"WEG DER WELTPARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 

    Schulungstexte der Komintern / ML

     

    National“bolschewismus“ ist Anti-Bolschewismus!

     


     

     

    Was sind die

    russischen

    Nationalbolschewisten?

    -

    Und was

    wollen wir

    Weltbolschewisten?

     

     

    Wolfgang Eggers

    Februar 2005

     

     

     

     

     

    Bis zum Letzten treu bleiben der Sache des proletarischen Internationalismus, der Sache des brüderlichen Bundes der Proletarier aller Länder“

    (Stalin, Werke, Band 13, Seite 336, dt. Ausgabe).

    Der konsequente und bis zum letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ist ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder”

    (Stalin, „Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus“, Werke Band 13, Seite 84, deutsche Ausgab der KPD/ML).

     

    Die Grundfragen der russischen Revolution

    waren für Lenin und Stalin gleichzeitig

    die Grundfragen der

    Weltrevolution,

    denen sich die Bolschewikiunterordnen-

    aber über die sich die Nationalbolschewisten hinwegsetzen.

    Der Bolschewismus Lenins, Stalins und Enver Hoxhas kann niemals durch irgendeinen anderen „Bolschewismus“ - also auch nicht durch den Nationalbolschewismus - ersetzt werden. Der Nationalbolschewismus ist die Anpassung des Bolschewismus an den Nationalismus, ist eineimperialistische Ideologie der Verfälschung, der Zersetzung und schließlich der Liquidierung des Bolschewismus. Die Demarkationslinie ist gezogen:

     

     

    National“bolschewismus“ = Anti-Bolschewismus !

     

     

    Die Nationalbolschewisten sind besonders in Russland aktiv. Es handelt sich aber nicht nur um eine für die heutigen Verhältnisse in Russland typische nationalistische Strömung des Protests – insbesondere der Jugend - gegen das etablierte System Putins, sondern um militante, straff organisierte Kommandos, die sich grundsätzlich zu den Zielen gewaltsamer Aktionen gegen das „System an sich“ bekennen und insbesondere die Kollaboration Putins mit den „Groß“mächten der westlichen Welt anprangern, vor allem das größte Fremd-Herrschaftssystem der Welt – die USA. Da andere „Groß“mächte ebenfalls mit den USA kollaborieren, findet der Nationalbolschewismus auch in diesen Ländern günstigen Nährboden des rechten „Anti-Amerikanismus“ und des Nationalismus, um sich gegenüber den Massen als „Retter“ vor der Fremdherrschaft und „Beschützer“ der Interessen des eigenen Volkes zu präsentieren. Insofern können wir auch eine Verbreitung des Nationalbolschewismus über die Grenzen Russlands hinaus beobachten und durchaus von der Entstehung einer sich international ausdehnenden Bewegung sprechen, wenn auch von einer „Bewegung“, die in ihrer Größe (bislang) eher einer sektiererischen Splittergruppe entspricht. Da diese Gruppen aber sehr aktiv sind und die Stimmungen unter den Massen geschickt ausnutzen, heißt es wachsam zu sein, und den Nationalbolschewismus nicht zu unterschätzen. Es polarisieren sich schnell Gegner und Sympathisanten.Verschiedene Vertreter von den Nationalbolschewisten wurden als „Regimegegner“ in Putins Gefängnisse gesteckt und haben dadurch die Nationalbolschewisten besonders innerhalb der Jugend aufgewertet. Oberflächlich betrachtet scheint es sich also um „revolutionäre“ Kräfte zu handeln, deren Aktionen „gegen“ die Herrschenden gerichtet sind, mit denen man eigentlich zusammenarbeiten und die man unterstützen müsste. Beim näheren Hinsehen tauchen jedoch ernsthafte Zweifel auf, insbesondere, wenn man sich mit der politischen Zielsetzung, der Programmatik und dem ideologischen Hintergrund der Nationalbolschewisten beschäftigt, dann kommt ihr konterrevolutionärer Charakter hinter dem „revolutionären“ öffentlichen Auftreten krass zum Ausdruck, dann weht einem der alte, reaktionäre Geist der „Schwarzhunderter“ entgegen. Man darf die Nationalbolschewisten eben nicht nach dem beurteilen, was sie selber von sich halten, sondern danach, was sie wirklich sind, darf sich durch ihre geschickte Agitation und Propaganda nicht blenden lassen, sondern muss der Sache auf den Grund gehen, um herauszufinden, was die Nationalbolschewisten wirklich sind, kurz: Wir machen uns ein Bild von ihnen, indem wir wissenschaftlich vorgehen, also mit der Methode des Marxismus-Leninismus.

    Wir räumen ein, dass wir als „Außenstehende“ nur beschränkten Einblick haben, und unsere Aussagen dementsprechend mit großer Wahrscheinlichkeit fehlerhaft und äußerst lückenhaft sind, weswegen wir auch keinen Anspruch auf das „letzte“ Wort erheben wollen. Es geht um unseren ersten Eindruck, um Schlussfolgerungen, die wir im Verlauf der weiteren Auseinandersetzung mit dem Nationalbolschewismus korrigieren möchten. Wir sind also an Informationen unserer russischen, marxistisch-leninistischen Genossen und ihre Einschätzung der Nationalbolschewisten „vor Ort“ interessiert und möchten ihre Standpunkte näher kennenlernen, um damit auch unseren eigenen Standpunkt klarer zu bestimmen. Umgekehrt würden wir uns freuen, wenn unseren russischen Bolschewiki unsere Auseinandersetzung mit dem Nationalbolschewismus weiterhelfen kann und die marxistisch-leninistische Weltbewegung sich im Kampf gegen den Nationalbolschewismus vereint. Wir halten die Nationalbolschewisten für eine ernstzunehmende faschistische Gefahr, der man frühzeitig begegnen muss und nicht erst, „wenn es dafür bereits wieder zu spät geworden ist“.

    Wir Marxisten-Leninisten versuchen stets von der Frage auszugehen, welche Klassen und Schichten den Nährboden für eine bestimmte politische Strömung bilden, insbesondere, wenn sie „die Revolution“ auf eine „rote“ Fahnen schreibt, wessen Klasseninteressen der Nationalbolschewismus dient, aus welchen Klassen er hervorgeht und unter welchen spezifischen gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen er heranwächst, welchen historischen Hintergrund er hat und auf welcher ökonomischen , materiellen Basis er beruht, in welche Richtung er sich wie entwickelt usw. usf.

    Welche Kräfte versuchen die Nationalbolschewisten zu beeinflussen?

    Es handelt sich vor allem um Kräfte einer Generation, die den Sozialismus Lenins und Stalins selber nicht mehr miterlebt haben, die also entweder unter dem Sozialfaschismus der neuen Kremlzaren oder in dem sich daraus entwickelnden „wilden Westen“ des heutigen Russlands herangewachsen sind und sich mit der gegenwärtigen Krise Russlands nicht abfinden wollen, die nach einer revolutionären Alternative suchen, also Leute, die sowohl den internationalen Kapitalismus unter US-imperialistischer Oberherrschaft, deren Lakaien in Russland, aber auch den Revisionismus an der Macht kritisch gegenüber stehen und sich nach Lenin und Stalin zurücksehnen, „wo es den Russen besser ging als heute“. Die Nationalbolschewisten versuchen diese Kräfte dahingehend zu beeinflussen, dass am Zerfall Russlands insbesondere der Marxismus Schuld sei, dass Russland das historische Kapitel des Marxismus beenden muss, damit ein neues, ein nationalbolschewistisches Russland entstehen kann. Für den Nationalbolschewismus ist der Marxismus ein Hindernis, das es aus dem Wege zu räumen gilt. Diese offen anti-marxistische Haltung ist es, die sich hinter den „revolutionär“-nationalistischen Losungen der Nationalbolschewisten verbirgt.

    Wer aber den Kommunismus und den Marxismus-Leninismus ablehnt, kann kein wahrer Anti-Kapitalist sein. Das russische Kleinbürgertum zeichnet sich heute dadurch aus, dass es sich sowohl gegen die Diktatur der Bourgeoisie als auch gegen die Diktatur des Proletariats wehrt und zwischen beiden Klassen hin- und her schwankt, gegen die Zerreibung zwischen der Klassenpolarisierung von Bourgeoisie und Proletariat um so lautstarker gestikuliert, je mehr sich die antagonistischen Klassenwidersprüche in Russland verschärfen. Daher das Revoluzzertum von Teilen des Kleinbürgertums, die in das Proletariat hinabgeworfen werden. Es handelt sich also um Klassenkräfte, die dem Proletariat gegenüber feindlich gegenüberstehen, wobei jene Teile, die ins Proletariat fallen, umerzogen und der Sache des Proletariats unterstellt werden können, aber keinesfalls umgekehrt!! . Es ist also nicht auszuschließen, dass sich aus den Reihen dieser nationalbolschewistischen Kräfte vielleicht Bündnispartner für den Sturz des Putin-Regimes gewinnen ließen, die unser Ziel der Wiedererrichtung der Diktatur des russischen Proletariats in Taten unterstützen wollen. Doch diese taktischen Fragen ergeben sich aus dem Verlauf des Klassenkampfes selbst, und können nur zum Erfolg führen, wenn wir eine klare Demarkationslinie gezogen und uns ideologisch vom Nationalbolschewismus korrekt abgegrenzt haben, worum es hier in erster Linie geht. Das russische Proletariat muss wieder eine selbständige politische Kraft in Russland werden, muss sich von solchen politischen Strömungen wie den Nationalbolschewismus emanzipieren, braucht seine eigene Klassenvorhut, die Wiedererrichtung der bolschewistischen Partei Lenins und Stalins.

    Welche Klassen haben sich in Russland herausgebildet?

    Die Restauration des Kapitalismus hat die Sowjetunion erschüttert, zersetzt, hat einen stinkenden Leichnam aus ihr gemacht, die einst sozialistischen Klassenverhältnisse völlig beseitigt. Die heute herrschende Klasse ging unmittelbar aus dem Partei- und Statsapparat der Revisionisten an der Macht hervor. Sie besetzt heute noch die Schlüsselposition über den Besitz der Produktionsmittel, verfügt über die Eigentums- und Produktionsverhältnisse, beherrscht den Staatsapparat, das ganze öffentliche Leben und vor allem das russische Finanz- und Industriekapital. Aus der Fäulnis hat sich eine parasitäre, verschwendungssüchtige Bourgeoisie, Kouponabschneider, Neureiche genährt, eine neue „feine“, in großem Luxus lebende und offen protzende, rücksichtslose Elitegesellschaft, unter deren Herrschaft das russische Volk heute schwer zu leiden hat. Auf der anderen Seite also die große Mehrheit in Russland mit Armut, Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit, Verwahrlosung, Hunger, katastrophale Zustände bei der sozialen und gesundheitlichen Versorgung, Gewalt und Prostitution auf den Straßen, Perspektivlosigkeit der Jugend, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, Drogen und Alkoholismus, Verfall der Sitten und Ausschweifungen, kultureller Verfall, Demoralisierung, nationale Unterdrückung, Fremdbestimmung, Verlust der Identität, Manipulation, Zensur, Bestechung, Kriminalität, Mord, politische Unterdrückung, staatliche Bespitzelung, Willkür und Gewalt, brutale Klassenjustiz, lokale Kriege, also alle möglichen Eiterbeulen eines neuen kapitalistischen Systems begegnen wir in Russland auf Schritt und Tritt, ein menschenverachtendes, monopolkapitalistisches Ausbeutungs- unf Unterdrückungssystem, ein faschistisches System, dass sich mit dem Feigenblatt des westlichen Parlamentarismus bedeckt und in Wirklichkeit mit dem Weltfaschismus der USA wetteifert. Die Entwicklung der Klassen in Russland folgt der Entwicklung der Klassen des Westens. Sie fügen sich in die Weltordnung des westlichen Imperialismus, in den reichen russischen Metropolen am schnellsten und krassesten, in den verarmten Provinzen etwas langsamer. Russland gehört zu denjenigen Gebieten der Welt, in denen die Klassenwidersprüche am schärfsten zum Ausdruck kommen, die Klaseenkonflikte sich am schnellstn zuspitzen und eine revolutionäre Situation herannaht, die Klassen in radikale Bewegungen und wo die Revolution auf der Tagesordnung steht. Die russische Bourgeoisie ist geschwächt durch die Weltkrise, kann nicht mehr so herrschen wie sie will und die Arbeiterklasse ist nicht mehr länger bereit, unter den elenden Verhältnissen weiter leiden zu müssen. Das Aufkommen des Nationalbolschewismus ist ein Anzeichen für die bevorstehenden Veränderungen Russlands – Vorbote des offenen Zusammenpralls von Revolution und Konterrevolution (wobei sich die Konterrevolution den russischen Massen gegenüber als „revolutionäre Erneuerungs“kraft präsentiert und die tatsächlichen revolutionären Kräfte des russischen sozialistischen Proletariats als „historisch erledigt“ betrachtet, weil diese sich von ihrem internationalismus nicht lossagen und nicht bereit sind, sich von der nationalistischen Knute niederpeitschen zu lassen, weil die wahrhaft kommunistischen Arbeiter in Russland nicht die Fremdenn hassen, sondern die nationalistischen Progrome der eigenen Bourgeoisie, weil die revolutionären Proletarier Russlands heute nicht bereit sind, sich und die ausländischen Klassenbrüder in einem erneuten imperialistischen Eroberungskrieg gegenseitig abzuschlachten für den Profit der russichen Monopolbourgeoisie, sondern bereit sind, ihre Diktatur des Proletariats zurückzuerobern und den Staat der russischen Bourgeoisie zu zerschlagen, so wie Lenin es lehrte und so wie das russische Proletariat es siegreich in der Oktoberrevolution zu einer historischen Tatsache werden ließ. Die Nationalbolschewisten haben es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese internationalistische Entwicklung des russischen revolutionären Proletariats in nationalistische Bahnen zu lenken, stellen sie sich mit ihren verlogenen „revolutionären“ Phrasen in Wirklichkeit in den Dienst der russischen Konterrevolution, handeln sie im Auftrag der neuen( alten) russischen Monopolbourgeoisie). Russland ist groß. Russland ist ein großer Staat - wie geschaffen für einen großen proletarischen Staat eines großen Proletariats. Russland vermehrt sein Proletariat stündlich, regeneriert stündlich seine alte große sozialistische Kraft. Russland ist immer noch Basis und Hebel der proletarischen Weltrevolution, und seine internationalistische Bedeutung ist heute noch höher einzuschätzen als noch zur Zeit der Oktoberrevolution – Russland geht einem neuen Oktober entgegen, und kein Nationalbolschewist kann diesen weltrevolutionären Weg des russischen Proletariats aufhalten, kein Nationalbolschewist kann die russische Monopolbourgeoisie vor ihrem unvermeidlichen Sturz retten.

    Das Weltkapital ergreift zusehends Besitz von den „unbegrenzten Möglichkeiten“, billigen Arbeitsressourcen und Bodenschätzen, Absatzmarkt, kurz: reichlich Profitpotential, das Russland als riesiges Land zu bieten hat, erschließt es sich dort einen dicken Brocken des Weltmarkts, exportiert wie wild sein Finanz- und Industriekapital, zieht aus Russland Höchstprofite raus, schafft den Reichtum des Landes ins Ausland, und der russische Staat verdient dabei kräftig mit, stärkt daraus seine eigene Macht der Ausbeutung und Unterdrückung im eigenen Land, gerät in immer größere Abhängigkeit (Verschuldung) von den anderen Imperialisten , vergrößert gleichzeitig das weltimperialistische Gesamtsystem, auf das die russische Monopolbourgeoisie in zunehmendem Maße auch Einfluss zu gewinnen versucht und auf welches sie sich gleichermaßen stützt. Sie ist selber expansionistisch und strebt nach Welthegemonie und unterscheidet sich dadurch nicht wesentluich von allen anderen imperialistischen „Groß“mächten. Das heutige Russland tritt als Konkurrent auf dem Weltmarkt auf, ist einer von den imperialistischen Räubern der ganzen Welt. Es ist also selber ein imperialistisches Land, das andere Nationen ausbeutet und unterdrückt. In Russland herrscht die Monopolbourgeoisie und ihr monopolkapitalistischer Staat. Die mittlere Bourgeoisie ist vom Finanzkapital und den großen Konzernen der Industrie und des Handels abhängig und ist somit der Konzentration und Zentralisation des Kapitals, der Bildung und Ausdehnung der Monopole in Russland, der staatsmonopolistischen Kontrolle ausgeliefert. Sie verliert immer mehr Positionen im Apparat, die von einer immer kleiner und mächtiger werdenden Elite an sich gerissen werden. Insgesamt liegt es im Interesse des russischen Proletariats, nicht nur die Monopolbourgeoisie, sondern die gesamte Herrschaft der russischen Bourgeoisie zu stürzen und zu zerschlagen durch seine sozialistische Revolution. Die Kleinbourgeoisie, kleine Händler, Handwerker, Bauern, große Teile der Intellektuellen usw. – sie alle haben ebenfalls zu leiden, insbesondere diejenigen, die in zunehmenden Maße ins Proletariat hinabsinken. Nur eine kleine Minderheit steigt zur Bourgeoisie auf. Vom unteren Kleinbürgertum sind vor allem die Bauern betroffen. Die große Masse der armen Bauern und die Dorfarmut , sie sind nach wie vor die natürlichen Bündnispartner des russischen Proletariats im Kampf um ihre revolutionäre Befreiung. Die Arbeiterklasse leidet am meisten, denn sie wird am brutalsten ausgebeutet, muss unter den schlimmsten Arbeitsbedingungen versuchen, ihre Familien am Leben zu erhalten. Ein Kollege nach dem anderen wird arbeitslos und weiß nicht wie er überleben soll. Viele haben noch nicht mal ihren Lohn bekommen, monatelang und jahrelang nicht. In den von den ausländischen Firmen aufgebauten Fabriken, wo die Arbeitsbedingungen zum Teil etwas besser und die Löhne etwas höher sind, wächst auch wieder eine neue Schicht der Arbeiteraristokratie heran. Doch diese Lohn- und Arbeitsunterschiede gleichen sich mit der Zeit wieder aus und beschleunigen nur die Verelendung des russischen Proletariats insgesamt und damit auch die Verschlechterung der Gesamtsituation des Weltproletariats auf dem internationalen Arbeitsmarkt durch das internationale Lohndumping. Das russische Industrieproletariat der Großbetriebe, insbesondere in der Metallidustrie und im Bergbau, ist der revolutionäre Kern des russischen Proletariats, der fähig ist, die Revolution in Russland anzuführen. Das Lumpenproletariat vermehrt sich und verkauft sich für ein Stück Brot an die Bourgeoisie, um das Proletariat zu verraten. Die russische Mafia herrscht über das russische Volk, brutal, rücksichtslos und weitet ihren Machtbereich im reichen Ausland immer mehr aus. In Russland polarisiert sich der Klassenwiderspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat schneller als in allen anderen imperialistischen Ländern. Die Epoche des Untergangs des Imperialismus und des Sieges der proletarischen Revolution – wie Lenin das verausgesagt hat, ist heute in Russland am deutlichsten zu erkennen. Dem Wesen nach hat sich seit dem Verrat der Revisionisten nichts geändert, die gleiche Mafia ist immer noch an der Macht, verschachert seine Ressourcen an das internationale Kapital, füllt sich die eigenen Taschen – Alles ist nur noch viel schlimmer und extremer, offener geworden. Armut und Reichtum steigen gleichermaßen ins Unermessliche.

    Der gegenwärtige Antikommunismus ( vom Westen importiert) wird immer offener in Russland vorangetrieben, ist die Grundlage der aggressiven Ideologie und Politik des russischen Imperialismus, bringt die Interessen der russischen Monopolbourgeoisie zum Ausdruck und ist bestrebt, einerseits den Drang der Jugend nach Protestaktionen, neuen umstürzlerischen Ideen und andererseits ihre politische Unerfahrenheit auszunutzen, insbesondere die Diffusion von Kapitalismus und Sozialismus, deren angebliche Überwindung durch eine neue, freie, ideale Welt, moderne Formen von „Anti-Systemen“, die geeignet sind, die Jugend später wieder ins System zu integrieren. Das sind dem Wesen nach vor allem solche Modelle, die den Klassenkampf für veraltet, überholt und schädlich halten. In Russland ist es insbesondere für die Bourgeoisie wichtig, die Jugend vom Weg zurück in den Sozialismus abzuhalten, den Sozialismus als Vergangenheit zu bewältigen und ihn für Gegenwart und Zukunft für ungeeignet und unbrauchbar zu erklären, denn nirgends auf der Welt ist der Sozialismus tiefer in einem Volk lebendig als in Russland. Das ist nicht nur für die russische, sondern für die ganze Weltbourgeoisie immer noch eine tickende Zeitbombe, die zu jeder Zeit hochgehen kann und für deren Entschärfung ein großer Aufwand betrieben werden muss. Der Einfluss der alten sozialistischen Gesellschaft auf die Jugend ist durch aus wieder vorhanden, ist lebendig und kann von niemandem und durch nichts auf der Welt unterbunden werden, weder durch den Revisionismus noch durch den offenen Anti-kommunismus. Diese Tatsache ist für uns Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt von außerordenlich großer Bedeutung, und das macht es uns auch zur Pflicht, uns mit dem Nationalbolschewismus kritisch auseinanderzusetzen, der gerade zum Ziel hat, die Jugend vom Marxismus-Leninismus fernzuhalten. – Bei den Nationalbolschewisten hat der Marxismus-Leninismus keinen Platz. Sie wollen nicht, dass die führende Arbeiterklasse und ihre bolschewistische Partei den Charakter ihren neuen Staat bestimmen. Sie wollen nicht, dass die Arbeiterklasse sich mit den anderen werktätigen Klassen und Schichten verbündet zur der Wiedererrichtung des Sozialismus als erneuten Schritt zum Kommunismus. Sie wollen nicht, dass die Arbeiterklasse aus dem Verrat der Revisionisten die richtigen Konsequenzen zieht und sich wieder dem Marxismus-Leninismus zuwendet, setzen den proletarischen mit dem bürgerlichen Sozialismus gleich, um die Massen vom proletarischen Sozialismus fernzuhalten

    Die Ideologien des Antikommunismus sind ständig, auch in Russland, bemüht, die alten Thesen und Theorien „neu“ zu formulieren, um sie den besonderen Bedingungen und Anforderungen der historisch entstandenen russischen Verhältnisse anzupassen. Ein Ergebnis ihrer Aktivität ist auch die Theorie der „Entideologisierung“. Diese Theorie wird auch von den Führern der Nationalbolschewisten dankbar aufgenommern. Die Ideologie und der ideologische Kampf halten sie für überholt als anachronisch, sinnlos und überflüssig, besonders aber die Ideologie des Marxismus-Leninismus. Mit der Entideologisierung bemühen sich die Nationalbolschewisten, die Tiefe Krise der bürgerlichen Ideologie im Westen durch eine „neuformulierte“ bürgerliche Ideologie des Ostens zu ersetzen und damit den Marxismus-Leninismus zu bekämpfen. Karl Marx und Friedrich Engels haben in ihrem Werk „Die deutsche Ideologie“ vom „Ende der Ideologie“ gesprochen, sie meinten aber damit nicht dasselbe wie die Nationalbolschewisten. Sie meinten damit nur die bürgerliche, idealistische Ideologie, das gesamte internationale System aller Anschauungen der niedergehenden Klassen, die an der wissenschaftlichen Widerspiegelung der historischen Realität von Kapitalismus und Sozialismus nicht interessiert sind, weil sich das gegen sie richten würde. Darum stellen sie die realistischen Verhältnisse

    wie in einer camera obscura auf den Kopf“ (Marx, Engels, Die Deutsche Ideologie, Werke Band 3, Seite 26, dt. Ausgabe).

     

    Jede „anti-kapitalistische“ Strömung ist erlaubt mit Ausnahme der sozialistischen, der einzig wirklichen antikapitalistischen Strömung, die heute von der Bourgeoisie in Russland dem Revisionismus gleichgesetzt wird, also als eine Ideologie, die zur Restauration des Kapitalismus führt. Alle Kombinationen und Verflechtungen des „linken“ Radikalismus mit dem Nationalismus sind geeignet, um die revolutionäre Jugend vom Kommunismus abzuhalten. Auch, wenn heute der Staat noch empfindlich reagiert, so werden sich diese Strömungen im Laufe der Zeit anpassen, wird der Staat in zunehmendem Maße „toleranter“ mit ihnen umgehen, wird er ihren Nutzen immer besser begreifen und sie als Vervollständigung des Alltagsbildes der „gut funktionierenden“ kapitalistischen Gesellschaft akzeptieren. Die russische Bourgeoisie wird mit diesem Problem schneller fertig werden, als die westlichen Länder, denn sie kann von den Erfahrungen der Kontrolle und der Instrumentalisierung der „linken“ Strömungen des Westens lernen. Die anti-marxistisch-leninistischen politischen Strömungen sind allesamt von der Bourgeoisie gekauft. Der beste Prüfstein für die Kraft einer politischen Strömung, für die Aussicht auf ihren Erfolg ist es, auf dem Markt politisch neuer Ideen anerkannt zu werden, also auf dem Markt, den die monopolkapitalistische Klasse finanziert, kontrolliert und beherrscht. Das trifft auch auf dem Markt der „anti-amerikanischen Strömungen“ zu, die nicht nur der CIA organisiert. Auch die russische Monopolbourgeoisie tritt schon seit langem auf dem Markt der „anti-imperialistischen“ Strömungen auf, um davon zu profitieren. Der Maoismus ist für Russland keine Gefahr. Im Gegenteil, auch dort versucht die Bourgeoisie die Mao Tsetungideen, den Anarchismus, Guervarismus, Castro-ismus, alle Spielarten des kleinbürgerlichen Revoluzzertums als „revolutionär“ hinzustellen, um damit den Marxismus-Leninismus zu diskreditieren und seine Wiedergeburt in Russland zu untergraben. In Russland soll das kleinbürgerliche Revoluzzertum helfen, die Zurückeroberung des Sozialismus zu verhindern. Wie wir heute in Russland sehen, lenken die kleinbürgerlichen Ideologen des Antikommunismus die rebellierende Jugend in die falschen Bahnen des Revoluzzertums, wird die Zurückeroberung des Sozialismus mit der Zurückeroberung des Revisionismus mit all seinen reaktionären und sozialfaschistischen Taten gleichgesetzt. Es ist klar, dass wir Marxisten-Leninisten die ideologischen Führer der radikalisierten Jugend mit ihrer Basis nicht gleichsetzen. Die einen werden wir bekämpfen, die anderen kameradschaftlich zu überzeugen versuchen.

    Je höher heute die imperialistische Welle über die Erde rollt, je verheerender und katastrophaler sie die ganze Menschheit in ihren Strudel zieht, desto schneller erzeugt sie ein Anwachsen einer Empörungs-, Widerstands- und Befreiungswelle aller Unterdrückten und Ausgebeuteten auf dieser Erde, die Vorboten der sozialistischen Weltrevolution. Dieses größte historische Ereignis in der Geschichte der Befreiung der Menschheit kündigt sich jetzt an. Es kann durch nichts aufgehalten werden – auch nicht durch die neuen nationalistischen Bewegungen. Mit der rapiden Einverleibung Russlands erzeugt der Weltimperialismus gerade in diesem Land eine rapide Entwicklung des Klassenkampfes nicht nur dort, sondern auch in Europa und der ganzen Welt. Mit dem Nachholbedarf des Weltkapitalismus in Russland wird auch der anti-revisionistische Nachholbedarf des Sozialismus in Russland befriedigt, ist die sozialistische Renaissance in Russland vorausbestimmt, ist sie ein noch größerer Impuls für die Ausbreitung der sozialistischen Weltrevolution als noch zu Zeiten Lenins und Stalins.

    Dem Strom des Grundgesetzes des Kapitalismus folgend ist die nationalistische Welle heute nicht zufällig weltweit im Steigen begriffen, denn sie ist die logische und natürliche Folge des riesigen Wellentals, das die kosmopolitische, gewaltige und gewaltsame Globalisierungswelle des Weltkapitals hinterlässt, die durch die Weltkrise zum Ausbruch kam und sich über die ganze Welt ergoss und nationale Schranken niederriss, nachdem die sozialistischen Dämme brachen, die die sozial-faschistischen Ratten zuvor von innen untergraben hatten. Das Wesen der nationalen Unterdrückung ist im Wesen des Imperialismus begründet. Der von der objektiven Gemeinsamkeit der Grundinteressen des internationalen Proletariats getragene proletarische Internationalismus ist daher dem internationalen Kapital, seiner Politik und Ideologie von vornherein entgegengesetzt. Der heutige antinationale Charakter des Nationalismus offenbart sich im Stadium des imperialistischen Kapitalismus am deutlichsten. Die Imperialismus-Analyse Lenins ist also nicht nur für den heutigen Weltimperialismus generell aktuell, sondern trifft insbesondere auf die russischen Verhältnisse zu.

    Am Bau von solchen Dämmen, um den Globalisierungsstrom von Amerika weg ins eigene, gelobte Land ( zum Beispiel nach Russland und Europa) umzulenken, werden wir Marxisten-Leninisten uns nicht beteiligen.

    - Alle „antikapitalistischen“ - nichtsozialistischen „Neuschöpfungen“ laufen stets und gesetzmäßig immer wieder nur auf eines hinaus – auf Kapitalismus und nichts als auf Kapitalismus! – Das einzige „Kraut, was gegen den Kapitalismus gewachsen“ ist, bleibt der proletarische (anti-revisionistische, internationalistische) Sozialismus!!

     

    Genosse Stalin, einer der Klassiker des Marxismus-Leninismus, hob hervor:

     

    Hervorgehoben sei, dass unser Land einstweilen das einzige Land war, bereit, den Kapitalismus zu stürzen. Und unser Land hat tatsächlich den Kapitalismus gestürzt und die Diktatur des Proletariats aufgerichtet“ (Stalin, Werke Band 11, 18. März 1929).

     

    Man sollte auf den ersten Blick meinen, dass die Nationalbolschewisten von dieser unwiderlegbaren Wahrheit als Grundlage ihres politischen Handelns ausgehen würden. Weit gefehlt!! Genau diese Wahrheit bestreiten die Nationalbolschewisten nämlich – und das wohlgemerkt, obwohl sie Stalin auf ihr Banner geschrieben haben. "`We knocked down autocracy and capitalism`, the Bolsheviks said. They knocked down the autocracy but there was no capitalism“ (zitiert aus Limonkas Artikel: „Kapitalismus und Sozialismus – siamesische Zwillinge“ - veröffentlicht auf der homepage der NBP – Nationalbolschewistische Partei Russlands. Es handelt sich dabei um das Kapitel 14 des Schlungstextes für Nationalbolschewisten „Another Russia“ - herausgegeben von Edward Limonow, mit welchem wir uns noch näher beschäftigen werden).

     

    Unsere

    Grundthese

    zur Einordnung der Ideologie des Nationalbolschewismus heißt:

     

    Die Wurzel des Nationalbolschewismus, die ganze politische Linie der Nationalbolschewisten, Sinn und Zweck ihres Daseins ist die Abgrenzung vom Marxismus-Leninismus mittels Anpassung des Bolschewismus an den Kosmopolitismus des Imperialismus, der in Nationalismus gehüllt ist, genauer in einen „groß“russischen Neo-Nationalismus.

     

     

    Der Nationalbolschewismus ist ein Abgesang des verfaulten, sterbenden, russischen Sozialimperialismus, träumt von der Wiederauferstehung des zaristischen Reiches, ist eine konterrevolutionäre Ideologie der heute herrschenden russischen Monopolbourgeoisie, ist Verschleierung imperialistischer Politik durch nationale Ideologie.

     

    Was das für internationale politische Konsequenzen hat, wollen wir hier ganz offen und frei heraus kundtun:

     

    Der in Nationalbolschewismus verhüllte Kosmopolitismus , hervorgegangen aus dem Hegemoniestreben der russischen Sozialimperialisten, soll dem Weltimperialismus reibungslos beim Umzug von New York nach Moskau helfen, um ihn vor der Pleite zu retten, denn in den USA ist er nun schon zu lange, dort kann er sich nicht mehr entwickeln, dort droht er, sich durch seinen eigenen Parasitismus, seine eigene Fäulnis all zu schnell zu zerstören. Raketen sind Magneten, da soll New York nicht zum Totenbett des internationalen Finanzkapitals werden. Der Weltimperialismus soll sich in Moskau auskurieren, soll sich dort von seinem parasitären Ballast befreien und sich dort einigen Schönheitsoperationen unterziehen, da ihn - so wie er heute aussieht - keiner mehr in der Welt lieb hat (sprich: der Weltimperialismus ist besser in einem Land untergebracht, das die „Welt vom Satan befreit“, als in einem Land, das Sinnbild für den Satan und seit dem 11. September auch ein zu heißes Pflaster geworden ist. So ein vorgetäuschter „internationaler Befreiungs“krieg vom Joch Amerikas würde von der Welt viel eher begrüßt werden als ein „Verteidigungs“krieg von amerikanischen Weltherrschern. Beliefern kann man beide Seiten mit Material, das brächte viel mehr Gewinn als nur für die Kriegswirtschaft der USA.

    Unter russischer Schirmherrschaft wird`s dir besser ergehen als bei den Amerikanern!“ – das wollen die Nationalbolschewisten den Weltfinanziers versprechen, und diese freundliche Einladung ist auch schon bis New York vorgedrungen – die Nationabolschewisten jubeln, dass sie schon bei einigen Interessenten auf Sympathie stoßen – das verspricht, ihren Zielen nach Selbstverwirklichung von „Brüderlichkeit, Sex und Befreiung von der Arbeit“ ein großes Stück näher zu kommen! Und dem Weltimperialismus ist es egal, wer ihm das Bett macht, hauptsächlich er kann von überall aus dem Gesetz des Strebens nach Maximalprofiten leichter folgen als bisher – und Eurasien ist schon mal ein größeres Bett als das zu eng werdende Bett der USA. Man wäre auch zentraler dran am Welt(kriegs-)geschehen. Aus Russland kann man die Waffen „schneller an den Mann bringen“ als aus Amerika, denn die profitable Zone liegt zwischen Gibraltar und Wladiwostock und nicht zwischen Texas und New York – ein ohnehin zu verschwenderisches sprich: zu kostenträchtiges Pflaster. Die Geschäfte könnten woanders noch besser laufen als in den USA, da schöpfen noch zu viele den Rahm ab, woanders könnte man den Elitekreis des Finanzkapitals noch verkleinern – ohne zu hohe Reibungsverluste, versteht sich. Also alles in allem, eine schöne neue Welt – ohne Satan, ohne Kapitalismus, ohne Sozialismus – das Kapital wird sein Ziel erreichen und „länger“ leben als die kapitalistische und die sozialistische Welt! Und liegt sie in Schutt und Asche, naja, es ist doch nicht schade drum, dann wird das Kapital eben wieder ganz von vorne anfangen, sich zu vermehren und wird die Welt erneut „beglücken“.

    Der Weltimperialismus will nicht in Amerika untergehen, er wird sein sinkendes Schiff rechtzeitig versuchen zu verlassen: „Sollen doch die USA ruhig verrecken, solange es mir dort gut ging, war das Geschäft „bombig“. Ich bin der größte vaterlandslose Geselle der Welt – da brauche ich mich nicht von nationalen Krisen einengen, von nationalen Grenzen nicht einsperren lassen, denn ich bin zu nichts anderem da als zu `grenzenlosem` Profit!“

    Russland ist immer noch attraktiv fürs Kapital, reich an Schätzen und den Sozialismus hat es historisch auch schon „bewältigt“ – wie praktisch – dafür haben die Revisionisten schon vorgesorgt- und das Zentrum des Weltkapitals in der ehemaligen Sowjetunion Lenins und Stalins zu errichten – das hat schon etwas Triumphales und Abschreckendes für alle „Ewig-Gestrigen“, die darin den Hebel und die Basis der sozialistischen Weltrevolution sahen. Verwandlung des Hebels und der Basis der sozialistischen Weltrevolution in den neuen Hebel und die neue Basis einer „klassenlosen“ Gesellschaft, in der jeder nach Herzenslust Profit machen kann, friedliche Zeiten für die Akkumulation des Kapitals - da muss das Herz jedes Antikommunisten höher schlagen. Warum also die Hand ausschlagen, die die Nationalbolschewisten entgegenstrecken? Bevor der Sozialismus vielleicht auch noch nach Amerika käme, (welch ein Alptraum!) und wohl noch das Zentrum des Weltkapitals dort an sich reißt – dann doch lieber in ein Land umziehen, das den Sozialismus bereits „hinter“ sich hat und noch ausreichend Erfahrung vorhanden ist wie man mit dem Sozialismus fertig wird, wenn er sich trauen sollte, zurückzukommen – wenn nicht in Russland, wo denn sonst? Sollen die ruhig ihren Lenin und Stalin im Land behalten, aber Marx und Engels sollen als „vaterlandslose Gesellen“ dahin abgeschoben werden, wo sie hergekommen sind. Mag dieses Szenario auch übertrieben sein und weit hergeholt klingen, aber ein Kern Wahrheit mag darin enthalten sein. Ein System, das selber weiß, dass es dem Untergang geweiht ist, hält sich an dem schwächsten Strohhalm fest, klammert sich an jede Idee, die den Ausweg aus der aussichtslosen Lage verspricht. Nun, die Idee, die Supermacht Amerika durch die Supermacht Russland abzulösen, ist bekanntlich kein Hirngespinst, ist nicht neu. Das Ziel, dass die russischen Sozialimperialisten damals verfolgten, wird heute (nur in modernerer Form) weiter verfolgt, nämlich Russlands Weltherrschaft zu erobern. Damals war Stalin dabei im Wege, heute wird er gebraucht und mit ihm Mao, Che und Castro. Lenin wird beibehalten und Marx und Engels sind rausgeflogen. Mit diesen neuen Leitfiguren tritt heute der russische Nationalbolschewismus auf, um die Welt zuerobern, nicht mehr wie die Revisionisten in Worten marxistisch-leninistisch, sondern ganz offen antimarxistisch-nationalistisch – in Taten imperialistisch. Verwandlung des Sozialimperialismus und Sozialfaschismus in offenen Imperialismus und Faschismus. Die Nationalbolschewisten befreien den russischen Imperialismus von seiner lästig gewordenen sozialistischen Hülle.

    Das zentraler gelegene Russland könnte auf diesem Wege den Weltimperialismus vor seinem Untergang „retten“, indem es das marode,verfaulte weltimperialistische System der USA beseitigt und an seiner Stelle ein neues Reich errichtet – das „eurasische Reich von Gibraltar bis Wladiwostock“ – ein imperialistisches, russisches Bollwerk, das der sozialistischen Weltrevolution und dem Kommunismus vielleicht besser standhalten könnte. Das „eurasische Reich“ der Nationalbolschewisten sichert die russische Weltherrschaft - ein Traum, den die russischen Sozialimperialisten ihrerzeit noch nicht verwirklichen konnten, aber dessen Weg sie in jahrzehntelangem Kampf ebneten. Das riesige Russland wäre ein glänzender Boden und mächtiger Ausgangspunkt für die Expansion eines ungeheuren Territoriums, das die wichtigsten Schätze dieser Welt beinhaltet – mit eben viel größerem Standortvorteil gegenüber dem amerikanischen Imperialismus, ja selbst gegenüber dem imperialistischen Europa. Verhinderung eines sozialistischen Eurasiens, das für den Weltsozialismus von größtem Vorteil wäre, durch russische Militärstiefel zu verhindern – das ist der Auftrag, den die Nationalbolschewisten im Namen ( nicht nur!) der russischen Monopolbourgeoisie bereit sind zu erfüllen.

    Die Nationalbolschewisten schwenken also wild die rote Fahne, um die „Fremdherrschaft des Kapitals“ von Amerika nach Russland zu transferieren und auf den Kopf zu stellen, damit seine internationale Vergesellschaftung zu verhindern und den Massen den Weg zum internationalen Sozialismus gewaltsam zu versperren, was nichts anderes heißt, als den Sozialismus sowohl im Westen als auch im Osten an die Kette des eurasischen Reiches zu legen – eben russischer „Nationalsozialismus“ - .d.h.: der nach vorne gestreckte Arm des Hitlergrußes wurde von der NBP übernommen und nur durch unsere bolschewistische Faust ersetzt. Ebenso wurde die Parteifahne der deutschen Faschisten übernommen und nur das Hakenkreuz mit Hammer und Sichel ausgetauscht. Nichts bringt klarer zum Ausdruck als diese symbolische Verknüpfung, auf welcher Ideologie das neue, „groß“russische Reich der NBP beruhen soll: Die brauchbaren Elemente des Hitlerfaschismus mit den brauchbaren Elementen des Bolschewismus werden zur Errichtung des ideologischen Gebäudes des Nationalbolschewismus verwendet, also eines Gebäudes, das angeblich den beiden „siamesischen Zwillingen“ - Kosmopolitismus des US- Kapitalismus und Weltherrschaft des internationalen Marxismus – haushoch „überlegen“ sei, und damit ein Krieg gegen beide erfolgreicher und profitabler machen würde. Wenn Stalin und Hitler das „nationalbolschewistische eurasische Reich“ schon früher gemeinsam errichtet hätten, so die Nationalbolschewisten, wäre der „Satan USA“ besiegt und die Gefahr des internationalen Marxismus „beseitigt“. Durch den 2. Weltkrieg aber wurde der „Satan USA“ der „lachende Dritte“ auf Kosten Deutschlands und Russlands. Da der Nationalbolschewismus rechte und „linke“ Elemente gezielt in sich zu vereinigen sucht, will er ihre ihnen innewohnende Feindschaft „neutralisieren“ und sie sich dadurch nutzbar machen. Wird die Partei zu rechtslastig, wird sie von den „linken“ Kräften ausbalanciert; wird sie zu „links“lastig, wird sie von den eigenen rechten Abwehrkräften wieder ins Gleichgewicht gebracht – ein recht widerstandsfähiger Organismus, der auch Mao in ähnlicher Weise dazu verhalf, aus China eine Supermacht zu machen mit der chinesisch-revisionistischen Formel der Vereinigung nationalistischer und „sozialistischer“ Elemente gegen den Sozialismus. Verjüngungskuren des Kapitalismus durch Aufnahme frischen „sozialistischen“ Blutes - das ist eins der Rezepte, mit der sich die Weltordnung des Imperialismus heute retten soll.

     

    Aber wie nehmen die Nationalbolschewisten das frische „sozialistische“ Blut in sich auf, ohne sich erstens damit ihren eigenen Nationalismus zu vergiften und zweitens ohne dass es eigenmächtig der Kommunistischen Internationale zufließt? Das möchte das Kapital schon vorher gerne wissen, um sicher zu gehen. Die Nationalbolschewisten teilen das sozialistische Gedankengut seiner Herkunft entsprechend nach Osten und Westen auf und binden ihn an die Gegnerschaft derjenigen die „Groß“Russland gegenüber wohlgesonnen sein werden und derjenigen die die Nationalbolschewisten als Feinde ansehen, egal ob es sich um kapitalistische oder sozialistische Feinde handelt – sie alle sind gemeinsam halt die „nationalen“ Feinde „Groß“-Russlands. ( Russia - a country that Marx openly disliked. (...) Marx came up with his biting opinion about Russians: "A mix of the psychology of a slave and of the Mongol world conqueror" – Zitat von Limonka „capitalism and socialism – siamese twins“ - homepage der Nationalbolschewistischen Partei im Internet. Dass die Oktoberrevolution die Richtigkeit des Marxismus bestätigte, dass diese vom marxistischen Geist beseelt war, das bestreiten die Nationalbolschewisten!).

     

    Stalin sagte dazu , dass man es keinesfalls als richtig gelten lassen kann, vom Marxismus „und“ Leninismus zu sprechen:

     

    ... könnte man meinen, der Marxismus sei eines, der Leninismus aber etwas anderes, man könne Leninist sein, ohne Marxist zu sein. Eine derartige Vorstellung kann man jedoch keinesfalls als richtig gelten lassen. Der Leninismus ist nicht die Leninsche Lehre minus Marxismus [so, wie es die Nationalbolschewisten gern hätten – Anmerkung des Verfassers] . Der Leninismus ist der Marxismus der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen. Mit anderen Worten, der Leninismus schließt alles ein, was Marx geschaffen hat, plus das Neue, womit Lenin die Schatzkammer des Marxismus bereichert hat und was sich notwendig aus all dem ergibt, was Marx geschaffen hat (die Lehre von der Diktatur des Proletariats, die Bauernfrage, die nationale Frage, die Partei, die Frage der sozialen Wurzeln des Reformismus, die Frage der Hauptabweichungen im Kommunismus usw.).“

     

    Wir sprechen deshalb heute vom Marxismus-Leninismus, denn ob Marxismus oder Leninismus ist im Grunde genommen ein und dasselbe.“ (Stalin, Band 7, Seite 214/215). [unterstrichen vom Verfasser].

    Also wer war Lenin –ein Marxist oder ein Nationalbolschewist? Lenin war sein Leben lang Marxist und den Marxist Lenin werden wir stets gegen die Nationalbolschewisten und alle diejenigen verteidigen, die dies anzweifeln, bestreiten und zu bekämpfen wagen.

    Die Nationalbolschewisten tragen Lenin als Heiligenbild vor sich her, der von einem “konterrevolutionärem russischen Volk“ (zum Beispiel 1848) sprach. Wollen wir doch mal Lenin zu Wort kommen lassen, um zu beweisen, dass die Nationalbolschewisten gar nicht auf der Seite Lenins stehen können, weil dieserauf der Seite von Marx stand, der zu revolutionären nationalen Kriegen gegen den Absolutismus aufrief, also auch 1848 und später zum Krieg gegen Russland. Lenin stand auch auf der Seite von Friedrich Engels, der den revolutionären Nationalhass der Deutschen gegen den russischen Zarismus geschürt hat. Heute aber den nationalen Hass zu schüren, wie es die Nationalbolschewisten tun, heißt nur noch, den Hass gegen die Völker, gegen die Proletarier aller Länder zu schüren, da wir in der Epoche des Imperialismus und nicht mehr in der Epoche des Absolutismus leben, heißt nur noch, Lenin hassen und verachten.

    Leninzitat aus: „Zusammenbruch der II. Internationale“ Band 21, Seite 214:

     

    Nebenbei bemerkt, bezeichnet Herr Gardenin in der `Shisn` zwar als `revolutionären Chauvinismus`, aber immerhin als Chauvinismus, dass Marx 1848 für den revolutionären Krieg gegen diejenigen Völker Europas eintrat, die sich in der Tat als konterrevolutionär erwiesen hatten, nämlich `die Slawen und insbesondere die Russen`. Ein solcher Vorwurf gegen Marx beweist nur ein übriges Mal den Opportunismus (oder – richtiger: und -den absoluten Unernst) dieses `linken` Sozialrevolutionärs. Wir Marxisten waren und sind stets für den revolutionären Krieg gegen konterrevolutionäre Völker. Würde zum Beispiel der Sozialismus in Amerika oder in Europa im Jahre 1920 siegen und sollten dann, nehmen wir einmal an, Japan und China – sei es auch zunächst nur auf diplomatischem Wege – ihre Bismarcks gegen uns in Bewegung setzen, so würden wir für einen revolutionären Angriffskrieg gegen sie eintreten.“

     

    Die Nationalbolschewisten greifen Marx an, um den Zarismus ganz offen zu verteidigen! Der Revolutionär Marx war aber gegen den reaktionären Zarismus, gegen dessen Allmacht und seinem vorherrschenden reaktionären Einfluss auf die demokratische Entwicklung des europäischen Westens Mitte des 19. Jahrhunderts. Lenin verteidigte Marx zu Recht, wenn er sagt:

     

    Die Richtigkeit dieser Ansicht erhielt ihre höchste anschauliche und faktische Bestätigung 1849, als das russische Leibeigenheer den national-freiheitlichen und revolutionär-demokratischen Aufstand in Ungran niederwarf. Von dieser Zeit an bis zum Tode von Marx, ja sogar später, bis 1890, als ein reaktionärer Krieg des Zarismus im Bündnis mit Frankreich gegen das nicht-imperialistische, aber national unabhängige Deutschland drohte, trat Engels vor allem und am stärksten für den Kampf gegen den Zarismus ein. Aus diesem und nur aus diesem Grunde waren Marx und Engels gegen die nationale Bewegung der Tschecjen und Südslawen. Ein kurzer Einblick in das, was Marx und Engels in den Jahren 1848/49 geschrieben haben, wird jedem, der sich für den Marxismus nicht nur interessiert, um ihn mit einer Handbewegung abzutun, zeigen, dass Marx und Engels damals klar und eindeutig `ganze reaktionäre Völker`, die als `russische Vorposten` in Europa dienten, den `revolutionären Völkern` - Deutschen, Polen und Ungarn – gegenüberstellten. Das ist eine Tatsache. Und auf diese Tatsache ist damals zweifellos richtig hingewiesen worden, denn 1848 fochten die revolutionären Völker für die Freiheit, deren Hauptfeind der Zarismus war, während die Tschechen usw. wirklich reaktionäre Völker, Vorposten des Zarismus waren. Was sagt uns dieses konkrete Beispiel, das wir konkret analysieren müssen, wenn wir dem Marxismus treu bleiben wollen? Nur, dass 1. die Interessen der Befreiung einiger großer und größter Völker Europas höher stehen als die Interessen der Befreiungsbewegungen kleiner Nationen; 2. dass die Forderung der Demokratie im gesamteuropäischen Ausmaß – jetzt muss man sagen: im Weltmaßstab – betrachtet werden muss und nicht isoliert. (...) Ein Volk kann nicht frei sein, das andere Völker unterdrückt.

    Wenn die konkrete Situation, von der Marx in der Epoche des vorherrschenden Einflusses des Zarismus in der internationalen Politik stand, sich wiederholen sollte, z.B. in der Form, dass einige Völker die sozialistische Revolution beginnen ( wie 1848 in Europa die bürgerlich-demokratische Revolution begonnen wurde), andere Völker sich aber als Stützpfeiler der bürgerlichen Reaktion erweisen sollten – so müssten auch wir für einen revolutionären Krieg gegen sie sein, für ihre `Niederwerfung`, für die Zerstörung aller ihrer Vorposten eintreten, ganz gleich, welche kleinen nationalen Bewegungen hier auch hervortreten mögen. Folglich dürfen wir die Beispiele der Marxschen Taktik nicht beiseite werfen – das hieß sich in Worten zum Marxismus bekennen, in der Tat aber mit ihm brechen -, sondern müssen aus der konkreten Analyse dieser Beispiele unschätzbare Lehren für die Zukunft ziehen. Die einzelnen Forderungen der Demokratie, darunter das Selbstbestimmungsrecht, sind nichts Absolutes, sondern ein kleiner Teil der allgemein-demokratischen (jetzt: allgemein-sozialistischen) WELT-Bewegung. Es ist möglich, dass in einzelnen konkreten Fällen der Teil dem Ganzen widerspricht, dann muss man den Teil verwerfen. Es ist möglich, dass die republikanische Bewegung in einem Lande nur das Werkzeug einer klerikalen oder einer finanzkapitalistisch-monarchistischen Intrige anderer Länder ist – dann dürfen wir diese gegebene, konkrete Bewegung NICHT unterstützen; es wäre aber lächerlich, aus diesem Grunde die Losung der Republik aus dem Programm der internationalen Sozialdemokratie hinauswerfen zu wollen. (...) Damals war die westeuropäische Demokratie, die die größten Nationen befreite, gegen den Zarismus, der einzelne kleine nationale Bewegungen zu reaktionären Zwecken ausnutzte. Jetzt steht das Bündnis des zaristischen Imperialismus mit dem fortgeschrittenen kapitalistischen europäischen Imperialismus auf der Basis ihrer gemeinsamen Unterdrückung einer Reihe von Nationen dem sozialistischen Proletariat entgegen, das in ein chauvinistisches, `sozialimperialistisches`und ein revolutionäres Proletariat gespalten ist. (...) Heute geht es gegen die ausgerichtete Einheitsfront der imperialistischen Mächte, der imperialistischen Bourgeoisie, der Sozialimperialisten, für die Ausnutzung aller nationalen Bewegungen gegen den Imperialismus im Interesse der sozialistischen Revolution. Je reiner der Kampf des Proletariats gegen die gesamte imperialistische Front jetzt ist, um so aktueller wird offenbar das internationale Prinzip: Ein Volk kann nicht frei sein, das andere Völker unterdrückt“ (Lenin, Band 22, Seite 348-350).

     

    Die Nationalbolschewisten können nicht wirklich für die Rückgabe der US-imperialistischen Beute sein, wenn sie nicht gleichzeitig für die Herausgabe der Beute der Monopolkapitalisten Russlands sind. Darüber hüllen sie sich in Schweigen!

