T h e s e n

zum Wiederaufbau der KPD/ML

von Wolfgang Eggers







Programmatische Eckpfeiler der KPD/ML

Die KPD/ML kämpft in der Tradition der Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus Marx und Engels, der unsterblichen Lehren Lenins und Stalins, in der Tradition der Oktoberrevolution und des Bolschewismus, in der Tradition der revolutionären internationalen und deutschen Arbeiterbewegung, in der Tradition der alten ruhmreichen KPD Ernst Thälmanns und in der Tradition des antirevisionistischen Kampfes des Genossen Enver Hoxhas.

Die KPDML setzt das Erbe des 1985 verstorbenen Gründers und Führers Ernst Aust unbeirrbar und trotz liquidatorischer Schläge der Bourgeoisie und Spaltern in den eigenen Reihen fort.

Die KPD/ML läßt sich durch nichts und niemanden verbieten oder zerschlagen - sie lebt weiter!

Die KPD/ML bereitet die sozialistische Revolution als einzigen Ausweg aus Ausbeutung und Unterdrückung, Willkür, Reaktion, Faschismus und imperialistischen Kriegen vor, führt den gewaltsamen Umsturz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung durch, schafft das Privateigentum an den Produktionsmitteln ab und organisiert die Vergesellschaftung der Produktivkräfte in den Händen der Arbeiterklasse und den übrigen Werktätigen.

Die KPD/ML kämpft für die soziale und nationale Befreiung der Arbeiterklasse und aller Werktätigen.

Die KPD/ML kämpft für die Errichtung der Diktatur des Proletariats und den Aufbau des Sozialismus, für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Gleichheit aller Werktätigen, sorgt für die Abschaffung der Überreste alter, kapitalistischer Klassenstrukturen und deren reaktionären Einflüsseauf die neue sozialistische Gesellschaft und verzehnfacht den Klassenkampf im Sozialismus. Die Arbeiterklasse wird ihre Macht bis zur Auflösung aller Klassen nie wieder aus der Hand geben.

Die KPD/ML kämpft für das traditionsreiche sowjetische Rätesystem der Arbeiter, Bauern und Soldaten in einem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland, das nichts anderes verkörpert, als die Interessen und den Willen der Werktätigen selber. Die Einheitsfront von Arbeitern, Bauern und Soldaten wird symbolisiert in der roten Parteifahne: Hammer, Sichel und Gewehr im gelben Spartakusstern.

Die KPD/ML reiht sich ein in die revolutionäre Vereinigung und Organisierung der Proletarier aller Länder auf dem Boden des proletarischen Internationalismus. Die KPD/ML kämpft für den Wiederaufbau der III.Kommunistischen Internationale (Comintern).

Die KPD/ML solidarisiert sich mit dem internationalen Kampf der Völker für ihre nationale Befreiung von Imperialismus, modernem Kolonialismus, gegen Nationalismus und Sozialchauvinismus. Die KPD/ML verteidigt das Selbstbestimmungsrecht, die Unabhängigkeit und die Selbständigkeit der Völker und gleichzeitig ihre Solidarität, Einheit und schrittweise Verschmelzung der Völkergemeinschaft. Die KPD/ML steht ein für die Schaffung sozialistischer Nationen, ihren Zusammenschluß und schließlich für ihre politische Verschmelzung zur kommunistischen Weltrepublik.

Die KPD/ML kämpft für den Sturz der imperialistischen Weltordnung mit dem USA-Imperialismus an der Spitze, für den Sieg über den Hauptfeind im eigenen Land - dem deutschen Imperialismus, für die Menschenrechte und Menschlichkeit auf dieser Erde, gegen Faschismus und Rassismus, jegliche Ausbeutung und Unterdrückung in der Welt gegen alles, was sich dem Rad der Geschichte in den Weg stellt, einschließlich gegen die revisionistische und sozialfaschistische Ausbeutung und Unterdrückung und die Restauration des Kapitalismus.

Die KPD/ML setzt die alte Einheitsfrontpolitik der Thälmann-KPD fort und unterstützt alle revolutionären Bewegungen, die sich für die Beseitigung bzw die Bekämpfung der kapitalistischen, imperialistischen und reaktionären gesellschaftlichen und politischen Zustände im eigenen Land wie in allen anderen Ländern stark machen.

Die KPD/ML kämpft für die Vorbereitung und Verwirklichung des Endziels, nämlich für den weltweiten Sieg des Kommunismus, für die klassenlose Gesellschaft, in der kein Mensch mehr den anderen beherrscht und ausbeutet, in der die ganze Menschheit endlich wieder einträchtig in Glück und Frieden und im Einklang und Gedeihen der Natur leben kann. Alle Errungenschaften und humanistischen, kulturellen Werke, die die Völker und die ganze Menschheit in ihrer Geschichte zusammengetragen haben, müssen erhalten und für eine bessere Zukunft nutzbar gemacht werden.

Um diese Ziele zu erreichen, muß die KPD/ML bei ihrem Aufbau folgende Voraussetzungen und Anforderungen erfüllen:


Die KPD/ML - eine bolschewistische Partei neuen Typs

    1. Um in der sozialistischen Revolution siegen zu können, bildet die Arbeiterklasse ihren führenden Kern heraus, schafft sie sich ihre politische Partei als Instrument zur Verwirklichung ihrer revolutionären Interessen. Diese proletarische Klassenpartei ist die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten, die sich allen Parteien der Bourgeoisie, einschließlich ihrer Agenturen in der Arbeiterbewegung, unversöhnlich entgegenstellt.

    2. Die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten stützt sich in ihrer gesamten Tätigkeit auf den Marxismus-Leninismus, auf die Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin. Das setzt den vollständigen Bruch mit allen alten und neuen Strömungen des Revisionismus voraus. Das real existierende System des Revisionismus ist weltweit zusammengefallen, aber der Revisionismus lebt weiter - nicht nur als Ideologie, sondern auch in Form von neu entstandenen bzw. wieder auferstandenen alten revisionistischen und opportunistischen Organisationen, die ihre Verwirrungstaktik und Spaltungstätigkeit in der kommunistischen Bewegung international fortsetzen. Die Existenz des revolutionären Klassenkampfes und die Existenz von revolutionären Organisationen wie die KPD/ML zwingt den Klassengegner, sich im Gewand des Marxismus-Leninismus, im Gewand des revolutionären Klassenkampfes zu verkleiden, die revolutionären Kräfte, das Proletariat zu spalten, um deren einheitliches, organisiertes und revolutionäres Vorgehen zu bremsen und zu verhindern. Daher kann ohne vollständigen Bruch mit allen Strömungen des Revisionismus von einer wahrhaft kommunistischen Partei nicht gesprochen werden.

