Weltproletariat, worin die Kraft der Weltkapitalisten und worin die Kraft des Weltproletariats besteht ? Wovon wir sprechen müssen, was wir organisieren und meistern müssen, sind also die Streiks des Weltproletariats als ihre höchste, weitest entwickelte Form von Streiks. Streiks des Weltproletariats sind, um den Ausdruck von Engels zu übernehmen , Kriegsschulen“ für die sozialistische Weltrevolution, sind die Pronunciamentos“ der Arbeiterbewegungen der einzelnen Länder über ihren Anschluss an die internationale Arbeiterbewegung:

 

Wenn dein starker Arm es will, steht jeder Weltkapitalist still !“

 

Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass Engels eben nur von den Schulen des Krieges spricht, nicht vom Krieg selbst, dass Streiks allein nichts entscheiden, es sei denn sie entwickeln sich direkt zum politischen Streik, zum Aufstand, zur Revolution. Das ist aber nur möglich, wenn es sich um einen Streik in einer revolutionären Situation handelt, wenn die Revolution quasi „vor der Tür steht“, wenn der Streik von der kommunistischen Partei geführt wird usw. usf.

Das Proletariat eines jeden Landes kämpft, streikt (und vereinigt sich!) anders, was nichts anderes heißt, dass die Proletarier einesteils besser und anderenteils schlechter streiken (und sich vereinigen!) als ihre Klassenbrüder in den anderen Ländern. Was folgt daraus? Daraus folgt erstens, dass man nicht nur im internationalen Streik alle positiven Eigenschaften und Erfahrungen der Proletarier jedes am Streik beteiligten ( und unbeteiligten) Landes sammelt und zusammenfügt, also vereinigt und gleichzeitig ihre sämtlichen hemmenden, negativen Eigenschaften und Erfahrungen vermeidet und zweitens, dass sich aus der Entwicklung internationaler, also höherer Kampfformen des Streiks auch in jedem beliebigen Land höhere Kampfformen des Streiks entwickeln, die sich wiederum positiv auf die internationalen Streiks auswirken werden, um endlich zu ihrer Vereinigung, ihrer Verschmelzung beizutragen. Meisterung des Streiks als internationale Kampfform heißt demnach: Meisterung der Verschmelzung der Streiks der Proletarier aller Länder zum internationalen Streik des Weltproletariats, zum internationalen politischen Generalstreik - als die stärkste aller Streikformen. Dazu braucht man natürlich eine rote internationale Gewerkschaft – und die RGI ist zu diesem Zweck bekanntlich bereits gegründet worden ( siehe homepage der RGI). Was wir hier über den internationalen Streik gesagt haben, trifft natürlich nicht allein auf diese besondere Kampfform zu, erschöpft sich nicht in ihr, sondern ist Grundlage und Ausgangspunkt für alle anderen Kampfformen des Weltproletariats, also auch für die politischen Kampfformen, wozu man natürlich die Kommunistische Internationale braucht. Bekanntlich wurde die Komintern/ML im Jahre 2000 gegründet ( siehe homepage der Komintern/ML). Schließlich kommen wir zu dem entscheidenden Punkt der Vereinigung zwischen Arbeiterbewegung und kommunistischer Bewegung. Die Vereinigung der internationalen Arbeiterbewegung mit der Vereinigung der kommunistischen Weltbewegung ist die höchste Form der vereinigten kommunistischen und Arbeiterbewegung. Die Verschmelzung dieser beiden vereinigten Bewegungen im Weltmaßstab, das heißt insbesondere die Kombination all ihrer Kampfformen, die Entwicklung neuer Kampfformen auf immer höherer Stufe wird im Kampf zur Überwindung der Spaltung erreicht, im Klassenkampf gegen die Weltbourgeoisie.

Die wissenschaftliche Entdeckung der internationalen Vereinigung des Proletariats machte Karl Marx. Unter der Losung

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ wurde 1864 in London die Erste Internationale ins Leben gerufen. Es war die Zeit der ersten großen europäischen Klassenzusammenstöße gegen die Bourgeoisie. Es war eine Zeit, in der das Proletariat offen gegen die nationale Bourgeoisie aufzutreten begann und die ganze Welt die kommende neue Ära des politischen Klassenkampfes herannahen fühlte. Und Marx forderte die Proletarier aller Länder in seiner Inauguraladresse der I. Internationale dazu auf,

 

 

 

zu erreichen, dass die Arbeiter der verschiedenen Länder sich nicht nur als Brüder und Kameraden der Emanzipationsarmee fühlen, sondern auch als solche handeln“ (MEW, Band 16, Seite 191, dt. Ausgabe).

 

 

Im Manifest legten Marx und Engels die Geschichte der Entstehung der Arbeiterklasse dar. Es handelte sich dabei tatsächlich nicht um die heutige Frage des Weltproletariats, also des Proletariats als Weltklasse, sondern um das Proletariat der Länder zur damaligen Zeit, was nicht dasselbe ist, denn die Herausbildung des Proletariats einzelner Länder bis zur proletarischen Welt-Klasse war ein langer Weg. Zur Zeit der Ersten Internationale entwickelten sich die einzelnen Arbeiterklassen der kapitalistischen Länder, begann man, den Hemmnissen der nationalen Schranken im Klassenkampf entgegenzuwirken, und zwar erst nachdem die Kapitalisten schon lange die Arbeiter der verschiedenen Länder gegeneinander ausgespielt hatten. Mit der Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ dachten Marx und Engels damals nicht bloß an ein zahlenmäßiges „Massenaufgebot“ aller Proletarier der kapitalistischen Länder:

 

 

 

Ein Element des Erfolges besitzt sie, die Zahl. Aber Zahlen fallen nur in die Waagschale, wenn Kombinationen sie vereint und Kenntnis sie leitet. Die vergangene Erfahrung hat gezeigt, wie Missachtung des Bandes der Brüderlichkeit, welches die Arbeiter der verschiedenen Länder verbinden und sie anfeuern soll, in allen ihren Kämpfen für Emanzipation fest beieinander zu stehen, stets gezüchtigt wird durch die gemeinschaftliche Vereitlung ihrer zusammenhanglosen Versuche. Es war das Bewusstsein, das die Arbeiter verschiedener Länder (...) anspornte zur Stiftung der Internationalen Assoziation“ (MEW, Band 16, Seite 12/13).

 

 

So, wie sich das Kapital Zugang zur Arbeit eines Nachbarlandes verschaffte, um damit die Arbeiter im eigenen Land unter Druck zu setzen und zu erpressen, so verschafften sich zur Gegenwehr die Arbeiter des einen Landes Kontakt zu den Arbeitern des anderen Landes, um sich gegen die spalterischen Akte des Kapitals zusammenzuschließen zu einer gemeinsamen Abwehrfront. Die begann mit ökonomischen Kämpfen, mit Streiks. Aus den vereinzelten ökonomischen Bewegungen ging die politische Bewegung hervor, nämlich in jenem Moment, wo die Arbeiter als Klasse auftraten, um ihre Interessen durchzusetzen ( wie zum Beispiel für den 8-Stundentag). Daraus entstand später ja auch die 1. Mai-Bewegung, der Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. Bis heute vereinigt dieser Tag die internationale Arbeiterklasse, was von der Kraft und Lebendigkeit der alten Tradition der Arbeitervereinigung zeugt. Nie ist es der Bourgeoisie in der ganzen Welt gelungen, den Arbeitern diesen Tag ihres vereinigten, internationalen Klassenkampfes zu rauben, trotz unzähliger gewaltsamer wie „friedlicher“ Versuche.

Die ursprüngliche spontane gegenseitige Hilfe resultierte also zunächst aus den praktischen Erfahrungen mit der Schädlichkeit nationaler Zersplitterung. Die Arbeiter erkannten, dass soziale Reformen letztlich niemals allein durch die Schwäche der Starken bewirkt werden, sondern immer durch die vereinigte Stärke der Proletarier aller Länder. Durch die I. Internationale wurde die spontane Solidarität der Arbeiter verschiedener Länder immer mehr zur bewussten Klassenaktion im Geiste echter proletarischer Internationalität. In dem Maße wie die Arbeiter des einen Landes davon erfuhren, dass es den Arbeitern des anderen Landes nicht anders ging als ihnen selbst, erkannten sie ihre gemeinsame Klassenlage, entwickelten sie ein nachbarschaftliches Klassenbewusstsein, entstand ein allgemeines Klassenbewusstsein des Proletariats, das Klassenbewusstsein der Proletarier aller Länder in Keimform. Das war ein internationalistisches Klassenbewusstsein auf seiner allerersten Stufe. Im Laufe der Geschichte der proletarischen Weltbewegung hat es sich natürlich weiter entwickelt, hat es höhere Stufen seiner Entwicklung erfahren, doch dazu später. Wichtig ist hier nur die Feststellung der Tatsache, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Losung:Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ und dem jeweiligen historischen Entwicklungsstand des internationalen Klassenbewusstseins des Proletariats. Die welthistorische Bedeutung der Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ bestand also erstens darin, dass die Arbeiterklasse mit ihrer Hilfe den Übergang vom Sektierertum einzelner, sich selbst genügender Arbeiterzirkel und Arbeitervereine zur proletarischen Massenbewegung und Bildung von Arbeiterparteien vollzog, und zweitens darin, dass die Arbeiter die Spaltung und Feindschaft zwischen den Arbeitern der verschiedenen benachbarten Nationen durch Vereinigung und Zusammenschluss zu überwinden suchten, um so den Kampf gegen die kapitalistischen Länder gemeinsam zu führen und schließlich für die Eroberung der politischen Macht, für den Kommunismus - vereint - zu kämpfen. In seinem Ersten Entwurf zum „Bürgerkrieg in Frankreich“ formulierte Karl Marx:

 

(...) die internationale Zusammenarbeit der Arbeiterklassen, die erste Bedingung ihrer Emanzipation“ (MEW, Band 17, Seite 558).

 

Die Pariser Kommune war im 19. Jahrhundert das höchste Beispiel der proletarischen Bewegung und bildete einen Höhepunkt in der Tätigkeit der I. Internationale:

 

... ein neuer Ausgangspunkt von welthistorischer Wichtigkeit ist gewonnen“ wie Marx es in einem Brief an Kugelmann am 17. April 1871 formulierte.

 

Jedoch:Der Fall der Pariser Kommune“, schreibt Engels im Artikel Karl Marx“, brachte die Internationale in eine unmögliche Lage. Sie wurde in den Vordergrund der europäischen Geschichte gedrängt, in einem Augenblick, wo ihr die Möglichkeit aller erfolgreichen, praktischen Aktionen überall abgeschnitten war. Die Ereignisse, die sie zur siebenten Großmacht erhoben, verboten ihr gleichzeitig, ihre Streitkräfte mobil zu machen und tätig zu werden, bei Strafe der unfehlbaren Niederlage und Zurückdämmung der Arbeiterbewegung auf Jahrzehnte“ (Engels. Karl Marx. Aus: Ausgewählte Schriften, Band 1, Seite 8 f).

 

 

Organisatorisch war das ein Rückzug gegenüber der europäischen konterrevolutionären Gegenreaktion auf die Pariser Kommune, aber die internationalen Ideen, die politischen Ziele der I. Internationale, befruchteten die Proletarier selbst innerhalb ihrer nationalen Grenzen, begann die internationalistische Saat dort aufzugehen und sich über die ganze kapitalistische Welt auszubreiten.

 

So ist die Internationale, anstatt abzusterben, bloß aus einer ersten Periode in eine höhere getreten, wo ihre ursprünglichen Tendenzen zum Teil verwirklicht worden sind. Im Laufe der fortschrittlichen Entwicklung wird sie noch manche Veränderung durchzumachen haben, bevor das letzte Kapitel ihrer Geschichte geschrieben werden kann“ (Marx: Mr. George Howells Geschichte der Internationalen Arbeiterassoziation. In: „Die Neue Zeit“, 20. Jahrgang, I. Band, Seite 589).

Man könnte sagen, dass ihre [Marx und Engels - Anmerkung der Redaktion] Bedeutung als geistige Führer der Arbeiterbewegung immer größer wurde, weil auch die Bewegung selbst ununterbrochen wuchs“ (Lenin, „Friedrich Engels“, Band 2, Seite 12/13).

 

 

Was nun die Situation der internationalen Arbeiterbewegung und insbesondere die Frage der Vereinigung der Proletarier aller Länder zur Zeit der 1. Internationale anbelangt, so können wir zweierlei Lehren ziehen:

Es handelte sich um eine Vereinigung unter den damaligen Klassenkampfbedingungen, wo das Proletariat in seiner Anfangsgeschichte noch sehr schwach entwickelte Kräfte besaß, also insbesondere seine Kräfte sich zu vereinigen nur begrenzt entfalten konnte. Seine Vereinigungskräfte entwickelt das Proletariat also nur im schwersten Kampf der Gegensätze, in einem langwierigen historischen Prozess , mit all seinen Niederlagen und Rückzügen. Es handelte sich im Grunde genommen um den ersten Versuch, dass sich die Proletarier der größten kapitalistischen Länder Europas und Nordamerikas zu einem Bündnis zusammenzuschließen versuchten (worin sich natürlich schon der Keim der Vereinigung der Proletarier aller Länder praktisch herausbildete). Nicht mehr und nicht weniger. Die Proletarier dieser Länder vereinigten sich nicht gleichförmig und nur in ununterbrochen-aufsteigender Linie und Richtung. Die I. Internationale musste unter der Niederlage der Pariser Kommune einen Rückzug antreten, um einen neuen Anlauf mit der II. Internationale nehmen zu können. Wir müssen begreifen lernen, dass der Vereinigungsprozess ein dialektischer Prozess ist, der von einer Unmenge kompliziertester historischer Zusammenhänge bestimmt wird, dass sich die Vereinigung der Proletarier aller Länder in qualitativen Sprüngen vollzieht usw. usf.. Der Vereinigungsprozess ist erst mit der vollständigen Herausreifung des Weltproletariats als eine sozialistische Klasse abgeschlossen. Davon waren die Proletarier des 19. Jahrhunderts natürlich noch sehr weit entfernt. Die vereinigten Proletarier aller Länder von damals und das Weltproletariat von heute sind dasselbe und doch nicht ganz dasselbe. Zwischen beiden liegt eine ganze historische Epoche. Was ist also unter dieser Doppeldeutigkeit zu verstehen? Man kann das nur dialektisch erklären: Es ist nur insofern dasselbe, dass es sich um ein und dieselbe Klasse und um ein und denselben Vereinigungsprozess handelt. Der Vereinigungsprozess der Proletarier aller Länder ist ein doppelseitiger Prozess: ein Prozess der Vereinigung des Proletariats eines jeden Landes im Besonderen und der Vereinigung zum Weltproletariat im Allgemeinen.

 

Der Marxismus-Leninismus betrachtet die Vereinigung des Proletariats als Ganzes, das zwei unlöslich zusammenhängende Seiten hat:

 

 

 

die Vereinigung des Proletariats in einem Lande, um den Kapitalismus und die Bourgeoisie im eigenen Land zu besiegen und die Vereinigung als internationale Klasse, um den Weltkapitalismus und die Weltbourgeoisie im Weltmaßstab zu besiegen. Eins ist nicht möglich ohne das Andere, eins bedingt das Andere. Es gibt also zwei ganz verschiedene Seiten der Vereinigung des Proletariats, obwohl sie unlöslich zusammenhängen. Und gerade weil sie zwei verschiedene Seiten der Vereinigung des Proletariats sind, können sie aufeinander einwirken und tun sie das auch, täglich, stündlich. Zu behaupten, die eine Seite der Vereinigung könnte von der anderen aufgesogen werden, müsse der anderen geopfert werden bzw. willkürlich zurücktreten oder hervortreten, oder das Zusammenspiel beider Seiten müsse etwa der „Spontaneität überlassen“ bleiben usw. usf., - all das kann nur heißen, den Boden des proletarischen Internationalismus verlassen. Leute, die diese Zusammenhänge leugnen, bezweifeln offensichtlich, dass das Weltproletariat zur Verwirklichung seiner Einheit überhaupt fähig ist. Sie unterliegen dem Fehler, von sich auf andere zu schließen.

Anders verhält es sich mit der Haupt- und Nebenseite. Die haben sich während der historischen Entwicklung des Proletariats vertauscht, so wie sich auch die Haupt- und Nebenseite der Vereinheitlichung des Kapitals vertauscht haben. Im 19. Jahrhundert ging es um die Herausbildung der bürgerlichen Nationen, vollzog sich die Zentralisation und die Konzentration des Kapitals in der Hauptseite auf nationaler Ebene. Erst später, mit der Entwicklung der Monopole, Trusts, Syndikate usw., also mit der Entwicklung des Imperialismus nahm die Zentralisation und Konzentration des Kapitals in der Hauptseite internationale Formen an. War der Vereinigungsprozess der Proletarier im 19. Jahrhundert noch in der Hauptseite ein Prozess auf nationaler Ebene, so ist heute die Herausbildung des Weltproletariats unter den Bedingungen der Globalisierung offensichtlich und zweifellos die Hauptseite des Vereinigunsgprozesses des Proletariats, muss dieser Tatsache unbedingt weltpolitisch Rechnung getragen werden, was nicht heißt, die Nebenseite, die Vereinigung des Proletariats eines jeden Landes, unter den Tisch fallen zu lassen und ihr keine Beachtung mehr zu schenken.

Es war kein Zufall, dass der internationale Vereinigungsprozess der Proletarier ausgerechnet in den kapitalistischen Ländern begann, dass die Ideen des proletarischen Internationalismus in den kapitalistischen Ländern geboren wurden und nirgendwo sonst auf der Welt. Das internationale Klassenbewusstsein des Proletariats entwickelt sich nur da, wo das Kapital dafür vorher schon die materiellen Voraussetzungen geschaffen hatte. Wir unterscheiden also den objektiven vom subjektiven Vereinigungsprozess des Proletariats. Der objektive Vereinigungsprozess vollzieht sich durch die kapitalistische Weltproduktion unabhängig vom Willen der Proletarier. Die Weltherrschaft der Bourgeoisie hat dem Weltproletariat nicht nur ganz neue, globale Waffen zum Kampf gegen die Weltbourgeoisie in die Hand gegeben, hat die national beschränkte, trennende Stellung als Proletariat einzelner Länder nicht nur abgeschafft, sondern ihm zu einer ganz anderen Stellung verholfen, hat dem Proletarier eine Weltstellung als anerkannte Weltpartei verschafft, als Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten.

Der subjektive Vereinigunsprozess beruht auf dem Klassenbewusstsein des Proletariats, beruht auf der wissenschaftlichen Kenntnis der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und der Gesetze, die ihre Entwicklung bestimmen, beruht auf der Einsicht, dass die Vereinigung zur Eroberung der politischen Macht der einzige Ausweg aus Lohnsklaverei und Unterdrückung bedeutet. Über den Zusammenhang zwischen objektivem und subjektivem Vereinigungsprozess des Proletariats wollen wir hier noch nicht näher eingehen, sondern lediglich feststellen, dass das Bewusstsein stets erst eine Weile nach dem tatsächlichen Dasein der Proletarier heranwächst, dass sich in der Anfangsphase des Klassenkampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie der subjektive Vereinigungsprozess zunächst auf die kapitalistischen Länder beschränkte, also dort, wo auch der objektive Vereinigungsprozess des Proletariats vorangegangen war.

Der proletarische Internationalismus zur Zeit der I. Internationale diente also der Überwindung der bislang zerstreuten Anstrengungen der Arbeiterklasse in den verschiedenen Ländern, sich von der Lohnsklaverei zu befreien. Ziel war es, den Befreiungskampf zu vereinigen und zu verallgemeinern. Auf Grund ihrer Klassenlage haben die Arbeiter in der ganzen Welt das gleiche Ziel: Befreiung von der Ausbeutung, Sturz des Kapitalismus und Errichtung einer von Ausbeutung freien, klassenlosen, der kommunistischen Gesellschaft. Der Kampf für dieses Ziel kann nur siegreich sein, wenn er vereint geführt wird, wenn sich die Arbeiter der verschiedenen Länder gegenseitig solidarisch unterstützen, wenn sie der internationalen Strategie und Taktik des Kapitals eine eigene internationale Strategie und Taktik des proletarischen Klassenkampfes entgegenstellen. Das ist die Linie der internationalen Arbeiterbewegung. Und zur Verwirklichung dieser Linie dient die Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“

Während die Klassenbewegungen zuvor Bewegungen von Minderheiten im Interesse von Minderheiten waren, so war die proletarische Bewegung die erste selbständige Bewegung der erdrückenden Mehrheit im Interesse dieser Mehrheit. Diese proletarische Bewegung war damals im Grunde genommen noch eine Bewegung auf nationaler Ebene. Marx und Engels konnten in der zweiten Hälfte der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts noch nicht in allen Einzelheiten voraussehen, wie sich die Weltbewegung der Arbeiter entwickeln, wie sich die kommunistische Revolution gestalten würde. Sie sagten nur in großen Linien voraus, wie sich der historische Prozess der Selbsterkenntnis des Proletariats abspielen, wie sein Klassenkampf verlaufen würde. Durch die Oktoberrevolution, durch die Sowjetunion Lenins und Stalins erhielten die Ideen des „Manifests“ zum ersten Mal ihre allseitige Begründung und Konkretisierung – stellten die proletarischen Massen die welthistorische Bedeutung ihres Klassenkampfes praktisch unter Beweis. Die Diktatur des Proletariats in einem Land stützte sich die Proletarier aller Länder, die sich mit ihrem ersten Vaterland solidarisierten, es verteidigten und unterstützten, u.a. dadurch, dass sie ihrerseits im eigenen Land des Klassenkampf führten im Geiste des proletarischen Internationalismus. Der proletarische Internationalismus nahm damals zur Zeit Lenins eine bestimmte, historisch bedingte feste Formel an ( so, wie er heute zu einer höher entwickelten Formel überzugehen begonnen hat, nämlich wie sie in unserer neuen Losung zum Ausdruck gebracht wurde!) und Lenin selbst definierte den proletarischen Internationalismus für die damaligen Verhältnisse zutreffend folgendermaßen aus:

 

 

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der revolutionären Bewegung und des revolutionären Kampfes im eigenen Lande, die Unterstützung ( durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein in ausnahmslos allen Ländern.“ (Lenin, Band 24, Seite 59/60 dt. Ausgabe)

 

 

Schon im Jahre 1848 war der Kommunismus eine Macht, gegen die die gesamte europäische Reaktion zu Felde zog. Aber es waren nur die fortschrittlichsten proletarischen Kräfte, die dem Kommunismus folgten. Hundert Jahre später war die kommunistische Weltanschauung schon zum Banner von Millionen Werktätigen in vielen Ländern der Welt geworden. Die Träume von Marx und Engels wurden von Lenin, Stalin und Hoxha verwirklicht, doch heute , wo die finsterste Weltreaktion herrscht, hat sich der Kommunismus wieder in einen Traum verwandelt, in den Traum seiner Rückkehr.

Im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Spitze der proletarischen Bewegung von einem Land ins andere – von Frankreich in die anderen westeuropäischen Länder – vor allem nach England und Deutschland – und dann, Anfang des 20. Jahrhunderts nach Osten nach Russland, und von dort nach Albanien. Die proletarische Bewegung entfaltete sich im nationalen Rahmen und das Proletariat konnte auch zunächst nur im nationalen Rahmen die Diktatur des Proletariats erobern und den Sozialismus in einem Land aufbauen. Deswegen sprechen wir von der ersten Periode des Sozialismus ja auch von der Periode des Sozialismus in „einem“ Land als er seine Macht noch mit dem Weltimperialismus teilen musste, welcher in der Welt noch die Vormachtstellung einnahm. Die Leninsche Theorie der sozialistischen Revolution ging bekanntlich davon aus, dass die sozialistische Revolution nicht unbedingt in denjenigen Ländern siegen wird, wo der Kapitalismus am höchsten entwickelt ist, sondern vor allem in denjenigen Ländern, wo die Front des Kapitalismus schwach ist, wo es für das Proletariat leichter ist, diese Front zu durchbrechen und wo die Entwicklung des Kapitalismus wenigstens das Durchschnittsniveau erreicht hat. Für heute lernen wir aus dieser Leninschen Theorie, dass das Weltproletariat noch weniger seiner Mehrheit in der Weltbevölkerung bedarf, um die Weltmacht zu erobern, als das russische Proletariat in der russischen Bevölkerung zum Sieg der Oktoberrevolution. Wenn zu Lenins Zeiten sich das Proletariat eines einzelnen Landes als stark genug erwies, um die weltimperialistische Kette an seiner schwächsten Stelle zu durchbrechen, dann ist das Weltproletariat (zumindest objektiv) heute um so stärker, die gesamte weltimperialistische Kette zu zerschlagen. Ein Stück aus ihr herauszuschlagen, das war der Weg der Oktoberrevolution Lenins. Dem Weg Lenins zu folgen, kann heute nichts anderes heißen, als die ganze Kette zu vernichten, sobald es möglich ist – und es ist möglich auf Grund der objektiven Bedingungen ! Deswegen sprechen wir heute bereits von der zweiten Periode des Sozialismus – vom Weltsozialismus – konzentriert sich unsere internationale Strategie und Taktik des Weltproletariats nicht mehr wie damals auf den möglichen Aufbau des Sozialismus in einem Land, sondern auf die Möglichkeit des Aufbaus des Weltsozialismus durch die Zersetzung der ganzen Kette des Weltimperialismus

Erst mit der vollendeten Entwicklung der Globalisierung des Weltkapitalismus kann sich das Proletarier aller Länder als eine einzige, vereinigte internationale Klasse vollständig, das heißt aus einem Guss, herausbilden. Erst mit der Bildung einer selbständigen Klasse aus einem internationalen Guss kann sich das Selbstbewusstsein dieser Klasse sozusagen „in einem Guss“ entfalten, kann das Klassenbewusstsein des Weltproletariats entstehen, kann es zur Selbsterkenntnis gelangen, kann es zur Einsicht über die Notwendigkeit der Schaffung einer weltrevolutionären proletarischen Kampforganisation kommen, wird es als sozialistisches Weltproletariat reif für die sozialistische Weltrevolution. Und erst mit diesem Bewusstwerdungsprozess über die historische Mission des Weltproletariats werden der Weltbourgeoisie letztendlich die Grundlagen unter den Füßen weggeschwemmt, auf denen sie ihre Weltherrschaft errichtet hat. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Also bestimmt das Sein des Weltproletariats auch sein Bewusstsein, wächst aus dem internationalen Klassendasein auch das internationale Klassenbewusstsein heraus, kann sich wissenschaftlicher Sozialismus und internationale Arbeiterbewegung weltrevolutionär verschmelzen, wird der proletarische Internationalismus auf eine höhere Stufe gehoben. Erst durch seinen Bewusstwerdungsprozess wird das Weltproletariat von einer Klasse „an sich“ zu einer Klasse „für sich“. Erst dadurch, dass der Weltkapitalismus die nationalen Schranken niederreißt, reißt er auch die Schranken nieder, die die Proletarier aller Länder bislang daran gehindert hatten, sich zu einer einzigen internationalen Klasse zu vereinigen. Der Weltkapitalismus versklavt die Länder, und er begnügt sich nicht damit, nur die nationalen Schranken niederzureißen, sondern er reißt alles nieder, was die Länder hervorgebracht haben, ihre Kultur, ihren Reichtum usw. usf. und stürzt die Länder in seine räuberischen weltimperialistischen Kriege, unterwirft er die Welt dem Gesetz des Kapitals, dem Streben nach Höchstprofiten. Ganz im Gegensatz dazu das Weltproletariat: Die Länder werden vom Weltkapital verwüstet, aber sie kommen wieder auf die Beine durch das Weltproletariat. Nicht die Nationen, sondern der Kapitalismus der Nationen geht durch das Weltproletariat in Stücke. Nationen kommen gut ohne die Kapitalisten aus, aber nicht ohne die Arbeiterklasse, die die kapitalistischen Nationen in sozialistische Nationen verwandeln wird, indem sie alle Nationen vom Weltkapitalismus befreit hat. Das Weltproletariat, das alle Länder im Kampf gegen das Weltkapital vereinigt, um seine politische Weltmacht zu erobern, das sich von allen sozialen und nationalen Ketten befreit, schafft den Weltsozialismus, der allen Ländern nicht nur ihre Existenzbedingungen auf den Grundlagen des Sozialismus sichert, sondern das Weltproletariat führt sie auch in eine neue Welt, wo die Menschheit noch eine Zukunft hat. Erst als internationale Klasse kann das Weltproletariat alle Länder von ihrer Versklavung durch den Weltkapitalismus befreien. Die Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ist also von großer, unzerstörbarer, weltrevolutionärer Kraft. Im Namen dieser Losung wird das Weltproletariat die Macht des Weltkapitals über alle Länder der Welt abschütteln. Unter dieser Losung wird das Weltproletariat die Kommunistische Internationale aufbauen und sich die Kommunisten auf der ganzen Welt in ihr zusammenschließen.

Was hat das alles aber mit der Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch“ zu tun? Sehr viel sogar, haben wir es hier doch bei der Vereinigung mit einem historischen und dialektischen, also einem gesetzmäßigen Entwicklungsprozess der proletarischen (sozialistischen) Bewegung zu tun:

 

Der Entwicklungsgrad der internationalen proletarischen Bewegung ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad der internationalen Vereinigung der Proletarier, denn die Stärke der internationalen proletarischen Bewegung liegt in ihrer internationalen Einheit begründet. Der Entwicklungsgrad der internationalen Vereinigung der Proletarier ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad des weltproletarischen Klassenbewusstseins, denn die Stärke der internationalen Einheit liegt in ihrem weltrevolutionären Klassenbewusstsein begründet. Der Entwicklungsgrad des weltrevolutionären Klassenbewusstseins ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad der Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, denn die Stärke des weltrevolutionären Klassenbewusstseins liegt im proletarischen Internationalismus begründet, dessen Träger die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist. Und der proletarische Internationalismus kommt wiederum mit der Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zum Ausdruck, womit wir erklärt haben wollen, dass es sich bei dieser Losung um mehr, als nur um ein simples, quantitatives Ansammeln von Proletariern handelt. Nicht die Masse macht`s – die bewusste Masse macht`s! Das internationalistische Bewusstsein der Massen ist die wichtigste revolutionäre Kraft für ihre Vereinigung. Präziser: die im Geiste des proletarischen Internationalismus vereinigten Proletarier aller Länder sind mit der I. Internationale gemeint. Das heißt also, dass die Proletarier der ganzen Welt nicht nur durch die Vereinigung der Proletarier aller Länder zu Klasse des Weltproletariats werden, sondern auch durch ihr wachsendes internationalistisches Bewusstsein. Beides bedingt einander, beides wirkt positiv aufeinander ein. Es ging Marx und Engels also um nichts anderes, als eben um diese bewusste Weltvereinigung, um dieses vereinigte Weltbewusstsein - das ist alles!

 

 

Der Aufruf ist schön und gut, aber wenn man nicht die Gesetzmäßigkeiten des sich tatsächlich vollziehenden Vereinigungsprozesses der Proletarier studiert, wird man auch niemals die richtige Antwort auf die entscheidende Frage finden: Wie sollen es die Proletarier aller Länder denn überhaupt anstellen, wie erreichen sie es, sich erfolgreich zu vereinigen, wie soll es mit der Vereinigung vorangehen, wenn stattdessen „alles den Bach runter läuft“ und das Erreichen dieses Zieles einem gegenwärtig ferner als je zuvor, ja fast aussichtslos, also eher als ein schier unerfüllbarer Wunschtraum erscheint. Die richtige Formel zur Lösung des Widerspruchs bei der Vereinigung des Proletariats kann nur der Marxismus-Leninismus ableiten und aufstellen. Man muss die Bewegungs- und Entwicklungsgesetze der objektiven Widersprüche erkennen, damit sie leichter gelöst werden können. Die Widersprüche, die die Vereinigung der Proletarier heute erschweren und behindern, müssen eine neue Form erhalten, in der sie von der Stelle kommen und sich weiter bewegen können. Die Beweglichkeit des Widerspruches bedarf eines Anstoßes, um seiner Lösung, der Überwindung des Widerspruchs, näherzukommen. Und so kommt die Formel:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ unter den Bedingungen, wo das Weltkapital die Weltarbeit „von selbst“ für die Weltproduktion sowieso vereinigen muss, erst richtig in Bewegung durch die Formel:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder“!“ Das ist, unserer Meinung nach, heute der erfolgreichste, einfachste und sicherste Weg zur Vereinigung. Die Einsicht, dass die Stärke des Weltproletariats in seiner Einheit der Proletarier aller Länder begründet ist, das versteht jeder, wie jedoch diese Einheit in Theorie und Praxis herzustellen ist, welche Formeln dazu gebraucht werden, da fangen die Schwierigkeiten schon an.

Da, wo das Proletariat in der Anfangszeit selber noch auf nationaler Ebene große Probleme bei seiner Vereinigung zu bewältigen hatte, da war es natürlich ungleich schwerer, seine Vereinigung im Weltmaßstab (oder präziser ausgedrückt: damals nur innerhalb der kapitalistischen Länder Europas und Nordamerikas) erfolgreich voranzutreiben. Erst auf einer bestimmten Entwicklungsstufe des Kapitalismus, mit dem internationalen Kapital, wurde der unterdrückten Klasse des Proletariats die Möglichkeit gegeben, sich ihrer selbst als eine geschlossene, einheitliche, internationale Klasse bewusst zu werden und die internationale Arbeiterbewegung zu schaffen. Zwischen der Losung:

 

Proletarier eines jeden Landes – vereinigt euch!“ und Proletarierer aller Länder - vereinigt euch!“

 

besteht also ein dialektischer Zusammenhang, denn das eine entsteht und entwickelt sich nicht losgelöst vom anderen, entwickelt sich nicht ohne die Entwicklung des Kapitalismus. Dabei drücken beide Losungen das Wesen des proletarischen Internationalismus aus, das sich im Laufe der proletarischen Bewegung ständig vertieft und dabei einen qualitativen Sprung macht, der sich in der neuen Losung ausdrückt. Die Proletarier aller Länder können sich nicht unabhängig von ihrer nationalen Vereinigung vereinigen, so wie sie sich auch nicht national vereinigen können, ohne sich in den Betrieben, in den Städten, Regionen usw. usf. vereinigt zu haben. Das bedingt sich auch umgekehrt, wirkt zurück. Hier haben wir es mit einem Abhängigkeitsverhältnis zu tun, denn es sind nicht die einzelnen Proletarier, die sich international vereinigen, sondern das tun sie vermittels ihrer Vereinigung in ihren Ländern. Und so bildet sich das Weltproletariat auch nicht aus vereinzelten, über der ganzen Welt verstreuten proletarischen Individuen , also so wie in der Anfangszeit des sich erst bildenden Kapitalismus heraus, sondern eben aus den Proletariern aller Länder,

 

basiert die höchste Vereinigungsstufe stets auf der vorangegangenen Vereinigungsstufe,

 

kann diese Stufe nicht übersprungen werden, weil das den Bewegungsgesetzen der Vereinigung des Proletariats im kapitalistischen System widersprechen würde. Dabei gibt es keine Vereinigungsbewegung des Proletariats außerhalb des Wirkungskreises des Widerspruchs von Kapital und Arbeit.

Der Vereinigungsprozess des Proletariats hängt entscheidend vom Vereinigungsprozess ( Konzentration und Zentralisation) des Kapitals ab (und umgekehrt), denn der Grundwiderspruch der kapitalistischen Gesellschaft, in der sich das Proletariat vereinigt, ist nun einmal der zwischen Kapital und Arbeit. Und so vollzieht sich der Vereinigungsprozess der Proletarier bereits unvermeidlich in jeder einzelnen Fabrik als die entscheidende und grundlegende Keimzelle der Vereinigung. Die Keimzelle der Vereinigung des Weltproletariats liegt in der aus der Weltproduktionsweise hervorgegangenen globalisierten Fabrik, der internationalen Fabrik mit nationaler Arbeitsteilung (Die Weltpartei trägt diesem Umstand entsprechend mit ihrem auf Betriebszellen beruhenden Zellenaufbau Rechnung, denn die internationale Fabrik gilt es vorrangig zu erobern!).

 

 

Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der anderen, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem“ (MEW, Band 23, Karl Marx „Das Kapital“ [1], Seite 645).

 

 

Entsprechend liegt auch die für die kapitalistische Weltproduktion typische Vereinigung des Kapitals der Länder auf der einen und der Arbeit aller Länder auf der anderen Seite diesem von Marx entdeckten wechselwirkenden kapitalistischen System zu Grunde, um die reproduzierende Tendenz der Erhaltung seiner Systembedingungen zu gewährleisten. Es ist gerade dieser Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, der das Proletariat und seine internationale Bewegung nicht nur maßgeblich beeinflusst, sondern seine Entwicklung bereits bestimmt hat, weswegen wir diese wichtige historische Tatsache nicht einfach übergehen können, zumal es sich eben nicht allein um den Grundwiderspruch in diesem oder jenen kapitalistischen Land handelt, sondern vielmehr um einen Grundwiderspruch im Weltmaßstab, der die Grundwidersprüche in den einzelnen Ländern in zunehmendem Maße bestimmt, nämlich in dem gleichen Maße, wie sich das globalisierte Kapital gegenüber dem nationalen Kapital vermehrt. Vermehrung des Weltkapitals zieht eine noch schnellere Vermehrung des Weltproletariats nach sich (siehe „Lohnarbeit und Kapital“ von Karl Marx). Vermehrung und Vereinigung bedingen einander, benötigen aber einen qualitativen Sprung, um ihre nationalen Qualitäten in eine internationale Qualität zu verwandeln. Und in dieser wechselseitigen Bewegung kommen wir auch zum Verständnis des Werdens und Vergehens dieser Vereinigungsbewegung, ergründen wir den internationalen Sprung der Vereinigung in ihre höhere Qualität. Die Vermehrung des Privateigentums an den Produktionsmitteln der ganzen Welt und ihre Vereinigung in immer weniger Händen, hängt mit der Vermehrung und Vereinigung des Weltproletariat direkt zusammen, sie bedingen einander.

 

Die Vereinigungstendenz an diesen beiden Polen des kapitalistischen Weltsystems führt zu einem Punkt, wo sich die weltgesellschaftlichen Produktivkräfte nicht mehr innerhalb der alten kapitalistischen Produktionsverhältnisse bewegen können, wird die Vereinigung des Kapitals zur Fessel der vereinigten Produktivkräfte. Mit der Sprengung des in wenigen Händen vereinigten Privateigentums an den vereinigten Weltproduktionsmitteln, also mit der Weltvergesellschaftung der Weltproduktionsmittel, werden die Umwälzungen der kapitalistischen Weltordnung in die sozialistische Weltordnung vollzogen ( wobei diese internationale Umwälzung mit den sozialistischen Revolutionen in den einzelnen Ländern, die ihren eigenen Bewegungsgesetzen folgen natürlich dialektisch verbunden sind und folglich alle Umwälzungen aufeinander einwirken).

 

Was bedeutet das, einfacher ausgedrückt?

 

 

Je mehr Proletarier auf der Welt, desto größer ihre Kraft als revolutionäre Klasse, desto näher und realer der Sozialismus. Je besser es dem Weltproletariat gelingt, seine Abteilungen in allen Ländern der Welt zu vereinigen, desto eher und leichter kann es den Weltkapitalismus besiegen und die alten Produktionsverhältnisse beseitigen, desto eher und leichter findet es seinen Weg zum Weltsozialismus. Durch die Weltherrschaft der anarchischen Konkurrenz aller bürgerlicher Länder gespalten, durch die globalisierte unfreie Arbeit für das Weltkapital niedergedrückt, ständig in den „Abgrund“ der Verelendung hinabgestoßen, kann und wird das Weltproletariat unbedingt nur dadurch eine unbesiegbare Weltkraft werden, dass seine ideologische Vereinigung auf Grund der Prinzipien des Marxismus-Leninismus, des proletarischen Internationalismus, gefestigt wird durch die materielle Einheit zwischen der Weltorganisation und ihrer nationalen Abteilungen, und diese über hundert nationalen Abteilungen zur milliardenstarken Weltarmee des Proletariats zusammenschweißt. Das Weltproletariat zu dieser weltrevolutionären Selbsterkenntnis zu bringen und sein Selbstbewusstsein entsprechend zu schärfen – das ist heute die Aufgabe der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten und das ist der Grund für die Aufstellung unserer neuen Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“.

 

 

 

Der Weltsozialismus wird erst dann eine Macht sein, wenn er zum bewussten Ziel des politischen Kampfes des Weltproletariats geworden ist, wenn das Weltproletariat die Proletarier aller Länder, und sodann alle werktätigen Massen, um dieses Ziel vereinigt. „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ - das heißt für die Proletarier aller Länder, sich als

 

Abteilungen des Weltproletariats“ (Lenin, Band 29, Seite 208)

 

zu begreifen, sich als Abteilungen des Weltproletariats zu organisieren, sich als Abteilungen des Weltproletariats einen eigenen Generalstab zu schaffen, der alle Länder vereinigt, um sie als geschlossene Kraft in die entscheidende Schlacht für die Weltrevolution zu führen.

 

 

Das Kapital geht immer da hin, wo es am meisten Profit abwirft und dorthin organisiert es auch die Arbeit, vereinigt es die Arbeiter im Weltmaßstab, tauscht es die Arbeiter weltweit aus, schweißt es sie weltweit zusammen, um sie im selben Augenblick am anderen Ende der Welt wieder auf die Straße zu werfen. Die Vereinigung der Arbeiter aller Länder ist eine absolute Notwendigkeit, dadurch hervorgerufen, dass die über die Arbeiter herrschende Kapitalistenklasse ihre Herrschaft nicht auf ein einzelnes Land beschränkt, sondern sich über alle Länder der Welt erstreckt. Die Abhängigkeit aller Länder wird durch die Zentralisation und Konzentration des Weltkapitals immer größer. Die Banken, diese weltgewaltigen Schatzkammern von Kapitalien, haben alles Kapital der ganzen Welt zusammengetragen, haben sich monopolisiert und internationalisiert. Das ist der Grund, weshalb auch der Kampf des Weltproletariats nur dann erfolgreich sein kann, wenn es die Arbeiter aller Länder zu festen internationalen Kampfabteilungen zusammenschließt. Da, wo die Kapitalisten ihre Hand ausstrecken, wo sie am meisten Profit machen können, wo sie die besten Bedingungen für die Ausbeutung der Arbeiter vorfinden, da werden auch die Abteilungen des Weltproletariats konzentriert, da setzt die internationale Arbeiterbewegung den Hebel ihres Kampfes an, da eilt sie zur Hilfe, da stellt sie sich als internationale Kraft gegen die internationalen Kraft des Kapitals.

Wo ist der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit schärfer als in der globalisierten Industrie? Wenn Friedrich Engels also mit seiner folgenden Feststellung Recht hat :

 

Je weiter das Fabriksystem in einen Arbeitszweig eingedrungen, desto mehr nehmen die Arbeiter an der Bewegung teil; je schärfer der Gegensatz zwischen Arbeiter und Kapitalisten, desto entwickelter, desto schärfer das proletarische Bewusstsein im Arbeiter“ (MEW, Band 2, Seite 455),

 

dann entwickelt der globale Industriearbeiter ein weltproletarisches Bewusstsein, das Bewusstsein des Weltproletariats, das schärfer“, entwickelter“ und bewusster als jedes andere proletarische Bewusstsein ist. Es ist eine unbestreitbare Wahrheit, dass die Globalisierung des Kapitals auch zu einer Globalisierung der Bedürfnisse des Weltproletariats führt, dass der globalisierte Produktionsaustausch zur globalisierten Kommunikation und zum globalisierten Gedankenaustausch führt, zur globalen Vereinigung des Weltproletariats führt – alles wichtige Voraussetzungen dafür, dass das Weltproletariat sein Klassenbewusstsein stärkt und es ihm die Möglichkeit gibt, gegen die räuberische weltimperialistische Ordnung global – also auf gleicher Augenhöhe - zu kämpfen.

 

Erst die Stellung eines Industriearbeiters in einer globalisierten Industrie versetzt die Arbeiterklasse überhaupt in die Lage, für ihre internationale Befreiung vom Weltimperialismus siegreich zu kämpfen. Die weltrevolutionäre Disziplin fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus den materiellen Bedingungen der globalisierten Weltproduktion und nur aus ihnen. Und umgekehrt: Erst durch die Globalisierung der Industriearbeiter werden die materiellen Bedingungen geschaffen, ist das globalisierte Industrieproletariat der Träger der materiellen Bedingungen oder ihr Schrittmacher, der nicht nur den größten Anteil an der Schaffung des Reichtums in der Welt hat und den wichtigsten Posten in der gesellschaftlichen Organisation der Weltarbeit innehat, sondern auch im Vergleich zu allen anderen, in der Welt die höchste Mehrarbeit leistet und damit den höchsten Profit abwirft. ER füllt heute die Schlüsselrolle in der Weltproduktion aus. Das globalisierte Industrieproletariat setzt alle Kräfte des gesamten Weltproletariats für den weltrevolutionären Kampf in Bewegung, setzt alle weltrevolutionären Kräfte frei. Es reißt die rückschrittlicheren Schichten mit, und macht somit das Weltproletariat als gesamte Klasse für die proletarische Weltrevolution reif. Der globalisierte Industriearbeiter ist also der Repräsentant der gesamten ausgebeuteten und unterdrückten Weltbevölkerung im heutigen Gesamtsystem der weltkapitalistischen Gesellschaft. Und der globalisierte Industriearbeiter ist auch der neue Repräsentant und Führer der Proletarier jedes einzelnen Landes, das sich das Weltkapital seinen Zwecken unterworfen hat. Und somit ist er nicht nur Repräsentant, sondern auch der prädestinierte Führer des weltproletarischen Klassenkampfes, ist er das revolutionärste Element des heutigen Weltproletariats, ist die Vereinigung gerade dieser revolutionärsten Weltelemente vorrangig anzupacken. Es ist also vor allem der globalisierte Industriearbeiter, der für unsere marxistisch-leninistische Weltpolitik am zugänglichsten ist, und den wir vorrangig für die Bildung der Avantgarde des Weltproletariats gewinnen müssen, weil nur er es ist, der das Weltproletariat überhaupt zur revolutionären Vereinigung aller Länder führen kann, ohne die sich die Länder vom Weltkapital gar nicht befreien können. Ohne Existenz des globalisierten Industriearbeiters ließe sich die Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

also gar nicht realisieren.

 

Darüber lohnt es sich, eine ganze Weile nachzudenken.

 

Die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten hat jedenfalls längst begriffen, welche gesellschaftliche Kraft infolge ihrer Stellung in der globalisierten Welt an der Verwirklichung des Weltsozialismus am meisten interessiert ist, und deswegen werden wir auch dieser Kraft ihre Interessen und ihre historische Weltmission zum Bewusstsein bringen, werden wir zuallerst gerade ihr zum weltkommunistischen Bewusstsein verhelfen ! Von seiner ökonomisch-gesellschaftlichen Stellung ist der globalisierte Industriearbeiter der klassenlosen Weltgesellschaft am nächsten. Und daher auch sein Bewusstsein.

 

 

 

Die weltrevolutionärste Kraft ist heute das globalisierte Industrieproletariat !

 

Es wird das höchste Klassenbewusstsein des Proletariats entwickeln und wird in Verbindung mit dem Marxismus-Leninismus zum Träger des sozialistischen Weltbewusstseins aller Proletarier. Er ist sowohl die wichtigste soziale Stütze als auch das führende Element des Weltkommunismus. Auf ihm und unter seiner Führung baut sich die kommunistische Weltpartei auf. Und keine Macht der Welt kann den Arbeitern dieses höchste proletarische Klassenbewusstsein, also das weltrevolutionäre Bewusstsein rauben, kann ihm seine kommunistische Weltpartei rauben. Ohne Wissen sind die Arbeiter wehrlos, wenn sie aber über das weltweite Wissen verfügen, insbesondere über das Wissen des Marxismus-Leninismus, werden sie eine Weltmacht!

 

 

 

Zuerst aber müssen sie sich Wissen über sich selbst, über ihre eigene internationale Lage aneignen und die hat sich in relativ kurzer Zeit grundlegend geändert und wird sich weiter in äußerst rasantem Tempo verändern:

Das globalisierte Kapital bringt ein globalisiertes Proletariat hervor mit neuen internationalen Zügen, das schon nicht mehr das gleiche Proletariat ist, wie das internationale Proletariat vergangener Zeiten, mit seinen eigentümlich geprägten nationalen Wurzeln, Charakteren und Kulturen. Vor allem ist die wirkliche Lage des globalisierten Proletariats sowohl in ökonomischer, politischer und ideologischer Hinsicht nicht mehr vergleichbar mit der alten Konstellation von privilegierten Proletariern der Unterdrückernationen und unterprivilegierten Proletariern der unterdrücktern Nationen. Ferner benötigten die Arbeiter in den klassischen westlichen Industrieländern eine verhältnismäßig lange Zeit zur Entwicklung ihres Klassenbewusstseins, so entwickelten die russischen und albanischen Klassenbrüder das sozialistische Bewusstsein in viel schnellerer, also innerhalb relativ kurzer Zeit, da sie auf dem bereits vorher entwickelten Klassenbewusstsein der Arbeiter der westlichen Industrieländer aufbauen konnten, vor allem aber, dass sie sich das kommunistische Bewusstsein durch den Marxismus-Leninismus aneigneten.

 

Je höher die Stufe der proletarischen Vereinigung, desto schneller wird sie erreicht, desto mehr verbreitet sie sich. Je höher die Stufe des Klassenbewusstseins, desto schneller wird es erreicht, desto weiter verbreitet es sich.

 

Die Globalisierung bietet den günstigsten Nährboden für die Aneignung des weltproletarischen Bewusstseins, das sich auf alles bisher entwickelte Klassenbewusstsein, insbesondere auf dem sowjetischen und albanischen Bewusstseins der Arbeiter aufbauen kann.

 

Das Weltproletariat legt den Weg zur Entfaltung seines weltrevolutionären Klassenbewusstseins in einem Bruchteil jenes Weges zurück, den die Proletarier aller Länder brauchten, um ihr Bewusstsein, insbesondere das sozialistische Bewusstsein in „einem“ Land zu entwickeln. Die proletarische Weltpartei wird sich durch die Globalisierung schneller, gründlicher und massenwirksamer aufbauen als das jede bisherige kommunistische Partei vermocht hat, als das es die Komintern vermocht hat. All das wird den Sieg der sozialistischen Weltrevolution in jedem Land beschleunigen. Nur das Weltproletariat selbst wird an Hand seiner eigenen Erfahrungen begreifen lernen, was sozialistische Weltrevolution in jedem Land überhaupt bedeutet. Die Weltbourgeoisie wird „diesen Unsinn“ jedenfalls erst hinterher begreifen, das heißt, wenn es für sie zu spät ist.

 

 

– Heute schleudert das Weltkapital das Weltproletariat über den ganzen Erdball, macht immer mehr Arbeiter global austauschbar, so austauschbar wie traditionelle Industrien, die auf der einen Seite des Erdballs verschwinden, um auf der anderen Seite wieder völlig neu aufgebaut zu werden auf immer höherer Stufenleiter der technischen Revolution, versetzt das Kapital jeden Ort der Welt zu einem Konkurrenzort unter den Arbeitern der ganzen Welt, nutzt es ihre internationale Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt immer brutaler aus, wird der durchschnittliche Weltlohn immer tiefer ans Existenzminimum gedrückt, wächst ein Milliarden großes Weltarbeitslosenheer heran, das sich über den ganzen Erdball bewegt und in seiner Bewegung von niemandem aufgehalten wird. Der einzelne Arbeiter hat also nicht nur die gesamte Weltordnung des Kapitalismus gegen sich, sondern auch die Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt, vor allem aber die ganze Weltreservearmee auf seinen Schultern, dessen Konkurrenz ihn erdrückt. So wird jeder Kampf um den Arbeitsplatz mehr als „nur“ ein Kampf gegen die gesamte Weltordnung. Eben deswegen erlangt die Vereinigung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Weltbedeutung, wird sein Kampf zum Kampf im Namen aller Werktätigen der ganzen Welt, also gegen jene Welt, die von fremder Weltarbeit lebt. Eben deswegen leitet der Kampf des heutigen Arbeiters die Epoche des Weltsozialismus ein, kündigt er die Befreiung des Weltproletariats von der Lohnsklaverei auf dem gesamten Erdball an. Die internationale Vereinigung der Arbeiter ist also unter dem globalisierten Arbeitsverhältnis eine unabdingbare Notwendigkeit geworden, weil es die Bindung zum heimatlichen Land zerreißt, den Proletarier dieses oder jenes Landes zum Weltproletarier, zum internationalen Arbeiternomaden macht, der zu Hause, in seiner alten Heimat, keine Existenzgrundlage mehr vorfindet und tausende von Kilometern von der Familie getrennt wird, um sie von dort aus überhaupt noch versorgen zu können. Das globalisierte Kapital sprengt unvermeidlich jede bisherige Bindung der Arbeiter an die alte Gesellschaft, jede Bindung an nationale Wurzeln, jede Bindung an irgendeinen Ort auf der Welt, an irgendeinen Ausbeuter auf der Welt. In dem Maße, wie das globale Kapital die Arbeiter global austauscht, tauschen sich die Arbeiter selbst global untereinander aus, tauschen sie ihre nationale Vereinigung aus:

 

 

Der Fortschritt der Industrie, dessen willenloser und widerstandsloser Träger die Bourgeoisie ist, setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz, ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation“ (Marx, Engels, „Manifest der Kommunistischen Partei“, London 1848, MEW, Band 4, Seite 474, 472).