    Die Nationalbolschewisten versuchen sich insbesondere an dem Kunststück, die Klassiker Lenin und Stalin, den vorangegangenen Klassikern Marx und Engels entgegenzustellen, wobei sie sich zu Enver Hoxha noch nicht geäußert haben, dem 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, der bisher als einziger auf der Welt den Faschismus in Sozialismus verwandelt hat – also eine unserer schärfsten Waffen gegen den Nationalbolschewismus ist !!!! Auf diese Weise, also des nationalistischen Herausbrechens Lenins und Stalins aus dem internationalistischen Gebäude des Marxismus-Leninismus soll dieses zum Einsturz gebracht werden. Das Schema, das die Nationalbolschewisten hierbei verfolgen ist klar zu erkennen: Die Nationalbolschewisten ordnen Marx und Engels, also den Marxismus dem Machtbereich des Westens zu, während sie Lenin und Stalin dem Machtbereich des Ostens zurechnen und vom proletarischen Internationalismus zu trennen versuchen. Internationalismus – ob kapitalistischer oder marxistischer Prägung = Feind; Nationalismus, ob kapitalistischer oder „sozialistischer“ Prägung = Freund. Diesem Schema werden auch die „Anti-Kapitalisten“ Che, Fidel und Mao angepasst – die gegenüber dem internationalen Marxismus-Leninismus „zuverlässige“ Leitbilder für die Nationalbolschewisten sind. Das Motto lautet: Alles, was gegen den westlichen Kapitalismus und den westlichen Marxismus ist, alles was vom östlichen Kapitalismus und östlichen Sozialismus für die nationalbolschewistische Bewegung brauchbar erscheint, versuchen sie in ihren nationalistischen Dienst zu stellen. Deswegen nicht mehr das Schema „links gegen rechts“, sondern das Schema „West gegen Ost“. Die Macht des Ostens soll die Macht des Westens ablösen - in diesen Strom sollen alle Strömungen zusammenfließen, ob sie nun „links“ oder rechts sind . So geben sie sich den Nimbus eines „Befreiers“ und „Retters“ der Welt aus den Klauen der westlichen Welt, leugnen sie den Klassencharakter der Welt, leugnen sie die Hegemonie des Weltproletariats, leugnen sie den proletarischen Internationalismus, leugnen sie den internationalen Charakter des Bolschewismus und versuchen sie diesen in einen nationalistischen „Bolschewismus“ zu verwandeln, nicht um die Weltherrschaft des Imperialismus überhaupt zu beseitigen, sondern – im Gegenteil – den Weltimperialismus in Wirklichkeit zu retten, indem sie den westlichen Imperialismus dem östlichen Imperialismus unterzuordnen versuchen. Das sagen die Nationalbolschewisten natürlich nicht, aber ihre Politik läuft darauf hinaus. Ein treuer Lakai, dem Imperialismus aus der Patsche zu helfen ( – und damit nicht zuletzt auch dem amerikanischen Imperialismus aus der Patsche zu helfen, was sich die Nationalbolschewisten natürlich gebührend bezahlen lassen!). Nationalbolschewismus bedeutet Raubpolitik, bedeutet Raubkrieg. Die NBP in Russland streckt ihre Hände nach Europa aus, um das neue Reich Eurasien zu erobern und den Konkurrenten USA mit Unterstützung Europas in einem Dritten Weltkrieg aus dem Weg zu räumen. Die Nationalbolschewisten sprechen heuchlerisch von der „Befreiung“ der Völker vom US-Imperialismus, um diese selber für eigene Profite auf die Schlachtbank zu führen. Die Nationalbolschewisten handeln nach der Devise: „Entweder Russland geht zugrunde oder wir machen Russland gesund und richten dafür andere zugrunde!“ Unterstützung der Reaktion im Innern und reaktionäre imperialistische Großmachtpolitik nach außen – das ist die Linie des russischen Nationalbolschewismus – das verbirgt sich hinter ihrem „Anti-Amerikanismus“ und ihren „Kampf“ gegen die Kräfte, die davon profitieren, Russland an den Westen zu verschachern. Es darf den Nationalbolschewisten nicht gelingen, die europäischen Völker auf der Schlachtbank eines Imperialismus zu opfern, der die Vorherrschaft des US-Imperialismus ablösen will, um sich selber die fetteste Beute zu sichern. Dahinter steckt der alte russische Großmachtchauvinismus, eine Allianz mit den europäischen Mächten einzugehen, um fremde Gebiete auszuplündern. Die Nationalbolschewisten bieten sich als Alternativpartner an, der zukünftig einen größeren Beuteanteil garantiert als den, der vom gegenwärtigen amerikanischen Partner zugestanden wird.Die eurasischen Völker in Kanonenfutter verwandeln im imperialistischen Krieg um die Ablösung der Vorherrschaft des US-Imperialismus durch den russischen Imperialismus. Wer mit in den Krieg zieht, dem wird versprochen, alte Rechnungen zu begleichen und dass die Kriegsbeute gerecht verteilt wird.

    Es gibt jedoch Kräfte, die glauben, im Nationalbolschewismus einen „Schutzwall“ gegen das internationale Finanzkapital zu sehen.

    Dieser Schutzwall kann aber tatsächlich nur durch die Führung des Weltproletariats gewährleistet werden, durch den internationalistischen, nicht durch den nationalistischen Kampf.

     

    [Wobei unser internationalistischer Kampf anfangs noch nationale Formen annimmt, der nationale Rahmen des internationalistischen Kampfes anfangs, also jetzt, noch eine größere Bedeutung hat als in der Endphase dieses Kampfes. Also: Formal auf den nationalen Rahmen bezogen - wird der Bolschewismus durch die unterschiedlichen nationalen Bedingungen differenziert angewandt, aber dem Wesen, dem Inhalt nach handelt es sich beim Bolschewismus um eine Taktik des gesamten Weltproletariats, stützt sich der Bolschewismus auf den proletarischen Internationalismus und nicht auf den bürgerlichen Nationalismus, der heute – wie bereits gesagt - zu nichts anderem führt als zur Verteidigung des Weltimperialismus gegen die proletarische Weltrevolution, gegen den Weltkommunismus!]

     

    Nie und nirgends haben unterjochte Völker durch den Krieg des einen Volkes gegen ein anderes ihre „Freiheit“ errungen.

     

    Die Völkerkriege verstärken lediglich die Knechtung der Völker. Die Befreiung Russlands vom Weltimperialismus ist nicht möglich durch Stärkung des eigenen Imperialismus, sondern nur durch die Zerschlagung des russischen Kapitalismus, die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats und die Zurückeroberung des Sozialismus Lenins und Stalins! Die Arbeiter in Russland werden im Kampf für die Zurückgewinnung ihrer Freiheit keine Opfer scheuen, denn sie erinnern noch sehr gut, dass nur die Oktoberrevolution die politischen Verhältnisse des russischen Lebens tatsächlich verändert hatten, dass nur die völlige Sicherung der Prinzipien und der Grundpfeiler des Marxismus-Leninismus imstande ist, den Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus zu garantieren.

    Wir können das hier nicht in allen Einzelheiten darstellen, aber bemühen uns, dafür einige wichtige Beweisstücke für die Bestätigung unserer These zu sammeln, dass der

     

    Nationalbolschewismus nämlich im Grunde genommen eine

     

    anti-marxistische und nicht etwa eine marxistische

    Strömung

    ist.

     

    Die Nationalbolschewisten hängen dem Marxismus-Leninismus das Etikett des Fiktionalismus an

    [ jede Lehre, die dem Staat keinen Höchstprofit als Beweis für ihre Richtigkeit liefern kann, wird als „Fiktion“ auf den Abfalleimer der Geschichte geworfen. Der Wert einer Theorie steigt nur in dem Maße, wie sie sich für das Kapital als nützlich erwiesen hat oder zukünftig erweisen könnte ];

    die Marxisten-Leninisten würden so tun „als ob es jemals einen Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus gegeben hätte, letztendlich siegt der Stärkere über den Schwächeren.“ Der Fiktionalismus ist ein Grundzug des pragmatischen Positvismus, den sich die US-Imperialisten zu ihrer Denkweise erkoren hatten. Was nützt den Imperialisten die Wahrheit, wenn sie damit keinen Profit machen können? Würden sie mit vorsintflutlichen Mitteln mehr Profit herausholen können, würden sie selbst auf die modernste Technik pfeifen. Und was das, auf die Geschichtstheorie übertragen, heißt, das zitieren wir beim amerikanischen Positivisten John Fiske:

     

    Politisch beurteilen wir Erfolg oder Misserfolg bei der Erreichung dieses höchsten Zwecks, die Zivilisation der angelsächsischen Rasse“. „Ich trinke auf das Wohl der Vereinigten Staten – im Norden begrenzt durch den Nordpol, im Süden durch den Südpol, im Osten durch die aufgehende und im Westen durch die untergehende Sonne!“ (American Political Ideas“, Seite 6 und 101; New York 1885).

     

    Man ersetze die angelsächsische Rasse durch die russische Rasse und schon hat man im Wesen den gleichen Kern im Programm der Nationalbolschewistischen Partei getroffen:

     

    - Global purpose of National-bolshevism is the creation of Empire from Vladivostok up to Gibraltar on the basis of Russian civilization. Russia is everything, rest is nothing!".

     

    Es geht den Nationalbolschewisten mit ihrer „östlichen Welt“ genauso wie John Fiske um die „westliche Welt“: Die Geschichte der USA oder die Geschichte Russlands = eine Geschichte des Kampfes „auserwählter“ Völker gegen „minderwertige“ Völker. Hitler sah die Geschichte Deutschlands ja auch nicht anders (Unterwerfung der slawischen Völker). Heute führt Bush die „überlegene“ weiße Rasse in die letzte Schlacht zur Unterwerfung aller „minderwertigen“ Rassen unter die „Zivilisation“ der westlichen Welt. „Erst dann kann man von der Welt behaupten, sie sei wahrhaft christlich“ (Fiske, ebenda, S. 151/152).

    Verbiete das Verbotene zum Zwecke der Profitmaximierung. Machst du gute Geschäfte, dann ist deine Theorie auch „gut“ und „wahr“. Machst du keine guten Geschäfte, dann ist sie „falsch“ und „unbrauchbar“. Jeder, der den Gegenbeweis liefert - wie wir Marxisten das tun – unterliegt einem „Irrtum“, einer „Fiktion“, die „ falsch“ und „schlecht“ ist, denn die sozialistische Theorie ist nur deswegen nicht „wahr“, weil sie für die Kapitalisten unnütz und außerordentlich schädlich ist. Der Verlust des russischen Marktes durch die Diktatur des Proletariats der sozialistischen Sowjetunion Lenins und Stalins war für das Weltkapital ein herber Verlust, die Weltrevolution pochte an seine weltherrschaftliche Türe. Die Kapitalisten haben es aber schließlich verstanden, aus der sozialistischen Theorie Kapital für sich herauszuschlagen, indem sie diese ins Arsenal ihrer demagogischen Lügen aufgenommen hatten. Ein Sozialismus in Worten und ein Kapitalismus in Taten, das ist der „wahre“ Sozialismus“ (= Revisionismus). Der Revisionismus ist daher nützlich gewesen für die Kapitalisten, galt er doch als ein Beweis ihres Erfolges, die Diktatur des Proletariats in die Diktatur der Bourgeoisie zurückzuverwandeln. Nur, das Proletariat lernt eben nicht allein aus den Fehlern der Kapitalisten, sondern auch aus seinen eigenen Fehlern, wird sich seine zurückeroberte Diktatur diesmal nicht wieder von Revisionisten aus den Händen nehmen lassen. Wenn sich also der Revisionismus im Wiederholungsfalle als weniger nützlich erweisen sollte, um die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats zu verhindern, dann kann man es ja auch mal mit dem Nationalbolschewismus (Bolschewismus in Worten und Nationalismus in Taten) versuchen oder mit Kombinationen zwischen beiden. Also darf sich das Proletariat davon nicht täuschen lassen, muss alle neuen Masken, die sich der Kapitalismus aufsetzt, runterreißen und unbeirrbar seinen proletarischen, revolutionären Weg zurückverfolgen, um den Anfang des roten Fadens wiederzufinden, um die verlorene Macht wieder zurückzugewinnen – den Marxismus.

    Wir müssen den Einfluss des Nationalbolschewismus als bürgerlichen Einfluss in den Reihen der Arbeiterbewegung entlarven, weil alle anti-marxistisch-leninistischen, rechten und „links“opportunistischen Strömungen heute als Reservoir zur Stärkung des Faschismus mobilisiert werden. Die Krise in Russland zwingt dort die Kapitalisten, einen immer größeren faschistischen Knüppel aus dem Sack zu ziehen und den unbrauchbar gewordenen „parlamentarischen“ (vielleicht für später) wieder einzustecken. Ein vorzeitiger offener Kampf zwischen rechts und links ist diesem Ziel nicht zweckdienlich, weswegen diese Widersprüche jetzt noch nicht unnötig geschürt, also möglichst übertüncht werden sollen, um zum richtigen Zeitpunkt später die linken Führer totzuschlagen. Sie wollen zunächst erst mal herausbekommen, wer sich gewinnen lässt und wer nicht – sie sondieren. Drohen ihnen die Felle davonzuschwimmen, dann werden sie auch andere Seiten aufziehen. Dass sie gefestigte und felsenfest überzeugte Kommunisten nicht auf ihre Seite bekommen können, ist ihnen klar. Das Problem versuchen sie dann nicht mit Überzeugung, sondern mit den altbewährten Mitteln „zu lösen“.

     

    Unser Kampf gegen die Nationalbolschewisten ist heute daher integraler Bestandteil unseres antifaschistischen und anti-imperialistischen Klassenkampfes, der den Sieg des Weltbolschewismus, dem Sieg des proletarischen Internationalismus, dem Sieg des Weltkommunismus zum Ziel hat:

     

    Sozialismus statt Imperialismus! Internationaler Klassenkampf gegen die faschistischen Diktaturen der Bourgeoisie und ihren imperialistischen Kriegen – mit welcher Rechtfertigung sie auch immer errichtet und geführt werden ! Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Es lebe die sozialistische Weltrevolution!“

     

    Das ist das Banner, unter dem wir Kommunisten die ganze Welt heute sammeln und vereinigen. Mögen die Nationalbolschewisten ihre Wahl treffen, sich unter unser Banner oder sich dagegen zu stellen.

     

    Wessen Zeit ist abgelaufen, die des Kapitalismus oder die des Sozialismus? Abgelaufen ist die Zeit des Kapitalismus, die Zeit des Sozialismus hat noch gar nicht erst richtig begonnen! Sie beginnt erst richtig, wenn sie das kapitalistischeWeltsystem durch das sozialistische Weltsystem ersetzt hat! Mit der Sowjetunion Lenins und Stalins begann der Sozialismus – dieses Russland verteidigen wir Kommunisten treu bis in unseren Tod. Aber es waren auch die russischen Verräter, die die Sowjetunion Lenins und Stalins den Kapitalisten zum Fraß vorwarfen. An dem Anfang UND dem Ende des bisherigen Sozialismus war Russland also gleichermaßen beteiligt. Deswegen ist es für uns Kommunisten außerhalb und innerhalb Russlands so wichtig, das zurückzuerobern, was Lenin und Stalin einst geschaffen hatten, und es nicht aufzugeben (die Nationalbolschewisten wollen aber erklärtermaßen „nichts zurückerobern“, sondern etwas „Neues“ schaffen, verwerfen also den Sozialismus). Wir lassen uns nicht das Recht nehmen, uns zurückzuholen, was wir einst mit unserem Schweiß und Blut bezahlt haben. Was uns gehört hat, gehört uns immer noch, und wir kämpfen solange dafür, bis die Kapitalisten vom Erdball gefegt sind, denn sie haben uns den Sozialismus geraubt! Auf welche Seite ihr hingehört, das ist ganz allein eure Entscheidung, aber seid gewiss, wer uns nicht hilft, unterstützt nur diejenigen, die jetzt an der Macht sind in Russland!!! Die einzigen, die bewiesen haben, die Herrschenden in Russland zu stürzen, waren wir Kommunisten, nicht die Nationalbolschewisten.

    Es ist ein Wettlauf mit der Zeit:

    Wenn es uns Kommunisten gelingt, das Weltproletariat jetzt zur sozialistischen Weltrevolution zu führen mit der Speerspitze auf das US-Machtzentrum des internationalen Finanzkapitals gerichtet, werden wir diesen vollgefressenen, aufgeblähten, kriegsmüden und krisenzermürbten USA-Imperialismus mit einem einzigen Nadelstich zum Platzen bringen und ihm die zusammengeklaute Beute mühelos entreißen können, um damit der hungernden Welt die Mäuler zu stopfen, sie kampffähig zu machen, ihr die Machtmittel der Weltproduktion und deren gerechte Verteilung zu geben, den Weltmarkt in ihre eigenen Hände zu legen, den Weltlohnsklaven all das zurückzugeben, was sie für die Imperialisten über 100 Jahre lang zusammengeschuftet haben, vor allem aber sie damit aus der Lohnsklaverei des Kapitalismus zu befreien, um sich ihre eigene neue sozialistische Weltordnung zu schaffen. Mit allen anderen imperialistischen „Groß“mächten machen wir dasselbe, denn ein besiegter „großer Bruder“ kann und wird ihnen auch nicht mehr weiterhelfen, stehen sie schutzlos den revolutionären Massen gegenüber, die sie hinwegfegen werden mit den Machtmitteln, die sie den Yankees abgenommen haben, und das sind heute eindeutig die besseren Waffen. Einem nach dem anderen entreißen wir ihnen die Macht, und alle von den Imperialisten unterjochten Völker werden uns dabei mit größter Freude helfen, denn der aufgestaute Hass gegen die fremden Besatzer und ihre innländischen Lakaien ist grenzenlos. Wir verfügen über die besten Voraussetzungen, dass uns die Mehrheit der ganzen Welt uns dabei unterstützt, unser sozialistisches Werk weltweit zu Ende zu bringen, den Menschen Brot, Freiheit und Frieden zu geben, die Weltkrise für immer zu überwinden und damit nicht nur dem heute drohenden Ausbruch eines imperialistischen Raubkrieges zuvorzukommen, sondern mit der Beseitigung des Weltimperialismus, die Wiederholung eines neuen imperialistischen Krieges für immer unmöglich zu machen.

    Dies wird uns allerdings nur gelingen, wenn wir denjenigen Raubtieren zuvorkommen, die sich jetzt bereits zusammenrotten, um die Machtverhältnisse in der Welt zu ihren Gunsten zu verändern. Der US-Imperialismus, der selber mit dem Rücken zur Wand steht, zwingt sie sogar dazu, ihm die Beute abzujagen und militärisch gegen ihn aufzurüsten. Anders als durch einen imperialistischen Krieg kommen sie nicht aus der Krise heraus. Die Imperialisten sind gezwungen, sich die Beute gegenseitig abzujagen durch einen imperialistischen Raubkrieg. Diesmal geht es nicht um die Rettung dieser oder jener imperialistischen „Groß“macht, sondern um den Weltimperialismus als Ganzes. Einen anderen Weg hat die Weltbourgeoisie nicht, um sich zu retten, als nach innen den Weltfaschismus zu errichten, um zu verhindern, dass wir Kommunisten die Intiative ergreifen und die Gunst der Stunde für den Kommunismus nutzen. Sie wird zuerst versuchen, die Massen davor zu bewahren, sich wieder mit dem Kommunismus zu infizieren und muss daher die kommunistischen Führer kurzer Hand physisch zu vernichten, wenn es nicht gelingt, sie ideologisch zu liquidieren, sie auf ihre Seite zu ziehen und sie zu assimilieren, zu spalten, zu zersetzen, kurz: sich selber handlungsunfähig zu machen. Die Schlacht zwischen Imperialismus und Kommunismus wird entschieden von den Massen, wer sie gewinnt, der hat die Macht, wer sie gegen sich hat, verliert die Macht.

    Das wissen natürlich auch die Nationalbolschewisten. Sie halten sich für die Auserwählten, für die Elitetruppe, die den Weltimperialismus retten kann, erstens vor seinem Untergang, in den ihn die Verschwendungssucht des westlichen Kapitalismus hineinreitet und zweitens gegen den Untergang durch den Weltsozialismus, der ihm durch die Kommunistische Internationale droht. Die Nationalbolschewisten bietet dem Weltimperialismus also ein neues Zuhause an - das „Reich Eurasien“, dessen Zentrum Russland sein muss – das ist der Preis, den sie für ihre Söldnerdienste verlangen. Weltherrschaft Russlands – das hat bislang nur deswegen keiner geschafft, weil es eben noch nicht die Nationalbolschewisten gab!

    Immer mehr Kapitalisten auf der ganzen Welt werden nach Ansicht der Nationalbolschewisten erkennen, dass ihre „revolutionäre“ Bewegung“ nicht nur für die russischen Räuber, sondern für alle Räuber der Welt nützlich sein kann – sogar für einige amerikanische, die ihr Interesse schon angemeldet und mit den Nationalbolschewisten verhandelt haben (so erzählt es Limonka wenigstens in seinem Märchen von den „siamesischen Zwillingen“, natürlich um damit die Werbetrommel zu rühren als Beweis wie ernst sie bereits zu nehmen sind. Wir Kommunisten lassen uns jedenfalls davon nicht beeindrucken und schon gar nicht einschüchtern.

    Wenn die imperialistischen Konkurrenten des amerikanischen Finanzkapitals ihren Hals gemeinsam aus der Schlinge der Krise herauszuziehen versuchen durch einen Krieg, wenn solche Strömungen wie die der Nationalbolschewisten uns zuvorkommen, wenn der Weltkrieg zwischen beiden imperialistischen Lagern nicht von uns verhindert wird, dann wird der Sieg des Weltsozialismus über das „eurasische Reich“ schwerer werden und länger dauern. Deswegen müssen wir die Herausbildung dieses „eurasischen Reichs“ rechtzeitig verhindern, indem wir die gefährlich werdende Ost/West-Front der Imperialisten und der Kriegsgefahr dadurch begegnen,

    dass wir Bolschewisten des Westens und des Ostens uns vereinigen, um zwischen den Arbeitern des Westens und den Arbeitern des Ostens eine Brücke zu schlagen, um sie zu einer Front gegen den Weltimperialismus zusammenzuschmieden, müssen wir alle unterdrückten Völker der Welt in diese Front einbeziehen, müssen wir die gegenerischen Widersprüche zwischen der Verteidigung der westlichen Weltherrschaft des Imperialismus und dem neuerlichen Hegemonialstreben des östlichen Imperialismus ausnutzen, müssen sich Ost- und West-Imperialismus gegenseitig so sehr schwächen, dass wir sie beide einer nach dem anderen vernichten können, damit die sozialistische Weltevolution sozusagen als „lachender Dritter“ siegreich aus dieser hegemonialen Weltschlacht hervorgeht und der Sozialismus die Weltherrschaft erobert.

     

    Es ist klar, dass dabei das russische Proletariat eine nicht unwichtige Rolle spielt und es sich gegen den Einfluss des Nationalbolschewismus wappnet, sich ihm nicht unterwirft, sondern ihn verwirft als eine bürgerliche Ideologie.

    Mit Geld wird sich die sozialistische Weltrevolution nicht kaufen lassen, etwa wie die Sowjetunion nach Stalins Tod. Ohne die Schaffung einer konterrevolutionären Bewegung lässt sich die sozialistische Weltrevolution nicht aufhalten, das wissen die Reichen genauso gut wie die NB- „Revolutionsmanager“. Warum nicht von Hitler lernen, der hat mit seiner „nationalsozialistischen Revolution“ die sozialistische Revolution doch auch zum Stoppen gebracht und ist dafür von den Reichen reichlich belohnt worden. Also muss eine „nationalbolschewistische Revolution“ noch ein größeres Geschäft werden können, um die bolschewistische Weltrevolution zum Stoppen zu bringen. Jedenfalls erhoffen sich die Nationalbolschewisten mit ihrer Bewegung nicht nur russischen Geldregen, sondern auch den Geldregen von amerikanischen und anderen Finanzgewaltigen in der ganzen Welt, die zu ihren eigenen „Groß“mächten immer weniger Vertrauen haben und nach neuen Wegen suchen, um ihr Geld gewinnbringender anzulegen. Zumindest verstreuen sie ihr Kapital an verschiedene politische Strömungen, damit es nicht gleich gänzlich verloren ist, wenn die eine oder andere politische Bewegung versagt. Jedenfalls ist die Investition in parlamentarisches Geschwätz heute keinen Pfifferling mehr wert und Teile des amerikanischen Finanzkapitals hüten sich, ihre ganze Karte auf Bush zu setzen. Es gibt Finanzkreise in der ganzen Welt, die Ausschau halten nach denjenigen politischen Strömungen , die diesem parlamentarischen Geschwätz ein Ende bereiten und mit diesen politischen Schmarotzern und ihren verknöcherten, profithemmenden Bürokratismus kurzen Prozess machen. Aber sie schauen sehr genau hin, unter welcher dieser neuen „revolutionären“ Strömungen sich ungestört weiter Profit machen lässt, welche „verlässlich“ und „loyal“ sind und nicht etwa versuchen, dem „Business“ ins Geschäft zu pfuschen. Das Kapital macht nur die politischen Kräfte stark, die ihm den Ärger vom Hals halten, politische Bedingungen, unter denen sich reibungslos Profit scheffeln lässt und die schwindelerregend hohen politischen „Nebenkosten“ nicht das Geschäft gefährden wie in Amerika (radikale Reduzierung der politischen Nebenkosten aufwendiger politischer Systeme durch faschistische „Vereinfachung“ - nicht lange herumdiskutieren, nicht fackeln, sondern schneller entscheiden und effektiver durchgreifen!!). Die Nationalbolschewisten sind da viel bescheidener und viel effektiver, handeln statt zu lamentieren, also warum nicht lieber in sie investieren? Sind die Bedingungen in Russland nicht ausgezeichnet? „Für Geld machen die alles, um aus ihrer elendigen Lage herauszukommen. Wir werden sie reichlich belohnen, wenn sie sich in unseren Dienst stellen “ sagt das internationale Kapital. - „Gebt uns Geld zur Eroberung der politischen Macht in Russland und wir schießen euch den Weg frei“ – versprechen die Nationalbolschewisten. „Dann haben wir jeder unseren Vorteil“ einigen sich internationales Kapital und Nationalbolschewisten

    [ Originalton Limonka: „In 1997, if I'm not mistaking, in the press-center of the Tretyakov Gallery was held a meeting with George Soros. The meeting of the capital's society and the "Institute of an Open Society", headed by this eccentric American philanthropist. (...) Our presence and appearance was beforehand discussed with the Russian Soros helpers and Soros himself was informed: two dangerous revolutionaries will come. He could have said: "Lord have mercy, no!" But he said - let them come.(...) Conquerors from Eastern Europe, they came in the 50s to the Yankees who already got lazy, however, they easily passed them by. (...) In his last book Soros - a philanthropist and financial man, and as people tell, a brave and aggressive speculator, who ruined Indonesia's currency, an entire country, suddenly comes forth as almost an enemy of capitalism, states doubts in capitalism. (...) In any case he declares himself enemy of the capitalism that formed in Russia. (...) the philanthropist spends a wild quantity of millions of dollars (...) in publishing of Russian textbooks that explain to the students how the word is made according to Soros. It is a person with a colossal megalomania, with the desire to impose himself on the world. And with huge money, which makes his desire realizable. (zitert aus den „siameischen Zwillingen“).

     

     

     

    Mit „anti-kapitalistischen“ Kapitalisten zusammen die „siamesischen Zwillinge“ bezwingen – damit kommen wir zur Märchenstunde Limonkas:

    Limonkas

    Hirngespinst von den siamesischen Zwillingen

    Limonka predigt eine total neues Russland. Die Zeit des Kapitalismus und des Sozialismus ist für Limonka erklärtermaßen „abgelaufen“ - punktum. Die Zukunft der Menschheit liegt in den Händen eines nationalbolschewistischen Groß-Russlands – einer Welt der „Brüderlichkeit, der Befreiung von mechanischer Arbeit, sexuellem Wohlbefinden und dem Recht auf Krieg!“ - das predigt Limonka als etwas „total-total Neues“.

     

    Was würde Lenin zu den Nationalbolschewisten sagen, wäre er noch am Leben:

     

    Sage ich: das neue Russland muss man so und so, vom Standpunkt, sagen wir, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der ausgleichenden Verteilung nach dem Arbeitsprinzip u. dgl. m. errichten, so ist das Subjektivismus, der mich in das Gebiet von Hirngespinsten führt. In Wirklichkeit werden die Kämpfe der Klassen, und nicht meine guten Wünsche [oder die von Limonka – Anmerkung des Verfassers] die Errichtung eines neuen Russlands bestimmen. Meine Ideale von der Errichtung eines neuen Russlands [wie auch die „Ideale“ des nationalbolschewistischen Programms – Anmerkung des Verfassers] werden nur dann keine Hirngespinste sein, wenn sie wirklich die Interessen einer existierenden Klasse ausdrücken, deren Lebensbedingungen dazu zwingen, in einer bestimmten Richtung tätig zu sein. Stelle ich mich auf diesen Standpunkt der Objektivität des Klassenkampfes, so rechtfertige ich keineswegs die Wirklichkeit, sondern zeige im Gegenteil in dieser Wirklichkeit selbst die tieftsen ( wenn auch auf den ersten Blick nicht sichtbaren) Quellen und Kräfte ihrer Umgestaltung.

    Sage ich aber: `Das neue Russland errichtet niemand, es wird errichtet im Kampf der Interessen` [auch dies sagen die Nationalbolschewisten – Anmerkung des Verfassers], so werfe ich sofort einen gewissen Schleier über das klare Bild des Kampfes bestimmter Klassen, mache ich denjenigen Zugeständnisse, die nur die an der Oberfläche sichtbaren Handlungen der herrschenden Klassen, d.h. besonders der Bourgeoisie, sehen. Ich verfalle unwillkürlich in eine Rechtfertigung der Bourgeoisie, statt der Objektivität des Klassenkampfes nehme ich die auffälligste oder die zeitweilig erfolgreiche bürgerliche Richtung zum Kriterium“ (Lenin, Band 18, Seite 322).

     

    Das Unglück jeder Nation - wie auch der gesamten Menschheit - ist heute dadurch entstanden, dass sie in antagonistische Klassen aufgeteilt ist, dass die einen die anderen Klassen ausbeuten und unterdrücken und dass einige wenige Nationen wiederum alle anderen Nationen ausbeuten und unterdrücken. Um die Menschheit von diesen Übeln zu befreien, muss man sie von ihrem antagonistischen Klassencharakter befreien, um sie dann im nächsten Schritt überhaupt von Klassen befreien zu können. Dies ist aber ohne Klassenkampf und Revolution nicht möglich, denn die eine Klasse, die Weltbourgeoisie, lebt auf Kosten der anderen, verschlimmert dadurch die Krise und ist deswegen weder willens noch in der Lage, die Klassengesellschaft zu beseitigen, weil damit ihre eigene Klasse zum Untrgang verurteilt ist, sie also nicht freiwillig abtreten will und auch nicht kann. Die Weltbourgeoisie braucht die Klassengesellschaft, um zu überleben. Das Weltproletariat muss sie beseitigen, um zu überleben. Es gibt also eine Klasse, die die objektiven und subjektiven Voraussetzungen mit sich bringt, die Menschheit von der Klassengesellschaft zu befreien einschließlich von sich selbst – das ist das Weltproletariat. Ohne eine Weltordnung des Proletariats keine Befreiung der Menschheit von ihrer Aufteilung in antagonistische Klassen, keine Befreiung des Menschen von seiner zwanghaften Klassengebundenheit, keine klassenlose Gesellschaft, keine Menschheit ohne Klassencharakter, keine Lösung der Probleme der Menschheit, sondern deren Zerstörung und Vernichtung, Zerstörung und Vernichtung der Welt, also unserer aller Lebensgrundlage. Der Weltkapitalismus zerstört unser aller Lebensgrundlage (einschließlich die der Kapitalisten übrigens). Deswegen muss der Weltkapitalismus zerstört werden, um unser aller Lebensgrundlage zu sichern und zu verbessern und darauf eine höhere Kultur, eine menschliche Kultur aufzubauen, die allen Menschen auf dieser Erde gleichermaßen zugute kommt – die kommunistische Kultur.

    Kommunismus heißt heute, die Weltprobleme der Menschheit gemeinschaftlich zu lösen, Menschen und Natur von der unmenschlichen antagonistischen Weltklassengesellschaft zu befreien, dabei Freud und Leid im Kampf gegen die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen und Nationen zu teilen, das Glück eines jeden ausgebeuteten und unterdrückten Volkes mit dem Glück eines anderen ausgebeuteten und unterdrückten Volkes zu verbinden.

    Das Glück des russischen Volkes ohne das Glück aller anderen Völker, ohne den gemeinsamen Kampf für das Glück aller Völker, ist ein Unglück für das russische Volk. Das sozialistische russische Volk war dadurch stark, dass es von den unterdrückten und ausgebeuteten Völkern unterstützt wurde. Wer das Glück einer eigenen, einzelnen, stärkeren, überlegeneren, reicheren oder sonst einer Nation höher stellt als das Glück aller anderen Nationen, der bringt sich um das gemeinsame Glück, weil es die anderen ihr versagen werden, der bringt alle anderen Nationen ums Glück, genauso wie das der eigenen. Jedes Privileg einer Nation gegenüber einer anderen, ist ein Schaden für alle Nationen, auch für die privilegierte Nation. Das zukunftssichernde Prinzip ist heute das Prinzip des proletarische Internationalismus, mit dem sozialistische Nationen geschaffen werden, also Abschaffung jeglicher Privilegien – der bürgerliche Nationalismus ist das Prinzip einer untergehenden Gesellschaftsordnung, der die Unterdrückung und Ausbeutung der Nationen erzeugt hat, die Aufrechterhaltung oder Zurückgewinnung von Privilegien.

    Die Befreiung der ganzen Menschheit garantiert die Befreiung eines jeden Volkes, wobei die Befreiung eines jeden Volkes ein unersetzbares Kettenglied der Befreiung der ganzen Menschheit ist, denn die Befreiung der Menschheit schreitet in dem Maße voran, wie sich die einzelnen Kettenglieder miteinander zu ihrer eigenen Befreiung vereinigen. Nicht Befreiung gegeneinander, auf Kosten anderer, sondern Befreiung miteinander, füreinander – das ist der einzige Ausweg aus der heutigen Krise aller Nationen, das ist der Ausweg aus der Krise der russischen Nation.

    Auf dieser Welt besteht das höchste Bestreben darin, alle Menschen untereinander wie jeden einzelnen mit der Natur in Einklang zu bringen und die dafür notwendige Beseitigung der bestehenden Ausbeutung und Unterdrückung von Mensch und Natur durch den Menschen mittels internationalen Klassenkampfes zu erreichen, durch den Sieg der sozialistischen Revolution, des Sturzes der Weltbourgeoisie durch das Weltproletariat, durch den Sieg des Weltsozialismus über den Weltkapitalismus, durch Beschreiten des Weges zum Kommunismus.

    Das sind die Ideale, von denen wir Kommunisten unsere revolutionäres Handeln ableiten. Wir lassen uns vom Marxismus-Leninismus leiten, weil er nicht „ausgedacht“ ist, sondern wissenschaftlich mit den objektiven Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung der Welt übereinstimmt. Das macht unsere Bedeutung und Stärke aus, macht uns zu einer Kraft, die den Herrschenden dieser Welt das Fürchten lehrt und wir für sie immer noch der Feind Nr. 1 in der Welt sind, denn der Kommunismus lebt, ist unbesiegbar. Unsere Niederlagen machen unseren Sieg nur noch vollkommenerer. Die kommunistische Gesellschaft ist die einzige Gesellschaft, mit der die Menschheit eine Zukunft hat.

    Wir Kommunisten fragen die Nationalbolschewisten also , was ihre Ideale eines neuen Russlands mit diesen kommunistischen Idealen Lenins und Stalins zu tun haben und warum sie die Kommunisten Lenin und Stalin in Nationalisten umtaufen? Sicherlich, Stalin und Lenin haben - wie bereits schon vorher Marx und Engels – (also lange, lange vor den Nationalbolschewisten) erkannt, dass die Zeit des Kapitalismus und des Sozialismus eines Tages abgelaufen sein wird. Der Unterschied ist nur der, dass sie nicht den Nationalbolschewismus dabei vor Augen hatten, sondern den Weltkommunismus, was die Nationalbolschewisten selbstverständlich leugnen.

    Limonka – einer der politischen Führer der NBP (Nationalbolschewistische Partei in Russland) stellt in diesem seinem Artikel „Sozialismus und Kapitalismus – siamesische Zwillinge“ kühne, „revolutionäre“ Losungen auf, von denen wir hier einige zitieren: „ freedom of man from mechanical labor“.

    Stalins Antwort hierauf:

     

    Darum müsste gesagt werden, dass nirgends so gern Maschinen angewandt werden, wie in der UdSSR, denn die Maschinen ersparen der Gesellschaft Arbeit und erleichtern die Arbeit des Arbeiters, und da es in der UdSSR keine Arbeitslosigkeit gibt, wenden die Arbeiter sehr gern Maschinen in der Volkswirtschaft an“ (Stalin Werke, Band 15, Seite 334-335, dt. Ausgabe, KPD/ML).

     

    In der bürgerlichen Gesellschaft ist die lebendige Arbeit nur ein Mittel, die aufgehäufte Arbeit zu vermehren. In der kommunistischen Gesellschaft ist die aufgehäufte Arbeit nur ein Mittel, um den Lebensprozess der Arbeiter zu erweitern, zu bereichern, zu befördern“ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“)

     

    Wir Kommunisten verachten nicht grundsätzlich die Arbeit, sondern nur die Lohnarbeit, weil sie auf kapitalistischer Sklaverei beruht. Maloche ist nicht gleich Maloche. Mir kommt es nicht darauf an wie mechanisch, wie schwer oder wie anstrengend irgendeine Arbeit für mich ist, wenn ich weiß, dass sie meiner Familie, der Gesellschaft dient und nützlich ist für sie, wenn sie allen wie auch mir selbst Wohlstand und mehr Lebensqualität verschafft. Ich bin sogar freiwillig und gerne bereit, ohne Geld zu arbeiten, wenn es dem Gemeinwohl aller Menschen auf dieser Erde dient. Für mich ist aber schon der kleinste Handschlag, selbst wenn ich dabei von machanischer Arbeit befreit wäre und mein Arbeitsplatz „interessanter“ oder vielleicht“ abwechslungsreicher“ gestaltet wäre, schon zu viel, stinkt es mir gewaltig, wenn ich damit statt meiner Familie, statt dem Wohl der Gemeinschaft, nur den Geldsäcken das Bankkonto damit auffülle, die ihren Hals nicht voll kriegen können, während meine Familie, während die Gemeinschaft hungern und den Gürtel enger schnallen muss, also wenn jeder Handschlag nur dazu führt, mich vielleicht schon am nächsten Tag selber wegzurationalisieren und arbeitslos auf der Straßezu liegen. Wenn ich mit meiner Arbeit gezwungen werde, die Macht der Reichen und ihren Reichtum nur vermehren, und dadurch noch mehr Armut zu produzieren dann allerdings ist das eine verfluchte Maloche, macht sie mich, macht sie jeden, macht sie alle kaputt, werde ich mich, wird sich jeder, werden sich alle von dieser Art von Arbeit befreien, indem ich mich, sich jeder mit allen Kollegen der Welt vereinigt und für unser aller revolutionären Befreiung von der Lohnsklaverei kämpfen. Also eine mechanische Arbeit für das Wohl aller ist mir tausendmal lieber als die „tollste“ Arbeit, wenn diese den Kapitalisten oder dem kapitalistischen Staat dient, ob er nun amerikanisch, russisch, deutsch oder chinesisch ist. Das ist in erster Linie eine soziale und nicht nationale Frage.

    Vor allem ist es nicht so wie die Nationalbolschewisten behaupten, dass sich in der Inbesitznahme der Fabriken durch die Arbeiter der Sozialismus erschöpft, sondern es ist so, dass mit der sozialistischen Umgestaltung die notwendigen Voraussetzungen für die kommunistische Gesellschaft geschaffen werden, wo die Arbeit nicht bloßes Mittel zum Zweck bleibt, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden ist und sich das Prinzip: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ verwirklichen lässt.

    Limonka predigt „Brüderlichkeit unter den Menschen“ unter den gegenwärtigen Verhältnissen in Russland, denn Kapitalismus und Sozialismus sind ja bereits „passé“, können „beide“ nicht mehr die Menschen als bloßes Werkzeug der Produktivität der Arbeit missbrauchen. Nationale Brüderlichkeit als Wundermittel zur Versöhnung zwischen Lohnarbeit und Kapital - zum Wohle des „ganzen“ Volkes oder zum Wohle einer Minderheit des ganzen Volkes?

     

    The Right of War“

     

    Limonka fordert: „Right for war.“ Hat er mal die ältere russische Bevölkerung gefragt, was die von einem „Recht auf Krieg!“ halten? Sie werden Limonka antworten: „Recht auf Krieg zur Verteidigung des Sozialismus – ja, ansonsten aber GEGEN das Recht auf Krieg. Hat Limonka die russische Jugend, beispielsweise die russischen Söhne im Tschetschenischen Krieg befragt, ob sie „heiß“ darauf ist, für Putin zu sterben, um für die Eroberung des eurasischen Reiches, für die russische Weltherrschaft zu sterben? Eine Forderung nach Recht auf jedweden Krieg aufzustellen, ohne die Klassenfrage zu stellen, welcher Klasse dieses Recht nützt und welcher Klasse es schadet, ist die Forderung des Nationalismus, ist die Aufforderung zum imperialistischen Eroberungskrieg. Wenn es überhaupt irgendein Recht auf Krieg gibt, dann nur das Recht auf einen Krieg der unterdrückten und ausgebeuteten Klassen gegen den Krieg der unterdrückenden und ausbeutenden Klassen. mit dem Ziel der Beseitigung der Unvermeidbarkeit von allen Kriegen für alle Zeiten. Der wirklich gerechte Krieg der Welt ist der Klassenkrieg des Weltproletariats gegen den Krieg des Weltimperialismus, weil er der einzige Krieg ist, der die Unvermeidbarkeit von Kriegen beseitigen kann.

     

    Also Recht auf imperialistische Raubkriege?! Nie haben Lenin und Stalin solch eine reaktionäre Forderung aufgestellt! Wie wäre es mit Recht auf Frieden, liebe Nationalbolschewisten? Was war denn für euch Recht auf Krieg zwischen Russland und Afghanistan? Recht auf einen sozialen und nationalen Befreiungskrieg des Afghanischen Volkes gegen die Besatzer des russischen Sozialimperialismus oder Recht der russischen Sozialimperialisten auf Krieg zur Unterwerfung des Afghanischen Volkes? Oder etwa „Beides“ - nach dem Motto, „möge der Stärkere gewinnen“, weil das Recht nur immer auf der Seite des Stärkeren ist? Wie großzügig, wenn eine reiche Supermacht einen Krieg führt, und das Recht auf diesen Krieg mit einem der ärmsten Völker der Welt teilt! Wer in Afghanistan stärker war, hat sich ja wohl erwiesen. Die russischen Besatzertruppen mussten ihren Schwanz einziehen und die Kabuler Marionettenregierung der neuen Zaren ihren Hut nehmen. Das war Recht so - sagen wir Bolschewiki, nicht zuletzt im Interesse des russischen Volkes selbst, dessen Söhne für den kolonialen Profit der russischen Sozialimperialisten ihr Blut vergießen mussten! Das war nicht Recht so, sagen die Nationalbolschewisten, denn das hat Russland auf dem Kriegsweg zur Eroberung des eurasischen Weltreichs geschadet!

    Ist der Krieg gegen Russland gerecht, führen wir mit den russischen Bolschewiki gegen Russland Krieg! Ist der Krieg gegen Russland ungerecht, dann führen wir mit den russischen Bolschewiki den Krieg zur Verteidigung Russlands, opfern wir für Russland unser Blut, so wie wir Kommunisten der Ganzen Welt es damals im zweiten Weltkrieg getan haben!!!

     

    Wir Kommunisten lassen uns von niemandem einen Krieg aufzwingen, auch nicht von den Nationalbolschewisten, (wenn sie es den könnten). Wenn uns irgendeine imperialistische Nation einen Krieg aufzuzwingen versucht, werden wir diese imperialistische Nation in eine sozialistische Nation verwandeln, genauso wie wir einen uns aufgezwungenen imperialistischen Weltkrieg in eine sozialistische Weltrepublik verwandeln werden. Wenn uns der Weltimperialismus daran hindert, die sozialistische Weltrevolution zum Sieg zu führen, damit wir für immer imperialistische Weltkriege verhindern, wenn er also mit einem imperialistischen Weltkrieg versucht, der sozialistischen Weltrevolution zuvorzukommen, dann werden wir den imperialistischen Weltkrieg in einen sozialistischen Weltkrieg verwandeln, dessen Sieg zwar noch mehr Opfer und Zerstörung kosten würde, aber genauso zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution führt – wir werden so oder so siegen, weil der Weltsozialismus gerecht ist, denn er befreit die ganze Menschheit vom Krieg: Die Zukunft der Menschheit wird durch Frieden gesichert, nicht durch Krieg. Die beste Voraussetzung für die sozialistische Weltrevolution ist der Frieden und nicht der Krieg.

    Die Forderung des Rechts auf Krieg für Russen, wo auf der Welt „weder Kapitalismus noch Sozialismus existiert“, ist die Forderung des Rechts einer starken Rasse auf ihre Weltordnung über schwache Rassen, nämlich Krieg gegen jede Rasse zu führen, die nicht russisch ist oder zu schwach ist, sich der Russifizierung zu widersetzen. Das ist ein rassistischer Weltkrieg, ein Rassenkrieg, der den Krieg des Hitlerfaschismus zur Ausrottung einer Rasse, also der jüdischen Rasse, auf alle anderen Rassen der Welt ausdehnt, ein Krieg, der bis zur Ausrottung aller Rassen geführt wird, bis es nur noch Russen auf der Welt gibt. Hitlers Krieg für Lebensraum nach Osten wird von den Nationalbolschewisten verwandelt in einen Krieg für Lebensraum nicht nur nach Westen, sondern Lebensraum für Russen auf der ganzen Welt. Allen Völkern wird ihr Lebensraum geraubt, um der russischen Rasse darin Platz zu machen: „Russland ist alles, alles andere ist ein Nichts!“ Das ist die nationalbolschewistische Rechtfertigung für ihr „Recht auf Krieg“, für das Recht auf ihr „eurasisches Reich“ - und das ausgerechnet „im Namen“ Lenins und Stalins ! Befreien wir das Russische Volk, befreien wir Lenin und Stalin und alle Völker der Welt von den Nationalbolschewisten! Wenn der Platz für die Völker enger wird auf der Welt, dann werden sie friedlich zusammenrücken, aber in einem Völkerkrieg die schwachen vernichten, um Platz für die stärkeren zu schaffen oder umgekehrt: In einem Völkerkrieg schwächere Völker zusammenzuschließen, um ein stärkeres Volk auszulöschen – das ist reiner Sozialdarwinismus, imperialistische Ideologie des Kampfes aller gegen alle; so wie die großen Kapitalisten sich das Recht nehmen, die kleinen Kapitalisten zu fressen, die „Groß“mächte sich das Recht nehmen, die kleinen Mächte zu verschlingen, die großen Völker die kleinen verspeisen – all das ist Sozialdarwinismus, nämlich das Recht des Starken über den Schwachen. Sozialdarwinismus ist eine „natürliche“ Auslese zur Reinhaltung der menschlichen Rasse, eine „natürliche“ Schaffung von mehr Lebensraum durch kriegerische Beseitigung des Lebensraumes aller anderen. „Der Klassenkampf ist tot – es lebe der Rassenkampf!“ Verehrte Nationalbolschewisten, diese Parole laut schreien nützt euch gar nichts! Glaubt ihr, dass wir Marxisten-Leninisten vergessen haben, dass der Sozialdarwinismus als Reaktion auf die Verbreitung des Marxismus und der Arbeiterbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstand, und dass Lenin und Stalin GEGEN den Sozialdarwinismus siegreich gekämpft haben, indem sie der Oktoberrevolution und dem großen Vaterländischen Krieg zum Sieg verholfen haben? Habt ihr Nationalbolschewisten etwa vergessen, dass das kleine Albanien die „große“ faschistische Hitlermacht im eigenen Land vernichtet und auf ihren Trümmern den Sozialismus errichtet hat? Ein kleines Land, eine kleine Nation, ein kleines Volk, eine kleine Rasse kann JEDEN besiegen, wenn der Kampf gerecht ist. Ein großes Land, eine große Nation, ein großes Volk, eine große Rasse wird besiegt, wenn dieser Kampf ungerecht ist. Das beweist die Geschichte, das wird die Zukunft beweisen. Der Sozialdarwinismus ist die Ideologie einer untergehenden Weltordnung, die sich verzweifelt vor ihrem Untergang wehrt. Der Sozialdarwinismus wird untergehen wie die Weltordnung, die sich diese Ideologie schuf! Und der Nationalbolschewismus wird untergehen, weil er seinem Wesen nach sozialdarwinistisch ist (Übrigens war es Krupp, der die sozialdarwinistische Theorie finanziert hat ebenso die davon abgeleitete Rassentheorie der Hitlerfaschisten, vielleicht finanziert ja auch das amerikanische Finanzkapital eines Soros den Nationalbolschewismus?). Man sieht, wird die demagogische Phrase des Nationalbolschewismus entkleidet, offenbart sich ihre ganze Primitivität und Menschenverachtung, kommt ihre rassistisch-faschistische Fratze zum Vorschein. Einzig und allein um für die Wiederaufrichtung eines großrussischen Reichs einen Weltkrieg vom Zaun zu brechen, das propagieren nur Nationalisten von der schlimmsten Sorte, das hieße, die Interessen einer kleinen Minderheit von Monopokapitalisten höher zu stellen als die Interessen von Hunderten Millionen Menschen, die durch den Krieg leiden.

    Das siegreiche Proletariat kann keinem fremden Volk irgendwelche Beglückungen aufzwingen, ohne damit seinen eignen Sieg zu untergraben.

    Lenin lehrt, „dass man gerade dann nicht nur ein antisozialistischer, sondern auch ein antinationaler Politiker ist, wenn man die Teilnahme am imperialistischen Krieg rechtfertigt, wenn man in diesem Krieg die Losung `gegen die Niederlage` ausgibt. Denn der gegenwärtige imperialistische Krieg ist ein Krieg der Großmachtvölker (= der Völker, die eine ganze Reihe anderer Nationen unterdrücken) zum Zwecke der Unterwerfung neuer Nationen. Man kann im imperialistischen Krieg nur dann `nationaler` Politiker sein, wenn man sozialistischer Politiker ist, d.h. nur dann, wenn man das Recht der unterdrückten Nationen auf ihre Befreiung, auf Lostrennung von den sie unterdrückenden Großmächten anerkennt. In der Epoche des Imperialismus gibt es für die Mehrzahl der Nationen der Welt keine andere Rettung als die revolutionäre Aktion des Proletariats der Großmachtnationen, die über die Schranken der Nationalität hinausgeht, diese Schranken durchbricht, die internationale Bourgeoisie stürzt. Kommt es nicht zu diesem Sturz, so bleiben die Großmachtnationen weiterbestehen, das heißt, es bleibt die Unterdrückung von neun Zehnteln aller Nationen der Welt weiterbestehen. Kommt es aber zu diesem Sturz, so wird er in gewaltigem Ausmaß den Fall aller und jedweder nationalen Scheidewände beschleunigen, und er wird dadurch die `Differenzierung` der Menschheit im Sinne von Reichtum und Mannigfaltigkeit des geistigen Lebens und der ideellen Strömungen, Bestrebungen und Schattierungen nicht abschwächen, sondern millionenfach steigern“ (Lenin, Band 21, Seite 272).

     

    Das ist die Quintessenz unserer marxistisch-leninistischen Haltung zum imperialistischen Krieg- seine Verwandlung in den internationalen Bürgerkrieg, in den internationalen Klassenkrieg zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution. Diesen Standpunkt werden wir stets gegenüber dem Nationalbolschewismus verteidigen. Wir Bolschewisten kämpfen bekanntlich nur für gerechte Kriege und nur gegen ungerechte Kriege, also für den anti-imperialistischen Frieden mit der Waffe in der Hand ! Wir stellen dem Recht auf Krieg (Nationalismus!) das Recht auf Frieden (Internationalismus!) entgegen. Nur der Krieg des Internationalismus wird über den Krieg des Nationalismus siegen. Und erst wenn der Nationalismus beseitigt sein wird, kann es einen Frieden geben, der nicht mehr die Erholungspause zwischen Kriegen ist, sondern unvermeidbar wird für die ganze Menschheit.

    Die Nationalbolschewisten nehmen zum Krieg zwischen Usrael und Palästina die Haltung ein „weder Siege noch Niederlagen“, weder für die Israeli noch für die Palästinenser – jeder von beiden Seiten hätte ein Recht für seine Interessen auch Krieg zu führen. Wer so etwas vertritt, ist in jedem Falle ein Feind der internationalistischen proletarischen Politik, ein Anhänger der Herrschenden, ein Gegner der Unterdrückten, ist ein Chauvinist reinsten Wassers. Und diese Politik betreiben die Nationalbolschewisten ja auch in Russland:

     

    Hineintragen von Ideen in die Arbeiterklasse, aus denen sich die Notwendigkeit ergibt, die Großmachtvorteile und – privilegien der großrussischen Gutsbesitzer und Bourgeois zu bewahren und zu festigen, selbst um den Preis von Kriegen“ (Lenin, Band 21, Seite 281).

