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"WEG DER WELTPARTEI"

Theoretisches Organ

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der

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KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

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    Schulungstexte der Komintern-ML

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    WAS IST REVISIONISMUS ?

    1956 - 2006

    50 Jahre Kommunismus

    im Kampf gegen den modernen Revisionismus

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    Wolfgang Eggers

    geschrieben zwischen

    6. Mai und 31. Dezember 2006



Revisionismus ist die bürgerliche Revision der proletarischen Ideologie, ist ihre an die bürgerliche Ideologie angepasste Form zum Zwecke der Täuschung und Unterwerfung der Klasse des Proletariats unter die Klasse der Bourgeoisie.

kurz:

Revisionismus ist die verbürgerlichte proletarische Ideologie

     

Mit der ideologischen Waffe des Marxismus-Leninismus wird das Weltproletariat den Revisionismus für immer besiegen !

 

Der Kampf zwischen den Marxisten-Leninisten und den Verrätern an der Ideologie des Proletariats geht weiter.

 

Es ist daher unsere Pflicht als Marxisten-Leninisten, die revolutionäre Weltanschauung der Arbeiterklasse gegen den Revisionismus zu verteidigen, unsere gemachten Fehler schonungslos aufzudecken und zu korrigieren und den gegenwärtigen, eklatanten Nachtrab unserer marxistisch-leninistischen Revisionismus-Kritik zu beenden.

 

Die Auseinandersetzung mit der revisionistischen Ideologie muss wiederbelebt und verstärkt werden, um die gegenwärtige Krise des Marxismus-Leninismus zu überwinden.



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Vorwort

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Dies soll kein Lehrbuch über den modernen Revisionismus sein - also keine allumfassende theoretische , wissenschaftliche, systematische und detaillierte, Darstellung. Vieles ist noch verbesserungsbedürftig. Wir Marxisten-Leninisten sind keine Gelehrten, die hier ihr schlaues Wissen „ÜBER“ den modernen Revisionismus zum Besten geben. Wir sind revolutionäre Klassenkämpfer, Genossinnen und Genossen, die ihre selbst gemachten Erfahrungen aus dem 50 jährigen Kampf gegen den modernen Revisionismus auch selber zu verallgemeinern und zusammenzufassen versuchen, um uns für den endgültigen Sieg über den Revisionismus zu wappnen. Wir wollen hier Rechenschaft ablegen darüber, was wir in UNSEREM 50 Jahre lang geführten Kampf gegen den modernen Revisionismus geleistet, aber auch darüber, was wir dabei falsch gemacht haben. Vieles bleibt noch ungeklärt, muss noch analysiert und aufgedeckt werden, wobei wir uns insbesondere neue Erkenntnisse aus dem Komintern-Archiv erhoffen. Wir sind noch lange nicht frei von Einflüssen des modernen Revisionismus, müssen unsere Erkenntnisse ununterbrochen weiter vervollständigen und unser anti-revisionistisches Bewusstsein permanent revolutionieren. 50 Jahre sind nur ein kleiner historische Abschnitt, der uns nicht mehr als eine Zwischenbilanz erlaubt. Viele Dinge werden erst später ans Tageslicht gebracht werden, auch unsere Ungenauigkeiten, Irrtümer und Fehleinschätzungen, wodurch wir oder unsere Nachfolger unsere bisherigen Schlussfolgerungen und Verallgemeinerungen neue überdenken und einer marxistisch-leninistischen Revision unterziehen müssen. Ohne ehrliche Kritik und Selbstkritik der Marxisten-Leninisten und der revolutionären Arbeiterklasse ist der nachhaltige Einfluss des modernen Revisionismus nicht auszumerzen, vor allem nicht, wenn man dem revisionistischen Gesetz seiner Häutung nicht in jeder gegebenen und sich ständig verändernden Situation in Rechnung stellt, wenn man nur noch reagiert, anstatt zu agieren. Der Schulungstext möge allen revolutionären Kräften Mut machen, auf dem Weg des Kampfes gegen den Revisionismus nicht stehen zu bleiben, nicht aufzugeben, sondern selbstbewusst weiter voranzuschreiten bis die Unvermeidbarkeit des Revisionismus für immer beseitigt ist.

Über den von uns geführten praktischen wie theoretischen anti-revisionistischen Kampf (wobei wir uns im Wesentlichen auf den theoretischen Kampf beschränkt haben) maßen wir uns nicht „das letzte“ Urteil an, denn letztendlich wird über die Geschichte des Kommunismus, über die Geschichte des anti-revisionistischen Kampfes, das Weltproletariat selber entscheiden, sind es die werktätigen Massen. die unter der Führung der einzig wirklich revolutionäre Klasse, der Arbeiterklasse und unter der Führung der marxistisch-leninistischen Partei, die Geschichte machen. 50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus ist nur ein kleiner, aber wichtiger Abschnitt aus der Geschichte des Klassenkampfes zwischen der Ideologie der Bourgeoisie und der Ideologie der Arbeiterklasse, aber ein Kampf, der uns die Befreiung der Welt vom Kapitalismus näher bringt, ein Kampf für die Rückeroberung des Sozialismus, der noch sehr steinig und auch mit weiteren Niederlagen und Opfern gepflastert sein wird, aber den das revolutionäre Proletariat und die ihm stets treu ergebenen Marxisten-Leninisten stolz begonnen hat, denn ihnen gehört der endgültige Sieg !

50 Jahre Kommunismus im Kampf gegen den modernen Revisionismus darf nicht totgeschwiegen werden. Das ist eine Frage des Klassenkampfes. Hierüber muss das Weltproletariat, müssen die Massen dieser Welt unbedingt lückenlos aufgeklärt werden, müssen sie daraus Lehren ziehen, damit sie das Banner des anti-revisionistischen Kampfes zum Sieg führen können.

Die Geschichte des Revisionismus ist die Geschichte der vergeblichen Versuche der Bourgeoisie, die marxistisch-leninistische Weltbewegung und die weltrevolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse - mit Zuckerbrot und Peitsche - dazu zu bewegen, den Kampf gegen den Revisionismus wieder einzustellen, ihn unter Ausübung von massivem Druck Stück für Stück zu revidieren und schließlich die Kapitulation des anti-revisionistischen Kampfes zu erzwingen. Dies war insbesondere die Geschichte des modernen Revisionismus, nämlich die Geschichte des ideologischen Einflusses der neuen, aus der sozialistischen Gesellschaft hervorgegangenen Bourgeoisie, die Marxisten-Leninisten und die Arbeiterklasse mit Zuckerbrot und Peitsche dazu zu bewegen, ihren Kampf gegen die Ideologie der Restauration des Kapitalismus aufzugeben.

Die Geschichte des modernen Revisionismus lehrt, dass die Gefahr der Restauration des Revisionismus unvermeidbar bleibt, solange es auf der Erde Klassen gibt. Wer daher „im Namen des Marxismus-Leninismus“ den Kampf gegen den Revisionismus vor dem endgültigen Erreichen der klassenlosen Gesellschaft nur halbherzig führt, ihn nicht von einer niederen Stufe auf die nächst höhere hebt, ihn entstellt oder gar aufgibt und beendet, der ist und bleibt entweder ein Revisionist oder ein Kapitulant, was auf das Gleiche hinausläuft. Kapitulation vor dem Revisionismus ist konterrevolutionär, bedeutet Unterwerfung unter die Ideologie des Klassenfeindes. Beide Sorten von Leuten dienen freiwillig oder unfreiwillig jenen konterrevolutionären Klassen, die für die Aufrechterhaltung der Klassengesellschaft kämpfen, um den Weg zur klassenlosen Gesellschaft zu verbauen. Die Geschichte des modernen Revisionismus zeigt, dass der Bourgeoisie die Rückverwandlung des Sozialismus in den Kapitalismus nur im scharfen Klassenkampf vollziehen konnte, in deren Verlauf sie die ganze Zeit gezwungen war, sich ihre soziale Basis getarnt aufzubauen und zwar unter der Maske des Marxismus-Leninismus. Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus ist Teil der Geschichte des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus und beweist, dass dieser alles andere, als glatt und geradlinig verläuft, sondern auch Etappen mit Rückwärtsbewegungen durchmacht, um mit neuem Anlauf die Bedingungen für die Restauration des Sozialismus auf höherer Stufe zu schaffen. Gegen den revolutionären Kampf des Weltproletariats für die Restauration des Sozialismus ist die Weltbourgeoisie gezwungen, eine neue, globale Maske aufzusetzen, die Maske des anti-neorevisionistischen Kampfes. Sie ist die revisionistische Maske, die die Maske des modernen Revisionismus historisch abgelöst hat. Der Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus wird damit auf höherer Stufenleiter seiner Geschichte gehoben – also fortgesetzt auf der Stufe des globalisierten Klassenkampfes zwischen der Weltbourgeoisie und dem vereinigten Weltproletariat. Es ist ein Gesetz der geschichtlichen Entwicklung des Klassenkampfes, dass, je größer der Betrug der ausbeutenden und unterdrückenden Klassen ist, desto größer die Kraft der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen, es diesen Betrügern heimzuzahlen. Die neo-revisionistische Maske ist die neue, betrügerische Maske des „ weltrevolutionären Sozialismus“ der Weltbourgeoisie und gegen die sozialistische Weltrevolution gerichtet. Es sind die Marxisten-Leninisten mit ihrem anti-neorevisionistischen Kampf, die die Weltbourgeoisie zwingen, diese Maske aufzusetzen, um sie ihnen herunterzureißen .

Bis die letzte revisionistische Maske fällt werden unvermeidlich noch viele weitere von ihnen heruntergerissen werden müssen. Die Marxisten-Leninisten sind die Einzigen auf der ganzen Welt, die den Revisionismus theoretisch entlarven können. Ohne organisierte Führung der Marxisten-Leninisten, ohne Kommunistische Internationale kann der Kampf gegen den Revisionismus nicht siegreich beendet werden, wird seine Unvermeidbarkeit nicht revolutionär beseitigt werden können. Der Marxismus-Leninismus hat sich im Kampf gegen den Revisionismus gestärkt und er wird stets siegreich daraus hervorgehen, denn er ist die Weltanschauung des unbesiegbaren Weltproletariats, der einzig revolutionären Klasse, die die Menschheit aus der Klassengesellschaft herausführt und der Welt das Tor zur klassenlosen Gesellschaft öffnet.





Inhaltsverzeichnis

 

Worum geht`s ?

Wozu den modernen Revisionismus studieren ?

Was ist Revisionismus und wie ist er entstanden ?

Was ist moderner Revisionismus und wie ist er entstanden ?

Was passierte im Jahr 1956 ?

Die Ökonomie des modernen Revisionismus

Die hauptsächlichen Spielarten des modernen Revisionismus im Einzelnen

a) Jugoslawischer Revisionismus

b) Sowjetischer Revisionismus

c) Moderner Revisionismus in der westlichen Welt – insbesondere Euro“kommunismus“

d) Chinesischer Revisionismus

e) Revisionismus in Albanien

Von der besonderen Spielart des Revisionismus in diesem oder jenen Lande, auf diesem oder jenen Kontinent, zu den Spielarten des globalisierten Revisionismus, zum Weltrevisionismus

Was ist Weltrevisionismus und wie wird er entstehen?

Was ist Neo-Revisionismus und wie ist er entstanden ?

Einzelne Fragen

a) revisionistische Geschichtsfälschung

b) Welche Verbrechen haben die modernen Revisionisten begangen ?

c) Proletarische Welteinheitsfront mit den Revisionisten oder gegen die Revisionisten ?

d) „Friedliche“ Rückkehr zum Weltsozialismus ?

e) Dogmatismus und Sektierertum – die Kehrseite des modernen Revisionismus

Die 5 Klassiker im Kampf gegen den Revisionismus:

a) Marx und Engels – Vorkämpfer gegen den Revisionismus

b) Lenin - der Führer des Kampfes gegen die Revision des Marxismus

c) Stalin – Führer des Kampfes gegen die Revision des Leninismus

d) Enver Hoxha – Führer des Kampfes gegen den modernen Revisionismus an der Macht

 

Welche Lehren ziehen wir Marxisten-Leninisten aus dem Kampf gegen den modernen Revisionismus ?



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Worum es hier geht ...

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... grob zusammengefasst:

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Historisch ist vom Proletariat bereits längst praktisch bewiesen worden:

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Der Marxismus-Leninismus ist die einzige ideologische Waffe, mit der die bürgerliche Ideologie schon einmal besiegt wurde.

Der Marxismus-Leninismus war die einzige Ideologie, die jemals über die bürgerliche Ideologie geherrscht hat. Der Weltimperialismus war historisch gezwungen, seine bürgerlichen Waffen als die Waffen seines Klassenfeindes auszugeben – allein das ist schon als historischer Sieg des Marxismus-Leninismus zu bewerten, der den Kampf gegen den Revisionismus stets eröffnet und führt.

Die Verhüllung der proletarischen Klassenideologie war also ein Zeichen der ideologischen Schwäche der Bourgeoisie, nicht ihrer Stärke.

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Die Bourgeoisie war durch niemanden sonst als durch die aufstrebende, revolutionäre Arbeiterklasse gezwungen worden, sich zu tarnen, sich zu verkleiden, die sozialistische Arbeiterklasse einzulullen, zu verwirren, zu täuschen, die revisionistischen Verbrecher „als Opfer“ und die Kommunisten als „Täter“ abzustempeln usw. usf, um die Arbeiterklasse auf dem Wege der Betrugsmanöver schließlich zurück auf den kapitalistischen Weg zu lenken und sie ihrer Macht zu berauben. Und so ist es gekommen. Der Sozialismus wurde dem Kapitalismus mit Hilfe des modernen Revisionismus angepasst und in die Kette des Weltimperialismus eingegliedert.

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Der moderne Revisionismus ist die bürgerliche Ideologie der Restauration des Kapitalismus, die Ideologie der Bourgeoisie, ihre an die Arbeiterklasse verlorene Macht zurück zu erobern und damit den direkten Übergang zum Weltsozialismus zu verhindern.

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Es gilt als bis heute erwiesen, dass der Bourgeoisie dies mit dem modernen Revisionismus auch tatsächlich gelungen ist, den Marxismus-Leninismus zu entmachten, aber nicht zu beseitigen. Es gibt zwar keinen Sozialismus mehr auf der Welt, keinen Flecken Erde mehr, wo die Arbeiterklasse tatsächlich an der Macht und die Bourgeoisie etwa durch die Diktatur des Proletariats unterdrückt ist, aber der Marxismus-Leninismus erholt sich und wird wieder stärker. In der ganzen Welt herrscht heute die Bourgeoisie durch schwärzeste Reaktion, blindwütigste Konterrevolution und finstersten Antikommunismus – dank der Revisionisten. Wer angesichts dieser historischen Tatsache den Kampf gegen den Revisionismus einstellt oder untauglich macht – ist ein Konterrevolutionär.

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Wenn nun aber der moderne Revisionismus über den Marxismus-Leninismus „gesiegt“ hat, wenn es nun dem Marxismus-Leninismus in 50 Jahren noch nicht gelungen ist, den Revisionismus zu besiegen, warum hören wir Marxisten-Leninisten nicht damit auf, der Arbeiterklasse immer noch zu erklären und sie davon zu überzeugen, dass nicht der Revisionismus, sondern der Marxismus-Leninismus unbesiegbar ist ?

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Ja, wer sagt denn, dass der Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und modernem Revisionismus nach 50 Jahren historisch schon längst erledigt, beendet oder gar entschieden ist?

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Solange es eine Weltbourgeoisie und ein Weltproletariat gibt, solange sich diese beiden antagonistischen Klassen gegenüberstehen, solange sie sich im Klassenkampf befinden, solange währt auch der Kampf zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Ideologie – ist die Frage: „Wer – wen?“ noch nicht endgültig entschieden, ist somit der anti-revisionistische Kampf noch lange nicht entschieden.

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Ob nun 10, 50 oder 100 Jahre Betrug, Fälschung oder Tarnung – auf die Dauer wird der Marxismus Leninismus alles restlos aufdecken können. Die Wahrheit kann man weder auf Dauer betrügen noch verfälschen. Die Marxisten-Leninisten finden durch Anwendung des dialektischen und historischen Materialismus die Wahrheit heraus. Es gibt auf der Welt keinen unerkennbaren Betrug, keine unerkennbare Fälschung oder undurchschaubare Tarnung, wohl aber solche, die noch nicht aufgedeckt sind, und diese werden durch die marxistisch-leninistischen Kräfte, durch revolutionäre Theorie und Praxis, durch die Erfahrungen der Massen usw. usf., schließlich doch aufgedeckt und erkannt werden. Der moderne Revisionismus basiert auf veralteten Ideen, die sich überlebt haben und den absterbenden Kräften in der sozialistischen Gesellschaft dienten. Ihre Rolle bestand darin, dass sie die sozialistische Gesellschaft in ihrer Entwicklung und Vorwärtsbewegung gehemmt und schließlich beseitigt haben. Aber daraus ist dann auch ein ganz neuer historisch wichtiger Klassenkampfabschnitt entstanden, der proletarische Kampf gegen den modernen Revisionismus. Das Land Albanien wurde somit zum ersten sozialistischen Land, das sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus ein großes Stück weiter entwickelt hatte – und damit eine neue Qualität des Sozialismus erreichte. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus erleichterte es, die im Sozialismus gestellten Aufgaben besser zu erfüllen. Ohne den Kampf gegen den modernen Revisionismus hätte es auch kein sozialistisches Albanien gegeben, dass erst aufhörte zu existieren als es den Kampf gegen den modernen Revisionismus einstellte.

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Die Verallgemeinerungen der Erfahrungen des Kampfes gegen den modernen Revisionismus von heute bilden die Grundlage für den Sozialismus von morgen.

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Entstanden auf der Basis der Aufgabe, den modernen Revisionismus zu bekämpfen, konnte sich der Marxismus-Leninismus, konnte sich der Sozialismus in Albanien vorwärts entwickeln, wurde der Kampf gegen die absterbenden Kräfte im sozialistischen Albanien im Gegensatz zu allen revisionistischen Ländern erleichtert. Albanien schuf den neuen Typ Sozialismus, den Typ, der der revisionistisch-kapitalistischen Umkreisung standhalten konnte, ein neuer Typ Sozialismus, dem der moderne Revisionismus nichts anhaben konnte, der die Restauration des Kapitalismus verhinderte – jedenfalls für etwa den gleich langen Zeitraum, während die revisionistischen Länder ihren Druck auf Albanien ausübten. Es war in der Hauptseite der kapitalistische und nicht der revisionistische Druck (zur Anfangszeit wirkte der Druck im umgekehrten Verhältnis) der kapitalistisch-.revisionistischen Umkreisung, durch dessen Wirken die Bedingungen für die albanischen Revisionisten mit Ramiz Alia an der Spitze begünstigt wurden, den kapitalistischen Weg einzuschlagen, die Diktatur des Proletariats zu zerschlagen, den Sozialismus mit einer bürgerlichen Konterrevolution gewaltsam zur Kapitulation zu zwingen und die Diktatur einer neuen Bourgeoisie zu errichten.

Nur vollzieht sich dieser Prozess eben dialektisch und nicht metaphysisch. Es gibt nicht nur den Prozess des Entstehens und Vergehens des Kapitalismus, sondern auch den Prozess des Entstehens und Vergehens des Sozialismus, so wie es die Restauration des Kapitalismus und die Restauration des Sozialismus gibt. Beides kann man nicht losgelöst voneinander betrachten, sie bilden ein zusammenhängendes Ganzes, sind voneinander abhängig und bedingen einander, eins entsteht aus dem anderen. Es ist klar, dass mit der Beseitigung der Ausbeuterklassen im Sozialismus die antagonistischen Widersprüche nicht beseitigt sind. Sie bestehen neben den für die sozialistische Gesellschaft charakteristischen nicht-antagonistischen Widersprüchen weiter und verschärfen sich. So befand sich der Sozialismus zu keinem Zeitpunkt ausschließlich im Zustand unaufhörlicher Vorwärtsbewegung und positiver Veränderung, unaufhörlicher Erneuerung und Entwicklung, sondern er machte Zickzackbewegungen des Abflauens und Ansteigens des Klassenkampfes durch, Niederlagen und Rückschläge, ja schließlich auch einen Prozess seines Vergehens und Untergangs (im ersten Anlauf). Darin zeigte sich der Gradmesser des tatsächlich geführten Klassenkampfes in seiner ganzen Schärfe: „Wer – wen?“ Die Machtfrage zwischen den Marxisten-Leninisten und den Revisionisten im Sozialismus ist stets die Frage der Verteidigung und Festigung oder der Schwächung und Liquidierung der Diktatur des Proletariats. Der Sozialismus kennt die Garantie seiner Existenz nur im Weltmaßstab, denn ein einzelnes sozialistisches Land kann der Herrschaft des Weltkapitalismus im Weltmaßstab, der internationalen imperialistisch-revisionistischen Umkreisung, von sich allein heraus nicht auf Dauer standhalten – das ist eine Lehre des Marxismus-Leninismus, die in der Praxis erhärtet worden ist. Die Sache ist die, dass aus dem Vergehen, aus den Schwächen des Sozialismus unaufhörlich und rastlos neue (gestützt auf den alten sozialistischen Kräften) Bewegungen und Veränderungen entstehen, die sich nun mal deswegen auch nicht aufhalten lassen, weil sie der Gesetzmäßigkeit der tatsächlich vorangehenden gesellschaftlichen Entwicklung entsprechen. Diese zunächst unmerklich heranreifenden regenerativen, erneuten Kräfte des Sozialismus erreichen irgendwann ihren Punkt, wo sie reif sind für einen qualitativen Sprung, für die erneute sozialistische Revolution und den Aufbau eines Sozialismus neuen Typs auf qualitativ höherer Stufe. Warum ist das so? Der Kampf zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus ist ein langwieriger und nicht geradliniger Kampf der Gegensätze, wo das Alte durchaus noch mal die Oberhand über das Neue gewinnen konnte, bevor es endgültig durch das Neue überwunden sein wird. Es handelt sich im Kampf zwischen Kapitalismus und Sozialismus um Entwicklungsprozesse des Umschlagens von quantitativen Veränderungen in qualitative. Ist der Sozialismus durch einen qualitativen Sprung in einem einzelnen Land entstanden, so kann er nicht evolutionär in den Kommunismus übergehen, solange der Kapitalismus im Weltmaßstab die Macht hat bzw. diese zurückerobern kann. Der Sozialismus wird zu einem zweiten und vielleicht dritten und vierten qualitativen Sprung ansetzen müssen, bis er evolutionär absterben und endgültig in den Kommunismus übergehen kann. Das liegt im Wesen des antagonistischen Gegensatzes von Kapitalismus und Sozialismus und ist ein Lehrbeispiel der Geschichte des Sozialismus, die nicht gleich mit seiner ersten Niederlage beendet ist, sondern im harten Kampf der Überwindung der Anfangsschwierigkeiten des Sozialismus permanent fortgeschrieben wird – und zwar solange, bis das Neue endgültig über das Alte gesiegt hat.

Der Kapitalismus hat weit über 100 Jahre gebraucht, bis er sich vom Feudalismus befreit hatte und der Kapitalismus siegte selber ja auch nicht in einem Handstreich über den Feudalismus, sondern musste in einer ganzen Reihe von bürgerlichen Revolutionen unvermeidlich Niederlagen hinnehmen bis er stark genug war, endgültig die feudalistische Gesellschaftsordnung zu ersetzen und abzuschaffen. Die Geschichte kennt Beispiele, wo wieder der Feudalismus aus der bürgerlichen Gesellschaft restauriert wurde. Warum leugnen die Revisionisten das bei der sozialistischen Gesellschaftsordnung? Wir haben bereits die Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus zu fassen, wir leben in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution, wobei die Oktober-Revolution die große proletarische Weltrevolution ja gerade mal erst eingeläutet hatte. Wir leben in einer Epoche des Kampfes zwischen Kapitalismus und Sozialismus, einer Epoche, die durch sozialistische Revolutionen und nationale Befreiungsrevolutionen geprägt ist, einer Epoche des Zusammenbruchs des Welt-Imperialismus und der Liquidierung des Neo-Kolonialismus, des Übergangs auf den Weg des Sozialismus, einer Epoche des Triumphs des Sozialismus im Weltmaßstab. Diese Epoche „Wer – wen ?“ ist noch längst nicht endgültig beendet, und wird noch längere Zeit nicht abgeschlossen sein, auch wenn die Globalisierung der imperialistischen Welt uns ein großes Stück weiter in Richtung Globalisierung des Sozialismus gebracht hat. So lange aber besteht sie weiter, selbst wenn der Sozialismus – wie zur Zeit - einen Rückschlag erlebt hat. Die sozialistische Weltrevolution lebt weiter, der Sozialismus kehrt diesmal für immer zurück, um nicht nur einzelne Plätze in der kapitalistischen Welt zu besetzen, sondern den ganzen Platz des Kapitalismus endgültig einzunehmen. Im Weltsozialismus wird es schließlich nirgends mehr ein Plätzchen geben, wo der Kapitalismus sich noch zurück ziehen und sich wieder regenerieren könnte, um seinen neuen Rückeroberungsfeldzug zu wagen. Da hat der Kapitalismus es schließlich nicht mehr mit einem sozialistischen Land zu tun, sondern mit der ganzen sozialistischen WELT.

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Die sozialistische Weltrevolution bahnt nicht nur dem Weltsozialismus den Weg, sondern sie wird dabei auch das Grab des internationalen Revisionismus schaufeln und ihn zu Grabe tragen.

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Das alles wird mit 100 %iger Sicherheit nicht etwa deswegen geschehen, weil das der fromme Wunsch von „unverbesserlichen“, „rachedürstigen“ Kommunisten ist, sondern :

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die heutige Kraft der Wiederkehr des Sozialismus kann deswegen kein Mensch aufheben, weil dies eine historische Notwendigkeit ist, die gesetzmäßig aus der objektiven Entwicklung der Klassengesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft resultiert.

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Wie gesagt: Jede neue Gesellschaftsordnung kommt genauso wenig fertig zur Welt, wie auch die alte Gesellschaftsordnung nicht mit einem Schlag erledigt ist. Das ist ein langwieriger, komplizierter Prozess mit vielen vermeidlichen wie auch unvermeidlichen Umwegen und opferreichen Irrwegen, in dessen Verlauf die Macht der antagonistischen Klassen durchaus wechselt, bevor insbesondere die antagonistische Klassengesellschaft beseitigt und die Klassengesellschaft schließlich gänzlich abgestorben ist.

Jede neue Revolution, jeder neue Sozialismus beseitigt und überwindet jene Fehler der vorangegangenen Revolution, des voran gegangenen Sozialismus, die zunächst einmal zu ihren Sturz geführt hatten

- und zwar auf einer qualitativ immer höheren Stufenleiter der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft:

Die Restauration des Kapitalismus ist der Vorabend der Restauration des Sozialismus. Restauration des Sozialismus heißt Weltsozialismus.

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Die Geschichte hat bewiesen, dass eine Restauration des Kapitalismus gelingen konnte. Wenn aber die Restauration des Kapitalismus gelungen ist, warum soll dann nicht auch wiederum die Restauration des Sozialismus gelingen ? Mit der Maskierung der anti-kommunistischen Verneinung dieser Frage beschäftigen sich heute die Revisionisten, während wir Marxisten-Leninisten mit der wissenschaftlichen Begründung einer positiven Beantwortung dieser Frage beschäftigt sind.

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So wie die Bourgeoisie ihre konterrevolutionäre Kraft verzehnfacht, um ihre an den Sozialismus verloren gegangene Macht zurück zu erobern, so verhundertfacht die Arbeiterklasse ihre revolutionäre Kraft, um ihren an den Kapitalismus verlorenen Sozialismus zurück zu erobern. Mit dieser marxistisch-leninistische Wahrheit, die die Komintern / ML im Weltproletariat heute wach zu rufen versucht, zwingen wir die Revisionisten, aus unseren Schützengräben heraus zu klettern, damit wir sie besser vor die Flinte des revolutionären Proletariats kriegen. Sie müssen diese Wahrheit logischerweise leugnen, weil sie sich davor fürchten, für ihren aufgedeckten Verrat am Kommunismus vom revolutionären Weltproletariat und den revolutionären Völkern der Welt zur Rechenschaft gezogen zu werden.

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Die Wut über den historischen Verrat der modernen Revisionisten werden die Neo-Revisionisten von den nachfolgenden Generationen des Weltproletariat zu spüren bekommen – das ist so wahr wie das Amen in der Kirche.

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Genau diesen marxistisch-leninistischen, wissenschaftlich nachgewiesenen Determinismus vom unvermeidlichen, endgültigen Sieg über den Revisionismus müssen die Revisionisten heute mehr denn je fürchten, weswegen sie ihn um so vehementer leugnen. Determinismus heißt natürlich nicht dasselbe wie Beseitigung des Revisionismus´ im Selbstlauf. So wie die Revisionisten den sowjetischen Sozialismus Lenins und Stalins als „garantierten, unbesiegbaren Sozialismus“ ausgaben ( was schon Lenin und Stalin als anti-marxistische These entlarvt hatten!), um damit den Klassenkampf im Sozialismus für „überflüssig“ zu erklären, um der neuen Bourgeoisie freie Bahn für den Sturz der Diktatur des Proletariats zu geben, um den Kapitalismus wieder restaurieren zu können – genauso geben die Revisionisten heute die Parole aus, dass es „unmöglich“ sei, den Sozialismus mit Hilfe des Marxismus-Leninismus zurückzuerobern. Auch der Klassenkampf für den Sozialismus, insbesondere für seine revolutionäre Wiederherstellung, ist mit Niederlagen gepflastert., haben wir stets mit den Revisionisten zu rechnen, selbst noch dann, wenn das Weltproletariat seine Weltdiktatur errichtet hat (gerade dann!). Die Niederlagen des vergangenen Sozialismus aber sind unvermeidliche Grundlagen für die Siege des zukünftigen Sozialismus. Eines Tages wird also auch die kapitalistische Gesellschaftsordnung vollständig beseitigt und die sozialistische Gesellschaftsordnung wieder hergestellt sein – auf einer höheren Stufe – im Weltmaßstab. Und eben das bedeutet auch, dass der Marxismus-Leninismus endgültig über den Revisionismus siegen wird, dass der Marxismus-Leninismus die herrschende Ideologie auf der ganzen Welt sein wird, denn der Marxismus-Leninismus ist die Ideologie des Weltproletariats als die aufstrebende Klasse, während der Revisionismus die Ideologie der Weltbourgeoisie ist, also die Ideologie einer untergehenden und sterbenden Klasse, die sich der Ideologie des Weltproletariats bedient, so wie sich ein Ertrinkender an einem Strohhalm festhält, um seine Untergang noch für eine Sekunde aufzuhalten. Deswegen wird es auch niemals eine Versöhnung zwischen dem antagonistischen Widerspruch von Marxismus-Leninismus und Revisionismus geben können, wird der Zustand, wo beide gleichzeitig existieren, nicht von ewiger Dauer sein, wird der Marxismus-Leninismus den Revisionismus überleben und nicht umgekehrt. Die Beseitigung des Sozialismus auf der ganzen Welt soll nach Ansicht der Bourgeoisie und insbesondere nach der der Revisionisten angeblich ein „Beweis“ für die „Untauglichkeit“ des Marxismus-Leninismus und die Lebensunfähigkeit des Sozialismus sein. Sie geben der Arbeiterklasse also den „gut gemeinten Rat“, vom Klassenkampf, von den „Träumereien“ von der Arbeitermacht, von der Arbeiterrevolution, vom Kommunismus, vom Sturz des Kapitalismus, die Finger zu lassen, da es einmal „ausreiche“, „sich die Finger zu verbrennen“ – denn am „längeren Hebel“ säßen ja doch die Kapitalisten, die Reichen usw. usf. Den Klassenkampf für die Diktatur des Proletariats für überholt zu halten, ist nur Lug und Betrug derjenigen Klassen, die die Diktatur des Proletariats besiegten. Dass der Kapitalismus über den Kommunismus angeblich für immer gesiegt haben soll, dass der Kapitalismus etwa „unbesiegbar“, dem Kommunismus „überlegen“ sein soll, das ist doch nur die altbekannte Zweckbehauptung der Kapitalisten selber. Das sagen die Kapitalisten doch nur deswegen über sich und ihre kapitalistische Gesellschaft, weil sie die unausweichliche Revolution der Arbeiterklasse, die ihren Untergang bedeutet, fürchten müssen.

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Die gegenwärtige Vorbereitung der proletarischen Kräfte auf die großen Schlachten der Rückeroberung des Sozialismus, die Vorbereitung auf die große Schlacht der sozialistischen Weltrevolution, auf den großen Sprung zum Weltsozialismus, wird von der Weltbourgeoisie mit dem allgemeinen Anti-kommunismus und in seiner spezifischer Form von den Neo-Revisionisten als Verzicht auf diese Schlachten ausgelegt.

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Und sie sind daher gezwungen, an ihrem Antikommunismus festzuhalten, denn sie wissen selber, dass ihre Tage gezählt sind, dass ihre Weltordnung eines schönen Tages von der sozialistischen Weltordnung abgelöst sein wird. Und gerade deswegen hüten sie sich, ihre bevorstehende Niederlage vor aller Welt zuzugeben. Gerade deswegen haben sie ihre Anstrengungen verstärkt, alles Kommunistische aus den Hirnen der Arbeiter auszulöschen, ihnen den Kopf zu waschen, so als wenn ein Arbeiter niemals etwas anderes war als ein Lohnsklave, so als ob es nie eine Arbeiterklasse gegeben hat, die die Bourgeoisie einst besiegte, die ihre eigene sozialistische Gesellschaft auf der zertrümmerten bürgerlichen Herrschaft aufgebaut hatte. Die Bourgeoisie tut heute mehr denn je alles, um das Erinnerungsvermögen der Arbeiter an ihren Sieg über den Kapitalismus, an all die großartigen Errungenschaften des Sozialismus, auszumerzen, die fleißige Arbeiterhände und revolutionäre Arbeiterhirne bereits auf einem Sechstel der Erde geschaffen hatten. Vor allem aber liegt der Bourgeoisie verstärkt daran, die Kommunisten, die Marxisten-Leninisten zu verteufeln, zu jagen, unschädlich zu machen – sie vor den Massen zu diskreditieren, mit den Fingern auf uns zu zeigen und uns für all die Verbrechen die modernen Revisionisten an der Arbeiterklasse verantwortlich zu machen. Nur hat der Bourgeoisie all dies nichts genutzt, denn wir Marxisten-Leninisten haben den Verrat der modernen Revisionisten aufgedeckt und entlarvt. Das Weltproletariat mag uns kritisieren, dass wir den anti-revisionistischen Kampf hätten konsequenter führen müssen, aber es ist und bleibt das historische Verdienst der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha, dass sie diesen Kampf heldenhaft geführt hat. Wir haben mit unserer Kritik am modernen Revisionismus, mit dem Kampf für die erneute Revolution in den revisionistischen Ländern, haben mit unserem anti-revisionistischen Kampf an allen Fronten des internationalen Klassenkampfes Recht behalten, denn wie sich jeder Arbeiter überzeugen kann, haben die modernen Revisionisten den Sozialismus in den Kapitalismus verwandelt. Daran beißt die Maus nun mal keinen Faden ab und das macht der Bourgeoisie Angst. Revisionisten sind bourgeois, sind konservativ und als solche haben sie Angst vor der Revolution, haben sie Angst vor der Arbeiterklasse, hassen sie die Arbeiterklasse, beuten sie sie aus und unterdrücken sie, verraten sie sie an den Kapitalismus.

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Was folgt aber daraus, dass der Marxismus-Leninismus mit seiner Kritik am modernen Revisionismus von der Geschichte bestätigt wurde ? Daraus folgt, was stets daraus gefolgt ist, wenn der Marxismus die maskierte Ideologie seiner Feinde ans Tageslicht gezerrt und enttarnt hatte und er zur historischen Tatsache geworden ist: daraus folgt die nächste, eine neue historische Tarnkappe . Was aber muss das für eine neue Tarnkappe sein, die man über die alte, untauglich gewordene, Tarnkappe des modernen Revisionismus drüber ziehen muss ?

Es muss eine anti-revisionistische Tarnkappe sein. Es ist also eine „Tarnkappe der Tarnkappe“. Und genau diese anti-revisionistische Tarnkappe haben wir Marxisten-Leninisten wiederum aufgedeckt bzw, sind noch dabei, sie genauer zu entlarven, sie vollständig nieder zu reißen. Dies war nur uns und nur dadurch möglich, dass wir am Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus treu festgehalten haben, die Entwicklung des modernen Revisionismus studiert, analysiert und Schlussfolgerungen daraus gezogen haben, dass wir unseren anti-revisionistischen Kampf vorangetrieben und weiter entwickelt haben.

Das Wesen der alten Tarnkappe war klar:

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Revisionismus = Sozialismus in Worten, Kapitalismus in Taten !

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Und ebenso klar folgt daraus die Formel der neuen Tarnkappe:

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Gegen den modernen Revisionismus in Worten, gegen die Rückeroberung der Diktatur des Proletariats in Taten = Neo-Revisionismus !

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. Wir haben für diese neue Form des Revisionismus, die sich aus dem modernen Revisionismus herausschält, einen neuen Begriff geprägt, den Neo-Revisionismus, der in Worten vorgibt, den modernen Revisionismus zu überwinden, diesen aber in Taten deckt und ihn unter neuem Deckmantel wieder zu beleben versucht, um die Rückkehr des Sozialismus, diesmal in einer höheren Form, den Weltsozialismus zu verhindern.

Was also ist exakt die Definition des Neo-Revisionismus?

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Der Neo-Revisionismus ist jener Revisionismus, der sich aus dem modernen Revisionismus gehäutet hathervorgegangene neueste Form des Revisionismus, die den Übergang von der Etappe des Sozialismus in „einem“ Land zur Etappe des Sozialismus in allen Ländern verhindern soll.

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Der Neo-Revisionismus ist die höchste, am weitesten entwickelte und gefährlichste Form aller bisherigen Formen des Revisionismus:

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Der Revisionismus sollte zuallererst verhindern, dass die Arbeiterklasse sich überhaupt marxistisch organisiert, mit Hilfe der sozialistischen Revolution die Macht ergreift und die Diktatur des Proletariats aufbaut. Der Revisionismus konnte dies aber nicht verhindern – die Oktoberrevolution siegte. Der Revisionismus sollte verhindern, dass der Sozialismus aufgebaut wird. Der Sozialismus entwickelte sich trotz Revisionismus nicht nur in einem großen Land, sondern in mehreren Ländern. Der Sozialismus war trotzdem aufgebaut worden, und er bewies nicht nur seine Ebenbürtigkeit sondern seine Überlegenheit gegenüber der ganzen kapitalistischen Welt. Der Revisionismus sollte die weitere Ausbreitung und Festigung des vollständig aufgebauten Sozialismus verhindern. Bis zu Stalins Tod gelang dies nicht. Nach Stalins Tod sollte der moderne Revisionismus den Kapitalismus wieder restaurieren, was auch in allen Ländern geschah, bis auf Albanien. Der Revisionismus war an der Macht, aber er konnte Albanien jahrzehntelang trotzdem nicht in die Knie zwingen. Der Sozialismus bewies seine Überlegenheit gegenüber dem Revisionismus an der Macht.

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Der Neo-Revisionismus soll nunmehr verhindern, dass der Sozialismus zurückkommt, soll verhindern, dass sich das Weltproletariat marxistisch-leninistisch organisiert, dass sich die globalisierte sozialistische Weltbewegung entwickelt auf marxistisch-leninistischen Grundlagen. Der Neo-Revisionismus soll die sozialistische Weltrevolution, den Weltsozialismus verhindern. Der Neo-Revisionismus soll den Aufbau des Weltsozialismus hemmen, sabotieren und aufhalten. Der Neo-Revisionismus soll den Weltsozialismus in den Weltkapitalismus zurück verwandeln. Der Neo-Revisionismus soll den Übergang des Sozialismus zum Kommunismus verhindern. Der Neo-Revisionismus soll den Aufbau des Kommunismus, seine Vervollkommung verhindern durch die Restauration des Sozialismus im ersten und schließlich die Restauration des Kapitalismus im weiteren Schritt.

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Stets soll der Revisionismus den Kapitalismus retten bzw. ihn zurückerobern, soll die fortgeschrittene Gesellschaftsordnung in eine rückschrittliche Gesellschaftsordnung verwandeln, soll die fortschrittlichen, revolutionären Kräfte am Vormarsch hindern, soll sie zersetzen und in reaktionäre, konterrevolutionäre Kräfte verwandeln, um die Uhr der Geschichte zurückzudrehen. Charakteristisch am Revisionismus ist, dass er seine Ziele nur erreichen kann, wenn er sich des führenden Kerns der revolutionären Bewegung bemächtigt. Er versucht bis in die Spitze der revolutionären Bewegung vorzudringen, um die Zügel zu übernehmen und der Revolution den Wind aus den Segeln zu nehmen, sie immer weiter von ihren Zielen wegzudrängen, sie in die Irre zu führen, die Revolution zu stoppen, die konterrevolutionäre Richtung einzuschlagen und Fahrt aufzunehmen in die finsterste Weltreaktion in den Weltfaschismus,, darauf stets bedacht, jeglichen revolutionären Widerstand auszubremsen und eine erneute revolutionäre Bewegung zu verhindern, wofür sich eine neue Form des Revisionismus häutet, sobald die alte enttarnt und demaskiert ist usw. usf..

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Mit dem Instrument des modernen Revisionismus konnte die Bourgeoisie die sozialistische Arbeiterklasse dieses oder jenes Landes schlagen, aber nicht das gesamte Weltproletariat. Der moderne Revisionismus war zwar für den historischen Augenblick erfolgreich, rettete den Kapitalisten noch mal den Arsch, konnte ein starkes sozialistisches Lager noch mal gerade so abwenden und den Vormarsch des Sozialismus stoppen, aber der moderne Revisionismus wurde vom Marxismus-Leninismus enttarnt und diskreditiert und ist somit für die nächste Etappe des Kampfes zwischen der kapitalistisch und der sozialistischen Gesellschaftsordnung in der alten Form untauglich geworden, ist veraltet. Die globale Krise des Kapitalismus führt direkt zum globalen Untergang des Kapitalismus, was nichts anderes bedeutet, dass die Rückkehr des Sozialismus auf höherer, globaler Stufe unvermeidlich ist. Die Form des Revisionismus, die die Weltbourgeoisie nunmehr heranbildet, ist eine globale Form, um direkt die vor uns liegende sozialistische Weltrevolution zu verhindern. Es ist diejenige Form des Revisionismus, mit der die weltweite Rückeroberung des Sozialismus aufgehalten werden soll.

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Diese neue „anrti-revisionistische“ Form des Revisionismus hat die Komintern / ML entdeckt und ihr wie gesagt, den Namen Neo-Revisionismus gegeben.

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Die ideologische Kritik am Neo- Revisionismus ist von der Komintern /ML ausgearbeitet worden. Dieses historische Verdienst kommt also ganz allein der Komintern / ML zu. Die globalen Bedingungen der Entstehung und Verbreitung neo-revisionistischer Strömungen, die sich aus den Strömungen des modernen Revisionismus entwickelt haben, wurden von der Komintern / ML inzwischen noch umfassender analysiert. Der Entartungsprozess der einstigen marxistisch-leninistischen, anti-revisionistischen Parteien, die den Weg des Neo-Revisionismus eingeschlagen haben, ihre Fehler und Zugeständnisse in Strategie und Taktik, ja die nahezu völlige Einstellung ihres einst anti-revisionistischen Kampfes, sind noch weiter analysiert worden. Im Zusammenhang mit der Kritik am Neo-Revisionismus ist es der Komintern / ML gelungen, eine neue marxistisch-leninistische Strategie und Taktik für die Rückeroberung des Sozialismus, für die sozialistische Weltrevolution, zu entwickeln - die Generallinie der Komintern / ML. Diese Generallinie enthält eine ausführliche marxistisch-leninistische Kritik am Revisionismus, legt die Perspektive des Sieges über den Revisionismus dar.

Die Bourgeoisie will vom Anti-Revisionismus alles nehmen, was ihr nicht weh tut. Sie erlaubt durchaus Kritik am Neo-Revisionismus, vorausgesetzt, dass dabei die Bourgeoisie unbeschadet bleibt. Die Kritik am Neo-Revisionismus darf heute also nur so weit gehen, dass sie für die Rückeroberung des Sozialismus, für die Wiedererrichtung bolschewistischer Parteien, für den Wiederaufbau der Diktatur des Proletariats – vor allem im Weltmaßstab, also für sie proletarische Weltrevolution, ungeeignet und unbrauchbar ist. Die Weltbourgeoisie benutzt den Neo-Revisionismus als neuen Feuerlöscher der Weltrevolution.

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Wenn die Revisionisten also von Zeit zu Zeit und besonders heute wieder „Loblieder“ auf Stalin und Enver Hoxha anstimmen, wenn sie den Marxismus-Leninismus für ihre Zwecke „wieder entdecken“, von „Einheitsfront“ schwafeln, wenn sie versöhnliche, reumütige Töne anstimmen oder „Selbstkritik“ heucheln, so gehört das nur zu ihrer hinterhältigen Taktik. Es ist der Marxismus-Leninismus, der proletarische Anti-Revisionismus, der die Revisionisten zwingt, sich als Anti-Revisionisten zu tarnen. Es sind die Marxisten-Leninisten, die die Revisionisten zwangen, Stalin zu rehabilitieren, denn am liebsten hätten die Revisionisten die so genannte „Stalinfrage“ oder die so genannte „Enver-Hoxha-Frage“ unter den Tisch gekehrt, hätten sie beide oder einen von beiden gerne als Schreckgespenst weiter benutzt. Die Rehabilitierung von Revolutionären ist eine durchtriebene Taktik der Revisionisten. Zwischen der vorgetäuschten „Rehabilitierung“ von Revolutionären und der tatsächlichen Rehabilitierung von Revisionisten besteht ein dialektischer Zusammenhang der bürgerlichen Taktik des Übergangs vom offenen zum verkappten (und vom verkappten zum offenen) Vorgehen gegen die Arbeiterklasse und ihre Ideologie. Solange die Revisionisten nicht an der Macht sind, müssen sie ihre wahren Absichten verheimlichen. Das ändert sich, wenn sie an der Macht sind. Dann sprechen sie offen aus, was sie vorher nur im Stillen gedacht haben.

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Der Revisionismus hat viele Gesichter, wechselt diese je nach Notwendigkeit, aber der Revisionismus hat immer das gleiche Wesen. Man darf die Revisionisten, diese Doppelzüngler eben nicht daran messen, was sie sagen und meinen, sondern, was sie in Wirklichkeit tun bzw. was sie unterlassen. Die Revisionisten muss man vor allem an ihren Taten messen, muss ihre Taten vor den Augen des Weltproletariats bloßstellen, und ihren eklatanten Widerspruch zwischen Wort und Tat ans Tageslicht bringen. Eine verräterische Waffe wird unbrauchbar, wenn ihr Verrat aufgedeckt worden ist – das gilt heute ganz besonders für den Neo-Revisionismus. Ohne den Neo-Revisionismus zu schlagen, wird das Weltproletariat seinen weltweiten Siegeszug über den Revisionismus nicht sichern können, wird es keinen endgültigen, garantierten Sieg über den Revisionismus geben. Und zum Schluss noch etwas.

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Eine Taktik der Revisionisten, die in ihrem Ausmaß und ihrer großen internationalen Tragweite von der Komintern / ML erst völlig aufgedeckt wurde, ist die Geheimhaltung des Komintern-Archivs durch die Revisionisten – nicht nur durch die Sowjet-Revisionisten, wo das Archiv lagerte, sondern auch durch alle anderen Revisionisten in der ganzen Welt, die die Dokumentation der Komintern eingefroren haben und ebenfalls „dicht gehalten“ haben. Selbst die Neo-Revisionisten wenden diese Taktik heute an, um über all die Verrätereien der modernen Revisionisten, die noch gar nicht aufgedeckt und entlarvt worden sind, Stillschweigen zu bewahren. Sie zeigen auffällig wenig Interesse an der Aufklärungsarbeit über die Komintern. Es handelt sich bei der Taktik des Revisionismus also nicht nur um eine Taktik der Entstellung des Marxismus-Leninismus und schließlich seiner Liquidierung mittels vollständiger und offener Ersetzung durch die bürgerliche Ideologie, sondern zunächst einmal um eine „stumme“ Taktik nach den Sprichwörtern: „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ und „Was der Globalrevolutionär nicht weiß, macht ihn nicht heiß!“

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Diese Taktik des Stillhaltens und Verschweigens, die Taktik des Vertuschens und Unterschlagens geht der revisionistischen Taktik des Irreführens und Täuschens voraus. Insbesondere setzt sich all das hartnäckig fort, was nicht aufgedeckt wurde. Ein Revisionismus, dem man die Maske heruntergerissen hat, ist ungeschützt und leichter angreifbar. Deswegen ist derjenige Revisionismus am gefährlichsten, der sich am besten tarnt, der am längsten unerkannt bleibt, der es geschafft hat, sich noch lange als Lehrsatz des Marxismus-Leninismus zu erhalten, obwohl er längst veraltet ist und besser fallengelassen bzw, durch einen neuen ersetzt worden wäre. Revisionisten stellen gerne die veralteten Lehrsätze als noch immer „gültige“ Lehrsätze hin, während sie umgekehrt die weiter gültigen als „veraltet“ hinzustellen versuchen.

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Die Arbeiterklasse in Unwissenheit zu halten, ist nicht nur ein Herrschaftsinstrument der Bourgeoisie, sondern war schon immer ein Herrschaftsinstrument aller ausbeutenden und unterdrückenden Klassen in der ganzen Geschichte der Klassengesellschaft. „Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken, d.h. die Klasse, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft ist, ist zugleich ihre herrschende geistige Macht“ (MEW, Band 3, Seite 46). Erst die revolutionäre Arbeiterklasse wird die Menschheit von der Verdummung und Unwissenheit befreien, und beginnen kann sie damit eben erst dann, wenn sie die Herrschaft über die materielle Macht und damit die Herrschaft über die geistige Macht zurückerobert hat.

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Die sich im Sozialismus neu herausgebildete Bourgeoisie trat nicht als Vertreterin der alten Bourgeoisie auf, die gestürzt wurde, sondern als Vertreterin der ganzen sozialistischen Gesellschaft.

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Jede neue Klasse nämlich, die sich an die Stelle einer vor ihr herrschenden setzt, ist genötigt, schon um ihren Zweck durchzuführen, ihre Interessen als das gemeinschaftliche Interesse aller Mitglieder der Gesellschaft darzustellen, d.h., ideell ausgedrückt: ihren Gedanken die Form der Allgemeinheit zu geben, sie als die einzig vernünftigen, allgemein gültigen darzustellen“ (MEW, Band 3, Seite 47).

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Da haben wir es – der moderne Revisionismus diente der neuen Bourgeoisie im Sozialismus dazu, die Macht zu erobern. Sie instrumentalisierte den Marxismus-Leninismus für ihre eigenen Klasseninteressen, entzog ihm also seinen proletarischen Klassencharakter, stellte ihn über die Klassen, staffierte ihn als „Ideologie des ganzen Volkes“ aus, um damit die Herrschaft der neuen Bourgeoisie zu rechtfertigen. Die sich neu herausbildende bürgerliche Klasse im Sozialismus trat also von vornherein, schon weil sie der herrschenden Arbeiterklasse gegenüberstand, nicht als Klasse, sondern als Vertreterin der ganzen sozialistischen Gesellschaft auf. Sie verbarg sich hinter der ganzen Masse der sozialistischen Gesellschaft. Durch den Sturz der Diktatur des Proletariats wurde es den klassenfremden Elementen, der Arbeiteraristokratie im Bündnis mit der Bürokratie, Technokratie, den Intellektuellen usw. möglich, sich über die sozialistische Arbeiterklasse zu erheben, um zur herrschenden Bourgeoisie zu werden. Die neue herrschende Klasse in den revisionistischen Ländern brachte dadurch nur auf einer breiteren Basis als die der bisher herrschenden ihre Herrschaft zustande, wogegen sich dann später auch der Gegensatz der nicht mehr herrschenden Arbeiterklasse gegen die neue Bourgeoisie um so schärfer und tiefer entwickeln wird. Durch Beides ist bedingt, dass der gegen diese neue herrschende Klasse zu führende revolutionäre Kampf wiederum auf eine entschiedenere, radikalere Negation der bisherigen Gesellschaftszustände hinarbeitet, als alle bisherigen die Herrschaft anstrebenden Klassen dies tun konnten (MEW, Band 3, Seite 48).

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Das Proletariat bewusst in Unwissenheit zu halten, erleichtert das Austrixen und Manipulieren. Vor dem offenen Revisionismus kommt der verkappte Revisionismus. Was aber kommt vor dem verkappten Revisionismus? Vor dem verkappten Revisionismus kommt das Verschweigen des Marxismus-Leninismus, vor allem seiner schöpferische Weiterentwicklung, seiner permanenten Anpassung an die sich verändernden Gegebenheiten, Situationen und Bedingungen des sich verschärfenden Klassenkampfes, einschließlich seiner Notwendigkeit, alte, unbrauchbar gewordene Prinzipien fallen zu lassen und durch neue zu ersetzen, lauter Notwendigkeiten also, um den Marxismus-Leninismus lebendig zu halten und um zu verhindern, dass der Marxismus-Leninismus im Dogmatismus verknöchert und schließlich abstirbt. Wird der Marxismus-Leninismus nicht weiterentwickelt, fällt es den Revisionisten leichter ihn abzuhaken und ihn als „Dogmatismus“ und Sektierertum abzutun. Wird der Marxismus-Leninismus weiterentwickelt, dann wird dieser neue Bestandteil von den alten gültig bleibenden Bestandteilen losgelöst, getrennt und einander entgegengestellt. Alles, was bislang von uns Marxisten-Leninisten noch nicht aufgedeckt wurde, alles was wir noch an Veraltetem herumschleppen, wovon wir uns noch nicht getrennt haben, bleibt weiterhin Nährboden für die Häutungen des Revisionismus. So lange wir nicht vollständig das ganze Gift des Revisionismus analysiert und entfernt haben, müssen wir stets darauf gefasst sein, von neu heran wachsenden revisionistischen Giftpflanzen lahm gelegt zu werden. Nehmen wir ein Beispiel: Erst versucht man die Komintern / ML zu verschweigen. Und erst dann, wenn sie Einfluss zu nehmen beginnt, ändert sich diese „stumme“ Taktik, fängt man an, sie verächtlich , sich über sie lustig zu machen, sie in den Dreck zu ziehen, schließlich lobt man sie dann „zu Tode“, sobald sie sich durchgesetzt hat. Im weiteren Verlauf passiert also genau dass, was allen anderen Internationalen vorher auch passiert ist, entweder sie wurden notgedrungen vor der Übernahme durch die Revisionisten durch eine rechtzeitige taktisch unvermeidliche „Auflösung“ bewahrt oder, wenn dies nicht mehr rechtzeitig gelingen konnte, ihr Leichnam wurde zu Grabe zu tragen und ihr Wiederaufbau hinausgezögert und sabotiert. So ist der internationale Revisionismus stets vorgegangen und wird er immer wieder vorgehen !


 

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Wozu die Kritik am modernen Revisionismus studieren ?

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Alles was die Revisionisten bislang in der Geschichte unternommen haben, um die sozialistische Revolution und den Sozialismus zu verhindern, um den Sozialismus eines Landes wieder in den Kapitalismus zu verwandeln, das werden sie auch als Waffe verwenden im gegenwärtigen und zukünftigen Kampf gegen die Restauration des Sozialismus, gegen die sozialistische Weltrevolution und gegen den Weltsozialismus. Wenn man für diese neue historische Etappe der Periode des Übergangs des Kapitalismus zum Sozialismus gegen den Revisionismus gewappnet sein will, dann muss man sein Wissen und seine Erfahrungen zusammentragen, um die anti-revisionistische Waffe des Marxismus-Leninismus zu schärfen und im täglichen revisionistischen Feuer zu erhärten. Es werden viele neue Formen, viele neue Masken von den Neo-Revisionisten verwendet werden, deren Wesen sich zwar nicht von den alten Revisionisten unterscheidet, die aber eine neue Qualität darstellen, so wie den neuen Revisionisten auch Marxisten-Leninisten mit neuen anti-revisionistischen Qualitäten, mit neuen anti-revisionistischen Kampfformen gegenüber stehen werden – und vor allem wird es sich um internationale Schlachten zwischen den Weltrevisionisten und den Weltrevolutionären, zwischen einer revisionistischen und einer kommunistischen Internationale, handeln und nicht mehr allein um den Kampf in diesem oder jenen Land. Es wird das erste Mal in der Geschichte ein Kampf sein, in dem die Kommunistische Internationale den Revisionismus und nicht der Revisionismus die Kommunistische Internationale besiegen wird, ein Kampf, der mit dem Sieg des Weltsozialismus gekrönt sein wird.

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Das Weltproletariat muss sich also warm anziehen und den Marxismus-Leninismus genauestens studieren. Dies soll mit diesem Schulungstext erleichtert werden.

Es ist durchaus kein Zufall, dass der Arbeiter, der sich für die Kritik am modernen Revisionismus interessiert, zunächst große Anstrengungen unternehmen muss, um überhaupt an das nötige und vor allem richtige Studienmaterial heranzukommen. Normalerweise sorgen hauptsächlich die marxistisch-leninistischen Parteien dafür. Sie organisieren nicht nur das Studium der Klassikertexte, beispielsweise, sondern führen auch die Schulungen in Studiengruppen durch usw. usf..

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Wie wichtig die Verbindung von Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus ist, braucht hier wohl nicht extra erklärt werden. Diese Einsicht in die Notwendigkeit müsste eigentlich für die Marxisten-Leninisten eine Selbstverständlichkeit sein. Sieht man sich aber um in der Welt, so kann man ohne Übertreibung feststellen, dass die wahrhaft marxistisch-leninistischen Parteien diese Aufgabe, nämlich die Verbindung zwischen Arbeiterbewegung und sozialistischer Wissenschaft herzustellen und zu vertiefen (Lenin lehrte sogar, beides miteinander zu „verschmelzen“), gar nicht oder zumindest völlig unzureichend erfüllen. Es gibt zum Beispiel kein einziges Lehrbuch der Kritik am modernen Revisionismus, das vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus geschrieben ist. Es gibt zwar eine Reihe sehr wichtiger Texte, die sich mit dem einen oder anderen speziellen Thema beschäftigen, meistens aber sind das solche Texte, die im historisch Kontext geschrieben worden waren, also irgendwann einmal der aktuellen, konkreten Auseinandersetzung gedient haben. Sie sind daher häufig nur bedingt tauglich, um sich grundsätzlich mit der Materie auseinanderzusetzen oder um sich einen allgemeinen Überblick zu verschaffen. Man muss viele Texte lesen, um aus dem einen oder anderen Text die wichtigsten Stellen herauszufinden.

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Die Ausgangsbedingungen, die Rahmenbedingungen für das Studium der Kritik am modernen Revisionismus sind also in den 50 Jahren äußerst unzureichend geblieben. Die Komintern / ML hofft also, dass dieses Schulungsmaterial etwas die Lücke füllen, wenn auch nicht schließen, kann. Es wäre schon ein richtiger Schritt in die richtige Richtung, wenn dieser hier verfasste Schulungstext ins Englische übersetzt würde, um eine breitere, eine internationale Leserschaft ansprechen und helfen zu können. Die Verbreitung marxistisch-leninistischer Schulungstexte in allen Sprachen der Welt, das ist ein unverzichtbarer Beitrag für die Verwirklichung des proletarischen Internationalismus. Alle Schulungstexte der Komintern / ML müssen zumindest ins Englische übersetzt werden. Dazu brauchen wir die freiwillige Unterstützung der Genossinnen und Genossen.

Im Allgemeinen bleibt dem Arbeiter heute nichts übrig als in den sauren Apfel zu beißen und sich auf eigene Faust „durchzuschlagen“, was nicht gerade motivierend ist. Hat er es dann doch endlich geschafft, „irgendetwas zu diesem Thema“ zu finden, so kann er davon ausgehen, dass dieser oder jene Text in Wirklichkeit von Anti-Marxisten geschrieben wurde und nicht etwa von Marxisten-Leninisten. So sind beispielsweise die Texte der chinesischen Revisionisten, in denen man etwas über die „Kritik“ am modernen Revisionismus findet, so verfasst, dass sie zwar die eine oder andere Spielart des modernen Revisionismus zu kritisieren vorgeben (zum Beispiel eine „Kritik“ am sowjetischen modernen Revisionismus), dies aber mit größter Vorsicht zu genießen ist, da in diesen Texten der eigene moderne Revisionismus schwer durchschaubar untergebuttert worden ist). Die modernen Revisionisten des einen Landes „kritisieren“ den modernen Revisionismus eines anderen Landes ja nicht deswegen, weil sie den Arbeiter vom Marxismus-Leninismus überzeugen wollen, sondern sie wollen ihn für den modernen Revisionismus im eigenen Land begeistern und den Konkurrenten ausschalten - Abwerben mit marxistisch-leninistischen Phrasen nennt man das. Der Arbeiter muss wissen, dass es eine Unmenge von „Kritiken“ am modernen Revisionismus gibt, die selber von Revisionisten ( meistens derjenigen Revisionisten, die in Konkurrenz zu einer anderen Spielart des modernen Revisionismus auftreten) verfasst wurden, um den Schein der Seriosität zu wahren und die Schäfchen vom anderen revisionistischen Lager ins eigene revisionistische Lager zu locken. Es gibt also Kritiken und „Kritiken“, die ein ungeschulter Arbeiter nicht oder zumindest nur sehr schwer auf den ersten Blick zu unterscheiden vermag. Und das ist ja auch die Absicht der Bourgeoisie, genau solche „Kritiken“ am modernen Revisionismus zu verbreiten, die ihr nicht weh tun, die ihr nicht gefährlich werden können, die den Arbeiter nur in die Irre führen, die ihn wieder in die Fänge der Bourgeoisie zurück leiten. Was da in Wirklichkeit kritisiert wird, ist eben nicht der moderne Revisionismus, sondern der Marxismus-Leninismus. Die Bourgeoisie benutzt ihre eigene „Kritik“ am modernen Revisionismus als Waffe gegen die Kritik am modernen Revisionismus, die von den Marxisten-Leninisten herausgearbeitet worden ist, gegen die einzige wissenschaftliche Kritik. Hierzu ein Beispiel. Einen sehr gefährlichen Einfluss auf die Generallinie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung übte der chinesische Revisionismus aus mit seiner

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Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ (Antwort des ZK der KP Chinas auf den Brief des ZK der KP der Sowjetunion vom 30. März 1963).

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Mit diesem Machwerk des modernen Revisionismus wurde von den chinesischen Revisionisten versucht, die kommunistische Weltbewegung unter die chinesischen Fittiche zu bekommen. Um sie dem Einfluss der Sowjet-Revisionisten zu entziehen, wurde die „Kritik“ am sowjetischen Revisionismus mit marxistisch-leninistischer Phraseologie getarnt. Der Verrat der modernen Revisionisten an der Komintern kam darin beispielsweise gar nicht vor aus dem einfachen Grunde, weil die chinesischen Revisionisten ebenso wenig Interesse am Wiederaufbau der Komintern hatten wie alle anderen modernen Revisionisten auch. Es war schon eine Unverschämtheit, eine Polemik über die Generallinie der internationalen Kommunistischen Bewegung zu verfassen, in der die Notwendigkeit der Existenz bzw. der Wiederaufbau einer Kommunistischen Internationale völlig ignoriert wurde. Näheres und Ausführlicheres dazu kann man in der Generallinie der Komintern / ML nachlesen: (http://ciml.250x.com/general).

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Die Welt ertrinkt in der kapitalistischen Ideologie: ein Tropfen Kommunismus in einem Meer von Anti-Kommunismus - so finster schwarz sah das Verhältnis noch nie aus wie jetzt. Das drückt gegenwärtig die tatsächlichen Machtverhältnisse der bürgerlichen über die proletarische Ideologie in der Periode der Globalisierung aus. Das vorherrschende Bewusstsein des Arbeiters ist immer noch (und in einem nie da gewesenen erschreckenden Ausmaß) das bürgerliche und nicht das sozialistische Bewusstsein, denn die geistige Macht übt bekanntlich die herrschende materielle Macht aus, der Kapitalismus. Im Grunde genommen sind heute die meisten Bücher über den Kommunismus von Anti-Kommunisten geschrieben worden. Auf 1000 revisionistische Schriften kommt eine marxistisch-leninistische Schrift. Die Revisionisten an der Macht verfügten über ein riesiges Imperium revisionistischer Propaganda. Dieser Schulungstext dagegen entstand in einer einfachen Holzhütte und wurde ohne Bezahlung verfasst und verbreitet von einem mittellosen Genossen. Das große Wirrwarr, die Überflutung mit angeblich „kommunistischen“ Schriften ist natürlich bewusst gesteuert. Die meisten „kommunistischen“ Bücher wurden von revisionistischen Ländern herausgegeben. Die Bourgeoisie der revisionistischen Länder hat insgesamt mehr anti-kommunistische Bücher in der Welt verbreitet als die gesamte Weltbourgeoisie vor und während des Sozialismus. Die revisionistischen Schriften sind im revisionistischen Herrschaftssystem selbst gedruckt worden, also auf den einstigen sozialistischen Druckmaschinen der Arbeiter, auf denen unter der Diktatur des Proletariats marxistisch-leninistische Schriften gedruckt worden waren. Der Überproduktion anti-kommunistischer Schriften steht ein eklatanter Mangel an neuen wie alten kommunistischen Schriften gegenüber – und dieses Missverhältnis wächst weiter mit jedem Tag. Nur die Verräter am Sozialismus, nur die modernen Revisionisten, eben die selber aus dem Sozialismus hervorgegangen waren, waren fähig, in millionenfacher Auflage den gefährlichsten und „modernsten“ Anti-Kommunismus zu verbreiten. Das hatte und hat bis heute einen ungeheuer schädlichen Einfluss auf das Bewusstsein der Proletarier aller Länder, ja auch auf die Kommunisten selber.

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Sogar die Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus sind von den revisionistischen Ländern manipuliert und verfälscht worden, bzw. wurden wichtige Dokumente, die für das Studium des modernen Revisionismus aufschlussreich wären, unter Verschluss gehalten oder sind unveröffentlicht geblieben. Bestes Beispiel ist das Programm der Komintern von 1928, auf das sich die Komintern / ML heute noch stützt. Dieses Werk ist für das gesamte revolutionäre Weltproletariat von allergrößter historischer wie aktueller Bedeutung - jedoch nach 78 Jahren immer noch so gut wie unbekannt. Die Komintern-Archive sind angeblich „geöffnet“ worden – aber ein normaler Sterblicher kommt da gar nicht ran, auch nicht die Komintern / ML, die Nachfolgeorganisation der Komintern, die von Rechts wegen alleiniger Eigentümer des Komintern - Archivs ist. Das ausgesuchte Studienpublikum muss teilweise eine Menge Geld hinblättern, wenn es sich auch nur für eine einzige Kopie der insgesamt Millionen (!) von Seiten interessiert. Alles ist kommerzialisiert, sind die Lakaien der Weltbourgeoisie damit beschäftigt, das Material zu „sichten“ - in Wahrheit zu manipulieren und zu verfälschen oder besonders brisante Einzelheiten weiter unter Verschluss zu halten. Wer kann das kontrollieren, welches Material man da zum Studieren vorgesetzt bekommt ?

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Wer garantiert für die Echtheit der Dokumente ?

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Etwa die Bourgeoisie, die sich das Komintern-Archiv unrechtmäßig unter den Nagel gerissen, sprich: geklaut hat? Die Bourgeoisie zieht zur Zeit ihren Nutzen daraus – und zwar gegen das Weltproletariat, dem das Archiv eigentlich gehört.

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Es ist ein Archiv des internationalistischen proletarischen Kampfes gegen den Weltkapitalismus, das zentrale Archiv des kommunistischen Weltlagers, aber in den Händen der Weltkapitalisten !!!

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Wir müssen es der Weltbourgeoisie unbedingt entreißen und dem Weltproletariat nach 63 Jahren endlich zugänglich machen!

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Dass das Komintern-Archiv 50 Jahre unter Verschluss gehalten werden konnte, das hat die Weltbourgeoisie schließlich den modernen Revisionisten zu verdanken. Diese hatten kein Interesse daran, den unterdrückten und ausgebeuteten Klassen dieser Erde das Archiv in die Hand zu geben, weil es eine scharfe Waffe für ihre revolutionäre Befreiung ist, weil es zum Beispiel darüber Aufschluss gibt, wie der moderne Revisionismus entstanden ist, wie und wo seine Weichen gestellt wurden und von wem. Wer den modernen Revisionismus studieren will, der muss das echte Komintern - Archiv studieren, denn da wird man vieles über seine Wurzeln erfahren. Und woran wir außerdem denken müssen, ist, an das Archiv der PAA und der KPdSU (B) ranzukommen, die sich ebenfalls in den Händen der Bourgeoisie befinden!!

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Selbstkritisch müssen die meisten Marxisten-Leninisten auch ihr eigenes Verhalten korrigieren. Als der Kampf gegen den modernen Revisionismus in Gang kam, haben viele Marxisten-Leninisten die Mao Tsetung-Ideen und andere Schriften des chinesischen Revisionismus noch als „anti-revisionistische“ Literatur in der ganzen Welt verbreitet und damit dem modernen Revisionismus einen Bärendienst erwiesen. Das änderte sich erst 1977-1978 mit dem vollständigen Bruch mit Mao und den Mao Tsetung-Ideen. Es gibt nicht wenig Organisationen, die heute noch die Werke von Enver Hoxha also die marxistisch-leninistische anti-revisionistische Literatur in den Topf der Schriften mit den Mao Tsetung-Ideen werfen und das Ganze zu einem „anti-revisionistischen“, klebrigen Brei verrühren.

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Selbstkritisch müssen die meisten Marxisten-Leninisten auch ihr Verhalten zur Verbreitung der wirklich anti-revisionistischen Literatur korrigieren. Viele der einst jungen marxistisch-leninistischen Parteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha sind zersetzt, entartet oder liquidiert worden und damit hat auch die Verbreitung der anti-revisionistischen Literatur großen Schaden genommen. Das Wenige, was übrig blieb, wurde von den Liquidatoren und Verrätern auf die Müllkippe geworfen. Heute herrscht faktisch ein akuter Mangel an marxistisch-leninistischer Literatur. Viele Schriften sind sogar in manchen Ländern wie China oder Nord-Korea immer noch verboten. Die Werke von Enver Hoxha sind selbst in Albanien immer mehr verdrängt worden, wobei ausgerechnet seine direkt anti-revisionistischen und internationalistischen Schriften fast völlig verschwunden sind, während man jene Schriften von Enver Hoxha, die man für geeignet hält, einen neuen albanischen Nationalismus einzuschmuggeln, herausfiltert – also zensiert nach dem Geschmack der neuen albanischen Revisionistengruppen.

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Aber selbst wenn man sich die Web-Seiten verschiedener, sich marxistisch-leninistisch nennender Organisationen anschaut, so wird man vergeblich marxistisch-leninistische Texte gegen den modernen Revisionismus finden – und wenn doch, dann nur sehr spärlich oder vereinzelt inmitten eines großen Wustes von revisionistischen Texten oder mit verdorbenen revisionistischen Kommentaren und Interpretationen versehen. Das hat System, weswegen die Komintern / ML diese Organisationen ( zum Beispiel diverse anti-marxistische „Marxismus-Archive“ im Internet!) kritisiert, denn sie machen sich schuldig, wenn sie die marxistisch-leninistische Kritik am modernen Revisionismus hinterm Berg halten oder manipulieren. Im Grunde arbeiten sie den Revisionisten in die Hände und das ist gefährlich und muss bekämpft werden.

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Wenn man also von 50 Jahre Kommunismus gegen den modernen Revisionismus spricht, dann darf man nicht den Finger von der Wunde nehmen und muss die Verbreitung der anti-revisionistischen Literatur mit zu einer der wichtigsten Aufgaben der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung machen.

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Die Komintern / ML hat aus diesem Grunde ein eigenes Archiv mit ausschließlich marxistisch-leninistischen Texten ins Internet gestellt, darunter auch marxistisch-leninistische Dokumente gegen den Revisionismus: ( http://archive. 250x.com). Es gibt heute kein anti-revisionistisches Archiv auf der Welt außer das Archiv der Komintern / ML – wenigstens ein kleiner Lichtblick, aber völlig unzureichend. Das muss dringend geändert werden. Schulungen zur Kritik am Revisionismus müssen wieder von allen marxistisch-leninistischen Organisationen und Gruppen auf der ganzen Welt gewissenhaft und gründlich durchgeführt werden, wobei diesem Schulungstext der Komintern / ML eine zentrale Bedeutung zukommt.

Worauf kommt es im Wesentlichen an ?

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Es ist eine Aufgabe der marxistisch-leninistischen Wissenschaft, die Losung des anti-revisionistischen Kampfes zu geben. Wir Marxisten -Leninisten müssen verstehen, diesen Kampf objektiv darzustellen, ihn als Ergebnis des revisionistischen Systems von Produktionsverhältnissen zu begreifen und die Wurzeln und Gründe der Notwendigkeit des anti-revisionistischen Kampfes, den Inhalt, den historischen Verlauf und die Entwicklungsbedingungen des modernen Revisionismus richtig herauszuarbeiten. Die Entfaltung des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, seine Entlarvung durch den Marxismus-Leninismus, bekam eine neue Qualität, als der moderne Revisionismus an die Macht kam.

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Die Losung des Kampfes gegen den Revisionismus kann man nicht herausgeben, ohne aufs Eingehendste jede einzelne Form dieses Kampfes zu untersuchen, ohne jeden seiner Schritte bei seinem Übergang aus der alten Form des Revisionismus und seinem Übergang in die Form des Neo-Revisionismus zu geben und ohne dabei den allgemeinen Charakter des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, sein allgemeines Ziel – die völlige und endgültige Beseitigung des Unvermeidlichkeit des Revisionismus aus dem Auge zu verlieren.

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Je besser wir diese Aufgabe lösen, desto größer wird unser Erfolg in der revolutionären Arbeit gegen den Revisionismus sein. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung entstand im Kampf gegen den modernen Revisionismus und sie wird nur weiter existieren und sich festigen und stärken im Kampf gegen den Neo-Revisionismus. Ihre Krise zwingt uns Marxisten-Leninisten, unserer anti-revisionistischen Theorie gesteigerte Aufmerksamkeit zu schenken, wieder eine entschlossenere anti-revisionistische, militante Haltung einzunehmen und uns schärfer von den schwankenden und unzuverlässigen, in Revisionismus abdriftenden, Elementen abzugrenzen. Die Aufklärung des Arbeiters über die Grundlagen des Marxismus-Leninismus und des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, die Verteidigung der Theorie des Marxismus-Leninismus gegen den Revisionismus, die entschiedene Abwehr des Zerfalls des Marxismus-Leninismus, die Säuberung des Marxismus-Leninismus von seinen bürgerlichen Einflüssen, das alles ist wieder zur Tagesaufgabe geworden. Die tiefe Krise, die der Marxismus-Leninismus infolge des Revisionismus gegenwärtig immer noch durchleidet, muss überwunden werden. Es gibt nichts Schädlicheres, als diese traurige Wahrheit mit „revolutionären“ Phrasen abzutun. Es gibt nichts Wichtigeres, als alle Marxisten-Leninisten der ganzen Welt wachzurütteln, um die Tiefe der Krise und die Notwendigkeit ihrer Überwindung zu erkennen und um die theoretischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus gegen den Revisionismus zu stärken. Den Zerfall des Marxismus-Leninismus konsequent zu bekämpfen ist Aufgabe der gegenwärtigen Epoche.

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Die Schlüsselfragen, die sich der revolutionäre Arbeiter, der für seine Klasseninteressen kämpft, stets zu stellen hat, ist diese:

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Wie konnte es dem modernen Revisionismus gelingen, die Diktatur des Proletariats zu stürzen und den Sozialismus in den Kapitalismus zurück zu verwandeln?

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Wie kann das von der Arbeiterklasse in Zukunft verhindert werden ? Wie kann sich das Weltproletariat vor den immer neuen Wiederholungsversuchen des revisionistischen Betrugs wappnen, wie kann es diesen Verrat am Kommunismus für immer besiegen und auslöschen ?“

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Der Leser, der sich diese Frage stellt, will mehr über den Revisionismus erfahren, will wissen:

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Was ist denn eigentlich moderner Revisionismus, wie ist er entstanden ?

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Warum war das der bislang größte Verrat an den Arbeitern, der größte Verrat am Kommunismus ?

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Warum konnte der moderne Revisionismus eine ganze Generation von Millionen und aber Millionen Arbeitern betrügen und vor seinen Karren spannen und den Sozialismus vom Erdball fegen ?

Wie hat sich der moderne Revisionismus gehäutet, wie konnte es zum Neo-Revisionismus kommen ?

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Es geht hier um leicht verständliche Antworten auf Fragen, die sich der kommunistische Arbeiter stellt, wenn er herausfinden will, wem er überhaupt noch vertrauen kann, wie er so genannte „Kommunisten“, so genannte „Marxisten-Leninisten“, die nur so tun als ob, von wirklichen Kommunisten, von wirklichen Marxisten-Leninisten unterscheiden kann, die sich für die Klasseninteressen der Arbeiter tatsächlich einsetzen. Vor allem ist es für jeden klassenbewussten Arbeiter wichtig zu erfahren, wer denn 50 Jahre lang wirklich den revisionistischen Verrat am Kommunismus bekämpft hat.

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Was waren und sind das für Revolutionäre, die nach dem Tode des Genossen Stalin und nach dem Ende des ersten sozialistischen Staates auf der Welt, 50 Jahre lang den Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin, dem Sozialismus treu geblieben sind und den Kampf gegen den Verrat am Kommunismus als ihre vordringlichste Lebensaufgabe betrachtet haben, die weder Furcht kannten, noch Opfer scheuten, die von den Revisionisten umgebracht, gefoltert, verhaftet, verleumdet und verfolgt wurden, die sich dem brutalen, faschistischen Herrschaftssystem der Revisionisten, mit seinen Spitzeln und Henkern mutig und entschlossen entgegenstellten und alles unternahmen, um das revisionistische System zu stürzen, sich von seinem Joch zu befreien und die Macht der Arbeiter, den Arbeitersozialismus, zurück zu erobern, den Kommunismus gegen den Revisionismus zu immunisieren, den vom Revisionismus zerfressenen Leichnam des ersten Sozialismus zu begraben und von einem neu entstehenden, stärkeren Sozialismus, von der Unbesiegbarkeit des Marxismus-Leninismus trotz der erlittenen Niederlage des ersten Sozialismus überzeugt sind ? Woran haben die Marxisten-Leninisten, also die einzigen, dem Kommunismus treu ergebenen Genossinnen und Genossen, den Revisionismus und seine damalige Häutung zum modernen Revisionismus und wiederum dessen gegenwärtige Häutung zum Neo-Revisionismus überhaupt erkennen können ?

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Wie muss der Revisionismus richtig bekämpft werden, das heißt wie muss man den Weltkapitalismus vernichten, um die Unvermeidbarkeit des Revisionismus zu beseitigen? Wie muss man den Weltsozialismus aufbauen, um eine Rückeroberung der Macht der Revisionisten erfolgreich zu verhindern?

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Was der Arbeiter will, ist, sich selber mit dem Thema „moderner Revisionismus“ vertraut zu machen, sich einen leicht verständlichen Überblick über dessen historischen Entwicklungsprozess zu verschaffen, kurz und knapp die wichtigsten Strömungen auseinander halten zu können, aber auch deren Gemeinsamkeiten, deren besonderen Rolle und Bedeutung kennen zu lernen, sich mit den gegenwärtigen Weiterentwicklungen zum Neo-Revisionismus zu befassen und einige seiner wesentlichen Eigenschaften und Kernpunkte zu erfassen, um nicht nur historisch, sondern auch aktuell die wirklichen Kommunisten von den revisionistischen Verrätern am Kommunismus grundsätzlich und in aller Deutlichkeit voneinander unterscheiden zu können. Der Arbeiter möchte vor allem von uns Marxisten-Leninisten erfahren, welche Schlussfolgerungen und Lehren wir Marxisten-Leninisten aus unserem 50 jährigen Kampf gegen den modernen Revisionismus ziehen und welche Aufgaben sich daraus für die Arbeiterklasse ergeben. Wo verlief und wo verläuft heute die Demarkationslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus

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Wer und Was ist marxistisch-leninistisch, Wer und Was ist revisionistisch ?

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Ziel des Studiums dieser Fragen und Antworten ist es also, dass sich das anti-revisionistische, marxistisch-leninistische, revolutionäre Bewusstsein innerhalb der Arbeiterklasse verbreitert und vertieft, und das jener Arbeiter, der sich hierüber das erforderliche Wissen angeeignet hat, in die Lage versetzt wird, dieses Wissen an neue Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben, und dass das Interesse der Arbeiter an weiter führende Studien gegen den modernen Revisionismus, gegen den Neo-Revisionismus, geweckt wird. Hierzu braucht die Arbeiterklasse ihre marxistisch-leninistische Partei, die diese Studien gegen den Revisionismus organisiert und die Arbeiter dabei unterstützt. Welche Schriften kommen da hauptsächlich in Frage? Wir möchten dem Arbeiter hier in erster Linie das Studium der Werke der Klassiker, insbesondere des Genossen Enver Hoxha näher bringen, der in der Zeit der Macht der modernen Revisionisten gelebt und gekämpft hatte. Enver Hoxha ist ja nicht zuletzt deswegen ein Klassiker des Marxismus-Leninismus geworden, weil er dem Weltproletariat eine große marxistisch-leninistische Waffenkammer hinterlassen hat, aus der sich die Arbeiter der ganzen Welt unbedingt mit den schärfsten Waffen gegen den modernern Revisionismus ausrüsten müssen.

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Die wichtigste Lehre, die uns Genosse Enver Hoxha hinterlassen hat, ist die, das das Weltproletariat nicht nur an seiner anti-revisionistischen revolutionären Ideologie festhält und die Schatzkammer des Marxismus-Leninismus verteidigt, sondern darüber hinaus das bereits geschmiedete Eisen stets am Glühen zu halten, um es weiter zu schärfen, also darauf zu achten, dass es nicht verrostet.

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Wir Marxisten-Leninisten betrachten den theoretischen Kampf gegen den Revisionismus nicht als etwas Abgeschlossenes und die Lehren der Klassiker über den Revisionismus nicht als etwas Unantastbares. Wir sind im Gegenteil davon überzeugt, dass sie ihr ganzes fundamentale Wissen hinterlassen haben, damit wir Marxisten-Leninisten es allseitig weiterentwickeln. Wer den ideologischen Kampf gegen den Revisionismus aufgibt, „den bestraft das Leben.“

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Kurz:

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Mit der Beherrschung des Revisionismus lernt das Weltproletariat die Beherrschung des Sozialismus.

Wer nicht fähig ist, den Revisionismus richtig zu bekämpfen, ist unfähig den Sozialismus wieder aufzubauen. Es ist die Aufgabe des revolutionären Weltproletariats, die Schatzkammer des Anti-Revisionismus permanent zu bereichern und den Kampf gegen den Revisionismus auf eine immer höhere Stufe zu heben, für die sozialistische Weltrevolution im Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus durchs Feuer zu gehen und dabei keine Opfer zu scheuen, denn ohne den Revisionismus zu besiegen, kann man weder den Kapitalismus besiegen, noch den Sozialismus aufbauen ! Mit der Gründlichkeit des historischen Kampfes gegen den modernen Revisionismus, den wir heute fortsetzen, nimmt der Umfang der proletarischen Massen zu, die den modernen Revisionismus endgültig besiegen werden. Den modernen Revisionismus endgültig besiegen aber heißt nichts anderes, als den Sieg jenes Sozialismus zu erringen, der sich nicht mehr so leicht in den Kapitalismus zurück verwandeln lässt – der Weltsozialismus.

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Was ist Revisionismus und wie ist er entstanden ?



Bevor wir die besondere Form des modernen Revisionismus definieren und erläutern, definieren und erläutern wir den allgemeinen Begriff des Revisionismus. Bevor wir mit der Einführung beginnen - erstmal ein kurzer historischer Überblick. Zitieren wir zu diesem Zweck vorweg eine zusammengeraffte „kleine“ Entstehungsgeschichte des Revisionismus.

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Hierzu wählen wir aus dem Buch von Enver Hoxha, „Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus“, ein geeignetes Kapitel aus (Seite 15 – 18, 22 - 23):

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Je mehr Fortschritte die Sache der Revolution machte, je mehr Verbreitung der Marxismus-Leninismus unter den breiten Volksmassen fand, desto mehr Aufmerksamkeit verwandte der Imperialismus auf den Einsatz des Revisionismus als bevorzugte Waffe gegen die siegreiche Ideologie des Proletariats, um sie zu untergraben.

So war es zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach dem Erscheinen des ´Kommunistischen Manifests` und anderer Werke von Marx und Engels und angesichts des wachsenden Einflusses der Marxismus unter den werktätigen Massen Europas. Genau zu dieser Zeit breiteten sich in England die reformistische Strömung der Trade-Unionisten, in Frankreich die kleinbürgerlichen Ansichten Proudhons, in Deutschland die kleinbürgerlichen Vorstellungen Lassalles, in Russland und anderswo die anarchistischen Ideen Bakunins usw. aus. Diese Erscheinung zeigte sich auch nach den heroischen Ereignissen der Pariser Kommune, als die Bourgeoisie, der infolge der Verbreitung ihres großen Beispiels die Angst in die Glieder gefahren war, die neue opportunistische Strömung Bernsteins ermunterte, der versuchte, den Marxismus seines revolutionären Inhalts zu berauben und ihn für die politische Herrschaft der imperialistischen Bourgeoisie unschädlich zu machen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die politischen und ökonomischen Bedingungen für die Revolution und die Machtergreifung durch das Proletariat immer mehr heranreiften, gab die Bourgeoisie der opportunistischen Strömung der II. Internationale jede Unterstützung und benutzte sie ausgiebig für ihre Manöver zur Vorbereitung und Entfesselung des ersten Weltkrieges.

Nach dem historischen Sieg der Oktoberrevolution, als der Sozialismus von einer revolutionären Theorie und Bewegung zu einem sozialökonomischen System geworden war, das auf einem Sechstel des Erdballs gesiegt hatte, sah sich der Kapitalismus gezwungen, seine Strategie und Taktik zu ändern. Er verstärkte Gewalt und Terror innerhalb des Landes noch mehr, begann die brutalsten Mittel zu verwenden, um seine Herrschaft zu festigen, und ging dabei sogar so weit, den Faschismus an die Macht zu bringen. In erster Linie verstärkte er noch mehr die Demagogie und Propaganda, um den Marxismus-Leninismus herabzusetzen und zu entstellen. Dazu fand er neue pseudo-marxistische ´Theorien` , verleumdete die Sowjetunion und bereitete den Krieg gegen sie vor. Der Imperialismus, schrieb Lenin zu jener Zeit,

`... hat erkannt, dass der Bolschewismus ein internationaler Faktor geworden ist, und deshalb bemüht er sich, uns so schnell wie möglich zu erwürgen, er will zuerst mit den russischen Bolschewiki und danach mit seinen eigenen aufräumen` (Lenin, Werke Band 28, Seite 213).

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1918 begannen die englischen, amerikanischen, französischen und japanischen Imperialisten die militärische Intervention gegen Russland. Der Kampf gegen den ersten Arbeiter- und Bauernstaat vereinigte alle reaktionären Kräfte in einem einzigen Lager. Zum Angriff auf die Oktoberrevolution und auf die proletarische Macht traten auch die Opportunisten an und die Renegaten des Marxismus. Kautsky in Deutschland, Otto Bauer und Karl Renner in Österreich, Léon Blum und Paul Boncours in Frankreich erhoben sich wütend gegen die Oktoberrevolution, gegen die leninistische Strategie und Taktik der Revolution. Sie bezeichneten die Oktoberrevolution als gesetzwidirig, als Abkehr vom Weg der historischen Entwicklung, als Abweichung von der marxistischen Theorie. Sie predigten die friedliche Revolution ohne Gewalt und Blut, die Machtergreifung über Parlamentsmehrheiten; sie waren gegen die Verwandlung des Proletariats in die herrschende Klasse. Sie hoben die bürgerliche Demokratie in den Himmel und griffen die Diktatur des Proletariats an.

Als die bewaffnete Intervention gegen Sowjetrussland scheiterte, als es der Sozialdemokratie nicht gelang, die Schaffung neuer kommunistischer Parteien zu verhindern und den großen revolutionären Schwung der werktätigen Massen Europas aufzuhalten, setzte die Bourgeoisie all ihre Hoffnungen auf die Spaltung der Front des Kommunismus

´ von innen ... und [sucht] dabei ihre Helden unter den Führern der KPR (B) ...` (Stalin, Werke, Band 6, S. 239).

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Die Trotzkisten kamen erneut mit der ´Theorie der permanenten Revolution` an, die besagte, ohne den Sieg der Revolution in den anderen Ländern könne der Sozialismus in der Sowjetunion nicht aufgebaut werden. Sie verschmolzen im Kampf gegen den Sozialismus mit der Bourgeoisie zu einer einzigen Front. Stalin betonte zu Recht, dass eine feindliche Einheitsfront entstanden war, die von Chamberlain bis Trotzki reichte. Auch die Rechten, die Bucharinisten, fielen über den Sozialismus her. Sie waren für die Einstellung des Klassenkampfes und predigten die Möglichkeit des Hinüberwachsens des Kapitalismus in den Sozialismus.

Besonders nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Strategie des Imperialismus einen noch ausgeprägteren konterrevolutionären und anti-kommunistischen Charakter. Das war eine Folge davon, dass durch die Verschiebung des Kräfteverhältnisses zu Gunsten des Sozialismus und der Revolution das ganze kapitalistische System in den Grundfesten erschüttert wurde. Diese Veränderungen setzten die Frage der Revolution und des Sieges des Sozialismus nicht mehr nur in einem oder zwei Ländern, sondern in ganzen Regionen und Kontinenten auf die Tagesordnung. Der Imperialismus, mit dem amerikanischen an der Spitze, setzte diesmal seine größten Hoffnungen auf die Militarisierung des gesamten Lebens, auf die Militärblöcke und – pakte zum Zwecke einer gewaltsamen Intervention und eines offenen Krieges gegen den Sozialismus, die revolutionären und Befreiungsbewegungen der Völker. Sehr viel versprach er sich aber auch von der Neubelebung und Aktivierung aller opportunistischen Kräfte. So wollte er die sozialistischen Länder und die kommunistischen Parteien von innen her zersetzen und in die Entartung treiben“ (Seite 15 – 18).

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Auf den Schlachtfeldern dieses Krieges wurden nicht nur die Armeen des Faschismus vernichtet, besiegt wurden auch die anti-kommunistische Ideologie des Weltimperialismus und die konterrevolutionäre Politik des internationalen Opportunismus. (...) Die gemeinsame Linie, die die imperialistischen Mächte nach dem Krieg ausarbeiteten, hatte zwei Hauptstoßrichtungen (...)

(...) Zweitens bestand für das Kapital die Grundfrage darin, eine frontale Zersetzungstätigkeit gegen die marxistisch-leninistische Ideologie zu entfalten, um den revolutionären Teil der Werktätigen ihrem Einfluss zu entziehen und den Sozialismus zur Entartung zu treiben.

Außer dem zügellosen Wettrüsten, der Militarisierung der Wirtschaft, den Wirtschaftsblockaden gegen die sozialistischen Länder bot der Imperialismus in seinem wütenden Feldzug gegen die Revolution und den Sozialismus auch zahlreiche Propagandamittel, Philosophen, Ökonomen, Soziologen, Schriftsteller und Historiker auf, um den Kapitalismus und den kapitalistischen Staat als verändert, als „Volkskapitalismus“, als „Wohlfahrtsstaat“ usw. hinzustellen. Die Bourgeoisie nutzte auch die günstige Wirtschaftskonjunktur nach dem Krieg, um großspurig die ´Blüte des Kapitalismus` zu verkünden, unter den Massen Illusionen über eine angebliche Beseitigung von Krisen, Anarchie, Arbeitslosigkeit und anderen Übeln des Kapitalismus zu verbreiten, ihnen vorzuspiegeln, der Kapitalismus habe sich dem Sozialismus, der als ´totalitäre` Ordnung hinter dem ´eisernen Vorhang` usw. hingestellt wurde, überlegen gezeigt.

In Augenblicken der Agonie und der allgemeinen Krise ihres kapitalistischen Systems ermuntert, fördert und mobilisiert die Bourgeoisie unter anderem auch die verschiedenen opportunistischen und revisionistischen Strömungen, um den Befreiungskampf der Völker zu behindern, die proletarische Revolution zu ersticken, den Sozialismus zu zerschlagen und ihre Stellungen zu verteidigen und zu konsolidieren. Diese Feinde des Proletariats und der Revolution boten alle Kräfte auf, in erster Linie, um den Marxismus-Leninismus, die Ideologie, die der Arbeiterklasse die Einsicht in ihre soziale Lage und ihre historische Mission vermittelt, anzugreifen, zu entstellen, unschädlich für die Bourgeoisie und wertlos für das Proletariat zu machen. Diese gemeine Verräterrolle haben auch die neuen Strömungen des Revisionismus übernommen, die nach dem zweiten Weltkrieg aufgetreten sind und kurz ´moderner Revisionismus` genannt wurden.

Der moderne Revisionismus, die Fortsetzung der anti-marxistischen Theorien der Parteien der II. Internationale, der europäischen Sozialdemokratie, entsprach den Verhältnissen nach dem Zweiten Weltkrieg. Er hat seinen Ursprung in der hegemonistischen Politik des amerikanischen Imperialismus. Die Spielarten und Strömungen des modernen Revisionismus haben die gleichen Grundlagen und die gleiche Strategie, sie unterscheiden sich lediglich in der Taktik und den Kampfformen, die sie verwenden“ (ebenda, Seite 22- 23).

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Die heutigen Revisionisten folgen Schritt auf Schritt den Fußstapfen der Sozialdemokratie, die ein Lakai der Bourgeoisie ist, eine Waffe zur Konsolidierung der kapitalistischen Ordnung, zur Unterdrückung der Revolution und zur Unterhöhlung des Sozialismus. Der Revisionismus und die Sozialdemokratie sind zwei Erscheinungen ein und derselben bürgerlichen Ideologie; die eine in der kommunistischen Bewegung und die andere in der Arbeiterbewegung. Es sind die gemeinsame ideologische Grundlage und die gemeinsamen politischen Ziele, welche den Revisionismus und die Sozialdemokratie einander näher bringen, sie vereinigen und in einen einzigen anti-marxistischen, anti-sozialistischen und konterrevolutionären Strom zusammenfließen lassen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, Seite 221, dt. Ausgabe). So geschehen in den ehemaligen volksdemokratischen Staaten Osteuropas.

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Die Vorentwicklung hin zum Revisionismus

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Wann kann man eigentlich anfangen, überhaupt von den ersten revisionistischen Erscheinungen in der Geschichte zu sprechen?

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Wir unterscheiden bekanntlich vier verschiedene Gesellschaftsformationen mit eigener Klassenideologie:

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die Sklavenhalterideologie, die feudale, die bürgerliche und die sozialistische. Diesen ideologisch Formen der Klassenideologie entsprechen die ihnen zugeordneten jeweiligen Formen des Revisionismus, die anfangs, also zu Beginn der Klassengesellschaft zugegebenermaßen noch schwach entwickelt, bruchstückhaft waren. Jedoch selbst die allerersten primitiven Formen des Revisionismus waren immerhin bereits Formen des Revisionismus, waren Keime der weiteren Entwicklung, ohne die es auch nicht die höchst entwickeltste Form, die Form des modernen Revisionismus, gegeben hätte. Die höheren Formen des Revisionismus lösten seine niederen Formen ab.

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Der Kampf gegen den Revisionismus war in der gesamten Geschichte des Klassenkampfes ein Bestandteil des grundsätzlichen Kampfes zwischen Materialismus und Idealismus. So wurde die Dialektik durch Eklektizismus schon in der Geschichte der klassischen griechischen Philosophie ersetzt. Lenin schreibt hierzu:

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Ein solcher Ersatz ist natürlich nichts Neues, er war sogar in der Geschichte der klassischen Philosophie zu beobachten. Bei der Umfälschung des Marxismus in Opportunismus pflegt die Umfälschung der Dialektik in Eklektizismus die Massen am leichtesten zu täuschen, sie gewährt eine scheinbare Befriedigung, berücksichtigt scheinbar alle Seiten des Prozesses, alle Entwicklungstendenzen, alle widerspruchsvollen Einflüsse usw., während sie in Wirklichkeit gar keine einheitliche und revolutionäre Auffassung des gesellschaftlichen Entwicklungsprozesses gibt“ (Lenin, Aus: „Staat und Revolution“ (August-September 1917).

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Ein Meister der Umfälschung der Dialektik in Eklektizismus, der Umfälschung des Marxismus-Leninismus in Opportunismus, war Mao Tsetung, doch dazu später.

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Der Entstehungsgeschichte des Revisionismus lässt sich folgenden Gesellschaftsformationen zuordnen:

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1.

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der Revisionismus als Agentur der Sklavenhaltergesellschaft,

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2.

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der Revisionismus als Agentur der feudalen Klassenherrschaft,

3.

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der Revisionismus als Agentur der bürgerlichen Klassengesellschaft und

4.

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der Revisionismus in der sozialistischen Klassengesellschaft.

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Durch die Negation der Negation haben die jeweilig nachfolgenden herrschenden Klassen die lückenhaften und fehlerhaften Formen des Revisionismus der vorangegangenen Klassengesellschaft ständig und allmählich überwunden, verfeinert und vervollkommnet.

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Bis zur ausgereiftesten, stärksten und höchsten Form aller revisionistischen Formen, also bis zum modernen Revisionismus, hat es eine lange Entwicklungsgeschichte des Revisionismus gegeben, wobei wir Marxisten-Leninisten stets den dialektischen und historischen Materialismus als Grundlage der Erforschung der Geschichte des Revisionismus heranziehen.

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Die Kritik am Revisionismus, die Erforschung des Revisionismus ist eine Wissenschaft, eine historische Wissenschaft, die Wissenschaft von der geschichtlichen Entwicklung des Revisionismus, die nebenbei bemerkt, selbstverständlich nur im Kampf der Meinungen, nur durch Freiheit der Kritik entwickeln und heranwachsen kann.

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Die Dialektik des Revisionismus ist die Erforschung der Widersprüche, die dem Wesen des Revisionismus innewohnen.

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Mit der marxistisch-leninistischen, dialektischen Methode unterscheiden wir in Anlehnung an Stalins „DiaMat und HistoMat“ die bekannten vier Grundzüge der dem Revisionismus innewohnenden Widersprüche:

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erstens:

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Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik den Revisionismus nicht unabhängig von der revolutionären Ideologie. Die revisionistische und die revolutionäre Ideologie sind voneinander nicht losgelöst, nicht voneinander isoliert und nicht voneinander unabhängig zu betrachten, sondern bilden ein zusammenhängendes einheitliches Ganzes, wobei Revisionismus und revolutionäre Ideologie miteinander organisch verbunden sind, voneinander abhängen, und einander bedingen (Standpunkt des gegenseitigen Zusammenhangs und der Verkettung von der Entwicklungsgeschichte des Revisionismus und der Entwicklungsgeschichte der revolutionären Ideologie);

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zweitens:

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Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik den Revisionismus nicht als einen Zustand der Ruhe und Unbeweglichkeit, des Stillstands und der Unveränderlichkeit, sondern als Zustand unaufhörlicher Bewegung und Veränderung, unaufhörlicher Erneuerung und Entwicklung, in welchem immer irgend etwas entsteht und sich entwickelt, irgendetwas zu Grunde geht und sich überlebt (Standpunkt der dem Revisionismus innewohnenden Bewegungen, Veränderungen, Entwicklungen / Standpunkt des Entstehens und Vergehens des Revisionismus);

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drittens:

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Im Gegensatz zur Metaphysik betrachtet die Dialektik den Entwicklungsprozess des Revisionismus nicht als einfachen Wachstumsprozess, in welchem quantitative Veränderungen nicht zu qualitativen Veränderungen führen, sondern als eine Entwicklung, die von den unbedeutenden und verborgenen quantitativen Veränderungen zu sichtbaren Veränderungen übergeht, in welcher die qualitativen Veränderungen nicht allmählich, sondern rasch, plötzlich, in Gestalt eines sprunghaften Übergangs von dem einen Zustand zu dem anderen Zustand eintreten, nicht zufällig, sondern gesetzmäßig, als Ergebnis der Ansammlung unmerklicher und allmählicher quantitativer Veränderungen. Der Entwicklungsprozess des Revisionismus verläuft weder kreisförmig, noch in einer sich wiederholenden Bewegung, sondern als eine fortschreitende, aufsteigende Bewegung, als Übergang von einem alten qualitativen Zustand zu einem neuen qualitativen Zustand, als Entwicklung von Einfachem zu Komplizierten, von Niederem zu Höherem (Standpunkt des Umschlagens von Quantität in Qualität in qualitativen Sprüngen, Standpunkt der fortschreitenden, aufsteigenden Entwicklungsbewegung);

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viertens:

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Im Gegensatz zur Metaphysik geht die Dialektik davon aus, dass dem Revisionismus, den revisionistischen Erscheinungen innere Widersprüche eigen sind, denn sie haben ihre negative und positive Seite, ihre Zukunft und Vergangenheit, ihr Ablebendes und sich Entwickelndes, dass der Kampf dieser Gegensätze, der Kampf zwischen Altem und Neuen, zwischen Absterbendem und neu Entstehendem, zwischen Ablebendem und sich Entwickelndem, den inneren Gehalt des Entwicklungsprozesses, den inneren Gehalt des Umschlagens quantitativer Veränderungen in qualitative bildet. Der Revisionismus entwickelt sich in Form des Hervorbrechens seiner Widersprüche, in Form eines Kampfes gegensätzlicher Tendenzen, die auf der Grundlage dieser Widersprüche wirksam sind. (Standpunkt der Entwicklung durch die Einheit, Identität und den Kampf der Gegensätze)

Der Revisionismus wird von uns Marxisten-Leninisten betrachtet vom Standpunkt der Bedingungen, die diese oder jene Ordnung und diese oder jene gesellschaftliche Bewegung hervorgebracht haben und mit denen sie verbunden sind. Der Revisionismus ist also ein historisches Produkt, das zu verschiedenen Zeiten sehr verschiedene Formen und auch verschiedene Inhalte hatte.

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Das wesentliche Charakteristikum des Entwicklungsprozesses des Revisionismus ist die Wiederholung bestimmter revisionistischer Züge und Eigenschaften des alten Revisionismus der II. Internationale durch den modernen Revisionismus der revisionistischen Länder und seine scheinbare Rückkehr zu den Wurzeln des alten Revisionismus auf höherer Stufe.

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Offenbart das Gesetz von der Einheit und dem Kampf der Gegensätze die innere Quelle des Entwicklungsprozesses des modernen Revisionismus und das Gesetz des Übergangs quantitativer revisionistischer Veränderungen in qualitative den Inhalt des modernen Revisionismus, so erfasst das Gesetz der Negation der Negation den revisionistischen Prozess im Ganzen, wobei jedes Entwicklungsstadium des modernen Revisionismus als Moment, als Etappe (zum Beispiel der Entwicklung unter der Diktatur des Proletariats, der Entwicklung zur Zeit der Machtübernahme und der Entwicklung bis zu seinem Zerfall) des gesamten Prozesses untersucht und die Verbindung, die Kontinuität und Fäulnischarakter der Entwicklung hervorgehoben wird, in der jedes Moment die Negation des alten Revisionismus und zugleich die Voraussetzung für die eigene Negation des modernen Revisionismus, also für den Neo-Revisionismus, ist.

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In der Entstehungsphase ist der Revisionismus, wenn man ihn an seiner sozialfaschistischen Fratze im reifen Stadium misst, relativ „friedlich“. Er trägt zunächst noch nicht einmal die Uniform einer eigenen Richtung, sondern drückt sich eher als Stimmung und seichten Windhauch aus. Hat sich der Wind aber erst einmal in einer Richtung gesammelt und formiert, dann geraten in seinen Sog einzelne Gruppen, die ganze Schichten, eine Menge anti-proletarischer Elemente mit aufwirbeln, bis der Revisionismus schließlich Orkanstärke annimmt und zur Staatsdoktrin der neuen herrschenden bürgerlich-revisionistischen Klasse aufsteigt, um – nachdem er in seiner maßlosen Fresssucht genügend Fett angesetzt hat - wie ein überfressener Bauch zu bersten, sich in verschiedene Strömungen zu spalten, sich zu zersplittern in verschiedene Richtungen, überhaupt die Orientierung zu verlieren und als seichtes Lüftchen und schließlich als kaum zu deutende Stimmung in seine Ursprungsform – oder besser gesagt in seinen unförmigen, amöbenartigen Zustand, einem schwer zu fassenden Zustand, zurückzukehren, und er dann fast völlig von der Oberfläche zu verschwinden scheint, bevor er sich regeneriert und das Spiel wieder von Neuem beginnt auf fortgeschrittener Stufenleiter. Doch dazu später, wenn wir uns mit den Häutungen, dem Entstehen und Vergehen, des Revisionismus beschäftigen.

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Vom historischen Materialismus aus betrachtet machte der Revisionismus in der Geschichte der Ablösung der alten Klassengesellschaft durch die neue gesetzmäßig charakteristische Entwicklungsphasen durch:

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Phase 1:

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revisionistischer Kampf der alten Klassengesellschaft gegen die Entstehung und Herausarbeitung der Weltanschauung der revolutionären Klasse zur Aufrechterhaltung der alten Herrschaftsverhältnisse;

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2. Phase:

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der revisionistische Kampf zur Wiedererrichtung der alten Klassengesellschaft, also in der Phase, wo die neue die alte Klassengesellschaft bereits durch die Revolution abgelöst hat. Und wo dies gelungen ist, die 3. Phase: revisionistischer Kampf gegen die Wiedererrichtung der neuen Gesellschaft.

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Im Grunde gibt es zwei verschiedene Hauptarten des Revisionismus, die sich wesentlich voneinander unterscheiden:

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erstens:

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der vor-marxistische Revisionismus, der lediglich dazu diente, die Ablösung der herrschenden Ideologie der alten Klassengesellschaft durch eine andere, durch die revolutionäre Ideologie der neuen Klassengesellschaft aufzuhalten, hinauszuzögern bzw. zu verhindern oder diese sogar zurückzuerobern – eben als Agentur der reaktionären Klassen innerhalb der revolutionären Klassenbewegungen;

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zweitens:

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der anti-marxistische Revisionismus, also jener eigentliche Revisionismus, mit dem wir uns hier beschäftigen, der also mit dem Marxismus aufkam, nämlich nicht irgendeine, sondern die Klassengesellschaft insgesamt, die Klassengesellschaft „als solche“, gegen die klassenlose Gesellschaft zu verteidigen, die Entstehung der klassenlosen Gesellschaft, die Abschaffung der Klassen zu verhindern, bzw. zu versuchen, die Klassengesellschaft auf dem Wege zur klassenlosen Gesellschaft wieder zu restaurieren mit Hilfe der Agenturen der Bourgeoisie innerhalb des revolutionären Proletariats.

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Das sind die zwei grundsätzlich verschiedenen Hauptarten des Revisionismus, die der Marxismus-Leninismus unterscheidet.

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Jeder, der im Internet surft, kennt „Trojanische Pferde“. Die gab es schon vor Tausenden von Jahren. Stets haben sich in der Geschichte der Klassengesellschaft die Konterrevolutionäre als „Revolutionäre“ verkleidet, um in die revolutionäre Bewegung einzudringen, um sie besser niederschlagen zu können - also schon lange vor der proletarischen Revolution. In der Geschichte des Klassenkampfes, insbesondere in Situationen, wo sich aus der alten Klassengesellschaft die neue herausbildete, wo die alten Klassen schon nicht mehr allein mit ihrer eigenen, alten Klassenideologie die neue Klassenideologie der aufkommenden Klassen genügend beeinflussen konnten, da versuchten sie in das Gewand der revolutionären Klassenideologie zu schlüpfen, um die revolutionären Umwälzungen in der Gesellschaft zu unterhöhlen – mit dem Ziel, die aufstrebenden Klassen vom Aufbau ihrer neuen Klassengesellschaft abzuhalten und diese dazu zu bewegen, zur alten Klassengesellschaft zurückzukehren bzw. die alte Klassenordnung sogar wieder herzustellen, wenn die neue Klassengesellschaft bereits die Macht übernommen hatte. Diese allgemeine Taktik, „die ideologische Festung von innen zu nehmen“, ist im Wesen dann eine revisionistische Taktik, wenn damit eine Revision der revolutionären Klassenideologie zwecks ihrer Liquidierung bzw. ihre Assimilierung zurück in die alte Klassenideologie verbunden ist, die die alten Klassen mit ihren Agenturen innerhalb der revolutionären Klassenbewegung anwenden. (Zur Anregung sei hier redaktionell vermerkt, dass es für die heutige Fortsetzung des Kampfes gegen den Revisionismus von großem Nutzen wäre, einmal im historischen Rückblick die revisionistischen Erscheinungsformen bei der Ablösung der einen durch die andere Gesellschaftsformation genauer zu untersuchen und diese wissenschaftlich herauszuarbeiten, sie zu verallgemeinern und Schlussfolgerungen für den aktuellen Kampf gegen den Revisionismus zu ziehen).

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Den (anti-marxistischen) Revisionismus definiert der Marxismus-Leninismus als die bürgerliche Auffassung von Sozialismus, die im Gewande des Marxismus vorgetragen wird, um den Kapitalismus auf diese einzigartige Weise retten zu können.

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Der Revisionismus ist keine Erfindung der Bourgeoisie, sondern existierte schon als es noch gar keine Bourgeoisie gab. Der (anti-marxistische) Revisionismus entstand erst mit dem Marxismus, während es den bürgerlichen Sozialismus schon vorher gab. Die bürgerliche Auffassung vom Sozialismus ist also viel älter als die des Marxismus, also älter als die Ideen des proletarischen Sozialismus, was man nicht außer Acht lassen darf, wenn man die Geschichte des Revisionismus von ihren Anfängen aus studieren will. Aber auch der bürgerliche Sozialismus war nicht zuerst da. Zuerst gab es den feudalen Sozialismus, wo die feudalen Klassen mit der Bourgeoisie im Wesen nichts anderes taten, wie später die Bourgeoisie mit der Arbeiterklasse.

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Es war nicht die Bourgeoisie, die sich zum Vertreter von Arbeiterinteressen demagogisch ins Zeug legte, sondern es waren vor ihr schon die feudalen Klassen, die die Bourgeoisie wegen der Ausbeutung der Arbeiterklasse anklagten, nur um ihre alte Feudalgesellschaft aufrechtzuerhalten bzw. zurückzuerobern. Auf diese Art entstand der feudale Sozialismus ( und damit auch eine gewisse Vorform des späteren anti-marxistischen Revisionismus: „Revisionismus der Feudalisten zum Zwecke der Restauration der Feudalgesellschaft“).

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„Den proletarischen Bettelsack schwenkten sie als Fahne in der Hand, um das Volk hinter sich zu versammeln (...) Wenn sie [die Feudalen – Anmerkung der Redaktion] nachweisen, dass unter ihrer Herrschaft nicht das moderne Proletariat existiert hat, so vergessen sie nur, dass eben die moderne Bourgeoisie ein notwendiger Sprössling ihrer Gesellschaftsordnung war. (...) Wie der Pfaffe immer Hand in Hand ging mit dem Feudalen, so der pfäffische Sozialismus mit dem feudalistischen. (... ) Der christliche Sozialismus ist nur das Weihwasser, womit der Pfaffe den Ärger des Aristokraten einsegnet““ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“, Seite 69/70, dt. Ausgabe, Dietz Verlag 1969).

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Nun, seit dem Erscheinen des „Kommunistischen Manifests“ von Marx und Engels wissen wir außerdem, dass es auch noch den kleinbürgerlichen Sozialismus gab. Das Kleinbürgertum begann erst in der bürgerlichen Gesellschaft zwischen Bourgeoisie und Proletariat zu schweben, und zwischen beiden Klassen hin und her zu schwanken. Das Kleinbürgertum ist bekanntlich eine viel ältere Klasse als die Bourgeoisie. Die Bourgeoisie ist ja schließlich erst aus dem Kleinbürgertum entstanden, wie der Begriff des BÜRGERTUMS im Begriff KleinBÜRGERTUM enthalten ist. Besonders in bäuerlichen Ländern trat das Kleinbürgertum im Namen des Proletariats gegen die Bourgeoisie auf, woraus sich der kleinbürgerliche Sozialismus herausbildete:

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Seinem positiven Gehalte nach will jedoch dieser Sozialismus entweder die alten Produktions- und Verkehrsmittel wieder herstellen und mit ihnen die alten Eigentumsverhältnisse und die alte Gesellschaft, oder er will die modernen Produktions- und Verkehrsmittel in den Rahmen der alten Eigentumsverhältnisse, die von ihnen gesprengt wurden, gesprengt werden mussten, gewaltsam wieder einsperren. In beiden Fällen ist er reaktionär und utopisch zugleich“ (Marx, Engels, ebenda, Seite 72).