    3. Als Avantgarde des Proletariats kämpft die kommunistische Partei für den Sieg der Arbeiterklasse und der Volksmassen über Imperialismus und Sozialimperialismus, über die Bourgeoisie und die Reaktion, für die Errichtung und Festigung der Diktatur des Proletariats, den Aufbau und den weltweiten Triumph des Kommunismus. Es ist dabei die Aufgabe der Avantgarde, diesen Weg und dieses Ziel ins Bewußtsein der Massen zu tragen, das revolutionäre Bewußtsein der Arbeiter zu heben und ihre Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind zu schärfen.

    4. Um ihre historische Rolle als Vorhutpartei des Proletariats und höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats gerecht werden zu können, muß die KPD/ML ständig ihre Bolschewisierung ( siehe die 12 Bolschewisierungsthesen für die KPD von Stalin), ihre Ausbildung zur marxistisch-leninistischen Kampfpartei vorantragen.

    5. Das erfordert, daß die Partei nach dem Prinzip des demokratischen Sozialismus aufgebaut ist.

    Das heißt.

    Die demokratische Wahl aller Parteileitungen von unten nach oben;

    die Rechenschaftspflicht der gewählten Parteileitungen und -organe gegenüber denen, die sie gewählt haben;

    die Verbindlichkeit der Beschlüsse der höheren Parteiorgane für jede untere Parteiorganisation;

    die Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit;

    die Einhaltung einer straffen Parteidisziplin.

    Erfordernisse des illegalen Kampfes können die Einschränkung der Wählbarkeit der Parteileitungen und Berichterstattung der höheren Parteiorgane gegenüber den unteren notwendig machen.

    6. Es ist notwendig,

    ...daß die KPD/ML, insbesondere ihre führenden Genossen und Kader, sich die revolutionäre Theorie des Marxismus-Leninismus, die mit der revolutionären Praxis untrennbar verbunden ist, aneignen;

    ...daß sie die Ausarbeitung und Verbesserung einer richtigen Strategie und Taktik, der Losungen und Direktiven nicht aufgrund auswendig gelernter Formeln und Zitate, oberflächlicher historischer Parallelen, sondern aufgrund einer sorgfältigen marxistisch-leninistischen Analyse der konkreten Bedingungen des Klassenkampfes, der revolutionären Bewegung im eigenen Land und im internationalen Maßstab gemeinsam mit den Bruderorganisationen, vornehmen;

    ...daß sie den Marxismus-Leninismus nicht als ein Dogma, sondern als eine Anleitung zum revolutionären Handeln betrachtet.

    7. Die KPD/ML muß über Mitglieder und Kader in allen Klassen und Schichten des werktätigen Volkes verfügen. Aber als proletarische Klassenpartei muß sie das Schwergewicht auf proletarische Mitglieder legen. Lenin sprach von einem anzustrebenden Verhältnis von 8 Proletariern und 2 Intellektuellen. Die Aufnahmebedingungen müssen also so gestellt sein, daß der Eintritt klassenbewußter Arbeiter in die Partei erleichtert wird. Die KPD/ML darf die Arbeit unter anderen gesellschaftlichen Klassen und Schichten, um sie als Bündnispartner des Proletariats zu gewinnen und um aus ihnen Parteimitglieder zu rekrutieren, nicht vernachlässigen, aber sie muß ihr Schwergewicht auf die Tätigkeit im Proletariat legen, vor allem im Industrieproletariat. In den verschiedenen Regionen des Landes sind die Anteile der Bevölkerungsschichten verschieden. So kann es zum Beispiel in den ländlichen Gebieten einen verhältnismäßig größeren Anteil an bäuerlichen Mitgliedern geben als in den Industrieregionen, wo die Partei vorrangig Betriebszellen in den Industriebetrieben aufbauen muß nach der Parole: Jeder Betrieb=eine Festung der Partei. Die KPD/ML muß einen proletarischen Führungskern herausbilden und dabei systematisch neue proletarische Kader Schritt für Schritt mit Führungsaufgaben betrauen. Die führenden Kader der Partei müssen enge Verbindungen mit der Arbeiterklasse und den werktätigen Menschen haben. Ihre Autorität darf sich nicht allein aus Buch- und Internetwissen und journalistischen Fähigkeiten oder speziellen Aufgaben im Parteiapparat herleiten, sondern muß in ihrer prinzipienfesten revolutionären Haltung und ihrer kosequenten praktischen revolutionären Arbeit an der täglichen Klassenkampffront verankert sein. Die Autorität der Führer kann nur aus dem Vertrauen der Massen wachsen und durch diese bestätigt und gefestigt werden.

    8. Kritik und Selbstkritik ist ein Entwicklungsgesetz der KPD/ML. Sie darf ihre Fehler nicht verhüllen und Kritik nicht fürchten. Das Verhalten der KPD/ML zu ihren Fehlern ist eines der wichtigsten und sichersten Kriterien für den Ernst und die Reife der Partei und die tatsächliche Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber ihrer Klasse und den werktätigen Massen. Einen Fehler offen zugeben, seine Ursachen aufdecken, die Umstände, die ihn hervorgerufen haben, analysieren, die Mittel zur Behebung des Fehlers sorgfältig prüfen, das heißt eben Erfüllung ihrer Pflichten, das heißt eben Erziehung und Schulung der Klasse und dann auch der Masse. Ohne das wäre die Heranbildung von Führern und Kadern der Partei unmöglich. In Überwindung dieser Fehler werden sie herangebildet und erzogen.

    9. Die KPD/ML ist stark durch ihre Geschlossenheit und eiserne Disziplin. Die eiserne Disziplin in der Partei aber ist undenkbar ohne die Einheit des Willens, ohne die völlige und unbedingte Einheit des Handelns aller Parteimitglieder. Die Einheit der programmatischen, strategischen, taktischen und organisatorischen Ansichten ist der Boden, auf dem sich die KPD/ML aufbaut und handelt. Zerfällt die Einheit der Ansichten, so zerfällt die Partei. Folglich kann als Parteimitglied nur derjenige bezeichnet werden, der das Parteiprogramm, die Strategie und Taktik und das Organisationsprinzip der Partei (Statut) akzeptiert und alles tut, diese zu verwirklichen, in einer Grundorganisation der Partei arbeitet und regelmäßig Beitrag bezahlt.