     

    Die Nationalbolschewisten sind bereit, alles zu unterschreiben, selbst „Sozialismus“ und „Revolution“, wenn denn ihr „Recht auf Krieg“ dabei gesichert ist, wenn alle sich diesem „Recht“ bedingungslos unterwerfen: „Sozialismus“, „Revolution“ - bitte schön, was euch Linken beliebt – in Friedenszeiten, aber in Kriegszeiten = Unterstützung des Nationalismus, russischer Raubkrieg, Unterjochung fremder Nationen unter dem Militärstiefel der russischen Monopolbourgeoisie. Ist das erledigt, kann man hinterher über die Verteilung der Beute „reden“! „Einheit“ mit den Linken ist für die russische Monopolbourgeoisie von Vorteil, wenn die Linken damit gezwungen werden können, sich dem russischen Chauvinismus unterzuordnen zum Beispiel „im Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus“ usw. Usf., weil dadurch die Arbeiter an einer internationalistischen Orientierung und Organisierung gehindert werden. Sache der russischen Bourgeoisie ist es, für Privilegien und Vorrechte ihres nationalen Kapitals „gegenüber“ dem internationalen Kapital zu kämpfen und das russische Volk irrezuführen, indem sie den imperialistischen Kampf um das Kriegs“recht“, andere auszuplündern, für einen „nationalen Befreiungskrieg“ gegen die amerikanische Vorherrschaft ausgibt. Die Nationalbolschewisten lügen, wenn sie mit Phrasen über die Rettung Russlands vor seiner Vernichtung die Bestrebungen bemänteln, die russischen Großmachtprivilegien zu „retten“, und das russische Proletariat von den Aufgaben des Kampfes gegen die internationale Bourgeoisie – einschließlich der eigenen russischen Bourgeoisie -

    Und wir Bolschewisten sagen euch Nationalbolschewisten:

     

    Entweder

    ihr verteidigt mit dem gewehr oder der Feder, direkt oder indirekt, in welcher Form auch immer, die russische Großmacht – und überhaupt ihre natzionalen Privilegien oder Machtpositionen oder Ansprüche eurer eigenen russischen Monopolbourgeoisie, und das heißt dann für uns – ihr seid ihre Anhänger und Lakaien;

    oder

    ihr schließt euch uns Bolschewisten an in unserem internationalistischen bewaffneten revolutionären Krieg gegen die russische Großmacht und ihre Privilegien, in unserem Klassenkrieg gegen jegliche imperialistische Großmacht, gegen jegliche Großmachtprovolegien.

     

    Ein Mittelding gibt es nicht!

     

    Solltet ihr euch mit einem „Mittelweg“ herauszuwinden wagen, dann sagen wir euch: Ein Mittelweg, eine mittlere Linie bedeutet in Wirklichkeit nur, den verkappten, verhüllten Übergang auf die Seite der russischen Imperialisten! Lippenbekenntnisse gegenüber Lenin und Stalin sind eine Heuchelei, durch die die russischen Massen über eure tatsächlichen Absichtern nur getäuscht werden sollen.

    Hier geht es um die Scheidung zwischen den „revolutionären“ (=konterrevolutionären!) russischen Chauvinisten, die die „Revolution“ nur gegenüber allem „Fremden“ (=Nicht-Russischen=Progrome gegen Ausländer), gegenüber der „Fremdherrschaft des ausländischen Finanzkapitals“ usw. wollen, und den revolutionären proletarischen Internationalisten, die mit der Befreiung des monopolkapitalistischen Russlands heute den Weg der sozialistischen Weltrevolution verfolgen. Diese neue Scheidung ist dem Wesen der Sache nach eine Sheidung zwischen dem Kleinbürgertum Russlands und dem russischen Proletariat. Man muss dabei den Unterschied zwischen Bolschewismus und Nationalbolschewismus als unterschiedliche Stellung zwischen den verschiedenen Klassen des heutigen Russlands begreifen, worauf ihre taktischen und prinzipiellen Interessengegensetze beruhen. Die russische Arbeiterklasse würde sich selbst zur Ohnmacht verurteilen, wenn sie es sich erlauben würde, so zu schwanken, wie das russische Kleinbürgertum schwankt.

     

    Die Arbeiterklasse wird ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn sie es versteht, ihrem großen Ziel ohne Schwanken entgegenzugehen, und das Kleinbürgertum vorwärtstreibt, ihm die Möglichkeit gibt, aus seinen Fehlern zu lernen, sobald es nach rechts schwankt, und alle Kräfte des Kleinbürgertums zum Vorstoß ausnutzt, sobald das Leben es zwingt, nach links zu gehen“ (Lenin, Band 21, Seite 386-387).

     

    Eben das heißt es für uns Bolschewiki, nicht nur das russische Proletariat über die kleinbürgerliche, falsche Losung der Nationalbolschewisten „weder rechts noch links“ aufzuklären, sondern auch das schwankende Kleinbürgertum. Zusammengehen mit dem demokratischen Kleinbürgertum ja, aber nicht mit den Nationalbolschewisten. Sie wollen nur einen Sieg über Putin zu dem Zweck, sich vom Einfluss westlichen Kapitals zu befreien, um freie Hand zu bekommen, andere Länder auszurauben, die Herrschaft der Großrussen über die übrigen Völker Russlands wieder zu festigen und die so zurückgewonnene Hegemonie als Sprungbrett für die Expansion ihres „eurasischen Reiches“ zu nutzen.

    Die Nationalbolschewisten wissen ganz genau, dass eine sozialistische Revolution in Russland auch die Völker Eurasiens in die sozialistische Revolution verwickeln würde, dass dies ein Signal für das Fortschreiten und die Ausbreitung der sozialistischen Weltrevolution bedeuten wird. Deswegen ihre Befürchtung, dass ihr Traum vom eurasischen Reich ausgeträumt wäre. Aber die internationale Solidarität des Proletariats mit den Völkern des Nahen und Mittleren Ostens ist bereits zur Tatsache geworden – genau deswegen ja auch der Kampf der Nationalbolschewisten gegen den internationalen Marxismus-Leninismus, indem sie sich hinter Stalin und Lenin verstecken, um die Massen zu täuschen! Um den russischen Arbeiter zu beeinflussen, müssen sich die Bourgeois als Nationalbolschewisten verkleiden, sonst ist die Beeinflussung unmöglich. Alles, was ihr wollt, aber hindert uns nicht daran, die Arbeiter für die Eroberung des eurasischen Reiches zur faktischen Mitarbeit aufzurufen. Das ist euer Ziel, alles andere ist nur schmückendes Beiwerk von Worten. Das allein ist es, was die Monopolbourgeoisie Russlands heute braucht. Kluge Bourgeois verhalten sich nachsichtig zur internationalistischen und sozialistischen Phrase, wenn nur die Teilnahme der Vaterlandsverteidigung nicht außer Frage steht. Wenn man hinter dem Aufbau eines eurasischen Reiches, hinter Phrasen des Sozialismus usw. den russischen Raubkrieg verteidigt, ist das denn nicht wirklich ein Vorteil für die imperialistische russische Bourgeoisie? Ist es denn für den Herrn etwa nicht von Vorteil, einen Lakaien zu haben, der dem Volk hoch und heilig schwört, der Herr weihe sein ganzes Leben der Sorge um das Volk und der Liebe zum russischen Volk? Einheit mit dem Nationalbolschewismus, das ist die Einheit des russischen Proletariats mit seiner Bourgeoisie, d.h. der UNTERWERFUNG unter sie, ist die SPALTUNG der internationalen, revolutionären Arbeiterklasse.

     

    Sexuelle Befreiung

     

    Limonka fordert: „Sexual comfort“ - was soll dies für eine politische Forderung sein? Das erinnert stark an die antiautoritäre SexPol-Bewegung der 68er Bewegung, die die Gesellschaft durch eine sexuelle Revolution befreien wollte. Will Limonka mit seinem „sexual comfort“ die Zeugung von den beiden „siamesischen Zwillingen“ Kapitalismus und Sozialismus verhüten? Ein totaler Staat für totalen Sex zur totalen Empfängnisverhütung ungewollter sozialistischer Schwangerschaften? – Der totale Staat schützt dich total gegen das sozialistische HIV-Virus, damit das Volk unbeschwert „komfortablem Sex“ nachgehen kann nach dem Motto der Hitlerfaschisten: „Make sex for children who are needed for the war to fight down bolshevism!“ („Forbid the forbidden!“).

    Limonka und die NBP behaupten:

    „Both systems are concerned with property and capital. Under capitalism property and capital belong, as it was already mentioned, to private individuals, under socialism, property and capital belong to the working people - hired workers, in other words the proletariat. Simple, isn't it? (...) Still in 1993, balloting in the Tver region for the 172nd electoral district, I answered the questions of the electorate: am I for private property or against it? I did not answer by a short "yes" or "no", but answered that I'm for the effective form of property. It is important that the plant, the factory make profits, so that the workers have a good pay and the government receives its taxes, and who the owner of the plant is, whether it is one man or a workers' collective or auctioneers is indifferent. Still today I stand on the same position.“

    Die NBP ist also erklärtermaßen keine Kämpferin für die Beseitigung, sondern für die Aufrechterhaltung des Privateigentums!

    Limonka kommt gar nicht darauf, dass die Arbeiter nichts als ihre Arbeitskraft besitzen und dass Lohnarbeit dem Lohnarbeiter kein Eigentum schafft, wohl aber dem Kapitalisten zur Macht über das gesellschaftliche Eigentum verhilft. Durch die Massenarbeitslosigkeit haben immer weniger Lohnarbeiter die Chance, überhaupt für das nackte Leben ihrer Familie zu sorgen. Über die Beseitigung der Weltkrise und ihrem ganzen Elend wird im Programm der NBP nicht ein Wort verloren : „Russland über alles, alles andere ist ein Nichts!“

    Der Sozialismus schafft ja nicht die persönliche Aneignung der Arbeitsprodukte ab, die für die Reproduktion des unmittelbaren Überlebens unentbehrlich sind, sondern:

     

    Wir wollen nur den elenden Charakter dieser Aneignung aufheben, worin der Arbeiter nur lebt, um das Kapital zu vermehren, nur so weit lebt, wie es das Interesse der herrschenden Klasse erheischt. (...) Der Kommunismus nimmt keinem die Macht, sich gesellschaftliche Produkte anzueignen, er nimmt nur die Macht, sich durch diese Aneignung fremde Arbeit zu unterjochen. Man hat eingewendet, mit der Aufhebung des Privateigentums werde alle Tätigkeit aufhören und eine allgemeine Faulheit einreißen. Hiernach müsste die bürgerliche Gesellschaft längst an der Trägheit zugrunde gegangen sein; denn die in ihr arbeiten, erwerben nicht, und die in ihr erwerben, arbeiten nicht. Das ganze Bedenken läuft auf die Tautologie hinaus, dass es keine Lohnarbeit mehr gibt, sobald es kein Kapital mehr gibt“ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“, Abschnitt Proletarier und Kommunisten).

     

    Ob der Besitz der Fabriken der Befriedigung der Bedürfnisse der Massen oder eines Einzelnen dient und ihm Profite abwirft, ist Limonka „egal“ - Kapital und Arbeit sind es gleichermaßen zufrieden, wenn alles „schön im nationalen Gleichgewicht“ bleibt.

     

    Er verschweigt den antagonistischen Widerspruch zwischen Arbeit und Kapital, leugnet die Klassenfrage ( um das kapitalistische Eigentum zu retten und die Lohnsklaverei zu verewigen!) – nationaler Klassenfrieden um nationale Kriege zu führen, da stört der sozialistische Klassenkampf nur!

    Das ist bezeichnend und selbstentlarvend zugleich für die gesamte bürgerliche und reaktionäre politische Linie der Nationalbolschewisten:

    The confrontation of capitalism with socialism from the very beginning was a fiction, invented by professor Marx, on the base of the already present economic knowledge + a bucket of fantasy. In reality the practician, conquistador Marx needed a revolutionary class (or a chosen people, which is essentially the same thing). Since if you get yourself out of the desert, this is banal, and this action will not surprise anybody. But to lead an entire people from the desert - this is a feat. It is clear that the proletariat, the hired workers, when it only appeared was badly paid and lived terribly. But it was also clear that this was a temporary problem, since all problems of this kind (more salary, more hours, quantity of working hours) - can be solved and are solved in the practice of relations .(...) Today when both Zuganov and Soros talk with the same language about property, when some transnational corporation is owned by so much thousands auctioneers, that it can be considered a collective property, the limits between socialism and capitalism do not exist. It never existed at all. As there was no capitalism and now there is no socialism. The intelligent "Moor" only invented the terminology. And the fact that Lenin had won under the flag of Marxism, well, what can one say, throw up one's hands and say: a genial misfit who assembled a priceless human material under his command, he would have won under any flag. (...) These brain-burning computations of professor Marx were not needed to them, people of action. They needed an exciting, beautiful flag and a few slogans. What can be more exciting than a red flag? Why did communist and socialist parties degenerate? Because they function with the same categories as the liberals, call for the same goals. But if our ideological enemies preach the productivity of labor, then it is stupid to preach a still larger productivity of labor. Besides, knowing for certain that it works better for them, with mechanical labor and productivity. One needs to preach something different, totally-totally different. The fraternity of people, freedom of man from mechanical labor. Sexual comfort. Right for war.“

     

    Also: „Es gab nie Kapitalismus und es gibt keinen Sozialismus.“

     

    Deswegen ist die Konfrontation zwischen Kapitalismus und Sozialismus ein „Hirngespinst“ von Marx. Welche Beschönigung des Imperialismus, welcher Hohn auf Lenin und Stalin und das ganze Sowjetvolk, welcher Hohn auf den Bolschewismus. Es reicht für Limonka, den ersten Satz des Kommunistischen Manifests zu lesen „Ein Gespenst geht um...usw „ und schon hat er mit diesem „Mystifizismus“ den ganzen Marxismus, den Kapitalismus (der für Limonka ein Hirngespinst von Marx ist) samt Sozialismus „widerlegt“ – das war alles nur eine „Fiktion“ – und fertig ist der Nationalbolschewismus! (so wie Limonka das tatsächlich in seinem Märchen von den siamesischen Zwilligen erzählt hat). Marx und Engels sagten über das „Gespenst“ etwas ganz anderes:

     

    Alle Formen und Produkte des Bewusstseins [können] nicht durch geistige Kritik, durch Auflösung ins `Selbstbewusstsein` oder Verwandlung in `Spuk`, `Gespenster`, `Sparren` etc. sondern nur durch den praktischen Umsturz der realen gesellschaftlichen Verhältnisse, aus denen diese idealistischen Flansen hervorgegangen sind, aufgelöst werden....“ (Marx, Engels, Die Deutsche Ideologie, S Band 3, Seite 38, dt. Ausgabe).

     

    Das Volk, die Arbeiterklasse, soll nicht zu viel politisch denken - „a few slogans“ - mehr braucht die Massenaktion nicht. Der ideologische Einfluss der Bourgeoisie soll nicht durch den Marxismus-Leninismus untergraben werden. Ausbeutung des Proletariats wird von den Nationalbolschewisten angesehen als „a temporary problem, since all problems of this kind (more salary, more hours, quantity of working hours) - can be solved and are solved in the practice of relations“. Sie sehen in der Ausbeutung nur ein „zeitlich begrenztes Problem“, das man ohne Klassenkampf – also technisch in den Griff bekäme, ja bereits schon gelöst (!) hätte - eine glatte Lüge und eine Verhöhnung der tatsächlichen Verhältnisse, unter denen die russische Arbeiterklasse heute zu leiden hat. Die Illusion von der Harmonie zwischen russischer Arbeit und russischem Kapital, vom Lohn der Arbeiter und andere Probleme ihrer Arbeitswelt, die als „gelöst“ betrachtet werden, haben nichts mit der russischen Realität zu tun. All das zeigt, dass es sich dabei nur um eine Taktik der Nationalbolschewisten handelt, diese Probleme seien „ohne“ Ideologie zu lösen, seien zu lösen ohne proletarische Revolution und deren Leitung durch die marxistisch-leninistische Ideologie. Die Neuformulierung der Entideologisierung dient den Nationalbolschewisten zur Anpassung an die gegebenen Verhältnisse in Russland, um effektiver gegen den Sozialismus, die Revolution und den Marxismus-Leninismus vorzugehen und die bürgerliche Ideologie um so effektiver „als anti-kapitalistisch“ und „anti-sozialistisch“ ins Volk hineinzutragen. Die Verteidigung der bürgerlichen Ideologie wird mit der „Leugnung von jeglicher Ideologie“ lediglich verhüllt und getarnt. Mit der „Leugnung der kapitalistischen und sozialistischen Ideologie“ soll aber auch der alte Ballast des ideologischen Klassenkampfes aus der Welt geschafft werden durch eine neutralisierende Re-Ideologisierung, da die bürgerliche Ideologie in der Krise ist und einem erneuten Ansturm der marxistisch-leninistischen Ideologie nicht gewachsen sein wird, die mit der Wiederbelebung des Klassenkampfes unvermeidlich ihre Wiedergeburt erfährt. Deswegen ist es heute für die Herrschenden so charakteristisch, dass sie tausende von eklektisch zusammengemixten ideologischen Strömungen ins Leben ruft, um die Lage zu verwirren, immer in der Hoffnung, dass irgendeine dieser Strömungen den Marxismus-Leninismus überlebt, und die Arbeiter den Marxismus-Leninismus nicht als Nadel im Heuhaufen herausfindet. Um die „Pleite“ der sozialistischen Ideologie zu „untermauern“, nutzen die Nationalbolschewisten den Verrat der revisionistischen russischen Partei und behaupten, die sozialistische Ideologie hätte mit ihrer marxistischen Voraussage über die Zukunft der kapitalistischen Länder, mit der Voraussage des „ewigen“ Sozialismus in Russland ein „Fiasko“ erlitten. Die Entartung des Sozialismus in der Sowjetunion wird von ihnen als das Ende der marxistisch-leninistischen Ideologie, als Ende der kommunistischen Ideale bezeichnet. Die Nationalbolschewisten setzen alles daran, den revisionistischen Verrat als Misserfolg des Sozialismus und des Marxismus-Leninismus hinzustellen, als ob der Kommunismus nicht fähig sei, für die Lösung der Probleme des heutigen Putin-Russlands eine positive Alternative zu geben. Das ist der platte Antikommunismus des Kapitalismus, ddessen sich die Nationalbolschewisten hier bedienen.

    Die Massen brauchen nach Ansicht von Limonka nur eine „hübsche Fahne“ , um dem Nationalbolschewismus in den goldenen Käfig zu folgen! Die nationalbolschewistische Kunst muss zweckdienlich sein, muss die Instinkte, Triebe und Emotionen der Menschen ansprechen, um ihre Wirkung zu erzielen – biologistische statt Klassenkunst. Die rote Fahne ist Symbol für revolutionäre Veränderung, also wird sie dem Ziel des Marxismus entrissen und dieser durch den Nationalbolschewismus ersetzt, um revolutionäre Instinkte, Gemütsbewegungen gegenüber der Sowjetunion Lenins und Stalins, alte sozialistischen Gewohnheiten, sozialistisch Ethik und Ästhetik aus der „gefährlichen Verborgenheit“ der russischen Seele herauszulocken und für den Nationalbolschewismus zu nutzen. Es kommt nicht darauf an, ob der Sozialismus 20 – 30- 40 oder 50 Jahre funktioniert hat. Es kommt ja auf seine geniale „Erfindung“ an, die keine Macht der Welt rückgängig machen kann. Der Sozialismus, selbst wenn seine Macht beseitigt wurde, bleibt für immer von welthistorischer Bedeutung, leitete eine neue Epoche der Menschheit ein, lebt weiter auf der ganzen Welt, setzt seinen Siegsszug fort. Wir haben den Marxismus-Leninismus, den Plan, um zu jeder Zeit dort wieder zu beginnen, wo man unsere Arbeit unterbrochen hat – nicht nur Russlands anti-revisionistischer Sozialismus „in einem Land“, sondern die ganze Welt ist inzwischen reif für den Weltsozialismus. Der Sozialismus ist also in den Köpfen der Menschen immer noch lebendig, von denen die Revisionisten nicht alle umkrempeln konnten. Man hat dem sozialistischen Volk das sozialistische Russland genommen, aber den Mörtel zum Wiederaufbau der sozialistischen Gesellschaft existiert weiter in der Seele des russischen Volkes. Man kann den Sozialismus in den Köpfen der Menschen nicht wie eine Lampe auslöschen, sondern nur umfunktionieren und zweckentfremden. Nationalbolschewismus ist eben eine solche Zweckentfremdung des Bolschewismus, um das russische Volk (mit und ohne Gewaltanwendung) vor der Rückkehr des Bolschewismus zu bewahren. Man kann einem sozialistischen Volk nicht kapitalistische Gewohnheiten aufzwingen, sondern es bleibt nur der Weg, die neuen kapitalistischen Gewohnheiten in eine sozialistische Hülle zu verpacken. Da die Gewohnheiten sich aber aus dem Klassenkampf des russischen Proletariats herausbilden, der Marxismus-Leninismus nicht vernichtet werden kann, wird die sozialistische Hülle früher oder später abgeworfen, erkennt das Proletariat, warum es in Russland keinen Platz für den Kapitalismus geben kann und wird wieder zum Sozialismus streben, mit dem das russische Volk einst so glücklich war:

     

    Die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats ist der Klassenkampf des Proletariats, das eine Niederlage erlitten und damit die politische Macht gegenüber der Bourgeoisie, gegenüber dem Revisionismus vorübergehend eingebüßt hat, Das russische und albanische Proletariat wurden zwar besiegt, aber nicht vernichtet; sie sind nicht verschwunden, sie haben nicht aufgehört, den Klassenkampf fortzusetzen, und den Widerstand der Bourgeoisie gegen die Zurückeroberung der Diktatur zu brechen“ (Generallinie der Komintern/ML).

    Betrachten wir heute die Lage oder richtiger Nieder-Lage, in der ehemaligen Sowjetunion und die Lage des ehemaligen sozialistischen Albaniens, so müssen wir die Frage beantworten, ob sie tatsächlich für immer an den Kapitalismus verloren gegangen sind - wie es die Kapitalisten behaupten? Können sie etwa nur ein einziges Mal in der Geschichte als schwächstes Glied die Kette des Imperialismus durchbrechen ? Oder bahnt sich ein erneuter Durchbruch an?

    Von unserem proletarischen Klassenstandpunkt aus, vom Standpunkt des proletarischen Internationalismus aus, von unsrem revolutionären Herzen und unserer unversiegbaren Liebe zum Sowjetvolk und albanischen Volk aus, von unserem Glauben an die Kraft der Wiedergeburt des Sozialismus aus, lässt sich diese Frage ganz einfach mit einem überzeugendem, lauten, tiefen » J A ! « beantworten. Ja, die Sowjetunion und Albanien werden diese Kette wieder und immer wieder durchbrechen, bis der Sieg über den Kapitalismus für immer gesichert ist! Und von dieser Überzeugung ausgehend können wir als Internationalisten diese Frage auch vom Standpunkt der Weltrevolution aus bejahen. Aber daraus resultiert die nächste Frage: ja aber wie? Es reicht nicht, wenn wir uns instinktiv stark zur Sowjetunion Lenins und Stalins, zum Albanien Enver Hoxhas hingezogen fühlen, wenn wir den Kraftquell in uns spüren, der von diesen Ländern fortwährend ausgeht, der uns durchströmt, und der unseren revolutionären Geist unablässig speist. Wir müssen diese Aufgabe auch mit kühlem Verstand, mit einer richtigen marxistisch-leninistischen Strategie und Taktik, also ganz systematisch, mit Hilfe des dialektischen und historischen Materialismus lösen:

    Ein Kettenglied, dem es gelungen ist, aus der imperialistischen Kette auszubrechen, kehrt ja nicht im gleichen Zustand wieder in die imperialistische Kette zurück, in dem es ausgebrochen war. Dieses Kettenglied hatte in einem historischen Umwandlungsprozess immerhin eine siegreiche Periode der Revolution, des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats erlebt, das Weltlager in zwei Teile gespalten, und vor allem in seinen Grundzügen eine große Bedeutung für die Weltrevolution, also für die proletarische Revolution in anderen Ländern erlangt und damit auch für die Fortsetzung seiner eigenen siegreichen Periode. Was wir damit sagen wollen, ist, dass die Bedeutung eines solchen Kettengliedes - auch wenn wir es wieder an den Weltimperialismus verloren haben und es sozusagen in die imperialistische Kette zurückgegliedert wurde - niemals für die Weltrevolution verloren geht, sondern für immer in ihr weiter lebt. Wenn wir am Marxismus-Leninismus festhalten und ihm treu bleiben, können wir die Lehre vom Durchbrechen der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle unter den heutigen Bedingungen gar nicht anders auffassen. Nur so gibt uns der Marxismus-Leninismus den Mut, die Kraft und die Zuversicht, diesen internationalistischen Kampf für die Sprengung der imperialistischen Kette siegreich fortzusetzen und zu Ende zu führen. Der Weltimperialismus mag so tun, als hätte es nie einen Kettendurchbruch gegeben, und er wird darüber seine eigenen »Theorien« entwickeln - insbesondere sein Lager der Neo-Revisionisten - aber das wird ihm nichts nützen, denn seine Kette wird gesetzmäßig an der Stelle zerreissen, wo ihr schwächstes Glied ist - und dieser Prozess ist nicht abgeschlossen, sondern er setzt sich gesetzmäßig fort, langsamer oder schneller, aber daran ist prinzipiell überhaupt nichts dran zu ändern. Wo sich auch immer das schwächste Glied befinden mag, wird es ein Bestandteil derjenigen Kettenglieder sein, die bereits ausgebrochen waren, unabhängig davon, ob sie sich nun wieder in Glieder der imperialistischen Kette zurückverwandelt haben oder nicht. In jedem neuen Kettenglied, das ausgebrochen ist, lebt der Geist der alten Kettenglieder fort - leben die ehemaligen Kettenglieder weiter, wird eines Tages der Zeitpunkt kommen, wenn sie selber wieder zum schwächstes Kettenglied in der imperialistischen Kette geworden sind, und sie das zweite Mal an der Reihe sind, sich zu befreien. Genossen, und das ist nicht nur eine bloße Wiederholung des ersten Durchbruchs, sondern diese erfolgt auf einer qualitativ höheren Stufe, die für alle anderen Kettenglieder, die das erste Mal durchbrechen, eine besondere Bedeutung haben werden. Diese Bedeutung haben die ehemaligen Kettenglieder heute schon für jedes andere Kettenglied, bevor sie alle nacheinander die imperialistische Kette durchbrechen werden. Alle Kettenglieder, ob sie noch Bestandteil der imperialistischen Kette oder ob sie schon losgebrochen sind oder vorher einmal losgebrochen waren, bleiben stets miteinander verknüpft durch das Band der Weltrevolution sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart und in der Zukunft. Das Band der Weltrevolution führt die Länder immer stärker zusammen, denn jeder Riss wird nur zu ihrer weiteren Vereinigung und Festigung führen. Eben das unterscheidet das Band des Weltsozialismus vom Band des Weltimperialismus, das nach jedem Riss schwächer und schwächer wird, bis es für immer zerrissen ist.

     

    Die Zurückeroberung des Sozialismus ist nicht nur irgendeine untergeordnete strategische Aufgabe der Weltrevolution, sie ist die wichtigste strategische Aufgabe der Weltrevolution, weil daran die Zukunft des Sozialismus in allen Ländern geknüpft ist, also auch an die Zukunft des Sozialismus in jedem einzelnen Land! Davon hängt a l l e s ab, Genossen! Nur wenn der Sozialismus in Russland und Albanien zu Ende geführt wird, können wir die Weltrevolution zu Ende führen, können wir der Welt endgültig beweisen, dass wir nicht nur den Sozialismus für eine bestimmte Zeit geschaffen haben, sondern dass wir ihn auch für immer sichern können! Das ist nicht nur von entscheidender historischer Bedeutung, sondern davon hängt der Sieg oder die Niederlage der vor uns stehenden Weltrevolution ab. Deswegen müssen wir für diese wichtige Aufgabe gerüstet sein, müssen wir einen ganz neuen revolutionären Weg beschreiten, den Weg der »Revolution höheren Typus«, den Weg des »Sozialismus höheren Typus«. Deswegen müssen wir für die kommende Revolution und die Fortsetzung des Sozialismus den Marxismus-Leninismus unbedingt weiter entwickeln, eine Theorie, die uns einen ununterbrochenen Weg zum Weltsozialismus ermöglicht und also auch verhindert, dass sich seine sozialistischen Kettenglieder nicht wieder in die imperialistische Kette zurück entwickeln.

     

    Diese Aufgabe aufgeworfen zu haben, ist allein schon der erste entscheidende Schritt zur Lösung. An dieser Aufgabe müssen wir alle energisch arbeiten, bis sie theoretisch und sogleich auch praktisch gelöst werden kann:

     

    Erstens

    würde die Zurückeroberung des Sozialismus die Revolutionen in den anderen Ländern großartig unterstützen und enorm beschleunigen. Das wäre insbesondere sehr wichtig für die Revolutionen in denjenigen Ländern, die heute noch unter Sozialfaschismus und Sozialimperialismus schwer zu leiden haben. Das wäre also die »direkte«, die »bessere« Lösung.

     

    Zweitens

    würde jede Revolution, wo auch immer sie siegen würde, das russische und albanische Proletariat auf jeden Fall helfen und ermutigen, ihren Sozialismus schneller und leichter zurückzuerobern. Das wäre die »indirekte, langwierigere« Lösung für die Albaner und Russen.

    Und der Fall 1 oder der Fall 2 wäre so oder so für die Weltrevolution von außerordentlicher Bedeutung. Die Russen und Albaner siegen vermittels der Weltrevolution, oder die Weltrevolution siegt vermittels der Russen und Albaner. So oder so werden wir den endgültigen Sieg des Sozialismus in allen Ländern beweisen.

    Worin besteht die Stärke eines Proletariats, dass sich nicht mit seiner gestürzten Macht abfindet, sondern seine Diktatur zurück erobern will?

    Erstens in der Stärke des internationalen Proletariats, in der Festigung der internationalen Beziehungen der Proletarier aller Länder.

    Zweitens darin, dass die Arbeiter und Werktätigen noch lange Zeit nach ihrem Umsturz über die Errungenschaften ihres Sozialismus »verfügen«, die von der Bourgeoisie nicht mit einem Schlag beseitigt werden können.

     

    Drittens

    ist die Macht der sozialistischen Gewohnheiten, die sich in Jahrzehnten des Bestehens der Sowjetunion und Albaniens entwickelt haben, nicht auf einen Schlag durch kapitalistische Gewohnheiten zu ersetzen.

    Viertens in der Fähigkeit, einen Sozialismus höheren Typs aufzubauen.

    Der erneute Sieg des russischen und albanischen Proletariats liegt uns sehr am Herzen, es ist der Herzenswunsch des Weltproletariats, dem russischen und dem albanischen Volk für ihre Opfer im Sinne des proletarischen Internationalismus durch solidarischen Beistand zu danken und ihre einst erwiesene Hilfe zu erwidern mit internationaler Gegenhilfe. Ehemalige sozialistische Kettenglieder genießen die fortwährende besondere Aufmerksamkeit des proletarischen Internationalismus, werden stets hochgehalten und geehrt, indem sie ihre wegweisende Bedeutung für die Weltrevolution niemals verlieren, sondern erhöhen.

    Es gibt für uns nichts Wertvolleres, nichts Wichtigeres auf der ganzen Welt, als unsere Treue zur Pariser Kommune, zur Sowjetunion Lenins und Stalins und zum sozialistischen Albanien des Genossen Enver Hoxha. Diese Kraft, die wir durch die Sowjetunion und durch Albanien verspüren, ist unbesiegbar, heute und auch in »1000 Jahren« düsterster Weltreaktion. Diese leuchtenden Bollwerke des Sozialismus, werden uns immer und ewig den richtigen Weg aus dem dunkelsten Tunnel zeigen. Sie sind gerade jetzt für uns außerordentlich wertvoll, sind alles was wir haben, sind unsere ganze Hoffnung. Insofern verfolgen wir nicht nur aufmerksam den Klassenkampf in Russland und Albanien, sondern wir fühlen uns auch als Internationalisten verpflichtet, diesem Klassenkampf jede erdenkliche Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Sie haben Unerhörtes für den proletarischen Internationalismus geleistet, mehr als sonst andere Völker in der ganzen Welt. Wäre es da nicht selbstverständlich, wenn das Weltproletariat und die Völker der ganzen Welt gerade diesen Völkern alle erdenkliche Unterstützung und Sympathien zukommen lassen, die sie so dringend benötigen, um ihre Revolutionen, ihren Sozialismus zu vollenden?

    Wir sprechen also nicht von einer wagen Möglichkeit der siegreichen Revolution in Russland und Albanien, sondern von einer zwingenden Notwendigkeit, von einer Gesetzmäßigkeit, die eines Tages zur historischen Tatsache werden wird“ (aus: Generallinie der Komintern / ML).

     

    Was aber sagen die Nationalbolschewisten?

    Man mus den Massen nur das richtige Märchen auftischen, Menschen der Tat brauchen keine marxistisch-leninistische Theorie. Das haben wir doch irgendwo schon mal gelesen? Richtig! - Das ist die Ideologie des Pragmatismus!! Wir klären die Nationalbolschewisten gern darüber auf. Ihr wisst es schon, was jetzt kommt: Der Pragmatismus ist das Prinzip der Zweckdienlichkeit für den Imperialismus, genauer des amerikanischen Imperialismus, ausgerechnet die Ideologie des von euch verteufelten „Satans“, auf die ihr euch stützt! Nicht wissenschaftliche Erkenntnis, sondern pragmatische Zweckdienlichkeit bildet die Grundlage für die politischen Entscheidungen der Nationalbolschewisten für ihre inneren und äußeren Entscheidungen. So haben die amerikanischen Imperialisten auch ihren Irak-Krieg gerechtfertigt. Den Luftballon der „ wissenschaftlich erwiesenen Erkenntnisse“ über die angeblichen Massenvernichtungswaffen Husseins brachten sie genauso schnell zum platzen wie sie ihn aufgeblasen hatten. Zweckdienlichkeit? Mehr Blut = mehr Öl für die Yankees! Mit seiner theoriefeindlichen Orientierung und seiner Doktrin der Zweckdienlichkeit ist der Pragmatismus somit ein wahrheitsgetreues Abbild des Charakters der monopolkapitalistischen Klasse.

    Eine Philosophie, die die Weltanschauung und die Bedürfnisse der monopolkapitalistischen Klasse widerspiegelt, muss unvermeidlich die Leugnung selbst der Möglichkeit einer wissenschaftlichen Theorie der historischen Entwicklung zur Grundlage haben. Um aber die Möglichkeit einer Gesellschaftswissenschaft zu leugnen, muss sie abstreiten, dass es irgendeine Notwendigkeit in der gesellschaftlichen Entwicklung gibt. Also wenn es nach Behauptung Limonkas keinen Kapitalismus gibt, dann ist auch die Existenz des Sozialismus nicht notwendig. Deswegen weisen die Nationalbolschewisten jede Vorstellung von sich, dass es eine Struktur der Veränderungen gibt, lehnen sie die Vorstellung vom System ab, denn wenn es kein System mehr gibt, dann kann es auch weder ein kapitalistisches, noch ein sozialistisches System geben. Das Vorhandensein einer solchen Struktur, eines solchen Systems, würde bedeuten, dass man es erkennen kann und dafür kämpft. Es würde bedeuten, dass sich die Struktur, das System der Gesellschaft in der wissenschaftlichen Theorie widerspiegeln könnte, die dann als Richtschnur der gesellschaftlichen Praxis dient. Den unvermeidlichen Sturz des Kapitalismus durch die Zurückeroberung des Sozialismus streitet der Nationalismus ab, denn wenn es keinen Kapitalismus mehr gibt, kann er auch nicht gestürzt werden und schon gar nicht zum zweiten Mal. Der Wille der mopolkapitalistischen Klasse, ihren wissenschaftlich erwiesenen und sich vor aller Augen täglich fortschreitenden Untergang zu überleben, ist noch das einzige, was von ihrer Klassenherrschaft übrig ist. Für die erfolgreiche Umsetzung dieses Willens gibt es aber im Gang der gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit keine ausreichende Grundlage mehr. In ihrer Vezweiflung versucht sie sich daher an jedem Strohhalm festzuhalten. Wer die Krise, die sie geschaffen hat, nicht mehr in den Griff kriegt, geht zusammen mit ihr unter.

    Und in Russland entwickelten sich die Dinge nach Ansicht Limonkas halt so, dass Lenin nicht unbedingt eine rote Fahne gebraucht hätte; er hätte genauso gut mit irgendeiner anderen Flagge die Massen mitreißen können. „Aber für die war die rote Fahne nun mal die, die so schön aufregend aussah, und da reichten einpaar Losungen aus, um die damaligen Probleme mit einpaar Handgriffen aus der Welt zu schaffen. Die Leute sind zufrieden, wenn sie nett miteinander umgehen, guten Sex haben, statt immer nur malochen zu müssen! Soll doch jeder sein Leben so leben wie er will. Das geht auch ohne Vorschriften.“

    Die Führer passen natürlich auf, dass keiner diese schöne neue Welt zerstört. Sie sorgen für Disziplin und Ordnung. Die neue Welt ist ja nur für Leute gedacht, die von diesem modernen Lebenstil des neuen Russlands begeistert sind und russisch lernen, wenn sie das noch nicht vorher konnten. Ach so, dann ist da noch die Kleinigkeit – aber das ist ja eigentlich selbstverständlich, dass man auch dafür bereit sein muss zu sterben, denn ein Recht auf Krieg ist ja langweilig, wenn kein Blut fließt. Russland ist die schöne neue Welt, und wen sie stört, wird plattgemacht. Und damit basta! Noch Fragen?

    Es gehört entweder eine große Portion Abgebrühtheit oder Dummheit dazu, um die ganze Wahrheit der Geschichte von über 100 Jahren mit einpaar lockeren Sprüchen auszuradieren. Das ist vor allem eine menschenverachtende und darum sehr gefährliche Haltung, denn wer Meilensteine der Geschichte der Menschheit ausradiert, der radiert auch die Menschen aus, die diese Meilensteine fortsetzen, die die Machtverhältnisse revolutionär beseitigen die den Fortschritt der Gesellschaft mit ihrem eigenen Schweiß und Blut erkämpfen. Der bürgerliche Nationalismus war anfangs der politische Überbau für die kapitalistische Basis, ohne den das politische System der bürgerlichen Nation nicht funktionieren würde. Jetzt wird dem internationalken Kapital das nationale Hemd zu eng. Der Kapitalismus hat den Feudalismus abgelöst, war also anfangs revolutionär. Er wurde reaktionär und vom Sozialismus abgelöst. Dieser Prozess dauert an, er kann icht aufgehalten werden, weil die Sozialisten nicht etwa das größere Durchhaltevermögen haben, sondern weil ihr revolutionäre Tätigkeit den Gesetzmäßigkeiten der Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die Anlösimh der bürgerlichen Nationen durch die sozialistischen Nationen, dem Gang der geschichtlichen Entwicklung der Gesellschaft entsprechen, die sich ohne den Willen der Menschen und unabhängig von ihm fortsetzt. Sprüche aus dem Ärmel zu schütteln, die Konfrontation von Kapitalismus und Sozialismus sei eine „Fiktion des Marxismus“ SIND deswegen Sprüche einer Fiktion, weil diese nicht der Realität, nicht den objektiven Verhältnisse der Gesellschaft entspricht, sondern nur dem subjektiven Wunschdenken der von der geschichtlichen Tribühne abtretenden Klasse. Wenn die Welt in ihrer wirklichen Existenz nicht erkennbar ist und wenn Aberglaube an die Stelle von Erkenntnis und Wahrheit gesetzt wird, folgt, dass der pragmatische Positivismus die Erfindung von Fiktionen verteidigt, die für die Hinauszögerung des Untergangs des Kapitalismus dienlich sein können. Die Nationalbolschewisten stutzen die Geschichte der Sowjetunion so zurecht, dass sie den Ideen von der Überlegenheit der russischen Rasse und dem eurasischen Reich angepasst ist, und sie euphemistisch die „Weltführerschaft“ übernehmen. Die Nationalbolschewisten dringen durch das amerikanische Mauseloch des Pragmatismus in die große sozialistische Geschichtsschreibung ein, um sich damit eine ideologische Grundlage für ihr neues, riesiges Reiches zu schaffen. Nichts hassen und fürchten die Nationalbolschewisten dabei mehr als die politische Ökonomie von Karl Marx, die wissenschaftlich nachweist, dass Kapitalismus eben nichts anderes als die Unvermeidlichkeit des Sozialismus bedeutet.

    Die Behauptung der Nationalbolschewisten, es habe weder Kapitalismus noch Sozialismus gegeben, dient ihren Zwecken, also ist sie „wahr“. Es gibt“ keinen“ Sozialismus, weil es „nie“ einen gegeben hat, sondern der Sozialismus war nur das „fiktive Produkt“ der Marxisten-Leninisten. Folglich ist die Zurückeroberung des Sozialismus nur die Zurückeroberung der „marxistischen Fiktion“, denn es gibt die Ablösung des Kapitalismus durch den Sozialismus „nur in den Köpfen“ der Marxisten-Leninisten. Deswegen wird auch von Limonka schnell erklärt, dass es in Russland Autokratie, aber gar keinen Kapitalismus gegeben hätte – und was nicht ist, kann auch nicht beseitigt werden, ist sozialistisches Denken ein völlig überflüssiges Denken, eben ein Hirngespinst – wie die Nationalbolschewisten sagen. Sie drehen den Spieß einfach um und behaupten:

     

    Wenn ihr Marxisten-Leninisten uns der pragmatisch-positivistischen Geschichtsauffassung bezichtigt, um damit zu beweisen, dass wir das neue „groß“russische Reich mit abgekupfterter US-imperialistischer Ideologie aufzubauen beabsichtigen würden, dann halten wir euch selber diesen Spiegel vor und sagen euch: Marxisten-Leninisten können keine Kenntnisse der sowjetischen Vergangenheit haben, sondern nur Tatsachen in marxistische Pläne verweben, die nur in euren Köpfen gesponnen werden. Also ist nicht unser nationalbbolschewistisches Denken pragmatisch-positivistisch , sondern das marxistische Denken ist pragmatisch-positivistisch. Damit wäre auch der Beweis erbracht, dass der Marxismus der westlichen Welt nur zur Macht verholfen hat. Die Marxisten-Leninisten bezichtigen uns Nationalbolschewisten des Strebens nach Weltherrschaft, aber das ist eben nur ihr Hirngespinst. Und es ist uns Nationalbolschewisten zu verdanken, dass wir hier in Russland das marxistische Märchenbuch zugeklappt haben. Wir werden die Probleme des neuen Russlands nur dadurch lösen, dass wir es endlich von der Sklaverei der Theorie seiner sozialistischen Vergangenheit und Zukunft befreien.“

     

    Heute, wo es keinen Sozialismus mehr gibt, erscheint es den Nationalbolschewisten ein Leichtes zu sein, den Marxismus-Leninismus als „utopischen, doktrinären, fiktionalistischen Sozialismus“ auszugeben. Marx hat aber schon damals den revolutionären, proletarischen Sozialismus gegen jegliche sozialistische Hirngespinste der nicht-proletarischen Klassen abgegrenzt und diese bekämpft – bevor der Sozialismus real existierte! Es ist kein Zufall, dass manche Leute unter den heutigen nicht-sozialistischen, schwärzesten reaktionären Verhältnissen eine erneute Grundlage für die Wiedergeburt eines neo-fiktionalistischen, anti-proletarischen Sozialismus finden, solange das Proletariat aufgehalten wird, seine bereits historisch vollzogene freie Selbstbewegung wieder fortzuentwickeln, die von den revisionistischen Verrätern, von der Bourgeoisie gestoppt worden war. Die Nationalbolschewisten nutzen die missliche Lage, in die das russische Proletariat geraten ist, dazu aus, ihre revolutionäre Entwicklung dadurch zu erschweren, dass sie versuchen, ausgerechnet unserem Karl Marx den fiktionalen Sozialismus, Sektierertum („Marx, all his conventions, internationals (we know how this is done, 30-40 friends arrive from diverse countries of the world) - would have remained mice scuffling“ – Limonka; „seamese twins“) unterzuschieben, obwohl der Marxismus Millionenmassen bewegt und keine andere Theorie wie der Marxismus die Welt des Arbeiters verändert hat - und obwohl Karl Marx der VORKÄMPFER GEGEN jede Art von fiktionistischen Sozialismus war und für uns bis heute geblieben ist - wie man hier nachlesen kann:

     

    Während so die Utopie, der doktrinäre Sozialismus, der die Gesamtbewegung einem ihrer Momente unterordnet, der an die Stelle der gemeinschaftlichen Produktion die Hirntätigkeit des einzelnen Pedanten setzt und vor allem den revolutionären Kampf der Klassen nit seinen Notwendigkeit durch kleine Kunststücke oder große Sentimentalitäten wegphantasiert, während dieser doktrinäre Sozialismus, der im Grunde nur die jetzige Gesellschaft idealisiert, ein schattenloses Bild von ihr aufnimmt und sein Ideal gegen ihre Wirklichkeit durchsetzen will, während dieser Sozialismus von dem Proletariat an das Kleinbürgertum abgetreten wird, während der Kampf der verschiedenen Sozialistenchefs unter sich selbst jedes der sogenannten Systeme als anspruchsvolle Festhaltung des einen der Durchgangspunkte der sozialen Umwälzung gegen den anderen herausstellt – gruppiert sich das Proletariat immer mehr um den revolutionären Sozialismus, um den Kommunismus (...). Dieser Sozialismus ist die Permanenzerklärung der Revolution, die Klassendiktatur des Proletariats als notwendiger Durchgangspunkt zur Abschaffung der Klassenunterschiede überhaupt, zur Abschaffung sämtlicher Produktionsverhältnisse, worauf sie beruhen, zur Abschaffung sämtlicher gesellschaftlicher Beziehungen, die diesen Produktionsverhältnissen entsprechen, zur Umwälzung sämtlicher Ideen, die aus diesen gesellschaftlichen Beziehungen hervorgehen“ (Marx, Die Klassenkämpfe in Frankreich“, MEW Band 7, Seite 89-90).

     

    Das Verschließen ihrer Augen vor dem sich täglich verschärfenden Klassenkampf in Russland, die Blindheit gegenüber allem, worin sich der Kampf der russischen Arbeiterklasse unter den real existierenden kapitalistischen Verhältnissen in Russland gegenwärtig ausdrückt, die Trennung der Arbeiterbewegung vom Marxismus, die Zurückeroberung des Sozialismus durch das russische Proletariat als „Fiktion“ abzutun, Verunglimpfung des Marxismus-Leninismus - all das ist für die Nationalbolschewisten nur das Vorspiel, um den Sozialismus in der völkischen russischen Geschichte zu ertränken, um die Russifizierung der Welt mit den alten russischen Volksmythen zur rechtfertigen, so wie Hitler die Germanisierung der Welt mit den Mythen der „auserwählten“ germanischen Rasse begründete als Bollwerk gegen den Bolschewismus, gegen den kommunistischen „Imperialismus“, der das deutsche Volk „bedroht“. Dieses Fabrizieren von historischen Mythen ist das Gegenstück der Ablehnung der historischen Theorie der Klassengesellschaft, der Arbeiterbewegung, des Klassenkampfes zwischen den unterdrückten und ausgebeuteten Klassen auf der einen und der unterdrückenden und ausbeutenden Klassen auf der anderen Seite und ersetzt diese durch die Lehre von der „nationalen Bewältigung neuer Probleme durch das gesamte russische Volk, so wie sie auftauchen.“ Der Klassenkampf löst nicht – so sagen sie - die Probleme einer Nation, sondern macht die Lösung der nationalen Probleme des russischen Volkes „unmöglich“. Deswegen sind die Nationalbolschewisten gegen den Klassenkampf, bekämpfen sie ihn und dienen somit der Klasse, die in Russland heute herrscht. Damit treten die Nationalbolschewisten als Feinde derjenigen Klassen auf, die sich von der Klassenherrschaft der russischen Monopolbourgeoisie mit der sozialistischen Revolution befreien. Der „totale Staat“ der Nationaklbolschewisten ist in Wirklichkeit das, was Wyschinski in seinen „Sowjetischen Beiträgen zur Staats- und Rechtstheorie“ beschrieb:

     

    Das Recht ist die Gesamtheit der Verhaltensregeln, die den Willen der herrschenden Klasse ausdrücken und auf gesetzgeberischem Wege festgelegt sind, sowie der Gebräuche und Regeln des Gemeinschaftslebens, die von der Staatsgewalt sanktioniert sind. Die Anwendung dieser Regeln wird durch die Zwangsgewalt des Staates gewährleistet zwecks Sicherung, Festigung und Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse und Zustände, die der herrschenden Klasse genehm und vorteilhaft sind“ (Berlin 1953, Seite 76).

     

    Die bürgerlichen Staats- und Rechtstheorien dienen, ungeachtet der subjektiven Bestrebungen und Wünschen der Schöpfer dieser Theorien, der Ausbeutung... [Die bürgerlichen Rechtstheorien] verhüllen den ausbeuterischen Charakter des bürgerlichen Rechts. Mit Phrasen über das „Allgemeinwohl“ und `soziale` und `Volks` interessen bemühen sie sich, die Tatsache zu verschleiern, dass das bürgerliche Recht, dieses raffinierte und heimtückische Instrument zur Verteidigung der Ausbeuterinteressen der Unterdrückung des Volkes dient, ihm feindlich ist“ (Wyschinski, „The Law of the Soviet State“, New York 1948, Seite 50).

     

    Die Gewaltanwendung durch das Rechtssystem wird auf die Bedürfnisse und das Wohl des “neuen, russischen, totalen Staates“ der Nationalbolschewisten zurückgeführt, nicht aber auf die Klassenbedürfnisse des russischen Proletariats. Das Recht der Nationalbolschewisten beruht auf dem Unrecht des Klassenkampfes. Der Maßstab des nationalbolschewistischen Rechts ist nicht sein Klassenursprung, sondern die Effektivität seines Resultates: Ihr Prüfstein ist nicht die Klassenfrage des Staates, sondern, wie gut oder wie schlecht es der zukünftigen nationalbolschewistischen Regierung gelingt, ihren Willen durchzusetzen und unangenehme Lasten auf die Schultern der Massen abzuwälzen – und eben das gelingt nur durch Verhüllung des Klassencharakters des Staates. Der „totale Staat“ wie er im Programm der Nationalbolschewisten niedergeschrieben wurde, ist eben dem Wesen nach nichts anderes als ein verhüllter Klassenstaat des russischen Monopolkapitalismus!

    Die Nationalbolschewisten nennen sich nur deswegen Nationalbolschewisten, um den Bolschewismus zu verfälschen und ihn zum Zwecke des Anti-Bolschewismus zu missbrauchen, so wie die Faschisten dies auch mit dem „Nationalsozialismus“ gemacht haben. Insofern ist auch der Begriff des Nationalbolschewismus ein Missbrauch, dient er dem Zwecke ihres neuen,faschistischen, totalen Staates. Der Begriff des Bolschewismus wird für den nationalbolschewistischen Staat nützlich, wenn es gelingt, seinen marxistischen Inhalt auszulöschen und diesen stattdessen mit dem Nationalismus zu füllen.

    Der sozialistische Staat ist aus dem kapitalistischen Staat hervorgegangen, so wie in Russland aus dem sozialistischen Staat ein neuer kapitalistischer Staat hervorgegangen ist, der durch keinen anderen Staat abgelöst wird als durch einen neuen sozialistischen Staat. Wie kann man da rein biologisch betrachtet, von siamesischen Zwillingen reden? Nach Limonka sind kapitalistischer und sozialistischer Staat also gleichzeitig auf die Welt gekommen?

     

     

    Woher diese Gleichmacherei der Nationalbolschewisten?

     

    Interessant ist ein Vergleich zwischen den Volkstümlern Ende des 19. Jahrhunderts und den Nationalbolschewisten des beginnenden 21. Jahrhunderts. Die ersteren vertraten die Theorie, „Russland könne die Phase des Kapitalismus vermeiden“ und die letzteren vertreten die Theorie, „the Bolsheviks knocked down the autocracy but there was no capitalism“. Wie langlebig doch dieser Unsinn ist, obwohl wir Marxisten – Leninisten ihn schon zum tausendsten Mal seit über 100 Jahren widerlegt haben. Nun, diese Theorien sind kleinbürgerliche Theorien und sie halten sich eben solange es das Kleinbürgertum noch gibt. Schon vor über 90 Jahren geschrieben - aber immer noch aktuell - ist Lenins Artikel „Die Volkstümler und die Klasse der Lohnarbeiter“:

     

    Diese Theorie war die Theorie des utopischen, kleinbürgerlichen Sozialismus, d.h. eine Träumerei kleinbürgerlicher Intellektueller, die den Ausweg aus dem Kapitalismus nicht im Klassenkampf der Lohnarbeiter gegen die Bourgeoisie, sondern in Appellen an das `ganze Volk`, an die `Gesellschaft`, das heißt an die nämliche Bourgeoisie suchten. In allen Ländern überwogen vor der Entstehung der Arbeiterbewegung solche `sozialistischen` Lehren, die in Wirklichkeit nur Träumereien kleinbürgerlicher Theoretiker waren, vom Klassenkampf verschont zu werden, ohne ihn auszukommen. In allen Ländern, wie auch in Russland, musste die klassenbewusste Arbeiterbewegung einen hartnäckigen Kampf gegen diese Lehre des kleinbürgerlichen, der Lage und dem Standpunkt der Kleinbesitzer entsprechenden `Sozialismus` bestehen. Die Arbeiterbewegung kann nicht bestehen und kann sich nicht erfolgreich entwickeln solange diese Theorie der biederen Kleinbesitzer von der Möglichkeit, den Kapitalismus zu `vermeiden`, nicht widerlegt ist. (...) Mit jedem Tag der Entwicklung des Kapitalismus wird der Unterschied zwischen den Klassen immer größer“ (Lenin, Werke Band 20, Seite 96 und 98).