 

 

Das Weltproletariat erkennt an Hand der eigenen Erfahrungen, dass die Lage und die Interessen der Arbeiter der ganzen Welt die Gleichen sind, dass sie sich immer mehr nach unten angleichen. Die Arbeiter lernen die Zustände und Verhältnisse in anderen Ländern kennen, vergleichen sie miteinander und überzeugen sich davon, dass die Ausbeutung im Grunde genommen überall die Gleiche ist, dass sie sich nach unten angleicht. Die Arbeiter der ganzen Welt lernen untereinander von ihren internationalen Erfahrungen, übernehmen die Erfahrungen der anderen, verallgemeinern ihre Erfahrungen, ziehen ihre Schlüsse, machen entscheidende Bewusstseinsprozesse über ihre eigene internationale Lage durch. Heute muss man unter Klassenbewusstsein des Arbeiters etwas anderes verstehen als vor hundert Jahren. Damals beschränkte sich das Klassenbewusstsein darauf, sich gegen den Kapitalisten der großen Fabriken zusammenzuschließen und für die Freiheit der Arbeiter zu kämpfen, später die Arbeitermacht in einem Land zu erobern und den Sozialismus in „einem“ Land aufzubauen. Mit einem solchen Klassenbewusstsein kann man dem Weltkapitalisten aber schwer beikommen, denn er kann die Arbeiter eines ganzen Landes kaltstellen, wann immer es ihm passt. Er kann auch ein sozialistisches Land in ein kapitalistisches Land zurückverwandeln, wann immer es ihm passt, wenn das Niveau des Klassenbewusstseins der Arbeiter nicht auf eine höhere Stufe gehoben wird. Das ist der springende Punkt. Es reicht nicht mehr aus, dass die Proletarier dieses oder jenen Landes den Proletariern dieses oder jenen Landes solidarisch „zur Hilfe eilen“, sich gegenseitig unterstützen. Auf diese Weise allein können sich die Proletarier aller Länder nicht mehr wirkungsvoll genug wehren, können sie ihre Stärken nicht genug ausschöpfen gegenüber einem international überlegenen Gegner. Mit der einfachen Formel der Vereinigung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ allein ( wir dürfen niemals den schweren Fehler begehen, das Wörtchen allein“ zu streichen!!!!) ist es leider noch lange nicht getan, um den Weltkapitalismus in die Knie zu zwingen. Die Proletarier brauchen unbedingt noch eine zweite, qualitativ höhere Formel ihrer internationalen Vereinigung:

 

 

Das Weltproletariat ist eine Klasse gegenüber dem Weltkapital geworden, aber noch nicht eine Klasse für sich selbst, denn der Kampf - Weltklasse gegen Weltklasse - ist ein weltpolitischer Kampf. Die Klasse des Weltproletariats entwickelt sich erst jetzt auf dem Boden des internationalen Klassenkampfes, macht sie darin einen notwenigen Reifeprozess durch, der von uns Kommunisten gefördert werden muss. Das Weltproletariat muss die Proletarier aller Länder zentralisierend vereinigen und zwar als seine Abteilungen, muss die verteilten Kräfte zu einer einzig beweglichen Massenkraft verschmelzen. Das müssen natürlich die sich selbst organisierenden politischen Abteilungen (nicht autonomen !) des sich selbst organisierenden politischen Weltproletariats sein. Der Mangel der Beweglichkeit der Proletarier aller Länder liegt im Mangel ihrer Zentralisation. Nur das Weltproletariat kann eine in allen Ländern bewegliche (manövrierfähige) Zentralisation herstellen, mit der es alle Proletarier der Länder zu einer einzigen Kraft zusammenballen kann, um sie auf denselben Angriffspunkt zu richten. Nehmen wir zur Veranschaulichung ein Bild, die „Matruschka“, die sich übereinanderstecken lässt. Das Weltproletariat kann keinerlei revolutionäre Kraft entfalten, wenn es nur die letzte, die größte Puppe ist, unter der alle anderen Puppen von Proletariern eines Landes sich aus Eigeninitiative selber ineinander stecken. Das Weltproletariat kann sich nicht als Klasse formieren auf direktem Wege des Zusammenschlusses, sprich: der Übereinstimmung, der Übereinformung der Proletarier der einzelnen Länder. Die Proletarier der Länder können nicht selber unter sich heraussuchen, wie und was am besten zueinander passt, können untereinander keine Profilanpassungen vornehmen, um sich ihr Weltprofil zu schaffen.

 

 

 

Nicht die Proletarier aller Länder formen/formieren das Weltproletariat – Das Weltproletariat formt/formiert die Proletarier aller Länder, seitdem das nationale Kapital seine internationale Form angenommen hat.

 

Nicht die Kommunistischen Parteien der Länder gehen voran zur ihrer Formierung in der Kommunistischen Internationale, sondern voran geht die Kommunistische Internationale bei der Formierung der Kommunistischen Parteien. Das Weltproletariat kann nicht passiv abwarten, bis eine Puppe sich so weit entwickelt und herausgeformt hat, bis sie sich endlich über eine andere stülpen lässt, also bis alle so geformt sind, dass auch mit der letzten Übereinstimmung, mit der letzten übergestülpten Puppe das Weltproletariat „komplett formiert“ ist. Nach diesem naiven Muster (mechanistische Vereinigung) gingen die Revisionisten vor, indem für sie die Formvorlage, die Schablone für den Weltsozialismus, die erste Puppe, das erste sozialistische Land sei – die Sowjetunion. Die nächste Puppe, die darüber gestülpt werden sollte, wäre beispielsweise das revolutionäre Deutschland gewesen usw. usf. bis schließlich auch das letzte Land der Welt als Puppe drüber gestülpt wäre = „Sieg der sozialistischen Weltrevolution“ = „Sieg des Weltsozialismus“ = „Sowjetunion als Zentrum des Weltsozialismus“. Nach diesem Modell stellten sich die Revisionisten auch später die Entstehung des sozialistische Lager vor: alle sozialistischen Länder stülpen sich eines nach dem anderen über die Sowjetunion als dicke Panzerschicht und bilden deren Schutzschild im Kampf gegen den Weltkapitalismus. So konnte und so kann kein sozialistisches Lager auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus entstehen. Wie aber wirken nun die Vereinigungskräfte des Weltproletariats wirklich ?

Um es mit den entliehenen Worten von Friedrich Engels zu formulieren:

Die Vereinigungskräfte des Weltproletariats wirken ganz wie die Naturkräfte: blindlings, gewaltsam, zerstörend, solange das Weltproletariat sie nicht erkennt und nicht mit ihnen rechnet. Hat das Weltproletariat seine Vereinigungskräfte aber einmal erkannt, ihre Tätigkeit, ihre Richtung, ihre Wirkungen begriffen, so hängt es nur vom Weltproletariat selber ab, sie mehr und mehr seinem eigenen Willen zu unterwerfen und vermittels ihrer seine historische Mission zu erfüllen. Solange sich die Proletarier aller Länder hartnäckig weigern, ihre internationalistische Natur und ihren Weltklassencharakter zu verstehen, das heißt die bisherige Vereinigung von ihrer nationalen Beschränktheit, von ihren nationalen Fesseln zu befreien – und gegen dieses Verständnis sträubt sich die Weltbourgeoisie und ihre revisionistischen Verteidiger, setzen sie den revolutionären Vereinigungskräften des Weltproletariats ihre konterrevolutionären Widerstandskräfte entgegen, , - so lange wirken die Lohnsversklavungskräfte des Weltkapitals sich aus, trotz des Weltproletariats, gegen das Weltproletariat, solange beherrschen sie das Weltproletariat. Aber einmal in seiner internationalistischen Natur begriffen, können die Vereinigungskräfte in den Händen des Weltproletariats aus dämonischen Herrschern in willige Diener verwandelt werden. Es ist der Unterschied zwischen der zerstörerischen Gewalt der Jagd nach Höchstprofiten und der schöpferischen Kraft der Sicherung maximaler Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft aller Länder; der Unterschied der imperialistischen Kriegsverwüstung und Zerstörung der Natur und die globale Nutzung aller menschlichen Vereinigungskräfte im Dienst von Mensch und Natur“ (siehe Friedrich Engels, „Anti-Dührung“).

 

 

 

Der Weltkapitalist vereinigt die Arbeit aller Länder zur Weltarbeit, um das Weltkapital zu vermehren. Entreißt der Weltarbeiter aber dem Welktkapitalisten den Besitz der vereinigten Weltarbeit, nimmt der Weltarbeiter also stattdessen selber Besitz von seiner Vereinigung, ist der Warencharakter der globalen Weltarbeit beseitigt, beherrscht die vereinigte Weltarbeit nicht mehr den Weltarbeiter, sondern herrscht der Weltarbeiter umgekehrt über die vereinigte Weltarbeit.

 

 

Die Vereinigungskräfte des Weltproletariats haben eine viel tiefere Bedeutung, auch ihrem Inhalt nach, als die Vereinigungskräfte der Proletarier aller Länder. Darüber muss man sich erst einmal völlig im Klaren werden, sonst kann die Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ nicht richtig begriffen werden. Die Schaffung dieser höheren Dimension der Vereinigung setzt natürlich eine höher dimensionierte Vorstellungskraft vom Marxismus-Leninismus voraus, die sich die Proletarier heute unbedingt aneignen werden. Die Arbeiter werden sich also darüber bewusst werden, dass sie ihre Vereinigungskraft auf einer neuen, höheren Ebene viel besser entfalten können, dass sie diese globale Aufgabe viel leichter bewältigen können, wenn sie sich in internationale Abteilungen verwandeln. Bislang blieben die Arbeiter auf herkömmlicher Vereinigungsstufe immer nur die Arbeiterklasse eines Landes, also als Teil der Klassengesellschaft „ihrer“ Nation, die lediglich nur von außen unterstützt wurde, nicht vom Weltproletariat, sondern direkt von den Proletariern aller anderen Länder – z. B. gegen die weltkapitalistische Umkreisung der Arbeiterklasse eines jeden Landes, ob nun eines kapitalistischen oder (später) eines sozialistischen Landes. Die Arbeiterklassen in allen Ländern können sich aber erst dann als Teil des ganzen Weltproletariats erkennen, nachdem sie tatsächlich zu einem solchen (materiellen) Teil geworden sind, nämlich (zunächst urwüchsig) eine internationale (!) Abteilung aller internationalen(!) Abteilungen der Weltarbeit, die sich das Weltkapital geschaffen hat, um höchste Profite zu erwirtschaften. Der Internationalismus der Arbeiterklasse beruht darauf, dass die Arbeiterklasse selber eine einheitliche internationale und keine Anhäufung von nationalen Klassen ist.

Die Vereinigung der Proletarier aller Länder, die sich der Weltkapitalismus durch die Globalisierung zu höchster Ausbeutung geschaffen hat, kann nicht gleich jener Vereinigung aller Proletarier, wie sie das Proletariat selber braucht, um sich vom Weltkapitalismus zu befreien. Spontaneität der Vereinigung führt nicht zur Befreiung des Proletariats, sondern nur zur globalisierten Lohnsklaverei, denn durch die globalisierte Produktionsweise des Kapitalismus wird das Proletariat nur noch fester an das Weltkapital geschmiedet. Also:

 

Das Weltproletariat braucht seine eigene Vereinigung, eine Vereinigung, die seinen eigenen Interessen dient, die der Vernichtung des Weltkapitals und damit der Vernichtung der Weltlohnsklaverei dient.

 

Das Weltproletariat, um sich aus einer willfährigen Masse des Kapitals in eine weltrevolutionäre Kraft gegen das Kapital zu verwandeln, muss sich seiner Vereinigung zur Akkumulation des Weltkapitals entgegenstellen, muss diese Vereinigung als Waffe gegen das Weltkapital einsetzen, muss selber von seinerVereinigung Besitz ergreifen zur Akkumulation seiner weltrevolutionären Kräfte. Das Weltproletariat braucht eine höhere Form der Vereinigung., die nicht der Weltkapitalismus schafft, sondern das Proletariat selbst, kurz:

 

Die kapitalistische Vereinigung der Weltarbeit muss in eine sozialistische Vereinigung einer einzigen Weltklasse, der selbstbewussten Klasse des Weltproletariats, verwandelt werden. Das geschieht nicht auf direktem Wege, da die Proletarier durch Länder voneinander getrennt sind, und getrennt sind die Proletarier aller Länder bekanntlich ohnmächtig. Sie bleiben aber auch auf niederer Stufe ihrer Vereinigung ohnmächtig, weil sie die Trennung durch eine ihnen global gegenüberstehende Macht nur auf einer höheren Stufe ihrer Vereinigung überwinden, indem sie eine ebenbürtige globale Macht werden, durch die Verschmelzung der Proletarier aller Länder zu einer einzigen Klasse. Das Ende der Trennung der Proletarier aller Länder beginnt mit der Trennung von alten Vorstellungen von allen bisherigen Formen ihrer Vereinigung. Mit der Negation der Negation gelangen die Proletarier jedoch zu neuen Ideen über ihre neuen Vereinigungsformen, sodann führt die Negation der Negation die Proletarier zu den neuen Vereinigungsformen selbst. Die Negation der Negation heißt aber nichts anderes, als die alten, nicht ausreichenden, zu schwachen Vereinigungsformen auf eine neue, höhere, globale Stufe heben zu können, die Vereinigungskräfte stark zu machen, damit die „Nuss“ – Weltkapitalismus – endlich geknackt werden kann.

 

Erst durch die Negation der Negation der Vereinigung der Proletarier der Länder entfaltet sich die einzig revolutionäre Klasse der heutigen Welt, die Kraft des Weltproletariats. Nur als Weltproletariat sind die Proletarier heute revolutionär.

 

Um ihre revolutionäre Kraft vollständig entfalten zu können, bedürfen die Proletarier aller Länder also dringend der revolutionären Kraft des Weltproletariats, die es aus allen Ländern der Welt zusammenzieht.

 

Die Proletarier aller Länder sind also nur insofern revolutionär, als sie dazu beitragen, als sozialistisches Weltproletariat zu wachsen und zu erstarken.

Die Kräfte der Proletarier aller Länder, die im eigenen Land zur Vereinigung verbraucht werden, müssen aufgeteilt werden – ein Teil wird verbraucht zum Vereinigen des Weltproletariats, ein anderer Teil verbleibt für die Vereinigung im eigenen Land. Die revolutionären Kräfte, die das Proletariat eines Landes für die Vereinigung des Weltproletariats verbraucht hat (vorgeschossen, „investiert“ hat, kommen später also hundert und tausendfach zurück!). Die revolutionären Kräfte, die jeder einzelne Proletarier für sein Erstarken als Weltproletariat einsetzt, dient also letzendlich seinem eigenen Erstarken, kann er es als Soldat der proletarischen Weltarmee mit der gesamten Konterrevolution der Weltbourgeoisie aufnehmen. Also ein Teil der Kraft des Proletariers eines Landes wird für seine Einschmelzung ins Weltproletariat verausgabt, geht ihm also scheinbar „verloren“. Aber in Wirklichkeit erhält das Proletariat eines Landes dadurch eine Qualität zurück, die es vorher, ohne dass es sich diesem freiwilligen Verwandlungsprozess unterzogen hätte, nie erreicht hätte. Zum ersten Mal in der Geschichte des Sozialismus müssen die Proletarier nicht mehr ihre Kräfte gegen die konterrevolutionären Kräfte der kapitalistisch-revisionistische Umkreisung ihres Landes verausgaben, sondern können diese ganz für sich selbst nutzen. Also heute Verausgabung der Kräfte für die Steigerung der globalen Kraft des Weltproletariats, für die gemeinsame proletarische Sache und morgen für die Interessen im eigenen Land, damit jedes Land übermorgen wieder einen noch größeren Beitrag für die gemeinsame, internationalistische Sache leisten kann und sich damit wiederum im eigenen Land auf eine höhere Entwicklungsstufe stellt.

Kleiden wir diesen Vereinigungsprozess in die Begriffswelt der politischen Ökonomie, können wir auch von den „Produktivkräften“ und „Produktionsverhältnissen“ bei der Weltproduktion von proletarischer Vereinigung sprechen.

 

 

 

Sozusagen „produziert“ das Weltproletariat seine eigene Vereinigung, indem es die dafür notwendigen „Produktiv“kräfte und „Produktions“verhältnisse aller Länder in Übereinstimmung bringt. Durch die Einsicht in diese Notwendigkeit und den Kampf um die Übereinstimmung der Vereinigungskräfte mit den Vereinigungsverhältnissen nähert sich das Weltproletariat seiner weltrevolutionären Bewegungsfreiheit. Von allen Produktionsmitteln ist die größte Weltproduktivkraft die weltrevolutionäre Klasse selbst. Die Schaffung der Weltorganisation des Weltproletariats setzt die fertige Existenz des Weltproletariats als revolutionärste Produktivkraft selbstverständlich voraus.

 

Hemmschuh sind dabei nicht nur die nationalen Schranken, sondern die Gesamtheit aller Erschwernisse jener Verhältnisse, die die Proletarier aller Länder gegenwärtig vorfinden, unter denen sie ihre organisierte Vereinigung selber „produzieren“ müssen. Die „Produktionsverhältnisse“ für die „Produktion“ der Vereinigung, also die Art und Weise wie die Proletarier ihre Vereinigung herstellen und unter welchen Umständen sie diese herstellen, um zum sozialistischen Weltproletariat werden zu können, müssen also revolutioniert werden, um sie mit den ständig weltweit anwachsenden Produktivkräften der Vereinigung in Übereinstimmung zu bringen.

 

Revolutionierung der Produktionsverhältnisse der Vereinigung zum Weltproletariat bedeutet eben die Überwindung der alten Produktionsverhältnisse der Vereinigung der Proletarier der Länder. Die Proletarier aller Länder verwandeln den Haupthemmschuh ihrer Vereinigung in eine Haupttriebfeder mit der Formel:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“-

 

Also:

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!- undWeltproletariat – vereinige alle Länder!“ sind die beiden zusammengehörigen Formeln, die im neuen Geiste des proletarischen Internationalismus von zwei Polen aus aufeinander wirken können und somit die Kraft des Proletariers auf eine völlig neue Stufe heben.

 

 

 

Dies ist die dialektische Grundidee zur Entfaltung des proletarischen Internationalismus für die weltrevolutionäre Vereinigung der Proletarier aller Länder unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Weltkapitalismus. So wie die Vereinigung der Proletarier aller Länder die erste Bedingung, ist die Vereinigung der Länder durch das Weltproletariat die zweite Bedingung für die revolutionäre Befreiung der Proletarier.

 

 

Die Verschmelzung des proletarischen Internationalismus verläuft also nicht in der alten Form der Vereinigung der einzelnen Länder, sondern in neuen Formen der Vereinigung der Proletarier aller Länder, in Form ihrer Vereinigung durch das Weltproletariat selbst. Das Weltproletariat wird schließlich erst dann manövrierfähig, wenn es alle seine Abteilungen, die Arbeiterklassen der Länder manövrieren kann – auf dem Schlachtfeld des internationalen Klassenkampfes. Es ist der Weltkapitalismus, der die Arbeiterklassen aller Länder in das Weltproletariat verwandelt durch die Weltproduktion. Dieses Weltproletariat entwickelt sein Klassenbewusstsein aber nicht etwa aus den zusammengesetzten Teilchen von Klassenbewusstsein der Arbeiterklassen aller Länder. Das Klassenbewusstsein des Weltproletariats ist nicht die Summe des Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse jeden Landes, sondern die Potenz ihres gemeinsamen Bewusstseins. Marx stellt diese „Kraftpotenz“ in seinem „Kapital“ wie folgt dar:

 

 

Abgesehn von der neuen Kraftpotenz, die aus der Verschmelzung vieler Kräfte [ Verschmelzung der Klassenkräfte des Proletariats einzelner Länder – Anmerkung der Redaktion], in eine Gesamtkraft entspringt [ in die Gesamtkraft der Klasse des Weltproletariats – Anmerkung der Redaktion], erzeugt bei den meisten produktiven Arbeiten der bloße gesellschaftliche Kontakt [und nun setze man an die Stelle dieses „bloßen gesellschaftlichen Kontakts“ das weltrevolutionäre Klassenbewusstsein !!!!! - Anmerkung der Redaktion] einen Wetteifer und eine eigene Erregung der Lebensgeister (animal spirits) [ der SOZIALISTISCHEN Lebensgeister !!! - Anmerkung der Redaktion], welche die individuelle Leistungsfähigkeit der Einzelnen erhöhen [also die revolutionäre Leistungsfähigkeit der Proletarier eines einzelnen Landes – Anmerkung der Redaktion]; (MEW, Band 23, Seite 345).

 

 

Der Totengräber des Weltkapitals ist also nicht etwa der lose Verbund aller Proletarier einzelner, voneinander unabhängiger Länder, die sich gegenseitig helfen und mit ihrem Zusammenschluss, ihrer Vereinigung, ihrem Zusammenhalt - Schulter an Schulter wie in einer Wagenburg enger zusammengerückt - (= eher für eine Verteidigungstaktik geeignet !) die Schläge des Weltkapitalismus gemeinsam abzuwehren, sondern Totengräber ist einzig und allein das zum Weltproletariat verschmolzene Proletariat, das der Weltbourgeoisie in Augenhöhe, nämlich auf dem entscheidenden internationalen Schlachtfeld, gegenübersteht. Es sind nicht die vielen Totengräber der Länder für sich genommen, sondern es ist nur der eine, der Welttotengräber, der den Weltkapitalismus begraben kann :

 

Gerade wie bei Marx eine bestimmte, wenn auch veränderliche, Minimalgröße der Tauschwertsumme nötig war, um ihren Übergang in Kapital zu ermöglichen [Umschlagen von Quantität in Qualität – Anmerkung der Redaktion] , geradeso ist bei Napoleon eine bestimmte Minimalgröße der Reiterabteilungen nötig, um der in der geschlossenen Ordnung und planmäßigen Verwendbarkeit liegenden Kraft der Disziplin zu erlauben, sichtbar zu werden und sich zu steigern bis zur Überlegenheit selbst über größere Massen besser berittner, gewandter reitender und fechtender, und mindestens ebenso tapfrer irregulärer Kavallerie“ (MEW, Band 20, Engels, „Anti-Dührung“, Seite 120).

 

 

Was das Umschlagen von Quantität in Qualität anbelangt, so gilt dies für das Kapital ebenso wie für die Arbeiter. Für das Weltkapital wie für das Weltproletariat gilt gleichermaßen die Schöpfung ihres Kräftepotentials vermittels des Weltumschlags von Quantität in Qualität !

Mögen die Proletarier aller Länder im losen Verbund (Bündnis) den Weltkapitalismus durchaus begraben können, aber es kann den Weltkapitalismus auf diese Weise deswegen noch lange nicht töten (... worauf es schließlich ankommt, denn der Proletarier kann nicht etwas begraben, was er nicht vorher selber getötet hat! – das vermag er nur, wenn er sich ins Weltproletariat verschmilzt. Die Arbeiter aller Länder können sich zusammenschließen, aber nicht verschmelzen, das können sie nur als Weltproletariat ( in der Chemie: die Wirkung als Gemisch erwirbt durch die Verschmelzung eine neue Qualität – und nur mit dieser neuen Qualität können neue Eigenschaften ausgenutzt werden!). Die Arbeiter aller Länder aber, wenn sie sich selbst nur damit begnügen, sich auf alte Weise zu vereinigen, werden das also gar nicht schaffen können. Was also tun? Sie brauchen eine solche internationale Form der Vereinigung, die der internationalen Form des Weltkapitals auf gleicher Ebene entspricht. Verwandelt das Weltproletariat die Proletarier aller Länder nicht in seine eigenen internationalen Abteilungen, bleibt das Weltproletariat ganz einfach nur machtlos gegenüber dem Gesetz der kapitalistischen Umkreisung, das es historisch zu knacken gilt. Damit dass Weltproletariat seine zentralisierende Kraft gegenüber der zentralisierten Kraft des Klassengegners voll entfalten kann, fehlt noch ein entscheidender Punkt. Das Weltproletariat muss erst einmal seinerseits die Proletarier in jedem Land mobilisieren, um die Gesamtinteressen des Proletariats überhaupt durchsetzen zu können. Das passiert aber nicht automatisch, nicht im Selbstlauf, sondern das Proletariat muss das in mühevollem Kampf selber organisieren – das heißt, das Weltproletariat muss zum organisierten Weltproletariat werden, muss ein sozialistisch organisiertes Weltproletariat werden, muss sozusagen seinen Rohzustand veredeln, wird nicht im Selbstlauf zu einer scharfen Waffe, sondern muss sich selber als scharfe Waffe schmieden / formieren im Feuer des weltrevolutionären Klassenkampfes. Erst im Verlauf des direkten Klassenkampfes zwischen dem organisierten Weltproletariat und der organisierten Weltbourgeoisie, erst durch das Absolvieren einzelner Entwicklungsstufen des internationalen Klassenkampfes in allen Ländern der Welt wird sich die sozialistische Weltrevolution entfalten. Die sozialistische Weltrevolution reduziert sich nicht im Akt der Machtübernahme. Das ist nur der krönende Augenblick eines langwierigen, komplizierten Klassenkampfes um die Weltmacht.

 

Die sozialistische Weltrevolution kann nur das Ergebnis des globalen Klassenkampfes sein. Das Weltproletariat braucht hierzu eben nicht irgendein sozialistisches Bewusstsein, nicht das sozialistische Bewusstsein des Proletariats irgendeines Landes, nicht einmal das Bewusstsein der sozialistischen Arbeiterklasse „eines“ Landes, sondern ein ganz bestimmtes sozialistisches Bewusstsein – das weltsozialistische Bewusstsein !!!!

 

Was heißt aber weltsozialistisches Bewusstsein?

 

Kann sich das Proletariat eines einzelnen Landes sein eigenes weltsozialistisches Bewusstsein entwickeln? Nein, das kann es natürlich nicht. Kann sich das Proletariat jedes einzelnen Landes, können sich die Proletarier aller Länder das weltsozialistische Bewusstsein aneignen, solange sie lediglich Länderproletarier bleiben? Nein, auch das können sie nicht. Wer sonst aber kann sich dann das weltsozialistische Bewusstsein aneignen ?

 

Das weltsozialistische Bewusstsein kann sich nur eine einzige Klasse auf der Welt aneignen – das Weltproletariat, das sich im Klassenkampf der Weltbourgeoisie entgegenstellt.

 

Erst wenn sich das Weltproletariat sein weltsozialistisches Bewusstsein angeeignet hat, wenn es dieses Bewusstsein in allen Abteilungen, in allen Ländern vollständig entwickelt, erst dann wird es weltrevolutionsreif.

 

Die Arbeiter aller Länder müssen erst zu einem einzigen international organisierten Organismus verschmelzen, bevor die Arbeiter aller Länder ihre volle Kraft ausschöpfen, ihre Kräfte zentralisieren können. Das heißt, erst wenn die Arbeiterklassen aller Länder ein Ganzes aus allen Teilen gebildet haben, kann dieses Ganze überhaupt erst in die Lage versetzt werden, nunmehr auf seine eigenen Teile einzuwirken, damit sie ihre volle Kraft als Abteilungen der Weltarmee entfalten können. Die Zentralisierung der proletarischen Kräfte entfaltet sich nur über ausnahmslos alle ihre verschmolzenen Teilkräfte in den einzelnen Länder. Der bisherige Zusammenschluss der Proletarier aller Länder ist also sozusagen lediglich die Vorstufe, eine Voraussetzung für den qualitativen Sprung zur Vereinigung auf höherer Stufe und nicht etwa die Endstufe der internationalen Vereinigung. Nur, wenn man diese höhere Bedeutung der Losung:

 

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zur Prämisse macht, kann man ihr heute noch gerecht werden, erfüllt sie ihren weltrevolutionären Zweck. Und diese höhere Bedeutung ist es schließlich , die wir gegenüber dem Weltrevisionismus zu verteidigen haben, der diese höhere Bedeutung der Losung auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus zu revidieren, dem Weltkapitalismus anzupassen versucht, um ihn vor seinem Untergang zu retten !

 

Nicht die einzelnen Arbeiterklassen der Länder vereinigen sich von sich aus, sondern umgekehrt, das Weltproletariat vereinigt die Arbeiterklassen der einzelnen Länder auf der objektiven Grundlage der Negation des nationalen Kapitals durch das Weltkapital, auf der objektiven Grundlage des Klassenkampfes zwischen den beiden Weltklassen und zwar vermittels seines Klassenbewusstseins. Der Weltkapitalismus negiert sich selbst, indem er das Kapital in den kapitalistischen Länder negiert. Es ist also der Weltkapitalismus, der die Proletarier aller Länder in Abteilungen des Weltproletariats verwandelt.

 

Dies mag alles paradox, widersprüchlich und ungewohnt klingen, aber da wird man sich schnell hineindenken, wird den Nebel der alten, veralteten Vorstellungen von der Vereinigung der Proletarier aller Länder beiseite schieben. Wenn man die Vereinigung der Proletarier aller Länder auf neue Weise erkennen will, muss man zunächst ihre realen, täglichen Veränderungen studieren, die die Proletarier durch die Globalisierung durchmachen, muss man die Tendenzen erkennen, woher und wohin sich diese Veränderungen entwickeln, entwickeln werden, entwickeln müssen. Wir müssen die Dialektik des Weltproletariats erst einmal richtig verstehen lernen, werden uns an die neue weltrevolutionäre Sichtweise erst einmal gewöhnen müssen, um die Perspektiven des Weltproletariats aufzuzeigen. Zum Verständnis dieser Dialektik des Weltproletariats hilft uns unsere Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder“! , weil sie die zukünftige Entwicklung des Weltproletariats präzise und korrekt, klar und deutlich widerspiegelt. Haben wir erst einmal diese Losung vollkommen richtig begriffen, wird es uns auch immer besser gelingen, Missverständnisse aufzuklären und zu beseitigen, werden wir immer besser erkennen, dass wir mit unserer Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder“! die Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ auf die Höhe der heutigen Erfordernisse gehoben haben, um das Ziel schneller und leichter zu erreichen – den Kommunismus.

 

 

An den Zusammenhängen des Kapitalismus, am Grundprinzip der Ausbeutung, an den Gesetzen des Kapitalismus, hat sich in 200 Jahren nichts geändert. Der Weltkapitalismus unterscheidet sich „nur“ dadurch vom alten Kapitalismus, dass er die Ausbeutung ausgeweitet, verfeinert, verschärft hat, dass sich aus der kapitalistischen Gesellschaft der Länder eine kapitalistische Weltgesellschaft entwickelt hat.

Die Arbeiter der ganzen Welt sammeln gemeinsame Erfahrungen im Kampf gegen die Weltmonopole, multinationalen Konzerne usw. usf., bekommen ein neues Gefühl von internationaler Solidarität und beginnen solidarisch zu handeln, sich international zu organisieren. So wie die internationalen Monopole, so wie die globalen Kapitalisten, wie der Weltimperialismus auf die Staaten der ganzen Welt Einfluss nehmen, um sie dem Gesetz des Kapitalismus zu unterwerfen und das Weltproletariat immer brutaler auszubeuten, so vereinigt die Arbeiter auch ein internationales Interesse: sich nicht vom Weltkapital erdrücken zu lassen. Die Herrschaft des Weltkapitalismus basiert auf dem Weltprivateigentum einer Hand voll Weltkapitalisten. Mit der Globalisierung kann der Arbeiter seine Arbeitsinstrumente nicht globalisieren, das Weltproletariat ist genauso besitzlos wie vor zweihundert Jahren, ob nun in einer Fabrik, ob in einem Land oder auf der ganzen Welt. An seiner Besitzlosigkeit hat sich bis heute nichts geändert. Der Arbeiter, ob nun heute oder vor 200 Jahren, ob in einer Fabrik, ob in einem Land oder auf der ganzen Welt, muss nach wie vor seine Arbeitskraft verkaufen ob nun an den Kapitalisten einer Fabrik, eines Landes oder an die Weltkapitalisten, die ihm nur so viel bezahlen, wie zu seinem Unterhalt notwendig ist, während sie den ganzen, im Prozess der Weltarbeit produzierten Weltüberschuss in die eigene Tasche stecken; sie bezahlen nach wie vor somit nur einen Teil der vom Arbeiter aufgewandten Arbeitszeit und eignen sich den übrigen Teil privat an. Was der Weltarbeiter an Reichtum schafft, kommt den Weltkapitalisten zu Gute, wird der Gesellschaft entzogen. Wie aber kann der weltkapitalistische Charakter der Produktion aufgehoben werden?:

 

Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftliche Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. (...) Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichern Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnen die Bourgeoisieepoche von allen früheren aus“ (Marx und Engels, „Manifest der Kommunistischen Partei“, MEW, Band 4, Seite 465).

Sie revolutioniert damit ebenso beständig die Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft und schleudert unaufhörlich Kapitalmassen und Arbeitermassen aus einem Produktionszweig in den andern. Die Natur der großen Industrie bedingt daher Wechsel der Arbeit, Fluss der Funktion, allseitige Beweglichkeit des Arbeiters. (...) Die Entwicklung der Widersprüche einer geschichtlichen Produktionsform ist jedoch der einzig geschichtliche Weg ihrer Auflösung und Neugestaltung. (...) Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter“ (MEW, Band 23, „Das Kapital [1]“, Seite 511, 512, 529/530).

Diesen neuen fehlerhaften Kreislauf, diesen sich stets neu erzeugenden Widerspruch der modernen Industrie aufzuheben, vermag wiederum nur die Aufhebung ihres kapitalistischen Charakters. Nur eine Gesellschaft, die ihre Produktivkräfte nach einem einzigen großen Plan harmonisch ineinander greifen lässt, kann der Industrie erlauben, sich in derjenigen Zerstreuung über das ganze Land [über die ganze Welt – Anmerkung der Redaktion] anzusiedeln, die ihrer eignen Entwicklung und der Erhaltung resp. Entwicklung der übrigen Elemente der Produktion am angemessensten ist“ (MEW, Band 20, Anti-Dührung, Seite 276)..

 

( also: Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung von Stadt und Land ! Aufhebung der Gegensätze der Länder durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung der Länder ! Aufhebung der kapitalistischen Teilung der Arbeit durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung der geteilten Arbeit ! Aufhebung der Konkurrenz der Arbeiter auf dem kapitalistischen Weltarbeitsmarkt durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung des Weltproletariats ! Aufhebung der Lohnsklaverei eines jeden einzelnen Arbeiters durch seine Vereinigung, durch seine Verschmelzung im Weltproletariat, durch Aufhebung der Lohnsklaverei im Weltmaßstab, Aufhebung der kapitalistischen Unterdrückung eines jeden einzelnen Arbeiters durch die vereinigte, weltproletarisch verschmolzene Unterdrückung der Weltkapitalisten, der Weltbourgeoisie, usw. usf.).

 

 

Indem sich die Gesellschaft zur Herrin der sämtlichen Produktionsmittel macht, um sie gesellschaftlich planmäßig zu verwenden, vernichtet sie die bisherige Knechtung der Menschen unter ihre eignen Produktionsmittel. Die Gesellschaft kann sich selbstredend nicht befreien, ohne dass jeder Einzelne befreit wird. Die alte Produktionsweise muss also von Grund aus umgewälzt werden, und namentlich muss die alte Teilung der Arbeit verschwinden. An ihre Stelle muss eine Organisation der Produktion treten, in der einerseits kein Einzelner seinen Anteil an der produktiven Arbeit, dieser Naturbedingung der menschlichen Existenz, auf andere abwälzen kann; in der andererseits die produktive Arbeit, statt Mittel zur Knechtung, Mittel der Befreiung der Menschen wird, indem sie jedem Einzelnen die Gelegenheit bietet, seine sämtlichen Fähigkeiten, körperliche wie geistige, nach allen Richtungen hin auszubilden und zu betätigen, und in der sie so aus einer Last eine Lust wird“ (MEW, Band 20, Engels, „Anti-Dühring“, Seite 273/274).

 

 

Erst, wenn das Weltproletariat die Produktionsmittel im Weltmaßstab in seinen Besitz genommen hat, wird die Warenwirtschaft beseitigt und damit die Weltherrschaft des Weltprodukts über die Weltproduzenten

 

 

Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewusste Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen, die nun zum ersten Male bewusste, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen mit voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. Die eigne Vergesellschaftung der Menschen, die ihnen bisher als von Natur und Geschichte oktroyiert gegenüberstand, wird jetzt ihre eigne freie Tat. Die objektiven, fremden Mächte, die bisher die Geschichte beherrschten, treten unter Kontrolle der Menschen selbst. Erst von da an werden die Menschen ihre Geschichte mit vollem Bewusstsein selber machen, erst von da an werden die von ihnen in Bewegung gesetzten gesellschaftlichen Ursachen vorwiegend und in stets steigendem Maße auch die von ihnen gewollten Wirkungen haben. Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Diese weltbefreiende Tat durchzuführen, ist der geschichtliche Beruf des modernen Proletariats. Ihre geschichtlichen Bedingungen und damit ihre Natur selbst zu ergründen, und so der zur Aktion berufenen, heute unterdrückten Klasse die Bedingungen und die Natur ihrer eignen Aktion zum Bewusstsein zu bringen, ist die Aufgabe des theoretischen Ausdrucks der proletarischen Bewegung, des wissenschaftlichen Sozialismus“ (MEW, Band 20, Seite 264/265, Engels, „Anti-Dühring“ - vor etwa ungefähr 130 Jahren geschrieben!!).

 

Es gibt also nur das eine Mittel, um die Ausbeutung der Weltarbeitskraft durch das Weltkapital ein Ende zu machen: das Privateigentum an den Arbeitsinstrumenten auf der ganzen Welt abzuschaffen, alle Fabriken, Werke, Gruben, ebenso alle großen Landgüter usw. in die Hände der gesamten Weltgesellschaft zu legen und zur gemeinschaftlichen, sozialistischen Weltproduktion überzugehen, die vom Weltproletariat selbst geleitet wird. Die in Weltgemeinschaft erzeugten Produkte werden dann den Werktätigen bis in den letzten Winkel der Erde selbst zu Gute kommen, und der von ihnen über die Mittel zur Deckung des Weltunterhalts hinaus erzeugte Überschuss wird dazu dienen, die Bedürfnisse der werktätigen Massen selbst zu befriedigen, damit sie alle ihre Fähigkeiten voll entfalten und alle Errungenschaften der vergesellschafteten Weltwissenschaften, der Kunst usw. gleichberechtigt nutzen können. Dazu braucht das Weltproletariat seine politische Macht, braucht es die sozialistische Weltrevolution, worüber wir zum hundertsten Mal geschrieben haben und noch zum tausendsten mal schreiben werden. Das Weltproletariat unter der Führung der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten schließt die Arbeiterklasse aller Länder zu einer einzigen großen Arbeiterarmee zusammen unter der Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

Wir haben erklärt, wie und warum der Klassenkampf der Proletarier aller Länder zum internationalen Klassenkampf des Weltproletariats gegen die gesamte Weltbourgeoisie wird . Es fragt sich nun, welche Bedeutung dieser Kampf für die Völker der Welt, für die werktätigen Weltmassen hat. Sehen wir uns die Fakten an: Die Lohnarbeit im Weltmaßstab ist nie zuvor so rasch gewachsen wie heute unter den Bedingungen der Globalisierung. Noch mehr als die Lohnarbeit des wachsenden Weltproletariats selbst , wächst jene Lohnarbeit aller anderer Schichten und Klassen, insbesondere der Bauern, die ebenfalls gezwungen sind, Lohnarbeit zu suchen. Und noch schneller als die Lohnarbeit, wächst seine Reservearmee.

 

 

Die große Schönheit der kapitalistischen Produktion besteht darin, dass sie nicht nur beständig den Lohnarbeiter als Lohnarbeiter reproduziert, sondern im Verhältnis zur Akkumulation des Kapitals stets eine relative Überbevölkerung von Lohnarbeitern produziert“ (MEW, Band 23, „Das Kapital [1]“, Seite 796).

 

 

Der Hunger treibt die Menschen vom Land in die Städte. Überall auf der Welt sehen wir, wie sie in den Vororten der Millionenstädte Zuflucht suchen, dass der Weltkapitalismus jeden Tag mehr neue Slums aus dem Boden stampft als er seine Höchstprofite vermehren kann. Die Armut der Städte wächst aber noch schneller als ihre Bewohner. Der Zusammenbruch der verarmenden Städte ist genauso vorprogrammiert wie der Zusammenbruch der verarmenden Länder. Die Armut der Länder wächst schneller als das Weltkapital. Die Globalisierung hat sich also nicht nur auf die Proletarier aller Länder, auf die Industrie usw. maßgeblich ausgewirkt, sondern auch auf alles andere, so z.B. auf die Landwirtschaft, die die Menschen auf dem Lande entwurzelt und diese zusätzlich und millionenfach auf den Weltmarkt der Lohnarbeit wirft, wodurch sich der Konkurrenzkampf der Arbeiter aller Länder entsprechend weiter verschärft hat und sich in beschleunigtem Umfang und Tempo weiter verschärfen wird. Das Weltproletariat wird nach großem Elend und großen Leiden und nachdem es viele Tote auf dem Schlachtfeld der Globalisierung zurückgelassen hat, nicht nur als Weltproletariat weiter existieren, sondern sich noch vergrößert haben, denn ohne Weltproletariat kann sich kein Kapital bilden. Das Weltproletariat wird nicht auf seine Revolution verzichten, nur weil es dabei unvermeidlich Niederlagen erleiden muss, durch die die konterrevolutionären Ketten des Weltkapitalismus noch enger geschmiedet werden. Es kämpft nicht mit dem politischen Endziel, die Schmerzen an den Ketten zu lindern, die Ketten erträglicher zu machen, sondern sie zu sprengen. Der Kampf zur Linderung des proletarischen Weltschmerzes an den globalisierten Ketten des Weltkapitals dient diesem Endziel, ist ihm untergeordnet: Lieber der Schmerz eines schrecklichen Endes als einen schrecklichen Schmerz ohne Ende. In allen Ländern der Welt leidet das Proletariat unter ständig wachsender Verelendung. Die objektiven Bedingungen der Globalisierung werden die Weltarmee des Proletariats zum Leben erwecken.

Sind wir gegen die Globalisierung? „JEIN!“

Ja; so wie wir gegen die globalisierten Ketten, sind wir auch gegen die nationalen Ketten, denn unser Ziel heißt,

 

Befreiung, das heißt Sprengung jeglicher Ketten des Proletariats.

 

 

Nein; wir sind für die Globalisierung, aber nur insofern, als dadurch die Widersprüche zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat in größtem Maße aufplatzen, sich die Vereinigung des Weltproletariat um so rascher beschleunigt und der Zeitpunkt seiner Befreiung schneller vorrückt.

 

Der Kommunismus hat sich stets und immer wieder allen Versuchen widersetzt, den Gang der ökonomischen Entwicklung zu hemmen.

 

Die Komintern / ML wird die globalisierte ökonomische Entwicklung nicht hemmen wollen und legt dies auch ihrem sozialistischen Weltprogramm zu Grunde. Die Globalisierung schafft schließlich die objektiven Bedingungen für die Weltbewegung der Massen, um die Welt zu verändern. Es führt unter den heutigen Bedingungen kein anderer Weg zur Vereinigung des weltsozialistischen Proletariats als über die Entwicklung des global vereinigten Weltkapitals. So wie der Kapitalismus einst einen fortschrittlichen Charakter gegenüber der Leibeigenschaft hatte, so stellt sich die kapitalistische Weltproduktion als objektive Grundlage für die sozialistische Weltproduktion, für den Weltsozialismus dar. Wir sind für den Weltsozialismus, wir sind nicht für den beschränkten Sozialismus in „einem“ Land, eben weil dies schon nicht mehr den objektiven Bedingungen der heutigen Welt entspricht. Sich bei der Kritik an der Globalisierung auf eine Verurteilung zu beschränken, und den objektiven Gang der ökonomischen Entwicklung der Globalisierung ( und seine Bedeutung für die Arbeiterbewegung) nicht begreifen, ist nicht weltrevolutionär, sondern reaktionär. Das mag für einige unserer „linken“ Gegner paradox und widersinnig klingen, aber das ist nun einmal die Dialektik des globalisierten Kampfes des Proletariats, den das Proletariat sehr gut, aber der Kleinbürger nur sehr schwer begreifen kann. Die unterschiedliche Sichtweise über die Globalisierung innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung hat Klassencharakter. Sie wird ausgefochten werden – Das ist alles. Ja, die kapitalistische Globalisierung ist überhaupt äußerst widersprüchlich:

Staaten, die sich gegen die Globalisierung abzuschotten versuchen, holen damit nur noch um so schneller und gründlicher die ganze globale Welt in ihre nationalen vier Wände, stellen die kapitalistische Klassengesellschaft im eigenen Land auf den Kopf durch die globale Verschärfung der Polarisierung von Bourgeoisie und Proletariat, hält das Weltproletariat um so freieren Einzug in die vier Wände aller Länder der Welt. Da, wo Zäune gegen 1 Millionen Menschen errichtet werden, werden sie von 10 Millionen überklettert und von 100 Millionen niedergerissen. Da wo es für die Länder darum geht, ihre fortschrittlichen nationalen Bewegungen gegen den Globalismus des Weltkapitals zu richten, da führen sie diese in die kosmopolitische Kapitulation, um sich in die Arme der Fremdherrschaft zu werfen; und wo es für sie darum geht, ihre weltoffenen, demokratisch-fortschrittlichen Bewegungen, ihre nationalen Freiheiten gegen jeglichen engstirnigen Nationalismus zu richten, da werden sie despotisch-reaktionär und faschistisch. Aber das Proletariat wird weder den entscheidenden Kämpfen im Innern eines jeden Landes, noch dem entscheideneren internationalen Kampf des Weltkapitals tatenlos zuschauen, sondern seine eigenen, seine internationalistischen Forderungen auf die Tagesordnung aller Länder stellen und dort überall die politische Befreiung mit der sozialen Befreiung vom Weltkapital vereinigen. Es wird die Befreiung der Nation vom Weltkapital mit der Sache des Sozialismus, mit der Befreiung der unterdrückten Klassen vereinigen, mit der international vereinigten, verschmolzenen sozialistischen Revolution in jedem Land.

 

Das Proletariat jedes Landes wird die Befreiung seines eigenen Landes zur Befreiung der ganzen Welt machen, so wie das Weltproletariat seine Befreiung vom Joch des Weltkapitalismus zur Befreiung vom Joch des Kapitalismus in jedem Land machen wird – Das ist die revolutionäre Befreiung des Proletariats sowohl von seiner kapitalistischen Fremdherrschaft als auch von der kapitalistischen Herrschaft im Innern seines Landes:

 

Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ - „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

So sieht die Dialektik des globalisierten Kampfes des Proletariats gegen den globalisierten Weltkapitalismus aus. So sieht die Dialektik des Kampfes für den Weltsozialismus, für die Diktatur des Weltproletariats aus, die den globalisierten Weltkapitalismus beseitigt und alle Länder von ihm befreit. Die Nationen werden fortan nicht mehr Schlachten gegeneinander, sondern miteinander führen, und zwar indem sie sich gegen die Restauration des Weltkapitalismus vereinigen unter der Diktatur des Weltproletariats. Sie werden ihren gemeinsamen Sieg über die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Weltkapitalismus feiern.

Mit der Negation des Globalismus aller mittelalterlichen, reaktionären Rückständigkeiten, mit der Negation des alten nationalistischen Despotismus, negiert sich die ganze „demokratische Weltzivilisation“. Was, wenn die „demokratische Weltzivilisation“ sich nur noch durch Söldner der „unzivilisierten Welt“ verteidigen kann, wenn sie am Tropf der „unzivilisierten Welt“ hängt ? Welches „unzivilisierte Land“ auch immer durch die „zivilisierten Waffen“ in die „demokratische Weltzivilisation“, gebombt werden soll, so hinterlassen die „zivilisierten“ Truppen dadurch auf dem gesamten restlichen Kriegsschauplatz der „unzivilisierten Welt“ ihre „zivilisierte“ Leere. Wer wird dieses von der „demokratischen Weltzivilisation“ erzeugte und sich vergrößernde „unzivilisierte Vakuum“ füllen ? Wer sind die „unzivilisierten“ Totengräber der „demokratischen Weltzivilisation“ ? Die „demokratische Weltzivilisation“ wähnt sich nach der Restauration des Kapitalismus momentan noch einigermaßen sicher vor der proletarischen Weltrevolution, aber wer sichert das imperialistische Weltreich der „demokratischen Zivilisation“ vor den restaurierten URSACHEN der Oktoberrevolution? Die Negation der bürgerlichen „Weltzivilisation“ ist die proletarische Weltzivilisation. Nicht mehr die eine Bourgeoisie steht der anderen Bourgeoisie im Krieg gegenüber, nicht mehr das Proletariat eines Landes steht der Bourgeoisie gegenüber, sondern die Bourgeoisie steht nunmehr dem ganzen Weltproletariat im internationalen Bürgerkrieg gegenüber, denn das Weltproletariat wird seine Revolution nicht im nationalen Maßstab suchen, sondern im globalen Maßstab, wird auch die letzte Revolution im nationalen Maßstab in eine einzige weltrevolutionäre Bewegung verwandeln, nur indem es sie auf eine höhere Stufe hebt, was es ohne die von der Globalisierung des Weltkapitalismus geschaffenen materiellen Voraussetzungen unmöglich fertig bringen kann.

 

Nicht mehr das Proletariat dieses oder jenes Landes stellt sich an die Spitze des weltrevolutionären Klassenkampfes, sondern an der Spitze steht nunmehr das ganze Weltproletariat mit seinen Abteilungen in jedem Land der Welt.

 

Dem Weltproletariat ist es dabei prinzipiell egal, in welchem Gewand das globalisierte Ausbeutersystem in allen Ländern der Welt daherkommt. Es wird sich keins dieser Gewänder anziehen, denn ihre Enge wird sie alle unter seinem heranwachsenden Körper zerreißen. Passende Kleider liefert der globalisierte Weltkapitalismus dem Weltproletariat erst dann, wenn es für ihn dafür schon längst zu spät ist, nämlich nachdem er seine Sache bereits verloren hat und besiegt worden ist.

 

Nur das Weltproletariat besitzt die globale Kühnheit, seinen eigenen Waffenrock zu tragen, alle unterdrückten Weltkräfte darunter zugleich zu vereinigen, auf nichts und niemanden auf dieser Erde Rücksicht zu nehmen, was auch immer sich ihm in den Weg stellt und alle Mächte der ganzen alten Welt zugleich und ohne zu zögern anzugreifen, seine einheitlichen Aktionen im Weltmaßstab durchzuführen, denn es hat nichts als das ganze Weltelend zu verlieren und eine ganze neue Welt zu gewinnen.

 

Wir sind also im weltrevolutionären Sinne für die Globalisierung, nämlich insofern – und nur insofern - sie die sozialistische Weltrevolution vorantreibt, um damit auch das allerkleinste, allerletzte Missverständnis über unsere Haltung zur Globalisierung von vornherein auszuschließen. Lassen wir die Weltbourgeoisie ruhig in ihrem Glauben, die Globalisierung arbeite nur für sie allein. Mit der Globalisierung aber bahnt sie uns Kommunisten den Weg, schafft die Weltbourgeoisie die materiellen Grundlagen, die es uns nicht nur erlauben, erbarmungslos zurückzuschlagen, sondern auch alle Mittel zur Verfügung zu haben, um den Weltsozialismus auf eine gesicherte ökonomische Basis zu stellen. Die Weltbourgeoisie ist mit der Globalisierung ja nicht alleine.

 

Die Weltbourgeoisie schafft die Globalisierung, um nicht unterzugehen, aber indem sie die Globalisierung schafft, geht sie unter.

 

Das ist die Dialektik der Weltherrschaft der Bourgeoisie, die ohne und gegen ihren Willen wirksam ist zum Nutzen des Kommunismus. Auf der ganzen Welt formiert sie die Proletarier in ihrer kapitalistischen Weltproduktion zum Weltproletariat, schafft sie die materiellen Voraussetzungen, die Proletarier in den Ländern zu fertigen Abteilungen der Weltproduktion zu vereinigen. Die Formel:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ liegt also voll im Trend der Globalisierung ( ... des Sozialismus! Natürlich, was denn sonst?!). Heute stellt die Weltbourgeoisie das Weltproletariat gleich hinter sich und morgen wird ihr Henker vor ihrer Tür stehen. Und nicht nur vor ihrer Tür, sondern auch vor der Tür des Kleinbürgertums, das heute ein so großes Geschrei für seine Globalisierungsgegnerschaft macht. Denn das reaktionäre Kleinbürgertum fürchtet das revolutionäre Weltproletariat noch mehr als die Weltbourgeoisie, fürchtet die Herrschaft des Weltsozialismus, weil die sozialistische Globalisierung die kapitalistische in eine Spielzeugminiatur verwandeln wird! Heute ist die Bewegung der kleinbürgerlichen Globalisierungsgegner noch unser Verbündeter im Kampf gegen den Imperialismus und Faschismus der Weltbourgeoisie, um morgen mit ihr zusammen der größte Gegner gegen die sozialistische Globalisierung des Weltproletariats zu werden. Tritt das Kleinbürgertum gegen die kapitalistische Globalisierung an, um der Verschlechterung seiner Klassenlage Einhalt zu gebieten, so muss es schließlich mit dem Weltproletariat in den Kampf treten, das nicht nur das Kleinbürgertum als Klasse vom Erdboden wegfegt, sondern ausnahmslos alle Klassen abschaffen wird.

 

Für das Weltproletariat ist dabei entscheidend, dass der Kapitalismus, der aus dem Kleinbürgertum entstand, ohne Kleinbürgertum auch nicht mehr restauriert werden kann.

 

Das Weltproletariat entzieht also der Weltbourgeoisie den Weltboden nicht zuletzt dadurch, dass es alle sie stützenden und sie reproduzierenden Klassen darauf vernichtet (einschließlich der Arbeiteraristokratie als ihre soziale Stütze in der Arbeiterbewegung). Mit der Negation des Kleinbürgertums negiert sich die Weltbourgeoisie selbst. Das Weltproletariat ist aber nicht nur Vollstrecker des von der Weltbourgeoisie zum Tode verurteilten Kleinbourgeoisie, sondern auch die führende Kraft der neuen sozialistischen, nicht-antagonistischen Weltklassengesellschaft. Das heißt, das Kleinbürgertum macht sich selber überflüssig beim Aufbau des Weltsozialismus, verschmilzt sich unter der Diktatur des Weltproletariats mit der sozialistischen Gesellschaft, arbeitet nicht mehr zwanghaft im Schweiße seines Angesichts für seine Selbsterhaltung gegen zwei mächtigere Klassen gleichzeitig, wie im Kapitalismus gegen Bourgeoisie und Proletariat, sondern nur noch für das Proletariat. Das Kleinbürgertum ist älter als die Bourgeoisie und muss sich – in die Jahre gekommen – nun nicht mehr mühselig wieder in die nächste Klassengesellschaft hinüberretten, eben weil es darin objektiv überhaupt nicht mehr gebraucht werden kann und also völlig überflüssig geworden ist. Das Weltkleinbürgertum ist nur revolutionär insofern, als es dem Weltproletariat dabei hilft, es als Klasse abzuschaffen. Wenn die Einheit des Weltproletariats die stärkste Waffe im Kampf für die sozialistische Weltrevolution ist, dann folgt aus dieser unbestreitbaren Wahrheit ebenso unbestreitbar, dass es für das Weltproletariat verhängnisvoll wäre, die Einheit mit solchen kleinbürgerlichen Elementen einzugehen, die in beträchtlicher Zahl in die revolutionären Reihen einströmen, um den Kampf für die sozialistische Weltrevolution zu stören, zu zersplittern, ins Wanken und vom revolutionären Kurs abzubringen, kurz: das Weltproletariat unter den Einfluss, unter die Herrschaft des Kleinbürgertums und damit unter die Herrschaft der Weltbourgeoisie zu zwingen.