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Aus dem „Kommunistischen Manifest“ erfahren wir ferner, dass alles Revolutionäre, alles Sozialistische, alles Proletarische, was die Pariser Kommune beispielsweise hervorgebracht hatte, vom deutschen, vom „wahren“ Sozialismus revidiert wurde, um das Proletariat in Deutschland daran zu hindern, sich ebenso wie die Pariser Arbeiter revolutionär zu erheben und ihre Kommune zu errichten. Das war im Grunde auch eine Art Revisionismus.

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Die französische sozialistisch-kommunistische Literatur wurde so förmlich entmannt“ (Seite 74).

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Er [der deutsche Sozialismus – Anmerkung der Redaktion] diente den deutschen absoluten Regierungen mit ihrem Gefolge von Pfaffen, Schulmeistern, Krautjunkern und Bürokraten als erwünschte Vogelscheuche gegen die drohend aufstrebende Bourgeoisie. (...) „Von der industriellen und politischen Herrschaft der Bourgeoisie fürchtet es [das deutsche Kleinbürgertum – Anmerkung der Redaktion] den sicheren Untergang, einerseits infolge der Konzentration des Kapitals, andererseits durch das Aufkommen des revolutionären Proletariats. (...) Er [der deutsche kleinbürgerliche Sozialismus – Anmerkung der Redaktion] zog die letzte Konsequenz, indem er direkt gegen die ´rohdestruktive` Richtung des Kommunismus auftrat und seine unparteiische Erhabenheit über alle Klassenkämpfe verkündete“ (Seite 75/76).

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Marx und Engels betrachteten dann den bürgerlichen Sozialismus, den sie „konservativen oder Bourgeoissozialismus“ nannten. „Es gehören hierher: Ökonomisten, Philanthropen, Humanitäre, Verbesserer der Lage der arbeitenden Klassen, Wohltätigkeitsorganisierer, Abschaffer der Tierquälerei, Mäßigkeitsvereinsstifter, Winkelreformer der buntscheckigsten Art. Und auch zu ganzen Systemen ist dieser Bourgeoissozialismus ausgearbeitet worden. (...) Die sozialistischen Bourgeois wollen die Lebensbedingungen der modernen Gesellschaft ohne die notwendig daraus hervorgehenden Kämpfe und Gefahren. Sie wollen die bestehende Gesellschaft mit Abzug der sie revolutionierenden und sie auflösenden Elemente. Sie wollen die Bourgeoisie ohne das Proletariat. (...) Wenn er [der Bourgeoissozialismus – Anmerkung der Redaktion] das Proletariat auffordert, seine Systeme zu verwirklichen und in das neue Jerusalem einzugehn, so verlangt er im Grunde, dass es in der jetzigen Gesellschaft stehenbleibe, aber seine gehässigen Vorstellungen von derselben abstreife“ (Seite 76/77).

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Das, was Enver Hoxha am modernen Revisionismus kritisierte, insbesondere in seiner Kritik an den Euro“kommunisten“, die die Existenz des Proletariats leugneten, ist im Grunde genommen dem Wesen nach nichts anderes als das, was Marx und Engels am Bourgeoissozialismus kritisierten.

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Eine zweite, weniger systematische, nur mehr praktische Form dieses Sozialismus suchte der Arbeiterklasse jede revolutionäre Bewegung zu verleiden, durch den Nachweis, wie nicht diese oder jene politische Veränderung, sondern nur eine Veränderung der materiellen Lebensverhältnisse, der ökonomischen Verhältnisse ihr von Nutzen sein könne. Unter Veränderung der materiellen Lebensverhältnisse versteht dieser Sozialismus aber keineswegs Abschaffung der bürgerlichen Produktionsverhältnisse, die nur auf revolutionärem Wege möglich ist, sondern administrative Verbesserungen, die auf dem Boden dieser Produktionsverhältnisse vor sich gehen, also an dem Verhältnis von Kapital und Lohnarbeit nichts ändern, sondern im besten Fall der Bourgeoisie die Kosten ihrer Herrschaft vermindern und ihren Staatshaushalt vereinfachen. (...) Der Sozialismus der Bourgeoisie besteht eben in der Behauptung, dass die Bourgeois Bourgeois sind – im Interesse der arbeitenden Klasse“ (Seite 77).

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Darauf beriefen sich später auch die Ökonomisten, die Sozialdemokraten, die Euro“kommunisten“ usw. usf.).

Schließlich führten Marx und Engels noch den „Kritisch-utopistischen Sozialismus und Kommunismus“ auf:

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Die ersten Versuche des Proletariats, in einer Zeit allgemeiner Aufregung, in der Periode des Umsturzes der feudalen Gesellschaft direkt sein eigenes Klasseninteresse durchzusetzen, scheiterten notwenig an der unentwickelten Gestalt des Proletariats selbst wie an dem Mangel der materiellen Bedingungen seiner Befreiung, die eben erst das Produkt der bürgerlichen Epoche sind. (...) Die eigentlich sozialistischen und kommunistischen Systeme, die Systeme St.-Simons, Fouriers, Owens usw., tauchen auf in der ersten, unentwickelten Periode des Kampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie ... (...) sie erblicken auf der Seite des Proletariats keine geschichtliche Selbsttätigkeit, keine ihm eigentümliche politische Bewegung. (...) Sie verwerfen ... alle politische, namentlich alle revolutionäre Aktion, sie wollen ihr Ziel auf friedlichem Wege erreichen... Die Bedeutung des kritisch-utopistischen Sozialismus und Kommunismus steht im umgekehrten Verhältnis zur geschichtlichen Entwicklung. In demselben Maße, worin der Klassenkampf sich entwickelt und gestaltet, verliert diese phantastische Erhebung über denselben, diese phantastische Bekämpfung desselben allen praktischen Wert, alle theoretische Berechtigung. Waren daher die Urheber dieser Systeme auch in vieler Beziehung revolutionär, so bilden ihre Schüler jedes Mal reaktionäre Sekten. Sie halten die alten Anschauungen der Meister fest gegenüber der geschichtlichen Fortentwicklung des Proletariats. Sie suchen daher konsequent den Klassenkampf wieder abzustumpfen und die Gegensätze zu vermitteln.“ (Seite78, 79, 80).

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Erst der Marxismus hat den Sozialismus aus einer Utopie zur Wissenschaft gemacht, während die Bourgeoisie den Spieß umdreht und versucht, die sozialistische Wissenschaft wieder in eine Utopie zurückzuverwandeln.

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Ziehen wir heute einen Vergleich. Die Entwicklung des internationalen Klassengegensatzes hält gleichen Schritt mit der Globalisierung, finden sich darin die materiellen Bedingungen für die internationale Befreiung des Proletariats, wie sie sich noch zur Zeit des Sozialismus „in einem Land“ so nicht entwickelt hatten und sich auch noch nicht entwickeln konnten, deswegen das Ende der Periode des Sozialismus „in einem“ Land. In dem Maße wie sich der Klassenkampf als einheitlicher internationaler Klassenkampf entwickelt, verliert der Klassenkampf in einem einzeln genommenen Land, (wie er einst zum Sozialismus in „einem“ Land führte,) seine Bedeutung, was nicht etwa heißt, dass dieser nun gar keine Bedeutung mehr hat. Im Gegenteil, er wird noch mehr Bedeutung bekommen und zwar in dem Maße wie er konkret zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution beitragen wird. Es gibt Genossinnen und Genossen, die diese Weiterentwicklung des internationalisierten Klassenkampfes nicht begreifen können oder nicht begreifen wollen und es vorziehen, auf den alten Positionen zu verharren und die Globalisierung des Klassenkampfes, die Globalisierung der sozialistischen Revolution, die Globalisierung der Diktatur des Proletariats, zu ignorieren.

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Sie wollen nicht sehen, dass das Gesetz der Unvermeidbarkeit des Revisionismus im Kapitalismus unmöglich seine Wirkung verlieren kann, wenn 1. der Kampf gegen den Revisionismus nicht auf eine höhere qualitative Stufe gehoben wird, d.h. wenn der Kampf nicht gegen jenen Revisionismus geführt wird, der den neuen Bedingungen und Erfordernissen der Klassenpolitik der Weltbourgeoisie des globalisierten Kapitalismus angepasst worden ist und 2. wenn der alte Kampf gegen den modernen Revisionismus einfach nur in Form einer Wiederholung fortgesetzt wird. Jeder Kampf gegen die Weiterentwicklung des Revisionismus endet im Ergebnis früher oder später unvermeidlich wieder und wieder in Revisionismus, erzeugt unweigerlich immer wieder neuen Revisionismus, wenn dieser Kampf nicht auf der Grundlage des weiter entwickelten dialektischen Materialismus fortgesetzt das heißt einfach nur mechanisch wiederholt wird.

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Sich der Notwendigkeit zu verweigern, dass man einem sich - auf neuer historischer Stufe der weltgesellschaftlichen Entwicklung - regenerierenden Revisionismus auch einen sich regenerierenden Marxismus-Leninismus entgegenstellen muss, der kämpft faktisch mit veralteten Waffen gegen neue Waffen, der wendet den Kampf gegen den Revisionismus dogmatisch an, der entwaffnet das anti-revisionistische Weltproletariat, der steht als „heldenhafter Kämpfer gegen den Revisionismus“ auf verlorenem Posten. Ein solcher „anti-revisionistischer“ Kampf aber ist im Wesen schon kein anti-revisionistischer Kampf mehr, sondern ein Kampf gegen die Karrikatur des Revisionismus, ein Kampf gegen revisionistische Windmühlen, ist der Kampf eines anti-revisionistische Don Quichottes. Die anti-revisionistischen Dogmatiker betrachten die gegenwärtige revolutionäre Bewegung als Wiederholung der vergangenen Bewegung ohne damit die Zukunft der Bewegung zu vertreten und zwingen damit der gegenwärtigen Bewegung den Rückschritt auf. Und die Grundfrage dieser revolutionären Bewegung von heute ist nicht mehr nur die Eigentumsfrage in diesem oder jenen sozialistischen Land, sondern die internationale Eigentumsfrage, die Frage der Vergesellschaftung der Welt, die Frage des Eigentums des Weltsozialismus. Wie heißt es im letzten Satz des Kommunistischen Manifests? „Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen“ ... und eben nicht nur die revisionistischen Kettenglieder der Proletarier in einem einzelnen Land zu verlieren, sondern die gesamten internationalen revisionistischen Ketten einer internationalen Klasse, des Weltproletariats !

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Die Proletarier haben nicht nur ein einzelnes proletarisches Land zurückzugewinnen, sondern eine ganze proletarische Welt zu erobern! Der Revisionismus ist also gezwungen, seine Taktik gegenüber früher zu verändern, wenn er die sozialistische Weltrevolution aufhalten will. Der Marxismus-Leninismus aber ist gezwungen, sich im Kampf gegen den neuen Revisionismus nicht „irgendwie“, sondern auf einer höheren Stufe des dialektischen Materialismus weiterzuentwickeln , d.h. auf der Stufe der Negation der Negation des Kampfes gegen den modernen Revisionismus - wenn er denn wirklich die Unvermeidbarkeit des Revisionismus beseitigen will. Darum geht es, und um diese Aufgabe kann sich niemand herummogeln, sie muss angepackt und gelöst werden.

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Was also ist Revisionismus?

 

Revisionismus ist die bürgerliche Revision der proletarischen Ideologie, ist ihre an die bürgerliche Ideologie angepasste Form zum Zwecke der Täuschung und Unterwerfung der Klasse des Proletariats unter die Klasse der Bourgeoisie.

kurz:

Revisionismus ist die verbürgerlichte proletarische Ideologie

 

Natürlich gibt es nicht den Revisionismus, also den „reinen“, abstrakten Revisionismus. Er ist konkret und nimmt damit die unterschiedlichsten Formen, Richtungen, Facetten an, ändert sich unter den ständigen Bedingungen des Klassenkampfes, wirkt selbst auf den Klassenkampf ein in dialektischer Weise usw. usf. Wir versuchen, uns dem Begriff zu nähern, indem wir uns seine Bedeutung im Klassenkampf bewusst machen, indem wir ihn aus seinen wichtigsten Wesenszügen und hauptsächlichen Merkmalen herausschälen, um zu seinem klassencharakteristischen Kern vorzustoßen, dem Gesetz des Revisionismus.

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Revisionismus ist im Grunde ein konterrevolutionäres, ideologisches Werkzeug der Klassenpolitik der Bourgeoisie zur Anpassung der revolutionären proletarischen Klassenbewegung an die bürgerliche Klassengesellschaft mit dem Ziel der Aufrechterhaltung bzw. Wiederherstellung des Herrschafts- und Ausbeutungssystem des Kapitalismus bzw. mit dem Ziel, die Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der sozialistischen Gesellschaft und damit den Übergang zur klassenlosen Gesellschaft zu verhindern – was identisch ist (=Identität, Einheit und Kampf der Gegensätze der Klassenpolitik des Weltproletariats und der Weltbourgeoisie).

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Charakteristisch ist für dieses Werkzeug, dass es innerhalb der feindlichen Klasse nur in maskierter Form, in der maskierten Form des Marxismus wirksam ist.

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Warum? .

Zu einem „revolutionär“ maskierten konterrevolutionären Werkzeug greift das Proletariat eben nur unter der Bedingung, wenn es dieses nicht als klassenfremdes Werkzeug identifizieren kann und es vermeintlich als sein eigenes, marxistisches, betrachtet. Die einzige Möglichkeit der Identifizierung, ob es sich um ein tatsächliches revolutionäres Werkzeug oder nur um ein genauso aussehendes konterrevolutionäres Werkzeug handelt, liefert ganz allein der Marxismus-Leninismus. Deswegen ist die Bourgeoisie gezwungen, die Lupe des Marxismus-Leninismus so zu präparieren, dass das Proletariat darunter nur das sehen kann, was die Bourgeoisie will. Ohne Revision des Marxismus-Leninismus ist die Bourgeoisie dazu aber nicht in der Lage. Mit der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus, vorgenommen von den Revisionisten, aber ist das Proletariat seinerseits gezwungen, den eigenen Kampf gegen den Revisionismus permanent einer selbstkritischen, revolutionären Revision, also einer proletarischen Revision zu unterziehen, um im Klassenkampf gegen den Revisionismus nicht zurückzubleiben und in Nachtrab zu geraten. Die Revision des Marxismus-Leninismus ist also ein doppelseitiger Prozess des Klassenkampfes zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat, das heißt , in Wirklichkeit vollzieht sich nicht der einseitige Prozess der Revision des Marxismus-Leninismus, sondern der doppelseitige Prozess, der widerspruchsvolle Prozess des Kampfes der proletarischen Revision des Marxismus-Leninismus und der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus auf immer höherer Stufenleiter des Klassenkampfes, ein Weltprozess der Beseitigung der Unvermeidbarkeit der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus durch die weltproletarische Revision des Marxismus-Leninismus, ein Prozess der Überwindung des Revisionismus durch den Marxismus-Leninismus. Hat der Marxismus-Leninismus die Macht, kann er den Revisionismus in Schach halten, aber damit hört der Prozess gegen die Überreste der alten Ideologie nicht auf, er hört weder auf im Weltsozialismus, noch im Weltkommunismus, er ist im Grunde Ausdruck des allgemeinen Kampfes des Denkens der menschlichen Gesellschaft, um sich der unendlichen Wahrheit immer mehr zu nähern, ein Kampf, um sich von den Fesseln der unendlichen Unwissenheit immer mehr zu befreien.

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Damit ist der Revisionismus aber noch nicht vollständig erklärt.

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Was fehlt ?

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Es fehlt die Herausarbeitung des Umstands, dass sich die proletarische Revision des Marxismus-Leninismus zwar- wie wir gesehen haben - aus der Kritik an der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus entwickelt, aber eben nicht nur, sie erschöpft sich keineswegs darin.

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Der Marxismus-Leninismus entwickelt seinen Kampf gegen den Revisionismus erst vollständig, wenn er - über die bürgerliche Revision des Marxismus-Leninismus hinaus - jede, das heißt, die ganze bürgerliche Ideologie permanent einer marxistisch-leninistischen Revision unterzieht.

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Der Marxist-Leninist muss die gesamte bürgerliche Ideologie revolutionär umwälzen, denn der Revisionismus schöpft nicht nur aus der ihm klassenfremden marxistisch-leninistischen Ideologie, sondern auch aus der gesamten bürgerlichen Ideologie – und zwar täglich, stündlich ( = kapitalistisch-revisionistische Umkreisung der Ideologie des Marxismus-Leninismus).

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War diese Aufgabe früher von den Klassikern Marx und Engels noch persönlich zu lösen, so war das beim Aufbau des Sozialismus schon nicht mehr der Fall, musste ein ganzes sozialistisches Land, die revolutionäre Arbeiterklasse und ihre sozialistischen Verbündeten, diese Aufgabe planmäßig organisieren. Und wir erinnern uns an Stalin, der auf die Gefahren hinwies, dass die revolutionäre Theorie beim Aufbau und bei der Verteidigung des Sozialismus nach innen und außen tatsächlich weit hinterherhinkte, was zur Entartung sicherlich erheblich beitrug. Im Zeitalter der Globalisierung würde auch der Sozialismus in „einem“ Land, würde die revolutionäre Arbeiterklasse und ihre sozialistischen Verbündeten an ihre Grenzen stoßen, also kann die Aufgabe erst richtig als globales Mammutwerk durch den Weltsozialismus, durch das revolutionäre Weltproletariat und seine sozialistischen Verbündeten gelöst werden. Solange darf man aber nicht die Hände in den Schoß legen. Es ist jetzt die Aufgabe der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, an der Revision der gesamten bürgerlichen Ideologie weiter zu arbeiten, indem sie die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus globalisiert, sich entsprechend global organisisert, indem sie global arbeitsteilig vorgeht, den globalen demokratischen Zentralismus dafür einsetzt usw. usf. Darauf kann hier nicht ausführlich eingegangen werden. Es genügt, darauf hinzuweisen, dass diese Aufgabe unbedingt anzupacken ist, wenn man im Kampf gegen den Revisionismus, den Betrug und die Verdummung der bürgerlichen „Wissenschaft“ internationale Erfolge erzielen will, vor allem aber daraus Nutzen für die sozialistische Weltrevolution ziehen will. Lenin lehrt, worauf es dabei ankommt:

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Im Großen und Ganzen sind die Professoren der politischen Ökonomie nichts anderes als die gelehrten Kommis der Kapitalistenklasse und die Philosophieprofessoren die gelehrten Kommis der Theologen. Die Aufgabe der Marxisten ist nun hier wie dort, zu verstehen, sich die von diesen ´Kommis` gemachten Errungenschaften anzueignen und sie zu verarbeiten ( man kann zum Beispiel, wenn man die neuen ökonomischen Erscheinungen studieren will, keinen Schritt tun, ohne sich der Werke dieser Kommis zu bedienen), und zu verstehen die reaktionäre Tendenz derselben zu verwerfen, der eigenen Linie zu folgen und die ganze Linie der uns feindlichen Kräfte und Klassen zu bekämpfen“(Lenin, Band 14, Seite 347).

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Lenin verwies auf Marx und Engels:

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„Marx und Engels (...)richteten ihre ganze Aufmerksamkeit darauf, dass die Binsenwahrheiten [hier gemeint: des Materialismus; heute würden wir eher sagen, die Binsenwahrheiten des Marxismus-Leninismus – Anmerkung der Redaktion] nicht vulgarisiert, nicht zu sehr versimpelt würden, nicht zu einer Gedankenstagnation führten (...), nicht dazu dass die wertvolle Frucht der idealistischen Systeme, die Hegelsche Dialektik, in Vergessenheit geriete – diese echte Perle, die die Hähne Büchner, Dühring und Co. (...) aus dem Misthaufen des absoluten Idealismus nicht auszusondern verstanden“ (Lenin, Band 14, Seite 241).

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Marx kommt von der Hegelschen Philosophie nur dadurch zum Sozialismus, dass es ihm gelingt, Hegel „auf den Kopf zu stellen“, indem er Hegel überarbeitet, ihn seines Idealismus entkleidet, ihm sozusagen „die idealistische Maske herunterreißt“, um im Begriffsfeld des Kampfes gegen den Revisionismus zu bleiben. Lenin stellte zum Beispiel bei seiner Kritik an der Leibnizschen Philosophie fest:

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„Hier haben wir eine Dialektik eigener Art und eine sehr tiefe, trotz Idealismus und Pfaffentum“ (Lenin, Band 38, Seite 69).

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Und Engels sagte in seinem Vorwort zum Anti-Dühring auf Seite 11 und 12 in Band 20, MEW:

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Dieselben Gesetze, die, ebenfalls in der Entwicklungsgeschichte des menschlichen Denkens den durchlaufenden Faden bildend, allmählich den denkenden Menschen zum Bewusstsein kommen; die zuerst von Hegel in umfassender Weise, aber in mystifizierter Form entwickelt worden, und die aus dieser mystischen Form herauszuschälen und in ihrer ganzen Einfachheit und Allgemeingültigkeit klar zur Bewusstheit zu bringen, eine unserer Bestrebungen war (...) Und endlich konnte es sich für mich nicht darum handeln, die dialektischen Gesetze (...) hineinzukonstruieren, sondern sie in ihr aufzufinden und aus ihr zu entwickeln. Dies im Zusammenhang und auf jedem einzelnen Gebiet zu tun, ist aber eine Riesenarbeit“.

Mit der marxistisch-leninistischen Revision der gesamten bürgerlichen Ideologie versetzt sich das Proletariat in die strategische Lage, den Spieß umzudrehen und die Sache taktisch so geschickt einzufädeln, dass die Bourgeoisie mit ihren Agenturen in der revolutionären Bewegung nur das sehen kann, was das Proletariat will. Das Proletariat versetzt sich zudem in die Lage, seine proletarischen Agenturen auch im bürgerlichen Lager aufzubauen, um es von innen zu zersetzen (mit den revisionistischen Waffen den Klassengegner schlagen!). Es muss also gleichzeitig die bürgerlichen „Theorien“ einer proletarischen Revision unterziehen ( so wie sich Marx der Kritik an Hegels Theorie bedient hat, „das Positive“ darin erkannt und herausgefiltert hat, um den Marxismus zu entwickeln. Das darf man natürlich nicht mit dem „Lesen von Kaffeesatz“ verwechseln. Die Klassiker haben die idealistischen Konzeptionen kritisiert, aber zugleich auch deren Wert und die Bedeutung für die Entwicklung des Marxismus-Leninismus erkannt und anerkannt. Es ist nicht der Fehler der Marxisten-Leninisten, dies zu ignorieren, sondern dem „linken“ Radikalismus, die alles als bürgerliches „Teufelszeug“ abtut ( siehe die von Mao geführte chinesische Kulturrevolution – alles Westliche ist reaktionär“).

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Wenn Marx und Engels sich mit diesem „Teufelszeug“ nicht kritisch – revolutionär befasst hätten und sie sich damit nicht unendliche Mühe gemacht hätten, wenn sie die ideologischen Waffen des Klassengegners nicht gegen ihn selbst gerichtet hätten, was bliebe dann vom Marxismus noch übrig, ja dann gäbe es schlicht und einfach gar keinen Marxismus.

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Das mögen sich heute die Möchte-Gern-Marxisten hinter die Ohren schreiben. Dieser bescheidene Text ist das Ergebnis von 36 Jahren täglich aktiven Kampfes gegen den Revisionismus, ein Tropfen auf dem heißen Stein, und Symptom dafür, dass das sinken des theoretischen Niveaus stets mit der Krise des Marxismus-Leninismus einhergeht. Das zeigt, welchen beschwerlichen Weg wir noch vor uns haben und wie langwierig, beharrlich und erbarmungslos unser Kampf auf allen Gebieten gegen den Revisionismus noch sein wird!

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Wir dürfen niemals außer Acht lassen, dass der Revisionismus nicht nur der besondere Ausdruck der Verflachung des Marxismus ist, sondern in ihm spiegelt sich der allgemeine Ausdruck der Verflachung der ganzen bürgerlichen „Wissenschaft wider ! Der Revisionismus stellt die ideologische Verbindung der Verflachung des Marxismus und der der ganzen bürgerlichen „Wissenschaft“ her. Mehr noch !! Der Marxismus ist die einzige Ideologie, die nicht nur den Kampf gegen seine eigene Verflachung, nicht nur gegen die Verflachung der bürgerlichen Wissenschaft, sondern gegen jegliche Verflachung des gesamten bisherigen Denkens der Menschheit durch die Bourgeoisie, durch den Revisionismus führt, führen muss. Wer diese Dialektik nicht begreift, weiß nicht, was Revisionismus in seinem unendlichen Ausmaß ist, ahnt nicht einmal, was der Kampf gegen den Revisionismus wirklich bedeutet – es ist ein Kampf zur Rettung der ganzen Menschheit, die der Weltimperialismus in den Abgrund reißt. Wer nicht dieses ganze, sich vertiefende Wesen des Revisionismus erfassen kann oder will, der kann oder will auch nicht den ganzen, sich vertiefenden Kampf gegen den Revisionismus begreifen, geschweige denn ihn führen, ist in Wahrheit höchstens ein halber, aber keineswegs ein ganzer Anti-Revisionist. Der Marxismus kann sich aber keine Halbheiten erlauben; stets hat er sie teuer bezahlen müssen. Keinerlei Halbheiten im Kampf gegen den Revisionismus zu dulden - das ist die Messlatte, das ist die Demarkationslinie, die wir höher und höher zu ziehen permanent und kompromisslos gezwungen sind, wenn wir unsere revolutionären Ziele auch tatsächlich erreichen wollen. Unserem prinzipienfesten Kampf gegen den Revisionismus treu bleiben heißt folglich, beim Kampf gegen diesen halben Anti-Revisionisten anzufangen!

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Die Bourgeoisie verhüllt also nicht nur den proletarischen Klassencharakter der Marxismus-Leninismus, sondern auch den Klassencharakter ihrer eigenen, gesamten bürgerlichen Ideologie, verhüllt ihren Zerfallscharakter, indem sie den revolutionären Charakter des Marxismus verhüllt, nicht nur auf nationaler, sondern zunehmend auf globaler Ebene. Diese globalisierte Verhüllung inhaltlich entlarven kann das Weltproletariat nur durch die globale Revision der gesamten bürgerlichen Ideologie. Es ist bekanntlich der Marxismus-Leninismus, der den Idealismus zwingt, seine Schwächen zu verhüllen und den Materialismus feige zu umgehen. Das Kampffeld zwischen Revisionismus und Marxismus-Leninismus dehnt sich also in letzter Konsequenz auf das gesamte Kampffeld zwischen Materialismus und Idealismus aus, ist ein Kampffeld der Revision des Materialismus und des Idealismus.

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Aber auch damit ist der Kampf gegen den Revisionismus nicht erschöpfend erklärt.

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Das entscheidende an der Kritik am Revisionismus ist es , seine „materialisierte“ gesellschaftliche Entwicklungsgeschichte von Anfang bis Ende, also vom Kapitalismus zum Sozialismus, von Sozialismus zurück zum Kapitalismus und wiederum vom restaurierten Kapitalismus zu restaurierten Sozialismus, aufzudecken.

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Der Revisionismus bringt in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der feindlichen Klassen jeder modernen Gesellschaft zum Ausdruck.

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Diesen Ausdruck können wir nicht ohne Analyse der real existierenden revisionistischen Länder vollständig herausschälen, das geht nicht ohne Studium der revisionistischen Klassengesellschaft, geht nicht ohne Kritik an der revisionistischen Gesellschaftsordnung. Denn nur hier offenbart sich restlos alles, was der Revisionismus tatsächlich ist, zeigt sich sein wahres Gesicht, und nicht was er sich selbst dünkt, zu sein. Und das ist auch das einzig Positive und Wertvolle an ihm, nämlich dass das Weltproletariat genug Anschauungsunterricht hat, um seine Illusionen gegenüber dem Revisionismus abzustreifen. Im Zentrum der Kritik am Revisionismus hat also für uns Marxisten-Leninisten die Kritik am gesamten Systems des Revisionismus an der Macht (samt Basis und Überbau) zu stehen und zwar von der Entstehung bis zum Zerfall.

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So wie Marx im „Kapital“ die kapitalistische Gesellschaftsordnung streng und konsequent wissenschaftlich analysierte, so wie Lenin, Stalin und Enver Hoxha die sozialistische Gesellschaftsordnung streng und konsequent wissenschaftlich analysierten, so müssen die Marxisten-Leninisten auch die revisionistische Gesellschaftsordnung analysieren( wobei Genosse Enver Hoxha, die PAA und die gesamte marxistisch-leninistische Weltbewegung hierfür bereits einen großartigen Beitrag geleistet und eine reichhaltige Schatzkammer geschaffen haben, den es zu verteidigen und weiterzuentwickeln gilt!), denn nur dadurch verschaffen wir uns die Erkenntnisse über die Restauration des Sozialismus, über die zukünftige Gesellschaft, die den Weltkapitalismus ablöst, ohne in die alten Fehler zurückzufallen.

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Kann man sagen, dass wir diese Aufgabe bereits bewältigt haben. Nein, das kann man nicht sagen. Wir verfügen über gewisse Grundlagen, aber unsere Erkenntnisse über das revisionistische System sind noch lange nicht weit und tief genug vorgedrungen, und deswegen liegt vor uns immer noch ein beschwerlicher Weg harter, unermüdlicher wissenschaftlicher Arbeit, wofür uns der zukünftige Sozialismus dankbar sein wird. Der Unterschied zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus muss noch viel tiefer und breiter bestimmt und verbreitet werden, als das bislang geschehen ist. Das ist unsere Schlussfolgerung aus 50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus und unsere Erfahrungen in diesem Kampf liefern uns auch den Schlüssel für die Aufstellung des Gesetzes des Revisionismus:

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Das Gesetz des Revisionismus

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Das Grundgesetz des Revisionismus ist die unbedingte Übereinstimmung der bürgerliche Ideologie mit der proletarischen Ideologie zwecks Anpassung der proletarischen Ideologie an die bürgerliche Ideologie. Das Grundgesetz des Revisionismus dient der Aufrechterhaltung/Wiederherstellung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung vermittels Klassenversöhnung. Das Grundgesetz des Revisionismus ist das Streben, den Kapitalismus durch einen bürgerlichen Sozialismus zu überwinden, also durch einen Sozialismus mit der Bourgeoisie und nicht gegen die Bourgeoisie. .

Das Gesetz vom Revisionismus ist das Bestreben, die proletarische Ideologie zu unterwerfen auf dem (formalen) Boden des Marxismus-Leninismus zum Zwecke der Aufrechterhaltung (bzw. Wiederherstellung = Gesetz des modernen Revisionismus) des Kapitalismus.

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Das Kausalitätsverhältnis des Kampfes gegen den Marxismus auf dem (formalen) Boden des Marxismus, sein konkreter Zusammenhang mit dem allgemeinen Gesetz der Kriegskunst, den Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen, spielt dabei die entscheidende Rolle und ist die treibende Kraft des Revisionismus im Kampf gegen jede Weiterentwicklung des Marxismus. Es erübrigt sich zu sagen, dass die Bourgeoisie, dass die Revisionisten, das Wesentliche am Revisionismus, dieses Gesetz des Revisionismus mit aller Macht und allerlei `Theorien` zu leugnen, zu verdrehen, zu entstellen und von sich zu weisen versuchen.

Begründung für die Wirksamkeit des revisionistischen Gesetzes:

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Ob die Bourgeoisie das Gesetz, - den Gegner mit den eigenen Waffen schlagen, - erfolgreich oder nicht erfolgreich anzuwenden vermag, ob sie daran erfolgreich gehindert oder nicht gehindert wird, entscheidet nicht nur über diesen oder jenen Sieg oder über diese oder jene Niederlage, nicht nur über Untergang oder Überleben der Bourgeoisie als Klasse, sondern über Existenz oder Nichtexistenz von den beiden Gesellschaftsformationen Kapitalismus oder Sozialismus. Bei dem Marxismus handelt es sich ja schließlich um eine Waffe mit ganz besonderen Eigenschaften, mit der die Bourgeoisie das Proletariat zu schlagen gezwungen ist, um sich als herrschende Klasse und damit die kapitalistische Klassengesellschaft zu erhalten. Es handelt sich um solche Eigenschaften des Marxismus, die es dem Proletariat als einzig revolutionäre Klasse erlauben, die Herrschaft zu übernehmen, indem sie die Klasse der Bourgeoisie stürzt und beseitigt und dadurch ihre historische Mission erfüllen kann, die Klassengesellschaft überhaupt abzuschaffen, ohne die die Bourgeoisie nicht leben kann, wohl aber die Arbeiter. Der Arbeiter braucht keinen Bourgeois, wohl aber der Bourgeois den Arbeiter. Da haben wir also die Begründung für die Notwendigkeit der Anwendung des Gesetzes des Revisionismus. Nur der Arbeiter kann den Bourgeois retten und deswegen muss sich der Bourgeois, in seiner aussichtslosen Lage, unbedingt der Ideologie der Arbeiterklasse bemächtigen, muss die Bourgeoisie unvermeidlich das Gesetz des Revisionismus anwenden, eben damit der Arbeiter auch das tut, was der Bourgeois von ihm will, ihn aus der Scheiße rausholen.

Der Marxismus ist eine Waffe, mit der die Arbeiter sich und überhaupt alle Menschen nicht nur von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung, sondern vom Klassendasein überhaupt befreien, da die Schlagkraft, die Unbesiegbarkeit des Marxismus auf seiner Übereinstimmung mit den objektiven Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Gesellschaft beruht, während die Bourgeoisie mit ihrer eigenen Ideologie am Ende ihres Lateins ist, denn sie kann nichts anderes, als eben gerade diese objektiven Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung behindern, weil sie gezwungen ist, ausschließlich dem Gesetz des Kapitalismus zu gehorchen. Um dem Gesetz des Kapitalismus folgen zu können, muss die Bourgeoisie unvermeidlich das Gesetz des Revisionismus anwenden! Das Gesetz des Revisionismus gehorcht dem Gesetz des Kapitalismus!

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Die Wirksamkeit des revisionistischen Gesetzes liegt im Gesetz des Kapitalismus begründet.

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Um die Wirkungskraft des Gesetzes des Kapitalismus nicht zu verlieren, muss die Bourgeoisie den Kapitalismus besser schützen, indem sie ihn mit einem Schutzmantel umgibt, die Wirkungsweise des Gesetzes als als Wirkungsweise des Gesetzes des Sozialismus ausgibt und somit versucht, den Kapitalismus in den Sozialismus hinüber zu retten um dort selbst unter den immer schwieriger werdenden Bedingungen, auf immer kargerem Boden wenigstens noch seine übrig gebliebenen, noch nicht vernichteten Elemente in Keimform zu erhalten, um davon zu träumen, irgendwann einmal wieder wach geküsst zu werden. Wir sprechen ja auch vom Revisionismus als den Arzt am Krankenbett des Kapitalismus, dass er dazu dient, den Untergang der Bourgeoisie hinauszuzögern, was sie eben mit Hilfe der Anwendung des Gesetzes des Revisionismus auch bislang immer erreicht hat. Die Arbeiterklasse ist unbesiegbar, wenn sie sich den Marxismus aneignet, die Bourgeoisie ist unbesiegbar, wenn sie sich die Ideologie der Arbeiterklasse „privat aneignet“, (das heißt dem Arbeiter seiner ideologischen Mittel seiner Befreiung/ und damit der Befreiung aller Menschen, beraubt, um sich diese Mittel für ihre privaten Zwecke nutzbar zu machen, so zum Beispiel für die Restauration des Kapitalismus).

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Insofern kann man von dem Gesetz des Revisionismus auch sagen, dass es ein Gesetz zur privaten Aneignung des Marxismus ist. Allerdings ist es mit der privaten Aneignung längst nicht getan. Denn: Ohne ihre Agentur, ohne ihre politische Abteilung, ohne Schrittmacher ihres Einflusses, ohne ihre soziale Stütze, ohne ihre Helfer und Helfershelfer innerhalb der Arbeiterbewegung, ist die Bourgeoisie alleine weder in der Lage noch fähig, das Gesetz des Revisionismus überhaupt anzuwenden, weswegen es ohne diese Voraussetzung auch gar nicht wirksam werden kann! Insofern war der moderne Revisionismus, waren die revisionistischen Länder, die staatliche soziale Hauptstütze des Weltimperialismus, haben sie letztendlich den Weltimperialismus vor seinem Untergang gerettet und die Voraussetzungen für den Weltrevisionismus, für die globalisierte Anwendung des Gesetzes des Revisionismus, geschaffen durch die Herausbildung einer globalisierten sozialen Stütze. Durch die revisionistischen Länder fand das Gesetz des Revisionismus die höchste Form seiner Wirksamkeit, seine größte Schlagkraft, seine Herausformung als Gesetz des modernen Revisionismus. Das Gesetz des Revisionismus ließ sich also dadurch mit höherem Resultat anwenden, dass es zu einem Zusammenspiel der sozialen Stütze der kapitalistischen Länder und der sozialen Stütze der revisionistischen Länder kam. Das Gesetz des Revisionismus verliert alsoi unter den Bedingungen des Klassenkampfes im Sozialismus nicht seine Bedeutung, sondern seine Bedeutung nimmt zu. Der revisionistische Staat wendet es schließlich an als offizielle Staatsdoktrin.

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Die Anwendung des Gesetzes des Revisionismus setzt also unnbedingt das Vorhandensein einer sozialen Stütze der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung im Kapitalismus, innerhalb des Sozialismus, voraus. Daraus folgt für uns: Wenn wir die Bourgeoisie bei der Anwendung des Gesetzes des Revisionismus hindern wollen, müssen wir ihre soziale Stütze innerhalb der Arbeiterbewegung, innerhalb des Sozialismus in unsere soziale Stütze verwandeln, denn selbst wenn die Bourgeoisie als Klasse vernichtet ist, so können ihre Überreste immer noch auf ihre soziale Stütze zurückgreifen bzw. ihre soziale Stütze restaurieren. Die Restauration des Kapitalismus ist ohne Restauration seiner sozialen Stütze im Sozialismus unmöglich, genauso wie es in der sozialistischen Klassengesellschaft noch nicht möglich ist, überhaupt irgendeine soziale Stütze vollkommen zu beseitigen, was in keiner Klassengesellschaft deswegen nicht möglich ist, weil sie eben auf Klassen beruht, die untereinander täglich Widersprüche erzeugen, sich bewegen, sich verändern, sich gegenseitig beeinflussen usw. usf. Die Wirksamkeit des Gesetzes des Revisionismus wird nicht zuletzt dadurch erschwert, dass das Weltproletariat sich im Kampf gegen den Weltimperialismus Verbündete sucht, also seinerseits auf soziale Stützen zurückgreift bzw. sie sich schafft, denn das Weltproletariat allein ist nicht in der Lage, das Gesetz des Revisionismus erfolgreich zu bekämpfen.

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Da der Weltimperialismus seine soziale Stütze aus den Extraprofiten bezahlt, die er aus den unterdrückten Völkern herauspresst, kann deren anti-imperialistischer Kampf unter der Führung des Weltproletariats auch die Existenz der sozialen Stütze empfindlich treffen – eine unverzichtbare gemeinsame, internationalistische Taktik im Kampf gegen den Revisionismus und ein wirkungsvolles Mittel, um die Anwendung des revisionistischen Gesetzes zu erschweren. Jedenfalls begründet sich die Wirksamkeit des revisionistischen Gesetzes nicht zuletzt in der Ausbeutung und Unterdrückung der Völker, weil mit ihrem Blut und Schweiß die soziale Stütze der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung ( und innerhalb des Sozialimperialismus) aufrechterhalten wird, die allein das Gesetz des Revisionismus schließlich anwenden kann .

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Aus dem Überlebenskampf der Bourgeoisie resultiert die zwingende Notwendigkeit, den Klassenkampf gegen den Marxismus auf dem (formalen) Boden des Marxismus zu führen, da es sich bei der bürgerlichen Ideologie um die Ideologie der abtretenden Klasse, also um eine zurücktreibende, reaktionäre, sterbende, verfaulende Ideologie und bei der proletarischen Ideologie um die vorwärtstreibende überlegene, revolutionäre Ideologie der sie ablösenden und aufsteigenden Klasse handelt. Wenn die Bourgeoisie auf den rettenden proletarischen Zug unfreiwillig als Heizer aufspringt – und das muss sie, wenn ihrer sterbenden kapitalistischen Lokomotive der nötige Dampf ausgeht, weiß sie, dass sie in der Hölle ankommt, wenn sie nicht mehr die Kraft hat, die Weiche ( eben das Gesetz des Revisionismus) rechtzeitig zu betätigen, um den Zug aufs kapitalistische Gleis umzudirigieren. Die bürgerliche Ideologie gerät also in Konflikt mit den tatsächlich und objektiv vorgehenden gesellschaftlichen Veränderungen und kann nicht mehr so eingesetzt werden wie die Bourgeoisie es will, weswegen sie sich zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft die proletarische, revolutionäre Ideologie vor den Karren spannt,

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und eben das geht nur unter Anwendung des revisionistischen Gesetzes.

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Nur unter Anwendung des revisionistischen Gesetzes kann die Bourgeoisie die Möglichkeit in Wirklichkeit ihres Überlebens verwandeln.

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Wenn die Bourgeoisie das Gesetz des Revisionismus nicht angewendet hätte, würde sie heute höchstwahrscheinlich gar nicht mehr auf der Welt existieren, zumindest nicht mehr so , wie sie heute existiert, stünde sie jedenfalls ihrem Untergang schon wesentlich näher.

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Beweisführung für die Richtigkeit des revisionistischen Gesetzes:

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Die in den revisionistischen Ländern tatsächlich vollzogene Restauration des Kapitalismus mit Hilfe des modernen Revisionismus ist die historische Bestätigung für die Richtigkeit des revisionistischen Gesetzes. Näheres zur Beweisführung im Kapitel: „Die politische Ökonomie des Revisionismus“.



Die revisionistische Methode:

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Die revisionistische Methode ist nur eine von vielen Methoden, die die Bourgeoisie gegen das Proletariat einsetzt. Die erste Methode ist die Methode der Gewalt, de Krieges, des Faschismus, also die unversöhnlichen Methoden, bis hin zu Methoden der Vernichtung der Arbeiterklasse bzw. ihres revolutionären Kerns; in Ergänzung und Gegensatz dazu die klassenversöhnlerischen Methoden der Reformen, Zugeständnisse und Kompromisse. Die Bourgeoisie wendet diese Methoden nicht willkürlich aus, sondern greift zu den Methoden infolge der radikalen Widersprüche ihrer eigenen Lage. Zweifellos gehört die revisionistische Methode zu den klassenversöhnlerischen Methoden, wobei wir die Unvermeidbarkeit ihrer Verwandlung in ihr Gegenteil – die Verwandlung in eine sozialfaschistische Methode – am eigenen Leib zu spüren bekommen haben und also wissen, dass die revisionistische Methode die verschiedensten Formen annehmen und sie entsprechend differenziert angewendet werden kann. Es erübrigt sich festzustellen, dass die Anwendung der revisionistischen Methode unter den Bedingungen von Krieg und Faschismus, also die schärfste Form der kombinierten Anwendung aller kapitalistischen Methoden, besonders katastrophale Folgen für das Weltproletariat hat. Das war auch ein Schicksalsschlag für die Komintern.

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Die revisionistische Methode ist die höchste und damit gefährlichste Form aller anti-marxistischen Methoden, also jene Methode des Anti-Marxismus, mit der dieser als „Marxismus“ gegen den Marxismus aufzutreten versucht. Die revisionistische Methode ist die einzige anti-marxistische Methode, mit der die Bourgeoisie die marxistische Methode besiegen und damit das revolutionäre Proletariat entwaffnen konnte, deswegen muss man sie unbedingt studieren.

Die Methode des Revisionismus ist die bürgerliche Überprüfung und Korrektur des Marxismus auf dem (formalen) Boden des Marxismus zum Zwecke seiner allmählichen Annäherung und Anpassung (´durch Milde` zu töten, ihn in der Umarmung zu ersticken) an die bürgerliche Ideologie bis hin zur vollständigen Assimilierung und Ersetzung durch die bürgerliche Ideologie.

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Die revisionistische Methode ist sowohl die Methode des Eindringens der bürgerlichen Ideologie in den Marxismus, also eine „trojanische“ Methode, als auch eine parasitäre Methode, um mit der bürgerlichen Überprüfung und Korrektur den Marxismus „im Namen des Marxismus“ von innen heraus zu zersetzen und aufzulösen. Die revisionistische Methode soll verhindern, dass der Marxismus verjüngt wird,stattdessen soll seine Alterung begünstigt, ja geradezu gewaltsam, das heißt mit allen Mitteln erzwungen werden. Die eine Methode wirkt vermittels der anderen je nach den Bedingungen des Kampfes zwischen Revisionismus und Marxismus.

Zählen wir einige der bekanntesten Grundzüge und Inhalte des großen Arsenals der revisionistischen Methode auf - : Das Predigen der theoretischen Nachgiebigkeit gegenüber dem Klassengegner, sich jedes geringste Schwanken im marxistischen Denken zunutze machen, die theoretischen Grundlagen des Marxismus zu untergraben, die Theorie aus einem Guss aufzulösen in sich widersprechende theoretische Lehrsätze, in Bruchstücke, die man vom Klassenkampf loslöst, die marxistische Theorie in morsche Dogmen verwandeln, Schwanken in Theorie und Praxis, Anpassung der marxistischen Prinzipien an die Prinzipien der bürgerlichen Ideologie, Prinzipienlosigkeit und Doppelzüngelei, Zerstörung der Einheit von revolutionärer Theorie und Praxis und Ersetzung durch Einheitsmacherei und Paktierertum mit der Bourgeoisie, Ausbreitung kleinbürgerlicher Elemente auf Kosten der proletarischen Elemente, Aufstellen revisionistischer Losungen und Resolutionen, Programme, „Wirtschaftsreformen“ in „Kautschukform usw., geflissentliches Umgehen der brennenden Fragen, ihre Vertuschung und Verkleisterung, Verwandlung der revolutionären Politik in welkes Philistertum , Entstellung des revolutionären Inhalts des Marxismus unter Beibehaltung seiner Form, Entfernung seines revolutionären Geistes, Beseitigung der revolutionären Wachsamkeit, der Kritik und Selbstkritik bzw, deren Verzerrung, Loslösung und Spaltung von der Partei, der Arbeiterklasse und schließlich von den werktätigen Massen, statt Zentralismus – Dezentralismus, statt Vereinigung - Spaltung usw. usf. - also alles Methoden, um das Proletariat in seinen neuen weltrevolutionären Schlachten zu entwaffnen.

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Die bürgerliche Überprüfung des Marxismus soll im Ergebnis den „Nachweis“ für die „Untauglichkeit“ des Marxismus erbringen- das ist jedem klar, aber was wesentlich kompliziertere zu verstehen ist, ist der Umstand, dass diese Überprüfung auf dem Boden des Marxismus vorgenommen wird. Die Überprüfung allein nützt noch gar nichts, das unterscheidet die revisionistische Methode noch nicht von allen anderen anti-marxistischen Methoden. Die besondere Eigenschaft der revisionistischen Methode besteht darin, dass man mit ihr die Überprüfung auch marxistisch begründen und rechtfertigen kann. Das heißt nichts anderes, als dass mit der revisionistischen Methode dem Marxismus eine „Abweichung“ „nachgewiesen“ (sprich: eingeschmuggelt, untergeschoben, aufgestempelt) werden muss. Mit der revisionistischen Methode wird dem Marxismus mal „Dogmatismus“ und „Sektierertum“, mal „Rechtsopportunismus“ und „Revisionismus“, untergejubelt, ein anderes Mal „Zentrismus“ und Versöhnlertum“ usw. usf – und zwar wohlgemerkt alles auf dem Boden des Marxismus.

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Die revisionistische Methode ändert sich also je nach den Erfordernissen und Bedingungen des Klassenkampfes. So ist es mal der „linke“, mal der rechte Doktrinarismus, der dem Marxismus vorgeworfen wird so wie es dem Opportunismus opportun zu sein scheint. Es müssen solche „Fehler“ „nachgewiesen“ werden, die gerade gebraucht werden (sprich: an jener Stelle, wo der Marxismus die Bourgeoisie am empfindlichsten getroffen hat!).

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So schreckt der unter unserem Beschuss stehende Revisionismus nicht davor zurück, in unseren anti-revisionistischen Kampf „linke“ Strömungen einfließen zu lassen, um den Revisionisten wieder ausreichend Kanonenfutter gegen uns liefern zu können. Darum hat sich bekanntlich Mao Tsetung sehr „verdient“ gemacht mit dem chinesischen Revisionismus von „links“, als er versuchte, auf diese Weise in die anti-revisionistische, marxistisch-leninistische Weltbewegung einzudringen, wie wir alle wissen nicht ganz ohne Erfolg. Was wir daraus lernen, ist, dass es sich bei der revisionistischen Methode um eine doppelseitige Methode, des Zusammenspiels von „links“und rechts handelt, dass nämlich - vermittels Versöhnlertum und Zentrismus als Katalysator - der Marxismus-Leninismus stets von beiden Seiten -mal gleichzeitig und mal nacheinander-, also von „links“ und von rechts, in die Zange zu nehmen ist, dass der marxistische Zweifrontenkrieg selber mit der revisionistischen Methode in ein Werkzeug der Revisionisten gegen den anti-revisionistischen Kampf des Marxismus verwandelt wird.

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Mit der Verzerrung des Abbildes des Marxismus allein ist die revisionistische Methode nicht wissenschaftlich erklärt. Die revisionistische Methode ist ja gerade deswegen revisionistisch, weil sie das verzerrte Abbild des Marxismus als „Marxismus“ ausgibt, was nur dadurch gelingt , dass sich der Marxismus auch als verzerrtes Abbild im Denken des Arbeiters widerspiegelt. Was widergespiegelt werden soll, ist also nur die marxistische Maske der bürgerlichen Ideologie, während gleichzeitig der Marxismus als sein verzerrtes Abbild widergespiegelt wird. So wird aus Marxismus „Dogmatismus“ und aus Revisionismus „Marxismus“ - wie die Bourgeoisie es braucht. In einfaches Deutsch übersetzt: Mit der revisionistischen Methode wird der Arbeiter nicht etwa seiner Einsicht in die Notwendigkeit der Verteidigung des Marxismus-Leninismus gegen den Revisionismus beraubt, sondern im Gegenteil wird diese bestätigt und gestärkt, um sie noch besser als Triebkraft ausnutzen zu können, ihn gegen den Marxismus zu richten – selbstverständlich vermeintlich im guten Glauben und in der ehrlichen Überzeugung, den Revisionismus und nicht den Marxismus bekämpft zu haben. Wesentlich an der revisionistischen Methode ist, die marxistische Form zur Tarnung beizubehalten und darunter den marxistischen Inhalt durch den bürgerlichen Inhalt, der als marxistischer Inhalt getarnt wird, zu vertauschen. Also weil ein Arbeiter beispielsweise auf den „Dogmatismus“vorwurf, den „Sektierertum“vorwurf und anderen Hokuspokus der Revisionisten abgefahren und reingefallen ist, soll er nun kräftig auf die Marxisten-Leninisten eindreschen , bzw. sich von den revolutionären Arbeitern isolieren , seine eigenen Klassenbrüder verraten, sich selbst verhöhnen, nur weil die Revisionisten ihm das so eingeimpft haben !).

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Und noch einfacher ausgedrückt:

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Mit der revisionistischen Methode wird das anti-revisionistische Bewusstsein des Arbeiters so lange manipuliert, bis er es schließlich gegen seine eigenen revolutionären Interessen gebraucht ! Die revisionistische Methode will also die Verbindung zwischen den revolutionären, politischen Bestrebungen der Arbeiter und den spontanen Erscheinungsformen des Massenprotestes künstlich zerreißen.

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Die Kunst der meisterhaften Anwendung dieser revisionistischen Methode besteht also darin, den anti-revisionistischen Kampf in einer Art und Weise gegen den Marxismus zu lenken, dass der Marxismus mit der eigenen Waffe des anti-revisionistischen Kampfes geschlagen wird. Dass die revisionistische Methode Erfolg hatte, das haben die modernen Revisionisten in der Praxis tausendmal bewiesen. Erinnern wir uns an ein Beispiel: den Kampf gegen den so genannten „Personenkult Stalins“. Vor den Augen des gesamten Weltproletariats verurteilten die sowjetischen Revisionisten, die sich frech und dreist als marxistisch-leninistische Richter aufspielten, den Genossen Stalin wegen seines angeblichen „Dogmatismus“. In Wirklichkeit wurde nicht der Marxismus-Leninismus gegen den Dogmatismus verteidigt, sondern der Marxismus-Leninismus als Dogmatismus eliminiert. Ohne Anwendung der revisionistischen Methode wäre dies völlig unmöglich gewesen. Durch die Anwendung der revisionistischen Methode aber wurde es eine historische Tatsache.

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Je ausgefeilter und ausgeklügelter diese Methode von der Bourgeoisie angewendet wird, desto durchschlagender der Erfolg bei der Irreführung und Täuschung des Proletariats und seiner revolutionären Bewegung – was Sinn und Zweck der revisionistischen Methode ist. Jede Weiterentwicklung der marxistischen Methode erzeugt im Klassenkampf unvermeidlich die Weiterentwicklung der revisionistischen Methode.

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Die revisionistische Methode wird erst dadurch wirksam, dass zunächst das jeweilig schwächste Kettenglied des marxistischen Anti-Revisionismus herausgefunden wird, um es zu „überprüfen und zu korrigieren“ ( sprich: in die Kette einzudringen, das Glied zu zersetzen und herauszubrechen), um auf diese Art und Weise ein Kettenglied nach dem anderen zu „überprüfen und zu korrigieren“, bis die ganze bürgerliche Generalrevision des Marxismus vollzogen und der Revisionismus wieder seinen geschlossenen Ausdruck auf höherer Stufe zurückerhält.

Mit welcher Methode kann man die revisionistische Methode bekämpfen ?

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Die einzige Methode, mit der man die revisionistische Methode erfolgreich bekämpfen und besiegen kann, ist die marxistisch-leninistische Methode.

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Welche Ansprüche stellt diese Methode?

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Wir zitieren Stalin, denn keiner konnte dies besser darstellen als er:

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Erstens verlangt sie die Überprüfung der theoretischen Dogmen der II. Internationale [und der Dogmen der modernen Revisionisten – Anmerkung der Redaktion] im Feuer des revolutionären Massenkampfes, im Feuer der lebendigen Praxis, d.h. die Wiederherstellung der gestörten Einheit zwischen Theorie und Praxis, die Beseitigung der Kluft zwischen ihnen, denn nur so ist es möglich, eine wirklich proletarische Partei zu schaffen, die mit der revolutionären Theorie ausgerüstet ist.

Zweitens die Überprüfung der Politik der Parteien der II. Internationale [heute müssen wir unbedingt hinzufügen: die Politik der Parteien der modernen Revisionisten und der Neo-Revisionisten – Anmerkung der Redaktion] nicht nach ihren Losungen und Resolutionen ( denen man nicht glauben darf), sondern nach ihren Taten, nach ihren Handlungen, denn nur so ist es möglich, das Vertrauen der proletarischen Massen zu erobern und zu verdienen [heute müssen wir hinzufügen: zurückzugewinnen – Anmerkung der Redaktion].

Drittens die Umstellung der gesamten Parteitätigkeit im neuen, revolutionären Sinn [heute müssen wir präzisieren: im weltrevolutionären Sinn – Anmerkung der Redaktion], im Geiste der Erziehung und Vorbereitung der Massen zum revolutionären [weltrevolutionären – Anmerkung der Redaktion] Kampf, denn nur so ist es möglich, die Massen zur proletarischen [proletarischen Weltrevolution] vorzubereiten.

Viertens die Selbstkritik der proletarischen Parteien [nicht zu vergessen der Kommunistischen Internationale- Anmerkung der Redaktion], ihre Schulung und Erziehung an Hand der eigenen Fehler, denn nur so ist es möglich, wirkliche Parteikader und wirkliche Parteiführer zu erziehen.

Das sind die Grundlagen und das Wesen der Methode des Leninismus“ (Stalin Werke, Band 6, Seite 73).


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Das Gesetz von der Häutung des Revisionismus:

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Das Entwicklungsgesetz des Revisionismus ist das Gesetz von der Häutung des Revisionismus.

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Durch die Häutung wird dem Revisionismus wieder ein geschlossener Ausdruck verliehen, nachdem er als feindliche Strömung innerhalb der Arbeiterbewegung besiegt worden war.

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Wir Marxisten-Leninisten sprechen von den 3 historischen Häutungen des bürgerlichen Sozialismus :

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Der vor-marxistische Sozialismus wurde von Marx und Engels zerschlagen. Nach ihrem Tod kämpfte er weiter als anti-marxistischer Revisionismus (1. Häutung), also nicht mehr in Form des alten Vor-Marxismus, sondern auf dem neuen Boden des Marxismus. Das ist die Periode der revisionistischen Verhinderung des Entstehens des Sozialismus, jene Periode also, in der noch gar kein Sozialismus existierte, wo die vor-marxistischen sozialistischen Ideologien restauriert wurden, indem ihnen die Revisionisten marxistische Gewänder verpassten. Zwischen Marxismus und Leninismus lag eine ganze Periode der Herrschaft des II. Internationale.

Dieser Revisionismus der II. Internationale und Fett ansetzte, fand seinen Fäulnischarakter durch die Entwicklung des Imperialismus („lebendiger Leichnam“) und die Entstehung des Leninismus durch die leninistische Revision des Opportunismus der II. Internationale.

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Das setzt sich weiter fort mit dem modernen Revisionismus, der den Boden des Marxismus-Leninismus betritt und von ihm aus gegen diesen kämpfte (2. Häutung).

Das ist die revisionistische Periode der Restauration des Kapitalismus, also die Periode, in der der Sozialismus in „einem“ Land bereits ausgereift war. Zwischen dem Opportunismus der II. Internationale und dem modernen Revisionismus lag die ganze Periode des Sozialismus in „einem“ Land. Auch der moderne Revisionismus nahm, nachdem er Fett angesetzt hatte, Fäulnischarakter an durch die Entwicklung des Sozialimperialismus(„restaurierter Leichnam“) und durch die Entstehung des Hoxhaismus, die hoxhaistische Revision des modernen Revisionismus.

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Und heute kämpft der Neo-Revisionismus auf dem Boden des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, den die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha anführte (3. Häutung).

Das ist die gegenwärtige Periode der revisionistischen Verhinderung der Restauration des Sozialismus, also die Periode, in der sich der Sozialismus zum Weltsozialismus entwickelt. Auch er wird Fäulnischarakter annehmen durch die Globalisierung des Weltimperialismus („globalisierter Leichnam“). Der Marxismus wird seine höchste Stufe durch seine Revision des Neo-Revisionismus erreichen usw. usf.

Immer wenn der Marxismus soweit ausgereift war, dass er in einer neuen Periode des Klassenkampfes die dazu notwendigen theoretischen Voraussetzungen für die kommende Revolution, für den qualitativen Sprung der Gesellschaftsentwicklung, für die gesellschaftliche Umwälzung usw. geschaffen hatte, er also alle einigermaßen geschlossenen, ihm feindliche Lehren, insbesondere innerhalb der Arbeiterbewegung, verdrängt hatte, begannen diese anti-marxistischen Lehren in unvermeidbarer Weise nach neuen Wegen zu suchen, nämlich auf dem formalen Boden des neuen, auf eine höhere Stufe gehobenen (qualitativen Sprung des) Marxismus (Marxismus-Leninismus). Auf diesem fruchtbaren Nährboden siedelten sich dann die neuen ideologischen Parasiten der Kapitalisten an, um mit ihren „Korrekturen“ und „Überprüfungen“ ebenfalls einen geschlossenen ideologischen Ausdruck zu finden und ihre – eine dem neuen Marxismus (Marxismus-Leninismus) entsprechende - „höhere“ (zersetzender qualitativer Sprung) Entwicklung zu vollziehen – diesen klassenmäßig bürgerlichen, kleinbürgerlichen Zersetzungsprozess des Marxismus-Leninismus determinieren wir als die Häutung des Revisionismus. Die Häutung darf man hierbei keineswegs mit einem einfachen Auswechseln der Hülle gleichsetzen, ohne dass sich dabei der Inhalt ändern würde. Das Wesen des Revisionismus bleibt selbstverständlich prinzipiell erhalten, was aber nicht heißt, dass es sich nicht auch verändert. Der Revisionismus bleibt gleichzeitig dasselbe und verändert sich doch stets, steht mit sich selbst im Widerspruch. Wir haben es hier mit einem doppelseitigen Prozess des qualitativen Sprungs der Klassenideologie zu tun, nämlich wo die Umwälzung der Klassenideologie der neuen Gesellschaftsformation unbedingt auch eine (restaurative) Umwälzung der Klassenideologie der alten Gesellschaftsformation auslösen muss, ihr folgt, diese bedingt usw..

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Die Restauration des Kapitalismus bedingt, bestimmt, die Restauration der kapitalistischen Ideologie, die Aufrechterhaltung/Wiederherstellung des Kapitalismus bestimmt den Revisionismus, bestimmt die bürgerliche Revision des Marxismus-Leninismus, bestimmt die Zersetzung des Marxismus-Leninismus, bestimmt seine Anpassung an die bürgerliche Ideologie.

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Jede qualitative Vorwärtsentwicklung des Marxismus zieht eine qualitative Zersetzungsentwicklung des Revisionismus nach sich. Zersetzungsentwicklung heißt hier nicht, dass der Revisionismus seine Wirkung etwa verliert. Das Dasein des Revisionismus besteht ja nicht darin, sich selbst, sondern den Marxismus zu zersetzen. Der Revisionismus stirbt ab erst nach einem erbitterten Klassenkampf, so wie seine kapitalistische Klasse abstirbt, die ihn hervorgebracht hat, aber nichts fällt, was nicht ohne erbitterten Klassenkampf zu Boden geworfen wird, weder der Kapitalismus, noch seine revisionistische Ideologie [vergleiche die Frage des Absterbens des Revisionismus mit Stalins Lehre vom Absterben der Diktatur des Proletariats]. Es handelt sich also um eine Erhöhung des Zersetzungsgrades vermittels eines qualitativen Zersetzungssprungs, um eine Zersetzung „auf höherer“ Ebene, aus dem einfachen Grund, weil die Kraft der Zersetzung des alten Revisionismus nicht mehr ausreicht, die noch sehr wohl für den Marxismus auf alter Stufe ausgereicht hatte ! Wenn Lenin davon sprach, dass der Klassengegner seine Anstrengungen verzehnfacht, um seine Macht zurückzuerlangen, dann haben wir darunter zu verstehen, dass diesem quantitativen Vorgang notwendigerweise ein qualitativer Vorgang vorausgegangen sein musste. Jeder grundsätzlichen Weiterentwicklung des Marxismus folgte daher ein ebenso grundsätzlicher Prozess seiner Anpassung an die bürgerliche Ideologie auf dem neu bereiteten Boden des Marxismus. Häutungen sind das Ergebnis der von der Bourgeoisie durchgeführten Generalrevisionen des Revisionismus, die mit den marxistischen Generalprüfungen und – säuberungen des Revisionismus unbedingt notwendig werden , voilà: – die Häutung, der Entwicklungsprozess des Revisionismus !diesen klassenmäßig bürgerlichen, kleinbürgerlichen Zersetzungsprozess des Marxismus-Leninismus determinieren wir als die Häutung des Revisionismus. Die Häutung darf man hierbei keineswegs mit einem einfachen Auswechseln der Hülle gleichsetzen, ohne dass sich dabei der Inhalt ändern würde. Das Wesen des Revisionismus bleibt selbstverständlich prinzipiell erhalten, was aber nicht heißt, dass es sich nicht auch verändert. Der Revisionismus bleibt gleichzeitig dasselbe und verändert sich doch stets, steht mit sich selbst im Widerspruch. Wir haben es hier mit einem doppelseitigen Prozess des qualitativen Sprungs der Klassenideologie zu tun, nämlich wo die Umwälzung der Klassenideologie der neuen Gesellschaftsformation unbedingt auch eine (restaurative) Umwälzung der Klassenideologie der alten Gesellschaftsformation auslösen muss, ihr folgt, diese bedingt usw..

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Die Restauration des Kapitalismus bedingt, bestimmt, die Restauration der kapitalistischen Ideologie, die Aufrechterhaltung/Wiederherstellung des Kapitalismus bestimmt den Revisionismus, bestimmt die bürgerliche Revision des Marxismus-Leninismus, bestimmt die Zersetzung des Marxismus-Leninismus, bestimmt seine Anpassung an die bürgerliche Ideologie.

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Jede qualitative Vorwärtsentwicklung des Marxismus zieht eine qualitative Zersetzungsentwicklung des Revisionismus nach sich. Zersetzungsentwicklung heißt hier nicht, dass der Revisionismus seine Wirkung etwa verliert. Das Dasein des Revisionismus besteht ja nicht darin, sich selbst, sondern den Marxismus zu zersetzen. Der Revisionismus stirbt ab erst nach einem erbitterten Klassenkampf, so wie seine kapitalistische Klasse abstirbt, die ihn hervorgebracht hat, aber nichts fällt, was nicht ohne erbitterten Klassenkampf zu Boden geworfen wird, weder der Kapitalismus, noch seine revisionistische Ideologie [vergleiche die Frage des Absterbens des Revisionismus mit Stalins Lehre vom Absterben der Diktatur des Proletariats]. Es handelt sich also um eine Erhöhung des Zersetzungsgrades vermittels eines qualitativen Zersetzungssprungs, um eine Zersetzung „auf höherer“ Ebene, aus dem einfachen Grund, weil die Kraft der Zersetzung des alten Revisionismus nicht mehr ausreicht, die noch sehr wohl für den Marxismus auf alter Stufe ausgereicht hatte ! Wenn Lenin davon sprach, dass der Klassengegner seine Anstrengungen verzehnfacht, um seine Macht zurückzuerlangen, dann haben wir darunter zu verstehen, dass diesem quantitativen Vorgang notwendigerweise ein qualitativer Vorgang vorausgegangen sein musste. Jeder grundsätzlichen Weiterentwicklung des Marxismus folgte daher ein ebenso grundsätzlicher Prozess seiner Anpassung an die bürgerliche Ideologie auf dem neu bereiteten Boden des Marxismus. Häutungen sind das Ergebnis der von der Bourgeoisie durchgeführten Generalrevisionen des Revisionismus, die mit den marxistischen Generalprüfungen und – säuberungen des Revisionismus unbedingt notwendig werden , voilà: – die Häutung, der Entwicklungsprozess des Revisionismus !

Die Häutungen des Revisionismus darf man nicht mit dem Wechsel der verschiedensten Masken der Spielarten des Revisionismus gleichsetzen. Bei den Masken handelt es sich (im engeren Sinne) um revisionistische Taktiken des konkreten verdeckten Manövrierens, des vertuschten Irreführens usw. usf., also maskierte Kampfformen und Organisationsformen des Klassengegners in den einzelnen Episoden des Klassenkampfes in verschiedenen Ländern, an den verschiedensten Fronten des Klassenkampfes usw., während es sich bei den historischen Häutungen des Revisionismus um grundlegende, wesentliche Veränderungen des Revisionismus handelt, die notwendig und unvermeidlich werden, wenn der Sozialismus historische Etappen durchläuft wie Erkämpfung des Sozialismus durch die sozialistische Revolution, Aufbau des Sozialismus in einem Land, Restauration des Kapitalismus in einem Land, Erkämpfung des Weltsozialismus durch die sozialistische Weltrevolution, Aufbau des Weltsozialismus, Restauration des Weltkapitalismus usw. So hat sich der unter den Bedingungen der Macht des Imperialismus entwickelte alte Revisionismus der II. Internationale gehäutet zum modernen Revisionismus unter den Bedingungen des Sozialismus an der Macht, unter den Bedingungen der Zweiteilung des Weltsystems. Und so hat sich der moderne Revisionismus mit vollzogener Restauration des Kapitalismus gehäutet zum Neo-Revisionismus unter den Bedingungen der einzig bestehenden globalen Macht des Weltkapitalismus. Es handelt sich bei den Häutungen also um solche revisionistischen Anpassungsprozesse, die durch qualitative Sprünge der gesellschaftlichen Entwicklung hervorgerufen werden.

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Kommen wir zuerst zur naheliegenden Ableitung des Begriffs der

Revision :

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Revision im negativen Sinne, das heißt Überprüfung der marxistisch-leninistischen Lehre durch die Bourgeoisie, die den Verzicht auf die Revolution, auf den Sozialismus, auf die Diktatur des Proletariats fordert. Daher der Name „Revisionismus“.

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Die bürgerliche Revision des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, also die bürgerliche Revision des Hoxhaismus, die Überprüfung des weiter entwickelten Marxismus-Leninismus, der Verzicht auf die sozialistische Weltrevolution, auf den Weltsozialismus, auf die Weltdiktatur des Proletariats, bezeichnen wir daher als Neo-Revisionismus oder als Welt-Revisionismus.

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Normalerweise, also im positiven Sinne, dient uns eine Revision dazu, unsere einmal vertretene Haltung, unseren eingenommenen Standpunkt, unsere verfolgte Linie, unseren eingeschlagenen Kurs, unsere Kampferfahrungen, entweder von Seiten der kritischen Arbeiterklasse und den kritischen Massen, aber auch selbstkritisch zu überdenken zu überprüfen und notfalls zu korrigieren, insbesondere in Zeiten oder in Bereichen, wo sich die Bedingungen grundlegend geändert haben. Das ist an sich nicht schlecht, sondern im Gegenteil dringend notwendig. Täten wir das nicht, dann wären wir Dogmatiker, würden wir uns an alte Zöpfe klammern und damit untergehen, wären wir für die Arbeiterklasse nutzlos, ja schädlich. Nun, der Marxismus-Leninismus ist kein alter Zopf. Er hat ein festes Fundament und unverrückbare Grundpfeiler, Prinzipien, die sich bislang als unverzichtbar erwiesen haben und auch weiterhin als unverzichtbar erweisen – also Verallgemeinerungen von Erfahrungen des fortwährenden Befreiungskampfes des Weltproletariats. Es ist ein immanentes Gesetz des Marxismus-Leninismus, dass sich der Marxismus-Leninismus durch Kritik und Selbstkritik schöpferisch weiter entwickelt und er ist revolutionär, weil er der revolutionären Bewegung Rechnung trägt. Seine Revision ist daher grundsätzlich gewollt und notwendig, um lebendig und für die revolutionäre Bewegung unverzichtbar zu bleiben.

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Es gibt also Revision und „Revision“.

Die eine ist positiv und dient dem Weltproletariat, die andere ist für das Weltproletariat negativ, weil sie dem Klassengegner, der Weltbourgeoisie dient. Wir unterscheiden grundsätzlich die proletarische von der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus. Mit der bürgerlichen Revision des Marxismus-Leninismus wollen die Klassengegner das ganze Gebäude der proletarischen Weltanschauung zum Zusammensturz bringen, den Marxismus-Leninismus deformieren. Lenin ist hierauf 1911/1912 eingegangen, als es um die Revision des Parteiprogramms ging:

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Charakteristisch für die ´gegenwärtige Periode`- es wäre in vieler Hinsicht richtiger, sie als Periode der ´Stagnation` oder des ´Zerfalls` zu bezeichnen – ist das verächtliche Abtun des Programms und das Bestreben, es auf alle mögliche Weise zu kürzen, zu beschneiden, ohne den geringsten Versuch einer echten, entschiedenen Revision zu machen. Der ´Revisionismus` in seiner spezifischen Bedeutung als einer bürgerlichen Kastration der marxistischen Wahrheiten ist für die Epoche, die wir durchleben, charakteristisch nicht als kämpferischer Revisionismus, der das ´Banner des Aufstands` erhebt (und sei es auch nur so, wie das in Deutschland Bernstein vor etwa 10 Jahren und in Russland Struve vor 15 Jahren oder Prokopowitsch etwas später taten), sondern als eine feige, versteckte Verleugnung, die häufig mit ´praktischen` , vornehmlich mit angeblich praktischen Erwägungen gerechtfertigt wird. (...)

Das Liquidatorentum wirft die Arbeit am Alten hin und macht aus dem Suchen nach dem ´Neuen` eine Legetimierung der Zersetzung(Lenin, Band 17, Seite 387/388 und Seite 391).

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Genosse Stalin hat in diesem Zusammenhang folgende kritischen Worte zur Sinowjewschen Auslegung des Begriffs „Revisionismus“ gesagt – und zwar auf dem VII. Erweiterten Plenum der EKKI. Wir möchten an dieser Stelle nicht versäumen anzumerken, dass nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha, dem 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, das nachfolgende „Sinowjewsche Kriterium des Revisionismus“ in der Welt immer noch weit verbreitet ist, nicht nur was die marxistisch-leninistische Theorie des Anti-Revisionismus im Besonderen, sondern die ganze Theorie des Marxismus-Leninismus überhaupt anbelangt :

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Nach Sinowjew wäre jede Verbesserung, jede Präzisierung der alten Formeln oder einzelner Lehrsätze von Marx oder Engels, um so mehr aber ihre Ersetzung durch andere, den neuen Bedingungen entsprechende Formel, Revisionismus. Es fragt sich, weshalb? Ist denn der Marxismus nicht eine Wissenschaft, und entwickelt sich die Wissenschaft nicht, indem sie sich durch neue Erfahrungen bereichert und die alten Formeln verbessert? Da nun aber ´Revision` ´Überprüfung` bedeutet, eine Verbesserung und Präzisierung der alten Formeln jedoch nicht ohne eine gewisse Überprüfung dieser Formeln vorgenommen werden kann, so wäre also jede Präzisierung und Verbesserung der alten Formeln, jede Bereicherung des Marxismus durch neue Erfahrungen und neue Formeln Revisionismus. Das alles ist natürlich lächerlich. Was kann man aber tun, wenn Sinowjew sich selbst lächerlich macht und sich dabei noch einbildet, einen Kampf gegen den Revisionismus zu führen? (...) Danach hätten wir also ein neues, ein Sinowjewsches Kriterium des Revisionismus, das den marxistischen Gedanken, will man nicht des Revisionismus beschuldigt werden, zu völliger Erstarrung verurteilt“ (Stalin Werke, Band 9, Seite 84-85, dt. Ausgabe, KPD/ML, Hamburg 1971).

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Nach Sinowjew darf sich also der Marxismus nicht durch neue Erfahrungen bereichern, ist jede Verbesserung einzelner Lehrsätze und Formeln des einen oder des anderen Klassikers des Marxismus gleichbedeutend mit Revisionismus. Was ist der Marxismus? Der Marxismus ist eine Wissenschaft. Kann der Marxismus als Wissenschaft erhalten bleiben und sich entwickeln, wenn er sich nicht durch die neuen Erfahrungen des Klassenkampfes des Proletariats bereichert, wenn er diese Erfahrungen nicht vom Standpunkt des Marxismus, unter dem Gesichtswinkel der marxistischen Methode verarbeitet? Es ist klar, dass er das nicht kann.

Ist es danach nicht klar, dass der Marxismus eine Verbesserung und Bereicherung der alten Formeln unter Berücksichtigung der neuen Erfahrungen bei Aufrechterhaltung des Standpunktes des Marxismus, bei Aufrechterhaltung seiner Methode erfordert, während Sinowjew das Gegenteil tut, sich an den Buchstaben klammert und den Standpunkt des Marxismus, seine Methode durch den Buchstaben einzelner Lehrsätze ersetzt. Was kann es Gemeinsames geben zwischen dem wirklichen Marxismus und der Ersetzung der Grundlinie des Marxismus durch den Buchstaben einzelner Formeln und durch Zitate aus einzelnen Lehrsätzen des Marxismus? Kann man etwa daran zweifeln, dass das kein Marxismus, sondern eine Karrikatur auf den Marxismus ist“ ( ebenda, Seite 87-88).

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Also die Bourgeoisie will der Arbeiterklasse Angst einjagen und sie demoralisieren, ja nicht den Marxismus-Leninismus zu überprüfen und zu erneuern, weil man dann den Revisionisten nur Nahrung gäbe, das Überprüfte im Sinne der Bourgeoisie, im Sinne des Revisionismus auszunutzen und dem Marxismus-Leninismus damit zu schaden, nach dem Motto:

ein konservierter Marxismus-Leninismus schütze immerhin besser vor einem revisionistisch überprüften ´Marxismus-Leninismus` als gar keiner.“ Das eine, also der verknöcherte Dogmatismus ist natürlich genauso falsch und gefährlich wie das andere, also die fortschreitende Demontage und schließliche Liquidierung des Marxismus-Leninismus durch revisionistische „Überprüfung“. In den 40er Jahren war diese Furcht in der Sowjetunion , bei der Revision des Marxismus-Leninismus Fehler zu machen unter den marxistisch-leninistischen Philosophen weit verbreitet, so dass viele lieber darauf verzichteten, ihre Beiträge zu veröffentlichen. Hinzu kam der wachsende Einfluss der Revisionisten in der Sowjetunion, die logischerweise kein Interesse an der Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus hatten und schon gar nicht an der Weiterentwicklung der Revisionismus-Kritik. Erst nachdem Stalin sich mit seinen wissenschaftlichen Schriften energisch in die Diskussion einmischte, wurde dieser erstarrten theoretischen Periode Einhalt geboten. Wenn wir es für unverzichtbar erachten, den Revisionismus mit Hilfe der dialektischen Logik zu bekämpfen, so müssen wir kritisch bemerken, dass man sich lediglich darauf beschränkte, Lehrbücher der formalen (elementaren) Logik in der Volksbildung einzuführen. Der Kampf kann nur von der ganzen sozialistischen Gesellschaft erfolgreich gegen den Revisionismus geführt werden, also hätte auch die dialektische Logik an den Schulen gelehrt, hätten dementsprechend Schulbücher eingeführt werden müssen. Wenn wir die Frage beantworten, warum der Revisionismus in der Sowjetunion an die Macht kommen konnte, so nicht zuletzt deswegen, weil dieser Kampf nicht konsequent genug in die Massen getragen wurde, die Massen nicht ausreichend mit dem entsprechenden Rüstzeug ausgestattet und voll mobilisiert wurden.

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Die Renegaten Bernstein und Kautsky

Zwei der bekanntesten Revisionisten, Arbeiterverräter, Verräter am Marxismus, waren die beiden Renegaten Bernstein (1850-1932) und Kautsky (1854-1938), wobei bemerkenswert ist, dass Kautsky einer derjenigen war, die die revisionistische Bernsteiniade anfangs bekämpften, um später in seinen Schoß zurückzukehren und der

Bernstein weit in den Schatten stellte“ (Lenin, Band 28, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky, Seite 230)

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Der Renegat Bernstein ist ein Waisenknabe im Vergleich zu dem Renegat Kautsky (ebenda, Seite 240).

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Wir verweisen darauf, dass die modernen Revisionisten in deren Fußstapfen getreten waren und dass sie den Kapitalismus nicht zuletzt auch auf den theoretischen Grundlagen von Bernstein und Kautsky restauriert hatten. Kautsky und Bernstein haben den internationalen Charakter des Revisionismus geprägt, haben immer noch Einfluss auf die revisionistische Bewegung in der ganzen Welt bis auf den heutigen Tag und dieser Einfluss muss weiter bekämpft werden. Es ist daher unumgänglich, die Kritik der 5 Klassiker an diesen beiden Urvätern des modernen Revisionismus zu studieren, denn diese alten revisionistischen Ideen ziehen sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte des Revisionismus; es ist der „alte Wein in neuen Schläuchen“

(Vom Kautskyanertum zum Neo-Kautskyanertum= Kautsky in Worten vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus zu kritisieren, aber in Taten zu den Wurzeln des Kautskyanertums zurückkehren und sie unter den neuen Bedingungen wieder wachsen zu lassen). Das Kautskyanertum war vor allem die zentristische Strömung in der II. Internationale, eine international verbreitete anti-marxistische Linie in den Fragen von Krieg und Frieden, in der nationalen und kolonialen Frage, in der Frage des Imperialismus (Theorie des „Ultra-Imperialismus“), ganz besonders in der Frage der sozialistischen Revolution (feindliches Verhalten zur Oktoberrevolution und dem Bolschewismus), in der Frage des Staates und der Diktatur des Proletariats, aber auch in weiteren Fragen wie die Frage der bürgerlichen Demokratie (Parlamentarismus Liebedienerei gegenüber der Bourgeoisie), der Ökonomie ( seine anti-marxistische Theorie der Produktivkräfte usw. usf.).

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Dieser Schulungstext kann die Aufgabe einer marxistisch-leninistischen Kritik am Kautskyanertum nicht gerecht werden, weil das den Umfang sprengen würde und so verweisen wir auf das Studium der 5 Klassiker, insbesondere auf Lenin und Stalin. Was uns hier im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen marxistischer Revision und revisionistischer „Revision“ des Marxismus interessiert, ist die Tatsache, dass sich bei Kautsky beides in ein und derselben Person vollzog – der Weg zum Marxisten und schließlich der Weg zum Verrat am Marxismus, zum Revisionist Kautsky. In dem folgenden Zitat, das Ende des 19. Jahrhundert geschrieben wurde, hat Kautsky Marx und Engels noch gegen den Revisionismus verteidigt. Lenin hat in seiner Schrift

Noch einmal zur Frage der Realisationstheorie´ (März 1899) in einer Anmerkung diese korrekte Erklärung von Kautsky veröffentlicht: „Wir wollen übrigens die folgende interessante Erklärung Kautskys (...) festhalten:...`Sollte es mir gelungen sein, in vorliegender Schrift neue, fruchtbare Gedanken zu entwickeln, so bin ich dafür vor allem meinen beiden großen Meistern [Kautsky meint hier natürlich Marx und Engels – Anmerkung der Redaktion] zu Dank verpflichtet, und ich betone das hier um so lieber, als seit einiger Zeit selbst in sozialistischen Kreisen (...) sich Stimmen erheben, die den Standpunkt von Marx und Engels für veraltet erklären ... Die Ursache dieser Zweifel scheint mir mehr in der Person der Zweifler als in der angezweifelten Lehre begründet zu sein. Das schließe ich nicht nur aus den Resultaten, welche eine Prüfung solcher Bedenken ergibt, sondern auch aus den Erfahrungen, die ich an mir selbst gemacht. Meine Sympathien gehörten in den Anfängen meiner Beschäftigung mit dem Sozialismus (...) durchaus nicht dem Marxismus. Ich trat ihm ebenso kritisch und zweifelnd entgegen, wie nur irgendeiner derjenigen, die heute verachtungsvoll auf meinen Dogmenfanatismus herabsehen. Nur widerstrebend wurde ich Marxist. Aber damals, sowie später, so oft mir in einer grundlegenden Frage Zweifel aufstiegen, habe ich schließlich stets gefunden, dass die Schuld an mir lag und nicht an meinen Meistern, dass eine Vertiefung in den Gegenstand mich zwang, ihren Standpunkt als den berechtigten zu erkennen. So hat jede Neuprüfung, jeder Versuch einer Revision bei mir nur zu vermehrter Zuversicht, verstärkter Anerkennung der Lehre geführt, deren Verbreitung und Anwendung die Aufgabe meines Lebens geworden ist`“ (Zitat bei Lenin, Werke, Band 4, Seite 71).

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Kautsky war also einmal Marxist, ein so guter Theoretiker des Marxismus, dass Lenin ihn gegen die Revisionisten in Russland verteidigte. Kautsky war nicht nur in positiver Hinsicht wertvoll für die theoretische Vorbereitung der siegreichen Oktober-Revolution, sondern auch in negativer Hinsicht insofern, als Lenin Kautskys allmählichen Abweichungen vom Marxismus rechtzeitig durchschaute, seine Gegenerschaft zur Oktoberrevolution und dem Bolschewismus und ihn schließlich wegen seines abtrünnigen Wechsels ins konterrevolutionäre Lager verurteilte und dessen revisionistische und äußerst gefährliche Ideologie einer scharfen Kritik unterzog, wodurch der Marxismus auf eine höhere Stufe gehoben und in die Tiefe und Breite gestärkt wurde, was wie gesagt, den Sieg des Sozialismus in einem Land beschleunigte. In Russland gab es ein ähnliches Beispiel – Plechanow. Plechanow war der erste in Russland, der den Marxismus gegen den russischen Revisionismus verteidigte, ging dann aber ebenfalls ins konterrevolutionäre Lager über und stellte sich mit seinen revisionistischen Anschauungen schließlich gegen Lenin, der einst einer seiner engsten Kampfgefährten war. Die gefährlichsten Revisionisten kamen also – wie man sieht – nicht direkt aus dem bürgerlichen Lager, sondern waren einst zum Teil sogar hervorragende Marxisten, waren marxistische Führer nicht zuletzt im Kampf gegen den Revisionismus. Lenin schrieb:

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Wie ist diese ungeheuerliche Entstellung des Marxismus durch den im Marxismus so bewanderten Kautsky zu erklären? Spricht man von den philosophischen Grundlagen der Erscheinung, so läuft die Sache auf die Vertauschung der Dialektik mit Eklektizismus und Sophistik hinaus. Kautsky ist ein großer Meister solch einer Unterschiebung. Spricht man praktisch politisch, so handelt es sich um Lakaientum gegenüber den Opportunisten, d.h. letzten Endes gegenüber der Bourgeoisie“ (Lenin, Ausgewählte Werke in 2 Bänden, Band II, Moskau 1947, S. 415-416).

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In der ganzen Geschichte des Revisionismus haben sich stets diejenigen Revisionisten als die gefährlichsten erwiesen, die zuvor mal als Marxisten-Leninisten im Kampf gegen den Revisionismus hervorgetreten waren und Kautsky hatte leider Recht behalten, als er 1934 in einem Brief prophezeite „Meine Zeit wird wieder kommen, davon bin ich fest überzeugt.“ Kaum dass Kautskys Sarg versenkt war, öffneten die modernen Revisionisten den Sargdeckel, bedienten sie sich der Theorien Kautskys ( natürlich versteckt hinter marxistisch-leninistischer Phraseologie), um an die Macht zu gelangen. Andere, die den Sargdeckel Kautskys schon zu Lebzeiten Stalins zu öffnen versuchten – wie Bucharin – erlitten empfindliche Niederlagen, während die Position des Marxismus-Leninismus und der Aufbau des Sozialismus dadurch nur noch mehr gefestigt wurden.

Da das bürgerliche Lager alles andere als einheitlich ist, gibt es dort entsprechend unterschiedliche Strömungen, von denen einige ganz und gar nicht mit dem Treiben der Revisionisten einverstanden sind und waren und selbst den schlimmsten Renegaten nicht über den Weg trauen. Das galt nicht nur für die offen reaktionärsten Kräfte, sondern auch für die offen reformistische Sozialdemokratie. Die revisionistische Agentur der Bourgeoisie durfte ja nicht auffliegen, also traten die Reformisten mit ihrem offenen Anti-Marxismus gegen den verkappten Anti-Marxismus der Revisionisten nur zum Schein auf, unterstützten diese natürlich aber in Taten in deren anti-marxistischen Kampf. Reformismus und Revisionismus arbeiten seit eh und je auf diese Weise gegen den Marxismus-Leninismus Hand in Hand zusammen. Offiziell wurden die Revisionisten von den Reformisten als „Marxisten“ „bekämpft“, aber dem Wesen nach waren es zwei aufeinander abgestimmte Strömungen und Taktiken der Bourgeoisie, auf die sich diese im Kampf gegen die Arbeiterbewegung und den Marxismus stützte und weiterhin stützt.

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Wir Marxisten-Leninisten griffen und greifen die Revisionisten von marxistisch-leninistischen Positionen, also von links als Verräter an, während die rechten, reformistischen „Sozialisten“ die Revisionisten nur zum Schein, von bürgerlichen Positionen aus, also von rechts angriffen und angreifen, damit die Revisionisten ihrer Rolle als Zentristen und Versöhnler gerecht werden konnten, die ja bekanntlich darin besteht, die Anpassung der proletarischen Interessen an die Interessen der kleinbürgerlichen Interessen und damit deren Unterordnung in einer marxistisch-leninistischen Partei durchzusetzen – eben zur Anpassung an die Herrschaft der Bourgeoisie. Dadurch bot sich der Bourgeoisie die Gelegenheit, den Zentrismus als ideologische Waffe der Klassenversöhnung im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus einzusetzen.

Die verkappten Revisionisten um Kautsky waren demnach für die Bourgeoisie ihr „Zentrum des Marxismus“, das von rechts angegriffen (offene Reformisten) und von links angegriffen wurde, also von den „Dogmatikern“, „Sektierern“, „Linksextremisten“ usw.( damit waren natürlich wir Marxisten-Leninisten gemeint). Von ´Ultralinks` (vom „linken“ Opportunismus) wurde versucht, den Angriff des Marxismus von links zu paralysieren.

Der „linke“ Opportunismus sollte den Marxismus schwächen und den Revisionismus stärken. Einer der bekanntesten und gefährlichsten Zentristen war Trotzki, weil er damit sein Liquidatorentum maskierte. Nach zentristischem Muster wurde zum Beispiel auch das revisionistische China unter der Führung Mao Tsetungs aufgebaut. Mao war ein typischer Zentrist, der das Pingpong-Spiel mit den rechten und „linken“ Lager perfekt beherrschte, und zwar so gut beherrschte,sie immer in Übereinstimmung, im Gleichgewicht hielt, so dass dadurch überhaupt jegliche Organisierung der Marxisten-Leninisten verhindert, zumindest aber erschwert, wurde. So hat es bis auf den heutigen Tag in China noch gar keine wahrhaft marxistisch-leninistische Partei gegeben.

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Womit wir es zu tun haben, ist eine alte Taktik der Bourgeoisie, sich zum Schein - also offiziell - „gegen“ ihre eigenen Agenturen innerhalb des marxistischen Lagers zu stellen und sie nur zum Schein als „Marxisten“ zu „bekämpfen“, damit die Massen das glauben sollen : „Seht her: das ist einer von euch. Wir würden den doch nicht etwa bekämpfen, wenn es ein Mann von uns wäre!“ (Taktik des Doppelagenten).

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Die Revisionisten an der Macht, also die modernen Revisionisten und ihre Gefolgsleute in der ganzen Welt wurden von der Bourgeoisie nicht nur dem Lager des Marxismus zugeordnet, sondern wurden sogar als Repräsentanten, als „Zentrum“ des marxistischen Lagers hingestellt, während die wahren Marxisten-Leninisten, die Vertreter des wahren marxistisch-leninistischen Zentrums in der bürgerlichen Propaganda als „stalinistischer Wurmfortsatz“, als „Chaoten“, „Revoluzzer“ und „Linksextremisten“ hingestellt, ausgegrenzt und isoliert. Als der Maoismus aufkam, bezeichnete die Bourgeoisie die Marxisten-Leninisten als „Maoisten“, die angeblich gegenüber den „orthodoxen Marxisten-Leninisten“ ( so bezeichnete die Bourgeoisie das Lager der Sowjetrevisionisten) „linkssektiererische“ Positionen vertreten würden. Als „Orthodoxe“ hatten nach herrschender Auffassung der Bourgeoisie die sowjetischen Revisionisten zu gelten, während die Marxisten-Leninisten ( die einzig wirklichen Orthodoxen!!) als „Neue Linke“, als „Linksextremistische K-Gruppen“, als „terroristische Vereinigungen“ usw. usf. zu bezeichnen wären – als alles andere, nur nicht als Marxisten-Leninisten. Die Marxisten-Leninisten wurden so behandelt, als würden sie sich unberechtigterweise! Staatsfeindliche Gruppierungen, die sich den Marxismus-Leninismus als „Tarnkappe“ aneignen, um damit ihre Gewalttätigkeit, ihr „Revoluzzertum“ zu rechtfertigen, den Marxismus-Leninismus als Aushängeschild des blanquistischen, “linken Terrorismus“ innerhalb der Arbeiterbewegung zu benutzen, „Feinde“ der Arbeiter, die sich als „Retter des Arbeiters“ ausgeben und von außen in die Arbeiterbewegung eindringen, um sie vor ihren terroristischen Karren zu spannen – so stellt die Bourgeoisie die Marxisten-Leninisten in der Arbeiterbewegung dar, so stellen die Revisionisten uns dar, während sie die Rolle des „Hüters“ des Marxismus-Leninismus spielen dürfen.

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Der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen den Revisionismus wurde in der Propaganda der Bourgeoisie (wenn überhaupt!) hingestellt als Kampf von „Linksextremisten“ und „Sektierern“ gegen die „Marxisten-Leninisten“ (Lager der sowjetischen Revisionisten). Nach dem Bruch mit China bezeichnete die Bourgeoisie die Marxisten-Leninisten als „albanienfreundliche Chaoten-Gruppierungen“, als „Hoxhaisten“, als Stalinisten“.

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Nachdem die albanischen Revisionisten das sozialistische Albanien mit Hilfe der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung zerschlagen hatten und sich die ehemals „albanienfreundlichen Parteien“ (also die einzig wahrhaft marxistisch-leninistischen Parteien) entweder aufgelöst oder gespalten hatten, bzw. neo-revisionistisch entarteten, werden sie von der Bourgeoisie als Überbleibsel ( aber noch als „Repräsentanten“!) der ehemaligen hoxhaistischen Parteien bezeichnet. Dass es Marxisten-Leninisten gibt, wie die Komintern / ML, die sich auf die 5 Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha stützen, wird bislang überwiegend verschwiegen, da es sich bei uns momentan noch um eine verschwindend kleine Minderheit in der Welt handelt, der man keine Beachtung schenken darf, wenn man sie nicht unnötig aufwerten will.

Die Bourgeoisie dreht zu gegebener Zeit den Spieß um, indem sie die Komintern /ML als Repräsentant der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxhas leugnet und sie später als isolierte „Abspaltung“ aus eben dieser neorevisionistischen Bewegung betrachtet, während sie diejenigen, die sich in Wirklichkeit von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Enver Hoxhas ideologisch- inhaltlich isolierten und abspalteten (wie zum Beispiel die Parteien von „Unity and Struggle“ , die Unterzeichner der Quito-Erklärung von 1992 usw. ), das Etikett „Vertreter der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha“ verpasst. Spaltung und Zersplitterung der revolutionären Bewegung, das war und ist stets die Taktik im Klassenkampfes der Bourgeoisie gegen die Arbeiterklasse, Entfremdung der Arbeiterklasse gegenüber ihrer eigenen Weltanschauung, Entfremdung gegenüber ihren eigenen Klassenorganisationen, Schaffung unzähliger revisionistischer Sammelbecken, um die Vereinigung der Proletarier aller Länder zu stören, zu verhindern.

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Heute versucht die Bourgeoisie besonders mit dem Eklektizismus und der Metaphysik, insbesondere mit ihrer imperialistischen Sophistik als deren Kehrseite, den Marxismus-Leninismus bis zur Unkenntlichkeit zu zerstümmeln, zu verwässern, zu entstellen und nichts von ihm übrig zu lassen, die Existenz des Revisionismus scholastisch zu leugnen.

Die verschiedensten anti-marxistisch-leninistischen „Revisionismuskritiken“ sind auf dem Markt bzw. eklektisch miteinander verbunden worden, auch in Vermengungen mit der marxistisch-leninistischen Revisionismuskritik. Es herrscht ein heilloses Durcheinander. Alles, was der Marxismus-Leninismus an Revisionismus-Kritik hervorgebracht hat, wird entweder im relativistischen Nebel in alle Winde verstreut oder als veraltete Doktrin an den unrühmlichen „historischen Nagel“ gehängt. Die Neo-Revisionisten helfen fleißig dabei mit, indem sie die marxistisch-leninistische Revisionismuskritik zu einer formalistischen Kritik degradieren (jedenfalls beginnen sie dies mit zaghaften Versuchen). Es ist gefährlich, eine formalistische Kritik am Revisionismus mit der dialektischen Kritik am Revisionismus zu vermischen, weil dies einen günstigen Boden schafft, um die dialektische Kritik am Revisionismus durch die formalistische Kritik zu ersetzen. Das aber führt theoretisch zum Eklektizismus und hat auch in der praktischen Bewegung bereits zum Eklektizismus geführt. Es gibt entweder die formalistische oder die dialektische Kritik am Revisionismus – ein Zwischending gibt es nicht, denn beide Kritikern stehen sich unversöhnlich gegenüber, was natürlich nicht ausschließt, dass es auch hier wieder Versöhnler gibt, die das Unversöhnliche zu versöhnen versuchen, um die dialektische Kritik am Revisionismus der formalistischen Kritik anzupassen.

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Nur die dialektische Kritik am Revisionismus zeigt den richtigen Weg zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Revisionismus auf, während die formalistische Kritik am Revisionismus auf Irrwegen stets zurück in den Revisionismus führt.

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Die Neo-Revisionisten vulgarisieren und banalisieren den Begriff des Revisionismus, begnügen sich mit einer Art primitiver „Revisionismuskritik für den Hausgebrauch“. Sie gehen nicht unnötig darüber hinaus, was am häufigsten ins Auge springt, wenn es um die Behandlung der Revisionismus-Frage geht. Sie scheuen sich, auf das Wesentliche am Revisionismus einzugehen und meiden es beflissentlich. Als Marxisten-Leninisten verlangen wir aber, dass man mit der Revisionismus-Kritik unbedingt darüber hinaus gehen, das man die Revisionismuskritk vor ihrer Vulgarisierung schützen muss.

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Die Neo-Revisionisten haben die Kritik am modernen Revisionismus, wenn überhaupt, so dann nur noch im Wesentlichen als historisch abgehakt betrachtet und, eingefroren, haben des Kapitel „moderner Revisionismus“ mit einem Schlussstrich beendet.

Um den Revisionismus zu bekämpfen, muss man ihn jedoch wirklich richtig kennen, muss man ihn von allen Seiten und in all seinen Zusammenhängen untersuchen und zwar bis hin in unsere heutige Zeit, muss man die Weiterentwicklung des modernen Revisionismus unter den heutigen Bedingungen studieren. Die metaphysische Verabsolutierung aller Grenzen und Unterschiede des modernen Revisionismus und die sophistische Verwischung, ja Aufhebung aller seiner Grenzen und Unterschiede sind im Grunde genommen ein und dasselbe.

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Es wurde nie mehr zur Verwirrung des Kampfes gegen den Revisionismus beigetragen wie heute und das hat natürlich globalistische Methode. Sogar die ärgsten Revisionisten spielen sich heute ungeniert als „Anti-Revisionisten“ auf. Heute gibt es nur noch die guten „Anti-Revisionisten“ - böse Revisionisten gibt es schon längst nicht mehr, Ihre Gattung ist längst ausgestorben ?! Aber sobald wir diese „Logik“ der Revisionisten entlarven, sobald wir diese feinen „Anti-Revisionisten“ ihres tatsächlichen Revisionismus überführen, sie beim Namen nennen, sie an Hand ihrer revisionistischen Taten überführen, dann fangen sie an, blindwütig um sich zu schlagen, wenn sie mit versöhnlerischen Beschwichtigungen nicht mehr landen können. In ihrem Größenwahn phantasieren sie von „Selbstkritik“, von den „Selbstheilungskräften“ des Revisionismus, so als ob der Revisionismus sich selber aus dem Sumpf ziehen könne und reumütig, wie Phönix aus der Asche als Marxismus-Leninismus wieder gereinigt in Erscheinung treten könne.

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Was wir den Revisionisten allerdings nicht absprechen können, ist, dass sie fähig sind und auch die Mittel haben, aus ihren Fehlern zu lernen, aber eben nur um ihren Betrug weiter zu verfeinern und zu vervollkommnen, ihn auf die heutigen und zukünftigen Bedingungen noch besser als je zuvor anzupassen usw. usf. Allein aus dieser nicht zu leugnenden Tatsache heraus haben wir genug Grund, unsere Wachsamkeit zu erhöhen, und unsere Revisionismuskritik auf eine höhere Stufe zu heben.

Manche dreiste Revisionisten behaupten sogar, sie wären „nie“ Revisionisten gewesen, das wäre nur ein Hirngespinst, üble Nachrede der „Dogmatiker“ und „Sektierer“.

Andere revisionistische („einsichtige“) „Genossen“ reichen dir „kameradschaftlich“ die Hand, um dich in ihren Abgrund zu ziehen. Natürlich gibt es auch ehrliche Menschen, die tatsächlich ihre Fehler einsehen und sich zum Marxismus-Leninismus hin entwickeln, denen wir natürlich kameradschaftlich die Hand reichen und denen wir helfen, sich von den revisionistischen Führern zu trennen! Ihnen nicht die Hand zu reichen heißt, sie wieder in die Arme der revisionistischen Führer zu treiben.

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Die subjektiv angewandte Elastizität des Begriffs Revisionismus ermöglicht es den heutigen Revisionisten, den Begriff des Revisionismus nach Belieben zu verwirren, die Wahrheit über den modernen Revisionismus durch maskierte Lügen zu übertünchen, aus der Rolle des Täters in die Rolle des Opfers zu schlüpfen usw. usf..

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Die wahre Geschichte des modernen Revisionismus wird von ihnen entstellt, ja sie spielen sogar mit dem Begriff des Revisionismus oder verschweigen ihn völlig. Den alten Revisionismus in einen neuen „Anti-Revisionismus“ zu verwandeln, das Vertauschen dieser Begriffe, die prinzipienlose Austauschbarkeit der marxistisch-leninistischen Begriffe überhaupt hat heute weitestgehende Verbreitung gefunden. Alles mit allem zu verwirren – das ist heute nach 50 Jahren von unserem anti-revisionistischen Kampf übrig geblieben.

Diese Methode des Betrugs, das Spiel mit Worten an Stelle einer tiefen Analyse des Revisionismus, die Versuche, den Begriff des Revisionismus mit dem Begriff des „Anti-Revisionismus“ zu vertauschen oder: in ein und denselben Begriff des Revisionismus einen verschiedenen, ja entgegengesetzten Inhalt und Sinn hineinzulegen – all diese Skrupellosigkeit, all diese subjektive Willkür des Jonglieren mit dem Begriff Revisionismus scheint keinerlei Grenzen mehr zu kennen. Diese sich wie ein Virus ausbreitende Herrschaft der subjektivistischen Willkür ist besonders bequem für diejenigen, die versuchen, die marxistisch-leninistische Lehre von der Fortsetzung des Kampfes gegen den Revisionismus, von der Fortsetzung als globalisierten Kampf gegen den Revisionismus zu „widerlegen“ und den Revisionismus zu „verewigen“.

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Die marxistisch-leninistische Revisionismuskritik geht davon aus, dass im Entwicklungsprozess des Revisionismus unbedeutende und verborgene quantitative Veränderungen sprunghaft in qualitative Veränderungen übergehen.

Wir Marxisten-Leninisten bekämpfen den Revisionismus permanent, wobei wir sowohl seine verborgenen quantitativen Veränderungen als auch seine qualitativen Sprünge bekämpfen.

Die so genannten „Anti-Revisionisten“ von heute vergessen dagegen bewusst, entweder hinter der revisionistischen Evolution die Sprünge, oder hinter den Sprüngen die Evolution des Revisionismus zu sehen. Man geht sorgloser und unbekümmerter als je zuvor mit der tatsächlich wachsenden Gefahr des Revisionismus um, bis der Revisionismus wieder mit voller Wucht zuschlägt, wenn man ihm weitere Atempausen gibt oder gar den Kampf gegen ihn einstellt.

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Für das Weltproletariat ist die gesamte Gefahr des Revisionismus viel größer als die einzelne Gefahr in jedem Land der Welt. Das Proletariat eines Landes steht dem Revisionismus eines Landes gegenüber. Das Weltproletariat steht dem Weltrevisionismus gegenüber.

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Wir müssen uns unsererseits vor sektiererischen Gefahren in Acht nehmen, vor der gefährlichen Auffassung, die jene evolutionäre Entwicklung des (verkappten) Revisionismus leugnet, die den Boden für den Sprung zur Zurückeroberung seiner offenen sozialfaschistischen Macht vorbereitet. Die „Ruhe“ der gegenwärtigen revisionistischen Bewegungen, ist in Wahrheit eine trügerische Ruhe, ist eigentlich gar keine Ruhe, sondern Regenerationsphase für die weitere Entwicklung des revisionistischen Einflusses im Weltproletariat in Vorbereitung auf die Unterhöhlung der sozialistischen Weltrevolution.

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Jede schwankende Haltung gegenüber der tatsächlich vor sich gehenden Entwicklung des Revisionismus ist unzulässig. Entweder der Revisionismus wird zur wachsenden Gefahr, dann müssen wir den Kampf gegen ihn verstärken. Oder der Revisionismus ebbt ab, dann können und dürfen wir uns eine solche Aufgabe nicht stellen. Bei dieser Entscheidung darf es keine Mittellinie geben, etwa: „Gefahr des Revisionismus nimmt einerseits zu und andererseits ab“ - das ist undialektisch, entweder nimmt sie zu oder sie nimmt ab. Der gegenwärtige Revisionismus ist genauso real wie sein Kampf gegen ihn. In gegenwärtigen Entwicklungsstadium der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist es nicht verwunderlich, ja ist der Missbrauch des Begriffs „Anti-Revisionismus“ unvermeidlich.

Das war schon immer ein Wesensmerkmal des Revisionismus und ist natürlich nichts Neues, aber das Ausmaß ist viel größer geworden als es in der Vergangenheit jemals war. Das beweist nur die Verdorbenheit, den globalisierten Fäulnisprozess der bürgerlichen Ideologie einschließlich des Revisionismus und kündigt den notwendig folgenden erneuerten revolutionären Sturm gegen den Revisionismus an.

Auch revisionistische Lügen haben kurze Beine.

Die Praxis des Klassenkampfes wird dies unvermeidlich beweisen.

Man kann die Wahrheit, die Einsicht in die Notwendigkeit des anti-revisionistischen Kampfes des Weltproletariats nicht ignorieren, nicht leugnen, nicht entstellen. Das Weltproletariat wird sich von der Verlogenheit des Revisionismus aus eigener Kraft und mit unserer Hilfe an Hand der eigenen Erfahrungen überzeugen.

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Die Ideen des Anti-Revisionismus sind unbesiegbar, denn es sind die Ideen des Marxismus-Leninismus, sind unzertrennlicher Bestandteil der Weltanschauung des revolutionären Weltproletariats.

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Im Grunde genommen gibt es in der anti-kommunistischen Propaganda der Bourgeoisie „überhaupt keine eindeutigen, wahren“ Marxisten-Leninisten, ihre Auffassung über die Marxisten-Leninisten trägt bürgerlichen Klassencharakter. In Wahrheit weiß sie, was sie tut. Sie tut so, als wenn sich alle Gruppierungen verschiedenster Richtungen, Fraktionen, gegenseitig bekämpfen, die ihre Argumente gegenseitig aufheben und sich behindern. Sie weiß, dass sie es nicht verhindern kann, dass sich in diesem Getümmel nicht alles selber zerstört, sondern sich ein Kern herausbildet, der gefährlicher wird, wenn man ihm nicht immer mehr Getümmel zuführt, mit dem er sich auseinanderzusetzen hat. Aber damit hält sich die Bourgeoisie die Herausbildung des marxistisch-leninistischen Kerns nicht etwa vom Leibe, nein sie stärkt damit nur seine Durchsetzungskraft, wenn nicht von heute auf morgen, so aber auf lange Sicht – und das ist das, was jetzt in der ganzen verwirrenden Bewegung vor sich geht, ein anwachsender, wenn auch mühseliger Prozess ihrer Entwirrung.

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Je stärker die Kräfte der ideologischen Verwirrung wirken, desto stärker werden die Kräfte der ideologischen Klarheit – Kräfte erzeugen Gegenkräfte in gleichem Maße, das ist ein unumstößliches Gesetz der Mechanik, das auch die Bourgeoisie nicht außer Kraft setzen kann, selbst wenn sie es gerne wollte. Und dieses Gesetz wirkt auch zwischen den revisionistischen und den revolutionären Kräften.

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Die Bourgeoisie hat tausende und abertausende Organisationen geschaffen, um es der Arbeiterklasse schier unmöglich zu machen, sich da noch überhaupt zurechtzufinden. Dieses breit angelegte globalisierte Chaos hat also heute System, ist charakteristisch für den gegenwärtigen anti-marxistisch-leninistischen Kampf der Bourgeoisie, der seinen organisatorischen Ausdruck in der völligen Zersplitterung der revolutionären Bewegungen auf der ganzen Welt hat. Ein Gordischer Knoten ist da wesentlich leichter zu durchtrennen, als so ein verheddertes und völlig durcheinander gebrachtes Wollknäul mit tausenden von Fäden, die, wenn man sie aufribbelt, alle in bürgerlicher Ideologie enden, also Fäden sind, die nur zur Bourgeoisie führen. Unter all den rot angemalten Fäden ist nur ein einziger wirklich roter Faden dabei, der tatsächlich zum Anti-Revisionismus, zum Marxismus-Leninismus, zur sozialistischen Weltrevolution führt. Die Bourgeoisie kennt diesen Faden, kennt die Marxisten-Leninisten, die diesen Faden spinnen und deswegen haben sie auch ein Auge auf uns und versuchen sich taktisch klug zu verhaltentun sie alles, damit wir den Faden verlieren und die Arbeiterklasse ihn nicht findet.

Noch ist die marxistisch-leninistische Linie der Komintern/ML nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber man kann das Weltproletariat nicht für dumm verkaufen. Es wird seinen Weg zum Marxismus-Leninismus unvermeidlich finden und die Weltbourgeoisie wird es letztendlich nicht verhindern können.

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Die Taktik der Bourgeoisie bestand darin, die antagonistischen Widersprüche zwischen Revisionismus und Marxismus-Leninismus zu leugnen und sie stattdessen als nicht-antagonistisch auszugeben. Auf diese Weise konnte die Bourgeoisie mit dem Revisionismus der Arbeiterklasse, der Revolution und dem Sozialismus großen Schaden zufügen, denn sie schob alles dem Marxismus-Leninismus in die Schuhe und nicht etwa dem Revisionismus, dessen Existenz und Wirken die Bourgeoisie leugnet.

Kurz:

Die Bourgeoisie vertuscht im Allgemeinen den antagonistischen Unterschied zwischen Revisionismus und Sozialismus. Die Restauration des Kapitalismus wurde von der bürgerlichen Propaganda als„Verbrechen des Kommunismus“ ausgeschlachtet, während es in Wirklichkeit ein Verbrechen der Bourgeoisie am Kommunismus war.

Nicht der Sozialismus ist für immer gescheitert, wie die anti-kommunistische Propaganda der Bourgeoisie es hinzustellen beliebt, sondern die Bourgeoisie hatte den Sozialismus lediglich in den Kapitalismus zurückverwandelt.

Mit anderen Worten, solange die Bourgeoisie herrscht, will sie ganz allein darüber bestimmen, was Marxismus-Leninismus, was Sozialismus, was Kommunismus usw. ist, wer was ist, wer welche politischen Interessen vertritt usw. usf., drückt sie dem Weltproletariat ihre Auffassung vom Kommunismus auf . Dem Weltproletariat spricht die Bourgeoisie nicht nur seine Existenz ab, sondern auch seine eigene Weltanschauung, sein Recht auf seine Befreiung. Der Revisionismus, die bis zur Unkenntlichkeit zerstümmelte Revision des Marxismus-Leninismus im Interesse der Bourgeoisie reicht für alle Erdenbürger heute „vollkommen aus“. Und da der Revisionismus die Arbeiterklasse „gesetzmäßig, „zwangsläufig“ (?!) – „wie sich gezeigt hat“ (in Albanien seid ihr eurem Schicksal auch nicht entkommen ?!) - in die Armen der Bourgeoisie treibt, könne das Weltproletariat gut und gerne in Zukunft auf sozialistische „Experimente verzichten“.

Den „längeren Arm“ hat der Bourgeois, also sollte der Arbeiter ruhig „seine Finger vom Kommunismus lassen“, wenn er sich unnötige Scherereien ersparen will. „Die Restauration des Kapitalismus war viel zu aufwendig und kostspielig, das Geld dafür hätte man sich sparen und lieber gleich direkt ins Kapital stecken sollen.“ Wenn der Sozialismus nicht wäre, würde es dem Kapitalismus heute „viel besser“ gehen usw. usf . Der Revisionismus – das bürgerliche Schreckgespenst gegen den Kommunismus – das anti-kommunistische Demoralisierungskonzept für die Arbeiterklasse wird tausendmal durchgekaut bis zum Erbrechen und stumpft sich mit jedem Mal genauso ab wie überhaupt der ganze Anti-Kommunismus – ohne unser Zutun, allein durch die Widersprüche, in die sich der Kapitalismus selber bringt.

Revision des Marxismus-Leninismus zwecks Liquidierung des Marxismus-Leninismus – das ist der konterrevolutionäre Weg in die schwärzeste Reaktion, den nur der Revisionismus ebnen konnte.

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Unsere proletarische Weltanschauung ist etwas, was wir Marxisten-Leninisten niemals wegrevidieren, nur die Revisionisten tun das. Revisionismus ist – wie wir oben beschrieben haben - die Revision von den unverzichtbaren Grundprinzipien und Grundmethoden des Marxismus-Leninismus mit dem Ziel der Liquidierung des ganzen Gebäudes des Marxismus-Leninismus. Die Revision des Marxismus hat der Bourgeoisie in der ganzen Geschichte ihres Anti-kommunismus immer dazu gedient, sich jenen Raum und jene Zeit innerhalb des kommunistischen Lagers zu verschaffen, die sie benötigte, um dort ihre bürgerliche Ideologie in die sozialistische zu übertragen, um dort die bürgerlichen Ideen und bürgerlichen Elemente in den Sozialismus hineinzutragen und dort einzupflanzen.

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Nun gibt es aber auch durchaus solche marxistisch-leninistischen Prinzipien, die unter alten Bedingungen zwar richtig waren, unter neuen Bedingungen aber falsch werden und deswegen korrigiert oder sogar durch neue Prinzipien ersetzt werden müssen.