     

    Die Propaganda der Nationalbolschewisten läuft also in Wirklichkeit auf eine Wiederbelebung der russischen Volkstümelei hinaus mit dem Ziel die Bewegung der Klasse der russischen Lohnarbeiter heute zu demoralisieren und zu desorganisieren.

    Keine kleinbürgerliche Klasse auf der ganzen Welt hat solche historischen Erfahrungen gesammelt wie die russische, weswegen sie eine gewisse Anziehungskraft auch über die nationalen Grenzen Russlands ausübt. Sie hat in kürzerster Zeit die Diktatur der Bourgeoisie und die Diktatur des Proletariats durchlebt und beide Diktaturen gleichermaßen am eigenen Leib erfahren. Sie sehnt sich nach einer Mischung aus vorkapitalistischer und nachsozialistischer Zeit, um Kapitalismus und Sozialismus historisch zu „überwinden“. Deswegen die Ablehnung, die Gleichmacherei von Kapitalismus und Sozialismus, deswegen das Kleinbürgertum, das als einzige Klasse den Weg zur klassenlosen Gesellschaft anführen könne, daraus das Sendungsbewusstsein der russischen Nationalbolschewisten. Durch Harmonisierung der gegensätzlichen Klasseninteressen, durch Klassenversöhnung würde das Kleinbürgertum verschont bleiben, würde es durch die Beseitigung des Klassenkampfes verschont bleiben, den der Marxismus ständig zu „schüren“ versucht. Prejorativ wird der Marxismus deshalb als reaktionäres Festhalten an utopischen Gedankengängen eingeschätzt, wird das Verhältnis von Marxismus und Utopismus auf den Kopf gestellt.

    Die Nationalbolschewisten streben nach einer Harmonie von Arbeit und Kapital und protestieren lediglich dagegen, dass das Verhältnis zwischen den Kapitalisten der USA und Russland „ungerecht“ sei, wovon sie ihr Recht auf Krieg ableiten.

    Stalin hat die Gleichmacherei von der Gleichheit klar unterschieden:

     

    Unter Gleichheit versteht der Marxismus nicht Gleichmacherei auf dem Gebiet der persönlichen Bedürfnisse und der Lebensweise, sondern die Aufhebung der Klassen, das heißt a) die gleiche Befreiung aller Werktätigen von der Ausbeutung, nachdem die Kapitalisten gestürzt und expropriiert sind; b) die gleiche Abschaffung des Privateigentums an den Produktionsmitteln für alle, nachdem die Produktionsmittel zum Eigentum der gesamten Gesellschaft geworden sind; c) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten, und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihrer Leistung vergütet zu werden (sozialistische Gesellschaft); d) die gleiche Pflicht aller, nach ihren Fähigkeiten zu arbeiten, und das gleiche Recht aller Werktätigen, hierfür nach ihren Bedürfnissen versorgt zu werden (kommunistische Gesellschaft). Dabei geht der Marxismus davon aus, dass der Geschmack und die Bedürfnisse der Menschen der Qualität oder Quantutät nach weder in der Periode des Sozialismus noch in der Periode des Kommunismus gleich sind oder gleich sein können“ (Stalin, Band 13, Seite 315, dt. Ausgabe, KPD/ML).

     

    Diese Gleichmacherei ist vom marxistisch-leninistischen Standpunkt, vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus betrachtet, natürlich reaktionärer, kleinbürgerlicher Unsinn, entspringt einem primitiven Sektierertum und bringt nur die Angst des Kleinbürgertums zum Ausdruck, zwischen den beiden Klassen - Bourgeoisie ( Kapitalismus) und Arbeiterklasse (Sozialismus) eines Tages aufgerieben zu werden. Die kleinbürgerliche Klasse sieht also sowohl den Kapitalismus als auch den Sozialismus für eine Gefahr für ihre eigene Existenz, und deswegen versucht sie sich über Kapitalismus und Sozialismus zu stellen, propagiert es seine kleinbürgerlich-revolutionären Ideale als Modell für eine neue Weltordnung. Das Kleinbürgertum ist älter als die beiden Klassen Bourgeoisie und Arbeiterklasse, war schon im Mittelalter vertreten. Es hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich aus ihm die Bourgeoisie entwickelte und dass sich die Bourgeoisie auch aus dem Sozialismus der Arbeiterklasse wieder befreien und retten konnte:

     

    In den Ländern, wo sich die moderne Zivilisation entwickelt hat, hat sich eine neue Kleinbürgerschaft gebildet, die zwischen dem proletariat und der Bourgeoisie schwebt und als ergänzender Teil der bürgerlichen Gesellschaft stets von neuem sich bildet, deren Mitglieder aber beständig durch die Konkurrenz ins Proletariat hinabgeshleudert werden, ja selbst mit der Entwicklung der großen Industrie einen Zeitpunkt herannahen sehen, wo sie als selbständiger Teil der modernen Gesellschaft gänzlich verschwinden und im Handel, in der Manufaktur, in der Agrikultur durch Arbeitsaufseher und Domestiken ersetzt werden. (...) Seinem positiven Gehalte nach will jedoch dieser [kleinbürgerliche] Sozialismus entweder die alten Produktions- und Verkehrsmittel wiederherstellen und mit ihnen die alten Eigentumsverhältnisse und die alte Gesellschaft, oder er will die modernen Produktions- und Verjehrsmittel in den Rahmen der alten Eigentumsverhältnisse, die von ihnen gesprengt wurden, gesprengt werden mussten, gewaltsam wieder einsperren. In beiden Fällen ist er reaktionär und utopisch zugleich (Schließlich, als die hartnäckigen geschichtlichen tatsachen jeden Rausch des Selbstbetrugd verscheucht hatten, artete diese Form des Sozialismus in einen erbärmlichen Katzenjammer aus“ (Marx und Engels, Kommunistisches Manifest, Kapitel „kleinbürgerlicher Sozialismus“).

     

 

 

 

 

Was ist nationalbolschewistisches Eigentum?

 

 

 

Kommen wir zur Frage des Eigentums, einer ebenso umwerfenden Auffassung der Nationalbolschewisten: sozialistisches und kapitalistisches Eigentum = Eigentum von „siamesischen Zwillingen“.

Der Kapitalismus hat sowohl die Bedingungen für die Vermehrung des Privateigentums als auch dadurch gleichzeitig die Voraussetzungen für die Abschaffung des Privateigentums erzeugt. Er ist aber unfähig, die private Aneignung fremden Eigentums aus sich selbst heraus zu beseitigen, denn das kapitalistische System ist deswegen kapitalistisch, weil es auf der privaten Aneignung fremder Produktionsmittel aufgebaut ist, die in Fesseln derselben umschlagen und ihre revolutionäre Umwälzung bedingt. Erst das vergesellschaftete Eigentum, die sozialistischen Produktionsverhältnisse sorgen dafür, dass das Privateigentum im Kommunismus ganz abgeschafft werden kann. Die Aufhebung des Privateigentums wird durch die gewaltsame Revolution und nicht auf friedlichem Wege erfolgen - sagen wir Marxisten-Leninisten. Das Privateigentum beseitigt sich von selbst, ohne gewaltsame Revolution, friedlich und evolutionär – das weissagen die Nationalbolschewisten. Für uns Bolschewisten ist die Beseitigung des Privateigentums die Hauptsache, für die Nationalbolschewisten ist das nicht die Hauptsache, so lenkt Limonka mit ökologischen Problemen von dieser Hauptsache ab:

„What should be discussed is not [!!] the problem of property (to this mister in stripped pants or to these dozens of types in jeans does the business' actions belong) but the problem of getting rid the human kind from this filth, which the factories and the plants are.

„I am certain that the question of the form of property of businesses, factories and plants, means of production, not only ceased to be revolutionary (I already mentioned above that nobody will go today under the slogan "Factories to the people!") but also became a scholastic, meaningless question. (...)

When some transnational corporation is owned by so much thousands auctioneers, that it can be considered a collective property, the limits between socialism and capitalism do not exist. (...)

It is clear that the more you are enslaved by work, the more you're getting paid. (...)

All that man needs for happiness was given by nature from the start and money is an artificial invention. For instance, good sex doesn't depend in any way on money. “ (Limonka).

Also, Limonka will hier nicht über das Eigentum diskutieren, sondern ihm liegt viel mehr die Beseitigung des Schmutzes in der Fabrik am Herzen, weil er sich mal irgendwann dort die Hände schmutzig gemacht hatte. Dass das ökologische Problem nicht ohne sozialistische Revolution, nicht ohne sozialistisches Eigentum gelöst werden kann, ist für ihn indiskutabel. Für ihn ist Schmutz=Schmutz und keine Klassenfrage. Heute gehören die kapitalistischen Fabriken tausenden von Aktionären, was unterscheidet das von tausend Arbeitern, denen eine sozialistische Fabrik gehört? Kollektives Eigentum von 1000 Aktionären oder das von 1000 Fabrikarbeitern - wo soll es da noch einen Unterschied geben, fragt Limonka. 1000 = 1000; Aktionäre = Arbeiter! Beide Wörter fangen mit dem Buchstaben „A“ an, folglich haben sie die gleiche Bedeutung. Wir wären schon von Limonka überzeugt, wenn er einen einzigen russischen Arbeiter mit Namen benennt, der heute mit seiner Fabrikarbeit sein eigener Aktionär, geschweige denn sein eigener Millionär geworden ist und als solcher lebenslang als Fabrikarbeiter weitermalocht! „Und überhaupt, was ist Geld schon wert, guter Sex ist kostenlos. Also warum sich abrackern für den Kapitalismus? Warum sich abrackern für den Sozialismus? Geld ist nicht alles. Was der Mensch braucht, hält die Natur im Übermaß bereit. Er braucht nur Besitz von ihr zu ergreifen, um glücklich zu sein“.

Also wirklich, was ist das für eine spießige Scheiße, die Limonka hier verkauft ? Für wie dumm hält er eigentlich den russischen Arbeiter, dass er diese alten kapitalistischen Märchen glaubt? Wir hoffen nur, dass alle diejenigen, welche bis hier her noch gehofft haben, Nationalbolschewismus hätte irgendetwas mit Bolschewismus zu tun, nun vom Gegenteil überzeugt sind. Wer das immer noch hofft, mag das tun - dem ist witrklich nicht zu helfen!

Was Engels vor über 100 Jahren sagte, sagen wir heute auch den russischen Arbeitern über die Nationalbolschewisten:

 

Heute gibt es Leute genug, die den Arbeitern von der „Unparteilichkeit“ ihres höheren Standpunktes einem über allen Klassengegensätzen und Klassenkämpfen erhabenen Sozialismus predigen, und danach streben, in einer höheren Menschlichkeit die Interessen beider widerstreitenden Klassen zu versöhnen. Aber diese Leute sind entweder Neulinge, die noch massenhaft zu lernen haben, oder aber die schlimmsten Feinde der Arbeiter, Wölfe im Schafspelz“ (Engels, MEW, Band 22, Seite 270).

 

Wer den Sozialismus Lenins und Stalins leugnet , kann heute kein „Neuling“ mehr sein – der ist der Wolf im Schafspelz!



Für Limonka ist „klar, dass der Arbeiter um so mehr bezahlt wird, je mehr er malocht.“ Karl Marx sagt das genaue Gegenteil: „Je mehr er arbeitet, um so weniger Lohn erhält er“ (Lohnarbeit und Kapital). Wer hat denn nun Recht, Limonka oder Karl Marx? Limonka ist uns eines Beweises schuldig. Den wissenschaftlichen Beweis von Karl Marx aber liefern wir hier mit Vergnügen:

 

Und zwar aus dem einfachen Grunde, weil er in demselben Maß seinen Mitarbeitern Konkurrenz macht, sich daher ebensoviel Konkurrenten aus seinen Mitarbeitern macht, die sich zu ebenso schlechten Bedingungen anbieten wie er selbst, weil er also in letzter Instanz sich selber Konkurrenz macht, sich selbst als Mitglied der Arbeiterklasse“. Und gleichzeitig tut der Krieg der Kapitalisten das Seine: „Dieser Krieg hat das eigentümliche, dass die Schlachten in ihm gewonnen werden weniger durch Anwerben als durch Abdanken der Arbeiterarmee. Die Feldherren, die Kapitalisten, wetteifern untereinander, wer am meisten Industrie-Soldaten entlassen kann“ (Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital).

 

Der Nationalismus der Nationalbolschewisten führt sowohl zur Verschärfung dieses Krieges der Kapitalisten Russlands gegen die Kapitalisten aller anderen Nationen als auch zur Verwandlung des weltweiten, globalisierten Konkurrenzkampfes der Arbeiter in einen Krieg der Arbeiter Russlands gegen die Arbeiter aller anderen Nationen, eben deswegen treten die Nationalbolschewisten gegen die Interessen des Weltproletariats auf, machen sie seine revolutionäre Befreiung von den internationalen Fesseln seiner Konkurrenz auf dem internationalen Arbeitsmarkt zunichte. Imperialistische Kriege führen das Weltproletariat nicht zur Befreiung von der Geißel seines Konkurrenzkampfes, sondern geradewegs in den Tod. Deswegen ist das nationalistische Aufhetzen der Arbeiter, das Problem ihrer Konkurrenz durch gegenseitiges Abschlachten zu beenden, dem Wesen nach nichts anderes als das Schüren des Rassenhasses und der Ausländerfeindlichkeit der Faschisten, um ihren Völkermord zu rechtfertigen.

Den Krieg, den die Nationalbolschewisten gegen Karl Marx antreten - sie haben ihn schon vorher verloren, denn in Russland spielt sich heute nichts anderes ab, als das was Karl Marx hier beschrieben hat:

 

Je mehr das produktive Kapital wächst, desto mehr dehnt sich die Teilung der Arbeit und die Anwendung der Maschinerie aus. Je mehr sich die Teilung der Arbeit und die Anwendung der Maschinerie ausdehnt, um so mehr dehnt sich die Konkurrenz unter den Arbeitern aus, je mehr zieht sich ihr Lohn zusammen. Und zudem rekrutiert sich die Arbeiterklasse noch aus den höheren Schichten der Gesellschaft; es stürzt eine Masse kleiner Industriellen und kleinen Rentiers in sie herab, die nichts Eiligeres zu tun haben, als ihre Arme zu erheben neben den Armen der Arbeiter. So wird der Wald der in die Höhe gestreckten und nach Arbeit verlangenden Arme immer dichter, und die Arme selbst werden immer magerer“ (Karl Marx, Lohnarbeit und Kapital). Aber Limonka will diesen russischen „Wald“ vor lauter Proletarierarmen nicht sehen! „Je größer endlich die Lazarusschicht der Arbeiterklasse und die industrielle Reservearmee, desto größer der offizielle Pauperismus. Dies ist das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation“ (Karl Marx: Das Kapital. Erster Band. In: MEW, Band 23, Seite 673/674).

 

Die steigende Weltarbeitslosigkeit ist das Ergebnis der Konkurrenz der Arbeiter auf dem Weltarbeitsmarkt einerseits und der Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen durch die internationale Konkurrenz der der Kapitalisten andererseits. Der internationale Monopolkapitalismus ruiniert das Weltproletariat über alle nationalen Schranken hinweg. Das absolute, allgemeine Gesetz der kapitalistischen Akkumulation kann mit Nationalismus nicht aus der Welt geschafft werden, denn es ist ein international wirkendes Gesetz, das auch nur international aus dem Verkehr gezogen werden kann, also nicht durch eine bürgerliche, nationale „Revolution“ der Nationalbolschewisten, sondern nur durch eine internationale proletarische Revolution der Bolschewisten.

Was sagt Karl Marx dazu, wenn Limonka vom „Kapital“ im Sozialismus faselt?

 

Es ist ein bürgerliches Produktionsverhältnis, ein Produktionsverhältnis der bürgerlichen Gesellschaft“ (Lohnarbeit und Kapital).

 

Wie kann es da ein gleichzeitig ein sozialistisches Produktionsverhältnis sein? Das Kapital ist ein Ausbeutungsverhältnis. Im Sozialismus haben die Produktionsmittel aufgehört, Instrument der Ausbeutung von Klassen zu sein. Das wurde erst mit der Restauration des Kapitalismus durch die Sowjetrevisionisten wieder rückgängig gemacht und aufgehoben.

In der bisherigen Geschichte der Menschheit wanderte das Eigentum von der alten herrschenden Minderheit der Gesellschaft in die Hände der neuen Minderheit, durch revolutionäre Umwälzung der Gesellschaft durch die Entmachtung von den einen Klassen durch die anderen.

 

Jede Veränderung in der gesellschaftlichen Ordnung, jede Umwälzung der Eigentumsverhältnisse ist die notwendige Folge der Erzeugung neuer Produktivkräfte gewesen, welche den alten Eigentumsverhältnissen sich nicht mehr fügen wollten. Das Privateigentum selbst ist so entstanden. Denn das Privateigentum hat nicht immer existiert, sondern, als gegen Ende des Mittelalters in der Manufaktur eine neue Art der Produktion erschaffen wurde, welche sich dem damaligen feudalen Und Zunfteigentum nicht unterordnen ließ, da erzeugte diese, den alten Eigentumsverhältnissen entwachsene Manufaktur eine neue Eigentumsform, das Privateigentum. Für die Manufaktur und für die erste Entwicklungsstufe der großen Industrie war aber keine andere Eigentumsform möglich als das Privateigentum, keine andere Gesellschaftsordnung als die auf dem Privateigentum beruhende. Solange nicht so viel produziert werden kann, dass nicht nur für alle genug vorhanden ist, sondern auch noch ein Überschuss von Produkten zur Vermehrung des gesellschaftlichen Kapitals und zur weiteren Ausbildung der Produktivkräfte bleibt, solange muss es immer eine herrschende, über die Produktivkräfte der Gesellschaft verfügende und eine arme, unterdrückte Klasse geben. (...) Jetzt aber, wo durch die Entwicklung der großen Industrie erstens Kapitalien und Produktivkräfte in einem nie vorher gekannten Maße erzeugt und die Mittel vorhanden sind, diese Produktivkräfte in kurzer Zeit ins Unendliche zu vermehren; wo zweitens diese Produktivkräfte in den Händen weniger Bourgeois zusammengedrängt sind, während die große Masse des Volkes immer mehr zu Proletariern wird, während ihre Lage in demselben Maße elender und unerträglicher wird, in welchem die Reichtümer der Bourgeoisie sich vermehren; wo drittens diese gewaltige und leicht zu vermehrenden Produktionskräfte so sehr dem Privateigentum und den Bourgeois über den Kopf gewachsen sind, dass sie jeden Augenblick die gealtsamsten Störungen in der gesellschaftlichen Ordnung hervorrufen, jetzt erst ist die Aufhebung des Privateigentums nicht nur möglich, sondern sogar durchaus notwendig geworden“ (Engels, „Grundsätze des Kommunismus“, MEW Band 4, Seite 371-372), dt. Ausgabe).

 

Der Kapitalismus hat die Reichtümer der Welt am weitesten vermehrt, aber es in den Händen weniger konzentriert und den Weltproduzenten geraubt. Die weltkapitalistischen Produktionsverhältnisse haben längst aufgehört, dem Stand der Weltproduktivkräfte zu entsprechen und sind zu ihnen in einen unversöhnlichen Gegensatz geraten, der durch die Umwälzung der sozialistischen Weltrevolution beseitigt wird, indem das kapitalistische Eigentum an den Weltproduktionsmitteln durch das sozialistische Welteigentum ersetzt wird. Der Sozialismus gibt das Eigentum der ganzen Welt zurück, die es geschaffen hat, um damit seine Bedürfnisse zu befriedigen, indem die internationalen Produktivkräfte und die internationalen Produktionsverhältnisse in Übereinstimmung gebracht werden.

 

Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. (...) Eine Gesellschaftsformation geht nie unter, bevor die materiellen Existenzbedingungen derselben im Schoß der alten Gesellschaft selbst ausgebrütet worden sind. Daher stellt sich die Menschheit immer nur Aufgaben, die sie lösen kann, denn genauer betrachtet, wird sich stets finden, dass die Aufgabe selbst nur entspringt, wo die materiellen Bedingungen ihrer Lösung schon vorhanden oder wenigstens im Prozess ihres Werdens begriffen sind (Marx, „Vorwort zur kritik der Politischen Ökonomie“, Ausgewählte Schriften, Band 1, Seite 359/60).

 

Die Erhebung des Weltproletariats, das ist die Abschaffung von bürgerlicher Verschuldung und bürgerlichen Krediten, die Abschaffung einer Welt auf Pump, von dem dass herrschende Finanzkapital sich speist und alle Völker in den Bankrott treibt. Es ist die Abschaffung der bürgerlichen Weltproduktion und der bürgerlichen Weltordnung. Es beseitigt nicht die Überproduktion, sondern die Überproduktion von ihrer kapitalistischen Weltkrise. Das Weltproltariat wird seine politische Weltherrschaft dazu benutzen, der Weltbourgeoisie nach und nach das gesamte Weltkapital zu entreißen, um damit die Produktivkräfte auf einem Niveau zu entwickeln, das erforderlich ist, die kommunistische Weltgesellschaft zu schaffen und alle menschen im Überfluss zu versorgen. Der Weltkapitalismus stirbt nicht an Mangel an Produktion,sondern an Überproduktion, die sich keiner mehr leisten kann.

 

Die aller Wahrscheinlichkeit nach eintretende Revolution des Proletariats wird also nur allmählich die jetzige Gesellschaft umgestalten und erst dann das Privateigentum abschaffen können, wenn die dazu nötige Masse von Produktionsmitteln geschaffen ist“ (Engels, „Grundsätze des Kommunismus“, MEW, Band 4, Seite 372).

 

Es geht also nicht nur darum, die proletarische politische Weltmaschinerie zu leiten, sondern ebenso die gesamte Weltproduktion in die Hand zu nehmen, und hier sind anstatt hochtönender Phrasen solide Kenntnisse und hochgekrempelte Arme vonnöten, schweißtreibendste Schufterei gefragt, verehrte Nationalbolschewisten, wir Kommunisten machen euch Arme!

Was Kapital und Eigentum anbelangt,

 

handelt es sich darum, dass unter unseren sozialistischen Verhältnissen die wirtschaftliche Entwicklung nicht auf dem Wege von Umwälzungen vor sich geht, sondern auf dem Wege allmählicher Veränderungen, wobei das Alte nicht einfach beseitigt wird, sondern seine Natur unter Anpassung an das Neue verändert und dabei lediglich seine Form bewahrt, das Neue aber das Alte nicht einfach vernichtet, sondern das Alte durchdringt, seine Natur und seine Funktionen verändert, dabei seine Form nicht zerbricht, sondern diese für die Entwicklung des Neuen ausnutzt“ (Stalin, Werke Band 15, Seite 344, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

Kapitalismus und Sozialismus funktionieren aufgrund eines vollkommen entgegengesetzten ökonomischen Grundgesetzes:

 

Statt Sicherung von Maximalprofiten – Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft; statt Entwicklung der Produktion mit Unterbrechungen von Aufschwung zu Krise und von Krise zu Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Produktion; statt periodischer, von Zerstörung der Produktivkräfte der Gesellschaft begleiteter Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik – stetige Vervollkommnung der Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik“ ( Stalin, Werke Band 15, Seite 331-332, dt. Ausgabe).

 

Wir sind gegen revisionistisches, sondern nur für sozialistisches Eigentum, die einzige Voraussetzung, um kommunistisches Eigentum zu schaffen, nämlich das Eigentum von seinem Klassencharakter zu befreien, es von sich selbst zu befreien, denn Privateigentum ist eine historische Größe, eine Erscheinung der Klassengesellschaft, der kapitalistischen wie der sozialistischen. Das Eigentum von Klassen überhaupt zu beseitigen ist erst möglich in der klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft. Da gehört allen alles, teilen alle alles, produzieren alle alles - für alle, da gehört jedem Individuum alles, da teilt jedes Individuum alles, da produziert jedes Individuum alles: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen. In der kommunistischen Gesellschaft braucht weder die Gesellschaft noch das Individuum Eigentum zum Leben, in der kommunistischen Gesellschaft stirbt das Eigentum ab, denn es ist für jeden einzelnen ebenso wie für die Gemeinschaft alles in Überfluss vorhanden.

 

Friedrich Engels hat auf die Frage: Was werden die Folgen der schließlichen Beseitigung des Privateigentums sein? folgende wissenschaftliche Antwort gegeben:

 

Die allgemeine Assoziation aller Gesellschaftsmitglieder zur gemeinsamen und planmäßigen Ausbeutung der Produktivkräfte, die Ausdehnung der Produktion in einem Grade, dass sie die Bedürfnisse der einen auf Kosten der anderen befriedigt werden, die gänzliche Vernichtung der Klassen und ihrer Gegensätze, die allseitige Entwicklung der Fähigkeiten aller Gesellschaftsmitglieder durch die Beseitigung der bisherigen Teilung der Arbeit, durch die industrielle Erziehung, durch den Wechsel der Tätigkeit, durch die Teilnahme aller an den durch alle erzeugten Genüssen, durch die Verschmelzung von Stadt und Land – das sind die Hauptresultate der Abschaffung des Privateigentums“ (Engels, „Grundsätze des Kommunismus“, MEW, Band 4, Seite 377), dt. Ausgabe).

 

Für uns Marxisten-Leninisten ist das sozialistische Eigentum das wirkungsvollste anti-kapitalistische Eigentum, aber immer noch Klasseneigentum und damit eines Tages ein Hindernis für die Entwicklung zur klassenlosen Gesellschaft. Mit dem Sozialismus ist unser Ziel noch lange nicht erreicht, ist der Sozialismus nur die erste Stufe des Kommunismus, niemals die Endstufe unseres politischen Kampfes. Wir wollen das Eigentums nicht nur mit dem Ziel ändern, es von seinem Klassencharakter zu befreien, sondern es von sich selbst zu befreien – also das Privateigentum ganz abzuschaffen.

Stalin war ein Gegner jener Auffassung,

 

dass die Überführung des Eigentums einzelner Personen und Gruppen in staatliches Eigentum die einzige, jedanfalls aber die beste Form der Nationalisierung sei. Das stimmt nicht. In Wirklichkeit ist die Überführung in staatliches Eigentum nicht die einzige und nicht einmal die beste Form der Nationalisierung, sondern die Anfangsform der Nationalisierung, wie Engels im `Anti-Dühring` ganz richtig sagt. Solange der Staat besteht, ist die Überführung in stattliches Eigentum unbedingt die verständlichste, die Anfangsform der Nationalisierung. Der Staat wird jedoch nicht bis in alle Ewigkeit bestehen. Mit der Erweiterung des Wirkungsbereiches des Sozialismus auf die meisten Länder der Welt wird der Staat absterben, und im Zusammenhang damit wird natürlich die Frage der Überführung des Eigentums einzelner Personen und Gruppen in staatliches Eigentum entfallen. Der Staat wird absterben, aber die Gesellschaft wird bleiben. Folglich wird das allgemeine Volkseigentum dann nicht mehr vom Staat übernommen werden, der absterben wird, sondern von der Gesellschaft selbst, vertreten durch ihr zentrales leitendes Wirtschaftsorgan“ (Stalin, Band 15, Seite 378, dt. Ausgabe, KPD/ML):

 

Für uns Marxisten-Leninisten ist der Sozialismus in einem Land nicht die Endstufe des Sozialismus, sondern eine Stufe zum Weltsozialismus, der Weltsozialismus eine Stufe zum Weltkommunismus! Für uns Marxisten-Leninisten war die bürgerliche Nation eine Stufe zur sozialistischen Nation. Die sozialistische Nation ist für uns Marxisten-Leninisten eine Stufe zur Vereinigung aller sozialistischen Nationen, zur Weltnation und schließlich erkennen wir auch das historische Ende der Nation als solche an, weil sie ihre Funktion nur in einer Klassengesellschaft erfüllen kann. Die klassenlose Gesellschaft ist eine Gesellschaft, in der sich jene Klassengesellschaft, die sich historisch auf Nationen aufgebaut hatte, überlebt. Diese Entwicklung ist gesetzmäßig und vollzieht sich unabhängig vom Willen der Menschen. Sie wird nicht erreicht auf dem Wege des Kosmopolitismus, sondern im Gegenteil - auf dem Wege seiner Beseitigung und Vernichtung, denn er dient nicht dem Fortschritt, sondern der Reaktion, ist eine Ideologie, die dem Imperialismus und nicht dem Kommunismus dient, zwingt den Nationen gewaltsam ihre Kapitulation vor anderen Nationen auf, hindert eine Nation nach der anderen daran, ihre lebensnotwendige Funktion in einer friedlichen Gemeinschaft aller Nationen zu erfüllen. Nationen können heute nur ihre soziale Funktion erfüllen, wenn sie sich vom Kapital befreien. Das aber ist nur die eine Seite. Die andere Seite ist die, dass das gesamte wirtschaftliche, politische und geistige Leben sich in ausschließlich allen Nationen mehr oder weniger rasant internationalisiert. Das Schicksal einer jeden Nation ist mit dem jeder anderen Nation unzertrennlich verbunden, kann dieser Prozess nicht umgekehrt werden durch den Nationalismus. Das ist der springende Punkt. Wir sind nicht generell gegen die Internationalisierung , sind nicht gegen die internationale Zentralisierung und Konzentration an sich, sondern gegen die Konzentration und Zentralisation des fremden Kapitals in den wenigen Händen von Menschen, die die Mehrheit der Weltbevölkerung damit ausbeuten und unterdrücken, um sie dem Profit zu opfern. Die Frage des Internationalismus ist eine Klassenfrage, eine Frage über Leben und Tod zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat. Bürgerlicher und proletarischer Internationalismus, kapitalistischer und sozialistischer Internationalismus sind antagonistische Gegensätze. Wir kämpfen für den Sieg der Internationalisierung der Arbeit über die Internationalisierung des Kapitals nicht mit dem Instrument des Nationalismus, sondern mit dem des proletarischen Internationalismus. Am heutigen Zustand kann nur die siegreiche sozialistische Weltrevolution etwas ändern, wofür dementsprechend Weltbolschewisten und keine Nationalbolschewisten gebraucht werden, und weswegen ist es unsere Aufgabe, revolutionäre nationale Kräfte zu weltrevolutionären Kräften zu entwickeln. Darum unterstützen wir nur solche Nationalbolschewisten, die bei der Überwindung ihrer Abweichungen vom Bolschewismus und bei ihren Bemühungen um Annäherung an den Bolschewismus mit uns zusammenarbeiten und unsere Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Das ist etwas völlig anderes als den Nationalbolschewismus zu unterstützen. Als Bolschewisten können und werden wir nur dem Bolschewismus, also nicht dem Nationalbolschewismus folgen.



In der ganzen Geschichte hat es nie Zwillinge von Systemen gleichzeitig gegeben – wie es die Nationalbolschewisten behaupten. Innerhalb einer sozioökonomischen Formation hat es noch nie zwei verschiedene Produktionsweisen in Form von siamesischen Zwillingen gegeben und kann es nicht geben. Welche Produktionsweise siegt, die kapitalistische oder die sozialistische, das ist in der ganzen Übergangsperiode des Sozialismus noch nicht endgültig entschieden, findet ein erbitterter Kampf zwischen Kapitalismus und Sozialismus statt. Ausgerechnet als RUSSISCHE Nationalbolschewisten den Sozialismus der Sowjetunion und den Kapitalismus des Westens als Fiktion von „siamesische Zwillinge“ zu bezeichnen, angesischts des Großen Vaterländischen Krieges usw. usf., das zeigt, wie wenig Achtung sie vor ihrer einst sozialistischen Heimat haben, dass ihr Nationalismus vor der großartigen sozialistischen Nation halt macht, die stolze sowjetische Diktatur des Proletariats Lenins und Stalins als Fiktion abgetan wird, die wir ganz real als Internationalisten, als Marxisten-Leninisten der ganzen Welt, die mit uns alle fortschrittlichen Völker und Arbeiter bis zum letzten Blutstropfen verteidigt haben und für die wir immer wieder bis zu ihrem endgültigen Sieg zu sterben bereit sind! Das rote Siegesbanner der Sowjetunion Lenins und Stalins ist unsterblich. Wir wissen, dass die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion nicht schicksalhaft vorausbestimmt war, sondern hätte vermieden werden können, wenn die KPdSU [B)] dem Marxismus-Leninismus treu geblieben wäre und ihn nicht verraten hätte. Das Übel der Restauration des Kapitalismus droht der Diktatur des Proletariats und dem Sozialismus in jedem Land, in dem der Sozialismus aufgebaut wird, wenn dort nur schematisch und einseitig die quantitative Steigerung der Produktivkräfte und der Produktion („Chruschtschows Gulasch -“Kommunismus“) angekurbelt wird und dabei geduldet wird, dass sich der Revisionismus im Überbau, besonders in der Ideologie, und in der Basis ausbreitet. Die marxistisch-leninistische Theorie und die revolutionäre Praxis lehren uns, dass der proletarische Sozialismus nur dann kontinuierlich aufgebaut werden und erfolgreich zum Kommunismus voranschreiten kann, wenn die Revolution und der Klassenkampf ununterbrochen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens entfaltet werden, wenn sie nicht nur die Entwicklung der Produktivkräfte, sondern auch die Festigung und Vervollkommnung der sozialistischen Produktions- und Eigentumsverhältnisse auf dem korrekten, marxistisch-leninistischen revolutionären Weg, wenn sie auch die Bewahrung und Festigung der Diktatur des Proletariats und vor allem das Festhalten an der proletarischen revolutionären Linie, die Reinhaltung der marxistisch-leninistischen Ideologie in sich einschließt. Ansonsten, wenn man duldet, dass sich die revisionistische Konterrevolution ausbreitet, kann kein Entwicklungsniveau der Produktivkräfte, und sei es auch noch so hoch, den Sozialismus vor der Gefahr der Entartung und der Wiederherstellung des Kapitalismus bewahren.

Wir, die marxistisch-leninistische Weltbewegung mit Enver Hoxha an der Spitze haben die Sowjetunion Lenins und Stalins gegen die Revisionisten schon vor 50 Jahren verteidigt und den einzig richtigen Weg aufgezeigt, den Weg der erneuten sozialistischen Revolution, den Weg der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, des Wiederaufbaus des Sozialismus – zu einer Zeit also, als die Nationalbolschewisten noch nichts von sich selbst wussten.

Worin besteht aber nun der Trick Limonkas zu behaupten, dass das Kapital auch im Sozialismus existiert? Der Trick besteht einzig und allein darin, die Pleiten der revisionistischen Sowjetunion, die die Pleiten einer bürgerlichen Gesellschaft waren, dem sozialistischen System zuzuschreiben. Die neue Bourgeoisie hat das Kapital aus seinem Käfig befreit, das die Arbeiterklasse darin eingesperrt hatte. Limonka spricht vom proletarischen Sozialismus Lenins und Stalins, aber meint den bürgerlichen Chruschtschow-Revisionismus also den bürgerlichen Sozialismus ( den von den Revisionisten mit Hilfe des Kapitals in Kapitalismus restaurierten proletarischen Sozialismus !) und gibt diesen als „Sozialismus“ aus. Die historische Niederlage des Sozialismus wird damit „begründet“ , dass dem Sozialismus die prinzipielle Gesetzmäßigkeit des Schicksals eines jeden SYSTEMS zu Grunde läge. Das System als solches sei der Übeltäter und deswegen jedes System zu bekämpfen, egal ob es sich nun um ein kapitalistisches oder sozialistisches handele. Im Programm der NBP treten die Nationalbolschewisten als Systemgegner auf, wollen aber gleichzeitig einen totalen Staat !! errichten: [„Having come to power, NBP will make revolutionary on the scales of transformation in Russia, will construct the TOTAL STATE.“ - Programm der NBP].

 

Ist denn ein totaler Staat nicht etwa das „Grundübel jedes totalen Systems“, so wie jeder Staat ein System der herrschenden Klasse ist? Da wird also ganz offensichtlich Augenwischerei, wird nicht ehrliche Politik betrieben. Die Nationalbolschewisten kämpfen für den totalen Staat einer klassenlosen Gesellschaft ? Entweder Staat ODER klassenlose Gesellschaft - es gibt weder eine Klassengesellschaft ohne Staat, noch einen Staat ohne Klassengesellschaft und auch keinen Staat über den Klassen. Hier wird von den Nationalbolschewisten in die alte Truhe der antikommunistischen Propaganda der Kapitalisten gegriffen, die die Diktatur des Proletariats als ein diktatorisches System über dem Volk hinstellt.

Die historische Erfahrung zeigt, dass die tiefen Wurzeln des revisionistischen konterrevolutionären und regressiven Prozesses in der Sowjetunion in der allmählichen Bürokratisierung des sozialistischen Staatsapparates gesucht werden muss, in seiner Ablösung von den Volksmassen, in der Entstehung einer privilegierten Schicht von Bürokraten, in der Einführung von Kommandomethoden, Misstrauen gegenüber den Massen, auf die man sich nicht stützte,... sowie im Schwinden und in der Schwächung der Demokratie für die breiten werktätigen Massen”, dass gerade die Verbreitung des Bürokratismus einen günstigen Boden für die Usurpierung der Macht durch die chruschtschow`sche Renegatenclique schuf. Die Entartung der sozialistischen Eigentumsverhältnisse in der Sowjetunion war begleitet von der Entartung der Verhältnisse der Verteilung, des Austausches und der Leitung. Diese Entartung von Elementen der sozialistischen Produktionsverhältnisse war ein komplexer, komplizierter Prozess mit wechselseitigen Verbindungen und Einflüssen. Der Prozess der Wiederherstellung des Kapitalismus in der Sowjetunion ging aus von der Veränderung des Charakters der Partei und des Staates, mit der konterrevolutionären Wandlung im Bereich des politischen und ideologischen Überbaus, mit dem Verrat an den Lehren des Marxismus-Leninismus und in erster Linue den Lehren über den Klassenkampf. Wenn die Sowjetrevisionisten damals noch vom Abnehmen des Klassenkampfes sprachen, so leugnen die Nationalbolschewisten heute ganz offen überhaupt den Klassenkampf. Die sowjetischen Revisionisten verwandelten nach Stalins Tod die Diktatur des Proletariats in eine bürgerliche Diktatur, in eine brutale faschistische Diktatur der neuen revisionistischen Bourgeoisie, und den sozialistischen Staat verwandelten sie in einen sozialimperialistischen Staat. Der Kern des Prozesses der Zerstörung der sozialistischen Produktionsverhältnisse bildete die Entartung der Eigentumsverhältnisse, der Verwandlung des sozialistischen Eigentums in kapitalistisches Eigentum neuen Typs. Das Eigentum ist es, auf dem die Basis und der Überbau jeder Gesellschaft errichtet ist. Das Staatseigentum in der revisionistischen Sowjetunion war eine besondere Form des kapitalistischen Eigentums mit einem hohen Grad der Konzentration der Produktion und der Kapitalien. Die revisionistische Bourgeoisie war der wahre Eigentümer der staatlichen Betriebe, in denen die kapitalistische Ausbeutung stattfand und worauf sie ihre politische Herrschaft ausüben und festigen konnten. Wie Karl Marx betont hat, geht es nicht darum, wer der nominelle Eigentümer der staatlichen Betriebe ist, sondern darum, wer aus diesem Eigentum Profite macht. Kann ein Eigentum sozialistisch sein, wenn die Angehörigen der Klasse der revisionistischen Bourgeoisie, die Betriebsleiter usw. das Recht haben, die Arbeiter willkürlich zu entlassen, die Höhe des Lohnes der Arbeiter, den Umfang des Profits, den sie selbst einstecken, nach Belieben festlegen, wenn sie das Recht haben, die Produktionsmittel ungehindert zu verkaufen, das freie Spiel der Preise und der kapitalistischen Beziehungen zu den anderen monopolistischen Betrieben zu betreiben usw.? Dass in der revisionistischen Sowjetunion das Eigentum in der Form des staatlichen Eigentums auftrat, schloss nicht nur die Ausbeutung der Arbeiter durch die revisionistische Bourgeoisie aus, es vertiefte diese Ausbeutung noch vielmehr.

 

Der heutige Sowjetstaat verwaltet als kollektiver Kapitalist die Produktionsmittel im Namen und im Interesse der neuen Sowjetbourgeoisie. Das sozialistische, gemeinsame Eigentum verwandelte sich in einen Staatskapitalismus neuen Typs“ (Enver Hoxha, Bericht an den 6. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, Seite 229, alb. Ausgabe).

 

Für die Arbeiter ist es letzten Endes unwichtig, ob sich das Eigentum in den Händen einzelner Kapitalisten oder des vereinten Kapitals in Form staatlicher Monopole befindet. In dem einen wie im anderen Fall gibt es Ausbeutung, sei es nun die individuelle kapitalistische Ausbeutung oder die kollektive kapitalistische Ausbeutung. Private oder kollektive Ausbeutung – das sind durchaus „siamesische Zwillinge“. Aber den Revisionismus zu verschweigen und dafür den Sozialismus zum siamesischen Zwilling des Kapitalismus zu machen, darauf baut sich eben die ganze falsche politische Linie der Nationalbolschewisten auf. Der Charakter und der Inhalt des Eigentums hängen letzten Endes von der Natur und dem Charakter des Staates ab, ob er kapitalistisch oder sozialistisch ist. Diejenigen, die die Staatsmaschinerie in den Händen haben, verfügen auch über die Hauptproduktionsmittel, und sie bedienen sich der Staatsmaschinerie als mächtiger Waffe zur Bewahrung und Konsolidierung ihrer ökonomischen Basis und zur Erhöhung ihrer kapitalistischen Reichtümer und Profite. Es war bereits Karl Marx, der uns lehrte, dass, solange die reichen Klassen an der Macht bleiben, jede Verstaatlichung nicht die Beseitigung der Ausbeutung bedeutet, sondern nur die Änderung der Ausbeutungsform. Formal und rein äußerlich wurde das staatliche Eigentum in der revisionistischen Sowjetunion immer noch als „sozialistisch“ getarnt, um den Arbeitern Sand in die Augen zu streuen, doch in Wirklichkeit hatte es ganz und gar nichts Sozialistisches an sich, weder dem Inhalt noch der Form nach. Das einstmals sozialistische Eigentum war von der neuen Sowjetbourgeoisie übernommen worden, die dieses Eigentum als Mittel der Bereicherung und zum kapitalistischen Profit benutzte, indem sie sich den von der Arbeiterklasse und den werktätigen Massen geschaffenen Mehrwert aneigenete. Mit den „Apparatschiks“ schuf sich die neue Bourgeoisie in der revisionistischen Sowjetunion ihre soziale Basis, um die totale Kontrolle über die Arbeiter auszuüben und den Arbeitern die Macht aus den Händen zu nehmen, und um damit die Arbeiter in eine bloße Produktivkraft zu verwandeln, die zu nichts anderem mehr gebraucht wird als schonungslos ausgebeutet zu werden.

Der Kampf zwischen Kapital und Arbeit ist ein Klassenkampf auf Leben und Tod. Siamesische Zwillinge sind auf Leben und Tod miteinander verbunden, Kapital und Arbeit aber verschärfen derart ihren Widerspruch, dass sich die Arbeiter vom Kapital befreien durch die sozialistische Revolution. Wird aus dem Sozialismus Kapital herausgeschlagen, ist er natürlich zum Sterben verurteilt, deswegen ist die Verstärkung der Diktatur des Proletariats unverzichtbar, um die Restauration des Kapitalismus zu verhindern. Das Kapital ist also nicht Grundlage des sozialistischen Systems, sondern im Gegenteil, Grundlage des Absterbens des Sozialismus. Warum? Ganz einfach, weil

 

das Ziel der sozialistischen Produktion nicht der Profit, sondern der Mensch mit seinen Bedürfnissen ist, das heißt die Befriedigung seiner materiellen und kulturellen Bedürfnisse; Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik – das ist das Mittel für das Erreichen dieses Ziels. (Stalin, Band 15, Seite 368-369).

 

Wozu die Kapitalisten das Kapital einsetzen, stellte Karl Marx wie folgt fest:

 

Es ist der beständige Zweck der kapitalistischen Produktion, mit dem Minimum von vorgeschossenem Kapital ein Maximum von Merhwert oder Mehrwertprodukt zu erzeugen, und soweit dieses Resultat nicht durch Überarbeitung der Arbeiter erreicht wird, ist es eine Tendenz des Kapitals, wodurch es mit dem möglichst geringen Aufwand – Ersparung an Arbeitskraft und Kosten – ein gegebenes Produkt zu schaffen sucht ... Die Arbeiter selbst erscheinen in dieser Auffassung als das, was sie in der kapitalistischen Produktion sind – bloße Produktionsmittel; nicht als Selbstzweck und nicht als Selbstzweck der Produktion“ (siehe, „Theorien über den Mehrwert“, Band II, Teil 2).

 

Wer die marxistische, politische Ökonomie abschafft, ist nicht im entferntesten in der Lage, die elementarste Leitung der Wirtschaft im Interesse des Volkes wissenschaftlich zu organisieren. Der totale Staat der Nationalbolschewisten wird daher im totalen Chaos des ökonomischen Abenteurtums enden – also im Kapitalismus:

 

Die gesellschaftlich wirksamen Kräfte wirken ganz wie die Naturkräfte: blindlings, gewaltsam, zerstöremd, solange wir sie nicht erkennen und nicht mit ihnen rechnen. Haben wir sie aber einmal erkannt, ihre Tätigkeit, ihre Richtungen, ihre Wirkungen begriffen, so hängt es nur von uns ab, sie mehr und mehr unserem Willen zu unterwerfen und vermittelst ihrer unsre Zwecke zu erreichen. Und ganz besonders gilt dies von den heutigen gewaltigen Produktivkräften. Solange wir uns hartnäckig weigern, ihre Natur und ihren Charakter zu verstehen – und gegen dieses Verständnis sträubt sich die kapitalistische Produktionsweise und ihre Verteidiger – solange wirken diese Kräfte sich aus trotz uns, gegen uns, solange beherrschen sie uns, wie wir das ausführlich dargestellt haben. Aber einmal in ihrer Natur begriffen, können sie in den Händen der assoziierten Produzenten aus dämonischen Herrschern in willige Diener verwandelt werden. Es ist der Unterschied zwischen der zerstörenden Gewalt der Elektrizität im Blitze des Gewitters und der gebändigten Elektrizität des Telegrafen und des Lichtbogens; der Unterschied der Feuersbrunst und des im Dienst des Menschen wirkenden Feuers. Mit dieser Behandlung der heutigen Produktivkräfte nach ihrer endlich erkannten Natur tritt an die Stelle der gesellschaftlichen Produktionsanarchie eine gesellschaftlich-planmäßige Regelung der Produktion nach den Bedürfnissen der Gesamtheit wie jedes Einzelnen. Damit wird die kapitalistische Aneignungsweise in der das Produkt zuerst den Produzenten, dann aber auch den Aneigner knechtet, ersetzt durch die in der Natur der modernen Produktionsmittel selbst begründete Aneignungsweise der produkte: einerseits direkt gesellschaftliche Aneignung als Mittel zur Erhaltung und Erweiterung der Produktion, andererseits direkt individuelle Aneignung als Lebens- und Genussmittel“ (Engels, Anti-Dührung, Seite 346/347).

 

Es reicht also nicht aus, einfach nur gegen das Privateigentum zu sein, es für eine bestimmte Zeit, für ein bestimmtes (nationales) Gebiet „loszuwerden“, sondern wir Marxisten-Leninisten kämpfen nur für eine ganz bestimmte Beseitigung des Privateigentums, nämlich diejenige, die auch das Gesetz der Unvermeidbarkeit der Wiederherausbildung von Privateigentum aus dem gesellschaftlichen Eigentum abschafft – die Schaffung des anti-revisionistischen weltsozialistischen Eigentums, das deswegen grundsätzlich keine nationalen Schranken akzeptiert und auch nicht akzeptieren kann. Die Gesellschaft braucht den Welt-Sozialismus, um die Klassenunterschiede abzuschaffen. Die Klassenunterschiede können aber erst abgeschafft werden, wenn man sämtliche Produktions- und Eigentumsverhältnisse abgeschafft hat, die die Klassenunterschiede erzeugen. Nicht bereits in der Übergangsphase des Kapitalismus zum Kommunismus wird die Gesellschaft von den Muttermalen des Kapitalismus befreit sein, sondern ERST im Kommunismus. Der Kapitalismus ist nicht schon im Sozialismus gestorben, sondern erst im Kommunismus.

 

 



Überwindung nationaler Schranken

– was der Kapitalismus begonnen hat, wird der Sozialismus vollenden!



Nationale Schranken werden erhalten bleiben, solange die sozialistischen Nationen die kapitalistische Umkreisung nicht beseitigt haben, wenn also die Gefahr kriegerischer Überfälle von außen noch nicht überwunden ist. Die nationalen Schranken verändern sich entsprechend den Veränderungen der inneren und äußeren Situation der sozialistischen Nationen. Die nationalen Schranken sterben ab mit den sozialistischen Nationen, nachdem die kapitalistische Umkreisung beseitigt ist, wenn die sozialistischen Nationen im Weltmaßstab gesiegt haben. Die nationalen Schranken fallen, aber die nationalen Unterschiede bleiben noch eine Periode bestehen, selbst noch in der kommunistischen Gesellschaft.

Die Überwindung der nationalen Schranken wird erst gelöst durch die Überwindung der Klassenschranken. Ohne Überwindung der Klassenschranken können auch nicht die nationalen Schranken überwunden werden.

Nicht nur die Konkurrenz der Proletarier aller Länder, sondern noch viel mehr die Konkurrenz des internationalen Arbeitslosenheeres zwingt zur Überwindung nationaler Schranken, kommt es zu riesigen internationalen Lohnsklaven und Arbeitslosen-Wanderungen von einem Ort des Erdballs bis hin zu seinem entgegengesetzten Ort auf dem Erdball, also nicht nur innerhalb jeder Nation. Es fließen noch riesigere Ströme von Arbeitslosen von Süd nach Nord und von Ost nach West, es kommt zu Vermischungen verschiedenster Nationalitäten in einem Tempo, das durch keine chinesische Mauer, durch keinen „nationalen Schutzwall“, nicht mal durch international vereinbarte „Schutzwälle“ eingedämmt oder aufgehalten werden kann. Die Globalisierung des Weltkapitals globalisiert vor allem Lohnsklaven wie auch Arbeitslose – setzt die größte „Völkerwanderung“ in der Geschichte der Menschheit in Gang, vereinigt mit jedem Tag, mit jeder Sekunde ein neues, globalisiertes Weltproletariat , das seiner historischen Mission mit jedem Tag, mit jeder Sekunde näher kommt. Der Monopolkapitalismus hat mit der Globalisierung begonnen, der Weltsozialismus wird sie mit dem Sieg der sozialistischen Weltrevolution vollenden, und kein Nationalbolschewist der Welt kann diesen Lauf der Geschichte aufhalten. Der Weg zum Sozialismus ist heute unvermeidlich an die Globalisierung des Weltkapitals geknüpft. Die sozialistische Einheit der ganzen Welt ist ohne die gesamte Zerschlagung der Weltherrschaft der Bourgeoisie unmöglich, im Gegenteil, es gibt keinen anderen Weg für den Sozialismus als den globalisierten Kapitalismus in einen globalisierten Sozialismus zu verwandeln. Die objektiven Bedingungen sind hierzu reif. Es kommt darauf an, die Proletarier aller Länder zu diesem gemeinsamen Ziel zu vereinigen und ihren internationalen Klassenkampf zu organisieren.

Die Weltbourgeoisie ist gezwungen, die nationalen Schranken als Hemmschuh der Höchstprofite zu überwinden, um sich auf Kosten der Konkurrenz der Arbeiter und anderer Werktätiger aller Nationen weltweit zu bereichern und entzieht damit allen Nationen die Lebensgrundlage, beuten sie die Reichtümer der Nationen rücksichtslos aus, unterwirft das internationale Kapital sich die Produktivkräfte sämtlicher Nationen, was dazu führt, dass die unterdrückenden Nationen die unterdrückten Nationen noch brutaler ausbeuten, sie an den Rand ihrer Existenz drängen. Wir Bolschewisten verteidigen dagegen die nationalen und sozialen Interessen, insbesondere die von allen imperialistischen Nationen unterdrückten und ausgebeuteten Klassen. Durch die Vereinigung des Klassenkampfes der unterdrückten und ausgebeuteten Klassen sowohl in den unterdrückenden als auch in den unterdrückten Nationen erreichen wir das Ziel, nicht nur die Ausbeutung in den unterdrückten Nationen, sondern auch die Ausbeutung in den unterdrückenden Nationen selbst zu beseitigen – das ist das Prinzip des proletarischen Internationalismus, die Welt von jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung zu befreien.