Die heutige kapitalistische Weltordnung ist also ein globales Ausbeuter- und Unterdrückungssystem, welches nicht nur viel brutalere wie viel feinere Methoden anwendet, als die Ausbeuter- und Unterdrückungssysteme aller Länder zusammengenommen, sondern auch den Rest der Welt unbarmherzig ins Proletariat und damit ins größte Elend stürzt. Das globalisierte Ausbeuter- und Unterdrückungssystem des Weltkapitalismus ist das brutalste und tiefgreifendste, das es jemals in der Geschichte der Menschheit gegeben hat, ein Ausbeuter- und Unterdrückungssystem, das sich selbst und alle vorangegangenen Ausbeuter- und Unterdrückingssysteme global vernichtet, weil es unfähig ist, sich selber irgendwo auf einem Fleckchen Erde aufrechtzuerhalten. Es ist der Weltkapitalismus, der nicht nur die nationalen Schranken niederreißt, sondern auch die bisherigen Schranken zwischen armen und reichen Ländern, die Schranken zwischen Arbeitern und Arbeiteraristokratie, die der Weltkapitalismus finanziell nicht mehr mästen kann, um sich vor dem Weltproletariat zu schützen, beraubt sich also seiner eigenen sozialen Stützen in der internationalen Arbeiterbewegung. usw. usf. Er unterwirft sich alles und jeden, nicht zuletzt sich selbst. Das Gesetz des Weltkapitalismus zwingt den Weltkapitalismus, sich selbst seiner eigenen Vernichtung zu unterwerfen. Ob nun Weltbourgeoisie oder Weltproletariat, für beide gibt es nur noch eins: Kampf oder Tod, blutiger Weltbürgerkrieg oder das Nichts. So unerbittlich ist diese Frage beiden sich feindlich gegenüberstehenden Klassen heute gestellt. „Sozialismus oder Tod !?“- diese Frage stellte sich einst das ganze Proletariat eines Landes, heute macht das gesamte Weltproletariat sie zwingend zur entscheidendsten Weltfrage. Der Weltkapitalismus ist dazu übergegangen, die Armut in allen Ländern der Welt kosmopolitisch zu verschärfen und zwar in noch höherem und schnelleren Maße, als er den Reichtum aller Länder kosmopolitisch entzieht. Und wie dieser materialisierte Kosmopolitismus, schreitet auch geistige weiter voran - sehr zum Missfallen des alten materialisierten und geistigen Nationalismus, sehr zum Bedauern insbesondere der kleinbürgerlichen Schichten, die der Weltkapitalismus erwürgt und die nun lauter schreien als alle anderen, die die verzweifelten werktätigen Weltmassen zu übertönen versuchen und dies auch in der internationalen Arbeiterbewegung verstärkt tun werden, denn diese kann das millionenfache Eindringen der sich proletarisierenden kleinbürgerlichen Elemente nicht verhindern. Sie braucht ungeheure Kraft und eine Menge Zeit, um sie zu verdauen und zwar heute im Weltmaßstab mehr als früher im nationalen Maßstab, was das Weltproletariat aber wiederum - in der Perspektive gesehen – in die Lage versetzt, sich das ganze Jahrhunderte lang andauernde und zermürbende Tauziehen mit den kleinbürgerlichen Elementen, mit der Intelligenz und der Arbeiteraristokratie, durch seine proletarische Weltrevolution endgültig vom Halse zu schaffen. Es ist der Weltkapitalismus, der selber dazu beiträgt, dass sich alle Schichten zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat polarisieren und aufreiben. Klar, dass die Kleinbürger nach der „friedlichen Koexistenz“ der beiden antagonistischen Weltklassen schreien, nach einem „Patt“, weswegen sie mal zu der einen, mal zu der anderen Klasse schwanken, um ihren eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Am liebsten wäre es dem Weltkleinbürgertum, wenn sich die Weltbourgeoisie und das Weltproletariat gegenseitig vernichten und das Kleinbürgertum als „Sieger“ übrig bleibt. Es sehnt sich nach seiner großen Zeit zurück, wo es weder Bourgeoisie noch Proletariat gab. Es ist allein schon aus diesem Grund für den Vereinigungsprozess des Weltproletariats als Klasse unbedingt erforderlich, dass es sich zunächst von den Kleinbürgern wie überhaupt von allen Klassen und Schichten unbedingt konsequent abgrenzt, sich erst einmal selbst, als einzige und alleinige Kraft, also ausschließlich als Weltproletariat aussondert („Proletarier aller Länder- vereinigt euch!“) - und erst dann zu erklären, dass das Weltproletariat die ganze Welt befreien wird, dass es alle aufruft, sich zu befreien, alle dazu auffordert, sich dem Weltproletariat anzuschließen („Weltproletariat – vereinige alle Länder!“).

 

Der Untergang des Weltkleinbürgertums als Klasse geht dem Untergang der kleinbürgerlichen Weltideologie, also der ganzen, Hunderte von Jahre alten Klassenideologie des Kleinbürgertums, und damit dem unvermeidlichen Absterben (!!) des kleinbürgerlichen Einflusses im Weltproletariat, voraus.

 

 

 

 

 

Zur Dialektik des internationalen Klassenkampfes:

 

 

Der Kampf der Arbeiter aller Länder wird erst dann zum internationalen Klassenkampf, wenn alle fortschrittlichen Vertreter der gesamten Arbeiterklassen aller Länder sich bewusst werden, ein einheitliches Weltproletariat zu sein, und den Kampf nicht gegen einzelne kapitalistische Länder, sondern gegen die ganze Klasse der Weltkapitalisten und gegen die diese Klasse unterstützenden Regierungen und internationalen kapitalistischen Vereinigungen aufnehmen. Erst dann, wenn die Proletarier aller Länder sich darüber bewusst sind, Teil des Weltproletariats zu sein, wenn sie in ihrem tagtäglichen Kampf in ihrem eigenen Land den Kampf gegen die ganze Weltbourgeoisie und gegen deren internationalen Unterdrückungsapparat sehen, erst dann wird ihr Kampf zum internationalen Klassenkampf.

 

 

Die Verschärfung und Ausdehnung des internationale Klassenkampfes beruht auf dem Kampf der sich verschärfenden Gegensätze zwischen Weltkapital und Weltarbeit. Dieser Kampf der Gegensätze wirkt sich in jedem einzelnen Land verschieden aus auf Grund der Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung jedes einzelnen Landes.

 

Mit der Herausformung des alles beherrschenden internationalen Klassenkampfes bilden sich infolgedessen ganz neue Formen des Klassenkampfes in jedem einzelnen Land heraus. Diese Veränderungen vollziehen sich unter der alten Hülle des „Klassenkampfes im eigenen Land“, aber inhaltlich entsprechen sie schon nicht mehr dem alten, traditionellen „Klassenkampf im eigenen Land“. Inhaltlich stößt diese alte Formel des Klassenkampfes immer mehr an seine nationalen Grenzen, wird er ohnmächtig gegenüber der Übermacht des Weltkapitals, das alle Länder im Griff hat. Der Klassenkampf im eigenen Land muss also seine alte Hülle abwerfen, weil sie seine höhere Entwicklung behindert, einengt, hemmt. Wir haben es nicht mit einem einseitigen Prozess des Abflauens und Stockens oder des reinen Verlagerns des Klassenkampfes ins internationale Ausland zu tun. Der Klassenkampf lässt sich nicht ins Ausland exportieren. Folgende Sichtweise der Dinge ist äußerst schädlich und zwar in zweierlei Hinsicht: Der Klassenkampf im eigenen Land ist tot, es lebe der internationale Klassenkampf!“ - diese Parole wäre nicht nur völlig falsch, sondern würde Selbstmord bedeuten, weil sie die unverzichtbare Notwendigkeit des Klassenkampfes im eigenen Land für die Entfaltung des internationalen Klassenkampfes völlig missachtet und damit im Grunde genommen eine Parole der Weltbourgeoisie ist, nämlich um den internationalen Klassenkampf seines Hinterlandes, seiner Reserven in jedem einzelnen Land zu berauben. Genauso schädlich ist die Parole:Jeder Arbeiterklasse baue sich seine Festung im eigenen Land auf, um sich vor dem Weltkapital zu schützen – internationale Solidarität, zur Befestigung der eigenen Festung!“ Sich auf den Klassenkampf im eigenen Land zurückzuziehen (Jeder ist sich selbst der Nächste“), das ist eine Kapitulationserklärung gegenüber der Weltbourgeoisie und ebenso Selbstmord – zudem noch Wasser auf die Mühlen des „Anti-Imperialismus“ der Faschisten, Wiedergeburt des alten Nationalismus auf verhängnisvollerer „höherer“ Stufenleiter.

Diese Verwandlung des Klassencharakters im eigenen Land vollzieht sich nicht losgelöst als eine sich selbst genügende und in sich abgeschlossene Bewegung, als Ganzes, so wie bisher, sondern der Klassencharakter wächst nunmehr selber mit als Teil zum wachsenden Weltganzen , als Abteilung des zentralen internationalen Kampfes. Genau dadurch erhält der Klassenkampf im eigenen Land wieder neuen Auftrieb, Kraft und Nährboden, nicht nur vom internationalen Klassenkampf insgesamt, sondern auch von allen anderen Ländern auf die eine oder andere Weise, weil sie alle gleichermaßen in Teile eines Ganzen verwandelt werden. Und eben, weil sie alle zu Teilen eines Ganzen des internationalen Klassenkampfes werden können, wirken sie auch gemeinsam auf die eine oder andere Weise auf das Weltganze des Klassenkampfes und damit wieder zurück auf das eigene Land und auf andere Länder. Der Klassenkampf im eigenen Land wird sozusagen angekurbelt vom sich verschärfenden Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit, wird auf höherer Stufe wiederbelebt, reaktiviert von der ihn antreibenden Hauptkraft des internationalen Klassenkampfes, der die Abteilungen der Proletarier in den einzelnen Ländern aufrüttelt und mitreißt. Wie geschieht dies?

Ein Grund, warum die Einheit des Proletariats in einem Land so schwierig zu erreichen ist, warum die Proletarier in einem Land uneinig sind, ist der enorme (ökonomische, politische, ideologische, kulturelle) Druck der Bourgeoisie, der Druck sowohl von innen als auch von außen, den das Kapital (und nicht wenig von seinen reformistischen und revisionistischen Lakaien!) auf die proletarische Einheit ausübt, der die Proletarier nicht wirklich zusammenkommen lässt, so wie sie es sich gerne wünschen würden. Es darf angesichts dieses Drucks nicht wundern, wenn sich bei den Proletariern ein massiver Frust angestaut hat, wenn sie an ihre Einheit denken. Dieser Frust ist therapierbar. Dieser Druck verteilt sich schon mal ganz anders, wenn er mit den Proletariern aller anderen Länder geteilt wird, wenn er vom Weltproletariat aufgenommen wird, das heißt, wenn alle gemeinsam mithelfen, diesem Druck ihren international geschlossenen Widerstand entgegenzustellen. Der Proletarier wird allmählich an Hand seiner eigenen Erfahrungen erkennen, dass er dem Weltproletariat angehört, dass es seine Kraft ist, die vom Weltproletariat gespeist und von ihm ins Proletariat eingespeist wird, dass das Proletariat jedes Landes erkennt, dass es mit seinen Problemen nicht allein in der Welt ist. Mit der Rückendeckung der Einheit von außen wird dem Proletariat die Einigkeit im eigenen Land erleichtert, wird es zur Einheit aufgefordert und ermutigt. Zusammen geht alles leichter als allein. Wie soll das Weltproletariat Abteilungen in die gemeinsame Schlacht werfen, in denen lauter Uneinigkeit herrscht? Das wäre eine erbärmliche Einheit, aber keine proletarische, geschweige denn eine weltproletarische Einheit ! Und mit der Undiszipliniertheit der Proletarier eines Landes verhält es sich leider nicht anders als mit seiner Uneinigkeit! Das wäre eine erbärmliche Disziplin, aber keine proletarische, geschweige denn eine weltproletarische Disziplin ! Wenn das Proletariat eines Landes aber sieht, dass das Weltproletariat geschlossen und diszipliniert marschiert, wird es gleichen Schritt halten, wird es diesen gleichen Schritt auch im eigenen Land diszipliniert einhalten, wird es sich nicht nur für seinen eigenen Schritt, sondern auch für den Schritt aller verantwortlich fühlen, Verantwortung dafür übernehmen, wird es die Notwendigkeit der Überwindung seiner Uneinigkeit und Undiszipliniertheit im Spiegel der anderen viel besser erkennen und ändern können.

 

Noch ist der Schritt in diesem oder jenen Land schneller als der des Weltproletariats, aber das Weltproletariat schreitet schneller voran als die Proletarier aller Länder, denn es ist schließlich Schrittmacher der proletarischen Einheit ( und proletarischen Disziplin) in jedem Land der Welt.

 

Mit jedem Schritt, den das Proletariat zur Überwindung seiner Uneinigkeit vorangeht, wird das Weltproletariat 100 Mal schneller seiner Einheit entgegengehen können. Und diese globalisierte Potenz der proletarischen Einheit wird wieder zur Triebfeder für die Einheit in jedem Land. Das ist die Dialektik der Vereinigung im Verhältnis zwischen dem Proletariat eines Landes und dem Weltproletariat.

 

Die Einheit ist der größte Schatz aller Proletarier auf der Welt. Noch liegt er auf dem Grund des weltimperialistischen Meeres. Er wiegt so schwer, dass er nur von allen gemeinsam gehoben werden kann. Und er ist so kostbar ( und noch kostbarer, wenn er sich im Besitz des Privatkapitals befindet), dass er nur mit den Augäpfeln aller Länder bewacht und behütet werden kann.

 

 

Die Losung:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

zu verstehen, heißt also , die Dialektik des internationalen Klassenkampfes zu verstehen, der in Zukunft den Klassenkampf im eigenen Land maßgeblich beeinflussen und ihn sich immer mehr unterordnen wird.

 

Weltproletarier – vereinige alle Länder!“ - das ist die Negation der Negation von: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ - ein Bewegungsgesetz der Vereinigung des Proletariats.

 

Die Negation von Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ muss dabei in solcher Weise verlaufen, dass sie für die Umsetzung der Losung

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ offen bleibt.

 

Die Losung Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ hat also seine eigentümliche Art, so negiert zu werden, dass dabei die Entwicklung zur Losung

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ herauskommt.

 

Was aber ist die Negierung der Losung Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ?

 

 

Erst durch die Negierung der Losung: Weltporoletariat – vereinige alle Länder!“ kann die klassenlose Gesellschaft geschaffen werden, wo sich das Weltproletariat nicht etwa in ein Nichts auflöst, sondern das Weltproletariat die gesamte Weltbevölkerung auf sein Niveau gehoben hat und wir nicht mehr von ihm als einzig revolutionäre Klasse sprechen, sondern von einer kommunistischen Gesellschaft, wo jedes einzelne, also auch das letzte Individuum so revolutionär geworden ist, sich von der Notwendigkeit jeglicher politischen Revolution zu befreien. In der kommunistischen Gesellschaft ist nicht mehr nur die eine einzige Klasse revolutionär, sondern die ganze Weltgesellschaft. Es sind dann nicht mehr nur die Kommunisten innerhalb der alten Klassengesellschaft, sondern alle Menschen der klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft selbst, die die Notwendigkeit der Existenz der Klassen verneinen. Die Menschheit muss sich erst von sich selbst befreien, bevor sie sich von der Natur befreien kann. Diese gesamte kommunistische Weltgesellschaft ist das erste Mal in der Geschichte nicht mehr revolutionär gegenüber sich selbst, sondern gegenüber der Natur.

 

Mit der Beseitigung der Klassengegensätze hört die gesellschaftliche Weltevolution das erste Mal auf, politische Weltrevolution zu sein (Negation der Negation der sozialistischen Weltrevolution). Der Kommunist kämpft das erste Mal nicht mehr für die Befreiung der Menschheit von sich selbst, sondern für ihre Emanzipation gegenüber der Natur, mit Hilfe der abgeleiteten Formel:

 

 

Menschen der ganzen Welt – vereinigt euch mit den natürlichen Kräften dieser Erde!“

 

 

Überhaupt ist diese Losung die Negation der Negation aller Losungen der ganzen Geschichte des Klassenkampfes, nämlich die Vereinigung mit der Natur, die Verschmelzung des Menschen mit der Natur, der Wiedergeburt des Naturmenschen auf höchster Stufenentwicklung. Es ist die Vereinigung aller Bewegungs- und Entwicklungsgesetze zwischen Natur, Menschengesellschaft und Denken, ist die Einheit des Menschen mit der Natur auf immer höherer Stufenleiter. Der Mensch entfaltet seine Freiheit in Harmonie mit den von ihm erkannten und angewandten Naturgesetzen. Er erkennt immer mehr die Nachhaltigkeit seines Eingriffs in die Natur und lernt, die Natur zu beherrschen, aber nicht mehr wie bisher als Ausbeuter, Zerstörer und Parasit an der Natur.

 

Je mehr dies aber geschieht, desto mehr werden sich die Menschen als Eins mit der Natur nicht nur fühlen, sondern auch wissen, und je unmöglicher wird jene widersinnige und widernatürliche Vorstellung von einem Gegensatz zwischen Geist und Materie, Mensch und Natur, Seele und Leib, wie seit dem Verfall des klassischen Altertums in Europa aufgekommen und im Christentum ihre höchste Ausbildung erhalten hat“ (Engels, „ Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affens“, MEW, Band 20, Seite 453).

 

 

Von der Vereinigung mit der Natur wird dann die weitere Zukunft der Menschheit abhängen – ganz den Gesetzmäßigkeiten der (natürlichen) Vereinigung folgend.

Das Gesamtergebnis der Vereinigung der Proletarier aller Länder ist die sozialistisch organisierte Vereinigung zum Weltproletariat, ist die höhere Einheit der Proletarier, dient sie dem Gesamtinteresse des Weltproletariats, dient sie der Aufrechterhaltung der Macht des Weltproletariats. Aber ein anderer, ganz bestimmter Teil dieser vereinigten Kraft dient den Einzelinteressen ganz für sich, der Einheit der einzelnen Länder selbst: Dazu muss die vereinigte Kraft zu einem bestimmten Bruchteil also wieder unbedingt in jedes einzelne Land zurückfließen, weil es dort verbraucht wird für den eigenen Aufbau des Sozialismus, für die Stärkung der Diktatur des Proletariats jedes Landes, denn das Weltproletariat ist stets nur so stark wie sein schwächstes Glied stark ist. Das sozialistische Land wird zur Zelle eines sozialistischen Weltorganismus und geht daher als Einzelzelle eine ganze andere Beziehung ein zum Ganzen. In einem weltkapitalistischen Ganzen, kann die einzelne, vom Gesamtorganismus losgelöste sozialistische Zelle nicht die gleiche Beziehung eingehen wie zum sozialistischen Weltorganismus, es muss sich mit allen Kräften von innen UND außen behaupten. Es handelt sich also bei der ersten Entwicklungsstufe des Sozialismus, um einen Sozialismus in „einem“ Land, sozusagen umgeben von einem Meer des Kapitalismus. Es war eine sehr schwierige und komplizierte Situation für die Entwicklung des Sozialismus, eine Übergangsperiode, die äußerst instabil und widersprüchlich war, weil permanent die Gefahr der Restauration des Kapitalismus sozialistischen Raum und Zeit beherrschte. Immerhin besagt dieser Sozialismus, dass er schon im Kindesalter hervorragend gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbständig zu entwickeln – und das wohlgemerkt unter den Bedingungen der Herrschaft des Weltkapitalismus - eine kolossale historische Leistung des Proletariats, also die nicht nur etwas über die bereits damals erreichte Stärke (und die noch zu erwartende Stärke im Weltmaßstab!) des Sozialismus aussagt, sondern auch über die damalige Schwäche des Weltkapitalismus bzw. Stärke der Solidarität der Proletarier aller Länder, ohne die sich der Sozialismus in „einem“ Lande nicht so stark hätte entwickeln können. Der Weltkapitalismus musste also zu jeder Zeit befürchten, dass sich immer mehr proletarische Länder abspalten würden, musste also unter diesem Druck mit “seinen“ Proletariern“ anders umgehen, als er es ohne die Existenz, ohne diesen Anziehungspol des sozialistischen Landes am liebsten getan hätte, war er gezwungen, das sozialistische Land zu isolieren, von außen unter Druck zu setzen und ebenso von außen die inneren Zersetzungskräfte zu unterstützen, es militärisch zu überfallen usw. usf.. (Das Weltproletariat ist dem Sozialismus in „einem“ Land noch etwas schuldig geblieben. Es hat diesen Ländern - der Sowjetunion Lenins und Stalins und dem Albanien Enver Hoxhas! - gegenüber die internationalistische Pflicht, ihnen dabei mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen, ihren verlorenen Sozialismus zurückzuerobern!) Je höher jedoch dieser weltreaktionäre Druck, desto höher auch der revolutionäre Gegendruck des proletarischen Internationalismus, der sich damals hauptsächlich in der Solidarität mit der Sowjetunion Lenins und Stalins ausdrückte. Die Existenz des einzelnen sozialistischen Landes stärkte umgekehrt den solidarischen Pol der Proletarier in aller Welt. Es entstand eine Wechselwirkung dieser beiden Pole, Kräfte, die sich immer mehr anzogen und die fruchtbringend aufeinander einwirkten - bis zu dem Zeitpunkt, als die Restauration des Kapitalismus vollzogen war. Dies führte nicht nur zu einem Nachlassen der Beziehungen zwischen den Proletariern des ehemals proletarischen Landes auf der einen und den übrigen Proletariern aller Länder auf der anderen Seite, sondern auch zu einem Nachlassen der sich gegenseitig beflügelnden Klassenkräfte der proletarischen Bewegungen der einzelnen Länder und der internationalen Arbeiterbewegung oder besser ausgedrückt, ihre notwendige Neuformierung unter veränderten Bedingungen, unter Rückzugsbedingungen angesichts des Verlusts des Sozialismus, des Vaterlandes aller Proletarier auf der ganzen Welt. Dies jedoch nur vorübergehend und nicht auf Dauer, eben nur eine Zeit zur Anbahnung des Aufschwungs zum neuen qualitativen Sprung der internationalen Arbeiterbewegung. Denn: auch diese neue Situation ist mit der alten Situation, als der Weltkapitalismus sich erst zu entwickeln begann, nicht mehr vergleichbar. Dieser Verwandlungsprozess der Arbeiterbewegung auf höherer, das heißt internationaler Stufe, findet ja statt in einer Periode des von Widersprüchen zerfressenen, sterbenden Weltkapitalismus, der angesichts der sich ständig verschärfenden kapitalistischen Weltkrise gezwungen ist, alle seine Kräfte zusammenzuziehen. Er dehnt sich nicht mehr aus, sondern zieht sich zusammen, weil er überall auf der Welt auf Schwierigkeiten und Widersprüche stößt, die er nur durch Zusammenrücken, durch Assimilierung von Kräften mit immer brutaleren Mitteln bewältigen kann und das immer unzureichender. Mit jeder Schwierigkeit, die der Weltkapitalismus zu lösen gezwungen ist, halst er sich eine noch größere Schwierigkeit auf. Je mehr er strampelt, desto schneller versinkt er in seinem eigenen Sumpf. Was für das Weltkapital auf der einen Seite eine Vereinigung zwecks Erhaltung der alten Gesellschaft, ist auf der anderen Seite eine Vereinigung der Proletarier zwecks Aufbau der neuen Gesellschaft. Der Vereinigung auf absteigendem Ast steht der Vereinigung auf aufsteigendem Ast gegenüber. Es muss wohl nicht näher erwähnt werden, dass es sich bei beiden verschiedenen Arten von Vereinigungen nicht um die gleiche Physiognomie handeln kann. Das eine ist die Notwendigkeit der zwangsweisen Vereinigung aus zunehmender Schwäche, das andere eine freiwillige aus anwachsender Stärke. Polarisieren sich aber die Kräfte der Reaktion und die Kräfte der Revolution, geraten alle anderen bisherigen Widersprüche nicht nur in den Hintergrund, sondern sie laden sich durch die Polarisierung noch mit auf, vereinigen sich sogartig um ihren Pol, werden mit in die internationale Bewegung hineingerissen. Sozusagen ziehen die beiden Pole, Kapital und Arbeit, alle Widersprüche der weltkapitalistischen Gesellschaft magnetisch an. Je größer die Polarisierung, desto stärker werden die Pole, desto größer das Spannungsfeld zwischen ihnen. Die antagonistischen, sich gegenseitig abstoßenden Kräfte werden durch die Polarisierung (Verschmelzung des Antagonismus der Klassen aller Länder = Weltantagonismus der Klassen), also durch die Verschmelzung der reaktionären Weltkräfte auf dem einen und die Verschmelzung der weltrevolutionären Kräfte auf dem anderen Pol gewaltig aufgeladen, erzeugen solche Spannungen, dass es zu einer „weltumspannenden Spannungsentladung“ kommt. Das heißt aber noch lange nicht, dass jede weltrevolutionäre Entladung, dass die erstbeste weltrevolutionäre Erhebung, automatisch zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution führen muss. Die sozialistische Weltrevolution kann man nur als eine Periode von aufeinander folgenden internationalen Revolutionen begreifen, sie kann nicht vollständig im ersten Turnus, des Wechsels von Ebbe und Flut, siegen. Es ist nicht nur die Aufeinanderfolge von mehreren Revolutionen, es ist das Durchlaufen der ganzen Periode der proletarischen Revolutionen, die schließlich zum Sieg der proletarischen Weltrevolution führt, so wie auch die sozialistischen Revolution in „einem“ Land nicht den Endsieg des Sozialismus in „einem“ Land garantieren konnte, sondern ihr sozialistische Revolutionen auf immer höherer Stufenleiter folgen müssen, was durch die Restauration des Kapitalismus unvermeidlich wurde. Auch die Restauration des Sozialismus wird nicht mit einer einzigen Revolution auskommen können. Die internationalen Revolutionen werden die Revolutionen in den Ländern nicht verdrängen, sondern beflügeln. Es werden also auch die Formenvielfalt und Ausbreitung der nicht-sozialistischen Revolutionen zunehmen usw. usf. Das sind wichtige Lehren des Marxismus-Leninismus, wichtige Lehren der sozialistischen Revolution - der heutigen Zeit, nämlich alles im Weltzusammenhang zu begreifen, im Weltmaßstab auf alle Revolutionen Einfluss zu nehmen und alle revolutionären Rinnsale dem mächtigen Strom der sozialistischen Weltrevolution zuzuführen.

Wiederum: Die beiden Pole des Proletariats, die sich anziehen und aufeinander einwirken, um ihre Kräfte gegenüber dem Weltkapital zu vereinigen, sind ja nicht dadurch verschwunden oder verloren gegangen, nur weil heute kein sozialistisches Land mehr existiert. Im Gegenteil: konzentrierten sich damals die Pole auf ein einzelnes Land, so wirken sie jetzt auf alle Länder, wirkt auf der einen Seite der Pol des Weltproletariats, und auf der anderen Seite die Proletarier jedes einzelnen Landes viel intensiver, dehnt sich dieses Beziehungsfeld auf die ganze Welt aus und konzentriert sich nicht mehr einseitig auf ein einzelnes Land. In diesem Denkmodell darf man allerdings nicht den Fehler machen, dass man sich Weltproletariat und Proletarier aller Länder als zwei voneinander unabhängige Größen vorstellt. Es gibt nur ein Proletariat auf der Welt und nicht 1 auf der Welt + 1 in den Ländern. Das Weltproletariat kann nicht gleichzeitig es selbst und ein anderes sein, so wie auch die Proletarier aller Länder nicht gleichzeitig sie selbst und etwas anderes sein können. Es gibt nicht das Weltproletariat UND das Proletariat aller Länder, sondern nur ein Gesamtproletariat, das seinen historisch unvermeidlichen Verwandlungsprozess der Proletarier aller Länder in das Weltproletariat durchmacht, ohne dass sich die Länder deswegen automatisch mit verwandeln - jedenfalls nicht so schnell wie die Proletarier der Länder. Wir müssen uns darüber bewusst sein: Alles ist stets miteinander dialektisch verbunden, wirkt aufeinander ein, beeinflusst sich gegenseitig – und so ist in Wahrheit der Verschmelzungsprozess der Proletarier aller Länder zum Weltproletariat nicht ganz unbeteiligt am Verschmelzungsprozess der Länder. – Diese und andere Verschmelzungsprozesse ( der Völker, der Rassen usw. , des Zusammenwachsens der Länderbevölkerungen zur Weltbevölkerung, des Verschmelzens der Sprachen und Kulturen usw. usf) sind im Wesentlichen bedingt durch die Verschmelzung der Produktionsweise der Länder. Die große, übergeordnete Triebkraft ist die wachsende Weltproduktionsweise. Um sich zu reproduzieren, müssen die Menschen produzieren – und das auf höchster Stufenleiter – sprich: Weltproduktion der sich reproduzierenden Weltbevölkerung.

Die Identität des Proletariats schließt den Unterschied, die Veränderung des Proletariats, in sich ein. Identität und Unterschied von Weltproletariat und Proletariat aller Länder sind also keine unversöhnlichen Gegensätze, sind nicht voneinander zu trennen, sondern beides sind einseitige Pole, die nur in ihrer Wechselwirkung, in der Einfassung ihres Unterschieds in ihre Identität, existieren. In der Wechselwirkung, in der Veränderung, werden sich die Proletarier aller Länder irgendwann in ein einziges Weltproletariat verwandelt haben, aber das ist auch schon der Beginn des Endes des Weltproletariats in der klassenlosen Weltgesellschaft.

Das globalisierte Kapital vereinigt die Arbeiter auf dem ganzen Erdball also auf völlig neue Art und Weise, was ihnen die Möglichkeit gibt, ihren Befreiungskampf über den ganzen Erdball nicht nur auszubreiten, sondern auch zu konzentrieren und zu zentralisieren, sich sozusagen in eine einziges große internationale „Klassenkampfmaschine“ zu verwandeln. Kurz: Je gewaltiger der Sturm des Weltkapitalismus über den Globus fegt, desto notwendiger zieht er den Sturm des vereinigten Weltproletariats in seinen Sog und desto grausamer folgt der Revolution die Konterrevolution, der internationale Faschismus, die Weltreaktion, um das weltrevolutionäre Feuer mit Blut und Schwert zu löschen.

 

 

 

 

Die „Gewerkschaftsfrage“

 

– eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit des Weltproletariats

 

 

Es dürfte den Gewerkschaften der führenden kapitalistischen Länder nicht entgangen sein, dass das Weltkapital die traditionelle Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in diesen Ländern immer stärker beeinflusst und zwar dahingehend, dass es sich rücksichtslos über die Errungenschaften dieser über 150 Jahre alten Arbeiterbewegungen hinwegsetzt, hinwegsetzen kann, weil keine Gewerkschaft eines einzelnen Landes etwas zur Verteidigung der Arbeiterrechte ausrichtet und auch nicht ausrichten könnte, selbst wenn sie es denn wollte, was ja schon seit über hundert Jahren nicht mehr der Fall ist, als sich die Gewerkschaften schon damals aus Instrumenten der Arbeiter in Instrumente des kapitalistischen Systems, als Instrumentge gegen die Arbeiter verwandelt hatten. Wer ist aber der Wegbereiter des internationalen Angriffs auf die Errungenschaften der Arbeiter der einzelnen Länder ? Die Wegbereiter des globalisierten Feldzug auf die Arbeiterrechte und die sozialen Systeme, die einst aus der Arbeiterbewegung der einzelnen kapitalistischen Länder entstanden, das sind die Gewerkschaften in den einzelnen kapitalistischen Ländern ! Die Regierungen , die Gewerkschaften, das ganze alte Instrumentarium der Ausbeutung und Unterdrückung in den einzelnen Ländern gerät mit den Interessen des Weltkapitals in Konflikt, das keinerlei Rücksichten gegenüber der Weltarbeit zu nehmen braucht. Während die Kapitalisten in den einzelnen Ländern an bestimmte, wenn auch minimale Rücksichtnahmen gegenüber dem kapitalistischen System gebunden sind, ist es der Weltkapitalist um so weniger. Er ist an nichts gebunden, kann sich der Reservearmeen aller Länder bedienen. Da der Weltkapitalist seine Weltarbeitskräfte aber nicht auf den Mond ausbeutet, sondern mitten in den Ländern, wo auch die Lohnarbeiter der nationalen Kapitalisten ausgebeutet werden, „wildert“ der internationale Kapitalist sozusagen in den fremden Revieren der nationalen Kapitalisten, setzt er sie untereinander in Konkurrenz, setzt er sie unter Druck. Vergleicht man irgendwo auf der Welt die Arbeitsbedingungen in Fabriken internationaler Monopole mit denen in Fabriken mit lokal „sesshaftem“ Eigentum, so sind die Arbeitsbedingungen viel schlechter, die Löhne niedriger bei den Weltkapitalisten, sind die „bodenständigen“ Unternehmen also ihrerseits gezwungen, ihre Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und die Löhne zu drücken, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Das ist unter den gesetzlichen Bedingungen der einzelnen Staaten nicht immer elegant zu lösen, gibt es Reibungsverluste und Wettbewerbsverzerrungen. Solche Hürden wie Tarifautonomie ( auch, wenn es formal nur noch auf dem Papier gibt und faktisch immer weiter ausgehebelt wird !!) und andere Hürden des kapitalistischen Ländersystems, hat der Weltkapitalist einfach überspringen können. Die Auslagerung ganzer Fabriken und ganzer Industrien in Billiglohnländer ( und die Rückkehr der Fabriken an alte Standorte, aber unter verschlechterten Arbeits- und Lohnbedingungen!) – das alles sind bekannte Erscheinungen; kurz: das Weltkapital setzt sich über die Hürden in den einzelnen Ländern hinweg, wird Schrittmacher der Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Ausbeutung und Unterdrückung in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Aushebelung der über hundert Jahre alten Arbeiterbewegungen in den kapitalistischen Ländern. Was die nationale Bourgeoisie in 100 Jahren nicht geschafft hat, das macht die Weltbourgeoisie heute im Handumdrehn. Das bekommt insbesondere die Arbeiterklasse solcher Länder schmerzhaft zu spüren, die einen besonders harten Klassenkampf geführt hatte, um den Kapitalisten, um dem kapitalistischen Staat diese und jene Verbesserung ihrer Lage abzuringen und dementsprechend ist ihr Widerstand größer als in anderen Ländern. Das Problem ist nur, dass der Weltkapitalist dafür wenig Verständnis hat und jeden Arbeiter, der aufmuckt, arbeitslos macht, denn er kann aus einer Millionenreservearmee schöpfen und das Kapital ist inzwischen beweglich genug, um sich zu jeder Zeit einen besseren Standort zu verschaffen, wo die Profite reibungsloser, schneller und höher zu machen sind, wo der Widerstand der Arbeiter am geringsten ist. So geht die Autoindustrie in den Osten bis nach China, weil dort die Ausbeutungsbedingungen und die Vermehrung des Kapitals am größten ist. Das billigste Billiglohnland der Welt ist heute das sozialimperialistische China. Das viertgrößte Finanzkapital der Welt befindet sich bereits in seinen Händen, um nur ein Beispiel zu nennen. Und umgekehrt ist die Deutsche Bank, die Bank des Exportweltmeisters Deutschlands, vom 4. auf den 23. Weltplatz aller Banken abgesunken und das in nur wenigen Jahren. Das internationale Bankkapital gerät außer Rand und Band.

Die alten Kampfinstrumente und Kampfformen, die alten Traditionen beherrschen noch die Arbeiterklasse, erschweren ihre Einsicht, dass sie unter den heutigen Bedingungen immer mehr ihre Wirkung verlieren gegenüber den neuen Kampfinstrumenten und Kampfformen des Weltkapitalisten. Der Kampf der beiden Weltanschauungen dauert nicht nur zwischen Bourgeoisie und Proletariat fort, sondern auch zwischen den Arbeitern, die sich von den Fesseln der untauglich gewordenen Traditionen befreien wollen und den Arbeitern, die sich noch von diesen alten (dabei sind die untauglich gewordenen gemeint, nicht die bewährten) Traditionen beherrschen lassen. Und das gilt nicht weniger für die Marxisten-Leninisten, wobei die einen sich von den Hemmschuhen überholter Leitsätze und Anschauungen befreit haben, während andere noch von ihnen gefangen sind und sich daran klammern. Der Kampf gegen eine übermächtige Welt ist zwangsläufig auch ein unvermeidlicher Kampf unter den Neuerern, sowohl unter den Arbeitern als auch unter den Kommunisten. Die weltweiten Massenbewegungen der Arbeiter wie auch die internationalen Bewegungen der Kommunisten sind heute noch konfus in zweierlei Hinsicht: erstens, weil alles internationale Massendenken sich noch in Widersprüchen, Unklarheiten, Zusammenhanglosigkeiten bewegt, konfus aber auch zweitens, wegen der schädlichen Rolle, die die Revisionisten darin spielen. Der Kampf gegen die Revisionisten in den eigenen Reihen ist ebenso heftig wie der Kampf draußen in der kapitalistischen Welt. Da lässt sich auch keine Einheit predigen, wo keine Einheit möglich ist. Es braucht große Kraft und lange Zeit, die internationale Konfusion zu überwinden mit einem qualitativen Schritt zur internationalen Einheit. Das gilt für die internationale Arbeiterbewegung nicht anders wie für die marxistisch-leninistische Weltbewegung, und vor allem deren beider notwendigen Verschmelzung.

Nun, es handelt sich zum Beispiel um nationale Kampfformen der Arbeiter, die den internationalen Kampfformen des Kapitals gegenüberstehen , welche den nationalen Kampfformen natürlich überlegen sind. Kämpfen die Arbeiter einer Autofabrik für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, wird die Autofabrik ins Ausland verlegt, wo die Löhne niedriger sind und weniger Widerstand von den Arbeitern zu erwarten ist. Oder es werden Arbeiter aus dem Ausland zu Dumpinglöhnen hereingeholt, die nicht nur den Lohn der inländischen Arbeiter drückt, sondern diese auch auf die Straße wirft. Der Weltkapitalist hat die moderneren Waffen, die Arbeiterklasse eines einzelnen Landes veraltete Waffen, mit denen sie gegeneinander kämpfen – ein ungleicher Kampf. Man kann noch so heroisch kämpfen, aber mit veralteten Waffen ist die Niederlage vorprogrammiert. Und tatsächlich kann jeder mit seinen eigenen Augen sehen, dass die Arbeiter in ihren Ländern dieser Entwicklung ziemlich hilflos und machtlos gegenüberstehen, dass es ihnen immer bewusster wird, das man ihnen auf der Nase herumtanzt, dass die Kapitalisten immer frecher auftrumpfen und die Positionen der Arbeiter von Land zu Land immer „besch....er“ werden. Die Waffe, die hier hilft, ist die Waffe der internationalen Vereinigung der Arbeiter. Was sagen die nationalen Gewerkschaften dazu ? Nun, die Gewerkschaftsbosse schauen nicht nur weg und zucken mit den Achseln, sondern sie tun auch noch alles, um die Empörung der Arbeiter ins Leere laufen zu lassen, unternehmen nichts gegen die Regierungen, die diese Konkurrenz mit den ausländischen Arbeitern gesetzlich erlauben. Es ist eine historische Tatsache, dass die Gewerkschaften in den kapitalistischen Ländern seit über hundert Jahren den internationalen Charakter der Arbeiterbewegung vergewaltigt haben, dass die Kapitalisten eine starke Arbeiteraristokratie herangezüchtet hatten, um den proletarischen Internationalismus mit bürgerlichem Nationalismus, Sozialimperialismus, Sozialfaschismus usw. usf. aus den Arbeiterköpfen zu vertreiben, die internationale Front der revolutionären Arbeiterbewegung zu spalten, den weltrevolutionären Vereinigungsprozess zu unterlaufen beziehungsweise brutal zu unterbinden. Heute spürt der Arbeiter auf der ganzen Welt am eigenen Leibe, wohin das geführt hat – er steht in jedem Land isoliert und machtlos da, in Stich gelassen von gewerkschaftlichen Lakaien des Weltimperialismus ! Die Staaten der ganzen Welt mit samt ihren gelben Gewerkschaften befinden sich mittlerweile fast vollständig in den Händen der Monopole, der internationalen Konzerne, des gesamten Weltkapitals. Ja selbst die Mitgliedschaft in einer gelben Gewerkschaft ist für sie schon ein Grund zur Ablehnung einer Bewerbung oder ein Kündigungsgrund. Unter dem Diktat des Weltkapitals kuschen die Regierungen, kuschen die Staaten, kuschen die gelben Gewerkschaften, sind sie in Hilfsinstrumente des Weltkapitals verwandelt worden, werden die Arbeiterrechte, die Gewerkschaftsrechte, die Rechte der Völker, die Menschenrechte ausgehebelt, setzt man sich immer rücksichtsloser darüber hinweg, reagieren die Betroffenen mit Ratlosigkeit und Wut gegenüber dem aufkommenden Weltfaschismus, werden die Arbeiter der ganzen Welt behandelt, so wie die Kolonialisten einst die asiatischen Kulis behandelten. Es ist kein Zufall, dass die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten deswegen die Rote Gewerkschaftsinternationale gegründet hat, nicht nur um den Proletariern dabei zu helfen, in ihrem Land wieder eine Klassengewerkschaft aufzubauen, die sich ausschließlich vom proletarischen Internationalismus leiten lässt, sondern die gesamte internationale revolutionäre Gewerkschaftsbewegung auf den weltrevolutionären Weg zu bringen. Die RGI wurde gegründet in der weisen Voraussicht, dass die Gewerkschaftsbewegung gegen das Weltkapital neue internationale Kampfformen hervorbringt, um die Gewerkschaftsinteressen des Weltproletariats besser, zentral und geschlossen, zu vertreten und durchzusetzen. Mit der Internationalisierung des gewerkschaftlichen Kampfes verfolgt das Weltproletariat einen doppelten Zweck: Die Konkurrenz der Arbeiter unter den verschiedenen Ländern einzudämmen , indem es diese zu einer Weltkonkurrenz zusammenfasst und als Gesamtverhandler an den Weltverhandlungstisch tritt, nicht nur mit den Kolleg/innen dieses oder jenes Landes im Rücken, sondern mit dem Kampfeswillen der Kolleg/innen der ganzen Welt im Rücken!!!! Wenn es am Anfang nur um den Stop des freien Falls des Weltlohns geht, wird das Weltproletariat seine gewerkschaftlich zentralisierte Vereinigung auch zu allen weiteren Forderungen gegenüber den Weltkapitalisten ausdehnen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, usw. usf. , wird also die Aufrechterhaltung der Weltgewerkschaftsfront selbst notwendiger als die der Weltlöhne. In diesem Gewerkschaftskampf auf höchster Stufe vereinigen und entwickeln sich sowohl auf der Seite des Kapitals als auch auf der Seite der Arbeiter schließlich alle Elemente für die kommende Weltschlacht. Einmal an diesem Punkt angelangt, wird die Revolutionäre Gewerkschaftsinternationale ihre politischen Aufgaben erfüllen können, nämlich dabei mitzuwirken, die ruinöse Konkurrenz unter den Arbeitern endlich im Weltmaßstab für immer aufzuheben und an ihre Stelle die Welt-Assoziation der sozialistischen Gewerkschaft zu setzen.

Ohne die internationale Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftsbewegung ist die internationale Arbeiterbewegung machtlos, steht sie auf tönernen Füßen, fehlt ihr die Basis, kann sie sich ohne Basis nicht entfalten. Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Vereinigung, die das Weltproletariat in seiner Gesamtheit erfasst, aber die damit noch lange nicht unmittelbar die Weltdiktatur des Proletariats zu verwirklichen vermag. Dazu bedarf es differenzierter internationaler Vereinigungen, ja eines gewaltigen Weltorganisationsmechanismus ( internationale Transformationsriemen), der erst durch eine Reihe von Zahnrädern in Gange gebracht wird. Die Weltdiktatur des Proletariats kann nur durch seine Avantgarde, die proletarische Weltpartei verwirklicht werden, die mit der RGI eng verzahnt ist. Ohne diesen Mechanismus ist der Weg vom Weltimperialismus zum Weltsozialismus nicht zu bewerkstelligen.

 

 

 

 

Wie stellt sich nun das dialektische Verhältnis von nationaler und internationaler Gewerkschaftsbewegung, insbesondere im Kampf gegen die neue globalisierte Weltlohnsklaverei dar?

 

Die gelben Gewerkschaften sind Instrumente des Imperialismus zu Niederhaltung und Spaltung des revolutionären Proletariats. Das Weltkapital braucht die Weltlohnsklaverei und damit auch die ihm passende Weltform der gelben Gewerkschaft als künftiges Bollwerk gegen den weltproletarischen Kampf, dessen Ziel die Abschaffung der Weltlohnsklaverei ist.

 

Das Weltkapital kann die gelben Gewerkschaften, so wie sie sich bis heute in den einzelnen Ländern entwickelt haben, nicht einfach „übernehmen“, kann sie aber auch nicht zerschlagen. Das kann das Weltkapital aus dem einfachen Grund nicht, da sie weiter als Regulierungsinstrument des Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem der nationalen Bourgeoisien erhalten bleiben müssen als Abteilungen der Weltbourgeoisie. Also müssen die gelben Gewerkschaften in jedem Land völlig umgewandelt, globalisiert werden, damit sie seinen Weltinteressen auch dienen können. Indem die gelben Gewerkschaften als Abteilungen der neuen gelben Weltgewerkschaft des globalisierten Weltkapitals auftreten - und das Weltkapital zwingt sie dazu -, führt jede gelbe Gewerkschaft in einem Land nicht mehr nur ihren arbeiterfeindlichen Kampf zur Aufrechterhaltung der Lohnsklaverei im eigenen Land, sondern ist gezwungen, ihre eigenen nationalen Interessen den gelben Gesamtgewerkschaftsinteressen des Weltkapitals unterzuordnen, das heißt die gelben Gewerkschaftsinstrumente aller Länder müssen in ein einziges, zentralisiertes Instrument des Weltkapitals verwandelt werden, um die Weltarbeit disponibel, verfügbar zu gestalten, was wiederum heißt: ihr bislang reaktionäres, nationales Zunftwesen, das die Arbeiterbewegung eines jeden Landes ungemein in ihrer revolutionären Entwicklung gehemmt hat, muss fallen. Das ist gut und nicht schlecht! Insofern handelt es sich nicht mehr um eine Amsterdamer Internationale (gegen die revolutionäre, klassenkämpferische Gewerkschaftsbewegung in den einzelnen Ländern). Es handelt sich auch nicht mehr so sehr um einen losen gewerkschaftlichen Weltdachverband, wo die einzelnen gelben Gewerkschaften ihre eigenen (sozialimperialistischen) Interessen vertraten, sich sozusagen nur gegenseitig unterstützten, bzw. dort um ihre (sozialimperialistische) Hegemonie kämpften, sondern um eine globalisierte gelbe Gewerkschaftsbewegung des globalisierten Weltkapitalismus, das heißt eine neue Gewerkschaftsform, mit der die gesamte Weltarbeit im Zaun gehalten werden kann, indem sie in die Ländergewerkschaften hineinwirkt, sie sich umformt und sie so zur internationalen Spaltung des Weltproletariats zentral lenken kann. Für die revolutionäre Weltgewerkschaftsbewegung ist das insofern - und nur insofern - gut, als das Weltkapital die nationalen Schranken der gelben Gewerkschaftsbewegung durch die globale Gestaltung der Weltarbeit schleift und damit der internationalen Entfaltung der Vereinigung der weltrevolutionären Gewerkschaftsbewegung bessere Ausgangsbedingungen verschafft – und zwar nicht nur für das Weltproletariat insgesamt, sondern auch für die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land der Welt. Dadurch wird die Gewinnung der Gewerkschaftsmitglieder für die Ideen des Kommunismus auf der ganzen Welt und in allen Ländern erleichtert und beschleunigt.

Wenn die globalisierten Gewerkschaftsinteressen des Weltkapitals also von außen auf die gelbe Gewerkschaft eines jeden Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn das Weltkapital über die Gewerkschaftsinstrumente (und deren Einsatz) eines jeden Landes bestimmt, können die Arbeiter in ihrem Land ihre revolutionären, klassenkämpferischen Gewerkschaften allein, auf sich gestellt, nicht (dauerhaft) aufbauen bzw. verteidigen, da sie in ihrem Land nunmehr einer gelben Abteilung der welt-sozialimperialistischen Gewerkschaftszentrale gegenüberstehen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land kann sich nicht voll entfalten, wenn die Roten Gewerkschaftler ihre Organisation nicht vom nationalen Boden loslösen, wenn die (innere) revolutionäre Gewerkschaft jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) der RGI angehörende Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen gelben Gewerkschaftsapparat international zerschlagen zu können (= und das – und nur das, ist die einzige Garantie des Sieges über diie eigene gelbe Gewerkschaft in jedem Land unter den heutigen Bedingungen der globalisierten Weltlohnsklaverei !!).

 

Sozusagen verwandelt das Weltkapital die (Landes-)Innere gelbe Gewerkschaft in ein Instrument der äußeren kapitalistischen Weltgewerkschaft, weckt sie aus ihrem nationalen Dornröschenschlaf auf, stärkt sie bei gleichzeitiger Verschärfung der Widersprüche und Konkurrenz zwischen der nationalen Arbeit und der Weltarbeit. Dadurch erst, dass das Weltkapital die globalisierte gelbe Weltgewerkschaft schafft, hebt sie auch die globalisierte revolutionäre Weltgewerkschaft auf die Weltbühne, kann die gelbe Gewerkschaft mit dem Kapitalismus, dessen Instrument sie ist, für immer nicht nur von der Weltbühne, sondern auch von der historischen Bühne jedes Landes verschwinden, kann sich die weltrevolutionäre Gewerkschaftsbewegung in allen Ländern der Welt voll entfalten. Das Weltproletariat kann die Länder nicht vereinigen, wenn es nicht seine ( und zwar gegen die gelben gerichteten !!) revolutionären Gewerkschaften vereinigt:

 

Weltproletariat – vereinige die revolutionären Gewerkschaften aller Länder!“

 

Das ist die weltrevolutionäre Idee zur Lösung der Gewerkschaftskrise:

 

Die kapitalistische Gewerkschaft kann im eigenen Land durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben wegen ihrer Verbindung zum Weltkapital), aber niemals kann der Sieg einer revolutionären Gewerkschaft über die reaktionäre Gewerkschaft in einem Land garantiert werden, solange sich die reaktionäre Gewerkschaft eines Landes aus dem Weltkapital genügend neue Restaurationskräfte ziehen kann. Deswegen müssen wir gegen alle gewerkschaftlichen Ideen, insbesondere gegen die Ideen des Weltökonomismus, antreten, die unsere Idee von der RGI, unsere Ideen vom weltrevolutionären Gewerkschaftskampf angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie der revolutionären Gewerkschaftsbewegung im eigenen Land, schaden sie nicht etwa der gelben Gewerkschaft, sondern helfen sie ihr ( = weltrevolutionärer Gewerkschaftskampf in Worten – gelber, internationaler Gewerkschaftskampf in Taten).

 

Garantie gegen gelbe Gewerkschaften, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der konterrevolutionären Gewerkschaftsbewegung in der imperialistischen Weltordnung, schafft nur der internationale, weltrevolutionäre Gewerkschaftskampf, die Rote Gewerkschaftsinternationale, nur der Gewerkschaftskrieg zur Beseitigung der gelben Gewerkschaft, der anti-imperialistische Gewerkschaftskrieg des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient.

 

Es gibt heute für die klassenbewussten Arbeiter keine wichtigere Aufgabe als die, diese weltrevolutionäre Bedeutung der INTERNATIONALEN gewerkschaftlichen Bewegung zu begreifen und sie ganz genau zu kennen und sich fest einzuprägen. Die Schaffung der Roten Gewerkschaft in jedem Land geht also nicht gradlinig, nicht regelmäßig und nicht losgelöst von der internationalen Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung vor sich. Sie wird durch das Weltkapital gezwungen, sich über den „Umweg“ des internationalen Gewerkschaftskampfes des Weltproletariats in jedem Land also auch im eigenen Land zu entwickeln, was nicht zuletzt auch von den Bedingungen in jedem Land selbst abhängt. Die Rote Gewerkschaft in jedem Land hat also große Hindernisse zu überwinden, die sie nur gemeinsam mit den Proletariern aller Länder, nur als Abteilung des Weltproletariats überwinden kann. Das Weltkapital hindert die Rote Gewerkschaft daran, sich in jedem Land – von der weltgewerkschaftlichen Bewegung getragen - zu entfalten, aber anders als eine Abteilung der internationalen revolutionären Gewerkschaft des Weltproletariats kann die Rote Gewerkschaftsbewegung eines Landes die gelbe Gewerkschaft nicht schlagen, da diese nun einmal international in die Geschäfte des Weltkapitals eingebunden ist und die Rückendeckung der nationalen Bourgeoisie besitzt. Das heißt natürlich nicht, dass die Roten Gewerkschaftler in jedem Land ihre Hände in den Schoß legen und diese internationale Entwicklung „abwarten“. Sie müssen sowohl in den gelben als auch außerhalb der gelben Gewerkschaften die revolutionäre Arbeit der Gewerkschaftsopposition organisieren und dazu geeignete Übergangsformen hin zur Schaffung einer selbständigen Roten Gewerkschaft bilden. Diese Übergangsformen werden in allen Ländern unterschiedlich ausfallen, da die gelben Gewerkschaften in den verschiedenen Ländern nicht alle gleich sind.

 

 

Die Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftler in einem Land gehört mit zu den zähesten, aufreibendsten, kompliziertesten und schwierigsten, aber auch wichtigsten und notwendigsten Aufgaben der Weltrevolutionäre, weil große Teile der Proletarier, insbesondere die Industriearbeiter, noch in den gelben Gewerkschaften gefangen gehalten werden und täglich dem reaktionären Einfluss der Arbeiteraristokratie und der Gewerkschaftsintelligenz ausgesetzt sind. Die gelbe Gewerkschaft konnte sich nur deswegen so lange in der Arbeiterbewegung halten, weil die Arbeiter noch zögern, sie durch ihre eigene, revolutionäre Gewerkschaft zu ersetzen, weil die gelbe Gewerkschaft das dafür nötige revolutionäre Klassenbewusstsein täglich, stündlich untergräbt und täglich stündlich die Gewerkschafterhirne mit bürgerlicher Ideologie abfüllt.

 

Die bürgerliche Gewerkschaft wird immer noch als die „heilige Kuh“ vergöttert, die man nicht schlachten darf, weil sonst noch alles „viel schlimmer“ kommen könnte. Dieser Aberglaube ist erst gebrochen, dieser Mythos ist erst überwunden, wenn die Arbeiter an Hand ihrer eigenen Erfahrungen restlos begriffen haben, dass eine Klassengewerkschaft der Bourgeoisie niemals die Interessen der Arbeiterklasse vertreten kann, sondern dass dies nur die eigene, die proletarische Klassengewerkschaft kann.

 

Das ist dann der Anfang des historischen Endes der gelben Gewerkschaft, dann wird nach über 100 Jahren endlich die alte revolutionäre Gewerkschaft, ihre klassenkämpferische Tradition, wieder das Licht der Welt erblicken, wird die 100 Jahre lange Spaltung der Gewerkschaftsbewegung durch die Bourgeoisie beseitigt werden, wird es wieder freie Einheitsgewerkschaften geben, die niemandem anders mehr dienen, als den Arbeitern selbst. Das ist ein harter Kampf, der unvermeidlich ist, denn er wird der gespaltenen Arbeiterklasse aufgezwungen, um ihre Einheitsgewerkschaft, ihre gewerkschaftliche Einheit, wieder herzustellen.