    Das Bestehen von Fraktionen ist unvereinbar sowohl mit der Einheit als auch mit der eisernen Disziplin der KPD/ML. Die KPD/ML kann nur in dem Maße wachsen und erstarken, in dem sie den Kampf gegen opportunistische, liberalistische, antirevolutionäre und parteifeindliche Elemente in ihrer Mitte führt. Sie muß alle Elemente des Revisionismus, des Zentrismus, des Paktierertums, des Liquidatorentums und Kapitulantentums, der Zersetzung und der Desorganisation schonungslos aus ihren Reihen entfernen, um die Partei zu schützen und am Leben zu erhalten. Die KPD/ML wird dadurch gestärkt, daß sie sich von opportunistischen Elementen säubert.

    10. Die KPD/ML muß auch unter den Bedingungen der Legalität und Halblegalität grundsätzlich am illegalen Aufbau der Partei festhalten, weil sie sonst kaum in der Lage wäre, den Kampf unter der Illegalität weiterzuführen, ohne von der Bourgeoisie zerschlagen zu werden. Andererseits muß die Partei - auch unter den Bedingungen der Illegalität - alles tun, um die bestehenden legalen Möglichkeiten des Kampfes zu nutzen, um enge Verbindungen mit den Massen herzustellen und die Massen revolutionär zu beeinflussen. Sie darf unter Berufung auf die Erfordernisse der Konspiration auf keinen Fall zu einem von den Massen isolierten Geheimbund werden, aber ebensowenig durch Legalismus und Liberalismus ihren revolutionären Charakter unter dem verschärften Druck der Bourgeoisie aufgeben. Die Verankerung in den Massen und die Fortsetzung des revolutionären Klassenkampfes - wenn auch unter veränderten Bedingungen - ist für die KPD/ML der einzige Weg, um die Frage der Illegalität richtig zu lösen.

    11. Die KPD/ML muß es in ihrer Arbeit verstehen, eine unversöhnliche revolutionäre Einstellung ( nicht zu verwechseln mit revolutionärem Abenteuertum) mit einem Maximum an Elastizität und Manövrierfähigkeit ( nicht zu verwechseln mit Anpassungspolitik) zu verbinden. Um das Proletariat und die Werktätigen zur Revolution zu führen, muß die Partei es verstehen, die richtige Strategie und Taktik für den Kampf der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen zu entwickeln und alle Kampfformen (friedliche und gewaltsame, offene und geheime, legale und illegale, parlamentarische und Massenkämpfe, Kämpfe im nationalen und internationalen Maßstab usw.) und alle Formen der Organisation zu beherrschen und entsprechens der Kampflage schnell eine Kampfform durch die andere zu ersetzen oder zu ergänzen.

    12. Die KPD/ML muß sich in ihrem Kampf vom proletarischen Internationalismus leiten lassen. Sie muß die Fragen der Revolution in ihrem Land vom Standpunkt der Weltrevolution des Proletariats aus beurteilen. Sie muß den Kampf des Proletariats der anderen Länder für den Sozialismus und den anti-imperialistischen Befreiungskampf der unterdrückten Völker unterstützen. Sie leistet ihren größten Beitrag zur proletarischen Weltrevolution dadurch, daß sie den revolutionären Prinzipien und Zielen der internationalen Arbeiterbewegung treu bleibt und alle Anstrengungen unternimmt, um das Prolatariat und die werkätigen Massen unseres Landes zum Sieg über die Bourgeoisie und den Imperialismus zu führen. Die KPD/ML muß dafür kämpfen, daß die Einheit aller wahrhaft kommunistischen Parteien ( nicht zu verwechseln mit den revisionistischen »kommunistischen » Parteien! ) auf dem Boden des Marxismus-Leninismus geschmiedet wird. Sie muß alles dafür tun, im Geiste des proletarischen Internationalismus der absoluten Offenheit und herzlichen Brüderlichkeit auf gleichberechtigter Basis bilaterale und multilaterale Kosultationen, Gespräche und gemeinsame Aktionen durchzuführen bis hin zur verbindlichen Vereinigung in einer Kommunistischen Internationale nach dem Vorbild der III.Comintern.

    Die Einheit zwischen den marxistisch-leninistischen Bruderparteien beruht nicht in erster Linie auf Grußadressen, Deklarationen und Resolutionen, sondern basiert auf dem geschlossen, gemeinsamen und kooperativen revolutionären Handeln nach den Prinzipien und Lehren des Weltproletariats.

    Die KPD/ML - eine mit der marxistisch-leninistischen Strategie gewappnete Partei

    13. Ohne Vorhandensein einer bolschewistischen, in den Massen stark verankerten und mit einer marxistisch-leninistischen Strategie ausgerüsteten Partei, ist es im keinen Land der Erde möglich, auf einen Schlag, auf Dauer oder in revolutionären Etappen, tiefgreifende und umwälzende Siege zu eringen, weder mit anti-imperialistischer noch mit sozialistischer Zielsetzung.

    14. In den kapitalistischen, imperialistischen, sowie ehemals sozialimperialistischen bzw revisionistischen Ländern stehen die Arbeiterklasse und ihre kommunistischen Parteien unmittelbar vor der strategischen Aufgabe der Vorbereitung und Durchführung der proletarischen, sozialistischen Revolution. Die Globalisierung des Weltimperialismus bringt die Proletarier aller Länder objektiv einander näher und macht die Dringlichkeit der Weltrevolution um so augenfälliger.