Wir Kommunisten sind für die Konzentration und Zentralisierung des internationalen wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Lebens, Konzentration und Zentralisation der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse in den Händen aller Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Erde zum Wohle der Mehrheit in ALLEN Nationen und wir Kommunisten sind GEGEN die Ausplünderung der Welt von einer kleinen kapitalistischen Minderheit, wir sind dagegen, dass sich die imperialistischen „Groß“mächte die Welt untereinander aufteilen und dafür Krieg und Faschismus einsetzen und die Welt damit zerstören. Die sozialistische Weltrevolution ist der einzige Ausweg aus der nationalen und sozialen Weltkrise.

 

Die Periode des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab unterscheidet sich eben vor allem von der Periode des Sieges des Sozialismus in einem Lande dadurch, dass sie den Imperialismus in allen Ländern liquidiert, den Drang, andere Nationen zu unterwerfen, sowie die Furcht vor der Gefahr der nationalen Unterjochung beseitigt, das nationale Misstrauen und die nationale Feindschaft radikal untergräbt, die Nationen in einem einheitlichen System einer sozialistischen Weltwirtschaft vereint und somit die realen Bedingungen schafft, die für eine allmähliche Verschmelzung aller Nationen zu einem Ganzen notwendig sind. Das ist der grundsätzliche Unterschied zwischen diesen beiden Perioden. Daraus folgt aber, dass es hieße, einen unverzeihlichen Fehler zulassen, wollte man diese beiden verschiedenen Perioden vermengen und in einen Topf werfen“ (Stalin, Werke, Band 11, 18. März 1929).

 

Was der Kapitalismus begonnen hat, wird der Sozialismus vollenden. Was er nicht im ersten Schritt vollenden konnte, wird er im zweiten, dritten, vierten ... Schritt vollenden. Je mehr Steine der Kapitalismus dem Sozialismus in den Weg wirft, desto vollkommener wird sich der Sozialismus entwickeln:

 

Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie (...) Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen“ (Marx, Engels, „Kommunistisches Manifest“, Abschnitt: Proletarier und Kommunisten).

 

Angesichts dieses Zitats nur all zu verständlich, dass die Nationalbolschewisten sich gegen den Marxismus stellen. Das Problem der Nationalbolschewisten ist eben, dass sie mit dem nationalen Kapital nicht das internationale Kapital beseitigen können, sich auf dem Wege des Kapitalismus nicht von der Knechtschaft des amerikanischen Imperialismus befreien können. Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden ja nicht von selbst, sondern nur durch den Klassenkampf, nur durch die Diktatur des Proletariats. Der Nationalismus will ja die nationalen Schranken letztendlich nicht gegen den Kapitalismus, sondern gegen den Sozialismus errichten, denn wenn die eine oder andere kapitalistische „Groß“macht untergeht, ist das nicht so gefährlich als wenn der Kapitalismus als ganzes Weltsystem untergeht. Also dienen die nationalistischen Blockaden letztendlich der Vermeidung des weltkapitalistischen Untergangs und dem Widerstand gegen den Wiederaufbau des Sozialismus. Das Gift des Nationalismus soll die nationalen Kettenglieder des Weltimperialismus stärken, um ihrer Tendenz, sich von der imperialistischen Kette loszutrennen, emtgegenzuwirken.

Der internationale Höchstprofit reißt die nationalen Schranken nieder, um den nationalen Profit zu fressen. Der Nationalismus bzw. die nationalistische Vereinigung zu miteinander um den internationalen Höchstprofit streitenden Koalitionen von „Großmächten“, vertieft nur noch die allgemeine Krise des kapitalistischen Weltsystems, führt zum weiteren Zerfall des bestehenden Weltmarktes, verwandelt die Konkurrenz in imperialistische Kriege zur Neuaufteilung des Weltmarktes, schwächt das kapitalistische Gesamtsystem und erleichtert es dem schwächsten Glied in der imperialistischen Kette, sich von ihr abzusprengen, bahnt dem unvermeidbaren Weltsozialismus also wieder den Weg.

Den Weg der selbständigen Entwicklung Russlands kann nur auf sozialistischer Basis erfolgreich sein. Konfiskation des ausländischen Kapitals für den Wiederaufbau des Sozialismus unter der russischen Diktatur des Proletariats und nicht zur Neuordnung eines Russlands unter der Herrschaft eines kapitalistischen eurasischen Reiches. Die gesetzmäßige Unvermeidbarkeit der Entwicklung des internationalen Kapitals aus dem nationalen Kapital ist irreversibel. Mit nationalen Kapitalismus kann man den internationalen Kapitalismus nicht schlagen, denn dieser ist daraus entstanden und wird sich immer wieder daraus entwickeln, geht täglich und stündlich daraus hervor. Dadurch, dass die unterdrückenden und ausbeutenden Nationen an der Weltspitze nur ausgetauscht werden, kann man weder die soziale noch die nationale Weltkrise überwinden, sondern nur noch weiter vertiefen. Deswegen muss man den international entwickelten Produktivkräften keine nationalen kapitalistischen Ketten anlegen, sondern den internationalen kapitalistischen Produktionsverhältnissen. Es versteht sich von selbst, dass man den internationalen kapitalistischen Produktionsverhältnissen nur sozialistische, nationale Ketten anlegen kann, denn die internationalen Produktionsverhältnisse kann man nicht mit einem einzigen internationalen „Schlag“ beseitigen. Das ist ein langwieriger Prozess, der sich nur dadurch verkürzen lässt, dass immer mehr sozialistische Revolutionen in den einzelnen Ländern dieser Erde siegen, um den kapitalistischen, internationalen Produktionsverhältnissen eine Kette nach der anderen zu schmieden, durch den Aufbau eines zweiten sozialistischen Weltmarktes, der eben den kapitalistischen Weltmarkt nicht von heute auf morgen, sondern nur allmählich beseitigen kann. Die internationalen können also nicht in nationale kapitalistische Produktionsverhältnisse „auf alle Ewigkeit“ zurückverwandelt, sondern müssen international vergesellschaftet , das heißt der Entwicklung der internationalen Produktivkräfte angepasst werden. Das ist es, was wir meinen, wenn wir sagen: was die Kapitalisten begonnen haben, werden wir Sozialisten zu Ende führen. Der Kapitalismus hat mit seiner Globalisierung die objektiven ökonomischen Bedingungen für den Weltsozialismus geschaffen. Jetzt kommt es darauf an die kapitalistische Weltwirtschaft in die sozialistische Weltwirtschaft zu verwandeln, indem die Produktionsverhältnisse so umgewälzt werdeb, dass sie mit den internationalen Produktivkräften übereinstimmen, nicht nationalisieren, sondern internationalisieren – das ist das Ziel des Weltsozialismus. Das globalisierte Ausbeutersystem wird beseitigt durch die Vergesellschaftung der Weltproduktionsmittel, die Verwandlung des privaten Welteigentums in das vergesellschaftete Welteigentum der Völkergemeinschaft mit Hilfe des weltpolitsichen Systems der Diktatur des Weltproletariats. Warum ist es ohne die Weltdiktatur des Proletariats nicht möglich, dem ökonomischen Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Weltproduktivkräfte und der Weltproduktionsverhältnisse zum Durchbruch zu verhelfen? Weil das den Interessen der herrschenden gesellschaftlichen Kräfte auf dieser Welt widerspricht und sie deswegen Widerstand leisten. Diese gesellschaftlichen Kräfte der heutigen kapitalistischen „Groß“mächte mit den USA an der Spitze können nur von der überwältigenden Mehrheit derjenigen Kräfte zerschlagen werden, die einzig und allein in der Lage sind, deren Widerstand zu brechen – das Weltproletariat insbesondere im Bündnis mit den armen Bauern der ganzen Welt, denn der Arbeiter kann die Weltrevolution nicht siegreich durchführen, kann die Weltproduktion nicht wieder in Schwung bringen, kann dem ökonomischen Gesetz der unbedingten Übereinstimmung der Weltproduktionsverhältnisse mit dem Chrakter der Weltproduktivkräfte keinen freien Lauf lassen, wenn der Bauer ihn nicht mit Brot versorgt. Auf internationaler ökonomischer Basis entwickelt sich der ganze internationale gesellschaftliche Überbau, entsteht daraus die internationale Kultur.

Der Internationalismus, die internationale Kultur, die seit langem systematisch vom Proletariat aller Länder geschaffen wird, nimmt nicht die nationale Kultur irgendeiner „Groß“macht (ist sie nun amerikanisch oder sei sie russisch, chinesisch, europäisch etc) als Ganzes auf (= Kosmopolitismus der Imperialisten), sondern entnimmt jeder nationalen Kultur ausschließlich ihre konsequent demokratischen und sozialistischen Elemente. Wir Bolschewisten sind ausschließlich für diese proletarische Art von internationaler Kultur. Stalin sagte auf dem XVI. Parteitag:

 

Was ist die nationale Kultur unter der Herrschaft der nationalen Bourgeoisie? Bürgerlich ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen durch das Gift des Nationalismus zu verseuchen und die Herrschaft der Bourgeoisie zu festigen. Was ist die nationale Kultur unter der Diktatur des Proletariats? Sozialistisch ihrem Inhalt und national ihrer Form nach, hat diese Kultur das Ziel, die Massen im Geiste des Sozialismus und des Internationalismus zu erziehen.

Wie kann man diese beiden prinzipiell verschiedenen Erscheinungen verwechseln, ohne mit dem Marxismus zu brechen? Ist es denn nicht klar, dass Lenin in seinem Kampf gegen die Losung der nationalen Kultur unter dem bürgerlichen Regime den Schlag gegen den bürgerlichen Inhalt der nationalen Kultur und nicht gegen ihre nationale Form führte? Es wäre dumm anzunehmen, dass Lenin die sozialistische Kultur als anational, als Kultur ohne eine bestimmte nationale Form, betrachtet hat.“

 

Die internationale Kultur des Proletariats ist also von ihrem Inhalt sozialistisch und von ihrer Form zunächst national und erst nach einem langen historischen Entwicklungsprozess auch international der Form nach. Das ist es, was die Nationalbolschewisten nicht begreifen wollen, weswegen sie das Rad der Geschichte zurückdrehen wollen, weswegen sie in Worten die nationale Kultur befreien, aber sie mit ihrem bürgerlichen Nationalismus tatsächlich zerstören.

Stalin sagte weiter auf dem XVI. Parteitag:

 

Es mag sonderbar erscheinen, dass wir, die wir Anhänger der künftigen Verschmelzung der nationalen Kulturen zu einer ( der Form wie dem Inhalt nach) gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache sind, gleichzeitig Anhänger des Aufblühens der nationalen Kulturen im gegenwärtigen Augenblick, in der Periode der Diktatur des Proletariats, sind. Das hat aber nichts Sonderbares an sich. Man muss den nationalen Kulturen die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und zu entfalten, alle ihre Potenzen zu offenbaren, um die Bedingungen für ihre Verschmelzung zu einer gemeinsamen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache in der Periode des Sieges des Sozialismus in der ganzen Welt zu schaffen. Das Erblühen der ihrer Form nach nationalen und ihrem Inhalt nach sozialistischen Kulturen unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats in einem Lande zum Zwecke ihrer Verschmelzung zu einer gemeinsamen ( der Form wie dem Inhalt nach) sozialistischen Kultur mit einer gemeinsamen Sprache, wenn das Proletariat in der ganzen Welt gesiegt haben und der Sozialismus in das Alltagsleben übergegangen sein wird – darin besteht gerade die Dialektik der Leninschen Fragestellung in Bezug auf die nationale Kultur.“

 

Um heute aus den nationalen Kulturen überhaupt die demokratischen und sozialistischen Elemente entnehmen zu können, muss man sie vor dem undemokratischen und anti-sozialistischen Einfluss des Kosmopolitismus als auch des Nationalismus ( in Worten national, in Taten anti-national ) schützen, muss man in ausschließlich jeder nationalen Kultur deren demokratischen und sozialistischen Elemente fördern, sie hegen und pflegen, sie entfalten, bzw. sie wieder zum Leben erwecken, wenn sie zerstört wurden. Das ist eine Aufgabe, die wir gern mit den Nationalbolschewisten zu teilen bereit sind, wenn die russischen Nationalbolschewisten denn auch ihrerseits bereit sind, es den Proletariern aller anderen Länder „zu gestatten“, sich ein Stück ihrer internationalen Kultur aus den demokratischen und sozialistischen Elementen der russischen Kultur „ zu entnehmen“. Wir sind bereit und willens, uns mit den Nationalbolschewisten Russlands so wie mit den Nationalbolschewisten aller anderer Nationen zu vereinigen, um gemeinsam die internationale Kultur des proletarischen Sozialismus zu entwickeln und zu fördern, wobei die nationalen Kulturen der sozialistischen Länder dafür die wichtigste Grundlage bilden. Wir sind aber weder bereit noch willens, die internationale Kultur des Weltproletariats zu russifizieren. Es gibt keine wirklich internationale proletarische Kultur, wenn sie sich nicht konsequent auf die Lehren des Marxismus-Leninismus stützt, wenn sie nicht im Geiste des konsequenten proletarischen Internationalismus heranwächst. Der Schutz der internationalen Kultur des Weltproletariats steht uns mindestens genauso hoch wie jede sozialistische Kultur irgendeines Landes, denn erst der Schutz der internationalen Kultur des Weltproletariats garantiert den Schutz jedes demokratischen und sozialistischen Elements einer jeden nationalen Kultur, so auch den Schutz der Kultur jeder sozialistischen Nation. Wir können die demokratischen und sozialistischen Elemente der nationalen Kulturen nur bewahren und beschützen durch die Schaffung des Weltsozialismus. Der Kosmopolitismus genauso wie der Nationalismus kann also durch nichts anderes besiegt werden als durch den Marxismus-Leninismus.

Wir Bolschewisten haben also andere Vorstellungen über den Kampf gegen den Kosmopolitismus. Die einzige siegreiche Kraft im Kampf gegen den Kosmopolitismus war und ist stets nur der Bolschewismus!! Es waren und sind die Revisionisten, die unter dem Deckmantel des Bolschewismus den Kosmopolitismus zu retten versuchten und weiter versuchen. Man mag uns Fehler und Schwächen im Kampf gegen den Revisionismus vorwerfen können, aber man kann dem Marxismus deswegen nicht unterstellen, die historische Rolle der „linken“ Hand des Kosmopolitismus zu spielen. Unser marxistisch-leninistischer Kampf gegen den Kosmopolismus war und ist stets mit dem Kampf gegen den Revisionismus verbunden – schon zu Zeiten, als es noch gar keinen Nationalbolschewismus gab. Ohne den Revisionismus nicht zu besiegen, kann der Bolschewismus auch nicht den Kosmopolismus besiegen. Wir sagen es hier ganz offen: Das Programm der NBP - „Russland über alles!“ - dient der Fortsetzung des alten Ziels der russischen Sozialimperialisten: Russischer Sozialismus in Worten – russischer Imperialismus in Taten! Wir appelieren solidarisch an die demokratischen und sozialistischen Elemente in der nationalbolschewistischen Bewegung, diesen falschen Kurs unbedingt, umfassend und konsequent zu bekämpfen. Wir missbilligen diesen unverhüllten Chauvinismus und können ihn folglich nicht mit Stillschweigen übergehen. Er stellt für uns ein Hindernis auf dem Weg zur sozialistischen Weltrevolution dar. Man kann verschiedener Meinung sein welches im Einzelfall einer nationalen Frage der Standpunkt des Proletariats ist, aber grundsätzlich lassen wir Marxisten-Leninisten uns nicht von nationalen Losungen den Kopf verdrehen, gehen wir unseren internationalistischen Weg, vergessen wir niemals unsere elementare Pflicht, jegliche offene oder versteckte nationalistische und chauvinistische Hetze gegen irgendeine Nation zu bekämpfen und für die Anerkennung der völligen und vorbehaltlosen Gleichberechtigung, für das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht ausnahmslos aller Nationen einzutreten.

Der unversöhnliche Widerspruch zwischen dem Prozess der wirtschaftlichen Vereinigung der Völker und den imperialistischen Methoden dieser Vereinigung führten zu der Unfähigkeit, der Hilflosigkeit, der Ohnmacht der Bourgeoisie, den richtigen Weg zur Lösung der nationalen Frage zu finden. Die bürgerliche Gesellschaft hat in der Lösung der nationalen Frage international vollständig bankrott gemacht. Die Geschichte des Nationalismus hat bewiesen, dass der Nationalismus die Lösung der nationalen Frage unmöglich macht. Nachdem nun der Sozialismus vom Erdball gefegt wurde, in dessen Folge die Lösung der nationalen Frage weit zurückgeworfen wurde, versucht sich der Nationalismus den Massen wieder als Alternative aufzudrängen, gibt er vor, sich der durch die Globalisierung gewaltig angewachsene nationale Unterdrückung entgegenzustellen und den nationalen Widerstand auf seine Fahnen zu heften. Da der alte Nationalismus gescheitert ist, muss er in einem neuen Gewand auftreten, um die Massen zu täuschen: Er will nicht kapitalistisch und nicht sozialistisch sein, sondern einfach nur national – so wie der deutsche Kaiser einst zum Krieg aufrief: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche!“ Die nationale Frage unter der Herrschaft der Bourgeoisie lösen zu wollen, ist eine reaktionäre Losung.

 

 

 



Der Bolschewismus war, ist und bleibt die schärfste Waffe des Weltproletariats gegen den Faschismus !

 

Diese Waffe für eine „Fiktion“ zu erklären, nützt dem Faschismus!

- Der Nationalbolschewismus hat den Bolschewismus zur „Fiktion“ erklärt!

- Der Nationalbolschewismus nützt dem Faschismus!

 

 

 

Seit 60 Jahren ist bewiesen: Der Bolschewismus ist der Sieger – der Faschismus der Besiegte. Wir sind nicht so lebensmüde, dass wir Kommunisten freiwillig auf diese schärfste Waffe verzichten. Warum zum Teufel sollten wir sie also eintauschen mit irgendeiner anderen Waffe, wer will uns Bolschewisten den Nationalbolschewismus aufdrängen?

Es wäre lächerlich und selbsttrügerisch anzunehmen, der Besiegte würde sich etwa mit seiner Niederlage zufrieden geben. Diesen Gefallen könnten uns die Faschisten niemals tun, selbst wenn sie es wollten, denn gesetzmäßig gilt noch immer - und zwar solange der Kapitalismus nicht besiegt ist - : Kapitalismus führt zum Faschismus, wenn der Sozialismus dies nicht verhindert ! Der Imperialismus führt zum Krieg, wenn der Sozialismus dies nicht verhindert ! Faschismus nach innen und imperialistischer Krieg nach außen gehören heute im Kapitalismus zusammen wie der Deckel zum Topf. Hinzugekommen ist seit dem Sieg über den Hitlerfaschismus die historische Lehre: Revisionismus verwandelt Sozialismus in Kapitalismus zurück, verwandelt den Sozialismus nach innen zum Sozialfaschismus und nach außen zum Sozialimperialismus. Hierauf würde Limonkas Vergleich der „siamesischen Zwillinge“ durchaus zutreffend sein, denn Revisionismus an der Macht bedeutet nichts anderes als Kapitalismus an der Macht. Wenn man aber, wie Limonka das tut, den Sozialismus mit dem Revisionismus gleichsetzt , dann erst wird es der Bourgeoisie durch die Nationalbolschewisten möglich, eine Ideologie des „Antikapitalismus“ zu verbreiten, die den einzigen Antikapitalisten, den Kommunisten, den Wind aus den Segeln zu behmen versucht. Darum ist die Ideologie, „über rechts und links“ zu stehen, ja „rechts und links“ zu leugnen eine bürgerliche Ideologie. „Weder links noch rechts“ - das ist die anti-proletarische Formel zum Aufbau des Faschismus und zur Ablösung des Parlamentarismus, mit dem die Bourgeoisie die Losung „rechts=links“ ausgab, um sich vor der Errichtung der Diktatur des Proletariats zu schützen. All das ist ohne den Revisionismus nicht möglich. Daher: Revisionismus dient der Bourgeoisie dazu, die rote Farbe mit brauner Farbe zu übertünchen, denn rote Farbe in braune Farbe verwandeln kann man nicht. Der Kapitalismus versucht sich alles einzuverleiben, was seine Lebensdauer verlängert. So schreckt er heute selbst nicht mehr davor zurück, den roten Lenin und den roten Stalin mit brauner Farbe zu übergießen, denn den roten Lenin und den roten Stalin kann man unmöglich in einen braunen Lenin und einen braunen Stalin verwandeln. Sie bleiben immer das was sie waren – Marxisten, Rote, Kommunisten, Bolschewisten.

Der wiederholte Sieg des Bolschewismus über den Faschismus wird also dadurch gesichert, dass wir dem Revisionismus so aufs Haupt schlagen, dass er den Faschismus nicht mehr wie beim ersten Mal zur Hilfe eilen kann - also wie damals zur Zeit des Hitlerfaschismus, wo mit der revisionistischen Volksfrontpolitik sämtliche internationalen und sodann nationalen kommunistischen Organisationen zersetzt wurden – zuerst die im internationalen Rahmen und dann die im nationalen Rahmen. Dadurch wurde schließlich die Befreiung von der Unvermeidbarkeit des Kapitalismus, von der Unvermeidbarkeit des Faschismus vereitelt , konnte die Wiederbelebung des Kapitalismus, die Wiederbelebung des Faschismus also wieder hergestellt werden, die Bourgeoisie also überleben. Als die Revisionisten an der Macht ihre Schuldigkeit getan hatten, wurden sie wieder vom Kapitalismus entmachtet, aber weiter dafür eingesetzt, die Wiedergeburt des Sozialismus zu berhindern. Diese historischen Lehren dürfen wir Anti-Revisionisten niemals vergessen, und deswegen müssen wir den Nationalbolschewismus bekämpfen, der die Kommunisten an den Revisionismus zu binden versuchen. Den Kommunismus mit dem Revisionismus gleichzusetzen, um den Kommunismus besser bekämpfen zu können, diese Notwendigkeit besteht grundsätzlich für die Aufrechterhaltung der Herrschaft der Bourgeoisie, sowohl für die Aufrechterhaltung der Herrschaftsform der bürgerlichen Demokratie als auch für den Übergang und die Aufrechterhaltung der bürgerlichen Herrschaftsform des Faschismus – und wiederum für die Zurückverwandlung der faschistischen Herrschaftsform in die parlamenmtarische usw. usf.

Wir Bolschewisten haben Hitler besiegt, aber nicht den Kapitalismus weltweit, deswegen ist die Mission des Bolschewismus noch nicht erfüllt, muss sie bis zum siegreichen Ende fortgesetzt werden, das heißt bis zum Sieg über dem Kaputalismus im Weltmaßstab - mit Hilfe der sozialistischen Weltrevolution. Deswegen darf unsere internationale Waffe des Bolschewismus nicht auf eine nationale Waffe, nicht auf den Nationalbolschewismus zurückgestutzt werden, denn dies würde bedeuten, dem Kapitalismus das internationale Feld der Reserve und damit seiner Regeneration zu überlassen. Der Nationalbolschewismus dient dem Kapitalismus also insbesondere dazu, dem Kapitalismus den internationalen Rücken frei zu halten, um im Falle des Nichtverhinderns des Sieges des Sozialismus in einem Land wieder die nötige Kraft der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung zu bekommen, und damit die Kraft zu erhalten, die nötig ist, um den Revisionisten innerhalb des Sozialismus in einem Land wiederholt den Rücken zu stärken, um das Werk der Restauration des Kapitalismus erneut siegreich zu Ende zu bringen.

Der Kapitalismus braucht den Nationalbolschewismus bereits heute dazu , um den internationalen Marxismus daran zu hindern, die Unvermeidbarkeit der Restauration des Kapitalismus nicht nur im nationalen Maßstab, sondern zukünftig auch im Weltmaßstab zu beseitigen.

 

Der Sozialismus kann also weder seine Wiedergeburt im nationalen Maßstab, noch seine Macht im Weltmaßstab erobern und diese behaupten, ohne den Nationalbolschewismus geschlagen zu haben. Deswegen kann der Nationalbolschewismus auch keine Alternative sein für den Wiederaufbau des Sozialismus in einem Lande. Der Nationalbolschewismus wird den Sozialismus in einem Land zu verhindern suchen, weil ihm klar ist, dass man den Weltsozialismus nicht ohne Sozialismus in einem Land aufbauen kann. Wenn er also den Weltsozialismus verhindern will, muss er also den Wiederaufbau des Sozialismus in einem Land verhindern, und die größte Gefahr für den Wiederaufbau des Sozialismus besteht weltweit in Russland, weswegen der Nationalbolschewismus auch von Russland ausgeht, um von dort aus die Welt zu erobern. Deswegen müssen wir uns vor allem mit den russischen Bolschewiki vereinigen, müssen wir ihnen den Rücken stärken in ihrem kampf gegen den Nationalbolschewismus. Wollen wir den Nationalbolschewismus weltweit stoppen, dann müssen wir damit in Russland anfangen! Die Nationalbolschewisten haben es sich zur Rettung der russischen „Groß“macht zur Aufgabe gemacht, die Verhinderung der Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats, der Verhinderung der sozialistischen Revolution des Proletariats hinter der anti-imperialistischen Weltbewegung gegen den US-Imperialismus, hinter der nationalen Befreiungsbewegung der Völker gegen den Weltimperialismus zu verbergen. Da der Weltbolschewismus die einzige Kraft ist, die den Weltfaschismus und Weltimperialismus besiegt, sehen sich die konterrevolutionären Kräfte der ganzen Welt gezwungen, den Bolschewismus ideologisch zu entwaffnen und die Bolschewisten unschädlich zu machen, sich eine „bolschewistische“ Maske aufzusetzen, um die Massen zu täuschen. Nach dem Vorbild Hitlers, der mit dem Begriff „Nationalsozialismus“ (der Faschismus ist sowohl anti-national als auch anti-sozialistisch!) den Sozialismus vom Marxismus zu befreien versuchte, versuchen heute nun bestimmte Strömungen der Neo-Faschisten über die Ländergrenzen hinweg, sich mit Hilfe des Nationalbolschewismus zu vereinigen, um den Bolschewismus vom Marxismus-Leninismus zu befreien. Nationalbolschewismus ist Grundlage für einen „antifaschistischen“- „antiamerikanischen“ Weltfaschismus zur Rettung des Weltkapitalismus. Wesensmerkmale des deutschen Faschismus und des Sozialfaschismus verschiedener Länder werden im russischen Faschismus verschmolzen zur ideologischen Grundlage eines neuen Weltfaschismus. Sollte der Weltfaschismus nicht auf der Grundlage des US-Imperialismus funktionieren, müsste er durch diesen ersetzt werden. Eine faschistische Internationale soll aufgebaut werden, in der sich die Nationalbolschewisten eine russische Führung sichern wollen. Was Hitler mit der Weimarer Republik gemacht hat, wollen die russischen Nationalbolschewisten mit der GUS machen.

Wir Bolschewisten müssen uns jetzt auf die gesetzmäßige Wiedergeburt des Faschismus einstellen, müssen wachsam sein, müssen wir vor allem dafür sorgen, dass den Massen das Gift des Faschismus nicht wieder mit „sozialistischer Süße“ verabreicht wird. Damals versuchten die Faschisten den Kommunisten die Arbeiterbewegung zu entreißen mit Hilfe der Sozialfaschisten, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Der Faschismus tüfftelt schon seit seiner Niederlage an seiner Wiedergeburt, die Bourgeoisie wird auf dieses Instrumente niemals verzichten, wenn sein Einsatz taktisch wieder aktuell wird. Der Kampf zwischen Faschismus und Antifaschismus ist noch nicht historisch entschieden. Um dem Bolschewismus, dem Sieger über den Hitlerfaschismus, eine Lehre zu erteilen, um ihn für immer zu beseitigen und auszuschalten, fordert er uns zur Revanche heraus, und wir müssen uns besser rüsten als er. Mit den veralteten antifaschistischen Mitteln ist dem Faschismus nicht beizukommen. Wir brauchen zusätzlich neue Mittel. Vor allem aber müssen wir uns vor unseren eigenen alten Fehlern und Schwächen hüten, die es heute den Faschisten überhaupt möglich macht, wieder gegen uns antzutreten. Wir dürfen diesmal dem Revisionismus nicht wieder die Gelegenheit geben, unseren antifaschistischen Kampf für den Sieg des Sozialismus zu entreißen und ihn ins bürgerliche Fahrwasser zu leiten.

Der Kampf zwischen Bolschewismus und Faschismus wird erst beendet sein, wenn der Sozialismus weltweit über den Kapitalismus gesiegt hat. Faschismus ist nichts anderes als die brutalste Form des Klassenkampfes zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat. Ein Kampf um die Macht zweier Klassen auf Leben und Tod. Der Kampf Stalins gegen Hitler war also nur ein Vorgefecht in der entscheidenden internationalen Schlacht zwischen Weltbolschewismus und Weltfaschismus. Bei den Kriegsvorbereitungen spielt der Nationalbolschewismus eine nicht unwesentliche Rolle. Der Nationalbolschewismus weiß, dass die Endschlacht zwischen Kapitalismus und Sozialismus unausbleiblich sein wird. Wohldosiert verabreicht versucht der Faschismus sich diesmal an das Gift des Bolschewismus zu gewöhnen und seinen Organismus somit zu immunisieren, um sein Überleben zu verlängern. Das Medikament heißt Nationalbolschewismus – eine Ideologie, die die Wiedergeburt des Faschismus erleichtern, ihn verjüngen und widerstandfähiger machen soll gegenüber dem gefürchteten proletarisch-internationalistischen Antifaschismus.

Die Welle der Bewusstwerdung der Verteidigung der nationalen Interessen und der nationalen Kultur der Völker gegenüber dem globalen imperialistischen Heuschreckenschwarm erreicht die breiten Massen, und es wäre ein nicht wieder gut zu machender Fehler, wenn wir hierin nicht eine brennende Frage der revolutionären Bewegung erkennen, die es auf marxistisch-leninistisch prinzipienfester Grundlage und taktischem Geschick der Einheitsfrontpolitik gegenüber den fortschrittlichen Elementen der nationalen Kräften der Bewegungen zu lösen gilt. Die fortschrittlichen Elemente der nationalen Kräfte stehen auf unserer Seite, müssen für unsere revolutionäre Sache gewonnen werden, sind unsere Freunde, nicht unsere Feinde, müssen gegen den faschistischen Einfluss immunisiert werden. Doch wer sich als fortschrittliches Element der nationalen Bewegung bezeichnet, muss es deswegen in Wirklichkeit noch lange nicht sein. Um den Weizen von der Spreu zu trennen, muss man sich in der nationalen Bewegung umgucken, muss man ihre verschiedensten Strömungen untersuchen und bewerten, muss man ausschließlich und konsequent mit der Methode des dialektischen und historischen Materialismus an diese Aufgabe herangehen. Und man muss sich auch in der linken Bewegung umgucken, muss sowohl die kosmopolitischen Strömungen als auch die nationalistischen Strömungen in ihr analysieren und dabei ebenso konsequent mit der Methode des dialektischen und historischen Materialismus an diese Aufgabe herangehen. Die nationale Bewegung ist ebensowenig einer faschistischen Bewegung gleichzusetzen, nur weil sie national ist, wie die sozialistische Bewegung auch mit der kosmopolitischen Bewegung nicht gleichzusetzen ist, nur weil diese internationalistisch ist. Kapitalismus bedeutet sowohl nationale als auch internationale Ausbeutung und Unterdrückung, genauso wie Sozialismus auch nationale als auch internationale Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung bedeutet. In der revolutionären Bewegung gibt es Kräfte, die sich hinter dem Anti-Faschismus verbergen, um dem Faschismus den Weg zu bereiten. In der revolutionären Bewegung gibt es ferner Kräfte, die sich hinter dem Sozialismus verbergen, um dem Faschismus den Weg zu bereiten. In der revolutionären Bewegung gibt es also Kräfte, die sozialistisch in Worten, aber faschistisch in Taten sind , also sozialfaschistische Kräfte. In der revolutionären Bewegung gibt es darüber hinaus Kräfte, die in Worten national und sozialistisch, aber in Taten faschistisch sind, denn der Faschismus ist weder national noch sozialistisch. Und schließlich gibt es in der revolutionären Bewegung Kräfte, die in Worten national und bolschewistisch sind, aber in der Tat faschistisch sind, denn der Bolschewismus ist international. Wiederum gibt es in der revolutionären Bewegung Kräfte, die in Worten internationalistisch, aber in Wirklichkeit kosmopolitisch sind. Umgekehrt gibt es in der konterrevolutionären Bewegung Kräfte, die fortschrittlich sind, die für Widersprüche in der konterrevolutionären Bewegung sorgen und die wir als Überläufer in unsere revolutionäre Bewegung gewinnen müssen. Solange es Faschisten auf dieser Erde gibt, haben sie mit mehr oder weniger Erfolg versucht, Kräfte aus unserer revolutionären Bewegung für ihre konterrevolutionäre Bewegung zu rekrutieren, und zwar nicht nur aus der marxistisch-leninistischen Bewegung, sondern aus dem ganzen Spektrum der verschiedenen „linken“ Strömungen, wobei wir „linke“ Strömungen als Strömungen des bürgerlichen Lagers bezeichnen. Auch das rechte Spektrum ist alles andere als einheitlich. Wir Marxisten-Leninisten kämpfen entschieden gegen den Nationalismus in all seinen Spielarten, in welcher Bewegung er auch immer aufzutreten und Fuß zu fassen versucht, insbesondere den verfeinerten, verhüllten, in sozialistischen Phrasen gekleideten Nationalismus in unseren eigenen revolutionären, internationalistischen Reihen.

Wer glaubt, dass die ganze rechte Szene „faschistisch“ ist, der hilft mit diesem Pauschalurteil nur den Faschisten, alle rechten Strömungen für sich um so leichter zu vereinnahmen und bringt uns Kommunisten um die erfolgreiche Aufgabe, fortschrittliche Elemente aus dem rechten Lager herauszubrechen und als faschistische Reserve unbrauchbar zu machen. Hier haben wir Marxisten-Leninisten noch eine Menge Arbeit zu leisten und uns vor allem auf die reichhaltigen Erfahrungen der kommunistischen Weltbewegung zu stützen, zum Beispiel auf die Klassiker des Marxismus-Leninismus und auf einzelne hervorragende kommunistische Führer, wie Ernst Thälmann von der KPD es war, der sehr erfolgreich für die Einheit der national gesinnten und kommunistisch gesinnten Arbeiter gegen den Hitler-Faschismus gekämpft hat. Die revolutionäre Einheitsfront des Weltproletariats gegen den Weltfaschismus zu schmieden, um die sozialistische Weltrevolution zum Sieg zu führen, ist eine der Schlüsselaufgaben der ganzen marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Um den Faschismus errichten zu können, muss die Bourgeoisie vor allem ideologische Vorarbeit leisten, muss sie die Massen darauf geistig einstimmen, muss sie sich vor allem mit den anti-faschistischen Kräften und Organisationen auseinandersetzen, in sie eindringen, sie zersetzen oder versuchen, sie vor ihren Karren zu spannen. Es zeigt sich, dass insbesondere die kleinbürgerlichen Elemente in der antifaschistischen Bewegung zu schwanken beginnen – wie sollte es auch anders sein. Diese schwankende kleinbürgerliche Haltung darf sich aber nicht auf die antifaschistische Haltung der proletarischen Bewegung übertragen. Die proletarische antifaschistische Bewegung muss ihren Standpunkt jetzt unbedingt überprüfen, ihn festigen und stärken, muss seine antifaschistischen Kräfte vorbereiten und mobilisieren, wo der Faschismus auf dem Vormarsch ist. Der Wiederbeginn des Faschismus bedeutet Verschärfung des Kampfes der Wiedergeburt des Sozialismus.

 

»Wenn es unmöglich ist, mit der Auflehnung der Arbeiter und des Volkes mit pseudodemokratischen Formen und den Schwatzmethoden der Parlamente fertig zu werden, greift der bürgerliche Staat mit Gesetzen, Gewalt und der Peitsche ein. Dies geschieht gegenwärtig in den meisten Ländern, wo die Krise die Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital zugespitzt hat und wo die Empörung der Werktätigen über die entstandene Lage immer stärker wird. In dieser Situation wird die Gefahr des Faschismus immer drohender. Es ist bekannt, dass das Kapital, wenn es in eine Sackgasse gerät und den starken Schlägen der Arbeiterklasse ausgesetzt ist, entweder gezwungen ist, seinen Bankrott zu erklären oder die faschistische Diktatur zu errichten und auf den Krieg hin zu steuern« Und Enver Hoxha ergänzt diese Aussage mit einem Leninzitat aus seinen Werken Bd. 24, Seite 201, dt. Ausgabe):

 

»Denn die große Bedeutung jeder Krise besteht darin, dass sie das Verborgene offenkundig macht, das Bedingte, Oberflächliche, Kleinliche beiseite schiebt, den politischen Schutt wegräumt, die wahren Triebfedern des wirklich vor sich gehenden Klassenkampfes aufdeckt«.

»Wenn die arbeitenden Massen, die marxistisch-leninistischen Parteien und die fortschrittlichen Menschen nicht begreifen, dass die faschistische Diktatur das Produkt der schwierigen Situationen ist, in denen sich die Macht des Kapitals befindet, und sie nicht bekämpfen, wird der Faschismus über kurz oder lang errichtet werden« (Enver Hoxha, »Die marxistisch-leninistische Bewegung und die Krise des Weltkapitalismus«, Social Studies, Bd. 3, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).

 

»Der Faschismus ist der letzte Trumpf des ausbeutenden Kapitals« (Enver Hoxha, Social Politics, Bd. 3, page 23, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).

 

»Der Faschismus ist die brutalste Diktatur der Bourgeoisie« (Enver Hoxha, ebenda).

 

»Sobald die Kapitalisten sehen, dass ihre Sache verloren ist, werfen sie die Maske ab und errichten eine faschistische Diktatur« (Enver Hoxha, Rede des 1. Sekretärs des ZK der PAA am 3.10.1974 vor seinen Wählern im Wahlkreis 209 von Tirana, Verlag Roter Morgen, dt. Ausgabe).

 

Der Faschismus ist sowohl die Weiterentwicklung der Herrschaft der Bourgeoisie als auch die Ablösung des zerfallenden Parlamentarismus (ob als Putsch oder in einem längeren Prozess). Diese Weiterentwicklung und Ablösung einer Form der bürgerlichen Herrschaft durch eine andere, ist nicht nur auf die Schwäche, sondern auf das höchste Stadium der Degeneration der Bourgeoisie zurückzuführen, die schließlich an ihrer eigenen Herrschaft zugrunde geht. Der Faschismus ist grausamste Ausbeutung und Unterdrückung in der Menschheitsgeschichte. Der Faschismus ist das terroristischste Herrschaftssystem des verfaulenden, parasitären und sterbenden Kapitalismus. Der Faschismus ist das letzte ausweglose Mittel, die brutalste Form der Klassenherrschaft der Bourgeoisie, um dem drohenden Untergang des Imperialismus durch ökonomischen, politischen und militärischem Terror zur äußersten Steigerung von Ausbeutung und Unterdrückung zu entgehen. Der Faschismus ist Produkt der schärfsten Krise des Weltkapitalismus. Die menschenfeindlichste Form der Ausnutzung der kapitalistischen Wolfsgesetze hat in der faschistischen Gesellschaft immer einen klassenmäßigen Hintergrund, wobei als Triebkraft der Ausnutzung des imperialistischen ökonomischen Gesetzes nach Maximalprofit die Monopolbourgeoisie auftritt, während die von ihr ausgebeuteten Klassen sich dem mit revolutionärer Gewalt widersetzen.

Der Faschismus richtet sich dabei insbesondere gegen die Arbeiterklasse, weil diese als einzige revolutionäre Klasse die Herrschaft der Bourgeoisie stürzen und die Unvermeidlichkeit des Imperialismus für immer beseitigen kann. Faschismus ist das brutalste Mittel der Herrschaft des Weltkapitals, den Sozialismus gewaltsam zu zerschlagen. Der Faschismus ist das durch die höchste Zuspitzung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit zwingend notwendige gewordene Mittel der Konterrevolution, um die proletarische Revolution niederzuschlagen bzw. ihren Ausbruch zu verhindern, denn da, wo die Ausbeutung und Unterdrückung unerträglich wird, steigert sich gesetzmäßig im gleichen Ausmaß und in gleicher Stärke der organisierte revolutionäre Widerstand als roter Terror, beschleunigt und erhöht sich der Zusammenstoß der antagonistischen Triebkräfte des Klassenkampfes zwischen Lohnarbeit und Kapital aufs entschiedenste. Der Faschismus ist der verzweifelte Versuch der alten Welt, die neue Welt mit aller Macht und mit den gewalttätigsten Methoden daran zu hindern, die alte Welt abzulösen, weil diese sich weigert, freiwillig von der Bühne der Geschichte zu treten. Der Faschismus dient der Vorbereitung imperialistischer Kriege. Faschistischer Pakt = Antikominternpakt.

Der Faschismus ist Ausdruck und Ergebnis des aus dem Wesen des Finanzkapitals herauswachsenden Drangs zur schwärzesten reaktionären Herrschaft auf der ganzen Linie, gleichviel, unter welchem politischen System sich die inneren Gegensätze des Monopols aufs äußerste zuspitzen. Wird das Monopolkapital zur Fessel der Produktionsweise, so legt das Monopolkapital den Produktivkräften faschistische Fesseln an. Wenn die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt, schlägt der Faschismus zu. Die blutige Herrschaft spielt bei der Ausdehnung und Sicherung der in die tiefe Krise geratenen ökonomischen Macht der Monopolherren eine nicht unwichtige Rolle, aber nicht der Faschismus bildet die Grundlage des Imperialismus, sondern das monopolistische Privateigentum. Der Faschismus muss sich gesetzmäßig der bürgerlichen Staatsgewalt bemächtigen, um damit das durch und durch verfaulte und von innen zerfressene und krisenerschütterte imperialistische System vor seinen Totengräbern, (»Expropriation der Expropriateure« [Marx]) zu retten, das sich in den Händen einiger weniger mächtiger Finanzkapitalisten und Vertretern der Monopolbourgeoisie befindet. Diese sind bei Strafe ihres Untergangs selber gezwungen, sich als Monopolkapitalisten über das Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate hinwegzusetzen, dem Gesetz der Akkumulation des Kapitals Folge zu leisten und durch immer aggressivere und brutalere Ausplünderung der werktätigen Massen, durch kriegerische Expansion nach außen, durch Enteignung selbst größerer, mittlerer und kleinerer Kapitalisten ( »Je ein Kapitalist schlägt viele tot« usw. usf..) , nach Maximalprofit zu streben und sich durch brutales Ausräubern der Völker der ganzen Welt Höchstprofite zu sichern. Zur Jagd nach Maximalprofit braucht der Kapitalismus den Faschismus, um den Reichtum bis ins Gigantische vermehren und anhäufen zu können - bis zu dem endgültigen Punkt, wo der Kapitalismus sich selber vernichtet

 

(»Es ist dies die Aufhebung der kapitalistischen Produktionsweise innerhalb der kapitalistischen Produktionsweise selbst und damit ein sich selbst aufhebender Widerspruch« [Karl Marx, Das Kapital, Bd. III, Seite 454, dt. Ausgabe] ).

 

Das revolutionäre Proletariat wird auf diesen Punkt jedoch nicht warten können, bis er herangereift ist, weil das auch seine eigene Existenz in Mitleidenschaft zieht als bedrohliche Zerstörung der Produktivkräfte. Es wird gezwungen sein, vorher die Macht zu ergreifen, um sich aus den Fesseln der kapitalistischen Produktionsverhältnisse zu befreien, die sich vermittels faschistischer Gewalt immer fester zuschnüren - und genau davor fürchtet sich die Handvoll Finanzmagnaten, die die Welt unbedingt in ihrem Besitz halten wollen. Sie wehren sich gegen die drohende Enteignung und sei es mit brutalstem faschistischen Terror. Das internationale Finanzkapital, die Weltmonopolisten, haben sich durch die immer tiefere Weltwirtschaftskrise, in die sie geraten sind, längst ihre eigene extrem reaktionäre »neue Weltordnung« zu schaffen versucht, und beherrschen die Welt mit eisernem Griff. Sie nimmt immer offener die Züge eines neuen Weltfaschismus an, der vor allem vom US-Imperialismus ausgeht. Durch die Ungleichmäßigkeit der sprunghaften Entwicklung der kapitalistischen Länder sind die anderen Imperialisten aufgrund des verschärften Konkurrenzkampfes gegen den US-Imperialismus ihrerseits gezwungen, ihre eigenen faschistischen Regimes zu errichten und zu verschärften Ausplünderung und Unterdrückung zu greifen. Um ihr Bedürfnis nach Maximalprofiten befriedigen zu können gerade auf Kosten der anderen Imperialisten, brauchen sie den Faschismus. Sie zetteln imperialistischen Kriege an, um die Welt neu unter sich aufzuteilen und ihre eigene neue Weltherrschaft gewaltsam zu errichten - und vor den anderen gewaltsam zu verteidigen. Die faschistischen Staaten richten ihre Gewalt also nicht nur gegen die Ausgebeuteten und Unterdrückten, sondern auch gegeneinander, weil die kapitalistischen Länder ihren mörderischen Gesetzen selber unterworfen sind. Deswegen ist es der Imperialismus, der die Unvermeidlichkeit von Faschismus und Krieg niemals selber beseitigen kann, sondern immer mehr Völker der Welt in ihren Kampf hineinziehen. Dies kann nur das Weltproletariat durch die Weltrevolution verhindern, indem es den Weltimperialismus für immer beseitigt. »Nie wieder Faschismus!«. »Kapitalismus führt zu Faschismus!«. Kapitalismus muss weg!«

Wer sind also die Faschisten?

In Worten spielen sich die Faschisten nach dem Bankrott des Parlamentarismus demagogisch als »der große Retter aus der Not« auf und ködern die Massen mit Zuckerbrot, um sie als Basis gegen den Einfluss des Kommunismus zu missbrauchen, in Taten aber ist der Faschismus die reaktionärste, aggressivste, totalitärste und ausgebildetste Maschinerie der imperialistischen Bourgeoisie in ihrer schärfsten Krisensituation, die ihr zur rücksichtslosesten Ausbeutung, Ausplünderung, Versklavung, Vertreibung, und Völkermord, zur Unterwerfung, Verwertung und Gleichschaltung allen Lebens auf der Erde, (einschließlich allen geistigen Lebens) zu einem einzigen Sinn und Zweck dient: - zur Steigerung des Profits durch das Monopol der Kapitalisten ... und im Umkehrschluss ist Faschismus dementsprechend die bedingungslose Bezwingung und Vernichtung aller Kräfte der ganzen Welt, insbesondere ihrer kommunistischen, proletarischen Führung, deren einziger Sinn und Zweck es ist, sich dieser Herrschaft des Maximalprofits in den Weg zu stellen, ihr Widerstand gegenüber zu leisten, sie anzugreifen, sie zu stürzen, sie zu vernichten durch die Zerschlagung der Fesseln der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, um alle Produktivkräfte (einschließlich der geistigen) zu befreien, wobei nur eine einzige Herrschaftsform die Vermeidbarkeit des Faschismus für immer garantiert: die Diktatur des Proletariats, die jegliche Klassenherrschaft beseitigt, einschließlich die eigene.

Den heutigen Vormarsch der Rechten muss man im Zusammenhang sehen mit der notwendigen Umwandlung des Parlamentarismus in Faschismus zur Aufrechterhaltung der Herrschaft der Bourgeoisie in der tiefsten Krise ihrer Macht. Der Nationalismus muss wieder massentauglich gemacht werden, um den kommenden imperialistischen Krieg beginnen und siegreich beenden zu können. Der Anti-Amerikanismus der Rechten ist dabei der Ausgangspunkt, um nationalen Hass zu schüren. Er wird der linken Bewegung nicht nur entlehnt, sondern die Rechte versucht auch mit ihm, die Linke zu instrumentalisieren, indem sie den antagonistischen Charakter des Unterschieds zwischen links und rechts leugnet, um mit dem Kampf gegen den US-Imperialismus nicht den Weltimperialismus zu beseitigen, sondern diesen zu retten durch die Stärkung eines neuen Imperialismus zur Ablösung des abgewirtschafteten US-Imperialismus, also Umwandlung des alten bestehenden imperialistischen Systems durch Schaffung eines neuen imperialistischen Systems, das zwischen Gibraltar und Wladiwostock errichtet werden soll. Kampf gegen die einen unterdrückenden Nationen, um anderen unterdrückenden Nationen in die Hände zu arbeiten, Befreiung von Nationen aus den Händen unterdrückender Nationen, um selber die „befreiten“ Nationen zu unterdrücken, die Nationen wie auf dem Schachbrett hin und her zu schieben und zwecks Profitmaximierung zu opfern, das ist heute der ganze Sinn und Zweck des bürgerlichen Nationalismus. Die Arbeiter der unterdrückten Nationen, die ihren „eigenen“ Nationalismus bekämpfen, dürfen darüber nicht den Kampf gegen den Nationalismus der unterdrückenden Nationen vergessen. Ebenso dürfen die Arbeiter der unterdrückenden Nationen im Kampf gegen den „eigenen“ Nationalismus nicht den Kampf gegen den Nationalismus der unterdrückten Nationen vergessen.

Befreiung aller unterdrückten Nationen von allen unterdrückenden Nationen, Befreiung aller Nationen vom Joch des internationalen Kapitalismus durch den vereinigten Kampf der Arbeiter aller unterdrückten und unterdrückenden Nationen, das ist der Sinn und Zweck des proletarischen Internationalismus. Die internationale Einheit des proletarischen Klassenkampfes für den Weltsozialismus zu wahren, allen Einflüssen des Nationalismus und Kosmopolitismus zu widerstehen – darin besteht unsere Aufgabe als Internationalisten, als Bolschewisten.

Die Rechten leugnen den proletarischen Klassencharakter des Anti-US-Imperialismus, denn die Arbeiterklasse ist für sie eine Gefahr, weil sie nicht nur gegen den eigenen Imperialismus, sondern gegen jeglichen Imperialismus kämpft – eben dem Wesen nach als internationale und nicht als nationale Klasse. Dieser internationale Kampf des Proletariats soll an den nationalen Kampf angepasst werden, soll unter nationalistischen Losungen und nicht internationalistischen Losungen geführt werden. Die internationalistischen Losungen des Proletariats sollen den kosmopolitischen Losungen des Weltimperialismus angepasst werden, um dann vom nationalistischen Standpunkt aus das Proletariat nicht als Opfer zu „beschützen“, sondern als Handlanger des internationalen Finanzkapitals anzuprangern, wenn es sich durch nationale Losungen nicht von seinem Internationalismus abbringen lassen will. Der Nationalismus läuft auf eine Spaltung des internationalen Proletariats hinaus, damit es sich leichter auf die Schlachtbank führen lässt. Mit einem Weltproletariat auf der Schlachtbank siegt aber immer das internationale Finanzkapital. Der Nationalismus ist dafür nur Mittel zum Zweck. Deswegen ist für die Bekämpfung des Krebsschadens des Nationalismus die Propagierung des Sozialismus von sehr großer Bedeutung. Das ist ein Problem für die Nationalisten, und so suchen sie im Lager der Sozialisten nach Verbündeten, nach Verrätern, versuchen sie die Widersprüche im linken Lager für sich auszunutzen, das linke Lager zu zersetzen, es zu liquidieren. Die Faschisten bedienen sich der Sozialfaschisten, wobei die Sozialfaschisten selber ihre Chance wittern, um den Sozialimperialismus wieder salonfähig zu machen, die Herrschaft des Sozialimperialismus über die ganze Welt zu errichten. Deswegen ist es kein Zufall, dass sie maßgeblich daran beteiligt sind, die Anpassung der linken an die rechte Bewegung anzubahnen und zu erleichtern. Ja, ohne die Sozialfaschisten wäre es für die Faschisten viel schwieriger, sogar fast unmöglich, in die linke Bewegung einzudringen, weswegen die Sozialfaschisten Schrittmacher des Einflusses des Faschismus in der proletarischen Bewegung sind. Revisionismus führt zu Sozialfaschismus und sodann zum offenen Faschismus. Diese Konsequenzen müssen wir Marxisten-Leninisten uns einhämmern, wenn wir den Neo-Revisionismus bekämpfen: eine Form des Revisionismus, der heute in das anti-revisionistische, marxistisch-leninistische Gewand geschlüpft ist, um den Anti-Revisionismus mit dem Revisionismus zu versöhnen, um den Marxismus-Leninismus an den Revisionismus anzupassen, das heißt den revolutionären Inhalts des Marxismus-Leninismuse zu liquidieren bei Aufrechterhaltung der anti-revisionistischen Hülle des Marxismus-Leninismus. Auf diese gefährlichste Weise arbeitet der Neo-Revisionismus dem Kapitalismus, Reaktion, Krieg und Faschismus und deren sozialen Stützen in die Hände, wozu auch die extreme rechte Bewegung gehört!!

Es ist kein Zufall, dass ein Teil der „linken“ Kapitulanten und Liquidatoren sowohl in Deutschland als auch in Russland und anderswo sich

 

erstens

von dieser nationalistischen Welle mitreißen und deswegen ihre internationalistische rote Parteifahne auf dem Weg zum Nationalismus fallen ließen,

 

zweitens,

dass ein anderer Teil von ihnen grundsätzlich die Notwendigkeit der Verteidigung der nationalen Interessen des Volkes aufgegeben haben, weil sie vom anti-nationalen Geist des Kosmopolitismus vergiftet wurden und angesichts des „übermächtigen“ reaktionären Globalisierungsstromes des internationalen Finanzkapitals gegenüber eines „dahinvegetierenden, sozialistischen Rinnsales“ nicht mehr an die Sache der sozialistischen Nation glaubten und

 

drittens,

dass ein weiterer -nicht unbeträchtlicher Teil - der „linken“ Kapitulanten und Liquidatoren aus dem revisionistischen Lager kommen und das Ziel verfolgen, ihren alte revisionistische Macht, ihre sozialfaschistische Herrschaft wieder herzustellen.