Aber schauen wir uns bei den Kommunisten um. Die Schwäche der Kommunisten zeigt sich nirgends deutlicher als in der Gewerkschaftsfrage. Es sträuben sich die Haare zu Berge, wenn man selbst von alten, gestandenen Kommunisten Zitate von Lenin um die Ohren kriegt über die Haltung der Kommunisten in den Gewerkschaften vor 100 Jahren, wo es noch um die Bekämpfung der Kinderkrankheiten (!!!!!) des Kommunismus ging. Wir fragen uns heute ganz im Ernst, ob wir nicht ein Buch über die Alterskrankheiten des Kommunismus schreiben sollten, damit endlich von allen begriffen wird, dass wir die Gewerkschaftsfrage nicht mit den Antworten lösen können, die vor 100 Jahren richtig waren, aber heute den veränderten Bedingungen der Globalisierung ganz und gar nicht mehr entsprechen. Die Schande ist die, dass die überwiegende Mehrheit der Kommunisten sich heute in der Gewerkschaftsfrage an den Arbeitern schwer versündigt hat, dass sie unter der 100 Jahre lang angehäuften Last des Reformismus und Revisionismus in der Gewerkschaftsbewegung erdrückt worden sind, weil sie es versäumt haben, diese Last rechtzeitig abzuschütteln und eine revolutionäre Haltung einzunehmen. Ein weiterer Fehler ist der, dass gerade die Gewerkschaftsfrage ganz deutlich macht, wie groß noch der kleinbürgerliche Einfluss in den eigenen Reihen ist, die zur falschen Haltung in der Gewerkschaftsfrage nicht wenig beigetragen hat.

 

Die Gewerkschaftsfrage ist die Frage, die die Kommunisten immer noch am meisten entzweit – eben weil der Reformismus und Revisionismus hier am tiefsten verwurzelt ist und leider viel mehr zur Stärkung des Anarcho-Syndikalismus und viel zu wenig zum weltrevolutionären Gewerkschaftskampf beigetragen hat. Wenn die Gewerkschaftsfrage die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung lahm legt, dann muss man die Gewerkschaftsfrage anpacken, das heißt sie einer marxistisch-leninistischen Lösung zuführen. Wenn dieser Knüppel zwischen den Zahnrädern beseitigt ist, wird die Vereinigung sowohl im Gewerkschaftskampf als auch im kommunistischen Kampf die gewünschten Fortschritte erzielen. Vereinigen wir uns also im Kampf für die revolutionäre Gewerkschaft – für welche Gewerkschaft denn sonst?!

Als die RGI am 1. Mai 2003 wiedergegründet wurde, trat sie mit ihrer Plattform vor das Weltproletariat, worin es (u.a). heißt:

 

 

Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Organisation der Komintern/ML, eine selbständige internationalistische Schule des Kommunismus, die das Weltproletariat generell in ihrem revolutionären Gewerkschaftskampf vereint, erzieht und unterstützt.“

Die RGI lässt sich in ihrer gesamten Tätigkeit von den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha – insbesondere von deren Gewerkschaftslinie - leiten, indem sie diese im täglichen internationalen Klassenkampf korrekt verteidigt, anwendet und weiterentwickelt.

Die einzelnen Erfahrungen des revolutionären Gewerkschaftskampfes in allen Ländern sind gleichzeitig in ihrer zentralisierten und konzentrierten Analyse und Verallgemeinerung der internationalen Weltarbeiterbewegung die Basis für die Weiterentwicklung der Generallinie der RGI.

Ziel ist in erster Linie die gegenseitige solidarische Unterstützung der revolutionären Gewerkschafter in der ganzen Welt, um den Gewerkschaftskampf des gesamten Weltproletariats in einen großen internationalen Hebel für die sozialistische Weltrevolution einzusetzen.

Kampf für die Vereinigung und Organisierung aller revolutionären Kräfte der Weltgewerkschaftsbewegung gegen Klassenversöhnung, Spaltung, Kapitulantentum und Liquidatorentum, insbesondere gegen alle Zweige des Revisionismus, Reformismus, Trotzkismus, Anarcho-Syndikalismus und gegen jeglichen bürgerlichen Einfluss innerhalb der Weltgewerkschaftsbewegung, um

a) die Selbständigkeit und Eigenständigkeit des Weltproletariats in seinem ökonomischen, politischen, ideologischen und organisatorischen Gewerkschaftskampf zu erreichen und sicherzustellen;

b) das gesamte Weltproletariat unter dem roten Banner der Einheitsfront zusammenzuführen im Gewerkschaftskampf gegen den Weltkapitalismus.

Die RGI kämpft für die revolutionäre Beseitigung der bürgerlicher Gewerkschaften. Diese Instrumente des Weltkapitalismus müssen zerschlagen und sozialistische Gewerkschaften als Instrumente der Macht des Weltproletariats zum Aufbau bzw. Wiederaufbau des Sozialismus zu schaffen – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Die RGI stützt sich dabei wiederum auf die Taktik der revolutionären Einheitsfront des Weltproletariats.“

 

Die RGI wirkt nicht nur vereinigend in die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes, vereinigend bis hinein in die letzte Fabrik der Welt, sondern auch umgekehrt wirkt die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes vereinigend, wirkt die letzte Fabrik der Welt vereinigend bis hinein in die RGI.

 

 

 

 

 

Weltpolitische Freiheit ist der Boden, auf dem die Vereinigung des Weltproletariats gedeiht. Deswegen muss es für die weltpolitische Freiheit kämpfen.

 

 

Diese hohe weltpolitischen Ziel ist nicht umsetzbar ohne die Voraussetzung des wichtigen Kampfes um die grundlegendsten politischen Freiheiten des Weltproletariats, nämlich die politischen Freiheiten des Proletariers sowohl in jedem Winkel der Welt als auch auf der gesamten politischen Weltbühne. Die politische Freiheit wird das Weltproletariat nicht auf einmal vom Elend erlösen, sie wird aber jedem Arbeiter auf der Welt eine internationale Waffe zum Kampf sowohl gegen das Elend in jeder einzelnen Hütte der Welt, wie auch im ganzen Armenhaus der Welt liefern. Es gibt kein anderes Mittel und kann kein anderes Mittel zum Kampf gegen das Elend geben als den internationalen Zusammenschluss der Arbeiter selbst. Aber dieser internationale Zusammenschluss muss erst einmal durch internationale politische Freiheiten erkämpft werden, er kommt nicht im Selbstlauf, kann sich nicht entwickeln, ohne den gelben Gewerkschaften den Krieg zu erklären, ohne gegen sie den Krieg zu führen: „Wer – wen ?“. Der Kampf gegen die Spaltung und Zersplitterung des Weltproletariats ist in erster Linie ein politischer Kampf und er beginnt mit dem Kampf um seine politischen Freiheiten in jedem Land der Welt.

 

Der Kampf um die politischen Freiheiten hat also nicht dem ökonomischen Kampf zu folgen, sondern umgekehrt.

 

Es ist die Kommunistische Weltpartei, die den ökonomischen Kampf zentral führen muss, wenn er auch von den Kommunistischen Parteien unter den verschiedenen Bedingungen der Länder im Einzelnen angeleitet wird. Das Gleiche gilt für den Kampf um die politischen Freiheiten.

 

 

So wie der politische Klassenkampf die ökonomische Befreiung des Weltproletariats zum Ziel hat, so hat auch der militärische Klassenkampf das Ziel der militärischen Zerschlagung der internationalen Konterrevolution, des Herrschaftsapparats der Weltbourgeoisie, zur Erringung der politischen Herrschaft des Weltproletariats, ohne die die eigentliche soziale und ökonomische Umgestaltung der Welt des Kapitalismus in die Welt des Sozialismus nicht durchgeführt werden kann.

 

 

 

Aus der ökonomischen Vereinigung wächst die politische und schließlich die militärische Vereinigung des Weltproletariats - ganz wie die Vereinigung in jeder Fabrik, wie in jedem Land und zwar durch die Vereinigung in jeder Fabrik, durch die Vereinigung in jedem Land. Und umgekehrt kann die ökonomische Vereinigung nicht ohne Anwendung politischer und militärischer Vereinigung, die politische Vereinigung nicht ohne ökonomische und militärische Vereinigung, die militärische nicht ohne die politische und ökonomische Vereinigung auskommen und das auf jeder räumlichen Ebene und zu jedem Zeitpunkt des Klassenkampfes, ob er nun in einer Fabrik, in einem Land oder im Weltmaßstab geführt wird.

 

 

Es gibt hierbei aber keinerlei starren Mechanismus, sondern all dies hängt dialektisch voneinander ab und miteinander zusammen – nicht zuletzt auch von der Dialektik der Vereinigung des Klassengegners in jeder Phase des Klassenkampfes usw. usf.

 

 

 

Die Vereinigung durchdringt den ganzen historischen Prozess des Klassenkampfes und wird durch ihn durchdrungen.

 

 

 

Die Komplexität der Vereinigung ist unendlich, und stets entscheidend für die Entfaltung der Klassenkräfte, entscheidend für deren Sieg oder Niederlage, letztendlich entscheidend für die Aufrechterhaltung oder Beseitigung des Weltkapitals.

 

Die Vereinigung des Weltproletariats und die Vereinigung der Weltbourgeoisie erreichen den HÖCHSTEN ökonomischen, politischen und militärischen Punkt, wo das vereinigte Weltproletariat die vereinigte Weltbourgeoisie stürzt. Mit dem Anwachsen der weltrevolutionären Situation wird die Bedeutung unserer Losungen zunehmen. Nichts wäre gefährlicher und fataler als die Bedeutung unserer prinzipienfesten Losungen in weltrevolutionären Zeiten herabzusetzen. Die Ausarbeitung unserer Losung hat schon jetzt eine gewaltige Bedeutung für die Komintern / ML, obwohl sie noch nicht – oder gerade weil sie noch nicht – das Weltproletariat im Geiste konsequent marxistisch-leninistischer Prinzipien führen kann. Diese gewaltige Bedeutung liegt in der Tatsache begründet, dass die Komintern / ML mit ihren weltrevolutionären Losungen viel weniger Gefahr läuft, in Nachtrabpolitik zu verfallen und den weltrevolutionären Ereignissen hinterherzuhinken. Die Komintern / ML hat allen anderen Weltparteien voraus, dass ihre weltrevolutionären Losungen bereits auf einem weltrevolutionären Programm basieren, das heißt wissenschaftlich ausgearbeitet und begründet sind. Die Entwicklung des weltrevolutionären Klassenkampfes steht jedoch noch nicht einmal vor der konkreten Frage, was heute der Schwerpunkt der Vereinigung ist, der ökonomische, politische oder der militärische. Heute befinden wir uns erst an dem Punkt, wo wir dafür erst die Voraussetzungen schaffen müssen:

 

Schwerpunkt ist heute die ideologische Vereinigung des Weltproletariats und wir haben das mehr als einmal hervorgehoben und begründet. Der Aufbau der bolschewistischen Weltpartei beginnt mit ihrem ideologischen Aufbau:

 

 

Die Internationale besteht darin, dass sich Menschen zusammenfinden (zunächst ideologisch, dann aber, zu gegebener Zeit, auch organisatorisch), die fähig sind, sich in der jetzigen schweren Zeit wirklich für den sozialistischen Internationalismus einzusetzen, d.h., ihre Kräfte zu sammeln und ´nachher zu schießen`(Lenin, Band 21, Seite 88).

 

Aus der Zuspitzung des politischen Kampfes ergibt sich also zwangsläufig der militärische Kampf des Weltproletariats, denn es ist der politische Kampf mit äußersten Mitteln.

 

Dreht die Gewehre um!“ und Weltproletariat vereinige die proletarischen Waffen aller Länder!“

 

- sind die beiden Formeln, die im internationalen militärischen Kampf, im internationalen Bürgerkrieg wie auch im imperialistischen (Welt)Krieg gemeinsam anzuwenden sind. Die Arbeiter aller Länder haben es also nicht mehr nur mit dieser oder jener Regierung zu tun, sondern außerdem bzw. insgesamt mit dem zentralisierten Weltunterdrückungsapparat der gesamten Weltbourgeoisie, zu dem auch der Weltopportunismus mit seinem „Weltburgfrieden“ gehört, so dass sich das Weltproletariat seinen eigenen zentralisierten bewaffneten Weltbefreiungsapparat aufbaut, also sich seine weltrevolutionäre Rote Armee schafft, um die bewaffnete Weltkonterrevolution niederzuschlagen und sie mit samt der ganzen alten Weltordnung zu zertrümmern. Beim Weltproletariat handelt es sich um eine internationale Klasse, die man nicht wie einen nationalen Staat besiegen kann. Das Weltproletariat ist eine Klasse, die überall auf der Welt organisert ist und von jedem beliebigen Punkt aus angreifen, sich verteidigen wie auch sich zurückziehen kann. Somit erwächst aus den Erhebungen der Arbeiterklasse dieses oder jenen Landes schließlich der bewaffnete Kampf des gesamten Weltproletariats:

 

 

 

Weltproletariat – bewaffne alle Länder und vereinige die nationalen Abteilungen zu deiner internationalen Roten Weltarmee!“.

 

 

 

Blind ist die Notwendigkeit einer proletarischen Weltarmee nur, insofern dieselbe noch nicht begriffen wird als zukünftiges Produkt der geschichtlichen Entwicklung des mit äußersten Mitteln geführten weltproletarischen Klassenkampfes.

Imperialistischer Krieg als äußerstes Mittel der Außenpolitik ist die Fortsetzung der faschistischen Diktatur als äußerstes Mittel der Innenpolitik.

 

Der moderne Militarismus ist ein Resultat des Kapitalismus. In seinen beiden Formen bildet er eine `Lebenserscheinung` des Kapitalismus: als Militärmacht, die die kapitalistischen Staaten bei ihren äußeren Zusammenstößen einsetzen (`Militarismus nach außen`...) und als Waffe in den Händen der herrschenden Klassen zur Niederhaltung aller (ökonomischen und politischen) Bewegungen des Proletariats (`Militarismus nach innen`)“ [Lenin, Band 15, Seite 187].

 

So haben wir es von Lenin gelernt, aber dies traf damals im hegemonistischen Interesse der einzelnen kriegerischen Großmacht (oder ihrer Allianz) zu, denn es handelte sich um feindliche Auseinandersetzungen der imperialistischen Länder untereinander bzw. um militärische Maßnahmen im Inneren eines Landes oder im Innern der besetzten Länder durch eine einzelne oder alliierte imperialistische Macht. Jetzt treten die Imperialisten, ob nun kriegsführend oder „kriegsunterstützend“, in geschlossener Front, also gemeinsam als weltimperialistische Kriegsmacht auf, handelt es sich um eine einzige, vereinheitlichte militärische Weltmaschinerie, die sich alle Länder nicht nur militärisch unterwirft, sondern diese zudem in die militärischen Machtorgane des kapitalistischen Weltsystems eingliedert, integriert, sie also in seine eigenen militärischen Abteilungen verwandelt. Auch wenn die US-Imperialisten die größte Militärmacht der Welt geblieben sind, handelt es sich im Grunde genommen nicht mehr um die gleiche Qualität der alten US-imperialistischen Supermacht, die ausschließlich den US-Interessen diente, sondern nur um eine, wenn auch stärkste, von weiteren Militärmächten des gesamten weltimperialistischen Systems.

 

Kurz:

 

das Weltkapital diktiert mittlerweile sämtliche Waffen der ganzen Welt, unterwirft sich selbst die größten imperialistischen Weltmächte, zentralisiert sie zu einer einzigen Macht nur zu dem einzigen Zwecke, sich auf jede Weise - „friedlich“ oder gewaltsam ( das heißt gewaltsam sowohl nach außen als auch nach innen ) - zu vermehren. Es sind die gleichen Waffen, mit denen das Weltkapital von innen und außen vernichtet wird.

 

Der internationale Militarismus nach innen, der Weltfaschismus, wirkt als zentralisiertes Machtorgan in alle Länder der Welt hinein, um den ökonomischen und politischen Kampf des Weltproletariats niederzuhalten. Der „moderne“ Militarismus zu Lenins Zeiten gehört heute also bereits der Geschichte an.

 

Unter modernem Militarismus müssen wir heute das mehr oder weniger geschlossene (natürlich wirken die hegemonistischen Widersprüche unter den imperialistischen Mächten weiter zu Gunsten des Weltproletariats!)

 

Weltsystem bewaffneter Machtorgane verstehen, das alle Sphären der gesamten globalisierten Klassengesellschaft durchdringt, das das öffentliche Leben nicht nur eines Landes, sondern das der ganzen Welt durchdringt. Im Weltmaßstab nimmt der Militarismus besondere Formen an, andere Formen als im nationalen Maßstab, denn wo ist im Weltmaßstab „innen“, wo ist da „außen“ ?

 

Diese völlig neue Fragestellung führt uns zu unserer weltrevolutionären Idee. Es gibt ja nur die eine Welt, auch wenn Weltbourgeoisie und Weltproletariat ihren Klassenkrieg im Weltall fortsetzen. Auf dem internationalen Schlachtfeld verschmelzen sich also beide Begriffe, bekommen sie eine neue Qualität, eine internationale Qualität, verkehrt sich innen nach außen und außen nach innen, zwingt das Weltkapital die nationalen Interessen, sich seinen internationalen Interessen zu beugen, so wie auch die internationalen Interessen des Weltproletariats die nationalen Interessen der Proletarier aller Länder dazu zwingen, sich zu beugen. Was bedeutet das ? Wenn der Weltfaschismus des Weltkapitals also von außen auf die Faschisierung jedes Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn die innere Faschisierung des Landes durch den Weltfaschismus bestimmt wird, kann das Proletariat seinen anti-faschistischen Kampf nicht dauerhaft gewinnen, wenn es ihn nicht vom nationalen Boden loslöst, wenn der (innere) Anti-Faschismus jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) anti-faschistische Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen „Außen“-Faschismus international besiegen zu können (= und das – und nur das, ist die einzige Garantie des Sieges über den inneren Faschismus in jedem Land unter den heutigen Bedingungen der globalisierten kapitalistisch-faschistischen Gesellschaft !!).

 

Sozusagen verwandelt das Weltkapital den inneren Faschismus in einen äußeren Faschismus, ohne die Wirkung des äußeren Faschismus im Innern, also den inneren (Neo-)Faschismus jedes Landes zu beseitigen, im Gegenteil, er stärkt überhaupt jeden inneren Faschismus.

 

Dadurch erst, dass der Weltfaschismus den Anti-Faschismus auf die Weltbühne hebt, kann der Faschismus überhaupt von der Welt verschwinden.

 

Das ist die weltrevolutionäre Idee des Anti-Faschismus der Komintern / ML:

 

 

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen den Weltfaschismus!“.

 

 

 

Der Faschismus eines Landes kann im eigenen Land u. U. durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben wegen dessen Verbindung zum Weltfaschismus), aber niemals für immer beseitigt werden, solange er sich aus dem Weltfaschismus stets neue Restaurationskräfte zurückholen kann. Deswegen müssen wir gegen alle „anti“-faschistischen Ideen antreten, die unsere Idee vom Anti-Weltfaschismus angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie ihrer anti-faschistischen Bewegung im eigenen Land, schaden sie nicht dem Faschismus, sondern helfen sie ihm, sich zu restaurieren (Anti-Faschismus in Worten – Faschismus in Taten).

 

 

Garantie gegen Faschismus, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus in der kapitalistischen Gesellschaft, schafft der internationale Anti-Faschismus des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient.

 

 

Wie stellt sich nun das gleiche neue dialektische Verhältnis von „innen“ und „außen“ im Anti-Imperialismus, insbesondere im Kampf gegen den imperialistischen Krieg dar? Prinzipiell nicht anders als im Kampf gegen den Weltfaschismus. Indem die Imperialisten als vereinigte Weltimperialisten auftreten und das Weltkapital zwingt sie dazu, führt jedes imperialistische Land nicht mehr seinen eigenen imperialistischen Krieg, sondern ist gezwungen, seine eigenen imperialistischen Raubkriegs-Interessen den räuberischen, militärischen Gesamtinteressen des Weltimperialismus unterzuordnen. Wenn die globalisierte Militarisierung des Weltkapitals also von außen auf die Militarisierung jedes imperialistischen Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn das Weltkapital über die Waffen (und deren Einsatz) eines imperialistischen Landes bestimmt, kann das Proletariat dieses Landes seinen Anti-Imperialismus, seinen Kampf gegen den imperialistischen Krieg, nicht (dauerhaft) in nationale Befreiung, nicht (dauerhaft) in eine friedliche Nation verwandeln, wenn es seinen Friedenskampf nicht von seinem nationalen Boden loslöst, wenn der (innere) Anti-Imperialismus jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) anti-imperialistische Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen „Außen“- Imperialismus international besiegen zu können (= und das – und nur das - ist die einzige Garantie des Sieges über den eigenen Imperialismus in jedem imperialistischen Land unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Weltimperialismus !!).

 

Sozusagen verwandelt das Weltkapital den inneren Imperialismus in ein Instrument des äußeren (Welt)Imperialismus, ohne die Wirkung des äußeren Imperialismus im Innern, also den inneren Imperialismus jedes imperialistischen Landes zu beseitigen, im Gegenteil, er stärkt überhaupt jeden inneren (eigenen) Imperialismus – hebt seine Widersprüche zum Weltimperialismus nicht auf – im Gegenteil. Dadurch erst, dass der Weltimperialismus den Anti-Weltimperialismus auf die Weltbühne hebt, kann jeder Imperialismus überhaupt von der Welt verschwinden.

 

Das ist die weltrevolutionäre Idee des Anti-Imperialismus der Komintern / ML:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen den Weltimperialismus und seine Raubkriege!“

 

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Der Imperialismus und seine Raubkriege kann im eigenen Land u. U. durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben durch seine Verbindung zum Weltimperialismus), aber niemals kann der Frieden in einem imperialistischen Land für immer hergestellt werden, solange er sich aus dem Weltimperialismus stets neue räuberische Kriegskräfte zurückholen kann. Deswegen müssen wir gegen alle „anti“-imperialistischen Ideen und „Anti-Kriegsideen“ antreten, die unsere Idee vom Anti-Imperialismus, unsere Ideen vom anti-imperialistischen Krieg angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie ihrer anti-imperialistischen (Kriegs-)Bewegung im eigenen Land, schaden sie nicht dem Imperialismus, sondern helfen sie ihm, sich zu restaurieren (Anti-Imperialismus, anti-imperialistischer Krieg in Worten – Imperialismus, imperialistischer Krieg, in Taten).

 

Garantie gegen Imperialismus und imperialistischen Krieg, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Imperialismus und des imperialistischen Krieges in der imperialistischen Weltordnung, schafft nur der internationale Anti-Imperialismus, nur der anti-imperialistische Weltkrieg, der anti-imperialistische Bürgerkrieg des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient.

 

 

(Es wird dringend empfohlen, dies noch ein zweites Mal in Ruhe zu studieren, denn es ist zugegebener Maßen etwas kompliziert, wofür wir um Entschuldigung bitten).

 

 

Die imperialistischen Kriege sind die letzten Mittel, mit denen der Weltimperialismus die Vereinigung, die internationale Zusammenarbeit der Arbeiterklassen aller Länder, die weltrevolutionäre Bewegung durch die Vernichtung ihrer Vorhut zu verhindern sucht, um die Weltrevolution abzuwürgen. Je eifriger der Weltimperialismus danach trachtet, nicht nur die Arbeiter der ganzen Welt zu entzweien, sondern auch gegeneinander in den Kriegstod zu hetzen, desto brutaler der Weltfaschismus nach „innen“ und desto gebieterischer die Pflicht des Weltproletariats, seine Klasseneinheit, seinen Internationalismus gegen die imperialistischen Kriegsräuber und weltfaschistischen Henker zu verteidigen, indem es den imperialistischen Raubkrieg nach außen und den Weltfaschismus nach innen mit seinem internationalen Klassenkrieg beantwortet, schafft sich das Weltproletariat internationale Formen des illegalen Kampfes, führt es den zentralistisch organisierten illegalen Kampf im Weltmaßstab. Weder durch Krieg noch Faschismus im Weltmaßstab wird die proletarische Internationale untergehen. Mit der Weltfront von Faschismus und Krieg schafft sich das Weltkapital unvermeidlich die Weltfront gegen Krieg und Faschismus, die vom Weltproletariat angeführt wird. Weltbürgerkrieg (innen) und imperialistischer Weltkrieg (außen) werden eins, denn es wird nur noch ein alles entscheidender Weltkampf an einer Weltfront geführt, entstehen neue revolutionäre/konterrevolutionäre Weltkampfformen für oder gegen das Weltkapital.

 

Das sind heute die beiden feindlichen Weltlager, die beiden polarischen Ausgangspunkte der geschichtlichen Bewegung, wie sie sich weiter im Weltmaßstab entwickelt. Sieg oder Niederlage des Weltkapitals entscheiden über die Zukunft der Welt: Weltbarbarei oder Weltsozialismus ???das ist die alles entscheidende Frage.

 

Dieser Umschlag in sein Gegenteil, dies schließliche Anlanden bei einem dem Ausgangspunkt polarisch entgegengesetzten Punkt ist das naturnotwendige Schicksal aller geschichtlichen Bewegungen“ (MEW, Engels, Band 22, Seite 21).

 

Dieses „naturnotwendige Schicksal“ wird auch die weltgeschichtliche Bewegung des Weltkapitals von Krieg und Faschismus ereilen, wenn das Weltproletariat alle Länder gegen das Weltkapital vereinigt hat. Mit dem weltproletarischen, bewaffneten Kampf muss die ökonomische Herrschaft des gesamten Weltkapitals untergraben werden, sonst bleibt die Befreiung von der Unvermeidbarkeit von imperialistischen Kriegen und Faschismus ein Wunschtraum, also:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen das Weltkapital!“

 

Nach dem weltproletarischen Prinzip der Parteilichkeit sammelt das Weltproletariat seine Verbündeten gegen das Weltkapital, vereinigt, formiert und führt sie in seiner Einheitsfront mit dem Ziel der weltrevolutionären Beseitigung des Weltkapitals. Die Weltbourgeoisie sammelt und vereinigt seine Verbündetens und schafft sich die globale konterrevolutionäre Einheitsfront zur Verteidigung des Weltkapitals.

 

 

Die Ökonomik der kapitalistischen Gesellschaft ist derart, dass nur das Kapital oder das es stürzende Proletariat die herrschende Kraft sein kann. Andere Kräfte gibt es in der Ökonomik dieser Gesellschaft nicht“ (Lenin, Band 29, Seite 356).

 

 

 

 

 



Was ist die Negation der Negation des Gesetzes der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder ?

 

Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder verschärft den Widerspruch des Weltkapitals in seinem Streben nach Profitmaximierung und wird zum Hindernis seiner globalen Tendenz der Zentralisation und Konzentration. Das Kapital muss dieses Hindernis beseitigen, um seinem Gesetz zu folgen, sich zu vermehren. Der Weltkapitalismus negiert daher den alten Kapitalismus der einzelnen Länder, entzieht dem Kapital die Möglichkeit, sich in nationalen Schranken weiter auszudehnen, damit es sich um so mehr international ausdehnen kann. Kapital, das sich nicht mehr in nationalen Schranken ausdehnen lässt, das, sobald es das Land verlässt, sich in eine Konkurrenz gegen das Land verwandelt, aus dem es hergekommen ist, schafft schließlich aus der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen Länder eine Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung zwischen den verschiedenen Ländern einerseits und der globalisierten kapitalistischen ökonomischen und politischen Weltordnung andererseits, wird die Abhängigkeit des Kapitals der verschiedenen Länder vom konzentrierten und zentralisierten Weltkapital immer größer, wird die weltkapitalistische Gesellschaft insgesamt durch die sich verschlechternde Lage der verschiedenen Länder geschwächt, werden diese zum willfährigen Instrument des Weltkapitals, verlieren sie schrittweise ihre Selbständigkeit und Souveränität, ordnet das Weltkapital alles nationale Kapital unter, um es zu zentralisieren und zu konzentrieren, beraubt er sich schließlich selbst seines Hinterlandes, aus dem es einst hervorgegangen war, verselbständigt es sich nicht nur, sondern muss sich gegen die Länder richten, um sich selber zu vermehren. Das aber bedeutet, dass die Länder immer mehr in ruinöse Konkurrenz zueinander gezwungen werden und sich damit gegenseitig schwächen, was sie durch verschärfte Ausbeutung und Unterdrückung wettzumachen versuchen. Aber mit jedem dieser Versuche, versucht das stärke Weltkapital, die Reserven der Länder wieder für sich auszuschöpfen, was den Widerstand der Länder gegen das Weltkapital hervorruft. Sie können sich nicht mehr mit dem Weltkapital stärken, sondern nur noch gegen das Weltkapital. So wie je ein Kapitalist viele totschlägt, schlägt der Weltkapitalist viele Kapitalisten der einzelnen Länder tot, schlägt er viele kapitalistische Länder tot (also jene Länder, in denen die kapitalistische Lohnsklaverei vorherrscht). Das Monopol des Weltkapitals wird zur Fessel der bisherigen kapitalistischen Produktionsweise in den einzelnen Ländern, die mit und unter ihm aufgeblüht waren. Die Konzentration der Weltproduktionsmittel und die Vergesellschaftung der Weltarbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer weltkapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des Privateigentums am Weltkapital schlägt. Die Weltexpropriateurs werden global expropriiert. Mit dem Zusammenbruch der Weltmonopole verlieren alle, die von ihnen profitierten, ihre privilegierte Stellung. Je schneller und je mehr die Arbeiter der Industrie-Metropolen auf das Niveau der Arbeiter des Auslandes gedrückt werden durch die Weltkrise, desto schneller und je mehr wird die kommunistische Bewegung unter ihnen wieder zunehmen. Der Reifegrad der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder hängt unzertrennlich mit dem Reifegrad der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der Proletarier der verschiedenen kapitalistischen Länder zusammen. Also bedeutet die Negation des einen auch die Negation des anderen. Die Negation der Ungleichmäßigkeit der proletarischen Bewegung in den verschiedenen kapitalistischen Länder ist die Gleichmäßigkeit (im Sinne von: Einheit) der proletarischen Weltbewegung =

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

Das Weltproletariat ist durch die Globalisierung des Weltkapitals nunmehr stark genug geworden, die verschiedenen Länder, diese vom Weltkapital geschwächten Abteilungen zu vereinigen und somit in seine eigenen Abteilungen zu verwandeln, indem sie sich gegen das Weltkapital richten. Das Weltproletariat stellt die Lebensgrundlage der Länder wieder her, indem es sie von der Knute des Weltkapitals befreit und in sozialistische Länder verwandelt. Das Weltproletariat stellt durch die Enteignung der Enteigner der Länder die Lebensgrundlage der Länder wieder her durch das vergesellschaftete Eigentum der Länder. Das zugleich nationale und internationale gesellschaftliche Eigentum, diese konfuse Zwittergestalt, diese Ungereimtheit, diese Nebelwand löst sich von ganz alleine auf. So wie die kapitalistischen Länder die Bedingungen ihrer Vergesellschaftung erzeugen, an der sie zu Grunde gehen, so erzeugt die weltkapitalistische Produktionsweise ebenfalls die materiellen Bedingungen, sich zu vergesellschaften und daran zu Grunde zu gehen. Der Prozess ist ein dialektischer Prozess des Kapitalismus – das ist alles. Die Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise ist die Negation der nationalen Produktionsweise der kapitalistischen Länder. Die Negation der Negation der Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise ist nicht die Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Land, sondern die Globalisierung der sozialistischen Weltproduktionsweise. Es geht um die sozialistische Weltproduktionsweise, die nicht funktionieren würde unter den alten Bedingungen der Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Lande. Die Widersprüche zwischen der sozialistischen Produktionsweise der einzelnen Länder können nur gelöst werden unter den Bedingungen des Weltsozialismus. Das ist eine ganz wichtige Lehre des Marxismus-Leninismus. Der Sozialismus gehört nicht dem Proletariat in diesem oder jenen Land, sondern dem Weltproletariat, das heißt die Weltproduktionsweise des Weltproletariats steht über der Produktionsweise der einzelnen proletarischen Länder. Die Gesamtinteressen der Weltbevölkerung stehen an oberster Stelle, die nur unter der Führung des Weltproletariats verwirklicht werden. Mit der Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise zeichnet sich bereits heute schon deutlich ab, dass die Globalisierung der sozialistischen Weltproduktionsweise mit der alten Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Lande unvereinbar sein wird. Warum wird das, muss das so sein ? Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder hatte unvermeidlich Auswirkungen auf die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung des Sozialismus „in einem“ Lande. Unter den Bedingungen der Restauration des Kapitalismus standen die revisionistischen Länder wie auch die unterjochten Völker Lateinamerikas, Afrikas und Asiens nicht nur unter dem Druck der imperialistischen Länder, sondern auch unter der Knute der sozialimperialistischen Länder, also insbesondere unter der Weltherrschaft der beiden Supermächte USA und UdSSR. Das war eine doppelte Ausbeutung. Wir Kommunisten sind bekanntlich für die Beseitigung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung, jeglicher Beseitigung von Ungleichheit, von Privilegien des einen Landes gegenüber eines anderen Landes, also nicht nur eines kapitalistischen, sondern auch eines sozialistischen Landes. Wir Kommunisten geben uns bekanntlich nicht damit zufrieden und können uns nicht damit zufrieden geben, eine doppelte Ausbeutung in eine „einfache“ Ausbeutung zurückzuverwandeln. Das ist das Geschäft der Revisionisten, nicht unser Geschäft. Das Weltproletariat an der Macht, muss seine Macht dazu benutzen, dass die Produktionsweise der einzelnen sozialistischen Länder der sozialistischen Weltproduktionsweise UNTERGEORDNET wird, weil es nicht mehr um die Befriedigung der sozialistischen Interessen des Proletariats „in einem“ Lande geht, sondern in erster Linie um die Befriedigung der Gesamtinteressen des Weltproletariats, um die Gesamtinteressen der gesamten Weltbevölkerung. Über die „Folgen“ der sozialistischen Weltrevolution muss man sich als Weltrevolutionär völlig im Klaren sein. Nicht mehr die sozialistische Arbeiterklasse verfügt allein für sich über die Rohstoffe, Produktion usw. im eigenen Land, so wie bisher in der Geschichte des Sozialismus, verfügt das siegreiche Proletariat nicht mehr allein über die Macht im eigenen Land, sondern es handelt sich nur noch um den Teil an der Macht der Weltarbeiterklasse. Alles Sozialistische unterliegt der Weltproduktionsweise, auch die Verteilung der Weltprodukte auf die einzelnen Länder.

Alles Sozialistische kommt aus dem Welttopf und wird auch aus dem Welttopf auf alle gerecht ausgeteilt,

um es einmal vereinfacht auszudrücken. Mit diesem Welt-Gleichheitsprinzip werden alle Widersprüche der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der einzelnen sozialistischen Länder überwunden. „Weltproletariat – vereinige alle Länder“ – das ist die Losung, mit der dieses Welt-Gleichheitsprinzip verwirklicht wird, womit vermieden wird, dass es Privilegien unter den einzelnen sozialistischen Ländern gibt, nur weil sie vielleicht über mehr Öl- oder Wasservorräte, über mehr Reichtümer verfügen als andere usw. usf.. Ohne die Macht des Weltproletariats kann die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung einzelner sozialistischer Länder nicht überwunden werden. Mit der Losung „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ wird das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder durch das Gesetz der Gleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der sozialistischen Länder ersetzt. Auf diese Weise werden alle Widersprüche der einzelnen sozialistischen Gesellschaften der Länder durch die gemeinsame sozialistische Weltgesellschaft gelöst. Eben das setzt ein höheres sozialistisches Bewusstsein, das sozialistische Weltbewusstsein voraus. Es ist die Aufgabe der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten, dieses und nur dieses sozialistische Bewusstsein in die Weltmassen hineinzutragen. Daraus resultiert logischerweise auch die Aufgabe, das weltrevisionistische Gedankengut des Weltimperialismus entsprechend zu bekämpfen. Vor allem aber müssen wir Kommunisten uns von alten Lehrsätzen des Marxismus-Leninismus, die auf den Sozialismus „in einem“ Land zugeschnitten waren, kritisch und selbstkritisch befreien, müssen wir die alten Lehrsätze durch neue Lehrsätze ersetzen. Wie weit uns dies gelingt, davon hängt nicht zuletzt Sieg oder Niederlage der sozialistischen Weltrevolution ab.

Die Entwicklung zur Weltproduktion ist historisch bedingt. Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse durch die Weltproduktion ist nicht Folge, sondern materielle Voraussetzung für die Abschaffung des Privateigentums. Anders herum wird die Aufhebung des Privateigentums zur revolutionären Phrase, denn von den Fesseln des Privateigentums kann man sich nur befreien, wo der Kapitalismus dafür auch weit genug entwickelt ist. Eben weil die Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse der Globalisierung den nationalen Austausch und dem nationalen Privateigentum über den Kopf wachsen, weil die Globalisierung zur materiellen Notwendigkeit wird, deswegen wird das Privateigentum abgeschafft werden. Und deren Abschaffung ist allerdings Bedingung für die Befreiung des Proletariats. Der Prozess der Negation der Negation der Produktion der kapitalistischen Länder, vollzieht sich selber durch die immanenten Gesetze der kapitalistischen Weltproduktion, wird von diesen bestimmt. Erst die voll ausgereifte Globalisierung des Weltkapitals schafft die Bedingungen für die Restauration des Sozialismus in einem Land. Genau das vollzieht sich mit der Negation des Sozialismus durch die Restauration des Kapitalismus in einem Land und dessen Negation durch das Weltkapital, also die Negation der Negation des Sozialismus in „einem“ Land, das heißt den durch den Weltsozialismus restaurierten Sozialismus eines Landes auf höherer Stufe (ohne kapitalistisch-revisionistische Umkreisung). Die Negation der Produktion der kapitalistischen Länder, wird durch sie selbst produziert. Das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen Länder ist unter den heutigen Entwicklungsbedingungen des Weltkapitals nicht mehr die Hauptvoraussetzung für den Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land, wo die Front des Kapitalismus schwach ist usw. usf., sondern Hauptvoraussetzung für den Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land ist die Revolution gegen das Weltkapital selbst.

Was bedeutet das aber ?

Damals läutete das Proletariat eines einzelnen Landes die Weltrevolution ein. Das war die Vorstufe zur Vereinigung der Proletarier aller Länder durch das Weltproletariat. Heute wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich unter der Herrschaft der kapitalistischen Weltordnung das Proletariat irgendeines Landes allein befreien kann, ohne sich - als Weltproletariat verschmolzen - mit den Proletariern aller anderen Länder die ganze Welt von Ausbeutung, Unterdrückung und Klassenkämpfen zu befreien. Dass der Oktoberrevolution keine siegreichen sozialistischen Revolutionen in den kapitalistischen Ländern folgten, war für das erste sozialistische Land verhängnisvoll, ebenso wie es für das zweite sozialistische Land verhängnisvoll war, dass sich das Proletariat in den revisionistischen Ländern nicht durch die sozialistische Revolution von der Restauration des Kapitalismus befreien konnte. Aber die Entwicklung dieser beiden sozialistischen Länder war nicht umsonst, sondern ein wichtiger Schritt für alle zukünftig nachfolgenden sozialistischen Länder: denn: Aus der Negation der Negation des Sozialismus in „einem“ Land wachsen nicht nur 5, 10, 20 neue sozialistische Länder, sondern alles sozialistische Länder, der Weltsozialismus.

 

Die Negation der Negation der Restauration des Kapitalismus in einem Land ist die Restauration des Sozialismus im Weltmaßstab.

Wo früher die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung nicht beseitigt werden konnte, wird eines Tages von Umkreisung so wenig übrig bleiben, wie von irgendeinem kapitalistischen Land auf der Welt. Und wenn man im Verlauf dieses Prozesses dann überhaupt noch eine Umkreisung braucht, dann höchstens eine weltsozialistische, aber ganz sicher nicht mehr die alte kapitalistisch-revisionistische Umkreisung. Also: Unsere Antwort auf die Frage: „Wie wird die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung durchbrochen?“ lautet wiederum: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“



Was sind heute die hauptsächlichen Widersprüche in der Welt und wodurch werden sie bestimmt ?

 

Unsere Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ lässt sich nicht durchsetzen, wenn sie nicht mit den hauptsächlichen und bestimmenden gesellschaftlichen Widersprüchen in der Welt lösen kann, wenn sie diese nicht richtig widerspiegelt. Eine Losung ist nur in dem Maße brauchbar, in dem es mit ihr gelingt, den objektiven Veränderungen in der Welt genau zu entsprechen, diese Veränderungen zu verstärken, zu beflügeln, ihnen schneller und gründlicher zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu muss man die hauptsächlichen Widersprüche aber erst einmal analysieren, sie, sie bestimmen, ihre Bedeutung, ihre Tendenz, Ihre Gesetzmäßigkeit usw. usf. erarbeiten, vor allem aber ihre Veränderungen, die sie erfahren haben..

Haben sie sich denn gegenüber früher, also zur Zeit der Sowjetunion Lenins und Stalins, zur Zeit des Programms der Komintern (1928) überhaupt geändert?

Sicherlich haben sie das. Haben sie sich seit ihrer Bestimmung durch den Genossen Enver Hoxha verändert? Auch das ist unbestreitbar. Was ist es denn aber, was sich grundlegend geändert hat und was für Widersprüche sind geblieben? Das lässt sich heute leider noch nicht in einem schlauen marxistisch-leninistischen Buch nachlesen. Diese Frage ist schlicht und einfach noch nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt worden, wiederum ein Ausdruck der aktuellen Krise der marxistiscvh-leninistischen Theorie! Unsere Fortschritte im weltrevolutionären Denken können nicht anders zum Ausdruck kommen, als durch die Einsicht, dass wir unser bisheriges Denken ständig revidieren müssen, um es auf eine höhere Stufe heben zu können. Altes Denken muss neuem Denken weichen. Es muss ersetzt werden, kann nicht mit „rübergerettet“ werden, weil es unser neues Denken nur behindert und hemmt. Man muss sich von ihm bewusst trennen, so lieb und teuer, so bequem es auch früher einmal für uns gewesen sein mochte, die hauptsächlichen Widersprüche in der Welt einfach abzuschreiben und zu kopieren. Man kann heute die von den Klassikern aufgestellten Bestimmungen der Hauptwidersprüche in der Welt nicht kopieren, weil die Welt zur Zeit der Klassiker und die Welt von heute nun mal nicht mehr die gleiche ist. Die Klassiker können uns diese Arbeit nicht mehr abnehmen , aber wir können unsere Klassiker studieren und uns damit weiterhelfen wie sie denn selber an diese Aufgabe herangegangen sind, wie sie diese Aufgaben gelöst haben, die Widersprüche in der Welt richtig zu bestimmen. Beschäftigt man sich also genauer mit den Klassikern in dieser Frage, dann wird man feststellen, dass die Hauptwidersprüche sich im Laufe der Zeit enorm gewandelt haben. Was die Bestimmung der wesentlichen Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft in ihrer historischen Entwicklung und Veränderung betrifft, so müssen wir auf Stalin hinweisen, der schrieb:

 

In seiner Entwicklung muss sich der Marxismus selbstverständlich mit neuen Erfahrungen und neuen Kenntnissen bereichern – folglich müssen sich selbstverständlich seine einzelnen Formeln und Schlussfolgerungen im Laufe der Zeit verändern, müssen durch neue Formeln und Schlussfolgerungen ersetzt werden, die den neuen historischen Aufgaben entsprechen. Der Marxismus erkennt keine unveränderlichen Schlussfolgerungen und Formeln an, die für alle Epochen und Perioden obligatorisch wären“ (Stalin, Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft, 1951, Seite 66).

 

Wir müssen uns also davor in Acht nehmen, dogmatische Fehler zu begehen, indem wir die Hauptwidersprüche von damals - als sie noch richtig bestimmt und gültig waren für die damals erforderliche Strategie und Taktik - einfach unkritisch übernehmen, sie nicht auf ihre Veränderungen hinterfragen und auf ihre notwendige Revision verzichten. Es ist doch gerade der Revisionismus, der uns Marxisten-Leninisten in die dogmatische Ecke drängt, indem er uns den Mut zu nehmen versucht, den Marxismus-Leninismus auf marxistisch-leninistischer Grundlage zu revidieren. Ohne Revision aber kann man den Marxismus-Leninismus unmöglich weiterentwickeln, sondern ihn nur durch eigenes Nichts-Dazu-Tun zum Sterben verurteilen. Wenn wir den Marxismus-Leninismus nicht auf revolutionäre Weise revidieren, dann nehmen wir den Revisionisten mit unserer Kapitulation nur deren liquidatorische Arbeit ab, denn sie können sich dann die Arbeit der bürgerlichen Revision ganz einfach sparen und bleiben um so fester an unserer Backe kleben – alles zum Schaden der revolutionären, internationalen Arbeiterbewegung. Die stets erforderliche erneute Bestimmung der hauptsächlichen Widersprüche in der Welt hat schließlich große Tragweite für unser revolutionäres Denken und Handeln, und die Bedeutung dieser Tragweite für die werktätigen Massen müssen wir hier wohl nicht extra erklären.

1. Gleich geblieben ist natürlich der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, was aber nicht heißt, dass er sich nicht verändert hat. Inzwischen lässt sich feststellen, dass dieser Grundwiderspruch, dessen Wesen es von Anfang an war, sich über die ganze Welt auszubreiten, tatsächlich eine internationale Gestalt angenommen hat und in Form eines

     

    Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit

auftritt, indem dieser das ganze Leben der heutigen Welt mehr oder weniger durchdringt und beherrscht. Diese Tendenz ist - wie gesagt - schon sehr alt, aber eine selbständige, sich selbst bewegende und sich selbst erhaltende Gestalt annehmen konnte die heutige globalisierte Klassengesellschaft erst in dem Augenblick, als der internationale Grundwiderspruch auch im allerletzten Land, also in restlos allen Ländern der Welt den Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital zur Vorherrschaft verhilft. Die Vorherrschaft des Widerspruchs im internationalen Maßstab beschleunigt seine Vorherrschaft auch im letzten nicht-kapitalistischen Land der Welt. Die historische Entwicklung des allerersten Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital begann in einem nicht-kapitalistischen Land (ohne dass irgendein anderer, geschweige denn internationaler Grundwiderspruch vorher existiert hatte!) - Die historische Entwicklung des Grundwiderspruchs im allerletzten nicht-kapitalistischen Land vollzog sich hingegen durch den Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit ! Die historische Entwicklung des Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital zur vorherrschenden Erscheinung in einem Land begann in England, dann in weiteren Ländern Europas und Nordamerikas, um sich dann über die ganze Welt auszubreiten. Dies war auch der vorgeschriebene Weg der historischen Entwicklung der Vereinigung des Weltproletariats und damit auch der Entwicklung der bewussten, sozialistischen, internationalen Arbeiterbewegung. Was heißt das aber umgekehrt ? Das heißt, dass sich der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital im ersten kapitalistischen Land der Welt, also in England, erst seiner endgültigen Lösung zugeführt werden kann, wenn dieser Widerspruch auf die internationale Sphäre übertragen wird, das heißt, wenn dieser Widerspruch durch einen größeren Wirkungsbereich geöffnet wird. Das heißt, dass in dem Augenblick, wo sich die bewusste, sozialistische Vereinigung der Proletarier aller Länder im Weltmaßstab vollzieht, diese aktiv/direkt (und nicht etwa passiv/indirekt) auf die Vollendung der sozialistischen Vereinigung der Proletarier in den kapitalistischen, und dabei nicht nur in den Metropolen, sondern auch an der Peripherie, insbesondere in den ehemaligen nicht-kapitalistischen Ländern zurückwirken kann - also die sozialistische Vereinigung zum Weltproletariat auf die sozialistische Vereinigung der Proletarier in jedem einzelnen Land zurückwirken und damit alle Länder als Ensemble aktivieren kann.

 

Eben auf dieser Grundlage der Bewegungsgesetze der heutigen internationalen Arbeiterbewegung beruht das gesetzmäßige Verhältnis zwischen Kommunistischer Internationale und Kommunistischer Partei eines jeden Landes !

 

Proletarier – aller Länder vereinigt euch!“ - „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ - „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ - (usw. usf.) - auf immer höherer qualitativer Stufenleiter und zwar so lange, bis sich Beides in eine vollkommene Übereinstimmung verwandelt hat

= Ergebnis = Weltrevolutions-Reife zur Beseitigung des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit und damit Beseitigung des Grundwiderspruchs von Lohnarbeit und Kapital auch im allerletzten Land der Welt !!!

 

Die Proletarier aller Länder heben sich erst als Weltproletariat auf, denn das Weltkapital wird durch niemanden sonst als durch das Weltproletariat aufgehoben. Erst durch die Revolution des Weltproletariats werden sowohl Proletariat als auch Bourgeoisie als antagonistische Klassen des Weltkapitalismus beseitigt. Dazu dient die Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

 

Diese Formel verhilft dem Proletariat auch im letzten kapitalistischen Land zur Erleichterung seiner sozialistischen Revolution. Um den Grundwiderspruch der heutigen Gesellschaft zu lösen (das heißt zu beseitigen), muss die Wechselwirkung der entgegengesetzten (internationalen!) Pole dialektisch zunächst erst einmal sichergestellt werden, muss das Weltproletariat, der Träger der internationalen Produktivkräfte, zu einer organisierten, sozialistischen Kraft werden, zur vorherrschenden Kraft werden, um die kapitalistischen Produktionsverhältnisse sprengen zu können, das Weltkapital zu beseitigen, die Produktivkräfte in allen Ländern der Welt aus der globaliserten Zwangsjacke des Weltkapitalismus zu befreien, die sozialistischen Revolutionen in jedem Land anzukurbeln durch die dort zur Vorherrschaft heranwachsenden Kräfte des organisierten, sozialistischen Proletariats. Der Grundwiderspruch zwischen Weltlohnarbeit und Weltkapital kann nicht partiell, das heißt auf Länderebene usw. gelöst und also aufgelöst werden, da es sich um einen globalen Widerspruch handelt. Vorübergehend „gelöst“ werden kann die Beseitigung des Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital im Sozialismus in „einem“ Land. Er kann aber nicht völlig beseitigt werden, solange der Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit weiter bestimmend ist, weswegen wir von der Gefahr der Restauration des Kapitalismus sprechen. Den Grundwiderspruch des Weltkapitalismus kann man nur lösen, indem man ihn beseitigt, weltrevolutionär beseitigt. Ansonsten reproduziert er sich dann nur jedesmal erneut in verschärfter Form ohne sich tatsächlich negieren zu können . Durch die Forcierung des äußeren Widerspruchverhältnisses werden die inneren Antagonismen des Weltkapitalismus nicht aufgehoben, treten sie zwar vorübergehend immer wieder in den Hintergrund (relative Stabilisierungsphasen des Kapitalismus), um zwangsläufig in noch gewaltigerer Schärfe wieder aufzubrechen: Um ihre kapitalistischen Schranken zu überwinden, werden die Produktivkräfte unter noch größere Schranken gezwungen (Weltwirtschaftskrise). Genauso, wie der Kapitalismus durch partielle Maßnahmen immer tiefer in die Weltkrise gerät, wird auch der Sozialismus als partielle Maßnahme in die Krise geraten (kapitalistisch-revisionistische Umkreisung), solange der Grundwiderspruch in der Welt vorherrschend bleibt. Der Grundwiderspruch kann nur beseitigt werden in seiner internationalen Wirkungssphäre. Je besser es uns gelingt, die Proletarier aller Länder in diese internationale Wirkungssphäre einzubinden, also den internationalen Klassenkampf zentral zu organisieren, desto positiver kann das Weltproletariat auf die Proletarier jedes Landes einwirken, desto besser kann sich das Proletariat eines jeden Landes auf seine eigenen revolutionären Kräfte stützen, um sich dadurch zu seinem internationalistischen Beitrag für die sozialistische Weltrevolution zu befähigen . Auf diese, und nur auf diese Weise, erhält die Formel: „Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ eine völlig neue Bedeutung für die heutige Zeit, können wir diese Formel verteidigen eben durch Hinzufügen einer weiteren Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ . Ohne diese neue Formel lässt sich die alte Formel nicht optimal reaktivieren. Eine verschmolzene Materie, wenn man das Weltproletariat einmal so physikalisch ausdrücken darf, entfaltet in der Bindung, Ausrichtung, Bündelung usw. seiner Länderkräfte durchschlagende Wirkungskräfte, wogegen ein loses Bündnis der Proletarier aller Länder nur eine „schwächere“ Masse darstellt, die das Weltkapital leichter beeinflussen, ablenken, spalten, usw. also unschädlich machen kann. Die Formel: „Weltproletariat - vereinige alle Länder!“ wirkt diesen konterrevolutionären Möglichkeiten des Kapitals entgegen, engt die internationale Manövrierfähigkeit des Kapitals ein und verbessert die Manövrierfähigkeit des organisierten Proletariats, um somit den Grundwiderspruch seiner Lösung zuzuführen.

Allerdings sind alle anderen Widersprüche zwischen der internationalen und nationalen Entwicklung der Gesellschaft mit der sozialistischen Weltrevolution nicht beseitigt, bleiben sie weiter bestehen – nur der Antagonismus ist der Erste, der verschwindet, so dann in der nächsten Periode verwandelt sich der nichtantagonistische Widerspruch zwischen der Weltgesellschaft als Ganzes und der Gesellschaft der Länder als deren Teile in den Widerspruch des Verschmelzungsprozesses der gesamten Weltbevölkerung. Die Weltbevölkerung ist erst dann frei, wenn ihr letztes individuelles Glied frei ist. Letztendlich vollzieht sich der Weg der Übereinstimmung der Weltproduktivkräfte und der Weltproduktionsverhältnisse nicht geradlinig, sondern im dialektischen Prozess, werden selbst die sich zuletzt verflüchtigenden Spuren des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit nie 100% beseitigt werden können, wie auch die Spuren des Widerspruchs zwischen der Übereinstimmung und Nicht-Übereinstimmung von Produktivkräften und Poduktionsverhältnissen niemals vollkommen ausgelöscht werden können. Mit dem kapitalistischen Grundwiderspruch wird nur sein kapitalistischer Charakter beseitigt, der Grundwiderspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen wird selbst nicht aufgelöst, nimmt er als sozialistischer Grundwiderspruch nur neue Formen und Inhalte an, wobei nicht auszuschließen ist, dass er auch wieder kapitalistischen Charakter annimmt, wenn er nicht richtig, nicht rechtzeitig gelöst wird usw. usf.