    15. In den übrigen Ländern fehlen oder fehlen noch zum Teil die Voraussetzungen dafür, unmittelbar die Errichtung der Diktatur des Proletariats und des Sozialismus als strategisches Ziel der Arbeiterklasse und der kommunistischen Partei auf die Tagesordnung zu setzen. Bestimmte Faktoren machen in diesen Ländern eine strategische Zwischenetappe auf dem Wege zum Sozialismus notwendig. Diese strategische Zwischenetappe kann vornehmlich national-anti-imperialistische, antifeudale und demokratischen Charakter tragen. Sie muß unter bestimmten Bedingungen durchlaufen werden, um notwendige Voraussetzungen für den Sieg der proletarischen Revolution und für den Aufbau des Sozialismus` zu schaffen. Zu diesen Faktoren, die mehr oder minder stark ausgeprägt, einzeln oder in Verbindung miteinander eine solche strategische Zwischenetappe notwendig machen können, gehören u.a.:

    ...ein Vorherrschen vorkapitalistischer Produktionsweisen, während der kapitalistische Sektor noch schwach entwickelt ist;

    ...eine Klassenstruktur der Gesellschaft, in der sich das noch schwache Proletariat und die noch schwache Bourgeoisie noch nicht als Hauptklassen der Gesellschaft gegenüberstehen, sondern vor allem durch den Widerspruch der breiten Massen der Landarbeiter, Pächter, armen und mittleren Bauern zur Klasse der feudalen Grundbesitzer und des Adels gekennzeichnet ist, wobei diese feudale Reaktion häufig mit dem Imperialismus verbündet ist;

    ...die Abhängigkeit des Landes vom Imperialismus, die so stark sein kann, daß von einem kolonialen bzw neokolonialen Status des Landes gesprochen werdenlkann;

    ...die Tatsache, daß Kräfte wie zB. Die nationale Bourgeoisie noch den entscheidenden Einfluß auf die Volksmassen ausüben, die zwar mehr oder weniger konsequent für die Befreiung ihres Landes vom Imperialismus oder der feudalen Rückständigkeit sind, den Sozialismus aber ablehnen.

    16. Die kommunistische Partei muß in diesen Ländern darum kämpfen, die Führung in der nationalen, demokratischen und anti-imperialistischen Befreiungsrevolution zu gewinnen, um diese Revolution so zu leiten, daß sie möglichst schnell in die sozialistische Revolution übergeht. Sie muß die patriotischen, anti-imperialistischen und demokratischen Kämpfe der Volksmassen aber auch dann unterstützen, wenn sie noch nicht unter der Führung des Proletariats und seiner Partei stehen und ein sehr schneller Übergang zur sozialistischen Revolution deshalb noch nicht in Sicht ist. Die kommunistische Partei muß die in der Minderheit befindliche Arbeiterklasse in ihrer führenden Rolle stärken gegenüber den kleinbürgerlichen Massen. Die KPD/ML muß ihre Strategie auf die Ziele des proletarischen Internationalismus und auf die solidarische Unterstützung der Bruderorganisation in diesen Ländern ausrichten, indem sie ihren entsprechenden Angriff auf den Imperialismus im eigenen Land so anpeilt, daß dies für den anti-imperialistischen Kampf der Bruderorganisation indirekt und unmittelbar nützlich ist.

    17. Im Interesse der Entfaltung der proletarischen Weltrevolution und der Befreiung der Völker vom Imperialismus muß die KPD/ML die Befreiungsbewegung der unterdrückten und in Abhängigkeit gehaltenen Völker unterstützen und dazu beitragen, eine weltweite Einheitsfront zwischen der proletarischen Revolution und der revolutionären Befreiungsbewegung der Völker der unterdrückten Länder herzustellen.

    18. Für die KPD/ML ist die marxistisch-leninistische Theorie von der gewaltsamen proletarischen Revolution als allgemein gültiges Gesetz für den Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus unverzichtbar. Das Proletariat und seine Vorhutpartei können die Macht nicht sichern, ohne die gewaltsame Vernichtung der bürgerlichen Macht, die Zerschlagung der bürgerlichen Staatsmaschinerie ( der Bundeswehr, dem Bundesgrenzschutz, der Polizei mit ihren Spezialeinheiten, der Justiz, des Beamtenapparates, des Bundestages usw.) und ihre Ersetzung durch neue Organe der proletarischen Macht, die vor allem Werkzeug zur Niederhaltung der Ausbeuter und zur Verteidigung des Sozialismus sind, während die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen breiteste, sozialistische Demokratie wahrnehmen und praktizieren.

    Wie die historische Erfahrung zeigt, ist die Notwendigkeit der gewaltsamen Revolution nicht nur ein allgemein gültiges Gesetz der proletarischen Revolution, sondern jeder wirklichen Volksrevolution, also auch der nationaldemokratischen und anti-imperialistischen Befreiungsrevolution. Die KPD/ML muß das Proletariat und die werktätigen Massen in politischer, organisatorischer und militärischer Hinsicht auf die gewaltsame Revolution vorbereiten. Sie hält daran fest, daß alle Schritte der Vorbereitung und Führung des bewaffneten Kampfes von der proletarischen Politik, deren Vertreterin die KPD/ML ist, geleitet werden müssen. Der bewaffnete Kampf kann nur gestützt auf die breiten Volksmassen und unter ihrer Beteiligung geführt werden. Ohne diese Bedingungen kann ein bewaffneter Kampf niemals konsequent revolutionär sein, auch wenn er sich auch noch so »revolutionär« gebärdet. Er wird vielmehr, wie die Geschichte beweist, früher oder später entarten oder mit einer Niederlage und Isolation enden.

    19. Der Sieg der Revolution setzt das Vorhandensein einer revolutionären Situation voraus. Die KPD/ML muß idealistische und subjektivistische Auffassungen in dieser Frage und das »linke« Abenteuertum bekämpfen, leichtsinnig mit der Revolution zu beginnen, bevor die objektiven und subjektiven Bedingungen herangereift sind. Die Avantgarde allein in den entscheidenden Kampf zu werfen, solange der überwiegende Teil der Arbeiterklasse, solange die breiten Massen der Werktätigen die Avantgarde noch nicht direkt unterstützen oder zumindest wohlwollende Neutralität ihr gegenüber hegen und dem Gegner der Revolution jede Unterstützung versagen, wäre nicht nur eine Dummheit, sondern auch ein Verbrechen.

    Andererseits muß die KPD/ML jenen Rechtsopportunismus und Revisionismus bekämpfen, der es selbst bei Vorhandensein einer revolutionären Situation ablehnt, die Revolution zu leiten, die Waffen zu ergreifen und die politische Macht zu erobern.