Alle „linken“ Kapitulanten und Liquidatoren gemeinsam ist das Ziel, die sozialen und nationalen Interessen der Völker zu verraten, zu opfern und zu zerstören.

 

Das Eindringen rechten Gedankengutes in die linke Bewegung ist heute nicht zu übersehen. Wir Marxisten-Leninisten müssen dieser Erscheinung also die nötige Aufmerksamkeit widmen, um unsere Reihen geschlossen zu halten und sie vom rechten Einfluss zu säubern. Wir müssen uns den gegenwärtigen nationalistischen Tendenzen stellen, dürfen uns aber von ihnen nicht erdrücken lassen, müssen unseren sozialistischen Kurs unbeirrbar mit den Prinzipien des Marxismus-Leninismus weiterverfolgen, müssen den nationalistischen Tendenzen aktiv und entschlossen entgegentreten mit unserer sozialistischen Gegenoffensive! Nicht die Nationen voneinander zu trennen ist unsere kommunistische Aufgabe, sondern die Arbeiter aller Nationen zusammenzuschließen. Nationalisten können keine „Auch Sozialisten“ sein. Der Sozialismus lässt sich nicht dem Nationalismus anpassen, genausowenig wie sich der Nationalismus dem Sozialismus anpassen kann. Es gibt keine „Auch Nationalisten“. Jedes Versöhnlertum zwischen Nationalismus und Sozialismus dient den Herrschenden und schadet den Unterdrückten. Manche Leute meinen, der Nationalbolschewismus sei ein nationaler Zweig des Bolschewismus, die zwar irren, nicht wenig Dummheiten verbreiten, mitunter sogar offen anti-bolschewistische Töne anschlagen, aber immerhin dem bolschewistischen Lager zuzuordnen seien. Daher ein gewisser Liberalismus gegenüber den Nationalbolschewisten. Es wird hier aber wohl klar und deutlich genug dargelegt, warum die Auffassungen der Nationalbolschewisten äußerst falsch und schädlich sind. In Wirklichkeit ist der Nationalbolschewismus ein Vortrupp der faschistischen Bourgeoisie im Kampf gegen den Kommunismus überhaupt – nicht nur im Kampf gegen die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats der UdSSR. Wer liefert der konterrevolutionären Bourgeoisie eine „revolutionäre“ geistige, ideologische Waffe gegen den Bolschewismus in Gestalt des Nationalbolschewismus? Diese Waffe liefern die Nationalbolschewisten. Diese Tatsache ist kein Zufall, denn der Zerfall ist in Russland am weitesten fortgeschritten, ist die Errichtung des Faschismus am dringendsten notwendig, um die Herrschaft der russischen Bourgeoisie aufrechtzuerhalten, ist der Übergang von Sozialfaschismus zum offenen Faschismus eine logische Konsequenz. Wir dürfen nicht vergessen, dass der westliche Parlamentarismus in Russland zu einer Zeit importiert wurde, als dieser bereits verrottet war und sich als Hindernis erwiesen hatte für die Bourgeoisie. Deswegen ist der offene Faschismus in Russland um so ausgeprägter, erleichtert er der Weltbourgeoisie, den Weltfaschismus aufzubauen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Nationalbolschewisten nicht nur in ihrem eigenen Land gegen die Bolschewisten auftreten, sondern international Fuß zu fassen versuchen.

 

Die Aufgabe, der ich mein Leben widme, besteht (...) nicht in der Festigung irgendeines `National`staates, sondern in der Festigung des sozialistischen, und folglich eines internationalen, Staates, wobei jede Festigung dieses Staates zur Stärkung der gesamten internationalen Arbeiterklasse beiträgt“ (Stalin, Werke Band 13, Seite 94, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

Im Gegensatz hierzu das Programm der NBP über ihren Staat:

THE STATE

4. Having come to power, NBP will make revolutionary on the scales

of transformation in Russia, will construct the TOTAL STATE, the

human rights will concede a place to the rights of a nation. Inside

the country the iron Russian order, climate of discipline, bellicose

and diligence will be established.“

 

Bolschewismus und Nationalbolschewismus sind in der Frage des Staates also zwei ganz verschiedene Welten. Deshalb ist der Liberalismus gegenüber dem Nationalbolschewismus, auch wenn er sich mit Lenin und Stalin maskiert, eine Torheit, die an ein Verbrechen, an einen Verrat an der Sowjetunion Lenins und Stalins grenzt. Deswegen müssen wir gegen alle Versuche entschieden vorgehen, den Bolschewismus mit dem Nationalbolschewismus zu vereinigen, denn daraus kann nur eine Schwächung des Bolschewismus und eine Stärkung des Nationalismus hervorgehen. Wir dürfen den Nationalbolschewisten keine Tribühne für die Verbreitung ihrer konterrevolutionären Ideologie bieten, wenn wir nicht lebensmüde sein wollen. Es reicht nicht aus, die Nationalbolschewisten von diesem oder jenen Standpunkt aus zu kritisieren, wir müssen sie stets und konsequent vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus kritisieren.

Das Positive an den Nationalbolschewisten hieran ist lediglich, dass sie uns Marxisten-Leninisten dabei helfen, einen längst überfälligen politischen Klärungsprozess in Gange zu bringen und die damit verbundene Klassensolidarität und Klassenvereinigung des Proletariats gegenüber der Weltbourgeoisie und ihren Versuchen entgegenzutreten, mit nationaler und sozialistischer Demagogie die Massen von der nationalen und sozialen Befreiung durch die sozialistische Revolution abzuhalten:

 

Erstens,

dass die wahren Bolschewisten mit den nationalen Liquidatoren, mit den Verrätern am internationalen Banner, brechen und sie aus ihren Reihen hinaussäubern, wann immer sie in unseren Reihen auftauchen und wie immer sie sich auch dabei „bolschewistisch“ tarnen mögen.

 

Zweitens,

dass die national gesinnten Arbeiter durch unsere pro-nationale Haltung (, die mit unserer pro- internationalen Haltung nicht nur vereinbar, sondern für uns unentbehrlich ist!) besser erkennen, dass wir Marxisten-Leninisten ihnen nicht feindlich, sondern kameradschaftlich gegenüberstehen, dass wir zwar für die revolutionäre Umwandlung der bürgerlichen in die sozialistische Nation kämpfen, aber immerhin an der Verteidigung der historischen Notwendigkeit der Nation als solcher festhalten und dadurch mit ihnen übereinstimmen, sowohl gegenüber den konterrevolutionären, reaktionär-nationalistischen und kosmopolitisch orientierten Kräften im rechten Lager als auch gegenüber den konterrevolutionären, reformistischen und vor allem revisionistischen Kräften im linken Lager. Weder mit der Revolution noch durch Reformen lässt sich die bürgerliche Nation retten. Sie hat sich selbst überlebt, hat sich selber zerstört. Das Ende der bürgerlichen Nation bedeutet aber nicht das Ende der Nation an sich. Sie lebt fort, wenn sie in die Hände des Volkes genommen wird, wenn die Arbeiter die Macht der Nation übernehmen. Die bürgerliche Nation ist tot – es lebe die sozialistische Nation!







Sind die Nationalbolschewisten Gegner jeglicher Demokratie, also sowohl der bürgerlichen als auch der proletarischen Demokratie?



Hier das Zitat des ersten und wohl entscheidenden Satzes aus dem NBP-Programm:



„ESSENCE OF NATIONAL-BOLSHEVISM

1. Essence of National-bolshevism is the incinerating hatred to

antihuman SYSTEM of the trinity: liberalism / democracy /

capitalism. The man of uprising, national-bolshevik sees his mission

in destruction of SYSTEM up to the basis. On ideals spiritual

courage, social and national justice the traditionalistic,

hierarchical community will be constructed.“


Die Essenz des Nationalbolschewismus besteht für die NBP im „zerstörerischen Hass gegenüber dem inhumanen SYSTEM der Dreieinigkeit von Liberalismus, Demokratie und Kapitalismus. Der Nationalbolschewist will sich gegen das System erheben und es bis in seine Grundfesten stürzen. Darauf wird die traditionalistische, hierarchische Gemeinschaft errichtet mit Idealen, geistreichem Mut, sozialer und nationaler Gerechtigkeit.


(Nebenbei bemerkt sei uns die Frage gestattet: Wie kann der Nationalbolschewismus zwei essentielle Aussagen treffen, die sich gegenseitig ausschließen: „Hass auf den Kapitalismus“- die eine Aussage; „Es hat nie Kapitalismus gegeben“ (Limonka) – die entgegengesetzte Aussage. Was nun, liebe Nationalbolschewisten? Wie wollt ihr euch da rauswinden? Hass auf etwas, was es gibt oder Hass auf etwas, was es nicht gibt? Also kämpft ihr nun gegen den Kapitalismus oder gegen die „Fiktion“ des Kapitalismus? Oder gegen beides/nicht? - Man darf gespannt sein, mit welchen „Idealen“ und welchem „geistreichen Mut“, mit dem sich die Nationalbolschewisten hier in Widersprüche hineingeritten haben, sie aus ihrem Dilemma wieder herauszukommen gedenken. Werden sie „geistreich“ genug sein, den „Mut“ aufzubringen und sich vor den Massen selbstkritisch zu entschuldigen für ihr „Missgeschick“ oder werden sie es nicht für nötig halten?)



Die Essenz des Nationalbolschewismus ist also nicht etwa der zerstörerische Hass des Bolschewismus auf das imperialistische Weltsystem, auf das Herrschaftssystem der Weltbourgeoisie, sondern auf ein System, das sich auf die „Dreieinigkeit von Liberalismus, Demokratie und Kapitalismus“ stützt ( das ist durchaus nicht dasselbe, und wir werden dies anschließend noch zu begünden haben!).

Was zunächst nun an die Stelle dieser „Dreieinigkeit“ treten soll, was ihr entgegengestellt werden soll – dieser klaren programmatischen Antwort weichen die Nationalbolschewisten mit nebulösen Begriffen aus, warum? Sie wollen eine traditionalistische Gesellschaft – ja, auf welchen Traditionalismus soll denn diese Gesellschaft aufgebaut werden? Wenn es die Tradition des Sozialismus ist, die sie wieder herstellen wollen, okay – einverstanden, warum aber sagen die Nationalbolschewisten das nicht ausdrücklich? Bolschewismus und Sozialismus sind schließlich in ihrem Wesen synonym. Jede Abgrenzung vom Bolschewismus bedeutet zugleich Abgrenzung vom Sozialismus. Es gibt keinen nationalen Sozialismus, folglich auch keinen nationalen Bolschewismus. Beides ist seinem Wesen nach international, nur der Form nach (für eine historische Etappe noch) sind sie notwendigerweise national. Das Programm der NBP ist also kein sozialistisches Programm, nicht das Programm von Sozialisten. Selbst, wenn – nehmen wir das einmal an - die Nationalbolschewisten für die Wiedererrichtung der Sowjetunion Lenins und Stalins wären ( sie propagieren das Gegenteil!), so muss man zweierlei Dinge prinzipiell unterscheiden: Die Sowjetunion Lenins und Stalins war historisch das erste sozialistische Land, aber damit der Beginn der sozialistischen Welt, der nicht mit der Beseitigung des Sozialismus in einem Land bereits beendet ist, sondern sich bis zu seinem Ende fortsetzt – dem Weltsozialismus. Der Sozialismus in einem Land ist nicht als Endziel, sondern ein notwendiges Etappenziel auf dem Wege zum Weltsozialismus, also internationalistisch konzipiert. Wir sind nicht vom nationalistischen Standpunkt aus für die Wiedererichtung der Sowjetunion Lenins und Stalins, sondern vom internationalistischen Standpunkt aus, also vom Standpunkt Lenins und Stalins aus. Vom nationalistischen Standpunkt aus ist jeder Sozialismus in einem Land unter der weiterbestehenden Weltherrschaft des Imperialismus zum Sterben verurteilt, was die Geschichte bewiesen hat. Es ist doch klar, dass wir Bolschewisten so einen Nationalbolschewismus ablehnen, dem eine eurasische Nation vorschwebt, die NICHT sozialistisch ist und die NICHT als Etappe für die sozialistische Weltnation verstanden wird, sondern als eine nationale „Endlösung“ - das Ende aller anderen Nationen – russischer Kosmopolitismus eines eurasischen Reiches! Nationalbolschewismus ist nichts anderes als die nationale Verhüllung des russisch-imperialistischen Kosmopolitismus!


Und dann die „Hierarchische Gemeinschaft“ - was soll das sein? Die Nationalbolschewisten bekämpfen DAS System schlechthin ["Do that you want" - will be your unique law“ - Programm der NBP]. mit Hierarchie der Gemeinschaft. Wie kann man Gegner jeglichen Systems sein und trotzdem eine hierarchische Gesellschaft aufbauen wollen?

Ideale“ - welche? Die Ideale des bolschewistischen Kommunismus sind sicherlich nicht gemeint, sonst würden sie ausdrücklich definiert sein. Es ist also nicht das Programm der Komintern von 1928, auf das sich der Nationalbolschewismus beruft, und es ist auch nicht das Programm der KPdSU [B] der Genossen Lenin und Stalin – es ist ein anti-sozialistisches, den Imperialismus Russlands beschönigendes Programm.


Doch kommen wir nun zur ernsthaften Frage der Demokratie?

Wenn die Nationalbolschewisten den Liberalismus und den Kapitalismus - wie wir das auch tun – hassen, wie können sie dann auch die Demokratie hassen, die wirBolschewisten lieben? Wir Bolschewisten waren und sind die konsequentesten und revolutionärsten Verfechter der Demokratie, wir hassen jede Anti-Demokratie, insbesondere wie sich die Revisionisten das Mäntelchen des Demokratismus umhängten, um ihren Sozialfaschismus darunter zu verbergen. Wir sind als Bolschewisten gegen jeglichen Scheindemokratismus, Reformismus, Revisionismus, Liberalismus usw., mit dem die Herrschenden die Massen um ihre wahre Demokratie betrügen. Ob sie nun die bürgerliche Demokratie hassen oder die sozialistische – nur schwärzeste Reaktionäre, nur Faschisten und Sozialfaschisten hassen die Demokratie. Demokratie heißt „Volksherrschaft“. Wer die Volksherrschaft hasst, der hasst auch das Volk. Wer Völker hasst, kann auch zum Völkermörder werden – wie die Faschisten! Über den menschenverachtenden und Demokratie-feindlichen Faschismus haben wir bereits unsere Meinung dargestellt. Hier geht es darum, den politischen Fehler der Nationalbolschewisten aufzudecken, die Demokratie dem Dreierbund mit Liberalismus und Kapitalismus einzugliedern. Wie wollen die Nationalbolschewisten die nationalen Interessen des russischen Volkes vertreten, wenn sie die „Volksherrschaft“ hassen. Ein Volk, in dem die Mehrheit keine Macht hat, kann seine nationalen Interessen gar nicht vertreten. Wer die Macht des Volkes hasst, der hasst auch seine nationalen Interessen, und in der Tat haben wir ja bereits darauf hingewiesen, dass jeder Nationalismus, also auch der russische Nationalismus, in der Praxis anti-national ist, dass tatsächlich die nationalen Interessen einer Minderheit des Volkes über die nationalen Interessen der Mehrheit des Volkes herrschen.

 

Der Nationalismus ist mit dem Marxismus-Leninismus unvereinbar. Der Nationalismus ist mit dem Bolschewismus unvereinbar. Der Nationalbolschewismus ist weder mit dem Marxismus-Leninismus, noch mit dem Bolschewismus vereinbar – weder in der Frage der Demokratie, noch in irgendeiner anderen politischen Frage.


Die Demokratie, das ist die breite Masse der Bevölkerung. Die Demokratie fürchtet nicht die Bewegung der Massen, sondern glaubt an sie.

Die Liberalen unterscheiden sich von den Konservativen (den Schwarzhundertern) dadurch, dass sie die Interessen der Bourgeoisie vertreten, die den Fortschritt und eine einigermaßen geregelte Rechtsordnung, die Wahrung der Gesetzlichkeit, der Verfassung, der Gewährleistung einer gewissen politischen Freiheit braucht. Die fortschrittliche Bourgeoisie aber fürchtet die Demokratie und die Bewegung der Massen noch mehr als die Reaktion. Daher die ewigen Tendenzen der Liberalen zu Konzessionen an das Alte, zum Paktieren mit ihm, zur Verteidigung vieler Grundpfeiler des Alten. Und all das bewirkt die völlige Ohnmacht des Liberalismus, seine Unentschlossenheit und Halbheit, sein ewiges Schwanken“ (Lenin, Band18, Seite 218-219).

Heute ist der Liberalismus verfault bis in seine letzten Knochen genauso wie die Bourgeoisie, ist er völlig untauglich geworden, den Imperialismus vor seinem Untergang zu retten, ist er untauglich als Herrschaftsinstrument der Bourgeoisie, wo die Krise am tiefsten die Profite gefährdet, muss es die Bourgeoisie ablösen und durch seine faschistische Herrschaft ersetzen. Und da scheiden sich die Geister zwischen rechts und links. Beide Richtungen wollen den liberalistischen Leichnam beerdigen. Die einen aber wollen darauf den Faschismus errichten und die anderen den Sozialismus. Deswegen können diese beiden Kräfte nicht gemeinsam kämpfen, sondern verwandelt sich der Kampf gegen den Liberalismus in einen Klassenkampf zwischen Faschismus und Sozialismus. Die rechten Strömungen unterscheiden sich nur nach dem Grad, nach dem sie ihre faschistischen Absichten verhüllen, solange sie nicht an der Macht sind.

Und es ist genau die Marschroute der heutigen rechten Bewegung: Kampf gegen die Demokratie verhüllt in dem Kampf gegen Liberalismus und Kapitalismus durch Ablenkung der Arbeiter mit nationalistischen Losungen. Wer gegen den Kapitalismus kämpft, kann dies nur erfolgreich tun, wenn er am konsequentesten für die Demokratie kämpft. Wer gegen die bürgerliche Demokratie, gegen den Liberalismus, gegen den Parlemantarismus kämpft, kann dies nur erfolgreich tun im Kampf für die proletarische Demokratie. Alles andere ist falsch, denn Kapitalismus und Liberalismus sind der Bourgeoisie Klasse zuzuordnen, die das Volk ausbeutet und unterdrückt. Die Demokratie aber ist nicht die Vertretung einer herrschenden Minderheit des Volkes, sondern der herrschenden Mehrheit über die Minderheit. Das zu verwechseln, ist eben ein eklatanter politische Fehler der Nationalbolschewisten, den bereits Lenin damals lange vor der Oktoberrevolution aufgedeckt hatte:


Keinerlei Demokratie in der Welt beseitigt den Klassenkampf und die Allmacht des Geldes. Durchaus nicht darin bestehen die Bedeutung und der Nutzen der Demokratie. Ihre Bedeutung besteht darin, dass sie den Klassenkampf zu einem breiten, offenen und bewussten Kampf macht. Und das ist keine Mutmaßung, kein Wunsch, sondern eine Tatsache. (...) Ein einzelner Proletarier ist machtlos; die proletarischen Millionen sind allmächtig“ (Lenin, Band 18, Seite 327).


Lenin macht uns hier klar, dass der Anti-Demokratismus der Nationalbolschewisten die Furcht vor den Millionenmassen widerspiegelt, die sie dazu antreibt, den Klassenkampf eben erst gar nicht zu einem breiten, offenen und bewussten Kampf werden zu lassen, sondern ihn als „Hirngespenst“ der Marxisten-Leninisten abzutun.

Warum der Hass, die Geringschätzung der Demokratie bei den Nationalbolschewisten? Als Strömung des Kleinbürgertums hat der Nationalbolschewismus sowohl gegenüber der bürgerlichen als auch genauso gegenüber der proletarischen Demokratie klassenbedingte Schwierigkeiten, hasst das Kleinbürgertum beide Arten des Demokratismus, wird der kleinbürgerliche Demokratismus nicht nur untergebuttert. Der kleinbürgerliche, zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat schwankenden Demokratismus ist historisch überholt, so wie die Klasse des Kleinbürgertums gesetzmäßig untergehen wird, so geht auch der kleinbürgerliche demokratismus unter.

 

Das Proletariat kann nicht anders siegen als durch die Demokratie, d.h., indem es die Demokratie vollständig verwirklicht, indem es mit jedem Schritt seiner Bewegung die demokratischen Forderungen un ihrer entschiedensten Formulierung verbindet. Es ist Unsinn, die sozialistische Revolution und den revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus, einer der Fragen der Demokratie, in unserem Falle der nationalen Frage, entgegenzustellen. Wir müssen umgekehrt den revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus mit dem revolutionären Programm und mit der revolutionären Taktik in Bezug auf alle demokratischen Forderungen verbinden. (...) Die sozialistische Revolution ist keineswegs eine einzige Schlacht, sondern im Gegenteil eine Epoche, bestehend aus einer ganzen Reihe von Schlachten um alle Fragen der ökonomischen und politischen Umgestaltung, die nur durch die Expropriation der Bourgeoisie vollendet werden können. Eben im Namen dieses Endziels müssen wir einer jeden unserer demokratischen Forderungen eine konsequent revolutionäre Formulierung geben. Es ist denkbar, dass die Arbeiter eines gegebenen Landes die Bourgeoisie niederwerfen werden, bevor sie auch nur eine einzige demokratische Umgestaltung vollständig verwirklichen. Aber es ist ganz undenkbar, dass das Proletariat, als eine geschichtliche Klasse, die Bourgeoisie besiegen könnte, wenn es dazu nicht vorbereitet wird durch die Erziehung im Geiste des konsequentesten und revolutionär entschiedensten Demokratismus“ (Lenin, Band 21, Seite 415-416).


Es wäre ein großer Irrtum zu glauben, dass der Kampf um die Demokratie imstande wäre, das Proletariat von der sozialistischen Revolution abzulenken oder auch nur diese Revolution in den Hintergrund zu schieben, zu verhüllen und dergleichen. Im Gegenteil, wie der siegreiche Sozialismus, der nicht die vollständige Demokratie verwirklicht, unmöglich ist, so kann das Proletariat, das den in jeder Hinsicht konsequenten, revolutionären Kampf um die Demokratie nicht führt, sich nicht zum Siege über die Bourgeoisie vorbereiten“ (Lenin, Band 22, Seite 145).



Lenin lehrt uns wie das nationale Programm der Arbeiterdemokratie auszusehen hat:

 

Das nationale Programm der Arbeiterdemokratie: absolut keine Priviliegien für irgendeine Nation [auch nicht für die russische – Anmerkung des Verfassers], für irgendeine Sprache [auch nicht für die russische – Anmerkung des Verfassers]; Lösung der Frage der politischen Selbstbestimmung der Nationen, d.h. Ihrer staatlichen Lostrennung, auf völlig freiem, demokratischem Wege; Erlass eines für den ganzen Staat geltenden Gesetzes, kraft dessen jede beliebige Maßnahme (...), die in irgendwelcher Hinsicht einer der Nationen ein Privileg gewährt und die Gleichberechtigung der Nationen oder die Rechte einer nationalen Minderheit [auch wenn sie russisch (!) ist – Anmerkung des Verfassers] verletzt, für ungesetzlich und ungültig erklärt wird – und jeder beliebige Staatsbürger berechtigt ist zu verlangen, dass eine solche Maßnahme als verfassungswidrig aufgehoben wird und diejenigen, die sie durchsetzen wollen, strafrechtlich belangt werden“ (Lenin Band 19, Seite 346).

 

Der Imperialismus unserer Tage hat dazu geführt, dass die Unterdrückung der Nationen durch Großmächte eine allgemeine Erscheinung geworden ist. Eben der Standpunkt des Kampfes gegen die Sozialpatrioten der Großmachtnationen, die jetzt einen imperialistischen Krieg um die Festigung der Unterdrückung der Nationen führen und die die Mehrheit der Nationen der Welt und der Bevölkerung der Erde unterdrücken – eben dieser Standpunkt muss der entscheidende, kardinale, grundwichtige Punkt in dem sozialdemokratischen nationalen Programm werden“ (Lenin Band 21, Seite 418).

 

Im nationalbolschewistischen Programm davon nicht ein einziges Wörtchen!

 

Derjenige Sozialist einer unterdrückenden Nation, der nicht im Frieden wie auch im Krieg die Separation der unterdrückten Nationen propagiert, ist kein Sozialist und kein Internationalist, sondern ein Chauvinist! Derjenige Sozialist einer unterdrückenden Nation, der nicht eine solche Propaganda den Verboten der Regierungen zum Trotz, d.h. in einer freien, d.h. in einer illegalen Presse treibt, bleibt nur ein heuchlerischer Anhänger der Gleichberechtigung aller Nationen“ (Lenin Band 21, Seite 419-420).


Dieses nationale Programm der Arbeiterdemokratie ist das genaue Gegenstück zum nationalen Programm der russischen Nationalbolschewisten. Also sagen wir ihnen klipp und klar: Entweder ihr stellt euch auf diesen Standpunkt der Arbeiterdemokratie Lenins, dann tragt ihr sein Bild in eurem Emblem zu Recht oder ihr verbleibt auf dem bisherigen Standpunkt eures nationalbolschewistischen Programms, dann werdet ihr Lenin streichen müssen, denn wer gegen Lenins Programm arbeitet – egal wer oder wie, der hat es nicht verdient und ist nicht berechtigt, das revolutionäre Banner Lenins zu tragen. Es ist klar, dass wir Marxisten-Leninisten uns der nationalbolschewistischen Bewegung niemals unterordnen oder uns von ihr an die Leine nehmen lassen dürfen, denn wir sind die bolschewistische Vorhutpartei des Proletariats, die Partei Leninschen Typs und rollen unser marxistisch-leninistisches, kommunistisches Banner den Nationalbolschewisten zuliebe niemals ein, weder freiwillig noch unter Gealtanwendung.





Unser anti-parlamentaristischer Kampf ist ein Teil des Kampfes der Arbeiterklasse zur Erlangung ihrer Diktatur - ausschließlich auf der Basis der proletarischen Demokratie, der Rätedemokratie etc.

Wenn die Bourgeoisie ein demagogisches Gleichheitszeichen zwischen „Linksextremismus und Rechtsextremismus“ setzt, den Extremismus als Bedrohung der parlamentarischen „Demokratie“ verteufelt, dann dürfen wir daraus nicht den taktisch falschen Schluss ziehen, alle „Extremisten“ müssten in einer gemeinsamen Front gegen diesen Vorwurf auftreten. Das ist eine Falle. Wir machen ja auch keine gemeinsame Sache mit den Anarchisten, die den bürgerlichen Staat wie wir Marxisten-Leninisten auch – stürzen wollen. Es kommt doch darauf an, wozu ? Wir wollen den sozialistischen Staat, die Anarchisten wollen gar keinen Staat. Die Nationalbolschewisten wollen einen Staat, aber keinen sozialistischen Staat. Wenn man also gegen die parlamentarische Heuchelei, gegen den Betrug der bürgerlichen „Demokratie“, gegen den parasitären, verfaulten, abgewirtschafteten Parlamentarismus der Bourgeoisie kämpft, dann reicht das allein nicht aus, sondern man muss die Frage beantworten, was denn an die Stelle kommen soll. Wir Kommunisten wollen auf revolutionärem Wege die sozialistische Demokratie verwirklichen – die Nationalbolschewisten ( zumindest die Mehrheit von ihnen) kämpfen nicht für einen sozialistischen Staat vom Typus Lenins, Stalins und Enver Hoxhas. Sie benutzen nicht die Terminologie des Marxismus-Leninismus. Wir müssen die Massen – und insbesondere die außerparlamentarisch opponierende Jugend - darüber aufklären, dass der Faschismus die Fortsetzung der politischen Herrschaft des Kapitals mit noch brutaleren Mitteln als mit dem bürgerliche Parlamentarismus ist, dass die Bourgeoisie in Zeiten der Krise und der Schwäche notwendigerweise nicht mehr mit dem Werkzeug des Parlamentarismus auskommen kann, dass sie zur Aufrechterhaltung ihrer Macht gezwungen ist, zu Mitteln des Faschismus zu greifen, dass sie selber den Faschismus braucht und sich eben dabei auch des „Rechtsextremismus“ bedient. „Links=Rechts“-Demagogie der Bourgeoisie kann daher für uns Kommunisten niemals bedeuten: Links-Rechts-Bündnis – weder durch eine nationalbolschewistische Sammlungsbewegung, noch durch irgendeine außerparlamentarische oder sonstige Bewegung. Bolschewisten und Faschisten waren, sind und werden immer Todfeinde sein. Sie vertreten die Positionen antagonistischer Klassen und stehen sich daher unversöhnlich gegenüber. Die linke Bewegung kämpft mit ALLEN Mitteln für die Beseitigung der rechten Bewegung. Umgekehrt kämpft die rechte Bewegung zur Beseitigung der linken Bewegung mit ALLEN Mitteln – eben auch mit dem Mittel einer rechts / „links“ vereinigten Sammlungsbewegung. Natürlich versuchen wir auch unsererseits, einen national gesinnten Arbeiter für die antifaschistische, proletarische Einheitsfront zu gewinnen. Aber niemals dürfen wir Linken an der Seite der Rechten kämpfen, denn wir Linken vertreten die revolutionäre Arbeiterklasse und das Volk, kämpfen wir für den Sozialismus, während die Rechten der Bourgeoisie und der Aufrechterhaltung des Kapitalismus dienen, auch wenn sie sich demagogisch Nationalsozialisten, Nationalbolschewisten, Nationalrevolutionäre nennen, und sich mit „linken“ Phrasen tarnen! Wir wissen aus historischer Erfahrung, dass dies nur der Machteroberung dient. Ist die Macht des Faschismus erobert, dann streifen die Faschisten ihr „linkes“ Tarnkleid wieder ab.

Gegen wen müssen wir den Kampf gegen die Anpassung des Kommunismus an den Faschismus führen. Wir müssen diesen Kampf dort führen, wo er entsteht, nämlich am äußersten Rand des linken Flügels der Rechten und am äußersten Rand des rechten Flügels der Linken ( zum Beispiel Strasser und Röhm auf der rechten, Niekisch auf der linken Seite.) Welcher Flügel gefährlicher ist? Das hängt von den gegebenen Verhältnissen ab. Der äußerste linke Rand der Rechten versucht, den äußersten rechten Rand der Linken mit Phrasen zu ködern, die nationalen Interessen des Volkes zu verteidigen, appelliert an den Patriotismus etc. während der rechte Opportunismus am äußersten rechten Flügel der Linken Fuß zu fassen sucht, um den bürgerlichen Einfluss bis ins Zentrum auszudehnen. Die Kräfte der Versöhnung von links und rechts sind die gefährlichsten Kräfte, mit denen die Bourgeoisie versucht, die Linke an die Kette zu legen oder sie zu liquidieren. Auf jeden Fall ist immer die Strömung der Versöhnung am gefährlichsten, die man vernachlässigt oder gar aufgehört hat zu bekämpfen, denn die Demarkationslinie ist immer an ihrem äußeren Rand am gefährlichsten, um anti-proletarisches Gedankengut in unsere Reihen zu schleusen. Deswegen ist jede Versöhnung mit den Rechten, jede Rücksichtsnahme ihnen gegenüber, jede liberale Haltung zu ihnen, jede Verharmlosung von ihnen, jedes Paktieren mit ihnen ein schweres Verbrechen an der Sache der Arbeiterklasse und dem Kommunismus. Muss dieses Verbrechen auch als Verbrechen bekämpft werden.

Das Gleiche gilt übrigens auch gegenüber dem Sozialfaschismus.


Links zu sein, heißt, den Kapitalismus zu beseitigen und den Sozialismus zu schaffen – und zwar nicht nur national, sondern vor allem international. Die NBP bezeichnet sich ausdrücklich NICHT als linke Partei, also ist sie für die Aufrechterhaltung des Kapitalismus, ob sie sich nun anti-kapitalistisch nennt oder nicht, denn nur eine linke Partei kann antikapitalistisch sein. Wer nur die alte Form der Herrschaft der Bourgeoisie durch eine neue ersetzen will, ist kein Anti-Kapitalist, sondern verteidigt den Kapitalismus gegen den Sozialismus. Eine nicht-linke Partei, die sich der „Revolution“ verschreibt, ist in Worten revolutionär, aber in Taten stets konterrevolutionär. Eine von Natur aus sozialistische Klasse – das Proletariat - existiert für die Nationalbolschewisten nicht. Die Ideologie, „weder rechts noch links“ zu sein – ist eine tote Ideologie, ist Manilowerei ( siehe: Lenin, Band 18, Seite 553).

 

Der Bolschewismus ist links, eine allgemeingültige, internationale – heute wie vor 100 Jahren eine hochaktuelle – Taktik des Weltproletariats, die sozialistische Weltordnung zu errichten. Die Dialektik der Geschichte ist aber derart, dass der theoretische Sieg des Bolschewismus seine Feinde zwingt, sich als Bolschewisten zu verkleiden. Der verfaulende Nationalismus versucht sich durch Opportunismus in Russland wieder zu beleben, indem er sich das Mäntelchen des Nationalbolschewismus umgehängt hat. Die Sowjetvölker haben durch den Bolschewismus einen großen historischen Sieg errungen. Welthistorisch wird der Siegeszug des Bolschewismus weiter voranschreiten und dabei vor den Grenzen der ehemaligen Sowjetunion Lenins und Stalins nicht halt machen. Die Zurückeroberung der Macht des Bolschewismus, sein endgültiger Sieg in Russland ist unausbleiblich, wenn er dem Nationalbolschewismus keine Chance lässt, auf die Massen seinen bürgerlichen Einfluss auszuüben.


Zwischen Kapitalismus und Sozialismus kann es nichts geben – entweder Kapitalismus oder Sozialismus? Diese Frage müssen wir jeden Nationalbolschewisten stellen. Ist er für den Sozialismus der Tat, ist der Sozialismus für ihn keine leere Phrase, wird er mit uns gegen den Kapitalismus kämpfen. Ist er nicht bereit, für den Sozialismus zu kämpfen, dann unterstützt er – ob er es nun will oder nicht – den Kapitalismus, wird sein „Anti-Kapitalismus“ also von uns entlarvt und bekämpft werden. Wenn der Nationalbolschewismus die Fronten zwischen links und rechts aufzuweichen und zu beseitigen versucht, dann müssen wir diese Fronten im Gegenzug verschärfen, müssen wir Kommunisten uns vom Nationalbolschewismus um so deutlicher, klarer und konsequenter abgrenzen. „Eine ernste Bedeutung kann der Unterschied zwischen Rechten und Nationalisten nicht haben“ (Lenin, Band 18, Seite 34). Bündnis mit den Rechten bedeutet immer Bündnis mit der Bourgeoisie. Versöhnung von Links und Rechts bedeutet Klassenversöhnung, bedeutet nicht Beseitigung der Macht der herrschenden Klasse, sondern ihre Aufrechterhaltung.

Die Ohnmacht des Parlamentarismus resultiert aus dem Fäulnisprozess der Bourgeoisie. Proletarische Demokratie wird nicht durch ein Bündnis der Rechten mit den Linken geschaffen, sondern der demokratische Kampf dient uns als Verwirklichung unserer kommunistischen Ziele und zur Vereitelung der Ziele der Bourgeoisie.


Der anti-parlamentaristische, anti-liberalistische Kampf dient der Befreiung der Demokratie für die Arbeiterklasse, für das Volk, und nicht für eine bürgerliche Minorität, der das Kapital gehört. Ursache dafür, dass es für die Mehrheit des Volkes keine Demokratie gibt, ist der Kapitalismus, der nur durch die sozialistische Revolution beseitigt werden kann. Nur durch die revolutionäre Beseitigung des Kapitalismus, nur durch den Sozialismus kann Demokratie für die Mehrheit des Volkes errungen werden. In der anti-parlamentaristischen, anti-liberalistischen Bewegung muss man jenen konservativen und reaktionären Kräften, jeden revisionistischen Kräften, aber auch den dogmatischen, sektiererischen Kräften auf die Finger hauen, die damit dem offenen Faschismus den Weg bereiten. Zum Anti-Demokratismus der Rechten haben wir Linken nie geschwiegen und werden wir nie schweigen. Wir Marxisten-Leninisten wollen mit dem anti-parlamentaristischen, anti-liberalistischen Kampf für wahre Demokratie des Volkes kämpfen, denn nur auf demokratischer Basis kann man Reaktion und Faschismus bekämpfen, nur auf demokratischer Basis lässt sich der Sozialismus verwirklichen. Es ist daher ebenso klar, dass wir aus der Schale der nationalbolschewistischen Bewegung nur die wirklich linken, ehrlich demokratischen, antifaschistischen Kräfte herauslösen können, indem wir die Widersprüche innerhalb der nationalbolschewistischen Bewegung ausnützen. Das ist eine systematisch zu leistende, geduldige, langwierige Arbeit, der wir uns solange nicht entziehen können als dieser nationalbolschewistischen Bewegung fortschrittliche Elemente – insbesondere aus der Arbeiterjugend - zufließen. Wir Marxisten-Leninisten sprechen die Sprache des traditionellen leninschen und stalinschen Bolschewismus, also die internationale Sprache der revolutionären Taktik des Weltproletariats, wir sprechen von Weltrevolution und der Vereinigung der Proletarier aller Länder zum Klassenkampf gegen den Weltkapitalismus, und wir werden von dieser marxistisch-leninistischen Positionen aus insbesondere die proletarischen Kräfte innerhalb der nationalbolschewistischen Bewegung auffordern, mit uns eine selbständige proletarische Einheitsfrontpolitik durchzuführen, um die Diktatur des Proletariats zurückzuerobern ( aber auf keinen Fall den Revisionismus wieder an die Macht zu helfen!).






Marx und Engels durch Che Guevara, Fidel Castro und Mao Tsetung auszutauschen

ein wahrlich schlechter Tausch

 

 

- wohl aber nützlich als Visitenkarte des nationalbolschewistischen Anti-Marxismus, um den Rechten im linken Lager Tür und Tor zu öffnen. „Der Jude Marx als Helfershelfer der jüdischen Weltherrschaft“ passt nicht ins NBP-Emblem, wohl aber das Emblem der deutschen Faschisten, in dem einfach nur das Hakenkreuz durch Hammer und Sichel ausgetauscht wurde – sozusagen das Symbol des „bolschewisierten“ - sprich russischen Faschismus, der sich ganz offen mit Elementen des Hilterfaschismus schmückt,nicht nur mit „künstlerischen“, sondern auch mit militaristischen Elementen des Hitlerfaschismus, was auf der Homepage der NBP alles andere als zu übersehen ist. Der deutsche Nationalbolschewist Niekisch war Antifaschist, und wurde in den Gestapokellern gefoltert, aber das hindert die NBP nicht daran, auch Elemente des faschistischen Gedankenguts der „Nazis“ zu loben und zu übernehmen.

In Limonkas These vom „Sozialismus und Kapitalismus als siamesische Zwillinge“ wird der Marxismus offen abgelehnt, versucht man „nachzuweisen“, dass Lenin sich zu Unrecht auf den Marxismus gestützt hätte.

Lenin und Stalin waren Marxisten, verehrte Nationalbolschewisten! Warum zeigt ihr Lenin und Stalin in eurem anti-marxistischen Banner? Wer Marx und Engels unter den Tisch kehrt und Lenin und Stalin von Marx und Engels lostrennt, übt nicht nur Verrat an Marx, Engels, sondern auch an Lenin und Stalin! Lenin und Stalin sind zwei unsterbliche Klassiker des unbesiegbaren Marxismus. Wer versucht, den Marxismus ausgerechnet mit den Leitbildern Lenin und Stalin aus der Welt zu schaffen, hat sich für diese Aufgabe die denkbar schlechtesten Vorbilder ausgesucht:

 

Der Marxismus ist der wissenschaftliche Ausdruck der Lebensinteressen der Arbeiterklasse. Um den Marxismus zu vernichten, müsste man die Arbeiterklasse vernichten. Die Arbeiterklasse aber kann man nicht vernichten“ (Stalin, Werke, Band 13, Seite 335, dt. Ausgabe, KPD/ML)

 

.„Aber wenn schon von unseren Sympathien für irgendeine Nation, oder richtiger für die Mehrheit irgendeiner Nation, die Rede ist, so müssen wir natürlich über unsere Sympathien für die Deutschen sprechen (...) Allein schon deshalb, weil sie der Welt solche Männer wie Marx und Engels gegeben hat. Es genügt, dies als Tatsache zu konstatieren“ (Stalin, Werke Band 13, Seite 102, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

Stalin sympathisierte mit den Deutschen, weil sie Marx und Engels hervorgebracht haben. Die Nationalbolschewisten sympathisieren mit den Deutschen, weil sie Niekisch hervorgebracht haben. Stalin für Marx und Engels - die NBP gegen Marx und Engels.



Die Lostrennung des Marxismus vom marxistischen Stalin - das kennzeichnet am besten die Feindschaft der Nationalbolschewisten gegenüber dem Marxisten Stalin, die sie hinter ihrer Fassade verstecken. Die Methode, den Bolschewismus seines internationalistischen Inhalts zu berauben und seine nationale Form zum Inhalt zu machen, das ist die gleiche Methode, wie wir sie von den Revisionisten her kennen. Zuerst wagten die Revisionisten Stalins Haltung zur nationalen Frage nur hinter seinem Rücken zu verraten. Als die Revisionisten an der Macht waren, verurteilten sie Stalin ganz frech und offen. Kaum haben die Revisionisten ihre Macht verloren, bemühen sie Stalin, um ihre Macht zurückzuerobern. Mit ihnen zusammen oder gegen sie versuchen auch die Nationalbolschewisten, sich des Banners Stalins zu bemächtigen, um damit an die Macht zu gelangen. Die Nationalbolschewisten zeigen sich nicht in der Lage, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Sie bedienen sich des Eklektizismus und schlüpfen in fremde Kleider, um möglichst schnell bekannt zu werden und so bequemer an ihr Ziel zu gelangen. Da sie sich dabei aber gleich alle möglichen fremden Kleider zusammen angezogen haben, erscheinen sie darunter wie eine kleine Komik-Figur. Der Nationabolschewismus ist eine Karrikatur auf den Bolschewismus. Die Nationalbolschewisten sind Vulgarisatoren des Bolschewismus – gefährlich deshalb, weil sie das Immunsystem des Bolschewismus angreifen, um seinen Organismus zu liquidieren.

Allein in Emblem der NBP (der Nationalbolschewistischen Partei Russlands) ist ganz offensichtlich, plakativ und demonstrativ der Kopf von Lenin und von Stalin abgebildet. Allein daneben Mao, Fidel Castro und Che Guevara abzubilden, ist schon eine Provokation gegen den Bolschewismus, denn diese Revolutionäre waren zu keinem Zeitpunkt ihres Lebens Bolschewisten, sondern im Gegenteil haben Mao, Fidel Castro und Che Guevara ihr Leben lang GEGEN den Bolschewismus Lenins und Stalins gekämpft. – Lenin, den Schöpfer und Stalin den Meister des Bolschewismus mit ihren Feinden gleichzusetzen und als ideologische Grundlage des Nationalbolschewismus zu machen, das ist eine Provokation gegen den Bolschewismus, eine Kriegserklärung gegen den Marxismus-Leninismus. Der Nationalbolschewismus stützt sich also auch auf den Revisionismus und verteidigt den Sozialfaschismus von Mao und Castro.


Die bolschewistische Taktik kann heute auf nichts anderem siegreich aufgebaut werden, als auf den Grundlagen der Lehren der Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha. Nur auf dieser ideologischen Grundlage kann das Weltproletariat, können die Proletarier der ehemaligen Sowjetvölker die historische Mission erfüllen, anders lässt sich der Bolschewismus nicht anwenden. Deswegen müssen wir Marxisten-Leninisten jeden bekämpfen, der diese unzertrennliche Einheit zu zerstören versucht. Deswegen betrachtet die Generallinie der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten die Linie des Nationalbolschewismus als eine anti-bolschewistische Linie, ist es unsere Pflicht als Marxisten-Leninisten, die Nationalbolschewisten als Feinde des Bolschewismus zu entlarven.


Wer Marx und Engels durch den Anti-Marxisten Mao Tsetung ersetzt, betätigt sich alsgefährliche Agentur der Bourgeoisie in den Reihen der Arbeiterbewegung.


Die Ansichten Maot Tsetungs werden heute, in der Epoche der Fäulnis des Imperialismus, im letzten Stadium des Kapitalismus entwickelt, in der Epoche also, da die proletarischen Revolutionen auf der Tagesordnung stehen und das Beispiel und die großen Lehren der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, die Lehren von Marx und Lenin für uns ein unfehlbarer Wegweiser sind. Mao Tsteungs Theorie, die `Mao Tsetungideen` , die unter diesen neuen Bedingungen entstanden, würden sich in das Gewand der revolutionärsten und wissenschaftlichsten Theorie der Zeit, des Marxismus-Leninismus, zu kleiden versuchen, im Kern aber blieben sie eine antimarxistische Theorie, denn sie steht im Gegensatz zu den proletarischen Revolutionen und kommt dem in Fäulnis begriffenen Imperialismus zu Hilfe“ (Enver Hoxha, „Betrachtungen über China“, Band II, Seite 802-803, dt. Ausgabe, Tirana 1979).


Die Nationalbolschewisten verteidigen den Mythos von Mao. Wir Bolschewisten stürzen diesen Mythos, denn er war nie ein Marxist-Leninist. Mao war nicht besser als Chruschtschow und Breschnew. Dem Wesen nach waren sie alle Revisionisten, die sich nur national voneinander unterschieden. In China wehte der Westwind schon unter Mao, auch wenn er die Windrichtungen verschiedentlich ämderte, um damit die Sichtbarkeit dieses Westwindes zu zerstreuen, um damit zu verbergen, dass Mao sich im Grunde genommen nur vom Westwind treiben ließ. Mao bezeichnete sich als Internationalist, aber in Wirklichkeit war er ein Nationalist, der sich ein internationalistisches Mäntelchen umhängte, um sein Supermachtstreben darunter zu verbergen. Chinas Linie war rechts, auch wenn sie sich zuweilen hinter Linksradikalismus verbarg. China erpresste andere Länder, führte Krieg, so wie ein Dieb, der „Haltet den Dieb!“ ruft. Mao kämpfte nicht für die Macht des Sozialismus, sondern für die Macht des Kapitalismus. Mao hat dem Weltkapitalismus geholfen, die kommunistische Weltbewegung zu spalten und zu schwächen, verlängerte das Überleben des US-Imperialismus, anstatt es zu verkürzen. Mao ignorierte den Klassenkampf, ignorierte die Hegemonie nicht nur des eigenen chinesischen, sondern des gesamten Weltproletariats. Mao war gegen die proletarische Weltrevolution, war gegen die nationale Befreiungsbewegung der unterdrückten Völker und Nationen. Mao regierte durch das Militär, führte China auf den sozialimperialistisch - sozialfaschistischen Weg, unterdrückte Marxisten-Leninisten im eigenen Land, ließ sie verfolgen und aus dem Weg räumen.

Trotz des chinesischen Entartungsprozesses, geben wir Bolschewisten unsere Hoffnung nicht auf, dass das chinesische Proletariat in seiner proletarischen Revolution genauso siegen wird wie das russische Proletariat in seiner proletarischen Revolution siegen wird - trotz der Mao Tsetungideen. Die Weltrevolution wird über die Mao Tsetungideen siegen und über alle ihre heutigen Nachbeter, ob sie nun Nationalbolschewisten heißen mögen oder nicht.

Wenn die Nationalbolschewisten sich vom revisionistischen Verrat am Bolschewismus Lenins und Stalins abgrenzen würden, wenn sie damit den Weg der Oktoberrevolution, den Weg des proletarischen Sozialismus im Land der Sowjetvölker fortsetzen würden, wenn sie den bolschewistischen Kurs von Lenin und Stalin tatsächlich beschreiten würden, ja dann wären wir Marxisten-Leninisten in diesem Punkt mit ihnen einer Meinung, aber dann wären sie auch Bolschewiki und hätten keinen Grund, sich als Nationalbolschewisten von den Bolschewiki abzugrenzen!

Das Problem mit den Nationalbolschewisten besteht eben für uns darin, dass sie die Köpfe Lenins und Stalins von ihrem marxistischen Rumpf zu trennen und diesen durch einen anti-marxistischen zu ersetzen versuchen. Das Problem wird um so größer, als sich die Nationalbolschewisten auf die anti-marxistisch-leninistische, revisionistische Linie von Che, Fidel und Mao stützen. Che, Fidel und Mao waren keine Marxisten-Leninisten, das waren nur Lenin und Stalin. Nur Verräter am Marxismus-Leninismus stellen Lenin und Stalin in eine Reihe mit Che, Fidel und Mao. Und wie plump und dreist die Nationalbolschewisten vorgehen, beweist ihre Eliminierung von Marx und Engels. Die Revisionisten würden dies niemals wagen, würden so weit nicht gehen, jedenfalls nicht so offen wie die Nationalbolschewisten. Das unterscheidet die Nationalbolschewisten auch von den alten Sowjetrevisionisten, die sich noch mit dem Marxismus-Leninismus tarnen mussten, was die Nationalbolschewisten heute nicht mehr nötig zu haben scheinen. Lenin und Stalin waren Russen also sollen sie auch dem russischen Nationalismus „zu Diensten sein“ und nicht dem marxistischen Internationalismus.

Konsequenterweise müssten sie auch Chruschtschow, Breschnew, Jelzin, Gorbatschow und andere revisionistische Verräter in Russland dazurechnen, aber das trauen sie sich nicht, denn sie greifen Putin an, der aus der Macht der Revisionisten hervorgegangen war. Der Kampf gegen Putin kann also nur ehrlich und konsequent revolutionär geführt werden, wenn sich die Nationalbolschewisten auf Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha stützen und nicht auf Mao, Che und Fidel, ansonsten kämpfen sie für den Kapitalismus unter der Maske „Lenins und Stalins“ – und das ist konterrevolutionär !

Wer sich gemeinsam von den Köpfen Ches, Fidels, Maos einerseits und Lenins und Stalins andererseits leiten lässt, der lässt sich von der Versöhnung des Bolschewismus mit dem Anti-Bolschewismus leiten. Eine Einheit von Bolschewismus und Anti-Bolschewismus aber wird und kann es für uns Bolschewisten nicht geben, weswegen wir uns strikt von den nationalbolschewistischen Parteien, die sich von den Ideen Dugins und Limonkas leiten lassen, abgrenzen und distanzieren. Es wäre also durchaus angebracht, den Begriff Bolschewismus in Anführungsstriche zu setzen - also National“bolschewismus“, denn er ist Anti-Bolschewismus, genauso wie Euro“kommunismus“ = Antikommunismus ist, wie Genosse Enver Hoxha diesen Begriff seinerzeit für die Revisionisten in Westeuropa verwendete.

Um den Bolschewismus als Schafspelz, als Trojanisches Pferd missbrauchen zu können, nutzen die Nationalbolschewisten, sowohl das Gedankengut der Maoisten, als auch das Gedankengut der nationalen Befreiungsbewegung. Insgesamt ist es die anti-amerikanische Bewegung, der sich bestimmte Faschisten bedienen, um ihre eigene Macht damit aufzubauen. Aber auch in ihren Emblemen schimmert die Ideologie des deutschen Faschismus durch: Diesmal heißt die Parole der Faschisten Ruslands: die Völker Europas und Asiens gegen das amerikanische Weltkapital in einem dritten Weltkrieg zu verheizen, um die russische Weltvorherrschaft zu erringen. Der nationalbolschewistische Schafspelz ist für die Errichtung der offenen faschistischen Diktatur der Bourgeoisie über Eurasien solange notwendig, bis die Massen genügend getäuscht und nicht mehr fähig sind, mit ihrem antifaschistischen Widerstand die Machtübernahme der Faschisten zu verhindern. Nur wenn es den Faschisten gelingt, die anti-imperialistische Massenbewegung zu täuschen, haben sie eine Chance, die Massen gegen den Marxismus-Leninismus zu mobilisieren, die Arbeiterbewegung von den Marxisten-Leninisten zu „befreien“, bzw. deren Eindringen in die Arbeiterbewegung mit allen Mitteln und bis zur letzten Konsequenz (!) zu verhindern, als den letzten Weg, um den russischen Imperialismus vor seinem Untergang, vor der Zurückeroberung des Sozialismus Lenins und Stalins zu retten. Mit demagogischen Tricks nationaler und sozialer Befreiung des Volkes gelang es vorher bereits den deutschen Faschisten sowohl die nationalen als auch die sozialistischen Kräfte (Nationalsozialismus) vor den faschistischen Karren des Imperialismus zu spannen. In ihrem Streben nach Weltherrschaft haben die deutschen Faschisten für den Profit der Kapitalisten das eigene Volk auf der Schlachtbank geopfert und natürlich auch uns Bolschewisten, egal ob es die deutschen oder russischen waren. Dieser Demagogie bedienen sich alle Faschisten, so auch die russischen. Den Rechten kostet es nichts, linke Phrasen zu dreschen, solange die Linke zahm bleibt und diese die Rechte nicht bei ihrem Vormarsch aufhält. Die Rechten wittern ihre Chance. Mit dem Bankrott, mit dem Zerfall des Parlamentarismus kommt ihre „Stunde“. Die Linke ist zerstritten und geschwächt. Die Revisionisten haben ihnen den Weg freigeschaufelt, haben ihnen den Respekt vor dem Bolschewismus genommen, so dass sie es sich sogar wagen, sich des Nationalbolschewismus als Tarnung zu bedienen, ohne dafür von den Bolschewisten Gegenwind zu ernten. Mit diesen Zeiten werden wir aufräumen. Keiner kleidet sich ungestraft in das Gewand Lenins und Stalins, um die Linke damit zu schwächen. Die Sowjetvölker haben die Faschisten nicht nur aus ihrer Heimat gejagt, sondern vor 60 Jahren die Rote Fahne über den Faschismus gehisst. Der Sozialismus siegt über Faschismus, die Linke siegt über die Rechte – das ist die Lehre der Geschichte des Bolschewismus, das ist die historische Mission, die wir Linken zu Ende zu führen haben – und so werden wir auch an der Kampffront mit den Nationalbolschewisten die Streu vom Weizen trennen, werden wir den Rechten nicht erlauben, die Massen demagogisch zu blenden, denn zu behaupten, „weder links noch rechts“ zu sein, ist eine faule Phrase der Nationalbolschewisten, sie stumpft den antifaschistischen Kampf der Massen mit der Zielrichtung des Sozialismus ab, durch „Aussöhnung“ zwischen rechts und links, wobei die Rechten natürlich nur diejenigen „Linken“ meinen, die sowieso schon mit einem Bein im rechten Lager stehen.