Der Grundwiderspruch selbst, dessen Wesen darin besteht, alle anderen Widersprüche zu durchdringen, hervorzubringen, zu beeinflussen und zu verändern, hat durch seine Internationalisierung, hat sein Wesen weiter vertieft durch einen qualitativen Globalsprung in der Weltproduktionsweise. Seine absolut beherrschende, polarisierende Rolle für alle anderen Widersprüche hat er also nicht nur weiter beibehalten, sondern auch bisherige Widersprüche wesentlich verändert und verwandelt bzw. für immer oder vorübergehend sogar aufgehoben, worauf wir näher eingehen müssen. Doch zunächst werden davon immer mehr die Grundwidersprüche in allen Ländern der Welt beherrscht, verschärft sich also der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit in jedem Land durch seine Globalisierung. Es handelt sich also im Wesentlichen um ein und denselben Widerspruch.

Was aber bedeutet das nun in Kombination mit der Frage der Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ?

Wenn wir den schnellsten und sichersten Weg zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution einschlagen wollen, dann müssen wir alles tun, damit sich eben dieser Grundwiderspruch zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat, der alle Widersprüche bestimmt, verschärft, müssen wir vor allem diesen Grundwiderspruch ausnutzen, uns in all unserem revolutionären Denken und Handeln auf die Zersetzung des Weltkapitals konzentrieren. Wir müssen sämtliche Positionen des Weltproletariats gegenüber der Weltbourgeoisie verstärken, müssen die Kräfte des Weltproletariats entfalten, um den Grundwiderspruch seiner Sprengung um so leichter und gründlicher zuführen zu können.

Wie können wir das?

Die Kräfte des Weltproletariats entfalten können wir nur, in dem wir die Kräfte der Proletarier aller Länder bündeln, vereinigen, verschmelzen, denn außerhalb aller Länder kann sich das Weltproletariat nun mal keine Kräfte vereinigen. Genau diesen Weg ist auch das Weltkapital gegangen durch die Ausnutzung der Globalisierung.

 

2. Das heißt, wir müssen auch den Hauptwiderspruch in den einzelnen Ländern der ganzen Welt, also den zwischen Kapital und Arbeit ausnutzen und mit in die Waagschale werfen.

Hauptwiderspruch in allen Ländern der Welt ist heute der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat

 

Der Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit wirkt nicht über dem ganzen Erdball gleichmäßig auf die einzelnen Länder ein, weil die kapitalistische Gesellschaft der Länder erstens nicht gleichmäßig auf der Welt verteilt ist und sie zweitens in allen Ländern historisch ungleichmäßig entwickelt ist, insbesondere das Proletariat.

Heute gibt es kaum noch Länder auf der Welt, in denen dieser Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit noch nicht vorherrscht. Das ist auf die Globalisierung zurückzuführen. Es war früher umgekehrt. Nur in den wenigsten Ländern der Welt herrschte dieser Grundwiderspruch vor, während der Kapitalismus in den meisten Ländern entweder gar nicht vorhanden oder wenigstens noch nicht vorherrschend war. Marx klärte die Frage, ob es sich um ein kapitalistisches oder nicht-kapitalistisches Land handelt mit dem Kriterium, ob in einem Land die Volksmasse bereits von ihrem Grund und Boden expropriiert worden ist oder nicht (Karl, Marx, „Das Kapital“ - Band 23, Die moderne Kolonisationstheorie , Seite 795).

 

Die Globalisierung bringt vor allen das Streben des Kapitalismus zum Ausdruck, die ganze Welt „zu beglücken“, also in jedem letzten Winkel, in allen Ländern den Kapitalismus zur vorherrschenden Gesellschaftsform zu machen. Diesen Wandel darf man nicht übersehen, insbesondere nicht in Hinblick auf die objektiven Bedingungen der herannahenden, heranreifenden sozialistischen Weltrevolution, insbesondere bezogen auf die enorme Entwicklung der Proletarier in allen Ländern der Welt und das enorm gewachsene Vereinigungspotential. Je mehr Länder über ein vorherrschendes Proletariat verfügen, desto mehr Abteilungen hat das Weltproletariat zur Verfügung, die es in die Klassenschlacht führen kann, desto vollkommener kann sich das Weltproletariat zu einer einheitlichen Klasse herausbilden. Die großen Weltagrarmonopole sind heute längst in die Landwirtschaft der ärmsten Länder und entlegendsten Winkel der Erde eingedrungen und verdrängen die Bauern gewaltsam von ihrem Grund und Boden, verwandeln sie nicht nur in ihre Lohnarbeiter, sondern schaffen eine millionengroße Arbeitslosenarmee, zwingen die Bauern in den Hungertod oder in die Städte. Die Positionen des Proletariats waren in den meisten Ländern noch sehr, sehr schwach entwickelt bzw. war die Lohnarbeit noch die Ausnahme, während sie jetzt fast schon zur Regel geworden ist. Diese Veränderungen bedeuten natürlich eine ungeheure Verschärfung der Ausbeutung und Unterdrückung insbesondere der ehemaligen nicht-kapitalistischen Länder: Ihnen sitzt die einheimische Bourgeoisie im Nacken, der wiederum das ganze System des Weltimperialismus im Nacken sitzt – die Not und das Elend sind entsprechend groß. Ob nun hoch entwickelte oder schwach entwickelte kapitalistische Staaten, sie alle befinden sich im Widerspruch zum Weltkapital, das sie alle mehr oder weniger unterwirft. Die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern und dem Weltimperialismus drücken sich aus in den nationalen, anti-imperialistischen Befreiungskriegen und (militärischen) Interventionen der Weltimperialisten. Sie dienen auf die eine oder andere Weise der sozialistischen Weltrevolution, weil sie geeignet sind, den Weltimperialismus zu schwächen. Nicht nur die schnelle Vermehrung der Zahl der kapitalistischen Länder, sondern die vorherrschende Entwicklung der kapitalistischen Klassengesellschaft in allen Ländern der Welt stärkt die führende Position des Proletariats. Die Hegemonie des Proletariats wird zur Welthegemonie. Die alte Scheidewand zwischen den kapitalistischen und nicht-kapitalistischen Ländern wird vom Weltkapital weitestgehend beseitigt, wodurch die Hegemonie des Weltproletariats in allen Ländern der Welt tiefere Wurzeln schlagen wird:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

Die gestärkte Hegemonie des Weltproletariats stärkt die Hegemonie des Proletariats in allen Staaten der Welt. Das ist der entscheidende Weg, auf dem die Proletarier aller Länder den Grundwiderspruch in der Welt für ihre revolutionären Zwecke maximal ausnutzen können, die Führung in allen Revolutionen in ausnahmslos allen Ländern fortan übernehmen werden ! Man darf also die günstigen Bedingungen für die Ergreifung der Weltmacht durch das Proletariat nicht versäumen. Sinn und Zweck der Vereinigung ist schließlich die Machtergreifung des Weltproletariats, auch ohne auf den Augenblick zu warten, wo der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital nicht nur in allen Industrien der kapitalistischen Ländern vorherrscht, sondern auch in der Landwirtschaft vorherrscht durch die Anstrengungen des globalisierten Weltkapitalismus. Nur deswegen, weil etwa noch genügend Klassen produzierender kleiner und mittlerer ländlicher Eigentümer auf der Welt existieren, kann man nicht auf die Weltexpropriation des Privateigentums an den kapitalistischen Produktionsmitteln verzichten. Deren Expropriation muss ja deswegen nicht extra warten. Nur noch die kleinen und mittleren Einzelproduzenten müssen halt eine Zeit lang warten mit ihrer Expropriation. Je höher die Weltproduktion für landwirtschaftliche Industrialisierung (durch deren Vergesellschaftung) , desto besser die Versorgung der industrialisierten Weltlandwirtschaft, desto schneller lässt sich im nächsten Schritt die Vergesellschaftung der Weltlandwirtschaft verwirklichen und damit die Übereinstimmung der industriellen und landwirtschaftlichen Weltproduktionsverhältnisse erreichen, die werktätigen Massen in Industrie und Landwirtschaft auf der ganzen Welt vereinigen. Mit der Verdrängung des Weltkapitals aus dem Weltwarenverkehr, wird der Weg zur schließlichen Beseitigung der gesamten Weltwarenproduktion, zur Beseitigung des Weltwarenverkehrs, der Weltwarenzirkulation, beschritten. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass dieser Weg selbst für jene Länder mit mehr oder weniger zahlreichen Klassen von Klein- und Mittelproduzenten der zweckmäßigste Weg zum Weltsozialismus ist. Ist der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital weltweit aufgehoben, dann kann die nicht-kapitalistische Warenproduktion auch nicht mehr wieder zum Kapitalismus führen, denn Privateigentum an den Produktionsmitteln entstünde nur in dem Fall, wenn die Arbeitskraft als Ware wieder auf den Weltmarkt käme. Und ohne Lohnarbeit als Ware auf dem Weltmarkt kann es auch keine weltkapitalistische Produktion mehr geben. Nur in einer Welt, wo der Kapitalist die Arbeiter als Ware vereinigt, kann es Kapitalismus geben. In einer Welt, wo sich die Arbeiter ohne Kapitalisten vereinigen, kann es keinen Kapitalismus geben. Es ist die vereinigte Kraft des eigentumslosen Weltproletariats, mit der es den Klassencharakter des gesellschaftlichen Eigentums beseitigt, worauf die Eigentumslosigkeit des Weltproletariats beruhte. Der restlich verbliebenen Weltwarenproduktion sind also strenge internationale Schranken gesetzt durch die überwiegend vergesellschafteten Weltproduktionsmittel, durch die Abschaffung des kapitalistischen Systems der Lohnarbeit, der Abschaffung der Ausbeutung in jedem Land der Welt. Die weltsozialistische Warenproduktion unterscheidet sich also grundlegend von der kapitalistischen Weltwarenproduktion und darf also nicht mit ihr verwechselt werden.



3.

Die kapitalistischen Länder der Welt stehen nicht nur gemeinsam im Widerspruch zum Weltimperialismus, zum Weltkapital, sondern dadurch auch im Widerspruch zueinander:

Widersprüche unter allen kapitalistischen Ländern der Welt

Das Weltkapital, dass die kapitalistischen Länder in Konkurrenz zueinander bringt, verschärft dadurch die Widersprüche untereinander. So helfen die kapitalistischen Länder einerseits das Weltkapital zu vermehren, um es an die Weltimperialisten zu verlieren, verschärfen sie gezwungenermaßen die doppelte Ausbeutung, um sowohl die Weltbourgeoisie als auch die Bourgeoisie im eigenen Land mit höchsten Profiten versorgen zu können. Die Ruinierung der Länder ist also eine doppelte, die Ruinierung durch den Weltmarkt im Allgemeinen und die Ruinierung durch jedes andere Land im Besonderen. Es treten also nicht nur die imperialistischen Großmächte, sondern alle kapitalistischen Länder auf allen Märkten der Welt auf, verschärfen sich die Gegensätze aller kapitalistischen Länder im Kampf um Absatzmärkte, Rohstoffquellen, Einflusssphären usw. Dadurch verschlimmert sich mit der Weltkrise die Krise in jedem kapitalistischen Land. Das Weltkapital erzeugt auf der ganzen Welt dieselben Verhältnisse zwischen den Klassen der Gesellschaft und vernichtet dadurch die nationalen Besonderheiten.

 

Und endlich, während die Bourgeoisie jeder Nation noch aparte nationale Interessen behält, schuf die große Industrie eine Klasse, die bei allen Nationen dasselbe Interesse hat und bei der die Nationalität schon vernichtet ist, eine Klasse, die wirklich die ganze alte Welt los ist und zugleich ihr gegenübersteht“ (MEW, „Deutsche Ideologie“, Band 3, Seite 60).

 

Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der einzelnen Länder hält die Internationalisierung des proletarischen Klassenkampfes nicht auf. Die Arbeiter der großen Weltindustrie reißen die Arbeiter aller Länder mit sich fort. Die weiterentwickelten kapitalistischen Länder reißen die sich gerade kapitalistisch entwickelnden Länder mit sich fort. Die Weltproduktion macht die internationale Vereinigung aller existierenden Produktivkräfte notwendig zur Befriedigung der weltweiten Bedürfnisse des Kapitals.

 

4.

Die Gruppe der groß-imperialistischen Länder, die ihre eigenen Hegemoniebestrebungen natürlich nicht aufgegeben haben, werden von der Krise des gesamten weltimperialistischen System gezwungen, einheitlich vorzugehen, bietet ihnen dieses System einen gewissen Schutz für ihre gemeinsamen imperialistischen Interessen, genauso wie die weitere Existenz des Weltimperialismus nur durch eine gewisse Einvernehmlichkeit und Koordinierung unter den stärksten imperialistischen Länder aufrechterhalten kann. Damit wird das Raubgesetz des Imperialismus natürlich nicht aufgehoben. Der Weltimperialismus hat die Gegensätze unter den Imperialisten nicht etwa beseitigt, sondern weiter verschärft:

 

Widersprüche zwischen den einzelnen imperialistischen Großmächten,

 

die als imperialistische Räuberbande die Welt gemeinsam ausbeuten und unterdrücken, dabei untereinander aber um die Rangordnung kämpfen müssen – zum Beispiel im Bündnis mit der herrschenden Großmacht bzw. im Bündnis gegen sie. Sie streben alle nach Hegemonie, nach Weltherrschaft, nach einem möglichst großen Anteil an der Weltbeute und scheuen nicht davor zurück, sich die Beutestücke gegenseitig wieder abzujagen. Ihnen ist jedes Mittel- also auch und gerade der imperialistische Raubkrieg und die militärischen Interventionen - Recht, um untereinander die Absatzmärkte, die Rohstoffquellen, die Einflusssphären usw. neu zu verteilen.

Die alte Konstellation des „Kalten Krieges“ zwischen den beiden Supermächte ist so nicht mehr gültig und somit auch nicht mehr der Widerspruch zwischen den beiden Supermächten und den anderen imperialistischen Ländern. Sie können nicht mehr ausgenutzt und vertieft werden. Durch Negation der Negation der Supermächte wurde es dem Proletariat aber leichter, die Widersprüche auszunutzen, indem sich die ganze kapitalistische Welt zu einer Weltordnung zusammengerauft hat und nun der ganzen restlichen Welt gegenübertritt und damit eine geschlossene Weltfront eröffnet hat, wo Weltproletariat und Weltbourgeoisie poralisiert gegenüberstehen, während alles andere immer weiter in den Hintergrund rückt „Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen die imperialistischen Großmächte!“

 

5.

Widersprüche zwischen den armen und den reichen Ländern

 

Sowohl in den armen als auch in den reichen Ländern herrscht heute der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat vor, tritt also der Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat mehr oder weniger in den Vordergrund, jedenfalls mit steigender Tendenz. Was die armen und reichen Länder anbelangt, haben sich große Veränderungen vollzogen. Wenn man zum Beispiel von den armen Ländern Lateinamerikas spricht, so fällt auf, dass man zwar von einem armen Bolivien, aber längst nicht mehr von einem armen Brasilien sprechen kann. Es ist bereits ein imperialistisches Land geworden, dass andere lateinamerikanische Länder ausbeutet und unterdrückt und nicht nur Länder auf dem Lateinamerikanischen Kontinent. Ebenso gehört zum armen Kontinent Afrika der Staat Südafrika, der ebenfalls zu einem imperialistischen Land heranwächst, kann also mit den armen Ländern Afrikas nicht in einen Topf geworfen werden. Auch in Asien haben sich die Dinge gewaltig gewandelt. China, das sich gerne als „Dritte-Welt-Land“, als „Entwicklungsland“ ausgegeben hat, ist bereits zu einer sozialimperialistischen Supermacht geworden, die nach Übernahme der Weltherrschaft strebt und auch auf dem „besten“ Wege dahin ist. Im Verlauf der Globalisierung kann man also nur noch sehr bedingt von den unterdrückten Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens sprechen. Man muss die Länder auf diesen Kontinenten differenzierter als früher betrachten. Chrakteristisch ist dabei, dass die Widersprüche auf diesen Kontinenten gegenüber den „alten“ Weltimperialisten aus zwei hauptsächlichen Gründen zunehmen werden:

1. Die reichen Länder dieser Kontinente sind zu mehr oder weniger ernsthaften Konkurrenten auf dem Weltmarkt geworden und streben nach Neuverteilung der Welt, insbesondere nach Einfluss auf die armen Länder, die im neo-kolonialistischen Einflussbereich der „alten“ Imperialisten stehen.

2. Verschärft sich dadurch der Druck auf die armen Länder, die sich behaupten müssen gegen das alte und neue imperialistische Kapital und gegenüber anderen armen Ländern, mit denen sie in verschärfte (existenzielle) Konkurrenz auf dem Weltmarkt geraten. All das trägt dazu bei, dass die Widersprüche zwischen den armen und reichen Ländern immer größer werden, weil die armen Länder immer ärmer und die reichen Länder immer reicher werden. Das wird dazu führen, dass sich die ärmsten der armen Länder immer enger zusammenschließen werden, um sich gegen die Fremdherrschaft des Kapitals zu wehren. Es ist die Aufgabe des Weltproletariats, sich insbesondere mit den ärmsten der armen Länder im anti-imperialistischen Kampf zu vereinigen, diese Länder im Kampf gegen den Weltimperialismus anzuführen, sie als Reserve der sozialistischen Weltrevolution heranzuziehen. In den neuen, kapitalistischen und teilweise imperialistischen Ländern, insbesondere auf den Kontinenten Lateinamerikas, Afrikas und Asiens wächst ein starkes, riesiges Proletariat heran, das zur großen, ernstzunehmenden Abteilung des Weltproletariats wird, also eine bedeutende Rolle in der sozialistischen Weltrevolution zu spielen fähig sein wird.

Bei den reichen Ländern ist aber auch nicht alles beim Alten geblieben. Es ist auf Grund des verschärften Konkurrenzkampfes der Globalisierung einiges in Bewegung gekommen. Manche Länder sind dadurch in ernste Schwierigkeiten ja in tiefe Krisen geraten, sind verschuldet und dem Bankrott nahe. Sowohl in den armen Ländern als auch in den verarmenden reichen Ländern sind große Auswandererbewegungen zu verzeichnen. So wie die Globalisierung arme Länder reich gemacht hat, macht sie reiche Länder umgekehrt auch arm, schrumpft ihr Anteil am Weltmarkt, steigt die Armut also in allen Ländern der Welt, während der Reichtum (einer kleinen Schicht von Reichen) in allen Ländern der Welt zunimmt. Weder die Armut, noch der Reichtum kennt nationale Schranken. Es geht auf der Welt derzeit zu wie im „Wilden Westen“, wie in den Zeiten der Goldgräber, wo Leben und Tod nur ein kurzes Gastspiel gaben. Die Reichen betrachten die Welt nur noch als ihren Selbstbedienungsladen, parasitärer, faulender, sterbender Weltmonopolismus – Zersetzung und Zerfall sowohl in den armen als auch in den reichen Ländern. Durch die Globalisierung sind die Würfel der Neuverteilung von Rohstoff- und Absatzmärkten neu geworfen worden, und werden sie ständig wieder neu geworfen, spitzt sich die Lage von Tag zu Tag zu (Raubkriege und nationale Befreiungskriege, revolutionäre Erhebungen, Aufstände werden rasant ansteigen, die sozialistische Weltrevolution ankündigen!), sind die Widersprüche in der Welt dynamischer geworden, kann man durchaus von einer Zweiteilung der Welt sprechen, von der armen Welt und von der reichen Welt, deren lebendige Grenze durch alle Kontinente und alle Länder, durch alle Städte und Dörfer der Welt verläuft. Die große, vereinigte arme Welt wird der kleinen Welt der Reichen den Krieg erklären, sie sprengen und sich über sie erheben. Der globale Krieg zwischen arm und reich hat längst begonnen – angeführt von den Kriegsgegnern Weltproletariat und Weltbourgeoisie.



6.

Wie verhält es sich mit dem einstigen Hauptwiderspruch der Welt, nämlich dem zwischen Kapitalismus und Sozialismus?

 

„Weggefallen“ sind die ehemaligen Widersprüche zwischen dem Lager des Kapitalismus und dem Lager des Sozialismus, weswegen wir heute auch nicht mehr vom kapitalistischen Lager sprechen dürfen, sondern nur noch vom Weltkapitalismus. Wir konnten aber auch nur bedingt vom einstigen sozialistischen Lager sprechen, weil es nur zwei wirklich marxistisch-leninistische Länder in diesem Lager gab. Der Weltimperialismus ist von seinem Klasseninteresse natürlich daran interessiert, glauben zu machen, dass es überhaupt keinen Widerspruch mehr zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt, weil er an der Macht bleiben will. Wenn also der Sozialismus nicht mehr an der Macht ist, so heißt das nicht etwa , dass der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus nicht mehr existiert. Im Gegenteil, er ist jetzt auf höherer Stufe wieder aufgetaucht, nur noch nicht in seiner materialisierten Form. Wir sprechen hier korrekterweise also nur von der ehemaligen, also historischen Form des Widerspruchs zwischen dem Kapitalismus und dem real existierenden Sozialismus in der Sowjetunion Lenins und Stalins und dem Albanien Enver Hoxhas, der durch die Restauration des Kapitalismus beseitigt wurde.

Mit der gewaltsamen Beseitigung des letzten sozialistischen Landes, mit der Beseitigung des sozialistischen Albaniens ist eine völlig neue Situation in der Welt entstanden:

 

Es gibt nicht mehr zwei Welten, sondern nur noch die eine, die kapitalistische Welt. Das bedeutet, dass die aus der Existenz zweier Welten entwickelte Generallinie des Weltkommunismus überholt ist und unbedingt revidiert werden musste, was mit der Generallinie der Komintern/ML auch vollzogen wurde.

 

Und diese historische Rückentwicklung der zwei Welten in nur noch eine Welt, das ist genau das, was die Revisionisten vehement zu leugnen versuchen, weswegen sie uns Marxisten-Leninisten als Sektierer, Dogmatiker, als Feinde des Sozialismus, als Feinde des Anti-Imperialismus, als Feinde des Anti-faschismus behandeln usw. usf.. Hier haben wir insbesondere einen entschlossenen Kampf gegen die Revisionisten zu führen, die sich über eins einig sind, nämlich die noch existierenden revisionistischen Länder als „sozialistische“ Länder auszugeben, die es angeblich zu verteidigen gilt. Wer die revisionistischen Länder als „sozialistische“ Länder verteidigt, verteidigt den Weltimperialismus, ob er das nun will oder nicht. Diesem Argument liegt die revisionistische „Theorie“ zu Grunde, dass durch internationale, solidarische „Massenbewegungen“ Mehrheitsverhältnisse möglich wären. Daraus würde sich dann ein neues, sich mit den „sozialistischen“ Ländern solidarisierendes „sozialistisches Weltlager“ herausbilden, das das kapitalistische Lager einfach mehrheitlich „überstimmt“ . Nun, den Wegfall des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Sozialismus von der Weltbühne, nämlich die Restauration des Kapitalismus im letzten sozialistischen Land und damit auch die Restauration der einen kapitalistischen Welt, haben wir ja gerade diesen Revisionisten zu verdanken, so dass wir die revisionistischen, sozialimperialistischen und sozialfaschistischen Länder als besondere Typen kapitalistischer Länder, als Feinde des Weltproletariats, als Feinde des Kommunismus, als Feinde des Marxismus-Leninismus, als Feinde des proletarischen Internationalismus, also als Unterdrücker und Ausbeuter des eigenen Proletariats und als Handlanger und Erfüllungsgehilfen des Weltimperialismus zu bekämpfen und nicht etwa zu unterstützen haben. Die Revisionisten vertreten die Theorie, dass der Widerspruch zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen System nicht revolutionär gelöst wird, dass sich vielmehr die sozialistischen Produktionsverhältnisse des Sozialismus „eines“ Landes im Weltmaßstab „ausdehnen“ und somit die kapitalistischen Produktionsverhältnisse im Weltmaßstab „verdrängen“ würden. Sozusagen sei die Lösung des Widerspruchs der beiden Weltsysteme schon ganz allein (also selbstauslösend, automatisch, zwangsläufig, garantiert usw.) durch den Sozialismus eines einzigen Landes möglich. Es ist richtig, dass der Keim zur Lösung des kapitalistischen Grundwiderspruchs schon im Keim eines einzigen sozialistischen Landes enthalten ist, denn schließlich trägt auch der Sozialismus eines noch so kleinen Landes stets den internationalistischen Keim der Befreiung des Proletariats aller Länder in sich, wirkt er als Basis und Hebel der Weltrevolution, aber nicht losgelöst von den gesamten Bedingungen der weltrevolutionären Entwicklung, nicht losgelöst von der Entwicklung des Weltproletariats. Das sozialistische Land als Basis und Hebel der Weltrevolution kann nur wirksam werden unter der Führung des Weltproletariats in der proletarischen Weltrevolution. Im engeren Sinne kann sich ein sozialistisches Land nur als Glied der sozialistischen Welt zum Kommunismus entwickeln, ansonsten wird es früher oder später vom Kapitalismus restauriert. Die proletarische Weltrevolution ist nicht das Werk eines einzigen sozialistischen Landes, sondern ein gemeinsames Werk unter der Führung des Weltproletariats. Das Weltproletariat kann nur sich selbst führen, kann nicht von einem sozialistischen Land, nicht von einem Proletariat geführt werden, das lediglich die Funktion der Basis und des Hebels des Weltproletariats übernehmen kann, aber eben nicht mehr.

 

Stalin hat von einem „tiefgehenden Irrtum“ gesprochen:

... dass es für einen Marxisten nicht anhängig ist, solche verschiedenen Erscheinungen wie `den Sieg des Sozialismus in einem Lande` und den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab` zu vermengen, in einen Topf zu werfen. Man darf nicht vergessen, dass sich in diesen verschiedenartigen Erscheinungen zwei vollkommen verschiedene Epochen widerspiegeln, die sich voneinander nicht nur zeitlich (was sehr wichtig ist), sondern auch ihrem ganzen Wesen nach unterscheiden.

Die Periode des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab unterscheidet sich eben vor allem von der Periode des Sieges des Sozialismus in einem Lande dadurch, dass sie den Imperialismus in allen Ländern liquidiert, den Drang, andere Nationen zu unterwerfen, sowie die Furcht vor der Gefahr der nationalen Unterjochung beseitigt, das nationale Misstrauen und die nationale Feindschaft radikal untergräbt, die Nationen in einem einheitlichen System einer sozialistischen Weltwirtschaft vereint und somit die realen Bedingungen schafft, die für eine allmähliche Verschmelzung aller Nationen zu einem Ganzen notwendig sind.“ (Stalin, „Die nationale Frage und der Leninismus“, 1929).

 

Und die Komintern / ML hält es für einen weiteren „tiefgehenden Irrtum“, zu glauben, dass wir uns noch in der Epoche des „Sozialismus in einem Lande“ befinden. Wer die beiden Entwicklungsstufen des Sozialismus nicht unterscheiden kann, der kann schwerlich erkennen, dass wir uns bereits an der Schwelle des Untergangs des Weltimperialismus, also an der Schwelle der Epoche des Sozialismus im Weltmaßstab befinden, dass es unsere Aufgabe als Kommunisten ist, das ganze Wesen des Sozialismus im Weltmaßstab wissenschaftlich herauszuarbeiten.

Der Sieg des Sozialismus in einem Lande und die Liquidierung des Imperialismus in einem Lande bedeutete noch lange nicht die Liquidierung des Weltimperialismus, bedeutete noch lange nicht den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab. Und deswegen „verteidigten“ die Revisionisten den Sozialismus in einem Lande gegenüber dem Sozialismus im Weltmaßstab, oder besser gesagt, verrieten sie den Sozialismus im Weltmaßstab, indem sie den Sozialismus in einem Land den Weltimperialisten zum Fraß vorwarfen und dem Weltimperialismus halfen, sich global über alle Länder der Welt auszubreiten, anstatt ihn in allen Ländern zu liquidieren, wie es das Ziel des Kommunismus ist. Die ersten Kinder des Sozialismus sollten ihre Mutter, die sozialistische Welt nicht zu Gesicht bekommen. Alle revisionistischen Vorstellungen über die Lösung des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit, nämlich die weltrevolutionäre Beseitigung dieses Widerspruchs, widersprechen vollkommen der marxistisch-leninistischen Auffassung hierüber. Mit der Komintern begruben die Revisionisten eben auch die proletarische Weltrevolution, versuchten sie den Entwicklungsgang des Sozialismus auf seiner ersten Stufe einzufrieren und abzuschließen, taten sie alles, um seinen Sieg im Weltmaßstab zu verhindern. Das ist der eigentliche Verrat der Revisionisten an der Komintern. Aus dem weltrevolutionären Klassenkampf der sozialistischen Welt wurde der friedliche Wettbewerb zwischen dem „kapitalistischen und sozialistischen Lager“. Die Revisionisten erklären dies mit einem „Ausnahmefall“, nämlich die Aufhebung des Widerspruchs zwischen sozialistischer und kapitalistischer Welt durch die Wirksamkeit eines neuen Verhältnisses der Pole auf dem Wege qualitativer Veränderungen in der sozialistischen Welt. Durch eine sukzessive Verdrängung der kapitalistischen durch die sozialistischen Produktionsverhältnisse würde der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus im Weltmaßstab gelöst werden können, von revolutionärer Umwälzung, von revolutionärer Beseitigung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse im Weltmaßstab also keine Rede. Dadurch dass die sozialistische Welt einen nicht-antagonistischen Widerspruch nach dem anderen löse, wäre zwangsläufig irgendwann ein qualitativer Sprung zur Überwindung der antagonistischen Widersprüche in der kapitalistischen Welt möglich, könne man also mit dem Instrument der Lösung nicht-antagonistischer Widersprüche in der sozialistischen Gesellschaft auch die antagonistischen Probleme des Kapitalismus lösen. Mit anderen Worten: Um den ersten Sozialismus zu schaffen bräuchte man zwar noch die sozialistische Revolution, aber ist der Sozialismus erst einmal „hergestellt“, „existiert“ er erst einmal, dann entwickelt er sich über Ländergrenzen hinweg , dann „erledigt“ die sozialistische Welt die kapitalistische Welt auch ohne sozialistische Revolution, quasi in Form einer Synthese, einer Assimilation, bzw. in einem allmählichen Anpassungsprozess der kapitalistischen Produktionsverhältnisse an die sozialistischen Produktionsverhältnisse oder einfacher ausgedrückt: die schlichte, unmerkliche aber stetige Einverleibung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die allein aus dem friedlichen Wettbewerb der Systeme bzw. aus der Konkurrenz zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Welt entstehen würde. Das Gegenteil aber trat ein und war ja auch von den Revisionisten nicht anders beabsichtigt.

Was den Kampf zwischen den beiden Weltsystemen anbelangt, so muss man natürlich berücksichtigen, dass es zwei entgegengesetzte schädliche Neigungen gibt, die sich einander ergänzen, indem sie beide die objektive Betrachtung dieses Widerspruches trüben:

Erstens die Neigung, in der stärksten Phase der revolutionären Bewegung dessen Möglichkeiten zu überschätzen und

zweitens, in der Zeit des Niedergangs der revolutionären Bewegung diese zu unterschätzen.

 

In der Moskauer Erklärung wurde 1957 betont, dass das sozialistische Lager viel mächtiger als das imperialistische Lager sei. Ist das historisch richtig? Man muss das mit dem Datum klären: 1957 gab es keine Sowjetunion Lenins und Stalins und damit keine Führerin des sozialistischen Lagers mehr. Wie soll aber ein führungsloses Lager mächtiger als das imperialistische Lager sein, das damals von einem mächtigen USA-Imperialismus geführt wurde ? Und die anderen sich sozialistisch nennenden Länder ? Heute wissen wir, dass es außer der Sowjetunion Lenins und Stalins und des Albaniens Enver Hoxhas keine wirklich sozialistischen Länder auf der Welt gab, wenn man sie denn ehrlich unter die marxistisch-leninistische Lupe nimmt. Man kann höchstens von einem „sozialistischen Lager“ sprechen, das mit der Gründung des Sozialismus in Albanien begann und mit dem Tod Stalins endete, spätestens aber mit dem XX. Parteitag der KPdSU. Man war sich damals aber noch nicht bewusst darüber, dass die KPdSU (B) Lenins und Stalins und die PAA Enver Hoxhas die einzigen wahrhaft bolschewistischen Parteien im so genannten sozialistischen Lager waren. Es handelte sich somit nur faktisch um ein sozialistisches Lager „an sich“, aber nicht um ein wirklich sozialistisches Lager „für sich“, denn es war sozusagen eingebettet in einem Lager, dem auch Länder angehörten, die sich zwar alle sozialistisch nannten, aber tatsächlich unter revisionistischem Einfluss standen, von revisionistischen Parteien, von Verrätern geführt wurden, die sich nur nicht offen ans Tageslicht trauten, solange Stalin noch lebte, die nur der Form nach, aber nicht inhaltlich zum sozialistischen Lager gehörten. Hier handelt es sich also milde ausgedrückt, um eine Überschätzung des Sozialismus zur damaligen Zeit.

Wohl gab es eine starke Tendenz der Entwicklung hin zum sozialistischen Lager, aber eben eine noch stärkere Tendenz zum revisionistischen Lager, zum Verrat am sozialistischen Lager, und diese letztere Tendenz hat sich dann ja auch historisch durchgesetzt. Im Ergebnis kann man jedenfalls feststellen, dass es 1957 im Grunde genommen gar kein sozialistisches Lager gegeben hat, sondern ein revisionistisches Lager, das sich zudem schon (ab)zuspalten begann. Albanien hat sich also als einziges sozialistisches Land nicht etwa vom sozialistischen Lager, sondern vom revisionistischen Lager Chruschtschows abgespalten. Jugoslawien und China haben sich hingegen als revisionistische Länder vom revisionistischen Lager Chruschtschows abgespalten ( die „Polemik“, die die chinesischen Revisionisten 1963 veröffentlichen, ist eine durch und durch revisionistische Generallinie – nachzulesen in der Generallinie der Komintern/ML).

Albanien war 1957 das einzige sozialistische Land auf der Welt und bis zu seiner kapitalistischen Restauration ist nicht ein einziges sozialistisches Land dazugekommen, um im eigentlichen Sinne von sozialistischem Lager sprechen zu können. Unserer Meinung nach war also das imperialistische Lager stark genug, um das sozialistische Lager schon in seiner Entstehungsphase zur Kapitualtion zu zwingen, konnte es sich bei der inneren Zersetzung des sozialistischen Lagers erfolgreich auf den Revisionismus stützen. Fakt ist, dass der Imperialismus vermittels des Revisionismus an der Macht den Weg zum Weltsozialismus verbaut und den Weg zum Weltimperialismus geebnet hat. Fakt ist, dass sich aus der starken Sowjetunion Lenins und Stalins kein sozialistisches Lager entwickelt hatte, das „stärker als das imperialistische Lager“ gewesen wäre, und auch aus dem anti-revisionistischen Kampf Albaniens hat sich kein einziges revisionistisches Land in ein sozialistisches Land verwandeln können, ist es nicht zu einem anti-revisionistischen neuen sozialistischen Lager gekommen, das das imperialistische Lager hätte in die Knie zwingen können. Das ist Grund genug, um die Lösung des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Sozialismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus erneut zu beleuchten, kritisch von revisionistischen Standpunkten zu reinigen und neue Wege zu seiner Lösung aufzuzeigen.

 

Weltproletariat – vereinige alle revolutionären Kräfte zum Schutze der Sowjetunion Lenins und Stalins!“ ; „Weltproletariat - vereinige alle revolutionären Kräfte zum Schutze des sozialistischen Albanien Enver Hoxhas!“

 

- Das waren die beiden korrekten Formeln des proletarischen Internationalismus im weltrevolutionären Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus zu jener Zeit, als der Hauptwiderspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus auf der Welt noch existierte.

In der »Polemik« konzentriert sich die Lösung der Widersprüche in allen Ländern »nur auf die „Revolutionen der Völker«, die „Revolutionen der Proletarier aller Länder“ stehen in der »Polemik« nicht im Vordergrund und schon gar nicht in den revisionistischen Ländern, in denen der Kapitalismus restauriert wurde. Die Konzeption von den „drei Welten“ ist eine anti-marxistisch-leninistische Konzeption des chinesischen Sozialimperialismus. „Die Vorstellung von der Existenz freier Welten oder von der Dreiteilung der Welt beruht auf einer rassistischen und metaphysischen Weltanschauung, die eine Ausgeburt des Weltkapitalismus und der Reaktion ist“ (Enver Hoxha, „Imperialismus und Revolution“, Seite 294).

Jetzt ist der Widerspruch zwischen der kapitalistischen Weltordnung, zu der sich die imperialistischen Länder zusammengeschlossen haben, ohne dabei ihre Widersprüche untereinander zu verlieren, und den Ländern der ganzen restlichen Welt hinzugekommen, während der Widerspruch zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Welt vorübergehend „verschwunden“ ist. Die weltimperialistische Form des Kapitalismus hat die Tendenz, die Weltbourgeoisie als Klasse zusammenzuschließen. Diese globalisierte Form des Kapitalismus sprengt die zu eng gewordenen nationalen Schranken, ordnet die Nationen dem internationalen Gesetz des Kapitalismus unter. Der Weltkapitalismus schließt somit die ganze „zivilisierte Welt“ zusammen gegen den „Rest der Welt“. Dabei bedient sich das Weltkapital auch dem Zusammenschluss aller Staatsmächte der „zivilisierten Welt“, üben diese gemeinsam die Weltherrschaft und Weltausbeutung aus, schafft sich die Weltbourgeoisie ihre internationalen Instrumente ihrer Klassenherrschaft (Weltmilitarismus nach außen, Weltfaschismus nach innen) mit Hilfe des Weltapparats ihrer bürokratischen Oberschicht. Der Einfluss der nationalen Bourgeoisien auf die Massen in den einzelnen Ländern sinkt in dem Maße, wie der Einfluss der internationalen Bourgeoisie wächst. Die internationale Krise der nationalen Bourgeoisien verbessert die objektiven Bedingungen für die sozialistische Revolution in den einzelnen Ländern, erzeugt in den einzelnen Ländern in verschärftem Maße und größerem Umfang revolutionäre Krisen, die nicht ohne Einfluss auf die sozialistische Weltrevolution bleiben werden, das heißt, die Bedingungen für die sozialistische Weltrevolution verbessern, durch die Verschärfung, Vertiefung und Ausbreitung der revolutionären Weltkrise. Die sozialistische Weltrevolution kommt durch die Krise der globalisierten kapitalistischen Weltwirtschaft zum Ausbruch. Die Weltdiktatur des Finanzkapitals weicht der Weltdiktatur des Proletariats auf Grund der parasitären, verfaulenden und sterbenden sozio-ökonomischen Bedingungen der imperialistischen Weltordnung. Dadurch stehen die Unterdrückten und Ausgebeuteten auf der ganzen Welt einer internationalen Weltmacht gegenüber, wird jede proletarische Aktion, wird jede proletarische Bewegung mit dieser Weltmacht konfrontiert, nimmt sie also immer mehr internationalen Charakter und internationale Form an, stehen sich Weltproletariat und Weltbourgeoisie im internationalen Klassenkampf gegenüber. Der heutige Hauptfeind ist die gesamte imperialistische Weltordnung, die zur Zeit noch vom US-Imperialismus angeführt wird. Die globalisierte kapitalistische Welt untergräbt den Einfluss ihrer international bestochenen Oberschicht auf das Weltproletariat, untergräbt den Einfluss des Sozialimperialismus auf die Massen. Das ist das Ergebnis des Zerfalls des modernen Revisionismus, des Zerfalls des Sozialimperialismus, der Untergrabung seines Einflusses auf die Weltmassen.

 

 

 

Der Widerspruch

zwischen Kapitalismus und Kommunismus

 

 

ist nicht etwa dadurch verschwunden, dass das letzte Land des Sozialismus in den Kapitalismus restauriert wurde. Dieser Widerspruch wirkt so lange fort, wie sich Weltbourgeoisie und Weltproletariat feindlich gegenüberstehen und selbst im Kommunismus werden die letzten Spuren der Vergangenheit des Kapitalismus, die alten Muttermerkmale des Kapitalismus nie 100% verschwunden sein. Nur wirkt dieser Widerspruch nach der Beseitigung des letzten sozialistischen Landes Albanien natürlich ganz anders fort. Die erste Epoche des Sozialismus „in einem“ Lande ist damit gewaltsam zum Abschluss gebracht worden. Das Proletariat hat historisch bewiesen, dass es sich ein Land aus der Kette des Weltimperialismus herausbrechen konnte. Damit zwang es die kapitalistischen Länder, sich gegen den Sozialismus weltweit zu vereinigen, das heißt die Flamme der sozialistischen Weltrevolution durch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung zu löschen. Diese weltweite Vereinigung der kapitalistischen Länder bringt jetzt unvermeidlich das vereinigte Weltproletariat hervor, also jene einzigartige gesellschaftliche Kraft, die in der Lage ist, den Sozialismus von der ersten Stufe des Sozialismus „in einem“ Land auf die zweite Stufe des Sozialismus im Weltmaßstab zu heben durch den Sieg seiner sozialistischen Weltrevolution. Ein sozialistisches Proletariat „in einem“ Land konnte noch kapitalistisch-revisionistisch umkreist werden. Diese tödliche Waffe ist gegenüber dem Weltsozialismus des Weltproletariats zur Wirkungslosigkeit verurteilt und garantiert damit dem Sozialismus endlich seinen dauerhaften Sieg über den Kapitalismus im Weltmaßstab. Der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist also nicht beseitigt, sondern nimmt auf höherer Stufe nur eine neue Form an, eine globalisierte Form, die höhere Form also, die das Proletariat endgültig zum Sieg führen kann, nicht zum Sieg über den Kapitalismus in diesem oder jenen Land, sondern zum Sieg über den Kapitalismus in allen Ländern. Dementsprechend formieren sich die Kräfte des Kommunismus und Anti-Kommunismus, die Kräfte des Kapitalismus und Anti-Kapitalismus sowohl im Weltmaßstab wie in jedem Land völlig neu, also auf qualitativ höherer Stufe.

Die kommunistischen und anti-kommunistischen Kräfte stehen sich weiterhin in zwei feindlichen Weltlagern gegenüber, wobei das Weltlager der kommunistischen Kräfte durch die Globalisierung der anti-kommunistischen Kräfte unvermeidlich selber zur Globalisierung gezwungen sein wird. Je weiter der Kapitalismus seine Weltallmacht globalisiert, globalisiert er dadurch also auch die Kräfte des Anti-Kapitalismus, globalisiert er den anti-kapitalistischen Widerstand in allen Ländern der Welt – verschärft sich also der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus nicht nur, sondern nimmt eine neue Qualität an. Der globale Kapitalismus hebt den Anti-Kapitalismus erstmals und unvermeidlich auf eine globale Stufe. Es gab bis heute nur einen wahren Anti-Kapitalismus – den Kommunismus und in Zukunft wird es auch nur einen wahren globalen Anti-Kapitalismus geben – den Weltkommunismus. Der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist heute bereits zu einem Widerspruch zwischen Weltkapitalismus und Weltkommunismus geworden, der auch nur noch im Weltmaßstab gelöst werden wird. Das Weltproletariat vereinigt die Kräfte des Anti-Weltkapitalismus, vereinigt die Kräfte des Weltkommunismus gegen den Weltkapitalismus.

Natürlich kann man – so wie man von dem Widerspruch von der Diktatur der Bourgeoisie und der Diktatur des Proletariats in einem Lande spricht - auch vom Widerspruch von der Diktatur der Weltbourgeoisie und der Diktatur des Weltproletariats sprechen, aber während im nationalen wie auch im internationalen Maßstab das übereinstimmende Wesensmerkmal darin besteht , dass es nur eins von beidem und nicht beides gleichzeitig geben kann, dass das Eine das Andere aufhebt und beseitigt, so besteht der entscheidende Unterschied dieses Widerspruchs im nationalen und internationalen Maßstab eben darin, dass die Diktatur der Weltbourgeoisie nur durch eine neue Diktatur, die des Weltproletariats, abgelöst und beseitigt wird, während die Diktatur des Weltproletariats – also im Gegensatz zu allen anderen proletarischen Diktaturen – die einzige Diktatur ist, die jegliche Diktatur einer Klasse über eine andere für immer aufheben und beseitigen kann und wird. Das ist der qualitative Unterschied des Sozialismus in „einem“ Lande und dem Weltsozialismus. Das ist der historische Entwicklungsweg des Sozialismus. Das ist der historische Lösungsweg des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Die Revisionisten kämpfen daher heute nur für den alten Sozialismus in „einem“ Land. Die Kommunisten kämpfen für den neuen Sozialismus, für den Weltsozialismus. Das ist der Widerspruch zwischen den weltrevisionistischen Kräften des Sozialismus in Worten und des Kapitalismus in Taten auf der einen Seite und den weltrevolutionären Kräften, bei denen der Sozialismus in Wort und Tat übereinstimmt. Das ist der Widerspruch zwischen den weltrevolutionären Kräften, die die erste Stufe des Sozialismus auf zweiter Stufe fortsetzen und weiter entwickeln wollen und jenen weltrevisionistischen Kräften, die davor Angst haben, über die erste Stufe des Sozialismus hinauszugehen, die auf der ersten Stufe des Sozialismus stehen bleiben möchten, auf der dieser für sie kapitalistisch restaurierbar bleibt. Was sie wollen, ist ein Sozialismus mit kapitalistischer Zusatzversicherung.

 

Es wächst jetzt der Widerspruch zwischen den Kräften, die bestrebt sind, die kapitalistische Weltordnung aufrechtzuerhalten und denjenigen, die für ihren Sturz und für die Errichtung und Aufrechterhaltung der sozialistischen Weltordnung kämpfen. Insofern kann man auch davon sprechen, dass sich das Lager des Kapitalismus und das Lager des Kommunismus in der Welt vergrößern werden. Vom Ausgang des Kampfes zwischen dem Weltkapitalismus und dem Weltkommunismus hängt die Zukunft der Menschheit ab. Wer die stärksten Weltkräfte um sich vereinigen kann, der wird diesen Kampf letztendlich gewinnen. Noch sind die Kräfte der Weltkommunisten äußerst schwach, aber es gelingen ihnen bereits intellektuelle Siege, die ihre wachsende Kraft ankündigen. Die Weltkräfte des Kommunismus werden über die Weltkräfte des Kapitalismus siegen und damit den Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus seiner endgültigen Lösung zuführen.

 



Vereinigung

– das heißt Überwindung der Spaltung und Zersplitterung

 


Proletarier aller Länder – vereinigt euch!- undWeltproletariat – vereinige alle Länder!“ sind die beiden Formeln zur Überwindung der globalen Spaltung des Weltproletariats und zur Überwindung der nationalen Spaltung der Proletarier aller Länder = internationalistische Lösung der sozialen und politischen Frage sowohl im nationalen als auch im internationalen Maßstab.

 


Nicht die Nationen voneinander zu trennen ist unsere Aufgabe, sondern die Arbeiter aller Länder zusammenzuschließen“ (Lenin, Band 19, Seite 545).


Wichtig für uns ist nicht, wo die Staatsgrenze verläuft, sondern, dass das Bündnis zwischen den Werktätigen aller Nationen zum Kampf gegen die Bourgeoisie aller Nationen erhalten bleibt“ (Lenin, Band 26, Seite 340).


Nur ein sozialistisches Bündnis der Werktätigen aller Länder wird jeden Boden für nationale Hetze und nationalen Hader beseitigen“ (ebenda, Seite 341).


Wir glauben (...) an die internationale Solidarität der werktätigen Massen, die alle Hindernisse und Schranken auf dem Wege des Kampfes für den Sozialismus überwinden werden“ (ebenda, Seite 343).


Die Vereinigung der Nationen zu einer höheren, sozialistischen Einheit, ist heute durch die Globalisierung, durch die internationale Vereinigung des Kapitals, schon längst vorbereitet worden und lässt sich durch die Spaltertätigkeit unter den Nationen nicht auf Dauer aufhalten. Im Gegenteil: je größer das Schüren der Feindschaft unter den Nationen, desto größer der Wille, desto stärker die revolutionäre Bewegung, für ihre Einheit. Die Einheit der Nationen, die Überwindung ihrer Spaltung, kann aber nicht von der Weltbourgeoisie, sondern nur vom Weltproletariat hergestellt werden, indem es die Nationen von der Knute des Weltkapitals befreit : „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“


Die Vereinigungsfrage wird dabei immer mehr zu eine Frage der Überwindung der Spaltung, denn die Vereinigungsfrage findet stets unter den Bedingungen des Klassenkampfes statt, also nicht ohne Ausnutzung sämtlicher Formen der Bekämpfung der Vereinigung durch die gegnerische Klasse. Die Bourgeoisie weiß seit über 150 Jahren, dass sie damit rechnen muss, dass die vereinigten Arbeiter eine Weltmacht darstellen. Es liegt schließlich im Selbsterhaltungstrieb jeder gegnerischen Klasse, den Vereinigungsprozess des Gegners zu stören, zu hemmen, zu bremsen etc. Stehen sich antagonistische Klassen gegenüber, so bedeutet der Tod des Gegners das eigene Leben, das Leben des Gegners den eigenen Tod. - Also der Klassenkampf ist erst entschieden, wenn die Macht der gegnerischen Klasse vollkommen beseitigt ist. Spaltung und Zersplitterung dienen also der Liquidierung der Waffen des Gegners, insbesondere seiner politischen Organisationen.

Im internationalen Klassenkrieg zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie ist die Spaltung der gegnerischen Klasse daher außerordentlich nützlich für die eigene Vereinigung zur Eroberung/Aufrechterhaltung der Macht bzw. Rückeroberung der neuen / Wiederherstellung der alten Macht usw. usf. Das ist ein allgemeines Gesetz eines jeden antagonistischen Klassenkampfes.

Zweifellos versucht sowohl das Proletariat als auch die Bourgeoisie dieses allgemeine Klassenkampfgesetz für die eigene Strategie und Taktik maximal auszunutzen. Das Weltproletariat ist verloren, wenn es sich passiv auf den spontanen Verlauf der Vereinigung aller Länder verlässt und das revolutionäre Geschehen in jedem Land abwartet. Dies kann nie zum Erfolg führen, wenn es dabei nicht aktiv die Spaltungs- und Zersplitterungsversuche des Klassengegners zentralistisch, internationalistisch bekämpft, mit denen dieser den Vereinigungswillen und die Vereinigungskraft des Proletariats lähmt. Bisher siegten die Konterrevolutionen meistens nicht deswegen,

 

weil sie ihren Feind vernichteten, sondern weil dessen Kräfte zersplittert waren, weil das Proletariat in den verschiedenen Ländern einen unterschiedlichen Reifegrad aufwies. Die vereinigten Feinde der Arbeiterklasse siegten um den Preis des Aufschubs der Entscheidungsschlacht, wobei aber zugleich jene Quelle erweitert und vertieft wurde, die - vielleicht langsamer als wir es wünschten, doch unaufhaltsam – die Zahl der Proletarier vermehrt, ihren Zusammenschluss fördert, sie im Kampf stählt und sie Aktionen gegen den vereinigten Feind lehrt. Diese Quelle ist der Kapitalismus“ (Lenin, Band 15, Seite 465).

 

Die Quelle für die Angleichung des unterschiedlichen Reifegrads der Proletarier der verschiedenen Länder an den höchsten Reifegrad des vereinigten Weltproletariats ist also heute der globalisierte Weltkapitalismus. Die sozialistische Weltrevolution siegt nicht deswegen, weil sie die ganze Weltbourgeoisie auf einen Schlag vernichtet, sondern weil die Kräfte der nationalen Bourgeoisien durch das Weltkapital zersplittert werden, weil die Bourgeoisie in den verschiedenen Ländern einen unterschiedlichen Reifegrad aufweist. Die vereinigten Feinde der Weltbourgeoisie siegen um den Preis des Aufschubs der Entscheidungsschlacht, der Schlacht zwischen Weltkapitalismus und Weltsozialismus, wobei aber jene Quelle erweitert und vertieft wird, die – vielleicht langsamer als wir es wünschten, doch unaufhaltsam – die Zahl der Kommunisten vermehrt, die den weltrevolutionären Zusammenschluss des Weltproletariats fördern, es im Kampf stählen und es Aktionen gegen den zersplitterten Feind lehren: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Diese Quelle ist der Kommunismus. Die Konkurrenz der kapitalistischen Mächte und ihre gemeinsame Furcht vor der sozialistischen Weltrevolution, das sind die Triebkräfte der globalen Konterrevolution. Die Einheit der proletarischen Mächte und ihre Furchtlosigkeit vor dem Weltkapitalismus, das sind die Triebkräfte der sozialistischen Weltrevolution.


Wäre die Spaltungs- und Zersplitterungstaktik der Weltbourgeoisie ( oder der Bourgeoisie in diesem oder jenen Land) immer die gleiche oder zumindest immer gleichartig, so würde das Weltproletariat (oder die Proletarier in diesem oder jenen Land) schnell dahinterkommen und sie ebenso mit einer gleichbleibenden oder gleichartigen Taktik beantworten. Zuckerbrot und Peitsche aber lösen sich das eine Mal einander ab und ein anderes Mal verflechten sie sich zu verschiedenartigen Kombinationen infolge der objektiven Bedingungen des Klassenkampfes, infolge der Widersprüche im eigenen und im gegnerischen Lager. Dabei hatten die Zickzackkurse der bürgerlichen Taktik der Spaltung und Zersplitterung stets eine Stärkung des Revisionismus innerhalb der Arbeiterbewegung zur Folge, mit dem der Spaltpilz gedeiht (insbesondere bei den Vertretern in der Arbeiterbewegung, die sich von den revisionistischen Scheinzugeständnissen blenden, täuschen und einseifen lassen!). Die Erfahrungen aller Länder zeigen, dass die Arbeiter immer dann, wenn sie den Reformisten und Revisionisten vertrauten, die Betrogenen waren. Dreht den Spieß um, macht die Reformisten und die Revisionisten zu den Betrogenen ! So wie der Klassengegner seine Agenturen in der kommunistischen und Arbeiterbewegung unterhält, muss auch das Weltproletariat seine Agenturen innerhalb des gegenerischen Klassenlagers unterhalten. Aber auch in den Agenturen der Bourgeoisie innerrhalb der Arbeiterbewegung muss das Weltproletariat den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen. Nehmen wir den Revisionismus als gefährlichste Waffe des Klassengegners in den Reihen der kommunistischen und Arbeiterbewegung: Wenn der Klassengegner den Revisionismus geschaffen hat, das Weltproletariat mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, dann muss das Weltproletariat die geistigen und materiellen Waffen des Revisionismus eben gegen die Revisionisten richten, muss es lernen, die revisionistischen Gewehre umzudrehen ! Es darf weder Scheu noch Skrupel haben, in das gegnerische Klassenlager Spaltung und Zersplitterung hineinzutragen mit einem Trojanischen Pferd, denn das Weltproletariat muss das Lager des Weltkapitals von innen zersetzen, muss es korrumpieren. Wie soll das Weltproletariat das anstellen? Lenin lehrt:Lernt von den Feinden !“ Studiert die Geschichte der Spaltung der internationalen proletarischen Bewegung aus den Schriften der Gegner ! Wer die Spaltungen und Zersplitterungen unserer Bewegung als Geschichte der Konterrevolution studiert, wer die Waffen der Konterrevolution studiert, wird auch lernen wie er diese Waffen gegen den Klassengegner richten und für sich ausnutzen kann.