    20. Die KPD/ML lehnt in der Frage der möglichen Formen der Revolution und ihres Verlaufs jeden schematischen und dogmatischen Standpunkt ab; denn wie die Geschichte gezeigt hat, kann die Revolution in sehr unterschiedlicher Weise verlaufen:

    ... als durchgehender Prozeß über die Entfaltung sozialen, ökonomischen oder antifaschistischen Massenaktionen, Streiks in Verbindung mit Demonstrationen bis hin zum Generalstreik, der sich mit dem bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt der Bourgeoisie vereint und entweder in kurzer Frist zum Sieg führt oder in einen längeren Volkskrieg umschlägt;

    ...sie kann zB vor oder während imperialistischer Kriegshandlungen, beginnend mit der illegalen Zersetzung der Bundeswehr, der Aufstellung revolutionärer bewaffneter Brigaden und der Bildung roter Soldatenräte, einem Partisanenkrieg, Guerillakämpfen auf dem Lande und in den Städten und in den großen Betrieben gegen die bürgerliche Staatsmacht, über die Entfaltung größerer Kämpfe bis hin zum allgemeinen bewaffneten Aufstand zum Sturz der Bourgeoisie und der proletarischen Machtübernahme führen;

    ...sie kann sich entwickeln aus einem ungerechten, imperialistischen Krieg, den das Proletariat mit dem gerechten, dem revolutionären Krieg beantwortet;

    ...es läßt sich ein Überschwappen der Revolution eines Nachbarlandes denken, sodaß auch internationale Einflüsse nicht ausgeschlossen sein können. Dabei ist natürlich klar, daß sich die Revolution nicht importieren läßt und daß solche Ideen wenig mit der marxistisch-leninistischen Revolutionsstrategie zu tun haben. Wir dürfen hierbei die neueste Entwicklung der Globalisierung des Weltimperialismus und seine internationalen bewaffneten Kriege und Einsätze nicht außer Acht lassen, was die Notwendigkeit der Aufstellung internationaler Gegenbrigaden oder die früher oder spätere Errichtung einer roten Weltarmee als strategische Maßnahme des revolutionären Weltproletariats - zB nach erfolgreichem Wiederaufbau der Kommunistischen Internationale - nicht ausschließt.

    Auf diese und weitere Möglichkeiten des Ausbruches bzw der allmählichen Entwicklung und Verlaufs der Revolution muß sich die KPD/ML einstellen und mit kühnen strategischen Schachzügen vorbereiten. Sie darf nicht von Anfang an die eine oder andere Möglichkeit des Ausbruchs und Verlaufs der Revolution ausschließen bzw. ablehnen oder sich auf eine bestimmte Möglichkeit versteifen, weil eine solche Haltung der Partei dazu führen kann, daß nicht jede Möglichkeit zum revolutionären Kampf genutzt wird. Die KPD/ML muß dabei vor allem auch die Stimmungen und Bewegungen unter den Massen analysieren und die anwachsende Bereitschaft und Begeisterung zum revolutionärem Ansturm auf die Festungen der Bourgeoisie voraussehen.

    21. Für den Sieg der sozialistischen Revolution ist es notwendig, daß die KPD/ML die Mehrheit der Arbeiterklasse tatsächlich vertritt, daß sie tatsächlich die entscheidende Kraft in der Arbeiterklasse ist. Es ist notwendig, daß der Revisionismus in allen seinen Spielarten entlarvt und isoliert wird, daß der Revisionismus zu einer unbedeutend kleinen Minderheit in der Arbeiterbewegung hinabgedrückt wird. Ohne Lösung dieser Aufgabe ist an den Sieg der proletarischen Revolution nicht zu denken. Damit die Arbeiter siegen können, muß sie ein Wille beseelen, muß sie eine Partei führen, eine Partei, die das unbestrittene Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse besitzt.

    22. Die KPD/ML muß auf der Grundlage einer Analyse der Klassen der Gesellschaft Deutschlands unter den nichtproletarischen Klassen und Schichten arbeiten, die im Widerspruch zu Kräften und Einflüssen des Imperialismus und derReaktion stehen und zumindest vorübergehend gemeinsame Interessen mit dem Proletariat haben, um sie als Bündnispartner des Proletariats zu gewinnen, sie zum Kampf an der Seite und unter Führung des Proletariats zu mobilisieren.

    Die KPD/ML - Meisterin der marxistisch-leninistischen Taktik

    23. Die wichtigste Aufgabe der Taktik der KPD/ML ist die Festlegung der Mittel und Wege, der Formen und Methoden des Klassenkampfes, die der konkreten Situation im gegebenen Augenblick am besten entsprechen und den strategischen Erfolg am sichersten vorbereiten und ihm entgegenkommen. Deswegen dürfen die taktischen Aktionen und ihre Resultate nicht an und für sich, nicht vom Standpunkt des unmittelbaren Effekts aus gewertet werden, sondern vom Standpunkt der Aufgaben und Möglichkeiten der Strategie.

    Die KPD/ML muß das Proletariat und die werktätigen Massen zur Offensive führen, wenn die Umstände eine Offensive erfordern. Und sie muß das Proletariat und die Werktätigen den Schlägen eines starken Gegners entziehen, wenn die Umstände den Rückzug erfordern. Sie muß diejenigen Losungen, Kampf- und Organisationsformen in den Vordergrund stellen, die den Bedingungen der gegebenen Ebbe und Flut der Bewegung am besten entsprechen und geeignet sind, das Heranführen der Millionenmassen an die Front der Revolution zu erleichtern und sicherzustellen.

    24. Die Arbeiterklasse und die breiten Massen der Werktätigen und vom Kapital Unterdrückten an die Positionen der KPD/ML und der Revolution heranzuführen, kann nicht durch Propaganda und Agitation allein erreicht werden. Dazu bedarf es der eigenen politischen Erfahrung der Massen im täglichen Klassenkampf. Deshalb hat die KPD/ML die Aufgabe, den Millionenmassen Gelegenheit zu geben, aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen die Unvermeidlichkeit des Sturzes der alten Macht und die Richtigkeit der revolutionären Losungen zu erkennen. Die KPD/ML muß berücksichtigen, daß die wirkliche Erziehung der Massen niemals getrennt vom und außerhalb vom selbständigen politischen und revolutionären Kampf der Massen selbst gesehen werden darf. Sie muß berücksichtigen, daß die zurückgebliebensten Schichten der ausgebeuteten Masse vor allem durch den ökonomischen Kampf, durch den Kampf um sofortige, unmittelbare Verbesserung ihrer Lage aufgerüttelt und erzogen werden können. Erst der Kampf erzieht die ausgebeutete Klasse, erst der Kampf gibt ihr das Maß ihrer Kräfte, erweitert ihren Horizont, steigert ihre Fähigkeit, klärt ihren Verstand, stählt ihren Willen und schärft ihre revolutionäre Wachsamkeit.