Die Marxisten-Leninisten tun das – die Revisionisten nicht.

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Der Marxismus-Leninismus ist – wie bereits hervorgehoben - eine lebendige, schöpferische, sich ständig selbst kritisierende und sich erneuernde Ideologie.

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Der Revisionismus ist eine tote, verknöcherte, rückschrittliche, bürgerliche Ideologie, die dies zu verhindern sucht, indem sie die Abweichungen vom Marxismus-Leninismus als „schöpferische Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus“ proklamiert und den Marxismus-Leninismus hingegen als „Dogma“, als etwas „Veraltetes“, „Überlebtes“, „Verknöchertes“ verurteilt.

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Revisionismus ist verbürgerlichter, verfaulender, sterbender, parasitärer „Marxismus-Leninismus“, der nicht nur nichts mit dem wahren Marxismus-Leninismus zu tun hat, sondern von der sozialistischen Revolution auf den Misthaufen der Geschichte geworfen wird.

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Mit dem Revisionismus als „Trojanisches Pferd“ versucht die Weltbourgeoisie sich des Marxismus-Leninismus zu bemächtigen, ihn dem Weltproletariat so verfälscht zu verabreichen, dass er die gegenteilige Wirkung von dem erzeugt, die er eigentlich hat, Demobilisierung statt Mobilisierung, Demoralisierung statt Moralisierung.

Der Revisionismus ist ein Allergen gegen den Marxismus-Leninismus, soll unbemerkt in das Immunsystem des Kommunismus eindringen, um diesen von innen heraus zu zerstören.

Der Revisionismus ist kastrierter, prostituierter Kommunismus.

Revisionismus ist der Versuch, dem Kommunismus seine wissenschaftlichen Grundlagen zu rauben und durch bürgerliche „Theorien“ zu ersetzen.

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Man muss mit der Zeit gehen, muss sich von veralteten Prinzipien trennen, aber man darf deswegen nicht gleich seine eigenen Grundpfeiler, und dabei seine ganze Weltanschauung mit über Bord werfen. Anpassung an neue Bedingungen ist unerlässlich, aber wenn man die Anpassung nur als Alibi benutzt, um ein richtiges Prinzipien fallen zu lassen oder durch ein falsches zu ersetzen, dann ist das eine prinzipienlose Revision.

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Der Revisionismus entsteht eben aus der prinzipienlosen Revision des Marxismus.

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Und wenn man daraus auch noch eine Rechtfertigungs“theorie“ zurechtzimmert und das „Marxismus“ nennt, dann ist das nichts anderes als eben Revisionismus.

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Revisionismus ist Anpassung der proletarischen Ideologie an die bürgerliche Ideologie, Versöhnung und Vermischung (Eklektizismus) mit ihr mit dem Ziel, sie zu assimilieren und sie sich unterzuordnen.

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Revisionismus ist bürgerliche Entstellung der proletarischen Ideologie, ist Beraubung ihres revolutionären Geistes. Revisionismus ist die Wahrung der Form des Marxismus-Leninismus zwecks Vertuschung der Beseitigung ihres revolutionären Inhalts, ihres revolutionären Geistes. Revisionismus ist die Vulgarisierung, die Verwässerung und Verflachung des Marxismus-Leninismus, ist „alter Wein in neuen Schläuchen“.

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Revisionismus ist Entwaffnung des Marxismus-Leninismus mit Hilfe seiner eigenen Waffen.

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Die Revisionisten versuchen, die Dialektik mit der Sophistik und Eklektik zu vertauschen. Während die offenen Revisionisten die Dialektik mit der Sophistik vertauschen, während diese versuchen, die Dialektik als Sophistik auszugeben, so versuchen die verkappten Revisionisten – den offenen Revisionisten zu Hilfe eilend - die Sophistik als Dialektik auszugeben, um auf diese Weise den Revisionismus durch die Hintertür ins Bewusstsein der Arbeiterklasse einzuschmuggeln.

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Der Revisionismus hat die Eigenschaft, sich zu häuten durch die Negation der Negation des Revisionismus.

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Alle „Theorien“, die der Marxismus-Leninismus bereits widerlegt hat, werden mit den verschiedensten Gewändern wieder neu ausgestattet und den veränderten grundsätzlichen Bedingungen angepasst – modernisiert.

So ist auch der Begriff des modernen Revisionismus zu verstehen.

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Revisionismus ist die bürgerliche Ideologie, die versucht, die marxistisch-leninistische Einheit von Wort und Tat zu unterhöhlen und sie schließlich zu beseitigen, bedeutet Spaltung des Marxismus-Leninismus, Beseitigung seines monolithischen Charakters, Beseitigung seines Determinismus, seines Klassencharakters.

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Die sozialistische Idee beschreibt nicht eine Linie, sondern eine Kurve, die sich einer Reihe von Kreisen, einer Spirale unendlich nähert. Jedes Bruchstück, Teilchen, Stückchen dieser Kurve kann verwandelt werden (revisionistisch verwandelt) werden in eine selbständige, ganze, gerade Linie ( zum Beispiel die Idee vom Sozialismus in „einem Land“), die (wenn man vor lauter einzelnen sozialistischen Stückchen den Weltsozialismus nicht sieht) dann in den Sumpf, zum Revisionismus führt ( wo sie durch das Klasseninteresse der neuen Bourgeoisie verankert wird). Geradlinigkeit und Einseitigkeit, Erstarrung und Verknöcherung, Subjektivismus und subjektive Blindheit, voilà die erkenntnistheoretische Wurzel des modernen Revisionismus.

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Die Revisionisten leugnen die Einheit und den Kampf der Gegensätze, indem sie die Einheit verabsolutieren, sie vom Klassenkampf loslösen und den Kampf der Gegensätze, den Klassenkampf – insbesondere, aber nicht nur - in der sozialistischen Gesellschaft leugnen.

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Die Revisionisten reißen Zitate der Klassiker auseinander, um Wahrheit in Lüge zu verwandeln, inde, sie damit ihre „Theorien marxistisch-leninistisch zu untermauern“ versuchen, um damit den Eindruck zu erwecken, sie stünden „wirklich“ auf „prinzipienfesten“ Grundlagen. Der Klassiker.

Der Revisionismus ist die entschiedene Wendung zur bürgerlichen „Kritik“ der Philosophie des dialektischen Materialismus.

So wie der Marxismus entstand, indem er die bürgerliche Ideologie auf den Kopf stellte, die dialektische Methode beispielsweise auf den Boden des Materialismus verankerte und vom idealistischen Inhalt befreite, so entstand umgekehrt der Revisionismus, indem dieser die proletarische Ideologie auf den Kopf stellte.

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Mit der Restauration des Idealismus versucht der Revisionismus dem dialektischen Materialismus den Todesstoß zu versetzen.

Der Marxismus versetzte allen buntscheckigen, schrillen Formen des vor-marxistischen Sozialismus den Todesstoß.

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Der Revisionismus versucht heute mit buntscheckigem Eklektizismus, dem dialektischen Materialismus den Todesstoß zu versetzen, damit dieser nicht die Restauration des Kapitalismus in die Restauration des Sozialismus verwandelt.

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Die Revisionisten ersetzten den Materialismus durch den Idealismus und die Dialektik durch die Metaphysik, eigneten sich die reaktionäre Philosophie des Pragmatimus an“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 231, dt. Ausgabe).

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Revisionismus ist bürgerlicher Antikommunismus, der sich insbesondere des kommunistischen Vokabulars bedient, ist verkappter Antikommunismus.

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Revisionismus ist Doppelzüngelei und die systematische Tarnung seiner wahren konterrevolutionären Absichten mit Hilfe von marxistisch-leninistischer Phraseologie.

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Revisionismus ist Pseudokommunismus, ist Kapitalismus mit kommunistischen Aushängeschild.

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Der Revisionismus ist die Ideologie der Agentur der Imperialisten innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung, und ist nach wie vor die Hauptgefahr.

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Da es ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Bewegung gibt, haben es sich die Revisionisten zur Aufgabe gemacht, eben die revolutionäre Theorie zu entstellen, sie unbrauchbar zu machen, sie zu beseitigen, sie durch die revisionistische Ideologie zu ersetzen, um so die revolutionäre Bewegung in die Arme des Weltimperialismus zu treiben. Um die revolutionäre Bewegung zu zerstören, muss die Bourgeoisie die revolutionäre Theorie zerstören, müssen die Revisionisten verhindern, dass sie die Massen ergreift.



Kommunismus ist eine viel zu großartige Sache als dass sein guter Ruf von den modernen Revisionisten für immer ausgelöscht werden könnte. Der Kommunismus kann doch nicht dafür verantwortlich gemacht werden, wenn er von der neuen Bourgeoisie in seinem Namen missbraucht wird. Die neue Bourgeoisie, die aus der sozialistischen Gesellschaftsordnung hervorgegangen war, die hat doch den Kommunismus missbraucht, nicht die Arbeiterklasse, nicht die sozialistische Gesellschaftsordnung. Die Arbeiterklasse ist nicht vom Kommunismus betrogen worden, sondern vom Revisionismus, einer kapitalistischen Ideologie, die sich unter dem Sozialismus entwickelt hatte, um diesen zu beseitigen.

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Der Kapitalismus war schon nicht mehr in der Lage, den Sozialismus im offenen Kampf zu besiegen. Er konnte den proletarischen Sozialismus nicht sofort, sondern nur allmählich durch Verwendung der verscheidensten Masken in den bürgerlichen Sozialismus und schließlich in den offenen Kapitalismus verwandeln. Im bürgerlichen Sozialismus war die Arbeiterklasse nur noch zur Wahrung der Form, tatsächlich aber schon nicht mehr an der Macht. Vom Machtantritt der Revisionisten bis zur endgültigen Verkündung des Endes des Sozialismus, des Übergangs zum offenen Kapitalismus, sind immerhin einige Jahrzehnte vergangen. Es handelt sich also um einen mehr oder weniger langwierigen Weg, einen „langen Marsch“, den die neue Bourgeoisie zurücklegen musste. Der Weg des modernen Revisionismus führte in einem langen Prozess vom „verschämten Marxismus-Leninismus“ über die „Karrikatur auf den Marxismus-Leninismus“ zum „unverschämten Anti-Marxismus-Leninismus“.

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Je weiter, tiefer und fester der Sozialismus von der Arbeiterklasse aufgebaut und je höher der Marxismus-Leninismus entwickelt werden konnte, um so größere Anstrengungen musste die Bourgeoisie unternehmen, desto länger brauchten sie für die Restauration des Kapitalismus. Das war besonders im ersten und stärksten Land des Sozialismus so, in der Sowjetunion Lenins und Stalins. Bis heute ist es dort der Bourgeoisie nicht gelungen und wird es niemals gelingen, das kommunistische Bewusstsein des Sowjetvolkes, das revolutionäre Bewusstsein der sowjetischen Arbeiterklasse völlig auszulöschen, wird sich der revolutionäre Funke zur Rückeroberung der Arbeitermacht wieder entzünden, dafür sorgt allein schon die Krise des Kapitalismus.

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Die Keimform für die Rückeroberung der Arbeitermacht, für die Restauration des Sozialismus, ist qualitativ höher als die Keimform der klassische Eroberung der Arbeitermacht aus dem Kapitalismus.

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Und diese Keimform bleibt erhalten, wenn für ihre Erhaltung weiter gesorgt wird. Und 50 Jahre sind nun vergangen, wo der Kapitalismus immer noch das revisionistisch-kapitalistische Gesellschaftssystem als abschreckendes Beispiel für den Kommunismus hinstellt, obwohl das Werk der revisionistischen Gesellschaftsordnung ein Werk der Restauration des Kapitalismus war, ein Instrument, mit dem der Kapitalismus sich seine an die sozialistischen Arbeiter verlorene Macht zurückerobert hatte. Grund genug, um die Arbeiter weiter geduldig darüber aufzuklären, was moderner Revisionismus ist und wie er entstehen konnte.

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Wir Kommunisten sind keine Übermenschen. Auch wir gehören zu den Sterblichen, die in ihrem Leben Fehler machen und nicht wenige Fehler machen, sogar wiederholte Fehler, die wir also immer noch nicht oder nicht gründlich genug überwunden haben. Wir üben deswegen Kritik und Selbstkritik, weil wir nicht auf unsere Fehler beharren, sondern zu unseren Fehlern stehen und versuchen, sie ernsthaft zu analysieren und zu korrigieren. Das ist eine Stärke der Kommunisten, denn wer seine Fehler einsieht und bereit ist, sie zu überwinden, den nimmt man nicht nur ernst, sondern dem schenken die einen Vertrauen, während die anderen ihn bloßstellen und ihn mit ihrem Anti-Kommunismus vor den Augen der Arbeiter verächtlich machen, was das Vertrauen der anderen bestätigt und festigt. Fehler einzusehen und zu beheben – dazu ist es nie zu spät ! Es ist ein Wesensmerkmal des Kommunismus, dass man das Vertrauen in ihn für eine Zeit lang zwar unterbinden, aber nicht erschüttern kann. Jeden Tag Kapitalismus, jeden Tag Verelendung der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen und Massen, jeden Tag Anti-Kommunismus, sind überzeugender für die Furcht vor dem Kommunismus als Millionen von kommunistischen Flugblättern. Es gibt keine andere Alternative zum Kapitalismus, zum Revisionismus als den Kommunismus.

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Es gibt dabei jedoch auch üble Elemente, die kein Interesse daran haben, dass der Kommunismus unter den Arbeitern wieder Vertrauen gewinnt, die also weiterhin um Untergrund wühlen, ihre Demagogie betreiben, sich als „Kommunisten“ aufspielen und dem Kommunismus dadurch um so mehr Schaden zufügen. Freunde und „Freunde“, Kommunisten und „Kommunisten“ sind zweierlei: die einen sind wirklich Freunde und Kommunisten, die anderen tarnen sich nur als Freunde und als Kommunisten, weil man ihre Lügenmärchen sonst nicht abkaufen und ihre Täuschungsmanöver durchschauen würde. Fehler und „Fehler“ sind bekanntlich auch zwei grundverschiedene Dinge, die man manchmal nicht einfach auseinander halten kann. Diese Schwäche machen sich natürlich unsere Gegner, die sich als „Kommunisten“ ausgeben, zu Nutze. Sie unternehmen sogar große Anstrengungen, um unseren richtigen Standpunkten das Etikett „falsch“ und unseren irrtümlich eingenommenen Standpunkten das Etikett „richtig“ aufzukleben, eben deshalb, um uns Marxisten-Leninisten, vor allem aber die Arbeiterklasse und die Massen leichter in die Irre zu führen und uns zu kompromittieren. Damit hat man auch schon die Taktik des Revisionismus treffend veranschaulicht, nämlich:

Den marxistisch-leninistischen Wegweiser zur revolutionären Befreiung der Arbeiterklasse in die falsche Richtung drehen, um die Arbeiter auf Umwegen wieder in die Lohnsklaverei zurückzuführen, also jenen Weg des bürgerlichen Sozialismus zu weisen, der wieder dort endet, wo er begonnen hat – im Kapitalismus. Der Clou dabei ist, den Wegweiser so schnell wie möglich, aber so langsam wie nötig in die falsche Richtung zu drehen, damit die revolutionären Arbeiter keinen Verdacht schöpfen.

Revisionismus ist wie gesagt eine Ideologie der untergehenden Klasse, die verzweifelt versucht, ihre Klassenherrschaft vor dem Untergang zu bewahren bzw diese zurück zu erobern, indem sie sich der Ideologie bzw. des gesamten Gesellschaftssystems der aufstrebenden Klasse bemächtigt.

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Revisionismus ist ein Instrument zur Aufrechterhaltung der untergehenden bzw. zur Restauration der entmachteten Ideologie. Die einzige Klasse, die mit der Aufrechterhaltung ihrer Klassendiktatur die Klassengesellschaft und damit jede Klassenideologie überhaupt abschafft, ist die revolutionäre Arbeiterklasse.

Der Marxismus-Leninismus ist also die Ideologie des Proletariats, die die Klassendiktatur nicht aufrecht erhält, um als Klasse in alle Ewigkeit zu herrschen, sondern sich selbst als Klasse zu beseitigen. Nur ist dies weder im Kapitalismus, noch im Sozialismus möglich, weil es sich beides um Klassengesellschaften handelt, in der entweder die Bourgeoisie oder die Arbeiterklasse herrscht. Aber erst mit der im Sozialismus herrschenden Arbeiterklasse ist der nächste Schritt zu klassenlosen Gesellschaft im Kommunismus möglich.

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Wer den Kommunismus schon im Sozialismus zu verwirklichen versucht, wer den Sozialismus schon im Kapitalismus zu verwirklichen versucht, ist revisionistisch, denn das dient der Aufrechterhaltung der alten Gesellschaftsordnung und nicht der zukünftigen Gesellschaftsordnung.

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Wer also versucht, den Sozialismus „in einem Lande“ in den Kommunismus zu verwandeln, ohne die dafür unabdingbaren nationalen und internationalen Voraussetzungen zu schaffen, ist ein Revisionist. Und ein Revisionist ist auch derjenige, der den Aufbau des Kommunismus hintertreibt, wenn dazu die Voraussetzungen bereits geschaffen worden sind. Die kommunistische Welt entwickelt sich aus der sozialistischen Welt. Auf höherer Stufenleiter. Aus dem Sozialismus „in einem“ Land schuf Stalin die Voraussetzungen für den Aufbau des Kommunismus „in einem Land“ und stützte sich dabei auf das von ihm gebildete sozialistische Weltlager.

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In Ergänzung und im Gegensatz dazu ist auch derjenige ein Revisionist, der die Irrlehre zu verbreiten versucht, dass die zeitlichen und räumlichen Bedingungen für den Aufbau des Kommunismus überall gleich seien. Selbst beim Übergang vom Weltsozialismus zum Weltkommunismus ist die Entwicklung in den einzelnen Ländern nicht absolut gleich, wenn auch weitestgehend angeglichen. Der Revisionismus ist also selbst im Weltsozialismus noch nicht vollständig vernichtet und stellt somit auch weiterhin eine Gefahr dar.

Der Revisionismus ist die Ideologie der Agentur der Bourgeoisie in den Reihen der kommunistischen und Arbeiterbewegung. Die Bourgeoisie sah sich durch den Sozialismus genötigt, an das Proletariat zu appellieren, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen und es so in die politische Bewegung hineinzureißen. Mit dem Revisionismus führt die Bourgeoisie dem Proletariat die Waffen gegen sich selbst, gegen den Sozialismus zu. Die Arbeiterklasse hat auf der gesellschaftlichen Entwicklungsstufe des Revisionismus an der Macht einen revolutionären Klassenkampf geführt für die Rückeroberung der Diktatur des Proletariats in einem sozialistischen Land, für den revolutionären Sturz der Revisionisten an der Macht. Das ist eine historische Tatsache. Es ist ebenso eine Tatsache, dass es der Arbeiterklasse bis heute nicht gelungen ist, den Sozialismus wieder herzustellen.

Wir Kommunisten sagen aber, dass es gar keinen Zweifel daran geben kann, dass die Arbeiterklasse den Kapitalismus revolutionär beseitigt und den Sozialismus auf dessen Trümmern wieder aufbaut und zwar nicht nur vorübergehend, sondern für immer.

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Der Marxismus-Leninismus hat den Nachweis erbracht, dass dies unvermeidlich eintreffen wird, dass es der Bourgeoisie letztendlich nicht gelingen kann, den Kapitalismus mit Hilfe der Revisionisten wieder herzustellen.

Wir sagen ferner, dass der proletarische Internationalismus die entscheidende Kraft des Weltproletariats ist, dass die Arbeiterklasse aller Länder sich als Weltproletariat zusammenschließt und sich international organisiert, dass es sich seine Kommunistische Internationale schafft. Dieser Kampf gegen den Revisionismus kann also nur siegreich beendet werden, wenn das gesamte Weltproletariat einen internationalen Klassenkampf gegen den Revisionismus führt, wenn das Weltproletariat seine politische Macht mit Hilfe der sozialistische Weltrevolution erobert hat, wenn es von der Kommunistischen Weltpartei angeführt wird, die sich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt.

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Das Weltproletariat kann sich selbst nur von Kapitalismus und Revisionismus befreien, wenn es die ganze Welt vom Kapitalismus und Revisionismus befreit.

Einzig positiv an der Geschichte des modernen Revisionismus ist , dass die sozialistischen Arbeiter ihre Illusionen gegenüber dem Revisionismus verlieren und ihren Glauben an den Marxismus-Leninismus, die Überzeugung von der Notwendigkeit des Kampfes gegen den Revisionismus, die Überzeugung von der Notwendigkeit der Revolution, von der Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Partei, zurückgewinnen. Das ist unserer Meinung nach die wichtigste Lehre aus 50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus.

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Was ist moderner Revisionismus

und wie ist er entstanden ?

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Die allererste Erwähnung des Begriffs „moderner Revisionismus“ findet sich 1909 in Lenins Buch „Materialismus und Empiriokritizismus“ auf Seite 334:

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Eine immer raffiniertere Verfälschung des Marxismus, immer raffiniertere Unterschiebungen von anti-materialistischen Lehren unter den Marxismus – das kennzeichnet den modernen Revisionismus sowohl in der politischen Ökonomie als auch in den Fragen der Taktik und in der Philosophie überhaupt“ (Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, dt. Ausgabe, Seite 334).

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Wir brauchen nur den von Lenin verwendeten Begriff des „Marxismus“ auf den Begriff des „Marxismus-Leninismus“ auszudehnen, dann trifft er auch auf den modernen Revisionismus der Revisionisten an der Macht zu. Diese Leninsche Definition des modernen Revisionismus ist nach wie vor gültig und bleibt stets aktuell.

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Beginnen wir dieses Kapitel mit den Worten Enver Hoxhas, dem Klassiker des Kampfes gegen den modernen Revisionismus, wie er sich nach dem Zweiten Weltkrieg herausbildete:

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Die Strömung, die dem modernen Revisionismus an der Macht vorausging, war der

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Browderismus.

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Diese Strömung entstand in den Vereinigten Staaten von Amerika und bezog ihren Namen vom Ex-Generalsekretär der Kommunistischen Partei der USA, Earl Browder.

1944, als sich der Sieg der Völker über den Faschismus klar abzeichnete, trat Browder mit einem durch und durch reformistischen Programm an die Öffentlichkeit. Er war der erste Apostel jener ideologischen und politischen Kapitulationslinie, die der amerikanische Imperialismus später den kommunistischen Parteien und den revolutionären Bewegungen aufzuzwingen versuchte. Unter dem Vorwand, die historischen Bedingungen der Entwicklung des Kapitalismus und der internationalen Lage hätten sich geändert, erklärte Browder den Marxismus-Leninismus für ´überholt` und bezeichnete ihn als ein System von Dogmen und starren Schemata. Browder predigte den Verzicht auf den Klassenkampf, die Klassenversöhnung auf nationaler und internationaler Ebene. Seiner Ansicht nach war der amerikanische Imperialismus nun nicht mehr reaktionär, war er imstande, die Übel der bürgerlichen Gesellschaft zu heilen, sich demokratisch zum Wohl der Werktätigen zu entwickeln. Im Sozialismus sah er nicht mehr ein Ideal oder Ziel, das es anzustreben galt. Aus seinem Blickfeld waren der amerikanische Imperialismus, seine Strategie und Politik völlig verschwunden. Die Großmonopole, die Säulen dieses Imperialismus, stellten für Browder eine fortschrittliche Kraft für die wirtschaftliche, soziale und demokratische Entwicklung des Landes dar. Browder leugnete den Klassencharakter des kapitalistischen Staates und betrachtete die amerikanische Gesellschaft als eine einige und harmonische Gesellschaft ohne soziale Gegensätze, als eine Gesellschaft, in der Einvernehmen und Klassenzusammenarbeit herrschen. Ausgehend von diesen Vorstellungen, leugnete Browder auch die Notwendigkeit der revolutionären Partei der Arbeiterklasse überhaupt. Er wurde zum Initiator der Auflösung der Kommunistischen Partei der USA im Jahre 1944.

[und man kann mit gewisser Einschränkung hinzufügen: Browder war einer der liquidatorischen Helfershelfer, zumindest einer ihrer offensten Vertreter, bei der Vorbereitung der Auflösung der Komintern – Anmerkung der Redaktion].

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`Die Kommunisten`, schrieb er, ´sehen voraus, dass ihre praktischen politischen Ziele für lange Zeit in allen grundlegenden Fragen mit den Zielen einer viel größeren Masse von Nichtkommunisten übereinstimmen werden und daher unser politisches Handeln in solch größeren Bewegungen aufgehen wird. Die Existenz einer besonderen politischen Partei der Kommunisten dient deshalb nicht länger einem praktischen Ziel, sondern könnte im Gegenteil ein Hindernis für die breiteste Einheit sein. Also werden die Kommunisten ihre besondere politische Partei auflösen und eine andere, neue Organisationsform, einen neuen Namen finden, der den Tagesaufgaben und der politischen Struktur, durch die diese Aufgaben erfüllt werden müssen, besser entspricht` (Earl Browder, Teheran, Our Path in War and Peace, New York 1944, S. 117).

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Als Ausgangspunkt und Rechtfertigung für die Formulierung seiner liquidatorischen bürgerlichen Theorien nahm Browder die Konferenz der alliierten Mächte 1943 in Teheran, deren Ergebnisse er auf anti-marxistische und völlig falsche Weise analysierte und interpretierte.

Die Übereinkunft der anti-faschistischen Allierten, den Kampf gegen das faschistische Deutschland zu Ende zu führen, stellte Browder als den Beginn einer neuen historischen Epoche hin, in der Sozialismus und Kapitalismus im Rahmen ´einer einheitlichen und gleichartigen Welt`, wie er sich ausdrückte, den Weg der Zusammenarbeit gefunden hätten. Browder stellte die Aufgabe, den Geist der Zusammenarbeit und der friedlichen Koexistenz zwischen den alliierten Mächten, der dem Abkommen von Teheran entsprang, nicht nur zwischen dem sozialistischen Sowjetstaat und den kapitalistischen Staaten zum Tragen zu bringen, sondern auch innerhalb der kapitalistischen Länder in den Beziehungen zwischen den antagonistischen Klassen. ´Die Klassenunterschiede und die politischen Gruppen sin nun völlig bedeutungslos geworden`, erklärte Browder. Das einzige Ziel, das sich die Kommunisten setzen mussten, war für ihn die reibungslose Verwirklichung der ´nationalen Einheit` in einer Atmosphäre des Klassenfriedens. Unter dieser ´nationalen Einheit` verstand er einen Block, der in sich die Gruppen des Finanzkapitals, die Organisation der Monopolherren, die republikanische und die demokratische Partei und schließlich auch die Kommunisten und die Gewerkschaftsbewegung vereinigte. Ausnahmslos alle betrachtete er als ´demokratische und patriotische` Kräfte.

Dieser Einheit zuliebe, so erklärte Browder, müssten die Kommunisten bereit sein, auch ihre Überzeugung, ihre Ideologie und ihre eigenständigen Interessen zu opfern. Die amerikanischen Kommunisten hätten diesen Grundsatz vor allem sich selbst gegenüber angewandt.

´Die politischen Ziele, die wir mit der Mehrheit der Amerikaner teilen`, sagte er, ´werden wir über die bestehende Parteienstruktur unseres Landes, die im Wesentlichen die des spezifisch amerikanischen ´Zwei-Parteien-Systems` ist, einzubringen versuchen` (ebenda, Seite 118).

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Verwirrt durch die relativ friedliche Entwicklung des amerikanischen Kapitalismus nach den bekannten Reformen Roosevelts, mit deren Hilfe der amerikanische Präsident aus der Wirtschaftskrise zu Beginn der Dreißiger Jahre herauszukommen suchte, sowie durch das stürmische Produktionswachstum und die Vollbeschäftigung während der Kriegszeit, zog Browder die Schlussfolgerung, der amerikanische Kapitalismus habe sich verjüngt, werde sich nun krisenfrei entwickeln, die Hebung des allgemeinen Wohlstandes garantieren usw.

Er hielt das amerikanische Wirtschaftssystem für fähig, alle Widersprüche und Probleme der Gesellschaft zu lösen und sämtliche Forderungen der Massen zu erfüllen. Zwischen Kommunismus und Amerikanertum setzte er ein Gleichheitszeichen und erklärte:

´Der Kommunismus ist das Amerikanertum des 20. Jahrhunderts`. Browder war der Meinung, wenn alle entwickelten kapitalistischen Länder die bürgerliche Demokratie nutzten, als deren Modell die amerikanische Demokratie zu gelten habe, könnten sie sämtliche Konflikte lösen und allmählich zum Sozialismus übergehen.

Deshalb bezeichnete es Browder als Aufgabe der amerikanischen Kommunisten, das normale Funktionieren des kapitalistischen Regierungssystems zu garantieren, und erklärte offen, dass sie zur Zusammenarbeit bereit seien, um das wirkungsvolle Funktionieren des kapitalistischen Regierungssystems in der Nachkriegszeit und die ´maximale Erleichterung der auf dem Volk lastenden Verpflichtungen zu gewährleisten`. Diese Erleichterungen sollten von den ´vernünftigen` amerikanischen Kapitalisten vorgenommen werden, so meinte er, denen die Kommunisten die Hand zur Freundschaft reichen müssten.

Entsprechend seinen ultrarechten Vorstellungen und unter dem Druck der Bourgeoisie verkündete Browder im Mai 1944 nach der Auflösung der Kommunistischen Partei an ihrer Stelle die Gründung einer aufklärerischen Kulturvereinigung, die ´Kommunistische Politische Assoziation` genannt wurde. Das rechtfertigte er mit der Behauptung, die amerikanische Tradition lasse nur die Existenz von zwei Parteien zu. Diese Assoziation war als Netz von Clubs organisiert und sollte sich vorwiegend ´mit politischer Erziehungsarbeit auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene` befassen.

Im Statut dieser Vereinigungt heißt es: ´Die Kommunistische Politische Assoziation ist eine parteilose Organisation von Amerikanern, die gestützt auf die Arbeiterklasse unter den veränderten Bedingungen der modernen Industriegesellschaft die Tradition Washingtons, Jeffersons, Paines, Jacksons und Lincolns weiterführt`. Und weiter: ´... Sie verteidigt die Unabhängigkeitserklärung, die Verfassung der Vereinigten Staaten und ihre Bill of Rights sowie die Errungenschaften der amerikanischen Demokratie gegen alle Feinde der Freiheiten des Volkes` (Earl Browder, The Patz of Peace, Progress and Prosperity, New York 1944, Seite 47, 48).

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Browder tilgte alle Zielsetzungen der kommunistischen Bewegung. Im Programm der Vereinigung war weder vom Marxismus-Leninismus noch von der Hegemonie des Proletariats, noch vom Klassenkampf, noch von der Revolution, noch von Sozialismus mehr die Rede. Als einziges Ziel setzte sie nunmehr die nationale Einheit, den sozialen Frieden, die Verteidigung der bürgerlichen Verfassung und die Steigerung der kapitalistischen Produktion.

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So ging Browder von der offenen Revidierung der Grundfragen des Marxismus-Leninismus, der revolutionären Strategie und Taktik weiter zur organisatorischen Liquidierung der kommunistischen Bewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika. Auch wenn im Juni 1945 auf dem XIII. Parteitag die Partei wieder gegründet und die opportunistische Linie Browders formal zurückgewiesen wurde, sein Einfluss in der Kommunistischen Partei der USA wurde niemals ausgerottet. Später, vor allem nach 1956, erlebten die Ideen Browders eine neue Blüte, und John Hayes forderte in seinem Artikel ´Die Zeit ist reif für Veränderungen` (Political Affairs Oktober 1956) im Geist des Browderismus die erneute Umwandlung der Kommunistischen Partei der USA in eine propagandistische Kulturvereinigung. Und das ist die Kommunistische Partei der USA heute tatsächlich: eine Organisation, in der der Browder-Revisionismus herrscht, verflochten mit dem Chruschtschow-Revisionismus.

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Browder leistete mit seinen revisionistischen Vorstellungen von der Revolution und dem Sozialismus dem Weltkapitalismus eine direkte Hilfestellung. Nach Browder entsteht der Sozialismus nur aus einem großen Unglück, einer Katastrophe und nicht als unvermeidliches Ergebnis der historischen Entwicklung. ´Wir`, sagte er, `wünschen Amerika keine Katastrophe, auch wenn dies zum Sozialismus führen würde`. Er behauptete , der Sieg des Sozialismus liege in weiter Ferne, und predigte die Klassenzusammenarbeit in der amerikanischen Gesellschaft und auf der ganzen Welt. Für ihn gab es nur eine Alternative, die evolutionäre Entwicklung durch Reformen und mit Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika.

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Browder war der Meinung, dass die Vereinigten Staaten von Amerika, die über eine gewaltige Wirtschaftskraft und ein großes wissenschaftliches und technisches Potential verfügten, zur ´Entwicklung` der Völker der Welt, einschließlich der Sowjetunion, beitragen müssten. Diese ´Hilfe` , so sagte Browder, werde es Amerika ermöglichen, auch nach dem Krieg ein hohes Produktionswachstum beizubehalten, die Vollbeschäftigung zu gewährleisten und auf Jahre hinaus die nationale Einheit zu wahren. In diesem Sinne riet Browder den Washingtoner Magnaten, ´eine Reihe riesiger Wirtschaftsunternehmen zur Entwicklung der verwüsteten und unentwickelten Gebiete der Welt, in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika`zu gründen (ebenda, Seite 21). ´Wenn es uns gelingt, ohne zu schwanken die Wirklichkeit zu meistern und die große Tradition von Jefferson, Paine und Lincoln wiederzubeleben und in unsere Zeit zu übertragen, dann kann Amerika einig vor die Welt treten, eine Führerrolle übernehmen, ... um die Menschheit zu retten` (E. Browder, Teheran, Our Path in War and Peace, New York 1944, S. 128).

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Auf diese Weise machte sich Browder zum Sprachrohr und Propagandisten der großen Strategie des amerikanischen Imperialismus, seiner neo-kolonialistischen, expansionistischen Pläne und Theorien.

Der Browderismus diente direkt dem ´Marshallplan`, durch den die Vereinigten Staaten von Amerika ihre ökonomische Hegemonie in verschiednenen Ländern des vom Krieg zerstörten Europas sowie Asiens, Afrikas usw. errichten wollten. Browder predigte, die Länder der Welt, vor allem die volksdemokratischen Länder und die Sowjetunion, müssten von ihrer marxistisch-leninistischen Politik Abstriche machen und die ´uneigennützige` Hilfe der Vereinigten Staaten von Amerika annehmen, die über eine starke Wirtschaft und bedeutende Überschüsse verfügten, die allen Völkern dienen könnten und müssten (!).

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Browder versuchte seine anti-marxistischen und konterrevolutionären Ansichten als Generallinie der kommunistischen Weltbewegung hinzustellen. Wie alle Revisionisten vor ihm, versuchte auch er unter dem Deckmantel der schöpferischen Weiterentwicklung des Marxismus und des Kampfes gegen den Dogmatismus nachzuweisen, dass die neue Epoche nach dem Zweiten Weltkrieg von der kommunistischen Bewegung verlange, ihre bisherigen ideologischen Auffassungen zu überprüfen und die ´alten Formeln und Vorurteile`, die seiner Aussage nach ´nicht im Geringsten helfen können, unseren Weg in der neuen Welt zu finden`, über Bord zu werfen. Das war ein Aufruf zur Abkehr von den Prinzipien des Marxismus-Leninismus.

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Die Ansichten Browders stießen auf den Widerstand der kommunistischen Parteien vieler Länder und auch der revolutionären amerikanischen Kommunisten selbst. Der Browderismus wurde relativ früh als unverhüllter Revisionismus, als offen liquidatorische Strömung, als direkte ideologische Agentur des amerikanischen Imperialismus entlarvt.

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Der Browderismus schadete der kommunistischen und Arbeiterbewegung in den Vereinigten Staaten von Amerika und in einigen Ländern Lateinamerikas beträchtlich. In einigen alten kommunistischen Parteien Lateinamerikas kam es zu Erschütterungen und Spaltungen, die auf die Tätigkeit opportunistischer Elemente zurückzuführen waren. Diese griffen, erschöpft durch den revolutionären Kampf, nach den Ästen, die der amerikanische Imperialismus ausstreckte, um die Empörung der Völker, die Revolution zu ersticken und die Parteien, die an der Erziehung und Vorbereitung der Völker für die Revolution arbeiten, zu zersetzen.

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In Europa war der Browderismus nicht so erfolgreich wie in Südamerika, doch konnte es nicht ausbleiben, dass diese Saat des amerikanischen Imperialismus bei jenen getarnten reformistischen, anti-marxistischen und anti-leninistischen Elementen aufging, die nur auf den geeigneten Augenblick warteten beziehungsweise ihn vorbereiteten, um sich offen von der wissenschaftlichen marxistisch-leninistischen Ideologie abzuwenden. Obwohl der Browderismus seinerzeit nicht zu einer revisionistischen Strömung von großer internationaler Ausbreitung werden konnte, wurden seine Anschauungen doch von den anderen modernen Revisionisten, die nach ihm kamen, wiederbelebt und übernommen. Diese Anschauungen liegen in unterschiedlicher Form den politischen und ideologischen Plattformen der chinesischen und jugoslawischen Revisionisten sowie der eurokommunistischen Parteien Westeuropas zu Grunde.“

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Wir werden, was den Einfluss des Browderismus auf die Komintern anbelangt, noch einmal im Kapitel über den Euro“kommunismus“ zu sprechen kommen.

Nun wollen wir uns der Entstehung des modernen Revisionismus an der Macht zuwenden, der nicht wenig vom Browderismus inspiriert wurde:

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Der Begriff „moderner Revisionismus“ entstand Ende der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Er wurde zuerst verwendet im Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus.

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Insbesondere war der Kampf gegen den modernen Revisionismus Gegenstand einer Resolution des Informationsbüros „Über die Lage der Kommunistischen Partei Jugoslawiens“ vom 29. Juni 1948.

Diese Resolution war ein historisches Dokument, das für die internationale kommunistische und Arbeiterbewegung eine besondere Bedeutung im Kampf gegen den Revisionismus hatte. Man kann mit Fug und Recht diese Resolution als erstes internationales marxistisch-leninistische Dokument gegen den modernen Revisionismus bezeichnen, immerhin 5 Jahre nach der Auflösung der Komintern wieder eine klare weltrevolutionäre, marxistisch-leninistische Linie !

Sie deckte diese große, drohende Gefahr auf, das Auftreten des modernen Revisionismus, dem sich die Führer der KP Jugoslawiens verschrieben hatten. Es handelte sich dem Wesen nach um eine alte opportunistische Strömung, aber um eine höhere Form des Revisionismus, nämlich um einen Revisionismus an der Macht, also wo Revisionisten die Staatsgewalt ergriffen hatten.

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Diese Resolution wurde tatsächlich zu einer Waffe im Kampf der Marxisten-Leninisten für die Festigung der Einheit des Handelns und Denkens vor allem aber nicht nur der marxistisch-leninistischen Parteien in Ländern, in denen die Diktatur des Proletariats herrschte, in denen der Sozialismus aufgebaut wurde, wo die Arbeiterklasse die Staatsmacht in ihren Händen hielt. Die Resolution des Informationsbüros hatte einen programmatischen Charakter, weil sie nach dem Siege über den Faschismus und dem Triumph des Sozialismus in einer Reihe von Ländern die Haltung gegenüber dem modernen Revisionismus klar festlegte und die Rolle erneut unterstrich, welche die Partei und die Arbeiterklasse für die Liquidierung der Ausbeuterklassen in der Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus und für die Konsolidierung des jungen Staates spielen. Die Resolution des Informationsbüros vom Jahre 1948 und die historischen Briefe der Kommunistischen Partei der Sowjetunion „Über die Lage in der Kommunistischen Partei Jugoslawiens“, die von Stalin und Molotow unterzeichnet waren, hatten also eine große Bedeutung für die kommunistische Weltbewegung.

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Stalins großes Verdienst ist es, dass er diese anti-marxistisch-leninistische Entwicklung schon im Keime aufdeckte und die Rolle voraussagte, welche später die Belgrader Renegatenbande und ihre Nachbeter spielen sollte.

Die Tito-Clique verwandelte sich in eine konterrevolutionäre Bande, in Agenten des USA-Imperialismus, in einen vorgeschobenen Posten von Revisionisten und gegen die sozialistischen Länder und die internationale kommunistische Bewegung, in eine nationalistische und chauvinistische bürgerliche Bande. Die amerikanischen Imperialisten sprachen offen aus, warum sie Milliarden von Dollar nach Jugoslawien pumpten: „Jugoslawien war und ist eine Quelle der Spaltung im Schoß des internationalen Kommunismus.“

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Und hierin finden wir auch die besondere Eigenschaften, die den modernen Revisionismus vom herkömmlichen Revisionismus grundlegend unterscheidet.

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Der moderne Revisionismus ermöglichte dem Weltimperialismus nach dem Großen Vaterländischen Krieg, den Vormarsch zum Weltsozialismus zu stoppen durch eine neue imperialistisch-revisionistische Einkreisung.

Was heißt das?

Das heißt, dass der Sozialismus sich von da an nicht mehr nur allein gegen die imperialistische Einkreisung zur Wehr zu setzen hatte, sondern durch ein neu entstandenes revisionistisches Lager nunmehr in die Zange genommen werden konnte. Nur mit Hilfe des modernen Revisionismus gelang es den Imperialisten also, sich durch die Spaltung der kommunistischen Weltbewegung noch mal vor dem Galgen zu retten. Nur mit Hilfe des modernen Revisionismus war es dem Weltimperialismus möglich, den Sozialismus, die Arbeitermacht fürs Erste zu zerschlagen. Die soziale Stütze reifte im Verlauf des sich zuspitzenden Klassenkampfes im Sozialismus selber heran, eine neue Bourgeoisie, eine sozialistische Bourgeoisie, die den Sozialismus von innen her zersetzte, um diesen dann von außen wie eine restaurierte, kapitalistische Frucht nur noch einzusacken.

Die Weltimperialisten waren selber also gar nicht mehr in der Lage, mit dem Sozialismus alleine fertig zu werden. Sie stützten sich auf die modernen Revisionisten, die damit begannen, die Entwicklung des Sozialismus in Jugoslawien zu vereiteln, um von hier aus ein sozialistisches Kettenglied nach dem anderen zu knacken und die ganze sozialistische Kette an der Nahtstelle zum Zentrum zu sprengen, um somit das Zentrum, die Sowjetunion zu isolieren und von innen her aufzulösen.

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Der Kampf gegen den modernen Revisionismus wurde angesichts dieser großen drohenden Gefahr als grundsätzliche Demarkationslinie in den Moskauer Erklärungen von 1957 und 1960 beschlossen:

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Die weitere Entlarvung der Führer der jugoslawischen Revisionisten und der aktive Kampf dafür, die kommunistische wie auch Arbeiterbewegung gegen die anti-leninistischen Ideen der jugoslawischen Revisionisten abzuschirmen, ist nach wie vor eine unerlässliche Aufgabe der marxistisch-leninistischen Parteien“, unterstrich die Erklärung von 1960.

Diese beiden Erklärungen benutzten die Marxisten-Leninisten als Plattform im Kampf gegen die modernen Revisionisten, insbesondere im eigenen Lager, vor allem gegen die Sowjet-Revisionisten. Allen voran Albanien entlarvte den Verrat der modernen Revisionisten direkt an den Beschlüssen der beiden Moskauer Erklärungen.

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Die Chruschtschow-Gruppe kämpfte in Wirklichkeit im offenen Widerspruch zu der gemeinsamen Linie der gesamten internationalen kommunistischen Bewegung, kämpfte nicht nur nicht gegen die Tito-Clique, sondern verfolgte beharrlich den Weg der Annäherung, Versöhnung und Vereinigung mit dieser Renegatenclique. Das endete im Dezember 1962 mit der vollständigen Vereinigung der chruschtschowschen mit der titoistsischen Renegaten-Clique, was die offizielle Abkehr von der Moskauer Erklärung von 1960 besiegelte. Das tatsächliche Ziel der Chruschtschow-Revisionisten war nicht nur bloß Verrat, sondern direkt die Liquidierung der revolutionären marxistisch-leninistischen Generallinie der kommunistischen und Arbeiterparteien.

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Der Begriff „moderner Revisionismus“ wurde also von da an nicht nur auf den jugoslawischen Revisionismus beschränkt angewandt, sondern ausgedehnt auf den sowjetischen Revisionismus sowie auf den Revisionismus aller Länder, die der revisionistischen Sowjetunion angeschlossen waren und dieser folgten.

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Es liegt im Wesen des modernen Revisionismus, dass er sich , nachdem er immer umfassender und gründlicher vom Marxismus-Leninismus entlarvt wurde, im Laufe der Zeit auch immer verstecktere Formen entwickeln musste, bevor er stark genug war, sich schließlich offen hervor zu wagen.

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Das heißt, die modernen Revisionisten des einen Landes entwickelten ihren eigenen modernen Revisionismus getarnt unter der Maske der so genannten „anti-revisionistischen, marxistisch-leninistischen“ Kritik gegen jedes andere Land des modernen Revisionismus.

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Als treffendstets und bedeutsamstes Beispiel dient der chinesische Revisionismus.

Seinen eigenen modernen Revisionismus baute Mao vor allem auf hinter der marxistisch-leninistischen Maske des Kampfes gegen den Sowjet-Revisionismus, des jugoslawischen Revisionismus usw. usf.

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Schließlich wurde der Begriff moderner Revisionismus von den modernen Revisionisten selber umgekehrt auch ganz dreist auf die Sozialistische Volksrepublik Albanien angewandt, wurde der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, wurden die Lehren des Genossen Enver Hoxha, des „Revisionismus“ bezichtigt.

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Das dient heute vor allem der „linken“ Tarnung der Neo-Revisionisten, die die Marxisten-Leninisten als „Revisionisten“ verurteilen, sich selber aber als die „wahren Hüter“ des Marxismus-Leninismus aufzuspielen versuchen.

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Der „geläuterte“ moderne Revisionist ist der abscheulichste und frechste unter allen anderen modernen Revisionisten.

Er sei schließlich selber durch die revisionistische Hölle gegangen, behauptet er, und wisse daher aus eigener Erfahrungen am besten, was moderner Revisionismus bedeute und wie man ihn zu bekämpfen habe, wogegen sich die Marxisten-Leninisten in den ganzen 50 Jahren ziemlich „blöd“ und „hilflos“ angestellt hätten und „unfähig“ gewesen seien, dem modernen Revisionismus etwas Ernsthaftes und Entscheidendes entgegen zu stellen. Heute fangen die modernen Revisionisten sogar wieder an, den Marxisten-Leninisten befehlen zu wollen, wie man den anti-revisionistischen Kampf zu führen oder nicht zu führen hat – und die Neo-Revisionisten geben Ratschläge und klatschen ihnen Beifall.

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Im Folgenden möchten wir wieder einige wesentliche Zitate und Definitionen zum modernen Revisionismus zusammenstellen, um sein Wesen in kurzen Worten zu erfassen:

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Die marxistisch-leninistische Kritik am modernen Revisionismus entstand zur Zeit der Herrschaft der Revisionisten, doch nicht als Bestandteil des revisionistischen Überbaus der revisionistischen Gesellschaft, sondern als kritische Widerspiegelung der materiellen Bedingungen, der Existenz des Proletariats unter der Herrschaft der Revisionisten, als wissenschaftlicher Ausdruck seiner historischen Mission, sich vom Revisionismus durch die erneute sozialistische Revolution zu befreien.

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Der moderne Revisionismus oder die ´Überprüfung` des real existierenden Sozialismus war die wichtigste Erscheinungsform des bürgerlichen Einflusses auf die sozialistische Arbeiterklasse und der bürgerlichen Demoralisierung und Entartung der sozialistischen Gesellschaft.

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Man kann den modernen Revisionismus weder mit Zufälligkeiten noch mit Fehlern einzelner Personen und Gruppen, noch mit nationalen Besonderheiten des Sozialismus in verschiedenen Ländern erklären.

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Seine eigentliche Ursachen liegen in der ökonomischen Struktur der sozialistischen Gesellschaft selbst.

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Es ist eine Tatsache, dass sich die Bourgeoisie und der Imperialismus, besonders der amerikanische Imperialismus, in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, in seiner Absicht, das sozialistische Lager zu unterhöhlen und die kommunistische Weltbewegung zu spalten und zu zerschlagen, sehr auf den Revisionismus stützte. Der Verrat der jugoslawischen, sowjetischen und jetzt auch der chinesischen Revisionisten stellt die größte und gefährlichste konterrevolutionäre Wendung dar, die die Geschichte der revolutionären und Arbeiterbewegung auf der Welt gekannt hat“ (Agim Popa, Ein hervorragender Beitrag zur Entlarvung der Strategie des Imperialismus und des modernen Revisionismus, Albanien heute, dt. Ausgabe, Nr. 2, 1979 – Seite11).

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Das Aufkommen des bürgerlichen Einflusses in der sozialistischen Gesellschaft ist die innere Quelle des modernen Revisionismus, während das Kapitulantentum unter dem Druck seitens der imperialistisch (-revisionistischen) Einkreisung seine äußere Quelle darstellt.

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Der moderne Revisionismus ist die größte konterrevolutionäre Transformation des Marxismus-Leninismus in den Anti-Kommunismus, wurde als schärfste und gefährlichste Waffe der Bourgeoisie auf dem ideologischen Schlachtfeld gegen das Proletariat erfolgreich eingesetzt.

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Was also ist moderner Revisionismus an der Macht?

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Moderner Revisionismus an der Macht ist eine neue Waffe der Bourgeoisie gegen die Revolution und den Sozialismus.

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Der moderne Revisionismus ist Ausgeburt und Agent des Imperialismus.

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Der moderne Revisionismus ist Produkt und Verbündeter der Bourgeoisie und des Imperialismus.

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Genosse Enver Hoxha definiert die Entstehung des modernen Revisionismus u.a. wie folgt:

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Die Entstehung des modernen Revisionismus ist wie die Entstehung des alten Revisionismus eine gesellschaftliche Erscheinung, die auf zahlreiche und unterschiedliche historische, ökonomische, politische und andere Ursachen zurück zu führen ist. Insgesamt gesehen ist der moderne Revisionismus ein Ergebnis des Drucks, den die Bourgeoisie auf die Arbeiterklasse und ihren Kampf ausübt“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, dt. Ausgabe, Seite 14).

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Der klassische Revisionismus sozialdemokratischen Typs ist in den modernen Revisionismus integriert worden. Die Theorien Bernsteins und Kautskys finden sich in unterschiedlicher Form, einmal offen, einmal abgewandelt, beim Revisionisten Browder, beim Chruschtschow-Revisionismus, beim Tito-Revisionismus, beim französischen Revisionismus und beim italienischen Togliatti-Revisionismus, bei den so genannten Mao – Tsetung – Ideen und allen anderen revisionistischen Strömungen wieder. Diese unzähligen anti-marxistischen Strömungen, die sich in der heutigen kapitalistischen und revisionistischen Welt entwickeln, sind die fünfte Kolonne in den Reihen der Weltrevolution. Sie haben den Zweck, das Ende des Weltkapitalismus hinauszuschieben, indem sie die Revolution von innen heraus bekämpfen [hervorgehoben, kursiv von der Redaktion] (ebenda, Seite 93).

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Der moderne Revisionismus war die gefährlichste bürgerliche Ideologie im Lager der kommunistischen und Arbeiterbewegung.

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Sie gab in Worten vor, für den proletarischen Internationalismus zu sein, war aber in Taten eine konterrevolutionäre Agentur der Weltbourgeoisie zur Rettung des Weltkapitalismus.

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Der moderne Revisionismus ist die imperialistische Ideologie zur Verwandlung des Sozialismus in eine Agentur des Imperialismus:

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Die Geschichte der internationalen kommunistischen Bewegung hat den Revisionismus noch niemals in so großen Ausmaßen und so gefährlich wie den modernen Chruschtschow-Revisionismus erlebt. Das steht mit der Tatsache im Zusammenhang, dass eine der wichtigsten Eigenschaften des modernen Revisionismus darin liegt, ein Revisionismus zu sein, der die Staatsmacht in der Hand hält, der die kommunistischen Parteien einiger sozialistischer Länder und insbesondere die KPdSU ergriffen hat und zu seiner Tarnung und zu seiner Verbreitung die gesamte Macht des sozialistischen Staates, seine Autorität und seine Mittel benutzt.

Das ist ein großes Unglück, aber auch eine große Lehre für die Marxisten-Leninisten, die nicht nur die Bekämpfung des Revisionismus, der an der Macht ist, verstehen müssen, sondern auch nicht gestatten dürfen, dass die revisionistische Tragödien in der SU sich in anderen Ländern, die heute den Sozialismus aufbauen und morgen den Weg zum Sozialismus betreten werden, wiederholt“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 229-230), dt. Ausgabe).

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Der moderne Revisionismus ist

„ die beste Form für das Eindringen der bürgerlichen Ideologie in den sozialistischen Ländern und kommunistischen Parteien (...), der nichts anderes darstellt, als die mit einer marxistischen und sozialistischen Phraseologie getarnte bürgerliche Ideologie“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 229, dt. Ausgabe).

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Moderner Revisionismus diente und dient der Restauration der Herrschaft der bürgerlichen Ideologie.

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Moderner Revisionismus bedeutet, den Marxismus-Leninismus der Ära Lenins, Stalins und Enver Hoxhas zu revidieren.

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Moderner Revisionismus ist entarteter Marxismus-Leninismus, ist die Ideologie der verbürgerlichten, entarteten Führungsschicht der sozialistischen Arbeiterklasse.

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Moderner Revisionismus ist die verfaulte, parasitäre, sterbende Ideologie des imperialistischen Sozialismus, des Sozialimperialismus.

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Moderner Revisionismus ist die Ideologie des neuen Bündnisses zwischen der sozialistischen Arbeiteraristokratie und der sozialistischen Intelligenz an der Macht - über die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen in der sozialistischen Gesellschaft.

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Der moderne Revisionismus an der Macht ist Produkt des Klassenkampfes im Sozialismus, der gesellschaftlichen Verhältnisse des Sozialismus in seinem fortgeschrittenen Stadium, ist Ausdruck der Ideologie der neu entstandenen bürgerlichen Klasse im Sozialismus.

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Die Wurzeln des modernen Revisionismus sind verankert durch die Interessen derjenigen Klassen innerhalb der sozialistischen Gesellschaftsordnung, die den Kapitalismus restauriert haben. Der moderne Revisionismus ist die Ideologie der Rückverwandlung der sozialistischen, nicht-antagonistischen Klassengesellschaft in die kapitalistische-antagonistische Klassengesellschaft.

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Der moderne Revisionismus war die idealistische Hauptrichtung, die dem Marxismus-Leninismus, also der materialistischen Hauptrichtung auf dem ideologischen Kampffeld der Klassen in der sozialistischen Gesellschaft gegenüber stand. Hinter dem modernen Revisionismus sehen wir einen Parteienkampf, der in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der feindlichen Klassen der revisionistischen Gesellschaft zum Ausdruck bringt.

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Der moderne Revisionismus verhüllt nicht nur den Kampf zwischen Materialismus und Idealismus, sondern er ist die höchste Entwicklungsform im tausende von Jahren geführten Kampf zwischen Materialismus und Idealismus, zwischen der Weltanschauung der ausbeutenden und unterdrückenden Klassen und derjenigen der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen. In Worten kämpft der moderne Revisionismus gegen den Idealismus, trägt er dabei eine „materialistische“ Maske, in Taten aber ist er die höchste Form des idealistischen Kampfes gegen der Materialismus in der bisherigen Geschichte der Menschheit im Allgemeinen und gegen den historischen Materialismus der heutigen Gesellschaft im Besonderen.

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Der Marxismus-Leninismus als die herrschende Ideologie der Arbeiterklasse an der Macht zwang den Idealismus, sich hinter dem Gewand des historischen und dialektischen Materialismus zu verstecken – in Form des modernen Revisionismus.

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Die modernen Revisionisten predigen „Elemente des Sozialismus“ im Kapitalismus und schmuggeln kapitalistische Elemente in den Sozialismus.

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Der moderne Revisionismus ist die Ideologie und Politik des Staatskapitalismus, eines Kapitalismus neuen Typs, der nicht aus der Feudalordnung, wie der Kapitalismus alten Typs, sondern aus der sozialistischen Ordnung hervorging, also eines parasitären, faulenden und sterbenden Typs, eine neue imperialistische Ideologie und Politik.

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Die modernen Revisionisten (und da stimmen sie mit der Weltbourgeoisie überein) nennen ihren Staatskapitalismus = „Sozialismus“, um den wirklichen Sozialismus Lenins, Stalins und Enver Hoxhas in Misskredit zu bringen.

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Der moderne Revisionismus ist das imperialistische Produkt einer historischen Epoche, der Epoche des sterbenden, faulenden, parasitären Kapitalismus, der den Vormarsch des Sozialismus, den Vormarsch des Marxismus-Leninismus, den Vormarsch des Weltproletariats und der sozialistischen Weltrevolution wieder rückgängig zu machen versucht. Die kapitalistische Restauration des Sozialismus ist eine besondere Form des Kapitalismus in der Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus, eine Form des Kapitalismus, die wie alle seine anderen Formen erbarmungslos zerschlagen wird durch die sozialistische Weltrevolution.

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Der moderne Revisionismus endete auf seiner letzten Entwicklungsstufe dort , wo er von den Positionen des bürgerlichen Anti-Kommunismus aus zum offenen Kampf gegen den Marxismus-Leninismus übergegangen war, also wo er sich auch nicht mehr in seinen verschiedenen Formen und Strömungen vom offenen Anti-Kommunismus des Weltkapitalismus abgrenzte, wo er seine Tarnkappen restlos fallen ließ, wo er sich in den offenen Sozialdemokratismus verwandelt und wo er schließlich zum Wegbereiter des Weltfaschismus des Weltimperialismus wurde.

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Vom modernen Revisionismus an der Macht blieb nichts anderes übrig als die Erkenntnis, dass auch eine Restauration des Kapitalismus diesen nicht vor seinem Untergang retten kann. Der moderne Revisionismus an der Macht hat historisch bewiesen, dass der Kapitalismus auf Dauer weder reformierbar noch restaurierbar ist, dass er seinen faulenden, parasitären und sterbenden imperialistischen Charakter beibehält und ihn nicht wie eine Haut abstreifen kann . Der moderne Revisionismus hat den Zerfallsprozess des Weltkapitalismus nicht aufgehalten oder gemildert, sondern, im Gegenteil, ihn in Wirklichkeit beschleunigt und vertieft, genauso wie er den weltrevolutionären Prozess nicht aufgehalten oder geschwächt hat, sondern – jedenfalls auf lange Sicht gesehen -, diesen gewaltiger als je zu vor stärken und beschleunigen wird, allerdings erst in dem Augenblick, sobald sich die revolutionären Kräfte entsprechend neu regeneriert, neu gesammelt und neu reorganisiert haben werden mit einer sich selbst kritisierenden Verjüngung der revolutionären Theorie.

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Der moderne Revisionismus ist für das Weltproletariat eine wichtige Lehre, wie es den Sozialismus in Zukunft besser schützen und sichern kann.

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Der moderne Revisionismus hat die Richtigkeit des Marxismus-Leninismus nicht widerlegt, sondern um so mehr bestätigt.

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Der moderne Revisionismus hat die bürgerliche Ideologie geschwächt und die Kritik an ihm, den Kampf gegen ihn hat den Marxismus-Leninismus gestärkt.

Die konterrevolutionäre Situation reift im Verlauf des äußerst scharf geführten Klassenkampfes im Sozialismus heran, der im Grunde genommen schon mit dem ersten Siegestag der Oktober Revolution begann (Eine Konterrevolution gegen die Revolution beginnt stets mit dem Sieg der Revolution selbst. [ „Wer – wen ?“] das hängt natürlich letztendlich vom Ausgang der Weltrevolution ab ).

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Es gab gerade anfangs, als die Diktatur des Proletariats noch nicht gefestigt war, eine Reihe von höchst brenzligen Situationen (man lese hierzu die äußerst dramatischen Äußerungen hierüber von Lenin und Stalin !), wo Sieg oder Niederlage der Arbeiterklasse auf des Messers Schneide lag. Nur durch gewaltige Anstrengungen konnte die Konterrevolution besiegt werden (Kriegskommunismus, NÖP usw.). Die alte Bourgeoisie wurde im Bürgerkrieg von der Arbeiter- und Bauernmacht geschlagen, mit der man sich ja schon vor der Oktober-Revolution viele Jahre im Klassenkampf gegenüber stand. Aber besiegt wurde die Arbeiterklasse erst durch die zweite Konterrevolution, die Konterrevolution der modernen Revisionisten, nämlich einer Konterrevolution der neu entstandenen Bourgeoisie, die sich erst vollständig herausbildete, als der Sozialismus schon aufgeblüht war und bereits reiche Früchte trug, der sich die privilegierten Schichten immer dreister bedienten, um die Macht zu erobern. Der Klassenfeind im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium des Sozialismus, in der Phase des vollständigen Aufbaus des Sozialismus, war ja nicht zu erkennen als typisch fettes Kapitalistenschwein mit der Zigarre im Maul auf Geldsäcken hockend, sondern die neue Bourgeoisie wuchs innerhalb der sozialistischen Gesellschaft, also aus den sozialistischen Klassen und Schichten der Arbeiter, Bauern und Intellektuellen heran, war mitten in der Partei, in den Massenorganisationen, der Armee, den staatlichen Institutionen. Es war eine Konterrevolution, die ihre schwarze durch eine „rote“ Fahne austauschte, um die rote Fahne durch die schwarze ersetzen zu können. - gestützt auf ihrer neu geschaffenen sozialen Basis aus der Partei- Staats- und Gewerkschaftsbürokratie, einer neuen Arbeiteraristokratie und neuen Schichten von Bauern und Intellektuellen, die den Sozialismus als ihren Selbstbedienungsladen auffassten. Erst einmal vom Sozialismus fett geworden, war die Bürokratie schließlich so gierig, der Arbeiterklasse das Blut nicht mehr in kleinen unmerklichen Mengen abzuzapfen, sondern es als ausbeutende, parasitäre Klasse vollständig auszusaugen. Wie Genosse Enver Hoxha sagte, handelte es sich um eine

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neue Kaste der politischen Bürokraten und Technokraten, hervorgegangen aus der Schicht der verbürgerlichten Intelligenz und der Arbeiteraristokratie. Sie ist fern jeder proletarischen Moral; über sie wird keinerlei politische Kontrolle ausgeübt“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 267/268).

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In der Sowjetunion und in Albanien wurde der Sozialismus wohl gemerkt nicht im Anfangsstadium, nicht in der Situation des Aufbaus der Diktatur des Proletariats in den Kapitalismus zurückverwandelt, sondern der moderne Revisionismus entfaltete seine ganze konterrevolutionäre Kraft ganz besonders in der späteren Phase, wo der Sozialismus bereits weit fortgeschritten war. Die neue Bourgeoisie wurde stark und übernahm schließlich die Macht, als die sozialistische Gesellschaft schon hoch entwickelt war, als man bereits über große Erfahrungen im Klassenkampf gegen die sich konterrevolutionär entwickelnden bürgerlichen Schichten im Sozialismus gesammelt hatte, nachdem man den Sieg des Großen Vaterländischen Krieges errungen hatte usw. usf.. In dieser Phase griffen die konterrevolutionären Parolen vom „Stadium des Kommunismus, wo der Staat abstirbt“, wo der Sozialismus in „einem“ Lande bereits „garantierter Sozialismus“ sei, wo die sozialistische Weltrevolution, die Komintern, „nicht mehr nötig“ sei, so als hätte man für immer über den Kapitalismus gesiegt.

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Der moderne Revisionismus verbreitete die gefährliche Stimmung, den Kapitalismus und seine konterrevolutionäre Kraft zu unterschätzen und die Kräfte des Sozialismus zu überschätzen. Es wurden versöhnlerische Töne gegenüber den Imperialisten angeschlagen, begann man mit der Zusammenarbeit vermittels der Parole der friedlichen Ko-existenz“, die sie formal dem Leninismus entlehnt hatten, aber nur um sie ihres revolutionären Inhalts zu berauben und die Kollaboration mit dem Imperialismus zu verbergen.

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Lenin und Stalin hatten stets vor Selbstzufriedenheit und Gleichgültigkeit gegenüber dem Klassenfeind in den eigenen Reihen und davor gewarnt, sich nicht den Sieg des Sozialismus zu Kopf steigen zu lassen. Sie haben gelehrt, dass der Klassenkampf im Sozialismus nicht etwa abnimmt, sondern sich verzehnfacht, dass man die Diktatur des Proletariats weiter aufbauen und verschärft anwenden muss und nicht etwa schwächen oder verkommen lassen darf. Diese überlebensnotwendigen Lehren des Marxismus-Leninismus wurden sträflichst vernachlässigt und nicht konsequent in die Praxis umgesetzt.

Ja, die Bürokraten und Technokraten erdreisteten sich schließlich, den so genannten „Kampf gegen Bürokratismus und Technokratismus“ unter ihre eigenen Fittiche zu nehmen. Der „Bock wurde“ so zu sagen „zum Gärtner gemacht“!

Die modernen Revisionisten selbst erdreisteten sich also, über die Arbeiterklasse, über das sozialistische Leben zu bestimmen und schließlich zu herrschen, „den Leninismus zu verteidigen“, den „Kampf gegen Revisionismus und Dogmatismus, gegen den „linken“ und rechten Opportunismus“ zu verwalten usw. usf. - natürlich gegen Lenin und Stalin, gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die Revolution, gegen den Sozialismus, gegen die Diktatur des Proletariats, gegen den proletarischen Internationalismus, und nicht etwa zu deren Schutz vor dem Bürokratismus.

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Lenin und Stalin hatten all das sogar als größte Gefahr des siegreichen Sozialismus bezeichnet !

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Ganz anders dagegen die modernen Revisionisten, indem sie damit begannen, die Wachsamkeit der Arbeiterklasse einzuschläfern, das Klassenbewusstsein abzustumpfen, den Klassenkampf absterben zu lassen und sich an immer mehr Fronten des hart erarbeiteten Reichtums der Arbeiterklasse zu bedienen und sich anzueignen , die wirklichen Herren der Produktionsmittel usw. usf. zu werden und schließlich die Diktatur des Proletariats zu stürzen ( zu übernehmen) und die neue Diktatur der Bourgeoisie zu errichten mit dem vorhandenen Apparat der Arbeiterklasse, um die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen daraus zu vertreiben, sie auszubeuten und zu unterdrücken – und wohlgemerkt all das zunächst verborgen hinter Lobgesängen und Treueschwüren auf den Sozialismus, auf Lenin und Stalin usw. usf. .

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Nur in einem langwierigen Prozess mit vielen Umwegen konnte es der neuen Bourgeoisie gelingen, die Arbeiterklasse unmerklich zu entwaffnen, denn nirgends sonst auf der Welt gab es den sozialistischen Typus der Arbeiterklasse, nirgends war das Klassenbewusstsein der Arbeiterklasse höher als in der Sowjetunion. Die sozialistische Arbeiterklasse ist schließlich diejenige Arbeiterklasse, die als einzige über genügend Klassenkampferfahrung im Sozialismus verfügt. Die privilegierten Schichten im ersten sozialistischen Land der Welt konnten als Klasse, als neue Bourgeoisie, nicht offen gegen die Arbeiterklasse auftreten, sondern sie mussten ihren Verrat hinter dem Marxismus-Leninismus maskieren, sonst wären sie weg vom Fenster gewesen.

Die neue Bourgeoisie schuf sich Zuckerbrot und Peitsche auf „sozialistische“ Art. Der Verrat der modernen Revisionisten beschränkte sich also nicht auf süße Schmeicheleien gegenüber der Arbeiterklasse.

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Die Kehrseite der Medaille des modernen Revisionismus war der Sozialfaschismus:

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Das sozialfaschistische Arbeiter – und Bauerngefängnis der neuen Kreml-Zaren war genauso grausam und menschenverachtend wie das der alten Zaren – und unterschied sich im Wesen nicht vom Hitlerfaschismus ! !

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Die modernen Revisionisten holten die alten Klassenfeinde aus den Gefängnissen, um sie zu rehabilitieren, während sie die Marxisten-Leninisten, die revolutionären wachsamen und klassenbewusstesten Arbeiter hinter Gittern steckte – natürlich wurde das mit marxistisch-leninistischen Phrasen gerechtfertigt, genauso wie die modernen Revisionisten Stalin für „Verbrechen am Sozialismus“ verantwortlich machte, wobei sein „Verbrechen“ darin bestand, den Sozialismus als treuester Marxist-Leninist zur Blüte und welthistorischer Bedeutung geführt hatte, während die modernen Revisionisten sich das „Verdienst erworben“ hatten, Lenins und Stalins Sozialismus in Kapitalismus zu verwandeln, sich wie Parasiten darüber her zu machen, alles zu verkonsumieren, was noch zu verkonsumieren war und dann alles an das Weltkapital zu verscherbeln, um sich wiederum daran eine goldene Nase auf Kosten des Sowjetvolkes zu verdienen.

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Die Konterrevolution der modernen Revisionisten war blutig, aber vollzog sich nicht in blutigen, offenen Straßenschlachten, sondern schleichend und im Verborgenen unter einer sozialistischen Hülle und „im Namen des Marxismus-Leninismus“.

Die modernen Revisionisten schläferten die Partei, sodann die Arbeiterklasse und alle anderen Werktätigen ein, wiegten sie in Sicherheit, bevor sie sie überwältigten. Die Konterrevolution unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus, das macht die eigentliche konterrevolutionäre Charakteristik des modernen Revisionismus aus.

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Die Restauration des Kapitalismus ist unmöglich ohne die konterrevolutionäre Situation, wobei nicht jede konterrevolutionäre Situation im Sozialismus auch zur Konterrevolution führt. Hierzu muss es der herrschenden Arbeiterklasse unmöglich geworden sein, ihre Diktatur des Proletariats in unveränderter Form aufrecht zu erhalten, muss man ihr die entscheidenden Fäden aus der Hand genommen haben, muss man ihr revolutionäres Klassenbewusstsein schwächen, muss man den „friedlichen“ Aufbau des Sozialismus, wo man keine Oktober Revolution mehr „braucht“, in eine „friedliche“ Epoche der Ausbeutung verwandeln.

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Erst durch die objektiven Veränderungen des Sozialismus in Richtung Kapitalismus konnte die konterrevolutionäre Situation heranwachsen. Zur konterrevolutionären Situation kommt ja eben auch noch der subjektive Faktor hinzu, das heißt, die Fähigkeit der neuen Bourgeoisie, ihren revisionistischen Einfluss in der Partei, in der Arbeiterklasse und in den Massen in dem Maße geltend zu machen, um die Macht übernehmen zu können.

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Dieser subjektive Faktor war zu Lebzeiten Stalins noch zu schwach. Eine undurchdringliche Scheidewand zwischen dem „konterrevolutionären Aufstieg“ und der „unmittelbaren konterrevolutionären Situation“ lässt sich nicht aufstellen.

Man kann nicht sagen: „bis zu dieser Linie nahmen die modernen Revisionisten ihren Aufschwung, hinter dieser Linie setzten sie zum Sprung zur unmittelbaren Macht an.

Eins ging „unmerklich“ ins andere über, bevor es zum 20. Parteitag kommen konnte.

Nun, es musste nach dem immer stärker werdenden Druck und der rapide zunehmenden Einmischung der modernen Revisionisten, nach der Eroberung eines Postens nach dem anderen, irgendwann ein Zeitpunkt der Eigendynamik eintreten, wo der Verrat der modernen Revisionisten, der ja seit Jahrzehnten den Sturz der Diktatur des Proletariats und die Errichtung der Diktatur der neuen Bourgeoisie zum Ziele hatte und vorbereitet wurde, solche Dimensionen und ausgereifte Formen annehmen würde, dass die entscheidende Frage des eigentlichen Machtwechsels konkret und praktisch zur Lösung anstand. Dies war ohne den Sturz des Genossen Stalin unmöglich. Dazu gehört der feige, hinterhältige, ärztliche Auftragsmord an Genossen Stalin 1953 - und in den darauf folgenden Jahren die Ausschaltung der treuen Anhänger Stalins auf die eine oder andere brutale und listige Weise. Nach gescheiterten Putschversuchen gelang es den modernen Revisionisten schließlich, sich endgültig in den Sattel zu setzen und die Zügel in die Hand zu nehmen. Nun brauchten sie kein Blatt mehr vor den Mund nehmen, sondern ihren Verrat insbesondere am Genossen Stalin öffentlich machen wie „wilde Willkür“, „Diktator“, „Personenkult“ [den ausgerechnet Chruschtschow zu Stalins Lebzeiten kultivierte, um Stalin um so leichter stürzen zu können !], „Despot“, Terrorist“, „Ignorant“ usw. [ siehe Geheimbericht Chruschtschows].



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Warum bezeichnen wir das Jahr

1956

als das Jahr des offenen Generalangriffs der modernen Revisionisten zum Sturz der Diktatur des Proletariats und der Restauration des Kapitalismus ?

 

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Es war der 20. Parteitag der KPdSU, der im Februar 1956 statt fand.

Auf diesem Parteitag wurde der sozialistische Kurs Stalins, der Marxismus-Leninismus, das erste Mal offen angegriffen und verurteilt und der neue Kurs des modernen Revisionismus proklamiert. Unter diesen neuen Kurs sollte die gesamte internationale kommunistische Bewegung gezwungen werden.

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Und tatsächlich war die auf dem 20. Parteitag proklamierte Linie der entscheidende Ausgangspunkt für die offene Verbreitung des modernen Revisionismus in der ganzen Welt. Der 20. Parteitag war eine Kapitulationserklärung des Kommunismus gegenüber dem Weltkapitalismus und damit eine scharfe, anti-kommunistische Waffe in den Händen der Weltbourgeoisie gegen die Sowjetunion Lenins und Stalins, gegen die kommunistische Weltbewegung und überhaupt gegen den Kommunismus.

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Der 20. Parteitag spaltete die kommunistische Weltbewegung in ein neues revisionistisches Lager, dass sich mit dem Weltimperialismus in einer Front gegen das alte marxistisch-leninistische Lager, dass sich unter der Führung Lenins und Stalins herausgebildet hatte und an dessen Führung das sozialistische Albanien mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze trat und aus der dann die neue marxistisch-leninistische Weltbewegung im Kampf gegen den modernen Revisionismus hervorgegangen ist.

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Die Komintern / ML geht davon aus, dass der revisionistische Einfluss lange vorher vorhanden war, also lange vor Stalins Tod und lange bevor man ihn auf dem 20. Parteitag offenbarte. Die Komintern / ML geht sogar davon aus, dass bereits der 7. Weltkongress der Komintern die revisionistische Wende der vorangegangenen marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik des Weltkommunismus einläutete und schließlich durch den 20. Parteitag besiegelt wurde.

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Die Zeit hat bestätigt, dass die Thesen des 20. Parteitags nicht „einfache ideologische Entstellungen“ oder falsche Einschätzungen der Situationen waren.

Die „Chruschtschowschen Theorien“ stellten einen Weg dar, der bewusst gewählt wurde, um die Diktatur des Proletariats zu beseitigen und den Kapitalismus wieder herzustellen, sie waren ideologische und politische Mechanismen, die eigens ausgesucht wurden, um die Sowjetunion in einen imperialistischen Staat zu verwandeln und die Hindernisse für die chauvinistische Großmachtpolitik aus dem Weg zu räumen.

Als die herrschende Ideologie eines großen Landes, das über gewaltige materielle und Propagandamittel verfügte, als Mutterland des Sozialismus, als das Geburtsland des Leninismus im Rücken, führte der Chruschtschow-Revisionismus stets die Front des modernen Revisionismus an.

Die Theorien von Bernstein und Kautsky wurden auf dem 20. Parteitag als Grundlage genommen, um einen sozialfaschistischen Unterdrückungsapparat über das eigene Volk und über andere Völker zu errichten.

Auf diese theoretischen Quellen stützten sich auch die meisten anderen revisionistischen Länder, ließen sich in ihren eigenen revisionistischen Strömungen davon anregen und nicht nur die revisionistischen Länder, sondern alle revisionistischen Parteien in der ganzen Welt.

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Bekanntlich hat Chruschtschow auf dem 20. Parteitag, um die Lehren des Marxismus-Leninismus aus der Welt zu schaffen, auf brutale Weise J. W. Stalin angegriffen, der sein ganzes Leben dafür gekämpft hatte, genau diese Lehren anzuwenden und zu verteidigen.

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Nach diesem berüchtigten Parteitag wurde „der Kampf gegen den Stalinismus“ zu bevorzugten Waffe aller modernen Revisionisten, der internationalen Bourgeoisie und der Weltreaktion im Kampf gegen den Kommunismus.

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Alle Gegner des Kommunismus erhielten durch den 20. Parteitag Auftrieb, um mehr als zuvor gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die sozialistische Revolution, gegen die Diktatur des Proletariats zu hetzen.

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Der 20. Parteitag war nicht zuletzt Wasser auf die Mühlen jener Revisionisten, die sich schon vor dem 20. Parteitag gegen den Marxismus-Leninismus organisiert hatten, insbesondere die jugoslawischen Revisionisten, die Führer des VII. Weltkongresses der Komintern, aber auch Mao Tsetung, der in Chruschtschow seinen Verbündeten gegen Stalin sah, der aber nicht die Absicht hatte, die Weltmacht des Sowjet-Revisionismus mit dem chinesischen Revisionismus oder sonst irgendeinem Revisionismus zu teilen, weswegen Mao Tsetung dann ja auch später seinen Kurs gegenüber Chruschtschow mehrmals änderte. der 20. Parteitag der KPdSU, der die Generallinie des Chruschtschow-Revisionismus formulierte und verankerte.

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Dieser Kurs, der sich nicht der Wirklichkeit entsprechend als anti-marxistischer, konterrevolutionärer Kurs zeigen konnte, wurde als „schöpferische Entwicklung“ des Marxismus-Leninismus verkauft !

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Zur weiteren Vertiefung des Studiums des 20. Parteitags geben wir hier die folgenden Links:

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Enver Hoxha: „Die offizielle Proklamation des Revisionismus“: Der 20. Parteitag der KPdSU.

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Chruschtschows Thesen – die Charta des modernen Revisionismus ( „Die Chruschtschowianer“ - Verlag „ 8 NËNTORI“ - Tirana 1980, Seite 195 – 226, deutsche Ausgabe)

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Agim Popa: Der 20. Parteitag der KPdSU und die Evolution des modernen Revisionismus - Auszüge aus dem Referat auf der wissenschaftlichen Tagung „Der sowjetische Revisionismus und der Kampf der PAA für seine Entlarvung“ - (Albanien heute, Nr. 1/1981 – Seite)

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aus: Geschichte der Partei der Arbeit Albaniens „Der revisionistische Kurs des XX. Parteitags der KP der SU“ (Seite 433 – 445, deutsche Ausgabe, „Naim Frashëri“ Verlag, Tirana 1971)

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Vangjel Moisiu: „Der Kampf der PAA gegen den Druck und die Einmischungen der Chruschtschow-Revisionisten... ... ist Bestandteil des gesamten großen prinzipiellen Kampfes, den sie gegen den sowjetischen Revisionismus geführt hat“ (aus: Albanien heute Nr. 1

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NDREÇI PLASARI: „Die Haltung der PAA gegenüber den Chruschtschowianern“ - ein Beispiel hoher marxistisch-leninistischer Prinzipienfestigkeit (aus: Albanien heute Nr. 2, 1981, Seite 2 – 5)



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Die politische Ökonomie

des modernen Revisionismus

 

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Die politische Ökonomie des Marxismus wurde schon zu einer Zeit von den Revisionisten kritisiert und angegriffen, als es weder ein ökonomisches System des Sozialismus an der Macht, noch eines des modernen Revisionismus an der Macht gab.

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Will man nun das Wesen der politischen Ökonomie des modernen Revisionismus an der Macht herausarbeiten, will man seine Ursachen aufzeigen, dann muss man mit den revisionistischen Auffassungen über die Politökonomie von Karl Marx vertraut machen und einen Zusammenhang herstellen mit den entwickelteren revisionistischen Auffassungen zur Zeit der Sowjetunion Lenins und Stalins. Hierbei kommt der Schrift Stalins “Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ zentrale Bedeutung zu.

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Letztendlich dürfen wir dabei aber nicht stehen bleiben, sondern müssen die Entwicklung nach Stalins Tod bis zu Ende verfolgen, wobei es unverzichtbar ist zu analysieren, wie die heutigen Revisionisten (also nach der beendeten Periode der Restauration des Kapitalismus) die politische Ökonomie des modernen Revisionismus beurteilen und welche unterschiedlichen Auffassungen untereinander bestehen.

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Man darf die politische Ökonomie des modernen Revisionismus nicht von seinen historischen Wurzeln loslösen und trennen, man muss den vollständigen Entwicklungsweg seit seiner Entstehung und bis zu seinem Abschluss verfolgen.

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Denn wenn wir die Unvermeidbarkeit der Wiedererrichtung eines revisionistischen ökonomischen Systems in Zukunft beseitigen wollen, können wir dies nur, wenn wir seine sämtlichen kapitalistischen Wurzeln ausreißen, wenn wir mit der Restauration des Sozialismus alles ausmerzen und überwinden, was überhaupt erst zum Kapitalismus führen konnte und wieder führen kann.

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Albanien darf man nicht ausklammern. Es handelte sich bei der Sowjetunion und bei Albanien schließlich gleichermaßen um die einzig existierenden ökonomischen Systeme des Sozialismus. Grundsätzlich waren sie beide sozialistisch, obwohl sie bestimmte Wesensmerkmale aufwiesen, die sie voneinander unterschieden. Unter bewusster Ausblendung der diversen Unterschiede beider sozialistischen ökonomischen Systeme interessiert uns vor allem, inwieweit sich die Kritik an den revisionistischen Auffassungen über die Politökonomie des Sozialismus auf die tatsächliche ökonomische Entwicklung Albaniens positiv ausgewirkt hat (zum Beispiel welchen Einfluss hat Stalins Schrift “Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ auf Albaniens Wirtschaft gehabt?)

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Wir wollen auch herausfinden, welche Lehren die Albaner aus dem Negativbeispiel der revisionistischen Länder für den Aufbau und die Verteidigung ihrer sozialistischen Wirtschaft gezogen haben und wie sie dabei eine höhere Stufe des Kampfes gegen die Restauration des Kapitalismus im eigenen Land erreichen konnten. Uns interessieren um so mehr die ökonomischen Ursachen (inneren wie äußeren) für die trotzdem nicht verhinderte Restauration des Kapitalismus in Albanien, denn wir wollen daraus für die Zukunft Lehren ziehen.

Abschließend muss man sich auch mit den heutigen und zukünftigen Entwicklungen der politischen Ökonomie in der Sowjetunion und Albanien in diesem Zusammenhang beschäftigen, insebsondere Entwicklungen, die sich von den Entwicklungen der klassischen Politökonomie des Kapitalismus unterscheiden.

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Doch beginnen wir mit den historischen Wurzeln des modernen Revisionismus, beginnen wir mit der Kritik der Revisionisten an der Politökonomie von Karl Marx.

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Die ersten revisionistischen Vertreter der Kritik an der Politökonomie des Marxismus waren in Russland zum Ende des 19. Jahrhunderts die Volkstümler, deren Ideologie Lenin zerschlug.

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Im Grunde leugneten die Volkstümler die Existenz der ökonomischen Lehre des Marxismus, erkannten sie diese nicht an. Die modernen Revisionisten unterschieden sich in dieser Hinsicht nur dadurch, dass sie die Leugnung der marxistischen Ökonomie hinter dem Leninismus verbargen. Zu Lebzeiten trauten sie sich lediglich, die ökonomischen Lehren Stalins bei der praktischen Umsetzung zu entstellen: „Das hat Stalin gesagt und fertig!“ Auch was Stalin NICHT gesagt hatte, war ihnen dabei völlig egal; Hauptsache sie konnten ihren ökonomischen Formalismus hinter seinem Namen verstecken. Die Volkstümler vertraten den Standpunkt, dass man die gesellschaftlichen Verhältnisse durch abstrakte Ideale der „kritisch denkenden Persönlichkeit“ verändern könne. Die Marxisten verbinden die Frage nach der Rolle der Persönlichkeit in der Geschichte jedoch stets mit der Produktionsweise jener Klasse, der diese Persönlichkeit angehört, der diese Person dient und mit dem Klassenkampf, den Wechselbeziehungen der nichtantagonistischen Klassen usw. usf. Ist der Personenkult der modernen Revisionisten etwa anderes als das was die Volkstümler vertraten? Die Schöpfer des Personenkults waren die Gleichen, die sich nach Stalins Tod als „Kämpfer gegen den so genannten „Personenkult“ feiern ließen. Hinter ihrer „kollektiven Führung“ verbarg sich nichts Banaleres als die revisionistische „Freiheit“, dass sich ihre „kollektive Führung“ vom Staat bis zum einzelnen Betrieb auf Kosten der Arbeiterklasse und allen Werktätigen legal die Taschen füllen dürfe.

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Lenin vertrat den Standpunkt: „In dem Maße, wie sich das geschichtliche Schöpfertum der Menschen erweitert und vertieft, muss auch der Umfang der Bevölkerungsmasse wachsen, die bewusst Geschichte macht“ (Lenin, Werke Band 2, Seite 536; „Auf welches Erbe verzichten wir?“).

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Das geschichtliche "Schöpfertum" der modernen Revisionisten bestand hingegen lediglich darin, den Umfang des aus der Mehrarbeit der Arbeiterklasse und der Werktätigen herausgeschöpften Profits zu steigern.

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Chruschtschow ließ sich zum Beispiel als „Meister“ der Landwirtschaft feiern, während Getreide aus den USA importiert werden musste. Mit dem Chruschtschowschen „Gulasch-Kommunismus“ (vergleiche Lenins Verteidigung der materialistischen Geschichtsauffassung gegenüber dem vulgären ökonomischen Materialismus der ´legalen Marxisten`, in Lenins Werk: „Was sind die ´Volksfreunde` ) wurden die Errungenschaften der sozialistischen Wirtschaft parasitär verkonsumiert und aufgebraucht.

Mit dem Gulasch-Kommunismus sollte das Proletariat vom Klassenkampf gegen den Kapitalismus abgehalten werden. Mit vollem Magen kämpft`s sich schlechter.

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Die These Chruschtschows über das persönliche, materielle Interesse, des „materiellen Ansporns“, als die „treibende Kraft“ für die Entwicklung der sozialistischen Produktion, als die Basis für die Steigerung der Produktion und der Produktivität in der Arbeit, als „große Kraft“ für den Aufbau des Kommunismus befand sich im offenen Gegensatz zu den Lehren Marx`, Engels`, Lenins und Stalins.

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Das wesentliche Unterscheidungsmerkmal der verschiedenen Gesellschaftsklassen in der Quelle ihres Einkommens suchen heißt an die erste Stelle die Distributionsverhältnisse rücken, die doch in Wirklichkeit das Resultat der Produktionsverhältnisse sind. Auf diesen Fehler hat Marx vor langem hingewiesen und die Leute, die ihn nicht sahen, Vulgärsozialisten genannte“ (Lenin, Band 6, Seite 256, „Vulgärsozialismus und Volkstümlerei“).

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Für die ´legalen Marxisten`war der ökonomische Materialismus eine theoretische Waffe im Kampf gegen die materialistische Geschichtsauffassung und ein Mittel zur Rechtfertigung des Kapitalismus.

Die modernen Revisionisten benutzten den ökonomischen Materialismus als eine theoretische Waffe im Kampf für die Restauration des Kapitalismus, für ihren abgestuften „Reformkurs“ Richtung Kapitalismus, um den Einfluss der sozialistischen Arbeiterklasse einzudämmen, sie zum spontaneistischen Nachtrab zu verurteilen und schließlich ihren Einfluss auf die Wirtschaft auszuschalten.

Unter der „Unbeeinflussbarkeit“ und „Unüberwindlichkeit“ des Sozialismus verstanden die modernen Revisionisten in Wirklichkeit die „unbeeinflussbare und unüberwindliche“ Rückkehr des Sozialismus in den Kapitalismus, der sich die Arbeiterklasse zu fügen und mit der sie sich abzufinden habe.

Die sozialistische Wirtschaft läuft Bestens, die Produktion kommt vorwärts, uns geht es allen im Sozialismus immer besser, alles geht seinen sozialistischen Gang!“ - das war die platte, mechanistische Methode, mit der die modernen Revisionisten die revolutionären Grundlagen der sozialistischen Ökonomie allmählich mit ihren bürokratisch-administrativen Maßnahmen durch staatskapitalistische (und später privatkapitalistische) Grundlagen ersetzten, alles vermittels Missbrauch der Autorität und der hohen Achtung, die die Person des Genossen Stalin bei den Sowjetvölkern genoss.

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Stalin verteidigte treu den Leninismus gegen die modernen Revisionisten zum Beispiel in seiner erwähnten Schrift, welche die modernen Revisionisten nach seinem Tod als „dogmatisch“ und „anti-leninistisch“ verurteilten. Sie schlugen auf Stalin ein, aber meinten natürlich Lenin und die gesamte ökonomische Lehre des Marxismus-Leninismus.

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Woroschilow sagte in einem Gespräch mit Enver Hoxha 1954 – also ein Jahr nach Stalins Tod - :

Auf dem Gebiet der Wirtschaftsentwicklung hat er (Stalin) Fehler gemacht, deshalb trifft das Beiwort´Architekt des sozialistischen Aufbaus` mit dem man ihn belegt hat, nicht zu“ (zitiert aus Enver Hoxha: „Die Chruschtschowianer“, Seite 62).

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Das sind abstrakt-moralische, subjektivistische Bewertungen wie sie bereits früher von den Volkstümlern angewandt wurden.

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So wie die Volkstümler die Entwicklung des Kapitalismus mit dem vulgären Evolutionismus zu erklären versuchten, folgten die modernen Revisionisten deren Weg der Passivität und Anpassung, nur dass sie ihren eigenen vulgären Evolutionismus des Sozialismus zunächst hinter dem Marxismus-Leninismus verbargen. Diese Maske fiel bekanntlich mit dem 20. Parteitag. So, wie die Volkstümler die Entwicklung des Kapitalismus in qualitativen Sprüngen leugneten, leugneten die modernen Revisionisten die qualitativen Sprünge des Sozialismus.

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Damals brauchte man zum Sturz des Kapitalismus den Marxismus-Leninismus, nun, wo es den Sozialismus gibt, bräuchte man den Marxismus-Leninismus nicht mehr, könne man ihn am Betriebstor ohne schlechtes Gewissen abgeben. „Wozu braucht die Arbeiterklasse im Sozialismus noch den Marxismus-Leninismus, wozu braucht man an der wirtschaftlichen Front noch den Klassenkampf, wenn das Zentralkomitee alles zum Besten bestellt hat?“ „ Es genügt doch, wenn die Partei den Marxismus-Leninismus in Händen hält; was soll der Marxismus-Leninismus in den Arbeiterhänden, Arbeiterhände sind zum Arbeiten da, die Hände der Partei für den Marxismus-Leninismus?!“ [vergleichbar mit den Credo-Leuten, den Ökonomisten: Die Arbeiter führen den ökonomischen Kampf, die Intellektuellen, die Liberalen den politischen Kampf (siehe Lenin, „Was tun?“] – Anmerkung der Redaktion].

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Die Bürokraten fühlten sich so allmächtig, dass sie meinten, sich über die objektiven Gesetzmäßigkeiten der ökonomischen Entwicklung des Sozialismus hinwegsetzen, sie aufheben oder gar neue schaffen zu können. Ihr pragmatisches Motto hieß:

Alles was rentabel ist, Nutzen und Gewinn in dem jetzigen Moment bringt, ist gut“.

Einerlei, ob es sich wie zuerst bei den Volkstümlern um die Periode des Kapitalismus oder wie bei den modernen Revisionisten später um die Periode des Sozialismus handelte, wurde die Unaufhebbarkeit der objektiven Gesetze der politischen Ökonomie geleugnet.

Die modernen Revisionisten konnten diese Gesetze im Interesse der neuen Bourgeoisie ausnutzen, ihre korrekte Anwendung behindern, ihre Wirkungssphäre verringern und Bewegungsfreiheit einschränken.

Die objektiven Gesetze der politischen Ökonomie können der sozialistischen Produktionstätigkeit der Sowjetvölker aber niemals gegenübergestellt werden.

Wie Lenin lehrte, entstehen und verändern sie sich in der Produktion und im Klassenkampf. Diesen objektiven Gesetzen liegen die Produktionsverhältnisse und der Klassenkampf im Sozialismus zu Grunde.

Wenn sie also unabhängig vom Willen der sozialistischen Gesellschaft existieren, so heißt das nicht fatalistisch, dass die sozialistische Gesellschaft ihnen machtlos gegenübersteht und diese ihnen gegenüber sklavisch ausgeliefert sei.

Im Gegenteil, die politische Ökonomie, ob nun im Kapitalismus oder im Sozialismus, nutzt diese objektiven Gesetze in ihrem jeweiligen Interesse aus. Hierauf hat auch Genosse Stalin hingewiesen in seiner Schrift: “Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ (Seite 5-8).

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Die ´legalen Marxisten` behaupteten, die Leninsche proletarische Parteilichkeit wäre „polemisch“ und „tendenziös“.

Die modernen Revisionisten ersetzten sie durch die Parteilichkeit für „die Interessen des gesamten Volkes“ (Objektivismus als Maskierung für die bürgerliche Parteilichkeit im Sozialismus).

In Wirklichkeit sollte mit der Beseitigung der proletarischen Parteilichkeit verhindert werden, die objektiven Gesetzmäßigkeiten der sozialistischen Entwicklung und ihre Probleme tiefer und richtiger zu erkennen, sollten die Revisionisten durch den „absterbenden“ Klassenkampf verschont werden. Die modernen Revisionisten retteten den struvistischen Objektivismus der „unüberwindlichen geschichtlichen Tendenzen“ in den Sozialismus, während der Materialist die Verschärfung des Klassenkampfes im Sozialismus berücksichtigt und von der Hegemonie der Arbeiterklasse spricht, die die sozialistische Wirtschaftsordnung dirigiert und dabei unvermeidlich Gegenwirkungen der Revisionisten hervorruft, denen er revolutionär entgegenzutreten hat.

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Lenin verteidigte die marxistische Auffassung vom (kapitalistischen) Staat, der keine über den Klassen stehende Organisation sei wie die Volkstümler das behaupteten. Der „Staat des ganzen Volkes“ stammt also aus dem Arsenal des alten Revisionismus, um die Diktatur des Proletariats zu verhindern und den die modernen Revisionisten dazu benutzten, erstens (sozial) um die Diktatur der Arbeiterklasse zu beseitigen und zweitens (national) um die Sowjetvölker zu russifizieren.

Der sozialistische Staat ist ein Machtorgan der herrschenden Arbeiterklasse gegen die unterdrückten Klassen.

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Von ihm zu sagen, er sei ´vor allem` (sic!?!) ´eine Organisation der Ordnung´ heißt die Theorie von Marx in einem sehr wichtigen Punkt nicht verstehen“ (Lenin, Der ökonomische Inhalt der Volkstümlerrichtung und die Kritik an ihr in dem Buch des Herrn Struve, Werke Band 1, Seite 434f).

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Nichts anderes würde Lenin den modernen Revisionisten geantwortet haben, wenn diese vom sozialistischen Staat als eine ´Organisation der sozialistischen Ordnung` faselten.

In dem Büchlein „Kritische Bemerkungen zur ökonomischen Entwicklung in Russland (1894) eliminierte Struve, der Führer des ´legalen Marxismus`, die These vom Klassenkampf, von der proletarischen Revolution und der Diktatur des Proletariats aus der Lehre von Marx. Nichts anderes taten die modernen Revisionisten, als in Struves Fußstapfen zu treten. So wie sich die alten Revisionisten auf die bürgerliche „Wissenschaft“ stützten, taten das wiederum auch die modernen Revisionisten – damals der Neukantianismus und zur Zeit der modernen Revisionisten der Pragmatismus als Grundlage des Revisionismus (pragmatischer Sozialismus als Ideologie des Sozialimperialismus). Die Ansichten der bürgerlichen Ökonomen aller Zeiten waren Wegbereiter für die Transformation von den offenen reaktionärsten Formen der bürgerlichen Wirtschaftsideologie im Kampf gegen die politische Ökonomie des Marxismus, zu den maskierten revisionistischen Formen innerhalb der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung.

Gehen wir beim Kapitalismus in die Lehre, der versteht was vom praktischen Wirtschaften, der Sozialismus versteht nicht so zu wirtschaften wie der Kapitalismus usw. usf!“ - Das war sowohl die Leitlinie des alten Revisionismus als auch die des modernen Revisionismus. Das löste bei den kapitalistischen Ländern natürlich Begeisterungsstürme aus, genauso wie die Kapitalisten den Renegaten Bernstein beklatschten, dass dieser offen vom Marxismus Abstand nahm. Lenin lenkte schon früh die Aufmerksamkeit auf die Bemerkung Bernsteins, dass das „abschließende Unterkapitel des `Kapitals` (Über die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation) `tendenziös` sei. Diese Anschuldigung ist in höchstem Grade abgegriffen; sie wurde von Eugen Dühring, Julius Wolf und vielen anderen in Deutschland erhoben, sie wurde (fügen wir von uns aus hinzu) von Herrn J. Shukowski in den siebziger Jahren und Herrn N. Michailowski in den neunziger Jahren erhoben – von demselben Herrn Michailowski, der seinerzeit Herrn J. Shukowski wegen dieser Anschuldigungen der Akrobatik bezichtigte“ (Lenin, Werke Band 4, Seite 188f, „Rezension. Karl Kautsky, Bernstein und das sozialdemokratische Programm. Eine Antikritik“).

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Auf dem Gebiet des historischen Materialismus ordneten die Bernsteinianer Marx dem „ökonomischen Materialismus“ zu, propagierten die Idee der Abschwächung der sozialen Widersprüche im Kapitalismus, predigten sie das Hinüberwachsen des Kapitalismus in den Sozialismus, während die modernen Revisionisten gleichermaßen, jedoch umgekehrt, die Idee der Abschwächung der sozialen Widersprüche im Sozialismus, vom Hinüberwachsen des Sozialismus in den Kapitalismus propagierten – natürlich nicht offen, sondern hinter der Maske des Marxismus-Leninismus versteckt.

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Die Revisionisten erklärten zum Beispiel die „Theorie des Zusammenbruchs“, dem der Kapitalismus entgegengehe, sei unhaltbar, denn es trete eine Tendenz zur „Abstumpfung und Milderung der Klassengegensätze“ zu Tage

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Die ersten „Theorien“ über den „Marktsozialismus“ tauchten in den 30er Jahren schon im Westen auf.

Die „sozialistische Marktwirtschaft“ wurden damals von der „neo-klassizistischen Schule“ vertreten.

Daraus entwickelten die modernen Revisionisten die „gemischte sozialistische Wirtschaft“ als Konvergenztheorie der beiden Wirtschaftssysteme, um damit ihre Restauration des Kapitalismus zu rechtfertigen und die Integration in das kapitalistische Weltwirtschaftssystem vorzubereiten.

Mit dieser „Theorie“ wird die Rolle der Diktatur des Proletariats bei der Leitung der Wirtschaft ausgeschlossen, wird die Dominanz des sozialistische Eigentum verneint und ebenso die der sozialistischen Planwirtschaft.

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Die allgemeine Tendenz der „Umorganisierung“ Chruschtschows in der Wirtschaft war beispielsweise die Dezentralisierung der Wirtschaftsleitung und der Übergang der Leitung der Wirtschaft von den politischen Organen, z.B. von den Sowjets zu den rein wirtschaftlichen Organen, z.B. zu den Räten der Volkswirtschaft, was der „Selbstverwaltung“ in Jugoslawien ähnelte.

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Außerdem erinnert die Wirtschaftsreform Chruschtschows an die Versuche der Gegner Lenins in den ersten Jahren des Sowjetstaates und der Diktatur des Proletariats, um die wirtschaftliche Leitung dem Staate der Diktatur des Proletariats zu entziehen und diese dem so genannten Kongress der Produzenten zu übergeben.

Bekanntlich haben Lenin und Stalin heftig gegen diese trotzkistischen Auffassungen gekämpft und diese gefährlichen Tendenzen der „Arbeiter-Opposition“ zerschlagen.

Geplant wird nur noch für den Markt – Ein Plan sei nur noch ein Element des Wertgesetzes.

Alle sozialistischen Elemente der Wirtschaft „koexistieren“ und „kooperieren“ vielmehr mit den kapitalistischen Elementen der Wirtschaft in einer Art „Hybrid“-Wirtschaft.

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Die modernen Revisionisten klammerten die Eigentumsverhältnisse aus und bedienten sich der „Theorie der Produktivkräfte“ als Triebkraft des „Marktsozialismus“, um damit zu „beweisen“, dass Sozialismus und Kommunismus angeblich nichts anderes seien als eine „Zeitverschiebung“ des Kapitalismus und dass die sozialistischen Elemente auch in den Ländern des fortgeschrittenen Kapitalismus vorzufinden seien, dass der Sozialismus in vielerlei Beziehungen gemeinsame Merkmale mit dem staatsmonopolistischen Kapitalismus aufweise.

Die bürgerlich-revisionistischen „Theoretiker“ vertraten sogar den Standpunkt, dass die sozialistische und die kapitalistische Verstaatlichung dem Wesen nach gleich seien. Genosse Enver Hoxha aber vertrat den marxistischen Standpunkt, dass sich mit der kapitalistischen Verstaatlichung nichts am Ausbeutungscharakter des bürgerlichen Staates ändere und mit sozialistischer Verstaatlichung, also mit der Überführung ins Volkseigentum folglich nichts zu tun habe.

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Wie Genosse Enver Hoxha betonte:

Sozialismus und Kapitalismus sind zwei verschiedene Gesellschaftsformationen, die sich gegenseitig ausschließen. Kapitalismus existiert nur so lange wie er die Ausbeutung und Unterdrückung des Proletariats und der werktätigen Massen aufrecht erhält, während der Sozialismus sich nur durch den Sturz und auf den Trümmern des Kapitalismus aufbauen und entwickeln lässt und dass es keinen Sozialismus ohne Diktatur des Proletariats, ohne sozialistisches Eigentum an den Produktionsmitteln geben kann und zwar in allen Bereichen und ohne Ausnahme“ (Enver Hoxha, Euro“kommunismus“ ist Antikommunismus, 1980, Seite 136-137).

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Es ist bekannt, dass Mao Tsetung ebenfalls ein Vertreter des „Marktsozialismus“ war und dass der chinesische Marktsozialismus mit dem Sozialismus der Sowjetunion Lenins und Stalins nichts zu tun hat.

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Das so genannte ungarische „Wirtschaftsmodell“ kann als Hybrid-Modell bezeichnet werden und hat die pseudo-sozialistischen Formen wie in der Sowjetunion noch stark verbreitet, viel eher abgelegt und ist schneller zu den kapitalistischen Formen des privaten Eigentums übergegangen und hat sich von dem Dezentralismus und der „Selbstverwaltung“ der Jugoslawen inspirieren lassen. Ungarn hatte sich dem kapitalistischen Westen – gleich nach Jugoslawien - am meisten geöffnet, weswegen man von dort aus das ungarische „Modell“ lobte, um sich selbst zu loben. Und natürlich haben die Sowjetrevisionisten von ihren „Bruderstaaten“ nicht weniger gelernt, ihren eigenen Kapitalismus zu restaurieren.

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Eine Form des Ökonomismus unter den Bedingungen des Aufbaus des Sozialismus war der Glaube der modernen Revisionisten an die Allmacht der spontanen ökonomischen Prozesse und die Herabminderung, ja Leugnung der aktiven Rolle der Arbeiterklasse, insbesondere ihre politische Rolle.

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Am weitesten Verbreitung fand die „Theorie“ des „Marktsozialismus“ natürlich bei den Euro“kommunisten“, als eine „sozialistische Wirtschaft ohne Dogmatismus“.

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Hier fanden sie in Westeuropa die klassischen Formen der politischen Ökonomie des Kapitalismus „in voller Pracht“ vor, auf die man in Osteuropa so neidisch war.

Die „Werttheorie“ und die „Preistheorie“ wurde von den Klassikern des Marxismus-Leninismus zurückgewiesen als typisch alte „Theorien“ der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Ideologie.

Lenin sagte,

Hinsichtlich der Werttheorie ist nur zu sagen, dass die Revisionisten hier, außer höchst unklaren Andeutungen und Anspielungen auf Böhm-Bawerk [österreichischer bürgerlicher Ökonom- Anmerkung der Redaktion], rein gar nichts geleistet und daher in der Entwicklung des wissenschaftlichen Denkens keinerlei Spuren hinterlassen haben“ (Lenin, Band 15, Marxismus und Revisionismus, Seite 24).

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Die modernen Revisionisten bedienten sich solcher Überreste kapitalistischer Formen im Sozialismus, die sie wieder mit dem alten kapitalistischen Inhalt füllen konnten. Ihr Kurs der Entfaltung der Geld-Ware-Beziehung, des Profitstrebens als „Maßnahme zur Erhöhung der Effektivität der sozialistischen Produktion“ führte unweigerlich zur Übernahme entsprechender kapitalistischer Kategorien wie die Kategorie der Durchschnitts-Profitrate, des Produktiosnpreises, der Entfaltung der spontanen Marktkräfte usw. usf. Das waren alles Versuche der Modifizierung von Wert und Preis und die Einschmuggelung der kapitalistischen Kategorie des „Produktionspreises“ in die sozialistische Wirtschaft.

Die Revisionisten vertraten die These, dass im Sozialismus das Wertgesetz die Preise sowohl für die Konsumgüter als auch für die Produktionsmittel reguliert.

So wie im Kapitalismus müssten alle Preise auf dem Produktionspreis basieren. In der sozialistischen Wirtschaft ist jedoch kein Platz für derartige kapitalistische Modifikation des Werts und seinen Ausdruck durch die Mechanismen des Produktionspreises.

Die revisionistische „Theorie des optimalen Plans“ widerspricht sowohl dem Gesetz der geplanten und proportionierten Entwicklung der Wirtschaft als auch dem demokratischen Zentralismus der politischen Ökonomie des Sozialismus.

Es ist ein revisionistischer Versuch zur Förderung der Dezentralisation der Wirtschaft, ein Versuch, die „Selbstregulierung“ der Wirtschaft zu rechtfertigen.

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All diese revisionistischen Wirtschaftstheorien dienten den Revisionisten dazu, die Restauration des Kapitalismus alsWeiterentwicklung der sozialistischen Wirtschaft“, „als Vervollkommnung der sozialistischen Wirtschaft“ usw. usf. zu verkaufen.

Eine wirklich sozialistische Wirtschaft kann jedoch niemals durch kapitalistische Mechanismen der „Selbstregulierung“ existieren.

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Da, wo sie „sich selbst reguliert“, wird sie kapitalistisch reguliert.

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Eine sozialistische Wirtschaft ohne demokratischen Zentralismus und ohne Planung ist unmöglich, ist kapitalistische Wirtschaft.

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Die revisionistische Haltung gegenüber Krediten von den Kapitalisten hatte Enver Hoxha streng verurteilt.

Sogar in der Verfassung waren Kredite aus dem kapitalistischen Ausland verboten:

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§ 28.

In der Sozialistischen Volksrepublik Albanien ist die Vergabe von Konzessionen, die Gründung von ausländischen oder mit bürgerlichen und revisionistischen kapitalistischen Monopolen und Staaten gemeinsamen Wirtschafts- und Finanzgesellschaften und anderen Institutionen sowie die Annahme von Krediten von ihnen verboten“ (Tirana 1977, Seite 20, dt. Ausgabe)..

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Kann es überhaupt Sozialismus geben, der mit Krediten von den Kapitalisten oder mit ausländischen, kapitalistischen Betrieben auf sozialistischem Boden aufgebaut wird ? Seit wann steckt der Kapitalist sein Geld in die Wirtschaft seiner Totengräber rein? So was gibt es nur in revisionistischen Ländern, wo die westlichen Kapitalisten sicher sein konnten, dass es sich amortisiert..

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Lenins Kritik an den Ökonomisten, die er in „Was tun?“

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formulierte, war eine Weiterentwicklung der marxistischen Auffassung vom Wechselverhältnis zwischen der ökonomischen und politischen Form des Klassenkampfes.

Lenin begründete die These von der Vorrangigkeit des politischen Kampfes des Proletariats gegen die Bourgeoisie gegenüber dem ökonomischen..

Jeder Klassenkampf in der Gesellschaft, ob nun im Kapitalismus oder im Sozialismus, hat seine ökonomischen Wurzeln und Voraussetzungen, aber hieraus folgt nicht, dass der ökonomische Kampf dadurch vorrangige Bedeutung erlangt:

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Aus dem Umstand, dass die wirtschaftlichen Interessen eine entscheidende Rolle spielen, ist keineswegs zu folgern, dass der wirtschaftliche (=gewerkschaftliche) Kampf von ausschlaggebender Bedeutung sei, denn die wesentlichsten ´entscheidenden` Interessen der Klassen können nur durch radikale politische Umgestaltungen befriedigt werden, insbesondere kann das grundlegende wirtschaftliche Interesse des Proletariats nur durch eine politische Revolution befriedigt werden, die die Diktatur der Bourgeoisie durch die Diktatur des Proletariats ersetzt. B. Kritschewski wiederholt die Argumentation des W. W. Der russischen Sozialdemokratie` (die Politik folgt der Wirtschaft usw.) und der Bernsteinianer der deutschen Sozialdemokratie (Woltmann z. B. hat gerade mit solchen Argumenten nachzuweisen gesucht, die Arbeiter müssten, ehe sie an die politische Revolution denken können, erst einmal ´ökonomische Macht` erringen“ (Lenin, „Was tun?“, in Werke Band 5, Seite 436).

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So argumentieren übrigens auch die chinesischen Revisionisten: „Erstmal eine (kapitalistische) Wirtschaftsmacht werden, dann könne China ´zum Kommunismus` übergehen!“-

Das ist das Motto der heutigen chinesischen Sozialimperialisten.. Stalin hat klar den Leninismus in dieser Frage verteidigt.

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Auch im Sozialismus kann man die Politik nicht von der Ökonomik trennen, hebt die Ökonomik die Politik nicht auf, hat nicht die Politik der Wirtschaft zu folgen, sondern umgekehrt die Wirtschaft der Politik, denn die sozialistische Gesellschaft beruht auf Klassen, ist eine Klassengesellschaft, in der es unvermeidlich Klassenkampf gibt, indem die soziale Ungerechtigkeit noch nicht beseitigt und somit ihr Einfluss auf die sozialistische Wirtschaft bestehen bleibt.

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Die Klasse der Ausbeuter, der Gutsbesitzer und Kapitalisten, ist unter der Diktatur des Proletariats nicht verschwunden und kann nicht auf einmal verschwinden. Die Ausbeuter sind geschlagen, aber nicht vernichtet. Ihnen ist die internationale Basis geblieben, das internationale Kapital, dessen Filiale sie sind. Ihnen sind zum Teil gewisse Produktionsmittel geblieben, ist Geld geblieben, sind weitverzweigte gesellschaftliche Verbindungen geblieben. Ihr Widerstand ist gerade infolge ihrer Niederlage hundertmal, tausendmal stärker geworden“ (Lenin, Werke Band 30, Seite 99-100, „Ökonomik und Politik in der Epoche der Diktatur des Proletariats“).

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Wer diese Wahrheit Lenins , wie die modernen Revisionisten es getan haben, ignoriert und leugnet, wer leugnet, dass der Sozialismus unvermeidlich stets einen Boden für den Kapitalismus bietet und dagegen die energischsten Anstrengungen unternehmen muss, macht sich zum Helfershelfer des internationalen Kapitals, um den Sozialismus wieder in die Arme des Kapitalismus zu treiben, denn die allerstärkste sozialistische Wirtschaft ohne Diktatur des Proletariats bedeutet glatter Selbstmord für jede sozialistische Gesellschaft. Wer die Gesetze der politischen Ökonomie des Sozialismus verfälscht, zurückzerrt, sie missachtet, sie mit Füßen tritt, der bereitet der politischen Ökonomie des Kapitalismus den Weg.

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Die modernen Revisionisten hatten eine anti-marxistische Auffassungen von der Rolle der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse.