 

Kurz: nichts trägt so sehr dazu bei, das politische Wesen der Spaltung und Zersplitterung unserer Bewegung zu klären, wie ihre Beurteilung durch die Gegner, die sie betreiben.

 

Lenin lässt einen Opportunisten plaudern:

 

Und dieser Opportunist plauderte aus der Schule, enthüllte die Wahrheit, sprach offen aus, worin das Wesen der Politik der gesamten internationalen Bourgeoisie gegenüber der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts besteht. Man kann diese Bewegung nicht mehr mit einer Handbewegung abtun, man kann sie auch nicht mehr mit brutaler Gewalt unterdrücken. Man muss sie von innen heraus korrumpieren, indem man ihre Oberschicht kauft“ (Lenin, Band 21, Seite 453).

 

So wurde die II. Internationale korrumpiert. So sollte die III. Internationale korrumpiert werden. So wurde die Sowjetunion Lenins und Stalins korrumpiert. So wurde das Albanien Enver Hoxhas korrumpiert. So wurde der Sozialismus auf der ersten Stufe seiner Entwicklung, also der Sozialismus in einem Lande, korrumpiert. Man hat die Oberschicht gekauft, um die Arbeiterbewegung zu korrumpieren. Das ganze Geheimnis des Kaufes bestand lediglich darin, ihn nicht als solches in Erscheinung treten zu lassen. Es war ein revisionistischer Kauf: Gegen die Korrumpierung der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts (durch Kauf ihrer Oberschicht) in Worten, Korrumpierung der Arbeiterbewegung (durch Kauf ihrer Oberschicht) in Taten. Die Bourgeoisie hat die Oberschicht nur unter der Bedingung kaufen können, dass sie den Massen des 20. Jahrhunderts nicht ihren Glauben an ihre sozialistischen Ideale nimmt.

 

Der Revisionismus des 20. Jahrhunderts war im Grunde genommen nichts anderes als die Korrumpierung des Sozialismus durch den Kauf der sozialistischen Oberschicht. Im 21. Jahrhundert wird das genaue Gegenteil passieren, wird die Korrumpierung selber noch nicht beseitigt sein, aber sie wird angewandt von jener Klasse, die damit die Unvermeidbarkeit der Klassenkorrumpierung für immer beseitigen wird. Da wird sich das herrschende Weltproletariat die Oberschicht der Weltbourgeoisie kaufen, um diese zu korrumpieren. Darin wird das Wesen der Politik der gesamten internationalen Arbeiterklasse gegenüber der bürgerlichen Weltbewegung des 21. Jahrhunderts bestehen.

 

Entscheidend dabei wird sein:

1.

Es unserem Klassengegner nicht auf die Nase zu binden; Wir gestatten es unserem Klassengegner nicht, in unseren geschlossenen Raum einzudringen, jedenfalls nicht ohne entsprechende Gegenleistungen

2.

vom Weltproletariat geschulte, revolutionäre „Opportunisten“ und „Revisionisten“ in die bürgerliche Bewegung hineinzuschleusen, um auf diese Weise den weltrevolutionären Prozess der Restauration des Sozialismus zu erleichtern und die Spaltung und Zersplitterung seitens der Weltbourgeoisie zu untergraben. Zur Restauration des Sozialismus werden wir uns im Lager unserer gegnerischen Bewegung genauso unserer eigenen proletarischen Agenturen bedienen, wie sich die Bourgeoisie einst ihrer Agenturen in unserer sozialistischen Bewegung bedient hatte, um den Kapitalismus zu restaurieren. ; und 3. der sozialistische Internationalismus darf sich nicht von innen heraus, darf sich nicht selber korrumpieren. Mit dem Herbeiführen von Spaltungen, an denen wir selber Schuld sind, geht alles zum Teufel, und deswegen ist der Klassengegner gerade daran interessiert, uns gerade bei solchem Herbeiführen von Spaltungen „unter die Arme zu greifen.“


All dies wird geschehen, wird um so konsequenter geschehen , je mehr sich der Widerspruch zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat durch die Globalisierung des Weltkapitals verschärft. Bezogen auf unsere beiden Formeln der Vereinigung ist es also für die Strategie und Taktik der Bourgeoisie notwendig, die Proletarier aller Länder zu spalten und die Länder zu spalten. Darauf beruht die Jahrhunderte alte Macht der Bourgeoisie über das Proletariat. Der Klassenkampf erreicht irgendwann jedoch einen Punkt, wo die eine Klasse durch die andere Klasse gezwungen wird, ihren Kampf auf dem Boden der gegnerischen Waffen zu verlegen, um den Klassenkampf auch unter erschwerten Bedingungen noch weiterzuführen, zum Erfolg zu führen. Was macht also unser Klassengegner kackfrech?

Unser Klassengegner tritt als „Weltrevolutionär“, als „sozialistischer Internationalist“, als „vereinigtes Weltproletariat“, als „Weltproletariat, das die Länder vereinigt“, also mit unseren Losungen auf ( genauso wie die deutschen Faschisten ihrer Zeit mit den revolutionären, sozialistischen Losungen der kommunistischen Arbeiterbewegung GEGEN die kommunistische Arbeiterbewegung auftraten). Der Klassengegner schlüpft in unsere Rolle und zwar sowohl in unseren eigenen Reihen verborgen als auch von außen gegen uns arbeitend. Er macht sich unsere Politik, unsere Linie, unsere revolutionäre Idee zu eigen und führt also mit unseren Waffen seinen Kampf gegen uns, indem er alle Welt davon zu überzeugen sucht, dass wenn wir unsere eigene Sache verteidigen, dies nur als „Agenten der Weltbourgeoisie“ tun, um die Massen zu täuschen. Während sich die Weltbourgeoisie also mit der Politik des revolutionären Weltproletariats dadurch zusätzlich Vertrauen in aller Welt zu schaffen versucht, dass sie unsere Ideen GEGEN uns „verteidigen“ müssten, weil wir „in Wirklichkeit“ nur „Verräter“ seien, und „in Wirklichkeit“ als „Agenten der Weltbourgeoisie“ „entlarvt“ werden müssten. Also der doppelte Betrug:

1.

die Politik des Klassengegners zur Tarnung der eigenen Klassenpolitik im gegnerischen Lager anwenden (Vertrauen erweckender Betrug; trojanischer Betrug)

2.

die Politik des Klassengegners als Politik seines Klassenfeindes zu „enttarnen“ (Misstrauen erweckender Betrug; „Haltet den Dieb!“-Taktik) . Mit der einen Taktik schleicht man sich beim Gegner ein, um dessen Machtpositionen zu übernehmen mit der anderen drängt man den Gegner aus seiner Machtposition, isoliert ihn von seinen Machtpositionen, indem man ihn „bloßstellt“ [desavouiert], um sie selber einzunehmen.


Vereinigung, um zu spalten und zu zersplittern :

1. Vereinigung mit dem Klassengegner zwecks Herstellung der eigenen Übermacht und damit Verdrängung des Gegners in die Minderheitsposition, also Spaltung; dann Fraktionsmacherei, also Zersplitterung und schließlich Aufreiben der Splitter, bis hin zur völligen Liquidation (= Methode der Liquidierung als Methode der [sanften] Vereinigung zwecks Erwürgens). Vereinigung als Mittel der Zersetzung und Entartung = Spaltung und Zersplitterung des Klassengegners, also Liquidierung von rechts . Diese Methode wird häufig bevorzugt in Situation des revolutionären Aufschwungs, also wo der Klassengegner stark ist, wo die Bewegung aktiv ist.

 

Nun die Methode 2, die man auch als „Spaltpilzmethode“ bezeichnet: Spalten und Zersplittern, um die Vereinigung zu verhindern bzw. sie unmöglich zu machen. Sie wird häufig angewandt in nicht-revolutionären Situationen, in Situationen der revolutionären Ebbe, in Situationen, wo der Klassengegner noch nicht wieder richtig auf die Beine gekommen ist, demoralisiert ist, Verwirrung in seinen Reihen herrscht, wo der Klassengegner gezwungen ist, seine Kräfte zu sammeln bzw. neu zu formieren. Sie wird oft eingesetzt als angebliche Gegenmethode zu Methode 1. Man gibt vor, eine „prinzipienfeste Vereinigung“ gegen die Scheinvereinigung, gegen die Einheitsmacherei, gegen die prinzipienlose Einheit, gegen den politischen Schacher mit der Einheit, anzustreben. Man schürt das Misstrauen zu jeder anderen Gruppe, zu bestimmten Führern, zu bestimmten theoretischen Positionen, zum Ausland usw. usf. Man betreibt Abgrenzungsorgien, um die Aufrechterhaltung der Spaltung und Zersplitterung zu rechtfertigen. Hierzu bedient man sich häufig des Dogmatismus und des Sektierertums, übertreibt man die bestehenden Meinungsverschiedenheiten, erhebt solche „zu Prinzipien“, die gar keine prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten sind. Auch hierbei wird sowohl der trojanische Betrug als auch die Taktik „Haltet den Dieb!“ angewandt. Je mehr Splittergruppen, je mehr gegeneinander kämpfende Parteien im gegnerischen Klassenlager „installiert“ werden, desto besser für die eigene Klassenpolitik, desto schwerer für den Klassengegner, seine zersplitterten Kräfte zu vereinigen.

 

Beide Methoden kommen nur durch ihre Kombination zum Erfolg, das heißt, man muss, wenn man die eine Methode als Hauptmethode anwendet zum Beispiel die andere als Nebenmethode anwenden, um Haupt- und Nebenmethode im richtigen Augenblick des Klassenkampfes austauschen zu können. Man muss sozusagen immer gleich „mehrere Eisen im Feuer“ haben, muss der Initiative des Klassengegners immer im richtigen Augenblick und an der richtigen Stelle zuvorkommen, muss sich sozusagen die „Bälle zuwerfen“ bevor es der Klassengegner tut. So hat es also auch seinen taktischen Grund, warum die Komintern / ML heute die Losung :

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ausgegeben hat.

 

Vereinigung mit dem Opportunismus ist Vereinigung mit der Bourgeoisie, ist Spaltung der internationalen revolutionären Arbeiterklasse.

Spaltung vom Opportunismus ist Spaltung von der Weltbourgeoisie, ist Vereinigung der Proletarier aller Länder.

Diese verschiedenen Varianten sowohl der (rechten) Scheinvereinigungstaktik als auch der („linken“) schein“prinzipiellen“ Abgrenzung werden natürlich auf allen Gebieten des Klassenkampfes angewandt. So werden die Führer von den Massen gespalten, so wird die Theorie von der Praxis gespalten, so wird die Strategie von der Taktik gespalten, so wird die Partei von der Klasse, die Klasse von den Massen gespalten usw. usf. Hierfür gibt es aus der Geschichte des Kampfes gegen den Revisionismus tausende wertvolle Erfahrungen und Lehren zur Überwindung der für die kommunistische Arbeiterbewegung SCHÄDLICHEN Spaltung und Zersplitterung durch den Klassengegner, aber auch genauso viele wertvolle Erfahrungen und Lehren zur Überwindung der Scheinvereinigung, also der für die kommunistische Arbeiterbewegung NOTWENDIGEN Spaltung und Zersplitterung, also Reinhaltung der eigenen Klasseninteressen, der eigenen revolutionären Sache, also zwecks TRENNUNG von klassenfremden Elementen. Man muss die Einheit gegen die Spaltung verteidigen, muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Spaltung zu vermeiden, muss dafür Opfer bringen und Zugeständnisse machen (natürlich nicht in prinzipiellen Fragen). Aber da, wo alle Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft sind, wo die Vereinigung trotz alledem unmöglich gemacht wird, ist die Spaltung unvermeidlich, darf man sich vor dieser Entscheidung nicht scheuen, denn die Spaltung bleibt dann nur noch als einzige Möglichkeit übrig, um die notwendige Einheit (wieder) herzustellen. Ohne sich vom Einfluss des Revisionismus zu trennen, ohne die Revisionisten aus den eigenen Reihen rauszuschmeißen, ohne sich von ihnen abzuspalten, kann das Weltproletariat in seiner sozialistischen Weltrevolution niemals siegreich sein, denn jeder revisionistische Einfluss im Weltproletariat dient der Weltbourgeoisie, um den Sieg der sozialistischen Revolution zu untergraben, zu verhindern. Spaltung und Vereinigung sind also nicht klassenneutral, sowohl das Eine als auch das Andere dient sowohl der eigenen wie der gegnerischen Klasse, muss also den eigenen Klasseninteressen entsprechend richtig angewandt und kombiniert werden. So wendet das Weltproletariat die hemmungslose Taktik von Zuckerbrot und Peitsche ihrerseits gegenüber der Weltbourgeoisie an sobald die Diktatur des Weltproletariats errichtet sein wird. Vereinigung und Entzweiung der Klassen sind zwei Seiten einer Medaille. Man muss sich darüber bewusst werden, dass ihre Gegensätze im Klassenkampf eine Einheit bilden so wie man sich genauso darüber bewusst werden muss, dass die Einheit von Vereinigung und Entzweiung ihrerseits die äußerste Zuspitzung der Klassengegensätze bedeutet.

Bringe die weltproletarische Klassenvereinigung im Weltmaßstab in Übereinstimmung mit der Entzweiung der internationalen Bourgeoisie – und die sozialistische Weltrevolution hat gesiegt.

Das geht selbstverständlich nicht ohne, dass die dafür notwendigen objektiven Bedingungen vorhanden sind, also nicht ohne eine Weltkrise, nicht ohne eine revolutionäre Weltsituation usw..

 

Zur Revolution genügt es nicht, dass sich die ausgebeuteten und unterdrückten Massen der Unmöglichkeit, in der alten Weise weiterzuleben, bewusst werden und eine Änderung fordern; zur Revolution ist es notwendig, dass die Ausbeuter nicht mehr in der alten Weise leben und regieren können“ (Lenin, Band 31, Seite 71).


Wenn die eine Klasse schon nicht die Vereinigung der anderen Klasse durch ihre direkten Störaktionen verhindern kann, so ist sie gezwungen, die Vereinigung indirekt zu beeinflussen und zwar dahingehend, dass diese Vereinigung der gegnerischen Klasse der eigenen Klasse erstens möglichst geringen Schaden zufügen kann und zweitens, selber führenden Einfluss auf die Vereinigung der gegnerischen Klasse zu nehmen, ja die Vereinigung in die eigenen Hände zu nehmen, um den Gegner mit seinen eigenen Waffen zu schlagen durch innere Zersetzungsarbeit ( Beispiel: Vereinigung der sozialistischen Arbeiterklasse unter der Führung der Revisionisten - Vereinigung des revisionistischen Lagers zur Einverleibung in den Weltimperialismus) Die Bourgeoisie spaltet das Proletariat, seine Einheit, mit der Politik der Klassenversöhnung. Der konsequente, prinzipienfeste Kampf gegen die Politik der Klassenversöhnung vereinigt also das Proletariat im Kampf gegen die Bourgeoisie. Die Bourgeoisie verschleiert die zwischen den Klassen liegende tiefe Kluft, um das Proletariat zu spalten. Das Proletariat öffnet den Massen die Augen über die Tiefe der zwischen den Klassen liegenden Kluft, um sie zu vereinigen.


Noch einmal über das berühmte „Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes“ unter den heutigen Bedingungen:


Die Frage der Vereinigung wird gelöst durch die Überwindung der Spaltung im eigenen Klassenlager und die Spaltung und Zersetzung im gegnerischen Klassenlager. Die Strategie und Taktik der Vereinigung des Weltproletariats ist die Strategie und Taktik der Überwindung seiner Spaltung durch die Weltbourgeoisie und die Strategie und Taktik zur Spaltung der Weltbourgeoisie.

 

Deswegen müssen wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen, müssen wir die beste Lösung ausfindig machen, müssen wir die Frage beantworten:

 

Wo ist das schwächste Kettenglied in der Spaltertätigkeit der Weltbourgeoisie? Für die Weltbourgeoisie zu spalten ist am allerschwersten das vereinigte Weltproletariat. Das ist demnach das schwächste Kettenglied der Spaltertätigkeit der Weltbourgeoisie geworden.

 

Haben wir dieses schwächste Kettenglied gefunden, können wir die ganze Kette der Spaltung wirkungslos machen und damit auch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung, die Restauration des Kapitalismus usw. usf. Natürlich ist mit der Rückgliederung des restaurierten Kapitalismus zunächst eine globale Vereinheitlichung der Weltproduktivkräfte erfolgt, haben sich die Weltproduktivkräfte üppig genährt, aber dabei wird es nicht bleiben. Natürlich erschwert das die alte Revolutionstaktik der Marxisten-Leninisten, ja macht sie sogar unmöglich, was das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes in der altbewährten, herkömmlichen Form und Taktik der sozialistischen Revolution in „einem“ Land betrifft. Wir dürfen uns aber über die Globalisierung des Weltkapitals nicht täuschen lassen. Sein Wachstum, seine Stärkung geht – wie wir gesehen haben - stets auf seine eigene Rechnung und damit nicht zuletzt zu Gunsten der sozialistischen Revolution in einem Land, aber eben nicht mehr direkt, sondern indirekt auf globalem Umwege. Das Profitstreben verschärft die Widersprüche nicht nur zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie, sondern auch die Widersprüche im kapitalistischen Gesamtsystem selbst. Die kapitalistischen Widersprüche der Globalisierung machen den Kapitalismus anfälliger, labiler, angreifbarer, schwächt ihn, indem er seine Reserven verbraucht, Produktivkräfte zerstört, Raubkriege finanzieren, die Unterdrückungsmaschinerie unterhalten muss usw. usf. Wenn man sich mit der Taktik des Herausbrechens des schwächsten Kettengliedes beschäftigt, darf man dabei also nicht die entscheidende Rolle des Weltproletariats außer Acht lassen, die das Herausbrechen heute erst möglich macht, was in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung im Allgemeinen vollkommen unterschätzt, ja sträflich übersehen wird ! Bisher hat man sich viel zu sehr auf das einzelne Proletariat des sich selbst herauszubrechenden imperialistischen Kettengliedes fokussiert, und viel zu wenig die Aufmerksamkeit auf den Zustand der sich selbst verändernden weltimperialistischen (zentralisierten!) Kette gelenkt. Die ist alles andere als eine statische Größe.

 

Mit der Globalisierung hat sich nicht nur die imperialistische Kette gewaltig verändert, ist sie nicht nur insgesamt mächtig in Bewegung geraten, sondern hat sich dadurch auch das Verhältnis der einzelnen Kettenglieder verwandelt, haben sich die Kettenglieder untereinander verwandelt, haben sich die Widersprüche zwischen Kette und Gliedern enorm verschärft, tritt die Kette selbst in den Vordergrund und Mittelpunkt des internationalen Klassenkampfes und nicht mehr wie bisher das schwächste Kettenglied, verändert sich der Klassenkampf in jedem einzelnen Kettenglied, nicht nur im schwächsten. Vor allem aber etwas sehr Wesentliches ist passiert:

 

Die imperialistischen Kettenglieder haben sich fester zu einer Zwangseinheit zusammengezogen, zu einem Schutz- und Trutzbund des krisenerschütterten Weltimperialismus!!

 

Das ist ein ganz wichtiger Grund, um über die alte Taktik des Herausbrechens des schwächsten imperialistischen Kettengliedes kritisch und selbstkritisch neu nachzudenken!

 

Die Zentralisation des Weltkapitals bedingt die Zentralisation der sozialistischen Revolution. Aus dem Kapitalismus wird der globale Kapitalismus. Aus der sozialistischen Revolution wird die globale sozialistische Revolution – nicht direkt durch die sozialistische Revolution in „einem“ Land, sondern über den „Umweg“ des globalisierten Weltkapitals.

 

Was bedeutet das für die sozialistische Revolution, für das Herausbrechen eines schwächsten imperialistischen Kettengliedes?

 

Prinzipiell ändert das dem Wesen nach nichts an der Notwendigkeit des Herausbrechens des schwächsten Kettengliedes der imperialistischen Kette. Was sich ändert, ist lediglich die international Form dieser Bewegung, in der sich das Herausbrechen vollzieht. Es geht also nur um das Verwerfen der alten Taktik, wie herausgebrochen wird , nicht um die Leugnung der Strategie des Herausbrechens selbst. Der weltrevolutionäre Charakter der sozialistischen Revolution in einem Land bleibt erhalten, nicht aber die Form der sozialistischen Revolution. Das Herausbrechen nimmt nunmehr eine globale Form an, verliert seine national beschränkte Hülle, wird zum Neben-Produkt des revolutionären Weltprozesses gegen das Weltkapital. Sind heute noch die gleichen Voraussetzungen dafür gegeben wie zur Zeit als Lenin und Stalin diese Theorie aufstellten? Wir sind der Meinung, dass sich die Voraussetzungen gewaltig geändert haben, aber die Theorie grundsätzlich stimmt. Wenn man aber die alte Taktik unverändert anwendet und nicht den veränderten Bedingungen anpasst, dann arbeitet man in Worten zwar immer noch für diese Theorie, aber in Taten verhindert man die Wirksamkeit dieser Theorie in der Praxis, verwandelt man sie schlicht und einfach in eine revolutionäre Phrase, die man fortan zu bekämpfen hat, nachdem man sie aufgedeckt und entlarvt hat. Wir bekämpfen nicht die Theorie Lenins und Stalins, sondern die Phraseologisierung dieser Theorie unter den veränderten Bedingungen ihrer Anwendung in der weltrevolutionären Praxis von heute. Denn Phrasen klingen zwar in den Ohren gut, und das reicht aus, wenn man dem Proletariat nur gefallen will, wenn man ihm Honig um den Bart schmieren und sich anbiedern will, aber mit Phrasen im Ohr hat das Weltproletariat noch nichts in der Hand. Die Theorie Lenins und Stalins kann man also nur verteidigen, indem man sie auf die neuen Verhältnisse richtig anwendet und nicht als auswendig gelernte Formel verhunzt! Und so muss man im Grunde genommen an alle Dinge herangehen, die unter Lenin und Stalin richtig, aber heute falsch sind, nicht etwa weil sich Lenin und Stalin „geirrt“ haben, sondern weil sich die Verhältnisse verändert haben, die eine Beseitigung der alten, unbrauchbar gewordenen Taktik zwingend erforderlich machen, ebenso wie sie die Ausarbeitung einer neuen Taktik zwingend notwendig machen.

 

Das revolutionäre Streben nach immer entschiedeneren und neuen Kampfmethoden ist vom internationalen Proletariat stets voll anerkannt worden, insbesondere unter den Bedingungen der Verschärfung der wirtschaftlichen Widersprüche.

Wir sind uns also der Zustimmung des Weltproletariats sicher, unter den Bedingungen der durch den globalen Kapitalismus ausgelösten globalen Krisen unbedingt zu neuen Kampfformen, zu internationalen Kampfformen zu greifen, sie zu favorisieren. Wollen wir Lenin und Stalin treu bleiben, so können und dürfen wir nicht mit allgemeinen Phrasen einer Analyse der objektiven Bedingungen aus dem Wege gehen, deren Beachtung in letzter Instanz die revolutionäre Frage endgültig entscheidet. Von ihrer Entscheidung hängt die gesamte Taktik des Weltproletariats ab und damit auch die der Proletarier aller Länder.

Einer konkreten welthistorischen Frage darf man niemals abstrakte Erwägungen unterschieben.

Das Proletariat eines Landes hat mit seiner sozialistischen Revolution das Interesse, sein Land aus der imperialistischen Kette herauszubrechen, um den Sozialismus in „einem“ Lande aufzubauen und bedient sich dabei der Unterstützung des Weltproletariats. Das wird insofern als weltrevolutionäre gute Tat verbucht, als mit der Schaffung der beiden Weltlager ein günstigerer Ausgangspunkt für die sozialistische Revolution in allen anderen Ländern geschaffen wird. Heute ist das umgekehrt. Heute vereinigt das Weltkapital das Weltproletariat in einem enormen Tempo. Das Weltproletariat steht dem Weltkapital immer mächtiger gegenüber. Sein größtes Interesse ist nicht mehr die Unterstützung eines einzelnen sozialistischen Landes, sondern die Beseitigung des Weltkapitals. Das kann es nur durch die sozialistische Weltrevolution. Es kann aber nicht die Sache des Proletariats eines einzelnen Landes, kann die sozialistische Revolution eines Landes, kann das Herausbrechen eines Landes aus der imperialistischen Kette nicht mehr zu seinem Hauptziel machen, wenn es das Hauptziel geworden ist, das Weltkapital aus dem Wege zu räumen. Entweder das Eine oder das Andere – beides kann das Weltproletariat nicht gleichzeitig als Hauptziel verfolgen, sondern immer nur eins zur Zeit. Unser neuer Leitsatz lautet also:

 

Zuerst verwendet das Weltproletariat die Formel: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ausschließlich zur Befriedigung seiner eigenen revolutionären (Gesamt)Interessen, erst dann verwendet das Weltproletariat diese Formel zur Befriedung der revolutionären Interessen jedes einzelnen Landes.

 

Für das Weltproletariat ist heute der Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land zu einem Nebenprodukt geworden, nicht mehr das Hauptprodukt. Heute wird das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes das Ergebnis nicht mehr der sozialistischen Revolution in einem Land sein, sondern das Ergebnis des internationalen Klassenkampfes des gesamten Weltproletariats gegen die ganze Kette des Weltimperialismus. Damals ging man davon aus, dass das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes die sozialistische Weltrevolution AUSLÖST (zumindest erleichtert), - heute löst der zentralisierte Klassenkampf des Weltproletariats unter Anwendung der Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes aus, was nichts anderes heißt, dass die sozialistische Weltrevolution die einzelnen sozialistischen Revolutionen in den Ländern auslöst (zumindest erleichtert) – also genau umgekehrt, denn das Weltproletariat von damals ist nicht mehr das Weltproletariat von heute.

 

Es nimmt heute den weltrevolutionären Platz ein, den das Proletariat des sozialistischen Landes damals (stellvertretend) eingenommen hatte.

 

Nicht mehr das sozialistische Land ist Träger der Gesamtinteressen des Proletariats, sondern das Weltproletariat selbst. Heißt das, dass Lenin und Stalin Unrecht hatten? Nein, das bestätigt vielmehr ihre These vom Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes, die nach wie vor gültig ist. Nur unter den Bedingungen der Globalisierung und der angewachsenen Weltkraft des Proletariats, durch die Restauration des Kapitalismus und viele andere neue historische Fakten (Die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung hat sich nicht in Luft aufgelöst, sondern andere Formen angenommen: =Verwandlung der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung eines sozialistischen Landes in die globale Konzentration und Zentralisation der Konterrevolution gegen das gesamte Weltproletariat usw. usf.) geschieht dies auf globalem Wege des Klassenkampfes. Im Grunde genommen war es das sozialistische Land, das mit der Aufteilung der Welt in ein sozialistisches und ein kapitalistisches Lager, zum gemeinsamen Vorgehen des kapitalistischen Lagers, zu seiner Vereinheitlichung, zur Konzentration und Zentralisation des Weltkapitals beigetragen hat, was dann ja auch mit der Restauration des Kapitalismus zur Beschleunigung der Entwicklung der heutigen Globalisierung beigetragen hat, zur Entfaltung der weltrevolutionären Kräfte des Weltproletariats beigetragen hat, das Weltproletariat auf die Weltbühne der Geschichte gehoben hat, es ihm den gebührenden Platz freigemacht hat.


Das konnten Lenin und Stalin damals nicht voraussehen und deswegen gingen sie vom einzelnen sozialistischen Land aus. Davon können wir heute nicht mehr ausgehen. Dass die Revolution von einem Land ins andere übergeht, das war übrigens nie die Lehre Lenins und Stalins. Im Gegenteil, sie haben diese falsche Auffassung von der Weltrevolution stets bekämpft. Das ist alles. All diese Widersprüche innerhalb des kapitalistischen Weltsystems können heute nur (!) global vom Weltproletariat ausgenutzt werden, denn sie bedeuten eine Schwächung der gesamten Kette des Weltimperialismus.

 

Nicht das Nacheinander des Herausbrechens von Gliedern der imperialistischen Kette führt zur Weltrevolution, sondern umgekehrt, der zentralisierte internationale Klassenkampf des Weltproletariats gegen das Weltkapital führt zum Herausbrechen der einzelnen Kettenglieder, führt zum dauerhaften Sieg der sozialistischen Revolution in jedem Land, weil nur dadurch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung und damit die Restauration des Kapitalismus, überwunden werden kann

 

Das Herausbrechen eines Kettengliedes wird erleichtert durch den globalisierten Kampf des Weltproletariats gegen das globalisierte Weltkapital, was heute zum entscheidenden Kampf geworden ist. Das Weltproletariat geht nicht dahin, wo das stärkste Proletariat eines Landes ist, sondern das stärkste Proletariat setzt sich an die Spitze aller Abteilungen des Weltproletariats, wird bewusste Abteilung des Weltproletariats, stärkt das Weltproletariat, weil davon heute das Schicksal der Revolution im eigenen Land nicht nur abhängt, sondern dieses auch vom Klassenkampf des Weltproletariats bestimmt und entschieden wird. Wenn also die Stärke der weltimperialistischen Kette durch die Globalisierung bestimmt wird, muss die Stärkung des Herausbrechens des schwächsten Kettengliedes AUCH global bestimmt werden. Wenn die weltimperialistische Kette noch zu stark ist und sie sich zentralisiert hat, um das wiederholte Herausbrechen eines Kettengliedes zu erschweren , dann muss man die Kette insgesamt bearbeiten und sie schwächen, und eben das schafft das Weltproletariat nur, indem es alle Länder vereinigt, zentralisiert, sie einbindet in einen zentralisierten Weltklassenkampf. Nicht mehr alle zusammen ziehen an nur dem einen, also dem schwächsten Kettenglied (mit dem stärksten Proletariat), um es herauszubrechen. Alle zentralisieren ihre Kräfte zuerst gegen die zentralisierten Gegenkräfte des Weltkapitals, um danach (also nach/ mit/ durch den Kampf der in eine eigene antagonistische Bewegung getretenen, polarisierten Kräfte der Weltbourgeoisie und des Weltproletariats) nahezu wie von selbst“ das einzelne, schwächste Kettenglied fein säuberlich und reibungslos herausbrechen zu können, ohne dass zu viel Blut fließt und ohne dass beim Herausbrechen schwere Entzündungen, Verletzungen usw. auftreten, die dem Aufbau des Sozialismus hemmen, komplizieren und erschweren. Durch die Vereinigung aller Länder wird nicht mehr das schwächste Glied von außen, von einem einzelnen Land gesprengt, sondern von innen, also durch die Eroberung der Weltmacht des Weltproletariats gesprengt - zumindest aber durch eine genügende Schwächung des Weltkapitals durch das Weltproletariat. Die Zentralisierung der weltproletarischen Kräfte muss den Hebel gegen das Weltkapital von innen ansetzen, während das Proletariat eines einzelnen Landes nur den Hebel von außen gegen das Weltkapital ansetzen kann. Beim HERAUSbrechen des schwächsten Kettengliedes kann das Weltproletariat nur von außen wirken, sozusagen als passiver Unterstützer eines einzigen Proletariats, das das ganze geschlossene imperialistische Weltsystem am Hals hat (während sich damals bei der Oktoberrevolution die Imperialisten gegenseitig erwürgten und der Sozialismus der lachende Dritte war).


Um also jenes Kettenglied unter den Bedingungen der Globalisierung überhaupt herausbrechen zu können, brauchen wir eine neue Formel: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

Die historische Zeit der sozialistischen Revolution in „einem“ Land ist erschöpft. Mit der sozialistischen Weltrevolution wird sie wiederbelebt, wird sie restauriert, zurückerobert auf höherer, qualitativer Stufe ihrer Negation, und ihre alte Kraft wird enorm potenziert. Und diese höhere Stufe, diese größere Kraft der restaurierten sozialistischen Revolution ist auch unbedingt erforderlich, denn mit der sozialistischen Weltrevolution werden die nationalen Opfer noch viel, viel größer sein als sie es ohnehin schon zu der ursprünglichen Revolutionszeit waren , wo die einzige sozialistische Nation der gesamten internationalen Bourgeoisie ganz allein (natürlich mit Unterstützung des internationalen Proletariats) gegenüberstand !

Warum?

Weil die sozialistische Weltrevolution tausendmal so viele Widerstandskräfte der internationalen Bourgeoisie herausfordert wie jede sozialistische Revolution in einem Land zusammengenommen.

 

Alles, was das Weltproletariat vereinigen kann, dient der Schwächung der weltimperialistische Kette, um (erst!) DAMIT das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes zu erleichtern.

 

Erst durch die globale Schwächung (Spaltung, Zersplitterung, Zersetzung und schließlich Sprengung!) der Kette durch das Weltproletariat wird jedes einzelne Proletariat besser in die Lage versetzt, sich SEIN Land herauszubrechen. Das geschieht also erst im fortgeschrittenen Verlauf des weltrevolutionären Gesamtprozesses, sozusagen als krönender Abschluss des weltrevolutionären Gesamtprozesses. Dieser weltrevolutionäre Gesamtprozess wird dem Proletariat in jedem Land seine revolutionäre Befreiung um so schneller und gründlicher bescheren, je bewusster, aktiver und aufopferungsvoller dieses als eine Abteilung der Weltrevolution an diesem Gesamtprozess teilnimmt (!).

 

Hier geht es also nicht um ein paar Solidaritätsresolutionen an das anonyme, abstrakte „Weltproletariat“, ist es mit dem in feierliche Worte gekleideten Appell an den „proletarischen Internationalismus“ nicht getan. Erstmal muss mit vereinten Kräften und diszipliniert am selben politischen Strang gezogen werden:

Sturz der Herrschaft der Weltbourgeoisie!

Das ist jetzt unser politischer Hauptfeind. Ihn niederzuringen ist jetzt die Hauptsache, unsere gemeinsame Hauptaufgabe – nicht theoretisch-abstrakt, sondern konkret - . Hauptsächlich davon hängt heute Sieg oder Niederlage der sozialistischen Revolution in jedem Land ab. Das ist ein hartes Stück Arbeit, die sich nicht von selbst macht. Und erst dann kann sich das Proletariat eines Landes „den Luxus erlauben“, sich um seinen eigenen Sozialismus zu kümmern. Erst einer für alle, dann alle für einen! Die erfolgreiche Teilnahme an der sozialistischen Weltrevolution (und eine Entschädigung für eine gescheiterte Teilnahme wird das Weltproletariat nicht zahlen können !) ist sozusagen erst die Vorleistung des Proletariats jedes Landes, die es erbringen muss, wenn sein Sozialismus im eigenen Land nicht wieder im Magen des Kapitalismus verschwinden soll. Gibt es einen anderen Weg? Die Proletarier aller Länder haben jetzt gar keine andere Wahl mehr, als sich erst einmal zusammenzuraufen und sich gemeinsam um den Sieg der sozialistischen Weltrevolution zu kümmern, denn ansonsten wird ihnen der Weltimperialismus auch im letzten Land der Welt einen konterrevolutionären Strich durch die Rechnung machen.

 

Der Weg des Sieges der sozialistischen Revolution in einem Land führt, ob man es nun wahrhaben will oder nicht, - nur über den Weg des Sieges der sozialistischen Weltrevolution - jedenfalls unter den heutigen konkreten Bedingungen. Wobei natürlich klar ist, dass sich die Kettenglieder nicht von allein herausbrechen lassen. Das ist die Aufgabe der sozialistischen Revolution in jedem Land. Der Weg der Diktatur des Proletariats in einem Land führt nur über den Weg der Errichtung der Diktatur des Weltproletariats – wiederum bezogen auf die heutigen konkreten Bedingungen. Wobei der Sturz der Diktatur der Bourgeoisie im eigenen Land die Aufgabe des revolutionären Proletariats des Landes selbst ist.

 

Die größten nationalen Opfer, die die Proletarier für ihre sozialistische Revolution im eigenen Land zu erwarten haben , sind zunächst die Opfer für die sozialistische Weltrevolution.


Früher war das internationale Proletariat einfach nur der „Verbündete“ des Proletariats eines Landes. Mit ihrem Klassenkampf im eigenen Land versuchten die Proletarier der westlichen kapitalistischen Länder die Imperialisten davon abzuhalten, die Klassenbrüder in Russland zu überfallen, während das Proletariat in der Sowjetunion Basis und Hebel für deren eigene revolutionäre Befreiung war. Das kam auch dem nationalen Befreiungskampf der unterdrückten Nationen zu Gute, die ihrerseits den Kampf in den Metropolen der Imperialisten erleichterten und zugleich und eine wichtige Reserve für das sozialistische Land darstellten im Kampf gegen die kapitalistische Umkreisung. All das hat die Oktoberrevolution bewirkt, mit der sich die Arbeiter eines Landes ein Stück von der imperialistischen Welt herausbrachen und damit die historische Tatsache schufen, der kapitalistischen Welt ihre eigene sozialistische Welt entgegenzustellen. Diese ganzen internationalen Klassenverbindungen und Klassenbündnisse, also überhaupt der internationale Klassenkampf - all das vollzog sich mehr oder weniger in nationalen Bahnen und Formen. Sprach man vom internationalen Proletariat, so war damit das englische, französische, deutsche, amerikanische, ...., Proletariat gemeint, also das Proletariat dieser oder jener imperialistischen „Groß“macht, dieses oder jenen kapitalistischen Landes, mit seiner eigenen Arbeiterbewegung, deren historischen Wurzeln sich zurückverfolgen lassen bis ins 19. Jahrhundert, wo sich die ersten – damals noch fortschrittlichen bürgerlichen Nationen herauszubilden begannen. Auf diese Kinderzeit der ersten bürgerlichen Nationen geht die Klasseneinheit von Proletariat und fortgeschrittenem Bürgertum zurück, als es um die revolutionäre Befreiung vom Feudalismus ging. Hier liegen die traditionellen Wurzeln der Klassenversöhnung, mit der die Arbeiter vor allem im Zeitalter des Imperialismus betrogen werden. Diese im Zeichen der bürgerlichen Nation stehende Form der Arbeiterbewegung hat sich überlebt.

Heute kann man schon nicht mehr von einem „Verbündeten“ im klassischen Sinne sprechen. Die Einheitlichkeit der Klasse des Weltproletariats wird nicht durch die einheitliche Zugehörigkeit zu den Nationen bestimmt, sondern durch die einheitliche Organisation der Weltproduktion. Entscheidend ist nicht mehr die nationale Arbeitsplatz, Herkunft, Kultur, Sprache, ..., des Arbeiters, wo die Nationen noch die historische Hauptrolle in der Welt spielten. Entscheidend ist nicht mehr die alte traditionelle nationale Herkunft dieser oder jener Arbeiterbewegung. Heute misst sich die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung nicht an dem Fahnenmeer der Nationen. Für das heutige Weltproletariat ist höchstens wichtig, die traditionellen nationalen Besonderheiten der internationalen Arbeiterbewegung zu berücksichtigen, die positiven und negativen Eigenschaften beispielsweise der belgischen, italienischen, skandinavischen, ..., Arbeiterbewegung zu verarbeiten, die sozialistischen Traditionen der Arbeiter der Sowjetunion und Albaniens hochzuhalten und von ihnen zu lernen. Aber, indem sich das heutige Weltproletariat diese verschiedenen national verwurzelten Traditionen der Arbeiterbewegung dieser oder jener Länder „umhängt“, machen diese es noch lange nicht zum Träger der Tradition einer neuen – von den Nationen unabhängigen und über ihnen stehenden, – internationalen Klasse. Das Weltproletariat von heute wird sich auszeichnen durch völlig neue Traditionen der internationalen Arbeiterbewegung, die sich eben gerade aus der Überwindung der nationalen Schranken ergeben werden. Ja, zu einem ihrer wichtigsten Unterscheidungsmerkmale wird die „nationale Zugehörigkeits – Losigkeitwerden (nicht im Sinne eines nationalen „Vakuums“ oder einer nationalen „Abstinenz“, nicht im Sinne einer a-nationalen Weltbewegung, sondern im Sinne von: einer sich verschmelzenden internationalen Arbeiterbewegung aus immer mehr Nationen, aus allen Nationen; also eine internationale Arbeiterbewegung, aus der durch die große Zahl der zusammenströmenden Bewegungen schon kaum noch signifikante nationale Herkunfstmerkmale herausgefiltert werden können). Das wird das Markenzeichen der internationalen Arbeiterbewegung der Zukunft sein. So etwas ist nicht willkürlich daher gesagt, sondern das entspricht ganz den Gesetzmäßigkeiten der permanenten Weiterentwicklung des internationalistischen Wesens der Arbeiterklasse, in denen sich die Formen der internationalen Arbeiterbewegung unter den verschiedenen historischen Epochen verändert haben und weiter verändern werden. Zuerst entstanden neue starke Arbeiterbewegungen in neuen, „starken“ Nationen, dann entstanden starke bürgerliche Arbeiterbewegungen in den „starken“ Nationen (vor allem unter dem starken Einfluss der bürgerlichen Kultursklaverei). Und heute werden sich starke weltproletarische Bewegungen überall in der Welt ausbreiten, eben dort, wo sich auch das „starke“ Weltkapital ausbreitet - und zwar über alle nationalen Schranken hinweg oder, was das Gleiche ist: unter Einbeziehung, unter Mitwirkung, von immer mehr Ländern, von allen Ländern. Entwickelte sich auf ihrer ersten Stufe die internationale Arbeiterbewegung im nationalen Rahmen, so wird sie sich heute auf ihrer zweiten Stufe durch die Überwindung dieses nationalen Rahmens weiterentwickeln.



Der Weltrevolutionär unterscheidet sich von jedem anderen Revolutionär nicht etwa dadurch, dass er „arbeitsteilig“ für die Weltrevolution zuständig ist, während sich die anderen Revolutionäre um den „Rest“ kümmern, und für (wie es manche Leute vielleicht abfällig bemerken mögen) „irgendeine untere“ Revolution zuständig sind. So können nur „Weltrevolutionäre“ denken, für die die Weltrevolution nur ein Spiel, ein Abenteuer, aber keine ernste Angelegenheit ist. Denn: So wie die internationale Arbeiterklasse nicht teilbar ist, ist auch die internationale proletarische Revolution nicht teilbar und somit auch nicht die proletarischen Revolutionäre. Das bedeutet natürlich nicht etwa, dass sich alle Revolutionäre der Welt nicht spezialisieren dürften, nicht untereinander arbeitsteilig vorgehen dürften. Im Gegenteil, die heutige Weltrevolution setzt eine viel größere (eine internationale) Spezialisierung und Arbeitsteilung voraus als die Spezialisierungen und Arbeitsteilungen aller bisherigen Revolutionen in der Geschichte aller Klassengesellschaften zusammengenommen !

Die Unteilbarkeit der Weltrevolution, der Weltrevolutionäre, von der hier die Rede ist, bezieht sich lediglich auf ihren materialistischen Monismuscharakter in Abgrenzung zum Dualismus. Es gibt keinen Dualismus zwischen der Revolution im nationalen und internationalen Maßstab. Es gibt nicht Weltrevolution hier und Revolutionen der Länder da – etwa so als ob sie zwei voneinander völlig unabhängige Größen wären, die man willkürlich hin und her jonglieren könne. Sie sind nicht dualistisch, das heißt: sie sind weder entgegengesetzt noch einander gleichgestellt. So wie das Weltproletariat nicht seine Revolution in „einem“ Lande, sondern im Weltmaßstab durchführt, so führt das Proletariat in „einem“ Lande seine Revolution in seinem Lande und nicht die Weltrevolution durch. Das eine schließt das andere nicht aus, sondern bedingt einander so wie Teile und Ganzes“. Die Weltanschauung des Proletariats geht also nicht von der dualistischen, sondern von der monistischen Einheit der sozialistischen Weltrevolution aus, wobei sich die sozialistischen Revolutionen der Länder in ihrer Vielfältigkeit von ihr ableiten - auf sie zurückführen – lassen,


 

eben wie Teile eines Ganzen.


Wobei erst das vollständige Ganze die ganze Kraft und die ganze Bewegung aller seiner Teile entfaltet ( die sie für sich allein gelassen - d.h., von den anderen Teilen oder vom Ganzen getrennt , also von sich selbst aus - niemals erreichen können, aber die sie so dringend brauchen!) und die Teile ihrem einheitlichen Ganzen seine ganze Kraft und seine ganze Bewegung verleihen.

 

( ohne seine Teile ist das Ganze jedoch nichts und das Ganze ist nichts Ganzes ohne seine ganzen Teile, kann das Ganze seinen Teilen nicht dienen).

 

Ohne die Kraft und die Bewegung des Ganzen wirken Kraft und Bewegung der Teile blindlings und ohne die Kraft und Bewegung der Teile wird das Ganze kraft- und bewegungslos. Damit dies nicht passiert, müssen die Kräfte und Bewegungen der Teile mit der Kraft und Bewegung des Ganzen in Übereinstimmung gebracht werden.

 

Das Wesentliche an der sozialistischen Weltrevolution ist jedoch nicht allein die Feststellung, dass Teile und Ganzes überhaupt zusammenwirken (etwa als ein abgeschlossener, einmaliger Vorgang), sondern die Bewegung wie sie zusammenwirken, nämlich die Bewegung ihres Übergangs der Teile zum Ganzen in Form eines qualitativen Sprungs, der wiederum Ausgangspunkt für die Bewegung des Übergangs des Ganzen in seine Teile darstellt, um sie fester an sich zu binden und somit ihren Schutz zu garantieren, was ebenso mit einem qualitativen Sprung (Verschmelzen) vollendet wird usw. usf.

 

Das Wesen der Übergänge in der weltrevolutionären Bewegung kommt also in der Annäherung von Teilen und Ganzen zum Ausdruck - bis hin zu ihrer Verschmelzung. Aber das vollzieht sich nicht im verkürzten Umkehrschritt. Dazwischen liegen die unvermeidbaren Zeitabschnitte der „revolutionären Ebbe“ (Wechsel von Ebbe und Flut siehe Stalin).

 

Also nicht Stillstand der weltrevolutionären Bewegung, sondern Verarbeitung der vorangegangenen revolutionären Bewegung, Ausbau und Festigung des Erreichten in die Breite und in die Tiefe in immer kürzerer Zeit, Ausschöpfung des höchstmöglichen Standards, schließlich ihre Kräftesammlung, ihre Anlaufzeit, ihre Vorbereitung, die Schaffung ihrer Bedingungen, ja selbst ihre unvermeidbaren Rückentwicklungen für den nächsten qualitativen Sprung.

 

Jede neue weltrevolutionäre Bewegung ( die sich aus den unzähligen revolutionären Bewegungen auf der ganzen Welt zusammensetzt) ist Produkt und Resultat aller vorangegangenen weltrevolutionären Bewegungen, setzt nicht nur die Flut jeder vorangegangenen weltrevolutionären Bewegung voraus, sondern auch deren Ebbe.

 

Die sozialistische Weltrevolution erschöpft sich allerdings nicht in der Aufeinanderfolge, nicht in der Reihenfolge der vorangegangenen Revolutionen, sondern setzt diese lediglich voraus, schöpft aus ihr, überwindet ihre Fehler und Schwächen.

 

 

Das Wesentliche an der sozialistischen Weltrevolution ist die Permanenz ihrer Bewegung, ihr Übergang zu einer immer höheren Stufe ihrer Entwicklungund zwar solange und soweit, bis sich ihre letzte Übergangsstufe in die letzte Übergangsstufe von den kapitalistischen Ländern zum Welt-Kommunismus verwandelt hat, mit ihr IDENTISCH wird und damit ihr historisches Dasein, ihr Zweck erfüllt ist und fortan nicht mehr gebraucht wird. Länder und Welt werden identisch, indem sich alle Teile zum Ganzen vollständig verschmolzen haben und sich damit auch das Wesen des Ganzen wesentlich verändert hat, indem es von nun an ohne Teile existieren kann, auf sie verzichten kann, ja geradezu auf sie verzichten muss, um seinem neuen Wesen überhaupt gerecht werden zu könnenund all das, nachdem es ursprünglich die Teile waren, die sein Wachstum bestimmt hatten und ohne die sich das Ganze gar nicht hätte herausbilden können ; voilà: = Absterben der nationalen Frage durch Verschmelzen der Länder!

 

(Würden sich die kapitalistischen Länder verschmelzen, bräuchten wir nicht die vielen sozialistischen Revolutionen in einem Land, kämen wir direkt mit einer – vielleicht einzigen - „verschmolzenen“, mächtigen sozialistischen Weltrevolution aus, könnten wir dem Weltimperialismus ein schnelleres Ende bereiten. Doch wer will auf das Eintreffen dieser Bedingungen warten? Wissen wir doch:

 

Wenn im Allgemeinen die Arbeit einigt und das Privateigentum trennt, dann einigt die Weltarbeit um so mehr und das globalisierte Privateigentum trennt ganz besonders die Länder – nämlich in immer ärmere und immer reichere Länder, zersetzt der verschärfte Kampf um die Beute den Zusammenhalt der kapitalistischen Länder.

 

Demnach ist eine solche „Einheit der Nationen“ auf der Grundlage kapitalistischen Eigentums eine ausgesprochene Fiktion, ein ausgesprochener Weltbetrug, ausgesprochene Weltheuchelei. Verschmelzung der kapitalistischen Länder hin – Verschmelzung der sozialistischen Weltrevolution her, solche Bedingungen können wir uns nicht schnitzen. Wir müssen die momentanen Spielregeln jener Form der sozialistischen Weltrevolution beachten, die uns von den tatsächlich vorhandenen Bedingungen diktiert werden:

 

der Weg der Weltrevolution führt nach wie vor über den Weg der Revolution der Länder, so wie der Weg der Revolution der Länder nach wie vor über den Weg der Weltrevolution führt.

 

Und daran führt kein Weg vorbei, jedenfalls nicht in der gegenwärtigen Situation. Wer diese notwendige Einheit nicht versteht, versteht die oben beschriebene Dialektik des einheitlichen weltrevolutionären Prozesses zwischen Teilen und Ganzen nicht).


Das Gleiche lässt sich übrigens über das allgemeine Verhältnis von den Proletariern der Länder und dem Weltproletariat sagen und das gilt gleichermaßen für das allgemeine Verhältnis von der internationalen kommunistischen Arbeiterbewegung und der kommunistischen Arbeiterbewegung in den einzelnen Ländern ...... und insbesondere verhält es sich so auch letztlich mit der



Lösung der Frage der Identität der Vereinigung

(wir waren bereits auf das Gesetz der Vereinigung eingegangen) :



die Vereinigung aller Teile zum Ganzen muss mit der Vereinigung aller Teile durch das Ganze unbedingt in Übereinstimmung gebracht werden

 

= vollkommene Herstellung der Identität der Vereinigung (auf fortschreitender Stufenleiter) !!

 

= Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ + (plus!!!!) Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 


Ohne diese Übereinstimmung keine Vereinigung auf höherer Stufe;

 

ohne Vereinigung auf höherer Stufe weder Sieg der sozialistischen Weltrevolution, noch Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land.

 


Übereinstimmung auf höchster Stufe = verschmolzene Vereinigung = Beseitigung der Unvermeidbarkeit jeglicher Klassenvereinigungen (natürlich im Weltmaßstab).

 


Im Kapitalismus ist der Sozialismus in „einem“ Lande Haupttriebkraft der sozialistischen Weltrevolution. Im Weltsozialismus wird der Sozialismus in „einem“ Land zum Hemmschuh für den Übergang zum Weltkommunismus.

 

Folglich:

Nicht direkter Übergang des Sozialismus in „einem“ Land (wir wiederholen zum 100sten Mal, dass wir unter „Sozialismus in ´einem` Land“ stets jene Bedingungen des Sozialismus unter der Weltherrschaft des Kapitalismus zu verstehen haben!) zum Kommunismus möglich, sondern vorher seine Verschmelzung im Weltsozialismus notwendig.


 

Vereinigung der Proletarier aller Länder zum Weltproletariat zwecks Sturz des Weltimperialismus, Vereinigung der Länder des Weltproletariats zwecks Schaffung des Weltkommunismus ( = Abschaffung zunächst der sozialen und schließlich der nationalen Klassenfrage im Weltmaßstab)



Auflösung des Klassencharakters des Vereinigungsprozesses ( = Entzweiungsprozesses), seine Überlebtheit und Überflüssigkeit in der klassenlosen Gesellschaft.

 


Klassenvereinigung als Einheit der Gegensätze von Triebkraft in der Klassengesellschaft und Hemmschuh in der klassenlosen Gesellschaft.

 


Wenn die Notwendigkeit der Klassenvereinigung, also wogegen und wofür das Proletariat sich im Klassenkampf zu vereinigen gezwungen war, mit dem Übergang in die klassenlose Gesellschaft anfängt, überflüssig zu sein, dann versiegt die Triebkraft der Klassenvereinigung, da befreit sie sich von ihrem Klassencharakter, verwandelt sie sich in ihr Gegenteil, in einen Hemmschuh der freiwilligen Vereinigung der klassenlosen Gesellschaft.

 

Damit wird aus dem Hemmschuh der Klassenvereinigung eine Triebkraft der klassenlosen Gesellschaft. Und da beginnt dann endlich das Reich der freiwilligen Assoziation aller Gesellschaftsmitglieder, fangen die Menschen an, sich freiwillig zu vereinigen.

 

Die proletarische Vereinigung zwecks Überwindung der Klassengesellschaft hört auf, ein mühevoller, zermürbender Kampf des Kommunismus gegen den Kapitalismus zu sein.

 

Der Kommunismus kann endlich jene Zwangsjacke ablegen, nur die Ideologie einer Klasse zu sein.

 

Das gesamte Denken der Menschheit wird vom Hemmschuh seines Klassencharakters befreit und triott aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.

 

Und schließlich ist es der Kommunismus selbst, der „als Letzter“ das Reich der Notwendigkeit verlassen darf, um das Reich der Freiheit zu betreten, und zwar in Form der freien Wissenschaft der freien Gesellschaft, der kommunistischen Weltassoziation.

 

 

 

 


Das Gesetz der weltproletarischen Einheit ist das Gesetz des proletarischen Internationalismus

 

 

Was ist proletarischer Internationalismus?

 

 

Die Definition ist nicht einfach, da der proletarische Internationalismus fast so alt ist wie das Proletariat selbst und sich historisch von Stufe zu Stufe, von Klassiker zu Klassiker, weiterentwickelt hat, so wie das Proletariat selbst. Der proletarische Internationalismus wurde von Marx und Engels wissenschaftlich ausgearbeitet. Der proletarische Internationalismus drückt sich in ihrer Formel:

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“

aus, ist aber über die Formel hinaus ein wesentlicher Bestandteil der Lehre des Marxismus-Leninismus, drückt nicht nur das wichtigste Wesensmerkmal, nämlich seines Internationalismus des Proletariats aus, sondern entwickelte sich zu einem selbständigen marxistisch-leninistischen Wissenschaftszweig. Wie der Name sagt, wurde dieser Wissenschaftszweig des Marxismus-Leninismus von Lenin weiterentwickelt, danach von Stalin und schließlich von Hoxha. Man kann also sagen, dass der proletarische Internationalismus einer der wesentlichsten Bestandteile der Lehren der 5 Klassiker ist.

