Stalins 12 Bolschewisierungsthesen für die KPD - Ernst Thälmanns im Jahre 1925
( siehe: Stalin Werke Bd 7 Seite 29)

angewandt als Gründungsthesen für die KPD/ML Ernst Austs im Jahre 1968/69






1. Es ist notwendig, daß die Partei sich nicht als Anhängsel des parlamentarischen Wahlapparates betrachtet und auch nicht als Gratisbeilage zu den Gewerkschaften, sondern als die höchste Form der Klassenvereinigung des Proletariats, die berufen ist, alle übrigen Formen der proletarischen Organisationen, von den Gewerkschaften bis zur Parlamentsfraktion, zu führen.


2. Es ist notwendig, daß die Partei, besonders ihre führenden Elemente, sich der revolutionären Theorie des Marxismus-Leninismus, die mit der revolutionären Praxis untrennbar verbunden ist, voll bemächtigen.


3. Es ist notwendig, daß die Partei die Losungen und Direktiven nicht aufgrund eingelernter Formeln und geschichtlicher Parallelen, sondern als Ergebnis einer sorgfältigen Analyse der konkreten Bedingungen der revolutionären Bewegung im Lande und im internationalen Maßstab ausarbeitet, wobei die Erfahrungen der Revolutionen und der ehemals sozialistischen Lßnder, die Erfahrungen unserer Bruderparteien in den kapitalistischen Ländern im Kampf gegen den Revisionismus unbedingt mit in Rechnung gestellt werden müssen.


4. Es ist notwendig, daß die Partei die Richtigkeit dieser Losungen und Direktiven im Feuer des revolutionären Kampfes der
Massen überprüft.

5. Es ist notwendig, daß die gesamte Arbeit der Partei, besonders wenn ihre revisionistischen Traditionen noch nicht überwunden
sind, auf neue, revolutionäre Art umgestellt wird, darauf berechnet, daßjeder Schritt der Partei, jede ihrer Aktionen naturgemäß zur Revolutionierung der Massen, zur Vorbereitung und Erziehung der breiten Massen der Arbeiterklasse im Geist der Revolution führt.

6. Es ist notwendig, daß die Partei es in ihrer Arbeit versteht, die höchste Prinzipienfestigkeit (nicht zu verwechseln mit Sektierertum!) mit einem Maximum an Verbundenheit und Kontakt mit den Massen (nicht zu verwechseln mit Nachtrabpolitik!) zu
verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch von ihnen zu lernen, nicht nur die Massen zu führen und sie auf das Niveau der Partei emporzuheben, sondern auch auf die Stimme der Massen zu lauschen und ihre brennendsten Nöte zu erkennen.


7. Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in ihrer Arbeit eine unversöhnliche, revolutionäre Einstellung (nicht zu verwechseln mti revolutionärem Abenteurertum!) mit einem Maximum an Elastizität und Manövrierifähigkeit (nicht zu verwechseln mit Anpassungspolitk!) zu verbinden, da es ohne dise Bedingung für die Partei unmöglich ist, alle Formen des Kampfes und der
Organisation zu meistern, die Tagesinteressen des Proletariats mit den grundlegenden Interessen der proletarischen Revolution zu
verbinden und in ihrer Arbeit den legalen Kampf mit dem illegalen Kampf zu verknüpfen.


8. Es ist notwendig, daß die Partei ihre Fehler nicht verhüllt, daß sie die Kritik nicht fürchtet, daß sie es versteht, ihre Kader anhand ihrere eigenen Fehler zu verbessern und zu erziehen.


9. Es ist notwendig, daß die Partei es versteht, in die grundlegende führende Gruppe die besten Elemente der
fortschrittlichen Kämpfer aufzunehmen, die genügend Hingabe besitzen, um wahrhafte Vertreter der Bestrebungen des revolutionären Proletariats zu sein und die genügend Erfahrungen haben, um wirklich Führer der proletarischen Revolution zu werden, die fähig sein, die taktik und die Strategie des Leninismus anzuwenden.


10. Es ist notwendig, daß die Partei die soziale Zusammensetzung ihrer Organisationen systematisch verbessert und sich von zersetzenden opportunistischen Elementen reinigt, wobei sie die erreichung einer maximalen Einheitlichkeit als Ziel vor Augen haben muß.


11. Es ist notwendig, daß die Partei eine eiserne proletarische Disziplin entwickelt, die auf der Grundlage der ideologischen Einheit, der Klarheit der Ziele der Bewegung, der Einheit des praktischen Handelns und des bewußten Verhaltens der breiten Parteimassen zu den Aufgaben der Partei erwächst.


12. Es ist notwendig, daß die Partei die Durchführung ihrer eigenen Beschlüsse und Direktiven systematisch überprüft, da ohne diese Bedingung die Gefahr besteht, daß sie sich in leere Versprechungen verwandeln, die nur geeignet wären, das Vertrauen der breiten proletarischen Massen zu untergraben.

Ohne diese und ähnliche Bedingungen ist die Bolschewisierung ein leerer Schall.