Stalin widerlegt diese revisionistishen Auffassungen wie folgt:

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Gen. Jaroschenkos Hauptfehler besteht darin, dass er in der Frage, welche Rolle die Produktivkräfte und die Produktionsverhältnisse in der gesellschaftlichen Entwicklung spielen, vom Marxismus abgeht, die Rolle der Produktivkräfte zu sehr übertreibt, zugleich die Rolle der Produktionsverhältniusse zu sehr herabmindert und das ganze damit krönt, dass er die Produktionsverhältnisse beim Sozialismus zu einem Teil der Produktivkräfte erklärt (...) positive Funktionen der Produktionsverhältnisse sieht Gen. Jaroschenko nicht. (...) Erstens stimmt es nicht, dass die Rolle der Produktionsverhältnisse in der Geschichte der Gesellschaft auf die Rolle eines Hemmschuhs beschränkt ist, der die Entwicklung der Produktivkräfte aufhält. Wenn die Marxisten von einer hemmenden Rolle der Produktionsverhältnisse reden, so meinen sie dabei nicht jegliche Produktionsverhältnisse, sondern nur die alten Produktionsverhältnisse, die dem Wachstum der Produktivkräfte bereits nicht mehr entsprechen und folglich ihre Entwicklung hemmen. Aber außer alten Produktionsverhältnissen gibt es ja bekanntlich auch neue Produktionsverhältnisse, die an die Stelle der alten treten. Kann man sagen, dass die Rolle der neuen Produktionsverhältnisse auf die eines Hemmschuhs der Produktivkräfte hinausläuft? Nein, das kann man nicht. Im Gegenteil, die neuen Produktionsverhältnisse sind gerade die wichtigste und entscheidende Macht, die im Grunde bestimmend ist für die weitere und überdies machtvolle Entwicklung der Produktivkräfte, und ohne die die Produktivkräfte zum Dahinvegitieren verurteilt wären, wie dies gegenwärtig in den kapitalistischen Ländern der Fall ist. (...) Die neuen Produktionsverhältnisse können natürlich nicht ewig neu bleiben und bleiben es auch nicht. Sie beginnen zu altern, treten allmählich in einen Widerspruch zur weiteren Entwicklung der Produktivkräfte, sie beginnen die Rolle der Haupttriebfeder der Produktivkräfte zu verlieren und verwandeln sich in ihren Hemmschuh. Dann treten an die Stelle solcher schon alt gewordener Produktionsverhältnisse neue Produktionsverhältnisse zu Tage, deren Rolle darin besteht, die Haupttriebfeder der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte zu sein. Diese Eigenart der Entwicklung der Produktionsverhältnisse von der Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte zur Rolle ihrer Haupttriebfeder und von der Rolle der Haupttriebfeder zur Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte ist eines der Hauptelemente der marxistischen materialistischen Dialektik. (...) Der Marxismus betrachtet die gesellschaftliche Produktion als ein Ganzes, das zwei unlöslich zusammenhängende Seiten hat: die Produktivkräfte der Gesellschaft ( als Beziehungen der Gesellschaft zu den Naturgewalten, im Kampfe mit denen sie die notwendigen materiellen Güter schafft) und die Produktionsverhältnisse ( die wechselseitigen Beziehungen der Menschen im Produktionsprozess). Das sind zwei verschiedene Seiten der gesellschaftlichen Produktion, obwohl sie unlöslich zusammenhängen. Und gerade, weil sie verschiedene Seiten der gesellschaftlichen Produktion sind, können sie aufeinander einwirken. Zu behaupten, die eine Seite könnte von der anderen verschlungen und in ihren Bestandteil verwandelt werden, heißt, sich am Marxismus schwer versündigen. (...) (Jaroschenko) ist offenbar mit Marx nicht ganz einverstanden. Er ist der Ansicht, dass dieser Marxsche Satz für die sozialistische Gesellschaft nicht anwendbar sei. Eben deshalb reduziert er das Problem der politischen Ökonomie des Sozialismus auf die Aufgabe einer rationellen Organisation der Produktivkräfte, wirft er die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse über Bord und reißt die Produktivkräfte von ihnen los“ (Stalin Ökonomische Probleme der Wirtschaft des Sozialismus in der UdSSR, Seite 71 – 84).

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Was heißt es, wenn man in der politischen Ökonomie des Sozialismus an Stelle der ökonomischen Probleme die Probleme der Organisation der Produktivkräfte unterschiebt? Das heißt die politische Ökonomie des Sozialismus liquidieren. ( ...) Gen. Jaroschenko trottet in Bucharins Fußtapfen“ (Stalin, ebenda Seite 87).

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Es würde dazu führen, dass wir die politische Ökonomie als Wissenschaft liquidieren, denn eine Wissenschaft kann ohne Anerkennung objektiver Gesetzmäßigkeiten, ohne Untersuchung dieser Gesetzmäßigkeiten nicht leben und sich nicht entwickeln. Indem wir aber die Wissenschaft liquidieren, nehmen wir uns die Möglichkeit, den Gang der Ereignisse im ökonomischen Leben des Landes vorauszusehen, d.h., wir nehmen uns selber die Möglichkeit, auch nur die elementarste Leitung der Wirtschaft in Gang zu bringen“ (Stalin, ebenda Seite 102/103).

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Stalin fasst die Einheit von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen dialektisch-materialistisch auf. Hingegen sind nachfolgenden Auffassungen von Mao Tsetung, also die Mao Tsetung Ideen, metaphysisch und idealistisch, was nichts anderes heißt, als dass die Mao Tsetung-Ideen gar nicht zur marxistisch-leninistischen Erkenntnis der Wirklichkeit führen, sondern im Gegenteil von ihr wegführen sollen. Mao Tsetung jongliert mit marxistischen Begriffen, die den marxistisch-leninistischen Blick auf die Wirklichkeit verstellen.

Mit marxistischen Begriffen den marxistisch-leninistischen Inhalt ´widerlegen`, eben das heißt mit einfachen Worten ausgedrückt: Anwendung der Methode des Revisionismus und eben das heißt, mit den Mao Tsetung Ideen den Marxismus-Leninismus zu bekämpfen.

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In folgendem Beispiel `widerlegt` Mao Tsetung den marxistisch-leninistischen Gehalt durch das willkürliche und platte Vertauschen marxistischer Begriffe: er bezeichnet den dialektischen Materialismus als mechanischen Materialismus und gibt dafür umgekehrt, den mechanischen Materialismus als dialektischen Materialismus aus. Zitieren wir aus Maos Schrift „Über den Widerspruch“, Band I, Seite 394:

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„Wenn zum Beispiel in dem Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen die hauptsächliche Seite die Produktivkräfte sind, in dem Widerspruch zwischen Theorie und Praxis – die Praxis, in dem Widerspruch zwischen der ökonomischen Basis und dem Überbau – die ökonomische Basis, so fände (nach Meinung ´mancher Leute` [womit Mao die Marxisten-Leninisten meint- Anmerkung der Redaktion]) angeblich kein Platzwechsel [ mechanischer Platzwechsel im metaphysischen Sinne – dagegen qualitativer Sprung im dialektischen Sinne, Anmerkung der Redaktion] zwischen den beiden Seiten des Widerspruchs statt. Diese Auffassung ist kennzeichnend für den mechanischen Materialismus und nicht für den dialektischen Materialismus [genau umgekehrt !!! - Anmerkung der Redaktion]. Selbstverständlich spielen die Produktivkräfte, die Praxis und die ökonomische Basis im Allgemeinen die hauptsächliche, entscheidende Rolle, und wer das leugnet, ist kein Materialist. Man muss jedoch auch anerkennen, dass unter bestimmten Bedingungen die Produktionsverhältnisse, die Theorie und der Überbau an die Reihe kommen, die entscheidende, die Hauptrolle zu spielen.“

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Mao beschränkt sich auf die Symbolik der beiden Begriffe als ein bequemes Mittel, sich die eigentliche Begriffsbestimmung (also die Bestimmung ihres Wesens ) zu ersparen, um seinem Subjektivismus, seinem Eklektizismus, freie Bahn zu verschaffen. Wenn man den qualitativen Sprung - die revolutionäre Befreiung der Produktivkräfte aus den Fesseln der Produktionsverhältnisse nicht erklärt und lediglich vom „Platztausch“ spricht (Wechselwirkung ist alles, ihr Grund und Ziel ist nichts!), hat das nichts mehr mit Marxismus-Leninismus, sondern vielmehr mit Spontaneismus zu tun.

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Dass ein äußerlicher Platztausch stattfindet, dass sich ein Verhältnis umkehrt, macht noch keinen dialeketischen Materialismus aus, - das ist nichtssagend, tot, nur abstrakt = subjetivistisch, - und wer die materialistische Dialektik auf die formale Logik reduziert, ist ein Idealist. Ein Materialist wie Stalin deckt die wirklich allseitigen, inneren Beziehungen zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen auf, spiegelt das Wesentliche in der Bewegung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen wider, zeigt, dass sie als zwei Seiten des gemeinsamen Ganzen, nämlich der gesellschaftlichen Produktion, auf dieses einwirken, die Produktion hemmen oder beflügeln (nicht nur wechselseitige Verkettung von Ursache und Wirkung), zeigt das entscheidende Gesetz von der Einheit ( also ihr wesentliches Verhältnis), der notwendigen Übereinstimmung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen für das Fortkommen der gesellschaftlichen Produktion auf usw. usf.

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Maos „dialektischer Materialismus“ begnügt sich hingegen mit der Feststellung, dass die Seiten ihren Platz austauschen und begreift nicht, warum sie das tun müssen, dringt nicht zur Gesetzmäßigkeit ihrer dialektischen Bewegung vor und ist deswegen auch unfähig, sie für die Entfaltung der gesellschaftlichen Produktion richtig auszunutzen, was doch der eigentliche Zweck der ganzen Philosophie der Widersprüche zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen ist.

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Mao Tsetung griff den dialektischen Materialismus aber deswegen an, weil dieser determiniert und folglich beim willkürlichen Jonglieren hinderlich ist.

Ob nun die Begriffspaare „Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse“, „Sein und Bewusstsein“, „Überbau und Basis“, „Proletariat und Bourgeoisie“, „Krieg und Frieden“ usw. usf. überall finden wir seine idealistische und metaphysische Methode, diese auszutauschen mit dem Platzwechsel. Lenin würde zu Mao sagen:

bloß, Wechselwirkung` = Hohlheit“ (Lenin, Konspekt zu Hegels „Wissenschaft der Logik“, Band 38, Seite 154) zwischen Gegensatzpaaren.

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Mao spannte die Philosophie der Widersprüche vor den Karren seiner opportunistischen Politik, benutzte sie zur Rechtfertigung seiner revisionistischen Linie und beraubte sie damit ihrer Wissenschaftlichkeit. Eine Philosophie war dann für Mao „brauchbar“, wenn sie seiner voluntaristisch-pragmatischen, anarchistischen Augenblickspolitik diente, ganz besonders die marxistische Philosophie, aber nicht nur diese allein, eben das kennzeichnet Mao Tsetung als ein Vertreter der Eklektiker, die sich aus den Weltanschauungen der verschiedenen Klassen jeweils das herausklauben, was in der gegebenen Situation und unter den gegebenen Bedingungen der herrschenden Klasse am besten in den Kram passt

(

Lenin:

allseitige, universelle Elastizität der Begriffe, Elastizität, die bis zur Identität der Gegensätze geht – das ist das Wesentliche. Diese Elastizität, subjektiv angewendet, = Eklektizismus und Sophistik, objektiv angewendet, d.h. so, dass sie die Allseitigkeit des materiellen Prozesses und seine Einheit widerspiegelt, ist Dialektik, ist die richtige Widerspiegelung der ewigen Entwicklung der Welt“ (Band 38, Seite 100).

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Wenn das Proletariat sich der Weltanschauung anderer Klassen bedient, um seine eigene Weltanschauung herauszuarbeiten, dann ist das richtig, denn nur damit macht sie sich zur universellen Weltanschauung, entwickelt sie sich zur klassenlosen Weltanschauung, aber das ist nicht das Gleiche, als wenn man die proletarische Weltanschauung mit allen anderen Weltanschauungen zusammen zu schustern versucht – das ist „universeller“ Revisionismus, Weltrevisionismus.

Das Weltproletariat kann das permanente Einfließen fremder Weltanschauungen in der Klassengesellschaft nicht verhindern, und muss gerade aus diesem Grund den konsequentesten Kampf für die Eigenständigkeit seiner eigenen Weltanschauung führen und sie hierzu von klassenfremden, reaktionären ideologischen Einflüssen permanent reinigen.

Genau das hat Mao eben in der Frage des Widerspruchs von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen zu verhindern verstanden.

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Die modernen Revisionisten stützten sich auf eine vulgäre Anschauung über die „Produktivkräfte“, wonach allein die Produktivkräfte die absolute Rolle bei der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft spielen.

Im Grunde liefert die „Theorie der Produktivkräfte“ die ökonomische Untermauerung für die „Theorie des friedlichen, evolutionären, und nicht- revolutionären Übergangs des Kapitalismus zum Sozialismus“.

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Da die heutige technisch-wissenschaftliche Revolution die Notwendigkeit aufzeigt, die Produktivkräfte rationell einzusetzen, entstand – nach ihrer Meinung – „unvermeidlich auch die unbedingte Notwendigkeit“, die zwei großen Prozesse ihrer Regelung zu verquicken – nämlich des gesellschaftlichen und des privaten, des sozialistischen und des kapitalistischen. Den Leitfaden und die theoretische Hauptstütze dieser revisionistischen Einstellung bildete die vulgäre „alte Theorie“ der Produktivkräfte von Kautsky, der tollkühn erklärte:

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Russland hat in der Entwicklung der Produktivkräfte noch nicht die Höhe erreicht, bei welcher der Sozialismus möglich wäre“ (siehe Zitat bei Lenin, Band 33, Seite 464).

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Stalin polemisierte gegen Kautsky in seiner Schrift „Über die Grundlagen des Leninismus“ :

Herrn Kautskys `Theorie der Produktivkräfte` erklärt ´uns` das haargenau. Und wer an diese ´Theorie` nicht glaubt, sei kein Marxist. Die Rolle der Parteien? Ihre Bedeutung in der Bewegung? Aber was kann die Partei ausrichten gegen einen so entscheidenden Faktor wir den ´Entwicklungsstand der Produktivkräfte`?“ (Stalin, Band 6, Seite 82/83).

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Diese „Theorie der Produktivkräfte“ ist von der Geschichte der Sowjetunion überholt , aber von den modernen Revisionisten wieder aufgegriffen worden, um die Geschichte der Sowjetunion zu überholen.

Die Zeit wird kommen, wo die neuen Revisionisten die „Theorie der Produktivkräfte auf eine internationale Stufe „heben“ werden. Heute würde Kautsky prophezeien: „Die Welt hat in der Entwicklung der Produktivkräfte noch nicht die Höhe erreicht, bei welcher der Weltsozialismus möglich wäre.“

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Engels spricht von der Überproduktionskrise

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Vernichtung nicht allein der produzierten Lebens-, Genuss- und Entwicklungsmittel, sondern auch eines großen Teils der Produktivkräfte selbst – dass der so genannte Kampf ums Dasein also die Form annimmt: die von der bürgerlichen kapitalistischen Gesellschaft produzierten Produkte und Produktivkräfte gegen die vernichtende, zerstörende Wirkung dieser kapitalistischen Gesellschaftsordnung selber zu schützen, indem die Leitung der gesellschaftlichen Produktion und Verteilung der dazu unfähig gewordenen herrschenden Kapitalistenklasse abgenommen und der produzierenden Masse übertragen wird – und das ist die sozialistische Revolution“ (MEW, Band 20, Anti-Dühring, Seite 565/566).

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Die materiellen Produktivkräfte der russischen kapitalistischen Gesellschaft gerieten Anfang des 19. Jahrhunderts in Widerspruch mit den dort vorhandenen Produktionsverhältnissen (Eigentumsverhältnissen), innerhalb derer sie sich bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlugen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es begann die Epoche der siegreichen Sozialistischen Oktoberrevolution. Mit dem Aufbau der Ökonomie auf sozialistischen Grundlagen entstand die progressivste aller bisherigen ökonomischen Gesellschaftsformationen, die die Umwälzung des sozialistischen Überbaus bestimmte.

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In der Betrachtung solcher Umwälzungen muss man stets unterscheiden zwischen den materiellen naturwissenschaftlich treu zu konstatierenden Umwälzungen in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den juristischen, politischen, religiösen, künstlerischen oder philosophischen, kurz, ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewusst werden und ihn ausfechten“ (Marx, Vorwort „Zur Kritik der Politischen Ökonomie“).

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Eine besondere ideologische Form, worin sich die sozialistischen Menschen in der Sowjetunion und in Albanien dieses Konflikts bewusst wurden und ihn ausfochten, das war ihr ideologischer Klassenkampf gegen den Revisionismus bzw. gegen den modernen Revisionismus, gegen die Restauration des Kapitalismus. Dieser Kampf vollzog sich innerhalb der sozialistischen Gesellschaft nicht ohne Einfluss von außen. Es gab zunächst die revisionistische Hauptgefahr der inneren Selbstüberschätzung ( „Uns kann keiner was!

Wir sind unbesiegbar!“), gepaart mit der Gefahr der Überschätzung der Sowjetunion und ihres Einwirkens auf die kapitalistische Welt.

Aus dieser Selbstüberschätzung entstand die gefährlich wachsende Sorglosigkeit gegenüber dem äußeren Feind Die Unterschätzung der Tatsache, dass eine kapitalistische Umwelt besteht, war ein maßgeblicher Faktor für die weitere Ausbreitung der revisionistischen Ideologie in der Sowjetunion, was den Restaurationsprozess des Kapitalismus Auftrieb verlieh.

Stalin selber gab selbstkritisch zu:

In gewissem Maße lassen wir Bolschewiki alle ohne Ausnahme uns diese Unterschätzung zu Schulden kommen. (...) Womit ist dieses Versagen zu erklären? Dieses Versagen erklärt sich aus der Unterschätzung der Kraft und Bedeutung des Mechanismus der uns umgebenden bürgerlichen Staaten und ihrer Spionageorgane, die bestrebt sind, die Schwächen der Menschen, ihre Eitelkeit, ihre Charakterlosigkeit auszunutzen, um sie in ihre Spionagenetze zu verstricken und diese Netze um die Organe des Sowjetstaates zu ziehen. Es erklärt sich aus der Unterschätzung der Rolle und Bedeutung des Mechanismus unseres sozialistischen Staates und seines Abwehrdienstes, aus der Unterschätzung dieses Abwehrdienstes, aus dem Geschwätz, dass der Abwehrdienst im Sowjetstaate nebensächlich und bedeutungslos sei, dass man den sowjetischen Abwehrdienst, ebenso wie den Sowjetstaat selber, bald in ein Museum für Altertümer abschieben müsse. Auf welchem Boden konnte bei uns diese Unterschätzung aufkommen? Auf dem Boden der ungenügenden Ausarbeitung und Unvollständigkeit einiger allgemeiner Sätze der Lehre des Marxismus vom Staate. Sie fand Verbreitung infolge unseres sträflich sorglosen Verhaltens zu den Fragen der Staatstheorie [und wir fügen als Redaktion hinzu – insbesondere der Wirtschaftstheorie und der marxistisch-leninistischen Theorie überhaupt], obwohl wir über die praktische Erfahrung einer zwanzigjährigen staatlichen Tätigkeit verfügen, die ein reiches Material für theoretische Verallgemeinerungen liefert, obwohl wir die Möglichkeit haben, diese theoretische Lücke, bei richtigem Willen unsererseits, erfolgreich auszufüllen. Wir hatten den überaus wichtigen Hinweis Lenins auf die theoretischen Pflichten der russischen Marxisten vergessen, die berufen sind, die Theorie des Marxismus weiter auszuarbeiten“ (Stalin, Band 14, Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag), Seite 223-224).

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Es ist Zeit, mit dem faulen Standpunkt der Nichteinmischung in die Produktion Schluss zu machen!“ (Stalin, Band 13, Seite 38, „Über die Aufgaben der Wirtschafter“).

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Wenn wir uns heute mit der politischen Ökonomie des Revisionismus befassen, dann muss man diese selbstkritischen Worte Stalins, die er immerhin schon im März 1939 (also schon vor dem 2. Weltkrieg !!!) äußerte, sehr ernst nehmen und die größte Bedeutung beimessen für den Weg zur sozialistischen Weltrevolution.

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Wäre Stalins Schrift „Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“ 10 Jahre früher geschrieben worden und hätte die bolschewistische Partei ihre theoretischen Lücken rechtzeitig gefüllt, dann hätten sich auch nicht die Revisionisten darin so breit machen können, wie sie es dann ja auch taten.

Wenn man also von den Ursachen der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion spricht, so muss man die Ursachen des sträflichen „Vergessens, die Theorie des Marxismus weiter auszuarbeiten“ in allen Konsequenzen vollständig in Betracht ziehen:

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Ohne revolutionäre Theorie keine revolutionäre Bewegung, ohne die marxistisch-leninistische Wirtschaftstheorie, ohne die politische Ökonomie des Sozialismus, zu meistern kann man auch die sozialistische Wirtschaft nicht meistern. Was heißt das aber? Das heißt: da, wo sich die sozialistische Wirtschaft nicht weiterentwickelt, entwickelt sich gesetzmäßig nichts anderes weiter als der revisionistische Einfluss, findet er immer mehr kapitalistischen Nährboden.

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Das Tempo bei der Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus zu verlangsamen, das bedeutet zurückbleiben.

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Rückständige werden geschlagen.

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Und Marxisten-Leninisten, die sich nicht theoretische weiter entwickeln, werden zu rückständigen Marxisten-Leninisten und rückständige Marxisten-Leninisten werden von Revisionisten geschlagen !

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Auch das ist eine tragische Lehre aus 50 Jahren Kommunismus im Kampf gegen den modernen Revisionismus.

Wo die politische Ökonomie des Marxismus-Leninismus zurückbleibt, da bleibt auch die sozialistische Wirtschaft zurück.

Da, wo der Marxismus-Leninismus zurückbleibt, gewinnt der Revisionismus an Boden.

Da, wo die sozialistische Wirtschaft zurückbleibt, da gewinnt die Restauration des Kapitalismus an Boden.

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Der Sozialismus „in einem Land“, das heißt ein Sozialismus, der von der ganzen kapitalistisch(-revisionistischen) Welt eingekreist ist, hat naturgemäß erschwerte Bedingungen für die Festigung und Vervollkommnung des Sozialismus und damit logischerweise um so größere Probleme mit der Bewältigung der Gefahr der Restauration des Kapitalismus- eben durch den weltkapitalistischen Einfluss von außen. Ein großer Teil der für den Aufbau des Sozialismus benötigten Energie und Anstrengung wurde unvermeidlich abgezwackt für den Schutz der Diktatur des Proletariats gegenüber den inneren und äußeren Feinden, gegen die alten Gewohnheiten, die Überbleibsel der alten Gesellschaft, Interventionskriege der Imperialisten gegen die Sowjetunion, Bürgerkrieg, II. Weltkrieg. Das waren alles belastende Bedingungen, die an die Substanz gingen, aber solange erfolgreich gelöst werden konnten, wie an der bolschewistischen Linie Lenins und Stalins, am Marxismus-Leninismus, festgehalten wurde, die Diktatur des Proletariats in dem sich verschärfenden Klassenkampf im Sozialismus immer weiter zu festigen und auszubauen, um die auftretenden revisionistischen Elemente zu schlagen.

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Das Gegenteil passierte.

Nach Stalins Tod und insbesondere mit dem 20. Parteitag der KPdSU wurde die Umkehr des Sozialismus zurück zum Kapitalismus offiziell zum Programm erhoben und es wurde beschlossen, den schon lange vorbereiteten Weg der Restauration des Kapitalismus energischer und offen fortzusetzen und ihn zu Ende zu gehen bis der russische Imperialismus wieder vollständig in die imperialistische Weltordnung eingegliedert war. Welche komplizierten Widersprüche beinhalten den Prozess der Restauration der alten Gesellschaftsformation aus der neuen und wie wirken sie?

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Die sozialistische Gesellschaftsformation geht erst unter, wenn die Produktivkräfte und die Produktionsverhältnisse in einen nicht mehr lösbaren Konflikt geraten sind, also nachdem die Produktivkräfte so weit zerstört worden sind, dass sie für die Aufrechterhaltung des Sozialismus gegenüber der kapitalistischen Welt nicht mehr ausreichen.

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Und die alten, niedrigeren, kapitalistischen Produktionsverhältnisse treten erst an die Stelle der höheren, sozialistischen Produktionsverhältnisse, wenn ihre materiellen Existenzbedingungen im Schoß der sozialistischen Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind.

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Die Aufgabe, ein sozialistisches Land zu schaffen, konnten die Menschen lösen, denn die materiellen Bedingungen der Verwandlung eines kapitalistischen Landes in ein sozialistisches Land, des Fertigwerdens der sozialistischen Elemente mit den kapitalistischen Elementen aus eigener Kraft im eigenen Land, waren für diese Lösung gegeben.

Die Aufgabe, eine sozialistische Welt zu schaffen, konnten die Menschen eines sozialistischen Landes nicht lösen, denn die materiellen Bedingungen ihrer Lösung, um die kapitalistische Welt in die sozialistische Welt zu verwandeln, sind erst mit der Globalisierung im Prozess ihres Werdens begriffen.

Die Wirtschaft eines sozialistischen Landes allein, kann nicht die kapitalistische Weltwirtschaft in eine sozialistische Weltwirtschaft verwandeln, kann sich noch nicht einmal auf Dauer gegenüber der Übermacht des Weltkapitalismus behaupten, wenn es keine Hilfe vom Weltproletariat, von den Proletariern in anderen sozialistischen Ländern erhält.

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Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung gerieten die materiellen Produktivkräfte der sozialistischen Gesellschaft in Widerspruch mit den sich heranbildenden staatskapitalistischen Produktionsverhältnissen, innerhalb derer sie sich nicht weiter entwickeln konnten. Aus sozialistischen Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlugen diese stattskapitalistischen Produktionsverhältnisse in Fesseln derselben um, wirkten sich die Übergangsformen zu den kapitalistischen Produktionsverhältnissen verlangsamend und hemmend auf die weitere Entwicklung der Produktivkräfte aus, gaben sie ihnen nicht genügend Spielraum für ihre weitere Entfaltung, kam es zu immer tiefer gehenden Störungen der Einheit und Übereinstimmung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen im sozialistischen Produktionssystem, resultierten daraus Krisenerscheinungen der Produktion, kam es zu zerstörten Produktivkräften, zu Engpässen, Arbeitslosigkeit, Bankrotts wirtschaftlicher Betriebe, kam es zum Zerfall und schließlich zum völligen Zusammenbruch der sozialistischen Wirtschaft.

Der Übergang oder das Umschlagen von der Übereinstimmung zur Nichtübereinstimmung der sozialistischen Produktionsverhältnisse mit dem gesellschaftlichen Charakter der Produktivkräfte ist typisch für einen Sozialismus, der in den Kapitalismus restauriert wird.

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Daher lautet unsere Definition:

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Die politische Ökonomie des modernen Revisionismus ist die Lehre von der Beseitigung der sozialistischen Übereinstimmung von Produktionsverhältnissen und Produktivkräften unter dem Deckmantel der Politökonomie des Marxismus-Leninismus.

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Die Sowjetunion ging den Weg vom Kapitalismus zum Sozialismus über den Staatskapitalismus unter der Diktatur des Proletariats (NÖP). Und zurück ging die Sowjetunion den Weg vom Sozialismus zum Kapitalismus wiederum über den Staatskapitalismus -diesmal unter der Diktatur der neuen sozialistischen Bourgeoisie (= neuer staatsmonopolistischer Kapitalismus revisionistischen Typs).

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Der heutige sowjetische Staat verwaltet als Gesamtkapitalist die Produktionsmittel im Namen und im Interesse der sowjetischen neuen Bourgeoisie. Das sozialistische Gemeineigentum wurde zu einem Staatskapitalismus neuen Typs“ (Enver Hoxha – Zitat nicht zur Hand)

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Die staatskapitalistische Nichtübereinstimmung hat aber weder in der relativ langlebigen revisionistischen Sowjetunion noch im relativ kurzlebigen revisionistischen Albanien zu einer sozialen Revolution geführt, um die sozialistischen Produktionsverhältnisse durch die Beseitigung der staatskapitalistischen Produktionsverhältnisse wieder herzustellen. Es kam weiter zu einer Verschärfung des Konflikts der Nichtübereinstimmung und zwar in dem Maße, wie sich das Staatskapital in das Privatkapital verwandelte und wie sich infolgedessen das kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln vermehrte und in das Weltkapital einfloss.

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Mit Hilfe der Unterstützung des Weltkapitalismus von außen wurde unter der sozialfaschistischen Konterrevolution von innen der Weg in das kapitalistische Weltsystem vollzogen.

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Mit der Globalisierung der Produktivkräfte verändern sich die globalen Produktionsverhältnisse.

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Sie hemmen die globalisierten Produktivkräfte, was nicht zuletzt auch die sozialistische Weltrevolution beschleunigen wird, um die globalisierte Nichtübereinstimmung der Weltproduktionsverhältnisse mit dem gesellschaftlichen Charakter der Weltproduktivkräfte zu beseitigen, und zwar nicht etwa um die ehemalige sozialistische Übereinstimmung auf nationaler Ebene zu wiederholen, sondern sie auf höherer Stufe wieder herzustellen, nämlich im globalisierten Rahmen der völligen Übereinstimmung des weltgesellschaftlichen Eigentums an allen Produktionsmitteln der Welt mit dem gesellschaftlichen Charakter aller Weltproduktionsprozesse.

Engels drückt das so aus:

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Diese Negation zu negieren, das Gemeineigentum auf einer höheren Stufe wieder herzustellen, ist die Aufgabe der sozialen Revolution“ (MEW, Band 20, Anti-Dührung, Seite 583).

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Was auf die heutige Zeit angewendet nichts anderes bedeutet als:

das sozialistische Eigentum in „einem“ Land auf einer höheren Entwicklungsstufe als weltsozialistisches Eigentum wieder herzustellen, ist die Aufgabe der sozialistischen Weltrevolution.

Mit dem Erwerb neuer globaler Produktivkräfte verändert sich die Produktionsweise auf der ganzen Welt und das Weltproletariat wird das erste Mal in seiner Geschichte in die Lage versetzt, seine Produktionsverhältnisse, seine Lebensweise und damit die Lebensweise der ganzen Menschheit grundsätzlich zu verbessern.

Die Entstehung und Ablösung der globalisierten kapitalistischen Produktionsweise durch die Entstehung und Ablösung der globalisierten sozialistischen Produktionsweise ist ein gesetzmäßiger, historischer Prozess auf höherer Stufenleiter der gesellschaftlichen Entwicklung. Aus der Globalisierung der privaten Aneignung des wichtigsten Teils der Weltproduktionsmittel folgt auch deren globalisierte Expropriation durch die Diktatur des Weltproletariats .

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Die Macht des Weltproletariats schafft jene Voraussetzungen der Entwicklung eines neuen Weltwirtschaftsorganismus, der die Rolle der Warenproduktion als Regulator der Weltproduktion überflüssig macht und der Warenproduktion Zügel anlegt und sie Schritt für Schritt aus der Welt schafft im Prozess der vollständigen Vergesellschaftung aller Produktionsmittel, im Prozess der Überwindung der nationalen Schranken, im Prozess der Vergesellschaftung der genossenschaftlichen Kollektivwirtschaft, im Prozess der Schaffung eines einheitlichen wirtschaftlichen Weltorganismus`;

kurz:

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Der Weltsozialismus besteht in der der schrittweisen Aufhebung der internationalen kapitalistischen Warenwirtschaft.

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Stalin spricht von den „Jammermarxisten“, die die Macht erst ergreifen wollen, wenn sämtliche Produktionsmittel erst vollkommen vergesellschaftet sind (friedliches Hinüberwachsen des globalisierten Weltkapitalismus zum Weltsozialismus). Das Weltproletariat darf jedoch die günstigen Bedingungen der Globalisierung seiner Klassenorganisationen für seine globalisierte Machtergreifung nicht versäumen. Das Weltproletariat muss seine Weltmacht ergreifen, ohne auf den Augenblick zu warten, zu dem der Weltkapitalismus dies fertig gebracht haben wird. Die Weltexpropriation der Produktionsmittel zunächst in den globalisierten Schlüsselindustrien, die Vergesellschaftung der Produktion der Weltenergie usw. usf. sind bereits durch die sozialistische Revolution verwirklichbar unter der Diktatur des Weltproletariats.

Wie die Weltproduktivkräfte, so werden auch die Weltproduktionsverhältnisse sein müssen – unter dieser Voraussetzung wird die sozialistische Weltwirtschaft aufgebaut.

Die Wechselbeziehungen aller Menschen im Weltproduktionsprozess bekommen den Charakter kameradschaftlicher Zusammenarbeit und Hilfe aller sozialistischer Länder untereinander, die von Ausbeutung frei sind.

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Der Kommunismus weiß, dass die Vereinigung der Völker in einer einheitlichen Weltwirtschaft nur auf der Grundlage gegenseitigen Vertrauens und freiwilligen Übereinkommens möglich ist, er weiß, dass der Weg zur Bildung einer freiwilligen Vereinigung der Völker über die Lostrennung der Kolonien von dem ´einheitlichen` imperialistischen ´Ganzen` , über ihre Umwandlung in selbständige Staaten führt“ (Stalin, Band 6, Seite 129).

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Um die Sympathien der unterdrückten Völker für die sozialistische Weltwirtschaft zu gewinnen, muss das Weltproletariat mit seiner sozialistischen Weltrevolution durch Unterstützung aller verbündeten unterdrückten Völker nicht nur die eigenen Ketten der kapitalistischen Lohnsklaverei, sondern auch die weltimperialistischen Ketten aller ausgebeuteten und unterdrückten Völker sprengen und die Macht über die Weltproduktionsmittel erobern. Dadurch entwickelt sich die sozialistische Weltwirtschaft in beschleunigtem Tempo, können die Geschwüre und Eiterbeulen des Weltimperialismus immer gründlicher beseitigt werden. Mit der sozialistischen Weltproduktionsweise verändert die Menschheit alle bisherigen gesellschaftlichen Verhältnisse, schafft sie alle Klassenverhältnisse ab, schafft sie sich klassenlose Verhältnisse, schafft sie sich die weltkommunistische Gesellschaft. Die Komintern / ML hat das in ihrem Manifest des Weltbolschewismus“ dargelegt.

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Marx hat die Dialektik Hegels in ihrer rationellen Form auf die politische Ökonomie angewendet. (...) So wie die einfache Wertform, der einzelne Akt des Tausches einer einzelnen gegebenen Ware gegen eine andere schon in unentwickelter Form alle Hauptwidersprüche des Kapitalismus in sich einschließt – so bedeutet schon die einfachste Verallgemeinerung, die erste und einfachste Bildung von Begriffen (Urteilen, Schlüssen etc.) die immer mehr fortschreitende Erkenntnis des tiefen objektiven Weltzusammenhanges durch den Menschen““ (Lenin, Band 38, Seite 168/169).

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Die politische Ökonomie untersucht die Gesetze der gesellschaftlichen Produktion und der Verteilung der materiellen Güter auf den verschiedenen Entwicklungsstufen der menschlichen Gesellschaft und ist also

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„die Wissenschaft von den Bedingungen und Formen, unter denen die verschiedenen menschlichen Gesellschaften produziert und ausgetauscht, und unter denen sich demgemäß jedesmal die Produkte verteilt haben“ (Engels„Anti-Dühring“).

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Gegenstand der politischen Ökonomie sind die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse der Menschen.

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Dazu gehören

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a)

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die Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln;

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b)

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die sich daraus ergebende Stellung der verschiedenen sozialen Gruppen in der Produktion und ihre Wechselbeziehungen oder, wie Marx sagt, die Art, wie sie ´ihre Tätigkeiten gegeneinander austauschen`;

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c)

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die voll und ganz von ihnen abhängenden Formen der Verteilung des Produkts. Das alles zusammen bildet den Gegenstand der politischen Ökonomie (Stalin, Ökonomische Probleme der sozialistischen Wirtschaft in der UdSSR, Seite 88).

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Die verschiedenen Gesellschaftsformationen sind in ihrer ökonomischen Entwicklung nicht nur ihren spezifischen ökonomischen Gesetzen unterworfen, sondern auch den allen Formationen gemeinsamen ökonomischen Gesetzen, zum Beispiel solchen Gesetzen wie dem Gesetz von der Einheit der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse in der einheitlichen und gesellschaftlichen Produktion, dem Gesetz von den Beziehungen zwischen den Produktivkräften und den Produktionsverhältnissen im Entwicklungsprozess aller Gesellschaftsformationen.

Somit sind die Gesellschaftsformationen nicht nur voneinander getrennt durch ihre spezifischen Gesetze, sondern auch miteinander verbunden durch die allen Formationen gemeinsamen ökonomischen Gesetze“ (Stalin, Ökonomische Probleme der sozialistischen Wirtschaft in der UdSSR, Seite 85/86).

Die marxistische Anschauung der Geschichte des modernen Revisionismus geht von dem Satz aus, dass die Produktion und der Austausch ihrer Produkte, die Grundlage der revisionistischen Gesellschaftsordnung ist; dass die Verteilung der Produkte und mit ihr die soziale Gliederung der revisionistischen Gesellschaft in Klassen sich danach richtet, was und wie produziert und wie das Produzierte ausgetauscht wurde. Hiernach sind die Ursachen für die Restauration des Kapitalismus und für die politischen Umwälzung aus der sozialistischen Gesellschaft in die revisionistische Gesellschaft und damit in die kapitalistische Gesellschaft, zu suchen, also in der revisionistischen Ökonomie und nicht in der revisionistischen Ideologie.

So wie die Gesetze der politischen Ökonomie beim Kapitalismus objektiven Charakter haben, welche die sich unabhängig von unserem Willen vollziehenden Prozesse des ökonomischen Lebens widerspiegeln, so sind auch die Gesetze der politischen Ökonomie beim Sozialismus, beim restaurierten Kapitalismus und beim restaurierten Sozialismus objektive Gesetze.

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Im System der ökonomischen Gesetze und darüber hinaus aller gesellschaftlichen Gesetze spielte das ökonomische Grundgesetz in der Geschichte aller bisherigen Gesellschaftsformationen stets die dominierende und entscheidende Rolle und dies tut es auch in der gegenwärtigen und diese einmal ablösende zukünftige Gesellschaftsformation.

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Das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus im Allgemeinen, des monopolistischen Kapitalismus im Besonderen, des Sozialismus, der Restauration des Kapitalismus und der Restauration des Sozialismus sind solche Gesetze, die nicht irgendwelche einzelnen Seiten oder irgendwelche einzelnen Entwicklungsprozesse der Produktion bestimmen, sondern alle wichtigsten Seiten und alle wichtigsten Prozesse dieser Entwicklung, die folglich das Wesen der Produktion, ihre Quintessenz bestimmen.

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Was ist nun das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus, des monopolistischen Kapitalismus, des Sozialismus, der Restauration des Kapitalismus und das ökonomische Gesetz des restaurierten Sozialismus ?

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Wir kennen die ersten drei Definitionen von den Klassikern und leiten davon die beiden nächstfolgenden ab:

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1.

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Das ökonomische Grundgesetz des Kapitalismus ist das Bewegungsgesetz der kapitalistischen Produktionsweise, das auf der privaten Aneignung der Produktionsmittel, auf der Triebfeder des Mehrwertgesetzes , auf Lohnsklaverei beruht zum Zwecke der Mehrung des Profits.

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2.

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Das ökonomische Grundgesetz des monopolistischen Kapitalismus ist das Bewegungsgesetz, die Triebfeder der monopolistischen Produktionsweise zum Zwecke der Vermehrung des maximalen Profits. „Die wichtigsten Merkmale und Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des modernen Kapitalismus könnte man ungefähr folgendermaßen formulieren: Sicherung eines kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Bevölkerungsmehrheit des gegebenen Landes, durch Unterjochung und systematische Ausplünderung der Völker anderer Länder, insbesondere rückständiger Läner, schließlich durch Kriege und Militarisierung der Volkswirtschaft, die zur Sicherung von Höchstprofiten ausgenutzt werden“ (Stalin, ebenda Seite 47).

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3.

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Das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus ist das Bewegungsgesetz der sozialistischen Produktionsweise, das sich darin ausdrückt, dass die Produktivkräfte mit dem vergesellschafteten Charakter der Produktionsverhältnisse in Übereinstimmung gebracht werden, um eine maximale Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und ununterbrochene Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchsten Technik zu sichern.

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4.

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Das ökonomische Grundgesetz der Restauration des Kapitalismus ist das dialektische Bewegungsgesetz von der Umwandlung der sozialistischen in die kapitalistische Produktionsweise, insbesondere die Verwandlung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in kapitalistische Produktionsverhältnisse vermittels der Macht des Monopols des Staates der neuen Bourgeoisie.

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Der Parasitismus ist charakteristisch für jeden imperialistischen Staat, insbesondere auch für den sozialimperialistischen Staat ( Ausplünderung anderer Völker und Päppelung der sozialistischen Arbeiteraristokratie als soziale Stütze gegen die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen – Förderung des Fäulnisprozesses in der sozialistischen Arbeiterklasse), der nicht aus dem Kapitalismus, sondern aus dem Sozialismus entstanden ist. Dieser schränkt das Wirken des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus immer mehr ein, sanktioniert es, erstickt es, so dass es nicht mehr die Kraft zum Atmen und Gedeihen hat und sich in Fäulnis zersetzt, während gleichzeitig das ökonomische Grundgesetz des monopolistischen Kapitalismus, die Erzielung von Höchstprofiten aktiviert und in den Vordergrund gerückt wird, sich dabei der sozialistischen Errungenschaften bedient, um als kapitalistischer Parasit im sozialistischen Organismus zu gedeihen. Der sozialistische Fäulnisprozess wird erzeugt durch das Staatsmonopol der Bourgeoisie über die Produktionsmittel. Indem die neue Bourgeoisie der sozialistischen Gesellschaft das Volkseigentum raubt, werden die neuen kapitalistischen Produktionsverhältnisse zum Hemmschuh der Produktivkräfte des Sozialismus und verurteilen diese zum Dahinvegetieren und schließlich zumVerfaulen, zur Verelendung der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen. Mit der vollständigen Wiederherstellung der kapitalistischen Produktion stirbt die sozialistische Produktion schließlich vollständig ab. Damit stirbt auch die nicht-antagonistische sozialistische Klassengesellschaft, macht sie der antagonistischen Klassengesellschaft des Kapitalismus wieder Platz.

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Der Marxismus-Leninismus ist die einzige Theorie, die auf wissenschaftlichen Grundlagen den Verfall der ökonomischen Gesellschaftsformation des Sozialismus, die Gesamtheit seines Fäulnisprozesses und alle die ihm innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Widersprüche erforschen, aufzeigen, erklären und deuten kann.

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Die neue Bourgeoisie des Revisionismus an der Macht stützt sich auf die Erkenntnis und Erfahrung im Umgang mit dem Grundgesetz der sozialistischen Ökonomie, versteht es, diesem eine rückwirkende Richtung zu geben, seine Wirkungssphäre zu beschränken, es zu verletzen, um es zu entkräften und seine Prozesse zu stören und den zum Durchbruch drängenden kapitalistischen Gesetzen immer mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen, ohne sie dabei willkürlich aufheben oder ersetzen zu können. All das setzt voraus, dass die Überreste der Wirkungen des ökonomischen Grundgesetzes des Kapitalismus noch nicht vollkommen überwunden und noch nicht beseitigt sind. Das ist sogar die Grundvoraussetzung dafür, dass sich das kapitalistische Grundgesetz der Ökonomie wieder regenerieren kann. Dies ist vom dialektischen Standpunkt des Materialismus auch gar nicht anders möglich, denn es handelt sich bei der Gesellschaftsformation des Sozialismus ja um eine Gesellschaftsformation, die erstens aus dem Schoß der alten hervorgegangen ist und sich zweitens nur in einem einzelnen Land entwickeln konnte unter den Bedingungen der internationalen Vorherrschaft des Weltimperialismus. Das bedeutete, das sich die Muttermale im historischen Prozess nicht sofort und vor allem nicht völlig abschütteln ließen, dass es nicht nur notwendig war, einen permanenten, revolutionären Klassenkampf zur Überwindung der kapitalistischen Muttermerkmale im eigenen Land zu führen, sondern auch dem Druck der kapitalistischen Umkreisung standzuhalten, also gleichzeitig einen Klassenkampf gegen den internationalen Klassenfeind zu führen.

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Die Warenproduktion und das Wertgesetz und die ihnen innewohnenden Gefahren der Restauration des Kapitalismus werden erhalten bleiben, wenn die kapitalistische Umkreisung eines sozialistischen Staates nicht beseitigt wird. Die Warenproduktion und das Wertgesetz und die ihnen innewohnenden Gefahren der Restauration des Kapitalismus werden nicht erhalten bleiben, sondern absterben, wenn die kapitalistische Umkreisung beseitigt, wenn sie durch eine sozialistische Umwelt abgelöst wird. Die Ablösung der kapitalistischen Umkreisung durch eine sozialistische Umwelt aber ist nicht anders möglich und verwirklichbar als durch die sozialistische Weltrevolution des Weltproletariats unter der Führung der Kommunistischen Internationale.

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Stalin verneinte die These, dass die Warenproduktion fatalistisch wieder zum Kapitalismus führen müsse:

„Warenproduktion führt nur in dem Fall zu Kapitalismus, wenn Privateigentum an den Produktionsmitteln besteht, wenn die Arbeitskraft als Ware auf den Markt kommt, die der Kapitalist kaufen und im Produktionsprozess ausbeuten kann, wenn also im Land das System der Ausbeutung von Lohnarbeitern durch Kapitalisten besteht. (...) Wenn die Produktionsmittel bereits nicht mehr Privateigentum, sondern sozialistisches Eigentum sind, wenn das System der Lohnarbeit nicht existiert und die Arbeitskraft keine Ware mehr ist, wenn das System der Ausbeutung schon längst abgeschafft ist – was dann? Kann man glauben, dass die Warenproduktion auch dann zum Kapitalismus führt? Nein, das kann man nicht. (...) Man darf die Warenproduktion nicht als etwas an und für sich, unabhängig von den ökonomischen Umweltbedingungen Bestehendes betrachten. Die Warenproduktion ist älter als die kapitalistische Produktion. Sie bestand bei der Sklaverei und diente dieser, führte jedoch nicht zum Kapitalismus. Sie bestand beim Feudalismus und diente diesem, führte aber, obwohl sie gewisse Bedingungen für die kapitalistische Produktion schuf, nicht zum Kapitalismus. Warum soll also die Warenproduktion nicht auch für eine bestimmte Periode unserer sozialistischen Gesellschaft dienen können, ohne zum Kapitalismus zu führen, wenn man berücksichtigt, dass die Warenproduktion bei uns keine so unumschränkte und allumfassende Verbreitung hat wie unter kapitalistischen Verhältnissen, dass ihr bei uns strenge Schranken gesetzt sind durch so entscheidende ökonomische Bedingungen wie das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln, wie die Abschaffung des Systems der Lohnarbeit und der Ausbeutung abgeschafft worden ist, habe die Warenproduktion ihren Sinn verloren, weswegen man die Warenproduktion abschaffen müsste. Das ist gleichfalls falsch. (...) Solange die zwei Hauptsektoren der Produktion bleiben [gemeint sind hier die staatliche und kollektivwirtschaftliche Produktion – Anmerkung der Redaktion], müssen die Warenproduktion und die Warenzirkulation in Kraft bleiben als notwendiges und höchst nützliches Element in unserem Volkswirtschaftssystem. (...) Folglich ist unsere Warenproduktion keine gewöhnliche Warenproduktion, sondern eine Warenproduktion ohne Kapitalisten, die es hauptsächlich mit den Waren der vereinigten sozialistischen Produzenten ( des Staates, der Kolchose, der Genossenschaft) zu tun hat, eine Warenproduktion, deren Wirkungssphäre auf die Gegenstände des persönlichen Konsums beschränkt ist, eine Warenproduktion, die sich offensichtlich unter keinen Umständen in eine kapitalistische Produktion entwickeln kann und der es beschieden ist, zusammen mit ihrer ´Geldwirtschaft` der Entwicklung und Festigung der sozialistischen Produktion zu dienen.

Deswegen sind die Genossen völlig im Unrecht, die erklären, insofern als die sozialistische Gesellschaft die Warenformen der Produktion nicht abschaffe, müssten bei uns alle dem Kapitalismus eigenen ökonomischen Kategorien wiederhergestellt werden [kursiv und unterstrichen von der Redaktion]: Arbeitskraft als Ware, Mehrwert, Kapital, Kapitalprofit, Durchschnittsprofitrate u. Dgl. mehr. Diese Genossen verwechseln die Warenproduktion mit der kapitalistischen Produktion und sind der Ansicht, wenn schon einmal eine Warenproduktion da sei, so müsse es auch eine kapitalistische Produktion geben. Sie begreifen nicht, dass sich unsere Warenproduktion grundlegend von der Warenproduktion beim Kapitalismus unterscheidet. (...) Ich glaube, unsere Ökonomen müssten mit diesem Missverhältnis zwischen den alten Begriffen und der neuen Sachlage in unserem sozialistischen Lande aufräumen, indem sie die alten Begriffe durch neue, der neuen Lage entsprechende Begriffe ersetzen. Wir konnten dieses Missverhältnis bis zu einem gewissen Zeitpunkt dulden, aber jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir dieses Missverhältnis endlich beseitigen müssen“ (Stalin, ebenda, Seite 18 - 23).

Hier liegen zwei Knackepunkte.

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Erstens

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widerlegt Stalin die Behauptung, dass die sozialistische Wirtschaft den Kapitalismus wiederherstellt, weil sie die Warenformen der Produktion nicht abschaffe ( was sehr interessant ist, das aus dem Munde der modernen Revisionisten zu hören, die damit natürlich ihre wahren Absichten verbargen!)

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und zweitens

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sagte Stalin zwar formal , dass man nicht mehr das Missverhältnis zwischen den alten und neuen Begriffen dulden könne, aber er meinte inhaltlich damit natürlich, dass man das Missverhältnis zwischen der sozialistischen Wirtschaft und der mit ihr gleichzeitig vor sich gehenden Tendenz zur Restauration des Kapitalismus nicht mehr dulden darf ! Die Revisionisten zogen, nachdem sie von Stalin eins mit der Keule verpasst gekriegt hatten, den Kopf ein. Sie hielten sich der Form halber an das, was Stalin gefordert hatte, aber unter dem Deckmantel, mit dem Missverhältnis zwischen den alten und neuen Begriffen aufzuräumen, stellten sie die sozialistischen Verhältnisse in Wirklichkeit auf den Kopf, um kapitalistische Verhältnisse zu schaffen. Sie stellten Stalins Linie auf den Kopf, nämlich die Missachtung der politischen Ökonomie des Sozialismus mittels durchgreifender Maßnahmen nicht etwa zu überwinden, sondern die politische Ökonomie des Kapitalismus wieder herzustellen. Anstatt die Schwächen der sozialistischen Wirtschaft zu beseitigen wie Stalin es forderte, nutzten die modernen Revisionisten diese für ihr konterrevolutionären Vorhaben aus - „im Auftrage Stalins“ selbstredend.

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Die Sowjetrevisionisten identifizierten die sozialistische Warenproduktion mit der kapitalistischen Warenproduktion, machten das Wertgesetz zum Regulator der sozialistischen Wirtschaft und verwandelten die Arbeitskraft in eine Ware, der Keimzelle der bürgerlichen Gesellschaft.

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Stalin zeigte mit dem Finger auf die Wunde des immer gefährlicher werdenden Umgangs mit dem Wertgesetz, das bekanntlich - im Gegensatz zum Kapitalismus - im Sozialismus nicht mehr Regulator der Produktion ist und auch nicht wieder werden durfte. Zwischen den Zeilen lässt sich unschwer erkennen, dass Stalin zu der beunruhigenden Schlussfolgerung gekommen sein musste, dass sich die sozialistische Wirtschaft schon auf revisionistischem Kurs befand, :

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Das Unglück besteht nicht darin, dass das Wertgesetz bei uns auf die Produktion einwirkt. Das Unglück besteht darin, dass unsere Wirtschaftler und Planer mit wenigen Ausnahmen mit den Auswirkungen des Wertgesetzes schlecht vertraut sind, sie nicht untersuchen und es nicht verstehen, sie bei ihren Aufstellungen zu berücksichtigen. Damit ist eigentlich auch der Wirrwarr zu erklären, der bei uns immer noch in der Frage der Preispolitik herrscht.

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(...[Stalin liefert im Folgenden einige Beispiele bevor er zusammenfassend feststellte: – Anmerkung der Redaktion])

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All dies führt in seiner Gesamtheit dazu, dass die Wirkungssphäre des Wertgesetzes bei uns streng beschränkt ist und dass das Wertgesetz in unserem System nicht die Rolle eines Regulators der Produktion spielen kann. Damit ist eigentlich auch die ´frappante` Tatsache zu erklären, dass das Wertgesetz bei uns trotz des steten und stürmischen Wachstums unserer sozialistischen Produktion nicht zu Überproduktionskrisen führt, während das gleiche Wertgesetz, das beim Kapitalismus eine weite Wirkungssphäre hat, trotz des niedrigen Tempos des Wachstums der Produktion in den kapitalistischen Ländern zu periodischen Überproduktionskrisen führt.

Man sagt, das Wertgesetz sei ein ständiges, für alle historischen Entwicklungsperioden unerlässliches Gesetz, und wenn das Wertgesetz in der Periode der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft auch als Regulator der Tauschbeziehungen außer Kraft trete, so werde es in dieser Entwicklungsphase als Regulator der Beziehungen zwischen den verschiedenen Produktionszweigen, als Regulator für die Verteilung der Arbeit zwischen den Produktionszweigen in Kraft bleiben. Das ist absolut falsch. Der Wert ist ebenso wie das Wertgesetz eine historische Kategorie, die mit dem Bestehen der Warenproduktion zusammenhängt. Verschwindet die Warenproduktion, so verschwinden auch der Wert mit seinen Formen und das Wertgesetz.

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In der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft wird die für die Herstellung der Erzeugnisse aufgewandte Arbeit nicht auf den Umwegen, nicht vermittels des Wertes und seiner Formen gemessen werden, wie es bei der Warenproduktion der Fall ist, sondern direkt und unmittelbar, durch die Menge der Zeit, durch die Zahl der Stunden, die die Herstellung der Erzeugnisse in Anspruch genommen hat. Was die Verteilung der Arbeit angeht, so wird die Verteilung der Arbeit zwischen den Produktionszweigen nicht durch das Wertgesetz reguliert werden, das zu jener Zeit nicht mehr in Kraft sein wird, sondern durch den wachsenden Bedarf der Gesellschaft an Erzeugnissen. Das wird eine Gesellschaft sein, wo die Produktion durch den Bedarf der Gesellschaft reguliert wird und wo die Erfassung des Bedarfs der Gesellschaft für die Planungsorgane erstrangige Bedeutung gewinnen wird.

Völlig falsch ist auch die Behauptung, dass das Wertgesetz bei unserem heutigen ökonomischen System, in der ersten Entwicklungsphase der kommunistischen Gesellschaft, die ´Proportionen` reguliert, in denen sich die Arbeit auf die verschiedenen Produktionszweige verteilt. (...) Offenbar müssten wir, wenn wir diesen Genossen folgen wollten, zu Gunsten der Produktion von Konsumzinsmitteln auf das Primat der Produktion von Produktionsmitteln verzichten“ (Stalin, ebenda, Seite 23 -29).

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Und in der Tat, war das dann ja auch unmittelbar nach Stalins Tod die Linie der modernen Revisionisten mit Chruschtschow an der Spitze , wurde die Arbeitskraft in eine Ware verwandelt und die alte Lohnsklaverei wieder hergestellt, wurden die Produktionsmittel in Waren verwandelt, usw. usf. Der sozialimperialistische Staat eignete sich die Rechte des Monopolbesitzes über die Produktionsmittel, über den Boden, die Rohstoffe, Gebäude und der Arbeitskraft an. Der sozialimperialistische Staat der Sowjetrevisionisten verfügte über das Staatskapital, den Kapitalexport usw. usf., über alles, was er zur Wiederherstellung des Kapitalismus und zur Vernichtung des Sozialismus brauchte.

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Den alten Überresten der Ausbeuterklasse war die sozialistische Wirtschaft ein Dorn im Auge, denn sie untergrub ihnen die materielle Möglichkeit der Restauration des Kapitalismus.

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Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus ist daher die Geschichte des bislang am schärfsten geführten Klassenkampfes, die Geschichte des stärksten Widerstandes aller bisher abgelösten alten Gesellschaftsformationen.

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Eine neue Bourgeoisie ist nicht mehr die alte Bourgeoisie, und sie baut ja auch nicht die alte Gesellschaft wieder auf dem alten Stand des Kapitalismus, sondern auf dem Stand des monopolistischen Kapitalismus auf, wobei sie sich ihrer gemachten Erfahrungen bei der Restauration des Kapitalismus bedient, aber auch der Erfahrungen des Weltkapitalismus ebenso wie der Erfahrungen des Sozialismus und auf all diesen Erfahrungen zusammengenommen baut sie darauf eine neue Qualität des monopolistischen Kapitalismus auf, trug die politische Ökonomie des Revisionismus an der Macht zur Veränderung der Entwicklung des Weltkapitalismus bei, nahm sie Einfluss auf diesen, was den Restaurationsprozess des Sozialismus erheblich erschwert.

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Die sozialistischen Wirtschaftsformen, die sozialistischen Eigentumsverhältnisse stellten für die Umsetzung der politischen Ökonomie des Revisionismus an der Macht nur noch eine Hülle dar, die dem Inhalt der neuen staatsmonopolistischen Produktionsverhältnisse nicht mehr entsprachen und daher die sozialistische Wirtschaft in Fäulnis übergehen musste. Dieser Fäulnisprozess wurde durch den ideologischen Klassenkampf im Sozialismus hinausgezögert, wodurch die Hülle noch verhältnismäßig langen erhalten blieb. So musste der Widerspruch zwischen dem bürokratischen Zentralismus des Staatsmonopolismus und dem ökonomischen Liberalismus an der Basis, in den Betrieben usw. schrittweise durch „Reformen“ gelöst werden. Die staatsmonopolistische Organisation der Wirtschaft musste aber schließlich der Anarchie der revisionistischen Wirtschaft weichen und den neuen privatkapitalistischen Organisationsformen Platz machen. Die sozialistische Planwirtschaft wich dem „freie Spiel“ der Kräfte des kapitalistischen Marktgesetzes, genauer: den Gesetzen des Weltimperialismus, die von den Weltimperialisten beherrscht wurden.

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Die Formen der sozialistischen Produktionsweise werden als Hülle solange beibehalten, bis sich die neue kapitalistische Produktionsweise zur Reife herausgebildet hat, wodurch dann die alte Hülle der sozialistischen Wirtschaft abfällt und sich staatskapitalistische und schließlich privatkapitalistische Formen herausbildeten, die von den Formen der monopolistischen Produktionsweise des Weltkapitalismus assimiliert und von diesem brockenweise verschlungen wurden.

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Restauration des Kapitalismus bedeutet Beseitigung der maximalen Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft zum Zwecke der Profitmaximierung.

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Der Kapitalismus wird dabei nicht neu erschaffen wie beim Übergang vom Feudalismus, sondern der monopolistische Kapitalismus übernimmt in seiner Endphase noch mal das Ruder, weil die Überlebensbedingungen des Sozialismus noch nicht ausreichten, weil der Kapitalismus sich noch als zu stark erwies, um auf internationaler Ebene geschlagen zu werden.

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Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus lehrt, dass die Gesetze der politischen Ökonomie des Sozialismus in „einem“ Land nicht von ewiger Dauer sind, solange der Weltkapitalismus herrscht, weswegen sie den Gesetzen der politischen Ökonomie des Weltkapitalismus wieder unvermeidlich Platz machen mussten.

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Aber die Gesetze der politischen Ökonomie des Sozialismus konnten nicht einfach willkürlich „aufgehoben“ oder „ersetzt“ werden, sondern verloren ihre Kraft durch die neu entstandenen ökonomischen Verhältnisse der restaurierten alten Gesellschaft.

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Durch den weiter existierenden Weltkapitalismus verfügten die modernen Revisionisten über die notwendigen Kenntnisse, die ökonomischen Gesetze des Kapitalismus in ihrem Land auszunutzen und ihnen einen fruchtbaren Boden für ihr Gedeihen zu bereiten.

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Dies gelang ihnen nur dadurch, dass sie auch genau Bescheid wussten über die sozialistischen Gesetze der Ökonomie (vor allem über deren Lücken und Schwächen bei ihrer mangelhaften Anwendung in Theorie und Praxis: „Man kann nicht sagen, dass unsere Jahres- und Fünfjahrespläne den Forderungen dieses ökonomischen Gesetzes vollkommen Rechnung tragen“ (Stalin, die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR, Moskau 1952, Seite 11, dt. Ausgabe).)

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, dass sie folglich vermittels ihrer politischen Macht ihre Wirkungssphäre beschränken und einengen und im Interesse der neuen Bourgeoisie paralysieren konnten, ohne dabei die alten sozialistischen Formen sofort beseitigen zu müssen. So wie die modernen Revisionisten die Formen des Marxismus-Leninismus als Hülle beibehielten, um darunter die bürgerliche Ideologie im Verborgenen zu entwickeln, genauso behielten sie zumindest schrittweise die ökonomischen Formen des Sozialismus bei, um die kapitalistische Wirtschaft ebenso schrittweise oder in verschiedenen „Phasen“ zunächst im Verborgenen und schrittweise immer offener zu entwickeln, die durch den Sozialismus aufgehobene kapitalistische Ausbeutung wieder in Kraft zu setzen.

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Die Produktionsmittel des Volkseigentums in das Eigentum der neuen Bourgeoisie zu überführen, das war für die modernen Revisionisten eine schwierige Aufgabe, für die es keinen Präzedenzfall gab. Würden die modernen Revisionisten sich nicht im Inneren auf die Gesetze der politischen Ökonomie des Kapitalismus gestützt haben und würden sie sich außerdem nicht auf den Weltkapitalismus von außen stützen können, so wären sie nicht imstande gewesen, ihre konterrevolutionäre Aufgabe zu erfüllen.

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Das Wesen der Restauration den Kapitalismus besteht nicht darin, irgendwelche Hindernisse aus dem Weg zu räumen, sondern darin, wie,von welchen Klassen und mit welchen Methoden sie bewerkstelligt wurde und welche reaktivierende Rolle dabei die Wurzeln und Überreste der alten Gesellschaft gespielt hatten.

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Die Geschichte der Restauration des Kapitalismus ist die Geschichte der Verwandlung der sozialistischen in kapitalistische Produktionsverhältnisse.

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Die revisionistischen Auffassungen der neuen Bourgeoisie in der Sowjetunion waren bestimmt von der absterbenden und nicht wiederkehrenden sozialistischen Vergangenheit. Ganz anders die NÖP. Die Opposition Sinowjews erhob damals den unberechtigten Vorwurf, die NÖP sei Kapitalismus. Sie war aber eben nicht eine einfache Wiederherstellung des Kapitalismus, keine einfache „Rückkehr“ des Kapitalismus, sondern wie Stalin richtig feststellte:

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In Wirklichkeit vollzieht sich bei uns jetzt nicht der einseitige Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus, sondern der doppelseitige Prozess der Entwicklung des Kapitalismus und der Entwicklung des Sozialismus, der widerspruchsvolle Prozess des Kampfes der sozialistischen Elemente gegen die kapitalistischen Elemente, der Prozess der Überwindung der kapitalistischen Elemente durch die sozialistischen Elemente. (...) Eine einfache Wiederherstellung des Kapitalismus ist schon deswegen unmöglich, weil bei uns die Staatsmacht proletarisch ist“ (Stalin, Band 8, Seite 75/76).

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Nichts anderes als so einen – wie Stalin sagt - „doppelseitigen Prozess“ - nur im vergößerten Weltmaßstab – wird es auch im widerspruchsvollen Prozess des Kampfes der sozialistischen Weltelemente gegen die kapitalistischen Weltelemente, der noch schwierigere und noch kompliziertere Prozess der Überwindung der kapitalistischen Weltelemente durch die sozialistischen Weltelemente, geben. Auch in diesem internationalen Fall ist eine einfache Wiederherstellung des Weltkapitalismus schon deswegen unmöglich, weil die politische Weltmacht bereits in den Händen des Weltproletariats liegen wird.

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5.

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Das ökonomische Grundgesetz der Restauration des Sozialismus ist das dialektische Bewegungsgesetz der Verwandlung des Weltkapitalismus in den Weltsozialismus, das heißt die Bedingungen für die Wirkung des ökonomischen Grundgesetzes des Kapitalismus global zu beseitigen und die Bedingungen für die Wirkung des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus auf globaler Stufe wieder herzustellen.

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Es weist folgende wesentlichen Merkmale auf:

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statt globalisierte Sicherung von Maximalprofiten globalisierte Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der globalen Gesellschaft; statt Entwicklung der Weltproduktion mit Unterbrechungen vom Aufschwung zur Krise und von der Krise zum Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Weltproduktion; statt periodischer Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik, begleitet von globaler Zerstörung der Produktivkräfte der Weltgesellschaft – ununterbrochene Vervollkommnung der Weltproduktion auf der Basis einer höheren Technik.

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Die Triebfeder für das Wirken des ökonomischen Grundgesetzes der sozialistischen Weltwirtschaft ist die Befreiung der Weltproduktivkräfte aus den Fesseln der weltkapitalistischen Produktionsverhältnisse, die Schaffung weltsozialistischer Produktionsverhältnisse durch die Weltdiktatur des Proletariats vermittels der sozialistischen Weltrevolution.

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Die sozialistische Weltrevolution ist die politische Grundvoraussetzung, um für die völlige Übereinstimmung der Weltproduktivkräfte und der Weltproduktionsverhältnisse zu sorgen, ohne die das ökonomische Grundgesetz der sozialistischen Weltwirtschaft jede Wirkung verlieren würde.

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Auch hier haben wir es im Prinzip wieder mit dem oben erwähnten Stalinschen „doppelseitigen Prozess“ des Kampfes zwischen dem kapitalistischen und sozialistischen Elemente zu tun.

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Gestützt auf diesem ökonomischen Grundgesetz des Weltsozialismus wirkt sich das Gesetz der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft nur positiv zwei Bedingungen erfüllt sind

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a)

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wenn sie die Forderungen des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft richtig widerspiegelt,

b)

wenn sie in allem mit den Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des Weltsozialismus übereinstimmt (von Stalin abgeleitet, Seite 50 ebenda...).

Man kann mit der Restauration des Sozialismus nicht noch mal auf der Entwicklungsstufe des ersten Sozialismus anfangen, denn er entstand unter anderen Bedingungen als heute. Heute befinden sich die entscheidenden Macht- und Produktionsmittel in den Händen des globalen Monopolkapitals. Die Restauration des Sozialismus wird daher nur möglich sein durch die Vergesellschaftung des Weltkapitals, zunächst der Schlüsselbereiche, die der Versorgung der Weltbevölkerung und der Erzeugung der Produktionsmittel für die Weltproduktion dienen.

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Der Marxismus-Leninismus ist die einzige Theorie, die auf wissenschaftlichen Grundlagen die Wiederherstellung der ökonomischen Gesellschaftsformation des Sozialismus, die Gesamtheit seines Regenerationsprozesses und alle die ihm innewohnenden Gesetzmäßigkeiten und Widersprüche erforschen, aufzeigen, erklären und deuten kann, ist die einzige Theorie, die die Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus wissenschaftlich begründen kann.

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Aus der Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus „an sich“ wird die Notwendigkeit der Restauration des Sozialismus „für uns“. Die revolutionären Auffassungen des Weltproletariats werden bestimmt von der unvermeidlich wieder auflebenden und wiederkehrenden sozialistischen Vergangenheit. Die Geschichte der Restauration des Sozialismus hat begonnen. Sie wird eine Geschichte eines Klassenkampfes zwischen international organisierten Klassen sein, die die Welt vorher noch nie gekannt hat. Es hat keinen Klassenkampf bisher gegeben, der in Schärfe, Breite und Tiefe an den Kampf für die Restauration des Sozialismus heranreicht. Der Klassenkampf gegen die Restauration des Kapitalismus ist ein Sandkorn im Vergleich zum Felsbrocken des Klassenkampfes für die Restauration des Sozialismus. In diesem Klassenkampf geht es nicht minder um den Sieg über den Revisionismus, den wir in 50 Jahre Kampf für den Kommunismus vorbereitet haben.

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Die Restauration des Sozialismus ist weiter nichts als der Gedankenreflex jenes historischen Konflikts, also der Unverträglichkeit von sozialistischer Produktion und kapitalistischer Aneignung, den die Restauration des Kapitalismus in den klügsten Köpfen des revolutionären Proletariats auslösen musste, das mehr als alle anderen darunter gelitten hatte und weiter leidet, den Sozialismus an den Kapitalismus verloren zu haben, denn aus dem Widerspruch zwischen sozialistischer Produktion und kapitalistischer Aneignung tritt der Gegensatz von Proletariat und Bourgeoisie schärfer als nirgends sonst hervor und damit auch der Widerspruch zwischen der sozialistischen und der kapitalistischen Ideologie.

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Es ist klar, dass die Verschärfung auf der Stufe der Restauration des Sozialismus eine noch höhere Qualität erhält als zur Zeit der Restauration des Kapitalismus, denn die Wiederherstellung des Sozialismus bedeutet auch die Wiederherstellung des Revisionismus auf höherer Stufenleiter oder mit Lenins Worten ausgedrückt: Wenn sich der Klassenkampf im Sozialismus verzehnfacht, so verhundertfacht er sich im Klassenkampf des restaurierten Sozialismus usw. usf. solange bis der Klassenkampf den Revisionismus zur Aufgabe zwingt. Der Revisionismus stirbt ab im Weltkommunismus, sobald ihm (gewaltsam durch die Arbeiterklasse) der letzte Rest seiner ökonomischen Basis entzogen wurde.

Wir haben gesehen:

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Die Ökonomie des modernen Revisionismus ist die bürgerliche Ökonomie des faulenden, parasitären und sterbenden Sozialismus, ist die Ökonomie des bürgerlichen Sozialismus, ist die Ökonomie des staatsmonopolistischen Kapitalismus neuen Typs.

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Bürgerlicher Sozialismus endet aber nur dann nicht im Kapitalismus, wenn die Arbeiterklasse mit einer erneuten sozialistischen Revolution ihre Diktatur des Proletariats zurückerobert hat und dadurch den bürgerlichen zurück in den proletarischen Sozialismus verwandelt, um die Fäulnisprozesse der sozialistischen Wirtschaft zu unterbinden und sie schließlich zu beseitigen.

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Kehrt der Sozialismus zur alten Reaktion zurück, dann geschieht dies in verschärfter Form durch den Fäulnisprozess, was wiederum den revolutionären Nährboden fruchtbar macht und wodurch die Revolutionierung in verschärfter Form hervorrufen wird, scharf und gut genährt genug jedenfalls, um internationale Gestalt anzunehmen und die Quantität der revolutionären Bewegung in Qualität zu verwandeln.

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.Die Restauration der Ökonomie des Sozialismus gelingt folglich nur auf der Grundlage der Zertrümmerung des faulenden, parasitären und sterbenden Sozialismus, auf der Grundlage der Beseitigung dieses ruinierten Sozialismus und seiner Überreste sowie durch die revolutionäre Überwindung der Fehler und Schwächen jener ersten Form der Ökonomie des Sozialismus, die es den modernen Revisionisten erlaubten, den Sozialismus zum Sterben zu verurteilen und den Kapitalismus zu restaurieren.

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Es gibt eine marxistisch-leninistische und eine revisionistische Auffassung zur Restauration des Sozialismus.

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Die revisionistische Auffassung geht aus – oder besser gesagt – bleibt stehen auf der alten Stufe des Sozialismus in „einem“ Land, der den Revisionismus unvermeidlich erzeugte und im Kapitalismus endete, weil er auf dieser Entwicklungsstufe noch nicht international reif dazu war, die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung zu durchbrechen.

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Man kann den Sozialismus heute deswegen unmöglich wieder auf seiner alten Entstehungsstufe restaurieren, weil wir nicht mehr die alten Bedingungen vorfinden, unter denen er einst entstanden war

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Der Sozialismus lässt sich nur auf einer höheren Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung restaurieren, auf der Stufe der globalisierten Welt.

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Das entspricht dem Gesetz der Negation der Negation des Sozialismus, nämlich:

Den Sozialismus auf höherer Entwicklungsstufe wieder herzustellen, das ist die Aufgabe der sozialistischen Weltrevolution.

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Wenn man heute den Kapitalismus beseitigen will, dann hat man es mit dem globalisierten Kapitalismus zu tun, kann aus dem Schoß des globalisierten Kapitalismus der Sozialismus nicht anders wiedergeboren werden, als der globalisierte Sozialismus. Die Dialektik des Internationalismus des revolutionären Weltproletariats - das ist das weltrevolutionäre Element, der weltrevolutionäre Geist, die weltrevolutionäre Idee, das ist das Licht der neuen Welt, mit dem der neue Sozialismus ausgebrütet werden wird. Was ist demnach die Restauration des Sozialismus ?

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Die Restauration des Sozialismus bedeutet nichts anderes als die Wiedergeburt des Sozialismus auf seiner globalisierten, höheren Stufenleiter, auf der Stufe des Weltsozialismus !

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Das ist die Quintessenz:

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Der heutige Marxismus-Leninismus ist die globalrevolutionäre Theorie, mit der das Weltproletariat den Weltsozialismus verwirklicht. Der Marxismus-Leninismus kann sich nur in diese Richtung entfalten und erstarken, wenn er alle dieser Richtung widersprechenden Strömungen und Tendenzen im ideologischen Klassenkampf überwindet.

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Der Marxismus-Leninismus wird dieser Aufgabe gerecht, wenn es ihm gelingt, die gegenwärtigen revolutionären Bewegungen auf der ganzen Welt richtig zu analysieren, ihren zukünftigen Verlauf vorauszusehen, ihre internationalen Beziehungen, Entwicklungen und Tendenzen zu synthetisieren und zwar zu einer einheitlichen, schlüssigen, universellen Theorie der großen, globalrevolutionären, sozialistischen Weltbewegung gegen den globalisierten Weltimperialismus.

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Vor allem müssen die Marxisten-Leninisten damit endlich beginnen, ihre Furcht zu überwinden, jene für dieses Vorhaben unbrauchbar gewordenen Vorstellungen zu überdenken, die ihnen bei der globalen Revolutionierung des Marxismus-Leninismus entgegenstehen. Die bislang noch nicht vollzogene, aber dringend notwendige Negation der Negation des Marxismus-Leninismus ist fraglos das gegenwärtige Haupthindernis für die Entfaltung der sozialistischen Weltrevolution!

Das Gesetz der Negation der Negation die Herrschaft des Marxismus-Leninismus in der sozialistischen Gesellschaft „in einem“ Land lautet:

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die Macht Marxismus-Leninismus auf höherer Entwicklungsstufe der sozialistischen Gesellschaft wieder herzustellen, auf der Stufe des Weltsozialismus - das ist die heutige Aufgabe der Revision des Marxismus-Leninismus zur Revolutionierung des Marxismus-Leninismus. Der Marxismus-Leninismus kann sich nur auf fortgeschrittener Stufenleiter seiner Entwicklung reproduzieren, sonst verliert er seinen theoretischen Anschluss.

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Man wendet die Dialektik (und auch das viel zu wenig!) auf alles Mögliche an, nur nicht auf den Marxismus-Leninismus selbst.

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Der heutige Marxismus-Leninismus ist die Dialektik der Einheit der Gegensätze von der Theorie des alten, niederen Sozialismus in „einem“ Land und von der Theorie des neuen, höheren Weltsozialismus.

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Anstatt das zu begreifen, stößt und reibt man sich lieber an der angeblich „provokativen“ Bezeichnung „alter Sozialismus“ und „niedere Entwicklungsstufe“ des Sozialismus, so als würde man sie geringschätzen oder verachten. Das ändert nichts an der Tatsache, das man den Marxismus-Leninismus nicht retten kann, wenn man ihn nicht weiter entwickelt. Wie soll man ihn aber weiterentwickeln können, wenn man sich nicht von veralteten Lehrsätzen verabschiedet? Man kann umgekehrt die Theorie des Weltsozialismus nicht schaffen, wenn man die Theorie des Sozialismus in „einem“ Land nicht darin (auf richtige Weise!) verteidigt. Nur wie man ihn verteidigt, da trennen sich die Geister und das muss schließlich unvermeidlich ausgefochten werden, sonst kommen wir nicht vom Fleck.

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Die revolutionäre Restauration der politischen Ökonomie des Sozialismus ist ergo: Schaffung einer globalisierten politischen Ökonomie des Weltsozialismus.

Das ist die heutige marxistisch-leninistische Grundthese zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit der politischen Ökonomie des Revisionismus.

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zurück zur Ökonomie der modernen Revisionisten:

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Die politische Ökonomie des modernen Revisionismus ist die in die politische Ökonomie des Kapitalismus umgewandelte politische Ökonomie des Sozialismus.

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Die Politische Ökonomie des modernen Revisionismus ist die sozialistische Verwirrung der wahren kapitalistischen Verhältnisse, die dazu diente, die Täuschung der sozialistischen politischen Ökonomie zu verbergen.

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Die modernen Revisionisten zwängten die konkrete sozialistische Wirtschaft einseitig in solche „Lehrsätze“, mit denen sich die Widerlegung aus den sozialistischen Wirtschaftserfahrungen am besten beseitigt ließ.

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In dieser Unterordnung der konkreten sozialistischen Wirtschaftserfahrungen unter die von der politischen Ökonomie der Revisionisten festgelegten bürokratischen Bestimmungen wurde die Grundlage und Theorie der politischen Ökonomie des Sozialismus verdunkelt und nur nach der Seite gezeigt, welche dem Revisionismus gemäß war.

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Sie ließen nur das an der politischen Ökonomie des Sozialismus pro forma gelten, was der eigentlichen Restauration des Kapitalismus nicht weh tat.

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Die Revisionisten sammelten allmählich immer mehr Erfahrungen aus ihrer revisionistischen Wirtschaftspraxis.

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Und diese immer tiefer beschrittene Praxis der revisionistischen Wirtschaft diente wiederum als Kriterium für neue „Erkenntnisse“ der politischen Ökonomie des Revisionismus, mit denen sie den Prozess der Restauration des Kapitalismus von einer „Reform“ zu nächst „höheren“ vorantrieben.

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Das revisionistische Bewusstsein der Wirtschaftler widerspiegelte nicht nur die Wirklichkeit der revisionistischen Wirtschaft, sondern trug dazu bei, dass sich die sozialistische in die kapitalistische Wirtschaft verwandeln konnte und half schließlich bei der Beseitigung der revisionistische Wirtschaft !

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Die Ökonomie des modernen Revisionismus ist also – wie bereits dargestellt - nicht aus der Ökonomie des Kapitalismus, sondern aus der Ökonomie des Sozialismus hervorgegangen und ist die Ökonomie der Restauration des Kapitalismus.

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Die Rückkehr der Sowjetunion zum Kapitalismus musste unweigerlich seine eigenen Besonderheiten hervorbringen; die dortige kapitalistische Ordnung musste unweigerlich besondere Formen annehmen. Diese Besonderheiten und Formen definieren sich von daher, dass der dortige Kapitalismus als Ergebnis des Sturzes des Sozialismus, als regressiver Prozess wiederhergestellt wurde, anders als der Kapitalismus klassischen Typs, der nach dem Sturz der Feudalordnung als progressiver Prozess kommt“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 272-273).



Wir verweisen hier nochmals auf das gründliche Studium der Schrift von Stalin hin: “Die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“, Moskau 1952, Verlag für fremdsprachige Literatur, dt. Ausgabe. Hier in seiner hervorragendsten Verteidigung der Ökonomie des Sozialismus der Sowjetunion finden sich bereits die Grundzüge der Stalinschen Kritik an der Ökonomie des modernen Revisionismus und zugleich der Schlüssel für den Wiederaufbau der sozialistischen Ökonomie und der Schaffung internationaler sozialistischer Wirtschaftsformen. Solange Stalin die Sowjetunion führte hat er gegen alle diejenigen siegreich gekämpft, die bemüht waren, den Sozialismus „auf den ´üblichen` kapitalistischen Entwicklungsweg hinunterzuzerren“ (Stalin, Band 15, Seite 48, KPD/ML, Dortmund 1979). Von

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Stalin lernen, heißt von seinem Kampf lernen, den er gegen alle Feinde des Sozialismus geführt hatte, welche versuchten, den Sozialismus auf den „üblichen“ kapitalistischen Entwicklungsweg hinunterzuzerren; heißt heute folglich zu lernen, den restaurierten Kapitalismus durch die erneute sozialistische Revolution wieder in den Sozialismus zu verwandeln (Restauration des Sozialismus).

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Die Albaner haben das von Stalin formulierte ökonomische Gesetz des Sozialismus direkt in die Verfassung aufgenommen und zwar im Artikel 25.

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Die Ökonomie des Sozialismus wies eine entscheidende historische Besonderheit auf, die der Genosse Stalin mit den folgenden Worten umschrieb:

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Die besondere Rolle der Sowjetmacht ist mit zwei Umständen zu erklären: erstens damit, dass die Sowjetmacht nicht eine Form der Ausbeutung durch eine andere Form zu ersetzen hatte, wie es bei den alten Revolutionen war, sondern jegliche Ausbeutung aufheben musste; zweitens damit, dass sie, da es im Lande keinerlei fertige Keime einer sozialistischen Wirtschaft gab, sozusagen `aus dem Nichts` neue, sozialistische Wirtschaftsformen schaffen musste.

Es war dies unbedingt eine schwierige und komplizierte Aufgabe, für die es keinen Präzedenzfall gibt. Nichtsdestoweniger hat die Sowjetmacht diese Aufgabe mit Ehre erfüllt. Aber wenn sie sie erfüllt hat, so nicht etwa, weil sie die bestehenden ökonomischen Gesetze aufgehoben und neu ´formiert` hätte, sondern nur, weil sie sich auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte stützte. Die Produktivkräfte unseres Landes hatten, besonders in der Industrie, einen gesellschaftlichen Charakter, das Eigentum hingegen hatte eine private, kapitalistische Form. Gestützt auf das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte, vergesellschaftete die Sowjetmacht die Produktionsmittel, machte sie zum Eigentum des gesamten Volkes und vernichtete damit das System der Ausbeutung, schuf sozialistische Wirtschaftsformen. Wäre nicht dieses Gesetz, und hätte die Sowjetmacht sich nicht auf es gestützt, so wäre sie nicht imstande gewesen, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Das ökonomische Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte drängt in den kapitalistischen Ländern seit langem zum Durchbruch. Wenn es noch nicht zum Durchbruch gekommen ist und noch Bewegungsfreiheit erlangt hat, so deswegen, weil es bei den ablebenden Gesellschaftskräften auf stärksten Widerstand stößt“ (Seite 8-9).“

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Wie sich historisch zeigte, handelte es sich nicht nur um den Widerstand der ablebenden Gesellschaftskräfte in den umkreisenden kapitalistischen (plus hinzugekommenen, revisionistischen) Ländern, sondern auch um die ablebenden Gesellschaftskräfte im sozialistischen Land selbst – .

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Die modernen Revisionisten vertuschten die Wahrheit, dass es überhaupt eine Gefahr der Restauration des Kapitalismus gäbe, auf die Lenin, Stalin und Enver Hoxha zu Lebzeiten nicht nur hingewiesen, sondern sie auch theoretisch und praktisch erfolgreich bekämpft hatten. Ausgehend von der falschen, anti-marxistischen These, dass der Sozialismus in einem Land „garantiert“ sei, verbreiteten die modernen Revisionisten insbesondere die Sowjetrevisionisten die falsche, anti-marxistische These, dass allein durch die Wirtschaft der sozialistischen Länder, das kapitalistische Weltwirtschaftssystem „zurückgedrängt“, „besiegt“ und „überwunden“ werden könne (– also ohne sozialistische Revolution!). Im Nachhinein hat sich diese „Theorie“, dass allein die quantitative Stärke eines sozialistischen Landes automatisch den Kapitalismus in den kapitalistischen Ländern „erdrücken“ und „überrollen“ könne, ja dass der Weltsozialismus aus dem „friedlichen Wettbewerb“ zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen ökonomischen System hervorgehen müsse, als eine geplatzte Seifenblase erwiesen.

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Es hat sich vielmehr gezeigt, dass unter den Bedingungen der weltkapitalistisch-revisionistischen Umkreisung in einem sozialistischen Land das Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte nicht auf ewige Dauer anwenden ließ, dass dieses Gesetz in einem sozialistischen Land erst unwiderruflich und auf Dauer anwendbar ist unter entsprechenden Bedingungen im Weltmaßstab.

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Um die Wirkungskraft des Gesetzes der unbedingten Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte für jedes sozialistische Land zu garantieren, bedarf es der Voraussetzung des Sieges der sozialistischen Weltrevolution. Erst die Anwendung dieses ökonomischen Gesetzes im Weltmaßstab ermöglicht den vollständigen Sieg über den Weltkapitalismus, erhält der Weg zum Kommunismus sein festes, ökonomisches Fundament.

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Und umgekehrt werden dadurch erst die Erkenntnis der Wirkungsweise des ökonomischen Grundgesetze der sozialistischen Weltwirtschaft vertieft, wird man in die Lage versetzt, diese neuen Erkenntnisse in der Praxis erneut anzuwenden und diese auf eine nächst höhere Stufe heben, um dadurch wiederum noch tiefer in die Dialektik der ökonomischen Gesetze einzudringen usw. usf.

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Der Globalisierung wird diesen Entwicklungsprozess begünstigen und beschleunigen. Wir stehen also relativ kurz vor dem Durchbruch dieses ökonomischen Gesetzes im Weltmaßstab. Diese objektive Entwicklung muss sich in unser Bewusstsein einpflanzen. Das Weltproletariat braucht nicht mehr wie damals das russische Proletariat - wie Stalin sagte - „aus dem Nichts“ neue sozialistische Wirtschaftsformen schaffen, denn die Keime der sozialistischen Wirtschaft wurden bereits vom russischen und albanischen Proletariat angelegt. Was schon mal aufgebaut worden ist, lässt sich schneller und leichter wieder aufbauen, wenn man sich denn auf die gemachten Erfahrungen stützt und Fehler zukünftig vermeidet. Genauso wie es für das Weltproletariat deswegen leichter und schneller gelingen wird, den Sozialismus zu restaurieren, so dürfte es den Neo-Revisionisten auf jeden Fall schwerer fallen, einen restaurierten Sozialismus kapitalistisch zu restaurieren, als den modernen Revisionisten die Restauration des Kapitalismus eines nicht restaurierten Sozialismus, zumal er dann nicht mehr nur „in einem Lande“, sondern im internationalen Maßstab aufgebaut sein wird.

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Was die modernen Revisionisten durchzogen, war die Trennung des dialektischen Verhältnisses von Wirtschaft und Politik, die Abkehr von der revolutionären, von der proletarischen Politik, des Nachlassens des revolutionären Klassenkampfes im Sozialismus, das Abgleiten in den Ökonomismus, des Technokratismus, der Erfindung neuer „Theorien“ wie die der „Theorie der Produktivkräfte“, Leugnung der marxistisch-leninistischen Theorie über die gesellschaftlich-wirtschaftliche Entwicklung durch Einteilung der 5 - gliedrigen Kette der sozioökonomischen Formationen( Sklavenhaltergesellschaft, Feudalsimus...) und der bürgerlich-revisionistischen „Theorie“ vom „Marktsozialismus“ usw. usf.

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Dieser anti-marxistische Kurs führte zum Aufweichen der sozialistischen Grundlagen der Wirtschaft, zur ideologischen und politischen Entartung, öffnete die Türen für alle möglichen revisionistischen Konzepte außerhalb der revisionistischen Länder wie des friedlichen Hinüberwachsens des Kapitalismus in den Sozialismus durch Reformen (ohne natürlich die politischen und ökonomischen Grundlagen der bürgerlichen Ordnung anzutasten!), sowie den so genannten „nichtkapitalistischen“ und „nichtsozialistischen“ Entwicklungsweg, pluralistischer, selbstverwalteter „Sozialismus“ usw. usf. Bezüglich der Änderungen in der Organisation der Wirtschaft gingen die Revisionisten offener in Richtung der Liquidierung der sozialistischen Wirtschaft und ihrer Umwandlung in eine kapitalistische Wirtschaft vor. Und es musste unvermeidlich so kommen, weil man die Wirtschaft nicht so maskieren kann wie die Politik.

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Das verlangte die Objektivität der Schaffung der neuen kapitalistischen, revisionistischen Klasse, verlangte das Interesse der herrschend Clique, verlangten die neuen Allianzen mit dem Weltkapitalismus, vor allem mit dem amerikanischen Imperialismus, sowie ihre bürgerliche Diktatur, welche die Volksmassen und die Revolution im Inneren unterdrückte.

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Wir haben nachfolgend einen vollständigen Artikel als Zitat ausgewählt, in dem zum Teil mit Hilfe der Stalinschen Lehren über die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR die Grundzüge der tatsächlich vollzogenen Restauration des Kapitalismus herausgearbeitet wurden.

In dem Artikel mit der Überschrift

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Die sowjetische Wirtschaft – eine vollständig und endgültig kapitalistische Wirtschaft“, geschrieben von Aristotel Pano, einem Ökonom, Journalist, Dozent und Professor an der Universität Tirana, hieß es:

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Das Vorspiel zur Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion bildete natürlich der große ideologische Verrat und die Usurpierung der Führung der KPdSU durch eine Verrätergruppe, was auf dem berüchtigten 20. Parteitag der KPdSU offene Form annahm. Diese Verrätergruppe mit Chruschtschow an der Spitze leitete den Prozess der Entartung der damals in der SU bestehenden Diktatur des Proletariats in eine Diktatur der aufkommenden sowjetischen neuen Bourgeoisie ein. Der gesamte Überbau der sowjetischen Gesellschaft entartete. Die einstige Diktatur des Proletariats wurde zu einer wilden faschistischen Diktatur der revisionistischen, neuen Bourgeoisie, der sowjetische sozialistische Staat wurde zu einem sozialimperialistischen Staat. Obwohl der Beginn des Entartungsprozesses des sowjetischen Überbaus auch der Anfang der Wiederherstellung des Kapitalismus war, hätte die Entartung des Überbaus ohne die Entartung der ökonomischen Basis nicht fortschreiten können. Darum begann mit dem Entartungsprozess des Überbaus auch der Entartungsprozess der ökonomischen Basis. Es handelte sich dabei um eine dialektische und komplizierte Wechselwirkung zwischen der Entartung des Überbaus und der Entartung der Basis, die einander anregten und vorantrieben, bis sie schließlich ihre endgültige kapitalistische Form annahmen. Zur Entartung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in kapitalistische Verhältnisse haben die verräterischen Chruschtschowschen Führer, wie unsere Partei in ihren Dokumenten betont, einige Mängel ausgenutzt, die besonders in den Verteilungsverhältnissen existierten (das starke Lohngefälle, das von unserer Partei mit Recht als ein gefährliches Übel bezeichnet worden ist).

Der Kapitalismus ist bekanntlich das höchste und allgemeine Stadium der Warenproduktion. Mit wissenschaftlicher Genialität bewies Marx im `Kapital` , dass dort, wo die Warenproduktion allgemein und blühend wird, von selbst die kapitalistische Ausbeutung entsteht. Deshalb hat Marx die gesamte Analyse des Kapitalismus im ´Kapital` mit der Analyse der Ware begonnen. Lenin verteidigte die Wirtschaftstheorie von Marx und entwickelte sie weiter. Er betonte:

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Ein wesentliches Kennzeichen ist nach seiner Lehre: 1) Die Warenproduktion als allgemeine Form der Produktion. Das Produkt nimmt in den verschiedensten gesellschaftlichen Produktionsorganismen Warenform an, aber nur in der kapitalistischen Produktion ist sie die allgemeine Form des Arbeitsprodukts und nicht Ausnahme, nicht Einzelerscheinung oder Zufall. Das zweite Kennzeichen des Kapitalismus. 2) Besteht darin, dass nicht nur das Arbeitsprodukt, sondern auch die Arbeit selbst, d.h. die menschliche Arbeitskraft, Warenform annimmt. Der Entwicklungsgrad der Warenform der Arbeitskraft charakterisiert den Entwicklungsgrad des Kapitalismus“ (Lenin, Band 1, Seite 453-454, dt. Ausgabe).

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Nachdem die sowjetrevisionistischen Verräter die Partei – und Staatsführung in der Sowjetunion an sich gerissen hatten, schufen sie in verhüllter Weise die objektiven Bedingungen, damit in der sowjetischen Wirtschaft genau die beiden oben erwähnten Kennzeichen entstanden und sich entwickeln. Da jede praktische Tätigkeit ideologisch vorbereitet werden muss, griffen die Sowjetrevisionisten nach dem Jahre 1953 als erste These der marxistischen Wirtschaftstheorie die These über die Warenproduktion und das Wertgesetz im Sozialismus an.

Der Marxismus-Leninismus leugnet bekanntlich nicht die unbedingte Notwendigkeit der Existenz der Warenproduktion nach der Ergreifung der Staatsmacht durch die Arbeiterklasse. Im Gegenteil, die Warenproduktion ist in der ersten Etappe objektiv vorhanden; als ´Überrest` des Kapitalismus darf sie sich aber nie erweitern und nicht aufblühen, im Gegenteil, der Bereich der Warenproduktion und des Wertgesetzes muss in dem Maße eingeengt und eingeschränkt werden, wie sich der sozialistische Wirtschaftssektor erweitert und festigt und die sozialistischen Produktionsverhältnisse heranreifen, bis schließlich die objektiven Bedingungen entstehen, um sie vollständig zu beseitigen. Die wahrhaft marxistisch-leninistische Partei und der sozialistische Staat der Arbeiterklasse, die die Warenproduktion eine bestimmte Zeit lang für unvermeidlich halten, kennen die Gefahr, die sie in sich birgt, und ergreifen bewusst Maßnahmen, durch die die objektiven Bedingungen geschaffen werden, um sie in Zukunft endgültig zu liquidieren.

Doch im Gegensatz dazu haben die sowjetrevisionistischen Verräter und ihre Lakaien nach dem Jahr 1953, um den Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus mit demagogischen Phrasen zu verschleiern, ihre teuflische These aufgebracht, dass die alten, vom Kapitalismus geerbten Kategorien ( also auch die Warenproduktion und das Wertgesetz), bevor sie aufhören zu wirken, vollständig und allgemein entfaltet sein und erblühen müssen [auf diese Weise erblüht heute auch die chinesische kapitalistische Wirtschaft – Anmerkung der Redaktion].

Da nicht alle „wissenschaftlichen Argumente“ dieser teuflischen These hier aufgezählt werden können, sei nur erwähnt, dass sie im ganzen auf dem 22. Parteitag der KPdSU angenommenen so genannten ´Programm` der Kommunistischen Partei der Sowjetunion verschleiert zum Ausdruck kamen. Im Programm heißt es:

´Beim kommunistischen Aufbau ist es notwendig, die Beziehungen Ware-Geld vollständig auszunutzen...`

Im Gegensatz zur gesamten marxistisch-leninistischen Theorie, die auf die unbedingte Notwendigkeit der Einschränkung und Verringerung der Warenproduktion in der Etappe des Übergangs zum Kommunismus hinweist, reden die Sowjetrevisionisten, als bewusste Verräter am Marxismus und weil sie den Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus verschleiern wollen, von der ´vollständigen Ausnutzung` der Ware-Geld-Beziehungen für den Aufbau des Kommunismus. Was diese ´vollständige Ausnutzung` heißt, das hat man klar an allen von ihnen getroffenen praktischen ökonomischen Maßnahmen gesehen, die Maßnahmen zur Umwandlung der sozialistischen Produktion in kapitalistische Warenproduktion sind. Alle ´theoretischen` Erfindungen und praktischen Maßnahmen dieser Renegaten stellen einen offenen Verrat an den Lehren des Marxismus-Leninismus dar, die sie zu ´entwickeln` behaupten.

Lenin unterstrich:

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´Der Marxismus lehrt, dass eine Gesellschaft, die sich auf die Warenproduktion gründet, auf einer bestimmten Entwicklungsstufe unvermeidlich auch selbst den Weg des Kapitalismus beschreitet“ [leider ohne Zitatangabe – Anmerkung der Redaktion].

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Und die von den Sowjetrevisionisten nach 1953 auf dem Gebiet der Wirtschaft getroffenen Maßnahmen schufen neben dem Entartungsprozess des Überbaus objektiv auch eine bestimmte Entwicklungsstufe der Warenproduktion, die zur Entstehung des Kapitalismus in der Wirtschaft führte, der sich jetzt vollständig und endgültig herausgebildet hat. Alle konkreten ökonomischen Maßnahmen der Sowjetrevisionisten nach 1953, die 1965 mit der so genannten ´Wirtschaftsreform` einen Höhepunkt erreichten, hatten nur ein Ziel: die kapitalistische Wirtschaft der Warenproduktion wiederherzustellen. Unabhängig davon, mit welchen ´marxistischen` Phrasen diese Maßnahmen gerechtfertigt wurden oder wie ihr kapitalistisches Wesen vor den Werktätigen verschleiert wurde, handelt es sich im Wesentlichen um Maßnahmen zur Wiederherstellung des Kapitalismus, ein Prozess, der heute abgeschlossen ist. Diese Maßnahmen betrafen in verschiedenen Etappen jeweils die Produktion, die Verteilung, den Austausch, die Leitung der Wirtschaft usw., doch insgesamt drücken sie eines aus: die Entartung der der sozialistischen Wirtschaft, die grenzenlose Ausdehnung der Ware-Geld-Beziehung, die Schaffung der kapitalistischen Wirtschaft der Warenproduktion, die Schaffung der Bedingungen für die Entstehung und das Wirken aller Kategorien der kapitalistischen Wirtschaft, worauf wir im Folgenden eingehen werden.

Das wichtigste Element im gesamten Prozess der Erweiterung und des Gedeihens der kapitalistischen Warenproduktion in der Sowjetunion war die Verwandlung auch der Arbeitskraft in eine Ware. Der Marxismus lehrt, dass der ´Kapitalismus das Entwicklungsstadium der Warenproduktion ist, in dem auch die Arbeitskraft zur Ware wird`. Da in der Sowjetunion dieser Prozess der Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware heute vollständig abgeschlossen ist, ist es verständlich, dass es sich hier um eine vollkommen kapitalistische Wirtschaft handelt.

Damit die Arbeitskraft zur Ware wird, muss der Arbeiter aller Produktionsmittel beraubt und gezwungen sein, seine Arbeitskraft zu verkaufen. Der Prozess, durch den die sowjetische Arbeitskraft der Produktionsmittel beraubt wurde, war gleichzeitig der Prozess, in dem die Diktatur des Proletariats zur Diktatur der sowjetischen neuen Bourgeoisie wurde. Mit der Entartung des Sowjetstaates, mit seiner Umwandlung in eine Diktatur der sowjetischen neuen Bourgeoisie, wurden auch die Produktionsmittel, die Staats- oder Genossenschaftseigentum waren, zum Eigentum der revisionistischen neuen Bourgeoisie, die die Macht ursupiert hat. Die sowjetische Arbeiterklasse wurde der Produktionsmittel beraubt, sie hat nichts weiter als ihre Arbeitskraft zu verkaufen, die so, wie alle anderen Produktionsfaktoren, zur Ware geworden ist.

Um sich zu überzeugen, dass der Charakter des Staatseigentums vom Charakter des Staates selbst abhängt, davon, in wessen Händen sich der Staat befindet, braucht man nur die heutige Realität der westlichen kapitalistischen Staaten zu betrachten, in denen sich in den letzten Jahren das Staatseigentum sehr erweitert hat. Niemandem würde es einfallen, das Staatseigentum, das heute in den westlichen kapitalistischen Ländern existiert, sozialistisches Eigentum, Eigentum der Arbeiter zu nennen. Warum? Weil das Staatseigentum Eigentum der Klasse bleibt, die die Macht hat. Solange also die Bourgeoisie, die Kapitalisten, die Macht haben, ist das Staatseigentum eine Form des kapitalistischen Eigentums, ist es staatsmonopolistischer Kapitalismus.

Das Gleiche finden wir im Wesentlichen auch in der Sowjetunion. Es ist bestimmt nicht überflüssig, hier darauf hinzuweisen, dass Engels vor einem Jahrhundert in seinem Werk ´Anti-Dührung` unterstrichen hat, dass der Charakter des Staatseigentums davon abhängt, in wessen Händen sich der Staat befindet.

Die Umwandlung des sozialistischen Eigentums in staatskapitalistisches Eigentum eines besonderen Typs und der Arbeitskraft in eine Ware erfolgte in der Sowjetunion nicht wie mit einem Zauberstab auf einen Schlag, sondern über einen ganzen Prozess der Entartung der Diktatur des Proletariats in die Diktatur der revisionistischen neuen Bourgeoisie.

Als sich die Prozesse der Entartung des Überbaus, der Veränderung des Charakters des Eigentums, der Umwandlung der Arbeitskraft in eine Ware, der Erweiterung und des Gedeihens der kapitalistischen Warenproduktion vollzogen hatten, vollzog sich in der Sowjetunion von selbst auch in seiner ganzen Breite und Tiefe der Prozess der Wiederherstellung der kapitalistischen Ausbeutung. Das war das unvermeidliche Ergebnis der Wiederherstellung der kapitalistischen Warenproduktion. Karl Marx lehrte dazu:

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´Erst da, wo die Lohnarbeit ihre Basis, zwingt die Warenproduktion sich der gesamten Gesellschaft auf; aber auch erst da entfaltet sie alle ihre verborgenen Potenzen. Sagen, dass die Dazwischenkunft der Lohnarbeit die Warenproduktion fälscht, heißt sagen, dass die Warenproduktion, will sie unverfälscht bleiben, sich nicht entwickeln darf. Im selben Maß, wie sich nach ihren eigenen immanenten Gesetzen sich zur kapitalistischen Produktion fortbildet, in demselben Maß schlagen die Eigentumsgesetze der Warenproduktion um in Gesetze der kapitalistischen Aneignung. [Dazu wollen wir hier die für die Sowjetrevisionisten sehr bezeichnende Anmerkung von Karl Marx nicht vorenthalten – Anmerkung der Redaktion]: Anmerkung 24: Man bewundere daher die Pfiffigkeit Proudhons, der das kapitalistische Eigentum abschaffen will, indem er ihm gegenüber – die ewigen Eigentumsgesetze der Warenproduktion geltend macht!` (Marx, Engels, Werke Band 23, Seite 613), dt. Ausgabe).

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Es besteht kein Zweifel mehr daran, dass die Hauptform des Kapitalismus in der Sowjetunion staatsmonopolistischer Kapitalismus eines neuen Typs ist. Das ´Neue` besteht nur in seiner Entstehung und Rolle, seinem Wesen nach ist er aber der gleiche Kapitalismus wie in allen kapitalistischen Ländern.

Der Staatskapitalismus entstand in den Westländern vor allem durch die vom bürgerlichen Staat vorgenommenen Verstaatlichungen gegen Entschädigung. In der Sowjetunion entstand er allein durch den Prozess der Entartung der Diktatur des Proletariats in die Diktatur der neuen Bourgeoisie. In den westlichen kapitalistischen Ländern spielt der Staatskapitalismus eine zweitrangige Rolle gegenüber dem Privatkapital, als Werkzeug des Privatkapitals [indem sich die mächtigen multinationalen Monopole insbesondere infolge ihrer Globalisierung der bürgerlichen Staaten als Werkzeuge bedienen – Anmerkung der Redaktion], in der heutigen Sowjetunion spielt er hingegen eine hauptsächliche, vorrangige Rolle.

Wenn wir unterstreichen, dass die Hauptform des Kapitalismus in der Sowjetunion ein neuer Typ des staatsmonopolistischen Kapitalismus ist, müssen auch die anderen Formen des Kapitals und des Kapitalismus erwähnt werden, die es heute dort gibt.

Da die sowjetische neue Bourgeoisie im staatlichen und genossenschaftlichen Sektor hohe Gehälter bekommt, führt sie ein märchenhaftes Leben und kann außerdem große ´Ersparnisse` in Form von Depositen machen, die durch Zinsen neues Geld ´erzeugen`. Wir sprechen uns hier nicht gegen die Möglichkeit aus, im Sozialismus Ersparnisse zu machen. Bei wachsendem allgemeinen Wohlstand können die Werktätigen auch Ersparnisse machen, um ihre Bedürfnisse in Zukunft besser befriedigen zu können. Wenn aber nur ´Menschen mit besonderen Fähigkeiten` sparen können, wenn die Ersparnisse aus äußerst hohen Gehältern und Prämien stammen, dann tragen sie natürlich sehr hohe Zinsen und sind keine Ersparnisse mehr, sondern verleihbares Kapital, Geld das Geld zeugt.

Lenin sagt dazu:

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´Der Ausgangspunkt jedes Kapitals – sowohl des Industrie- als auch des Handelskapitals – ist die Bildung freier Geldmittel in Händen einzelner Personen (als frei werden Geldmittel angesehen, die nicht unbedingt für die individuelle Konsumtion usw. aufgewandt werden müssen)` (Lenin, Band 3, Seite 365, dt. Ausgabe).

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Die sowjetischen neuen Bourgeois und ein Teil der Arbeiteraristokratie besitzen heute als Depositen etwa 60 Milliarden Rubel, die ihnen jährlich 2 Milliarden Zinsen einbringen, ohne nur einen Finger dafür zu rühren brauchen. Die von Marx vor einem Jahrhundert aufgestellte Formel des verleihbaren Kapitals G-G` ist genau die Formel dieser ´Ersparnisse` der sowjetischen neuen Bourgeoisie.

Das ist aber nicht die einzige Form des privaten Geldkapitals, das die neue sowjetische Bourgeoisie besitzt. Es gibt noch andere Formen, so die Staatsobligationen, Versicherungen usw. Schließlich muss unbedingt noch eine andere Form der Warenproduktion erwähnt werden, die täglich neue Kapitalisten in der Sowjetunion zeugt, das ist der ´Eigenhof der Genossenschaftsbauern` . Kein Marxist hat jemals geleugnet, dass die Genossenschaftler, solange die Landwirtschaftlichen Genossenschaften nicht alle Bedürfnisse ihrer Mitglieder befriedigen können, einen Eigenhof haben dürfen, um einige Bedürfnisse ihrer Familie zu erfüllen. Wenn aber dieser ´Hof` maßlos vergrößert wird und seine Erzeugnisse nicht nur dazu dienen, den Eigenbedarf zu decken, dann wird er zu einem Betrieb der einfachen Warenproduktion, der, wie Lenin gesagt hat, unausgesetzt, täglich, stündlich Kapitalismus erzeugt. Das ist der Wirtschaftstyp einer großen Zahl der ´Kolchoshöfe` in der heutigen Sowjetunion. Diese Höfe liefern heute 60 Prozent des Gemüses, 80 Prozent des Obstes usw. Als Betriebe der Warenproduktion erzeugen sie täglich neue Kapitalisten.

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Die Analyse des kapitalistischen Charakters der sowjetischen Wirtschaft darf nicht auf Grund der äußeren Erscheinungen der Demagogie der Verräter am Marxismus, der Gesetze und juristischen Formen, die noch eine ´sozialistische` Hülle haben, vorgenommen werden, sondern, wie die Klassiker des Marxismus-Leninismus, unsere Partei und Genosse Enver Hoxha lehren, gestützt auf die realen ökonomischen Verhältnisse.

In einer Kritik an den Volkstümlern lehrt Lenin die Marxisten:

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´Um den ´Typ` ( einer Wirtschaft – A. Pano) zu bestimmen, muss man natürlich die wirtschaftlichen Hauptkennzeichen und nicht die juristischen Formen nehmen` [wieder ohne Zitatangabe – Anmerkung der Redaktion]

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Die ökonomische Realität der Sowjetunion zeigt heute, dass die revisionistische Bourgeoisie, ohne eine notariell beglaubigte Eigentumsurkunde für die Produktionsmittel des Landes in der Tasche zu haben, sich doch dank ihrer realen Position der Produktionsmittel bedienen, um die Arbeiterklasse auszubeuten, um sich auf kapitalistische Weise den durch die unbezahlte Arbeit der einfachen Werktätigen geschaffenen Mehrwert anzueignen.

Wie alle anderen Elemente der Produktionsverhältnisse sind auch die Verhältnisse der Verteilung vollständig entartet. Deshalb erlauben die sowjetischen neuen Bourgeois den Arbeitern ganz gern, im Schubfach ein Exemplar der sowjetischen Verfassung liegen zu haben, in der gesetzlich das Gemeineigentum verbürgt ist, während die Bourgeois nur in ihrem Schubfach die Kontoauszüge haben, auf denen sich die Summen der hinterlegten Rubel ständig vermehren.

Der insgesamt von der sowjetischen Bourgeoisie angeeignete Mehrwert nimmt verschiedene Formen an. Einen großen Teil dieses Mehrwertes verwandelt die Bourgeoisie als Kollektiveigentümer der Produktionsmittel auf verschiedenen Wegen in Kapital der Form des staatsmonopolistischen Kapitalismus. Diesen Teil sowie die Produktionsmittel besitzt sie als Klasse und nicht als Individuum. Einen weiteren Teil des von ihr angeeigneten Mehrwerts verteilt sie individuell unter die Angehörigen der eigenen Klasse, in Form fetter Gehälter und unzähliger Prämien, die die neuen sowjetischen Manager in den letzten Jahren eingeführt haben und ununterbrochen erhöhen.

Ein Vergleich des zweiten Teils des Mehrwertes, den sich die Angehörigen der sowjetischen Bourgeoisie in Form von Gehältern und Prämien aneignen, mit dem Lohn eines einfachen Arbeiters genügt schon, um den ganzen Ausbeutungscharakter der kapitalistischen Verteilungsverhältnisse in der Sowjetunion zu verstehen. Die Löhne und die Prämien der hohen sowjetischen Manager (ganz abgesehen von der Elite der Partei, des Staates, der Armee und der Wissenschaft) sind 15 – 20 mal so groß wie der Grundlohn eines einfachen Arbeiters. Um ihre Herrschaft leichter zu erhalten, korrumpiert die sowjetische Bourgeoisie natürlich durch Prämien auch einen kleinen Teil der Arbeiterklasse und verwandelt ihn genau wie in der kapitalistischen Gesellschaft, in die Arbeiteraristokratie.

Das heutige Verteilungssystem in der Sowjetunion, die Unzahl der manchmal uneingeschränkten Prämien, hat mit dem sozialistischen Verteilungsprinzip nach der Leistung nichts zu tun, doch unter dem Aushängeschild der ´Anerkennung für besondere Verdienste der Betriebsleiter` dient es der neuen Bourgeoisie dazu, sich individuell einen Teil des durch die unbezahlte Arbeit der sowjetischen Arbeiter erzeugten Mehrwerts anzueignen. Auf diesem Hintergrund nehmen die gesellschaftlichen Unterschiede zu: auf der einen Seite die Klasse der sowjetischen neuen Bourgeoisie, die ein märchenhaftes Luxusleben führt, auf der anderen die einfachen Werktätigen, die in einer derartigen Armut leben, dass sie, wie vor einigen Jahren die sowjetische Zeitschrift ´Sozialistitscheskaja industrija` feststellte, heute nur die Holzlöffel durch Metalllöffel ersetzt haben. Anders konnte es auch nicht sein. Als Chruschtschow an die Macht kam, versprach er allen goldene Löffel, unter ´allen` verstand er aber nur die sowjetische Bourgeoisie, die die Macht und die Produktionsmittel an sich riss, die anderen sollten Lohnsklaven werden, was sie auch geworden sind.

Der Grad der Ausbeutung der Arbeiter in jeder kapitalistischen Gesellschaft berechnet sich durch die Mehrwertrate, die das Verhältnis zwischen Mehrwert und variablem Kapital ausdrückt. Die sowjetische Statistik dieser Kategorien behält zwar noch die ´sozialistischen` Bezeichnungen bei, verfälscht aber die Größe des variablen Kapitals und rechnet auch die Gehälter eines Teils der neuen sowjetischen Bourgeoisie dazu, die jedoch, wie gesagt, einen Teil des Mehrwertes darstellen. Doch auch die von der sowjetischen Statistik ´frisierten` Angaben zeigen, dass der Ausbeutungsgrad der sowjetischen Arbeiterklasse 1972 um 23 Prozent größer als 1960 war. Das ist der ´Gewinn` der sowjetischen Arbeiterklasse beim so genannten Aufbau des Kommunismus (lies: bei der Wiederherstellung des Kapitalismus).

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Mit der Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion wurden auch alle sozialistischen ökonomischen Gesetze und Kategorien durch kapitalistische ersetzt. Der Prozess der Restauration des Kapitalismus dauerte mehrere Jahre, die gleichzeitig Jahre der Erweiterung der kapitalistischen Gesetze und Kategorien waren, bis sie ihren endgültigen Zustand erreicht hatten.

Das Grundgesetz der heutigen sowjetischen Wirtschaft ist, Höchstprofite zu erzielen. Ein Aspekt seines praktischen Wirkens ist, dass die gesamte Tätigkeit der sowjetischen Betriebe nach einer Hauptkennziffer bewertet wird, nach der so genannten ´Rentabilität des Fonds` (lies: Rentabilität des Kapitals). Die Sowjetrevisionisten können so viel Demagogie, wie sie wollen, betreiben und behaupten, das Ziel ihrer Produktion bleibe nach wie vor die Befriedigung der Bedürfnisse der werktätigen Massen; doch nicht die Worte, sondern die Taten zählen. Solange die fetten Prämien der sowjetischen Manager allein von der ´Rentabilität des Fonds` abhängen, kann jedermann verstehen, dass sie alles daran setzen, nicht die Bedürfnisse der Wirtschaft und der Werktätigen zu befriedigen, sondern ihre eigenen Taschen zu füllen, ihre eigenen Prämien zu erhöhen. Ihr Motto ist genau das alte Sprichwort: ´Das Hemd ist mir näher als der Rock`.