 

Wichtig dabei ist die Entdeckung der internationalistischen Wurzel des proletarischen Klassenkampfes in der kapitalistischen Gesellschaft. Der proletarische Internationalismus ist die theoretische Widerspiegelung aller Klassenkampferfahrungen des Weltproletariats, deren Verallgemeinerung und systematische Herausarbeitung zur marxistisch-leninistischen Lehre von der internationalen Klassensolidarität des Weltproletariats im Kampf für die Beseitigung des Weltkapitalismus und zum Aufbau des Weltsozialismus.

 

Es war zunächst nur das solidarische Gefühl, das die Proletarier zusammenführte, um in der Not zusammenzuhalten, sich über alle Grenzen hinweg gegenseitig zu unterstützen. Daraus schöpften die Proletarier aller Länder ihr Selbstbewusstsein, ihre gemeinsamen Hoffnungen, Überzeugungen und Kräfte und ihren Mut. Die gegenseitige Hilfe war unmittelbar und konkret. Es dauerte eine Weile, bis sich daraus ein gemeinsam organisierter Abwehrkampf gegen die Kapitalisten der verschiedenen Länder und schließlich auch ein gemeinsamer politischer Kampf gegen ihre Regierungen herausbildete. Also am Anfang war der proletarische Internationalismus das ideologische Banner der Solidarität der Arbeiter gegen ihre kapitalistischen Länder, die die Proletarier über ihre Grenzen hinweg ausbeuteten und unterdrückten ( natürlich von Anfang an mit dem Endziel des Kommunismus verbunden!). Das war die Zeit der I. Internationale ( wo das Programm des „Kommunistischen Manifests“, wo der proletarische Internationalismus als Bestandteil des Marxismus, ja der Marxismus überhaupt) noch nicht offen proklamiert werden konnten). Mit der Entwicklung des Imperialismus schloss der proletarische Internationalismus die gegenseitige und gemeinsame Solidarität des Weltproletariats und der unterdrückten Völker mit ein. Das war die Zeit der II. Internationale. Zur Zeit des Sozialismus in „einem“ Land bezog sich die Definition des proletarischen Internationalismus auf die gegenseitige solidarische Unterstützung und Stärkung des Proletariats des sozialistischen Landes einerseits und des Weltproletariats und der unterdrückten Völker andererseits gegen die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung. Das war die Zeit der III. Internationale. Heute, zur Zeit der Komintern /ML, bildet sich der proletarische Internationalismus als Ideologie der Klassensolidarität des Weltproletariats „für sich“ heraus, das alle unterdrückten Klassen der Welt in seinem globalen Klassenkampf gegen das globalisierte Weltkapital zusammenschließt und vereinigt, um sie in den kommenden Schlachten der sozialistischen Weltrevolution zum Sturz des ganzen weltkapitalistischen Ausbeuter- und Unterdrückersystem anzuführen. In Verbindung mit der sozialistischen Weltrevolution müsste man mit der Definition in die Zukunft vorgreifen. Dann wäre die Definition des proletarischen Internationalismus auf die Einheit des Denkens und Handelns der Proletarier aller Länder zur gemeinsamen Errichtung und Festigung der Diktatur des Weltproletariats hinzulenken, die der Befreiung nicht nur des Weltproletariats, sondern der Befreiung aller unterdrückten Klassen der Welt dient.

 

Die Leninsche Definition des proletarischen Internationalismus traf 100 prozentig zu auf die Periode des Sozialismus „in einem Land“.

Damals bestand das Weltproletariat eben erst aus der Summe der Proletarier aller Länder, die geprägt waren durch den nationalen Rahmen, unter denen sie ihren internationalistischen Kampf führen mussten. Damals existierte noch nicht das sich verselbständigende Weltproletariat, das sich über nationale Grenzen hinaus globalisiert hat, also als einheitlich globalisierte Klasse. Man kann es auch so ausdrücken: Das Weltproletariat macht eine Wandlung seiner Entwicklung durch von einer Klasse „an sich“ zu einer Klasse „für sich“. Aus dem Weltproletariat in der Periode des Sozialismus „im einem Land“ wächst heute ein Weltproletariat heran, eine Klasse, die zum globalen Träger des Weltsozialismus heranreift. Das Wesen des Weltsozialismus besteht zum Unterschied des Wesens des Sozialismus „in einem Land“ darin, dass der Sozialismus in „einem Land“ vom Proletariat eines Landes aufgebaut wird, während der Weltsozialismus vom Weltproletariat aufgebaut wird, indem es die Proletarier aller Länder hierfür einbezieht, durch weltsozialistische Agitation und Propaganda erzieht, weltsozialistisch vereinigt und organisiert und dadurch den Auf bau des Sozialismus in allen Ländern der Welt vorantreibt, festigt und garantiert, dem Sozialismus in allen Ländern der Welt den Weg zu ihrem Übergang zum Kommunismus ebnet, erleichtert.

 

Dementsprechend unterscheidet sich das Wesen des proletarischen Internationalismus der Periode des Sozialismus „in einem Land“ von der Periode des Weltsozialismus darin, dass der Sozialismus (oder der Kampf für den Sieg des Sozialismus) im „eigenen Land“, also die revolutionäre Bewegung im „eigenen Land“ von den Proletariern in ausnahmslos allen anderen Ländern solidarisch unterstützt werden musste, während der Weltsozialismus (oder der Kampf für den Sieg des Weltsozialismus) im Weltmaßstab, also die weltrevolutionäre Bewegung des globalen Proletariats von den Proletariern in ausnahmslos allen Ländern solidarisch unterstützt werden muss, dass sich die revolutionäre Bewegung und der revolutionäre Kampf im eigenen Land in eine unverzichtbaren Teil der weltrevolutionären Bewegung und des weltrevolutionären Kampfes verwandelt, das heißt, dass sich in ausnahmslos jeden Land nicht mehr der revolutionäre Kampf, die revolutionäre Bewegung auf das eigene Land begrenzt, sondern dass in jedem einzelnen Land der weltrevolutionäre Kampf geführt, die weltrevolutionäre Bewegung entwickelt und unterstützt wird.

 

 

Der Leninismus des proletarischen Internationalismus unterscheidet sich also vom Leninismus zu Lenins Zeiten sehr wesentlich durch die inzwischen (in fast 100 Jahren !!) stattfindenden Veränderungen der globalen

Klassenbewegungen, dem unbedingt Rechnung getragen werden muss. Wenn man den Leninismus wirklich verteidigen will, muss man ihn weiterentwickeln, sonst verfällt er, wird die Leninsche Definition des proletarische Internationalismus nicht nur ein toter Lehrsatz, der dem Kommunismus nicht mehr dienen kann, sondern er wird unweigerlich dem Revisionismus geopfert, wird zu einer weltimperialistischen Waffe gegen den proletarischen Internationalismus selbst. Stellen wir die Definition des alten proletarischen Internationalismus der Definition des neuen proletarischen Internationalismus gegenüber, indem wir von der alten Definition Lenins ausgehen und dabei seine Worte verwenden.

 

Lenins Definition von 1917:

 

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der revolutionären Bewegung und des revolutionären Kampfes im eigenen Lande, die Unterstützung (durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein in ausnahmslos allen Ländern.“

 

Die leninistische Definition von 2007 - also 90 Jahre später:

 

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der weltrevolutionären Bewegung und des weltrevolutionären Kampfes des Weltproletariats, die Unterstützung (durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein durch die Proletarier in ausnahmslos allen Ländern.“



Verallgemeinert man nun die ganze historische Entwicklung des proletarischen Internationalismus, könnte man den proletarischen Internationalismus vielleicht folgendermaßen definieren:

 

Die Lehre vom proletarischen Internationalismus ist – sehr allgemein gesprochen - die internationalistische Lehre des Weltproletariats vom solidarischen Klassenkampf der vereinigten Proletarier aller Länder gegen jede Ausbeutung und Unterdrückung auf der ganzen Welt.

 

Ebenso - sehr allgemein [und zugegebener Maßen etwas umständlich konkretisiert] -

 

ist nur derjenige ein proletarischer Internationalist, der ...

 

( - die internationalen Ursachen der Ausbeutung und Unterdrückung kennt, sich im Kampf gegen das internationale Ausbeuter- und Unterdrückungssystem vom Marxismus-Leninismus leiten lässt, der sich mit allen unterdrückten Kräften, mit dem Weltproletariat an der Spitze, für die revolutionäre Beseitigung des kapitalistischen Weltsystems im national und international vereinheitlichten Maßstab zusammenschließt und diese entsprechend organisiert und führt und so -)

 

... in jeder Lebenslage gegen jeden Fall von Ausbeutung und Unterdrückung auf der ganzen Welt kämpft -

 

genauer:

 

Der proletarische Internationalismus ist die Einheit des Denkens und Handelns des Proletariats eines jeden Landes im Besonderen und des Weltproletariats im Allgemeinen“ (Enver Hoxha, Bericht auf dem 7. Parteitag der PAA, 1977, dt. Ausgabe, Seite 242).

 

 

Das Gesetz der weltproletarischen Einheit besagt,

dass die Vereinigung des Proletariats, die Durchsetzung seiner revolutionären Interessen in jedem Land mit der Vereinigung des Weltproletariats und der Durchsetzung seiner internationalen Interessen, unbedingt übereinstimmt.

 

 

Der Weg zur siegreichen Befreiung des Proletariats (insbesondere in einem Lande und im Weltmaßstab im Allgemeinen) ist nur möglich, wenn das Gesetz der weltproletarischen Einheit, der proletarische Internationalismus, vollständig und richtig vom Proletariat angewandt wird. Dieses Gesetz anwenden heißt also, den notwendigen Kampf für die unbedingte Übereinstimmung der Vereinigung der Proletarier eines jeden Landes mit der Vereinigung zum Weltproletariat zu Ende zu führen. Es handelt sich hier um ein objektives Gesetz, das man weder so mir nichts dir nichts außer Kraft setzen kann, noch dessen spontanen Gang die Proletarier machtlos gegenüberstehen. Die Gesetzmäßigkeiten der Vereinigung des Proletariats zu einer internationalen Klasse vollziehen sich als ein Prozess der kapitalistischen Klassengesellschaft, spiegeln diese wider und vollziehen sich unabhängig vom Willen des Proletariats. Wir können dieses Gesetz lediglich entdecken, erkennen, aber es damit auch mit politischer Sachkenntnis anwenden, im Interesse der sozialistischen Weltrevolution ausnutzen, uns also dieses Gesetz zu eigen und dienlich machen, es beherrschen, das heißt, das Bewusstsein des proletarischen Internationalismus zu fördern, zu verbreiten und zu vertiefen. Dieses Gesetz bis zur Meisterschaft beherrschen, das kann nur eine weltproletarische Klassenorganisation, die sich von den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha leiten lässt, also nur die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten und zwar vermittels ihrer Sektionen, der marxistisch-Leninistischen Parteien in jedem Land, und das nur unter Meisterung der Methode des demokratischen Zentralismus. Die grundlegende Taktik, die das Weltproletariat heute zum Wirksamwerden des Gesetzes der weltproletarischen Einheit anwenden muss, lautet: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

Der Zweck der Anwendung des Gesetzes der weltproletarischen Einheit ist die Eroberung und Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats durch den Sturz und die Beseitigung der Weltdiktatur der Bourgeoisie und das Mittel zu diesem Zweck ist die Vereinigung aller Länder zur sozialistischen Weltrevolution. Darin besteht das Wesen des proletarischen Internationalismus, darin besteht die historische Mission des Weltproletariats, also:

 

 

Weltproletariat – vereinige die sozialistischen Revolutionen aller Länder, vereinige alle Länder zur sozialistischen Weltrevolution!“

- Das ist die konkrete Losung zum Wirksamwerden des Gesetzes des proletarischen Internationalismus unter den heutigen Bedingungen der Weltherrschaft des globalisierten Kapitalismus.



Wie ist die Taktik „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ auf marxistisch-leninistische Art und Weise umzusetzen?

 

Mit der „Taktik für alle“ – mit dem Weltbolschewismus !

 

Welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt werden?

 

1.

Organisatorische Selbständigkeit – Das Weltproletariat besitzt keine andere Waffe im Kampf um die Weltmacht als die Weltorganisation, die die Organisationen aller Länder in sich vereint. Das Weltproletariat muss alle seine Klassenvereinigungen selber neu organisieren. Die Aufgabe der Weltrevolutionäre besteht heute also darin, das hierfür notwendige Bewusstsein in das Weltproletariat hineinzutragen, ja das Hineintragen des weltrevolutionären Bewusstseins systematisch zu organisieren, um so dem Weltproletariat dabei optimal zu helfen, seine eigene Organisierung voranzutreiben, um sein weltrevolutionäres Potential seiner Vereinigung auszuschöpfen. Dies geht nicht ohne

a) Herausbildung der höchsten Form seiner Klassenvereinigung - nämlich dem Aufbau der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten. Diese höchste Form benötigt das Weltproletariat unbedingt als Führungsstab der Vereinigung aller Länder. Ohne diesen Führungsstab landen die Proletarier aller Länder und alle ihre Klassenvereinigungen eine nach dem anderen bzw. früher oder später in den Armen des Weltimperialismus – auf dem Silbertablett des Weltrevisionismus. Das Weltproletariat schmiedet also seine revolutionäre Avantgarde von Weltrevolutionären, um die Vereinigung der Avantgarde der Proletarier aller Länder zu beschleunigen. Das Weltproletariat braucht die Einheit. Die Einheit des Weltproletariats kann nur durch eine einheitliche Weltorganisation verwirklicht werden, deren Beschlüsse von allen Kommunistischen Parteien nach bestem Wissen und Gewissen durchgeführt werden. Eine Frage beraten, die verschiedenen Meinungen äußern und anhören, die Ansicht der Mehrheit der organisierten Sektionen ermitteln, diese Ansicht in einem Beschluss zum Ausdruck bringen, diesen Beschluss gewissenhaft durchführen – das bezeichnet man in der ganzen Welt als Einheit. Und eine solche Einheit ist dem Weltproletariat unendlich teuer, unendlich wichtig. Zersplittert sind die Kommunistischen Parteien der Länder nichts. Vereint sind sie alles ! „Komintern/ML – vereinige die Kommunistischen Parteien aller Länder !“

 

b) Die Kommunistische Internationale ist berufen, alle übrigen Formen der internationalen Vereinigung der Proletarier aller Länder, also alle internationalen proletarischen Organisationen zu führen, in denen sich die Organisationen der Proletarier aller Länder vereinigen.

 

2. theoretische Selbständigkeit Die Proletarier aller Länder können nicht ihre starke Einheit in die Waagschale legen, können nicht starke, eigenständige,Klassenorganisationen aufbauen, wenn diese nicht alle von einer einheitlichen, revolutionären Theorie, nicht von einem einheitlichen Denken, nicht von gemeinsamen Überzeugungen und Ideen, nicht vom weltrevolutionären Geist durchdrungen sind. Einheitlicher Wille, einheitliches Handeln der internationalen Arbeiterbewegung sind unmöglich, ohne ihre ideologische Einheit und Geschlossenheit. Der Erfolg der organisatorischen Vereinigung des sozialistischen Weltproletariats hängt von der Vereinheitlichung seiner revolutionären Ideologie ab. Die organisatorische Selbständigkeit des Weltproletariats setzt seine theoretisch-ideologische Selbständigkeit voraus. Der Kampf um die Selbstständigkeit heißt dabei immer, Kampf gegen jegliche Einflüsse klassenfremder Elemente innerhalb der internationalen Arbeiterbewegung, innerhalb ihrer Klassenorganisationen, innerhalb ihrer Klassenideologie. Eben das macht den Charakter des Bolschewismus aus, dass sich der Vereinigungsprozess der Proletarier nur im eigenständigen, selbsterhaltenden Kampf gegen Spaltung und Zersplitterung, gegen revisionistische Einheitsmacherei, gegen Fraktionsmacherei und Blockbildung, klassenversöhnlerische Bündnisse usw. usf., entwickeln kann, zuallererst im unversöhnlichen und prinzipienfesten, ideologischen Klassenkampf. Da, wo das Weltproletariat seine theoretische Stärke, seine Einheit und Geschlossenheit einbüßt, verliert es auch seine organisatorische Stärke, seine organisatorische Einheit und Geschlossenheit, was nicht anderes heißt, als dass die internationale Arbeiterbewegung Gefahr zu laufen droht, vom Klassenfeind ins Schlepptau genommen zu werden.

 

3. Die Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ darf nicht als eine eingepaukte hohle Formel, nicht mechanisch auf geschichtliche Parallelen angewandt werden, darf nicht mit der Losung: „Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ verwechselt oder gleichgesetzt, auch nicht darauf reduziert und ebensowenig von ihr getrennt und dieser entgegengestellt werden, sondern muss, wenn es erforderlich wird, mit neuem Inhalt und neuen Schwerpunkten gefüllt werden, damit sie stets das Ergebnis einer sorgfältigen Analyse der konkreten Bedingungen der revolutionären Bewegungen aller Länder im Besonderen und der weltrevolutionären Bewegung im Allgemeinen bleibt. Sie ist gültig für eine lange historische Periode und macht daher in deren Verlauf viele Veränderungen durch, nimmt verschiedene Formen an, wobei die internationalen Formen natürlich im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnen werden .

Die Losung:

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

hat dabei – egal, in welcher Entwicklungsphase sich die proletarische Weltrevolution im jeweiligen Augenblick befinden mag - stets das Höchstmaß dessen zu leisten, was dem Weltproletariat zur Entwicklung, Unterstützung, Entfachung der Revolution in einem Lande, in jedem Lande, in allen Ländern, durchführbar ist.”

 

4. Es ist notwendig, dass die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten die Richtigkeit der Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ im Feuer des Kampfes der weltrevolutionären Arbeiterbewegung überprüft.

 

 


In welcher Form erscheint die sozialistische Weltrevolution ? Wie formiert sich dementsprechend der Weltrevolutionär ?

 


Viefältigkeit der sozialistischen Weltrevolution,

die sich in jeder einzelnen sozialistischen Revolution aller Länder ausdrückt,

ist die Erscheinungsform ihres einheitlichen Ganzen.

 


Die Vielseitigkeit der sozialistischen Weltrevolutionäre, die sich in ihrem gemeinsamen Kampf für jede einzelne sozialistische Revolution in allen Ländern ausdrückt, ist die charakteristische Vorgehensweise ihres einheitlichen, weltrevolutionären Handelns.


Oder einfacher ausgedrückt:

 

Damit die Weltrevolutionäre die sozialistische Weltrevolution in die gewünschte, erforderliche, einheitlich-geschlossene Richtung lenken können, müssen sie in den sozialistischen Revolutionen der verschiedenen Länder nicht gleichartig, sondern unterschiedlich vorgehen, da die weltrevolutionären Bedingungen in jedem Land und zu jedem Zeitpunkt unterschiedlich sind (zum Beispiel : Identität der revolutionären Situation eines Landes mit der weltrevolutionären Situation = ihre Übereinstimmung gezielt erleichtern und beschleunigen durch Erkenntnis und Anwendung ihrer gesetzmäßigen Entwicklung !).

 

 


Der idealistische Monismus

 

erkennt (höchstens!) a) die materialistische Basis der sozialistischen Revolution in „einem“ Lande an, um dahinter die Leugnung der materialistischen Basis der sozialistischen Weltrevolution besser zu verbergen und sie um so leichter durch Idealismus zu ersetzen (die mit dem ideellen Geist der sozialistischen Weltrevolution „gesalbte“ sozialistische Revolution des Proletariats „eines“ Landes; die faktische Gleichsetzung der sozialistischen Revolution mit der sozialistischen Weltrevolution; die Herabsetzung des Niveaus der sozialistischen Weltrevolution auf das Niveau der sozialistischen Revolution in „einem“ Lande; die Ersetzung der sozialistischen Weltrevolution durch die sozialistische Revolution in „einem“ Lande; Verabsolutierung der sozialistischen Revolution in „einem“ Land; Vulgarisierung der sozialistischen Revolution in „einem“ Land usw. usf.; siehe: Dimitroff, Komintern, rechter Kurs der Einheitsfrontpolitik ab VII. Weltkongress).

 


oder b)

erkennt (höchstens!) die materialistische Basis der sozialistischen Weltrevolution an, um dahinter die Leugnung der materialistischen Basis der sozialistischen Revolution in „einem“ Land besser zu verbergen und sie um so leichter durch Idealismus zu ersetzen ( Unmöglichkeit des Sozialismus in „einem“ Lande; Verabsolutierung, Vulgarisierung der sozialistischen Weltrevolution usw. usf. – siehe Trotzkismus).

 


Der bürgerliche Monismus versucht, den Gegensatz von materialistischem und idealistischem Monismus in der wissenschaftlichen Weltanschauung des Proletariats im Allgemeinen und in der Wissenschaft der sozialistische Weltrevolution im Besonderen zu neutralisieren, zu verwischen, was auf die einseitige Anerkennung der sozialistischen Revolution des Proletariats in „einem“ Land hinausläuft bei gleichzeitiger und ausdrücklicher Nichtanerkennung der Notwendigkeit der sozialistischen Weltrevolution (bzw. es läuft auf das Gegenteil hinaus). Anerkennung der Existenz der Arbeiterklasse in einem Land bei gleichzeitiger Nichtanerkennung der Existenz des Weltproletariats usw. usf..

 

Bei den Weltrevisionisten wird der materialistische Monismus in der proletarischen Auffassung von der sozialistischen Weltrevolution zwar in Worten anerkannt, aber in Taten geleugnet. Der Eklektizismus weicht „unmerklich“ vom Kurs des weltrevolutionären Schiffes ab, bis die Kursabweichung kaum noch korrigiert werden kann, das Schiff durch Gegensteuern ins Schlingern und damit außer Kontrolle gerät und der Eklektizist es in den revisionistischen Hafen einlaufen lässt, um dort (eklektizistische) „Reparaturen“ vornehmen zu lassen. Der Neo-Revisionist gibt vor, den Manövern der Revisionisten auszuweichen, um das weltrevolutionäre Schiff in Wirklichkeit in den revisionistischen Sumpf zu lenken

 


Dieser kleine Einblick ins ideologische „Log-Buch“ der weltrevolutionären „Seefahrt“ soll genügen, um deutlich zu machen, wozu ein Weltrevolutionär fähig sein muss. Er muss stets wachsam sein, wenn er das Schiff des Weltproletariats trotz tausender von Riffs, Untiefen und aller möglichen Hindernisse auf dem internationalen Meer des Klassenkampfes sicher ans Ufer des Weltsozialismus steuern will. Er muss ein erfahrener Seemann und Kapitän sein, erfahren sowohl auf allen Weltmeeren, als auch auf Flüssen und Seen. Vor allem braucht er einen stets zu perfektionierenden Kompass, um den ständig wechselnden Kurs neu bestimmen zu können – den Marxismus-Leninismus. Mit dem Kurs: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ muss man sich also gut auskennen, darf das Steuer nicht aus der Hand geben, sonst führt diese Losung nicht zum Sieg, sondern geradewegs in die Niederlage. Je klarer und einfacher die Losung, desto leichter und schwungvoller kann sie von den Massen aufgegriffen und umgesetzt werden, aber desto größer ist die Gefahr ihrer bewussten Fehlinterpretation und Irreführung !

Es ist eine lebendige Losung, das heißt sie muss den jeweiligen Veränderungen der Bedingungen einer relativ langwierigen Periode ihres Wirkens immer wieder aufs Neue angepasst werden. Da die sozialistische Weltrevolution nicht gradlinig verläuft, kann es in ihrem Entwicklungsprozess ( mit Sicherheit!) zu Rückschlägen und Niederlagen kommen, denen man Rechnung tragen muss, indem man die Losung entsprechend elastisch anpasst und ihre mechanistische, dogmatische Anwendung einerseits genauso vermeidet wie andererseits ihre rechtsopportunistische Anwendung durch Herabminderung ihres weltkommunistischen Charakters.

 


Es ist also die Weltrevolution, die den Herzschlag des Weltrevolutionärs in jedem Land bestimmt, die die Welt zu seinem revolutionären Zentrum macht, die jedes Land zu seinem „zu Hause“ macht, wo er überall die richtigen und nötigen revolutionären Bausteine bekommt, die er für die Errichtung des proletarischen Weltgebäudes braucht, mit dessen Hilfe er dann wieder 100 Bausteine in jedes Land zum Aufbau der Ländergebäude liefern wird, und er 1000 Bausteine für den Ausbau des proletarischen Weltgebäudes zurückbekommt usw. usf.

Das ist – bildlich gesprochen, der Kern unserer weltrevolutionären Sichtweise. Vom Weltproletariat aus betrachtet ist die Weltpolitik seine Innenpolitik, seine Politik in jedem einzelnen Land aber wird zu seiner Außenpolitik. Für das Proletariat eines Landes ist umgekehrt die Politik in seinem Land die Innenpolitik und die Politik außerhalb seines Landes seine Außenpolitik. Es ist das Weltproletariat, das den proletarischen Internationalismus des Proletariats eines jeden Landes auf eine höhere qualitative Stufe hebt, das die Gesamtinteressen des proletarischen Internationalismus in der ganzen Welt mit den Einzelinteressen des proletarischen Internationalismus in jedem Land harmonisch miteinander verbindet, so wie auch die Gesamtinteressen der Weltdiktatur des Proletariats mit den Einzelinteressen der Diktatur des Proletariats in jedem Land harmonisch miteinander verbunden werden – mit der Methode des demokratischen Zentralismus.

 

Ein Proletariat, das sich vom weltproletarischen Gesamtprozess isoliert bzw. vom Klassengegner gespalten wird, das sich nur damit beschäftigt, sich selbst als schwächstes Kettenglied herauszubrechen, das dabei auf die „Unterstützung“ des Weltproletariats von außen „hofft“, wird enttäuscht werden, denn es kann den (heute!) welt-revolutionären Prozess der sozialistischen Revolution in seinem Land nicht allein zum Sieg führen, kann diesen Sieg nicht garantieren, wenn es vorher selbst nicht integrierter – oder besser: integrierender Bestandteil der weltproletarischen Gesamtbewegung geworden ist. Indem es zusammen mit allen anderen Proletariern den Hebel „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ unter zentraler Führung des Weltproletariats anpackt, kann sich das Proletariat jedes Landes aus der weltimperialistischen Kette viel leichter befreien und damit nicht nur alle befreien, sondern auch die weltimperialistische Kette beseitigen, die es, einmal herausgebrochen, als abgetrenntes sozialistisches Glied historisch nicht beseitigen konnte.

 

Es ist die gemeinsame Beseitigung der imperialistischen Kette durch ALLE Proletarier das ZIEL und das Herausbrechen des einzelnen (zunächst schwächsten) Kettengliedes das gewünschte ERGEBNIS bei der weltrevolutionären Umsetzung dieses Zieles.

 

Die weltrevolutionären Gesamtinteressen bestimmen die revolutionären Interessen jedes Landes, also bestimmt auch der weltrevolutionäre Gesamtprozess den weltrevolutionären Prozess in jedem Land, bestimmt der weltrevolutionäre Gesamtprozess das Herausbrechen des schwächsten imperialistischen Kettengliedes – das zum Werk des Weltproletariats geworden ist und also nicht mehr allein das Werk eines einzelnen Proletariats.

 

Die Gesamtinteressen der proletarischen Weltpartei bestimmen die Interessen der Kommunistischen Parteien in jedem Land, verwandelt die Weltpartei die Kommunistischen Parteien aller Länder in ihre Abteilungen, in ihre Sektionen.

 

Es kann keine Einheit der Arbeiter auf der ganzen Welt, es kann keine Einheit des Weltproletariats, es kann keine Einheit des Proletariats in jedem Land, es kann keine Einheit der sozialistischen Revolutionen geben, wenn es keine Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze, keine Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit, keine Unterordnung der Proletarier aller Länder unter das Weltproletariat, keine Unterordnung der sozialistischen Revolution unter die Weltrevolution, keine Unterordnung der Kommunistischen Parteien unter die Weltpartei gibt usw. usf.

Nur so können alle Spaltungen überhaupt, kann das Proletariat jedes Landes die Spaltung und Zersplitterung des Weltproletariats durch die Weltbourgeoisie, durch die Bourgeoisie des einzelnen Landes als deren verlängerter Arm, überwinden. Nur so kann die Weltrevolution ihre Spaltung in einzeln zersplitterte und voneinander losgelöste Revolutionen Schritt für Schritt überwinden, nur so kann die Spaltung und Zersplitterung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die Spaltung in der Weltpartei, die Spaltung in den Kommunistischen Ländern auf der ganzen Welt überwunden werden. Es ist die konsequente Anwendung des Gesetzes des demokratischen Zentralismus, mit der der weltproletarische Vereinigungsprozess vorangetrieben, die Welteinheit des Proletariats hergestellt und Spaltung und Zersplitterung überwunden wird. Das ist die korrekte Anwendung der Lehre Lenins und Stalins, bezogen auf die heutigen Klassenkampfbedingungen gegen das Weltkapital. Weltdiktatur des Proletariats heißt Führung, Zusammenfassung der zersplitterten, zerstreuten Massen der Welt zu einem geschlossenen, einheitlichen Ganzen zum Sieg über die Weltimperialisten. Ohne Selbstaufopferung, ohne Disziplin und Zentralisation im Weltmaßstab ist diese internationale Aufgabe nicht zu bewältigen.

 


Die Stärke des Weltproletariats liegt zunächst in der Schwäche seines Gegners durch die Verschärfung der Widersprüche im feindlichen Lager.

Vom Klassenstandpunkt aus betrachtet verstärken sich die Widersprüche vor allem zwischen den großen und kleinen Kapitalisten, zwischen den verschiedenen Schichten innerhalb der Bourgeoisie, aber auch zwischen der Bourgeoisie und dem Kleinbürgertum, ebenso die Widersprüche zwischen den nicht wenigen Kleinbürgern, die mit der Globalisierung zum Bourgeois aufsteigen und den meisten Kleinbürgern, die ins Proletariat verdrängt werden. Im Weltmaßstab muss man die Verschärfung dieser Widersprüche aufmerksam verfolgen, um sie ausnutzen zu können, nicht nur um greifbare Vorteile für diese oder jene Schicht des Proletariats im Weltmaßstab herauszuschlagen, sondern auch, um das Weltproletariat über die Veränderungen, die Spaltungen und Zersplitterungen im Lager des Klassengegners aufzuklären:

Je größer die Interessenkonflikte im gegnerischen Lager, desto mehr Zeit gewinnt das Weltproletariat, desto mehr Energien werden zur Lösung der hausgemachten Konflikte des Klassengegners im eigenen Lager verbraucht, und können deswegen zwangsläufig um so weniger gegen das Weltproletariat gerichtet werden, wird die Spaltertätigkeit des Weltimperialismus „gespalten“ durch die Spaltertätigkeit im eigenen kapitalistischen Lager, die dem Weltproletariat täglich neue Kräfte beschert.

Das kapitalistische Lager wird aber nicht nur absolut kleiner, indem es die abgespaltenen Kräfte verliert, sondern auch relativ kleiner, weil es diese Kräfte dem Weltproletariat als seinem stärksten Klassengegner zuführt.

Es wird dadurch aber nicht nur kleiner, sondern schwächer, weil sich diese abgespaltenen Kräfte nicht mehr gegen das Weltproletariat, sondern mit dem Weltproletariat zusammen gegen die Weltbourgeoisie richten.

Deswegen müssen die Kommunisten den wachsenden Interessenstreit im feindlichen Lager politisch enthüllen, um erstens das weltrevolutionäre Lager dazu zu bewegen, den Vorteil zur Verstärkung der eigenen Vereinigungskraft zu nutzen und zweitens die abgespaltenen (neutralisierten) Kräfte aus dem kapitalistischen Lager dazu zu bewegen (zu überzeugen, zu zwingen usw. usf), sich ihrerseits gegen die Weltbourgeoisie zu richten.

Die richtige Taktik der Kommunisten muss darin bestehen, die millionenfach hereinströmenden sich proletarisierenden Elemente ins Weltproletariat nicht zu ignorieren, sondern sie auszunutzen. Um sie auszunutzen, sind Zugeständnisse unvermeidlich und zwar in dem Augenblick, wo sich diese Elemente dem Weltproletariat zuwenden.

Gleichzeitig aber muss man gegenüber denjenigen Elementen einen konsequenten Kampf führen, die zur Weltbourgeoisie schwenken.

Das ist nicht nur ein komplizierter und anstrengender, sondern auch ein langwieriger Prozess, der nicht übers Knie gebrochen werden kann. Die Taktik besteht also darin, die Schwäche des Gegners zur eigenen Stärkung auch wirklich aktiv, das heißt weltpolitisch aktiv, auszunutzen.

 

Was hier über die sozialen Widersprüche im feindlichen Lager gesagt wurde, gilt natürlich auch für seine internationalen bzw. nationalen Widersprüche, was wir bereits aufgezeigt haben. Dabei ist es wichtig, die nationalen Widersprüche als Hebel für die Verschärfung der sozialen Widersprüche im kapitalistischen Lager auszunutzen.


Historische Entwicklung der Spaltung und Zersetzung der Vereinigungsbestrebungen der Proletarier durch die Kapitalisten und durch den Ausbeutungs- und Unterdrückungsapparat der Bourgeoisie:


Die Fabrik war schon damals die höchste Form der kapitalistischen Kooperation, die das Proletariat vereinigte und diziplinierte, die es lehrte, sich zusammenzuschließen und zu organisieren. Die Fabrikarbeiter standen daher von Anfang an an der Spitze aller proletarischen Schichten. Die Fabrik hatte seit Beginn nicht nur die ausbeuterische, sondern auch ihre organisierende ( und damit zwangsläufig auch ihre desorganisierende, spalterische) Seite. Die Kapitalisten versuchten von Anfang an die Konkurrenz der Arbeiter durch das Säen von Zwietracht im Betrieb zu verschärfen, durch Spaltungen zwischen den Löhnen, zwischen den einzelnen Berufen, zwischen Mann und Frau, zwischen jung und alt, zwischen verschiedenen Nationalitäten, zwischen den verschiedenen Qualifikationen, zwischen den organisierten und unorganisierten Arbeitern, zwischen den Religionen, zwischen den Arbeitern dieses oder jenes Ortes, zwischen den kürzer und länger Beschäftigten, heute ist u.a. „Mobbing“ ein gängiger Begriff geworden. Die Bourgeoisie hetzt die Arbeiter der einen Nation gegen die der andern auf und versucht sie zu trennen usw. usf. Es gab keine einzige konkurrierende Situation oder Lage der Arbeiter, die die Kapitalisten nicht für ihre Spaltungsversuche ausnutzten. Um den Kampf der Arbeiter für die Verbesserung ihrer Löhne und Arbeitsbedingungen in den Fabriken zu erschweren, schufen die Fabrikanten reglementierende Werksordnungen, Fabrikgesetze usw. usf. Sie wurden von den Regierungen dabei unterstützt, die ihrerseits mit Gesetzen gegen die Vereinigung der Arbeiter in den Fabriken, gegen ihre Versammlungen, Aktionen usw. rücksichtslos vorgingen.

Der Arbeiter war entrechtet und zum Sklavendasein verurteilt. Der Kampf für seine Rechte wurde kriminalisiert. Die Methode „Zuckerbrot und Peitsche“ wurde von den Kapitalisten zuerst in ihren Fabriken angewandt. Es gab weder Rede- noch Presse- noch Organisationsfreiheit der Arbeiter. Wer sich wehrte und sich nicht daran hielt oder dagegen „verstieß“, musste mit Schikanen aller Art rechnen, wurde mit Geldstrafen belegt bzw. gefeuert oder musste sogar mit Gefängnis, Verbannung oder gar mit dem Tod rechnen. In ihrer Geschichte haben die Arbeiter große Opfer für ihre Vereinigung bringen müssen, ist viel Arbeiterblut geflossen und wird weiter Arbeiterblut vergossen werden – aber die Vereinigung wächst und erstarkt zum Trotz . Sie kann weder durch Verbot noch durch Verfolgungen und Repressalien aufgehalten werden.

Hatten die Kapitalisten nicht genügend Streikbrecher aus den eigenen Reihen, so wurden von ihnen Firmen beauftragt, die ihren Profit mit dem Verleih von Streikbrechern machten.

Es gab auch Gesetze, mit denen streikende ausländische Arbeiter des Landes verwiesen wurden – eine besonders brutale Form der Spaltung der Streikfront.

Jeder Kollege, weiß, was Aussperrung bedeutet. Aussperrung bedeutet die Verschärfung des Streikkampfes. Die Weltkapitalisten werden sich nicht scheuen, die Aussperrung auch als internationales Kampfmittel gegen globale Streiks einzusetzen, um die internationale Streikfront zu spalten und zu zersplittern. Den internationalen Aussperrungen werden aber neue, noch größere, noch internationalere Streiks folgen. Das Entscheidende ist aber nicht nur ihre Ausweitung, sondern vor allem die Höherentwicklung der Kampfformen, mit denen die Arbeiter die Aussperrung beantworten ... dem ökonomischen Streik muss der politische Streik folgen, muss die ökonomischen Kampfformen durch politische Kampfformen ersetzen, muss der politische Zusammenschluss auf den ökonomischen Zusammenschluss führenden Einfluss nehmen.

 

Die Kapitalisten hatten in den Fabriken, am Arbeitsplatz, zunächst ihre eigenen Spitzel unter den Arbeitern angeworben, die die Interessen der Arbeiter für einen Judaslohn verrieten. Sie halfen den Kapitalisten und später auch der Polizei bei der Spaltung und Zersplitterung durch ihre Spitzeltätigkeit und zwar überall, wo die Arbeiter lebten, wohnten, arbeiteten und kämpften. Später verfügten sie auch über ein ganzes Spitzelnetz in den Arbeitervierteln und natürlich in den verschiedensten Arbeitervereinen. Sie spionierten die Vorbereitungen der Arbeiteraktionen aus, und meldeten der Polizei die Rädelsführer. Kam es dann zu Aktionen, dann mischten sie sich unter die Streikenden, nahmen an den Aktionen, Revolten, Meutereien, Aufständen der Arbeiter teil, um von innen heraus Zersetzungsarbeit zu betreiben. Später zettelten sie als „agent provocateur“ Auftragsanschläge an, um jedem Arbeiter, der „mitgemacht“ hatte, leichter habhaft zu werden. Sie erpressten und bedrohten die Arbeiterfamilien, um den Arbeiter auf diese Weise mundtot oder aktionsunfähig zu machen. Die Polizeischergen standen mit ihren Waffen bereits im Hinterhalt, um die streikenden Arbeiter zu verhaften oder niederzuschießen. Die Arbeiter einer Fabrik versuchten ihrerseits, den Verräter in ihren Reihen ausfindig zu machen, ließen ihn Spießruten laufen, ja die Arbeitern griffen selbst zu gewaltsamen Mitteln und verübten nicht selten Selbstjustiz .

Um die eigenständigen Arbeiterversammlungen zu verhindern, organisierten die Kapitalisten mit ihren Regierungen schließlich ihre eigenen „Arbeiterversammlungen“, um die Bewegung der Arbeiter auf diese Weise zu kontrollieren. Vereinigung der Arbeiter ja, aber gesetzlich reglementiert. Natürlich nutzen die Arbeiter diese „Arbeiterversammlungen“ für sich aus, so gut sie das können, aber der Kapitalist kann schließlich genügend Druck ausüben zum Beispiel mit den Entlassungen. Nur eine Arbeitervereinigung, die Arbeiter vieler Fabriken und vieler Orte vereinigte, beseitigte diese Abhängigkeit der Arbeitervertretungen von den einzelnen Fabrikanten. Nur die Arbeitervereinigung gewährleistete alle jene Kampfmittel, die in der kapitalistischen Gesellschaft überhaupt möglich waren. Diese Arbeitervereinigungen wurden aber erst freier, als die Arbeiter begannen, für ihre politischen Freiheiten zu kämpfen, denn ohne diese politischen Freiheiten erwiesen sich alle Formen von Arbeitervereinigungen nur als kläglicher Betrug. Die politische Freiheit beseitigt den Klassenkampf nicht, im Gegenteil sie zieht immer mehr Massen in ihn hinein und hilft ihnen, sich als Klasse zu vereinigen. Politisch kämpfen konnten die Arbeiter nur als organisierte Klasse. Doch die fällt nicht vom Himmel, sie entwickelt sich erst im Klassenkampf selbst.

 


Wie hat es der Mensch gelernt, sich zusammenzuschließen?

 

Zuerst durch die Zunft, dann nach Berufen. Als das Proletariat sich in eine Klasse verwandelt hatte, da wurde es so stark, dass es die gesamte Staatsmaschine selbst in die Hand nahm, der ganzen Welt den Krieg erklärte und den Sieg davontrug. Unter diesen Umständen werden Zünfte und Berufsorganisationen bereits zu etwas Rückschrittlichem. Es gab auch im Kapitalismus eine Zeit, wo die Arbeiter sich nach Zünften und Berufen zusammenschlossen. Das war damals eine fortschrittliche Erscheinung. Anders konnte sich das Proletariat nicht zusammenschließen. Es wäre absurd zu behaupten, das Proletariat hätte sich sofort als Klasse organisieren können. Das dauerte Jahrzehnte. Niemand hat so gegen solche kurzsichtigen Auffassungen gekämpft wie Marx. Die Klasse entwickelt sich unter kapitalistischen Verhältnissen, und wenn der geeignete Zeitpunkt für die Revolution da ist, ergreift sie die Staatsgewalt. Und damit werden alle Zünfte und Berufsvereinigungen zu einer veralteten Erscheinung, sie verkörpern schon etwas Rückständiges sie zerren uns zurück, nicht deshalb, weil dort irgendwelche schlechten Menschen säßen, sondern weil schlechte Menschen und Gegner des Kommunismus dort eine Basis für ihre Propaganda finden“ (Lenin, Band 30, Seite 505-506).

 

Zu Beginn der Entwicklung des Kapitalismus bedeuteten die Gewerkschaften als Übergang von der Zersplitterung und Hilflosigkeit der Arbeiter zu den Anfängen einer Klassenvereinigung einen riesigen Fortschritt der Arbeiterklasse. Als die höchste Form der Klassenvereinigung der Proletarier, die revolutionäre Partei des Proletariats (die ihren Namen nicht verdient, solange sie es nicht gelernt hat, die Führer mit der Klasse und mit den Massen zu einem Ganzen, zu etwas Untrennbaren zu verbinden), sich herauszubilden anfing, da begannen die Gewerkschaften unvermeidlich gewisse reaktionäre Züge zu offenbaren, eine gewisse zünftlerische Beschränktheit, eine gewisse Neigung zur politischen Indifferenz, eine gewisse Stagnation usw. Aber anders als vermittels der Gewerkschaften, anders als durch ihr Zusammenwirken mit der Partei der Arbeiterklasse ging die Entwicklung des Proletariats nirgendwo in der Welt vor sich und konnte auch nicht vor sich gehen“ (Lenin, Band 31, Seite 35).

 


Warum führte der Klassenkampf des Proletariats in den imperialistischen Ländern (Russland bliebt bis auf den heutigen Tag die einzige Ausnahme) nicht zum Erfolg, nicht zum Sieg?

 

Weil das Proletariat in den imperialistischen Ländern uneinig geblieben ist.

 

Weil das Proletariat nicht nur mit den Mitteln der rohen Polizeigewalt, sondern mit Bestechung, Schmeichelei, Gewinnung der „Gemäßigten“, ihre Einsetzung auf Pöstchen in den Gewerkschaften usw. usf. geködert wird, weil sie es mit der bürgerlichen Kultursklaverei zu tun hatte: „Ich erhalte meinen Höchstlohn, auf die anderen pfeif ich!“ – also Spaltung und Zersplitterung mit der Methode von Zuckerbrot (das man aus den Kolonien, den abhängigen Ländern harauspresst!) und Peitsche.

 

Weil es eine von der Bourgeoisie bestochene Arbeiteraristokratie gibt, die das Bewusstsein der Proletarier durch die Ideologie des Kapitals korrumpiert und seine Kraft durch den Abfall der Arbeiteraristokratie von der Arbeitermasse zersplittert worden ist. Heute herrscht das Weltkapital über die Arbeitermassen in diesen und allen anderen Ländern vermittels einer herangewachsenen Weltarbeiteraristokratie. Die Arbeitermassen können ihre Weltspaltung, ihre weltweite Zersplitterung, nur global überwinden, indem das Weltproletariat die Länder im Kampf gegen die Weltarbeiteraristokratie vereinigt.

 

Die Feindseligkeit, die die Arbeiteraristokratie unter den Arbeitermassen gegenüber uns Kommunisten schürt und verbreitet, entspringt der Ideologie des Weltkapitals. Nur indem sich das Weltproletariat von dieser ihm fremden Klassenideologie global befreit, wird es seine eigene Spaltung und Zersplitterung überall auf der Welt überwinden können. Der Weltlohnsklave, der sich seiner Spaltung und Zersplitterung bewusst geworden ist und sich zum internationalen Kampf seiner Befreiung vereinigt hat, hört bereits zur Hälfte auf, ein Weltlohnsklave zu sein, denn die Vereinigung ist der einzige Kraftquell seiner siegreichen revolutionären Erhebung. Aber der Bourgeois hämmert dem Arbeiter ein:

Kämpfe für die Verbesserung deiner Lage als Sklave, aber betrachte den Gedanken an die Beseitigung der Sklaverei als eine schädliche Utopie. Schließe dich zu Organisationen zusammen, um für die Verbesserung deiner Lage als Lohnsklave zu kämpfen, sogar zu Weltorganisationen, aber betrachte die Weltorganisation zur Beseitigung der Weltlohnsklaverei als die schädlichste aller schädlichen Utopien!“

 

Mit tausenden von Tricks versuchte die Bourgeoisie von Anfang an das Proletariat von der Einheit seines ökonomischen und politischen Kampfes gegen den Klassenfeind abzulenken, indem sie die brennendsten Fragen des Proletariats unter den Tisch kehrte und die Aufmerksamkeit auf andere, belanglose Fragen lenkte, Religion, Naturkatastrophen, Krankheiten, Brot und Spiele, Zerstreuung ...

kurz :

Je mehr Unrat in die Arbeitermasse hineingetragen wird, desto besser!“ Mit immer raffinierteren Formen von modernen Opiaten sollen die Hirne der Arbeitermassen betäubt werden, sollen sie verdummt und betrogen werden, um ja nicht auf die Idee zu kommen, über sich selbst nachzudenken und die proletarische Sache in die eigenen Hände zu nehmen und auf die Kommunisten zu hören, sprich: sich durch ihren Zusammenschluss revolutionär vom Sklavendasein zu befreien. Die Zersplitterung der proletarischen Kräfte, das ist die reaktionäre Politik der Bourgeoisie von Anbeginn und die wird auch mit dem Revisionismus innerhalb der Arbeiterbewegung weiter betrieben.

 

 


Die nationale /und koloniale Frage ist der sozialen Frage untergeordnet. Sie wird im Weltmaßstab gelöst.

(zum Verhältnis von internationaler und nationaler Vereinigung)

 


Sogar die nationalen Bourgeoisien hätten sicherlich nichts dagegen, wenn das Proletariat gegen das Eindringen des Weltkapitals als die konkurrierende Fremdherrschaft“ kämpft, aber bitte, ihre Ausbeutungs- und Unterdrückungsapparate im eigenen Land dürften dabei nicht angetastet werden, denn die werden gegen das Proletariat gebraucht, das sich selbstverständlich nicht mit dem Kampf gegen die „Fremdherrschaft“ des Weltkapitals zufrieden gibt, weil es die Klasse ist, die jegliche Herrschaft des Kapitals revolutionär beseitigt und damit vor den nationalen Formen der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung gar nicht Halt machen kann. Deswegen lässt sich das Proletariat auch nicht spalten in die eine globale, bürgerlich - „weltoffene“ Front für das „Fremdkapital“ und in eine andere (nationalistische) abgekapselte Front zur Verteidigung des inländischen Kapitals, also in die Front „gegen“ das Weltkapital – für das nationale Kapital, in die Front der inländischen Kapitalisten gegen die ausländischen Kapitalisten usw. usf. Das Proletariat ist bekanntlich eine internationale Klasse und kann seinen Klassenbrüdern, beispielsweise im Nachbarland, nicht in den Rücken fallen, denn jede Verteidigung des inländischen Kapitals ist gleichzeitig für das Proletariat des anderen Landes feindliches „Fremdkapital“, das es ausbeutet und unterdrückt, ihm die Arbeitsplätze klaut usw. usf.. Das bedeutet letztendlich Spaltung des Weltproletariats. Das Weltproletariat kann nicht gegen das Weltkapital kämpfen, wenn sich seine proletarischen Abteilungen in den Ländern vor den Karren der nationalen Bourgeoisie spannen lassen würden, um das nationale Kapital etwa „als Standort für die Erhaltung der Arbeitsplätze im eigenen Land“ zu verteidigen (gegen die Standorte in allen anderen Ländern, wo ebenso das Argument von der „Erhaltung der eigenen Arbeitsplätze“ als Druck- und Erpressungsmittel zur Konkurrenz und der Ausbeutung herhalten muss) , nur um den Konkurrenzkampf der Arbeiter verschiedener Länder anzuheizen und diesen internationalen kapitalistischen Teufelskreis des Lohndumpings zu verschärfen.

Solange das Weltkapital herrscht und die nationalen Bourgeoisien im Schlepptau hat, nimmt es auch das Proletariat eines jeden Landes im Schlepptau,

es sei denn, das Proletariat weigert sich, im Schlepptau genommen zu werden und formiert sich stattdessen zur Abteilung des Weltproletariats im weltrevolutionären Kampf gegen das Weltkapital und damit auch gegen das nationale Kapital in jedem eigenen Land. Um also für den Erhalt der Arbeitsplätze im eigenen Land zu kämpfen, muss das Proletariat sich nicht nur mit den Proletariern aller anderen Länder verbünden, die ebenfalls für die Erhaltung ihrer Arbeitsplätze kämpfen wollen, es muss den Kampf nicht nur über die Landesgrenzen ausdehnen, ihn nicht nur in der internationalen [international = zwischenstaatlich, über nationale Grenzen hinaus; im Sinne von, alle Nationen übergreifend, d.h. sie gemeinsam, insgesamt betreffend] Horizontale verbreitern (internationale Quantität), sondern muss ihn unbedingt auf eine höhere qualitative Stufe heben, das heißt den horizontalen internationalen Klassenkampf in den vertikalen internationalen Klassenkampf verwandeln (internationale Qualität).

 

Kurz:

der Arbeiter führt einen internationalistischen Klassenkampf , der sich vom niederen internationalen Klassenkampf dadurch unterscheidet, dass er dessen Quantität in Qualität verwandelt, ihn von oben nach unten zentralisiert und ihn von unten nach oben demokratisiert.

 

Im Verlauf der Internationalisierung des Klassenkampfes in jedem Land entsteht der internationale Klassenkampf der Proletarier aller Länder. In diesem internationalen Klassenkampf verschmelzen die Proletarier aller Länder zu einer Klasse, zur Klasse des Weltproletariats, zur höchsten Form der proletarischen Klasse, die von ihrer Avantgarde mit der Höchstform des proletarischen Bewusstseins ausgestattet wird – mit dem internationalistischen, weltsozialistischen, weltkommunistischen Bewusstsein.

Das Proletariat wird schnell begreifen lernen, dass das Weltkapital letztendlich über das Schicksal jedes Arbeitsplatzes in jedem Land der Welt bestimmt. Der Arbeiter kann also letztendlich nur noch über das Schicksal seines Arbeitsplatzes bestimmen, wenn er über das Schicksal des Weltkapitals selbst bestimmt, und das kann er nicht mehr allein als Teil der Klasse seines Landes, sondern nur noch als Landesteil seiner globalisierten Klasse des Weltproletariats. Nur dadurch kann das Proletariat seinen internationalen Klassenkampf vertikalisieren, gelangt der Arbeiter in Augenhöhe mit der Qualität des Weltkapitals, das ja im Grunde genommen den gleichen Entstehungsweg genommen hat wie die Weltarbeit. Ohne Weltarbeit kein Weltkapital – ohne Weltkapital keine Weltarbeit.

 

So wie das Kapital im Weltmaßstab kämpfen muss, um sich zu erhalten, muss auch der Arbeiter im Weltmaßstab dafür kämpfen, seinen Arbeitsplatz zu erhalten. Das ist der globalisierte Selbsterhaltungskampf in der kapitalistischen Gesellschaft. Um sich zu erhalten, muss das Weltkapital Arbeiter vernichten

(natürlich nicht das Weltproletariat als ganze Klasse, denn aus dieser Klasse vermehrt es sich, so wie es das Weltproletariat vermehrt mit dessen unvermeidlichen Aderlass), muss der Arbeiter Weltkapital vernichten.

 

Wenn der Arbeiter für seinen Arbeitsplatz überwiegend im Weltmaßstab kämpfen muss, wenn er, in welchem Land auch immer, überall stets den vorherrschenden Weltarbeitsmarkt vorfindet, auf dem die Arbeiter aller Länder als Konkurrenten aufzutreten gezwungen sind, dann wird der vorherrschende Arbeiter jedes Landes zum Weltarbeiter, ist er nicht mehr ein Arbeiter für seine Landesproduktion, sondern wird er ein Arbeiter in irgendeinem Land für die Weltproduktion, produziert sein Land überwiegend wie jedes andere Land auch, für das Weltkapital, um sich erhalten zu können, kann sich kein Land, kein Arbeiter eines Landes, mehr erhalten, ohne das Weltkapital zu mehren. Es scheint so, als wenn für das Proletariat der einst in sich geschlossene Klassenkampf im eigenen Land immer noch der stärkste Faktor ist. Und in der Tat : Dieser Faktor verstärkt sich sogar noch, denn der Druck der Ausbeutung jedes Landes verschärft sich zusätzlich durch den Druck des Weltkapitals auf jedes Land. Aber er verstärkt sich dadurch als Faktor des gesamten Weltproletariats.

 

Dem Proletariat können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen seines Kampfes nicht gleichgültig sein, folglich können ihm auch die Geschicke seines Landes nicht gleichgültig sein. Jedoch interessieren es diese Geschicke nur insofern, als sie seinen Klassenkampf betreffen“ (Lenin, Band 15, 1908 ! - also vor rund 100 Jahren geschrieben).

 

Der Klassenkampf im eigenen Land behält zwar heute seine Form bei, aber seinem Inhalt nach ist er nicht mehr derselbe wie früher, (wie zu der Zeit als Lenin dies geschrieben hat), denn er wird jetzt immer weniger von den inneren Bedingungen und immer mehr von den äußeren politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen, also von den internationalen Bedingungen bestimmt.

 

Welche Schlussfolgerungen würde Lenin heute daraus ziehen ?