    25. Die KPD/ML kann sich nicht darauf beschränken, zu registrieren, was die Masse der Arbeiter und der Werktätigen empfindet und denkt. Sie darf nicht hinter der spontanen Bewegung einhertrotten, sondern muß das Niveau des Bewußtseins der Massen heben, damit sie ihre wahren Interessen erkennen. Die KPD/ML ist verpflichtet, nicht auf das spontane Niveau der Massen, nicht auf das Niveau der rückständigsten Schichten der Arbeiterklasse und der Werktätigen herabzusinken. Proletenkult und Vulgärmarxismus sind kleinbürgerlichen Ursprungs und haben mit der Arbeiterklasse nichts zu tun. Wer meint, je mehr man den Arbeitern nach dem Mund redet oder sich der »Sprache des kleinen Mannes« bediene, desto »revolutionärer« sei dies, der ist auf dem Holzweg, Schon Marx und Engels haben im Kommunistischen Manifest erkannt, daß die Kommunisten der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen vielmehr voraussein müssen, weiter sehen müssen als sie, um sie führen zu können. Aber zugleich ist die KPD/ML verpflichtet, den tatsächlichen Bewußtseins- und Reifegrad eben der ganzen Klasse - und nicht nur ihrer kommunistischen Avantgarde - eben der ganzen werktätigen Masse - und nicht nur ihrer fortgeschrittensten Vertreter - nüchtern zu prüfen und in Rechnung zu stellen. Intellektuelle Theorien von der Arbeitsteilung von revolutionärer Kopf- und Handarbeit zwischen kleinbürgerlichen Intellektuellen und Proletariern werden von der KPD/ML als schädliche Einflüsse in der Arbeiterbewegung bekämpft.

    26. Die KPD/ML muß ihre Losungen und Direktiven, ihre Politik anhand der Praxis des Klassenkampfes und der Reaktionen der parteilosen Massen der Arbeiter und Werktätigen überprüfen und nötigenfalls, sollten sich Fehler herausstellen, ihre Ursachen aufdecken, um sie zu beseitigen und entsprechend die Politik rechtzeitig und umfassend zu korrigieren. Es ist notwendig, daß sie die Durchführung ihrer eigenen Beschlüsse und Direktiven systematisch überprüft und von den Arbeitern und Werktätigen überprüfen läßt, da sonst die Gefahr besteht, daß sie sich in leere Versprechungen verwandeln, die nur geeignet wären, das Vertrauen der breiten proletarischen Massen zur Partei zu untergraben, so wie man es tagtäglich im Kapitalismus von den bürgerlichen Parteien gewohnt ist.

    27. Um ihre Aufgabe, die reformistischen und revisionistischen Agenturen zu einer Minderheit unter den Werktätigen hinabzudrücken, lösen zu können, muß die KPD/ML - neben der zweifellos notwendigen Polemik gegen die Revisionisten in grundsätzlichen und strategischen Fragen - sie vor allem im Verlauf des täglichen Klassenkampfes für die konkreten Bedürfnisse der Arbeiterklasse und der Werktätigen für die Verbesserung ihrer materiellen und politischen Lage isolieren.

    Die Aufgabe der KPD/ML besteht darin, die reformistischen und revisionistischen Arbeiterverräter und Arbeiteraristokraten zu entlarven, sich aber gleichzeitig den Weg zu den revisionistisch und reformistisch eingestellten Arbeitermassen, die sich im Labyrinth der revisionistischen und reformistischen Wirrnis verirrt haben, zu bahnen und auf diese Weise die Mehrheit der Arbeiterklasse für den Kommunismus zu gewinnen. Ihre Aufgabe besteht darin, ihren auf revisionistischen Irrwegen geratenen Klassenbrüdern und -schwestern zu helfen, den richtigen Weg zu finden und ihnen den Übergang auf die Seite des Kommunisimus zu erleichtern.

    28. Während die KPD/ML alles tut, in der Arbeiterklasse und unter den Werktätigen das Verständnis für die Notwendigkeit und den Nutzen der sozialistischen Revolution zu erzeugen und zu vertiefen, muß sie alle Kämpfe für Reformen unterstützen, die die Lage der Werktätigen und ihre Kampfbedingungen verbessern, wobei sie jedes Hinausgehen über den Rahmen der Reformen sowohl in der Propaganda und Agitation, als auch in der wirtschaftlichen und politischen Massenaktion unterstützen und sorgsam fördern muß. Dabei ist es selbstverständlich, daß der Kampf um Reformen dem Kampf um die Revolution dienen muß und sich nicht reformistisch verselbständigen darf.

    29. Die KPD/ML kann die Arbeiterklasse und die Werktätigen nicht führen, wenn sie nicht mit den parteilosen Massen, mit den breiten Massen der Arbeiter und der anderen werktätigen Volksschichten, der Jugend und den Frauen verbunden ist, wenn diese Massen die Führung der Partei nicht anerkennen, wenn die Partei bei den Massen keinen politischen und moralischen Kredit hat.