Der Regulator der sowjetischen Produktion sind allein das Wertgesetz und die Spontaneität des Marktes. Die zweite Kennziffer zur Bewertung der Arbeit der sowjetischen Betriebe ist das Absatzvolumen. Doch das Absatzvolumen wird unmittelbar von der Marktkonjunktur bestimmt, so dass also die sowjetische Produktion durch die Spontaneität des Marktes reguliert wird und nicht durch den ´Plan` , wie sie daherfaseln. Pro forma spielen die Sowjetrevisionisten Komödie und ´kritisieren` den so genannten Marktsozialismus eines gewissen Ota Šik, sie selbst aber haben seit langem den Marktkapitalismus eingeführt.

Die Verteilung der Investitionen erfolgt in der Sowjetunion heute nach dem so genannten ´normativen Koeffizienten der Kapitalinvestitionen`, was nur der ´sozialistische` Name für die durchschnittliche Profitrate ist. In der gesamten sowjetischen Wirtschaft wirkt die Kategorie des kapitalistischen Produktionspreises. Für die die Revisionisten durch tausenderlei Tricks ´sozialistische` Namen und Argumente finden. Durch die Dezentralisierung der Preisfestlegung, die von den Betrieben selbst festgelegten Preise, die ´Preisstaffelung` usw. usf. wirkt vollständig, wenn auch in anderen Formen, das Spiel der freien Preise. In der gesamten Wirtschaft wurde die kapitalistische Kategorie des Kapitalzins eingeführt.

Der Kampf der einzelnen Betriebe, sich günstigere Bedingungen für den Stimulationsfonds, günstigere Kredite und Kapitalien, eine profitträchtigere Struktur der Sortimente usw. zu schaffen, ist weiter nichts als eine Form der Konkurrenz wie in der kapitalistischen Wirtschaft. Durch den Zusammenschluss, die Fusion und Verlegung der Aktivität einzelner Betriebe vertuschen die Sowjetrevisionisten in Wahrheit nur den Bankrott einzelner kapitalistischer Betriebe, dieser Bankrott existiert aber. Viele sowjetische Betriebe stehen heute vor dem finanziellen Bankrott. In der Zeitspanne 1965 – 1971 sind allein die von den Betrieben den Banken nicht fristgemäß zurückgezahlten Anleihen auf das 2 – 3 fache angestiegen.. Das Überschreiten der Tilgungsfrist durch die sowjetischen Betriebe nahm in den Jahren 1966 – 1977 im Durchschnitt um 25 Prozent zu, während sich die Gesamtsumme aller nicht fristgerecht zurückgezahlten Schulden um 79 Prozent erhöhte.

Die vollständige Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion konnte nur die märchenhafte Bereicherung der neuen Bourgeoisie, die Verarmung der werktätigen Massen, fortwährende Misserfolge der Wirtschaft, in verhüllten Formen auftretende Arbeitslosigkeit und Krisen und andere kapitalistische Erscheinungen mit sich bringen.

Als Beweis für die katastrophalen Folgen der Wiederherstellung des Kapitalismus in der sowjetischen Wirtschaft wollen wir nur den auffälligen Rückgang des Entwicklungstempos erwähnen im Vergleich zu der Zeit, als dort noch die sozialistische Wirtschaft existierte. Im Vergleich zur Zeitspanne 1945 – 1960 sank die Zuwachsrate des Nationaleinkommens in der Sowjetunion in den Jahren 1960 – 1965 um 44 Prozent, in den Jahren 1965 – 1970 um 35 Prozent und bis 1974 um weitere 58 Prozent. Es sei darauf hingewiesen, dass in den von den sowjetischen Statistiken angegebenen Kennziffern über die Entwicklung der sowjetischen Wirtschaft auch das gewaltige Wachstum der sowjetischen Militärproduktion in den letzten Jahren enthalten ist; wenn man dies ausklammerte, könnte man noch deutlicher die Krise und die tatsächliche Rückentwicklung der sowjetischen Wirtschaft erkennen.

Die Gesamtanalyse der vorhandenen Fakten zeigt jetzt sehr gut, dass die sowjetische Wirtschaft eine vollständig und endgültig kapitalistische Wirtschaft ist. Gerade diese kapitalistische Wirtschaft bildet die Basis des sowjetischen Sozialimperialismus, der im Innern durch eine grausame Ausbeutung der Werktätigen, durch die antagonistischen Klassenwidersprüche, durch Stillstand und fortwährende Krisen, durch noch nie da gewesene Militarisierung usw. und nach außen durch nicht nur politische und militärische, sondern auch durch wirtschaftliche Expansion, durch die Ausbeutung anderer Länder, in erster Linie der ´verbündeten` Osteuropas, gekennzeichnet ist“. (aus: „Albanien heute“, 1975, Ausgabe Juli-August, Seite 43-47, dt. Ausgabe).

Ausgeburt der Restauration des Kapitalismus und Abgesang des gealterten „modernen“ Revisionismus der Sowjetunion war schließlich „Glasnost“ und „Peristroyka“ von Gorbatschow. Die Perestroyka und Glasnost, die Ideologie der „Revolution von oben“, waren zwei der letzten Masken des modernen Revisionismus in der Sowjetunion: Aber ob nun „kapitalistischer Sozialismus“ oder „sozialistischer Kapitalismus“ - das war nur noch eine Frage der revisionistischen Kosmetik und machte keinen Unterschied mehr beim Versuch, die Krise und die Eiterbeulen des russischen Kapitalismus neuen Typs zu kaschieren. Es war die Maske der „Rekonstruktion“ des verfaulten bürgerlichen Sozialismus, ein Trostpflaster zur letzten Desillusionierung aller derjenigen Revisionisten, die dem bequemen Luxusleben im Sozialismus noch nachtrauerten und die davor Angst hatten, ihr altes Parasitendasein unter dem „neuen“ Kurs aufgeben zu müssen, alte Pfründe an das ausländische Kapital zu verlieren usw. usf. Perestroyka und Glasnost waren ein Stoßgebet des bürgerlichen Sozialismus, dass nun endlich der große Aufschwung der kapitalistischen Wirtschaft in Russland seinen Einzug hielte und alle Eiterbeulen des verfaulten bürgerlichen Sozialismus heilen würde. Die Prestroyka und Glasnost war der allen Revisionisten verliehene Orden zum Dank für die von ihnen getane Arbeit, aber auch der Freifahtsschein für die Intervention des westlichen Kapitals. Diese symbolische Schlüsselübergabe wars die Fortsetzung der wachsenden Misere der bisherigen kapitalistischen Herrschaft der russischen Bourgeoisie, nur dass dies nicht abging ohne ideologischen Kampf um die Neubesetzung der alten Futterkrippen im eigenen Land und Neuaufteilung der neuen Futterkrippen im Ausland. Mit Perestroyka und Glasnost wollte die alte riesige bürokratische Apparat-Schicht und die aus ihr hervorgegangene alte sozialistische Bourgeoisie ihren Anteil gegenüber den neu aufstrebenden, „weltoffenen“ und vom revisionistischen Plunder befreiten Kräften der Bourgeoisie sichern.

Der sowjetische Revisionismus wechselte somit, wie in allen anderen osteuropäischen Ländern, lediglich die Bank von der Regierung in die Opposition, die nunmehr mit ähnlichen Zielrichtungen und Formen und Bewegungen ausgestattet wurde wie bei den Eurokommunisten und wie bei vielen anderen revisionistischen europäischen Strömungen – wie die zum Beispiel von Ludo Martens in Belgien. Der russische Revisionismus von heute besteht aus unzähligen Strömungen, die alle auf ihre Weise versuchen, die russische Arbeiterklasse von der erneuten Revolution abzuhalten und ihren Kampf für die revolutionäre Restauration des Sozialismus zu unterhöhlen, indem sie den Weg der Klassenversöhnung, den Weg verfolgen zur weiteren Anpassung und Unterwerfung der russischen Arbeiterklasse unter die Bedürfnisse des Weltimperialismus und des Großmachtchauvinismus der herrschenden Klasse in Russland – unter der Maske „Führen wir die alten sozialistischen Zeiten wieder herbei“. Dieser Satz heißt ins Marxistisch-Leninistische übersetzt: Restauration des Sozialimperialismus an der Macht durch Revision des modernen Revisionismus, durch Neo-Revisionismus! Mit der „Beseitigung“ des Weltkapitalismus durch den Weltrevisionismus aber ist nur die Inschutznahme des Weltkapitalismus vor dem Weltsozialismus gemeint. Und es wird nicht die einzige und letzte Maske sein, die der sowjetische Revisionismus aufsetzen wird, um die Vollendung der Oktoberrevolution, die Sehnsucht der Arbeiterklasse nach der Wiederherstellung ihrer Macht und des Sozialismus der alten Sowjetvölker zu untergraben und den Marxismus-Leninismus zu bekämpfen. An der Spitze dieser revolutionären Bewegung werden aber nicht die Revisionisten stehen, sondern jene Marxisten-Leninisten, die das alte rote Banner der Bolschewiki und das Banner Enver Hoxhas gegen alle Strömungen des Neo-Revisionismus erheben!

Zum Weiterstudium empfohlen: Über die heutige und zukünftige Entwicklung des imperialistischen Russlands siehe der Artikel National´bolschewismus` = Anti-Bolschewismus!“


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Die hauptsächlichen Spielarten des modernen Revisionismus

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a) Jugoslawischer Revisionismus

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Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die schärfste Waffe des Weltproletariats gegen den jugoslawischen Revisionismus. Die beiden Klassiker des Marxismus-Leninismus, Stalin und Enver Hoxha, standen an der Spitze im Kampf gegen den Titoismus. Die Komintern / ML hält das weltrevolutionäre Banner des Anti-Titoismus hoch und verteidigt es konsequent und treu - wie keine andere Organisation auf dieser Welt dies tut.

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Der Titoismus ist eine alte Agentur des Kapitals, eine bevorzugte Waffe der imperialistischen Bourgeoisie im Kampf gegen den Sozialismus und die Befreiungsbewegungen“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 60).

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Vom Intelligence Service in aller Heimlichkeit beizeiten bearbeitet, hatte die jugoslawische revisionistische Führung mit Tito an der Spitze, die während der Zeit des Krieges so tat, als behielte sie die Merkmale einer Partei der III. Internationale bei, in Wirklichkeit ganz andere Ziele...“ (ebenda, Seite 61).

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Der Titoismus war und bleibt eine Waffe der imperialistischen Bourgeoisie, eine Feuerwehr gegen die Revolution. Er steht in einer Reihe mit dem modernen Revisionismus im Allgemeinen und mit seinen verschiedenen Spielarten, verfolgt dieselben Ziele wie dieser und befindet sich in ideologischer Einheit mit ihm. Die Wege, Formen und Taktiken, derer sie sich im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, die Revolution und den Sozialismus bedienen, mögen verschieden sein, ihre konterrevolutionären Ziele aber sind die Gleichen“ (ebenda, Seite 72).

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Die Strömung des jugoslawischen Revisionismus entstand schon zu Zeiten der Komintern, wirkte nicht nur von außen auf sie, sondern auch von innen. Dokumente der Komintern beweisen, dass sie gegen die trotzkistischen Anschauungen Titos einen Kampf geführt hat, dass jedoch Titos Anschauungen in rechten Kreisen der Komintern-Führung Anklang gefunden haben mussten, insbesondere was ihre verdeckten Anstrengungen anbelangte, Widersprüche zwischen Komintern und der Sowjetunion Lenins und Stalins zu schüren, um die Verbindung zwischen beiden zu schwächen mit dem Ziel, den wichtigsten Hebel der Weltrevolution, die kommunistische Basis des Weltproletariats zu isolieren und zu liquidieren. Das entsprach haargenau den strategischen Zielen des Weltimperialismus.

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Dieser Verrat Titos an der Komintern, an der Sowjetunion Lenins und Stalins, an der sozialistischen Weltrevolution, geschah also in Absprache mit den Alliierten, längst bevor er die Macht in Jugoslawien ergriff. Wir hätten uns auf Grund dieses schwerwiegenden historischen Verrats am proletarischen Internationalismus gewünscht, dass Genosse Enver Hoxha gerade diese im Zusammenhang mit der Komintern stehende dunkle Seite der Kommunistischen Partei Jugoslawiens besser aufgehellt hätte, aber vielleicht gab es Widerstände in den eigenen Reihen, die ihm dies erschwerten. Wir wissen es nicht und wollen nicht spekulieren. Wir verfügen nun mal leider nicht über das Parteiarchiv der PAA, was uns aber nicht davon abhält, Fragen zu stellen. Tatsache bleibt jedenfalls, dass der Verrat des Titoismus an der Komintern noch mehr ans Licht gebracht werden muss. Das ist die Meinung und Auffassung der Komintern / ML.

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In seiner Schrift „Die jugoslawische „Selbstverwaltung“ - kapitalistische Theorie und Praxis, schreibt Enver Hoxha

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Heute ist genau bekannt, dass die Meinungsverschiedenheiten der jugoslawischen Führung mit Stalin tiefe Wurzeln hatten. Die revisionistischen Ansichten der jugoslawischen Führung hatten sich lange Zeit vor der Befreiung herauskristallisiert, möglicherweise schon zu der Zeit, als die Kommunistische Partei Jugoslawiens der Komintern angehörte und sich unter dem Regime der serbischen Könige noch in tiefster Illegalität befand. Schon damals hatte ihre Führung abweichlerische, trotzkistische Ansichten gehabt, die von der Komintern, als sie sich zeigten, verurteilt wurden. Die Verurteilung durch die Komintern hat Tito später ´gelöscht` , was so weit ging, dass er sogar den größten Abweichler, den Exgeneralsekretär der Kommunistischen Partei Jugoslawiens rehabilitierte“ (dt. Ausgabe, Seite 6).

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Warum drückt Genosse Enver Hoxha sich hier so äußerst vorsichtig mit dem Wort „möglicherweise“ aus ? Diese Dokumente der Komintern, in denen die Machenschaften der jugoslawischen Revisionisten verurteilt wurden, sind von den Albanern unseres Wissens nirgends veröffentlicht worden – weil sie nicht über diese Dokumente verfügten oder warum ? Eigentlich dienen doch diese Komintern-Dokumente der Entlarvung des Titoismus. Wir müssen Verbindungen zwischen Tito und der Komintern-Führung aufdecken, um dem Neo-Revisionismus das Wasser abzugraben und Schlussfolgerungen für den heutigen Kampf der Komintern / ML gegen den Revisionismus ziehen. Tito und Dimitroff haben in ihrer Zeit aktive Verbindungen gehabt, während Genosse Enver Hoxha außen vor gehalten wurde.

Warum hatte Enver eine konsquente marxistisch-leninistische Haltung gegenüber den Tito-Revisionismus, während Dimitroffs eine versöhnlerisch- kompromisslerische Haltung den Titoisten gegenüber eingenommen hatte ?

Warum finden wir keine albanischen Dokumente zur Kritik dieser Achse Tito-Dimitroff, gegen die Stalin seiner Zeit offen vorgegangen war?

Warum hat die PAA Dimitroff bis zum Schluss kritiklos verteidigt?

Für die Komintern / ML steht fest, dass das dunkle Kapitel des Verrats der Revisionisten an der Komintern unbedingt beleuchtet werden muss, denn die Machtübernahme des modernen Revisionismus hat im Kampf gegen die Komintern und die Sowjetunion Lenins und Stalins ihre tiefen Wurzeln, was die sowjetischen Revisionisten ja übrigens auch selber ganz unverblümt zugegeben haben. Die Entlarvung des jugoslawischen Revisionismus ist also nach Meinung der Komintern / ML noch nicht vollständig abgeschlossen. Es sind offene Fragen, ernsthafte, bedeutsame Fragen übrig geblieben.

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Man kann den modernen Revisionismus nicht ausrotten, wenn man seine Wurzeln nicht vollständig ausrottet und genau diese hängen offensichtlich mit der Auflösung der Komintern zusammen ! Es ist und bleibt eine Tatsache, dass die Tito-Revisionisten einen schädlichen Einfluss auf die Komintern ausgeübt haben, wie und in welchem Umfang dies geschah, können wir heute noch nicht nachweisen.

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Der jugoslawische Revisionismus hat tiefe Wurzeln im Anti-Sowjetismus. Bereits im jugoslawischen Nationalen Befreiungskampf gegen den Faschismus zeigten sich einerseits tiefe Widersprüche zur Sowjetunion Stalins und besondere „Neigungen“ zu den Anglo-Amerikanern andererseits. Also zu einer Zeit, wo der jugoslawische und der sowjetische Befreiungskampf besser hätte verbunden sein müssen, beruhigte Tito die westlichen Allierten, dass sie ein kommunistisches Jugoslawien nicht zu befürchten hätten. Und so war es denn ja auch. Tito entpuppte sich als „Anti-Stalinist“, was er sich in Dollars teuer bezahlen ließ. So sagte Tito (zitiert nach Savo Kerzovic, Dragan Markovic, „Was ist das Kominformbüro?“ Prishtina 1977, Seite 207) :

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Wir mussten uns bis zum Letzten auch von den stalinistischen Rezepten, von der Lehre über den Sozialismus, die Revolution freimachen – den Staat und die Partei, bis hin zu allen Gebieten des Schaffens.“

Was Tito stattdessen bis zum Letzten musste war klar:

die marxistisch-leninistischen Prinzipien durch einen spezifischen, „national jugoslawischen Marxismus“, eine eklektische anti-marxistische Lehre, ersetzen die zu seinen hegemonistischen und konterrevolutionären Zielen passte. Ihre hegemonistischen und expansionistischen Absichten setzten sie in der Praxis nicht nur gegen Albanien um, sondern versuchten auch anderen Ländern gegenüber ihren Willen aufzuzwingen, wie zB. Bulgarien, Ungarn und die Tschechoslowakei.

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Nach 1948 befand sich Jugoslawien, das in einer schweren politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Krise steckte, infolge der anti-marxistischen Abweichungen seiner Führung an einem Kreuzweg. Die titoistischen Renegaten wollten so zu sagen auf zwei ´Stühlen` sitzen. Auf dem ´Stuhl` des Marxismus-Leninismus wollten sie sitzen, um den Schein zu wahren, nur pro forma, während sie sich auf den anderen, dem kapitalistisch-revisionistischen ´Stuhl` richtig niederlassen wollten. Um dies jedoch verwirklichen zu können, brauchten sie unbedingt eine gewisse Zeit. Die Periode nach 1948 war durch die große Krise, durch die Verwirrung und das Durcheinander stark getrübt und zerrüttet“ (Enver Hoxha, ebenda, Seite 12).

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Die titoistische Führung war sich über den Wunsch des Weltkapitalismus im Klaren, dass Jugoslawien als Werkzeug in seinen Händen möglichst geeignet sein sollte, die anderen zu betrügen. Folglich konnte er kein offen faschistisches Blutregime akzeptieren, wie es die Anti-Marxisten Tito- Kardelj-Rankovic errichtet hatten. Aus diesem Grund traf die Gruppe Tito-Kardelj 1967 Maßnahmen, und liquidierte die Gruppe um Rankovic, die sie für alle Übel des titoistischen Regimes, bis zu jener Periode verantwortlich machte“ (ebenda, Seite 20).

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Der jugoslawische Revisionismus entwickelte sich zur ersten Strömung des Revisionismus an der Macht.

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Er trat nicht nur als Agentur der jugoslawischen Bourgeoisie, sondern auch als Agentur der internationalen Bourgeoisie auf, als Agentur der von den USA-Imperialisten angeführten kapitalistischen Welt gegen den Sozialismus.

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Als ältester Revisionismus an der Macht schuf er für alle anderen nachfolgenden revisionistische Strömungen Entfaltungsmöglichkeiten und einen gemeinsamen Nährboden.

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Wie alle Revisionisten an der Macht haben auch die jugoslawischen Revisionisten von Anfang an den zahlreichen Strömungen der bürgerlichen Ideologie Tür und Tor geöffnet und diese dabei dem Marxismus-Leninismus immer mehr verschlossen. Tito hatte ein „Herz für Amerika“ und übernahm von dort den Browderismus, den wir oben bereits kennen gelernt haben (Auflösung der KPJ / stattdessen „Bund der der Kommunisten“ als Propaganda- und Erziehungsverein nach amerikanischem, browderschen Vorbild):

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Die Ähnlichkeiten zwischen den Ansichten der Titoisten und denen Browders zeigt sich auch in der Haltung zur ´amerikanischen Demokratie`, die die Titoisten als Modell für den Aufbau des politischen Systems in Jugoslawien nahmen. Kardelj selbst hat erklärt, dass dieses System ´... der Organisation der Exekutivgewalt in den Vereinigten Staaten von Amerika ähnelt` [E. Kardelj, Die Entwicklungsrichtungen des politischen Systems der sozialistischen Selbstverwaltung, Rinlindja, Prishtina 1978, Seite 235]“, (Zitat aus Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 42, dt. Ausgabe).

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Auf dem 5. Parteitag der KPJ im Jahre 1948 machte Tito unter der Losung der „schöpferischen Anwendung“ des Marxismus und der „Überprüfung der Werke der Klassiker“ der bürgerlichen Ideologie in Gestalt eines „spezifischen“, „unabhängigen Sozialismus“ usw. den Weg frei.

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Der jugoslawische Revisionismus entstand in einem Schlüsselmoment des Kampfes zwischen Sozialismus und Imperialismus, als der Sozialismus sich anschickte, sich über die Grenzen der Sowjetunion auszudehnen, um die ganze Welt zu erobern, wo also nicht nur dieses oder jenes, einzelne kapitalistische Land, sondern der Weltkapitalismus insgesamt am Abgrund stand, wo er sich nur noch dadurch retten konnte, indem er die kommunistische Weltbewegung mit einer Hand voll Dollars spaltete, die Sowjetunion Lenins und Stalins isolierte usw., indem er sich hierzu soziale Stützen aus dem kommunistischen Lager selber schuf.

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Die wichtigste staatliche Stütze des Imperialismus im kommunistischen Lager war Jugoslawien.

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Der jugoslawische Revisionismus war der erste Stachel im Fleisch des Kommunismus schon zu Zeiten als er noch nicht an der Macht war.

Das wurde vom kommunistischen Lager nicht nur erkannt, sondern auch bekämpft.

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Die Generallinie der kommunistischen Weltbewegung gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus wurde bereits unter Führung Stalins vom Informbüro festgelegt und schon lange bekämpft – bereits als die Komintern noch existierte.

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Die Beziehungen zwischen Tito und Dimitroff, der revisionistische Einfluss Titos auf die Komintern, sind heute lange kein Geheimnis mehr und wurden von Stalin durchschaut.

Diese historischen Zusammenhänge sind für die marxistisch-leninistische Weltbewegung und für die Komintern / ML heute noch Grundlage im Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus. Hierauf stützte sich auch die korrekte anti-revisionistische Kritik Albaniens und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegenüber Jugoslawien.

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Die PAA mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze hat den konsequentesten und prinzipienfestesten Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus geführt, den die Komintern / ML ebenso prinzipienfest weiter verteidigt.

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Für die Komintern / ML sind die Handlungen und die Haltung des einen oder anderen gegenüber dem jugoslawischen Revisionismus nach wie vor ein Prüfstein, an dem sie unfehlbar misst, ob jemand ein wirklicher oder "falscher" Marxist-Leninist ist.

Gerade dies war auch einer der wichtigsten Faktoren, durch den sich die PAA damals davon überzeugte, was Chruschtschow und die Chruschtschowianer wirklich waren.

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Der jugoslawische Revisionismus, der so genannte „Selbstverwaltungs-Sozialismus“ war es, der als erster dem Weltkapitalismus zur Hilfe kam und mit hemmungslosem Eifer den Kampf gegen die Weltrevolution und die Ideologie des Weltproletariats aufnahm.

Das Besondere an dem anti-marxistischen Programm des VII. Parteitags des BdKJ, war seine ideologische Plattform – ein Kodex des internationalen Revisionismus, in dem sämtliche bekannten Theorien der verschiedenen anti-marxistischen Strömungen aller Zeiten fleißig zusammengetragen worden waren.

Insbesondere war dieses Programm die Reaktion des modernen Revisionismus auf die Moskauer Deklaration von 1957, in der der moderne Revisionismus korrekt entlarvt worden war.

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Die Titoisten „predigten das Absterben des Staates schon im Sozialismus, leugneten also die marxistisch-leninistische Grundthese von der Notwendigkeit des Bestehens der Diktatur des Proletariats während der ganzen Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 43).

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Die Agenten der faschistischen Tito-Clique wirkten nicht nur in der Komintern, in der KPdSU (B) zersetzend und konterrevolutionär, sondern auch in den einzelnen, der Komintern angeschlossenen Kommunistischen Parteien.

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Es gilt als erwiesen, dass der jugoslawische Dezentralismus nicht wenig Einfluss auf die Dezentralisierung der Komintern gehabt hatte. Auch Titos Einfluss auf Dimitroff ist in der Frage der Balkanföderation historisch unbestritten (siehe Prawda-Artikel).

Während Tito beispielsweise Dimitroff als großen Marxisten-Leninisten lobpreiste, verurteilte er gleichzeitig Stalin als Massenmörder. Das wussten auch die Albaner.

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Der 20. Parteitag der KPdSU diente der Rehabilitierung des Titoismus, denn Tito hatte seinerseits nicht wenig Anteil daran, die ideologischen Weichen, die zum 20. Parteitag der KPdSU geführt hatten, zu stellen.

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Die Titoisten wandten verbrecherische Methoden an, versorgten die Agentenzentralen in den einzelnen Ländern mit Geld aus Belgrad, richteten in Belgrad ein Spionagezentrum des amerikanischen Geheimdienstes und der anti-kommunistischen Propaganda ein.

Die jugoslawischen Revisionisten griffen mit ihrem Anti-Sowjetismus auch die Kominform an.

Die Kominform wurde eingerichtet im Oktober 1947 in Sklarska Poreba in Polen und zwar auf Initiative von Genossen Stalin, der damit eine internationale Organisation gegen den wachsenden revisionistischen Einfluss innerhalb der kommunistischen Weltbewegung schaffen wollte ( beginnend mit dem Browderismus), insbesondere gegen die revisionistischen Tendenzen bei den Franzosen und Italienern, später gegen den Revisionismus Titos.

Es ist nicht überraschend, sondern von Stalin wohl durchdacht gewesen, dass die Führung der neuen Kominform nicht von Vertretern der alten EKKI der Komintern gebildet werden sollte. Es wurden zuverlässigere Genossen wie Shdanow eingesetzt, die fähig waren, den revisionistischen Saustall nach dem Sieg über den Faschismus gründlich auszumisten.

Nach Stalins Tod löste Chruschtschow die Kominform 1956 auf und stellte damit die Führungslosigkeit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung her – ein brutaler, konterrevolutionärer Akt gegenüber dem revolutionären Weltproletariat und seiner Kommunistischen Internationale, ein übler Verrat an Stalin.

Genosse Enver Hoxha verurteilte Tito:

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Tito, das haben die Tatsachen und die Zeit bewiesen, war ein bösartiger Anti-Marxist, ein Nationalist, Chauvinist und Agent der Bourgeoisie und des Imperialismus, er war ein ´Trojanisches Pferd` im Lager des Sozialismus, in der internationalen kommunistischen Bewegung und erst recht auf dem Balkan. Die Idee der 'Balkanföderation' aufgreifend, kämpfte er für das Ziel, Jugoslawien den ganzen Balkan anzuschließen und in diesem Rahmen auch Albanien“ (Enver Hoxha, „Die Titoisten“, dt. Ausgabe, Seite 319).

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Enver Hoxha, der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, stützte sich in seiner Kritik am jugoslawischen Revisionismus auf Stalin. Nach Stalin gab es niemanden auf der ganzen Welt, der den jugoslawischen Revisionismus konsequenter kritisierte als Genosse Enver Hoxha. Stellvertretend für eine ganze Reihe hervorragender und umfangreicher Kritiken am jugoslawischen Revisionismus zitieren wir hierr aus Enver Hoxhas Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Tirana 1981, Seite 258-271:

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Die erste Strömung des Revisionismus an der Macht, die sich selbst die Untergrabung des Sozialismus zur Aufgabe machte, war der jugoslawische Revisionismus, der in einem Schlüsselmoment des Kampfes zwischen Sozialismus und Imperialismus entstand.

Der jugoslawische Revisionismus hat tiefe Wurzeln. Er trat nicht erst im Jahre 1948 in Erscheinung; er kam weder als Reaktion auf den „Stalinismus“ noch infolge der Handlungen des Informbüros. Er ist eine Folge der bürgerlichen Weltanschauung, die schon vorher in der Kommunistischen Partei Jugoslawiens bestanden hat und die auch während des nationalen Befreiungskampfes nicht verschwand.

Das neue Jugoslawien konnte ohne eine auf der wissenschaftlichen Theorie des Sozialismus beruhende klare Orientierung und politische Reife nicht aufgebaut werden. Dieses gewaltige Werk könnte nur eine starke kommunistische Partei mit gesunden marxistisch-leninistischen Prinzipien vollbringen. Zwar existierte in Jugoslawien eine kommunistische Partei, doch gab es diese Merkmale nicht vollständig bei ihr, auch während der Kriegszeit bildeten sie sich nicht heraus. Im Gegenteil, selbst die, die sie hatte, büßte sie nach dem Krieg ein, als sie durch die Umstände dazu berufen war, das neue Jugoslawien auf dem sozialistischen Weg aufzubauen.

Wenn man sich die Selbstbeweihräucherung der Titoisten und der jugoslawischen Bourgeoisie anhört, so könnte man glauben, eine solche Partei habe existiert und existiere noch. Genauso wie die anderen verfielen auch wir albanischen Kommunisten dieser euphorischen Beurteilung, besonders während der Kriegszeit und in den ersten Jahren nach der Befreiung. Diese Beurteilung hatte ihre Logik, das hing mit dem von der Kommunistischen Partei geführten heldenhaften Kampf der Völker Jugoslawiens zusammen.

Nach der Befreiung Jugoslawiens tauchten sowohl in der Theorie und in den politischen Haltungen, als auch beim Aufbau des Sozialismus starke Abweichungen von den Grundprinzipien des Marxismus-Leninismus auf. Außerdem wurden in den Beziehungen zu den sozialistischen Ländern und besonders zu Albanien schwere Abweichungen bei der Kommunistischen Partei Jugoslawiens festgestellt, eine für eine kommunistische Partei fremde Arroganz und Überheblichkeit.

Es war klar, dass dieser Weg zu einem Riss führen würde, wie es auch tatsächlich geschah, daran hatten aber weder das Informbüro noch Stalin, noch der ´Stalinismus` Schuld, wie die jugoslawischen Revisionisten und ihre Freunde den Marxismus-Leninismus zu bezeichnen belieben. Der Konflikt mit dem Informbüro war ein Ergebnis der Widersprüche zwischen den liberal-opportunistischen Standpunkten der jugoslawischen Führung und den marxistisch-leninistischen Standpunkten hinsichtlich des Aufbaus des sozialistischen Staates und der sozialistischen Gesellschaft. Die Auflehnung gegen die marxistisch-leninistische Theorie gaben Tito und Konsorten zuerst den Anstrich der Auflehnung gegen Stalin und später gegen das sozialistische Sowjetsystem.

Die Kehrtwendung der Titoisten musste sich unweigerlich vollziehen und sie vollzog sich auch. Sie nahmen Kurs auf den Kapitalismus, wobei sie in Übereinstimmung mit dem anti-sozialistischen Kurs einen „neuen“ sozialökonomischen Aufbau und eine neue staatliche Regierungsform wählten und einführten, das System der „Arbeiterselbstverwaltung“. In Wirklichkeit handelte es sich hierbei keineswegs um ein neues System. Es war weder sozialistisch noch eine jugoslawische Schöpfung. Seinen Ursprung hatte es beim Proudhonismus, beim Anarchismus Bakunins und Kropotkins, der seinerzeit von Marx, später von Lenin und danach auch von Stalin auf das Gründlichste entlarvt worden war.

Der jugoslawischen Wende zum Kapitalismus wurde eine zügellose Reklame und ein unbeschreibliches Hosianna zu Teil, und den `Barabbas` ließ man hoch leben. Die jugoslawische Abweichung wurde als ´neue` Periode, als eine von Tito für den Aufbau eines ´spezifischen` , ´humanen Sozialismus` geschlagene ´neue Bresche` ausposaunt. Diese Wende wurde vom Weltimperialismus und – kapitalismus unterstützt und finanziert. Der all-jugoslawische Größenwahn wurde aufgebläht, und Jugoslawien wurde als ´Champion und Vorbild für die um ihre Befreiung kämpfenden Völker der Welt` hingestellt.

Das gesamte ´Selbstverwaltungssystem` musste sich der Form und den Definitionen der Basis und des Überbaus nach als ´marxistisch` erweisen. In Wirklichkeit aber stand es im vollständigen Gegensatz zu Marx und zur Theorie und Praxis des Leninismus.

Der erste Schlag wurde der Macht der Volksdemokratie versetzt, die eine Form der Diktatur des Proletariats war, die man jedoch in Jugoslawien niemals als solche bezeichnete. Das haben die jugoslawischen Revisionisten mit der Behauptung gerechtfertigt, dass die Macht der Volksräte, die während des Krieges errichtet wurde und bis 1948 bestand, mit all ihren Prärogativen nicht als solche beibehalten werden könnte. Sie musste durch ´Arbeiterräte` ersetzt werden, weil erstere ihnen zufolge etatistisch-bürokratisch sei und die ´Bürokratie und die Schicht der neuen Bourgeoisie` hervor bringen würde, die ´Arbeiterräte` hingegen seien eine der Theorie von Marx näher stehende Macht. Durch diese Räte sind es angeblich die `Arbeiter selbst, die direkt leiten und regieren´, ohne die Vermittlung des Staates, der sich der Logik der jugoslawischen Führung zufolge als nicht ihnen gehörend erweisen muss. Der gegenwärtige jugoslawische Staat bleibt also nur ein ´Garant` dafür, dass dieses ´neue System` nicht angetastet wird und nicht zerfällt; die Föderation hält zu diesem Zweck die Armee, die UDB und die Außenpolitik in ihren Händen, weiter nichts.

Das ´Selbstverwaltungssystem` hat also die Macht der Diktatur des Proletariats dezentralisiert, liberalisiert und unterhöhlt. Der Staat gehörte den ´Proletariern` und wurde zu einem ´Arbeiter`staat, er war ´aus dem Krieg, aus der Basis hervor gegangen`, das ´neue System` hingegen, das angeblich auf Grund der ´dialektischen` Entwicklung notwendig geworden war, wurde von oben, von Tito und Kardelj errichtet.

Die führende Rolle der Partei in diesem System musste liquidiert werden und verkümmerte tatsächlich. Der Partei wurde lediglich eine gewisse blasse erzieherische Rolle gelassen, ohne Gewicht in dieser ganzen Sache. Dem Anschein nach verschwand die Partei nicht, in Wirklichkeit aber war sie nicht vorhanden. Sie nannten sie ´Bund der Kommunisten` , um sie dem Namen nach der Bezeichnung von Marx möglichst nahe zu bringen, sie aber in Wirklichkeit um so weiter von der Rolle zu entfernen, die Marx und Lenin der kommunistischen Partei übertragen haben.

Die Titoisten stellen die Sache so hin, als ob Jugoslawien durch die ´Selbstverwaltung` in eine Entwicklungsetappe eingetreten sei, die es der kommunistischen Gesellschaft näher bringt. Davon ausgehend, behaupten sie, der Staat sterbe allmählich ab und die Partei könne nicht mehr jene Rolle und jene Funktionen inne haben, die sie in der Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus hatte.

Doch damit nicht genug, ihnen zufolge habe die ´Selbstverwaltung` auch den Klassenkampf innerhalb der Partei, innerhalb Jugoslawiens und außerhalb seiner Grenzen beseitigt. In Wirklichkeit haben Tito, Kardelj und ihre Gefolgsleute die Richtung des Klassenkampfes geändert. Sie führen ihn nach wie vor, und zwar deshalb, um ihr ´Selbstverwaltungs`system gegen die ´Kominformisten`, die ´Stalinisten` , die ´Dogmatiker` usw. zu verteidigen. In Wirklichkeit handelt es sich hier um den Kampf der kapitalistischen Elemente gegen die revolutionären Menschen, um den Kampf des kapitalistischen Systems gegen das sozialistische System, um den Kampf der bürgerlichen Ideologie gegen den Marxismus-Leninismus.

Die jugoslawischen Theoretiker treiben mit dem Eigentum an den Produktionsmitteln großen Schindluder. Ihnen zufolge stellt das vergesellschaftete Eigentum an den Produktionsmitteln, das im ´Selbstverwaltungs`system existiert, die höchste Form des sozialistischen Eigentums dar, das Staatseigentum hingegen seine niedrigste. Das Letztere, so behaupten sie, könne als eine Art Staatskapitalismus definiert werden, aus dem eine neue bürokratische Kaste hervorgeht, die in Wirklichkeit über das Eigentumsrecht kollektiv verfügt. Also könne das Staatseigentum, so schlussfolgern sie, auch im Sozialismus nicht die vom Kapital bewirkte Entfremdung des Arbeiters aufheben. Das kapitalistische Verhältnis Profit/Arbeiterlohn werde durch das Verhältnis staatliche Akkumulation/Arbeiterlohn ersetzt. Mit anderen Worten, der Arbeiter bleibt ihnen zufolge in beiden Gesellschaftssystemen stets ein Lohnarbeiter.

Das ist eine bekannte trotzkistische These, die schon längst entlarvt und verworfen worden ist. In der wirklich sozialistischen Gesellschaft, wo das Gemeineigentum vom Staat der Diktatur des Proletariats mit der breit organisierten und effektiven Beteiligung der Arbeiterklasse und der übrigen werktätigen Massen nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus geleitet wird und wo bei der Verteilung des gesellschaftlichen Produkts keine große Differenzierungen zugelassen werden, die zur Entstehung von privilegierten Schichten führen könnten, ist der Arbeiter kein Lohnarbeiter, kein Ausgebeuteter mehr. Den Beweis dafür liefert die Realität im sozialistischen Albanien, wo die Arbeiterklasse an der Macht ist und unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei die Wirtschaft und das ganze Leben des Landes in ihrem Interesse und im Interesse des gesamten Volkes leitet.

Die jugoslawische ´Selbstverwaltung`, die angeblich den Arbeiter in den Mittelpunkt stellt, schmückt sich lediglich in der Theorie mit dem Namen des Arbeiters, in der Praxis ist sie arbeiterfeindlich, anti-sozialistisch. Unabhängig von dem Lärm, den die Titoisten veranstalten, erlaubt dieses System der Arbeiterklasse weder zu leiten noch zu verwalten.

In Jugoslawien ist jeder ´selbstverwaltete` Betrieb eine in seiner wirtschaftlichen Tätigkeit abgeschlossene Organisation, während die Verwaltungspolitik in den Händen seiner führenden Gruppe liegt, die genau wie in jedem anderen kapitalistischen Land über den Akkumulationsfonds verfügt und Investitionen, Löhne, Preise und Verteilung der Produktion festlegt. Man behauptet, dass diese ganze politisch-ökonomische Tätigkeit von den Arbeitern vermittels ihrer Delegierten gebilligt wird. Das aber ist Betrug und ein großer Bluff. Diese so genannten Arbeiterdelegierten machen auf dem Rücken der Arbeiterklasse und der übrigen werktätigen Massen gemeinsame Sache mit der machthabenden Bürokraten- und Technokratenkaste. Die berufsmäßigen Verwaltungsleute sind es, die von der Basis bis hinauf auf Republikebene in der ´selbstverwalteten` Organisation das Gesetz machen und die Politik festlegen. Die leitende, verwaltende, sozio-ökonomische und politische Rolle der Arbeiter bzw. ihrer Klasse ist auf ein Minimum geschrumpft, um nicht zu sagen, ganz verschwunden.

Das Selbstverwaltungssystem hat dadurch, dass es Partikularismus und Lokalborniertheit, ausgehend von Republikebene über die Gebiete bis herunter in die Gemeinden, schürt, die Einheit der Arbeiterklasse liquidiert und die Arbeiter gegeneinander aufgehetzt, zum einen als Individuen, indem es den Egoismus nährt, aber auch als Kollektiv, indem es die Konkurrenz zwischen den Betrieben nährt. Auf dieser Grundlage ist auch das Bündnis zwischen Arbeiterklasse und Bauernschaft untergraben worden; auch letztere ist in kleine Privatwirtschaften zerstückelt worden und wird von der neuen Bourgeoisie an der Macht ausgebeutet. All das hat Autarkie in der Wirtschaft und Anarchie in der Produktion, bei der Verteilung von Gewinnen und Investitionen geschaffen; im Handel und bei den Preisen hat es zu großer Inflation und ferner zu Arbeitslosigkeit geführt.

Die Arbeiterklasse als führende Klasse des ´Arbeiterselbstverwaltungs`systems in Jugoslawien – das ist eine trügerische Illusion, eine Utopie. In diesem System hat die Arbeiterklasse mit der Leitung nichts zu tun, ist sie nicht hegemonistisch. Die Diktatur des Proletariats ist liquidiert worden, die Führung der Arbeiterklasse, die Kommunistische Partei, oder wie sie in diesem Land genannt wird, der Bund der Kommunisten, leitet weder die Staatsmacht noch die Wirtschaft, noch die Kultur, noch das gesellschaftliche Leben.

In diesem System des allgemeinen Durcheinanders hat ein anderer die herrschenden und leitenden politischen Positionen an sich gerissen, und zwar die neue Kaste der politischen Bürokraten und Technokraten, hervorgegangen aus der Schicht der verbürgerlichten Intelligenz und der Arbeiteraristokratie. Sie ist fern jeder proletarischen Moral; über sie wird keinerlei politische Kontrolle ausgeübt.

Diese neue Bürokratenschicht rühmt sich selbst als Feind der etatistischen Bürokratie, stattdessen aber ist sie eine noch gefährlichere Bürokratie; sie gedeiht und erstarkt in einem dezentralisierten Wirtschaftssystem, das das Privateigentum bewahrt und entwickelt.

Die ´Arbeiterselbstverwaltung` , der die Ideologie des Anarchosyndikalismus zu Grunde liegt, hat den Republiknationalismus hervorgebracht, der sogar besondere Gesetze und Regulative zur Verteidigung der eigenen engen Interessen ausgearbeitet hat. Das Wirtschaftsmonopol der Republiken, das aus dem Monopol ihrer Betriebe und Truste besteht, hat sich in Wirklichkeit in eine politische Macht und einen Republiknationalismus verwandelt, der sich nicht nur in jeder Republik zeigt, sondern auch in jedem Gebiet, in jeder Gemeinde, in jedem Betrieb. Jeder einzelne, ob Individuum, Gruppe oder Republik, trachtet danach, sich unter allen Umständen mehr und schneller auf dem Rücken des anderen zu bereichern.

Der bürgerliche Nationalismus hat sich in Jugoslawien breit gemacht, und die Losung ´Brüderlichkeit und Einigkeit` , die während des Nationalen Befreiungskampfes richtig war, als man gegen die Besatzer und die einheimische Reaktion für eine neue, auf dem Marxismus-Leninismus beruhende Gesellschaft kämpfte, ist im gegenwärtigen jugoslawischen System, das alles spaltet und zersetzt, zu einer leeren Parole ohne jeden Nutzeffekt verkommen. Die ´Brüderlichkeit und Einigkeit` der Völker, der Nationen und Nationalitäten, der Republiken und Gebiete kann nur in einem wahren sozialistischen System realisiert werden, das sich von der marxistisch-leninistischen Ideologie leiten lässt.

Die jugoslawische föderative Union wurde nicht auf marxistisch-leninistischen Grundlagen geschaffen, deshalb mussten ohne jeden Zweifel nationale Antagonismen entstehen. Und so kam es dann auch. Das System selbst ist Träger dieser Widersprüche, es nährt den Separatismus der Nationen und Nationalitäten, der Republiken und der Gebiete.

Auch die zahlreichen Kredite des Weltkapitalismus wirkten in diese Richtung. Ihre Verwendung zur Befriedigung der bürgerlichen und größenwahnsinnigen Gelüste und Launen der herrschenden Kaste, die ungleiche und völlig willkürliche Aufteilung unter den Republiken schuf wirtschaftliche und gesellschaftliche Diskrepanzen zwischen den Republiken und Gebieten, was die nationalen Antagonismen weiter vertieft.

Das ´Selbstverwaltungs`system hätte kein langes Leben gehabt, hätten ihm nicht zwei Faktoren geholfen: der Anti-Sowjetismus der jugoslawischen Führung, der nichts anderes als ihr Anti-Marxismus und Anti-Leninismus war, durch den sie sich den politischen Beistand der ganzen Weltreaktion sicherte; die wirtschaftliche Unterstützung der kapitalistischen Länder durch große und allseitige Kredite. Trotzdem, diese beiden Faktoren vermochten dieses anti-sozialistische System nicht zu retten. Im Gegenteil, sie haben es weiter geschwächt und in Richtung des wirtschaftlichen und politischen Bankrotts getrieben.

Die Schuld für den Schiffbruch dieses Systems und für alle sich daraus ergebenden Übel haben Kardelj und Tito der ´ungenügenden Perfektionierung` des Systems selbst, dem Bewusstsein der Werktätigen, das ´noch nicht das gebührende Niveau erreicht hatte`, der Existenz der Bürokratie usw. in die Schuhe geschoben. Sie sahen den Bankrott ihres anti-sozialistischen Systems, konnten aber nicht mehr zurück. Deshalb laborieren auch alle Maßnahmen, die Tito noch zu seinen Lebzeiten getroffen hatte, wie die Föderation und die Republiken nach seinem Tod zu leiten sind, nur an den Symptomen herum. Mit Tito und Kaqrdelj verschwand auch die Euphorie über das ´Selbstverwaltungs`system. Titos Nachfolger befinden sich in großer Konfusion und Verwirrung, sie wissen nicht, woran sie sich klammern sollen, um aus den schwierigen Situationen herauszukommen, in denen sich ihr Land befindet. Das titoistische Jugoslawien steckt jetzt in einer schweren und allseitigen Krise seiner Basis und seines Überbaus, in einer wirtschaftlichen und politisch-moralischen Krise.“

In seinem Buch Imerialismus und Revolution bezeichnete Enver Hoxha die „Selbstverwaltung“ als einen „Weg der ideologischen und politischen Subversion und Diversion gegen die revolutionären Befreiungsbewegungen des Proletariats und der Völker (..), eine Methode, um dem politischen und wirtschaftlichen Eindringen des Imperialismus in die verschiedenen Länder der Welt den Weg frei zu machen. Für verschiedene Umstände und verschiedene Länder wollen der Imperialismus und die Bourgeoisie die ´Selbstverwaltung` als ein System in Reserve behalten, um dem Kapitalismus das Leben zu verlängern, der den Geist nicht so leicht aufgibt, sondern versucht, verschiedene Formen der Machtausübrung auf Kosten der Völker zu finden“ (Seite 71).

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Dass der jugoslawische Revisionismus mit seiner „Theorie“ von der „blockfreien Welt“ genauso konterrevolutionär war wie die chinesische „Theorie“ von der „dritten Welt“, dass sie beide Hand in Hand für den Imperialismus und gegen die Revolution arbeiteten, das entlarvte Enver Hoxha in seinem Werk „Imperialismus und Revolution“, Seite 377 – 384):

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Was die Theorie der `blockfreien Welt` betrifft, so erheben die jugoslawischen Revisionisten sie zu einer universalen Theorie, die die marxistisch-leninistische Theorie ersetzen soll, die für sie ´veraltet` , nicht mehr ´aktuell` ist, da sich die Völker und die Welt angeblich geändert haben. Sie schwören dem Marxismus-Leninismus nicht offen ab wie Carillo, sondern bekämpfen ihn dadurch, dass sie ihre Theorie der `blockfreien Welt´ verfechten. Diejenigen dagegen, die den Marxismus-Leninismus verteidigen, begehen nach Meinung der jugoslawischen Revisionisten immer wieder die gleiche ´Sünde` : sie gehen nicht darauf ein, die Prinzipien, die Normen dieser revolutionären Lehre zu korrigieren und sind deshalb ´rückfällig` . Ihrer Meinung nach ist die Partei der Arbeit Albaniens ( denn sie ist ihr Angriffsziel) ´rückfällig` , weil sie die Anwendung der Prinzipien, Methoden und der wissenschaftlichen Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin in einer Welt fordert, ´die sich von der Welt zu deren Zeit ganz und gar unterscheidet.´

Die titoistischen Ansichten sind vollkommen anti-marxistisch. Von diesen Positionen geht auch die Analyse aus, der die Titoisten den Prozess der heutigen Weltentwicklung unterziehen. Der moderne Revisionismus im Allgemeinen und der jugoslawische und der chinesische Revisionismus im Besonderen sind gegen die Revolution. Die jugoslawischen und die chinesischen Revisionisten betrachten den amerikanischen Imperialismus als eine mächtige Kraft, die einen logischeren Weg einschlagen kann und die der heutigen Welt, die sich, wie sie sagen, in Entwicklung befindet und nicht blockgebunden sein möchte, ´helfen` kann. Doch die jugoslawische Theorie vermag selbst für den Terminus ´blockfrei` nicht die notwendige Definition zu geben. Unter welchem Gesichtspunkt sind die Länder, die sie in diese Welt steckt, ´blockfrei`- politisch, ideologisch, wirtschaftlich oder militärisch? Diese Frage berührt die jugoslawische pseudo-marxistische Theorie nicht, erwähnt sie nicht, weil alle diese Länder, die sie als eine angeblich neue Welt zu führen sucht, von der vielfältigen Abhängigkeit vom amerikanischen Imperialismus oder vom sowjetischen Sozialimperialismus nicht gelöst werden können.

Die jugoslawische ´Theorie` spekuliert mit der Tatsache, dass der Kolonialismus alten Typs in der gegenwärtigen Situation im Allgemeinen verschwunden ist, sie sagt aber nicht, dass viele Völker in die Krallen des neuen Kolonialismus geraten sind. Wir, die Marxisten-Leninisten, leugnen die Tatsache nicht, dass der Kolonialismus der alten Formen verschwunden ist, wir betonen aber, dass er durch den Neo-Kolonialismus ersetzt worden ist. Es sind eben die Kolonisatoren von gestern, die auch jetzt fortfahren, durch ihre wirtschaftliche und militärische Macht die Völker zu unterdrücken, sie politisch und ideologisch zu zersetzen, indem sie auch ihre korrupte Lebensweise einschleusen. Diese Situation nennen die Titoisten eine große Umwandlung der Welt und setzen hinzu, dass dies weder Marx noch Lenin bekannt gewesen sei, nicht zu reden von Stalin, den sie überhaupt nicht akzeptieren. Ihrer Meinung nach sind die Völker jetzt frei, unabhängig, sie streben allein danach, blockfrei zu werden, danach, dass eine rationalere, gerechtere Aufteilung der Reichtümer der Welt gefunden wird.

Zur Verwirklichung dieser ´Bestrebungen` fordern die jugoslawischen ´Theoretiker` , dass die amerikanischen Imperialisten, die sowjetischen Sozialimperialisten sowie die entwickelten kapitalistischen Staaten ihrem Herzen einen Stoß geben und mit Wohlwollen, durch internationale Konferenzen, durch Debatten, gegenseitige Zugeständnisse und Konzessionen der Länder zur Veränderung der heutigen Welt beitragen, die, wie sie sagen, ´das Bewusstsein hat, zum Sozialismus zu schreiten`.

Diesen ´Sozialismus` predigen die Tito-Revisionisten, und das ist eine Predigt, die sie anheizen, um die Völker so weit wie möglich von der Wirklichkeit zu entfernen. Da sie nicht für die Revolution sind, sind sie für die Wahrung des sozialen Friedens, dafür, dass sich die Bourgeoisie und das Proletariat über die ´Verbesserung des Lebens der unteren Klassen` verständigen. Also ersuchen sie die oberen Klassen demütig, ´großzügig` zu sein und den ´Elenden der Welt` etwas von ihren Profiten abzutreten.

Tito sucht die Theorie von der ´blockfreien Welt` zu einer ´universalen Lehre` hinzudrehen, die, wie bereits erwähnt, angeblich der ´aktuellen Weltlage` entspricht. Die Völker der Welt sind erwacht und wollen in Freiheit leben, doch diese ´Freiheit` ist nach Titos Theorie gegenwärtig nicht ´vollständig` , weil zwei Blöcke existieren – der NATO-Block und der Warschauer Block.

Tito gibt sich als Persönlichkeit und als Bannerträger der Anti-Block.Politik. Wirklich gehört sein Land weder der NATO noch dem Warschauer Vertrag an, doch es ist durch viele Fäden mit diesen militärischen Organisationen verbunden. Die Wirtschaft und die Politik Jugoslawiens sind nicht unabhängig, sie sind durch die Kredite, die Hilfen und die Anleihen der kapitalistischen Länder bedingt, in erster Linie des amerikanischen Imperialismus, deswegen stützt er sich mehr auf diesen Imperialismus. Aber Tito stützt sich genauso auf den sowjetischen Sozialimperialismus und auf alle anderen kapitalistischen Großmächte. So ist Jugoslawien, das sich blockfrei ausgibt, wenn nicht de jure, so doch de facto an die aggressiven Organisationen der Supermächte gebunden.

Es gibt auf der Welt in verschiedenen Ländern gerade genug Führer wie Tito, die dieser in der so genannten blockfreien Welt sammeln will. Diese Persönlichkeiten sind im Allgemeinen Bourgeois, Kapitalisten, Nicht-Marxisten, viele von ihnen kämpfen gegen die Revolution. Die Benennungen sozialistisch, demokratisch, sozialdemokratisch, republikanisch, unabhängig usw., die sich diese Persönlichkeiten zulegen, dienen in den meisten Fällen dazu, das Proletariat und das unterdrückte Volk zu belügen, sie unter dem Joch zu halten, das Spiel auf ihrem Rücken zu treiben.

In den ´blockfreien` Staaten herrscht die kapitalistische, anti-marxistische Ideologie. Bei vielen von diesen Staaten bestehen die gleichen Verbindungen mit den Supermächten und mit allen entwickelten kapitalistischen Ländern der Welt wie bei Titojugoslawien. Die Eingruppierung in die ´blockfreie Welt` unter seiner ideologischen Leitung, die Tito gegenüber allen Ländern der Welt predigt, hat als einzige Grundlage das Ziel und die Tätigkeit, die Revolution zu ersticken, das Proletariat und die Völker daran zu hindern, dass sie sich erheben, die alte kapitalistische Gesellschaft niederreißen und die neue Gesellschaft, den Sozialismus, errichten.

Das ist die Idee und das ist das Hauptprinzip, von dem sich Tito in Bezug auf die Sammlung dieser Länder leiten lässt. Er tut so, als habe er es geschafft, sie zu sammeln und zu leiten, in Wirklichkeit aber gibt es nichts Derartiges, weil niemand der titoistischen Theorie von der ´blockfreien Welt` oder der chinesischen Theroie von den ´drei Welten` die Bedeutung beimisst, die ihre Bannerträger wünschen und anstreben. Jeder geht in eigener Weise den Weg, der ihm die größten imd unmittelbarsten Profite einbringt.

Titos ´blockfreie Welt` ist allen Anzeichen nach beim amerikanischen Imperialismus und beim Weltkapitalismus beliebter als die ´dritte Welt` der Chinesen. Obwohl die entwickelten kapitalistischen Länder und der amerikanische Imperialismus die chinesische Theorie der ´drei Welten` unterstützen, gibt es bei ihnen eine gewisse Bangigkeit und ein gewisses Zaudern, weil die Stärkung Chinas unangenehmer Situationen schaffen und dann auch für die Amerikaner selbst gefährlich werden kann. Titos ´blockfreie Welt` dagegen beschwört für die Vereinigten Staaten von Amerika nicht die geringste Gefahr herauf. Deshalb lobte Carter während Titos jüngstem Besuch in den Vereinigten Staaten von Amerika dessen Rolle bei der Schaffung der ´blockfreien Welt` in den höchsten Tönen und beurteilte die Bewegung der ´blockfreien Länder` als ´einen sehr wichtigen Faktor bei der Lösung der großen Probleme der heutigen Welt`.

Die ´blockfreien Länder` , die größtenteils kapitalistische Länder sind, haben ihre Würfel geworfen. Sie wissen politisch zu manövrieren und halten es mit jenen imperialistischen und kapitalistischen Mächten, die ihnen am meisten Hilfe zukommen lassen. Politik zu machen heißt, vom bürgerlichen und kapitalistischen Standpunkt aus, zu lügen, listig zu sein, so viel und so schnell wie möglich den einen gegen den anderen auszuspielen. Diese Politik ist eine Politik der Prostitution, die das Ziel hat, in bestimmten Augenblicken und je nach Konjunktur, von einem stärkeren Staat im Interesse der eigenen Klasse, im Interesse der Bosse dieser Klasse mindestens mit einem Abschlag zu profitieren.

Mit seiner Therie von der ´blockfreien Welt` predigt der Titoismus genau diese Politik. Doch sie hat nicht überall eine gleiche Orientierung, wie Tito das behauptet. Die ´blockfreien` Staaten fragen Tito nicht, was sie tun und was sie lassen sollen. Abgesehen von dieser oder jener Ausnahme bemühen sich die Herrscher dieser Staaten, die kapitalistische Macht zu festigen, das Volk auszubeuten, mit einem großen imperialistischen Land Freundschaft zu halten, keinen Ausbruch zuzulassen, bzw. jede Volksrevolte, jeden Volksaufstand, jede Revolution zu ersticken. Das ist die ganze Politik der titoistischen ´blockfreien Welt`.

Für den Status quo ist auch die chinesische Theorie der ´dritten Welt`. Die titoistische ´blockfreie Welt` hat das Ziel, vom amerikanischen Imperialismus und von den anderen kapitalistischen Ländern Kredite zu erbetteln, um die bürgerliche Klasse reicher zu machen und an der Macht zu halten.“

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Das Beispiel des titoistischen Jugoslawien zeigte unwiderlegbar, dass die Abkehr von den Prinzipien des Marxismus-Leninismus nicht nur zur vollständigen Restauration des Kapitalismus mit all seinen heutigen Übeln geführt hat, sondern auch zu tiefgreifenden nationalen Streitigkeiten und kriegerischen Konflikten, die es von innen her unterhöhlt und schließlich zersetzt hat. Die blutigen Ereignisse nicht nur im Kosova, der Bankrott des faschistischen Terror, den die großserbischen Chauvinisten mit Feuer und Schwert ausgeübt haben, haben den revolutionären Befreiungskampf der Völker im ehemaligen Jugoslawien nicht auslöschen können. Die Völker des ehemaligen Jugoslawiens werden den titoistischen Revisionismus überwinden und sich zur sozialistischen Revolution erheben, werden sich in einem wirklichen, vom Revisionismus befreiten Sozialismus wieder vereinigen. In der Generallinie der Komintern / ML heißt es:

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"Der Befreiungskampf der Albaner wurde zum internationalistischen Fanal und führte zur Gründung der Komintern/ML am 31.12. 2000

... auf der ideologischen Basis des Genossen Enver Hoxha, dem 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus!

Schaut auf das leidgeprüfte albanische Volk und erkennt euer eigenes Schicksal darin wieder. Unterstützt seinen nationalen und sozialen Befreiungskampf durch euren proletarischen Internationalismus der Tat, denn die Albaner sind im Kosova ein leuchtendes Fanal für die revolutionäre Befreiung aller Völker der Welt von Imperialismus und Sozialimperialismus, von Reaktion und Faschismus und Sozialfaschismus - weit über die Grenzen des Balkans und Europas hinaus. Dieser nationale Befreiungskampf beweist sich in der Tat als wichtige Triebkraft für die sozialistische Revolution. Warum? Das Besondere an der Befreiungsbewegung der Albaner ist erstens ihr sozialer Charakter, denn sie begründet sich auf die imperialistische Krise Europas, die im Kosova ihren krassesten Widerspruch zwischen den ärmsten Klassen und den reichsten Klassen zu einem historischen Zeitpunkt widerspiegelt, wo das - eben erst vereinigte - Europa bereits durch eben diese krassen Widersprüche in eindrucksvoller Weise einen bewaffneten revolutionären Klassenkampf hervorgebracht hat. Das Besondere an der albanischen Befreiungsbewegung ist zweitens ihr anti-faschistischer Charakter, genauer gesagt, eine Befreiungsbewegung, die sich mit revolutionärer Gewalt erfolgreich gegen ein sozialfaschistisches Regime erhoben und damit einen großen Beitrag zum proletarischen Internationalismus geleistet hat, der drittens auch zur Befreiung Jugoslawiens vom Sozialfaschismus geführt hat, durch den kein Volk grausamer geknechtet und unterjocht wurde, als das albanische Volk im Kosova. Die vierte Besonderheit der nationalen Befreiungsbewegung der Albaner ist die Tatsache, dass sie den nationalen Befreiungskampf weiterer Völker des Balkans ausgelöst haben mit Solidarisierungseffekt. Die fünfte Besonderheit der nationalen Befreiungsbewegung der Albaner ist der Beitrag zum anti-imperialistischen Kampf, insofern sie die Kräfte der Imperialisten nicht nur für die eigene Befreiung genutzt hat, sondern diese auch gebunden hat, d.h. die imperialistische Manövrierfähigkeit in anderen Teilen der Welt so sehr eingeengt hat, dass sich die anti-imperialistischen Befreiungsbewegungen überall auf der Welt leichter entfalten konnten. Die Albaner haben also die marxistische Theorie vom Durchbruch des Imperialismus an seinem schwächsten Kettenglied nicht nur ausgezeichnet verstanden, sondern auch geschickt angewandt. Und hierin liegt auch die sechste - und zugleich bemerkenswerteste Besonderheit des albanischen Befreiungskampfes - er trägt die Handschrift Enver Hoxhas, eine marxistisch-leninistische Handschrift also, wie man sie heute selten in der Welt vorfindet - und auch vorübergehende Niederlagen können den endgültigen Sieg dadurch nicht aufhalten ! - Die unbesiegbare Waffenbrüderschaft eines Volkes, dessen Schicksal es vereinigt, was es nirgends sonst jemals auf der Welt gegeben hat: Hier kämpft nämlich das ärmste, ausgebeutetste und am brutalsten unterdrückte Volk Europas - Kosova-Albanien - zusammen mit den aus dem antifaschistischen Kampf siegreich hervorgegangenen Albanern, denen das schwerste Verbrechen zugefügt wurde, welches man überhaupt einem Volk zufügen kann: seinen Sozialismus, den es voller Stolz aufgebaut und bis zuletzt mit der Waffe in der Hand verteidigt hat, zu rauben und zu vernichten. Die Albaner haben den Schrecken des Krieges überlebt, sie haben den Schrecken als Armenhaus Europas überlebt, sie haben den Schrecken nationaler Unterjochung und Ermordung überlebt, sie haben auch den schlimmsten Schrecken des Verrats am Sozialismus überlebt. Sie haben sich unter der Fahne Enver Hoxhas zum Freiheitskampf erneut erhoben: Zurückeroberung der nationalen Freiheit, vereinigt mit der Zurückeroberung des Sozialismus, das ist es, wodurch die albanische revolutionäre Bewegung zum Fanal der Weltrevolution geworden ist. Das ist es, was das Weltproletariat veranlasste, die Komintern/ML zu gründen, um dieses Fanal über die Welt zu tragen. Die revolutionäre Lage im Balkan kann also ein großer Schritt auf dem welthistorischen Weg des Proletariats werden, seine verlorene Diktatur, die einst stolze, blühende Sozialistische Volksrepublik Albanien zurückzuerobern, die neu aufgestiegene Bourgeoisie zum Rückzug zu zwingen und ihr ein schnelles Ende zu bereiten. Die Revolution wird allen Albanern gemeinsam eine neue, selbständige, vereinigte, unabhängige und sozialistische Heimat ermöglichen, gleichberechtigt unter den Balkanvölkern und unter allen Völkern der Welt. Es ist die gemeinsame Aufgabe der Marxisten-Leninisten aller Länder, das in das von Anfang an ins albanische Proletariat zu Recht gesetzte Vertrauen, das Vertrauen in das ganze albanische Volk, das auf die eigene Kraft gestützt heldenhaft kämpft, niemals aufzugeben und ihm solidarisch gegen alle seine Feinde beizustehen. Es ist die Generallinie der Komintern/ML, das kämpfende Proletariat, die kämpfenden Völker auch nach Niederlagen niemals im Stich zu lassen. Die Generallinie der Komintern/ML ist also kein Ergebnis intellektueller Schreibstuben, sondern die im Feuer des internationalen Klassenkampfes entstandene anti-revisionistische, anti-sozialfaschistische Strategie und Taktik der kommunistischen Weltbewegung. Wir müssen unsere Niederlage in Siege verwandeln und wir dürfen deswegen dort nie den Kampf aufgeben, wo der letzte Vorposten der Arbeiterklasse an der Macht (vorübergehend!) gefallen ist . Erheben wir gemeinsam das albanische Banner der Revolution, das Banner des vorerst letzten führenden Zentrums des Sozialismus und Marxismus-Leninismus und tragen wir es über die ganze Welt!"



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b) Sowjetischer Revisionismus

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Der heutige Chruschtschow-Revisionismus ist der Nachfolger und direkte Fortsetzer des Revisionismus von Bernstein und Kautsky, von Trotzky und Bucharin, von Browder und Tito, gegen den zu ihrer Zeit Marx, Engels, Lenin und Stalin, die Kommunistische Internationale und das Informbüro der kommunistischen und Arbeiterparteien einen heftigen und prinzipiellen Kampf geführt haben“ (Enver Hoxha, Bericht auf dem 5. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, Seite 221, dt. Ausgabe).

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So wie der chruschtschowsche Revisionismus nicht an einem einzigen Tage entstand, sondern einen langen Prozess seiner Entstehung, Organisierung und Synthetisierung durchlief, so die Erkennung dieses Revisionismus seitens der Marxisten-Leninisten nicht an einem einzigen Tage geschah, sondern sie ihren historischen Prozess durchmachte“ (ebenda, Seite 229).

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Was Enver Hoxha hier sehr richtig zum Erkenntnisprozess über den Verrat des modernen Revisionismus sagt, trifft im Allgemeinen für die ganze Geschichte des Revisionismus und für den heutigen Neo-Revisionismus im Besonderen zu.

(Anmerkung: Was die Komintern / ML allerdings über den „Kampf gegen den Revisionismus“ seitens der rechten Führer der Komintern, die deren Auflösung betrieben haben, denkt, und welchen nicht geringen Einfluss das auf die Entwicklung des modernen Revisionismus aus heutiger Rückblende genommen hat, wird in diesem Schulungstext ausführlich dargestellt und begründet).

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Jedenfalls bildeten der jugoslawische Revisionismus und der sowjetische Revisionismus eine gemeinsame Front gegen die kommunistische Weltbewegung.

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Je offener die Tito-Revisionisten auftraten, um so offener bescheinigten die Sowjet-Revisionisten und schließlich auch all die anderen Revisionisten, einschließlich der chinesischen Revisionisten, dass „Jugoslawien ein sozialistisches Land“ sei, dass man vom „jugoslawischen Modell“ lernen müsse usw. usf.

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Es ist eine altbekannte Taktik des Revisionismus, dass sich seine verschiedenen Spielarten zwar unabhängig voneinander entwickeln auf Grund der besonderen Bedingungen des einzelnen Landes – speziell auf Grund der Bedingungen und des Entwicklungsgrades des Marxismus-Leninismus, aber dass sie internationalen Charakter haben, dass sie sich in ihrer Entwicklung gegenseitig bedingen, voneinander abhängig sind, eine Einheit bilden gegen den Marxismus-Leninismus.

Was bedeutet das konkret ?

Unter den besonderen jugoslawischen Bedingungen war der Marxismus-Leninismus weit entfernt von seiner Entwicklungsstufe in der Sowjetunion. Insofern gab es in Jugoslawien besondere Bedingungen ( nicht nur die geographische Lage also die Nähe zum Westen), die prädestiniert waren für einen Verrat am Marxismus-Leninismus, für die Entfaltung des modernen Revisionismus.

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Dies hat der Entwicklung des modernen Revisionismus in der Sowjetunion u.a. dadurch geholfen, das dieser nicht die Vorreiterrolle zu spielen brauchte und seinen eigenen Revisionismus hinter dem Kampf "gegen" den jugoslawischen Revisionismus verbergen konnte. Tito übernahm also die Rolle, hinter der sich der Sowjet-Revisionismus gut verstecken konnte. Man konnte die kritischen Töne allmählich abschwächen und versöhnlerische Töne anklingen lassen, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren, wenn es dann endlich zur offenen Gemeinsamkeit gekommen war.

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. Diese Taktik haben auch die chinesischen Revisionisten gegenüber den Sowjet-Revisionisten eingenommen.

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So konnte ein revisionistisches Land nach dem anderen seine Rückkehr in den Kapitalismus hinter dem Marxismus-Leninismus, hinter „anti-revisionistischer“ Kritik verbergen.

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Das war eine internationale Taktik des modernen Revisionismus, die vom Neo-Revisionismus verfeinert wurde, nachdem das Lager des modernen Revisionismus zusammengebrochen war.

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Der moderne Revisionismus in der Sowjetunion entwickelte sich dann auch insbesondere in der opportunistischen Haltung gegenüber den Titoisten einerseits und der damit verbundenen wachsenden Feindschaft gegenüber dem marxistisch-leninistischen Albanien, das tapfer und mit offenem Vesier auf Stalinschem Kurs beharrte und jegliche Versöhnungsdiktate aus Moskau kompromisslos abschmetterte.

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Den Kniefall, den Chruschtschow und alle anderen Revisionisten vor Tito machten, einer der „Urväter“ des modernen Revisionismus, diesen Kniefall haben die Albaner bis heute nicht gemacht.

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Die besondere Haltung zum jugoslawischen Revisionismus war nicht nur ein Gradmesser für die Treue zum Marxismus-Leninismus, sondern auch ein Gradmesser im anti-revisionistischen Kampf, im Kampf gegen den modernen Revisionismus überhaupt.

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Mit dem Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus begann die Demarkationslinie zwischen Marxismus-Leninismus und modernem Revisionismus.

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Die Tür zum Kapitalismus, die der jugoslawische Revisionismus zum Weltkapitalismus aufgestoßen hatte, wurde dann am weitesten vom Sowjet-Revisionismus geöffnet, in die der chinesische Revisionismus dann bequem eintreten, ja dabei auch noch an den Sowjet-Revisionisten vorbei spazieren konnte.

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Enver Hoxha hob hervor,

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dass der Sowjet-Revisionismus die kompletteste und ausgefeilteste `Theorie` und Praxis der revisionistischen Konterrevolution repräsentiert, die Revision der marxistisch-leninistischen Theorie auf allen Gebieten und in allen Fragen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, alb. Ausgabe, Seite 266).

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Und auf dem 8. Parteitag gab Enver Hoxha 1981 vor seinem Tode eine seiner letzten Einschätzungen über den sowjetischen Revisionismus (Seite 271 – 283, dt. Ausgabe):

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Der Sowjet-Revisionismus ist und bleibt die gefährlichste Strömung des modernen Revisionismus. Er behält mehr als jede andere revisionistische Spielart die sozialistischen Masken und die leninistische Phraseologie bei, um die heutige kapitalistische Realität in der Sowjetunion und ihre aggressive und imperialistische Außenpolitik zu verbergen. Er ist ein Revisionismus, der die Macht in einem Staat ergriffen hat, der eine Großmacht darstellt und über viele Mittel und Möglichkeiten verfügt, seinen Einfluss in der Welt auszuüben und in vielen Richtungen und großen Ausmaßen zu handeln.

Wie die anderen revisionistischen Strömungen hat auch der Chruschtschow-Revisionismus seinen Entstehungs – und Entwicklungsprozess gehabt, bis er zur heutigen Form eines in sich vollständigen Revisionismus gelangt ist, der alle Fragen der marxistischen Theorie und der sozialistischen Praxis verdreht. Als gesellschaftliches Phänomen hat auch der Chruschtschow-Revisionismus seine ideologischen, gesellschaftlichen und historischen Wurzeln und Ursachen.

Die Partei der Arbeit Albaniens hat diese Ursachen einer gründlichen marxistischen Analyse unterzogen. Aus dieser Analyse hat sie Schlussfolgerungen gezogen und eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um der Entstehung eines solchen regressiven Phänomens in unserem Land den Weg zu verlegen. Doch wir müssen uns immer wieder in dieses Problem vertiefen, damit der Revisionismus in Albanien niemals durchkommt. [kursives Format - von der Redaktion vorgenommen].

Von Anfang an hat sich die Chruschtschow-Gruppe das Hauptziel gestellt, die Diktatur des Proletariats zu liquidieren, die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaft zu untergraben, die Sowjetunion auf den kapitalistischen Weg zu bringen und sie in eine imperialistische Supermacht zu verwandeln. Jetzt sehen wir alle diese große konterrevolutionäre Transformation, die in der Sowjetunion stattgefunden hat. Nur die Bourgeoisie und der Imperialismus preisen sie als kommunistisches Land an. Dadurch, dass sie die heutige kapitalistische Sowjetunion als sozialistisches Land hinstellen, wollen sie den Marxismus-Leninismus und den wirklichen Marxismus-Leninismus und den wirklichen Sozialismus in Misskredit bringen.

Der Chruschtschow-Revisionismus ist die Ideologie und Politik des Staatskapitalismus, der das ganze Leben des Landes beherrscht. Die Rückkehr der Sowjetunion zum Kapitalismus musste unweigerlich seine eigenen Besonderheiten hervor bringen, die dortige kapitalistische Ordnung musste unweigerlich besondere Formen annehmen. Diese Besonderheiten und Formen definieren sich von daher, dass der dortige Kapitalismus als Ergebnis des Sturzes des Sozialismus, als regressiver Prozess wieder hergestellt wurde, anders als der Kapitalismus klassischen Typs, der nach dem Sturz der Feudalordnung als progressiver Prozess kommt.

Die grundlegende Besonderheit dieser Art von Kapitalismus ist, dass dort viele sozialistische Eigentums-, Organisations – und Leitungsformen beibehalten wurden, ihr Inhalt sich aber radikal verändert hat. In Wirklichkeit sind die Produktionsmittel in der heutigen Sowjetunion kapitalistisches Staats- und Kollektiveigentum, weil sie im Interesse der neuen bürgerlichen Klasse an der Macht verwendet werden und es gerade diese Klasse ist, die sich die Arbeit der Arbeiter und Bauern aneignet.

Die alten Gesetze, Traditionen und Praktiken wurden durch neue ersetzt, die der Staats- und Parteibürokratie freie Hand lassen, ihren Willen ungestört zu äußern und durchzusetzen. Die neuen Kompetenzen, die sie sich auf der Grundlage von Wirtschaftsreformen zuschanzte, wurden dazu verwendet, das Einkommen und die Privilegien der verschiedenen leitenden Kasten abzusichern und auszubauen, die Macht zu bewahren und sich vor der Unzufriedenheit und den Revolten der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen zu schützen.

Das Staatseigentum blieb zwar bestehen, und die Fabriken wurden nicht an Privatleute verteilt, die Kolchosen bleiben zwar gemeinsame Kollektivwirtschaften, und die Banken wurden nicht den Aktionären gegeben, was sich aber veränderte, das war die Verteilung des gesellschaftlichen Produkts und seine Bestimmung.

Obwohl es heißt, man wende das Prinzip der Entlohnung nach der Leistung an, eignen sich in Wirklichkeit die verschiedenen Gruppen der neuen Bourgeoisie den von den Arbeitern und Bauern geschaffenen Mehrwert an. Dieser ganze Raub wird als eine Art materieller Anreiz hingestellt, mit dem angeblich die produktive Tätigkeit, die wissenschaftliche Arbeit und das Kunstschaffen usw. angeregt werden sollen. Tatsächlich aber handelt es sich um typisch kapitalistische Ausbeutung.

Um der Wiederherstellung des Kapitalismus den Weg zu bahnen, griffen die Chruschtschow-Revisionisten die grundlegenden Thesen der marxistisch-leninistischen Theorie über die Warenproduktion und über das Wertgesetz im Sozialismus an. In Theorie und Praxis identifizieren sie die sozialistische Warenproduktion mit der kapitalistischen Produktion. Auf dieser Basis reformierten sie den gesamten Wirtschaftsmechanismus. Die Wirtschaftsbetriebe, aber auch zahlreiche Institutionen gingen allmählich zu einer größeren Unabhängigkeit vom Staatsplan über. Den Direktoren der verschiedenen Betriebe und Institutionen wurden große Rechte und Vollmachten eingeräumt, um die Produktion und die Verteilung zu leiten und zu steuern, um Einstellungen und Entlassungen vorzunehmen, um die Gewinne aufzuteilen usw. Die zentralisierte staatliche Finanzierung wurde für die bestehenden Betriebe eingeschränkt, die Verwendung der Eigenfinanzierung und des Kredits allmählich ausgeweitet.

Die Sowjet-Revisionisten behaupten, ihre Wirtschaft werde auf der Grundlage von Plänen geleitet und entwickelt, die angeblich nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus erstellt werden. Doch so, wie sie den Staatsplan in der Theorie konzipieren und in der Praxis durchführen, handelt es sich in keiner Weise um einen Plan einer wahren sozialistischen Wirtschaft und kann sich gar nicht darum handeln. In der Sowjetunion koexistieren der bürokratische Zentralismus monopolistischen Typs mit dem breiten wirtschaftlichen Liberalismus an der Basis. Man spiegelt eine planmäßige Wirtschaftsleitung vor, in der Praxis aber lässt man den ökonomischen Gesetzen und Kategorien der kapitalistischen Produktionsweise freies Wirkungsfeld.

Die parasitäre Konsumtion hat nie da gewesene Ausmaße angenommen. Das Entlohnungsverhältnis zwischen Arbeitern und bürokratischen und technokratischen Verwaltungsangestellten in der Produktion beläuft sich auf über 1: 10; rechnet man indessen noch das aus der Verteilung der Profite herrührende Einkommen, die verschiedensten Prämien und die zahllosen anderen Privilegien hinzu, so schlagen sich die Verhältnisse in noch höheren Zahlen nieder. Diese Differenzen im Lohn und in der Lebensweise unterscheiden sich kaum von dem zwischen den leitenden Angestellten und den Arbeitern in den Ländern des Westens bestehenden Differenzen.

Unter den Bedingungen, da der Lohn für den Wert der Arbeitskraft zu 35 – 40 Prozent auf dezentralisierte Weise durch die Verteilung der Profite gebildet wird, da die Arbeitsnormen nicht einheitlich sind und ebenfalls dezentralisiert angewandt werden, da der materielle Anreiz zu Gunsten der neuen Bourgeoisie absoluten Vorrang genießt und da sich die Inflation vor allem wegen der Militarisierung der Wirtschaft, die ein Drittel des Nationaleinkommens verschlingt, ständig erhöht, hat die Gesellschaft die wirkliche Kontrolle über das Maß von Arbeit und Konsum, diese beiden Hauptschlüssel für eine sozialistische Wirtschaft, im Wesentlichen verloren.

Diese und eine Reihe weiterer Maßnahmen kapitalistischen Charakters, die als schöpferische Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Wirtschaftstheorie und – praxis ausposaunt wurden, zielten auf die Zerschlagung der sozialistischen Wirtschaftsbasis ab und führten sie schließlich auch durch.

Die Folgen dieses Kurses kann man im Alltag des Sowjetvolkes zu sehen bekommen. Auf dem Markt fehlt es an den notwendigsten Bedarfsartikeln; Inflation, Arbeitslosigkeit und Arbeitskräftefluktuation haben zugenommen; offizielle und versteckte Preiserhöhungen für verschiedene Waren sind festzustellen. Der Privatsektor der Wirtschaft ist ausgeweitet worden; dem ausländischen Monopolkapital sind Tür und Tor geöffnet worden; Schwarzmarkt, Spekulation, Unterschlagung, Bestechung und Betrug florieren.

Die heutige sowjetische Realität zeigt, dass die Entwicklung nicht dem ´Verschwinden der Klassenunterschiede` und der ´Schaffung einer neuen sozialen Einheit` entgegen geht, wie die Chruschtschow-Breschnew-Revisionisten propagieren, sondern einer tiefen gesellschaftlichen Differenzierung zwischen der neuen bürgerlichen Klasse, bestehend aus der Schicht der Bürokraten und Technokraten, und den breiten werktätigen Massen, die sich in der Position einer einfachen Produktivkraft befinden. Die Kluft zwischen ihnen vertieft sich ständig in dem Maße, wie sich die Ausbeutung der Werktätigen verschärft und wie sich die Profite der Bourgeoisie anhäufen. Durch diesen Zustand ist eine ganze Ideologie und Politik geschaffen worden, die das neue kapitalistische Ausbeutersystem rechtfertigt und schützt.

Die Macht der Sowjets gehört nicht mehr den Sowjets, den Arbeitern und Bauern. Sie ist ihnen entrissen worden und hat sich in eine ihnen als fremd gegenüber tretende Kraft für sich verwandelt. Auch formal haben die Chruschtschow-Revisionisten die Diktatur des Proletariats für liquidiert erklärt. Dem Staat haben sie den Namen ´Staat des ganzen Volkes` gegeben, um die Wirklichkeit zu kaschieren, denn er gehört nicht mehr dem Volk, sondern ist eine Diktatur der neuen sowjetischen Bourgeoisie. Der kapitalistische Charakter dieser Macht offenbart sich klar durch die ganze von ihr betriebene Innen – und Außenpolitik, eine Politik, die den Interessen der machthabenden bürgerlichen Klasse dient. Der sowjetische Staat, in dessen Händen sich die Hauptproduktionsmittel befinden und der sie gesamte Wirtschaft leitet, hat sich in einen Vertreter und Verteidiger der Interessen der herrschenden Klasse verwandelt.

Um ihre sozialistischen Masken zu wahren und ´um zu beweisen`, dass die Sowjetunion ein sozialistisches Land ist, erklären die Sowjet-Revisionisten, bei ihnen gebe es nur eine Partei, diese sei eine kommunistische Partei und ihre führende Rolle sei durch die Verfassung verankert. Die Tatsache, dass es nur eine führende Partei gibt und dass ihre ungeteilte Macht durch das Gesetz anerkannt wird, macht sie noch lange nicht kommunistisch. Es gibt zahlreiche bürgerliche Länder mit einer einzigen herrschenden Partei. Der Charakter einer politischen Partei definiert sich nicht durch ihre Stellung im Staat. Der Charakter einer Partei definiert sich in erster Linie, dadurch, welcher Klasse sie gehört und wem sie dient, von welcher Ideologie sie sich leiten lässt und welche Politik sie verfolgt.

Die Kommunistische Partei der Sowjetunion ist gegenwärtig die direkte Vertreterin der bürgerlichen Klasse an der Macht, sie übt die Macht in deren Namen aus, sie dient der Entwicklung und Festigung der restaurierten kapitalistischen Ordnung. Sie ist nur dem Namen nach kommunistisch. Das Beibehalten des Namens kommunistische Partei und die Verwendung einiger marxistischer Phrasen und sozialistischer Losungen sind von heuchlerischem, ja schlicht demagogischem Charakter. Das gehört zu jener betrügerischen Propaganda, die bemüht ist, die Massen in Finsternis zu halten und sie glauben zu machen, sie lebten im Sozialismus und nicht in einer kapitalistischen Unterdrücker – und Ausbeutergesellschaft. Aus Gründen der Tradition und der Tarnung oder einfach aus Gewohnheit sind vielen Parteien die Bezeichnungen ´demokratisch`, ´Volks-`, ´sozialistisch` usw. geblieben, während sie doch in Wirklichkeit ausgesprochen bürgerlich und reaktionär sind.

Die in der Sowjetunion betriebene revisionistische und kapitalistische Politik hat die alten Dämonen des Zarenreiches, etwa nationale Unterdrückung, Antisemitismus, slawischer Rassismus, orthodoxen religiösen Mystizismus, Militärkastenkult, Aristokratentum der Intelligenz, bürokratischen Tschinownismus [abgeleitet von Tschinownik; ursprünglich bürokratischer Beamter im zaristischen Russland – Anmerkung der Redaktion] usw. wieder zum Leben erweckt. Die Theorien der Sowjetrevisionisten über die Schaffung einer angeblich ´neuen historischen Gemeinschaft` des´einheitlichen Sowjetvolkes` sind gerade deshalb erfunden worden, um zu verbergen, dass die Realität voller tiefer sozialer, klassenmäßiger und nationaler Widersprüche ist.

Die Macht der sowjetischen Armee ist es, die heute in der Sowjetunion dominiert. Die forcierte Militarisierung des Lebens des Landes und die schwere Last der auf astronomische Zahlen gekletterten Rüstungsausgaben erschüttern die sowjetische Wirtschaft immer mehr, deformieren ihre Entwicklung und lassen das Volk verelenden.

Die Wiedererrichtung des Kapitalismus innerhalb des Landes musste unweigerlich auch zu einem großen Umsturz in der Sphäre der internationalen Beziehungen und der Außenpolitik der kommunistischen Partei und des sowjetischen Staates führen. Der Chruschtschow-Revisionismus verwandelte sich allmählich in eine Ideologie und Politik der neuen imperialistischen Supermacht, die Expansion, Aggression und Kriege zur Errichtung der Weltherrschaft rechtfertigen und verteidigen. Ausgeburt dieser Ideologie und Politik sind die berüchtigten Theorien über die ´begrenzte Souveränität`, die ´internationale Arbeitsteilung` und die ´wirtschaftliche, politische und militärische Integration` der Länder der so genannten sozialistischen Gemeinschaft, die diese Länder an Händen und Füßen fesselt und in Vasallenstaaten verwandelt haben. Diese Beziehungen nannte Breschnew auf dem 26. Parteitag der KPdSU ´Beziehungen zwischen den Völkern`, um auf diese Weise jegliche nationale und staatliche Identität zu verwischen.

Um seine expansionistischen Ziele zu realisieren, hat der sowjetische Sozialimperialismus eine Theorie geschaffen, der zufolge sich kein einziges Land ohne sowjetische Hilfe und Vormundschaft vom Imperialismus verteidigen und sich unabhängig entwickeln kann. Er spekuliert dabei mit der Losung der ´internationalistischen Hilfe`, um Aggressionen zu verüben und die Reichtümer anderer Länder zu rauben.

Die gesamte expansionistische, hegemonistische und aggressive Außenpolitik der sozialimperialistischen Sowjetunion ist ein weiteres Indiz und Zeugnis dafür, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine kapitalistische Ordnung ist, weil nur eine solche Gesellschaftsordnung eine solche Politik auf der internationalen Arena betreiben kann. Wie Lenin gesagt hat, ist die Außenpolitik die Fortsetzung der Innenpolitik; beide zusammen sind ein konzentrierter Ausdruck der im Lande bestehenden ökonomischen Verhältnisse. Die sozialistischen und kommunistischen Masken, die die Sowjet-Revisionisten noch immer beizubehalten suchen, werden ihnen angesichts ihrer kapitalistischen Wirklichkeit und der von ihnen betriebenen sozialimperialistischen Politik tagtäglich heruntergerissen.

Wie lange noch der große Betrug am sowjetischen Volk, dass es angeblich im Sozialismus lebt, andauern wird, wie lange noch die sowjetische Arbeiterklasse mit Illusionen leben wird, das hängt von vielen Faktoren ab, von inneren und äußeren. Aufschlussreich für die Situation, die den vom Chruschtschow-Revisionismus beherrschten Ländern bevorstehen, sind die Ereignisse in Polen. Tatsache ist, dass hier der Klassenkonflikt zwischen den Werktätigen und der machthabenden, von der revisionistischen Partei vertretenen bürgerlichen Klassen ausgebrochen ist. Unabhängig davon, wie sie von den Rechtskräften manipuliert worden ist, zeigt die Revolte der polnischen Arbeiterklasse im Kern, dass sie sich ihrer Stellung als unterdrückte und ausgebeutete Klasse bewusst geworden ist, dass die bestehende Macht in Polen einer ihr gegenüber antagonistischen Klasse gehört, dass der Sozialismus verraten worden ist. Wer wird nach Polen an die Reihe kommen ? Die Prozesse der Klassendifferenzierung gären in allen revisionistischen Ländern. Die Klassenkonflikte verschärfen sich rapide. Da macht auch die Sowjetunion keine Ausnahme, obgleich sie nach außen hin als das beständigste Land unter ihnen erscheint. Die Wunden, die die Restauration des Kapitalismus geschlagen hat, können nur durch den Sturz des Revisionismus und die Wiedererrichtung des Sozialismus geheilt werden.“



Ist die These Enver Hoxhas, dass der Sowjet-Revisionismus die gefährlichste Strömung des modernen Revisionismus geblieben ist, heute noch als Richtschnur für die Komintern / ML und die marxistisch-leninistische Weltbewegung gültig oder nicht ?

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Ist es heute vielleicht der chinesische Revisionismus, der kubanische oder der nord-koreanische Revisionismus usw. usf. ?

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Diese Frage muss eindeutig beantwortet werden.

Welche Strömung bildet heute die Hauptgefahr, welches ist heute die gefährlichste revisionistische Strömung ?

Welche revisionistische Strömung behält mehr als jede andere die marxistisch-leninistische Phraseologie bei.

Diese Frage ist von der Komintern / ML eindeutig beantwortet worden:

Der anti-revisionistische Hauptschlag muss gegen die Häutung des modernen Revisionismus geführt werden, gegen den verkappten modernen Revisionismus, gegen seine Wiedergeburt als Neo-Revisionismus, als Wegbereiter des kommenden Weltrevisionismus.

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Der sowjetische Revisionismus existiert nicht mehr als Weltzentrum des modernen Revisionismus an der Macht und ist deshalb auch nicht mehr der Hauptfeind in der internationalen kommunistischen Bewegung.

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Das heißt aber nicht, dass der sowjetische Revisionismus deswegen ungefährlich geworden ist und dass der Kampf gegen ihn eingestellt werden sollte. Er darf nicht eingestellt werden, denn er verfügt noch über nicht wenig Einfluss in der ehemaligen Sowjetunion und in der ganzen Welt, versucht er doch seine alten hegemonistischen Positionen zurück zu gewinnen. Insbesondere hat er sich gehäutet zum Neo-Sowjet-Revisionismus:

In Worten gegen den Chruschtschow-Revisionismus, in Taten seine Verteidigung und Wiederbelebung erstens um die revolutionäre Zurückeroberung des Sozialismus zu verhindern und zweitens, falls dies nicht verhindert werden kann, wieder an die Macht zu gelangen, sowohl in Russland als auch in der ganzen Welt.

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Trotz der Niederlage, die der Sowjet-Revisionismus historisch erlitten hatte, übt der Sowjet-Revisionismus noch immer Einfluss als ehemaliges Zentrum des modernen Revisionismus aus, das er gern zurück erobern möchte, dient er dem Neo-Revisionismus im eigenen Land wie auch in der ganzen Welt als Nährboden und Grundlage.

Die spekulative Berufung auf den Namen Lenin wurde auf den Namen Stalin ausgedehnt und damit die marxistisch-leninistische Phraseologie nur weiter vervollkommnet.

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Heute ist es historisch wichtig und notwendig, die ideologischen Wurzeln des Neo-Revisionismus insbesondere im Sowjet-Revisionismus aufzudecken, weil es dazu dient, alle anderen Opportunisten besser zu entlarven, die sich nach außen als Anti-Revisionisten ausgeben.

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Da wo der Sozialismus am stärksten war, also in der Sowjetunion, dauerte der revisionistische Entartungsprozess nicht nur viel länger als beispielsweise bei den Euro“kommunisten“, sondern musste deswegen auch die Maske des modernen Revisionismus viel „marxistisch-leninistischer“ aussehen, als irgendwo anders auf der Welt.

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Deswegen hat die marxistisch-leninistische Weltbewegung ja auch nicht ohne Grund den sowjetischen Revisionismus stets als den gefährlichsten, einflussreichsten und stärksten Zweig des modernen Revisionismus hervorgehoben und bekämpft.

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Es ist eine durch die historischen Tatsachen belegte Wahrheit, dass die Restauration des Kapitalismus um so schwieriger und langwieriger vor sich ging, je weiter der Sozialismus, je höher die Arbeiterklasse und ihre marxistisch-leninistische Partei entwickelt waren.

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Es ist ebenso eine unbestreitbare Tatsache:

Je tiefer und umfassender der Marxismus-Leninismus entwickelt und in den Massen verankert ist, desto schwerer ist es dadurch für den modernen Revisionismus, zu betrügen und das sozialistische Bewusstsein zu beseitigen, desto schwerer ist es für ihn, den Sozialismus in den Kapitalismus zu verwandeln.

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Je weiter sich die Klassen in einer sozialistischen Gesellschaft von ihrer Herkunft aus der alten kapitalistischen Klassengesellschaft gelöst haben, je freundschaftlicher und fester sich das Bündnis der beiden einzigen Klassen im Sozialismus, nämlich Arbeiter und Bauern, gestaltet, desto schwerer ist es für die Revisionisten, die ehemaligen verfeindeten kapitalistischen Klassenstrukturen mit Kapitalisten, Gutsbesitzern, Kulaken usw. usf, wieder herzustellen, desto schärfer wird der Klassenkampf im Sozialismus gegen die Restauration der alten Klassen geführt.

Das zeigte sich vor allem in der Sowjetunion Lenins und Stalins, als großes sozialistisches Land, als auch in Albanien des Genossen Enver Hoxha - als kleines sozialistisches Land.

Da, wo der Sozialismus am wenigsten Fuß fasste, wie zum Beispiel in Jugoslawien, da konnte der moderne Revisionismus am schnellsten und am leichtesten gedeihen und der Konterrevolution des Weltimperialismus viel schneller zur Hilfe eilen als das in der Sowjetunion möglich war.

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Die Komintern / ML leitete daraus die These ab, dass das sozialistische Bewusstsein, die sozialistische Wissenschaft, der Marxismus-Leninismus dort am längsten und gründlichsten nachwirkt, wo sie bereits auf höchster Stufe entwickelt waren.

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In der Sowjetunion Lenins und Stalins wie auch im Albanien Enver Hoxhas wurde der anti-revisionistische Kampf am schärfsten geführt und die Kritik am Revisionismus am weitesten entwickelt, was deswegen dort auch am weitesten nachwirkt und neu entfacht werden kann für die endgültige Abrechnung mit dem Revisionismus.

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Deswegen schenkt die Komintern / ML der neuerlichen sozialistische Revolution in der ehemaligen Sowjetunion und in Albanien große Aufmerksamkeit und Zuwendung.

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Die größten Verbrechen, die der moderne Revisionismus gegenüber dem Weltproletariat begangen hatte, war das Verbrechen an der heldenhaften Arbeiterklasse der Sowjetunion Lenins und Stalins und an der Arbeiterklasse des Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze.

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Das verpflichtet das Weltproletariat zur Solidarität und Unterstützung der Zurückeroberung des Sozialismus in diesen beiden Ländern.

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Das verpflichtet die Marxisten-Leninisten der ganzen Welt, den Kampf gegen den modernen Revisionismus, insbesondere in der ehemaligen Sowjetunion und in Albanien konsequent und unvermindert fortzusetzen, vor allem gegen die dort wieder auftretenden neuen revisionistischen Organisationen.

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Die Verletzung der Prinzipien der Verteidigung der Klassiker des Marxismus-Leninismus ist den Opportunisten dabei völlig egal, jeder Zweck heiligt die Mittel. Wer früher einmal Chruschtschows Personenkults, sodann der Verurteilung Stalins zugejubelt hat, der kann, wenn es die Zeit und die Umstände erfordern, Stalin wieder zujubeln und Chruschtschow wieder zu verurteilen usw. usf.

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Um damals die Macht zu erlangen, brauchten die Revisionisten Chruschtschow gegen Stalin.

Um die verlorene Macht der Revisionisten zurückzuerobern, brauchen sie Stalin im Kampf gegen den von ihnen zum „Verräter“ erklärten Chruschtschow.

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Wenn die Revisionisten dann ihre Macht zurückerobert haben, werden sie Chruschtschow wieder „rehabilitieren“.

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Das ist die Logik und Taktik von hemmungslosen und durchtriebenen prinzipienlosen Banditen und Scharlatanen.

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Sie machen sich den Marxismus-Leninismus wieder zunutze, um ihren alten Sozialfaschismus und Sozialimperialismus zurückzuerobern.

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Wie sah es nun mit den sowjetischen Marxisten-Leninisten im Kampf gegen den modernen Revisionismus aus? Enver Hoxha sagte in seinem Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 227, dt. Ausgabe):

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Nach Stalins Tod begannen die in den Reihen der KPdSU mit Chruschtschow an der Spitze getarnten Konterrevolutionäre sich zu regen, zu komplottieren und sich zu reorganisieren, um die Macht zu ergreifen. Den sowjetischen Marxisten-Leninisten und der Führung der KPdSU ermangelte die Wachsamkeit und die revolutionäre Entschlossenheit, sie gingen in das Intrigennetz der Revisionisten und der Renegaten Chruschtsachow, Mikojan, Breshnew usw., die ihren konterrevolutionären Putsch ausführen konnten. Die Leute in der Führung der KPdSU verloren langsam nicht nur die Wachsamkeit, sondern zeigten sich auch sehr apatisch und ängstlich gegenüber der sich ankündigenden revisionistischen Konterrevolution. Sie stützten sich nicht auf die Partei und auf die Massen, sondern begannen zu schachern, Konzessionen zu machen und sich Illusionen hinzugeben in der Richtung einer falschen ´demokratischen` und opportunistischen Lösung, um angeblich die unterminierte ´Einheit` und das ´Prestige` zu retten, welche im Begriffe waren, vernichtet zu werden“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, Seite 227).

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Seitdem gibt es in der ehemaligen Sowjetunion keine bolschewistische Partei Leninschen und Stalinschen Typ mehr, wenn auch einzelne tapfere, aufrechte Marxisten-Leninisten und einige marxistisch-leninistische Gruppierungen ( wie die Gruppe der „Bolschewiki“ in den 60er/70er Jahren).

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Heute gibt es hunderte verschiedene revisionistische Splitter-Organisationen in Russland, sogar die Faschisten bedienen sich Lenins und Stalins (Nationalbolschewisten). Zum Teil handelt es sich um maoistisch beeinflusste Gruppierungen, die sich Stalins bedienen und insbesondere auch einen gefährlichen versöhnlerischen Kurs gegenüber Enver Hoxha und der PAA eingenommen haben. Diese neuen revisionistischen Organisationen in Russland haben zum Teil internationale Kontakte, insbesondere zu ihnen entsprechenden revisionistischen Parteien im Westen. So ganz besonders zu der revisionistischen Partei der Arbeit Belgiens, die zu einem gefährlichen, revisionistischen internationalen Zentrum herangewachsen ist.

Aber wie gesagt, gibt es in Russland zur Zeit noch keine echte hoxhaistische Partei und auch keinen Kampf gegen den Neo-Revisionismus, fehlt es dort an entsprechenden Informationen und Dokumenten über den Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung unter der Führung des Genossen Enver Hoxha, insbesondere an Schulungsmaterial über den Kampf gegen den modernen Revisionismus, über den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus usw. usf. Um die Verbreitung des Hoxhaismus insbesondere in Russland und in der ganzen Welt haben sich die russischen Genossen von www.enverhoxha.ru große Verdienste erworben. Sie schufen eine hervorragende Waffe im Kampf gegen den Weltrevisionismus im Allgemeinen und gegen die Restauration des Revisionismus an der Macht in Russland im Besonderen.

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Insofern haben die Revisionisten in Russland es heute schwerer, die Bewegung zu spalten und in die Irre zu leiten, die marxistisch-leninistische Partei zu degenerieren und zu vernichten und ihren Wiederaufbau zu erschweren und zu sabotieren, und den restaurierten Kapitalismus zu erhalten. Die Revisionisten werden ihr Ziel in Russland niemals erreichen, die Leninschen Prinzipien des Aufbaus der bolschewistischen Partei auszulöschen und die Restauration des Sozialismus zu verhindern.

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Auf dem Weg der Annäherung und der Zusammenarbeit der Revisionisten der verschiedenen Länder gibt es tiefe Meinungsverschiedenheiten, Momente der Konfrontation, gibt es gegenseitige Angriffe und Beschimpfungen. Doch in keinem Fall handelte und handelt es sich um marxistisch-leninistische Standpunkt , sondern vielmehr um verschiedenste Positionen des Antikommunismus, die von engen bürgerlichen und chauvinistischen Interessen bestimmt werden.

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Das neu entstandene Vakuum der offen ins Lager der Kapitalisten übergegangenen ehemaligen Kräfte des modernen Revisionismus musste von der Weltbourgeoisie gefüllt werden für die auf sie zu kommende Zeit der Zurückeroberung des Sozialismus durch die Arbeiterklasse.

So hat sich die russische Bourgeoisie in ihrem neuen Herrschaftssystem aus gutem Grund ihre revisionistische Partei aufrecht erhalten und viele revisionistischen Splitterparteien hinzu gegründet, um den Wiederaufbau einer wahrhaft bolschewistischen Partei, die sich von den Lehren Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha leitet, zu erschweren.





Die so genannte „Revisionismus-Kritik“ der Sowjetrevisionisten

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Um die Sowjetrevisionisten vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus zu entlarven und zu bekämpfen, muss man ihnen zuallererst ihre Maske des „anti-revisionistischen Kampfes“ herunterreißen, hinter dem sie ihren Revisionismus zu verbergen versuchten und hinter dem sie sich mit neuen Masken (Stalin, zum Teil sogar Enver Hoxha) erneut verbergen.

Diese Maske diente den modernen Revisionisten und dient ihren heutigen Nachfolgern nur zu dem Zweck, nämlich dem Anti-Revisionismus der Marxisten-Leninisten den Wind aus den Segeln zu nehmen und ihn besser liquidieren zu können, um dadurch den eigenen Revisionismus besser zu schützen, damit sich die Restauration des Kapitalismus ungehindert zu Ende führen ließ bzw. die Restauration des Sozialismus zu untergraben.

Vor allem diente diese Maske dazu, das internationale revisionistische Bollwerk gegen das sozialistische Albanien und gegen die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxhas zu erhalten, zu stärken und weiter auszubauen.

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Wir dürfen nicht vergessen, dass diese ausgefeilte Taktik des modernen Revisionismus deswegen unvermeidlich geworden war, weil die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxhas großen Druck auf die Weltbewegung der modernen Revisionisten ausübte und diese dazu ja erst gezwungen hatten, ihren Revisionismus mit der Maske des „Kampfes gegen den Revisionismus“ zu tarnen.

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Diese Taktik begannen die Sowjetrevisionisten also hauptsächlich erst mit den 60er Jahren (mit Ausnahme gegenüber Jugoslawien, dem gegenüber sie schon vorher die Maske des Kampfes gegen den modernen Revisionismus aufgesetzt hatten) , in den Jahren also, wo die Marxisten-Leninisten auf der ganzen Welt das offene Feuer gegen den modernen Revisionismus entfachten, was sich ausdrückte in der Neugründung vieler marxistisch-leninistischer, anti-revisionistischer Parteien.

Damit hatten die Sowjet-Revisionisten nicht gerechnet. Dies führte auch zur zweiten Machtphase des modernen Revisionismus in der Sowjetunion (Breschnew-Ära) ( die chinesischen Revisionisten halfen ihnen dann in ihrer Not, indem sie die marxistisch-leninistische Bewegung auf das „anti-revisionistische Gleis“ von Mao Tsetung umzulenken versuchten, was nur zum Teil gelang, da die marxistisch-leninistische Weltbewegung dies durchschaute und sodann das Feuer auf den chinesischen Revisionismus eröffnete!)), nachdem sie durch jahrelange Vorbereitungen im eigenen Land relativ leichtes Spiel hatten und sich dort keine neue marxistisch-leninistische Partei entwickeln konnte.

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Woran sich übrigens bis heute leider noch nichts geändert hat, zumal die Neo-Revisionisten in der Sowjetunion das Ihrige dazu beigetragen haben und weiter dazu beitragen.

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Seit dem Tod des Genossen Stalin gibt es treue Anhänger Stalins und des Marxismus-Leninismus, gibt es revolutionäre Kräfte, die ehrlich und marxistisch-leninistisch gegen den Revisionismus kämpfen.

Sie werden wieder die bolschewistische Partei aufbauen, allen revisionistischen Einflüssen zum Trotz, der vorherrschen und zwar nachhaltig.

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Den Revisionismus hinter der Maske des „Anti-Revisionismus“ zu verbergen, das ist heute immer noch eines der wichtigsten Merkmale des internationalen Revisionismus, eben weil er nicht nur als eine Verteidigungswaffe ( zB. zur Rechtfertigung der antagonistischen Widersprüche im revisionistischen System), sondern vor allem als Angriffswaffe gegen die Marxisten-Leninisten eingesetzt werden musste.

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Die sowjetische Revision der marxistisch-leninistischen Theorie über den modernen Revisionismus war die ausgefeilteste und kompletteste `Theorie` und Praxis der internationalen revisionistischen Konterrevolution.

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Man kann daher den so genannten „Anti-Revisionismus“ der heutigen internationalen revisionistischen Bewegungen, den Neo-Revisionismus, gar nicht konsequent bekämpfen, wenn man dessen sowjet-revisionistische Wurzeln nicht ausreißt. Das gilt ganz besonders für die gegenwärtige Entwicklung der neo-revisionistischen Bewegung innerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Revisionismus erzeugt Revisionismus und wird immer wieder Revisionismus erzeugen.

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Je mehr wir uns der Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Revisionismus nähern, desto mehr wird sich der Kampf gegen den Revisionismus dramatisch zuspitzen, desto heftiger wird der Kampf zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus geführt werden.

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Das ist ein Gesetz des Klassenkampfes, und begründet im Aufbäumen der herrschend Klasse vor ihrem herannahenden und bevorstehenden Untergang.

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Auffällig ist, dass die Sowjetrevisionisten in den eigenen vier Wänden nicht viel Aufhebens machten, was konkret die Mobilisierung des Kampfes gegen den Revisionismus anging, und es gibt nun mal keinen abstrakten Revisionismus, weil er immer nur konkret existiert.

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Die Sowjetrevisionisten leugneten den Einfluss des Revisionismus in ihrem eigenen Land, denn sie hatten ja „alles im Griff“, hielten es nicht für opportun, ihr Prestige aufpolieren zu müssen – sie hielten sich für „unfehlbare, souveräne, unangefochtenen“ Führer. Wenn sie vom Revisionismus sprachen, dann entweder abstrakt oder höchstens vom „Revisionismus in der internationalen kommunistischen Bewegung“ oder in diesem oder jenen Land. Sie betrachteten sich darin selber als die „anti-revisionistische Lehrmeister“ mit ausgeprägtem Sendungsbewusstsein im revisionistischen Lager.

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Die erste „Korrektur“ oder „Wendung“ der sowjetrevisionistischen Maske vollzog sich mit dem Wechsel vom Chruschtschowismus zum Breschnewismus, was dem Wesen nach gar keine Korrektur oder Wendung in dem Sinne war: „weg vom Revisionismus - zurück zum Marxismus-Leninismus, Rückkehr zur stalinschen Linie“, sondern auf gleicher revisionistischer Linie ein qualitativer Sprung zu einer neuen Zerfallsstufe der sozialistischen Gesellschaft, die Errichtung der sozialfaschistischen Militärdiktatur unter dem Vorwand der „Verteidigung der Ideen der proletarischen Diktatur“, die Errichtung des Sozialimperialismus zur Ausbeutung der Völker unter dem Vorwand des „sozialistischen“ und „proletarischen“ „Internationalismus“.

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Die sowjetische Gesellschaft hatte sich schon so weit vom Sozialismus entfernt, dass dem Restaurationsprozess einfach die alten Chruschtschowschen Stiefel zu eng wurden, und dieser in Breschnews Stiefeln viel mehr Platz finden sollte.

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Es war also nur insofern eine Korrektur oder Wendung, um der Restauration des Kapitalismus die sozialistischen Bremsklötze aus dem Weg zu räumen und sie beschleunigen zu können. Natürlich haben die Sowjetrevisionisten, dies sorgsam zu verbergen versucht – nicht etwa durch Verschweigen, sondern großspuriges Propagandagetöse:

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einmal,

um sich dem Westen weiter zu öffnen und leichter und vorteilhafter ins Geschäft zu kommen;

zum Anderen,

um dem sozialistischen Lager zu „beweisen“, dass die Sowjetunion zu „ehrlicher Kritik und Selbstkritik“ fähig sei und im „Leninschen Sinne“ aus Fehlern lernen würde und diese korrigieren könne.

Drittens

wollte man diejenigen Schäfchen wieder in den revisionistischen Stall locken, die durch die Chruschtschowschen Verleumdungen gegen Stalin verschreckt worden und entweder unzufrieden oder enttäuscht waren. Das waren aber keine Marxisten-Leninisten, sondern oppositionelle Revisionisten, Nationalisten usw., die sich entweder nicht an den Westen verkaufen wollten, oder denen der Weg zum Kapitalismus zu schnell ging, von denen sich manche auch in der „national geschützten, freien Nische“ zwischen Sozialismus und Kapitalismus einfach geborgen und wohl fühlten und dort bleiben wollten. Der Name Stalin sollte im nationalistischen Sinne vom Weg in den Westen abschrecken, aber sie waren deswegen keineswegs Freunde des Stalinschen Bolschewismus.

So gab es auch im Westen solche Leute, die „weder ganz im Sozialismus noch ganz im Kapitalismus“ leben wollten und sich irgendein System „dazwischen“ erträumten. Das waren überwiegend Kleinbürger, die zwischen Proletariat und Bourgeoisie schwankten und die „friedliche Koexistenz“ zwischen beiden wünschten zum eigenen Vorteil ihrer Klasse.

Um nicht unnötig Kräfte an die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxhas zu verlieren , sollte Breschnews „Annäherung“ wieder Vertrauen erwecken und dem feindseligen, provokativen Ton gegenüber Stalin entschärfen. Diese breschnewistische Maske musste jedoch früher oder später ebenfalls fallen, auch wenn sie wesentlich feiner herausgearbeitet war als die chruschtschowianische – das war unvermeidlich, wenn man den Kurs der Restauration des Kapitalismus beibehalten wollte (und sie fiel dann ja auch spätestens komplett seit Gorbatschow).

Viertens

wollte man mit dem Breschnewismus auch eine „Versöhnung“ mit der „abgespalteten“ marxistisch-leninistischen Bewegung erreichen, worauf Mao Tsetung abfuhr, indem er die Polemik gegen die Sowjetrevisionisten sofort zurückschraubte, ja vorübergehend sogar fast völlig einstellte, was die Albaner natürlich kritisierten und die chinesischen Revisionisten zwang, zumindest halbherzig die Polemik gegen den Sowjetrevisionismus wieder aufzunehmen. Der neue Breschnewismus sollte den Eindruck erwecken, als ob die Sowjetrevisionisten „vernünftig“ geworden wären und man mit ihnen wieder zusammenarbeiten könnte. Ihnen schwebte natürlich nur eine solche „Einheit“ vor, um die damit einzuverleibenden Kräfte zu ködern. Die ganze Demagogie der angeblichen Bekämpfung des Revisionismus und der angeblichen Rückkehr zu den leninistisch-stalinistischen Stellungen, brauchte die revisionistische Sowjetführung damals und die neuen Sowjetrevisionisten heute, um ihre vollständige Umwandlung bzw. Rückverwandlung eines sozialfaschistische System zu tarnen.

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Inzwischen sind die Sowjetrevisionisten seit vielen Jahren, insbesondere nach der vollständigen Umwandlung in den neuen russischen Kapitalismus, dazu übergegangen, Stalin mehr oder weniger zu „rehabilitieren“, um sich mit der Maske Stalins zu tarnen, nachdem der moderne Revisionismus an der Macht seine Schuldigkeit historisch getan hatte und die neuen Kremlzaren abdanken mussten. Wo aber bleibt die ehrliche Selbstkritik dieser Leute, die wieder „ihr Herz für Stalin“ entdeckt haben ?

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Wenn sie „Selbstkritik“ üben, muss man sie unbedingt an ihren Taten messen und niemals an ihren Worten, die ja nur ihre schwarze anti-stalinistische Vergangenheit verbergen sollen.

Auffällig an der sowjetrevisionistischen Spielart des „Anti-Revisioinismus“ ist die so genannte „Kritik am ´linken` Revisionismus“ in Abgrenzung und Gegenüberstellung, aber auch im Zusammenhang und in Einheit mit der so genannten Kritik am „rechten“ Revisionismus. Dabei nimmt die „Kritik am ´linken` Revisionismus“ den größten Teil ein und wird auch am ausführlichsten, häufig sogar als erstes abgehandelt. Form und Inhalt dieser Aufteilung hat nicht rein zufällig verblüffende Ähnlichkeit mit Dimitroffs Vorgehensweise, insbesondere seit der Periode des VII. Weltkongress der Komintern.