Die Nationalbolschewisten wollen einen anti-demokratischen Staat. Sie wollen ein Russland, deren „patriotisch-nationale“ Politik darauf gerichtet ist, die „vaterländische Wirtschaft“ eines starken russischen Staatskapitalismus mit Feuer und Schwert gegen die Konkurenz aus dem Ausland zu verteidigen, um selber neue Märkte zu erobern. Schon Lenin entlarvte jene Losung der Nationalliberalen: „in den Fragen der `militärischen Macht` darf es weder Rechte noch Linke geben ( siehe Lenin, Band 18, Seite 434ff.). Das offene, progressistische Auftreten der Nationalbolschewisten beweist , dass heute die Klassenwidersprüche in Russland bedeutend ausgereift sind, dass sich die russische Großbourgeoisie gegen eine neue Oktoberrevolution nach innen und für einen großen Raubkrieg nach außen formiert. Das kann für die Bolschewisten Russlands, für die Bolschewisten der ganzen Welt nichts anderes bedeuten als die Arbeiterklasse und die Bauern für die sozialistische Revolution zu formieren. Allseitige Unterstützung des offenen revolutionären Kampfes der Massen, seine Organisierung, seine Erweiterung, Vertiefung und Verstärkung – Schaffung der bolschewistischen Vorhutpartei - so lautet die grundlegende Aufgabe der russischen Bolschewisten im gegenwärtigen Augenblick. Wer diese Aufgabe nicht umsetzt, kann kein Bolschewist sein. Bolschewistisches Vokabular wird vermieden. Es findet sich in der Agitation und Propaganda nicht ein einziges Zitat noch ausgewertete und angewandte Ideen von Lenin und Stalin, den beiden hervorragendsten Lehrern des Bolschewismus. Es ist klar, dass sich eine solche nationalbolscheistische Sammelbewegung, die weder Fisch noch Fleisch ist, nicht lange halten kann und zerfallen wird. Der Nationalbolschewismus bekennt sich zu allem und nichts, bindet sich nicht an eine feste Richtung und schon gar nicht an eine konsequent bolschewistische Richtung. Die reformerische Veränderung Russlands von der nichtreformerischen unterscheidet sich dadurch, dass die Macht bei der ersten in den Händen der bestehenden herrschenden Klasse verbleibt, bei der zweiten aber aus der Hand der alten Klasse in die Hände einer neuen übergeht. In Russland kann die Macht der Bourgeoisie nur wieder in die Hände der Arbeiterklasse zurückgehen. Die Nationalbolschewisten leugnen die Klassengrundlage der historischen Umwälzung im heutigen Russland. Darin liegt der Hauptfehler der Nationalbolschewisten vom Standpunkt der Theorie. Wer nach den Erfahrungen sowohl Europas als auch Asiens von einer nicht klassengebundenen Politik und einem nicht klassengebundenenen, sondern nationalen „Bolschewismus“ spricht, hat vom Bolschewismus keinen blassen Schimmer oder ist ein politischer Demagoge und Betrüger.

Der Kapitalismus kann weder völlige nationale Befreiung noch völlige nationale Gleichheit und Selbstbestimmung bringen, sondern dies kann nur der Weltsozialismus garantieren.


 

 



Sind die Nationalbolschewisten für oder gegen die sozialistische Nation?

 

 

 

Es gibt also durchaus Nationalbolschewisten, die das bürgerlich inszenierte Schattengefecht „zwischen links und rechts“ durchschauen, das vom tatsächlichen Klassenkampf zwischen links und rechts ablenkt, um die Massen zu täuschen. In der Sandkiste des Weltkapitals dürfen die „Rechten und die Linken“ gerne den „Klassenkampf“ spielen, weil er unter der Aufsicht der Weltbourgeoisie steht und ungefährlich ist. Aber der tatsächliche Klassenkampf ist kein Spiel, sondern todernst, ein Kampf auf Leben und Tod. Deswegen ist auch der Kampf der Marxisten-Leninisten gegen die bürgerliche Fiktion des „Klassenkampfes“ ein unverzichtbarer Bestandteil des Kampfes gegen die „anti-kapitalistische“ Maskerade der bürgerlichen Ideologie. Mit dieser Maskerade, mit diesem Scheinkampf soll aber nur dem wahren Kampf zwischen rechts und links vorgebeugt, soll dieser paralysiert und verhindert werden, denn nur wenn der Kampf zwischen links und rechts ausgefochten ist, wenn die herrschende Gesellschaftsform beseitigt ist, wenn es weder ausbeutende und unterdrückende, noch ausgebeutete und unterdrückte Klassen gibt, wenn die Völker und Nationen friedlich und in gemeinsamem Wohlstand miteinander leben, wenn jedes Volk und jede Kultur aufblüht, wenn es keine priviligierten und diskreminierten Nationen und Völker mehr gibt, wenn also eines Tages die klassenlose Gesellschaft aufgebaut ist, die kommunistische Gesellschaft, erst dann wird die Menschheit sich von jeglichem System, ob nun vom offen kapitalistischen oder revisionistisch „sozialistischen“ System befreit haben, das einzig und allein dazu diente, die Wahrheit zu vertuschen oder zu leugnen, dass Menschen durch Menschen auszubeutet und unterdrückt wurden. Nur – der springende Punkt ist – eine Gesellschaft ohne links und rechts kann es in einer Klassengesellschaft noch nicht geben! Noch sind die Völker in Klassen aufgeteilt, gibt es in jedem Volk eine ausbeutende und unterdrückende Minderheit über eine ausgebeutete und unterdrückte Mehrheit, gibt es Völker, die andere Völker unterdrücken. Und so sind auch die Nationen nicht frei von Klassen, stehen sie nicht über den Klassen, so wie auch die Völker nicht über den Klassen stehen. Man darf die Klassengesellschaft nicht leugnen, sie existiert. Wenn man das nicht erkennt, kann man sie auch nicht beseitigen, kann man unterdrückende Nationen nicht beseitigen, kann man unterdrückte Nationen nicht beseitigen. Man kann die Nationen, die Völker, nicht als solches retten, ohne sie von der Geißel ihres Klassencharakters zu befreien. Die Entwicklung der Nationen und Völker ist nur auf dem Weg der sozialistischen Nationen, die sozialistischen Völker möglich als ein notwendiger historischer Schritt auf dem Wege der Befreiung aller Nationen und Völker vom Klassenkampf. In der klassenlosen Gesellschaft aber wird die Funktion von Nationen überflüssig, verwandeln sie sich in einen Hemmschuh der Entwicklung der Menschheit, haben sie sich historisch überlebt. Nur, man kann nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Der Klassenkampf muss zunächst erst einmal ausgefochten werden, um die Voraussetzungen für seine Beseitigung zu schaffen. Der Klassenkampf kann nur durch den Klassenkampf beseitigt werden. Erst wenn das Weltproletariat die Weltbourgeoisie durch den Klassenkampf besiegt und beseitigt hat, ist der Weg frei zur klassenlosen Gesellschaft. Es gibt keinen Kampf zwischen rechts und links in der klassenlosen Gesellschaft sagen wir Bolschewisten. Es gibt keinen Kampf links gegen rechts in der Klassengesellschaft – das sagen die Nationalbolschewisten. Es gibt einen Klassenkampf - links gegen rechts – in der Klassengesellschaft, das sagen wir Bolschewiki, denn ohne den Sieg der Linken über die Rechten kann es nicht wieder die Diktatur des Peroletariats geben.

Wenn Nationalbolschewisten für die sozialistische Revolution in ihrem Land kämpfen würden, wenn sie die nationale und soziale Befreiung ihres Volkes erkämpfen wollten, wäre dagegen nichts einzuwenden, im Gegenteil. Dass die Massen jeder Nation ihren eigenen Weg zum Sozialismus, zur nationalen und sozialen Befreiung gehen, - das sind Erkenntnisse des Marxismus, an denen wir prinzipiell und konkret festhalten, weil die Gegenwart sie bestätigt. Eine weitere marxistische Erkenntnis ist darüber hinaus, dass die einzelnen Nationen keine von den Interessen der Gesamtheit der Nationen losgelöste oder ihr schadende Interessen vertreten können, ohne sich damit selber zu schaden. Die Gesamtheit der Interessen aller Nationen lassen sich aber nicht durch die Weltbourgeoisie, sondern nur durch das Weltproletariat verwirklichen. Voraussetzung dafür ist also, die Weltherrschaft der Bourgeoisie zu stürzen und die politische Macht des Weltproletariats zu erobern, was ohne Überwindung nationaler (bürgerlicher) Schranken nicht möglich ist. Die Gesamtinteressen aller Nationen sind heute mehr denn je an die sozialen Umwälzungen in allen Nationen gebunden. Die Notwendigkeit der Errichtung nationaler Schranken sozialistischer Nationen gegenüber imperialistischen Nationen – steht auf einem anderen Blatt! .

Wir Bolschewisten sind nur von Anfang an der Meinung, dass die Massen ALLER Nationen ihren eigenen Weg der sozialistischen Revolution, der nationalen und sozialen Befreiung gehen, und dass sie alle diesen Weg um so schneller beschreiten und ihr Ziel um so leichter erreichen, je mehr sie sich dabei gegenseitig unterstützen und sich miteinander solidarisieren, wenn sie ihre eigene sozialistische Revolution als Teil der ganzen weltsozialistischen Revolution begreifen, wenn sie ihre nationale und soziale Befreiung als eine gemeinsame Aufgabe verstehen und diese den Gesamtinteressen der nationalen und sozialen Befreiung aller Nationen unterordnen- unabhängig von der Verschiedenheit aller Nationen, unabhängig von dem unterschiedlichen Weg ihrer einzelnen Befreiung, unabhängig von den unterschiedlichsten nationalen Formen des Sozialismus.

Die Nationalbolschewisten dürfen hierbei also nicht den nationalen Rahmen zur Befreiung vom Kapitalismus von ihrem internationalistischen, sozialen Charakter, also von der Beseitigung der Lohnsklaverei trennen. Man darf nicht revolutionäre Form und revolutionären Inhalt gegeneinanderstellen, sondern muss deren Einheit herstellen. Eine Revolution ist reine Demagogie und Phrasendrescherei und zum Scheitern verurteilt, wenn man ihre Form zum Inhalt macht, also nicht tatsächlich den Inhalt revolutionär umwälzt, sondern bestehen lässt und nur formal ändert, ihm also nur ein anderes Ettikett aufklebt, aber die Verhältnisse so belässt wie sie sind. „Wir sind national und weder rechts noch links!“ Das ist genau diese nationalrevolutionäre Phrase, die im Programm der russischen NBP (Nationalbolschewistische Partei) proklamiert ist.

Man kann eine Nation entweder vom Kapitalismus oder vom Sozialismus befreien, aber von beidem gleichzeitig befreien, das geht nicht. Die russische NBP aber verlangt, das eigene Blut und das Blut anderer für Russland zu vergießen, um das großrussische Reich von Gibraltar bis Wladiwostock zu errichten: „Russland ist alles – alles andere ist nichts!“ Das ist der Geist des alten russischen „Groß“macht-Chauvinismus, den Lenin und Stalin erbittert bekämpft haben. Diesen ausgerechnet mit den Lehren von Lenin und Stalin wieder zum Leben erwecken zu wollen, ist für uns Marxisten-Leninisten nicht hinnehmbar, denn Lenin und Stalin haben Zeit ihres Lebens gegen jeden „Groß“machtchauvinismus gekämpft, gerade und besonders erfolgreich gegen den „eigenen“, den russischen. Der russische „Groß“macht-Chauvinismus ist nicht nur gegen das russische Volk, nicht nur gegen die russische Nation gerichtet, sondern gegen alle Nationen und Völker und gegen alle Nationalitäten, die in Russland zahlreich vertreten sind. Russifizierung ist reaktionär – das hat der Zar und die neuen Kreml-Zaren, die russischen Sozialimperialisten, bewiesen. Wer seine eigene Nation über alle anderen Nationen stellt, kann weder national noch revolutionär sein, und schon gar nicht bolschewistisch, denn der Bolschewismus steht für die Abschaffung der Unterdrückung und Ausbeutung von Nationen durch Nationen, für die Abschaffung jeglicher Privilegien jeder Nation. Den „Groß“machtchauvinismus anderer zu bekämpfen, um den eigenen „Groß“macht-Chauvinismus zu kultivieren – was soll daran bolschewistisch sein? Wie wollen die Nationalbolschewisten sich gegen die Unterdrückung und Ausbeutung der russischen Nation durch den Weltkapitalismus mit dem USA-Imperialismus an der Spitze wehren, ihn bekämpfen, wenn sie grundsätzlich die Aufhebung jeglicher nationaler Privilegien ablehnen, wenn sie ihren eigenen russischen bürgerlichen Nationalismus nicht bekämpfen, und zwar nicht nur allgemein, nicht gegen diese oder jene nationalistische Strömung, sondern konkret gegen jede Strömungen des Nationalismus, ob diese nun offen oder in sozialistische Phrasen verhüllt auftreten.

In der Entwicklung der Menschheitsgeschichte von der Unfreiheit in die Freiheit kann man nicht den ersten Schritt vor dem zweiten machen, sondern durchlaufen wir alle – unabhängig von unserem Willen – historische Epochen. Sie zu beschleunigen durch unseren revolutionären Kampf – das können und müssen wir, wenn wir wahre Revolutionäre sind -, aber wir können weder das Rad der Geschichte zurückdrehen noch überspringen. Der Weg zur Befreiung der Völker, der Weg zur Befreiung der Menschheit führt über den Weg des Sozialismus.

 

Solange und soweit verschiedene Nationen einen Einheitsstaat bilden, werden die Marxisten unter keinen Umständen das föderative Prinzip oder die Dezentralisation propagieren. Ein zentralisierter Großstaat ist ein gewaltiger historischer Schritt vorwärts auf dem Wege von der mittelalterlichen Zersplitterung zur künftigen sozialistischen Einheit der ganzen Welt, und einen anderen Weg zum Sozialismus als ÜBER einen solchen (mit dem Kapitalismus INLÖSBAR verknüpften) Staat gibt es nicht und kann es nicht geben“ (Lenin, Band 20, Seite 31-32).

 

Wir Bolschewiki wollen ja eine Welt, die eben aus bolschewistischen Nationen besteht. Aber wollen die Nationalbolschewisten eine bolschewistische Welt? Wollen sie überhaupt bolschewistische Nationen? Wollen sie überhaupt eine eigene bolschewistische russische Nation – etwa nach dem Vorbild Lenins und Stalins? ? Selbstverständlich wollen sie das nicht. Wenn ja, welche Haltung würdem die Nationalbolschewisten denn gegenüber allen anderen bolschewistischen Nationen einnehmen, wenn diese denn entstanden sind? Zumindest propagieren die Nationalbolschewisten die bolschewistische Nation weder in ihrem Programm noch in ihrem täglichen Kampf. Im Gegenteil, sie lehnen das bolschewistische System ab, bedienen sich nur „bolschewistischer“ Methoden, genauso wie sie sich auch anti-bolschewistischer Methoden bedienen. Sie wollen die nationale Frage nicht auf dem Wege des Marxismus lösen. Das aber war mit Lenin und Stalin nicht zu machen, denn diese haben sich ausschließlich auf den Marxismus gestützt, um die nationale Frage zu lösen. Sie haben alle Versöhnungsversuche mit anderen Ideologien mit ihrem scharfen marxistisch-leninistischen Schwert durchschnitten, um die nationale Frage tatsächlich lösen zu können... und sie haben sie gelöst so weit es ihnen damals möglich war – mit der Schaffung der Sowjetunion!

Die sozialistische Nation kann die nationale Frage aber nicht endgültig lösen. Erst mit dem Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab, erst wenn es überall auf der Welt sozialistische Nationen gibt, können diese die nationale Frage gemeinsam lösen, obwohl selbst dann noch nicht alle nationalen Unterschiede restlos beseitigt werden können, denn diese bleiben bestehen, solange noch die Nationen bestehen bleiben:

Was eine entferntere Perspektive der nationalen Kulturen und nationalen Sprachen betrifft, so habe ich immer die Leninsche Ansicht vertreten und vertrete sie auch weiter, dass in der Periode des siegreichen Sozialismus in der ganzen Welt, wenn der Sozialismus bereits erstarkt und in das Alltagsleben übergegangen sein wird, die nationalen Sprachen sich unvermeidlich zu einer gemeinsamen Sprache verschmelzer müssen, die natürlich weder großrussisch noch deutsch, sondern etwas Neues sein wird“ (Stalin. Aus dem Schlusswort zum XVI. Parteitag, Band 12, dt. Ausgabe).

Eine Nation bildet immer nur einen Rahmen für das System einer Gemeinschaft von Menschen, und errichtet damit eine Scheidewand gegenüber allen anderen Nationen. Selbst die größte Nation steht nicht über dem System, das die Nationen gemeinsam bilden. Selbst die größte Nation ist also immer nur ein Teil dieses Systems. Beseitigt man das System der Nationen, dann beseitigt man auch die Nation an sich.

Da die revolutionären Bedingungen und Verhältnisse nicht in jedem Land gleich sind, deswegen läuft die Befreiung in jedem Land auch formal verschieden ab, unterscheidet sich die Revolution einer Nation von derjenigen einer anderen in der nationalen Form aber nicht in ihrem internationalen Inhalt. Aber der entscheidende Inhalt ist die Lösung des Widerspruchs zwischen Kapital und Arbeit, der heute grundsätzlich in allen Nationen vorherrscht. Es ist der Grundwiderspruch des Weltkapitalismus, der nur durch die sozialistische Weltrevolution gelöst werden kann. Die kapitalistische Weltkrise ist zur eigentlichen Ursache für das Schicksal der Nationen geworden ist. Die nationalen Krisen werden heute durch die Zuspitzung der Weltkrise verursacht. Das Schicksal der Nation steht und fällt also inhaltlich mit der internationalen Klassenfront zwischen Kapital und Arbeit. Kapital und Arbeit schuf einst die bürgerlichen Nationen und Kapital und Arbeit zerstört sie wieder. Wenn die Nationalbolschewisten nun die Parole ausgeben: „Arbeiter, zieht euch aus der Klassenfront zurück, schließt Frieden mit dem Kapital und gebt der Nation eine Überlebenschance, da sie euch Geborgenheit, Sicherheit, Identität etc bringt, und euch von den negativen Fremdeinflüssen bewahrt, dann fragen wir Bolschewisten: Wie kann der Arbeiter in einer Nation glücklich werden als Lohnsklave des Kapitals im eigenen Land? Was nützt dem Arbeiter der nationale Schutz vor dem Zugriff des Fremdkapitals, wenn ihn das Kapital im eigenen Land auffrisst? Ohne soziale Befreiung ist es dem Proletariat nicht möglich, sich auch national zu befreien.

 

Wie die Menschheit zur Abschaffung der Klassen nur durch die Übergangsperiode der Diktatur der unterdrückten Klasse kommen kann, so kann sie zur unvermeidlichen Verschmelzung der Nationen nur durch die Übergangsperiode der völligen Befreiung, das heißt, Abtrennungsfreiheit aller unterdrückten Nationen kommen“ (Lenin, Band 22, Seite 148).

 

Unter dem Kapitalismus kann die nationale Unterdrückung ( und überhaupt die politische) Unterdrückung nicht beseitigt werden. Dazu ist die Aufhebung der Klassen, d.h., die Einführung des Sozialismus unerlässlich. Doch wenn der Sozialismus auch auf der Ökonomik begründet ist, erschöpft er sich doch leineswegs darin. Zur Beseitigung der nationalen Unterdrückung ist ein Fundament notwendig – die sozialistische Produktion; aber auf diesem Findament bedarf es noch einer demokratischen Organisation des Staates, einer demokratischen Armee usw. Hat das Proletariat den Kapitalismus in den Sozialismus umgestaltet, so schafft es die Möglichkeit für die völlige Beseitigung der nationalen Unterdrückung; diese Möglichkeit wird `nur` - `nur`! - dann zur Wirklichkeit werden, wenn die Demokratie auf allen Gebieten vollständig durchgeführt sein wird – bis zur Festlegung der Staatsgrenzen entsprechend den `Sympathien` der Bevölkerung, bis zur völligen Freiheit der Lostrennung einschließlich. Auf dieser Basis wird ihrerseits in der Praxis die absolute Beseitigung auch der kleinsten nationalen Reibungen, des geringsten nationalen Misstrauens erfolgen und damit die beschleunigte Annäherung und Verschmelzung der Nationen, die durch das Absterben des Staates vollendet werden wird. Das ist die Theorie des Marxismus“ (Lenin, Band 22, Seite 331).

 





Sind die Nationalbolschewisten Nationalisten oder Internationalisten?

 

 

 

Der Grundsatz der Nationalität ist in der bürgerlichen Gesellschaft historisch unvermeidlich, und der Marxist, der mit dieser Gesellschaft rechnet, erkennt die geschichtliche Berechtigung nationaler Bewegungen durchaus an. Damit aber diese Anerkennung nicht zu einer Apologie des Nationalismus werde, muss sie sich strengstens auf das beschränken, was an diesen Bewegungen fortschrittlich ist, damit sie nicht zur Vernebelung des proletarischen Klassenbewusstseins durch die bürgerliche Ideologie führe“ (Lenin, Band 20, Seite 19).

 

Der Nationalbolschewismus führt eben zu dieser Vernebelung des proletarischen Klassenbewusstseins durch die bürgerliche Ideologie, verdunkelt und hemmt den internationalistischen Klassenkampf des Proletariats – wie es Lenin hier formuliert hat.

Man darf nationale Bewegung nicht mit nationalistischer Bewegung verwechseln oder beide Begriffe zusammen in einen Topf werfen, um die Linke nach rechts zu ziehen. Der Nationalismus ist anti-national. Er ist eine bürgerliche Ideologie, die gegen die unverzichtbaren nationalen Interessen der Mehrheit jedes Volkes gerichtet ist und zwar deswegen, weil der Nationalismus nur die Ideologie der herrschenden Minderheit des Volkes ist, eine Klassenideologie der Bourgeoisie, die über die Mehrheit des Volk herrscht, es unterdrückt und ausbeutet.

 

 

Jedes feudale Joch, jede nationale Unterdrückung, jedwede Provilegien einer der Nationen oder Sprachen abzuschütteln ist die unbedingte Pflicht des Proletariats als einer demokratischen Kraft, ist das unbedingte Interesse des proletarischen Klassenkampfes, der durch den nationalen Hader verdunkelt und gehemmt wird. Aber den bürgerlichen Nationalismus ÜBER diese streng gezogenen, durch einen bestimmten historischen Rahmen gegebenen Grenzen HINAUS zu fördern heißt das Proletariat verraten und sich auf die Seite der Bourgeoisie schlagen“ (Lenin, ebenda, Seite 20).

 

 

Hier gibt es auch heute eine Grenze, die sehr fein gezogen ist und die die Nationalbolschewisten völlig außer Acht lassen, sich darüber hinwegsetzen und damit zum Schrittmacher des bürgerlichen Nationalismus in Russland machen:

 

 

Der Grundsatz des bürgerlichen Nationalismus ist die Entwicklung der Nationalität schlechthin, daher die Ausschließlichkeit des bürgerlichen Nationalismus, daher der ausweglose nationale Hader. Das Proletariat dagegen übernimmt es keineswegs, die nationale Entwicklung jeder Nation zu verteidigen, sondern im Gegenteil, es warnt die Massen vor solchen Illusionen, setzt sich für die vollste Freiheit des kapitalistischen Verkehrs ein und begrüßt jede Assimilation von Nationen mit Ausnahme der gewaltsam durchgeführten oder auf privilegien gestützten. (...) Das Proletariat kann keinerlei Verankerung des Nationalismus unterstützen, im Gegenteil, es unterstützt alles, was dazu beiträgt, die nationale Unterdrückung zu verwischen, die Schranken zwischen den Nationen niederzureißen, alles, was den Zusammenhalt zwischen den Nationalitäten immer enger gestaltet, alles, was zur Verschmelzung der Nationen führt. Anders handeln heißt sich auf die Seite des reaktionären nationalistischen Spießertums schlagen“ (Lenin, Band 20, Seite 20-21).

 

Und auf die reaktionäre Seite des nationalistischen Spießertums haben sich eben die Nationalbolschewisten geschlagen, indem sie den Marxismus Lenins ablehnen.

 

 

So, wie allgemein die Abweichung zum Nationalismus eine Anpassung der internationalistischen Politik der Arbeiterklasse an die nationalistische Politik der Bourgeoisie ist, so ist insbesondere in Russland heute der Nationalbolschewismus eine Anpassung des Bolschewismus an den großrussischen Nationalismus.

 

 

 

Diente die Abweichung zum Nationalismus während der Diktatur des Proletariats der Restauration des Kapitalismus, so dient sie heute dem restaurierten Kapitalismus zur Verhinderung der Rückeroberung der Diktatur des Proletariats in Russland. Jede Abweichung des Marxismus-Leninismus zum Nationalismus, ob nun großrussischer oder ukrainischer oder irgendein anderer Nationalismus, jede Versöhnung mit ihm, bedeutet eine Abkehr vom Leninschen Internationalismus. Wer den Internationalismus gegenüber dem Nationalismus schwächt, wer den Internationalismus des Genossen Lenin und Stalin aufgibt, dem machen wir Feuer unterm Hintern, gegen den richtet sich unser Schlag! Nationalismus bedeutet russisches Völkergefängnis – Internationalismus – das hat die Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion Lenins und Stalins groß und stark gemacht, sind die Völker aufgeblüht.

Das bolschewistische Prinzip zur Lösung der nationalen Frage ist die internationale Zusammenfassung und Vereinigung der Arbeiter zu einer internationalen Front gegen das internationale Kapital. Entscheidend für die Befreiung der Nationen vom Knebel des Weltkapitalismus ist nicht die nationale Absonderung, des Schaffens von Reibungen unter den Nationen, des Kriegs von Nationen gegen Nationen etc. genau umgekehrt wird ein Schuh draus. An der Spitze aller Nationen steht der Arbeiter, der die Nationen zusammenführt im Kampf für ihre Befreiung – gegen den gemeinsamen Feind – den Weltimperialismus:

 

 

Im Interesse der Entfaltung der Revolution und der Einkreisung des Imperialismus schlugen die Bolschewiki die Politik vor, die Befreiungsbewegung der unterdrückten Nationen und der Kolonien auf der Grundlage der Selbstbestimmung der Nationen zu unterstützen; sie entwickelten das Schema der Einheitsfront zwischen der proletarischen Revolution der fortgeschrittenen Länder und der revolutionären Befreiungsbewegung der Völker der Kolonien und unterdrückten Länder“ (Stalin, „Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus“, Werke Band 13, Seite 82, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

 

An dieser bolschewistischen Politik halten wir fest. Diese internationalistische Linie verteigen wir. Im Programm der NBP sucht man diese bolschewistische Essenz vergeblich!

 

 

Wer dem Proletariat dienen will, der muss die Arbeiter aller Nationen vereinigen und den bürgerlichen Nationalismus, sowohl den `eigenen` als auch den fremden, unentwegt bekämpfen. Wer die Losung der nationalen Kultur verficht, der gehört unter die nationalistischen Spießer, nicht aber unter die Marxisten“ (Lenin, Band 20, Seite 10).

 

Die Nationalbolschewisten sind Verfechter der nationalen russischen Kultur und keine Bolschewisten.

 

 

Bürgerlicher Nationalismus und proletarischer Internationalismus – das sind zwei unversöhnlich feindliche Losungen, die den beiden großen Klassenlagern der ganzen kapitalistischen Welt entsprechen und zwei Arten von Politik (mehr noch: zwei Weltanschauungen) in der nationalen Frage zum Ausdruck bringen“ (Lenin, ebenda, Seite 11).

 

 

 

Die Nationalbolschewisten treten als bürgerliche Nationalisten auf, wir Weltbolschewisten Lenins und Stalins als proletarische Internationalisten.

 

 

Der Kapitalismus kennt in seiner Entwicklung zwei historische Tendenten in der nationalen Frage. Die erste Tendenz: Erwachen des nationalen Lebens und der nationalen Bewegungen, Kampf gegen jede nationale Unterdrückung, Herausbildung von Nationalstaaten. Die zweite Tendenz: Entwicklung und Vervielfachung der verschiedensrtigsten Beziehungen zwischen den Nationen, Niederreißen der nationalen Schranken, Herausbildung der internationalen Einheit des Kapitals, des Wirtschaftslebens überhaupt, der Politik, der Wissenschaft usw. Beide Tendenzen sind ein Weltgesetz des Kapitalismus. Die erste über wiegt im Anfangsstadium seiner Entwicklung, die zweite kennzeichnet den reifen, seiner Umwandlung in die sozialistische Gesellschaft entgegengehenden Kapitalismus. Das nationale Programm der Marxisten rechnet mit beiden Tendenzen, es verficht erstens die Gleichberechtigung der Nationen und Sprachen, die Unzulässigkeit aller wie immer gearteten Privilegien in dieser Hinsicht ( aber auch das Selbstbestimmungsrecht der Nationen([..]) und zweitens den Grundsatz des Internationalismus und des unversöhnlichen Kampfes gegen die Verseuchung des Proletariats mit bürgerlichem Nationalismus, und sei es auch in seiner verfeinertsten Form“ (Lenin, ebenda, Seite 12).

 

Der Kampf gegen den Nationalbolschewismus ist so ein Kampf gegen die Verseuchung des russischen Proletariats mit bürgerlichem Nationalismus.

 

 

Lenin unterstrich die „welthistorische Tendenz des Kapitalismus zum Niederreißen der nationalen Schranken, zum Verwischen der nationalen Unterschiede, zur Assimilation der Nationen, die mit jedem Jahrzehnt immer mächtiger hervortritt und eine der größten Triebkräfte darstellt, die den Kapitalismus in Sozialismus verwandeln (...) Wer nicht in nationalistischen Vorurteilen versumpft ist, kann nicht umhin, in diesem, durch den Kapitalismus bewirkten Assimilationsprozess der Nationen einen gewaltigen geschichtlichen Fortschritt, die Beseitigung der nationalen Verknöcherung der verschiedensten Krähwinkel zu sehen, die es namentlich in rückständigen Ländern wie Russland gibt. (Lenin, ebenda, Seite 13).

 

 

Ein russifiziertes eurasisches Reich führt aber zu allem anderen als zum Sozialismus, von dem Lenin spricht.



Entscheidend ist die soziale Stellung, die Lohnsklaverei der Arbeiter aller Nationen, die sie zum gemeinsamen Handeln befähigt, nicht ihre nationalen Besonderheiten und Merkmale, mit denen sie sich voneinander unterscheiden. Das Kapital trifft bei seiner Vermehrung auch nicht die Wahl der nationalen Besonderheit, sondern lässt sich unabhängig davon dort nieder, wo am meisten Profit abfällt. Der Wert einer Nation misst sich für die Imperialisten danach, wie hoch ihre höchste Profitabilität liegt. Wenn das Kapital international zuschlägt, müssen die Nationen vereinigt, also - international – zurückschlagen und zwar mit den vereinigten Arbeitern an der Spitze. Anders als durch die Hegemonie des Proletariats lassen sich die Nationen nicht retten, also sie in Bastionen des Sozialismus, in Bastionen der Diktatur des Proletariats zu verwandeln. Die Bourgeoisie schuf bürgerliche Nationen, um den Kapitalismus aufzubauen. Die Bourgeoisie zerstört die bürgerlichen Nationen nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil die Weltkrise, in die sie sich und uns alle hineinmanövriert hat, ihr gar nichts anderes übrig lässt, als ihr nationales Tafelsilber zu verscherbeln.

Entsprechend dem kleinbürgerlichen Charakter des Anarchismus wird der soziale Klassenantagonismus von den Nationalbolschewisten in einen Antagonismus zwischen Nationen und Völker umgefälscht. Das Verhältnis von sozialer und nationaler Frage ist auf den Kopf gestellt. Dadurch wird die soziale Frage aus einer Klassenfrage in eine nationale Frage umgedeutet. An Stelle der Arbeiterklasse als der revolutionärsten Kraft der russischen Gesellschaft wird eine undifferenzierte klassenlose Masse geschoben. An die Stelle des Klassengegensatzes zwischen Sozialismus und Kapitalismus wird der Gegensatz zwischen Völkern, Rassen und Nationen gesetzt.



Die national und international gesinnten Arbeiter erkennen immer besser, dass sie sich im Kampf gegen Sozialfaschismus und Faschismus, im Kampf gegen die imperialistische und sozialimperialistische Ideologie, im Kampf gegen den Verrat an der nationalen Frage, gegen den Verrat an den nationalen Interessen der Völker in einer Schicksalsgemeinschaft wiederfinden, dass sie sich zusammengehörig fühlen, dass sie sich zusammenschließen und vereinigen müssen und werden. Immer mehr national gesinnte Arbeiter erkennen, dass heute nur noch eine sozialistische Nation, die unter der Führung der Arbeiter steht, die nationalen Interessen verteidigen und wieder aufblühen lassen kann, während die Nation – egal ob bürgerlich oder sozialistisch - von der herrschenden Weltbourgeoisie gesetzmäßig verraten und zerstört werden. Die Arbeiter – egal welcher Nation sie auf dieser Erde angehören, sehen heute immer deutlicher, dass sowohl die Imperialisten als auch die Sozialimperialisten an den Nationen Hand anlegen, dass sie die Nationen zum Kniefall vor dem internationalen Finanzkapital zwingen, dass sie die Nationen auf dem Weltmarkt verscherbeln, dass sie die Weltvereinigung der Nationen für ihre weltweite imperialistische und sozialimperialistische Ausbeutung und Unterdrückung instrumentalisieren, dass sie nicht davor zurückschrecken, die Nationen gegenseitig für imperialistische Raubkriege aufzuhetzen und sich abschlachten zu lassen, kurz: dass sie die Nationen dem Höchstprofit opfern. Die national gesinnten Arbeiter lernen an Hand der realen Ereignisse in der Welt, dass die Globalisierung des internationalen Finanzkapitals die Verteidigung der nationalen Interessen jedes Volkes zu einem Problem aller Völker gemacht haben, das nur auf internationalem Wege gelöst werden kann und die Entwicklung eines internationalistischen proletarischen Bewusstseins voraussetzt. Das bestätigt, dass der Marxismus mit seinem alten Slogan - Proletarier aller Länder vereinigt euch – immer noch hochaktuell ist, dass sich alle Proletarier, ob nun national oder international gesinnt, zu einer weltproletarischen Kraft zusammenschließen, um den Weltimperialismus zu schlagen und damit die sozialen Voraussetzungen zu schaffen, um die nationalen Probleme jedes Volkes zu lösen! Erst in einer sozialistischen Weltgemeinschaft können die Nationen wieder aufblühen, denn der bürgerliche Nationalismus dient dem Kapital, das sich international vermehren will und dabei keine Rücksicht auf die lebensnotwendigen nationalen Strukturen nimmt und diese zerstört.

Der kosmopolitischen Welle der Nachkriegszeit rollt nun eine Welle des Nationalismus hinterher, die die Arbeitermassen um so tiefer zu erfassen droht, je mehr sie durch die „amerikanische Weltordnung“ ins Elend gestoßen werden. Nun gilt es für uns Kommunisten, die Massen nicht nur vor der kosmopolitischen, sondern auch von der nationalistischen „Seuche“ zu bewahren, denn nur der Marxismus-Leninismus, nur er allein, ist dazu imstande, dem Nationalismus und dem Kosmopolitismus die Waffe des Internationalismus, die Waffe der Einheit und Unteilbarkeit des internationalen Klassenkampfes entgegenzustellen. Je stärker nun diese nationale Welle heranrollt, um so lauter muss heute die Stimme der Einheit und Solidarität der Arbeiter aller Nationen und Nationalitäten gegen die nationalistische Bewegung erhoben werden, um so präziser müssen wir uns an die Lehren des Genossen Stalins über den Marxismus und die nationale Frage erinnern:

 

 

Die Geschicke der ihrem Wesen nach bürgerlichen nationalen Bewegung sind naturgemäß an das Schicksal der Bourgeoisie gebunden. Ein endgültiges Verebben der nationalen Bewegung ist erst mit dem Sturz der Bourgeoisie möglich. Erst im Reiche des Sozialismus kann völliger Friede hergestellt werden. Aber der nationale Kampf auf ein Mindestmaß zu reduzieren, ihn an der Wurzel zu untergraben, ihn für das Proletariat in höchstmöglichem Grad unschädlich zu machen, das ist auch im Rahmen des Kapitalismus möglich“ (Stalin, Werke, Band 2, Seite 285, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

 

Es bedarf einer einmütigen und unermüdlichen Arbeit der Bolschewisten, den nationalbolschewistischen Nebel aufzulösen, woher er auch kommen mag.

Wenn die Nationalbolschewisten von der „Überwindung nationaler Schranken“, vom „eurasischen Reich“ sprechen, dann meinen sie natürlich nur die internationale Ausbreitung des Nationalbolschewismus damit. Die Nationalbolschewisten sind nicht gegen „Internationalismus“, sie sind nur für die internationale Verbreitung des Nationalbolschewismus und für internationale Vereinbarungen der Nationalbolschewisten. Sie sind für die Internationalisierung des Nationalbolschewismus, für den internationalen Chauvinismus, weil sie anders das eurasische Reich unmöglich aufbauen können. Eben dieser internationale Chauvinismus ist es, der bei der Komintern/ML Empörung und Widerstand hervorruft. Wir haben es also mit zwei verschiedenen internationalen RICHTUNGEN zu tun. Sowohl der Bolschewismus als auch der Nationalbolschewismus ist international, wobei die eine Richtung die Weltbourgeoisie vor der Weltrevolution zu retten versucht, während die andere Richtung den Sturz der Weltbourgeoisie durch das Weltproletariat herbeizuführen sucht. Während also die Bolschewisten tatsächlich Internationalisten der Tat sind, versuchen die Nationalbolschewisten im Lichte des Internationalismus zu scheinen, um ihren Chauvinismus dahinter zu verbergen. Die Nationalbolschewisten halten es für „internationalistisch“, den Arbeitern derjenigen Länder das Recht auf einen Verteidigungskrieg zuzugestehen, die von Russland ausgeplündert und unterjocht werden, das seinerseits sein Recht auf Raubkriege wahrnimmt.



Nationen sind KEINE Rassen- und ethnologische Volksstammesgemeinschaften, sondern

 

 

Eine Nation ist eine historisch entstandene stabile Gemeinschaft von Menschen entstanden auf der Grundlage der Gemeinschaft der Sprache, des Territoriums, des Wirtschaftslebens und der sich in der Gemeinschaft der Kultur offenbarenden psychischen Wesensart.(Stalin, Werke, Band 2, Seite 272, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

 

Auf diese Definition des Begriffs „Nation“ von Stalin wird häufig zurückgegriffen, aber Stalin war damit noch nicht fertig. Es ist ein Fehler, wenn man den ersten Teil der Definition von dem zweiten Teil trennt, wenn man den zweiten Teil unter den Teppich kehrt. Stalin sagte nämlich in dem nächstfolgenden Satz etwas sehr Wichtiges:

 

 

Dabei versteht sich von selbst, dass die Nation, wie jede historische Erscheinung überhaupt, dem Gesetz der Veränderung unterworfen ist, ihre Geschichte, ihren Anfang und ihr Ende hat.“

 

Dass also auch die sozialistische Nation, insbesondere die sowjetische Nation ihr historisches Ende hat, dass sie nicht auf ewig besteht, gesetzmäßig nicht ewig bestehen kann, das unterscheidet uns Marxisten-Leninisten von allen anderen politischen Strömungen. Man kann nur wirklich die nationale Frage lösen, wenn man sie bis zu Ende denkt und bis zu Ende praktisch umsetzt: Vervollkommnung der Nation durch ihren sozialistischen Inhalt, Verschmelzung der sozialistischen Nationen, Absterben der Nationen in der kommunistischen Gesellschaft.

 

 

Aus dem Gesagten wird klar, dass der nationale Kampf unter den Bedingungen des aufsteigenden Kapitalismus ein Kampf der bürgerlichen Klassen untereinander ist. Manchmal gelingt es der Bourgeoisie, das Proletariat in die nationale Bewegung hineinzuziehen, und dann scheint der nationale Kampf äußerlich ein Kampf „des ganzen Volkes“ zu sein, aber nur äußerlich. Seinem Wesen nach bleibt er stets ein bürgerlicher Kampf, der hauptsächlich für die Bourgeoisie vorteilhaft und ihr genehm ist“ (Stalin, Band 2, Seite 282, dt. Ausgabe, KPD/ML).

 

 

Dies lehrt uns der Genosse Stalin ausdrücklich über den nationalen Kampf unter den Bedingungen des aufstrebenden Kapitalismus. Diese Lehre mechanistisch auf den nationalen Kampf unter den Bedingungen des sterbenden, parasitären Kapitalismus, auf die heutige Phase des Globalismus des Weltkapitalismus zu übertragen und damit gleichzusetzen, ist nicht im Sinne Stalins, ist revisionistisch und nicht marxistisch-leninistisch. Der nationale Kampf ist ebenso wie die Nation selbst ein historischer Begriff und daher unter den verschiedenen historischen Bedingungen unterschiedlich zu betrachten. Wie sieht also der nationale Kampf unter den Bedingungen des sterbenden Kapitalismus aus?

Die bürgerliche Nation ist zwar immer noch eine historisch gewachsene, aber längst nicht mehr so stabile Gemeinschaft von Menschen wie noch in der Vergangenheit, sodass wir heute sogar – und völlig zu Recht - von einer globalen Erscheinung der nationalen Krise der bürgerlichen Gesellschaft ausgehen müssen, ja sogar von einer existentiellen Vernichtung der nationalen Interessen der unterdrückten und ausgebeuteten Völker durch den Kosmopolitismus der „Groß“mächte.

So ist die Sprache des Zentrums der heutigen kapitalistischen Weltherrschaft englisch, wodurch die Bedeutung der nationalen Sprachen der Welt immer weiterzurückgedrängt werden. Wer die materielle Macht über die Nationen hat, hat auch die geistige Macht über die Nationen, auch die Macht über die Sprachen, Kulturen etc. Das nationale Territorium, der Reichtum an nationalen Bodenschätzen etc. wird mit tausenderlei internationaler Fäden und Stricken unterhöhlt und ausgesogen durch die Ausbeutung und Unterdrückung der multinational operierenden Weltbourgeoisie, die die bürgerlichen Nationen schließlich nur noch als Hülle übriglassen, nachdem sie ihren Lebenssaft ausgesogen haben. Die Grundlagen des nationalen Wirtschaftslebens sind durch die Globalisierung des Kapitals ruiniert. Die nationale Kultur fällt dem internationalen Finanzkapital zum Opfer und wird von deren Kosmopolitismus zerstört. Nationale psychische Wesensarten werden durch das internationale Profitstreben plattgemacht. Kurz: alles was die Nation, die Grundlagen nationaler Gemeinschaften von Menschen ausmacht, findet durch die multinationale und internationale Herrschaft des Kapitals heute immer schneller ihr Ende. Die bürgerlichen Nationen sind zersetzt und verfault, stehen insgesamt inhaltlich kurz vor ihrem Kollaps (wohlgemerkt nicht die Form der Nation an sich, die noch lange weiter bestehen bleibt, sondern nur der bürgerliche Inhalt!) und sind zum Tode verurteilt, wobei der Zerfallsprozess bei den einen weiter fortgeschritten ist als bei anderen. Dieser Prozess hat sich besonders beschleunigt, seit die sozialistischen Nationen mit Hilfe der Revisionisten in bürgerliche Nationen zurückverwandelt wurden. Die bürgerlichen Vaterländer werden bestehen, solange die sozialistische Weltrevolution sie nicht zerstört.

 

In Wirklichkeit kann nur die Zerstörung der bürgerlichen Vaterländer den Arbeitern aller Länder die `Verbindung mit dem Boden` , die Freiheit der Muttersprache, das Stück Brot und die Wohltaten der Kultur geben“ (Lenin, Band 21, Seite 111).

 

Lenin spricht klar und deutlich von „der Epoche des letzten Entwicklungsstadium des Kapitalismus, in der sich die bürgerlichen Staaten im nationalen Rahmen überlebt haben“ (Lenin, Band 21, Seite 114).

 

Nur der Weltsozialismus kann die Nationen vor dem Weltimperialismus retten und sie wieder aufblühen lassen, denn ihre Verschmelzung ist nicht mit dem Weltimperialismus verknüpft, sondern nur mit ihrem sozialistischen Aufblühen unter der Diktatur des Proletariats, also nur auf freiwilliger, selbstbestimmter und eigenständiger Basis möglich – ohne Druck und Zwang irgendeiner über ihnen stehenden kapitalistischen Macht. Die Nationen können erst verschmelzen, wenn es auf der Erde keine Menschen mehr gibt, die andere ausbeuten und unterdrücken.

Es ist also die Globalisierung des Kapitals selbst, die als reißender, mächtiger Strom alle nationalen Schranken niederreißt und an seinen Ufern genauso mächtige Strudel erzeugt. Was sich an liberalem Nationalismus durch den Globalisierungsstrom mitschwemmen ließ, ging unter oder wurde an Land gespült. Widerstandsfähige , rechts-fundamentalistische Kräfte, die sich aus dem Strudel der Ufernähe ans Land retten konnten, spüren wieder Boden unter den Füßen und halten sich dort um so hartnäckiger am Nationalismus fest, je brutaler ihnen von kosmopolitischer Seite jahrzehntelang zugesetzt wurde. Nun wird es auch nicht mehr lange dauern, bis der reaktionäre Nationalismus wieder „salonfähig“, das heißt für die Herrschaft des Faschismus brauchbar wird, um sich die Kohlen aus dem Feuer der Weltkrise holen zu lassen, um sie danach wieder wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.

Um ihren Hals aus der Schlinge zu retten, ist der Weltbourgeoisie jedes Mittel recht. Sie ist momentan dabei, ihre parlamantarische Haut in einen faschistischen Panzer zu verwandeln, um sich vor der Weltrevolution, vor dem Aufstand der revolutionären Weltmassen zu schützen. Zu diesem Schutzschild gegen die internationale Arbeiterbewegung gehört auch die Wiederbelebung des Nationalismus. Die soziale Bewegung unter den Einfluss der nationalen Bewegung zu bekommen, sie vom Internationalismus abzuhalten, das ist eine der Aufgaben, die die Weltbourgeoisie heute lösen muss. Doch je mehr sie sich darum bemüht, desto mehr Massenbewegungen führt sie der sozialistischen Weltrevolution zu, desto mehr Totengräber schafft sie sich damit. Um zu überleben, muss der Weltkapitalismus seinen Profit weiter steigern und das ist nun mal ohne Ausbeutung und Unterdrückung der Massen nicht möglich, weswegen die nationale wie soziale Demagogie der Weltbourgeoisie früher oder später wie eine Seifenblase platz an den Realitäten, die sie selber geschaffen hat. Die Weltbourgeoisie schaufelt sich also mit dem National“kommunismus“, mit dem „National“bolschewismus“, mit dem National-“Sozialismus“ ihr eigenes Grab, denn es sind alles Waffen, die sie gegen den proletarischen Internationalismus einsetzt. Wer das internationale Proletariat und seinen Befreiungskampf angreift, greift auch den sozialen und nationalen Befreiungskampf eines jeden Proletariers aus jeder einzelnen Nation , jedes einzelnen Landes an, denn die weltproletarische Armee setzt sich aus nichts anderem zusammen, als aus ihren nationalen Abteilungen.

Der bisherige Kurs der Globalisierung, des rücksichtslosen Niederreißens der nationalen Schranken hat ihm schnell zu enormen Profiten und Anhäufung von Reichtum verholfen, aber eine neue Weltkrise beschert ( beziehungsweise die alte vertieft), mit der es immer schwieriger wird, die Profite weiter zu steigern. Mit dem Nationalismus wird der Hass unter den Nationen wieder aufgestachelt, um einen neuen imperialistischen Weltkrieg zu rechtfertigen als letzten Ausweg aus der Krise. Es ist kein Zufall, dass dieser Krieg mit einem „anti-imperialistischen“ Ettikett versehen werden muss, um alle Kräfte gegen den Globalisierungsterror des amerikanischen Imperialismus, dem Herrscher der Welt zu mobilisieren, um einen noch gigantischeren Globalisierungsterror an seiner Stelle zu errichtend. Dazu gehört auch, den Linken ihr anti-imperialistisches Instrument aus den Händen zu reißen. Der Grund, weswegen sich die Nationalbolschewisten formieren, ist also nicht etwa die Beseitigung des amerikanischen Imperialismus, um die Menschheit vom Imperialismus überhaupt zu befreien, sondern einen neuen Imperialismus an dessen Stelle zu schaffen – zum Beispiel das eurasische Reich der russischen Imperialisten ( von Gibraltar bis Wladiwostock!). Wie der Marxismus-Leninismus lehrt, darf man den anti-imperialistischen Phrasen der konkurrierenden Imperialisten nicht trauen, darf man sich nicht unter diese oder jene ihrer Schirmherrschaften oder unter ein Bündnis von ihren Schirmherrschaften stellen, die mit ihren revolutionären Phrasen sich als „Globalisierungsgegner“ als „revolutionäre Kraft“ gegen das internationale Finanzkapital ausgeben, um die Massen zu betrügen. Wir müssen die wahren anti-imperialistischen Kräften von den falschen „anti-imperialistischen Kräften“ unterscheiden, müssen nicht nur den Anti-Imperialismus als konkrete Waffe benutzen, also gegen diesen oder jenen bestimmten Imperialismus ( zB den amerikanischen Imperialismus, den eurasischen Imperialismus etc...), sondern auch als prinzipielle Waffe, was nichts anderes heißt, als JEDEN Imperialismus, den Imperialismus überhaupt zu beseitigen, und genau dies ist nur unter der Flagge des Weltsozialismus, unter der Flagge des Marxismus-Leninismus möglich. Das heißt also: Nur eine anti-Imperialistische Einheitsfront, die unter dem Banner des Marxismus-Leninismus hergestellt wurde, kann den Imperialismus nicht nur konkret, sondern auch prinzipiell besiegen. Nur die sozialistische Weltrevolution, nur der Marxismus-Leninismus ist in der Lage, die Macht des internationalen Finanzkapitals zu zerschlagen. Deswegen müssen wir alle ehrlichen Kräfte der verschiedensten Bewegung vom Marxismus-Leninismus überzeugen, müssen wir alle politischen Strömungen, insbesondere an der nationalen Front danach messen, welche Haltung sie zum Marxismus-Leninismus, zu uns Kommunistenm einnehmen, müssen wir geduldig alle nationalen Kräfte vom tiefen Graben zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus in der nationalen Frage aufklären, müssen wir uns stets vom Revisionismus abgrenzen, denn dieser versucht stets, die Demarkationslinie zu verwischen, um den bürgerlichen Einfluss in die proletarische, revolutionäre Bewegung hineinzutragen, sowohl bei den national als auch bei den international gesinnten Arbeitern. Die Linie der Revisionisten ist die, sich als „Einiger“ der linken und rechten Bewegung aufzuspielen, um damit die Einheit des Proletariats in seinem Kampf für den internationalen Sozialismus und für die nationale Befreiung zu untergraben, und damit dem Kapitalismus einen Bärendienst zu erweisen.

 

 



Kosmopolitismus und Nationalismus sind zwei Seiten einer Medaille.