    Die KPD/ML muß darum unbedingt dort arbeiten, wo die Massen sind. Sie darf keine Opfer scheuen und muß die größten Hindernisse überwinden, um systematisch, hartnäckig, beharrlich, geduldig gerade in allen denjenigen - und seien sie auch die reaktionärsten Einrichtungen, Vereine und Verbände - zu arbeiten, in denen es proletarische oder halbproletarische oder andere werktätige Massen gibt. Sie muß sich eigene Massenorganisationen schaffen und, um den Kampf des Proletariats und der Werktätigen zu zentralisieren, auf alle wie immer gearteten parteilosen Massenorganisationen der Arbeiterklasse und der Werktätigen Einfluß nehmen und sie als Hilfsorgane und Transmissionsriemen nutzen, die die Partei mit der Klasse und den Massen verbinden. Die Partei muß in ihnen arbeiten, damit die parteilosen Organisationen in ihrer Tätigkeit der Partei des Proletariats möglichst nahegebracht werden und freiwillig ihre politische Führung anerkennen. Niemals aber werden sich die Kommunisten zu treuen Erfüllungsgehilfen der Reformisten und Revisionisten machen lassen, die ihrerseits alles tun, um die Massenorganisationen in den Klauen und unter dem Einfluß der Bourgeoisie zu halten. Reformistische Gewerkschaften kann man im Kapitalismus nicht erobern oder für den friedlichen Weg in den Sozialismus nach dem Motto der Ökonomisten und Syndikalisten gewinnen. Sie sind Instrument der deutschen Monopolbourgeoisie, dienen dem deutschen Imperialismus und müssen von der Arbeiterklasse unbedingt zerschlagen werden. An ihrer Stelle braucht das Proletariat echte, revolutionäre Klassengewerkschaften, die das Ziel haben, nicht nur die täglichen Interessen des Proletariats im Kapitalismus zu schützen, sondern darüberhinaus die grundlegenden, existentiellen, zukünftigen Interessen zu wahren, d.h. die Ursachen der Ausbeutung und der Lohnsklaverei zu beseitigen, was ohne den Sturz des Kapitalismus und ohne den Sieg des Sozialismus nicht geht. Reformistische oder revisionistische Gewerkschaften haben im Sozialismus nichts zu suchen. Das lehrt uns auch das Ende des FDGB, der Instrument der sozialfaschistischen Diktatur der ostdeutschen, neuen Bourgeoisie war.

    30. In Deutschland ist die Vorbereitung und der Aufbau von Klassengewerkschaften und die Verwirklichung einer von sektiererischen und opportunistischen Fesseln freien revolutionären Taktik der proletarischen Einheitsfront bereits unter den Bedingungen des Kapitalismus unverzichtbar. Es ist daher die Pflicht der KPD/ML, selbst in den reaktionärsten Gewerkschaften - sofern sie Massenorganisationen sind - eine systematische Arbeit für den Zusammenschluß der Arbeiter zu einer revolutionären Einheitsfront gegen das Kapital zu leisten und dadurch die Bedingungen zu schaffen, die es der Partei ermöglichen, neue, revolutionäre Organisationsformen in der Gewerkschaftsarbeit zu bilden. Hierfür ist die RGO-Politik der KPD/ML ein gutes Beispiel. Die KPD/ML hat die schwierige Aufgabe, die Arbeiterklasse und Werktätigen aus den Klauen und dem Einfluß der reformistischen Gewerkschaftsführer und der arbeiteraristokratischen Gewerkschaftsbürokratie sowie der ihnen hinterher laufenden Revisionisten zu befreien und sie in eigenständigen, revolutionären Organisationsformen zu sammeln, heranzubilden und zu stärken. Ohne Lösung dieser Aufgabe kann die KPD/ML weder zu einer wirklichen Kampfpartei mit Massencharakter werden, noch kann sie die notwendigen Bedingungen für den Sieg des Proletariats schaffen. Ohne diese Voraussetzung kann die KPD/ML an die Errichtung der Diktatur des Proletariats überhaupt nicht denken. Die KPD/ML tritt konsequent für die revolutionäre Klassengewerkschaftsbewegung ein. Objektiv kann es nur zwei Gewerkschaftstypen geben , und man kann nicht beiden gleichzeitig dienen:

    die im Klassenkampf allmählich zu schaffenden Klassengewerkschaften, die nicht bei den ökonomischen Forderungen stehen bleiben und die Arbeiterklasse dazu erziehen, schulen und orientieren, das Ausbeutersystem und infolgedessen die kapitalistische Ordnung zu beseitigen;

    die bestehenden reaktionären-reformistischen Gewerkschaften mit ihren revisionistischen Einflüssen, die zu den Agenturen der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung gehören und deren Grundlage die Klassenversöhnung und Klassenzusammenarbeit ist, letztlich der kapitalistischen Struktur der Bourgeoisie dienen, die Arbeiterklasse spalten und sie vom Weg zur Revolution abhalten.

    Jede vermittelnde, jonglierende und zentristische Linie in der Gewerkschaftsfrage führt unvermeidlich zum Verlassen des Klassenstandpunktes, führt zum Verrat an der Arbeiterklasse und läßt die kommunistische Partei Gefahr laufen, als Gratisbeilage der reformistischen Gewerkschaft zu verkommen und zu verkümmern. Die Erfahrung zeigt, daß die Gewerkschaftsbewegung nur dann nicht von Reformismus und Revisionismus angesteckt und befallen wird, wenn sie von der kommunistischen Partei der Arbeiterklasse geführt wird. Aus der Feststellung der unbedingten Notwendigkeit der Arbeit in den Gewerkschaften folgt also keineswegs, daß die KPD/ML ihre Massenarbeit auf die Tätigkeit in den reformistisch kontrollierten Gewerkschaften beschränken wird, daß wir Kommunisten uns - wie gesagt - auf die Normen und Forderungen dieser Verbände festnageln lassen - im Gegenteil:

    Ist die reformistische Führung der Gewerkschaften mit dem Kapitalismus verwachsen, während die Arbeiterklasse gegen den Kapitalismus kämpft, kann die KPD/ML an der Spitze der Arbeiterklasse den Kampf nicht richtig führen, ohne den bestehenden Rahmen der Gewerkschaften je nach Lage der Dinge bis zu einem gewissen Grade zu sprengen, um entgegen den Willen der Gewerkschaftsbonzen, die sich an die Kapitalisten verkauft haben oder selber welche geworden sind, den Widerstand der Arbeiter als eine wirkliche Klassengewerkschaftsbewegung zu organisieren, die dem Kampf der Zerschlagung des kapitalistischen Ausbeutersystems dient.