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Es ist also nicht verwunderlich, dass gerade eine derartige Unterteilung des Revisionismus in den revisionistischen Parteien der ganzen Welt nicht wenig Einfluss hatte und ihr deswegen besondere Bedeutung zukommt. Da sich die sowjetischen modernen Revisionisten mit dem „Marxismus-Leninismus“ tarnten, formulierten sie die revisionistische Kritik am Sowjetrevisionismus von rechts als „rechten“ Revisionismus, während sie die Kritik am Sowjetrevisionismus vom Standpunkt der Marxisten-Leninisten aus mit der Kritik der wirklich ´linken` Opportunisten in einen Topf des „´linken` Revisionismus“ warf. Die modernen Revisionisten benutzten die revisionistischen Abgrenzungsformen ihres so genannten „´rechten` und ´linken` Revisionismus“ nur dafür, sich gegen den Marxismus-Leninismus taktisch klüger positionieren zu können, wobei diese Taktik selbstverständlich mit der Maske des „´linken` Revisionismus“ getarnt wurde. Die Sowjetrevisionisten bedienten sich dabei verschiedener Formulierungen wie „´linker` Opportunismus“, „Linksopportunismus“, „linksopportunistischer Dogmatismus“, „Dogmatismus“, „Doktrinarismus“ „´linker` Radikalismus“, „´linkes` Abenteuertum“, „Linkssektierertum“, „Sektierertum“ oder solcher demagogischen Schimpfwörter wie „´linke` Schreihälse“ usw. usf. Was sie allerdings mit der zentralen Bezeichnung „Dogmatismus“ in Wahrheit verbanden, war die Prinzipienfestigkeit des Genossen Stalin gegenüber dem Revisionismus. So hieß es in der von den Sowjetrevisionisten herausgegebenen Geschichte der Philosophie, Band VI, Seite 335, dt. Ausgabe, Berlin 1967: „In der zweiten Hälfte der 50er Jahre wurde der Dogmatismus durch die Beschlüsse des XX. Parteitags der KPdSU in die Schranken verwiesen.“ Mit dem so genannten „Dogmatismus“ führten die Sowjetrevisionisten in Wahrheit ihren ideologischen Krieg zur Vernichtung des Marxismus-Leninismus.

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Die Sowjetrevisionisten versteckten sich zunächst hinter der Maske der Moskauer Beratung der 81 Kommunistischen und Arbeiterparteien von 1960 (die als internationale kommunistische Generallinie bekanntlich in korrekter Weise den Revisionismus, die rechte Abweichung, als Hauptgefahr in der Kommunistischen Weltbewegung verurteilte), um diese angeblich vor der „´linken`Abweichung“ durch die Albaner und Chinesen zu „verteidigen“.

In Wirklichkeit aber waren es die Sowjetrevisionisten selber, die die Moskauer Erklärung mit Füßen traten und die kommunistische Weltbewegung spalteten: „In dieser Auseinandersetzung lassen sich zwei Perioden unterscheiden: die erste umfasst die zweite Hälfte der 50er Jahre, als für die kommunistische Bewegung der rechte Opportunismus die Hauptgefahr war, die zweite dauert seit 1960 an, in ihr rückt der Kampf gegen den ´linken` Opportunismus an die erste Stelle“ (ebenda, Seite 324).

Mit dieser Taktik glaubten die Sowjetrevisionisten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können:

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1.

die Marxisten-Leninisten ( vor allem die Albaner) wie auch jene neuen Revisionisten, die sich ebenfalls der Führungsrolle der sowjetischen Revisionisten nicht unterordnen wollten, (wenn auch nicht aus marxistisch-leninistischen Gründen, sondern aus dem einzigen Grund, sich von niemandem den eigenen revisionistischen Weg vorschreiben zu lassen - vor allem die Chinesen) als Minderheit unter Druck zu setzen, sie zu isolieren und sie sich vom Halse zu schaffen, um die sowjetrevisionistische Führungsposition in der Kommunistischen Bewegung zu behaupten und

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2.

ihren eigenen Revisionismus hinter der Moskauer Erklärung zu verbergen, das heißt die Spaltung der Kommunistischen Bewegung mit der „Verteidigung der Moskauer Erklärung gegen den ´linken` Opportunismus“) zu rechtfertigen und den Revisionismus für „besiegt“ zu erklären. Dies war natürlich ein leicht durchschaubares Täuschungsmanöver, denn die Hauptgefahr der Moskauer Erklärung richtete sich nun mal eindeutig gegen den Revisionismus, gegen rechts, während die sowjetrevisionistischen „Verteidiger“ sie mal kurzerhand ins Gegenteil verkehrten und daraus eine „linke“ Hauptgefahr, einen Hauptkampf gegen den „linken“ Opportunismus machten, ohne dass dazu jemals eine internationale Beratung stattfand, die das beschlossen hätte.

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Bis heute hält die marxistisch-leninistische Weltbewegung an der These der Moskauer Erklärung fest, dass die Hauptgefahr in der Kommunistischen und Arbeiterbewegung der Revisionismus ist, also die rechte Gefahr. Das hat sich historisch als richtig erwiesen.

Die „linke“ Hauptgefahr war nur ein taktisches Manöver der Revisionisten gegenüber den Marxisten-Leninisten, war das reale Abbild des Revisionismus im Spiegel der Moskauer Erklärung. So wird denn in der von den Sowjetrevisionisten herausgegebenen Geschichte der Philosophie, Band VI, Seite 335, dt. Ausgabe, Berlin 1967 nicht etwa aus der Moskauer Erklärung von 1960 die rechte Hauptgefahr zitiert, nein der Leser ahnt es schon - es wird die Gefahr des Dogmatismus und des Sektierertums zitiert, wobei besonders auf jene Stelle Wert gelegt wird , in der es heißt: dass „`Dogmatismus und Sektierertum ... in dieser oder jener Entwicklungsphase einzelner Parteien zur Hauptgefahr werden` können“ (Geschichte der Philosophie, Band VI, Seite 335, dt. Ausgabe, Berlin 1967 - zerstückeltes Zitat aus der originalen Erklärung der Beratung von Vertretern der kommunistischen und Arbeiterparteien. November 1960, Seite 62).

Die Sowjetrevisionisten führten mit folgender fadenscheinigen Begründung die Moskauer Erklärung ad adsurdum: „Da sich die dogmatischen und linkssektiererischen Auffassungen verbreiteten, wurde der ´linke` Opportunismus nicht nur zur Hauptgefahr einzelner Parteien, sondern der kommunistischen Weltbewegung überhaupt“ (Geschichte der Philosophie, Band VI, Seite 335, dt. Ausgabe, Berlin 1967 , Seite 336).

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Die Sowjetrevisionisten machten ihren XX. Parteitag selbstherrlich zur „Generallinie der kommunistischen Weltbewegung“, zu einem historischen (historisch für den modernen Revisionismus an der Macht!!) Parteitag, der eine Periode des „neuen Kräfteverhältnisses“, „friedliche Koexistenz“, „friedlicher Wettbewerb der beiden Systeme“, „friedlicher Weg zum Sozialismus“, „Staat und Partei des ganzen Volkes“, „Welt ohne Waffen“, „friedliebender Imperialismus“ usw. usf. einleiten würde. Daraus leiteten sie die Entstehung des „linken“ Opportunismus ab. Denn das Typische daran sei ja, dass die „Dogmatiker“die „veränderten Bedingungen“ ignorieren und stattdessen darauf pochen, den alten längst vom XX. Parteitag überholten Stalinschen Kurs beizubehalten, also den marxistisch-leninistischen Kurs, „der früher mal richtige gewesen sein mag, aber nicht mehr in die moderne Zeit passe, und nur weil er früher richtig gewesen sei, für alle Zeiten richtig sein und nicht mehr weichen will“

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Hier wurde genau der oben erwähnte Dimitroff-Trick wiedergeboren, nämlich die Revision der antifaschistischen Einheitsfronttaktik der Komintern (Sozialfaschismus-Kritik, so genannnte „Dritte Periode“ usw, usf), ihr versöhnlerischer Versuch, die Einheitsfront an die Bedürfnisse der bürgerlichen Arbeiterbewegung, dem Sozialdemokratismus, anzupassen (=Auflösung der eigenständigen kommunistischen Organisationen): Der VII. Weltkongress war gleichfalls als“ historischer Kongress“ gegen Faschismus und Krieg gefeiert worden und er postulierte die „neuen Kräfteverhältnisse“ und damit die grundsätzliche Abkehr von der marxistisch-leninistischen, proletarischen Einheitsfronttaktik, die die Komintern bislang in diesem Kampf geführt hatte. Die alte marxistisch-leninistische Linie des 6. Kongresses wurde zwar nicht offen angegriffen, aber für „überholt“ erklärt wegen der “ veränderten neuen Bedingungen“. Das lief dann im Prinzip auf nichts anderes hinaus, als auf das, was wir oben über den Missbrauch der Moskauer Erklärung durch die Sowjetrevisionisten geschrieben haben – nämlich eine neue Grundlage für den Kampf gegen den Marxismus-Leninismus mit Hilfe der Taktik des Kampfes gegen „Dogmatismus“ und „Sektierertum“- Näheres in der „Generallinie“ der Komintern/ML.

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Insofern würde sich dann auch der „´linke` Opportunismus“ nach dem XX. Parteitag schädlich auf die Kommunistische Weltbewegung ausgewirkt haben, da er es den reaktionären Kräften im Westen angeblich leicht gemacht habe, die Sowjetunion und die Kommunistische Weltbewegung um so massiver anzugreifen. Wenn es also in der Sowjetunion Probleme gab, konnte man das auf die „linken“ Dogmatiker schieben. Diese Demagogie gegenüber den Marxisten-Leninisten war schon immer die Lieblingswaffe der Revisionisten.

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Die sowjetischen modernen Revisionisten wandten sie am meisterhaftesten an, indem sie das Kunststück fertig brachten, Stalin und den Marxismus-Leninismus „mit Lenin und seinem Kampf gegen den Dogmatismus“ zu bekämpfen. Der Gipfel ist dabei, dass die Sowjetrevisionisten ausgerechnet das Kleinbürgertum als soziale Basis für die Verteidigung Stalins (sprich für seinen „Dogmatismus“) auszumachen glaubten (ebenda, Seite 337). „Die ´linksopportunistische` Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha – als Vertreterin des ´kleinbürgerlichen` Einflusses auf die kommunistische Weltbewegung“, so entstellten die Sowjetrevisionisten damals den Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen das Lager der Sowjetrevisionisten. Übrigens :Wer hätte damals auf dem XX. Parteitag ahnen können, dass die Revisionisten von heute sich die Maske „Stalin“ aufgesetzt haben, um damit Stalin zu bekämpfen – bis zur Maske „Enver Hoxha“ gegen den 5. Klassiker Enver Hoxha ist das nicht mehr weit entfernt !

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Als bürgerliche ideologische, anti-marxistische und konterrevolutionäre Strömung war der moderne Revisionismus inzwischen so stark diskreditiert worden, dass auch die Häupter des modernen Revisionismus selbst, vor allem jene der Sowjetunion, den Ausdruck „Revisionist“ zu gebrauchen anfingen, um ihre gemäßigteren und liberaleren, reformistischen Alliierten (zum Beispiel Dubtschek) zu kritisieren, aber auch für den innenpolitischen Gebrauch.

Keiner hat den Sozialismus in der Sowjetunion schärfer angegriffen und abscheulicher verleumdet als die Sowjetrevisionisten selbst. Die, die zu forsch an die Restauration des Kapitalismus ranzugehen versuchten, wurden wegen ihres „Revisionismus“ in die hinteren Reihen verschoben. Wenn`s gar zu brenzlig wurde, entfiel ihnen sogar irgendein Wort, dass „der Revisionismus die Hauptgefahr“ bilde, zum Beispiel als sie ihren Überfall 1968 auf die Tschechoslowakei maskierten. Als Titos Jugoslawien die Dubtschek-Clique gegen den sozialimperialistischen Einfall unterstützte, fiel es den Sowjetrevisionisten ein, das jugoslawische „sozialistische Bruderland“ als „Inkarnation des Revisionismus“ zu bezeichnen. Dabei hatten die Sowjetrevisionisten hinter den Kulissen mit der Tito-Clique seit langem zusammengearbeitet, um nach der „Niederwerfung“ der Konterrevolution in Ungarn 1956, den Konterrevolutionär Kadar ans Ruder zu bringen. Das war ein weiterer Akt der sowjetrevisionistischen Selbstentlarvung. Die Sowjetrevisionisten warfen ihren revisionistischen Widersachern vor, Inspiratoren und Helfer der Konterrevolution zu sein, womit sie natürlich Recht hatten, aber davon wollten sie nur von sich selber ablenken, denn sie waren die größten und gefährlichsten revisionistischen Konterrevolutionäre der ganzen Welt.

Wenn ein Land des revisionistischen Lagers auf dem kapitalistischen Weg schneller voranschreiten wollte (, das heißt die Tür zum Westen weiter öffnen wollte), als die Sowjetunion, wurden sie mit Zuckerbrot und Peitsche und notfalls mit Panzern von den Sowjetrevisionisten zurückgepfiffen, die natürlich nur den „Sozialismus im Kampf gegen den Revisionismus“ verteidigten.

Infolge der Verallgemeinerung der Erfahrungen aus der revisionistischen Tragödie, die sich in der Sowjetunion und in anderen revisionistischen Ländern abspielte, haben die Marxisten-Leninisten den Schluss gezogen, dass dem Sozialismus die Gefahr nicht nur von der äußeren imperialistischen Aggression und der bewaffneten Konterrevolution der Ausbeuterklassen und ihrer Überreste, sondern auch von der bürgerlich-revisionistischen Entartung „im Stillen“, welche das Ergebnis der bürgerlichen Ideologie im Innern und de imperialistischen Drucks von außen ist, kommt. Die Anstrengungen der Sowjetrevisionisten, um die „friedliche“ Konterrevolution als eine „neue historische Erscheinung“ hinzustellen, welche die tschechoslowakischen Ereignisse zum Beispiel bestätigten, war ein Versuch, um einerseits ihre Aggression gegen das tschechoslowakische Volk zu rechtfertigen und andererseit die „friedliche“ Konterrevolution in der Sowjetunion selbst zu tarnen, die sie selbst realisiert hatten. Dabei ist die „friedliche“ Konterrevolution nur eine von oben, von dem degenerierten und bürokratisierten Kader der neuen herrschenden Klasse und ihrer Partei durchgeführte Konterrevolution. Während die Sowjetrevisionisten die Gefahr der „friedlichen“ Konterrevolution auch nach der Liquidierung der Ausbeuterklassen zugeben mussten, propagierten sie auf dem XXII. Parteitag, dass „ in den volksdemokratischen Ländern die ökonomisch-sozialen Möglichkeiten für die Restauration des Kapitalismus liquidiert seien.“ Beide Thesen waren nur Bluff. Eben um ihren Bluff zu tarnen, war die revisionistische Sowjetführung stets bestrebt, die Illusion zu erwecken, als ob sie angeblich auf den leninschen Positionen des Zweifrontenkrieges stehe, als ob sie gegen die Rechten, die Revisionisten, und gegen die Linken, die „Dogmatiker“, Abenteurer usw. kämpfe.

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Die Revision des leninschen Zweifrontenkampfes und dessen Anpassung an den Kampf der Bourgeoisie gegen den Marxismus-Leninismus, muss man vollständig aufdecken und das wahre sozial-faschistische Gesicht des Sowjetrevisionismus enthüllen.

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Die Sowjetrevisionisten sprachen von der Konterrevolution in den anderen revisionistischen Ländern, verloren darüber im eigenen Land kein Wort. Das Leben, die Tatsachen und die Erfahrungen des revisionistischen Verrats selbst zeigen, dass der Klassenkampf nicht nur nach der Liquidierung der Ausbeuterklassen, nicht nur nach der Liquidierung des Sozialismus, sondern auch eine gewisse Zeit nach dem Sieg des Kommunismus auf weltweiter Ebene weitergeht, eben solange es noch den Einfluss der bürgerlichen Ideologie gibt. Deshalb kann der vollständige Sieg des Sozialismus und Kommunismus nur dann erzielt und gesichert werden, wenn u.a. der vollständige Sieg der sozialistischen Ideologie über die bürgerliche Ideologie in jedem einzelnen Land und auf Weltebene garantiert ist.

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Und so war es dann auch „nicht dasselbe“, wenn ein Land des revisionistischen Lagers den Kampf gegen „Dogmatismus“ und „Sektierertum“ auf eigene Faust führen wollte. Wenn sich in den Vasallenstaaten tatsächlich marxistisch-leninistische Bewegungen und Organisationen zeigten, dann waren es die KGB-Leute, die davon zuerst erfuhren und ihren Bruderländern entsprechende Befehle erteilten wie damit umzugehen sei. So war es auch bei der KPD/ML-Sektion DDR. In der Festschrift zum 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML heißt es:

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Anti-Revisionismus heißt für die Konterrevolution Kapitalismus, für die Revolution aber Sozialismus. Und so bleibt uns vorerst hervorzuheben, dass die Sektion DDR der KPD/ML die erste und einzige marxistisch-leninistische Partei war, die in einem revisionistischen Land unter den illegalen Bedingungen des Sozialfaschismus an der Macht aufgebaut wurde. Allein diese Tatsache beweist, welche große Bedeutung die Sektion DDR der KPD/ML für den weltrevolutionären, anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und insbesondere in den revisionistischen Ländern hatte und für immer haben wird“ (Internet-Web-Seite der KPD/ML – Zentralorgan „Roter Morgen“).

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Wenn es aus der Reihe zu tanzen versuchte, gab`s Druck von Moskau, die den Kampf gegen „Dogmatismus“ und „Sektierertum“ gepachtet zu haben schienen. Nur das revisionistische China wagte es, den Sowjetrevisionisten deren Hegemonie des „anti-revisionistischen Kampfes“ abspenstig zu machen und seine eigene Theorie und Taktik gegen den „linken“ Opportunismus (sprich: Kampf gegen den Marxismus-Leninismus) aufzustellen. Man darf nicht außer Acht lassen, dass die kapitalistische Restauration um so umfassender, reibungsloser und schneller vonstatten ging, je besser und ausgeklügelter die „marxistisch-leninistische“ Maskierung mit „anti-revisionistischer“ Signalfarbe angemalt war, mal davon abgesehen, dass sich das auch nach anderen Faktoren richtete wie zum Beispiel die Anpassung an das jeweilig unterschiedliche sozialistische Bewusstsein der Arbeiterklasse in den verschiedenen revisionistischen Ländern usw. usf. Der Revisionismus entwickelte sich nicht zuletzt im Konkurrenzkampf seiner Spielarten und zerfällt und zersetzt sich auf die gleiche Weise. Aus dem anfänglichen einheitlichen Block unter der Vorherrschaft der Sowjetrevisionisten hatten sich unvermeidlich die Gegensätze unter den revisionistischen Cliquen so sehr verschärft, dass zwischen ihnen ein Kampf auf Leben und Tod tobte.

Wie Lenin sagte, ist die Bourgeoisie nicht zur Einheit fähig und das gilt auch für die Revisionisten.

Wer den Sowjetrevisionismus kritisiert, wer sich aus seiner Vormachtstellung zu befreien versucht, muss deswegen noch lange kein Marxist-Leninist sein, auch wenn er das vorgibt, so wie Mao Tsetung das tat.

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Den verschiedenen Revisionisten-Cliquen geht es nur um die Macht, nicht um die Prinzipien.

Wer am konsequentesten den Marxismus-Leninismus bekämpfte, hatte die Nase vorn im Wettkampf der Restauration des Kapitalismus und damit die Eintrittskarte des Weltkapitalismus.

Und am konsequentesten den Marxismus-Leninismus bekämpfen konnte derjenige, der über die beste „anti-dogamtistische“ Maske verfügte.

Im Kampf um dieVorherrschaft über den internationalen Revisionismus war es notwendig, dem anderen Revisionisten die domatistische Maske“ herunterzureißen, um sie sich selber aufsetzen zu können.

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So benutzten die Sowjetrevisionisten die „anti-dogmatistische“ Maske nicht nur gegenüber dem sozialistischen Albanien, sondern auch gegenüber dem revisionistischen China, um mit diesem doppelten Betrugsmanöver die Effektivität des Kampfes gegen das marxistisch-leninistische Albanien zu erhöhen.

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Da der Sozialismus in der Sowjetunion am weitesten entwickelt war, gab es dort infolgedessen die größten Probleme bei der Restauration des Kapitalismus, waren alle anderen revisionistischen Länder, unabhängig von ihrem unterschiedlichen Entwicklungsstand, insgesamt gegenüber der Sowjetunion im Vorteil.

Aber auch wir Marxisten-Leninisten sind heute im Vorteil, weil wir aus dem Prozess der Restauration des Kapitalismus große Lehren ziehen können, um gegen eine erneute unvermeidliche Gefahr der Restauration des Kapitalismus besser gewappnet zu sein.

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In den 80er Jahren konnten die Sowjetrevisionisten die immer offener zu Tage tretenden antagonistischen Widersprüche des restaurierten Kapitalismus nicht mehr so leicht als „dialektische Entwicklungsprobleme des Sozialismus“ kaschieren. Die „Erfolgsmeldungen“ verkamen in dieser Zeit immer mehr zu leeren, hohlen Phrasen, und zwar im gleichen Maße, wie sich die Krisen verschärften. Die Revisionisten mussten bei aller Schönrederei zugeben, dass sie sich in einer schwierigen und ernsten Lage befanden. Die tiefe Krise des revisionistischen Systems wurde im ganzen Leben der Sowjetunion zu offensichtlich, als dass man auf „Runderneuerungen“ der Maskierungen verzichten könne.

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Es war schließlich die kapitalistische Entwicklung selbst, mit der die Revisionisten ihr Gesicht verloren. Aber je mehr sie ihr Gesicht verloren, desto lauter schrie die Weltbourgeoisie, dass all das Übel, welches die Revisionisten vollbracht hatten, die Schuld des Sozialismus, des Marxismus-Leninismus sei, dass der Sozialismus gesetzmäßig im Kapitalismus endet und damit auch der Marxismus-Leninismus, so wie Trotzki es theoretisch zu „beweisen“ versuchte.

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Als sich nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha der revisionistische Weg Albaniens immer deutlicher abzuzeichnen begann, witterten auch die Albanien umkreisenden Revisionisten den „Braten“, und so verbreiteten vor allem die russischen Sozialimperialisten in einer ganz neuen Art der „albanienfreundlichen Rehabilitierungskampagne“ in der revisionistischen Weltbewegung, um das alte Bild über Albanien zu retuschieren und ein neues Schäfchen zu sich in den Stall zu locken.

Es wäre aber ein gefährlicher Irrtum zu glauben, dass die Revisionisten ihren Kampf gegen den „Dogmatismus“ und gegen das „Sektierertum“ mit dem Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats aufgegeben habe. Nichts auf der Welt wird heute als „sektiererischer“ und „dogmatischer“ attackiert, wie die weltbolschewistische Linie der Komintern / ML.

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    c) moderner Revisionismus in der westlichen kapitalistischen Welt – insbesondere Euro“kommunismus“



Der Eurokommunismus ist der europäische Revisionismus Nummer 3 (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 92).

Darunter verstehen die Euro“kommunisten“ den dritten Weg zum Sozialismus, den „demokratischen“ Weg zum „demokratischen“ Sozialismus, also eine Art „Sozialismus“, der nicht durch die sozialistische Revolution, sondern durch Reformen und durch das Erreichen der Mehrheit bei den Parlamentswahlen errichtet werden soll – ohne die Macht der Bourgeoisie zu stürzen und ihren bürokratisch-militärischen Apparat zu zerschlagen, ohne sozialistische Vergesellschaftung der Produktionsmittel – also der evolutionäre statt revolutionäre Weg zum Sozialismus. Dazu braucht man weder die Führung der Arbeiterklasse, noch die Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei – also ein Sozialismus ohne marxistisch-leninistische Partei, ohne Marxismus-Leninismus, ohne Diktatur des Proletariats, also ein Sozialismus mit bürgerlich-demokratischer, parlamentarischer Staatsform, ein Sozialismus des bürgerlichen Pluralismus, bürgerlicher statt proletarischer Sozialismus, bürgerliche statt proletarische Demokratie, der einzig wahren Demokratie.

Die italienischen, französischen und spanischen Revisionisten legten einen langen Weg zurück, bis sie schließlich bei der Leugnung des Sozialismus landeten. Am Anfang behaupteten sie, der Sozialismus in der Sowjetunion teile sich in zwei, in einen guten, richtigen, aber durch die besonderen historischen Verhältnisse des zaristischen Russlands bedingten und daher für die entwickelten kapitalistischen Länder ungeeigneten ´leninistischen Sozialismus`, und einen schlechten, weil den ersteren entstellenden, deformierten, bürokratischen usw. ´stalinistischen Sozialismus`. Diese Evolution in der Beurteilung kommt nicht von ungefähr. Würde die ´leninistische Erfahrung` auch nur mit ´Vorbehalt` akzeptiert, würde beispielsweise die Richtigkeit der Anwendung von revolutionärer Gewalt bei der Machtergreifung akzeptiert, dann gäbe es für das eurokommunistische ´Modell` des Sozialismus keinen Platz mehr. Lenins Theorie über die Revolution und den Aufbau des Sozialismus, eine Weiterentwicklung der Lehren von Marx, ist so umfassend, so in sich geschlossen, so wissenschaftlich und logisch, dass man sie entweder so akzeptieren muss, wie sie ist, oder überhaupt nicht. Man kann sie nicht in Stückchen zerlegen, ohne in unversöhnliche Widersprüche und logische Absurditäten zu verfallen.

So sind die Eurokommunisten inzwischen nicht mehr nur gegen Stalin, sondern haben sich auch vom Leninismus losgesagt, weil sie meinten, damit hätten sie sich aus der Affäre gezogen und den Weg gefunden, wie sie den ´eurokommunistischen Sozialismus` predigen können. Doch wenn sie auch den Leninismus über Bord geworfen haben, das Proletariat wendet sich vom Leninismus nicht ab. Der Leninismus ist eine lebendige Wissenschaft, er ist die kämpferische Ideologie des Proletariats, das Banner der Revolution und des Aufbaus des Sozialismus. Der Leninismus ist die starke Waffe, mit der die wahren Revolutionäre, all jene, die den Kommunismus wollen und nach dem Sozialismus streben, gegen alle Feinde, gegen die Bourgeoisie und ihre Helfershelfer kämpfen. Der Leninismus ist der Spiegel, der das wahre Gesicht der Eurokommunisten und aller anderen Revisionisten zeigt, der die Verlogenheit ihrer opportunistischen ´Theorien` enthüllt, der ihre reaktionäre Tätigkeit gegen das Proletariat, den Sozialismus und die Sache der Völker zeigt. (...)

Der ´Sozialismus`, den sich die Eurokommunisten ausmalen, ist eine Gesellschaft, in der in Wirtschaft und Politik, an der Basis und im Überbau, sozialistische und kapitalistische Elemente verflochten sind und nebeneinander existieren. In ihrem ´Sozialismus` soll es sowohl ´sozialistisches` als auch kapitalistisches Eigentum geben, also sowohl Ausgebeutete als auch Ausbeuterklassen.

Auf die erste Strömung, die dem modernen Revisionismus an der Macht vorausging, war – wie wir oben bereits mit dem Zitat von Enver Hoxha dargestellt haben, der Browderismus, weswegen wir hier darauf verzichten können, ihn noch mal aufzuführen. Zweifellos ist es kein Zufall gewesen, dass die Komintern ausgerechnet zum Zeitpunkt der Verbreitung des Browderismus ( der nicht nur eine amerikanische Erscheinung, sondern eine internationale Erscheinung des damaligen Revisionismus war! ) ihre alte marxistisch-leninistische Generallinie Lenins und Stalins revidierte und sie dem Browderismus unter vorgehaltener Hand anpasste. Es ist kein Geheimnis, dass Dimitroff mit Browder in Kontakt stand und eine opportunistische, versöhnlerische Haltung zu ihm eingenommen hatte, anstatt ihn als offenen Revisionisten vom internationalistischen, marxistisch-leninistischen Standpunkt aus zu bekämpfen. Die Beschlüsse zur Auflösung der RGI usw., die der Auflösung der Komintern vorausging, waren eindeutig den Einflüssen des Browderismus zuzuschreiben, der da forderte, die eigenständigen kommunistischen Organisationen aufzulösen. Die selbständigen kommunistischen Organisationen seien nach Auffassung der Komintern-Führung angeblich ein „Hindernis“ im Kampf gegen den Faschismus und zwar insofern, als sie nicht-kommunistische, aber demokratische, insbesondere die sozialdemokratischen Kräfte gegen den Faschismus „abschrecke“, was die Einheitsfront gegen den Faschismus „erschweren“ und „schwächen“ würde. Die Eigenständigkeit der kommunistischen Organisationen wurde auf dem VII. Weltkongress der Komintern in ellenlangen Erklärungen als „Sektierertum“ verurteilt. Seit wann aber verzichten die Kommunisten auf ihre selbständigen Organisationen ? Kein Klassiker des Marxismus-Leninismus hat jemals solchen Unsinn gefordert. Das war also 100% anti-marxistisch-leninistisch und von den Revisionisten in die Komintern eingefädelt. In diese Richtung ging die „neue“ Komintern- Taktik von der „Einheitsfront gegen den Faschismus“ als Rechtfertigung ihrer Kapitulation vor der sozialistischen Weltrevolution, ihrer Kapitulation vor der kommunistischen Weltbewegung. Daraus leiteten die Revisionisten die Rechtfertigung für ihren klassenversöhnlerischen und revisionistischen Kurs ab, daraus schöpften die Revisionisten, bis sie diese Linie der Kapitulation vor dem Weltkapitalismus auf dem 20. Parteitag schließlich offen zum Programm und zur Generallinie erhoben.

Vor 50 Jahren hat der 20. Parteitag der KPdSU in Fortsetzung der früheren revisionistischen Bernsteinschen Tradition und der Tradition Kautskys und der II. Internationale die marxistisch-leninistische Theorie über die gewaltsame Revolution und über das Zerschlagen des bürgerlichen Staatsapparates als allgemein gültiges Gesetz des Übergangs vom Kapitalismus zu Sozialismus, über die Diktatur des Proletariats, für veraltet erklärt und die revisionistische These über den „friedlichen Weg“ zum Sozialismus unter Benutzung des Parlaments und des bürgerlichen Staatsapparates aus dem Abfalleimer der Geschichte des Sozialdemokratismus geholt.

Die Euro-Revisionisten hatten ihre Angriffe gegen den Staat der Diktatur des Proletariats als den höchsten Typ der Demokratie, besonders auf die unteilbar führende Rolle der kommunistischen Partei konzentriert. Diese Rolle zu beseitigen und das bürgerliche Mehrparteiensystem im Kapitalismus und sodann auch im Sozialismus zu praktizieren, das betrachteten sie als eine Bedingung für die Entwicklung der Demokratie, als deren höchsten Ausdruck. Man verkauft die Massen aber für dumm, wenn man lediglich eine beliebige Zahl der vorhandenen Parteien als Gradmesser für eine tatsächlich vorhandene Demokratie heranzieht. Weder die Existenz vieler Parteien noch die Existenz einer einzigen Partei kann jemals Beweis für den demokratischen Charakter irgendeiner Gesellschaftsordnung sein. Es kann kapitalistische Länder, bürgerliche und revisionistische, mit vielen Parteien geben, so wie es auch welche mit einer einzigen Partei geben kann, aber trotzdem bleiben sie deswegen nichts als anti-demokratische Länder. Auch die Existenz einer einzigen Partei an der Macht kann, wenn diese Partei nicht eine marxistisch-leninistische Linie verfolgt, das heißt, wenn sie keine Partei des Proletariats ist, niemals zum Aufbau des Sozialismus führen. Im Gegenteil, eine solche Partei, wie man sie auch nennen mag, ob ´marxistisch` oder ´marxistisch-leninistisch` ist in Wirklichkeit eine Partei der Bourgeoisie oder eine faschistische Partei...“ (Enver Hoxha, „Die proletarische Demokratie ist die wahre Demokratie“, Albanien Heute, Nr. 5-1978, Seite 10, dt. Ausgabe).

Die chruschtschowianische These über den friedlichen Übergang zum Sozialismus auf parlamentarischem Weg ist nicht nur zu einer Quelle des Aufblühens verschiedener Varianten des heutigen Revisionismus, insbesondere der euro“kommunistischen“ Variante, geworden, die den bürgerlichen Staat und die bürgerliche Demokratie idealisieren, sondern umgekehrt ist der 20. Parteitag der KPdSU selber ein Produkt des alten sozialdemokratischen Einflusses auf die Sowjetunion im Besonderen und auf die gesamte kommunistische Weltbewegung, auf die Komintern, im Allgemeinen. Stalin hatte zunächst konsequent gegen den Trotzkismus gekämpft, hat die „linke“ Hauptgefahr beim Aufbau des Sozialismus ( und beim Aufbau der Komintern !) erkannt und gebannt, dass danach, als der Sozialismus (und die Komintern !) aufgebaut war, der Hauptkampf gegen die rechte Abweichung (Bucharin usw.) zu führen war, dass sich der „linke“ sozialdemokratische Flügel anschickte, sich dem rechten Flügel im Kommunismus ideologisch immer weiter anzunähern, sich zu versöhnen und schließlich sich mit ihm zu verschmelzen ( Volksfront, Verschmelzung der kommunistischen mit der sozialdemokratischen Partei zur revisionistischen Partei usw. usf.), das hatte Stalin alles vorausgesehen. Stalin hat daher korrekt gegen den wachsenden sozialdemokratischen Einfluss auf den Weltkommunismus gekämpft und den Marxismus-Leninismus und den proletarischen Internationalismus gegen den Revisionismus, gegen die drohende Hauptgefahr der Restauration des Kapitalismus, gegen die rechte Gefahr der Zerschlagung des Hebels und der Basis der Weltrevolution, jahrelang bis zu seinem Tode verteidigt. In der Komintern waren es vor allem bestimmte Vertreter der westlichen kommunistischen Parteien, die unter dem Druck der Bourgeoisie ihres eigenen Landes ins revisionistische Fahrwasser gerieten und schließlich ihre rechten Abweichungen zunächst versteckt, dann immer offener in die Komintern hinein zu schmuggeln versuchten. Diese Entwicklung war deswegen so schwerwiegend, weil es nicht gelang, die ganze Führung der Komintern, die zum Instrument der Rechten verkam, vollständig hinauszusäubern und schließlich nichts anderes übrig blieb als die Komintern schweren Herzens aufzulösen. Damit nahm die Komintern ein ähnliches Schicksal wie damals die I. Internationale. Diese „bestimmten Komintern-Vertreter“, Togliatti, Pieck und Ulbricht und wie sie alle hießen, entpuppten sich später als offene Revisionisten in ihrem eigenen Land, sogar teilweise an der Macht, also der späteren offen sozialfaschistischen und sozialimperialistischen Macht.

Der Verrat der Rechten innerhalb der Komintern, das ist ein Punkt, der beim Genossen Enver Hoxha, der bei der Partei der Arbeit Albaniens unbefriedigend behandelt wurde. Jedenfalls liegen uns keinerlei kritische Dokumenten, sondern nur lobende Kommentare vor. Die mutige Kritik des Genossen Enver Hoxhas ermutigt uns unsererseits, seine Kritik an den modernen Revisionisten aufzugreifen, fortzusetzen, zu vertiefen und zu den historischen Wurzeln vorzudringen. Er hat sich der Frage der Komintern nie verweigert, aber er hat sie nie so aufgehellt wie er das beispielsweise mit den verschiedenen revisionistischen Strömungen des modernen Revisionismus getan hat. Wir von der Komintern / ML stellen die Fragen, welche Vorreiterrolle die Komintern für das spätere Aufkommen des modernen Revisionismus gespielt haben musste, ganz offenherzig, denn wir haben weder etwas zu verbergen, noch etwas zu beschönigen. Wenn man die Wurzeln des Euro“kommunismus“ wirklich vollständig ausrotten will, muss man den Einfluss der westlichen kommunistischen Parteien auf die Ergebnisse des 20. Parteitags historisch mindestens bis zum VII. Weltkongress der Komintern zurückverfolgen, muss man die Linie aufdecken, die von dem verborgenen Ausgangspunkt zum offenen Endpunkt des modernen Revisionismus geführt hat.

Es ist nicht korrekt, den Euro“kommunismus“ einseitig als Produkt des 20. Parteitags der KPdSU, als Kind des Chruschtschow-Revisionismus zu definieren. Der Euro“kommunismus“ ist nicht aus der Restauration des Kapitalismus entstanden. Er ist nicht das Produkt des Revisionismus an der Macht, sondern stammt von Revisionisten aus jenen westlichen Ländern, die zwar über eine große proletarische Tradition verfügen, aber niemals den Sozialismus aufgebaut haben, folglich nie an der Macht waren, wenn man mal davon absieht, dass sie teilweise die Macht mit der Bourgeoisie teilten (Volksfront) – aber nicht im Sozialismus, sondern im Kapitalismus – wohlgemerkt. Die Wurzeln liegen historisch viel tiefer – nämlich im Sozialdemokratismus. Im Grunde sind die euro-kommunistischen Parteien eine Wiedergeburt der Parteien der II. Internationale auf fortgeschrittener Zerfsallsstufe. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen der revisionistischen Entwicklung in den westlichen kommunistischen Parteien und in der KPdSU. Die Sowjetunion Lenins und Stalins war das Produkt der siegreichen Oktober-Revolution. Die KPdSU [B] war die erste und lange Zeit auch die einzige kommunistische Partei auf der Welt, in der die sozialistischen Revolution wirklich siegte, wo der Sozialismus aus der Revolution der eigenen Arbeiterklasse hervorging. Dieses Modell konnte vom Westen so nicht verwirklicht werden, dort gab es keinen einzigen Sieg der sozialistischen Revolution , gab es keine kommunistische Partei, die auch nur annähernd die hohe Qualität und reiche Erfahrung im Kampf gegen den Revisionismus entwickelte. Die Sowjetunion ist und bleibt für immer das Mutterland des siegreichen Sozialismus auf der Welt, das Land, das im siegreichen Kampf gegen den Verrat am Marxismus entstanden ist. Die Frage, ob nun der moderne Revisionismus im Mutterland des Sozialismus entstanden ist und exportiert wurde oder umgekehrt, ob der moderne Revisionismus außerhalb der Sowjetunion entstanden ist und in sie hinein geschleust worden ist, wird man niemals richtig beantworten können, wenn man die tatsächlichen Ereignisse, die zur Auflösung der Komintern geführt haben, tabuisiert.. Es war der Opportunismus der II. Internationale, es war die Revision der Prinzipien der Lehren von Marx und Engels, die aus dem Westen kamen und es waren nicht die westlichen Länder, die an vorderster Front den Revisionismus des Marxismus bekämpften, sondern das war der Osten, das waren Lenin und Stalin. Es war der Sieg des Leninismus über den Revisionismus der II. Internationale. Was die bürgerliche Revision des Leninismus anbelangt, liegt die Sache anders, da ist so einiges von westlicher Seite im Spiel!

Was den so genannten Kampf der westeuropäischen Revisionisten gegen den „Stalinismus“ anging, so hatten diese das anti-weltrevolutionäre Ziel vor Augen, die Sowjetunion , also den Hebel und die Basis der Weltrevolution anzugreifen, um damit in Westeuropa die sozialistischen Revolutionen von der Unterstützung durch das weltrevolutionäre Zentrum abzuschirmen, loszulösen und schließlich abzukoppeln. Und umgekehrt: Ohne Solidarität des westeuropäischen Proletariats mit der Sowjetunion würde diese leichter in die Knie gezwungen werden können, würde die westeuropäische Bourgeoisie ruhiger schlafen können. Also ließ sich diese den revisionistischen Verrat ordentlich was kosten. So das Kalkül des europäischen Imperialismus. Ist eine sozialistische Revolution erst einmal vom proletarischen Internationalismus getrennt, ist es für die nationale Bourgeoisie wesentlich leichter, die eigene Arbeiterklasse für sich zu gewinnen und das Scheitern eines eventuellen Sieges der Arbeiterklasse zu erreichen. Die westeuropäischen Imperialisten wussten genau, was ihnen da blühte. Wäre es gelungen, auch nur ein einziges westeuropäisches Land aus der Kette des Weltimperialismus heraus zu reißen, dann hätte die Weltgeschichte eine ganz andere Wendung genommen. Auch die Bourgeoisie hat Stalins Artikel über den internationalen Charakter der Oktoberrevolution gelesen. Und Lenin und Stalin waren es, die erkannt hatten, dass das Schicksal der Sowjetunion davon abhing, ob die sozialistische Revolution in Westeuropa Fuß fasst oder nicht. Und die Revisionisten haben schließlich mit ihrem Verrat dafür gesorgt, dass die sozialistische Revolution in Westeuropa eben nicht Fuß fassen konnte, womit sie der Sowjetunion Lenins und Stalins das internationale Rückgrat brachen.

Der revisionistische Angriff auf Stalin diente den westlichen Bourgeoisien dazu, das Vertrauen des westeuropäischen Proletariats in die Sowjetunion als Hoffnungsträger des Weltkommunismus zu erschüttern, und das sowjetische Fanal für die revolutionäre Befreiung der westeuropäischen Proletarier auszulöschen. Der Anti-Bolschewismus basiert darauf, der Arbeiterklasse in den westlichen Ländern vor der Sowjetunion Furcht einzuflößen, den internationalen Charakter des Kommunismus als nationale Sache der Sowjetunion abzutun, wo der Kommunismus „für das russische Proletariat vielleicht Vorteile bringen mochte“, jedoch für das westliche Proletariat „völlig ungeeignet“ sei. Das Hauptziel der westeuropäischen revisionistischen Parteien war es also, zwischen Zentrum und Peripherie einen Keil zu treiben und damit den weltrevolutionären Prozess aufzuhalten, die Einheit des Weltproletariats zu spalten, das Vaterland des Weltproletariats zu schwächen und zu isolieren und seine imperialistische Einkreisung vor den Augen der westeuropäischen Arbeiter zu bekämpfen, aber hinter ihrem Rücken tatsächlich zu unterstützen. Es gelang den westeuropäischen Revisionisten im gewissen Grade, die Komintern in diesem Sinne gegen die Weltrevolution und ihr Zentrum zu instrumentalisieren und in die Führung der KPdSU einzudringen, um von dort Unterstützung für ihren Verrat zu bekommen.

Da in Westeuropa noch nicht eine sozialistische Revolution siegreich war, war es für die dortigen Revisionisten auch leichter, die Arbeiterklasse davon abzuhalten. Der Eurokommunismus konzentrierte sich als Erstes also darauf, insbesondere Stalin zu prügeln, um damit Lenin zu treffen und als zweites Lenin anzugreifen, denn er ist derjenige Klassiker, der als Führer der sozialistischen Revolution in Theorie und Praxis am gefährlichsten für Westeuropa war, der mit dem Sieg der Oktober-Revolution und der Gründung und Schaffung der Komintern das westeuropäische Proletariat nicht nur überzeugen, sondern auch konkret anleiten konnte:Der Bolschewismus ist eine Taktik für alle!“ Die westeuropäischen Revisionisten griffen also vor allem den Leninismus an, weil dieser die Lehre von der proletarischen Revolution im Imperialismus war und die historische Mission des Proletariats der imperialistischen Länder auf den Punkt brachte. Dass man zwischen Marx und Engels und Lenin und Stalin einen Graben zu ziehen versuchte, wobei die Euro-“kommunisten im Westen sich für die Taktik Marx und Engels gegen Lenin und Stalin und der Osten umgekehrt sich für die Taktik Lenin und Stalin gegen Marx und Engels erwärmt haben, ist ein alter Hut, den sich heute sogar die faschistischen Nationalbolschewisten in Russland wieder aufgesetzt haben.

Es gilt als historisch erwiesen, dass der Euro“kommunismus“ seine anti-sowjetischen Wurzeln aus dem Verrat der II. Internationale her hat, dass sich daraus später auch die spezifische Abgrenzung zum sowjetischen Revisionismus erklärt. Das hieß nicht, dass der sowjetische Revisionismus keine Agenturen in den westlichen Ländern unterhielt. Schließlich sind alle westlichen Parteien mit der Sowjetunion aufgewachsen, konnten die sowjetischen Revisionisten das alte Vertrauen zu Lenin und Stalin für ihre Zwecke sehr gut ausnutzen. Mit dem 20. Parteitag gingen schließlich alle westlichen Parteien offen zum modernen Revisionismus der neuen Kreml-Zaren über und nahmen am Feldzug gegen den „Stalinismus“ teil. Erst mit dem Ziel, den Leninismus zu „befreien“ und dann den Marxismus vom Leninismus zu „befreien“, bis sie dann noch nicht einmal mehr Marx in den Mund nahmen. Das war die hinterlistige Taktik der Bourgeoisie, hat man erst einmal das Zentrum zerschlagen, lässt sich der ganze Kommunismus leichter bekämpfen. Hast du erst Mal einen Klassiker zu Fall gebracht, egal wo du anfängst, dann kannst du auch alle anderen einen nach dem anderen zu Fall bringen“ – das ist die alte anti-kommunistische Taktik der Bourgeoisie, an der sich die Revisionisten bis heute erfolglos ausprobiert haben und immer wieder erfolglos ausprobieren werden.

Es ist aber zweifellos so, dass es die Ideologie der westlichen Bourgeoisien war, die den Euro“kommunismus“ geprägt und ihr den charakteristischen Stempel aufgedrückt hatte, dass deren Einfluss immer stärker und der Einfluss der sowjetischen Revisionisten gleichermaßen schwächer wurde. So wie sich die beiden Supermächte nebst Anhang allgemein im „kalten Krieg“ befanden, befanden sich auch die revisionistischen Agenturen der Imperialisten innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung im „kalten Krieg“. Während die Sowjet-Revisionisten sich weiter hinter der Maske des Marxismus-Leninismus verbergen mussten ( sie wirkten ja in einem sozialistischen Land. Und es ist deswegen auch nicht verwunderlich, dass der Revisionismus in der Sowjetunion erstens viel gefährlicher war als andere anderen und zweitens länger brauchte als alle anderen, hatte er doch ein viel „größeres Werk“ zu vollbringen!), streiften die westlichen euro“kommunistischen“ Parteien Ende der 70er Jahre diese vollkommen ab und häuteten sich schnell als Nachfolger der Sozialdemokratie, die bereits vollkommen mit dem Imperialismus verschmolzen waren. De europäische Imperialismus suchte seinen eigenen Weg, Supermacht zu werden und geriet dadurch natürlich auch in Widerspruch zum amerikanischen und sowjetischen Imperialismus. Für seine hegemonistischen Ziele versuchte der europäische Imperialismus die europäische Arbeiterklasse vor seinen Karren zu spannen und schuf sich seine eigenen Agenturen innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung Westeuropas, die mit denen des sowjetischen Revisionismus in Konkurrenz standen und zu verschiedenen Spaltungen führte. Natürlich mussten die europäischen Imperialisten auch auf die Interessen des amerikanischen Imperialismus Rücksicht nehmen. Der moderne Revisionismus , ist ja nichts als nur die Fortsetzung der anti-marxistischen Theorien der Parteien der II. Internationale zur Anpassung an die Verhältnisse nach dem Zweiten Weltkrieg – sprich: die Anpassung an die Politik der Hegemonie des amerikanischen Imperialismus.

In einer Situation, da sich die europäische Bourgeoisie auf Grund der schweren wirtschaftlichen und politischen Krise in großen Schwierigkeiten befindet, da die Auflehnung der Massen gegen die Auswirkungen dieser Krise und der kapitalistischen Ausbeutung und Unterdrückung immer stärker wird, kann ihr nichts gelegener kommen als die anti-marxistischen Ansichten und die arbeiterfeindliche Tätigkeit der Eurokommunisten. Nichts kann der auf die Unterdrückung der Revolution, auf die Untergrabung der Befreiungskämpfe und auf die Weltherrschaft abzielenden Strategie des Imperialismus dienlicher sein als die kapitulantenhaften und kollaborationalistischen, pazifistischen, revisionistischen Strömungen, zu denen auch der Eurokommunismus gehört.

Die Bourgeoisie des Westens verhehlt nicht ihre Begeisterung darüber, dass heute auch die eurokommunistischen Revisionisten an die Seite der Sozialdemokratie und der Faschisten getreten sind, um mit ihnen gemeinsam mit allen Waffen die Revolution, den Marxismus-Leninismus, den Kommunismus anzugreifen“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus, dt. Ausgabe, Seite 6).

Die Euro-“Kommunisten“ sind nicht nur ein Feigenblatt der kapitalistischen Ordnung, sondern tatsächlich deren Kettenhunde, sind integrierter Ordnungsfaktor innerhalb der europäischen Staaten, weswegen man sie auch als Vertreter des „weißen sozialistischen Europas“ bezeichnete, im Gegensatz zu den Marxisten-Leninisten, die „das rote sozialistische Europa“ durch die sozialistischen Revolutionen in den einzelnen europäischen Ländern anstreben. Die „Weißen“ wollten mit ihrem Europa ein Bollwerk gegen das Europa der Roten aufbauen. Die europäischen Kapitalisten fürchteten, dass die sozialistische Revolution von Ost nach West zurückschwappt, weswegen sie sich ihre Agenturen im „eigenen“ westlichen Lager heran bildeten. Sie machten der westlichen Arbeiterklasse Zugeständnisse, um ihnen den revolutionären Wind des Ostens aus den Segeln zu nehmen. Zuckerbrot für ihre revisionistischen Agenturen im Westen, die Peitsche für die Arbeiterklasse im Westen, das war das Konzept der westeuropäischen Bourgeoisie. Die Revisionisten im Westen nahmen dieses Angebot dankbar an. Die Schlüsselfigur spielte dabei die imperialistische Sozialdemokratie. Mit diesem Köder traten die Revisionisten dann ja auch konterrevolutionär gegen den Marxismus-Leninismus, gegen die Revolution auf, verzichteten auf die grundlegenden, revolutionären Interessen der Arbeiter für ein Ei und Butterbrot. Sie vertraten den „demokratischer Weg“ zum Sozialismus, d.h.,. „Sozialismus“ durch Reformen - ohne den Kapitalismus zu stürzen. Sie sollen dem Kapitalismus Europas vielmehr helfen zu überleben. Sie vertreten aber nicht nur die Interessen der Bourgeoisie in einem einzelnen europäischen Land, sondern auch die Gesamtinteressen der europäischen Bourgeoisie. Sie dienten deren Ziel, europäische Supermacht zu werden, d.h., die Welt dem europäischen Monopolkapital unterzuordnen, was sie in sozialistische Phrasen verkleiden wie „ pluralistischer Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ usw. usf.. Deswegen ist ja auch die „Einheitsfront“politik der europäischen Revisionisten voll in Gange, weil die Supermacht Europa nicht nur eine gut funktionierende Agentur innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung jedes Landes, sondern vor allem eine europäisch koordinierte revisionistische Agentur braucht, um die sozialistische Revolution Europas zu verhindern, um das sozialistische Europa zu verhindern. Also strategisch ging es dem Euro“kommunismus“ im ersten Schritt darum, den Kommunismus im Westen vom Kommunismus im Osten zu lösen, wo sich die Weltzentrale des Kommunismus befand. Hierzu benutzten die westlichen europäischen revisionistischen Parteien verschiedene Konzepte des Dezentralismus, der „uneingeschränkten Demokratie“, des Pluralismus, des „parlamentarischen Sozialismus“ usw. usf.. Der Erz-Revisionist, Togliatti, ein Führer der Komintern, hatte eine Variante, den Polyzentrismus, schon mehr oder weniger erfolgreich in der Komintern angewandt. Daraus entstand dann der „italienischen Weg zum Sozialismus“, der auch später seine Verbindungen zum chinesischen Revisionismus hatte (Treffen und Gespräche mit Deng Hsiao- ping und Hua Guo-feng in Peking, 1980). Die Treffen und die Gespräche in Peking zwischen den italienischen Revisionisten Berlinguers und den chinesischen Revisionistenführern gehörten zu den gemeinsamen konterrevolutionären Anstrengungen des Imperialismus und des modernen Revisionismus im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus.

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Erst einmal mit Hilfe der Dezentralisation losgelöst, kam dann im zweiten Schritt, die Linie der „Einheitsfront“ aller revisionistischen Parteien Westeuropas. Mit Hilfe der Zentralisation wird diese Linie schrittweise in die osteuropäischen Länder getragen, wo man logischerweise auf die revisionistischen Agenturen der osteuropäischen Bourgeoisien stößt, vor allem der russischen Agentur, die zweifellos dominiert und ihrerseits versucht, nicht nur ihre revisionistischen Schäfchen in den osteuropäischen Ländern einzuhüten, sondern auch in den Westen vorzustoßen, insbesondere zum belgischen Zentrum Ludo Martens`, mit dem seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts enge Beziehungen geknüpft wurden. Die belgische Partei der Arbeit mauserte sich zu einem internationalen Zentrum des europäischen Revisionismus, der der europäischen Bourgeoisie bei der Verwirklichung ihrer imperialistisch-hegemonistischen Pläne in der ganzen Welt tatkräftig zur Hand geht und den europäischen Neo-kolonialismus unterstützt, insbesondere in Afrika, wo auch die belgischen Kolonialisten ihre Hände im Spiel haben. Die belgische „Arbeiter“partei stützt sich auch auf den Maoismus.

Die Sowjet-Revisionisten kritisierten die Euro-“Kommunisten“ nicht vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus, sondern natürlich von ihrem Großmacht-chauvinistischen, sozialimperialistischen Standpunkt aus. Der XX. Parteitag forderte schließlich die Unterordnung unter die sowjetische „Mutterpartei“, duldete weder Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Selbstständigkeit der anderen Länder, sondern vollkommene Unterwerfung unter die sowjetische Supermacht. Und umgekehrt kritisierten die Euro-“Kommunisten“ nicht den sowjetischen Revisionismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus. Das war eine Kritik, die vom westlichen Kapital, von den westlichen kapitalistischen Ländern bevormundet war, die den sowjetischen Konkurrenten schwächen sollten:

Natürlich konnten die hegemonistischen und expansionistischen Absichten der sowjetischen Sozialimperialisten den amerikanischen Imperialisten und ihren Verbündeten unmöglich gefallen. Doch auch die revisionistischen Parteien der verschiedenen Länder konnten mit der sowjetischen Politik nicht einverstanden sein. Aufgestachelt auch von der Bourgeoisie ihrer Länder, begannen sie immer offener, eine eigenständige und von der revisionistischen Partei der Sowjetunion unabhängige Tätigkeit zu entfalten.

Die revisionistischen Parteien Westeuropas, Lateinamerikas und Asiens begehrten nacheinander, die eine mehr, die andere weniger, gegen die Chruschtschow-revisionistische sowjetische Hegemonie auf und brachten zugleich neue anti-marxistische Theorien in Umlauf. Zu den komplettesten und am meisten gepriesenen unter ihnen wurden sehr rasch die ´Theorien` der großen revisionistischen Parteien Westeuropas, die den Namen Eurokommunismus erhielten. Wie der Tito – und der Chruschtschow-Revisionismus nahm auch der Eurokommunismus gleich bei seinem Auftreten den frontalen Kampf gegen den Marxismus-Leninismus auf mit dem Ziel, seine Grundprinzipien zu revidieren und in den Augen der Werktätigen zu diskreditieren.

Vom revisionistischen Opportunismus zum bürgerlichen Anti-Kommunismus

Der Eurokommunismus ist eine Spielart des modernen Revisionismus, eine Anhäufung von Pseudo-theorien im Widerspruch zum Marxismus-Leninismus. Sein Ziel besteht darin zu verhindern, dass die wissenschaftliche Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin eine scharfe und unfehlbare Waffe in den Händen der Arbeiterklasse bleibt, eine Waffe, um den Kapitalismus, seine Basis und seinen Überbau, bis in die Fundamente zu zerschlagen, die Diktatur des Proletariats zu errichten und die neue, sozialistische Gesellschaft aufzubauen.

Nach der Definition der italienischen Revisionisten ist der Eurokommunismus ´ein dritter Weg, der sich von den Erfahrungen der Sozialdemokratien und dem, was nach der Oktoberrevolution in der Sowjetunion und in anderen sozialistischen Ländern entwickelt wurde, unterscheidet`. Präsentiert wird dieser ´dritte Weg` , wie es in den Thesen des XV. Parteitages der Kommunistischen Partei Italiens heißt, als eine ´Lösung, die den nationalen Eigenheiten und den Bedingungen der heutigen Epoche, den essentiellen Merkmalen und Forderungen entspricht, welche den entwickelten Industriegesellschaften gemeinsam sind, die sich, wie heute die Länder Westeuropas, auf parlamentarisch-demokratische Einrichtungen stützen`.

Dieser ´dritte Weg`, dieser so genannte Eurokommunismus, hat also, wie die Eurokommunisten selber zugeben, mit dem wirklich wissenschaftlichen Kommunismus, den Marx und Lenin ausarbeiteten, der in der Oktoberrevolution und den anderen sozialistischen Revolutionen danach materielle Gewalt annahm und durch den Klassenkampf des Weltproletariats bestätigt wurde, nicht das Geringste zu tun. Genau und richtig könnte man den Eurokommunismus als europäischen Revisionismus Nummer drei bezeichnen.

Heute sind die kommunistischen Parteien Frankreichs, Italiens und Spaniens nur noch dem Namen nach kommunistisch, denn die drei schwimmen in der stinkenden Moderbrühe der Bourgeoisie, in deren Dienst sie stehen. Die Programm der revisionistischen Parteien der Länder Westeuropas sind typisch reformistische Programme, sie unterscheiden sich in nichts von den Programmen der sozialistischen und sozialdemokratischen bürgerlichen Parteien, die den gleichen Kehrreim singen. Genau sie sind es, die auch die Revisionisten inspirieren. (...)

Der klassische Revisionismus sozialdemokratischen Typs ist in den modernen Revisionismus integriert worden. Die Theorien Bernsteins und Kautskys finden sich in unterschiedlicher Form, einmal offen, einmal abgewandelt, beim Revisionisten Browder, beim Chruschtschow-Revisionismus, beim Tito-Revisionismus, beim französischen Revisionismus und beim italienischen Togliatti-Revisionismus, bei den so genannten Mao – Tsetung – Ideen und allen anderen revisionistischen Strömungen wieder. Diese unzähligen anti-marxistischen Strömungen, die sich in der heutigen kapitalistischen und revisionistischen Welt entwickeln, sind die fünfte Kolonne in den Reihen der Weltrevolution. Sie haben den Zweck, das Ende des Weltkapitalismus hinauszuschieben, indem sie die Revolution von innen heraus bekämpfen.

Den Marxismus-Leninismus der Unglaubwürigkeit zu überführen, ist das Ziel, das der Kapitalismus und der Imperialismus schon immer erreichen wollten. Dabei hilft ihnen heute der moderne Revisionismus mit allen Mitteln und Methoden, offenen und getarnten, mit allen möglichen Theorien und pseudo-wissenschaftlichen philosophischen Schlagworten.

Auf dem XXII. Parteitag der Kommunistischen Partei Frankreichs erklärte Marchais, man könne ohne Klassenkampf zum Sozialismus gelangen, und um ihn aufzubauen, sei die Diktatur des Proletariats nicht mehr nötig. (...) Mit anderen Worten, wenn sowieso alle spontan zum Sozialismus schreiten, wie die Revisionisten predigen, dann braucht kein Mensch mehr den Marxismus-Leninismus als Wissenschaft der Revolution und des Sozialismus, dann ist er inzwischen überholt und muss folgerichtiger Weise fallen gelassen werden“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Antikommunismus, Seite 90 – 94).

Dass die Revisionisten aus ihren Statuten, Programmen und anderen Dokumenten jeden Hinweis auf den Marxismus-Leninismus entfernt haben, ist nicht nur eine formale Maßnahme, die das verankert, was sie in der Praxis schon lange getan haben. Dieser Akt bedeutet auch nicht nur, dass man den Willen der Bourgeoisie ausführt, ihre Forderungen an die revisionistischen Parteien erfüllt, das ´Gespenst des Kommunismus` nicht mehr zu erwähnen. Ebenso ist dies nicht nur ein Schritt, der den offenen Übergang des modernen Revisionismus auf die ideologischen Positionen der europäischen Sozialdemokratie auch offiziell zum Ausdruck bringt. Wenn die revisionistischen Parteien nun sogar den bloßen Hinweis auf den Marxismus-Leninismus unterlassen, den sie bis heute als Tarnung benutzten, um die Werktätigen zu täuschen, dann beweist dies, dass sie von den Positionen des bürgerlichen Anti-Kommunismus aus zum offenen Kampf gegen ihn übergegangen sind. Tatsächlich sind heute auf ideologischem Gebiet gerade die Eurokommunisten die Fahnenträger des Kampfes gegen den Marxismus-Leninismus, den Sozialismus und die Revolution. (...) Diese ganze Reklame, dieser ganze Rummel zeigt, wie sehr sich die Bourgeoisie darüber freut, zu einem Zeitpunkt, da ihre Waffen des offenen Antikommunismus verrostet und schartig geworden ist, so eifrige Lakaien gefunden zu haben, die den Kommunismus, wie man sagt, von links bekämpfen. In der schwierigen Situation, die es durchmacht, hätte es für das Kapital gar nichts Besseres und Effektiveres geben können als den Dienst, den ihm die Revisionisten anbieten. Deshalb sind die Lobgesänge der Bourgeoisie auf die Demagogie, den Betrug, die theoretischen Spekulationen und die praktische Tätigkeit, mit denen die Revisionisten operieren, um die Werktätigen zu täuschen und zu verwirren, vollkommen verständlich und gerechtfertigt“ (Enver Hoxha, Eurokommunismus ist Anti-Kommunismus, Seite95 – 97).





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d) Chinesischer Revisionismus

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Wir beginnen hier wieder mit einem Ausschnitt aus dem Bericht an den 8. Parteitag der PAA, wo Enver Hoxha 1981 eine seiner letzten Einschätzungen über den chinesischen Revisionismus vorgetragen hat:

Unsere Partei hat einen großen, offenen und prinzipienfesten Kampf gegen den chinesischen Revisionismus, gegen die Ideologie, die Politik, die Haltungen und Handlungen der Kommunistischen Partei Chinas geführt. Der chinesische Revisionismus ist eine opportunistische Strömung in der kommunistischen Weltbewegung, und die Mao Tsetung-Ideen seine Grundlage, sind eine Ideologie mit archaischen Zügen, ein Amalgam aus alten chinesischen Theorien von Konfuzius und Menzius und neuen, völlig unzusammenhängenden paraphrasierten [=Umschreibung mit anderen Worten – Anmerkung der Redaktion] Theorien, überpinselt mit marxistischer Phraseologie. Die Mao Tsetung-Ideen vertreten eine hegemonistische Ideologie der Weltherrschaft, die auf einer Unmenge von heterogenen, widersprüchlichen und pragmatischen Theoremen und Gedanken basiert. Auf den Gewässern dieser Ideologie kreuzte die chinesische Dschunke auf einem wirren Kurs, mal nach Backbord, dann wieder nach Steuerbord abdriftend, als China mit dem Aufbau des neuen, aus dem Befreiungskampf hervorgegangenen chinesischen Staat begann. Daraus stammten die Schwankungen Chinas und der vage Charakter seines politischen und wirtschaftlichen Systems.

Die Theorie, von der sich das neue China leiten ließ, war nicht der Marxismus-Leninismus. Die marxistischen Pinselstriche auf der Fassade erweckten den falschen Eindruck, dass einige Merkmale des wissenschaftlichen Sozialismus existierten. Sie verhinderten, dass man die ständigen Abweichungen deutlich unterscheiden konnte.

Als in China die Rolle der Diktatur des Proletariats hervorgehoben wurde, so versteckte und entfaltete sich darunter, die Diktatur der rivalisierenden Gruppen und Persönlichkeiten. Als die führende Rolle der Partei hervorgehoben wurde, so versteckte sich darunter eine chaotische Organisation sowie die Tatsache, dass es diese Führung nicht gab. Als über die Hegemonie der Arbeiterklasse gesprochen wurde, so überließ man in Wirklichkeit die führende Rolle der Bauernschaft, weil es ihre kleinbürgerliche Ideologie war, die in China herrschte. Als über die Veränderung der Klassenstrukturen gesprochen wurde, rührte sich im Kern rein gar nichts von der Stelle.

Die chinesische Wirtschaft bewegte sich stark hinkend, ohne klare Orientierung und Perspektive, unabhängig davon, dass es einen gewissen Plan gab, der allerdings weit davon entfernt war, wissenschaftliche Merkmale zu haben, geschweige denn die Merkmale eines auf einem zentralisierten System beruhenden Plans. Er hat noch nicht einmal die Merkmale eines dezentralisierten Plans. Die chinesische Wirtschaft bewegte sich nach dem Trägheitsgesetz fort.

In dieser rückgratlosen Organisierung und Ideologie dominierte die Idee des Hegemonismus des chinesischen Großstaats, der ´von der Geschichte dazu berufen worden war`, das neue Modell der sozialistischen Gesellschaft zu repräsentieren, den ´Marxismus-Leninismus der neuen Zeit` zu repräsentieren, nämlich die Mao Tsetung-Ideen.

In dieser Entwicklung Chinas haben wir feststellen müssen, dass sich unter dem Deckmantel der Mao Tsetung – Ideen der Anti-Marxismus, eine Strömung des modernen Revisionismus verbarg, die nach für den ´chinesischen Kontinent` und seine kapitalistischen und imperialistischen Bestrebungen geeigneten, politischen, ideologischen, organisatorischen und staatlichen Formen und Strukturen verlangte.

Der `Anti-Imperialismus`, ´Anti-Sowjetismus` und ´Anti-Amerikanismus` des Chinas Mao Tsetungs, die sich untereinander abwechselten, waren konjunkturbedingt. Es waren weder ideologische Überzeugungen noch prinzipielle Haltungen, es waren vielmehr Manöver zur Ausbalancierung der Mächtigen auf der Welt, ein Spiel mit den politisch-militärischen imperialistischen Mächten im Interesse des Erstarkens Chinas auf dem weltweiten Schachbrett.

Mit diesen Weltanschauungen, mit diesen eklektischen und opportunistischen Haltungen sowohl im Innern Chinas, als auch nach außen gesehen, entfaltete sich die ´Proletarische Kulturrevolution` der Hongweibings, entfaltet sich gegenwärtig die revanchistische ´Revolution` der reaktionären Greise und allen Gerümpels des alten China. Auf diesen Grundlagen wurde die glücklose Theorie der ´drei Welten` und der ´Allianzen dieser drei Welten` ausgearbeitet, vollzogen sich die heftigen chinesischen Umschwünge in der internationalen Politik mit ihren überaus gefährlichen Folgen für den Weltfrieden.

Unsere Partei brauchte eine gewisse Zeit, um diesem anti-marxistischen Weg der Kommunistischen Partei Chinas und des chinesischen Staates zu durchschauen, mit denen wir gute, freundschaftliche Beziehungen unterhielten. Für unsere Partei war der theoretisch-politische Kern dieser Freundschaft von großer Bedeutung, war die Frage des Kampfes für die Reinhaltung des Marxismus-Leninismus, die Sache des Sozialismus und der Revolution von Bedeutung.

Wir führten zunächst einen prinzipienfesten Kampf durch Debatten, wie unter Genossen, doch allmählich verschärfte er sich wegen der anti-marxistischen Haltung Chinas. Es war ein unnnachgiebiger Kampf von Seiten der Partei der Arbeit Albaniens, aber ein ungleicher und schwieriger Kampf. Wäre dieser Kampf nicht durchgeführt worden, wäre der Aufbau des Sozialismus in Albanien gefährdet gewesen.

Die Bedeutung des Kampfes der Partei der Arbeit Albaniens bestand darin, dass er zwei Mythen stürzte: den Mythos Chinas als Land, wo der Sozialismus aufgebaut wurde, und den Mythos der Mao Tsetung – Ideen als Marxismus-Leninismus unserer Zeit. In diesem Kampf zur Verteidigung der Prinzipien hat unsere Partei alle wirtschaftlichen Schwierigkeiten berücksichtigt, die unserem Land entstehen könnten.

Die als `wissenschaftliche Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus` propagierten Mao Tsetung-Ideeen vermochten die internationale kommunistische Bewegung und insbesondere einige marxistisch-leninistische Parteien zu beeinflussen. Wegen verschiedener Umstände waren diese Parteien dadurch, dass sie nicht imstande waren, diese revisionistische ideologische Strömung einer gründlichen Analyse zu unterziehen, der Auffassung, sie hätten im großen China und in Mao Tsetung die Führer der proletarischen Revolution, die entschlossenen Helfer im Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus und den sowjetischen Sozialimperialismus und die natürlichen Verteidiger der gerechten nationalen Befreiungskämpfe der Völker.

Es galt also, einen entschlossenen und prinzipienfesten Kampf zu führen, um die Betrogenen zu ernüchtern. Die Partei der Arbeit Albaniens nahm diesen Kampf auf. Das ist eine sowohl noch zu Mao Tsetungs Lebzeiten als auch nach seinem Tod erlebte und bewiesene Tatsache. Das sozialistische Albanien wurde durch diesen Kampf in der Welt nicht isoliert, wie die jugoslawischen Revisionisten behaupten. Das Gegenteil geschah, die Partei der Arbeit Albaniens und die Sozialistische Volksrepublik Albanien haben ihre inneren und internationalen Positionen noch mehr verstärkt.

An diesem Kampf für die Verteidigung des Marxismus-Leninismus und der Revolution und für den Widerstand gegen die pseudo-marxistische Ideologie der Mao Tsetung-Ideen nahmen auch andere marxistisch-leninistische Bruderparteien mit Klugheit und revolutionärer Entschlossenheit teil und leisteten einen wertvollen Beitrag.

Die Entlarvung Chinas als nicht-sozialistisches Land und der Mao Tsetung-Ideen als anti-marxistische Theorie beseitigte eine gefährliche Illusion in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, genauso wie es mit dem sowjetischen und dem jugoslawischen Revisionismus sowie mit den anderen reaktionären revisionistischen Strömungen geschehen war.

Keine Tarnung, keine Fälschung, keine Abweichung von der wissenschaftlichen Theorie des Marxismus-Leninismus ist imstande, längere Zeit zu leben. Sie werden früher oder später entlarvt, denn sie stehen im Gegensatz zu den Idealen der Arbeiterklasse und der Völker, die für Befreiung, für wirkliche Demokratie, für den Sozialismus, für eine Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete kämpfen. Die heutigen Entwicklungen in China, die ganze Innen- und Außenpolitik der chinesischen Führung beweisen, dass die Analysen und Schlussfolgerungen der Partei der Arbeit Albaniens vollkommen präzis und richtig waren. Die chinesische Führung ließ die Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft freie Bahn, sie öffnete dem Einströmen des versklavenden ausländischen Kapitals Tür und Tor, schloss sich mit dem amerikanischen Imperialismus und mit der schwärzesten internationalen Reaktion zu einem engen Bündnis zusammen. China trat offen als aggressive imperialistische Macht mit Weltherrschaftsansprüchen auf. Es ist zu einem der wichtigsten Zentren der weltweiten Konterrevolution geworden und kämpft mit allen Mitteln, um die Befreiung der Völker zu verhindern und die Revolution zu ersticken. Der chinesische Revisionismus ist mittlererweile als offen reaktionäre Strömung aufgetreten, er hat jede Verbindung nicht nur zu den revolutionären und Befreiungsbewegungen abgebrochen, sondern auch zu jeder demokratischen und fortschrittlichen Bewegung. Er steht in allen Fällen auf der Seite der finstersten, obskurantistischsten und faschistischen Kräfte der Welt.

Durcheinander, Verwirrung, Konfusion und Zusammenstöße, die nach wie vor in China passieren, sind unmittelbare Folgen der Mao Tsetung-Ideen. Die Kritik, die die chinesischen Führer heute an Mao Tsetung üben, hat mit der von uns geübten marxistischen Kritik nichts zu tun. Sie knüpft nicht am Inhalt seiner Ideen an, die von den heutigen chinesischen Führern bewahrt und praktisch angewandt werden. Ihre Kritik ist Ausdruck des Machtkampfes zwischen den verschiedenen rivalisierenden maoistischen Gruppen. Diese Gruppen können Mao Tsetung nicht über Bord werfen, denn in einen Ideen finden sie alle eine Untermauerung und Rechtfertigung für ihr Handeln. Das chinesische Proletariat und das chinesische Volk werden, ohne sich von den Mao Tsetung-Ideen zu befreien, den richtigen Weg zum Sozialismus vergeblich suchen.

Die Partei der Arbeit Albaniens wird auch in Zukunft den prinzipienfesten Kampf für die vollständige Entlarvung des chinesischen Revisionismus konsequent fortsetzen, um eine klare und scharfe Grenze zwischen dem Marxismus-Leninismus und den anti-marxistischen Ideen Mao Tsetungs zu ziehen. Ohne die Mao Tsetung-Ideen anzuprangern und zu verwerfen, ohne ihren ganzen Einfluss in der revolutionären Bewegung zu bekämpfen und auszumerzen, kann weder vom Kampf gegen den chinesischen Revisionismus noch vom Kampf gegen den modernen Revisionismus insgesamt die Rede sein, kann sich die marxistisch-leninistische Bewegung nicht im erforderlichen Maße konsolidieren und entwickeln, kann die Sache der Revolution nicht erfolgreich vorangetrieben werden. (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 283 – 290; dt. Ausgabe).

Früher, als die Mao Tsetung-Ideen ihren Einfluss auf zahlreiche Parteien ausübten, waren die Imperialisten und die Sozialimperialisten noch ruhiger, denn sie wussten, dass diese revisionistische Strömung ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Bewegung machte. Heute aber, da diese Strömung entlarvt worden ist, bemühen sich die Feinde durch die Verbreitung der verschiedensten pseudo-marxistischen Theorien Konfusion zu säen, die Parteien durch Fraktionskämpfe zu spalten und zu schwächen sowie schwache und ungefestigte Elemente in verschiedenen Formen zu manipulieren und auf revisionistische Positionen zu drängen (...)

Angesichts der koordinierten Tätigkeit der Imperialisten und Revisionisten gegen den Marxismus-Leninismus und den revolutionären Kampf des Proletariats und der Völker ist die weitere Festigung der Einheit der marxistisch-leninistischen Bewegung eine unabdingbare Notwendigkeit.

Die Stärke der kommunistischen marxistisch-leninistischen Weltbewegung besteht in der Richtigkeit der Ideen, für die sie kämpft, und in ihrer Einheit. Die marxistisch-leninistischen Parteien lassen sich in ihrem Kampf von den Lehren der großen Klassiker leiten, nutzen das reiche und allseitige Erbe der Komintern aus, stützen sich auf die Erfahrung ihres Kampfes gegen den revisionistischen Verrat und halten sich die negativen Erfahrungen der revisionistisch entarteten Parteien vor Augen. Alle diese Lehren und Erfahrungen sind ein sehr großer ideologischer, politischer, organisatotischer, theoretischer und praktischer Schatz, um die marxistisch-leninistischen Parteien und die marxistisch-leninistische Bewegung in jeder Hinsicht zu stählen und zu festigen“ (ebenda, Seite 311 – 313); [Unterstreichungen von der Redaktion].

Die Frage des Kampfes gegen den chinesischen Revisionismus erörterte das 2. Plenum des ZK der PAA im Juni 1977. Auf der Grundlage der Direktiven des 7. Parteitags gab das Plenum die Ausrichtung, die Kritik gegen die reaktionäre `Theorie der drei Welten` , die den Kern der revisionistischen Auffassungen und der konterrevolutionären und hegemonistischen Politik der chinesischen Führer darstellte, weiterzuentwickeln. Der Artikel von ´Zeri i Popullit` vom 7. Juli 1977, ´Theorie und Praxis der Revolution`, der ein breites Echo in der Welt hervorrief, unterzog diese Theorie mit wissenschaftlichen Argumenten einer vernichtenden Kritik. Das ZK-Plenum, das die Entschlossenheit, den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus fortzusetzen, zum Ausdruck brachte, machte Partei und Volk darauf aufmerksam, dass die chinesischen Führer nicht auf ideologischem Gebiet zurückschlagen würden, da sie sich hier außerstande fühlten, die PAA zu bekämpfen, sondern auf anderen Gebieten, im Rahmen der zwischenstaatlichen Beziehungen, insbesondere auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet, wo sie sich einbildeten, dem Sozialismus in Albanien Schaden zu können. Zu diesem Zweck würden sie die Sabotagetätigkeit in Wirtschaft und Verteidigung der SVRA Schritt für Schritt verstärken. Sie würden die wirtschaftlichen und militärischen Verträge und Vereinbarungen nicht einhalten, um schließlich die im Rahmen dieser Verträge vorgesehenen Kredite und Hilfen ganz einstellen. Und so war es tatsächlich“ ( „Geschichte der PAA, 1966-1980, Seite 259/260, dt. Ausgabe):

Anschließend ein Kommentar zu Enver Hoxhas Werken über den chinesischen Revisionismus in der „Geschichte der PAA, 1966-1980, Seite 295 – 297, dt. Ausgabe):

Auch den chinesischen Revisionismus unterzieht Genosse Enver Hoxha (...) einer allseitigen Analyse.

Der chinesische Revisionismus zeigte sich offen Anfang der siebziger Jahre, doch er entstand nicht zu dieser Zeit, geschweige denn erst nach dem Tod von Mao Tsetung. Er wurzelt ideologisch-theoretisch in den so genannten ´Mao Tsetung-Ideen` , die insbesondere nach 1935, als Mao Tsetung an die Parteispitze kam, Gestalt anzunehmen begannen [nicht rein zufällig das gleiche Jahresdatum wie die Abweichung des VII. Weltkongresses vom revolutionären, marxistisch-leninistischen Kurs der Komintern – Anmerkung der Redaktion]. Anfänglich stellten sie sich als `Chinesierung des Marxismus-Leninismus` dar, dann als ´Marxismus-Leninismus der heutigen Zeit` und schließlich als ´höchste Phase des Marxismus-Leninismus`! Die ´Mao Tsetung-Ideen` , legt Genosse Enver Hoxha dar, sind grundverschieden vom Marxismus-Leninismus. Sie sind ein Amalgam von Ansichten, wo dem Marxismus entlehnte Ideen und Thesen sich mit konfuzianischen, buddhistischen, anarchistischen, trotzkistischen, titoistischen, chruschtschowianischen und eurokommunistischen Ideen und Thesen und mit ausgeprägt nationalistischen und rassistischen Einschlag vermengt haben.

Es ist gerade diese Vermischung allerlei idealistischer, pragmatischer und revisionistischer Philosophien, die die ´Mao Tsteung-Ideen` zu einer Waffe aller fraktionistischen Strömungen und Linien in China im Kampf jeder gegen jeden oder im Rahmen vorübergehender Koexistenz gemacht haben.

Aus diesen Gründen schaffte es die KP Chinas zu keiner Zeit, von Ideologie, Politik, Zusammensetzung und vom organisatorischen Aufbau her, eine wahrhaft proletarische Partei zu werden; aus diesen Gründen wuchs die bürgerlich-demokratische Revolution in China nicht in die sozialistische Revolution hinüber, führte nicht zur Errichtung der wahrhaft proletarischen Diktatur und brachte das Land nicht auf den wahren Weg der sozialistischen Entwicklung.

Mao Tsetung, schilderte Genosse Enver Hoxha, hatte den Ruf eines großen Marxisten-Leninisten und bezeichnete sich selbst als Kommunist. Das war er aber nicht. Er war lediglich ein demokratischer Revolutionär, der einige Elemente der marxistisch-leninistischen Philosophie mit dem Idealismus, mit der bürgerlich-revisionistischen Philosophie und mit der alten chinesischen Philosophie auf eklektische Weise vereinigte.

Eine der charakteristischsten Erscheinungsformen des chinesischen Revisionismus als Ideologie und Politik ist die Theorie der ´drei Welten`. Genosse Enver Hoxha entlarvt alle Versuche der chinesischen revisionistischen Führer, sie als marxistisch-leninistische Theorie hinzustellen. Er begründet wissenschaftlich, dass sie eine durch und durch konterrevolutionäre Theorie ist, die in der Absicht geschaffen worden ist, der Strategie der Umwandlung Chinas in eine imperialistische Supermacht eine ´theoretische Grundlage` zu verschaffen, seine Bündnispolitik mit den USA, Japan und Westeuropa zu rechtfertigen und über die Länder der so genannten ´dritten Welt` seine Hegemonie zu errichten.

Der chinesische Revisionismus verfolgte die Bündnispolitik mit dem amerikanischen Imperialismus und der gesamten internationalen Bourgeoisie mit dem Ziel, von ihren wirtschaftlichen, militärischen und politischen Hilfen zu profitieren. Die USA und die übrigen entwickelten kapitalistischen Mächte zeigten sich bereit, China diese Hilfe zu gewähren, denn Chinas Politik stellt eine Unterstützung für ihre strategischen Pläne dar“ (aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 295-297, dt. Ausgabe).

Unsere Partei vertritt den Standpunkt, dass die Befürworter der Theorie der ´drei Welten` Renegaten des Marxismus-Leninismus, gefährliche Feinde der Völker sind, weil sie das Ziel verfolgen, die Befreiungskämpfe der Völker und die proletarische Weltrevolution zu sabotieren“ (Enver Hoxha, Wahlrede am 8. November 1978, Seite 14, dt. Ausgabe).

Die ´Theorie der drei Welten` , die die Klassengrenzen bei der Einteilung der Welt verwischt, zieht keine Schlussfolgerung in Bezug auf die Revolution. Sie ignoriert sie vielmehr. Dieser ´Theorie` zufolge gehören z.B. zu den Ländern der so genannten ´dritten Welt` sowohl die abhängigen kapitalistischen Länder oder die Länder, die vom Faschismus beherrscht sind, als auch die sozialistischen Länder. Der Widerspruch zwischen Sozialismus und Kapitalismus, der Grundwiderspruch unserer Epoche im nationalen und internationalen Maßstab, existiert für diese ´Theorie` nicht, für sie ist er erloschen. (...) Die wahren Marxisten-Leninisten teilen die Welt nicht nach Blöcken ein, sondern nach den sozialökonomischen Systemen. An diesem Kriterium war und ist nichts zu rütteln, wenn auch nur ein einziges sozialistisches Land auf der Welt existiert. Lenin selbst hatte eine ganze kapitalistische Welt und ihr gegenüber ein einziges sozialistisches Land vor Augen, das damalige Sowjetrussland, als er sagte: ´Auf der Welt gibt es heute zwei Welten`. Die so genannte ´Theorie der drei Welten` akzeptieren heißt, in offenkundigster Weise die Lehren Lenins entstellen und kein Vertrauen in den unausbleiblichen Sieg des Sozialismus haben.

Diese ´Theorie` in einem sozialistischen Land befolgen und anwenden heißt, die Diktatur des Proletariats schwächen und die Errungenschaften des Sozialismus unterhöhlen. Diese ´Theorie` im internationalen Proletariat propagieren heißt, es auffordern, nicht zu kämpfen, sich nicht zur Revolution zu erheben und nicht für die Errichtung der Diktatur des Proletariats zu kämpfen, sondern sich der Herrschaft und Ausbeutung durch die kapitalistischen Großmonopole zu unterwerfen“ (Nexhmije Hoxha, Einige grundlegende Fragen der revolutionären Politik der PAA zur Entfaltung des Klassenkampfes,Seite 53-54, dt. Ausgabe).

Im Rahmen des Kampfes zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus und des Sozialismus im Weltmaßstab hat die PAA die KP Chinas und die VR China in den schwierigsten Augenblicken, die Letztere durchmachten, verteidigt, ohne dabei zu fürchten, dass sie damit die Wut und das Feuer der amerikanischen Imperialisten, der sowjetischen Sozialimperialisten und des modernen Revisionismus auf sich ziehen konnte. Als aber der Verrat der chinesischen Führer, als der bürgerlich-revisionistische Charakter ihrer Ideologie und Politik, ihre Absicht, China in eine sozialimperialistische Supermacht zu verwandeln, ans Licht kam, zögerte die PAA nicht, dem chinesischen Revisionismus und Sozialimperialismus einen unversöhnlichen Kampf zu erklären, mit der gleichen Entschlossenheit wie gegenüber dem sowjetischen Revisionismus und Sozialimperialismus“(aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 337/338, dt. Ausgabe).

Der revisionistische Verrat war die Ursache für die Entstehung allerlei ´neuer` Theorien und Doktrinen zum Schutz der kapitalistischen Ordnung, für die Belebung allerlei anti-marxistischer, trotzkistischer, anarchistischer und maoistischer Strömungen, die in die Jugend, insbesondere in die Schuljugend, und in die Reihen der Intellektuellen der kapitalistischen Länder eingedrungen waren. Ein nicht gerade geringes Durcheinander hatten auch die Mao-Tsetung-Ideen und die chinesische Kulturrevolution angerichtet.

Unter diesen Bedingungen, betonte der [6.] Parteitag, nahm der Kampf aller Marxisten-Leninisten für die Befreiung der Arbeiterklasse und der werkätigen Massen von den Einflüssen der bürgerlichen Ideologie, dem Marxismus-Leninismus, überaus große Bedeutung an“ (aus: Geschichte der PAA 1966 – 1980, Seite 146, dt. Ausgabe).

Die Maoisten erheben den Anspruch, Lenin zu verteidigen, indem sie den so genannten „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ predigen. In deren Augen gehören WIR und nicht etwa SIE zu den Neo-Revisionisten. Alle internationalen Strömungen, die sich gegen den so genannten „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ richten, werden unter dem Sammelbegriff Neo-Revisionismus zusammengefasst. Darunter fallen auch diejenigen Maoisten, die den heutigen Sozialimperialismus und Sozialfaschismus in China unter den Begriff des Maoismus fassen. Die einen Maoisten verlagern den revisionistischen Verrat nach den Tod Maos und versuchen ihn vergeblich als „Marxisten-Leninisten“ zu verteidigen. Sie bezeichnen solche Maoisten, die Deng und Hua verteidigen, als „Neo-Revisionisten“. Die sogenannten „Marxisten-Leninisten-Maoisten“ betrachten ihre eklektische Lehre als eine „wirkungsvolle“ Waffe gegen den Neo-Revisionismus. In Wahrheit ist es umgekehrt: der „Marxismus-Leninismus-Maoismus“ = Neo-Revisionismus, und damit eine Waffe gegen den Marxismus-Leninismus. Das ist nicht nur ein Verwirrspiel, welches mit dem Begriff „Neo-Revisionismus“ betrieben wird, sondern widerspiegelt die unterschiedlichen Auffassungen der Revisionisten, wie offen oder wie verdeckt der Revisionismus jeweils taktisch definiert werden soll. Es ist der Streit unter den Revisionisten, welche Form, wie offen oder wie getarnt der Revisionismus zum gegebenen Augenblick notwendig ist, um ein Maximum an Sand zu erzeugen, dass man dem Proletariat, den Völkern, den Revolutionären in die Augen streuen muss, um den größten Effekt zu erzielen. Je feiner gestreut wird, desto wirkunsvoller das Ergebnis. Das sind also rein taktische Differenzen im Kampf gegen den Marxismus-Leninismus, der sich von Zeit und Ort, von den Bedingungen in der Welt und in den einzelnen Ländern unterscheidet und sich ständig verändert. Dieses Phänomen charakterisiert die großen Anpassungsschwierigkeiten des Revisionismus an die veränderte Lage des Klassenkampfes zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie. Dem Wesen, dem Sinn und Zweck dienen alle diese differenzierten neo-revisionistischen Strömungen, - dem Kampf gegen den Marxismus-Leninismus. Die anderen halten China nach Mao weiterhin für ein sozialistisches Land. China ist aber nie sozialistisch gewesen, genauso wenig wie Mao jemals ein Marxist-Leninist gewesen ist, auch wenn dagegen lauthals protestiert wird. Alle maoistischen Bewegungen, ob der revolutionäre Befreiungskampf in Nepal oder anderswo auf der Welt werden früher oder später zerfallen und im Sumpf der Bourgeoisie enden, wenn sie nicht dazu willens oder in der Lage sind, sich kompromisslos vom Maoismus zu trennen und den Weg Enver Hoxhas zu gehen. Man kann nicht den leninistischen Weg gehen und gleichzeitig den maoistischen Weg – beides schließt sich einander aus, lässt sich nicht miteinander vereinbaren, ist zum Scheitern verurteilt, denn Maoismus ist Anti-Leninismus. Auch wer meint, den Weg der sogenannten „Viererbande“ zu gehen, könne den revisionistischen Verrat in China überwinden, liegt solange falsch, wie er sich wie der „Viererbande“ selbst auf Mao stützt. Weder mit Mao, noch mit Kim Il Sung, Che Guevara, Catsro usw. usf. kann man weder den einen noch den anderen Revisionismus, noch den Revisionismus überhaupt überwinden. Man kann den einen Revisionismus niemals durch einen anderen überwinden. Man kann sich niemals unter den Schutzschild eines Revisionismus stellen, um sich vor einem anderen zu retten. Man kann sich nur mit dem Schutzschild des Marxismus-Leninismus vor dem Revisionismus schützen, so wie es Stalin und Enver Hoxha getan haben.

Solange Enver Hoxha China gegenüber den sowjetischen Revisionismus nach außen verteidigte und dabei Mao nicht offen angriff, galt er bei den Maoisten als „treuer Verbündeter des Maoismus“. Als Enver Hoxha aber den Maoismus als das entlarvte, was er wirklich ist – nämlich anti-leninistisch – wurde Enver Hoxha als Neo-Revisionist beschimpft. Dazwischen gibt es bis heute eine Reihe verschiedener versöhnlerischer und zentristischer Strömungen, die mehr zu Enver oder mehr zu Mao tendieren, aber einer Meinung sind, dass sie beide gleichermaßen „Marxisten-Leninisten“ sind. Diese Einheitsfrontbewegung zwischen Neo-Revisionismus und Marxismus-Leninismus erleichtert in der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung nicht gerade die Trennungslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Maoismus. Das eine ist eine proletarische Lehre, das andere eine bürgerliche Lehre. Beide zusammengenommen erhöhen ihre Effektivität nur für die Bourgeoisie und nicht für das Proletariat . Niemals können diese beiden Lehren vermixt werden oder beiden antagonistischen Klassen gemeinsam nützlich sein. Das hat der Leninismus bereits tausendmal widerlegt. Revisionismus trat immer an den Nahtstellen zwischen den Klassikern auf. Zu Lenins Zeiten Revisionismus unter dem Deckmantel „zurück zu Marx und Engels!“ Zu Stalins Zeiten: „Zurück zu Lenin!“ zu Envers Zeiten : „Zurück zu Lenin und Stalin!“ und nach Envers Zeiten: „Zurück zu Enver Hoxha!“. Aber in Wirklichkeit wollen sie alle zurück zum Revisionismus, so lautstark sie sich dabei auch auf die Klassiker berufen! Es wird der Bourgeoisie niemals gelingen - auch nicht mit Apellen: „zurück zu den Klassikern!“ - den Marxismus-Leninismus aufzuhalten. Der Marxismus-Leninismus ist die Ideologie des Weltproletariats, die Ideologie der aufstrebenden, siegenden Klasse. Niemals wird es der untergehenden, sterbenden Klasse gelingen, mit der Ideologie des Marxismus-Leninismus ihren endgültigen Zerfall und Untergang zu verhindern. Die Revisionisten können sich mit den Klassikern abmühen so viel sie wollen, in ihren Händen wird der Marxismus-Leninismus sie verbrennen.

Die revisionistischen Rosstäuscher geben vor den Massen als „Marxisten-Leninisten“ aus, während sie die wahren Marxisten-Leninisten vor den Augen der Arbeiter als „Maoisten“ verteufeln.

Enver Hoxha stellte fest:

Früher, als die Mao Tse-tung-Ideen ihren Einfluss auf zahlreiche Parteien ausübten, waren die Imperialisten und die Sozialimperialisten noch ruhiger, denn sie wussten, dass diese revisionistische Strömung ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Bewegung machte. Heute aber, da diese Strömung entlarvt worden ist, bemühen sich die Feinde durch die Verbreitung der verschiedensten pseudo-marxistischen Theorien Konfusion zu säen, die Parteien durch Fraktionskämpfe zu spalten und zu schwächen sowie schwache und ungefestigte Elemente in verschiedenen Formen zu manipulieren und auf revisionistische Positionen zu drängen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 311).

Eben dieses Drängen auf revisionistische Positionen wird verdeckt gemacht, wird verborgen gehalten unter dem Deckmantel des Anti-Revisionismus – und eben das bezeichnen wir von der Komintern / ML als Neo- Revisionismus.

Die Mao Tsetung-Ideen haben dem Imperialismus geholfen, weil sie den Revisionisten zur Restauration des Kapitalismus unter Beibehaltung der Diktatur des Proletariats“ dienten ( von der sich die Sowjetrevisionisten auf dem 20. Parteitag der KPdSU offziell verabschiedet hatten!) und darauf abzielten, die ununterbrochene Entwicklung der sozialistischen Revolution bis zum Sieg des Kommunismus im weltweiten Maßstab aufzuhalten. Den chinesischen Theoretikern zufolge gäbe es im Sozialismus „antagonistische“ Klassen, womit sie in Wirklichkeit nur ihre falsche, opportunistische Linie zu rechtfertigen versuchten, in deren Folge nicht nur die alten Ausbeuterklassen nicht beseitigt worden waren, sondern auch eine neue bürgerliche Klasse entstanden war. Diese Klassen hielten in Maos China die Macht in ihren Händen. Der Marxismus-Leninismus lehrt genau das Gegenteil: Mit der sozialistischen Revolution beseitigt die Arbeiterklasse die Ausbeuterklassen. Im Sozialismus gibt es keinen antagonistischen Klassen mehr, aber sehr wohl wird bis zum Übergang zum Kommunismus ein heftiger Klassenkampf im Sozialismus gegen die Überreste der antagonistischen Klassen geführt, wird ein unerbittlicher Klassenkampf geführt gegen die Herausbildung einer neuen antagonistischen Klasse, gegen die revisionistische Entartung des Sozialismus, gegen die Gefahr der Restauration des Kapitalismus.

Den Mao Tsetung-Ideen zufolge haben die antagonistischen Klassen im „Sozialismus“ auch ihre proletarischen und bürgerlichen Stäbe, gäbe es „zwei Linien“ in der Partei, die die Interessen der antagonistischen Klassen zum Ausdruck bringen würden. Das hat natürlich nichts mit einer marxistisch-leninistischen Partei zu tun, wo nur Kämpfer für den Kommunismus zusammengeschlossen sind. Wer die Ideale und Ziele der revolutionären Arbeiterklasse etwa verletzt, wird hinaus gesäubert und bleibt unmöglich als Fraktion in der Partei. Die marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse hat nur eine Linie, die Linie der revolutionären Arbeiterklasse. Darin unterscheidet sie sich von den revisionistischen Parteien. Natürlich ist der Klassenkampf in der Partei unvermeidlich, ist er objektiv vorhanden, denn er spiegelt den gleichen Klassenkampf in der Gesellschaft nur eben konzentrierter wider, der in der sozialistischen Gesellschaft tatsächlich stattfindet, aber der Kampf „zweier Linien“ ist deswegen noch lange nicht unvermeidlich, wie es Mao Tsetung „lehrte“. Mit dieser fatalistischen Unvermeidbarkeitslehre vom Kampf zweier Linien wird nur der Bourgeoisie der Platz in der Partei reserviert, um die Diktatur des Proletariats von dort aus zu zerschlagen und den Übergang vom Sozialismus in den Kapitalismus zu lenken. Damit wird nur Fatalismus gepredigt, werden die anti-revisionistischen Kräfte der Partei und der Arbeiterklasse gelähmt und zersetzt und dem Kapitalismus der Weg geebnet. Unter den Bedingungen des Kapitalismus führen die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen den Klassenkampf nur von unten aus, im Sozialismus hingegen wird dieser Kampf sowohl von unten als auch von oben geführt. Jede Einseitigkeit in dieser Frage hat für die Sache des Sozialismus schädliche Folgen, wie man es in den revisionistischen Ländern gesehen hat. Die modernen Revisionisten versuchten zwei unterschiedlichen Vorstellungen zu folgen, was die Einheit und des Kampfes der Gegensätze im Klassenkampf anbelangte. Die Chruschtschowianer leugneten die Klassenwidersprüche, betrachteten sie als ein Übel, beschönigten und verherrlichten die revisionistische Wirklichkeit, den „realen Sozialismus“, wobei sie alle Dinge, Prozesse und Erscheinungen der sozialistischen Gesellschaft im Lichte der Einheit betrachteten und die Einheit verabsolutierten. Das ist die Position der Opportunisten, der Versöhnung der Gegensätze, der Abkehr vom Klassenkampf im eigenen Land und in der Welt, womit sie ihre revisionistische Konterrevolution kaschierten. Nur die nichtantagonistischen Widersprüche zu akzeptieren und die Existenz antagonistischer Widersprüche unter der Diktatur des Proletariats zu leugnen, widerspricht dem Marxismus-Leninismus und der objektiven Realität des Klassenkampfes im Sozialismus.

Ganz anders Mao: Er leugnet die Einheit und lässt nur die Widersprüche gelten; er versuchte in allem Widersprüche zu finden und zu schaffen; er betrachtete die Einheit als etwas, das die konservative Seite darstelle und die Entwicklung behindere. Mao Tsetung machte „Eins teilt sich in Zwei“ zu einem absoluten Prinzip, womit er seinem Kurs der Legitimierung und Duldung antagonistischer Klassen im Sozialismus und der zwei Linien in der Partei, der Koexistenz bürgerlicher und reaktionärer Parteien „unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats“ , der Kulturrevolution, die von Zeit zu Zeit zu wiederholen sei usw. usf., eine theoretische Grundlage zu geben versuchte. Mao hat die dialektischen Gesetze unter den Bedingungen des Sozialismus entstellt und verabsolutiert. Es ist absolut falsch, die antagonistischen und nichtantagonistischen Widersprüche auf die gleiche Stufe zu setzen. Die antagonistischen Widersprüche sind typisch, charakteristisch für die in feindliche Klassen aufgeteilten Gesellschaftsordnungen, zu der auch die chinesische revisionistische Ordnung gehört. In der sozialistischen Gesellschaft der Sowjetunion Lenins und Stalins und Albaniens waren hingegen die feindlichen Klassen beseitigt worden, entsprangen die antagonistischen Widersprüche keineswegs der Natur der sozialistischen Ordnung selbst. Sie entstanden und existierten als Produkt der Überbleibsel der alten bürgerlichen Gesellschaft im Innern und durch den Druck der kapitalistisch(-revisionistischen) Einkreisung von außen her, als Produkt der Faktoren also, die objektiv existieren, die aber der sozialistischen Ordnung und ihrer Ideologie fremd sind. Die nichtantagonistischen Widersprüche sind die charakteristischen Widersprüche in der sozialistischen Gesellschaft – nicht so in China. Wie der moderne Revisionismus in der Sowjetunion und in Albanien in der Praxis bewiesen hatte, verwandelten sich die nichtantagonistischen Widersprüche in antagonistische Widersprüche. Jene modernen Revisionisten verbreiteten hierzu ihre dekadente Ideologie, Kultur und Lebensweise, führten die der kapitalistischen Länder ein, ebneten dem Liberalismus und Bürokratismus den Weg, schürten Streitigkeiten und Unzufriedenheit, Diebstahl, Kriminalität usw, usf. Das gelang den modernen Revisionisten überall dort, wo es an revolutionärer Wachsamkeit mangelte, wo sich Fehler und Schwächen im sozialistischen System zeigten, das es in China allerdings nie gegeben hat. Dort herrscht das Dschungelgesetz der kapitalistischen Welt.


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e) albanischer Revisionismus

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Alle bisher abgehandelten Spielarten des Revisionismus und insbesondere die nicht abgehandelten Spielarten lassen sich studieren mit dem albanischen Studienmaterial, weswegen wir hierauf nicht so ausführlich eingegangen sind. Was den albanischen Revisionismus anbelangt, verfügen wir erstens nicht über so reiche Quellen und zweitens handelt es sich um die weitest entwickelte und historisch gesehen jüngste Form des Revisionismus, weswegen wir uns hier etwas ausführlicher damit beschäftigen müssen. Beginnen wir mit einem „schicksalhaften“ Ausspruch Enver Hoxhas, der deutlicher als alles andere auf das aufmerksam macht, was in Albanien tatsächlich eingetreten ist:

Zugleich mit dem Kampf gegen die äußeren Feinde `Imperialisten und Revisionisten` (darf man) auch den Klassenkampf im Innern des Landes nicht beiseite lassen und niemals vergessen. Andernfalls würde uns die Geschichte schwer bestrafen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 5. Parteitag der PAA, 1966, dt. Ausgabe, Seite 184). ... und die Geschichte hat Albanien, hat das zweite und vorläufig letzte sozialistische Land auf der ganzen Welt, sehr schwer bestraft; das einst so blühende sozialistische Albanien, das einzige sozialistische Land auf der Welt, die Hoffnung und die Quelle der Kraft des revolutionären Weltproletariats, ist zu einem Armenhaus Europas degradiert worden !

Das sozialistische Albanien war zu Enver Hoxhas Zeiten das einzige revolutionäre Land in der Welt, das die modernen Revisionisten restlos geschlagen, aus Albanien hinausgejagt und das die unterirdischen Verbindungen zu den modernen Revisionisten anderer Länder gekappt hat. Die Geschichte des sozialistischen Albaniens ist die ruhmreiche Geschichte der siegreichen Führerin des internationalen Kampfes gegen den modernen Revisionismus an der Macht. Als solche geht die Geschichte des Sozialismus Albaniens in die gesamte Geschichte des Sozialismus ein, nämlich als Schrittmacher des Weltsozialismus.

Es ist eine historische Wahrheit, dass der Kampf gegen den Revisionismus in der Sowjetunion und der Kampf gegen den modernen Revisionismus in Albanien nirgendwo auf so höchster Stufe geführt werden konnte, und zwar nicht zuletzt deswegen, weil hierzu auch die materielle und geistige Basis der sozialistischen Gesellschaft vorhanden war, um dort hervorragende Bedingungen für die Meisterung des anti-revisionistischen Kampfes zu schaffen, was auch für das gesamte Weltproletariat von unschätzbarem und bleibendem Wert ist: Das Niveau der materiellen Entwicklung der sozialistischen Gesellschaft bestimmt das sozialistische Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins. Das Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins fällt mit dem Sturz der sozialistischen Gesellschaft – und zwar nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Maßstab, was nichts anderes heißt, dass das Niveau der Entwicklung des anti-revisionistischen Bewusstseins der gesamten marxistisch-leninistischen Weltbewegung dann rapide abfällt, wenn die letzte sozialistische Gesellschaft, der Hebel und die Basis der Weltrevolution, gestürzt ist. Und so ist es auch tatsächlich dazu gekommen, denn Hebel und Basis der Weltrevolution heißt nichts anderes als Hebel und Basis des internationalen Kampfes gegen den modernen Revisionismus. Daraus wird deutlich, welchen kolossalen, qualitativen Sprung wir im anti-revisionistischen Kampf mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution zurücklegen, wenn also das Wissen über den Revisionismus endlich in den allgemeinen Besitz von Milliarden Weltmassen übergegangen sein wird. Daraus wird ferner deutlich, dass das sozialistische Albanien, dass die Lehren des 5. Klassikers des Marxismus-Leninismus, Genosse Enver Hoxha, die Grundlage geschaffen haben, damit dieser qualitative Sprung zum Weltsozialismus gelingt und das Weltproletariat sich bei seinen heldenhaften albanischen Klassenbrüdern dadurch bedanken wird, dass sie die erneute sozialistische Revolution der albanischen Arbeiterklasse, den wiederhergestellten albanischen Sozialismus auf höherer Stufe garantiert durch die Errichtung der proletarischen Weltdiktatur, denn dann wird es keinen zweiten Ramiz Alia mehr geben.

Das sozialistische Albanien mit Enver Hoxha an der Spitze führte als Bannerträger des weltweiten Anti-Revisionismus ein Höchstmaß dessen durch, was für ein sozialistisches Land für die Entwicklung, Unterstützung und Entfachung des Kampfes gegen den modernen Revisionismus in allen Ländern der Welt durchführbar war. Mit dem Tod des Genossen Stalin, mit dem Tod des Genossen Enver Hoxha, starben auch die sozialistische Sowjetunion und das sozialistische Albanien, obsiegte der moderne Revisionismus.

Die ersten , die hinter dem albanischen Kampf gegen den modernen Revisionismus mitsegelten, um ihren eigenen Revisionismus zu retten, das waren die chinesischen Revisionisten mit Mao Tsetung an der Spitze. Als der chinesische Revisionismus von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die von Enver Hoxha angeführt wurde, enttarnt, entlarvt und demaskiert worden war, trat Ramiz Alia nach dem Tode Enver Hoxhas an die Spitze, um – unter dem Segel des „anti-Revisionismus“ den Marxismus-Leninismus im eigenen Land und in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha zu entwaffnen.

Wie kann der Revisionismus ausgerechnet in dem anti-revisionistischsten Land der Welt, im Land des Genossen Enver Hoxha, des Führers des weltweiten Kampfes gegen den modernen Revisionismus, überhaupt an die Macht gelangen ???? Man suchte und fand die Spuren des Revisionismus überall, sogar in China, aber im eigenen Land schien alles von jeglichem revisionistischen Einfluss blitzblank gesäubert zu sein, sei alles zum Besten bestellt. Da kann nicht sein, was nicht sein darf. Wer nicht sucht, kann auch nichts finden. Man versteckte sich hinter Enver Hoxha, um als anti-revisionistische Saubermänner auftreten zu können, verwischte die eigenen revisionistischen Spuren hinter seiner eigenen anti-revisionistischen Fassade. Als Enver Hoxha starb, versteckte man sich hinter einem Heiligenschein, in den man ihn hüllte. Als man an der Macht war und sich nicht mehr verstecken brauchte, riss man dann das Enver Hoxha Denkmal ungeniert vom Sockel und errichtete auf seinen Trümmern die Diktatur der neuen Bourgeoisie. Der moderne Revisionismus wurde in Albanien genauso schnell beerdigt wie er an die Macht kam. Die modernen Revisionisten kamen aus ihren Rattenlöchern gekrochen , um sich an den sozialistischen Köstlichkeiten die Bäuche vollzuschlagen – und als nach kürzester Zeit nichts mehr übrig war, ließ man es sich vom ausländischen Kapital gut ergehen, an das sie Albanien verscherbelten.

Nun, das ist natürlich noch lange nicht die ganze traurige Geschichte. Die wissenschaftliche Aufklärung der Frage, warum ausgerechnet das anti-revisionistische Land Albanien dem modernen Revisionismus zum Opfer fiel, interessiert jeden revolutionären Arbeiter brennend. Bis sich der Revisionismus von innen heraus zur Macht in Albanien entfalten konnte, um den Sozialismus zu stürzen, hatte Albanien stets, und über Jahrzehnte hinweg, einen siegreichen Kampf gegen alle Revisionisten geführt. Der Druck eines revisionistischen Landes wurde nicht nur durch den Druck eines anderen revisionistischen Landes abgelöst, sondern der Druck erhöhte sich auch durch deren Zusammenarbeit gegen Albanien. Sie zentralisierten ihren Druck von außen, so dass wir von der vollständigen revisionistischen Umkreisung Albaniens sprechen können, die sich über Jugoslawien, die Sowjetunion und China zu einem eisernen Ring verdichtete. Die revisionistischen Kräfte dieser Länder wirkten aber nicht nur von außen, sondern auch von innen, indem sie versuchten, in Albanien ihre Agenturen zu errichten, ebenfalls nicht nur in einer sich ablösenden Reihenfolge, sondern auch zentralisiert und koordiniert( Absprachen zum gegenseitigen Vorteil). So wirkten die Revisionisten von außen UND von innen gleichzeitig und zwar nicht parallel sondern ebenfalls koordiniert und zentralisiert, soweit diese Politik unter den Bedingungen ihrer eigenen Rivalitätswidersprüche praktisch umsetzbar war. Jedenfalls waren sie sich einig, dass das sozialistische Albanien ihr gemeinsamer Klassenfeind war, und das zwang sie dazu, gegen Albanien gemeinsame Sache zu machen.

Wer die Geschichte des sozialistischen Albaniens studiert hat, der weiß, dass die erste revisionistische Hauptagentur in Albanien die Nachbar-Agentur des revisionistischen Jugoslawiens war, also die enge und damit intensivere Verbindung von äußerer und innerer Zersetzungspolitik direkt über die Grenze lief. Das revisionistische Jugoslawien hatte ihre Leute nach Albanien geschickt, um albanische Verräter anzuheuern, um die albanische Regierung zu stürzen, durch eine jugoslawienfreundliche albanische Regierung zu ersetzen und Albanien zur einer jugoslawischen, revisionistischen Republik zu machen. Diese konterrevolutionären Ziele gab Jugoslawien bis zum Sturz der Diktatur des albanischen Proletariats nie auf, verfolgte sie permanent und zwar in verschärfter Form, wofür die von den Jugoslawen angeheizte Krise im albanischen Kosova konzentriertester Ausdruck des sich zuspitzenden Konflikts war. So musste das sozialistische Albanien permanent und mit immer größerem Kräfteaufwand gegen den jugoslawischen Revisionismus ankämpfen.

Mit der Machtübernahme Chruschtschows bekam Jugoslawien Konkurrenz, bekam der sowjetische Sozialimperialismus Appetit auf Albanien, und nahm von seiner Potenz her noch größere Anstrengungen als Jugoslawien, um Albanien in die Knie zu zwingen, und es sich seinerseits unter den Nagel zu reißen. Albanien stand nunmehr einem revisionistischen Räuberbündnis von Tito und Chruschtschow gegenüber. Auch die sowjetischen Revisionisten versuchten, innerhalb Albaniens ihre Agentur zu errichten. Das waren schon zwei Agenturen, gegen die sich Albanien mannhaft zur Wehr setzte. Damit aber nicht genug. Viel gefährlicher war die Agentur des chinesischen Revisionismus, weil sie sich als marxistisch-leninistischer Kampfgefährte gegen die Revisionisten verkleidet hatte. Aber die PAA wurde auch mit diesem Problem fertig, indem sie den Kampf gegen den modernen Revisionismus auf eine noch höhere Stufe hob und befreite sich erfolgreich von den Verrätern in den eigenen Reihen, die mit den Chinesen gemeinsame Sache gemacht hatten. Insofern ging Albanien aus dem Kampf gegen den internationalen revisionistischen Feind siegreich hervor, zumindest so lange Enver Hoxha noch maßgeblichen Einfluss auf die PAA hatte. Es blieben bis zu seinem Tod nur noch 5 Jahre. Warum hat trotz allem dann der revisionistische Bazillus das sozialistische Albanien zur Strecke bringen können ? Um diese Frage zu beantworten, muss man die internationale Entwicklung des modernen Revisionismus analysieren, deren Zerfallsprozess schon sehr weit vorangeschritten war. Der internationale moderne Revisionismus war faktisch ein ´lebendiger Leichnam` . Als Albanien 1990 fiel, da hingen die Sowjetunion und ihre einstigen Vasallen-Staaten in Osteuropa, ebenso wie Jugoslawien am Tropf. Entscheidend ist die Frage: An wessen Tropf? Natürlich am Tropf des Weltimperialismus, insbesondere am Tropf des amerikanischen Imperialismus. Es ist deswegen auch kein Wunder, warum sich die albanischen Revisionisten zum Beispiel auf Westeuropa konzentrierten, von dort Kredite und „Hilfen“ annahmen, Tourismus-Devisen einkassierten usw., die westeuropäischen Imperialisten zu sich nach Albanien einluden anstatt wie bisher die Bruderparteien usw. usf. Die albanischen Revisionisten verschacherten Albanien nicht an Jugoslawien, nicht an die Sowjetunion, nicht an China, nein, sie verschacherten es direkt an die europäischen Imperialisten, an den Weltimperialismus, womit bewiesen ist, dass sie nicht die Agentur irgendeines revisionistischen Landes, sondern direkt eine Agentur des Weltimperialismus waren. Hinter den Agenturen der revisionistischen Länder verbargen sich in Wirklichkeit die Agenturen des Weltimperialismus und wirkten auch als solche indirekt auf Albanien ein. Die imperialistische Agentur wirkte über ihre revisionistischen Agenturen, die sie von Jugoslawien aus über alle anderen revisionistischen Länder ausbreitete. Das revisionistische Lager war der vorgeschobene Posten des Weltimperialismus im Lager des Sozialismus, im Lager der kommunistischen Weltbewegung. Der Weltimperialismus verwandelte die revisionistischen Länder direkt seine soziale Stütze. Wer also hinter den albanischen Revisionisten die Fäden zog, das waren im Grunde genommen die westlichen Imperialisten. Wie kam es dazu? In der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung Albaniens hatte sich eine allmähliche Wandlung vollzogen. War die Hauptseite zuerst die revisionistische Seite, so wurde sie mit der Restauration des Kapitalismus in den revisionistischen Ländern logischerweise zur Nebenseite und entwickelte sich die kapitalistische Seite zur Hauptseite. Das sozialistische Land Albanien konnte mit der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung solange fertig werden, wie diese Umkreisung sich so zusagen „gegenseitig behinderte und schwächte“ ( bis zu einem gewissen Grade neutralisierte) und zwar hauptsächlich durch die Rivalität der beiden Supermächte USA und Sowjetunion. So konnte die Oktoberrevolution den gleichen entscheidenden Vorteil nutzen, dass sich die imperialistischen Mächte untereinander uneins und in ihre Widersprüche untereinander verwickelt waren, sich gegenseitig schwächten und damit der Revolution die entscheidende Atempause verschaffen konnte, um siegreich den Sozialismus aufzubauen. In dem Moment, wo sich die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung in eine kapitalistische Umkreisung verwandelte, wurde ihr Druck auf Albanien spürbar größer, wirkte auch die Agentur des Westens innerhalb Albaniens viel stärker. Das Vorhandensein des bürgerlichen Einflusses in der PAA war die innere Quelle des Revisionismus, während das Kapitulantentum vor dem Druck seitens des Imperialismus seine äußere Quelle darstellte. Es waren diese Agenturen, ehemalige, abtrünnige und verräterische Mitglieder der Bruderparteien aus den Ländern des Westens, die die albanischen Revisionisten dazu verhalfen, mit den Kapitalisten und ihren Regierungen Kontakte anzubahnen. Die albanischen Revisionisten öffnete eben vermittels dieser Agenturen dem Weltimperialismus die Türen und die Weltimperialisten traten ein und nahmen sich, was sie schon lange wollten, nicht nur ein Land mit reichen und wichtigen Bodenschätzen, sondern den letzten weltproletarischen Posten des Sozialismus in „einem“ Land, eroberten sie den letzten Sozialismus in „einem“ Land, beseitigte die Zweiteilung der Welt und stellte die alte Weltordnung wieder her- die unangefochtene Herrschaft des Weltimperialismus. Diese Entwicklung vollzog sich nicht zufällig, sondern gesetzmäßig. Und das ist auch die Antwort auf die oben gestellte Frage. Aus dem Sturz des sozialistischen Albanien bleibt uns nichts anderes übrig als die wichtigste Lehre des 50 Jahre langen Kampfes gegen den modernen Revisionismus zu ziehen:

Die Voraussetzung für den garantierten Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab, das ist der Sieg über den Revisionismus im Weltmaßstab. Auf die Dauer kann ein sozialistisches Land - auf sich allein gestellt - ohne den Sieg über den Revisionismus in mindestens einer Reihe weiterer sozialistischer Länder nicht den Sieg über den Revisionismus im eigenen Land garantieren, da es sich beim Revisionismus um die Ideologie des herrschenden Weltimperialismus handelt. Der Sieg über den Revisionismus ist nicht nur die entscheidende und zentrale Frage in einem einzelnen sozialistischen Land, sondern die Schlüsselfrage der proletarischen Weltrevolution und diese damit wiederum die Schlüsselfrage des garantierten Sieges über den Revisionismus in einem einzelnen Land. Wer den Sozialismus in einem Land garantieren will, der muss die politische Weltmacht erobern. Damit steht und fällt das Schicksal des Sozialismus „in einem“ Land.