Lenin würde in Hinblick auf die Gesamtinteressen des Weltproletariats die nationale Klassenkampfform nicht etwa aufgeben , sondern im Gegenteil, er würde diese Form stärken , indem er sie mit weltrevolutionärem Inhalt füllt. Wie das ?

Jedem Proletariat, das in seinem Land den Klassenkampf führt, können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen des Kampfes der Proletarier aller anderen Länder nicht gleichgültig sein, folglich können ihm die Geschicke der anderen Länder nicht gleichgültig sein. Jedoch interessieren es diese Geschicke nur insofern, als sie seinen Klassenkampf betreffen. Dem Weltproletariat, das den internationalen Klassenkampf führt, können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen des Kampfes seiner proletarischen Abteilungen in allen Ländern der Welt nicht gleichgültig sein, folglich können ihm die Geschicke aller Länder der Welt nicht gleichgültig sein. Jedoch interessieren es diese Geschicke nur insofern, als sie seinen internationalen Klassenkampf betreffen.

 

Das heißt, das Weltproletariat wendet die Formel: „Klassenkampf im eigenen Land“ internationalistisch an, nämlich als Formel : „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

 

So ist es:

was zur Zeit noch so scheinen mag, das muss nicht in alle Ewigkeit so bleiben. Ein immer größerer Teil des Proletariats eines Landes wird vom Weltkapital internationalisiert, das heißt nicht nur in ein anderes Land verfrachtet, sondern in immer mehr Länder, in der ganzen Welt verpflanzt – nicht mehr für Generationen, nicht mehr für die Zeit eines Arbeitslebens, nicht mehr für ein Jahrzehnt, nicht mehr für ein paar Jahre, nicht mehr für ein Jahr, sondern nur noch für Monate, Wochen, Tage, Stunden.

Das Weltkapital stattet den Arbeiter sozusagen mit globalisierten Waffen aus, befreit den Arbeiter von seinen nationalen Fesseln, verschafft ihm den notwendigen und unverzichtbaren Weltblick über den nationalen Tellerrand hinaus, lässt ihm seine weltrevolutionäre Kraft als internationale Klasse erkennen:

Für den ersten „vaterlandslosen Gesellen“ des 19. Jahrhunderts gab es noch kein Vaterland. Der „vaterlandslose Geselle“ des 20. Jahrhunderts hatte immerhin schon ein sozialistisches Vaterland, wenn auch noch nicht die Welt sozialistischer Vaterländer. Die wird sich der „vaterlandslose Geselle“ von heute vornehmen. Was aber wird der „vaterlandslose Geselle“ von morgen tun ? Er wird die Welt von den Vaterländern, von den vaterländischen Kriegen befreien , schafft die vaterlandslose, friedliche Welt von morgen, macht aus allen Nationen eine Welt ohne Nationen.

 

Das ist der historisch vorgezeichnete Weg der „vaterlandslosen Gesellen“, der kommunistische Weg der Proletarier der ganzen Welt: Weltproletariat – vereinige alle Länder zu einer Welt ohne Länder!“ Aber das wird noch lange, sehr, sehr lange dauern....bis es so weit kommt. Bis dahin gehen noch viele Jahre „ins LAND“.

 

Einstweilen brauchen sich die Länder noch, und wir Kommunisten sind die letzten, die der Welt heute ihre Länder „rauben“ wollen. Wer die Länder ausraubt, wer die Länder zerstört, ihre Existenz vernichtet – das ist das Weltkapital, ist die Weltbourgeoisie und ihr schrumpfender Tross – und dagegen müssen sich die Länder heute vereinigen. Und wir Kommunisten sind die ersten, die ihnen dabei helfen :

Solange nationale und staatliche Unterschiede zwischen den Völkern und Ländern bestehen – diese Unterschiede werden sich aber noch sehr, sehr lange sogar nach der Verwirklichung der Diktatur des Proletariats in der ganzen Welt erhalten -, erfordert die Einheitlichkeit der internationalen Taktik der kommunistischen Arbeiterbewegung aller Länder nicht die Beseitigung der Mannigfaltigkeit, nicht die Aufhebung der nationalen Unterschiede (...), sondern eine solche Anwendung der grundlegenden Prinzipien des Kommunismus (Sowjetmacht und Diktatur des Proletariats), bei der diese Prinzipien in den Einzelheiten richtig modifiziert und den nationalen und nationastaatlichen Verschiedenheiten richtig angepasst, auf sie richtig angewendet wird“ (Lenin, „Der ´Radikalismus` , die Kinderkrankheit im Kommunismus“).


Bisher sah das so aus, dass die Arbeiter der meisten Länder wegen der Arbeitslosigkeit, der niedrigen Löhne, wegen politischer Verfolgung, Diskriminierung usw. usf. in die großen Industriestaaten drängten, um sich dort sesshaft zu machen, bzw. damit ihre Sesshaftigkeit in der alten Heimat wieder zu finanzieren, also dass sie ihre Heimat wieder zurückkaufen konnten, die ihnen weder Brot noch Arbeit gab und sie zur Auswanderung zwangen. Unter den Bedingungen der Globalisierung benutzt die Weltbourgeoisie die nationalistische Bewegung als Klassenkampfinstrument gegen das Weltproletariat, ohne davor zurückzuschrecken, sie formal auf den Boden des Sozialismus zu stellen. Das alte Ziel ist geblieben, die Proletarier jedes Landes durch den nationalen Kampf von ihren großen internationalen Aufgaben abzulenken.

Der bürgerliche Nationalismus in der Hand der Weltbourgeoisie soll die Proletarier eines Landes dazu verleiten, nicht nur das Proletariat anderer Länder, sondern das Weltproletariat, also sich selbst als Teil des Weltproletariats, abzuspalten und damit sich selbst zu bekämpfen – ganz im Interesse des Weltkapitals und der Spaltertätigkeit der Weltbourgeoisie.

 

In der Vergangenheit war es stets so, dass die Arbeiter geprellt wurden, dass sogar nach dem Sieg der Revolution, nach dem Sieg des Sozialismus die Restauration des Kapitalismus kam – also trachtet die Weltbourgeoisie auch danach, den Glauben des Weltproletariats an seine eigenen Kräfte und an die Kräfte des Weltsozialismus (das heißt nicht zuletzt den Glauben an die Einheit seiner Kräfte in allen Ländern der Welt, insbesondere mit dem Gift des bürgerlichen Nationalismus fertigzuwerden) zu schwächen. Eine Verschärfung der weltpolitischen Gegensätze oder gar eine Weltrevolution (oh, wie schrecklich!) führe zum Weltfaschismus, belehrt uns die Bourgeoisie, also müsse man diese Gegensätze schleunigst abstumpfen, müsse man sich in seine eigenen vier Wände verkriechen und einen Pakt mit der eigenen nationalen Bourgeoisie schließen (Das wäre nach dem Geschmack des Weltkapitals, denn so kann es jede Erhebung in irgendeinem Land am leichtesten ausräuchern!). Und die nationale Bourgeoisie ? Sie lobt natürlich solche „Kommunisten“, die von der Weltrevolution nichts wissen wollen (natürlich nur, um die Einheit des Weltproletariats zu spalten!). Der Sozialismus ist seinem Wesen nach immer proletarischer Internationalismus, ob nun im nationalen oder im internationalen Maßstab. Es gibt keinen Sozialismus des Proletariats, der von seinem Wesen her national ist, schon deswegen weil es sich beim Proletariat um eine internationale Klasse handelt. Dafür erlaubt sie diesen „Kommunisten“ großzügig, unbehelligt von der „sozialistischen Revolution“ im eigenen Land zu schwafeln ( damit sie womöglich solchem nationalen Bourgeois den Arsch retten, der vor dem gierigen Schlund des Weltkapitals genauso Muffensausen hat wir vor dem Henkersschwert des Weltproletariats, jedenfalls mehr als vor solchen nationalen „Kommunisten“). Indem wir uns von solchen „Kommunisten“ distanzieren, indem wir gegen solche „Kommunisten“ kämpfen, spalten wir nicht unsere Reihen, sondern heben die Spaltung der Bourgeoisie in unseren Reihen auf, festigen, vertiefen und erweitern wir unsere Einheit. Ohne Einheitlichkeit in den Grundfragen des Kommunismus, ohne Einheitlichkeit bei der Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die sich verändernden Kampfbedingungen kann das weltrevolutionäre Proletariat seine historische Mission nicht erfüllen.

Die Verteidigung der „nationalen Kultur“ ( damit ist die bürgerliche nationale Kultur gemeint, die die ganze Kultur einer bürgerlichen Nation beherrscht, indem sie sich als allgemeine Kultur des Landes ausgibt. Und so ist denn auch die „Weltkultur“ heute nur die herrschende Kultur der Weltbourgeoisie, die sich als allgemeine Kultur der „zivilisierten“ Welt ausgibt, um die nationalen Kulturen der Proletarier aller Länder zu spalten und zu zerschlagen.) ist das probate Mittel der Bourgeoisien aller Nationen, das Weltproletariat zu spalten und zu zersplittern. Die Proletarier aller Länder können ihre nationale Kultur, das heißt ihre Kultur der Arbeiterbewegung und des Sozialismus im eigenen Land, aber nur garantieren durch ihre internationale Verschmelzung, also wenn sie der Losung des Weltproletariats folgen, seine eigene internationale Kultur der Arbeiterbewegung und des Sozialismus in der ganzen Welt zu entfalten:Weltproletariat – vereinige die nationalen Kulturen aller Länder!“

 

So wie es bereits schon zu Lenins Zeiten in jeder nationalen Kultur – wenn auch unentwickelte - Elemente werktätiger und ausgebeuteter Massen gab, die unvermeidlich zur sozialistischen Ideologie hinneigten, bzw. deren Lebensbedingungen sie hierfür empfänglich machten, so gibt es heute in der internationalen Kultur Elemente – seien sie auch noch so unentwickelt -, die als Masse von Lohnarbeitern nicht nur materielle, sondern auch geistige Weltprodukte produzieren, sprich: auf Grund ihrer globalisierten Lebensbedingungen unvermeidlich die Anziehungskraft der internationalistischen Ideologie des Weltproletariats verspüren. Wir sprechen von internationalen Elementen der sozialistischen Kultur, die natürlich der herrschenden Kultur, ob nun vorherrschend durch die nationale oder die internationale Bourgeoisie, klassenmäßig – das heißt unterdrückt - gegenüberstehen.

 

Es gibt weder eine nationale, noch eine Weltkultur, die über den Klassen steht, denn beide sind sie Produkt und Herrschaftsinstrument der jeweiligen Klassengesellschaft. Der Kulturbegriff ist ein Klassenbegriff.

 

Die herrschende Kultur in jedem Land ist heute stets die Kultur der herrschenden Ausbeuter- und Unterdrückerklassen.

 

Die Kultur der Arbeiterklasse eines jeden Landes ist die Kultur des proletarischen Internationalismus - ist ihrem Inhalt nach internationalistisch, ihrer Form nach national.


Proletarisch ihrem Inhalt nach, national ihrer Form nach – das ist die allgemeinmenschliche Kultur, der der Sozialismus entgegengeht. Die proletarische Kultur hebt die nationale Kultur nicht auf, sie verleiht ihr vielmehr den Inhalt. Und umgekehrt: Die nationale Kultur hebt die proletarische Kultur nicht auf, sondern verleiht ihr die Form. Die Losung der nationalen Kultur war eine bürgerliche Losung, solange die Bourgeoisie an der Macht war und die Konsolidierung der Nationen unter der Ägide des bürgerlichen Regimes verlief. Die Losung der nationalen Kultur wurde zu einer proletarischen Losung, als das Proletariat an die Macht kam und die Konsolidierung der Nationen sich unter der Ägide der Sowjetmacht zu vollziehen begann. Wer diesen prinzipiellen Unterschied zwischen den zwei verschiedenen Situationen nicht begriffen hat, der wird weder den Leninismus noch das Wesen der nationalen Frage je begreifen“ (Stalin, „Über die politischen Aufgaben der Universität der Ostvölker“, 18. Mai 1925).

 

Die Kultur des Weltproletariats ist die Weltkultur des proletarischen Internationalismus, sowohl dem Inhalt als auch der Form nach international. Die proletarische Weltkultur schließt die nationalen Kulturen nicht aus, sondern setzt sie voraus, nährt sie. Umgekehrt, heben die nationalen Kulturen nicht die proletarische Weltkultur auf, sondern ergänzen und bereichern diese. Die nationalen Formen der proletarischen Kultur gehen allmählich in internationale Formen über, um sich schließlich mit der klassenlosen Weltgesellschaft ganz aufzulösen und neuen kulturellen Formen der klassenlosen Gesellschaft Platz zu machen.

 

Die Arbeiterklasse ist an den Widersprüchen zwischen der herrschenden Weltkultur und den herrschenden nationalen Kulturen der Bourgeoisie nur insofern interessiert, als sie den internationalen Kulturkampf des Weltproletariats durch die Verschmelzung ihrer Kultur in jedem Land mit ihren Kulturen in allen anderen Ländern erleichtern können und zwar zur Erreichung des eigenen Ziels, die Herrschaft der Kultur der Weltbourgeoisie, die Herrschaft der nationalen Kultur der Bourgeoisien, zu stürzen und die Herrschaft der Kultur des Weltproletariats und die Herrschaft der nationalen Kulturen des Proletariats aller Länder zu errichten.

 

Wir kämpfen für die Weltkultur des sozialistischen Weltproletariats so wie wir auch kämpfen für die sozialistische Kultur des Proletariats jedes Landes, das seine Kultur bereichert, nicht indem es sich die anderen Kulturen gewaltsam unterwirft oder sie mit der eigenen, privilegierten Kultur zuschüttet, wie es die Weltbourgeoisie heute tut, sondern, indem jedes Proletariat die eigene Kultur mit der aller anderen Proletarier solidarisch teilt, immer enger gestaltet – austauscht - zum gegenseitigen Zusammenhalt, Schutz und Gedeihen mit dem Ziel der Schaffung der proletarischen Weltkultur.

Die internationalen Kultur des Weltproletariats steht nicht im Gegensatz zur nationalen Kultur der Arbeiter aller Länder, sie setzt diese vielmehr voraus, denn die internationale Kultur des Weltproletariats ist nichts anderes als die Vereinigung, die Verschmelzung der Arbeiterkulturen aller Länder auf qualitativ höherer Stufenleiter.

 

Die sozialistische Weltrevolution stützt sich auf die internationalistische, proletarische Kultur in jeder Nation und unterstützt jede proletarische Kultur, um zur herrschenden Kultur einer Nation zu werden.


Das Weltkapital hat seinen bürgerlichen Internationalismus geschaffen, der dem proletarische Internationalismus unversöhnlich feindlich gegenübersteht. Internationalismus hat Klassencharakter ( Internationalismus = Streben nach zwischenstaatlichem Zusammenschluss:

a)

Streben nach sozialistischem zwischenstaatlichen Zusammenschluss und

b)

Streben nach kapitalistischem zwischenstaatlichen Zusammenschluss).

 

Man kann also nicht undialektisch an den proletarischen Internationalismus herangehen und völlig die Tatsache ignorieren, dass es unter den Bedingungen der Globalisierung des Weltkapitals eben nicht mehr nur einen Internationalismus ( den proletarischen) gibt, sondern zwei Internationalismen ( also auch den bürgerlichen). Der bürgerliche Nationalismus ist keine unveränderliche, statische Größe. Er ändert sich unter den Bedingungen des Klassenkampfes, unter den Bedingungen der Entwicklung des Weltkapitals, unter den Bedingungen der sich entwickelnden Weltbourgeoisie als internationale Klasse, ist zum Klasseninstrument der Weltbourgeoisie geworden. Das Weltkapital kann sich nicht frei entwickeln, wenn es sich dabei nicht auf die nationalen Bourgeoisien stützen kann. Das Weltkapital degradiert die nationalen Bourgeoisien aber immer mehr zu Erfüllungsgehilfen der Weltbourgeoisie, tauscht sie aus, wenn sie nicht das tun, was das Weltkapital will. Für die Konzentration und Zentralisation des Weltkapitals bleibt eine gewisse (kontrollierte) Autonomie (Selbständigkeit) der bürgerlichen Staaten trotz steigender Tendenz ihres Zusammenschlusses unter der Knute des Weltkapitals unentbehrlich und darin liegt auch sein unlösbares Problem nationaler Konflikte, die es verschärft durch die globalisierte Versklavung der Völker. Die Globalisierung hat den unüberbrückbaren Widerspruch zwischen dem Prozess der wirtschaftlichen Vereinigung der Völker und den weltimperialistischen Methoden dieser Vereinigung verschärft und damit den totalen Bankrott der Weltbourgeoisie offenbart, die nationale Frage zu lösen. Deshalb erstarkte, gleichzeitig mit der Tendenz der Vereinigung, die Tendenz zur Vernichtung der gewaltsamen globalisierten Formen dieser Vereinigung, der Kampf aller vom Weltkapitalismus Vereinigten gegen das Joch des vereinigten Weltkapitalismus. So wie die nationale Freiheit einst vom Kapitalismus garantiert wurde, kann sie nur noch durch den Sturz des Weltkapitalismus und durch die Errichtung des Weltsozialismus, durch die Lösung der internationalen sozialen Frage garantiert werden. Ein Bestehen des globalisierten Kapitalismus ohne seine nationale Unterdrückung ist ebenso unmöglich, wie das Bestehen des Weltsozialismus ohne die Befreiung der unterdrückten Nationen vom Weltkapitalismus, ohne nationale Freiheit im Weltmaßstab, undenkbar ist. Jede Bewegung des Lostrennens vom Weltkapitalismus, jede Bewegung, die den Weltkapitalismus schwächt und das Weltproletariat stärkt, ist zu unterstützen. Die Bewegung des Lostrennens einzelner Nationen vom weltimperialistischen System globalisiert sich zu einer Weltfront aller unterdrückter Nationen.

 

Wenn es dem Weltproletariat gelingt, den Weltimperialismus zu stürzen, und die Völker von ihrem gemeinsamen Joch zu befreien, dann werden sich die unterdrückten Nationen auch dazu entschließen, am Aufbau des Weltsozialismus mitzuwirken, werden sie dem Aufruf des Weltproletariats folgen und sich unter seiner Führung vereinigen. Das ist der Weg der Verschmelzung der nationalen Befreiungsbewegungen und der proletarischen Bewegung unter den Bedingungen des Kampfes gegen den globalisierten Weltkapitalismus.

 

Die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der nationalen Befreiungsbewegungen wird beseitigt durch den Sturz der Weltbourgeoisie, die die Nationen unterdrückt und ausbeutet. So wie das Schicksal der Nationen verbunden ist mit dem Schicksal des Weltkapitals, so ist auch das Schicksal jeder nationalen Befreiungsbewegung mit dem Sturz des Weltkapitalismus verbunden. Ein endgültiges Verebben der nationalen Bewegung ist erst mit dem Sturz der Weltbourgeoisie möglich.

Die nationalen Befreiungsbewegungen richten sich nicht mehr gegen diese oder jene imperialistische „Groß“macht, gegen diese oder jene nationale Unterdrückung, sondern gegen die gesamten Ausbeuter- und Unterdrückersysteme des vereinigten Weltimperialismus. Es ist also der globalisierte Weltkapitalismus, der den globalisierten Befreiungskampf der anti-imperialistischen Kräfte aller Nationen auf sich zieht, auf sich vereint, gegen sich organisiert, gegen sich zentralisiert und somit jede nationale Frage miteinander verbindet und sie vereinigt zu ihrer endgültigen internationalen Lösung durch Verschmelzung einer geschlossenen, einheitlichen, anti-imperialistischen Weltfront zum globalen Sturz des Weltkapitalismus. Es ist der globalisierte Weltkapitalismus, der die Befreiungsbewegungen der Länder und die proletarischen Bewegungen der Länder zusammenführt und damit die Voraussetzungen für den Sieg der sozialistischen Weltrevolution schafft.

 

Mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution ist die nationale Frage im Weltmaßstab für immer gelöst, und sie kann auch nicht anders als im Weltmaßstab gelöst werden; sie kann heute nicht anders gelöst werden als durch den Sturz der Weltbourgeoisie.

Es ist die Diktatur des Weltproletariats, die die Lösung der nationalen Frage nicht nur herbeiführt und besiegelt, sondern auch im Weltmaßstab auf Dauer garantiert, also für jede Nation.

Was die Bourgeoisie mit ihren Raubkriegen in hunderten von Jahren nicht geschafft hat, nämlich die nationale Frage im Weltmaßstab zu lösen, das werden wir Kommunisten in ein zwei Jahren mit der friedlichsten Aufklärung und Propaganda fertiggebracht haben, nachdem unsere sozialistische Weltrevolution gesiegt hat. Wer die besondere nationale Frage von der Weltfrage als Bestandteil der Frage der allgemeinen sozialistischen Weltrevolution trennt, trennt sie von ihrer Lösung, restauriert die nationale Frage, schmuggelt den bürgerlichen Nationalismus ein.


Wer den wachsenden Unterschied zwischen dem bürgerlichen Nationalismus unter der Herrschaft der nationalen Bourgeoisie und unter der zentralisierten Herrschaft der Weltbourgeoisie nicht sehen will, ist genauso wenig Marxist-Leninist, wie Leute, die den Unterschied des proletarischen Internationalismus unter der Herrschaft der Diktatur des Proletariats „eines“ Landes und unter der zentralisierten Diktatur des Weltproletariats nicht wahrhaben wollen.

 

Diesen Fehler nicht zu erkennen, hat für die sozialistische Weltrevolution schwerwiegende Folgen. Mit diesem Fehler würde der Sieg der proletarischen Weltrevolution völlig in Frage gestellt sein. Die Lösung der nationalen Frage änderte sich unter den Bedingungen der Globalisierung. Das Weltproletariat, das heute mit der Globalisierung die Weltbühne betritt, hat eine eigene Auffassung (die dem proletarischen Wesen nach natürlich weiterhin übereinstimmt) von der Lösung der nationalen Frage, so wie die Arbeiterklasse des Sozialismus in „einem“ Lande zur Zeit Lenins und Stalins ihre eigene (natürlich ebenso richtige) Auffassung hatte. Aber unter den veränderten Bedingungen verändert sich auch die richtige Antwort zur Lösung der nationalen Frage, kann man die alten Antworten nicht auf die neue Situation unkritisch übertragen. Diese Dialektik der nationalen Frage zu akzeptieren, fällt vielen alten Kommunisten verständlicherweise noch schwer. Es ist ein großer Unterschied, ob die nationale Frage für das Proletariat eines Landes oder für das gesamte Weltproletariat auf der TAGESORDNUNG steht.

 

Heute ist die Lösung der nationalen Frage unzertrennlich an die Lösung der Frage der sozialistischen Weltrevolution gebunden.

 

Darüber muss man sich im Klaren sein und diese Frage muss prinzipiell richtig beantwortet werden. In organisatorischer Hinsicht lässt sich die nationale Frage des Weltproletariats nur mit Hilfe der proletarischen Weltpartei lösen und nicht mit einem föderativen, losen Bund der marxistisch-leninistischen Parteien aller Länder.

Beschränkt man sich auf die Endform des Sozialismus in „einem“ Land (und Lenin und Stalin haben sich als Führer des Weltproletariats und der sozialistischen Weltrevolution nie darauf beschränkt!) , dann reicht die letztere Organisationsform aus. Deswegen ja auch die Auflösung der Komintern in der nationalen Frage, deren revisionistische Lösung den einzelnen Kommunistischen Parteien überlassen wurde und was dann ja auch prompt im Sozialfaschismus und Sozialimperialismus, also im Kapitalismus endete. Man kann die Lösung der nationalen Frage schon deswegen nicht mehr den einzelnen Kommunistischen Parteien allein überlassen, weil wir es mit der politischen Weltherrschaft der Bourgeoisie zu tun haben.

Die nationale Frage des Weltproletariats lässt sich daher nur im Weltmaßstab, also durch die Weltherrschaft des Proletariats, lösen, wenn man sich denn darüber einig ist, was die wahre, marxistisch-leninistische Lösung von der revisionistischen Scheinlösung heute trennt.

Zweifellos hat jede Nation das Recht, über ihr Schicksal frei zu bestimmen, soweit sie dabei nicht das gleiche Recht aller anderen Nationen beschneidet, egal ob es sich um eine bürgerliche oder proletarische Nation handelt. Unstrittig ist auch , dass jede Kommunistische Partei über ihre nationale Frage selber entscheiden muss, aber darum geht es hier nicht. Hier geht es nur darum, dass sie die Entscheidung über die nationale Frage nicht dem eigenen Land selber garantieren kann ohne dem Weltproletariat zur Weltmacht zu verhelfen, das die politische Herrschaft der Weltbourgeoisie stürzt, die heute die internationale politische Macht über die nationale Frage hat.

 

Also Prinzip der internationalen Zusammenfassung der Arbeiter als unumgänglicher Punkt bei der Lösung der nationalen Frage“ (Stalin, Band 2, Seite 333).

 

Der proletarische Internationalismus ist ein Instrument des Klassenkampfes des gesamten Weltproletariats – also ein Klasseninstrument in der Hand einer Klasse. Auf der ersten Entwicklungsstufe des Sozialismus, also zu Zeiten Lenins und Stalins, war der bürgerliche Nationalismus das entscheidende Instrument gegen den proletarischen Internationalismus, dessen Hebel und Basis erst die Diktatur des Proletariats „eines“ Landes war. Bürgerlicher Nationalismus und proletarischer Internationalismus waren die beiden vorherrschenden Instrumente der zwei Weltlager, das des Kapitalismus und des Sozialismus. Auf der zweiten Entwicklungsstufe des Sozialismus, also unter den heutigen Bedingungen, ist der bürgerliche Internationalismus ein Instrument der Weltbourgeoisie gegen den Weltsozialismus, wird der proletarische Internationalismus vom bürgerlichen Internationalismus bekämpft, um die sozialistische Weltrevolution zu verhindern.

 

So wie der bürgerliche Nationalismus zur Spaltung der Arbeiterklasse der Länder eingesetzt wird, so wird der bürgerliche Internationalismus zur Spaltung des Weltproletariats eingesetzt. Der Klassenkampf um die nationale Frage nimmt immer mehr internationale Formen an. Dabei geht es nicht um die Existenz der Nation überhaupt also nicht um die Form der Nation (die natürlich beibehalten wird), sondern um den Klasseninhalt, um die kapitalistische oder sozialistische Nation.

 

Auf den Trümmern der alten, bürgerlichen Nationen entstehen und entwickeln sich neue, sozialistische Nationen, die viel mehr zusammengeschlossen sind als eine beliebige bürgerliche Nation, denn sie sind von den unversöhnlichen Klassenwidersprüchen frei, von denen die bürgerlichen Nationen zerfressen werden, und repräsentieren das ganze Volk viel mehr als eine beliebige bürgerliche Nation“ (Stalin, „Die nationale Frage und der Leninismus“, 1929).


Darüber entscheiden immer weniger die Bourgeoisie und das Proletariat im nationalen Maßstab, sondern immer mehr ihr Klassenkampf im Weltmaßstab. Es geht letztendlich nicht mehr nur um die einzelne Nation, sondern um ihren zwischenstaatlichen Zusammenschluss. Es geht darum, ob die Nationen weiterhin in den Händen der Weltbourgeoisie verbleiben oder ob sie in die Hände des Weltproletariats übergehen. Es geht immer mehr um die gemeinsame, vereinigte Befreiung von der Fremdherrschaft des Kapitals, das die Entwicklung des sozialen Lebens jedes Landes behindert. Deswegen ist der entscheidende Schritt der Revolution der gemeinsame Sturz des Weltkapitals. Um sich sowohl von der „eigenen“ als auch von der „fremden“, von der nationalen als auch von der Weltbourgeoisie, zu befreien, müssen sich die anti-imperialistischen Kräfte aller Länder unter der Führung des Weltproletariats vereinigen, wenn sie siegen wollen.


Aus dem bürgerlichen Nationalismus ist also mit der Globalisierung zweifellos der bürgerliche Internationalismus hervorgegangen, dessen Steckenpferd zur Zeit der „Kampf der zivilisierten Welt gegen den internationalen Terrorismus“ ist. Und so wird dann auch nicht mehr nur das einzelne Vaterland verteidigt, sondern die ganze „zivilisierte Welt“ - und das eben ist bürgerlicher Internationalismus. So wie die Einzelinteressen der nationalen Bourgeoisie den Gesamtinteressen der Weltbourgeoisie untergeordnet werden, wird auch der bürgerliche Nationalismus den Interessen des bürgerlichen Internationalismus untergeordnet, weicht die nationale Kultursklaverei der Weltkultursklaverei, natürlich ohne drauf zu verzichten, dagegen zu „rebellieren“. Es kann nicht daran gezweifelt werden, dass die Ausbreitung des bürgerlichen Internationalismus die Ausbreitung des weltproletarischen Internationalismus bedingt, dass sich aus der Polarisierung ihr Kampf der Gegensätze im Weltmaßstab verschärft. Es sind daher zwei entgegengesetzte, sich feindlich gegenüberstehende Losungen des Internationalismus entstanden:

 

Der Internationalismus des Weltproletariats und der Internationalismus der Weltbourgeoisie, der unter den Bedingungen zu Lenins Zeiten andere, noch nicht so ausgeprägte, noch nicht vorherrschende internationale Formen hatten wie heute ( zu Lenins Zeiten traten die Imperialisten noch nicht vereinigt, also internationalistisch auf, sondern herrschte der bürgerliche Nationalismus, die Interessen der einzelnen „Groß“macht vor , aber dem Wesen nach handelt es sich nach wie vor um zwei Losungen der

 

beiden großen Klassenlager der ganzen kapitalistischen Welt (...) und zwei Arten von Politik (mehr noch: zwei Weltanschauungen) in der nationalen Frage (...)“ (Lenin, Band 20, Seite 11, „Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage“).

 

Lenin spricht zu Recht von den zwei Tendenzen des Kapitalismus, wobei er beide Tendenzen als „Weltgesetz des Kapitalismus“ bezeichnet, nämlich:

 

Die erste Tendenz: Erwachen des nationalen Lebens und der nationalen Bewegungen, Kampf gegen jede nationale Unterdrückung, Herausbildung von Nationalstaaten. Die zweite Tendenz: Entwicklung und Vervielfachung der verschiedenartigen Beziehungen der Nationen, Niederreißen der nationalen Schranken, Herausbildung der internationalen Einheit des Kapitals, des Wirtschaftslebens überhaupt, der Politik, der Wissenschaft usw“ (Lenin, ebenda, Seite 12).

 

Und auf Grund der objektiven Bedingungen der sich gesetzmäßig weiterentwickelnden Gesellschaftsordnung wird die internationalistische Ordnung der Weltbourgeoisie durch die internationalistische Ordnung des Weltproletariats besiegt werden, nicht weil das Weltproletariat alles besser macht als die Weltbourgeoisie, weil sie „schlauer“ oder „gewitzter“ ist, über mehr „Masse“ verfügt usw. usf., sondern weil sich der kapitalistische Internationalismus der Weltbourgeoisie und damit die kapitalistischen Nationen genauso wie ihr bürgerlicher Nationalismus durch die Widersprüche zwischen Weltkapital und Weltarbeit und durch die Aufrechterhaltung der Wirksamkeit des Gesetz des Kapitalismus (Höchstprofitstreben) selber vernichten muss, und zwar unabhängig vom Willen jeder kapitalistischen Gesellschaftsform.

 

 

Der heutigen Losung des proletarischen Internationalismus: Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen die Weltbourgeoisie!“

steht also die Losung der Weltbourgeoisie gegenüber:

Weltbourgeoisie – vereinige alle Länder (assimiliere sie unter das Weltkapital) gegen das Weltproletariat !“

 

Es ist ein Kampf für oder gegen das Assimilantentum des Weltkapitals.

 

Lenin lehrte:

Es bleibt jene welthistorische Tendenz des Kapitalismus (...) zum Verwischen der nationalen Unterschiede, zur Assimilation der Nationen, der mit jedem Jahrzehnt immer mächtiger hervortritt und eine der größten Triebkräfte darstellt, die den Kapitalismus in Sozialismus verwandeln“ (Lenin, ebenda, Seite 13).

 

Der Klassenkampf dieser beiden Losungen um die Errichtung sozialistischer bzw. Aufrechterhaltung kapitalistischer Länder ist ein Kampf um die internationale Lösung der nationalen Frage zur Lösung der internationalen sozialen Frage, ist ein Kampf

für oder gegen die sozialistische Weltrevolution,

ist ein Kampf für oder gegen den Weltsozialismus.

Die Assimilation der Nationen ist heute eine der größten Triebkräfte, die den Weltkapitalismus in Weltsozialismus verwandeln. Dass die Assimilationspolitik des Kapitals die Gegentriebkräfte weckt, hat Lenin schon damals richtig vorausgesehen. Unter die globalisierte Assimilationspolitik des Weltkapitals gezwungen zu werden, ruft bei den Nationen revolutionären Widerstand hervor , beflügelt ihren Willen, für ihre nationale Freiheit zu kämpfen. Würden wir Kommunisten gegenüber den sozialistischen Nationen eine Assimilationspolitik betreiben, das heißt, würden wir die Verschmelzung der Nationen erzwingen wollen, würden wir sie damit wieder zurück in die Arme des Kapitalismus treiben. Stalin sagte zur Assimilierungspolitik:

 

Es ist Ihnen natürlich bekannt, dass die Politik der Assimilierung als volksfeindliche, konterrevolutionäre Politik, als verderbliche Politik aus der Rüstkammer des Marxismus-Leninismus unbedingt ausgeschlossen ist“ (Stalin, „Die nationale Frage und der Leninismus, 1929).

 

Für die Assimilation der Nationen sind wir also nur insofern, als sie sich auf freiwilliger Basis vollzieht, wenn die Nationen sich selber davon überzeugt haben, dass ihre Vereinigung eine große Triebkraft nicht nur für den Weltsozialismus, sondern auch für sie selber darstellt. So wie die Restauration des Kapitalismus eine Assimilation der sozialistischen Nation durch das Weltkapital war, so kann die Restauration des Sozialismus nicht etwa eine Assimilation der sozialistischen Nationen durch den Weltsozialismus sein

(Die Assimilationspolitik der revisionistischen Sowjetunion nach Lenin und Stalin war eine sozialimperialistische Assimilationspolitik).

Denn:

hat die Weltdiktatur des Proletariats die unterdrückten Länder befreit, dann werden diese sich erst einmal richtig vom Kapitalismus erholen müssen, brauchen sie Zeit für sich selber, um aufzublühen, brauchen sie Zeit, um gegenseitiges Misstrauen abzubauen usw. usf. All das erledigt sich nicht mit irgendwelchen Dekreten, sondern nimmt eine ganze Periode der nationalen Wiedergeburt in Anspruch (selbstverständlich ist hier nivjt etwa die Wiedergeburt der Nation wie zur Zeit der ersten Entwicklungsstufe des Kapitalismus [vorimperialistischen Stufe], sondern natürlich als sozialistische Nation – es gibt keine Nation, die sich in irgendeiner „Zwischenstufe“ halb vom Kapitalismus trennt und halb dem Sozialismus anschließt – das sind kleinbürgerliche Luftschlösser!), die nun einmal Voraussetzung für eine sozialistische Verschmelzung - wie Gleichberechtigung und ebenbürtige internationale Beziehungen sozialistischer Nationen usw. – sind. Dadurch, dass die bürgerlichen Nationen sich in sozialistische Nationen verwandeln, haben sie die unterschiedliche Entwicklung, die sie noch aus der Zeit des Weltimperialismus herübergenommen haben, längst nicht automatisch überwunden, bestehen Ungleichheiten in der Entwicklung aller sozialistischen Nationen, muss ein harter Klassenkampf gegen solche Leute geführt werden, die aus der Ungleichheit der nationalen Entwicklung Kapital zu schlagen und den bürgerlichen Nationalismus zu restaurieren versuchen. Die Lösung dieses Problems kann nicht durch irgendeinen Beschluss aufgehoben werden. Dies ist erst im Verlauf ihrer Beziehungen zu erreichen und erfordert die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, erfordert die Weiterentwicklung des proletarischen Internationalismus zum sozialistischen Internationalismus, um die Weltbewegung der sozialistischen Nationen planmäßig zwar mit Nachdruck in Sache des Gesamtinteresses aller Nationen, aber auch mit Fingerspitzengefühl gegenüber den Interessen jeder Nation, in die richtige Richtung ihrer Verschmelzung zu steuern.

Das sind theoretische Aufgaben, mit denen wir uns heute zu beschäftigen haben.

Das Weltproletariat will alles darüber wissen, wofür es kämpft, und es kämpft nicht nur um die alte Weltordnung zu zerschlagen, sondern tut dies mit dem Ziel, eine neue, bessere Weltordnung, SEINE eigene Weltordnung, aufzubauen.

 

Vor allem müssen wir den sozialistischen Internationalismus von seinen Fesseln der sozialimperialistischen Assimilationspolitik, von den Fesseln des sozialchauvinistischen Internationalismus befreien.

 

Wir werden die nationale Unterdrückung im Weltmaßstab beseitigen.

Wir machen die nationalen Privilegien der einen Nationen gegenüber den anderen Nationen zunichte.

Wir führen die Einheit der ökonomischen und politischen Interessen aller Nationen herbei.

 

Das bedeutet aber noch nicht, dass wir die nationalen Unterschiede, die nationalen Sprachen, Kulturen, Lebensformen usw. abschaffen.

Die kann man nicht abschaffen, die sterben ab, so wie die Klassen absterben, denn die Nationen sind Produkt der Klassengesellschaft, der kapitalistischen so wie auch der sozialistischen Klassengesellschaft.

Die zwangsverordnete Abschaffung der nationalen Unterschiede unter der Weltdiktatur des Proletariats ist also eine reaktionäre Losung. Im Gegenteil, die freie Entwicklung der nationalen Kulturen unter den Bedingungen der Diktatur des Weltproletariats ist die einzig revolutionäre Losung der weltsozialistischen Nationen. Zum Verschmelzen muss eine sozialistische Nation reif genug sein.

Was nützt dem Weltsozialismus, was nützt der einzelnen sozialistischen Nation, eine Verschmelzung bereits im vorreifen, unausgereiften Stadium?

Daraus können doch nur Triebkräfte gegen die Verschmelzung erzeugt werden, zumindest kann der Verschmelzungsprozess dadurch erschwert, ja schlimmstenfalls sogar völlig zunichte gemacht werden.

 

Damit ist niemandem gedient, außer der Restauration des Kapitalismus. Mit der Beseitigung des Weltkapitalismus allein ist wirklich nur die allererste Voraussetzung zur Verschmelzung geschaffen, aber noch lange nicht ihre ausgereiften Bedingungen. Die müssen in den einzelnen Ländern erst geschaffen werden. Und sie werden geschaffen mit ganzen solidarischen Unterstützung der sozialistischen Weltgemeinschaft.

 

Es mag sonderbar erscheinen, dass wir, die wir Anhänger der künftigen Verschmelzung der nationalen Kulturen zu einer (der Form wie dem Inhalt nach) gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache sind, gleichzeitig Anhänger des Aufblühens der nationalen Kulturen im gegenwärtigen Augenblick, in der Periode der Diktatur des Proletariats sind. Das hat aber nichts Sonderbares an sich. Man muss den nationalen Kulturen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu entfalten, alle ihre Potenzen zu offenbaren, um die Bedingungen für ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache in der Periode des Sieges des Sozialismus in der ganzen Welt zu schaffen. Das Erblühen der ihrer Form nach nationalen und ihrem Inhalt nach sozialistischen Kulturen unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats in einem Lande zum Zwecke ihrer Verschmelzung zu einer gemeinsamen (der Form wie dem Inhalt nach) sozialistischen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache, wenn das Proletariat in der ganzen Welt gesiegt haben und der Sozialismus in das Alltagsleben übergegangen sein wird – darin besteht gerade die Dialektik der Leninschen Fragestellung in Bezug auf auf die nationale Kultur“ (Stalin, „Über die Abweichungen in der nationalen Frage, 27. Juni 1930).


Wir verfechten also weder die nationale noch die Weltkultur der Bourgeoisie, sondern grenzen uns von beiden ab, um sie zu bekämpfen, weil sie die Arbeiter so oder so verdummt und entzweit, und sie so oder so am Gängelband führt, ob nun am kürzeren oder längeren Ende. Deswegen muss sowohl das gesamte Weltproletariat als auch jedes Proletariat eines Landes gemeinsam in einer Front stehen gegen solche Leute, die versuchen, zwischen der nationalen und der Weltkultur des Proletariats Gegensätze zu erzeugen, um sie leichter zu spalten.


Das Lostrennen vom Weltkapitalismus und Verschmelzen zum Weltsozialismus sind für die Nationen nicht dasselbe, das heißt, beides kann nicht in einem Atemzug vollzogen werden. Dazu brauchen die Nationen eine gewisse Zeit, die man nicht künstlich beschleunigen darf.

 

Aber so wie wir den Nationen helfen, sich vom Weltkapitalismus zu lösen und schließlich zu trennen, werden wir ihnen natürlich auch helfen, sich im Weltsozialismus zu vereinigen und schließlich zu verschmelzen.

Und so gehen wir an alle Vereinigungsprozesse des Proletariats heran.

Sich von den bürgerlichen Einflüssen zu lösen, gelingt dem Weltproletariat nicht an einem Tag, dafür braucht es Zeit, muss es sich an Hand der eigenen Erfahrungen überzeugen, genauso wie es Zeit braucht, sich unter dem Banner der Kommunismus zu vereinigen.

 

Nur wer sich vollkommen vom Kapitalismus loslöst, kann sich vollkommen dem Kommunismus anschließen.

Diesen (Massen-)Prozess zu erleichtern, ihn voranzubringen, ihn zu revolutionieren, dafür sind wir Kommunisten da, für nicht mehr und für nicht weniger.

 

Der internationale Sozialismus hat dann gesiegt, wenn es ihm gelingt, die Arbeiter aus dem Gefüge der bürgerlichen Nationen zu lösen, die Trennung durch nationale Schranken zu überwinden und seine internationalen revolutionären Verbindungen und Organisationen so zu stärken, dass das internationalistische Zugehörigkeitsgefühl, das internationalistische Bewusstsein über das ihn trennende nationale Bewusstsein obsiegt hat.

 

´Trennung zwecks Vereinigung`.

 

Man überlege sich das nur: Trennung zwecks Vereinigung. Das klingt geradezu paradox. Indes widerspiegelt diese ´widerspruchsvolle` Formel jene lebendige Wahrheit der Marxschen Dialektik, die den Bolschewiki die Möglichkeit gibt, auf dem Gebiete der nationalen Frage die unbezwingbarsten Festungen zu erstürmen“ (Stalin, „Über die Abweichungen in der nationalen Frage, 27. Juni 1930).


Der Vereinigungsprozess des Weltproletariats ist also ein widerspruchsvoller Prozess, ein Prozess zweier Seiten, die aufeinander einwirken und – nur indem sie aufeinander einwirken können – tatsächlich zur Vereinigung führen.

 

Die nationale Bourgeoisie ist stets bestrebt, die Arbeiter ihres Landes von den Arbeitern des „fremden“ Landes zu trennen, sie zu spalten. Das Proletariat des einen Landes ist stets bestrebt, seine Spaltung vom Proletariat eines anderen Landes zu überwinden.

Der Kampf der Proletarier eines jeden Landes gegen die nationale Bourgeoisie ist dem Inhalt nach, dem Wesen nach der gleiche internationalistische Vereinigungskampf des Weltproletariats sowohl in der unterdrückten Nation als auch in der unterdrückenden Nation, aber der Form nach kann er nicht gleich sein unter den Bedingungen des globalisierten Weltimperialismus.

Die Vereinigung der Proletarier in den imperialistischen Ländern wird unter den Bedingungen der Globalisierung erleichtert, so zum Beispiel der Vereinigungsprozess der Proletarier der Länder der Europäischen Union. Gleichzeitig wird aber der Vereinigungsprozess mit den Proletariern jener Länder erschwert, die durch die Vereinigung des europäischen Imperialismus verstärkt ausgebeutet, unterdrückt und GESPALTEN werden.

 

Deswegen müssen die beiden Vereinigungsprozesse der Proletarier sowohl in den einen als auch in den anderen Ländern VEREINIGT werden ( also, um am Beispiel Europas zu bleiben, müssen die Proletarier innerhalb Europas sich insbesondere mit den Proletariern jener Länder vereinigen, die durch die erweiterte imperialistische EU verschärft ausgebeutet und unterdrückt werden).

 

Das Weltproletariat darf sich nicht dazu verleiten lassen, dass, weil das Weltkapital alle nationalen Schranken niederreiße, es sich deswegen „nicht lohne“, überhaupt noch gegen nationale Unterdrückung zu kämpfen, wo doch der globalisierte Weltimperialismus sowieso die ganze Welt unterdrücke.

Ja, durch den Kampf gegen nationale Unterdrückung würde man angeblich den Weltkapitalisten dabei helfen, die nationalen Bourgeoisien zu zwingen, ihr „Recht“ noch vehementer zu verteidigen, das eigene Proletariat unter dem Druck des Weltkapitals brutaler als zuvor auszubeuten und zu unterdrücken und damit auch die Vereinigung der Proletarier aller Länder noch weiter zu erschweren.

Der Weltimperialismus hat über den Sozialismus gesiegt, deswegen „lohne es nicht“, über die politische Weltdemokratie nachzudenken, sagen die „Ökonomisten der Globalisierung“.

Eben weil der globale Monopolkapitalismus die Demokratie global negiert, wird der globale Kampf für und gegen die Weltdemokratie eine enorme Zuspitzung und weltrevolutionäre Bedeutung erfahren.

Dies geringzuschätzen oder gar zu ignorieren grenzt geradezu an ein Verbrechen an der sozialistischen Weltrevolution. Wenn man aufhört, für die Weltdemokratie zu kämpfen, nur weil der Weltimperialismus diese als Betrug an der Welt missbraucht, hat man bereits aufgehört, für den Weltsozialismus zu kämpfen.

 

Wenn man aufhört, gegen die nationale Unterdrückung zu kämpfen, nur weil der Weltimperialismus die nationale Unterdrückung als Rechtfertigung missbraucht, in jedes beliebige Land einzumarschieren, dann hat man auch aufgehört, gegen den Weltimperialismus zu kämpfen.

 

Wenn der Weltimperialismus von der „Verteidigung der zivilisierten Welt“ spricht, indem er mit Waffengewalt die Völker ausraubt und mordet, dann ist das Betrug, aber wenn man die zivilisierte Welt wirklich verteidigt gegen Barbarei, ob nun gegen die moderne Barbarei der Weltimperialisten oder die mittelalterliche Barbarei der reaktionären Herrscher in irgendeinem Land, dann ist das keineswegs ein Betrug, dann sind wir keineswegs dagegen, arbeiten wir deswegen noch lange nicht dem Weltkapital in die Hände, so wie wir umgekehrt nicht in die Hände der barbarischen Selbstherrscher irgendeiner Nation arbeiten, wenn wir die wirkliche Demokratisierung des Landes fordern, die die Weltimperialisten als Rechtfertigung missbrauchen für ihren modernen, globalisierten Kolonialismus.

 

Den Kampf gegen nationale Unterdrückung ist eine internationalistische Pflicht des Weltproletariats, wenn sie dem revolutionären Sturz der Fremdherrschaft dient.

Wenn sich die Massen einer Nation dagegen wehren, von einer fremden Herrschaft überfallen und ausgeraubt zu werden, dann ist das fortschrittlich, ist das solidarisch zu unterstützen und zwar vorbehaltlos, bedingungslos – dann ist das eine Vaterlandsverteidigung, die wir internationalen Sozialisten für gerecht halten, denn die Vaterlandsverteidigung eines unterdrückten Landes gegenüber dem unterdrückenden Land oder gegenüber dem Bündnis aller unterdrückenden Länder, dient der Selbstbestimmung dieses Landes, dient seiner nationalen Befreiung vom unterdrückenden Land, vom Bündnis aller unterdrückenden Länder.

Daher das notwendige Weltbündnis der unterdrückten Länder gegen das Weltbündnis der unterdrückenden Länder zur Erleichterung des Klassenkrieges des Weltproletariats gegen die Weltbourgeoisie, deswegen unsere Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder !“

Wenn die Massen einer Nation sich von ihren eigenen Blutsaugern zu befreien suchen, dann ist das ebenfalls fortschrittlich und ist solidarisch zu unterstützen und zwar ebenso vorbehaltlos und bedingungslos.

Wenn sich die Massen einer Nation sowohl von ihren inneren als auch von ihren äußeren Blutsaugern zu befreien suchen, ist das um so besser, erhalten sie um so mehr bedingungslos und vorbehaltlos die internationale Solidarität der Weltmassen.

Aber die Massen einer Nation können sich weder unter das „Schutzschild“ des einen, noch des anderen Blutsaugers stellen, um den einen oder den anderen Blutsauger loszuwerden und um so weniger können das die Massen außerhalb der betroffenen Massen einer Nation tun, die sich mit ihnen solidarisieren. Daher das Weltbündnis aller Nationen, sich sowohl gegen die inneren als auch gegen die äußeren Blutsauger zu wehren, gemeinsam zu wehren - unter der Führung des Weltproletariats: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Das siegreiche Weltproletariat wird Schritt für Schritt jedes Land reorganisieren, in dem es gesiegt hat.

 

Im heldenhaften Kampf einer einzigen kleinen unterdrückten Nation gegen die gesamte Weltallianz des Weltkapitals werden die Proletarier der vereinigten Unterdrückerländer nicht länger tatenlos zusehen, sondern sich zu einer solidarischen Gegenallianz zusammenschließen. Die uralte imperialistische Spaltung des Weltproletariats durch Privilegierung der Proletarier in den Unterdrückernationen einerseits und durch die Unterprivilegierung der Proletarier der unterdrückten Nationen andererseits wird fallen und damit einer der wichtigsten Hemmschuhe der Vereinigung des Weltproletariats zur sozialistischen Weltrevolution.

 

Dies ist ein objektiver Prozess, denn das Welkapital strebt danach, die kapitalistische Entwicklung aller Länder voranzutreiben, das heißt die Weltherrschaft des Kapitalismus in jedem Land der Welt durchzusetzen. Das aber heißt nichts anderes als alle Länder für die sozialistische Weltrevolution reif zu machen, das Weltproletariat zu vereinigen.

Und nur unter diesem weltrevolutionären Blickwinkel kann man die internationale Lösung der nationalen Frage heute betrachten.

 

Ohne die vereinigte Solidarität der Proletarier der imperialistischen Länder mit dem proletarischen Kampf gegen die vom Weltimperialismus unterdrückten Länder (und die umgekehrte Solidarität gilt natürlich genauso im gemeinsamen Kampf gegen den Weltimperialismus) , kann das Weltproletariat den Weltimperialismus nicht besiegen.

 

Die Proklamierung der gleichen, globalisierten Rechte aller Nationen, die Beseitigung des Unterschieds zwischen unterdrückenden und unterdrückten Nationen, ist durch die Weltbourgeoisie zum völligen Bankrott verurteilt worden.

 

Für das Weltproletariat ist es aber eine wahrhaft gerechte Forderung, kämpft das Weltproletariat also für die Gewinnung aller Nationen, um diese Forderung zu erleichtern und zu beschleunigen, vereinigt das Weltproletariat alle Nationen für diese Forderung!

 

Ohne die Beseitigung jeglicher Ungleichbehandlung von Nationen, ohne die Beseitigung jeglicher nationaler Unterdrückung, ohne die Beseitigung jeglicher Privilegien von Nationen gegenüber anderen Nationen, ohne Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrückung von Nationen durch andere, ist der Sieg der sozialistischen Weltrevolution gegen die Weltbourgeoisie, ist der Sieg über die internationale Unterdrückung des globalisierten Weltimperialismus, völlig unmöglich, bleibt die Herausbildung des Weltproletariats als eigenständige, revolutionäre Klasse auf der Strecke, kann es die Proletarier nicht ausschließlich in allen Ländern als seine eigenen Abteilungen formieren, bleibt der Weltbourgeoisie weiterhin die Möglichkeit offen, Proletarier der Länder als IHRE Abteilungen gegen das revolutionäre Weltproletariat zu formieren, das revolutionäre Weltproletariat zu spalten und damit die Herrschaft der kapitalistischen Weltordnung weiterhin ( bzw. : wieder!!) aufrechtzuerhalten, sie zu verlängern, sie zurückzuerobern, sie zu restaurieren – was auch immer, aber die Weltdiktatur des Proletariats bliebe ein Wunschtraum.

 

 

Das Weltproletariat wird den Anschluss der proletarischen Abteilung eines jeden Landes nur in dem Maße herbeiführen können, in dem es ihm gelingt, diese Abteilung davon zu überzeugen, nicht länger eine bürgerliche Abteilung zu bleiben. Die Arbeiter eines Landes von der proletarischen Weltrevolution zu überzeugen, kann daher nur heißen, sie davon zu überzeugen, sich von einer bürgerlichen Abteilung des Weltkapitals in die proletarische Abteilung des Weltproletariats zu verwandeln.


Mit der Ausrufung unserer Formel haben wir damit begonnen, die Revisionisten zum Handeln zu zwingen. Wir haben sie jetzt aus ihren Löchern gescheucht, sie aufs Schlachtfeld UNSERES anti-revisionistischen Kampfes getrieben, um sie dort vernichtend zu schlagen. Die Revisionisten werden unsere Formel auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus unvermeidlich einer bürgerlichen Revision unterziehen müssen, werden sie verfälschen, sie „widerlegen“ müssen, werden sie also in Wirklichkeit in ihr Gegenteil zu verwandeln suchen, um sie gegen den Kommunismus zu richten, um sie als eine spalterische Waffe gegen das Weltproletariat zu verwenden. Um so erfolgreicher werden wir sie gegen euch selbst richten! Wohl an ! Greift zu euren revisionistischen Waffen! Wir haben sie schon mal freundlicherweise für euch vordefiniert:

 

Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ in WortenSpalte die Länder gegen das revolutionäre Weltproletariat in Taten!


Kommunistische Internationale – vereinige die Kommunistischen Parteien aller Länder!“ in WortenSpalte die Kommunistischen Parteien aller Länder gegen die Kommunistische Internationale in Taten!


Diese revisionistischen Formeln gilt es von nun ab mit allen Mitteln zu bekämpfen. Haben wir der Weltbourgeoisie diese revisionistische Waffe aus der Hand geschlagen, wird das die Vereinigung des Weltproletariats erleichtern, wird der Sieg unserer sozialistischen Weltrevolution nicht mehr fern sein. Der Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab wird ein Sieg über den Revisionismus im Weltmaßstab sein !


Wacht auf, Verdammte dieser Erde !

Weltproletariat – vereinige die sozialistischen Revolutionen aller Länder, vereinige alle Länder zur sozialistischen Weltrevolution !

Der Weltkommunismus wird triumphieren !



Es lebe die sozialistische Weltrevolution !

Es lebe die Weltdiktatur des Proletariats !

Es lebe Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha !

Es lebe die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten !



Exekutivkomitee der Komintern / ML

 

31. 12. 2006

 

(Wolfgang Eggers)



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