    31. Die KPD/ML muß die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen darüber aufklären, daß Imperialismus Krieg bedeutet und daß sich die Wachsamkeit der Volksmassen gegenüber der Gefahr neuer imperialistischer Kriege erhöht statt nachläßt. Diese notwendige Aufklärungsarbeit allein aber ist unzureichend. Die KPD/ML hat die Pflicht, die Arbeiterklasse, die Volksmassen, überhaupt alle friedliebenden Kräfte in Deutschland zu mobilisieren, um einen drohenden imperialistischen Krieg oder die wachsende Anzahl militärische Einsätze - egal, ob unter UNO - bzw. NATO-Befehl oder im Alleingang - im Ausland zu verhindern und das Expansionsstreben des deutschen Imperialismus in Europa und in der ganzen Welt zu stoppen. Die KPD/ML muß konkrete Forderungen entwickeln und die Massen für deren Durchsetzung mobilisieren, die es den imperialistischen Kriegstreibern erschweren, einen imperialistischen Raubkrieg oder punktuelle Raubzüge vom Zaun zu brechen oder mitzumischen bei der Neuverteilung der Welt. Die KPD/ML muß dabei allen Tendenzen energisch und kompromißlos entgegentreten, die einen konkret drohenden imperialistischen Krieg als unabwendbar hinstellen und damit zur Lähmung des Massenwiderstandes beitragen. Besonders die Jugend gilt es für den antimilitaristischen Kampf zu gewinnen. Dabei sind die beliebten pazifistischen und revisionistischen Einflüsse in der Friedensbewegung überzeugend zu bekämpfen. Erst wenn man den Kriegstreibern die Waffe aus der Hand schlägt, kann man vor imperialistischer Kriegsräuberei sicher sein, nicht aber wenn man dem bürgerlichen und kleinbürgerlichen Friedensgesülze auf der einen Seite und der aggressiven Kriegshetze der Reaktionäre auf der anderen Seite vertraut. Beides zusammen sind zwei Seiten einer Medaille, nämlich letztendlich das Volk auf einen neuen Krieg vorzubereiten.

    32. Vor allem muß die KPD/ML ihre Aufmerksamkeit auf die Soldaten der Bundeswehr richten. Es sind Lehren aus der zerschlagenen deutschen Novemberrevolution von 1919 zu ziehen. Es muß Arbeiterräte geben. Es muß Bauernräte geben, und es muß Soldatenräte geben, die alle zusammen eine Einheit bilden müssen. Die KPD/ML muß in der deutschen imperialistischen Armee eine zersetzende, antimilitaristische Tätigkeit entfalten, muß die Soldaten über ihre Rolle in der Bundeswehr aufklären, muß sie für die Parole gewinnen, die Gewehre umzudrehen, sich nicht vor den Karren der Konterrevolution spannen zu lassen, sondern sich den Reihen der Revolution anzuschließen. Um die Soldaten für das Bündnis mit den Arbeitern und Bauern zu gewinnen, muß die KPD/ML beizeiten Parteizellen in der Bundeswehr schaffen und Aktionen organisieren.

    33. Die KPD/ML beurteilt den Charakter eines Krieges nicht vom Standpunkt »unseres« Landes aus. Ob es sich um einen reaktionären oder revolutionären Krieg handelt, hängt nicht davon ab, wer der Angreifer ist und in wessen Land der Feind steht, sondern davon, welche Klasse den Krieg führt, welche Politik durch diesen Krieg fortgesetzt wird. Ist der Krieg ein reaktionärer, imperialistischer Krieg, d.h. ein Krieg der von ein, zwei Mächten oder Mächtebündnissen der imperialistischen, gewalttätigen, raubsüchtigen, raktionären und hegemonistischen Weltbourgeoisie geführt wird, so muß die KPD/ML alle Anstrengungen unternehmen, damit dieser reaktionäre Krieg mit dem revolutionären Krieg beantwortet wird. Die KPD/ML muß dem imperialistischen Krieg die Propaganda, Vorbereitung und Verwirklichung revolutionärer Massenaktionen zum Zwecke der Niederwerfung der Herrschaft der Bourgeoisie entgegensetzen.

    34. Die KPD/ML lehnt die Idee der » Vaterlandsverteidigung« im imperialistischen Deutschland als konterrevolutionär ab, Bündnisse mit der nationalen Bourgeoisie oder Neutralität ihr gegenüber sind nicht nur Verrat an der Arbeiterklasse in Deutschland, sondern am Weltproletariat und an den Völkern der Welt. Die KPD/ML kann diesen mächtigen Gegner nur unter größter Anspannung der Kräfte und nur dann besiegen, wenn sie unbedingt auf das gelegentlichste, sorgsamste, vorsichtigste, geschickteste, sowohl jeden, selbst den kleinsten »Riß« zwischen den Feinden, jeden Interessengegensatz zwischen unserer und den Bourgeoisien der verschiedenen Länder, zwischen den verschiedenen Gruppen und Schichten der Bourgeoisie innerhalb der einzelnen Länder, als auch jede, selbst die kleinste Möglichkeit ausnutzt, um einen Verbündeten unter den Massen zu gewinnen, mag das auch ein zeitweiliger, schwankender, unsicherer, unzuverlässiger, bedingter Verbündeter sein.

    35. Indem sich die KPD/ML an die Spitze der Kämpfe der Arbeiterklasse und der Werktätigen für deren unmittelbaren Forderungen stellt, muß sie gleichzeitig anhand der Erfahrung dieser Kämpfe das Bewußtsein der Massen für die grundlegenden Klasseninteressen des Proletariats heben, muß sie es verstehen, ihnen auch in Situationen, in denen die Möglichkeit für einen direkten, offenen, wirklich von den Massen getragenen, wirklich revolutionären Kampf noch nicht vorhanden ist, die Notwendigkeit der heranreifenden Revolution einsichtig, ihren Nutzen für das Volk klarzumachen, ihre Unvermeidlichkeit nachzuweisen, das Proletariat und die gesamten werktätigen und ausgebeuteten Massen auf sie vorzubereiten. Es kommt für die KPD/ML nicht so sehr darauf an, ein kommunistisches Programm aus der Tasche zu ziehen und revolutionäre Losungen auf dem Marktplatz herauszubrüllen. Es kommt vielmehr darauf an, die tägliche Arbeit der Partei, ihre praktische Arbeit, dahingehend zu gestalten, daß jeder Schritt und jede Aktion der Partei naturgemäß zur revolutionären Erziehung der Massen, zur Vorbereitung der Revolution beitragen.

    Die Moral der KPD/ML besteht darin, alles zu erlauben und zu tun, was der Sache der proletarischen Revolution dient und nützt, und alles zu entlarven, zu verurteilen und zu bekämpfen, was der Sache des Proletariats und des Kommunismus schadet.

    Vorwärts mit der KPD/ML!