An dieser Schlüsselfrage muss man den Neo-Revisionismus unter die kritische Lupe nehmen und ihn dingfest machen. Beschränkt sich der zukünftige Kampf gegen den Revisionismus auf diese oder jene Spielart dieses oder jenes revisionistischen Landes an der Macht usw. usf. ? Wenn es in jedem Land verschiedene Marxismen-Leninismen geben würde, wäre die Sache damit erledigt, beim Marxismus-Leninismus handelt es sich jedoch um eine internationalistische Theorie des Weltproletariats und eben das bedeutet, dass die Weltbourgeoisie dieses internationalistische proletarische Instrument in ein bürgerliches Instrument verwandeln muss, nicht nur als Instrument seiner Agenturen in diesem oder jenen Land, sondern vor allem als Instrument der Agenturen innerhalb des international organisierten Weltproletariats, innerhalb der international organisierten Marxisten-Leninisten usw. usf. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus ist nicht beendet, nachdem die Restauration des Kapitalismus in Albanien erledigt ist. Nachdem die modernen Revisionisten den letzten Hebel und die letzte Basis der Weltrevolution, die Diktatur des Proletariats in Albanien, zerschlagen haben, muss der Revisionismus sich dort zwar weiter darauf konzentrieren, dass diese nicht wieder zurückerobert wird durch die erneute sozialistische Revolution in Albanien, muss die nationale albanische Bourgeoisie also ihre alten und gegebenenfalls neuen Agenturen aufrecht erhalten, aber die zukünftige, erneut sozialistische Revolution in Albanien wird durch die Globalisierung nicht den alten prägenden Charakter der nationalen Befreiungsbewegung hervorbringen, wird sich nicht bloß wiederholen, sondern sich auf einer höheren revolutionären Stufe entfalten. Die erneute sozialistische Revolution in Albanien wird einen völlig neuen Charakter, den Charakter einer revolutionären Abteilung der gesamten sozialistischen Weltarmee annehmen. Sie wird, so wie alle neuen Revolutionen in allen Ländern der Welt, nicht mehr ein eingekreister und isolierter Hebel und einzige Basis des revolutionären Weltproletariats, sondern Teil des großen internationalen Hebels, Teil der internationalen Basis und somit auch Produkt des gesamten weltrevolutionären Prozesses sein. Und das kann auch gar nicht anders sein, denn die kapitalistische Globalisierung schweißt die Proletarier aller Länder ganz von allein zu EINER Klasse, zum Weltproletariat, zusammen und liefert gesetzmäßig die internationalen materiellen und geistigen Instrumente, die das Weltproletariat braucht, um sich als internationale Klasse zu befreien und den Weltsozialismus aufzubauen. Das kann auch der Revisionismus nicht verhindern. Aus den nationalen Spielarten des Revisionismus werden sich in dem Umfang internationale Spielarten entwickeln, sobald es dem Weltproletariat gelingt, seine internationalistische Ideologie, den Marxismus-Leninismus weiter zu globalisieren, ihn als zentralisierte Anleitung seines einheitlichen, geschlossenen, INTERNATIONALEN revolutionären Handelns einzusetzen. Die Globalisierung schafft die Voraussetzungen für die letzte, die internationale Schlacht zwischen dem Weltproletariat und der Weltbourgeoisie, zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus.

Früher war das anders. Die gesamte imperialistisch-revisionistische Welt übte auf das kleine Land Albanien Druck aus. Mit dem äußeren feindlichen Druck verschmolz der innere feindliche Druck zu einer einzigen Front mit dem gemeinsamen Ziel, dem Rechtsopportunismus insbesondere nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha den Weg zu ebnen, der dem bereits vorhandenen revisionistischen Einfluss Nährboden lieferte und diesem schließlich die nötige Kraft für die Machtübernahme gab. Die Frage des Durchbrechens der internationalen imperialistisch-revisionistischen Einkreisung konnte von Albanien, dem letzten wirklich sozialistischen Land, in dem der Marxismus-Leninismus herrschte, nicht allein gelöst werden. Dies ist eine Aufgabe, die die Albaner nur zusammen mit den Proletariern aller Länder hätten lösen können. Vor der Globalisierung war das nur sehr schwer möglich wie sich herausstellte. Erst die Globalisierung versetzt das Weltproletariat in die Lage, die imperialistisch-revisionistische Einkreisung in einer Weise an seiner schwächsten Stelle zu durchbrechen, der die sozialistische Einkreisung im Weltmaßstab siegreich nach sich ziehen kann. Erst, wenn die Proletarier durch die Globalisierung zu einer einzigen internationalen Klasse zusammengewachsen sind, die von einer einzigen Weltpartei geleitet wird, die sich ihrerseits ausschließlich vom Marxismus-Leninismus leiten lässt, werden sie in der Lage sein, die imperialistisch-revisionistische Einkreisung global, also vollständig und für immer zu beseitigen. Erst dann, wenn die Imperialisten und Revisionisten eingekreist sind, wenn das Weltproletariat Druck von außen ausübt und sich dieser Druck mit dem Druck der Proletarier innerhalb Albaniens zu einer gemeinsamen Front vereinigt, wird das zurückeroberte sozialistische Albanien für immer garantiert in den Händen der albanischen Arbeiterklasse, in den Händen des albanischen Volkes, verbleiben. Das sozialistische Albanien ist also nicht gestorben, es lebt weiter in den Herzen der Revolutionäre, der Arbeiter und Werktätigen der ganzen Welt, die Enver Hoxha über seinen Tod hinaus die Treue geschworen haben – der Siegeszug des Sozialismus – auch in Albanien - ist auf Dauer nicht aufzuhalten.

Beschränkten sich die Albaner auf die Kritik an Ramiz Alia, auf den albanischen Revisionismus, ginge die sozialistische Revolution dort erneut in die Hose. Enver Hoxha ist der 5. Klassiker des internationalen Marxismus-Leninismus, der vom gesamten Weltproletariat gegen den gesamten Revisionismus auf der Welt verteidigt werden muss. Beschränkt man die Kritik am Revisionismus auf seine nationalen Spielarten, dann gibt man dem modernen Revisionismus auf seiner internationalen Entwicklungsbasis einen Riesenvorsprung – und das ist ja auch heute die Situation, mit der wir fertig zu werden haben.

Die gefährlichste Strömung des Neo-Revisionismus ist nach Auffassung der Komintern (ML) heute jene Strömung, die in Worten Enver Hoxha gegen den Revisionismus zu verteidigen vorgibt , aber in Taten genau das Gegenteil tut, nämlich Enver Hoxha zu verraten mit Hilfe der „marxistisch-leninistischen“ Phraseologie, mit Hilfe der „hoxhaistischen“ Phraseologie. Ramiz Alia und seine revisionistische Clique müssen hier an erster Stelle genannt werden, aber auch Strömungen in der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die in Worten den Verräter Ramiz Alia entlarvt haben, aber in der Praxis in seine Fußtapfen getreten sind: das heißt: die marxistisch-leninistische Weltbewegung vom Weg Enver Hoxhas wegzudrängen und in revisionistische Bahnen zu lenken unter dem Vorwand, Enver Hoxha verteidigen zu wollen. Die Neo-Revisionisten gehen diesen verräterischen Weg aus dem einzigen Grund, um die Lehren der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha zu verfälschen, um die Prinzipien des Marxismus-Leninismus zu verwerfen, den Klassenkampf, die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats zu verurteilen und sich durch ihre anti-marxistischen Auffassungen zu ersetzen, die sie mit anti-revisionistischen Phrasen tarnen.

Nach unserer Kritik am gefährlichen Revisionismus eines Ramiz Alia sind einige Neo-Revisionisten gezwungen worden, auf einen angeblich „hoxhaistischen“ Kurs zu schwenken. In Worten Kritik an Ramiz Alia, aber in Taten betreiben sie dessen Rehablitierung. Die Komintern / ML hat die internationale Quito-Gruppe entsprechend kritisiert und als neo-revisionistisch enttarnt, da sie die Kritik an den revisionistischen Verrätern an Enver Hoxha im Besonderen und am Revisionismus im Allgemeinen eingestellt haben. Sie haben also die Ideologie des albanischen Revisionismus nur ohne Ramiz Alia fortgesetzt. Sie unterstützen auch die neuen revisionistischen Gruppierungen in Albanien, die sich zu einer Partei vereinigt haben.

Der albanische Revisionismus befand sich nur scheinbar im Widerspruch zu den anderen revisionistischen Strömungen, insbesondere zu der des chinesischen Revisionismus. Aber die Fakten zeigen, dass es zwischen dem chinesischen und dem albanischen Revisionismus keinen prinzipiellen Unterschied gegeben hat, denn beide waren Feinde Enver Hoxhas, waren Feinde der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, waren revisionistische Spalter, beide standen sie auf gemeinsamer opportunistischen und konterrevolutionärer ideologischer Basis, haben sich gegenseitig gestärkt im Kampf gegen die Marxisten-Leninisten.

Es wurde von den albanischen Revisionisten so getan, als hätte man nun „alles“ gegen den modernen Revisionismus und alle seine Spielarten unternommen, und nun sei der moderne Revisionismus „für immer“ besiegt, könne man sich zufrieden zurücklehnern. Im Kampf gegen den eigenen Revisionismus, gegen den Revisionismus im eigenen Land stellten sich die albanischen Revisionisten - nicht anders wie die Revisionisten in allen anderen Ländern - blind und taub. Jedoch: Anti-revisionistische Festungen werden bekanntlich von innen genommen – nach dem Motto – „Überall“ muss man gegen den modernen Revisionismus kämpfen, nur nicht im eigenen Land, im Land des Genossen Enver Hoxha. Dank des „Erbes“ von Enver Hoxha hat man den eigenen Revisionismus „unter Kontrolle“, hat er „keine Chance mehr“, kann er als „besiegt“ und „nicht mehr“ als akut gefährlich abgehakt werden! Man kann im Kampf gegen den Revisionismus aber nicht von der Erbschaft wie von einem Freifahrtschein leben, man darf den Kampf nicht deswegen einstellen, sondern muss ihn fortsetzen. „Garantien“ gibt es selbst für das anti-revisionistischste Land wie Albanien nicht, solange der Revisionismus nicht im Weltmaßstab besiegt ist. Darüber hat sich Ramiz Alia hinweggesetzt, hat den anti-revisionistischen Kampf eingestellt und ihn in einen anti-marxistisch-leninistischen Kampf verwandelt, hat sich auf den gleichen Weg begeben, den Dimitroff auf dem VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale gegangen war [Dimitroffs These vom „garantierten“ Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion steht in direktem Zusammenhang mit der These eines Ramiz Alia vom „garantierten“ Sieg über den Revisionismus – dazu einiges im nächsten Kapital].

Was für den Sozialismus in einem Land gilt, nämlich Garantie des Sozialismus erst im Weltmaßstab, das gilt auch für den Sieg über den Revisionismus in einem Land – eine Garantie gegen die Restauration des Kapitalismus gibt es erst im Weltmaßstab !! Hier schließt sich der revisionistische Kreis von Dimitroff bis Ramiz Alia !! Der revisionistische Feind drang genau dort in die marxistisch-leninistische, albanische Festung ein, wo die Marxisten-Leninisten die Tür noch nicht oder nicht mehr fest genug geschlossen hielten. Das trifft auch auf den Zentrismus der letzten Kominternführer, insbesondere auf Dimitroff zu, über den die Revisionisten in Albanien logischerweise bis zum Schluss ihre schützende Hand hielten. Folgerichtig benutzten die Revisionisten in Albanien (verdeckt) u.a. Dimitroffs Linie, um sich den Weg zur Macht zu öffnen. Da die albanischen Revisionisten dies bis heute verschweigen, ist es um so notwendiger, Licht hierauf zu werfen, um dieser Gefahr in Zukunft Herr zu werden. Die Aufdeckung des Verrats der letzten Kominternführer, insbesondere die liberalistische Haltung und des Zentrismus´ Dimitroffs, die Unterschätzung der Gefahr seines Versöhnlertums gegenüber dem Revisionismus, das war eine Lücke, ein schwacher Punkt, der sich von Anfang bis Ende wie ein roter Faden durch Albaniens sozialistische Geschichte verfolgen lässt, ein kleiner Türspalt, durch den die albanischen Revisionisten ungehindert hineinschlüpfen konnten : Die These vom „garantierten“ Sieg über den Revisionismus in Albanien - das ist der Dimitroffsche Schlüssel zur Geheimkammer der albanischen Revisionisten, wo sie unter Beibehaltung des „anti-revisionistischen“ (Schein)Kampfes den Revisionismus an die Macht bringen konnten !! Der „garantierte“ Sieg des Sozialismus und der „garantierte“ Sieg des Anti-Revisionismus in einem Land sind zwei Seiten einer Medaille! Gegen beide revisionistischen „Theorien“ hat die Komintern / ML nunmehr eine geschlossene, einheitliche Frontlinie gezogen.

Im lauten Siegestaumel auf die Person Enver Hoxhas und in dröhnenden Lobeshymnen auf das heldenhafte Albanien Enver Hoxhas, auf Enver Hoxhas Kampf gegen den modernen Revisionismus, wurde diese revisionistische These insbesondere seit Enver Hoxhas Tod stillschweigend untergejubelt und damit alle bisherige Wachsamkeit gegenüber die anhaltende, sich sogar verstärkende revisionistische Gefahr im eigenen Land Schritt für Schritt fallen gelassen. Enver Hoxha hat bis zum Schluss, und da muss man seine letzten Schriften sehr aufmerksam studieren, davor eindringlich gewarnt, die Gefahr der Restauration des Kapitalismus im eigenen Land niemals zu unterschätzen. Er rief dazu auf, im Kampf gegen den Druck der revisionistischen Einkreisung von außen nicht nachzulassen und gleichzeitig dem Druck des inneren Feindes nicht nachzugeben. Ramiz Alia und Co aber taten so, als wenn es im eigenen Land alles zum Besten bestellt sei, dass der Feind im eigenen Land keinerlei Chance mehr habe, dass gegen den albanischen Sozialismus kein Kraut gewachsen sei und der Klassenkampf gegen den inneren Feind allmählich eingestellt werden könne. In Wirklichkeit waren sie zu schwach, hatten sie Angst vor dem Feind, machten sie ein Zugeständnis nach dem anderen und kapitulierten schließlich vor ihm. Der Sieg über den Revisionismus kann von einem einzelnen Land allein niemals garantiert werden. Garantiert werden kann der Sieg über den Revisionismus nur im Weltmaßstab, durch die anti-revisionistische Weltrevolution, durch den Sieg über den Revisionismus zumindest in einer Reihe von Ländern usw. usf..

Die Absicht des Weltimperialismus, die hinter dieser revisionistischen These steckt, ist erstens die, dass wenn in Albanien der Sieg über den Revisionismus bereits wirklich „garantiert“ wäre, man folglich keinen internationalen Sieg mehr über den Revisionismus bräuchte, dass er demnach überflüssig geworden wäre und abstirbt. Das aber würde es dem Weltproletariat unmöglich machen, die Unvermeidbarkeit des Revisionismus für immer zu beseitigen. Und zweitens bedeutete die anti-revisionistische „Garantie“ für Albanien, dass sie den solidarische Unterstützung des Weltproletariats im gemeinsamen Kampf gegen den Revisionismus entbehren könne, dass der Sieg über den Revisionismus in einem Land, „gestützt nur auf die eigenen Kräfte“, auch ohne anti-revisionistisches Bündnis mit dem Weltproletariat garantiert werden könne, man also auf den proletarischen Internationalismus, auf die marxistisch-leninistische Weltbewegung in Zukunft verzichten könne. In dieser revisionistischen These findet sich also auch der Schlüssel für die Rechtfertigung der ideologischen Entwaffnung der Diktatur des albanischen Proletariats, und die Rechtfertigung dafür, der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ade zu sagen und ihr die wichtigste Waffe im anti-revisionistischen Kampf, das sozialistische Albanien, zu entziehen.

Ohne den Kampf des sozialistischen Albaniens gegen den modernen Revisionismus hätte es auch nicht solchen internationalen Kampf gegen den modernen Revisionismus gegeben wie er tatsächlich stattgefunden hat. Hätte Albanien etwa passiv auf den Kampf gegen den modernen Revisionismus in den anderen Ländern warten und auf den Kampf gegen den modernen Revisionismus im eigenen Land so lange verzichten sollen ? Wenn es sich dabei nicht auf die eigenen Kräfte gestützt hätte und von sich aus nicht initiativ geworden wäre, was wäre dann noch vom internationalen Kampf gegen den modernen Revisionismus übrig geblieben, was wäre von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung übrig geblieben?

Die Geschichte hat bestätigt, dass der Sieg über den modernen Revisionismus in einem Land, selbst wenn dieses Land noch nicht so weit sozialistische entwickelt war wie die Sowjetunion, nicht nur möglich oder wahrscheinlich, sondern auch durchführbar war. Albaniens Kampf gegen den modernen Revisionismus war ein Musterbeispiel der praktischen Anwendung und Verteidigung der marxistisch-leninistischen Theorie des revolutionären Klassenkampfes in der sozialistischen Klassengesellschaft. Wer diese Besonderheit des albanischen Anti-Revisionismus nicht begriffen hat, wird seinen internationalen Charakter , seine große Bedeutung für die sozialistische Weltrevolution und ebenso seine Bedeutung, seine Unentbehrlichkeit für den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus in einem Land niemals begreifen können. Der Sieg über den modernen Revisionismus in einem Lande ist nicht nur Produkt der ungleichmäßigen Entwicklung und des fortschreitenden Zerfalls der revisionistischen Länder. Er ist zugleich die Voraussetzung des Sieges der Weltrevolution über den Revisionismus überhaupt. Die weltgeschichtliche Bedeutung des Kampfes gegen den modernen Revisionismus besteht nicht nur darin, dass er der großen Intitiative eines kleinen Landes, wie Albanien, bei der Durchbrechung der imperialistisch-revisionistischen Umkreisung entsprang und ein kleines Land wie Albanien die erste Insel im Ozean der imperialistischen und revisionistischen Länder wurde, sondern auch darin, dass der Kampf gegen den modernen Revisionismus auch zur ersten Etappe des endgültigen Sieges über den Revisionismus im Weltmaßstab war. Deshalb haben nicht nur diejenigen Unrecht, die den internationalen Charakter des Kampfes gegen den modernen Revisionismus vergessen und den Sieg über den modernen Revisionismus in Albanien als rein nationale und ausschließlich nationale Erscheinung hinstellen. Unrecht haben auch diejenigen, die zwar den internationalen Charakter des Kampfes gegen den modernen Revisionismus anerkennen, aber dazu neigen, diesen Kampf als etwas Passives zu betrachten, das lediglich dazu berufen ist, Unterstützung von außen entgegenzunehmen. In Wirklichkeit braucht der internationale Kampf gegen den Revisionismus nicht nur die Unterstützung aus den einzelnen Ländern, sondern der Kampf gegen den Revisionismus in den einzelnen Ländern braucht auch umgekehrt internationale Unterstützung, um die Sache der weltweiten und endgültigen Niederwerfung des Revisionismus zu beschleunigen und vorwärts zu bringen.

Albanien war deswegen Basis und Hebel der Weltrevolution geworden, weil es das weltrevolutionäre Banner, das die modernen Revisionisten in der ganzen Welt fallen gelassen hatten, mutig und entschlossen erhob und es heldenmütig gegen alle modernen Revisionisten der ganzen Welt vorantrug. Albanien wehrte die Angriffe der revisionistischen Länder dadurch ab, dass es gegen die revisionistischen Gefahren von außen und innen einen konsequenten Klassenkampf führte. Albanien verstand es, sich die negativen Erfahrungen jener regressiven und konterrevolutionären Prozesse in den revisionistischen Ländern als abschreckendes Beispiel vom Leibe zu halten. Außer dem historisch bedeutsamen Kampf zur Entlarvung und Zerschlagung des revisionistischen Verrats stellte sich die PAA mit Enver Hoxha an der Spitze die Aufgabe, die Ursachen für das Entstehen des Revisionismus aufzudecken, um den Revisionismus im eigenen Land zu verhindern. In diesem Kampf sammelten die Albaner große, wertvolle Erfahrungen nicht nur für ihr eigenes Land, sondern für das ganze Weltproletariat. Albanien konnte auf diese Weise die marxistisch-leninistische Theorie über den Klassenkampf im Sozialismus weiter entwickeln und auf eine höhere Stufe heben. Es war sein Kampf gegen den modernen Revisionismus, der Albanien in die Lage versetzte, der Gefahr der Wiederherstellung des Kapitalismus für lange Zeit erfolgreich zu begegnen und die Revolution ununterbrochen fortzusetzen für den weiteren Aufbau des Sozialismus. Es war Albanien, das der kommunistischen Weltbewegung den historischen Weg aufzeigte, wie man erfolgreich der Gefahr der Restauration des Kapitalismus begegnen kann. Die Sowjetunion konnte diese Erfahrungen nicht vermitteln, denn dort wurde der revolutionäre Prozess durch die revisionistische Konterrevolution unterbrochen. Die Wirklichkeit des sozialistischen Albanien Enver Hoxhas hat ihre Lebenskraft in zahlreichen historischen Bewährungsproben und besonders in drei großen Auseinandersetzungen bewiesen: mit den jugoslawischen, den chruschtschowschen und den chinesischen Revisionisten. Nicht nur, dass in Albanien der revisionistische Verrat jahrzehntelang nicht Fuß fassen konnte, die PAA war auch internationaler Bannerträger im Kampf gegen den modernen Revisionismus, war der flammende Verteidiger des Marxismus-Leninismus ihrer Zeit. Das sozialistische Albanien stand unter der Führung des Genossen Enver Hoxha auf festen revolutionären Positionen und zeigte der ganzen Welt, dass es auch unter den Bedingungen der brutalen imperialistisch-revisionistischen Blockade, auch unter den Bedingungen der schweren Krisen, die die bürgerlich-revisionistische kapitalistische Welt durchmachte, imstande war, unerschrocken auf dem Weg des Sozialismus voranzuschreiten, gestützt auf die eigenen Kräfte und durch die Unterstützung der Weltkräfte des proletarischen Internationalismus.

Der internationale Kampf gegen den modernen Revisionismus, den das Weltproletariat geführt hat, den die marxistisch-leninistischen Parteien geführt haben, wäre ohne albanische anti-revisionistische Basis und ohne albanischen anti-revisionistischen Hebel so nicht möglich gewesen. Ohne den Wiederaufbau eines neuen anti-revisionistischen Hebels, einer neuen anti-revisionistischen Basis ist an die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Revisionismus im Weltmaßstab nicht zu denken. Solange es kein sozialistisches Land mehr auf der Welt gibt, darf man aber nicht auf den Aufbau eines neuen anti-revisionistischen Hebels, einer neuen anti-revisionistischen Basis warten oder gar darauf verzichten. Es ist daher heute die Pflicht der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt, sich zusammenzuschließen in der Komintern / ML, um das Weltproletariat dabei zu helfen, sich ein neues Zentrum zu schaffen, um aus eigener Kraft eine internationale Basis und einen internationalen Hebel gegen den Revisionismus aufzubauen, um die Zurückeroberung der ehemaligen sozialistischen Länder und die Schaffung neuer weiterer sozialistischer Länder nicht nur zu beschleunigen, sondern auch zu erleichtern. Das ist die Lehre, die man spätestens heute aus dem Verrat des albanischen Revisionismus zu ziehen verpflichtet ist. Und eben gegen die revolutionäre Anwendung dieser Lehre geht heute der Neo-Revisionismus gezielt vor.

Ramiz Alia erklärte den Kampf gegen den modernen Revisionismus in Albanien „für beendet“, weil er angeblich einen „garantierten“ Sieg bedeuten würde. Schon auf dem 9. Parteitag der PAA, es war gerade mal ein Jahr (!) nach dem Tod des Genossen Enver Hoxha, spricht Ramiz Alia in seinem Bericht von „der chinesischen Revolution (...), die von Kommunisten geführt (...) wurde(..)“ (Seite 210) [1 Jahr nach Envers`s Tod entdeckt Ramiz Alia also Mao Tsetung, den Führer der chinesischen Revolution, als einen „Kommunisten“ ?! - Anmerkung der Redaktion] und spricht sogar von einer solchen „vollständigen Entartung des chinesischen Revisionismus (...), dass er in der revolutionären und Befreiungsbewegung jeden Einfluss verloren hat“ (Seite 205, dt. Ausgabe). (Dimitroffs „Schlussstrich ziehen“ wurde hier von Alia komplett übernommen !) Was den Einfluss des Maoismus anbelangt, ist das genaue Gegenteil der Fall. Der chinesische Revisionismus ist zwar, insbesondere nach Maos Tod, in mehrere Strömungen zerfallen, nicht um von der Bühne abzutreten, sondern um sie wieder auf höherer Stufe zu betreten, nachdem er sich gehäutet hat; er ist also immer noch präsent und brandgefährlich und muss daher nach wie vor unnachgiebig entlarvt und immer wieder aufs Neue bekämpft werden. Selbst jene, die den Maoismus kritisieren, sind nicht alles Marxisten-Leninisten. Im Gegenteil, der Neo-Maoismus kritisiert Maos „Fehler“ nur in Worten, nur um damit seine konterrevolutionären, maoistischen Taten zu verbergen und die Mao Tsetung-Ideen wiederzubeleben und erneut einzuschmuggeln. Und so diente der so genannte „Kampf gegen den Revisionismus“ den albanischen Revisionisten eben auch nur dazu, um ihre konterrevolutionären Absichten und Taten hinter dem Anti-Revisionismus des Genossen Enver Hoxha zu verbergen- bevor sie seine Statue stürzten.

Der Verrat begrenzt sich nicht auf die Restauration des Kapitalismus in Albanien, sondern war das Signal, den Kampf der ganzen marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus einzustellen. Das, was Chruschtschow auf dem 20. Parteitag begann, wurde von Ramiz Alia zu Ende geführt : den Kampf des modernen Revisionismus gegen die Marxisten-Leninisten zu eröffnen, und den Kampf der Marxisten-Leninisten gegen den modernen Revisionismus für „historisch erledigt“ hinzustellen, was nichts anderes bedeutet, als ungestört die Häutung des Neo-Revisionismus zu ermöglichen, das heißt die Regeneration des modernen Revisionismus zu erlauben. So wie die modernen Revisionisten das Vertrauen und das Prestige der Sowjetunion Lenins und Stalins missbrauchten, missbrauchten auch die albanischen Revisionisten das anti-revisionistische Prestige des Albaniens Enver Hoxhas, um den anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung lahm zu legen ! Man darf sich Siege im langwierigen Kampf gegen den modernen Revisionismus nicht zu Kopf steigen lassen, darf nicht selbstzufrieden werden und seine Wachsamkeit einstellen – die albanischen Revisionisten haben großen Wert darauf gelegt, den modernen Revisionismus „draußen“ in der ganzen Welt „ zu bekämpfen“ - aber im eigenen Land könne man sich erlauben, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Dieses revisionistische Täuschungsmanöver ging auf: Die Partei, die Arbeiterklasse, die werktätigen Massen, haben sich von den albanischen Revoisionisten mit Ramiz Alia an der Spitze einlullen lassen. Die PAA und die Arbeiterklasse wurden von den Revisionisten überrumpelt und entwaffnet, weil sie es sich gefallen ließen, von deren antirevisionistischem Scheingefechten an der Nase herumgeführt zu werden. Eine bittere Pille, aber sehr heilsam!

Wer die internationalen Interessen des Weltproletariats den nationalen Interessen des Sozialismus in einem Land unterordnet, , wer die Weltrevolution verrät, der verrät auch den Kampf gegen den Revisionismus !

Wer sich die Entwicklung zur Restauration des Kapitalismus in Albanien nach dem Tod des Genossen Enver Hoxha erklären will, der sollte den Bericht an den 8. Parteitag der PAA studieren, den der Genosse Enver Hoxha am 1. November 1981 - also 3 ½ Jahre vor seinem Tod - gehalten hat. Dies war sein letzter Bericht, und es ist kein Zufall, dass er den beiden letzten Rechenschaftsberichten des Genossen Stalin – also dem an den XVII. Parteitag der KPdSU [B] ( 26. Januar 1934) und dem XVIII. Parteitag (10. März 1939) – in puncto Kampf gegen die zunehmende Gefahr des Revisionismus, der Verbürokratisierung des Sozialismus im eigenen Land, in den eigenen Reihen von Partei und Staat, und der Intensivierung des Klassenkampfes der Arbeiterklasse zur Verteidigung ihrer Diktatur, verdammt ähneln.

In all diesen genannten Rechenschaftsberichten steht die Analyse von Mängeln, Schwächen, Überheblichkeit, Schlendrian, Liberalismus, nachlassender Wachsamkeit, Gleichgültigkeit usw., die erschreckenden Ausmaße und Auswüchse von Bürokratismus und Technokratismus, die Notwendigkeit der verschärften Anwendung und Kontrolle der bolschewistischen Normen, insbesondere der Kritik und Selbstkritik, im Vordergrund. In beiden Berichten steht das strikte Festhalten am marxistisch-leninistischen Kurs im Mittelpunkt, wird der sich verschärfende Klassenkampf im Sozialismus genau erkannt, werden diejenigen klassenfremden Elemente in Partei und Staat gezielt aufs Korn genommen, von denen die Gefahr der Beseitigung der Diktatur des Proletariats, die Gefahr der Konterrevolution und der Restauration des Kapitalismus ausging. Sowohl Stalins als auch Enver Hoxhas Rechenschaftsbericht waren marxistisch-leninistische Kampfansagen gegen die sich neu herausbildenden Bourgeoisie, waren revolutionäre Appelle zur Verhinderung der Machtübernahme der Revisionisten, waren gezielt anti-revisionistische Rechenschaftsberichte zu einem Zeitpunkt, als der Sozialismus in beiden Staaten bereits seine höchste Entwicklungsstufe erreicht hatte, wo er schon so große Früchte trug, dass klassenfremde Elemente meinten, sie könnten sich daran auf Kosten der sozialistischen Gesellschaft und insbesondere auf Kosten der Arbeiterklasse, bereichern und sich den Sozialismus unter den Nagel reißen. Was in beiden Rechenschaftsberichten vorausgesagten, wurde später Wirklichkeit: Beginn des Zerfalls des Sozialismus auf vollendeter Entwicklungsstufe durch zunehmende Abkehr vom Marxismus-Leninismus. Stalin gab hierzu einen wichtigen Hinweis in seinem Rechenschaftsbericht:

Man muss verstehen, dass die Stärke und die Autorität unserer Partei-, Sowjet-, Wirtschafts- und verschiedener anderer Organisationen sowie ihrer Leiter ganz außergewöhnlich gewachsen sind. Und gerade weil ihre Stärke und Autorität ganz außergewöhnlich gewachsen sind, hängt jetzt von ihrer Arbeit alles oder nahezu alles ab. Die Berufung auf die so genannten objektiven Bedingungen ist nicht begründet. Nachdem die Richtigkeit der politischen Linie der Partei durch die Erfahrung einer Reihe von Jahren bestätigt worden ist und an der bereitschaft der Arbeiter und Bauern, diese Linie zu unterstützen, kein Zweifel mehr besteht, ist die Rolle der so genannten objektiven Bedingungen auf ein Minimum zurückgegangen, während die Rolle unserer Organisationen und ihrer Leiter entscheidend, überragend geworden ist. Was aber bedeutet das ? Das bedeutet, dass die Verantwortung für die Misserfolge und Mängel in der Arbeit von nun an zu neun Zehnteln nicht auf die `objektiven` Bedingungen, sondern auf uns selbst und nur auf uns fällt“ (Stalin, Band 13, Seite 325). „Ist eine richtige politische Linie gegeben worden, so entscheidet die Organisationsarbeit alles, auch das Schicksal der politischen Linie selbst – ihre Durchführung oder ihr Scheitern“ (ebenda, Seite 324).

Enver Hoxha musste sich sehr intensiv mit diesem Rechenschaftsbericht des Genossen Stalin auseinander gesetzt haben, denn er hat sich davon in seinem Bericht an den 8. Parteitag der PAA durchgehend leiten lassen. Und es kommt nicht von ungefähr, wenn Enver Hoxha in seinem Rechenschaftsbericht den wunden Punkt der mangelnden Kontrolle anspricht, den Stalin in seinem Rechenschaftsbericht benannt hat ( Stalinzitat des Genossen Enver Hoxha):

Eine gut organisierte Kontrolle der Durchführung ist jener Scheinwerfer, der uns hilft, den Stand der Arbeit eines Apparates zu jeder beliebigen Zeit zu beleuchten und die Bürokraten und Kanzleimenschen ans Licht zu ziehen“ (Stalin, Band 13, S. 330, dt. Ausgabe – zitiert bei Enver Hoxha S. 95 !).

Und Enver Hoxha fügt noch ein sehr ernsthaftes Stalinzitat (Stalin,Werke Band 14, dt. Ausgabe, Seite 219) hinzu:

Je niedriger das politische Niveau und je weniger bewusst die marxistisch-leninistische Einstellung der Funktionäre, um so wahrscheinlicher sind Versagen und Fehlschläge in der Arbeit, um so wahrscheinlicher ist es, dass die Funktionäre selber verflachen und zu kleinlichen Wichtigtuern werden, um so wahrscheinlicher ist es, dass sie entarten“ (Rechenschaftsbericht an den XVIII. Parteitag der KPdSU [B]).

im Folgenden wird ausführlich und ganz konkret deutlich [und ohne diese ganze Aneinanderreihung von Zitaten ist dies leider unmöglich !!], warum Enver Hoxha den Genossen Stalin zitierte:

Erscheinungen des Abwartens, ... Schlamperei und Schlendrian, ... fehlende Initiative bei der Lösung der Probleme“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 90); „Erscheinungen des Formalismus und des Schablonentums“ ... „Direktiven ... werden mechanisch nach unten weitergegeben, ohne die konkreten Bedingungen zu berücksichtigen...“„ (ebenda, Seite 91); „... kann man nicht mit Empirismus und Praktizismus arbeiten ...“ (ebenda, Seite 67); „diese schädlichen Erscheinungen müssen beseitigt und bekämpft werden, weil sie die Gefahr in sich bergen, dass von den Positionen des Ökonomismus und Technokratismus aus geleitet wird“ (ebenda, Seite 68); „müssen die Erscheinungen des Ressortgeistes und der abgekapselten Arbeit ... bekämpft werden“ (ebenda S.68); „Über die festgelegten Kompetenzen und Funktionen sowie über die Realisierung der Planaufgaben Rechenschaft zu verlangen oder abzulegen, ist eine Norm, die unserer Gesellschaftsordnung, dem Prinzip des demokratischen Zentralismus entspringt. Diese Norm muss ohne das kleinste Zugeständnis in allen Instanzen eingehalten werden, wobei keinerlei Liberalismus oder kleinbürgerliche Sentimentalität zu dulden sind“ (ebenda S. 69); „einige Parteiorgane und Parteiorganisationen ... der technischen und administrativen Seite die größte Aufmerksamkeit schenken und den politischen und ideologischen Aspekt ...ihre Hauptaufgabe ... aus dem Auge verlieren“ (ebenda S. 80); „...einige Staats – und Wirtschaftsorgane dazu neigen ... im Namen der angeblichen Sicherung der führenden Rolle der Partei wegen jeder Sache bei den Organisationen und Gremien der Partei nachzufragen und Erlaubnis einzuholen... das ist nicht die Sicherung der führenden Rolle der Partei, sondern der Hang, die Verantwortung mit der Parteiorganisation zu teilen“ (ebenda, Seite 82); „alle diejenigen, die im Schatten der Grundorganisation oder im Namen des Kommunisten nach eigenem Gutdünken zu handeln versuchen, in die Schranken zu weisen“ (ebenda S. 83); „In der Praxis kommt es vor, dass die Parteiarbeit zu eng konzipiert wird. Einige Parteiorgane und Parteiorganisationen vergessen die Perspektive, behandeln die Probleme oberflächlich, stützen sich nur auf praktische Kenntnisse, ohne der fortgeschrittenen Erfahrung und Meinung, ohne den Veränderungen, die im Leben des Landes und der Menschen statt gefunden haben, Rechnung zu tragen. Solche Erscheinungen sind in den meisten Fällen die Ursache, wenn die Wirtschaftspläne nicht realisiert werden, sind die Quelle der Schwächen, die in der Arbeit ... auftauchen“ (ebenda S. 86); „Erscheinungen der Routine, des Formalismus und der Oberflächlichkeit ... bekämpfen ... Erscheinungen des Sektierertums und der Geringschätzung der fortgeschrittenen Meinung und Erfahrung bekämpfen...“ (ebenda S. 87); „Erscheinungen der Einseitigkeit in der Arbeit einiger Organe und Grundorganisationen bekämpft“ (ebenda S. 88); „... nicht auf der Stelle zu treten, sich nicht mit normalem Tempo zu begrügen“ (ebenda S. 89); „ ... kann man auch Organisationen, Kommunisten und Kader finden, die nicht beharrlich für die Überwindung von Schwierigkeiten und Hindernissen und für die Erfüllung der Aufgaben kämpfen. Erscheinungen von Gleichgültigkeit und Rechtfertigung, Herunterspielen von Mängeln und Schwächen sind nichts anderes als fehlendes Verantwortungsgefühl“ (ebenda S. 93); „gibt es noch liberale Erscheinungen und sentimentale Haltungen sowie die Mentalität, sich zu rechtfertigen, gibt es Erscheinungen, die Kontrolle gering zu schätzen, gibt es Formalismus und Oberflächlichkeit bei ihrer Ausübung. Des öfteren sind Kontrolle und Rechenschaftsforderung deshalb schwach, weil die Aufgaben und Beschlüsse zu allgemein gehalten und infolgedessen auch unkontrollierbar sind“ (ebenda S. 94); „... Selbstkritik sowie Kritik gegenüber jedem, der die Aufgaben nicht erfüllt, mutig und rückhaltlos entfalten, ... einen entschlossenen Kampf gegen Angst, Rache und kleinbürgerliche Gleichgültigkeit...“ (ebenda S. 94); „Formale und bürokratische Erscheinungen, jede Neigung, lediglich die Zahlen und Prozente in Ordnung zu halten, sind entschlossen zu bekämpfen“ (ebenda S. 97/98); „Niemand darf einfach deshalb in die Partei aufgenommen werden, weil er der Sohn eines Arbeiters, eines bauern oder eines Kommunisten ist, oder wegen der Verdienste von Mutter und Vater, sondern allein auf Grund der eigenen persönlichen Verdienste“ (ebenda S. 98); „Die Erscheinungen, die immer dann in einigen Fällen festzustellen sind, wenn die Kandidatenzeit unterschätzt wird oder wenn die zu ihrer Durchführung beschlossenen regeln nicht strikt eingehalten werden, sind zu bekämpfen“ (ebenda S. 98/99); „Auch ... Spezialisten ... müssen stets schöpferisch bleiben und dürfen sich nicht in reine Verwaltungsleute im engen Sinne des Wortes verwandeln“ (ebenda S. 101/102); „... muss die Auffassung, es gäbe keine Kader, als völlig haltlos zurückgewiesen werden; ebenso wenig darf man zulassen, dass unfähige Leute auf einem Posten bleiben, den sie nicht in den Griff bekommen, oder dass wir uns lediglich auf ein paar Leute beschränken und Versetzungen ohne Kriterien vorgenommen werden, wie das einige Male vorgekommen ist“ (ebenda S. 103); „Es gibt Parteiorgane und Parteiorganisationen, die nicht immer eine konkrete und qualifizierte Führung der Machtorgane und der Massenorganisationen sicher stellen, es gibt Parallelismus, Verdrängung und Ersetzung der Rollen; es gibt Kommunisten, die nicht aktiv in den Massenorganisationen kämpfen, genauso wie es auch Erscheinungen des Formalismus in der Arbeit mit den Massen gibt. Das sind Mängel, die in Wirklichkeit die Stärke und die Effektivität der Parteiarbeit schwächen“ (ebenda S. 107).

Die Parteiarbeit ist in erster Linie Arbeit mit Menschen, Arbeit für ihre Erziehung, Aufklärung, Mobilisierung und Organisierung. Das darf niemals vergessen werden, sonst entfernt sich die Partei von ihrer Hauptaufgabe und wichtigsten Funktion, von ihrer führenden Rolle, verwandelt sich in einen operativen Organismus und übernimmt staatliche Funktionen. Das ist eine große Gefahr für eine Partei, die an der Macht ist“(Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 84);

... müssen sich die Kader fortwährend mit der Ideologie der Partei wappnen, müssen sie ihre Linie umsetzen und die Gesetze des Staates einhalten, müssen sie aktiv am Klassenkampf teilnehmen und enge Verbindung zu den Massen halten. Nur so sind Erscheinungen des Bürokratismus und des Liberalismus, des Intellektualismus und des Technokratismus erfolgreich zu bekämpfen, nur so ist die kommunistische Weltanschauung, der kommunistische Charakter der Kader zu festigen“ (ebenda S. 105).

Bekanntlich umfasst das System der Diktatur des Proletariats einen auf dem demokratischen Zentralismus beruhenden ganzen Komplex von Organen und Organismen mit verschiedenen Funktionen, Befugnissen und Verantwortlichkeiten, die unter der Führung der Partei wirken. Das Problem ist, dass dieses ganze System unaufhörlich zu festigen ist und auf synchronisierte Weise wirken muss, wobei jeder einzelne genauestens die Aufgaben, die ihm zuzurechnen sind, und alle zusammen Ziel und Programm der Partei durchführen. ... Alle Hebel der Partei, auch wenn sie ihre eigenen Leitungsorgane haben, werden von der Partei geführt, und zwar nicht nur insgesamt, sondern auch von jedem Parteiorgan, von jeder Parteigrundorganisation. Jede noch so kleine Schwächung der führenden Rolle der Partei in jedem Kettenglied würde schwerwiegende Folgen zeitigen. Gerade das versuchen Bourgeoisie und moderne Revisionisten zu erreichen, die in ihrem Bemühen zur Untergrabung des Systems der Diktatur des Proletariats darauf abzielen, die Hebel von der Führung durch die Partei abzukoppeln, sie in unabhängige Organisationen zu verwandeln und sie neben und gegen die Partei zu stellen“ (ebenda S. 107 und 108) ( Nun, genau das ist ja in Albanien unter Führung von Ramiz Alia geschehen ! Übrigens hat hier Enver Hoxha bereits ganz klar und sehr deutlich die modernen Revisionisten, die Bourgeoisie in Albanien benannt, die das System der Diktatur des Proletariats später beseitigten); Aus diesem Grund kritisiert die Partei nach wie vor jene Praktiken als fremd und schädlich, wenn ein Parteiorgan bzw. eine Parteiorganisation versucht, eine bürokratische Vormundschaft über die Hebel der Partei zu stülpen, ihnen alles zu diktieren und aufzuzwingen, ihre Selbsttätigkeit zu erdrücken und zu ersticken“ (ebenda S. 109);

Die Volksmacht ist die größte Errungenschaft und die mächtigste Waffe der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen für den Aufbau des Sozialismus und die Verteidigung des Vaterlandes. Deshalb hüten wir sie wie unseren Augapfel und festigen sie ständig im Kampf gegen die drohenden Gefahren, gegen Liberalismus und Bürokratismus“ (ebenda S. 110);

Die Partei hat jede Erscheinung des Formalismus in der Tätigkeit der Räte bekämpft und verlangt, dass ihre Rechte und Befugnisse genauestens eingehalten werden; es darf nicht zugelassen werden, dass sie von den Exekutivorganen übernommen werden“ (ebenda S. 110);

Die Partei hat nicht zu gelassen und wird niemals zulassen, dass Erscheinungen von Willkür und Gesetzesverletzungen vorkommen, die die Interessen der Gesellschaft oder der einzelnen Staatsbürger antasten würden ...gegen jede Entstellung des Gesetzes, von welcher Seite auch immer, zu kämpfen“ (ebenda S. 111); „zahlreichen Übeln den Weg zu verlegen“ (ebenda S. 112);

Erscheinungen der Einseitigkeit ..., die bei einigen Machtorganen in den Bezirken festzustellen sind, die sich hauptsächlich mit Wirtschaftsproblemen befassen und den anderen Bereichen der staatlichen Tätigkeit zu wenig Aufmerksamkeit schenken“ (ebenda S. 112); „... Praxis einiger Volksräte der zusammengeschlossenen Dörfer kritisiert, die ...keine Kontrolle ausgeübt haben und für die Erfüllung der Aufgaben des staatlichen Wirtschaftsplans keine Rechenschaft verlangt haben“ (ebenda S. 112).

In den Organen der Staatsmacht und der Staatsverwaltung im Zentrum und an der Basis müssen die Parteiorganisationen, ihre Kader und Werktätigen beharrlicher gegen jeden Mangel an Verantwortungsgefühl kämpfen, gegen verschiedene Schlampereien; dagegen, dass man sich im täglichen Kleinkram verzettelt, gegen fehlende Initiative und Selbsttätigkeit, gegen Erscheinungen von Kriechertum, Konformismus und Überheblichkeit, gegen enge sektorale und lokale Einstellungen, gegen handwerklerische Vorstellungen und Praktiken usw. Damit dieser Kampf erfolgreich ist, muss er sowohl durch Erziehung, aber auch durch Organisierung und strenge Disziplin und Kontrolle geführt werden“ (ebenda S. 113);

jede Erscheinung von Sturheit und Dogmatismus ist zu bekämpfen“ (ebenda S. 133); „Tatsache ist, dass es Kommunisten und Kader gibt, die sich nur wenig um die Aneignung der Theorie kümmern ...“ (ebenda S. 134); „Die Mängel in der allgemeinen theoretischen Formung führen unweigerlich auch zu subjektivistischen und voluntaristischen Auffassungen und Handlungen, die in Widerspruch zu den Erfordernissen der objektiven gesetze geraten; sie ziehen die wissenschaftliche Leitung der Arbeit in Mitleidenschaft, hemmen und verformen die sozio-ökonomischen Entwicklungsprozesse und schaden sogar der Erziehung der Menschen. Auf solche Erscheinungen stoßen wir in zahlreichen Fällen, doch am deutlichsten und schädlichsten sind sie vor allem bei der Planung, Organisation und Leitung der Wirtschaft“ (ebenda, S. 134/135); „Wenn die Probleme einseitig behandelt werden, wenn die Ursachen der Mängel und Schwächen nur in der ideologisch-politischen Arbeit oder in den Leitungsmethoden bzw. im Leitungsstil gesucht wer4den, wenn man meint, dass der Stand der Arbeit durch Sprüche und Versammlungen, ohne Taten und konkrete Maßnahmen geändert und verbessert werden kann, so sind das Erscheinungen des Subjektivismus“ (ebenda S. 136); „ ... in der Praxis stößt man im Verständnis und bei der Anwendung der Massendemokratie und bei den beziehungen der Kader zu den Massen auf Erscheinungen der Einseitigkeit und des Formalismus. Es kommt vor, dass sich Verwaltungen über die gewählten Organe stellen, dass einige Kader keinen engen Kontakt zu den Menschen unterhalten bzw. sich formell mit ihnen beraten“ (ebenda S. 140); „ ... dass die Normen, die zur Rechenschaftslegung vor den Massen beschlossen worden sind, nicht nur von den gewählten, sondern auch von den ernannten Kadern nicht immer respektiert werden usw.“ (ebenda S. 140); „Es ist untragbar, dass die Menschen, angeblich im Namen der Massenlinie, mit fruchtlosen Versammlungen über lauter Kleinkram erstickt werden. Versammlungen, auf denen ernste Probleme nicht gelöst werden, auf denen man nicht zu konkreten Schlussfolgerungen und Maßnahmen zur Veränderung der Lage gelangt, haben überhaupt keinen Wert. Außerdem ist es unzulässig, dass die Massenlinie als Schleier verwendet wird, hinter dem fehlende Verantwortlichkeit, Mängel bei der Organisierung und Leitung der Arbeit, Nichteinhaltung der Zuständigkeiten, der gesetze und aufgestellten Regeln verborgen werden sollen“ (ebenda S. 141/142); „ ... stoßen wir in den verschiedenen Bevölkerungsschichten noch auf kleinbürgerliche Mentalitäten, Einstellungen und Haltungen. Kleinbürgerliche Vorstellungen und Neigungen sind ein großes Übel, denn sie behindern nicht nur die kommunistische Erziehung der Menschen, hemmen nicht nur ihre aktive Teilnahme am sozialistischen Aufbau des Landes, sondern werden auch zur Ursache für allerlei Schwankungen und dienen als Grundlage für die Verbreitung der bürgerlichen Ideologie und für die Unterhöhlung der sozialistischen Ordnung selbst“ (ebenda S. 144); „ ... dass sich fremde Einstellungen zur Arbeit und zum sozialistischen Eigentum bemerkbar machen“ (ebenda S. 146); „ ... sind. Die nachstehenden Fälle nicht gerade gering an der Zahl: Bruch der Arbeitsdiziplin, unentschuldigtes Fehlen, unzureichende Arbeitsleistung und minderwertige Arbeitsqualität, unvollständige Auslastung der Produktionskapazitäten, Beschädigung und Missbrauch des Gemeineigentums, nachlässigkeiten bei der verwaltung und bewahrung des Gemeineigentums“ (ebenda S. 146); „in vielen Fällen ist das Eigeninteresse eine immer noch anziehende Kraft; das äußert sich in Neigungen, von der Gesellschaft mehr zu nehmen als ihr zu geben, der Quantität auf Kosten der Qualität nachzujagen usw.“ (ebenda S. 149); „Sowohl die in einigen Fällen auftretenden Neigungen, sich im Rahmen der Gruppeninteressen abzukapseln und sie als von den Interessen der ganzen Gesellschaft losgelöste Interessen zu betrachten, als auch die Neigungen, die angeblich im Namen des Gemeininteresses die genossenschaftlichen Interessen antasten, müssen von der Partei bekämpft werden“ (ebenda S. 150); „... ist es erforderlich, einen entschlossenen Kampf dagegen zu führen, sich hinter die engen behördlichen, lokalen und betrieblichen Interessen zurückzuziehen. Die Hindernisse, die der Spezialisierung, Konzentration und Kooperation der Produktion entgegenstehen, sowie die Fälle, wenn Produktion, Ertrag und Kostensenkung unter Vorbehalt geplant werden, oder übertriebene Forderungen nach Investitionen, Arbeitskräften usw., all das sind Erscheinungen der engen Interessen, die die Wirtschaftsentwicklung hemmen und die allgemeinen Interessen des Staates und der Gesellschaft antasten“ (ebenda S. 151); „Unter den Bedingungen, da bei uns das Neue vorherrschend geworden ist, stechen die Erscheinungen der kleinbürgerlichen Denkweise, die Überbleibsel der Vergangenheit immer unangenehmer ins Auge und stellen ein ernsthaftes Hindernis auf unserem sozialistischen Weg dar. Eine Besonderheit dieser Überbleibsel besteht darin, dass sie außerordentlich widerstandsfähig sind, sie existieren weiter, obwohl sich die Bedingungen, unter denen sie entstanden sind, grundlegend geändert haben; sie nehmen `neue` Formen an, verbergen sich hinter den sozialistischen Normen und leben dort auf, wo sie ein geeignetes Terrain vorfinden“ (ebenda S. 152);

In unserem Kampf an der ideologischen Front dürfen wir keinen Augenblick vergessen, dass sich die Überbleibsel der Vergangenheit mit den entarteten Einflüssen der imperialistisch-revisionistischen Einkreisung verflechten, die, obwohl sie als „modern“ und „fortschrittlich“ gepriesen werden, im Kern genauso alt, wenn nicht noch älter, und außerordentlich gefährlich sind. Gegen unser Land wird eine breit angelegte ideologische Aggression durchgeführt, die darauf abzielt, die Wirklichkeit des sozialistischen Albanien zu verunglimpfen und die Gedanken der Menschen zu verwirren ... Der Kampf gegen die Überbleibsel und Erscheinungen der alten und neuen fremden Ideologien und für die kommunistische Erziehung der Werktätigen die breiteste und komplexeste Front des Klassenkampfes dar, der in unserem Land vor sich geht. Dieser Kampf erhält besondere Bedeutung und Schärfe unter den heutigen bedingungen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass unser Land beim Aufbau des Sozialismus gänzlich auf die eigenen Kräfte gestützt voranschreitet, dass sich der Kampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus, zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus im internationalen Maßstab außerordentlich verschärft hat und dass die imperialistisch-revisionistische Einkreisung und ihr Druck auf unser Land noch wilder geworden sind“ (ebenda S. 153/154);

Den Klassenkampf richtig führen heißt, die marxistisch-leninistische Linie der Partei richtig anzuwenden, heißt, bewusst und mit tiefer Überzeugung die Prinzipien des Sozialismus anzunehmen, stets für das Wohl des Volkes und des Vaterlandes zu arbeiten und den Sozialismus zu bewahren und zu verteidigen. Das heißt ebenso, den Sozialismus zu entwickeln, ohne Abweichungen nach rechts oder „links“, opportunistische und sektiererische Abweichungen zuzulassen, die für die Partei, für die Einheit des Volkes und für die sozialistische Gesellschaft eine gleich große Gefahr darstellen und mit schweren Folgen [!!] einher gehen.“ (ebenda S. 155);

Das Ziel ist, dass der Prozess des Aufbaus des Sozialismus niemals in einen bürokratisch-administrativen Prozess verwandelt wird, sondern stets ein lebendiges, schöpferisches Werk der breiten werktätigen Massen unter Führung der Partei ist“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 143). „Nur dadurch, dass der Klassenkampf mit der breiten Teilnahme der von der Partei geführten werktätigen Massen richtig und ohne Abweichungen entfaltet wird, wird das Heute stets richtig aufgebaut werden, wird es auf soliden Fundamenten ruhen ...“ (ebenda, Seite 155)

Wenn wir diesen Rechenschaftsbericht des Genossen Enver Hoxha daran messen, dass es nach 10 Jahren schon keinen Sozialismus mehr in Albanien gab – und daran müssen wir ihn messen - , dann wird deutlich, dass Genosse Enver Hoxha hier durchaus nicht mit Negativbeispielen übertrieben hat, dass die Gefahr der Entartung der sozialistischen Gesellschaft durchaus äußerst real war und dass Enver Hoxha dies klar erkannte und dagegen Maßnahmen ergriffen hatte. Wenn er die Mängel und Schwächen , die Gefahren ihrer Nicht-Beseitigung, die Methoden der Beseitigung offen und ehrlich benannt hat – und all das hat er, wie die ausführliche Zitatensammlung eindrucksvoll belegt – dann muss man - insbesondere nach Enver Hoxhas Tod im Jahre 1985 – davon ausgehen, dass die modernen Revisionisten schon zu Enver Hoxhas Lebzeiten aktiv waren, um die Diktatur des Proletariats, die Partei der Arbeit zu entarten, den Genossen Enver Hoxha und die treuen Marxisten-Leninisten zu stürzen und den Kapitalismus in Albanien zu restaurieren. Jedenfalls kann es nicht besser als mit den Worten des Genossen Enver Hoxhas erklärt werden, warum sich das sozialistische Albanien zwangsläufig in ein kapitalistisches Albanien verwandeln musste - denn man hat ja vorher genau gewusst , was passiert, wenn man den marxistisch-leninistischen Kurs schleifen lässt, im Kampf gegen den Revisionismus nachlässt, ihn fast gänzlich einstellt, die Partei, die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen in trügerischer Sicherheit gegenüber der revisionistischen Gefahr wiegt, das Ruder nicht mit aller Macht herumreißt und die aufgetauchten revisionistischen Erscheinungen nicht mit der Wurzel ausreißt. Aus kleinen Fehlern und Mängeln werden große Fehler und Mängel, wenn man sie nicht beseitigt. Nicht nur das: auf diese Art und Weise vollzieht sich die Evolution der Restauration des Kapitalismus unter der sich herausbildenden Führung einer neuen Bourgeoisie, wird die Diktatur des Proletariats allmählich in die Diktatur der Bourgeoisie verwandelt.

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Von der besonderen Spielart des Revisionismus in diesem oder jenen Lande, auf diesem oder jenen Kontinent, zu den Spielarten des globalisierten Revisionismus,

des Weltrevisionismus

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Wir stellen diesem Kapitel einen Abschnitt aus Enver Hoxhas Bericht an den 8. Parteitag voran, indem er vom Kampf gegen den Revisionismus „in der heutigen Etappe“ sprach. Das war damals im November 1981 – also ein Zwischen-Resümee in einer weiter fortgeschrittenen Etappe – genau 25 Jahre nach dem 20. Parteitag der KPdSU . Immerhin war dies eine der letzten zusammenfassenden Einschätzungen in Enver Hoxhas jahrzehntelangen Kampf gegen den modernen Revisionismus vor seinem Tode im Jahre 1985. Enver Hoxha kam darin insbesondere zu der wichtigen Erkenntnis, dass sich der Entartungsprozess des moderne Revisionismus nicht mehr wie am Anfang als „geschlossener Block“ darstellte, sondern sich dieser im weiteren Verlauf seiner krisenhaften Entwicklung aufspaltete und in „zahlreiche Strömungen und Fraktionen“ zerfiel. Daraus lassen sich auch sehr gut aktuelle Lehren und Schlussfolgerungen ziehen für den nunmehr 50 jährigen Kampf gegen den modernen Revisionismus:

Dem Marxismus-Leninismus und dem proletarischen Internationalismus wie stets die Treue haltend, hat unsere Partei in der Zeitspanne, die uns vom 7. Parteitag trennt, den Kampf gegen den modernen Revisionismus ohne Unterbrechung fortgesetzt. Die ideologische und politische Kritik am chruschtschowianischen und chinesischen, am jugoslawischen und westeuropäischen Revisionismus hat sich vertieft, die historischen und sozialökonomischen Bedingungen der Entstehung und Verbreitung dieser Strömungen sind noch umfassender herausgearbeitet worden, der Entartungsprozess der kommunistischen Parteien, die den Weg des Revisionismus eingeschlagen haben, und ihre Fehler und Zugeständnisse in Strategie und Taktik sind noch breiter analysiert worden. Im Licht der Tatsachen aus der Vergangenheit und aus der Gegenwart ist die Verbindung des modernen Revisionismus mit dem vom Imperialismus nach dem Zweiten Weltkrieg für die Zerschlagung des Sozialismus und für die Unterdrückung der Revolution und der Befreiungsbewegung der Völker angenommenen Strategie nachgewiesen worden.

Diese Analysen und Schlussfolgerungen haben der Partei dazu gedient, die dem Sozialismus und der Diktatur des Proletariats in unserem Land vom Revisionismus drohenden Gefahren klarer zu erkennen und die effektivsten und geeignetsten Maßnahmen zu ergreifen, um diese Gefahren zu bannen. Sie haben außerdem dazu beigetragen, die Kommunisten und die Massen zu erziehen, ihr theoretisches Niveau zu heben und ihr revolutionäres Bewusstsein zu härten. Das tiefere Erkennen der Strategie und Taktik des Imperialismus und des Revisionismus hat unserem Kampf zur Verteidigung der Sache des Proletariats und der Völker noch mehr Effektivität verliehen.

Den Weg, den unsere Partei von Anfang an gewählt hat, um sich dem Revisionismus entgegen zu stellen und um ihn bis zum Schluss zu bekämpfen, hat sich als richtig erwiesen und erweist sich angesichts der schweren Wirtschaftslage und der Sackgasse, in die die revisionistischen Parteien und die Länder, wo sie die Macht inne haben, geraten sind, von Tag zu Tag mehr als richtig.

Als unsere Partei den Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus begann, traten die kommunistischen Parteien, die sich mit Chruschtschow zusammen getan hatten, mehr oder weniger als geschlossener Block auf, mit einer einzigen Linie, der Linie des 20. Parteitags der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Heute aber, nach zwanzig Jahren, sind sie gespalten und in zahlreiche Strömungen und Fraktionen zerfallen; zwischen ihnen kommt es zu Zusammenstößen und Auseinandersetzungen; bürgerlicher Nationalismus und sozialdemokratischer Opportunismus haben sie überschwemmt. Diese ehemals kommunistischen Parteien haben sich entweder in eigentliche Parteien der neuen herrschenden Bourgeoisie in den Ländern, wo die Revisionisten an der Macht sind, verwandelt oder sind zu Bestandteilen der Strukturen des bürgerlichen Staates geworden; letzteres ist in den alten kapitalistischen Ländern der Fall. Die Krise des modernen Revisionismus ist unmittelbarer Ausdruck der Krise des Kapitalismus und der bürgerlichen Ideologie überhaupt.

Der revisionistische Verrat und die Restauration des Kapitalismus in einer Reihe ehemals sozialistischer Länder hat große Konfusion über die Sache des Sozialismus hervorgerufen, die im Mittelpunkt des heute auf der Welt stattfindenden ideologischen Kampfes steht. Es geht darum, dass die Revisionisten, die in ihren Ländern wieder errichtete kapitalistische Gesellschaft als makellose, sozialistische Gesellschaft, als „realen Sozialismus“, als „entwickelten“, ja sogar „äußerst entwickelten Sozialismus“ hinstellen. Dadurch, dass verschiedene politische Parteien und Kräfte, die weit entfernt vom wissenschaftlichen Sozialismus sind, viel vom Sozialismus sprechen, sowie dadurch, dass die Bourgeoisie mit ihrer Propaganda Anstrengungen unternimmt, um die wirklich sozialistischen Ideale zu entstellen, um die Massen vom Kampf für den Triumph des Sozialismus abzubringen, nimmt diese Konfusion nur noch zu.

Sich über diese Fragen im Klaren zu sein und eine scharfe Trennungslinie zwischen dem wirklichen Sozialismus und dem Pseudosozialismus zu ziehen, ist von fundamentaler Bedeutung für die erfolgreiche Entfaltung des Kampfes der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen. Ohne eine klare Vorstellung von der sozialistischen Gesellschaft zu haben, ohne an ihren allgemein gültigen Prinzipien und Gesetzen festzuhalten, bleibt die Revolution auf halbem Wege stehen. Die Revolution kann noch durchgeführt werden, doch wenn es an der wahrhaft sozialistischen Perspektive mangelt, kann sie vom Weg abkommen; der Kampf und der für ihren Triumph erbrachten Opfer könnten umsonst gewesen sein“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA, Seite 255 – 258).

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Die Vorgeschichte der verschiedenen Spielarten des modernen Revisionismus begann schon in der Auflösungsphase der Komintern

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So wie der Marxismus-Leninismus aus der Verallgemeinerung der Erfahrungen des revolutionären Klassenkampfes, insbesondere aus dem Entlarven und Niederreißen der Masken des Klassenfeindes, entstanden ist und sich weiter entwickelt, so ist der Revisionismus die Verallgemeinerung der weltweiten Erfahrungen der konterrevolutionären Klassen, ihren Kampf gegen den Marxismus stets hinter immer neueren „marxistischen“ Masken zu verbergen. Der Marxismus-Leninismus ist eine internationalistische Theorie. Der Kampf gegen den internationalen Revisionismus fand seinen Kulminationspunkt stets in den Internationalen, also dem Zentrum der kommunistischen und Arbeiterbewegung. Und dialektisch betrachtet, versuchte die Weltbourgeoisie ihrerseits die Front des Weltkommunismus von innen, aus der Zentrale des Weltkommunismus heraus, aus der Internationale heraus zu sprengen, um dann in den einzelnen kommunistischen Parteien, in den einzelnen Ländern aufzuräumen. Der Kampf gegen die Internationale der Weltbourgeoisie wurde geführt von der Internationale des Weltproletariats mit Hilfe des internationalen demokratischen Zentralismus. Logischerweise war es für die Weltbourgeoisie die einzige Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, indem sie genau diesen internationalen demokratischen Zentralismus der Komintern zu paralysieren und von innen her zu nehmen, ihn gegen den Kampf der Komintern gegen den “linken“ und rechten Opportunismus selber zu richten, sich der Führung dieses Kampfes zu bemächtigen, um ihm die Spitze abbrechen zu können. Dies gelang ihr, indem sie sich eben hinter dem Kampf der Komintern gegen den Revisionismus und den „Dogmatismus“ verbarg, also indem sie vorgab, ihn zu führen, aber in Wirklichkeit zu untergraben. Der Kampf gegen den Marxismus fand seinen Kulminationspunkt stets in den Internationalen der kommunistischen und Arbeiterbewegung. So suchte die Weltbourgeoisie auch ihre revisionistischen „Helden“ unter den Führern der Komintern – und fand sie dort auch ! Wenn man diese historische Wahrheit ausklammert, verzerrt oder entstellt, wenn man stattdessen sich damit begnügt, auf die Aufdeckung der gemeinsamen Wurzeln der verschiedenen Spielarten des Revisionismus großzügig zu verzichten, sie für sich als „gegeben“ genommen analysiert und angreift, dann ist dies eine unverzeihliche Dummheit und Schwäche im Kampf gegen den internationalen Revisionismus, die die Revisionisten eiskalt ausgenutzt haben und weiter ausnutzen werden. Wenn man den Revisionismus nicht an seinen Wurzeln bekämpft, wächst er immer wieder neu nach, stärkt sich sogar, so wie ein oft gemähter Rasen schneller heranwächst, weil sich seine Wurzeln ungehindert ausbreiten. Nur die Bourgeoisie hat Freude am schönen Aussehen eines Anti-Revisionismus, der den Revisionismus schön glatt abmäht, aber die Wurzeln stärken und sich ausbreiten lässt. Ohne Verrat innerhalb der Komintern hätten sich die verschiedenen Strömungen in den einzelnen Ländern gar nicht so stark entfalten können, wie sie es getan haben. Die Entwicklung der Komintern von der rechten Abweichung hin zum Revisionismus war also die Voraussetzung dafür, dass sich der moderne Revisionismus dann später auch zur Macht entfalten konnte. Die Verräter an der Komintern waren die Wegbereiter des modernen Revisionismus, des Sozialimperialismus und des Sozialfaschismus. Man kann nicht den 50 jährigen Kampf gegen den modernen Revisionismus vollständig studieren, wenn man nicht den vorausgegangenen anti-reformistischen und anti-revisionistischen Kampf aller drei Internationalen und umgekehrt den reformistisch-revisionistischen Verrat an ihnen studiert, nicht den roten Faden verfolgt, der sich durch alle drei Internationalen hindurchzog. Erst dann wird man sich wirklich über das große Ausmaß des Fehlens einer Nachfolgerorganisation der Komintern und der Kominform im international geschlossen geführten Kampf gegen den modernen Revisionismus bewusst, wird man die Notwendigkeit der Komintern / ML-Gründung gegen den Neo-Revisionismus begreifen. So wie Lenins Kampf gegen den Verrat der II. Internationale zum Sieg der Oktoberrevolution führte, so wird der Kampf der Komintern / ML gegen den revisionistischen Verrat an der Komintern zur sozialistischen Weltrevolution führen. Wenn man den internationalen Charakter des Revisionismus studieren will, dann darf man das also nicht mit der arithmetischen Methode des Aufzählens der verschiedenen Spielarten des Revisionismus einzelner Länder unter Hinzufügung ihres Einflusses auf andere Länder und auf die ganze Welt reduzieren, sondern man muss vor allem die Geschichte der I., II. und II. Internationale in ihrem dialektischen Zusammenhang des Kampfes gegen den Opportunismus studieren , der ja von der Geschichte des Kampfes der Opportunisten gegen die I., II. und III. Internationale nicht zu trennen ist. Wer vorgibt, einen „marxistisch-leninistischen Kampf“ gegen den Revisionismus zu führen, dabei aber den Verrat des Revisionismus an den Internationalen – insbesondere an der Komintern und in der Komintern – ausblendet, kann in den Augen der Komintern / ML kein konsequenter Anti-Revisionist sein. Als Marxisten-Leninisten müssen wir also eine klare Demarkationslinie zwischen den Verteidigern und Verrätern an der Komintern und insbesondere in der Komintern ziehen, sonst baut sich der ganze 50 jährige Kampf gegen den modernen Revisionismus auf Sand auf. Ein folgenschwererVerrat, wenn nicht sogar vielleicht der größte Verrat der modernen Revisionisten ist daher nach unserer Meinung ihre jahrzehntelange Geheimhaltung des Komintern-Archivs. Ohne die vorherrschende rechte Abweichung der Komintern-Führer seit dem VII. Weltkongress anzuprangern und zu verwerfen, ohne ihren ganzen Einfluss in der Komintern und den kommunistischen Parteien zu bekämpfen und auszumerzen, kann weder vom Kampf gegen den modernen Revisionismus, noch gegen seine Wurzeln in der Komintern die Rede sein, kann man die Komintern / ML nicht prinzipienfest aufbauen, wird sie dem Revisionismus früher oder später unvermeidlich zum Opfer fallen, kann sich die marxistisch-leninistische Bewegung nicht im erforderlichen Maße konsolidieren und entwickeln, kann die Sache der Revolution nicht erfolgreich vorangetrieben werden, lässt man den Revisionisten einen Spalt in der Tür offen und es wird sie nichts daran hindern einzutreten. Deswegen appellieren wir an alle Marxisten-Leninisten dieser Welt, uns dabei zu helfen, an die Dokumente der Komintern heranzukommen, um sie zu veröffentlichen, auszuwerten und den Kampf des Genossen Enver Hoxha gegen den Verrat der modernen Revisionisten gemeinsam zu Ende zu führen. Hier klafft eine gewaltige Lücke, und wenn wir sie nicht schnellstens, gründlich und umfassend vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus ausfüllen, wird dies die revolutionäre Weltbewegung weiter zu spüren bekommen, wird insbesondere der marxistisch-leninistische Aufbau der Komintern / ML dadurch erschwert, wird sich der Verrat der modernen Revisionisten an der Komintern weiter und in aller Zukunft auswirken. Wir begnügen uns längst nicht mit einem ideologischen Sieg über den Revisionismus unter der Führung der Kommunistischen Internationale der 5 Klassiker, sondern darüber hinaus wollen wir jene zukünftige Kommunistische Internationale der 5 Klassiker sein, die das sozialökonomische System des Weltsozialismus führt und leitet, die den Kampf gegen die kapitalistische Restauration des sozialistischen Weltsystems führt und leitet, die die Welt zum Kommunismus führt und leitet und den Revisionismus auf den Misthaufen der Geschichte befördert. Eben dazu bedarf es der lückenlosen Aufklärung der ganzen Wahrheit über den revisionistischen Verrat an der Komintern. In der Generallinie der Komintern /ML finden sich hierzu eine Anzahl wichtiger Hinweise, weswegen wir das Studium der Generallinie der Komintern / ML empfehlen, um den 50jährigen Kampf gegen den modernen Revisionismus besser zu verstehen.

In der Generallinie der Komintern / ML findet sich erstmalig nach 70 Jahren (!!)in der Geschichte des Marxismus-Leninismus der Schlüssel für die historische Entwicklung des internationalen modernen Revisionismus. Den Schlüssel gab die Schlüsselfigur Dimitroff auf dem VII. Weltkongress der Komintern den modernen Revisionisten in die Hand. Und mit diesem Schlüssel öffneten sie dann ja auch 1956 auf dem 20. Parteitag der KPdSU ganz offiziell die Tür zum Kapitalismus. Was hat es mit diesem Schlüssel auf sich ? Sehen wir uns das Protokoll des VII. Weltkongresses an. Dort steht schwarz auf weiß auf Seite 984, dt. Ausgabe unter Punkt I, a : »endgültigen, unwiederruflichen Sieg des Sozialismus im Lande der Sowjetunion« (Protokoll des VII. Weltkongress der Komintern, Seite 984, dt. Ausgabe). Im lauten Siegestaumel und dröhnenden Lobeshymnen auf die große Sowjetunion Lenins und Stalins wurde diese revisionistische These stillschweigend untergejubelt und damit alle bisherigen Beschlüsse der Komintern, die auf den Lehren Lenins und Stalins basieren, mit einem Federstrich über den Haufen geworfen. Lenin und Stalin haben diese revisionistische These vom endgültigen, unwiederruflichen Sieg der Sowjetunion“ im Besonderen und die These vom endgültigen, unwiederruflichen Sieg des Sozialismus in einem Land“ im Allgemeinen hundertfach kritisiert und entlarvt. Der Sieg des Sozialismus kann von einem einzelnen Land allein nicht garantiert werden. Garantiert werden kann der Sieg des Sozialismus nur im Weltmaßstab, durch die sozialistische Weltrevolution, durch den Sieg des Sozialismus zumindest in einer Reihe von Ländern usw. usf..Das haben wir in diesem Schulungstext viele Male betont. Ein allumfassendes, ein für alle Mal abgeschlossenes sozialistisches System konnte die Sowjetunion nie sein, das steht übrigens auch im Widerspruch mit jeglichen Grundgesetzen des dialektischen Denkens. So ein sozialistisches System hat es, kann es und wird es nicht geben. So wie der Sozialismus, entwickelt sich das sozialistische Land dialektisch weiter, ist es in seiner Entwicklung den dialektischen Grundsätzen unterworfen.

Die Absicht des Weltimperialismus, die hinter dieser revisionistischen These steckt, ist erstens die, dass wenn in der Sowjetunion der Sieg des Sozialismus bereits wirklich „garantiert“ wäre, man folglich keine sozialistische Weltrevolution mehr bräuchte, dass sie demnach überflüssig geworden wäre. Das aber würde die revolutionäre Befreiung des Weltproletariat unmöglich machen. Und zweitens bedeutet solche Art „Garantie“ für die Sowjetunion, dass sie die solidarische Unterstützung des Weltproletariats entbehren könne, dass der Sozialismus in einem Land auch ohne Bündnis mit dem Weltproletariat funktioniert, man also auf den proletarischen Internationalismus, auf die Komintern usw. in Zukunft verzichten könne. In dieser liquidatorischen These findet sich also auch der Schlüssel für die Rechtfertigung der späteren Auflösung der Komintern. Doch damit nicht genug:

Das Erstaunliche ( und wiederum gar nicht so Erstaunliche, sondern Folgerichtige und Logische) an dieser revisionistischen These des VII. Weltkongresses der Komintern ist, dass sie sich im Ergebnis mit der These Trotzkis deckt, dass der Sozialismus angeblich nicht in einem Lande aufgebaut werden könne, sondern dies erst mit dem Sieg der Weltrevolution möglich sei usw. usf. Ohne Basis und Hebel der Weltrevolution, den die Sowjetunion als sozialistisches Land zweifellos darstellte, gibt es keinen Sieg der sozialistischen Weltrevolution und kann es ihn nicht geben. Hier zeigen sich die beiden Seiten einer Medaille! Beide Thesen, die von Trotzki und die von Dimitroff ergänzen sich, nehmen die marxistisch-leninistische These Lenins und Stalins von „links“ und rechts in die Zange, dienen dem gleichen konterrevolutionären Zweck, sind im Endeffekt beides Thesen der Restauration des Kapitalismus, der Liquidierung der sozialistischen Weltrevolution einerseits und des einzelnen sozialistischen Landes andererseits. Während Trotzkis These in der Anfangsphase des Sozialismus dazu diente, den Aufbau der Diktatur des Proletariats zu verhindern, diente die These des VII. Weltkongresses dazu, die im bereits entwickelten Sozialismus gefestigte Diktatur des Proletariats wieder zu beseitigen, was den modernen Revisionisten dank Dimitroff dann ja auch gelang, und weswegen sie ihn immer noch in den Himmel heben ( also revolutionärer Aufschwung, Aufbau des Sozialismus usw = Hauptgefahr „links“/ später in der Konsolidierungsphase in der ausgereiften Phase = Hauptgefahr von rechts; so entsprechend gin es ja auch innerhalb der Komintern zu!). All diese Zusammenhänge wurden bis heute nicht aufgedeckt. Durch sie wird die Entstehung des modernen Revisionismus aber erst ins richtige Licht gerückt. [Was Stalins Kritik an Trotzki in diesem Punkt anbelangt, so wurde die marxistisch-leninistische Linie in der bekannten Resolution der XIV. Parteikonferenz „Über die Aufgaben der Komintern und der KPR (B)“ festgeschrieben im Zusammenhang mit dem erweiterten Plenum des EKKI („Die KPdSU (B) in Resolutionen und Beschlüssen der Parteitage, Parteikonferenzen und Plenartagungen des ZK“, Teil II, 1941, Seite 25-31, russische Ausgabe)].

Die modernen Revisionisten waren allesamt Gegner der Komintern auf die eine oder andere Weise und bekämpften sie gemeinsam von allen ideologischen Richtungen her, von Anfang an, indem sie sich hinter ihr versteckten, so wie sie sich hinter Stalin und der KPR (B) verbargen und heuchlerisch vorgaben, sie zu „verteidigen“. Wenn sie die Komintern „lobten“, dann nur die Abweichung der damaligen rechten Führer, deren verdecktes Intrigeren gegen Stalin. Die modernen Revisionisten griffen später offen nur die Positionen der Komintern an, die marxistisch-leninistisch waren, also die Linie Stalins und der KPdSU (B), während sie die vom Marxismus-Leninismus abweichenden, insbesondere ihre rechts-abweichlerischen, revisionistischen Positionen mit Beginn ihrer Auflösungsphase, förderten und weiter vertieften. Der VII. Weltkongress der Komintern demonstrierte nach außen hin zwar „Einheit und Geschlossenheit“, aber in Wirklichkeit zeichneten sich dort schon alle späteren revisionistischen verschiedenen Positionen ab. Die verschiedenen Spielarten des modernen Revisionismus schöpften im Grunde genommen schon aus all den rechten Positionen, die von den später zum Teil offen revisionistischen Führern einst in die Komintern hineingeschleust worden waren. Es war für die Entwicklung des modernen Revisionismus von außerordentlich großem Vorteil, dass sich die Rechten in der Komintern hinter den marxistisch-leninistischen Positionen verbergen konnten, dass in den eklektischen Beschlüssen des VII. Weltkongresses für jeden etwas dabei war und alle zufrieden waren.“ Wenn sich aber jeder das raussuchen kann, was er braucht, wenn die „marxistisch-leninistische“ Einheit nur noch in der friedlichen Koexistenz zwischen marxistisch-leninistischen und revisionistischen Positionen besteht, dann ist das eben gar keine marxistisch-leninistische Linie mehr, sondern eine versöhnlerische Linie, eine faule Sache, mit denen man den Revisionisten gestattet, einzutreten, um sich des Marxismus-Leninismus zu bemächtigen und ihn zu zerstören. Das ist der Anfang vom Ende. Und so ist es denn ja auch gekommen: es war die Bourgeoisie, die die Festung der Komintern von innen nehmen konnte – mittels des Versöhnlertums gegenüber den Rechten. Außer in Albanien endete der Faschismus mit bürgerlich demokratischen – Revolutionen (Volksfront-Regierung usw. usf.) und damit mit der Diktatur der Bourgeoisie und nicht mit der Diktatur des Proletariats. Anstatt die bürgerlich-demokratischen Revolutionen in die sozialistische Revolution überzuleiten, tünchte man die neu entstandenen bürgerlich-demokratischen Staaten mit pseudomarxistischen Fassaden aus, um mit der ganzen verräterischen Vereinigung mit der Sozialdemokratie dann „sozialistisch“ zu nennen – also nicht mehr die marxistisch-leninistische Linie der Beseitigung des sozialdemokratischen Einflusses und die Überwindung der bürgerlichen Demokratie durch die sozialistische Revolution, sondern den Weg des modernen Revisionismus = Bevorzugung des friedlichen Weges zum „Sozialismus“ - zusammen mit der Sozialdemokratie. Dafür brauchte man natürlich keine marxistisch-leninistischen Parteien mehr und schon gar nicht die Komintern, und deswegen haben die modernen Revisionisten eine Neu-Gründung der Komintern ja auch jahrzehntelang erfolgreich verhindert. Wenn wir die Komintern / ML nicht im Jahre 2000 gegründet hätten, gäbe es heute immer noch keine Komintern. Die modernen Revisionisten hatten dem Weltkapital also einen Bärendienst erwiesen und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung einen unermesslichen Schaden zugefügt.

Als sich Lenin von der II. Internationale trennte, folgte nicht nur die Gründung neuer leninistischer Parteien, sondern vor allem auch ihr Zusammenschluss in der Komintern. Das darf nicht vergessen werden. Die Komintern war die wichtigste Grundlage für die Entfaltung der einzelnen neuen kommunistischen Parteien, insbesondere für ihren gemeinsamen Kampf gegen den revisionistischen Einfluss der II. Internationale in jedem Land. Die Komintern zentralisierte den Kampf gegen die II. Internationale, war also das entscheidende Instrument der Befreiung des gesamten Weltproletariats vom Einfluss des damaligen Opportunismus. Als der moderne Revisionismus in einzelnen Ländern an die Macht kam, folgte unvermeidlich wiederum die Neugründung marxistisch-leninistischer Parteien – ohne dass es allerdings zu ihrem Zusammenschluss in einer marxistisch-leninistischen Internationale kam. Das war ein folgenschwerer Fehler, eine Schwäche, eine Unterschätzung der Lehre Lenins und seiner Komintern. Nun gut, man wollte aus alten Fehlern lernen und verhindern, dass sich wieder eine Partei an die Spitze setzt, die den anderen eine falsche Linmie diktiert, wollte seine eigene marxistisch-leninistische Position verteidigen. Aber man schüttete das Kind mit dem bade aus. Denn eben diesen Fehler verhindern die Marxisten-Leninisten nicht etwa durch ihren Verzicht auf die Kommunistische Internationale, denn den internationalen Revisionismus kann man nun einmal durch nichts anderes am konsequentesten bekämpfen als mit einer Kommunistischen Internationale. Der Kampf gegen den Weltrevisionismus kann ohne Kommunistische Internationale niemals zum Sieg führen, sondern immer wieder nur zum Revisionismus ! Das ist die bittere Lehre aus 50 Jahre Kampf gegen den modernen Revisionismus. Man wollte das Falsche verhindern, aber hat sich dabei selber des entscheidenden Instruments beraubt, mit dem der moderne Revisionismus wirklich verhindert werden könnte – dem Wiederaufbau der Komintern. Das lag aber auch daran, dass die modernen Revisionisten den Verrat ihrer Wegbereiter an der Komintern selber lange, lange Zeit geheim zu halten versuchten. Sie täuschten die kommunistische Weltbewegung aus ihrer Furcht heraus, der Verrat werde eines Tages von ihr aufgedeckt, was sofort zur Gründung einer neuen Komintern geführt hätte. So entstellten sie die Wahrheit über die Komintern und insbesondere über die Gründe, die zu ihrer Auflösung geführt hatten. Kritik an der Komintern war unter den meisten Marxisten-Leninisten tabu. Keiner traute sich, überhaupt an irgendetwas Böses zu denken. Sie war in den Augen der Marxisten-Leninisten über allen Zweifel erhaben. Wer die Komintern kritisiert, kann nur ein Klassenfeind sein. Das war ein fataler Irrtum. Im Gegenteil, wer die Fehler unangetastet lässt, vergeht sich an der Komintern, beschützt und verteidigt sie nicht, sondern liefert sie dem Klassenfeind aus. Es kam zu einer historischen Verklitterung der Komintern, wollte gar nicht wissen, was zum Schluss wirklich passierte, weil das nicht in das Bild passte, was man von der Komintern aufrecht erhalten wollte. Bis heute gibt es viel zu wenig ehrliche Kritik von Seiten der Marxisten-Leninisten, weil sie die Demontage der Komintern fürchten und davor Angst haben, ins Fahrwasser der Revisionisten zu geraten. Aber eben dadurch lässt man die Revisionisten in ihrem Fahrwasser, denn die nutzen die Schwächen bei der Anwendung der rücksichtslosen bolschewistischen Kritik und Selbstkritik aus. Wir müssen den Weg, den die rechten Abweichler in der Komintern gegangen sind, offen und rücksichtslos aufdecken. Den ruhmvollen Namen der Komintern verteidigen wir nur dadurch, dass wir ihre rechte Abweichung, die schließlich zur Auflösung führte, niemals verzeihen dürfen. Die Auflösung einer Kommunistischen Internationale ist prinzipiell konterrevolutionär. Man kann sie nur aus der Not heraus, aus taktischen Gründen auflösen, um sie vor dem Zugriff der Revisionisten zu schützen und wieder später auf feste marxistisch-leninistische Grundlagen stellen zu können. Der internationale Klassenkampf verläuft nicht geradlinig. Manchmal muss man einen taktischen Rückzug antreten, wenn der Feind zu stark ist. Aber die dadurch geretteten Kräfte sind zu nichts anderem da als dazu, die Kommunistische Internationale so schnell und so gründlich wie möglich wieder neu aufzubauen. Dass der Wiederaufbau der Kommunistischen Internationale 57 Jahre gedauert hat ( die Komintern / ML wurde im Jahre 2000 gegründet und die Komintern 1943 aufgelöst), ist ein Ausdruck dafür, wie stark der Einfluss des modernen Revisionismus in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung andauerte und wie notwendig es ist, sowohl die Komintern als auch die Komintern / ML gegen den Revisionismus zu verteidigen. Wir werden uns niemals damit einverstanden erklären mit so einem Schlussstrich unter die Komintern / ML , um sie um so leichter „in allen Ehren“ wieder einmotten und begraben zu können, sie nur noch als Stern am Himmel zu betrachten, anstatt sie auf Erden als wichtigstes Kampfinstrument im Kampf gegen die Revisionisten aufzurüsten. Das wäre ein unverzeihliches Zugeständnis an die Revisionisten, die das logischerweise voll ausnutzen würden. Es zeigt sich wieder einmal, dass es besonders schwer ist, einem gehäuteten Revisionismus erneut die Stirn zu bieten, aber anders kann man den Kampf gegen ihn nicht zu Ende führen. Wenn erst einmal das Bewusstsein über die revisionistische Häutung verbreitet ist, dann findet man viele Kampfgefährten, aber am Anfang wird man von vielen angefeindet, wird dieser mutige Schritt in den eigenen Reihen übel genommen, trifft er auf Unverständnis und Skepsis. Einen Revisionismus im ausgereiften Zustand zu erkennen ist leicht, ihn aber zu erkennen, wenn er als Stimmung noch kaum spürbar ist, er sich zur Richtung entwickelt, er von der einen oder anderen kleinen Gruppierung zaghaft vertreten wird, wenn er also unmerklich in die eigenen Reihen zu schleichen versucht – das ist viel schwieriger, aber um so entscheidender. Den ausgereiften Revisionismus kann man zwar leichter erkennen, aber eben viel schwerer bekämpfen, da er sich zu einer starken Weltmacht entwickelt hat. Und umgekehrt ist es schwerer, die Häutungen in den Anfangstadien des Revisionismus zu erkennen, aber leichter ihn zu bekämpfen, weil er noch jung und schwach ist. Hat der Weltrevisionismus sich aber erst einmal ausgebreitet, ist es viel schwieriger , ihn zu bekämpfen, als im Entwicklungsstadium – und in diesem Entwicklungsstadium befindet er sich. Möge keiner später sagen, er hätte davon nichts gewusst oder wäre darüber nicht aufgeklärt worden. Wir schreien es hiermit heraus und nur wer sich mutwillig die Ohren vor uns „Dogmatikern“ verschließt kann uns nicht hören, weil er schon lange nicht mehr auf uns, und schon seit langem lieber auf die Revisionisten hören will. Wir haben damit begonnen, die Grenzen unter den jetzigen Bedingungen so scharf wie nur irgend möglich zu ziehen – ohne zu überzeichnen oder zu schwach zu teichnen. Jetzt liegt es an den Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt sich zu entscheiden, auf welche Seite sie sich stellen! Ein 50 jähriger Kampf gegen den modernen Revisionismus hätte jedenfalls heute anders ausgesehen, wenn ihr Verrat vor allem an der Komintern aufgedeckt worden wäre und sich die vielen neuen marxistisch-leninistischen Parteien in ihrem anti-revisionistischen Kampf zu einer neuen Internationale zusammengeschlossen hätten, um die ruhmreiche Tradition der Komintern fortzusetzen – eben auf der Basis der Offenlegung und Überwindung der damaligen revisionistischen Einflüsse innerhalb der Komintern. Dies war leider nicht geschehen. Und weil dies nicht geschehen ist, hat sich die Komintern / ML gegründet, um das schleunigst nachzuholen und den Kampf gegen den modernen Revisionismus zu Ende zu führen, den jene ehemaligen marxistisch-leninistischen Parteien nunmehr fallen gelassen haben, die einst angetreten waren, den modernen Revisionismus mit Enver Hoxha an der Spitze anzugreifen. Das hat es schließlich dem modernen Revisionismus erleichtert, sich zum Neo-Revisionismus zu häuten und den Kampf gegen uns Marxisten-Leninisten, den Kampf gegen uns „Dogmatiker“ und „Sektierer“ unvermindert fortzusetzen als Weltrevisionismus. Daher unsere Anfangsschwierigkeiten, wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Mit einem wirklichen Sieg über den modernen Revisionismus würden wir nicht mit leeren Händen da stehen, wie jetzt nach 50 Jahren. Ein wirklicher Sieg über den modernen Revisionismus wird erst durch den zurück eroberten Sozialismus bewiesen sein. Davon sind wir noch weit entfernt – also Grund genug, um unsere Fehler im anti-revisionistischen Kampf offen auf den Tisch zu legen.

 

Der eigene und gemeinsame Weg zum Weltsozialismus

Auf den ersten Blick schien es so , als würde jeder Nation das Recht zuerkannt, „ihren eigenen Beitrag“ zur Entwicklung des Marxismus-Leninismus zu leisten und als würden sie die „Monopolisierung der kommunistischen Weltbewegung“ durch ein einzelnes Land verhindern. Doch in Wirklichkeit ging es hier nicht um den proletarischen Internationalismus und überhaupt nicht um die schöpferische Entwicklung des Marxismus und genauso wenig um seine Anwendung in Übereinstimmung mit den konkreten Bedingungen jedes Landes, sondern um seine Liquidierung und seine Ersetzung durch revisionistische Konzeptionen, die die Interessen der Bourgeoisie der verschiedenen Länder ausdrücken und verteidigen. Damit sollen die Forderungen der Bourgeoisie erfüllt werden, die internationale revolutionäre Bewegung zu dezentralisieren, die einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien, die revolutionären Befreiungsbewegungen von einander loszulösen und sie zu trennen, um sie dann isoliert besser zu manipulieren, zu spalten, unter Kontrolle zu bekommen und schließlich zu liquidieren. Als die PAA geknackt war, räumte man mit der übrig gebliebenen marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf. Dieses Werk der imperialistisch-revisionistischen Weltfront ist ihr historisch geglückt. Das Weltproletariat sollte durch die Liquidierung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung daran gehindert werden, sich unter einem Dach zu vereinigen, sich zentral zu organisieren und seinen Klassenkampf international koordiniert zu führen – als großer Totengräber des Weltkapitalismus. Die richtigen Losungen des „Klassenkampfes im eigenen Land“, der „sozialistischen Revolution in einem Land“ wird also verabsolutiert und der ebenso richtigen Losung des „vereinigten Klassenkampfes des Weltproletariats, der sozialistischen Weltrevolution“ gegenübergestellt, entgegengesetzt und voneinander losgetrennt.

Der moderne Revisionismus wurde von den einzelnen Ländern in die Komintern hinein getragen, um sich dann von dort wiederum um so breiter und tiefer in den einzelnen Ländern fortzupflanzen. Die Sowjetunion Lenins und Stalins war dabei ein großes Hindernis, weswegen sich auch die Konterrevolution auf sie konzentrierte, insbesondere nach der Liquidierung der Komintern. Anfangs war es für die modernen Revisionisten sehr schwer, sich von der Sowjetunion Lenins und Stalins zu befreien, standen sie permanent unter Druck des Marxismus-Leninismus, mussten sie darauf taktisch klug Rücksicht nehmen, war es ungünstig für sie, sich all zu schnell abzuspalten, da man ja auf den Einfluss innerhalb der Reihen des kommunistischen Lagers angewiesen war, um alles zum Einsturz bringen zu können . Also dann lieber mit den Wölfen heulen. Einmal entlarvt und draußen, da wäre es verdammt schwer, wieder erneut einzudringen – das hat der jugoslawische Weg gezeigt, wo es der Kominform gelang, zumindest einigen Ländern dabei zu helfen, sich den jugoslawischen Revisionismus vom Leibe zu halten. Nur hätten alle anderen folgen müssen, dem Chruschtschow mit der Auflösung der Kominform einen Riegel vorschob. Die internationale Bekämpfung des modernen Revisionismus der Jugoslawen war insbesondere für Albanien von außerordentlich großer Bedeutung und für die Weiterentwicklung der marxistisch-leninistische Weltbewegung im Allgemeinen. Die gemeinsame titoistische und chruschtschowianische Front war ein Ausdruck dafür, dass der moderne Revisionismus seine Front untereinander verbreiterte und vertiefte. All die vielen Besuche der revisionistischen Führer untereinander, ihre Absprachen, die Koordinierung ihrer taktischen Manöver, dienten der gemeinsamen Strategie gegen den Marxismus-Leninismus, gegen den Sozialismus und die Revolution. Dieser gemeinsame Erfahrungsaustausch der Revisionisten untereinander war zur gegenseitigen Unterstützung notwendig, um das kommunistische Lager zu paralysieren, zu spalten. Wenn wir also vom Verfall des modernen Revisionismus sprechen, von der Aufsplitterung in verschiedene selbständige Strömungen und Fraktionen, dann diente das dem Weltbourgeoisie dazu, wieder alleiniger Herr in der Welt zu sein. Der Zerfallsprozess des modernen Revisionismus ist ein Zerfallsprozess, um seine Macht direkt an die weltimperialistische Macht abzugeben. Das bedeutet also nicht automatisch, dass nun der Weltimperialismus ungefährlicher geworden sei, dass mit dem Zerfall des modernen Revisionismus auch automatisch der Weg frei geworden sei für die sozialistische Weltrevolution. Im Gegenteil, der Verfall der revisionistischen Ideologie hat sich letztendlich nach 50 jähriger Betrachtung zunächst negativ auf das tatsächlich noch vorhandene sozialistische Bewusstsein im Weltproletariat ausgewirkt. Der schwache Punkt ist die marxistisch-leninistische Weltbewegung, der es nicht gelang, mit dem Kampf gegen das revisionistische Bewusstsein das sozialistische Bewusstsein der Klasse und schließlich der Masse zu heben und zu verbreiten. Es gelang noch nicht einmal, die marxistisch-leninistische Bewegung selbst im Kampf gegen den modernen Revisionismus zu stärken, dass es diesen Kampf konsequent fortsetzte. Der moderne Revisionismus wird doch nicht dadurch ungefährlicher, wenn er seine Macht an den Weltimperialismus abgetreten hat, dadurch wird doch nicht der Klassenkampf verringert oder gar eingestellt. Im Gegenteil, der moderne Revisionismus ist dabei, sich als Weltrevisionismus zu häuten !! So wie das Weltproletariat die gegenwärtige Zeit dazu nutzt, sich auf die kommenden Klassenschlachten vorzubereiten, so tut das doch auch der Revisionismus, indem er sich häutet. Der moderne Revisionismus diente ja nicht nur der Restauration des Kapitalismus und fertig aus, sondern er diente dazu, die sozialistische Weltrevolution zu erschweren durch die Entwaffnung ihrer Basis und ihres Hebels – der Sozialismus an der Macht. Wir stehen jetzt ohne sozialistisches Land da, wir stehen jetzt fast ohne wirklich (!) marxistisch-leninistische Parteien da, aber wir haben eine Komintern / ML geschaffen, es gibt noch aufrechte Marxisten-Leninisten, die innerhalb der entarteten Organisationen oder in Gruppen oder alleine gegen den Revisionismus weiter kämpfen.. Wir versuchen gemeinsam, den Marxismus-Leninismus von einem zentralen Punkt aus wieder über die ganze Welt zu verbreiten, uns überall in den Ländern neue Stützpunkte aufzubauen, die wiederum dabei behilflich sein werden, das Zentrum weiter zu stärken und aufzubauen, also einen funktionierenden internationalen demokratischen Zentralismus gegen den Revisionismus zu schaffen, um die ganze marxistisch-leninistische Weltbewegung wieder in Schwung zu bekommen. Genau das versuchte und versucht der Revisionismus gegenwärtig zu verhindern. Natürlich ist es logisch, dass die Revisionisten die alten Hürden, die wir ihnen in den Weg gestellt hatten, allmählich genommen haben, das heißt sich uns angepasst haben. Und ebenso logisch ist es, dass sie mit der neuesten Überprüfung des Marxismus-Leninismus noch nicht so recht in gange kommen. Dass ihr neues weltrevisionistisches Profil aber noch nicht so klar erkennbar ist, liegt nicht an ihnen, sondern ja wohl an uns, die wir unser eigenes Profil noch erst neu herausarbeiten müssen. Die Revisionisten können doch schließlich nur das und nur so viel überprüfen, was von uns zum Überprüfen ausgearbeitet wurde und vorliegt. Das ist doch der Punkt, wo wir uns an die eigene Nase fassen und in die Gänge kommen müssen. Wenn wir nicht mit der marxistisch-leninistischen Überprüfung des Marxismus-Leninismus anfangen, dann wird für die Revisionisten solange eben nichts zum Überprüfen da sein, denn es hat in der ganzen Geschichte des Marxismus noch nicht die absurde Situation gegeben, wo das etwa umgekehrt war. Wir sind die Weltrevolutionäre, wir entwickeln die weltrevolutionäre Theorie weiter, indem wir sie an Hand der Veränderungen in der Welt überprüfen. Wozu braucht die Bourgeoisie Revisionisten, wenn wir Marxisten-Leninisten unsere Theorie nicht weiterentwickeln ? Dann wären die Revisionisten doch überflüssig. Aber wozu braucht das Weltproletariat solche „Marxisten-Leninisten“, die mehr erschöpft als schöpferisch genug sinds ihm den Weg zur sozialistischen Weltrevolution aufzuzeigen. Das Weltproletariat wird solche „Marxisten-Leninisten“ zum Teufel jagen und die Revisionisten werden sie zu Recht verspotten!



Da „die historischen Situationen unwiederholbar sind“, sagten die modernen Revisionisten, „sind die Realitäten verschieden“, jedes Land „ist eine objektive Realität für sich“ und hat seine „eigene, besondere Praxis“. Demnach könne auch der Marxismus nichts anderes sein, als eine von den jeweiligen wechselnden Umständen abhängige nationale bzw. regionale Lehre. Demnach bräuchte man zwar „marxistisch-leninistische“ Parteien in jedem Land, die diese nationalen bzw. regionalen Lehren entwickeln und umsetzen, aber keine Kommunistische Internationale, die den internationalen Marxismus-Leninismus entwickelt und umsetzt !

Schon Lenin stellte in „Was tun?“ fest: Der gleiche soziale und politische Inhalt des heutigen internationalen Opportunismus äußert sich in diesen oder jenen Abarten entsprechend den nationalen Besonderheiten. In dem einen Lande trat die Gruppe der Opportunisten seit jeher unter einer besonderen Flagge auf, in dem anderen vernachlässigten die Opportunisten die Theorie und betrieben praktisch die Politik der Radikalsozialisten, in dem dritten sind einige Mitglieder der revolutionären Partei ins Lager des Opportunismus übergelaufen und sind bestrebt, nicht in offenem Kampf um die Prinzipien und um eine neue Taktik ihre Ziele zu erreichen, sondern durch eine allmähliche, unmerkliche und, wenn man so sagen darf, straflose Demoralisierung ihrer Partei; in dem vierten wenden ebensolche Überläufer die gleichen Methoden im Halbdunkel der politischen Sklaverei und bei einer völlig originellen Wechselbeziehung von ´legaler` und ´illegaler` Tätigkeit an usw.“ (Lenin, Band 5, Seite 370).

Obwohl diese revisionistischen Konzeptionen der verschiedenen Länder als „schöpferisch“ ausgegeben wurden, bauten sie in Wirklichkeit auf dem relativistischen und pragmatischen Verständnis der Praxis auf, das diese mit der Erfahrung dieses oder jenen Landes gleichgesetzt, sie in einzelne Akte zerlegt, den engen Pragmatismus und die Spontaneität rechtfertigt und den Kult des Routine-Sozialismus predigt, den außer des parasitären Augenblicksvorteil nichts anderes kümmert, der weder nach den Prinzipien noch nach den Zielen des Kommunismus fragt. Diesen Relativismus, der das Besondere vom Allgemeinen, das einzelne Land von der Welt insgesamt trennt, nahmen die modernen Revisionisten als Ausgangspunkt, um die allgemein gültigen Wahrheiten des Marxismus-Leninismus zu bestreiten, insbesondere dessen internationalistischen Charakter. Den modernen Revisionisten zufolge konnte das Besondere eines jeden Landes ausschließlich nur das Besondere sein und deshalb „sind Entwürfe für eine ferne und allgemeine Zukunft sinnlos und unmöglich“, denn „eine einzige richtige Auffassung von der marxistischen Lehre gibt es nicht und kann es nicht geben“ usw. So begründeten die modernen Revisionisten das Dogma vom „nationalen Sozialismus“, begründete sich der jugoslawische, sowjetische, euro“kommunistische“, chinesische und unter Ramiz Alia dann auch der albanische Revisionismus usw..

Die materialistische Dialektik des internationalen Marxismus hat diese überholte idealistische und metaphysische Interpretation des Verhältnisses zwischen den Ländern und der ganzen Welt, zwischen den Teilen und dem Ganzen, zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen in Wirklichkeit schon längst überwunden und ihre dialektische Einheit nachgewiesen. Sie ist schon im „kommunistischen Manifest“ von Marx und Engels in den Fels des Kommunismus gemeißelt worden. Jedes Besondere ist der materialistischen Dialektik allgemein, während jedes Allgemeine im Kern die Besonderheiten enthält und losgelöst nicht von ihnen existieren kann. Das gilt genauso für die einzelnen Länder in ihren Beziehungen zur ganzen Welt, wie auch für die einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien in ihren Beziehungen zur Kommunistischen Internationale. Die Komintern / ML hat in vielen ihrer bisherigen Veröffentlichungen auf diesen Sachverhalt hingewiesen. Wir berufen uns dabei auf Lenin. Jedes Besondere“, sagte Lenin, ist (auf diese oder jene Weise) allgemein. Jedes Allgemeine ist (ein wenig oder eine Seite oder ein Stück) Besonderes. Jedes Allgemeine umfasst nur annähernd alle Gegenstände des Besonderen. Jedes Besondere ist nicht vollkommen im Allgemeinen umfasst usw. usf. Jedes Besondere ist durch Tausende Übergänge mit den Besonderen (Dingen, Phänomenen, Prozessen) einer anderen Art verbunden usw“ (Lenin, Werke Bd 38, Seite 340). Das ist auf den Revisionismus anzuwenden.

Aus der marxistisch-leninistischen Dialektik vom Allgemeinen und Besonderem folgt, dass die theoretischen Grundlagen, die allgemeinen Wahrheiten des Marxismus-Leninismus nicht nur mit dem zu tun haben, was den Kampf des Proletariats eines Landes von dem Kampf des Proletariats eines anderen Landes unterscheidet, sondern vor allem mit dem, was ihnen gemeinsam ist, was die Interessen des Weltproletariats ausdrückt, die im Kern in allen Ländern übereinstimmen und nicht von den Nationen abhängen. Deshalb stellt der Kampf für ihre Verwirklichung die welthistorische Mission des gesamten Weltproletariats dar, also die der Proletarier aller Länder als Ganzes zusammengenommen. Das ist die Grundlage für die proletarische Welteinheitsfront gegen den Revisionismus.

So ist auch der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen den Revisionismus in den einzelnen Ländern erst in seinem weltrevolutionären Zusammenhang das, was er ist. Die richtige, allseitige Auffassung vom Revisionismus kann man nicht als Summe von anti-revisionistischen Auffassungen der einzelnen Länder ansehen. Wenn man einige anti-revisionistische Auffassungen verschiedener Länder vereint, bildet das allein noch keine allseitige und internationale Betrachtung des Revisionismus, birgt das die Gefahr eklektischer Auffassungen über den internationalen Revisionismus. Umgekehrt: Wenn wir uns nicht über die Einzelheiten des Revisionismus in jedem einzelnen Land fundierte Kenntnisse verschaffen, bleiben wir auch über das internationale Gesamtbild des Revisionismus im Unklaren. Ir kommen also nicht darum herum, die revisionistischen Erscheinungen in ihren historischen Veränderungen überall auf der Welt konkret zu studieren, um unser Gesamtbild zu vervollständigen und zu objektivieren. Was wir herstellen müssen ist eine immer tiefere Erkenntnis über die Einheit des Revisionismus im Allgemeinen und im Einzelnen – das ist ein Grundzug der dialektischen Logik, mit der wir den Revisionismus beurteilen und bekämpfen müssen. Ein anderer Grundsatz ist, dass wir, um in der sozialistischen Weltrevolution zu siegen, erkennen müssen, dass uns eine höhere Form des Revisionismus konfrontieren wird, als dies in der sozialistischen Revolution „in einem Land“ der Fall war. Dazu müssen wir die verschiedenen bekannten Spielarten des modernen Revisionismus nicht nur aufzählen, sondern auseinander ableiten und in der Aufeinanderfolge darlegen, und zwar so wie es der Geschichte der Erkenntnis dieser revisionistischen Spielarten entspricht.

Der Prozess der Entartung des modernen Revisionismus, obwohl er in den verschiedenen Ländern im Allgemeinen die gleichen Wege und Ziele verfolgt, hat wiederum in jedem einzelnen Fall seine eigenen Charakteristika, entsprechend den Besonderheiten der einzelnen Länder, wo die revisionistischen Cliquen herrschen. Die Analyse der Ereignisse in jedem einzelnen Lande, die Formen und Methoden, die jede einzelne revisionistische Gruppe anwendet, um die marxistisch-leninistischen Parteien und die Diktatur des Proletariats zu kurrumpieren, haben eine besondere Bedeutung und dürfen nicht unterschätzt werden, wenn man den internationalen Revisionismus in seiner ganzen Breite und Tiefe erfassen will. Der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen die Revisionisten muss allseitig und auf der ganzen Linie konkret geführt werden, aber sie dürfen nicht auch den Spezialkampf gegen die einzelnen Revisionisten, welche andere Taktiken anwenden, vernachlässigen. Allen modernen Revisionisten sind die Hauptzüge, die gleiche Strategie gemeinsam, aber sie benutzen verschiedene Formen und Taktiken, denen man besondere Kampfformen und Taktiken für jede Situation, jedes Entwicklungsstadiums, für jedes Land und jede Partei und Gruppierung entgegenstellen muss, wann und wo sie auch immer auftreten mögen. Eine solche Analyse müssen unbedingt alle marxistisch-leninistischen Parteien, alle revolutionären Gruppen und alle Kommunisten und Revolutionäre eines jeden Landes vornehmen und nicht nur die Komintern / ML. Die Komintern / ML muss all diese Analysen sammeln, um die gemeinsamen Erfahrungen, den gemeinsamen Kampf verallgemeinern usw. Auch in der Frage des Kampfes gegen den Revisionismus, ob nun im einzelnen Land oder im internationalen Maßstab, muss mit dem Prinzip des demokratischen Zentralismus gearbeitet werden zwischen der Komintern / ML und allen marxistisch-leninistischen Parteien.

Das Wesentlich in der marxistisch-leninistischen Theorie sind nicht die einzelnen Tatsachen, Beispiele und Erfahrungen, sondern die Prinzipien, die Gesetze, die Verallgemeinerungen, die daraus gewonnen werden und die dem Marxismus-Leninismus internationalistischen Geist und gleichen Wert für das Proletariat aller Länder geben und den Revisionismus entsprechend wirkungsvoller zu bekämpfen, also zentralisiert zu bekämpfen so wie es die Komintern gemacht hat.

Selbstverständlich sollen die verallgemeinerten Erfahrungen des anti-revisionistischen Kampfes der einzelnen Länder wiederum konkret in den einzelnen Ländern angewandt werden, um die Effektivität des anti-revisionistischen Kampfes zu erhöhen und somit neue, noch unbekannte Pfade zu beschreiten, neue historische Erfahrungen des anti-revisionistischen Kampfes zu erarbeiten und zu verallgemeinern und so auch einen permanenten, ununterbrochenen Beitrag zur schöpferischen Entwicklung des Marxismus-Leninismus auf immer höherer Stufenleiter zu leisten. Doch das soll nicht heißen, dass jedes Land „seinen eigenen, nationalen Marxismus“, seinen „eigenen Anti-Revisionismus“, haben muss, der sich von dem der anderen Nationen vollständig unterscheidet.Bekanntlich“, sagte Enver Hoxha, ist der Marxismus-Leninismus kein Dogma, man wendet ihn in Übereinstimmung mit den Bedingungen jedes Landes an. Doch das gibt niemandem das Recht zu meinen, jedes Land habe seinen „eigenen Marxismus“. Die marxistisch-leninistische, wissenschaftliche Theorie ist universal und kann weder chinesiert, noch indonesiert, noch italienisiert werden“ (Enver Hoxha,Werke, Band 27, Seite 317, alb. Ausgabe).

Die modernen Revisionisten leugneten, dass es nur einen wahren Anti-Revisionismus, dass es nur einen wahren Sozialismus gibt, dass es nur eine gemeinsame theoretische Grundlage für alle gibt – den Marxismus-Leninismus, dass es nur eine Klasse, die Arbeiterklasse, gibt, die Führer der sozialistischen Gesellschaftsordnung ist, dass es nur eine Partei gibt, die ungeteilt den Aufbau dieser Gesellschaftsordnung leitet – die Kommunistische Partei, dass es im Sozialismus nur ein Eigentum gibt – das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln, dass es nur eine Macht des Staates gibt, die Diktatur des Proletariats. Die modernen Revisionisten leugneten die wichtigste Lehre von Marx, nämlich wie Lenin sagte: die Klarstellung der weltgeschichtlichen Rolle des Proletariats als des Schöpfers der sozialistischen Gesellschaft“ (Lenin, Band 18, Seite 576, dt. Ausgabe). Und so leugnen die Revisionisten insbesondere die weltgeschichtliche Rolle des anti-revisionistischen Kampfes des Weltproletariats als des Schöpfers des Weltsozialismus.

Das Ziel der modernen Revisionisten war es, den Alleinvertretungsanspruch ihres „Marxismus“, den „Marxismus“ ihres Landes vor der Arbeiterklasse ihres Landes zu rechtfertigen und ihn als den „schöpferischsten“ und „weitest entwickeltsten“, „prinzipienfestesten Marxismus“ usw. usf. auszugeben. Damit, dass die modernen Revisionisten die nationalen Abteilungen des Weltproletariats von einander trennten und einander entgegenstellten und den Marxismus-Leninismus als einzige und gemeinsame ideologische Grundlage des revolutionären Kampfes leugneten, führten sie den Schlag gegen den proletarischen Internationalismus und bemühten sich, ihn ganz vom Tisch zu wischen, um die Restauration des Kapitalismus in ihrem Land ohne Widerstand durch das Weltproletariat umzusetzen. Es ist für die Arbeiterklasse in einem Land unmöglich, den Kampf gegen den Revisionismus auf Dauer zu gewinnen, da sich der Revisionismus jedes Landes auf den Weltkapitalismus stützt. Proletarischer Internationalismus heißt deswegen nicht zuletzt, gemeinsame Unterstützung aller Proletarier in allen Ländern im gemeinsamen, internationalen Kampf gegen den Revisionismus.

Der Kampf der PAA und Enver Hoxhas gegen die Chruschtschowianer, gegen die Titoisten oder gegen die chinesischen Revisionisten waren von grundsätzlicher, prinzipieller Natur, die sich logischerweise auch auf die besonderen staatlichen und andere bilaterale Beziehungen zwischen den verschiedenen revisionistischen Ländern und Albanien auswirkten. Aber es waren wie gesagt Kämpfe zwischen der revisionistischen und der marxistischen-Linie, wobei alle modernen Revisionisten gemeinsam gegen die marxistisch-leninistische Linie Albaniens und den ihr angeschlossenen Bruderparteien vorgingen, ein Kampf zwischen David und Goliath. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus hatte einen internationalen Charakter, war nicht nur von ideologischer und politischer Natur, sondern war auch ein Kampf gegen militärische Bedrohungen, Wirtschaftsblockaden, diversionistische Akte, Komplotte, Intrigen usw. usf.. All diese Auseinandersetzungen mit den modernen Revisionisten in der ganzen Welt waren letztlich Ausdruck des Klassenkampfes zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat, waren gerichtet gegen das weltproletarische Bollwerk und Vaterland Albanien und nicht in erster Linie Kämpfe auf rein nationaler Ebene. Albanien hat diesen Kampf gemeistert.

So war es dann auch mit dem „eigenen“ proletarischen Internationalismus in jedem revisionistischen Land. „Internationalistisch“ war für die modernen Revisionisten nur das, was ihnen Vorteile brachte, was ihrem Chauvinismus und Großmacht-Chauvinismus des eigenen Landes diente. Im Grunde gab es bei den modernen Revisionisten die „friedliche Koexistenz“ der verschiedensten „proletarischen Internationalismen“, gab es die „freiwillige sozialistische Solidarität“, aber keinen demokratischen Zentralismus, ohne den der proletarische Internationalismus verkümmern muss. In Wirklichkeit ist der proletarische Internationalismus, als Ideologie des Weltproletariats, als starke Waffe und Bedingung für den Sieg der Revolution und des Kommunismus, wie Genosse Enver Hoxha gesagt hat, eins und unteilbar. Es gibt nicht mehrere Internationalismen, wie die Revisionisten behaupten, nämlich einen sowjetischen, einen italienischen, einen jugoslawischen, einen französischen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, S. 248, dt. Ausgabe).

Als sich der erste Sozialismus noch in der Phase des Sozialismus in „einem“ Lande befand, trachteten die Revisionisten danach, alles zu tun, um eben diesen oder jenen sozialistischen Staat unter der Flagge des „Sozialismus“ von innen und außen zu zerschlagen und in Wahrheit kapitalistische Verhältnisse zu schaffen, bzw. die einzelnen sozialistischen Staaten voneinander loszulösen und gegeneinander aufzubringen, um sie so zu schwächen und einzeln besser zu bekämpfen. Der Marxismus-Leninismus wurde von den Revisionisten dieses Landes missbraucht, um den revisionistischen Konkurrenten auszustechen jenes Landes zu bekämpfen. Unser Land lässt sich wirklich vom Marxismus-Leninismus leiten, alle anderen Länder sind dagegen revisionistisch oder weichen mehr oder weniger vom Marxismus-Leninismus ab!“ So schrien die Revisionisten in allen Ländern, um alle anderen mit ihrem Lärm zu übertönen. Nach außen war natürlich Friede Freude, Eierkuchen, demonstrierte man „Stärke“, „Einheit und Geschlossenheit“. Aber intern ging das Gerangel um die Vormachtstellung. Eine Verbrecherbande, die nach außen gemeinsam auftritt, aber intern um die Beute streitet. Im Wesen ging das dort im Osten nicht anders zu als wie bei den Imperialisten im Westen. Jeder wollte „marxistischer und leninistischer“ sein als alle anderen, um so einen Führungsanspruch oder zumindest einen vorderen Platz in der Rangliste der revisionistischen Länder zu ergattern, um die anderen besser auszubeuten und unterdrücken zu können. Was konnte dabei besser dienen als die Waffe des Anti-Revisionismus. Wir haben beispielsweise nicht vergessen, wie gut die chinesischen Revisionisten dieses Instrument des Anti-Revisionismus zu spielen fähig waren. Ob es sich nun um die modernen Revisionisten jener „Tochterländer“ handelte, die sich vom „Mutterland“, also von der revisionistischen Sowjetunion loszureißen versuchten, um das eigene Land selber unter der Knute zu halten und den eigenen Kapitalismus zu restaurieren, bzw. wie bei den chinesischen Revisionisten selber zu einem sozialimperialistischen Land, zu einer Supermacht, ja sogar zur Nummer 1 unter den Supermächten zu werden, immer diente den Revisionisten an der Macht die Waffe des Marxismus-Leninismus dazu, um ihr sozialfaschistisches Regime auszubauen und zu erweitern, die eigene Bourgeoisie zu stärken und das eigene Volk und die anderen Völker zu knechten. So floss ja auch in verschiedenen revisionistischen Ländern das Blut für den sowjetischen Sozialimperialismus, wobei die neuen Kreml-Zaren mit dem so genannten Kampf gegen den Revisionismus, mit dem Kampf gegen den Verrat am Sozialismus, an der Sowjetunion zu rechtfertigen. .Die ungarische Konterrevolution wurde von Konterrevolutionären unterdrückt. Die chinesischen Revisionisten schlugen ihren „sozialistischen“ Nachbarn die Köpfe ein usw. usf.:

Es gab auch zwischen den Revisionisten Widersprüche, zwischen jenen, die an der Macht waren, und allen Übrigen. Diese Art Widersprüche hatten dieselbe Grundlage und dieselbe Natur wie die Widersprüche zwischen den Kapitalisten. Aus diesem Grund wies die PAA auch die anti-marxistische Haltung der chinesischen Führer zurück, sich auf die eine Seite der Revisionisten, die schwächere, zu stützen, um die andere, stärkere Seite, den sowjetischen Revisionismus, zu bekämpfen. Mit Verachtung hatte sie jeden Vorschlag verworfen, den sie gemacht hatten, um den ideologischen Kampf gegen den jugoslawischen Revisionismus und die anderen revisionistischen Strömungen einzustellen und ihn allein auf den Chruschtschow-Revisionismus zu beschränken“ (aus: Geschichte der PAA 1966-1980, 6. Parteitag der PAA, Seite 144, dt. Ausgabe)

Hinzu kam die weitere revisionistische Taktik, ihre altbekannte Methode, sich in den eigenen Reihen, bzw im eigenen Land einen „linken“ Flügel oder eine „linke“ Opposition, irgendeinen „revolutionären“ Wurmfortsatz zu leisten, um die tatsächlichen revolutionären Kräfte im eigenen Land mit in diese „linke“ Ecke zu verbannen, sie zu kontrollieren und die Schaffung einer wahren marxistisch-leninistischen Partei im eigenen Land mit Hilfe des Zentrismus zu verhindern bzw. diese zu bekämpfen bevor diese sie selbst bekämpfen würde.

Die klassische Methode der Revisionisten, den Marxismus-Leninismus, den sozialistischen Staat, die sozialistische Arbeiterklasse, die Diktatur des Proletariats, die Revolution zu bekämpfen und den Kapitalismus zu restaurieren durch die Verfälschung des Marxismus-Leninismus, also den Kommunismus unter der Maske des Marxismus-Leninismus zu bekämpfen, das war logischerweise der Anfang. Als die modernen Revisionisten dann den Sozialismus beseitigt hatten, diente ihnen die revisionistische Ideologie erstens dazu, die Rückeroberung des Sozialismus, die erneute sozialistische Revolution zu verhindern und zweitens eben dazu, das eigene revisionistische Regime gegenüber allen anderen zu stärken. Heute, wo die letzten Bastionen des Revisionismus an der Macht fallen bzw. gefallen sind, ist damit der moderne Revisionismus noch lange nicht tot. Er hat sich nur gehäutet, passt sich der Globalisierung an, dient dazu, die Renaissance des Sozialismus zu verhindern, nicht nur in den ehemals sozialistischen und revisionistischen Ländern, sondern vor allem die Wiedergeburt in Form des Weltsozialismus zu vereiteln, also den gesetzmäßigen Prozess der Verwandlung der imperialistischen Weltordnung in die sozialistische Weltordnung aufzuhalten. Die Waffe des Revisionismus dient jetzt und in Zukunft also vor allem als konterrevolutionäres, internationales, imperialistisches Instrument zur Verhinderung der sozialistischen Weltrevolution. Hierauf müssen wir Kommunisten unser heutiges und zukünftiges Augenmerk lenken. Genauso wie der Imperialismus die verschiedensten Spielarten des Revisionismus in den einzelnen revisionistischen Ländern hervorgebracht hat, so werden auch die verschiedensten internationalen Spielarten im Kampf gegen die sozialistische Weltrevolution, gegen den Weltsozialismus hervorgebracht werden, bzw. sind schon in ihrer Entwicklung in vollem Gange. Darauf kommen wir im nächsten Kapitel zu sprechen, wo es um die internationale Vereinheitlichung der verschiedenen revisionistischen Richtungen, also um die Globalisierung des Revisionismus geht. Hier muss unser marxistisch-leninistische Haupthebel des Anti-Revisionismus ansetzen, müssen wir den Marxismus-Leninismus als globalisierte Waffe des sich vereinheitlichenden Weltproletariats schmieden. Wir wollen die sozialistische Weltrevolution, wollen die Kommunistische Internationale, die Revisionisten aber wollen genau diese Ziele durchkreuzen, müssen sich beispielsweise eine, zwei, drei oder vier...revisionistische Internationalen schaffen, um zu verwirren, zu spalten, uns zu isolieren und alles unter ihre Kontrolle zu bekommen. Darum dreht sich heute alles, wenn wir von der weiteren Perspektive unseres 50 jährigen Kampfes gegen den modernen Revisionismus sprechen. Gegen den Neo-Revisionismus - das ist die Richtung, in der wir Marxisten-Leninisten heute und in Zukunft zu marschieren haben.

Heute, wo es kein einziges sozialistisches Land mehr auf der Welt gibt – eben wegen des Verrats der Revisionisten -, heute haben wir Kommunisten uns die gemeinsame Aufgabe gestellt, den Sozialismus zu restaurieren und zwar nicht als bloße Kopie des alten „Sozialismus in einem Lande“, sondern einen Sozialismus auf höherer, auf globalisierter Stufe, den Weltsozialismus. Es war und ist stets die Hauptaufgabe des Revisionismus gewesen, die Weltrevolution, die Entwicklung zum Weltsozialismus mit allen Mitteln zu stören mit Hilfe der Entstellung und Entartung des internationalistischen Gedankenguts des Weltproletariats. Eben um diese Entstellung und Entartung wird es den Revisionisten auch gehen, den Weltkapitalismus zu restaurieren im Verlauf eines Sieges des Weltsozialismus.

Der entscheidende ideologische Kampf gegen den Revisionismus, den wir Kommunisten also noch vor uns haben, ist der Kampf um die Macht des proletarischen Internationalismus, der Kampf um die Weltrevolution, um die revolutionäre Verwandlung des globalisierten Kapitalismus in den globalisierten Sozialismus, der Kampf um die Weltdiktatur des Proletariats. Die Existenz der globalen revolutionären Theorie setzt für die heutige Epoche die Existenz einer globalisierten revolutionären Klasse voraus. Das Weltproletariat bildet sich als eben diese globalisierte revolutionäre Klasse auf höherer Stufe heraus. Die materiellen Bedingungen der Umwandlung des globalisierten Kapitalismus in den globalisierten Sozialismus sind reif, der Träger dieser revolutionären Umwandlung hat sich heran gebildet, der subjektive Faktor aber muss noch reifen. Die Grundlagen der Theorie der sozialistischen Weltrevolution sind von den Klassikern des Marxismus-Leninismus gelegt, wir arbeiten an der Herausfeilung dieser Theorie unter den Bedingungen der Globalisierung und machen den wissenschaftlichen Sozialismus reif, sich mit der weltproletarischen Bewegung zu verschmelzen. Wir stehen konkret vor der Aufgabe, die Frage der sozialistischen Weltrevolution praktisch zu lösen.

Der Weltkapitalismus geht dazu über, globalisierte ideologische Waffen zu schmieden und einzusetzen gegen die Wiedergeburt der Ideologie des proletarischen Internationalismus, also gegen die globalisierte Ideologie, mit der sich das Weltproletariat emanzipiert. Womit wir Kommunisten uns also heute auseinander zusetzen haben, das ist der globalisierte Revisionismus, also Spielarten, die sich nicht auf den Kampf gegen die sozialistischen Kräfte in diesem oder jenen Lande beschränken, sondern sich vor allem auf die internationalen Kräfte, die globalisierten Kräfte des Weltproletariats selbst konzentrieren. Der globalisierte Kapitalismus schaufelt ja nicht nur das Grab des Kapitalismus in diesem oder jenen Lande, sondern das Grab des Kapitalismus überhaupt. Und der Kapitalismus schafft mit der Globalisierung ja nicht nur bessere Bedingungen für die Restauration des Sozialismus in diesem oder jenen Lande, sondern ebnet in erster Linie dem Weltsozialismus den Weg. Der Weltsozialismus unterscheidet sich ja gerade dadurch vom Sozialismus in „einem“ Lande, dass es dem Kapitalismus im Weltsozialismus unmöglich gemacht werden kann, sich zu regenerieren. Weltsozialismus bedeutet ja nicht nur Beendigung der Restauration des Kapitalismus, sondern das Ende des Revisionismus als eine Ideologie der Weltherrschaft der Bourgeoisie. Wobei klar ist, dass die Gefahr der Restauration des Kapitalismus, die Gefahr der Herrschaft des Revisionismus über den Marxismus-Leninismus, trotzdem solange weiter bestehen bleibt, wie es eine Klassengesellschaft auf der Welt gibt. Also der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen die Revisionisten hört auch im Weltsozialismus nicht auf., besteht bis zum Übergang in die klassenlose Weltgesellschaft immer noch unsere alte Kampfaufgabe: „Wer – wen ?“.

Der heutige Revisionismus ist nicht nur der Arzt am Krankenbett dieses oder jenes kapitalistischen Staates, sondern der Arzt am Totenbett des Weltkapitalismus, sozusagen sein globalisierter Arzt. Der Weltkapitalismus fürchtete sich vor der Wiedererrichtung einer Sowjetunion vom Typ Lenins und Stalins, aber noch mehr vor dem Weltsozialismus. Dem Wesen nach ist der Marxismus-Leninismus eine internationalistische Ideologie, die Ideologie des Weltproletariats. Das war sie schon zur Zeit des „Sozialismus in einem Lande“, aber auf eine höhere Stufe entfalten kann sie sich nur unter den Bedingungen der kapitalistischen Globalisierung.

Wer nicht begriffen hat, dass wir in der Frage des Internationalismus des Weltproletariats unsere Hauptschlacht gegen den heutigen Revisionismus zu schlagen haben, hat aus den Lehren unseres 50 jährigen Kampfes gegen den modernen Revisionismus nichts gelernt. Unsere Erfahrungen im Kampf gegen den jugoslawischen, sowjetischen, chinesischen, albanischen usw. Revisionismus haben wir auf die Fragen des proletarischen Internationalismus unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Weltkapitalismus anzuwenden. Der globalisierte Revisionismus ist heute die größte ideologische Gefahr in der revolutionären Bewegung des Weltproletariats. Wir werden es zwischen einem oder gleich mehreren revisionistischen Weltlagern und einem marxistisch-leninistischen Weltlager zu tun haben, die den Kampf zwischen Revisionismus und Marxismus-Leninismus entscheiden werden. Wenn wir den Kampf gegen den Revisionismus nicht mit dem Ziel führen, ihn im Weltmaßstab zu besiegen, wird das eine große Niederlage für den Marxismus-Leninismus sein, würden wir die Lebenskraft des Marxismus-Leninismus überhaupt gefährden. Das wäre ein schwerer Schlag für das Weltproletariat und seine sozialistische Weltrevolution.

Der heutige Revisionismus predigt die proletarische Revolution „in einem Land“, die Wiedererrichtung des Sozialismus „in einem Land“ als Endziel. Die Marxisten-Leninisten hingegen kämpfen für die sozialistische Weltrevolution aller Länder, für den Weltsozialismus mit dem Endziel der kommunistischen Weltgesellschaft.

Das Proletariat kann also nur weltgeschichtlich existieren, wie der Kommunismus, seine Aktion, nur als ´weltgeschichtliche` Existenz überhaupt vorhanden sein kann; weltgeschichtliche Existenz der Individuen, d.h. Existenz der Individuen, die unmittelbar mit der Weltgeschichte verknüpft ist“ (Marx/Engels, MEW, Band 3, Seite 36).

Erst nach dem vollständig entwickelten Weltsozialismus kann die ganze Periode des Übergangs vom Weltkapitalismus zum Weltkommunismus abgeschlossen werden, kann die Klassengesellschaft überwunden und die klassenlose Gesellschaft aufgebaut werden. Erst dann nimmt die Idee des Kommunismus reale Gestalt an, wird der Kommunismus für die Menschheit eine Aufgabe werden, die konkret zur Lösung ansteht. Der Revisionismus aber versucht, „im Namen des Kommunismus“ stets auf jeder Stufe dieser gesellschaftlichen Entwicklung stehen zu bleiben – eben die gesellschaftliche revolutionäre Entwicklung zu revidieren, sich an die vorangegangene Gesellschaftsstufe zu klammern und Endziel zu deklarieren, die Entwicklung aufzuhalten, ihre revolutionäre Vorwärtsentwicklung zu bremsen und zu hemmen, die alte Gesellschaft zu restaurieren.

Das Bekenntnis zum proletarischen Internationalismus in Worten und seine Ersetzung in der Tat ist eine ganz gewöhnliche Erscheinung innerhalb der kommunistischen Weltbewegung. Sie tritt hervor auf Grund der kleinbürgerlichen Einflüsse in der internationalen kommunistischen Bewegung, dass man den nationalen Egoismus nicht dem internationalen Gesamtinteresse unterordnen will. In dieser Argumentation bringt der Revisionismus den revolutionären Klassenkampf gegen das globalisierte Kapital (und damit auch die internationale Mission des Weltproletariats) zum Verschwinden, verschwindet die Einschätzung des gesamten Krieges [ insbesondere des internationalen Klassenkrieges, internationalen Bürgerkrieges – Anmerkung der Redaktion] als ganzes vom Standpunkt der Weltbourgeoisie und des Weltproletariats, d.h., es verschwindet der Internationalismus, und was übrigbleibt, ist ein armseliger, verknöcherter Nationalismus“ (Lenin, aus: „Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky“, Oktober-Novemeber 1918).

Die Revisionisten aller Länder waren und sind sich stets darüber im Klaren, dass die Diktatur des Proletariats in „einem“ Lande niemals die Weltpolitik zu bestimmen vermochte und auch nicht in Zukunft zu bestimmen vermag. Nur die internationale Diktatur des Proletariats wird entscheidenden Einfluss auf die ganze Weltpolitik ausüben können. Das wissen sie natürlich, unsere Revisionisten. Deswegen tut es ihnen auch nicht weh, heute wieder Lippenbekenntnisse über die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats von sich zu geben. Sie machen aber ein großes Gezeter, wenn das Weltproletariat auf sein Recht pocht, sich durch die sozialistische Weltrevolution zu befreien, seine Weltdiktatur zu errichten und damit imperialistische Kriege für immer aus der Welt zu schaffen. Die marxistisch-leninistische Lehre der sozialistischen Revolution und die Diktatur des Proletariats auf ein Land zu beschränken und die sozialistische Weltrevolution und die Weltdiktatur des Proletariats nicht anerkennen, heißt den Marxismus-Leninismus stutzen, ihn entstellen, ihn auf das reduzieren, was für die Weltbourgeoisie annehmbar ist - das ist Neo-Revisionismus. Ein Marxist-Leninist ist heute nur, wer die Annerkennung der Diktatur des Proletariats auf die Anerkennung der Weltdiktatur des Proletariats erstreckt. Wer dieses Recht leugnet, verteidigt den Weltrevisionismus, die „friedliche“ Weltumwälzung. Wer aber den Weltrevisionismus, den Weltpazifismus, predigt, macht sich zum Wegbereiter des weltimperialistischen Krieges, durch den die revolutionäre Situation, der internationale Bürgerkrieg , wenn auch unter unsäglicherem Leid und viel größeren Opfern, wieder unverrückbar auf die Tagesordnung gestellt ist. Der Weltimperialismus ist aus keinem seiner Kriege jemals ohne Revolution herausgekommen, wenn das Proletariat zu den Waffen griff und diese gegen die Imperialisten richtete, aber anders als mit dem Weltsozialismus wird das Weltproletariat die Unvermeidbarkeit der fortgesetzten imperialistischen Kriege nicht beenden. Deswegen sind die Interessen der sozialistischen Revolution eines Landes den Interessen der sozialistischen Weltrevolution untergeordnet. Der demokratische Zentralismus des sozialistischen Internationalismus besagt , dass die Interessen eines sozialistischen Landes den Interessen des Weltsozialismus untergeordnet sind, so wie auch der demokratische Zentralismus des proletarischen Internationalismus besagt, dass die Bewegung des revolutionären proletarischen Kampfes in einem Lande der internationalen Bewegung des revolutionären proletarischen Kampfes unterzuordnen ist . Das Gleiche gilt übrigens auch für den Kampf gegen den Revisionismus: Der demokratische Zentralismus des anti-revisionistischen Internationalismus besagt, dass der anti-revisionistische Kampf in einem Land dem internationalen anti-revisionistischen Kampf untergeordnet ist. Um die Anwendung und die Wirksamkeit des demokratischen Zentralismus des Weltproletariats zu untergraben, brauchen die Imperialisten die Revisionisten heute so dringend, denn mit dem Weltsozialismus verliert der Weltimperialismus ja endgültig seine Möglichkeiten der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung, die er sich bei lediglicher Existenz eines sozialistischen Staat erhalten konnte und die er dann ja auch erfolgreich zu nutzen verstand. Allerdings: Mit der Restauration des Kapitalismus hat der Weltimperialismus zwar das sozialistische Land beseitigt, damit aber auch das Weltproletariat gezwungen als internationale Klasse eigenständig die Weltbühne des Kampfes um die Weltmacht zu betreten und seine Niederlage des Sozialismus „in einem“ Land in den Sieg des Sozialismus in allen Ländern zu verwandeln.



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Was ist Weltrevisionismus und wie wird er entstehen ?

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Was ist Neo-Revisionismus und wie ist er entstanden ?

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Wir greifen hier zu einer zugegebenermaßen recht eigenwilligen Form der Darlegung des Begriffs Neo-Revisionismus, aber so ist alles einfacher, einleuchtender und daher sehr zweckdienlich.

Der Neo-Revisionismus, oder einfacher verständlich ausgedrückt, der Weltrevisionismus, ist jene Ideologie der Weltbourgeoisie, sich das Kommunistische Manifest von Marx und Engels privat anzueignen, um es gegen das Weltproletariat und seine sozialistische Weltrevolution einzusetzen. Die Weltbourgeoisie ist hierzu gezwungen, denn anders kann sie ihrem Untergang nicht entgehen. Den Kampf gegen den Weltrevisionismus kann man also in abgeleiteter Form als einen kommunistischen Kampf erklären, das weltkapitalistische Privateigentum am Kommunistische Manifest aufzuheben und es zu vergesellschaften.

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Begründung

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Wir wollen hierzu kurz darstellen, worin denn heute überhaupt die Bedeutung des Kommunistischen Manifests besteht - also seine Anwendung auf die heutigen konkreten Bedingungen des Weltkapitalismus in äußerst knapper Form:

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Dieser Klassenkampf hat heute seinen bisherigen höchsten Entwicklungsstand erreicht mit dem Kampf für und gegen den Sturz des weltkapitalistischen und der Errichtung der weltsozialistischen Gesellschaft durch die sozialistische Weltrevolution. Die noch weiter bestehende, also herrschende kapitalistische Klassengesellschaft hat sich in zwei große antagonistische Weltlager gespalten, das bürgerliche Weltlager und das proletarische Weltlager. Die Waffen, womit die Weltbourgeoisie die sozialistische Gesellschaft geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Weltbourgeoisie selbst. Die Weltbourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch den Weltkapitalismus globalisiert, indem sie dem Gesetz des Kapitalismus folgen musste. Sie hat damit auch die Weltarmeee globalisiert, die diese Waffen führt – das Weltproletariat. Die Folge der Vereinigung der Weltbourgeoisie ist die Vereinigung des Weltproletariats. Die Arbeiter eines Landes hatten vorübergehend gesiegt, aber das eigentliche Resultat dieses Sieges war nicht die unmittelbare sozialistische Gesellschaft in diesem oder jenen Land, sondern die Vereinigung der Arbeiter zum Weltproletariat, das erst als internationale Klasse seine internationale Kraft zum Sturz des Weltkapitalismus entfalten kann. Die Lebensbedingungen der Weltbourgeoisie sind schon vernichtet in den Lebensbedingungen des Weltproletariats, das eigentumslos ist. Die Weltbourgeoisie ist unfähig, noch länger die herrschende Klasse des Weltkapitalismus zu bleiben und der Weltgesellschaft das Gesetz der Profitmaximierung aufzuzwingen. Sie ist unfähig, die Welt zu beherrschen, weil sie unfähig ist, den ausgebeuteten Klassen die Existenz selbst innerhalb ihres globalen Ausbeutersystems zu sichern, weil sie gezwungen ist, sie in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie sie ernähren muss, statt von ihr ernährt zu werden. Die Welt kann nicht mehr unter der Weltbourgeoisie leben, d.h., ihr Leben ist nicht mehr verträglich mit der Gesellschaft des Weltkapitalismus. Mit der Globalisierung der Weltwirtschaft wird der Weltbourgeoisie die Grundlage selbst weggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem das Weltproletariat – ihren Totengräber.

Sie produziert damit auch die kommunistischen Führer der proletarischen Weltbewegung, die die Eigentumsfrage der materiellen und geistigen Weltproduktion als Grundfrage dieser Bewegung hervorheben, deren Lösung darin besteht, das globalisierte Privateigentum aufzuheben durch die Befreiung von der globalisierten Lohnsklaverei, woraus die Weltbourgeoisie ihren Weltreichtum schöpft, d.h. jene Weltmacht zu zerstören, sich fremde, materielle wie geistige Arbeit anzueignen, sie zu unterjochen und auszubeuten. Das Weltproletariat vereinigt seine Länder, macht sich zur herrschenden Klasse und hebt gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse des Weltkapitalismus auf, Dadurch vernichtet es nicht nur die herrschenden weltkapitalistischen Produktionsverhältnisse, also nicht nur die Existenzgrundlage der Weltbourgeoisie, sondern die Existenzbedingungen aller bisherigen antagonistischen Klassengesellschaft. Es hebt die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Weltherrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt die kommunistische Weltassoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.

Die kommunistische Weltrevolution ist das radikalste Brechen mit allen bisherigen Eigentumsverhältnissen aller bisherigen Klassengesellschaften. Sie kämpft für die klassenlose, das heißt eigentumslose, weltkommunistische Gesellschaft. Mit einem Wort, die Kommunisten unterstützen die weltrevolutionäre Bewegung gegen die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Zustände des Weltkapitalismus. Sie kämpfen für die Erreichung der unmittelbar vorliegenden Zwecke und Interessen des Weltproletariats, aber sie vertreten in der gegenwärtigen weltrevolutionären Bewegung zugleich die Zukunft der weltrevolutionären Bewegung – den Kommunismus.

Die Kommunisten kämpfen dafür, dass das Weltproletariat sich darüber bewusst wird, was in seinem Kopf vor sich geht, dass nämlich in Wirklichkeit nicht sein eigenes , sondern ein fremdes, nämlich das Klassenbewusstsein der Weltbourgeoisie vorherrscht, denn die geistige Produktion gestaltet sich mit der materiellen um. Die vorherrschenden Ideen in den Köpfen des Weltproletariats sind also nur die Ideen der herrschenden Klasse. Deswegen gerät das Klassenbewusstsein des Weltproletariats in immer größere Widersprüchen, verschärfen sich die Konflikte in seinem Bewusstsein, d.h., das, was das Weltproletariat an Hand seiner eigenen Erfahrungen in der realen Welt wahrnimmt, das heißt seine wirkliche Klassenlage, stimmt mit dem, was ihm von der Weltbourgeoisie täglich ausf Neue eingeimpft wird, immer weniger überein, gerät das Weltproletariat also immer tiefer in einen Bewusstseinskonflikt mit der bürgerlichen Weltanschauung, die in ihm weiter vorzuherrschen versucht und zwar logischerweise mit steigender Intensität. Die Kommunisten helfen dem Weltproletariat dabei, diesen Bewusstseinskonflikt zu lösen, indem es sich über sein eigenes Klassenbewusstsein bewusst wird, es weckt, es aktiviert, es revolutioniert, indem das Weltproletariat immer deutlicher seine Klassenlage erkennt, sich über seine Rolle als Klasse bewusst wird, sich über die Rolle seiner Klasse im Klassenkampf der ganzen Gesellschaft bewusst wird, sich darüber bewusst wird, sich selber und alle vom Weltkapitalismus zu befreien, seine eigene klassenlose Welt aufzubauen, das heißt sich seiner historischen Mission bewusst zu werden: kurz: die Kommunisten erarbeiten dem Weltproletariat die proletarische Weltanschauung, produzieren sie. Diese proletarische Weltanschauung ist gleichzeitig die geistige Waffe, das geistige Werkzeug, was und wie etwas zu tun ist, damit das Weltproletariat sein Ziel, sich zu befreien, auch wirklich erreicht. Die proletarische Weltanschauung liefert dem Weltproletariat seine Befreiungstheorie, das heißt sie zeigt ihm den Weg zur Befreiung auf, gibt ihm die Möglichkeit, sich in der jeweiligen Situation zu orientieren, den inneren Zusammenhang der rings um das Weltproletariat vor sich gehenden Weltereignisse zu verstehen, den Gang der Weltereignisse vorauszusehen und nicht nur zu erkennen, wie und wohin sie sich die Weltereignisse momentan entwickeln, sondern auch wie und wohin sie sich künftig entwickeln müssen. Es ist die Anleitung für die proletarische Revolution und für den Aufbau der kommunistischen Gesellschaft. Die Grundbausteine für diese Anleitung wurden im Kommunistischen Manifest von Marx und Engels gelegt.

Was macht nun die Weltbourgeoisie ? Guckt sie seelenruhig zu und wartet auf die Dinge die da kommen werden, die da kommen müssen ? Nein. Sie steht ja selber nicht ohne eigene Weltanschauung da, sie setzt ihre Weltanschauung selber ein im Klassenkampf gegen das Weltproletariat. Denn würde sie das nicht tun, wäre das Selbstmord, denn auch die Weltbourgeoisie ist sich darüber bewusst, dass das Weltproletariat seine historische Mission nur zu Ende führen kann , wenn es die Weltbourgeoisie als Klasse beseitigt hat. Die Ideologie der Weltbourgeoisie hat sich heute also zu einer solchen Ideologie entwickelt, die ihr eine Anleitung liefert, zu überleben, das heißt mit ihren Totengräbern fertig zu werden, deren Tun und Handeln zu untergraben. Also was für das Weltproletariat die Anleitung zur sozialistischen Weltrevolution, ist für die Weltbourgeoisie die Anleitung zur kapitalistischen Weltkonterrevolution. So stehen sich also die Ideologie des Weltproletariats und die Ideologie der Weltbourgeoisie immer feindlicher gegenüber, je mehr sich die beiden Klassen der revolutionären Umwälzung der Welt nähern.

Wir haben bereits theoretisch aufgezeigt, wie es der Weltbourgeoisie historisch gelungen ist, die sozialistische Gesellschaft eines Landes in den Kapitalismus zurückzuverwandeln. Wir haben nachgewiesen, dass sie sich dabei des modernen Revisionismus bediente. Wir haben bereits ausführlich dargelegt, warum der Revisionismus die bürgerliche Ideologie auf dem formalen Boden der proletarischen Ideologie ist. Wir haben ferner herausgefunden, dass der Revisionismus dem Gesetz des Kapitalismus unterworfen ist, nämlich nach Profitmaximierung zu streben. Wir wissen ferner, dass der moderne Revisionismus in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der sich entwickelnden feindlichen Klassen in der sozialistischen Gesellschaft zum Ausdruck brachte. Und wir haben erfahren, dass den feindlichen Klassen all dies nur durch Anwendung des Gesetzes der revisionistischen Häutung ermöglicht wurde, was nichts anderes heißt, als dass die neue Bourgeoisie das vorherrschende sozialistische Bewusstsein der Arbeiterklasse eines sozialistischen Landes in das vorherrschende revisionistische Bewusstsein der neuen Bourgeoisie verwandelt hatte. Heute hat es sich fast völlig in das offen bürgerliche Bewusstsein zurückverwandelt. Normalerweise könnte die Weltbourgeoisie nun endlich wieder ruhiger schlafen, aber sie kann es nicht aus dem einfachen Grund, weil das sozialistische Bewusstsein nicht völlig ausgeslöscht werden konnte. Es gibt immer noch sozialistische Überreste, die reaktiviert werden und deswegen den Bewusstseinskonflikt jedes Mal mehr verschärfen, je größer die Diskrepanz zwischen dem wird, was es einmal war, vorherrschend sozialistisch, und dem, was es geworden ist, nämlich vorherrschend kapitalistisch. Und es ist die krisenhafte Entwicklung des Weltkapitalismus selbst, die diese Diskrepanz nicht ruhen lässt, sondern sie offensichtlich immer lebendiger werden lässt. Das ist der Grund, weswegen die Bourgeoisie weiter darauf angewiesen ist, für revisionistisches Bewusstsein in der Arbeiterklasse zu sorgen. In Zeiten der Globalisierung globalisiert sich auch das Bewusstsein, besteht also für die gesamte Weltbourgeoisie nach wie vor die Gefahr, ja eine noch größere Gefahr als je zuvor, dass sich das sozialistische Bewusstsein im Weltproletariat entwickelt. Sie sucht also nach einer Anleitung, wie sie das sozialistische Bewusstsein des Weltproletariats so beeinflussen kann, dass es an der Entstehung gehindert werden kann. Sie würde am liebsten dazu den modernen Revisionismus verwenden, aber der diente ja eigens dazu, den Kapitalismus zu restaurieren und wurde von der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha entlarvt und ausgebrannt. Die Weltbourgeoisie ist also gezwungen, den Marxismus-Leninismus einer neuen Generalrevision, einer neuen Überprüfung und Korrektur zu unterziehen, und zwar derart, dass sie auf die Bedingungen des Weltproletariats zugeschnitten ist, das heißt, dass sie dem Ansturm der sozialistischen Weltrevolution gewachsen ist. Die Weltbourgeoisie braucht also keinen sowjetischen Revisionismus mehr, sie braucht keinen chinesischen, usw. usf., sondern was sie braucht, dass ist ein neuer Weltrevisionismus. Hierzu muss sie nicht nur die brauchbaren Grundzüge dieser oder jener Spielart des modernen Revisionismus herausfiltern, also den ganzen modernen Revisionismus einer Revision unterziehen, sondern die Weltbourgeoisie muss insbesondere jene Grundlehren des Marxismus-Leninismus einer neuen Revision unterziehen, die sich mit der proletarischen Weltrevolution befassen. Sie weiß ferner, dass wir Marxisten-Leninisten nicht schlafen, sondern fieberhaft an der marxistisch-leninistischen Revision unserer eigenen Weltrevolutionstheorie arbeiten, das heißt sie schöpferisch weiter entwickeln und zwar in der Gewissheit, dass die Anleitung für die sozialistische Weltrevolution dem Weltproletariat eine größere Schlagkraft verleiht als die Anleitung zur sozialistischen Revolution eines Landes. In den Händen des Weltproletariats wird der Marxismus-Leninismus unbesiegbar – das macht den qualitativen Unterschied und darüber ist sich die Weltbourgeoisie bewusst, denn hier geht es nicht um die Niederlage der Bourgeoisie in einem Land, sondern um die Niederlage der Weltbourgeoisie und damit nicht um den Verlust des Kapitalismus in einem Land, sondern um den Verlust des gesamten Weltkapitalismus. Das treibt die Weltbourgeoisie dazu, aktiv werden zu müssen, aktiv gegen den Marxismus-Leninismus – und zwar in seiner heutigen, weiter entwickelten Form ! Die Weltbourgeoisie hat die Generallinie der Komintern / ML studiert, die die neue Strategie und Taktik der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution dargelegt hat. Der Weg des revolutionären Weltproletariats ist also bereits beschrieben, er kann bewusst beschritten werden ! Sie kennt die Schriften der Komintern / ML und wird auch dieses Werk studieren und es in Stüpcke zu reißen versuchen. Was folgt aus all dem? Daraus folgt, dass sich die Weltbourgeoisie eine neue Theorie gegen die sozialistische Weltrevolution entwickeln muss, die auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus ausgearbeitet wird. Die Negation der Negation des modernen Revisionismus liefert der Weltbourgeoisie den Neo-Revisionismus. Damit kommt sie aber nicht aus, seitdem wir den Marxismus-Leninismus bereits auf eine höhere Stufe gehoben haben. Die Weltbourgeoisie ist also zusätzlich gezwungen, zum Beispiel die Theorie der Komintern / ML einer bürgerlichen Revision zu unterziehen. Das zusammen, also Neo-Revisionismus plus Revision der heutigen, schöpferischen Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus = WELTREVISIONISMUS.

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Was ist Weltrevisionismus ?

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Der Weltrevisionismus ist im Grunde ein konterrevolutionäres, ideologisches Werkzeug der Klassenpolitik der Weltbourgeoisie zur Anpassung der weltrevolutionären proletarischen Klassenbewegung an die weltkapitalistische Klassengesellschaft mit dem Ziel sie aufrechtzuerhalten und damit den Weltsozialismus zu verhindern.

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Das Gesetz des Weltrevisionismus

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Der Weltrevisionismus resultiert also aus dem Überlebenskampf der Weltbourgeoisie, der sie zwingt, den unvermeidbaren Klassenkampf gegen den Marxismus-Leninismus auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus führen zu müssen.

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Die soziale Stütze der Weltbourgeoisie

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Kommen wir zurück zur „privaten Aneignung des Kommunistischen Manifests“.Wir haben bei der Begründung für die Wirksamkeit der Anwendung des Gesetzes des Revisionismus darauf hingewiesen, dass es mit der privaten Aneignung längst nicht getan ist. Für den Weltrevisionismus im Besonderen wie für den Revisionismus im Allgemeinen gilt die gleiche Voraussetzung: Ohne ihre Agentur, ohne ihre politische Abteilung, ohne Schrittmacher ihres Einflusses, ohne ihre soziale Stütze, ohne ihre Helfer und Helfershelfer innerhalb der marxistisch-leninistischen und Welt- und Arbeiterbewegung, ist die Weltbourgeoisie alleine weder in der Lage noch fähig, das Gesetz des Weltrevisionismus überhaupt anzuwenden, weswegen es ohne diese Voraussetzung auch gar nicht wirksam werden kann! Der Weltrevisionismus kann also nur ins Bewusstsein der weltrevolutionären kommunistischen und Arbeiterbewegung eindringen vermittels der globalen sozialen Stütze der Weltbourgeoisie. Die soziale Stütze der Weltbourgeoisie innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung rekrutiert sich im Grunde genommen aus allen Gesellschaftsschichten und Klassen der globalisierten Welt, einschließlich der Arbeiterklasse, also aus der Arbeiteraristokratie, den kleinbürgerlichen Intellektuellen, dem Lumpenproletariat, Spitzeln, Provokateuren und anderen Kriminellen, insbesondere aus den nationalen und internationalen Apparaten aller Ausbeuter- und Unterdrückungsstaaten wie Geheimdienste, Polizei, Justiz, Armee, aber auch aus faschistischen, bürgerlichen, revisionistischen anarchistischen Parteien und Organisationen (usw. usf.) . Die Weltbourgeoisie arbeitet mit ihren Agenturen nicht nur in den revolutionären Organisationen der Arbeiterklasse auf nationaler und internationaler Ebene, sondern baut auch ihre Gegenorganissationen auf, eine 2., 3., 4. oder 5. „Kommunistische Partei“, irgendwelche Organisationen, denen sie revolutionär klingende Namen als Etikett aufkleben, um zu verwirren, konterrevolutionäre Sammelbecken zu schaffen, kurz, um damit der Einheit des Weltproletariats zu schaden. Im Einzelnen handelt es sich dabei um Leute, die schon mal als Verräter, Agenten und verkommene Elemente aus der kommunistischen Partei und anderen revolutionären Arbeiterorganisationen hinaus gesäubert worden waren. Hinzu kommen schwankende Elemente in den eigenen Reihen, die sich von Agentendiensten der Bourgeoisie anwerben lassen. Ihre Gefährlichkeit besteht eben darin, dass sie kommunistisch geschult sind, Erfahrungen im Klassenkampf haben, die Parteien und die anderen Arbeiterorganisationen von innen her kennen, dass sie die Sprache der Arbeiter gelernt haben, in der revolutionären Arbeiterbewegung, insbesondere in der illegalen Arbeit, Bescheid wissen, und sie sich dadurch sehr gut tarnen und ihr wahres Gesicht sorgfältiger als alle anderen verbergen können.

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Die Häutung des modernen Revisionismus

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Die Häutung des modernen Revisionismus ist der Neo-Revisionismus. Der Neo-Revisionismus verleiht dem modernen Revisionismus wieder einen neuen geschlossenen Ausdruck, nachdem er als feindliche Strömung innerhalb der marxistisch-leninistischen und Arbeiterbewegung theoretisch besiegt worden war .



Der internationale Kampf der Revisionisten gegen die Lehren der 5 Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha

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Enver Hoxha ist der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus. Er ist nicht nur der Führer des Kampfes des Marxismus-Leninismus gegen den modernen Revisionismus, verteidigte nicht nur die Lehren des Marxismus-Leninismus siegreich gegenüber den modernen Revisionismus, sondern hob den Marxismus-Leninismus dabei auf eine höhere Stufe. Die Revisionisten beschimpften den Marxismus-Leninismus von da an als Hoxhaismus, so wie sie früher schon den Marxismus, den Leninismus, den Stalinismus beschimpft hatten. Der Name Hoxhaismus ist aber ein Ehrenname für die Marxisten-Leninisten, so wie der Marxismus, der Leninismus, der Stalinismus Ehrennamen sind, weil sie alle die Verjüngunskraft der proletarischen Weltanschauung, die Meisterung des anti-revisionistischen Kampfes, zum Ausdruck bringen. So wie die Lehren des Genossen Enver Hoxha den Marxismus-Leninismus auf eine neue qualitative Stufe gehoben haben, so stand die Weltbourgeoisie vor der Aufgabe, eben diese Weiterentwicklung an die bürgerliche Ideologie anzupassen, das heißt den Marxismus-Leninismus erneut einer Generalrevision unterziehen auf dem (formalen) Boden des Marxismus-Leninismus, denn der Hoxhaismus erwies sich als stärker als der moderne Revisionismus, hatte er doch alle seine Feuerproben im Kampf gegen den modernen Revisionismus glänzend bestanden.

So wie sich der Marxismus im Kampf gegen die vormarxistischen Sozialismus entwickelte, entwickelte sich der Leninismus im Kampf gegen die bürgerliche Revision des Marxismus, der Stalinismus im Kampf gegen die bürgerliche Revision des Leninismus und der Hoxhaismus im Kampf gegen die bürgerliche Revision des Stalinismus heraus.

So wie Lenin der beste Schüler von Marx und Engels, war Stalin der beste Schüler Lenins und Enver Hoxha der beste Schüler Stalins, wobei wir unter besten Schüler eben im Wesentlichen jenes Verdienst hervorheben möchten, dass sie die Lehren ihrer Lehrer nicht nur tapfer verteidigt, sondern auch auf eine höhere qualitative Stufe gehoben haben, was eine der wichtigsten Voirbedingungen ist, durch die ein Schüler selber zum Lehrer, zum Klassiker des Marxismus-Leninismus heranwächst.

Die Revisionisten sagen, dass Enver Hoxha ein Stalinist war, um sich mit dieser Beschimpfung einfach aus der Affäre zu ziehen nach dem Motto: Stalinismus ist unter durch, ist entlarvt, also braucht man allem, was stalinistisch folgt, keine weitere Aufmerksamkeit mehr zuwenden. Mit anderen Worten, wenn man mit Enver Hoxha fertig werden will, bräuchte man ihn nur in die stalinistische Schublade stecken und sie zuschieben – fertig!

Nur das funktioniert nicht so einfach, denn n Wirklichkeit sind die modernen Revisionisten aus logischen Gründen dazu übergegangen, Stalin zu rehabilitieren. Dies ist zur Häutung des modernen Revisionismus unerlässlich, um dem Vorwurf zu entgehen, dass der moderne Revisionismus stalinfeindlich war. Aber bekanntlich ändert das

Das Gleiche gilt für Enver Hoxha. Für die neo-revisionistische Weltbewegung, die aus der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha, der Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus, hervorgegangen ist, ist es unerlässlich, Enver Hoxha auf ihrem Banner zu belassen, um dem Vorwurf zu entgegehen, Enver Hoxha verraten zu haben. Aber auch dies ändert nichts am Wesen des Neo-Revisionismus, wenn man den Kampf gegen den Marxismus-Leninismus auf dem formalen Boden der Lehren des Genossen Enver Hoxha zu führen versucht.

Die Revisionisten benötigen die Restauration des modernen Revisionismus, um den Revisionismus am Leben zu erhalten. Die aus dem modernen Revisionismus hervorgegangenen neue revisionistischen Stimmungen, Strömungen, Richtungen, Gruppierungen und Bewegungen fassen wir im Weltmaßstab mit dem allgemeinen Begriff des Neo-Revisionismus zusammen, wobei die Entwicklung zum Neo-Revisionismus noch nicht abgeschlossen, nicht ausgereift, noch nicht als fertige Theorie angesehen werden kann, wie beispielsweise der Opportunismus der II. Internationale oder der moderne Revisionismus. Der Neo-Revisionismus kann noch nicht genauso offen auftreten, weil er dazu noch zu schwach ist. Als der Kampf gegen den modernen Revisionismus in aller Schärfe geführt wurde, das heißt als er an der Macht war und als er seiner Niederlage entgegenging, hat sich daraus zwangsläufig die neo-revisionistische Häutung aus dem modernen Revisionismus ergeben, denn die Lehren des Genossen Enver Hoxha bedeuten den Sieg über den modernen Revisionismus in einem Lande. Der Neo-Revisionismus ist die Weiterentwicklung des modernen Revisionismus zum Weltrevisionismus, ist die Fortsetzung des modernen Revisionismus auf einer höheren Stufenleiter seiner Entwicklung. Der Neo-Revisionismus ist jene aus dem modernen Revisionismus hervorgegangene neueste Form des Revisionismus, die den Übergang von der Etappe des Sozialismus in „einem“ Land zur Etappe des Sozialismus in allen Ländern verhindern soll. Der Neo-Revisionismus ist also die höchste, am weitesten entwickelte und gefährlichste Form aller bisherigen Formen des Revisionismus, selbst wenn sie erst in Ansätzen sich herauszubilden beginnt. Er ist deswegen zur Zeit noch der verkappte, im Verborgenen operierende, heimliche Revisionismus.

Er befindet sich so zu sagen in einem Anfangsstadium, so wie sich der moderne Revisionismus noch in einem Anfangsstadium befand, als er während der Kominternzeit den Zerfall des Sozialismus vorbereitete und zwar solange dieser noch an der Macht war, bis dieser schließlich als offener moderner Revisionismus an die Macht gelangen konnte, um den Kapitalismus vollständig wieder herstellen zu können -

und umgekehrt bzw. weiter:

- von der fallengelassenen alten sozialistischen Hülle des vollendeten offenen modernen Revisionismus zur Regenierung vermittels seiner Häutung, also durch seine erneute Verkappung, durch seine neue Maskierung, was wir heute als „Neo- Revisionismus“ bezeichnen – und dies vollzieht sich auf einem sich dauernd fortentwickelnden revisionistischen Spiralband und zwar auf historischer Stufenleiter des real vor sich gehenden kapitalistischen Zerfallsprozesses –

oder anders ausgedrückt:

der Neo-Revisionismus ist die gegenwärtige und damit bislang höchste Stufe, der sich einander ablösenden Zerfallsstufen des Revisionismus innerhalb der gesamten Übergangsperiode des real vor sich gehenden Weges vom Kapitalismus zum Kommunismus. Neo-Revisionismus ist die Negation der Negation des modernen Revisionismus.

Die Revisionisten aus allen Ländern passen sich infolge ihrer anpassungssüchtigen, kleinbürgerlichen Natur der Weltbourgeoisie immer näher an, die Neo-Revisionisten aber passen sich ihrerseits den Revisionisten immer näher an im Interesse der `Einheitsfront gegen den Weltimperialismus`. Das Ergebnis wird wieder die Herrschaft des Revisionismus sein, denn die Kette zwischen der Politik der Revisionisten und der Politik der Neo-Revisionisten wird sich ein weiteres Mal als geschlossen erweisen.

Der Häutungsprozess des Revisionismus beginnt bereits in dem historischen Augenblick, in dem sich der illegale Revisionismus in den legalen Revisionismus gesetzmäßig umwandeln muss. Der Häutungsprozess des Revisionismus ist ein permanenter Prozess in der gesamten Periode des Überlebenskampfes des Kapitalismus, der nur im Augenblick der tatsächlich und vollständig abgeschlossenen Häutung an der Oberfläche erscheint und als historische Entwicklungsstufe sichtbar wird, aber dabei ständig die alten Zellen der bürgerlichen Ideologie weiter abstößt, um sie durch nachwachsende neue ideologische Zellen, `Theorien´, Scheinkonzepte, (bürgerliche) Sozalismen usw. usf. zu ersetzen (vorzugsweise dem Marxismus-Leninismus, der revolutionären Ideologie des aufstrebenden Weltproletariats entnommen), die alle dem gleichen Zweck dienen, nämlich die alten, reaktionären und revisionistischen Organismen gegenüber den neuen global-revolutionären, marxistisch-leninistischen Organismen der fortschreitenden Gesellschaft weiter am Leben zu erhalten.

Der Neo-Revisionismus ist jener Revisionismus, der den Leichnam des modernen Revisionismus wieder ins Leben zurückruft.

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Seitdem die Tatsachen unwiderlegbar bewiesen haben, dass die Revisionisten trotz all ihrer einstigen „Schwüre auf dem weiteren Weg des Kommunismus, auf den schöpferischen Marxismus-Leninismus“ den Sozialismus tatsächlich in den Kapitalismus und den Marxismus-Leninismus tatsächlich in den Revisionismus verwandelt hatten, haben die Revisionisten ein großes Problem, sich noch als glaubwürdige „Kommunisten“ bzw. als „Marxisten-Leninisten“ zu präsentieren. Vom modernen Revisionismus nimmt heute keiner mehr das verfaulte Brot an. Damit ist aber das Problem des Revisionismus nicht vom Tisch. Im Gegenteil: Um wieder das Vertrauen in den Sozialismus aufbauen zu können, muss man diesen vollständig - und zwar radikal - vom Befall des Revisionismus säubern, der ja – wie man überall auf der Welt sehen kann - weiterhin existiert – existieren muss bei Strafe seines Unterganges. Wenn man das Vertrauen in den Sozialismus wieder herstellen will, muss man zuerst das Vertrauen in den Marxismus-Leninismus wieder herstellen und damit das Misstrauen in den Revisionismus, seinem ärgsten Feind in den eigenen Reihen, in den Reihen der revolutionären Arbeiterbewegung auf der ganzen Welt. Das ist jetzt die vordringliche und zentrale Aufgabe der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und ihrer Weltpartei, die Komintern / ML.

Die Krise des Kapitalismus ist mit der Krise des Revisionismus dialektisch unzertrennlich verbunden bis in ihren gemeinsamen Tod. Was bedeutet aber der Zerfall des modernen Revisionismus an der Macht ? Bedeutet das etwa, dass wir den Revisionismus besiegt haben, kann sich die Arbeiterklasse auf die Schulter klopfen „weil dem Kapitalismus die mächtige Waffe des modernen Revisionismus aus der Hand geschlagen und nunmehr die Diktatur des Proletariats wieder auf seinen Trümmern errichtet wurde?“ Natürlich nichts von alledem. Aus Sozialismus wurde Kapitalismus und der moderne Revisionismus hat hierbei seine historische Schuldigkeit getan.

Wenn die Restauration des Kapitalismus abgeschlossen ist, wenn der Sozialismus, wenn die Arbeitermacht, beseitigt ist, dann braucht die Bourgeoisie halt nicht mehr die veraltete Ideologie des modernen Revisionismus, dann lässt sie die sozialistischen Hüllen fallen. Da der Sozialismus aber den Kapitalismus gesetzmäßig ablösen muss, ist die Bourgeoisie gezwungen, zu neuen Formen des Revisionismus zu greifen, um die ausgebeuteten Klassen, um die werktätigen Massen erneut zu betrügen, um sie von der Fortsetzung ihres revolutionären, ihres vorbestimmten, sozialistischen Weg erneut abzuhalten. Der Neo-Revisionismus leugnet ja nicht die Kritik am Revisionismus an sich. Der springende Punkt ist folgender: Mit der Beseitigung der veralteten Form des modernen Revisionismus wurde ja überhaupt nicht die Unvermeidbarkeit des Revisionismus beseitigt, denn im Kampf gegen den modernen Revisionismus haben wir weder den Kapitalismus , noch haben wir die Bourgeoisie beseitigt. Nicht nur die Überwindung dieses oder jenen Revisionismus, sondern vor allem und überhaupt die Überwindung der Unvermeidbarkeit des Revisionismus ist das eigentliche Ziel, das wir mit unserer Kritik am Revisionismus verfolgen und von der sich die marxistisch-leninistische Kritik am Revisionismus von jeder anderen Revisionismus-Kritik grundlegend unterscheidet. Darüber sollte man eine Weile nachdenken, um sich darüber wirklich bewusst zu werden. Um die Unvermeidbarkeit des Revisionismus zu beseitigen, muss man nämlich den Weltkapitalismus beseitigen, der ihn stets aufs Neue erzeugt- und genau das versuchen die Revisionisten bekanntlich zu verhindern: Kampf gegen diesen oder jenen Revisionismus, ja – Kampf gegen die Unvermeidbarkeit des Revisionismus, nein – das ist die bürgerliche, die revisionistische Auffassung vom Kampf gegen den Revisionismus, eine Revisionismus-Kritik, die dem Revisionismus durchaus nicht schadet, im Gegenteil, ihn weiter bringt. Im Grunde genommen ist der Neo-Revisionismus die Revision der marxistisch-leninistischen Kritik am modernen Revisionismus unter den gegenwärtigen historischen Bedingungen. Der Kampf der bürgerlichen Auffassungen gegen die marxistisch-leninistischen Auffassungen vom Revisionismus dauert an und welche über wen siegt, ist noch nicht entschieden. Das muss weiter ausgefochten werden. Bolschewistische Kritik am Revisionismus besteht in dem Nachweis seiner kapitalistischen Wurzeln und im Aufzeigen der Beseitigung des Revisionismus mit samt seinen kapitalistischen Wurzeln.

Die Konterrevolution hatte über den Sozialismus gesiegt. So konnte diese sich in die materielle Lage versetzen, zu neuen Formen des Revisionismus zu greifen, um ihre Macht vor der erneuten sozialistischen Revolution zu schützen. Die neu entstandenen revisionistischen Parteien, Gruppen und Organisationen in den ehemaligen revisionistischen Ländern sind dafür lebendiger Beweis. Gegen sie, wie gegen alle anderen weiter existierenden und neu geschaffenen revisionistischen Parteien, Gruppen und Organisationen auf der ganzen Welt geht unser anti-revisionistischer Kampf also unvermindert weiter und zwar auf höherer Stufe. Nur kämpfen wir nicht etwa gegen eine alte, fallen gelassene Hülle, nicht wie früher gegen den alten, aus der Mode gekommenen modernen Revisionismus, sondern gegen einen neuen, gehäuteten Revisionismus, dem wir, die Komintern / ML, eben den Begriff Neo-Revisionismus gegeben haben. Die Revisionisten trennen undialektisch Form und Inhalt der Kritik am Revisionismus, stellen beide undialektisch gegeneinander, ersetzen ihren Inhalt durch ihre Form usw. usf.. Der dialektische Materialismus erkennt den Relativismus unserer Revisionismus-Kritik an, aber er reduziert sich nicht auf ihn wie die Revisionisten das tun. Relative und absolute Kritik am Revisionismus schließen sich bei den Revisionisten aus. Die Annäherung unserer Erkenntnis über das absolute Wesen des Revisionismus ist zwar relativ, aber das ist geschichtlich bedingt. Es handelt sich bei der absoluten Kritik am Revisionismus philosophisch gesprochen um die absolute Übereinstimmung zwischen dem den Revisionismus widerspiegelnden anti-revisionistischen Bewusstsein und dem vom anti-revisionistischen Bewusstsein widergespiegelten Revisionismus und darum, dass wir dieser Übereinstimmung relativ näher kommen je nach den historischen Umständen und Veränderungen, denen die Entwicklung des Revisionismus unterworfen ist. Dies mit „dogmatischer“ Kritik am Revisionismus abzutun, ist eine altbekannte revisionistische Schimpfkanonade, die auf die dialektischen Materialisten schon über hundert Jahre lang vergeblich abgefeuert worden ist. Dem ideologischen Druck der Bourgeoisie, wir Marxisten-Leninisten seien „Dogmatiker“, reine „Theoretiker“, „Studierstubengelehrte“, „praxisfremd“ und „von der Arbeiterklasse abgehoben“ usw. usf, darf uns nicht dazu verleiten, diesem Druck weder nach „links“ noch nach rechts nachzugeben und auf eine wissenschaftlich ausgearbeitete und fundierte Kritik am Revisionismus zu verzichten oder uns sogar von der sozialistischen Wissenschaft zu entfremden und loszulösen. Das würde zur Liquidierung des anti-revisionistischen Kampfes führen, was ja beabsichtigt ist von der Bourgeoisie und wo sie uns mit allen Tricks hin haben will. Der Marxismus-Leninismus lehrt klar und deutlich: „Ohne anti-revisionistische Theorie keine anti-revisionistische Praxis.“ Diese richtige These ist heute auf den Neo-Revisionismus unbedingt anzuwenden, wenn sie nicht erneut zur hohlen Phrase verkommen soll.

Wer heute einseitig die Aufmerksamkeit weiter auf den Kampf gegen den veralteten, modernen Revisionismus lenkt und die Häutung des Revisionismus leugnet, macht sich – ob er nun will oder nicht – schuldig gegenüber dem Aufkommen des Neo-Revisionismus, gibt dem Kapitalismus eine Atempause und verlängert damit künstlich dessen Leben. So ein veralteter „anti-revisionistischer Kampf“ ist nicht revolutionär, sondern konterrevolutionär, muss entlarvt und verurteilt werden und verdient unsere ganze Verachtung.

Wir Marxisten-Leninisten haben zwar den Beweis erbracht, dass wir das letzte Bollwerk gegen den modernen Revisionismus für lange Zeit verteidigen konnten, dass der moderne Revisionismus an Albanien jahrzehntelang abgeprallt ist und es der Bourgeoisie in jener Zeit unmöglich war, die albanische Festung von innen zu nehmen solange Albanien auf marxistisch-leninistischem Kurs war. Aber wir Kommunisten in der ganzen Welt haben dabei auch Fehler gemacht, nicht nur die albanischen Kommunisten. Wir hätten den Kommunismus in Albanien noch weitere Zeit schützen können (und selbst wenn wir das letzte sozialistische Land nicht hätten retten können ! ), hätten wir wenigstens die PAA, die marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt, die marxistisch-leninistische Weltbewegung vor dem Eindringen des Revisionismus schützen müssen, hätten wir auch in der uns aufgezwungenen Illegalität am Marxismus-Leninismus weiterhin festhalten und uns als Minderheit weiter entwickeln müssen. Hier liegt genau unser schwächster Punkt, denn nun müssen wir erst mühselig alles wieder von vorne aufbauen und logischerweise nur von sauberen, marxistisch-leninistischen Positionen aus – das hat uns zusätzlich enorme Kraft und Zeit gekostet, hat uns zusätzlich zurückgeworfen, uns aber auch eine Chance für einen sauberen Neuanfang gegeben, die es jetzt zu nutzen gilt !

Mit der sozialistischen Weltrevolution wäre das überhaupt kein Problem gewesen, aber ohne diese kann kein sozialistisches Land für immer ganz allein dem imperialistisch-revisionistischen Druck standhalten. Das haben wir oft genug betont. Eine sozialistische Weltrevolution hätte dem albanischen Sozialismus aber schwerlich zur Hilfe eilen können, denn das Weltproletariat und die kommunistische Weltbewegung waren seinerzeit nicht nur vom modernen Revisionismus viel zu sehr geschwächt als dass dies hätte klappen können. Einen wirklichen historischen Beweis für die Verwandlung des Prozesses der Restauration des Kapitalismus in die Restauration des Sozialismus haben wir bislang noch nicht vollbringen können und es sieht ganz so aus, als wenn die letzten revisionistischen Länder jetzt die Hüllen gänzlich fallen lassen und sich der moderne Revisionismus häutet, so wie das in allen anderen Ländern bereits passiert ist. Wir haben es weder geschafft, ein sozialistisches Land vor der Restauration des Kapitalismus zu bewahren, noch den Sozialismus durch die erneute sozialistische Revolution mit einem Sturz der neu entstandenen Bourgeoisie zurückzuerobern. Nicht die Arbeitermacht hat die Revisionisten an der Macht revolutionär beseitigt, sondern die Bourgeosie hat die alte Form des modernen Revisionismus gänzlich abgestreift, weil sie eben nur noch hinderlich war für ihre Herrschaft! Für die Aufrechterhaltung ihrer neuen Herrschaft schafft sie sich auch neue Formen des Revisionismus.

Solange der Kapitalismus noch nicht untergegangen ist, ist auch der Revisionismus noch nicht untergegangen, versucht er zwangsläufig weiter, den Kapitalismus zu retten, das ist sein Schicksal, an dem er zu Grunde gehen wird. Also musste er nach neuen Wegen und Mitteln suchen, um die Glaubwürdigkeit des Revisionismus wieder herzustellen.

Es blieb hierbei nicht aus, dass mehrgleisig verfahren wird, dass es heute zum Beispiel nicht wenige unter den alten und neuen Revisionisten gibt, die einfach am alten modernen Revisionismus festhalten, diesen nach wie vor als den „richtigen sozialistischen Weg“ verteidigen („Schuld sei nur der kapitalistische Druck von außen gewesen, dem man nicht hätte nachgeben dürfen!“ - wobei es angeblich unterschiedliche politische Auffassungen der Abstufungen des „Nicht-Nachgebens“ gab und gibt!), vor allem jene Revisionisten, die unter der Herrschaft des Revisionismus nicht schlecht gelebt hatten. Auch unter den Revisionisten an der Macht gab es Gewinner und Verlierer. Nicht die ganze Bourgeoisie der alten revisionistischen Länder profierte vom Fallenlassen der Hüllen. Die Bourgeoisie ist nicht einheitlich, es gibt Widersprüche und Kämpfe innerhalb der bürgerlichen Klasse und es gibt Klassen und Schichten der privilegierten Klassen, die ins Proletariat abstürzen und dort ihre alten Vorstellungen vom modernen Revisionismus wieder aufzuwärmen versuchen, die das Proletariat entsprechend beeinflussen. So gibt es solche Vertreter, die an alle Kräfte appellieren, die der Meinung sind, dass es dem Volk unter der einstigen revisionistischer Herrschaft „besser“ gegangen sei, als unter der heutigen Herrschaft des Weltkapitals. Die Revisionisten sehnen sich natürlich nach den alten privilegierten Zeiten zurück, wo sie noch mit der roten Fahne in der Hand die Arbeiter und Bauern an der Nase herumführen und sie nach Herzenslust ausbeuten und unterdrücken konnten, ohne dass sie den heraus gepressten Profit mit dem Westen teilen oder diesen gegen ein kleines Entgelt an ihn weiterleiten mussten wie heute. Sie kämpfen für nichts anderes, als dass das alte revisionistische System seine Macht zurück erobert und seine Wiedergeburt erlebt, damit sie ihre Taschen wie früher füllen können. Nun gibt es unter ihnen verschiedene Strömungen, die aber alle einig sind, dass der Revisionismus seine Macht eigentlich nur durch den Druck des westlichen Kapitals (also von außen und nicht von innen und außen) verloren habe. Die einen meinen, dass es Gorbatschow und schließlich Jelzin waren, die diesem Druck nachgegeben hätten, ansonsten könnte alles beim Alten bleiben, würde die Sache wieder in Ordnung kommen. Andere meinen, dass es vorher schon Breschnew und Chruschtschow waren, die mit ihren Zugeständnissen an den Westen zur Misere beigetragen haben. Mit einem Neo-Chruschtschowismus und einem Neo-Breschnewismus könne man einige Schönheitsoperationen vornehmen, um die Sache wieder einzuränken. Und wiederum gibt es solche Revisionisten, die sogar den Genossen Stalin bemühen, um ihren neuen bürgerlichen Sozialismus aufbauen zu können, denn der hat dem Westen schließlich gehörig auf die Finger gehauen und da ging noch nicht alles „drunter und drüber“, da „herrschte noch Ordnung und Diszipülin“. Man müsse den Marxismus-Leninismus nur entsprechend „reformieren“, um ihn wieder für einen neuen bürgerlichen Sozialismus „tauglich“ zu machen. Wieder andere sind der Meinung, man bräuchte Lenin und Stalin nur noch vom Marx und Engels abkoppeln, um ein neues russisches eurasisches Weltreich aus dem Boden zu stampfen. Und schließlich gibt es auch solche revisionistischen Kräfte, die sich auf alle alten Führer des modernen Revisionismus (als vereinigte Kraft) stützen würden (minus der von ihnen gemachten Fehler natürlich) – hauptsächlich wieder auf alte Weise – also konservativer Revisionismus. Manche stellen sich eine Art Sozialismus vor, wo Kapitalisten und Arbeiter auf ihre eigenen Klasseninteressen verzichten, einen „klassenlosen Kapitalismus“ usw. usf.. So könnten wir hier stundenlang weiter machen, denn es gibt heute unzählige verschiedene anti-marxistuich.-leninistische Strömungen, die wir hier unmöglich alle aufzählen, geschweige denn näher betrachten können. Es gibt heute also mehr revisionistische Strömungen als je zu vor, aber im Grunde wollen sie alle den Kapitalismus, allerdings am liebsten einen, der vom westlichen Kapitalismus unabhängig ist, einen „anti-imperialistischen Kapitalismus“, einen „anti-amerikanischen Kapitalismus“, einen Kapitalismus „ohne Weltherrschaft“, einen „dezentralisierten Kapitalismus“, einen „kontrollierten, gemäßigten“ Kapitalismus“, alles, was sich von der herrschenden Form des Kapitalismus abgrenzt usw. usf.. Die neuen Revisionisten kritisieren ihre alten revisionistischen Führer also nicht deswegen, weil sie den kapitalistischen Weg gegangen sind, sondern weil sie den neu aufgebauten Kapitalismus an den alten Kapitalismus des Westens verloren glauben. Sie wollen einen reformierten Kapitalismus. Sie wollen den nationalen, bürgerlichen Sozialismus zurück und weder einen zukünftigen globalisierten, also proletarischen Weltsozialismus noch den gegenwärtigen globalisierten Weltkapitalismus ( zumindest keinen mehr mit westlich-imperialistischer Prägung und Hegemonie).

Nur weiß die Bourgeoisie natürlich ganz genau, dass sie ihre alten Träume nicht ohne die Arbeiterklasse und die anderen unterdrückten Klassen verwirklichen kann. Eben deswegen will und kann sie nicht auf ein „arbeiterfreundliches“ Mäntelchen verzichten, weil die Arbeiterklasse letztendlich die einzige Klasse ist, die ihr die Kohlen aus dem Feuer holen kann. Jede untergehende Klasse hat stets versucht, ihrem Untergang dadurch zu entkommen und ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, indem sie die aufstrebende Klasse hierfür einspannt, und das mit allen ihr dafür zur Verfügung stehenden Mitteln, also auch mit den Mitteln der ideologischen Indoktrination. Man musste dabei nur sicher stellen, dass die aufstrebende Klasse ihre eigenen Interessen an die Interessen der untergehenden Klasse bindet „zum gemeinsamen Wohl aller“ also auch zum Wohl der untergehenden Klasse. Seit 100 Jahren bedient sich die Bourgeoisie ihres Einflusses auf die proletarischen revolutionären Organisationen, insbesondere ihrer Partei. Selbst da, wo es keine gibt, werden bis auf den heutigen Tag immer neue „marxistisch-leninistische“, „bolschewistische“, „stalinistische“, „hoxhaistische“ Parteien usw. usf.. künstlich am Leben gehalten, um sie als Sammelbecken, als Auffanglager für „versprengte“ Marxisten-Leninisten anzubieten. Die Ziel dieser simplen Taktik ist ganz leicht zu erklären: Wenn sich die Bourgeoisie nun mal mit den Revolutionären auseinanderzusetzen hat, dann bitte schön in ihren eigens hierfür eingerichteten Auffangbecken. Mit einem Marxisten-Leninisten, der in einer von der Bourgeoisie getarnten „revolutionären“ Organisation aktiv ist, kann man leichter fertig werden, denn man kontrolliert ja diese „Organisation“. Das ist viel besser, als wenn die Bourgeoisie selber keinerlei getarnte „Organisationen anbieten kann“. Denn das würde bedeuten, dass sich die Marxisten-Leninisten selber ihre Partei aufbauen, was man schließlich vermeiden will, denn die lässt sich nicht so einfach von außen und innen manipulieren, insbesondere wenn sie illegal arbeitet und es dadurch um so schwerer ist, in sie einzudringen bzw in ihr Zersetzungsarbeit zu betreiben. Die Bourgeoisie weiß aus hundertfacher Erfahrung ganz genau, was passieren wird, wenn sie die revolutionären Organisationen vollständig zerschlägt. Dies wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit dazu führen, dass wieder eine neue, diesmal stärkere, wahrhaft marxistisch-leninistische Partei entsteht. Die Frage, ob die Bourgeoisie die kommunistischen Organisationen zerschlägt oder bestehen lässt, hängt natürlich von den gegebenen Machtverhältnissen und den jeweiligen Bedingungen des Klassenkampfes ab. Die Bourgeoisie „zerschlägt“ aus taktischen Gründen sogar ihre eigenen, selber gegründeten „bolschewistischen“ Parteien, wenn sie mit diesen verkappten Parteien die Kommunisten täuschen kann, wenn sie damit den Eindruck erwecken kann, dass es sich „tatsächlich“ um eine wirkliche „bolschewistische“ Partei handeln müsse, sonst würde sie ja schließlich nicht von der Bourgeoisie „attackiert“ oder sogar „liquidiert“ worden sein. Um die Marxisten-Leninisten zu täuschen, lässt sich die Bourgeoisie den Aufbau verschiedenster Scheinorganisationen einiges kosten. Und doch zahlt es sich für sie hundert Mal aus. Die Taktik des ständigen Aufbaus und der ständigen Spaltung, Auflösung verschiedenster Organisationen usw. wird gezielt angewendet, um die Revolutionäre zu zermürben, ihre Kräfte zu zersplittern und den Aufbau einer wirklich schlagkräftigen Kampfpartei des revolutionären Proletariats mit Massencharakter zu erschweren und zu verhindern. Dies wäre äußerst gefährlich, weswegen im Vorfeld die Anwendung der „präventiven Taktik“ für die Bourgeoisie unverzichtbar ist. Als nach dem 20. Parteitag der KPdSU eine Reihe neuer revisionistischer Parteien auf deren Kurs heranwuchsen, als sie von der Bourgeoisie legal anerkannt wurden, und nachdem die alten kommunistischen Parteien ihre kommunistischen Ideale aufgaben, als der Revisionismus immer offener wurde, da konnte die Bourgeoisie nicht verhindern, dass sich daraus nicht nur neue marxistisch-leninistische Parteien zur Abgrenzung herausbildeten, um die kommunistischen Ideale zu beschützen, sondern dass daraus auch eine starke marxistisch-leninistische Weltbewegung entstand. Daraus hat die Bourgeoisie Konsequenzen gezogen, und aus diesem Grund unterhält die Bourgeoisie also nicht nur ihre verschiedensten offenen revisionistischen Organisationen mit ihren verschiedenen Spielarten, sondern auch ihre eigenen verschiedenen „marxistisch-leninistischen“ Organisationen mit dem Markenzeichen der „Prinzipienfestigkeit“, mit dem Markenzeichen des „konsequenten Anti-Revisionismus“, mit dem Namen „Stalin“, „Enver Hoxha“ usw. usf, eben um diejenigen unter Kontrolle zu halten, die den Marsch in den Sumpf des Opportunismus, in den Revisionismus, nicht mitmachen wollen und sich hartnäckig dagegen wehren. Solche Organisationen der Bourgeoisie nennen wir neo-revisionistische Organisationen. Und wir können unsererseits nicht darauf verzichten, sie uns vom Leibe zu halten, weil wir sonst unfähig sind, unsere eigene marxistisch-leninistische Partei selber aufzubauen. Heute kann man keine wahrhaft bolschewistische Partei aufbauen, wenn man nicht den Neo-Revisionismus bekämpft. Das ist also unbedingt und absolut notwendig. Wer sich hartnäckig weigert, den Neo-Revisionismus zu bekämpfen, kann nicht zu uns gehören, hat in unseren Reihen nichts zu suchen, wird gefeuert! Nur ein Bruch mit der alten marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die den Weg des Neo-Revisionismus gegangen ist, kann uns neue revolutionäre Arbeiter zuführen, die treu am Marxismus-Leninismus und am proletarischen Internationalismus, an den Idealen des Kommunismus festhalten wollen.

Der einfachste Weg, den Revisionismus wieder salonfähig zu machen, um der neuerlichen Gefahr der Renaissance des Sozialismus Herr zu werden, war es, genauso vorzugehen wie einst die modernen Revisionisten ihrerseits vorgingen, nämlich damals gaben sie sich als „treue Anti-Revisionisten“ aus, um als verkappte Agenten der Bourgeoisie auf den Zug des anti-revisionistischen Kampfes der Marxisten-Leninisten zu springen, um diesen auf wiederholte Weise selber zum Halten zu bringen. Als die Komintern gegründet wurde, war es zum Beispiel unvermeidlich, dass sich verkappte Ableger der II. Internationale mit einschleusten. Deren Einfluss hat sich bis auf den Tag der Auflösung der Komintern halten können. Aus der Komintern heraus konnten diese Einflüsse dann auch noch weiter in die einzelnen Parteien gegeben werden, wo dann die revisionistische Saat nach dem Zweiten Weltkrieg immer mehr aufging. Das ging für die Bourgeoisie damals gut, aber die wahren Marxisten-Leninisten sind heute wachsamer, haben aus diesem Betrugsmanöver gelernt, haben es durchschaut und sind nunmehr zum Angriff übergegangen, indem sie die Komintern / ML gegründet haben, um dem Ziehen der Trennungslinie zum Neo-Revisionismus die dafür notwendige richtige internationale, organisatorische Gestalt zu geben. Die Komintern / ML ist ein Produkt des Kampfes gegen den Neo-Revisionismus.

Wenn sich das ehemalige Zentrum des modernen Revisionismus in Russland aufgelöst hat, so ist doch die Frage, welches Zentrum an seine Stelle getreten ist oder ob denn überhaupt noch ein neues Zentrum – jedenfalls in der alten Form – wieder am Entstehen ist. Wir können feststellen, dass es so ein Zentrum zur Zeit nicht mehr gibt und auch so nicht mehr geben wird (obwohl die einen oder anderen sich noch an diesen oder jenen Strohhalm krampfhaft festzuhalten versuchen!). Selbst dort, wo noch am modernen Revisionismus festgehalten wird, wo er noch an der Macht ist, stehen die Chancen, dass dort ein neues internationales Zentrum des modernen Revisionismus entsteht , denkbar schlecht, denn der moderne Revisionismus an der Macht hat nicht nur in diesem oder jenen Land total abgewirtschaftet, sondern sein Zerfall ist bekanntlich eine internationale Erscheinung . Bis das letzte Lichtlein des modernen Revisionismus an der Macht ausgehaucht ist, – das ist nur noch eine Frage der Zeit. Bei den einen Ländern ging die revisionistische Macht kooperativ mit einem „shake hands“ in den offenen Kapitalismus über; in anderen Ländern gab es Bürgerkriege und demokratische Revolutionen gegen die sozialfaschistische Diktatur, die nicht freiwillig weichen wollte, Revolutionen, die letztlich dem Weltkapitalismus den Weg öffneten, anstatt den Sozialismus wieder herzustellen; wieder in anderen Ländern geht der Revisionismus an der Macht mit einem in Szene gesetzten „strahlenden Glanz mit seinen alten, treuen Führern und deren tapferen Kampfgefährten“ unter, wird der Sarg mit pompösen „kommunistischen Heldengesängen“ zu Grabe getragen, wird das heuchlerische Lied des „Kampfes gegen den USA-Imperialismus bis in den Tod“ angestimmt“, während der moderne Revisionismus mit einem „sozialistischen“ Heiligenschein in die kapitalistische Hölle hinuntersaust, wo der moderne Revisionismus stirbt, aber seine Legende lebt – Länder, in denen der moderne Revisionismus doch noch den „Märtyrertod“ stirbt.

Aber, wie wir stets betont haben, ist der Revisionismus nicht gestorben, solange der Kapitalismus nicht gestorben ist. Was am Revisionismus abstirbt, ist lediglich seine Hülle, nicht sein ganzer Organismus, und wir bekämpfen nicht das, was abgestorben ist, sondern das, was sich neu häutet. Es ist der revisionistische Häutungsprozess, in dessen Verlauf eine neue Haut heranwächst und die alte abgestreift wird. Es entsteht ein neuer bunter Schmetterling als Hoffnungsträger des „Sozialismus“, der noch schöner anzuschauen ist als der vorangegangene, reizvoll genug jedenfalls, um den Betrachter erneut zu locken und in den Bann zu ziehen und statt in den blauen Himmel in die Hölle zu fliegen. Der Inhalt ist der gleiche Mist geblieben, nur die Mogelpackung ist neu. Der Neo- Revisionismus ist eben so eine neue Mogelpackung, um den alten modernen Revisionismus wieder an den Mann zu bringen. Die Marxisten-Leninisten dürfen sich heute nicht der Illusion hingeben, dass mit dem Kampf gegen den Revisionismus an der Macht der Kampf des Revisionismus überhaupt beendet sei, dass man den Kampf gegen den modernen Revisionismus einstellen könne, wenn das letzte sozialistische Land, Albanien, in ein kapitalistisches Land verwandelt worden sei. Die Wahrheit ist doch die, dass den Revisionisten gesetzmäßig gar nichts anderes übrig bleibt als ihre Lakaienrolle für den Weltimperialismus weiter zu spielen, eben um den Marxismus-Leninismus zu zerschlagen.

Die Bourgeoisie setzt sowohl den

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offenen als auch den verkappten Revisionismus

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als ideologische Waffe gegen den Marxismus-Leninismus ein. Was hat es damit auf sich? Die Bourgeoisie würde natürlich am liebsten ohne Revisionismus auskommen, aber das ginge nur unter der Voraussetzung, wenn die Unvermeidbarkeit des Marxismus-Leninismus beseitigt werden könnte. Das ist aber für die untergehende Weltbourgeoisie unmöglich, denn er ist schließlich die Ideologie der aufstrebenden Klasse und die kann die Bourgeoisie nicht beseitigen, ganz einfach, weil sie ohne Weltproletariat nicht überleben kann, die Arbeiterklasse wohl aber ohne Bourgeoisie. Wenn die Bourgeoisie also schon nicht die Ideologie der Arbeiterklasse beseitigen kann, so versucht sie diese wenigstens zu unterlaufen, sie der Arbeiterklasse zu entfremden, sie als „klassenfremde“ Ideologie abzustoßen. Das geht nicht auf einen Schlag, sondern nur schrittweise, deswegen also erst der verkappte und dann der offene Revisionismus in zwei taktischen Schritten. Dem Wesen nach handelt es sich selbstverständlich um ein und dieselbe Sache. Würde die Bourgeoisie gleich mit dem offenen Revisionismus loslegen, dann wäre das all zu leicht zu durchschauen. Dort wo der marxistisch-leninistische Einfluss vorherrscht, wo er eine Mehrheit bildet, wo er an der Macht ist, wo die Massen hinter ihm stehen, wo sein Einfluss überwiegt usw. usf., da wo der Revisionismus durchschaubar ist, können die Revisionisten noch nicht offen auftreten. Da müssen sie ihren Revisionismus hinter einer marxistisch-leninistischen Maske verbergen, um nicht erkannt zu werden – denn wären sie erst mal draußen, wäre es viel schwieriger, wieder in die marxistisch-leninistische Bewegung einzudringen, könnten sie von innen heraus nicht mehr agieren. - deswegen verkappter Revisionismus. Erst allmählich können sich die Revisionisten aus ihren Rattenlöchern herauswagen, denn sie müssen ständig auf der Hut sein, um nicht enttarnt zu werden. Erst wenn sie sich sicher sein können, dass sich ihr revisionistischer Einfluss genügend ausgebreitet hat, wenn sie die Mehrheit erobert haben, wenn sie die Marxisten-Leninisten isoliert und kalt gestellt haben, weil diese angeblich den Marxismus-Leninismus „verraten“ haben usw. usf., wenn sie die Macht in Händen halten, erst dann können sie ihre revisionistischen Ansichten offen und unbehelligt verbreiten, denn sie verfügen nunmehr über die Herrschaftsinstrumente, um jeden Marxisten-Leninisten, der den offenen Revisionismus bekämpft, an die Wand zu stellen oder unschädlich zu machen. Ein Marxist-Leninist der das revisionistische System angreift, greift ja ein System an, dass sich als „sozialistisches“ System tarnt. In den Augen der revisionistischen Herrscher greift ein Marxist-Leninist ja ein „sozialistisches“ System an, verstößt er gegen die Gesetze der „sozialistischen Gesellschaft“, ist es also viel schwieriger für den Sozialismus zu kämpfen als in jedem anderen Herrschaftssystem. Wie schwierig es tatsächlich war, eine sozialistische Revolution in einem offen revisionistischen Land durchzuführen, das hat die Geschichte gezeigt. Obwohl die Arbeiterklasse bereits an der Macht war, scheiterte sie daran, ihre Macht zurück zu erobern, nachdem die modernen Revisionisten ihr diese geraubt hatten – während die Oktoberrevolution über den Revisionismus der ganzen II. Internationale siegte. Die modernen Revisionisten konnten sich der Herrschaftsinstrumente der Arbeiterklasse an der Macht bedienen, was die alten Revisionisten damals noch nicht konnten. Bevor der moderne Revisionismus im Sozialismus an die Macht gelangte, war er als bürgerliche Ideologie genauso lange ein verkappter Revisionismus, wie die Diktatur des Proletariats noch herrschte.

Die offenen Revisionisten versuchten, den Marxismus-Leninismus für „Dogmatismus“ auszugeben und damit den Marxismus-Leninismus in Misskredit zu bringen. Die verkappten Revisionisten sind deshalb gefährlicher, weil sie versuchen, den Revisionismus für „Marxismus-Leninismus“ auszugeben und so der Arbeiterklasse die feindlichen, konterrevolutionären Ideen als revolutionäre, proletarische Ideen einzuschmuggeln.

In der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die sich gezielt auf den Kampf gegen den modernen Revisionismus gerichtet hatte, war es für die Revisionisten auch nicht anders möglich als die Taktik des verkappten Revisionismus anzuwenden, denn offen revisionistische Positionen wären sofort durchschaut worden. In verkappter Form war es dem Revisionismus natürlich leichter, in die marxistisch-leninistische Weltbewegung einzudringen. Hier musste sich die Bourgeoisie die Maske des „Kampfes gegen den modernen Revisionismus“ aufsetzen, um unerkannt Zersetzungsarbeit zu betreiben. Erst nach dem Tod des Genossen Enver Hoxha, nach dem Sturz der Diktatur des Proletariats in Albanien war es möglich, die Maske etwas herunter zu lassen, gelang es, immer mehr revisionistischen Einfluss auf die geschwächte marxistisch-leninistische Weltbewegung auszuüben. Bereits auf der Konferenz in Quito wurde offen sichtbar, dass der Kampf gegen den modernen Revisionismus seine alte Bedeutung eingebüßt hatte, dass man sich vom prinzipienfesten marxistisch-leninistischen Standpunkt entfernt hatte. Man öffnete dem Revisionismus schließlich eine Tür nach dem anderen mit den bekannten Folgen. Von Marxismus-Leninismus, von sozialistischer Revolution, von Kommunismus ist nur noch wenig zu hören und zu sehen. Jede politische Richtung, die heute die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha mit Schweigen übergeht oder sie entstellt, steht im Widerspruch zum proletarischen Internationalismus, zur proletarischen Revolution und zur Diktatur des Proletariats, richtet sich gegen den Marxismus-Leninismus, schüttet Wasser auf die Mühlen der Revisionisten. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist allmählich revisionistisch entartet, hat den Kampf gegen den Revisionismus fast gänzlich eingestellt und vertritt heute sogar eine immer offenere revisionistische Linie. Wenn die Komintern / ML dies vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus verurteilt und den Weg der ehemaligen marxistisch-leninistischen Weltbewegung in die Entartung kritisiert, werden es die Revisionisten nicht unversucht lassen, auch die Komintern / ML umzukrempeln und die Taktik vom verkappten zum offenen Revisionismus anzuwenden. Mit dem verkappten Revisionismus wird jetzt versucht, die Reorganisierung der marxistisch-leninistischen Weltkräfte zu unterwandern, die neu entstehende hoxhaistische Weltbewegung vom marxistisch-leninistischen Weg gegen den Neo-Revisionismus abzubringen und in die Entartung, in den offenen Revisionismus zu treiben. Die Taktik des Revisionismus ist klar: vom verkappten zum offenen Revisionismus und umgekehrt - auf einer immer höheren Stufenleiter ! Ins Gewand des anti-neo-revisionistischen Kampfes zu schlüpfen, das Deckmäntelchen des Kampfes gegen den neu entstehenden Weltrevisionismus überziehen – dies zu entlarven, das sind dann die Zukunfstformen des anti-revisionistischen Kampfes, mit denen sich dann die zukünftige nachrückenden Marxisten-Leninisten auseinanderzusetzen haben. So weit dazu.

Welcher Revisionismus, welche seiner Spielarten, ist am schwierigsten zu durchschauen ? Am schwersten zu durchschauen sind immer die verkappten Spielarten, weil diese sich links, das heißt revolutionär ausgeben. Man darf das aber auf gar keinen Fall mit der Frage nach der Hauptgefahr verwechseln.

Der offene Revisionismus, der die Arbeitermassen sofort von sich abstößt, ist stumpf. Der so genannte „Mittelweg“ hingegen, das ist der Weg, wo du als Marxist-Leninist am ehesten ins Rutschen kommst. Die Revisionisten versuchen dich mit Vorliebe an die Schmerzgrenze des noch Aushaltbaren, Verträglichen, des noch Tolerierbaren, des noch im positiven Bereich Liegenden zu bringen, denn dort bildet sich über dem festen marxistisch-leninistische Boden ein angetauter Feuchtigkeitsfilm auf dem Eis. In diesem Aggregatzustand, wo sich die bürgerliche Ideologie ganz leicht wie eine dünne Schmierschicht über die marxistisch-leninistische Ideologie schiebt, da ist es am aller gefährlichsten, denn da kann man am leichtesten auf dem Glatteis ausrutschen und sich das Genick brechen. Das ist der Aggregatzustand des Revisionismus, den wir vom Wetterbericht her als „überfrorene Nässe“ kennen. Die Versöhnler sind dabei diejenigen, die rufen: lasst uns gegenseitig bei der Hand nehmen und uns zusammen festhalten, damit keiner von uns ausrutscht!“ - aber sie tun das in Wirklichkeit nur, um dich Marxisten-Leninisten durch das Festhalten auch noch von allen anderen Abweichlern und Opportunisten um so leichter zu Fall zu bringen und um so härter zu Boden zu stürzen. Auch das Aufstehen wird erschwert, weil sich alle an dir festzuhalten versuchen und nicht loslassen wollen.

Opportunisten, die diesen halsbrecherischen Mittelweg als den idealen, als den sichersten, den pragmatischen, nach allen Seiten offensten Weg theoretisch aufbereiten, nennt man bei den Marxisten-Leninisten „Mädchen für alle!“ - so wie man einst Kautsky treffend titulierte.

Am gefährlichsten ist immer die revisionistische Spielart, die wir unterschätzen, weil sie sich am besten getarnt hat, die nicht unsere Aufmerksamkeit und unser Misstrauen geweckt hat, deren Entwicklung wir mehr oder weniger tatenlos zugesehen haben, die wir nicht richtig und nicht umfassend genug bekämpft haben, die uns am meisten die Hölle heiß macht, uns am empfindlichsten Nerv trifft, die uns am meisten daran hindert, den Klassenkampf so zu führen, wie es am notwendigsten ist, die es dem Klassenfeind am leichtesten macht, in unsere Festung einzudringen und sie von innen zu nehmen. Nun, um unsere Festung ist es momentan nicht gut bestellt. Man kann nicht in eine Festung eindringen, die noch gar nicht wieder aufgebaut ist !! Solange wir damit beschäftigt sind, diese wieder zu errichten, werden die Revisionisten ihr Hauptaugenmerk darauf legen, eben diesen Regenerationsprozess der revolutionären Kräfte zu schwächen. Um sich zu regenerieren, brauchen die revolutionären Kräfte erst einmal wieder eine neue Perspektive, eine klare ideologische und politische Linie, insbesondere eine neue anti-revisionistische Perspektive, eine klare Linie in der Frage des anti-revisionistischen Kampfes. Hier setzt das Verwirrspiel der Revisionisten ein. Sie versuchen bewusst falsche Antworten auf die Frage zu geben, wie der Kampf gegen den Revisionismus fortzusetzen ist, wo der neue revisionistische Feind steht, womit er sich heute tarnt, wie man ihn erkennen kann. Gegen wen muss die marxistisch-leninistische Weltbewegung heute die anti-revisionistische Hauptstoßrichtung führen ? Immer bei solchen Entscheidungen, die an historischen Nahtstellen gezogen werden müssen, setzen die Revisionisten mit Vorliebe ihren Hebel an, um die marxistisch-leninistische Bewegung in die Irre zu führen. Der Zerfall des modernen Revisionismus an der Macht ist eine solche Nahtstelle, durch die eine neue Entscheidung über die Zukunft des anti-revisionistischen Kampfes auf die Tagesordnung gesetzt werden muss. Es war die Komintern / ML, die diese Entscheidung nicht nur auf die Tagesordnung gesetzt hat, sondern auch gehandelt hat. Die Komintern / ML hat sich entschlossen, die marxistisch-leninistische Weltbewegung neu aufzubauen - hauptsächlich im Kampf gegen den Neo-Revisionismus, aber auch gegen alle gegenwärtigen anderen revisionistischen Strömungen in der ganzen Welt. Der Neo-Revisionismus ist vor allem aus den ehemaligen Kräften der alten marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze hervor gegangen. Was wir den ehemaligen Genossen unserer Bruderparteien vorwarfen, war zunächst, dass wir bei ihnen den aktiven Kampf des Anti-Revisionismus immer mehr vermissten, dass sie diesen Kampf nicht konsequent fortsetzten, hinterherhinkten, ihn einschlafen ließen. Was wir inzwischen viel schlimmer finden, ist ihre Methode, das Wesen des Anti-Revisionismus unter dem Deckmantel einer Kritik an seiner Form preiszugeben und dass sie den Weg in den Sumpf des Revisionismus eingeschlagen haben. Wir haben Jahre lang vergeblich versucht, Kontakte aufzunehmen, Gespräche zu führen, unsere Meinungen auszutauschen – umsonst. Die Komintern / ML „existiert“ nicht für sie und wird weiter totgeschwiegen. Es ist uns nicht gelungen, sie kameradschaftlich von ihrem neo-revisionistischen Kurs abzubringen, weswegen wir sie nunmehr offen bekämpfen, indem wir ihnen die ruhmreiche Geschichte der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha wie einen Spiegel vorhalten, damit sie sehen, was sie so schändlich verraten haben. Und es wird der Tag kommen, wo sich alle ehrlichen und aufrechten revolutionären Kräfte auf der ganzen Welt von der Richtigkeit unserer Handlungen überzeugt haben und uns folgen werden.

Der Neo-Revisionismus ist im ideologischen Meinungsstreit entstanden wie der gegen den modernen Revisionismus begonnene Kampf vom richtigen marxistisch-leninistischen Standpunkt aus fortgesetzt und zu Ende geführt werden soll. Der Neo-Revisionismus entpuppte sich dabei als eine Ideologie, die den anti-revisionistischen Kampf in die Irre, in eine Sackgasse, in den Sumpf des modernen Revisionismus führt, entpuppte sich also als eine Ideologie, die zwar vorgab, den modernen Revisionismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus weiter zu bekämpfen, aber in Taten für die Entstellung, für die Verfälschung, für die Einschläferung, für die Einstellung und Beendigung und Begrabung dieses Kampfes eintrat und weiter eintritt, entpuppte sich letztendlich als eine Ideologie der Verteidigung, der Rettung des modernen Revisionismus, die Ideologie der Restauration seiner Macht und des Weltimperialismus durch die erneute Zurückdrängung und schließlich endgültige Liquidierung des Marxismus-Leninismus. Der Neo-Revisionismus ist heute die 5. Kolonne des Antikommunismus, der Wegbereiter eines neuen Revisionismus an der Macht, des Revisionismus an der Weltmacht, einesWeltsozialimperialismus, zur Rettung bzw. Wiedergeburt des Weltimperialismus. Nieder mit dem Neo-Revisionismus – es lebe der Marxismus-Leninismus !

Wer rekrutiert den Neo-Revisionismus?

Stets sind die schlimmsten Opportunisten aus den Reihen der revolutionären Marxisten selbst hervorgegangen. Das ist gesetzmäßig so. Ohne sie wäre die Bourgeoisie nicht überlebensfähig und : Ohne den Kampf gegen die Opportunisten, ohne sie aus den eigenen Reihen, aus der kommunistischen Partei, aus dem kommunistischen Lager, aus der kommunistischen Weltbewegung hinauszusäubern, hätte sich der Marxismus-Leninismus zu keinem Zeitpunkt weiter entwickeln können. So wurde es für die Komintern / ML schließlich unvermeidlich, gegen die Neo-Revisionisten anzutreten, die aus der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, aus dem ruhmreichen Kampf gegen den modernen Revisionismus hervorgegangen waren. Eben dieser ihr anti-revisionistischer Kampf aber war ins Schwanken geraten, hörte auf zu leuchten und verglühte wie ein Stern an und ward nicht mehr gesehen, so sehr man den Himmel auch danach absuchte. Das schmerzt natürlich, denn schließlich hat man einst Seite an Seite gekämpft. Aber nicht die Komintern / ML hat den Marxismus-Leninismus verlassen, sondern eben diese ehemaligen marxistisch-leninistischen Parteien oder besser was von ihnen übrig geblieben ist: neo-revisionistische Parteien. Der Kampf gegen den Revisionismus, so auch der Kampf gegen den Neo-Revisionismus, darf sich von Sentimentalität und falsch verstandener Rücksichtnahme wegen der „gemeinsamen vergangenen Zeiten“ nicht beeinflussen lassen. Es musste getan werden, was zu tun war, gegen die eigenen einstigen Kampfgefährten mutig aufzutreten, um sie des Verrats anzuklagen und ihren Verrat zu entlarven. Das ist die Komintern / ML dem Weltproletariat schuldig, das ist die Komintern / ML dem Kampf gegen den Revisionismus schuldig, der Reinhaltung des Marxismus-Leninismus schuldig. Die 5 Klassiker sind in diesem schwierigen Kampf voran gegangen und die Komintern / ML wird ihnen mutig und entschlossen folgen. Revolutionär ist heute, wer den Neo-Revisionismus bekämpft und nicht wer den modernen Revisionismus wiederbelebt, indem er ihm ein „anti-revisionistisches“ Alibi verschafft. Wir haben nicht nur die Pflicht, gegen den sich wieder regenerierenden alten revisionistischen Sumpf zu kämpfen, sondern auch gegen diejenigen alten Parteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha selbstbewusst aufzutreten, die sich diesem Sumpf zugewendet haben, sich diesem Sumpf tatsächlich, nachweisbar, zugewendet haben, auch wenn sie dies empört zurückweisen.

Auch die Revisionisten und ebenfalls die modernen Revisionisten haben auf Marx, Engels, Lenin und Stalin vorher Lobeshymnen gesungen, bevor sie diese verrieten. Das war bei Enver Hoxha nicht anders. Der Neo-Revisionismus ist also nicht vom Himmel gefallen, sondern entstand innerhalb der einstigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Nach Enver Hoxhas Tod, nach dem Verrat von Ramiz Alia, nachdem das letzte sozialistische Bollwerk auf dieser Erde gefallen war, wurden diese Kräfte, wurden die einst jungen marxistisch-leninistischen Parteien schwach und schnell wieder alt, gerieten sie unter dem Druck der Bourgeoisie in ihrem eigenen Land, gerieten sie unter dem internationalen Druck des Weltimperialismus ins Schwanken und verließen einer nach dem anderen die alten anti-revisionistischen Positionen, verrieten sie die Prinzipien des Marxismus-Leninismus schließlich und halfen den modernen Revisionisten , deren Haut zu retten, sich zu häuten.

Der neue Revisionismus ist nicht einfach eine Wiederholung des alten modernen Revisionismus, aber zweifellos bewahrt er im Grunde genommen alle Besonderheiten des alten modernen Revisionismus - natürlich angewandt auf die heutigen veränderten Bedingungen. Der Neo-Revisionismus wagte nicht, als offen-militante Kraft gegen den 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, gegen Genossen Enver Hoxha aufzutreten, er zog es vor, unter der gemeinsamen Flagge des Genossen Enver Hoxha zu wirken und sich unter der Losung einer „Auslegung und Verbesserung“ der Lehren Enver Hoxhas, insbesondere über den modernen Revisionismus, zu bestätigen. Das kommt daher, weil er noch zu schwach war. Man kann die Tatsache nicht als Zufall betrachten, dass das Auftreten des Neo-Revisionismus zeitlich mit Enver Hoxhas Tod zusammenfiel. Zu Enver Hoxhas Lebzeiten hatte er sich nicht zu diesem gewagten Schritt entschließen können. Er musste den Neo-Revisionismus vielmehr sorgsam hinter dem Kampf gegen den modernen Revisionismus verborgen halten, um nicht vorzeitig entlarvt zu werden um erstens den Kampf gegen den Sozialismus an der Macht nicht zu gefährden und zweitens seine Zersetzung innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung nach dem Sturz der Macht des Sozialismus ohne Unterbrechung fortsetzen zu können. Die bisherige Taktik war gekennzeichnet durch eine allgemeine Maske „der Verteidigung des Genossen Enver Hoxha“, um damit die behutsame und scheibchenweise Revision und Demontage in Detailfragen einzuschmuggeln. Dieses mühselige Zerteilen in Bruchstücke vollzog sich in einem langwierigen Prozess, der jetzt immer mehr Tempo gewinnt und immer offensichtlicher wird, wodurch wir Marxisten-Leninisten zum Handeln herausgefordert sind und uns dieser Herausforderung unbedingt stellen müssen.

Der Neo-Revisionismus teilte den Kampf gegen den modernen Revisionismus inzwischen in zwei historische Etappen – erstens in den Kampf zur Zeit Enver Hoxhas, des „damals“ richtig, aber heute „leider“ „veraltetet“, „unbrauchbar“ geworden ist, nachdem der Revisionismus nicht mehr an der Macht war und es keinen Sozialismus mehr gab, den es gegen den Revisionismus zu verteidigen galt und zweitens in den Kampf nach der Zeit Enver Hoxhas, den die Neo-Revisionisten dem Revisionismus anzupassen versuchen, damit der Hoxhaismus sich heute nicht mehr im Kampf gegen ihn weiter entwickeln kann.

Mit dem ersten Schritt der Zweiteilung wurde also die „erste Hälfte“ des Hoxhaismus historisch „abgehakt und erledigt“ (indem man ihn einfach nicht mehr propagiert, sondern einschläfert und totschweigt!), während man in der „zweiten Hälfte“ dazu übergehen musste, den Hoxhaismus dem Revisionismus anzupassen und ihn durch den Revisionismus schrittweise zu ersetzen. Die heutige Physiognomie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung spiegelt wie eh und je nur die ideologische Strömung ihrer nichtproletarischen Elemente wider.

Der Hoxhaismus ist aber eine geschlossene Theorie, die man nicht zuerst in zwei Teile auseinanderreißen und dann mit anti-hoixhaistischen Theorien zusammenkleistern und verwässern kann.

Die neo-revisionistischen Prozesse vollziehen sich also dialektisch. Was heißt das? Wenn wir von der Definition ausgehen, dass der Revisionismus den Marxismus-Leninismus zersetzt und dass er ihn an die herrschende bürgerliche Ideologie anpasst, ihn durch diese ersetzt, und schließlich liquidiert, dann gilt das heute genauso für den Hoxhaismus, der ja der Marxismus-Leninismus der heutigen Zeit ist. Dabei wirken im neo-revisionistischen Entwicklungsprozess zwei Hauptkräfte, gegen die eine Art höhere Kampfform unseres ideologischen Zweifrontenkrieges zu führen ist.

Die einen liquidatorischen Hauptkräfte wirken partikulär-abgrabend in dem Sinne, dass sie anfangs kleine, scheinbar unbedeutende und später immer entscheidendere, anfangs nicht-tragende und später tragende und sogar fundamentale, große Bausteine des Gebäudes der hoxhaistischen Theorie herauslösen und abtragen, um den Hoxhaismus zum Einsturz zu bringen - Zusammenbruchsprozesse . Wir haben das richtige Zitat von Lenin nicht gefunden, wo er sinngemäß darauf hinwies, dass wir es auf keinen Fall zulassen dürften, dass auch nur ein einziger Baustein aus dem einheitlichen Gebäude der Theorie des Marxismus entfernt oder durch klasenfremde Bauteile ersetzt wird. = Aufrechterhaltung des Gebäudes des Hoxhaismus – bei Duldung und Zulassung neu „hinzugekommener“ (sprich: revisionistischer) Lehrsätze.

Die anderen liquidatorischen Hauptkräfte wirken synthetisch-eklektisch, auf die Kräfte der Elastizität aufbauend, und zwar in dem Sinne, dass sie anfangs scheinbar unbedeutende und später immer entscheidendere, anfangs nichttragende und später tragende und fundamentale Elemente der bürgerlichen Ideologie elastisch hinzufügt, um somit die Festigkeit des Gebäudes aufzuweichen, um den festen proletarischen Charakter des Hoxhaismus zu verwässern, formbar und verformbar zu machen, weichzukneten, um bürgerliche Inhalte leichter mit einkneten zu können – Deformierungsprozesse. Umformung des Hoxhaismus in eine revisionistischen -ismus.

Diese beiden Hauptkräfte wirken aufeinander ein, bedingen einander, greifen wie Zahnräder ineinander und verbinden sich zu einem einzigen, einheitlichen zerstörerischenVorgang, der seine Vervollkommnung dadurch erfährt, dass für jedes herausgetrennte hoxhaistische Teilchen ein Äquivalent, das passendste, schön (anti-)“hoxhaistisch“ angemaltes bürgerliches Schein-Teilchen eingefügt wird, um so den Anschein des Weiterbestehens des ganzen theoretischen Gebäudes aufrechtzuerhalten, damit die Zusammenbruchs – und Deformierungskräfte im neo-revisionistischen Prozess optimal, reibungslos, bis zu Ende wirken können. Man bewahrt also zunächst die Form des theoretischen Gebäudes, um darunter die revolutionären Inhalte zu ändern, was darauf hinausläuft, den Hoxhaismus in eine bürgerliche Ideologie zu verwandeln, die die Bourgeoisie als Waffe gegen die revolutionäre Weltbewegung einsetzt (Deformierung).

Es ist nun die Aufgabe der Hoxhaisten, diese miteinander wirkenden Kräfte des neo-revisionistischen Prozesses auf eine optimale Weise so zu entlarven und zu zerschlagen, dass sie nicht mehr ineinander greifen können, dass man dem theoretische Gebäude im Kampf gegen den Neo-Revisionismus sowohl neue, bessere Bausteine hinzufügt und gleichzeitig die Festigkeit verbessert, indem man die Bausteine immer mehr von bürgerlicher Verunreinigung und Eindringung säubert, das heißt das Zusammenwirken von Zusammenbruchs- und Deformierungsprozessen des Neo-Revisionismus durch das Zusammenwirken von Aufbauprozessen und Formierungsprozessen des Marxismus-Leninismus außer Kraft setzt.

Der Kampf gegen den Neo-Revisionismus nimmt folgende allgemeine Form an: die von der sozialistischen Gesellschaft weiter entwickelte Kraft des Marxismus-Leninismus wird gegen die vernichtende, zerstörende Wirkung der revisionistischen Gesellschaftsordnung geschützt, indem den Revisionisten die Herrschaft über den Marxismus-Leninismus entzogen, sie ihnen abgenommen wird, um sie dem Weltproletariat zum Zwecke der Schaffung der weltsozialistischen Gesellschaftsordnung zu übertragen – das ist die heutige allgemeine Form des Kampfes zur revolutionären Beseitigung des Revisionismus, des Kampfes für den Sieg des Marxismus-Leninismus im Weltmaßstab ( Beseitigung der privaten Aneignung des Marxismus-Leninismus von der Weltbourgeoisie).

Man kann das Erbe der Lehren des Genossen Enver Hoxha als positive, erhaltende Seite des Marxismus-Leninismus, die Anpassung des Hoxhaismus an die bürgerliche Ideologie als die negative, das Erbe des Marxismus-Leninismus permanent zerstörende Seite betrachten. Aber fassen wir das Erbe des Hoxhaismus dogmatisch auf, dann ist die Anpassung des Hoxhaismus an die veränderten Bedingungen des Klassenkampfes als die revolutionäre, schöpferische, aktive, positive Seite zu bewerten, während die dogmatische Konservierung des Erbes als die konterrevolutionäre, passive, negative, hemmende, alternde und sterbende Seite aufzufassen ist. So verhält es sich mit der Dialektik des Erbes der Lehren Enver Hoxhas. Vergessen wir niemals, dass die revolutionäre Anwendung der Dialektik des Hoxhaismus darin besteht, dass wir den Hoxhaismus permanent schöpferisch weiterentwickeln, um ihn für die Weiterentwicklung der revolutionären Weltbewegung als Orientierung nutzbar zu machen.

Der Hoxhaismus wurde zu Lebzeiten des Genossen Enver Hoxha genauso vom Weltproletariat und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung als Kampfbanner gegen den Revisionismus vorangetragen wie nach seinem Tod. Zwischen den hoxhaistischen Genossen von damals und heute kann man keinen Keil treiben, sie dienten und dienen weiter der gleichen Sache, dafür zu sorgen, dass die marxistisch-leninistische Weltbewegung wächst und erstarkt. Daran hat sich überhaupt nichts geändert und wird sich auch nichts ändern, denn der Hoxhaismus hat historisch alle Prüfungen im Kampf gegen den Revisionismus bestanden und kann nicht mehr als „veraltete Waffe im Kampf gegen den Revisionismus“ verworfen werden! Marxismus-Leninismus und Hoxhaismus sind eins und keinem Neo-Revisionisten wird es jemals gelingen können, sie auseinanderzureißen und gar gegeneinander zu stellen. Für den Neo-Revisionismus existiert keine einheitliche und geschlossene Geschichte und Gegenwart der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha. Die Geschichte der marxistisch-leninistischen Weltbewegung wird als eine Art „Vorgeschichte“ der heutigen neo-revisionistischen „Weiterentwicklung“ betrachtet, um damit die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxhas zu liquidieren, sie für „veraltet“ zu erklären. Wer daran festhält, wie die Komintern / ML, ist „dogmatisch“ und „sektiererisch“, wird als „ewig Gestriger“ abgestempelt und soll isoliert werden. Der moderne Revisionismus war bemüht, Enver Hoxha anfangs verdeckt, später mehr offen zu diffamieren, ohne sich dabei um die Folgen, seiner Selbstentlarvung und Diskreditierung zu kümmern. Der Neo-Revisionismus geht aus diesem Grund viel vorsichtiger vor. Er ist bemüht, den modernen Revisionismus fortzusetzen unter dem Schein der „anti-revisionistischen Prinzipienfestigkeit“, unter dem Schein der „Verteidigung“ des Genossen Enver Hoxha in seinem Kampf gegen den modernen Revisionismus. Deshalb ist der Neo-Revisionismus so gefährlich, denn er ist dadurch zum Zentrum und Sammelbecken nichtproletarischer Elemente der marxistisch-leninistischen Weltbewegung geworden, um ihren alten proletarischen Charakter zu schwächen und zu zersetzen und durch einen kleinbürgerlichen zu ersetzen. Es ist daher für die Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf dem von Enver Hoxha vorgezeichneten Weg unbedingt unverzichtbar, den Neo-Revisionismus als ideologische Strömung zu begraben. Was wir jetzt brauchen, ist ein entfalteter ideologischer Kampf gegen die neuen Inhalte des wieder auflebenden Revisionismus in der Form des Neo-Revisionismus.

Die Neo-Revisionisten haben im Grunde genommen die frühere Rolle der modernen Revisionisten auf höherer Entwicklungsstufe übernommen, nachdem diese alle ohne Ausnahme vom Marxismus-Leninismus vollständig diskreditiert worden waren. Die Marxisten haben stets eine Zeit gebraucht, bevor sie ohne Zögern den unvermeidlichen Bruch mit den neusten Revisionisten aus den eigenen Reihen vollzogen. Man muss als Marxist-Leninist stets gegen die neusten Formen und Spielarten des Revisionismus kämpfen, denn die sind wie gesagt am gefährlichsten. Wir haben in den Veröffentlichungen der ehemaligen hoxhaistischen Parteien, also unserer ehemaligen Bruderparteien ( zum Beispiel in der Erklärung von Quito 1992) so gut wie nichts mehr über die notwendige Fortsetzung ihres anti-revisionistischen Kampfes gefunden. Warum verschweigen diese Organisationen ihre historischen Wurzeln innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha? Sie verschweigen die Dokumente aus der damaligen Zeit, die sie selber nicht nur mit unterzeichnet haben, sondern für deren praktische Umsetzung sie tatsächlich gekämpft haben, was wir nicht nur hochhalten und verteidigen, sondern auch öffentlich dokumentieren. Sie aber leugnen unsere gemeinsame marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha. Sie mögen das bestreiten, aber bestreiten allein, das ist zu wenig, sie müssen es beweisen. Vielleicht haben wir uns geirrt, vielleicht ist unsere Kritik unberechtigt, überzogen, unsolidarisch und zu polemisch, zu parteiisch, zu dogmatisch, zu sektiererisch. Vielleicht sind die ehemaligen hoxhaistischen Parteien der Meinung, dass unsere kritischen Auffassungen über sie nichts beweisen würden. Hätten sie in diesem Falle nicht dafür Beweise erbringen müssen? Aber sie haben bislang nicht einmal den geringsten Versuch unternommen, unseren Vorwurf als haltlos abzuweisen. Wir existieren für sie gar nicht. Sie verschweigen uns schändlich, obwohl wir ihre ehemalig korrekte Linie weiter propagieren, obwohl wir einst Kampfgefährten waren und Seite an Seite gegen den modernen Revisionismus gekämpft haben. Keine einzige Tatsache wurde von ihnen vorgebracht, um unsere Behauptungen, die wir auf Grund des Studiums ihrer Veröffentlichungen aufgestellt haben, aus der Welt zu schaffen. Wenn heute die Komintern / ML diese marxistisch-leninistische Weltbewegung nicht verteidigen würde, wenn sie nicht die historischen Dokumente veröffentlichen würde, wüsste heute keiner mehr, dass es überhaupt einmal diese Bewegung gegeben hat. Das muss doch zu denken geben oder etwa nicht ? ! Es ist doch merkwürdig, dass nur noch die Komintern / ML als einzige Organisation auf der ganzen Welt die Linie der ehemaligen marxistisch-Leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha propagiert, sie so zusagen „vor sich selbst schützt“, und dass sie dies tut ohne irgendeine Unterstützung seitens auch nur einer einzigen aller damaligen Bruderparteien. Schweigen, das ist alles, was sie können, schweigen zu ihrer eigenen Vergangenheit, die ihnen unangenehm ist und die ihnen so viel Kopfschmerzen bereitet, die unlösbar an ihr kleben bleibt. Dass die ehemaligen hoxhaistischen Parteien ihre eigene Geschichte leugnen, die Geschichte der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha leugnen, ist das nicht Verrat an der Sache der Arbeiter nicht nur im eigenen Land, sondern auch Verrat am Weltproletariat? Wir fürchten uns vor dieser harten Kritik nicht, denn sie beruht auf Tatsachen, ist die Wahrheit. Marxisten-Leninisten müssen bei der Wahrheit bleiben, dürfen nichts verschweigen, sonst machen sie sich an der Sache der Arbeiter schuldig. Sie selbst haben ihre eigene ehemalige marxistisch-leninistische Linie verlassen, wir haben sie dazu weder überredet , noch sie dazu gezwungen. Im Gegenteil, sie zwingen uns deswegen dazu, sie kritisieren und bekämpfen zu müssen und zwar mit der gleichen Linie, Haltung und Auffassung, die sie selber einst gemeinsam mit uns in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha konsequent vertreten hatten. Wer die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha verschweigt und sie leugnet, wie kann der sie dann noch verteidigen ? Der moderne Revisionismus wird doch nur noch bemäntelt, wenn man Enver Hoxhas Kampf gegen den modernen Revisionismus unter den Tisch fallen lässt. In unseren Augen kann das nichts anderes sein als Neo-