 

Man kann sich nicht auf die eine Seite stellen, um die andere zu bekämpfen – man muss beide zusammen bekämpfen, denn sie entspringen einer Klasse, der Klasse der Bourgeoisie. Man kann also nicht den eurasischen Kosmoplotismus erfolgreich bekämpfen, wenn man nicht gleichzeitig den russischen „Groß“macht-Chauvinismus, den „groß“russischen Nationalismus bekämpft. Und sie sind gerichtet insbesondere gegen eine andere Klasse – das Proletariat, das russische Proletariat wie auch gegen die Proletarier Eurasiens. Das Proletariat soll die „Alternative wählen“ zwischen kosmopolitischer Ausbeutung oder nationaler Ausbeutung – dabei wird das Proletariat stets sowohl vom fremd - als auch vom inländischen Kapital ausgebeutet, und das Proletariat entscheidet sich weder für das eine noch für das andere, sondern gegen Ausbeutung überhaupt, woher sie auch kommt. Dem Proleten ist es egal, ob die Mehrarbeit, die aus ihm herausgepresst wurde, schließlich als Profit in der linken oder der rechten Tasche der Kapitalisten verschwindet, in der inländischen oder ausländischen Tasche, der nationalistischen oder kosmopolitischen Tasche etc. – der Unterschied ist kein neuer imperialistischer Krieg wert. Wert hat für den Proleten nur der Sozialismus, denn es kann kein Profit mehr in in- und ausländischen Taschen verschwinden, wenn es keine Kapitalisten mehr auf der Welt gibt. Nicht Kosmopolitismus, nicht Nationalismus – sondern nur Sozialismus dient dem eigenen Interesse der Arbeiterklasse, dient der Mehrheit des Volkes und nicht der Minderheit, ob sie nun die nationale oder die internationale Minderheit ist.

Damit sich die sozialen und nationalen Befreiungsbewegungen der unterdrückten und der unterdrückenden Nationen nicht zum gemeinsamen Sturz des Weltkapitalismus vereinigen, verfolgt die Weltbourgeoisie die Strategie, diese beiden Bewegungen gegeneinander zu richten- eben auch mit Hilfe des bürgerlichen Nationalismus. Der Nationalbolschewismus dient der Spaltung beider Befreiungsbewegungen.

Man kann mit der Vererbungslehre versuchen, die historischen Wurzeln des Marxismus und die historischen Wurzeln des Anti-Marxismus miteinander zu kreuzen, um damit eines Tages solche anti-marxistischen Pflanzen heranzuzüchten, die wie schöne marxistische Pflanzen aussehen und deren Früchte wie herrliche, zuckersüße „marxistische“ Früchten schmecken, aber die nichts anderes als bürgerliches Gift enthalten. Zu den Züchtungen solcher tödlichen Früchte gehört der Nationalbolschewismus. Der Nationalbolschewismus kann heute auf russischesm Boden gut gedeihen, weil dafür alle Voraussetzungen gegeben sind.

Mit dem deutschen Marxismus kam auch der deutsche Opportunismus nach Russland. Lenins Antwort hieß: Bolschewismus und damit der Sieg des Sozialismus im ersten Land der Welt! In Deutschland wurde der Leninsche Bolschewismus seinerzeit umgemodelt in den „Nationalbolschewismus“ - die deutsche Novemberrevolution erlitt eine Niederlage, die Oktoberrevolution konnte ihre erste und einzige sozialistische Frucht erst nach über 25 Jahren im Kampf gegen die Besatzung der deutschen Faschisten in Albanien ernten. Während man heute aus dem Deutschland des beginnenden 20. Jahrhunderts die Ideologie des Nationalbolschewismus in Russland wieder importiert hat, um dort die Wiederbelebung des Marxismus durch die Wiederbelebung des russischen Großmacht-Chauvinismus – gegen den Lenin und Stalin siegreich gekämpft hatten, verteidigen wir von Deutschland aus den Kampf der russischen Bolschewiki im Interesse der siegreichen russischen Oktoberrevolution, im Interesse der Fortsetzung der gescheiterten deutschen Novemberrevolution , im Interesse der sozialistischen Weltrevolution! Schulterschluss der russischen und deutschen Bolschewiki – das ist das Signal für den Schulterschluss aller Bolschewiki, zum internationalen Kampf gegen den Nationalbolschewismus, wo immer er auch in aller Welt aufzutreten versucht!



Die Renaissance des Bolschewismus in einem Land erzeugt unvermeidlich die Renaissance des Nationalbolschewismus, um den bolschewistischen Hebel und die Basis des zurückeroberten Sozialismus für die Weltrevolution unbrauchbar zu machen. Der Bolschewismus beginnt sich gleichzeitig zu formieren gegen internationale Formen des Anti-Bolschewismus in seiner letzten Schlacht im Kampf für den endgültigen Sieg über den Kapitalismus im Weltmaßstab.

Solange der Bolschewismus an der Macht war, hatte der Nationalbolschewismus dort keine Chance sich durchzusetzen. Diese Chance hat er erst durch den historischen Verrat der Revisionisten bekommen. Deswegen konnte es ohne den Revisionismus nicht zur neuen Entwicklung des Nationalbolschewismus kommen, deswegen stehen degenerierter Revisionismus und neu entstehender Nationalbolschewismus in direktem Verhältnis zueinander, ergänzen sie sich, ist der heutige Nationalbolschewismus im Grunde aus dem verfaulten Revisionismus hervorgegangen, konnte er sich nur mit Hilfe des verfaulten Revisionismus häuten und als selbständige Strömung entwickeln:

 

 

Die politische Haltung solcher `Internationalisten` , die nicht zugleich konsequente und entschlossene Gegner des Opportunismus sind, wird immer eine Förderung oder Unterstützung der nationalistischen Strömung bedeuten“ (Lenin, Band 21, Seite 146).

 

 

Der Sozialnationalismus ist aus dem Opportunismus hervorgegangen, und gerade dieser hat ihm Kraft verliehen“ (Lenin, Band 21, Seite 144).

 

 

Deswegen ist der Nationalbolschewismus nicht ohne vollständiges Herausreißen seiner revisionistischen Wurzeln zu beseitigen. Der Nationalbolschewismus ist damit nichts anderes als ein totgeborenes Kind der sterbenden russischen Monopolbourgeoisie. Das russische Proletariat wird ihn mit der sozialistischen Revolution hinwegfegen samt der russischen Monopolbourgeoisie, die ihn hochzupäppeln versucht, um ihr Dasein künstlich zu verlängern.

Die Faschisten erlitten eine empfindliche Niederlage, als sie mit ihrem offenen Anti-Bolschewismus von bolschewistischen Panzern vor 60 Jahren überrollt wurden. Also ist es historisch nicht verwunderlich, wenn der Weltfaschismus seine Lehren gezogen hat und sich diesmal u.a. ein „bolschewistisches“ Mäntelchen umhängt, um die Front des Gegners aufzuweichen und von Innen heraus erfolgreicher als damals anzugreifen. Die Revisionisten sind heute die Wegbereiter des Faschismus. Nur ändern wird sich an der Niederlage des Weltfaschismus dadurch genauso wenig wie damals an der Niederlage des Hitlerfaschismus – trotz der Auflösung der Komintern. Der Weltbolschewismus wird über den Weltfaschismus siegen, ob sein altes Zentrum nun noch in den Amerika zertrümmert oder erst sein neu errichtetes Zentrum vielleicht in Eurasien zerschlagen werden wird.

Der Bolschewismus ist jedenfalls stärker als jede Kopie, wobei der Nationalbolschewismus die bislang die allermiserabelste ist. Der Kapitalismus hat über das einzelne sozialistische Land gesiegt, aber dieser Sieg war nur die Vorstufe zum Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab. Der proletarische Sozialismus wurde mit Hilfe des Revisionismus besiegt und verwandelte sich zurück zum Kapitalismus. Erst durch den Marxismus-Leninismus, durch die Entdeckung der Gesetze der Entwicklung des Revisionismus erkannte das Weltproletariat, dass der proletarische Sozialismus eines Landes endgültig erst im Weltmaßstab siegen kann, dass die einzige gesellschaftliche Kraft zur Beendigung des Weltkapitalismus das geschlossen handelnde Weltproletariat ist. Kein einziger Sieg der politischen Freiheit über die Klasse der Kapitalisten wurde errungen ohne deren verzweifelten Widerstand. Kein sozialistisches Land entwickelte sich, ohne dass ein Kampf auf Leben und Tod zwischen den verschiedenen Klassen der sozialistischen Gesellschaft auf der einen Seite und der Kampf gegen die imperialistischen Umkreisung auf der anderen Seite stattfand. Die welthistorische Lehre aus diesem Klassenkampf eines einzelnen sozialistischen Landes ist die sozialistische Weltrevolution, deren Kraft unaufhaltsam wächst.

 

 



Sind die Nationalbolschewisten Befürworter oder Gegner des „groß“russischen Nationalismus?

 

 

Lesen wir, was Lenin bereits 1914 schrieb:

 

 

Wenn die Geschichte die Frage zugunsten des großrussischen Großmachtkapitalismus entscheiden wird, so folgt daraus zweitens, dass die sozialistische Rolle des großrussischen Proletariats, als der Haupttriebkraft der kommunistischen Revolution, die der Kapitalismus erzeugt, um so größer sein wird. Für die Revolution des Proletariats bedarf es aber einer langwierigen Erziehung der Arbeiter im Geiste der vollsten nationalen Gleichheit und Brüderlichkeit. Also ist gerade vom Standpunkt der Interessen des großrussischen Proletariats eine langwierige Erziehung der Massen im Sinne des entschlossensten, konsequentesten, kühnsten und revolutionärsten Eintretens für die volle Gleichberechtigung und das Selbstbestimmungsrecht aller von den Großrussen unterdrückten Nationen erforderlich“ (Lenin, Band 21, Seite 95).

 

 

So weit die sozialistische Haltung der Bolschewisten im Gegensatz zur nationalistischen Haltung der Nationalbolschewisten, die Verrat an der proletarischen Verbrüderung aller Völker Russlands nehmen, Verrat an der Sache des internationalen Sozialismus.

 

 

Wir fordern das Selbstbestimmungsrecht, d.h. die Unabhängigkeit, d.h. die Freiheit der Separation der unterdrückten Nationen nicht deshalb, weil wir von der wirtschaftlichen Zerstückelung oder vom Ideal der Kleinstaaten träumen, sondern im Gegenteil, weil wir Großstaaten und die Annäherung, ja die Verschmelzung der Nationen wünschen, aber auf wahrhaft demokratischer, wahrhaft internationalistischer Grundlage, die ohne die Freiheit der Separation undenkbar ist“ (Lenin, Band 21, Seite 420-421).



Der „groß“russische Nationalismus durchläuft wie jeder Nationalismus verschiedene Phasen. Bis 1905 gab es hauptsächlich nur die Nationalreaktionäre. Nach der Revolution von 1905 kamen in Russland die Nationalliberalen auf, gegen die die Bolschewisten energisch auftraten. Lenin und Stalin verteidigten den Bolschewismus gegenüber den Menschewisten und Trotzkisten, die die nationale und koloniale Frage unterschätzten. Heute müssen wir den Bolschewismus gegen die Nationalbolschewisten verteidigen, die die nationale und koloniale Frage überschätzen.

Nach der Oktoberrevolution konnten die Vertreter des „groß“russischen Nationalismus nicht mehr offen auftreten, war der Schlüssel zur richtigen Lösung der nationalen Frage durch die Sowjetordnung gefunden worden – die Organisierung festgefügter Nationalitätenstaaten auf der Grundlage der nationalen Gleichberechtigung und der Freiwilligkeit. Mit dem Sieg der Leninschen Nationalitätenpolitik schob der Sozialismus dem „groß“russischen Nationalismus einen starken Riegel vor, ebenso dem lokalen Nationalismus, konntebeide aber nicht restlos beseitigen.

Dieser Sieg über den „groß“russischen Nationalismus war dadurch zu erklären, dass die Ausbeuterklassen, die einst die Hauptorganisatoren der Zwietracht zwischen den Nationen waren, nicht mehr weiterbestanden, dass die Arbeiterklasse an der Macht war als Vertreterin des proletarischen Internationalismus, dass das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Völker der UdSSR aufblühen konnte (der Form nach national, dem Inhalt nach sozialistisch!). Die Diktatur des Proletariats zwang ihre Vertreter, sich als „Bolschewisten“, als „Internationalisten“ zu verkleiden und in die KPdSU (B) einzudringen, um den „groß“russischen Nationalismus wieder aus den Händen der Bolschewiki zu befreien, die konsequentesten Feinde des „groß“russischen Nationalismus. So hieß es in der Resolution zum Bericht des ZK auf dem XVI. Parteitag der KpdSU (B) im Juli 1930:

 

 

Die Hauptgefahr bildet in der gegenwärtigen Etappe die Großmachtabweichung, die die Grundlage der Leninschen nationalen Politik zu revidieren sucht und, unter der Flagge des Internationalismus, die Bestrebungen der absterbenden Klassen der ehemals herrschenden großrussischen Nation, ihre verlorenen Privilegien wiederzugewinnen, verschleiert. Gleichzeitig wird die Abweichung zum lokalen Nationalismus aktiver, der die Einheit der Völker der Sowjetunion lockert und der Intervention in die Hände arbeitet. Die Partei muss den Kampf gegen beide Abweichungen in der nationalen Frage und gegen die versöhnlerische Haltung ihnen gegenüber verstärken, sie muss zugleich verstärkte Aufmerksamkeit auf die praktische Durchführung der Leninschen nationalen Politik, auf die Überwindung der Elemente der nationalen Ungleichheit und auf eine weitgehende Entwicklung der nationalen Kulturen der Völker der Sowjetunion richten.“

 

 

Auf dem XVI. Parteitag sagte Stalin im politischen Bericht des ZK über die Abweichungen in der nationalen Frage:

 

 

Worin besteht unter unseren gegenwärtigen Verhältnissen das Wesen der Abweichung zum großrussischen Chauvinismus? Das Wesen der Abweichung zum großrussischen Chauvinismus besteht in dem bestreben, die nationalen Unterschiede der Sprache, der Kultur, der Lebensformen zu umgehen, in dem Bestreben, die Liquidierung der nationalen Republiken und Gebiete vorzubereiten; in dem Bestreben, das Prinzip der nationalen Gleichberechtigung zu untergraben und die Nationalisierung des Apparats, Nationalisierung der Presse, der Schulen und der anderen staatlichen und öffentlichen Organisationen gerichtete Politik der Partei zu diskreditieren.

Die Abweichler dieses Schlages gehen dabei von der Auffassung aus, dass, da die Nationen sich beim Sieg des Sozialismus zu einer einheitlichen Nation verschmelzen müssen und ihre nationalen Sprachen sich in eine einheitliche, gemeinsame Sprache verwandeln müssen, die Zeit gekommen sei, die nationalen Unterschiede aus der Welt zu schaffen und auf die Politik zu verzichten, die die Entwicklung der nationalen Kultur der ehemals unterdrückten Völker unterstützt.

Sie berufen sich dabei auf Lenin, indem sie Lenin falsch zitieren und mitunter seine Worte direkt verdrehen und ihn verleumden. Lenin sagte, dass unter dem Sozialismus die Interessen der Nationalitäten zu einem Ganzen verschmolzen werden – ist daraus nicht die Folgerung zu ziehen, dass es an der Zeit sei, mit den nationalen Republiken und Gebieten im Interesse ... des Internationalismus aufzuräumen? Lenin sagte im Jahre 1913 in seiner Polemik gegen die Bundisten, dass die Losung der nationalen Kultur eine bürgerliche Losung ist - ist daraus nicht die Folgerung zu ziehen, dass es an der Zeit sei, mit der nationalen Kultur der Völker der UdSSR im Interesse ... des Internationalismus aufzuräumen?

Lenin sagte, dass die nationale Unterdrückung und die nationalen Schranken unter dem Sozialismus beseitigt werden – ist daraus nicht die Folgerung zu ziehen, dass es an der Zeit sei, mit der Politik der Berücksichtigung der nationalen Besonderheiten der Völker der UdSSR aufzuräumen und zur Politik der Assimilierung im Interesse ... des Internationalismus überzugehen? Und so weiter und so fort.

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass diese Abweichung in der nationalen Frage, die sich noch dazu unter der Maske des Internationalismus und dem Namen Lenins verbirgt, die raffinierteste und daher gefährlichste Art des großrussischen Nationalismus ist.“

Es ist nicht schwer zu begreifen, dass diese Abweichung [in der Richtung zum großrussischen Chauvinismus – Anmerkung des Verfasser] das Bestreben der untergehenden Klassen der großrussischen Nation, die früher die herrschende war, widerspiegelt, sich die verlorenen Vorrechte zurückzuholen“

 

 

So wie sich die großrussischen Klassen ihre Vorrechte mit der Restauration des Kapitalismus zurückholten, so wollen sie heute ihre Vorrechte gegenüber den heutigen Machtverhältnissen des internationalen Finanzkapital verteidigen.

Und Stalin sagte weiter auf dem XVI. Parteitag:

 

 

Ich wende mich dagegen [gegen die national-chauvinistische Theorie Kautskys – Anmerkung des Verfassers], weil die Theorie der Verschmelzung aller Nationen, sagen wir, in der UdSSR zu einer einheitlichen großrussischen Nation, mit einer gemeinsamen großrussischen Sprache, eine national-chauvinistische Theorie, eine antileninistische Theorie ist; sie widerspricht den Grundthesen des Leninismus, die besagt, dass die nationalen Unterschiede in der nächsten Periode nicht verschwinden können, dass sie noch lange Zeit, selbst nach dem Sieg der proletarischen Revolution in der ganzen Welt, bestehen bleiben müssen“ (Stalin, aus dem Schlusswort zum XVI. Parteitag).

 

 

Und im Programm der NBP heißt es (englisch):

Global purpose of National-bolshevism is the creation of Empire from Vladivostok up to Gibraltar on the basis of Russian civilization. The purpose will be achieved in four stages: à) Transformation of Russian Federation into the national state Russia by Russian Revolution, b) Joining of the territories of former republics of the Soviet Union, inhabit by Russians c) Rallying around of Russians Eurasian nations of the former USSR. d) Creation of huge continental Empire.

Having come to power, NBP will make revolutionary on the scales of transformation in Russia, will construct the TOTAL STATE, the human rights will concede a place to the rights of a nation. Inside the country the iron Russian order, climate of discipline, bellicose and diligence will be established.

THE ONE WHO CONSIDERS RUSSIAN LANGUAGE AND RUSSIAN CULTURE – HIS OWN, HISTORY of RUSSIA – HIS OWN HISTORY, WHO HAS SPILLED AND IS READY TO SPILL THE OWN AND ANOTHER'S BLOOD IN A NAME OF RUSSIA AND ONLY FOR IT, ANY OTHER NATIVE LAND AND NATION DOES NOT THINK, IS RUSSIAN.“

 

 

Dazu sagte Stalin:

Ist es denn nicht klar, dass alle diese und ähnliche Fragen, die mit dem Problem der nationalen Kulturen und nationalen Sprachen zusammenhängen, im Rahmen eines Staates, im Rahmen der UdSSR nicht gelöst werden können? Ist es denn nicht klar, dass die Theorie des Absterbens der nationalen Sprachen und ihrer Verschmelzung zu einer gemeinsamen Sprache im Rahmen eines Staates in der Periode des Sozialismus in einem Lande eine falsche, eine antimarxistische, antileninistische Theorie ist?“ (ebenda).

 

 

Und Lenin sagte:

Was heißt das, obligatorische Staatssprache? Praktisch heißt das, dass die Sprache der Großrussen, die die Minderheit der Bevölkerung Russlands bilden, der ganzen übrigen Bevölkerung Russlands aufgezwungen wird. (...) die obligatorische Staatssprache ust mit Zwang und Einhämmern verbunden. Wir glauben, dass die erhabene und gewaltige russische Sprache es nicht nötig hat, dass jemand, wer immer es auch sei, gezwungen wird, sie unter Stockhieben zu erlernen. Wir sind überzeugt, dass die Entwicklung des Kapitalismus in Russland und überhaupt der gesamte Verlauf des gesellschaftlichen Lebens zur gegenseitigen Annäherung der Nationen führt. Hunderttausende Menschen werden von einem Ende Russlands an das andere geworfen, die Bevölkerung vermischt sich in ihrer nationalen Zusammensetzung, Absonderungen und nationale Verknöcherung müssen verschwinden. Diejenigen, die infolge ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen auf die Kenntnis der russischen Sprache angewiesen sind, werden sie auch ohne Stockhiebe erlernen. Der Zwang (der Stock) aber wird nur dazu führen, dass der erhabenen und gewaltigen russischen Sprache der Eingang in die übrigen nationalen Gruppen erschwert wird, und vor allem dazu, dass sich die Feindschaft verschärft, Millionen neuer Reibereien geschaffen sowie die Gereiztheit und das gegenseitige Nichtverstehen vermehrt werden usw. Wer braucht das? Das russische Volk, die russische Demokratie brauchen das nicht. Das russische Volk erkennt keinerlei nationale Unterdrückung an, selbst nicht `im Interesse der russischen Kultur und Staatlichkeit`“ (Lenin, Band 20, Seite 59 und 61).

 

 

Die sowjetischen Revisionisten traten nach dem Tode Stalins als russische Sozialimperialisten auf. Betrachtet man aufmerksam die vielen Artikel und Schriften der Chruschtschowianer, dann erkennt man, was sie mit dem Begriff „einheitliches Sowjetvolk“ bezweckten – Identifizierung des Sowjetvolkes mit dem russischen Volk, Verschmelzung zu einer russischen Nation, in der die Russen und ihre Kultur den Dirigentenstab über die Sowjetvölker in ihren Händen halten. (Man schaue sich das NBP-Programm an, wo sich ein Ei dem andern ähnelt). Gewaltsame Russifizierung der nicht-russischen Republiken – das kleideten die neuen Kremlzaren damals noch in marxistische Phrasen, als eine Lösung der nationalen Frage auf „marxistisch-leninistischer“ Grundlage, während dies heute ganz frech und offen von der rechten Bewegung in Russland vertreten wird. Was Genosse Enver Hoxha über die imperialistische Bourgeoisie allgemein bemerkte, traf auch besonders auf die sowjetischen Sozialimperialisten zu:

 

 

Die imperialistische Bourgeoisie hat sich ständig bemüht, die kulturellen Traditionen der kleineren Völker, den nationalen Geist ihrer Kunst und Kultur zu verunglimpfen oder ganz verschwinden zu lassen. Das ist einer der Wege, um ihre kulturelle Aggression zur Unterwerfung der Völker in die Tat umzusetzen. Die reaktionäre bürgerliche Vorstellung über die „Internationalisierung“ von Kultur und Künsten, die Ansicht, die Phase der `nationalen Schulen` sei inzwischen überwunden, wollen nichts anderes, als die Kulturen anderer Völker auszuschalten“ (Enver Hoxha, „Den ideologischen Kampf gegen die für den Sozialismus fremden Erscheinungen und die liberalen Haltungen zu ihnen vertiefen“, Seite 28; zitiert aus: „Albanien heute“ 4/1974, Seite 41, dt. Ausgabe).

 

 

Die Nationen der ehemaligen Sowjetunion gehen nicht ineinander auf, indem die einen immer stärker und die anderen immer schwächer werden. Die Verschmelzung und schließliche Auflösung der Nationen geschieht vielmehr in einem Prozess ihrer ständigen Stärkung und allseitigen Entfaltung. Genau diese marxistisch-leninistische These wurde aber von den Chruschtschow-Revisionisten bekämpft genauso wie von den „groß“russischen Nationalisten von heute. Solange die Ausbeuterklasse herrscht, kann von nationalem Aufblühen nicht die Rede sein, weder vom Aufblühen der russischen Nation noch von allen anderen Nationen der ehemaligen Sowjetunion. Nur durch eine erneute Oktoberrevolution wird dies möglich sein, die Herrschaft von Ausbeuterklassen zu beseitigen und alle Ausgebeuteten und Unterdrückten aus dem russischen Völkergefängnis zu befreien. Das aber ist ohne bolschewistische Partei nicht möglich. Die Erfahrungen des sowjetischen Revisionismus zeigen , dass Ausbeuterklassen niemals die nationale Frage der unterdrückten Nationen lösen können, weder in Russland, noch irgendwo sonst auf der Welt.

In der revisionistischen Sowjetunion drückte sich die Internationalisierung des gesellschaftlichen Lebens in vielerlei Hinsicht aus. In erster Linie zeigte sie sich in der Unterwerfung der nichtrussischen Nationen, in ihrer nationalen Unterdrückung, was wiederum nationale Widersprüche hervorrief, aus denen die heutigen nationalen Befreiungskriege resultieren, vereinigen sich die Proletarier aller ehemaligen Sowjetvölker, um sich aus dem russischen Völkergefängnis zu befeien. Der russische Nationalismus ist der proletarischen Ideologie der Proletarier der ehemaligen Sowjetrepubliken wesensfremd. Er säht Zwietracht in ihre Reihen. Die gemeinsamen Interessen aller Proletarier der ehemaligen Sowjetrepubliken stehen dabei höher als die Interessen des russischen Proletariats. Wobei diese gemeinsamen Interessen aller Proletarier die nationalen Unterschiede und Besonderheiten weder ausschließen noch leugnen, also nicht nur den „groß“russischen Nationalismus, sondern auch den nationalen Nihilismus ablehnen, der die nationalen Eigenschaften verneint und nationale Differenzen ignoriert. Nationaler Nihilismus ist nicht nur Wasser auf den Mühlen des „groß“russischen Nationalismus, sondern auf die Mühlen des Nationalismus jeder anderen ehemaligen sowjetischen Nation. Die sowjetischen Sozialimperialisten haben das Vertrauen der ehemaligen sowjetischen Völker bis ins tiefste Innerste verletzt und erschüttert, haben damit auch das Vertrauen in den Sozialismus erschüttert, muss der Kampf zwischen Revisionismus und Marxismus-Leninismus in Russland zu Ende geführt werden, um das Vertrauen in den Sozialismus wieder zurückzugewinnen. Es ist klar, dass jeder Nationalismus den Weg zum Sozialismus in Russland erschwert, dass wir Sozialisten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen den „Groß“machtegoismus und Chauvinismus kämpfen müssen. Und es ist ebenso klar, uns der Tendenz der Wiederbelebung nationalistischer Strömungen entgegenzustellen, die aufgrund der nationalen Unterdrückung und des Chauvinismus in Russland zur Tatsache geworden ist. Wir Bolschewisten sind gegen jegliche Diskriminierung der Russen in den ehemaligen Sowjetrepubliken, so wie wir gegen die Diskriminierung aller anderen nationalen Minderheiten in den ehemaligen Sowjetrepubliken sind.

 

 

Das Spekulieren auf die Vergangenheit und die Verwendung von Thesen, die einst richtig waren, können heute, wo die Sowjet-Revisionisten den Marxismus-Leninismus verraten und die Sowjetunion zu einem imperialistischen Staat gemacht haben, niemanden überzeugen. Als Kriterium für proletarischen Internationalismus dient auch heute die Haltung zur Sowjetunion, jedoch in einem anderen, entgegengesetzten Sinne, als zur Zeit Lenins und Stalins, als die Sowjetunion Zentrum und Basis der Weltrevolution war. Revolutionär und Internationalist ist heute derjenige, der die Sowjet-Revisionisten bekämpft, ihren Verrat entlarvt und fest entschlossen ihre anti-marxistische und imperialistische Politik und Linie ablehnt“ (Enver Hoxha, Bericht auf dem VI. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, 1971, Seite 24).

 

 

Die Verräter der russischen Nation sind nicht nur diejenigen, die sie an das ausländische Kapital, an den amerikanischen Kosmopolitismus verraten haben. Die russische Nation wird von den Revisionisten und auch von Kräften des Wiederauflebens des offenen „groß“russischen Nationalismus zersetzt, aber auch dem zersetzenden Einfluss des bürgerlichen Nationalismus der ehemaligen Republiken ausgesetzt. Es gibt verschiedene nationalistische Strömungen, um den „groß“russischen Nationalismus direkt oder indirekt, offen oder verdeckt zu retten, und dazu zählen wir auch den Nationalismus des russischen Kleinbürgertums, zählen wir auch die Nationalbolschewisten. Heute versucht sich also der „groß“russische Nationalismus unter anderem auch mit Hilfe des Nationalbolschewismus zu retten - mit dem Banner Lenins und Stalins. Das hat es bislang noch nicht gegeben, und es wird höchste Zeit, Lenin und Stalin vor dem „groß“russischen Nationalismus in Schutz zu nehmen und sie als Vorkämpfer gegen den „groß“russischen Nationalismus zu verteidigen, in dem wir uns von Lenin und Stalin gegen den erneuerten „groß“russischen Nationalismus leiten lassen, um die Mehrheit in der russischen Nation zu verteidigen. Es ist kein Zufall, dass die Komintern/ML hier mit gutem Beispiel vorangeht, Flagge zeigt und das Feuer eröffnet hat. Keiner kann also der Komintern / ML vorwerfen, gegen den aufkeimenden Nationalismus in Russland Front zu machen.

Die Nationalbolschewisten verzichten nicht nur auf den Kampf gegen den bis auf den heutigen Tag allmächtigen erzreaktionären „groß“russischen Nationalismus, sondern sie propagieren ihn offen und demonstrativ als Bollwerk gegen den globalisierten Kapitalismus und gegen den globalisierten Sozialismus. In Wirklichkeit aber soll die Revolution der Unterdrückten und Ausgebeuteten zwischen den international herrschenden und national herrschenden Klassen aufgerieben werden. Die Doppelstrategie des Überlebenskampfes des Weltimperialismus hat zum Ziel, die revolutionäre Antiglobalisierungsbewegung durch Unterstützung nationalistischer Bewegungen aufzufangen und zu paralysieren. Jeden Kampf, den wir Kommunisten gegen den Weltimperialismus führen, müssen wir also auch gegen seine nationalistischen „Gegen“bestrebungen führen, um jeglicher Spaltung der internationalen Arbeiterbewegung entgegenzuwirken.

Das Weltproletariat wird also von der Weltbourgeoisie von zwei Seiten angegriffen:

Das Weltproletariat würde mit seiner sozialistischen Weltrevolution dem Kosmopolitismus des internationalen Finanzkapitals zum Opfer fallen, würde mit seinen eigenen Globalisierungsbestrebungen die weltkapitalistische Zerstörung der Nationen nur noch weiter beschleunigen, und sich damit nicht nur selbst, sondern allen Völkern der Welt das Grab schaufeln. Die Proletarier aller Länder sollen sich also nicht international vereinigen, sollen darauf verzichten, sich zur Weltrevolution zu erheben, sondern sollen sich nach Auffassung der Nationalbolschewisten ihrer „nationalen Befreiungsbewegung Russlands zur Überwindung der Herrschaft des Fremdkapitals unterzuordnen.“

Die Nationalbolschewisten kennen keinen Unterschied zwischen den großen, unterdrückenden und den kleinen unterdrückten Nationen. Jede Nation „soll nach ihrer Façon glücklich werden“. „Friss Vogel oder stirb!“ Die Nationalbolschewisten demoralisieren die Arbeiter durch ihre nationalistischen Losungen, denn die Arbeiter erreichen ihre Befreiung nicht auf dem Wege der nationalen, sondern der sozialistischen Revolution.

Der russische Imperialismus verfolgt zwei Taktiken, die die herrschende Klasse in zwei Lager spaltet, die mitinander konkurrieren, wenn es um den Weg zur Weltmacht geht, die sich aber gegenseitig unterstützen, wenn es gemeinsam gegen die Zurückeroberung des Diktatur des Proletariats geht, wenn es gegen die sozialistische Revolution geht. Diese Gegensätze im Lager der russischen Imperialisten, einerseits seine Weltmacht durch die Aufweich-Taktik der „friedlichen Koexistenz“ zu erreichen und andererseits durch einen offenen imperialistischen Weltkrieg zu erzwingen, das heißt die Vorherrschaft des US-Imperialismus mit Gewalt zu brechen, diese Gegensätze kann man ausnutzen aber das ist auch alles. Man kann auf keinen Fall die einen durch Unterstützung der anderen bekämpfen. Die gefährlichere Variante von beiden ist diejenige, die wir aufhören konsequent genug zu bekämpfen. Die Freiheit der Völker wird auf jeden Fall auf der Strecke bleiben, wenn die Völker auf die Revolution gegen jegliche imperialistische Macht verzichten und sich darauf beschränken die Vorherrschaft dieser oder jener imperialistischen Macht zu beseitigen. Eine Befreiung vom US-Imperialismus bedeutet noch keine Befreiung vom Weltimperialismus, wenn man sich nicht auch vom eurasischen Imperialismus befreit. Man kann den Weltimperialismus nicht dadurch bekämpfen, dass man den einen Imperialismus gegen den anderen unterstützt, dass man sich unter den Schutzschirm einer anderen imperialistischen Macht stellt, sondern nur die sozialistische Weltrevolution kann den Weltimperialismus beseitigen.


Wenn die Nationalbolschewisten die Frage der nationalen Befreiung von der sozialen Befreiung lostrennen, verwandeln sie sich in Handlanger des Kapitals, ob sie das nun zugeben oder nicht. Die Nationen Eurasiens können sich von Amerika nur befreien, wenn sie nicht nur das Fremdkapital, sondern auch das innländische Kapital vergesellschaften, wenn sie sich in der sozialistischen Revolution nicht nur von den ausländischen, sondern auch von den innländischen Ausbeutern befreien, wenn sie die gesamte Bourgeoisie im eigenen Land stürzen und ihren Unterdrückerstaat zerschlagen. Es geht um den Klassenkampf, um die gemeinsame revolutionäre Befreiung der Arbeiter und Bauern Eurasiens sowohl von einem imperialistischen Westen mit oder ohne Führung der USA, alsn auch von einem imperialistischen Osten, ob nun unter der russischen Führung oder irgendeiner anderen. Nur die bis zu Ende geführte ökonomische und politische Befreiung der Arbeiter und Bauern aller eurasischen Völker vermag die Möglichkeit einer wie immer neu gearteten nationalen wie internationalen Unterdrückung unter dem Vorwand des Kampfes gegen das westliche Kapital auszuschließen. Nur die Wiederherstellung der völligen Freiheit und Selbständigkeit der einstigen sowjetischen Völker vermag den besten Ausweg aus der gegenwärtigen Krise Russlands und der Welt zu weisen und die wirkliche Lösung der nationalen Frage durch die Anerkennung der völligen Gleichberechtigung und des unbedingten Rechts auf politische Selbstbestimmung für ausnahmslos alle Nationalitäten herbeizuführen. Wir Bolschewisten entlarven den Betrug solcher Parteien, die mit der Losung zur Beseitigung dieser oder jener nationalen Unterdrückung nur einen Tapetenwechsel haben wollen, also eigene Tapeten nationaler Unterdrückung und nicht fremde Tapeten. Wir Bolschewisten wollen die Nationen nicht nur von ihrer „imperialistischen Fremdeinwirkung“ befreien, sondern von jeglicher kapitalistischen Einwirkung, ob nun von außen oder von innen, ob Staatskapitalismus oder sonstiger Formen kapitalistischer Einwirkung. Nationale Unterdrückung kann nur beseitigt werden, indem man die sozialen Wurzeln dieser Unterdrückung beseitigt. Wir wollen ein Eurasien, in dem sich die Nationen von jeglichem Kapitalismus überhaupt befreien, wir wollen ein Eurasien sozialistischer Nationen, wollen ein sozialistisches Eurasien. Für jedes andere Bündnis sind wir nicht zu haben. Wir bekämpfen die Losung vieler russischer Nationalbolschewisten, ein großrussisches, neues imperialistisches Reich über Eurasien und damit über der ganzen Welt zu errichten, so wie wir den einstigen Sozialimperialismus der revisionistischen Kremlzaren an der Macht bekämpft hatten, die die russische Supermacht zur Nr. 1 in der Welt machen wollte. Wir wissen, dass diese Träume nicht ausgeträumt sind. Wir wissen, dass die Forderungen der Nationalbolschewisten sich im Wesen nicht davon unterscheiden, sondern darauf abzielen, den Weltimperialismus dadurch zu retten und wiederzubeleben, dass man ihn aus der amerikanischen Fäulnis befreit, dass der russische Imperialismus den Weltimperialismus vom amerikanischen Bazillus, vom amerikanischen Parasitismus säubern kann, dass Russland den Weltimperialismus reformieren kann. Wir wissen, dass Verbindungen innerhalb Russlands wie auch zum Ausland bestehen, die daran mit großer Intensität arbeiten, gemeinsam Russland doch noch zur Nr. 1 in der Welt zu machen. Wir Bolschewisten denken, dass die Zeit hierfür historisch abgelaufen ist. Was wir heute brauchen, ist ein sozialistischer Weltstaat, der von den Proletariern aller Länder regiert wird, ist die internationale Demokratie des Weltproletariats, die nur auf dem Wege der sozialistischen Weltrevolution möglich ist, durch die das historische Kapitel des Weltimperialismus für immer abgeschlossen wird, Unser Kampf ist vom Wesen her ein internationalistischer Kampf und kein nationaler Kampf, so wie der Bolschewismus vom Wesen her international und nicht national ist ( national ist er höchstens seiner Form nach ), und so kämpfen wir in erster Linie für die ganze sozialistische Welt und wenn das sozialistische Eurasien dazu beitragen kann, um so besser. Es gab seit über hundert Jahren für uns Bolschewiki keinen Grund, weswegen wir unseren internationalistischen Kampf dem nationalistischen Kampf unterordnen sollten und es wird diesen Grund auch für alle Zukunft nicht geben.

Der Kampf für die Befreiung der Völker vom US-Imperialismus darf nicht dazu missbraucht werden, hinter der Maske des Anti-Imperialismus, andere Imperialisten zu stärken oder einen neuen Imperialismus aufzubauen. Das sind nur effekthaschende und inhaltsleere Duelle, die das Weltproletariat nur von seinem selbständigen Kampf für den Sozialismus ablenken, die die Entstehung einer sozialistischen Weltordnung verhindern soll.

Wir Bolschewisten verteidigen nicht den einen Imperialismus gegen den anderen, kämpfen nicht für die Hegemonie einer neuen Supermacht, sondern die einzige Hegemnoie für die wir kämpfen ist die Welthegemonie des Proletariats – die Nationalbolschewisten kämpfen derweil für die Hegemonie des russischen Imperialismus.





Schlussfolgerungen


Der Kommunismus wird über den Kapitalismus, über seine Zwillinge, den Kosmopolitismus und den Nationalismus siegen, wenn dem Weltproletariat seine soziale und internationale Befreiung durch die sozialistische Weltrevolution gelingt !

 

Die einzig Befreiungstaktik für die Proletarier aller Länder ist und bleibt der siegreiche Bolschewismus Lenins, Stalins und Enver Hoxhas, die sich auf die internationalistischen Lehren von Marx und Engels stützten und diese schöpferisch weiterentwickelten.

Wir Kommunisten kämpfen für den Sieg des proletarischen Internationalismus, denn diese Lehre des Marxismus-Leninismus gründet sich auf den internationalen Charakter der proletarischen Klasse, auf die internationale Völkergemeinschaft und den einheitlichen Interessen der Menschheit als Ganzes, um die Ausbeutung von Menschen durch Menschen für immer zu beseitigen. Der Weg zur Befreiung der Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung kann nur siegreich fortgesetzt werden auf dem Wege der Befreiung der Proletarier aller Länder! Der Weg der Befreiung der Proletarier aller Länder kann wiederum nur siegreich fortgesetzt werden, wenn diese sich mit allen anderen unterdrückten Klassen auf der ganzen Welt vereinigen und sie zur sozialistischen Weltrevolution führen. Allein das Weltproletariat verteidigt die wahre Freiheit der Nationen und die Einheit der Arbeiter aller Nationen. Keinerlei Privilegien für irgendeine Nation, für irgendeine Sprache! Nicht die geringste Ungerechtigkeit gegenüber kleineren und schwächeren Nationen, nicht die geringste Ungerechtigkeit gegenüber nationalen Minderheiten – das sind die internationalen Prinzipien unserer proletarischen Demokratie. Damit verschiedene Nationen frei und friedlich nebeneinander leben oder ( wenn das für sie vorteilhafter ist) auseinandergehen und verschiedene Staaten bilden können, bedarf es heute des Weltsozialismus, bedarf es der internationalen Demokratie der Arbeiter. Die Herrschenden im In- und Ausland wollen um jeden Preis die Arbeiter der verschiedenen Nationen entzweien, um die Arbeiter aller Nationen einträchtig auszubeuten. Deswegen kämpfen die Arbeiter aller Nationen für ihre völlige Einheit und lassen sich weder durch den Nationalismus noch durch den Kosmopolismus und nationalen Nihilismus auseinanderbringen. Wir lassen uns wegen der globalen Ausbeutung nicht schrecken und überlassen es der Bourgeoisie aller Nationen, sich an den verlogenen rechten Phrasen über „Schutz der nationalen Interessen gegenüber der Macht des Fremdkapitals“ zu ergötzen. Wir Arbeiter aller Nationen verteidigen einmütig, einträchtig, in gemeinsamen Organisationen, die volle Freiheit und Gleichberechtigung aller Arbeiter – das Unterpfand der internationalen Arbeiterkultur. Wir Arbeiter aller Nationen stellen der alten Welt, der Welt der nationalen Unterdrückung, des nationalen Hasses und der nationalen Absonderung eine neue Welt, eine Welt der Einheit der Werktätigen aller Nationen entgegen, in der weder Platz ist für irgendein Privileg noch für geringste Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, egal auf welchem Fleck der Erde, egal in welcher Nation, egal zwischen welchen nationen. Wir Arbeiter schaffen unsere eigene Welt, so wie es uns die Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha gelehrt haben – den Weltkommunismus.


Sozialismus in Worten – Kapitalismus in Taten,

- das ist der Revisionismus in der Frage des sozialen Befreiungskampfes des Proletariats.


Internationalismus in Worten - Nationalismus in Taten,

- das ist der Revisionismus in der Frage des nationalen Befreiungkampfes des Proletariats.


Die nationale Frage kann nur durch die soziale Frage gelöst werden. Die nationale Frage ist der sozialen Frage untergeordnet. Der nationale Befreiungskampf dient der sozialistischen Weltrevolution, aber darf weder überschätzt noch unterbewertet werden- das hängt ganz von den jeweiligen unterschiedlichen nationalen und sozialen Bedingungen überall auf der Welt ab.

Die soziale und nationale Frage kann nur revolutionär und in gemeinsamer Verbindung , kann nur durch den Marxismus-Leninismus , kann nur durch die Hegemonie des Proletariats als einzig revolutionäre Klasse gelöst werden.

Die nationale Frage ist der internationalen Frage untergeordnet.

Der Weltkapitalismus kann nur auf dem Wege des Weltsozialismus beseitigt werden.

Proletarier aller Länder vereinigt euch zur nationalen und sozialen Befreiung!

Die sozialistische Revolution, die nationale und soziale Befreiung des Proletariats, die Zurückeroberung des Sozialismus wird verhindert, wird scheitern oder ihre Errungenschaften werden wieder eingebüßt, wenn der Revisionismus nicht allseitig und tiefgehend besiegt wird, wenn sich die nationalen und sozialen Kräfte eines jeden Landes nicht unter der Führung des revolutionären Weltproletariats gegen den Revisionismus vereinigen.

Der Nationalismus und der Kosmopolitismus(nationaler Nihilismus, sind bourgeoise Zwillinge im Kampf gegen die nationalen und sozialen Interessen der Mehrheit in allen Nationen und dienen einzig und allein dem Profitstreben der kapitalistisch-revisionistischen Welt. Diese Zwillinge in ein „marxistisch-leninistisches“ Gewand zu kleiden, das ist heute die Aufgabe der Revisionisten, den Hauptagenten des Weltimperialismus im revolutionären Lager. Mit Revisionismus die sozialistische Nation von innen her zu zersetzen und durch imperialistische Umkreisung von außen zu isolieren, so setzte der Weltkapitalismus die sozialistischen Nationen unter Druck und bereitete damit ihre Zerstörung vor.


Der Revisionismus ist sowohl der soziale als auch der nationale Wegbereiter der faschistischen Herrschaft des Imperialismus, ist seine soziale und nationale Stütze innerhalb der revolutionären Arbeiterweltbewegung, ist der Wegbereiter des Zerfalls und des Untergangs der Nation !



Inwieweit das Handeln, die Praxis der Akteure im Klassenkampf mit diesen Grundsätzen übereinstimmt oder von ihnen abweicht, daran erkennen die wahren Revolutionäre, die wahren Bolschewisten jene Feinde, die sich als „Revolutionäre“, als „Bolschewisten“, etc. verkleiden, um ihre konterrevolutionäre Aufgabe als Trojanisches Pferd innerhalb der revolutionären Bewegung erfolgreich zu erfüllen.

Dies ist eine sehr komplizierte und schwierige Aufgabe, die nur in der Praxis überprüft werden kann. Deswegen muss man sich sowohl vor isolierendem Sektierertum als auch vor opportunistischer, spontaneistischer Anpassung in Acht nehmen, muss man sowohl konkret als auch prinzipiell einen marxistisch-leninistischen Standpunkt einnehmen, darf man von ihm nicht abweichen, um ins bürgerliche Fahrwasser zu geraten, muss man in jeder Frage immer wieder aufs Neue marxistisch-leninistisch herausarbeiten, was der Arbeiterklasse nützt und was ihr schadet.





Dokumentarisches von der NBP-homapage



Wen es interessiert, für den haben wir hier einpaar markante politische Statements der NBB gesammelt, die die Richtigkeit unserer Kritik am russischen Nationalbolschewismus bekräftigen:

Ein pan-arischen Reiches als „Befreier“ der Welt aus dem Würgegriff amerikanischer Gangster, findet selbst in den USA Anhängerschaft.


Antwort der NBP auf die Frage zu deren Haltung zum Zionismus hier zitiert - (ohne Kommentar!) :“ We consider the situation on Middle East to be fight for "lebensraum" - the "living space" in which every side of enemies has its own "right" so its not so easy to accuse one or other side...07:57, 29.09.2004 (NBP Homepage-Guestbook)


Unser Kommentar hierzu: Hilters imperialistische Lebensraum-Ideologie unverhüllt übertragen für den Nahen Osten - das propagieren die Nationalbolschewisten ganz offen und ungeniert – im Prinzip nicht anders wie beo den US-Imperialisten. Die Nationalbolschewisten unterscheiden nicht zwischen unterdrückten und unterdrückenden Nationen und entlarven sich dadurch ganz offen und plump als Großmachtchauvinisten der eigenen russischen Monopolbourgeoisie. Hinter diesem imperialistischen „Neutralismus“ verbirgt sich die Aufrechterhaltung des imperialistischen Status Quo: wer stärker ist, darf sich die Kolonien der anderen Großmächte unter den Nagel reißen. Wenn sich die Nationalbolschewisten also nicht auf die Seite des palästinensischen Volkes stellen, rechtfertigen sie nicht nur den Mord am palästinensichen Volk, unterstützen sie nicht nur die Zionisten, sondern damit auch die „Lebensraum“-Politik der US-Imperialisten, dessen Kettenhund die israelische Monopolbourgeoisie im Nahen Osten ist – ein schöner „Anti-US-Imperialismus“ ist das !! Wer hier nicht die imperialistische Ideologie des „eurasischen Lebensraums“ der russischen Monopolbourgeoisie sieht, die die Nationalbolschewisten hier verteten, muss blind sein, erkennt nicht, dass die russischen Imperialisten hier ganz offen die Konflikte im Nahen Osten schüren, um daraus für die angestrebte eigene Vorherrschaft Vorteile zu ziehen – eine Linie der russischen Sozialimperialisten, die zunächst versteckt und dann mit offenen, brutalen Mittel fortgesetzt wurde wie damals gegen das afghanische Volk. Der Kernpunkt der gegenwärtigen politischen Lage im Nahen Osten ist einzig und allein der, ob man die revolutionäre Situation, die dort bereits vorhanden ist, durch internationale Unterstützung und Entfaltung der revolutionären Bewegung ausnutzen soll. Ja oder nein. In dieser Frage trennen sich heute die Sozialchauvinisten von den revolutionären Internationalisten – unabhängig davon, welche revolutionären, internationalen Phrasen seitens der Nationalbolschewisten gedroschen werden. In Worten alles, in Taten nichts. Schwüre und Beteuerungen, man sei „Internationalist“ und Revolutionär, in Wirklichkeit aber Unterstützung der Sozialchauvinisten und Opportunisten in der ganzen Welt in ihrem Kampf gegen den internationalen Marxismus, in ihrem Kampf gegen die Befreiungsbewegung der unterdrückten Völker.



Actually National Bolshevism born in Germany or at least there was born this term. It was first used by Ernst Niekisch in the beginings of previous century..... He is a great theretician of National Bolshevism I advice you to read him in German... We don't like embodiment of NS ideas and their narrowmindness...but we are pretty fond for NS military and cultural aesthetics....by the way Niekisch was eventually close to the NS...but nevertheless Hitler put him to jail 10:14, 25.09.2004



What is your position on the pan-slavism ideology, the slavic brotherhood, the slavic question etc... ?


nbpinfo: Well we support that kind of ideology, we have common roots, common history but nevertheless we aren't radical Slavianphils who deny absolutely technology and prefer to live in huts in woods .... We think there is some things that maybe borrowed from West - such as

hightech, but not to create all kind of stupid snickers, vulgar cosmetics, pop-corn and so on but to develope laser weapon, spaceships and so on....02:43, 13.09.2004


I would like to know what is your attitude towards the Army:

„When we will come to power we will introduce spirit of militarism to the whole society... 07:57, 11.09.2004



hier ein kritischer Beitrag eines chinesischen Genossen an die NBP:

You cannot combine nationalism with communism - communism is an internationalist ideology in nature and incorporating nationalism into it would destroy the basis of proletarian class unity. Patriotism however could be incorporated into a communist ideology, but I believe

the NBP's major mistake here is in their nationalist flaw, in saying "I am better because I am Russian" you doom yourself to a fate of stagnation instead of progress. Saying "I love Russia" is no problem - saying "I am better because I am Russian" IS a problem.


The NBP could not possibly be anti-capitalist while advocating fascism, which is itself a unification of fascist and capitalist power - Mussolini himself once said," Fascism is a direct unification of state and corporate power." The idea of corporatism has been the one part of fascist ideology that has succeeded in the 20th century, it is the basis of the entire global political system at the moment. Fascism itself advocates capitalism - communism does NOT.

You cannot claim to oppose the current system while advocating extreme authoritarian capitalist ideology (fascism) and at the same time praising an anti-capitalist ideology.“


Wir fügen diesem kritischen Beitrag die korrekte Faschismus-Definition des IV. (!!) Weltkongresses vom Dezember 1922 hinzu die da lautete:

 

 

»Internationaler Faschismus (...) Die Bourgeoisie (...) sucht deshalb überall Zuflucht in der Schaffung gewisser weissgardistischer Eingreifkommandos, um damit besonders jeden Versuch und alle Anstrengungen, die das revolutionären Proletariat zur Verbesserung seiner Lage unternimmt, mit immer brutalerer Gewalt niederzuschlagen... Das charakteristische Merkmal des italienischen Faschismus - des `klassischen` Faschismus - der zur Zeit über das ganze Land triumphiert - besteht darin, dass die Faschisten sich nicht nur eng auf die Bildung konterrevolutionärer Kampforganisationen beschränken, sondern mit ihrer sozialen Demagogie unter den Massen Fuß zu fassen versuchen - unter den Bauern, dem Kleinbürgertum und sogar unter einigen Schichten der Arbeiterklasse, wobei sie geschickt die unausbleibliche Enttäuschung über die so gepriesene bürgerliche »Demokratie« für ihre eigenen reaktionären Zwecke ausnutzen. Die Gefahr besteht bereits in vielen Ländern, in der Tschechoslowakei, Ungarn, praktisch in allen Balkanländern, Polen...« (Taktische Thesen,Protokolle des IV. Weltkongress der Komintern, 1922),


nbpinfo: „Well do you know that ultra-democratic Germany has in its anthemn words "Uber alles" and so on which mean Germany is above all....And no German is ashamed of it... The same as we say "Russia is all the rest is nothing...." it is not means we are negating all others

nations but that we really love our Motherland..... If you really want to get sense of National-Bolshevism visit Russia meet nazbols....then I'm sure you will change your attitude towards our Party!

19:16, 29.12.2004

We don't have any golden calves The all Perfect Communism and the All Bad Fascism, we are beyound left and right, now we are trying to create a Completely new Ideology....but as you know that all material things in this world are build of atoms so also we have to build

our Ideology from the existing ones.... From Mussolini we took devotion to our country, militaristic aesthetics but NO racial issues.... from Communism - social justice, from Democracy - desire for Freedom. So now we have a New Ideology which took the best sides of all

political and moral doctrines and is being constantly developed and purified by our comrades!“

21:44, 26.12.2004



„- Dugin is our ideologist, the party treasure, in a certain sense. That is, he plays the role of the high priest.“






the book "Another Russia". The Manifesto


1. The National-bolshevik wants to become the Creator of the New World. That's in principle. Not to restore any boring historical justices, not to give people back something stolen but to create a new world and to put his great party - the NBP - in the center of this new world.


Our goal is in the following: literally to suck up all alive strength from the organism of the growing decrepit and dying old Russian-soviet nation and include it into the New Russian Nation.


Now two main slogans are inscribed on the NBP flags: Nation and Freedom. ".



The National-bolshevik must not be afraid of the advice of Nietzsche: "Push a falling man!".



10. The Party greeting "Yes, Death!" is a cheerful expression of love to Life.







Unter welchen Bedingungen und auf welchen prinzipiellen Grundlagen strebt die Komintern/ML die internationale Klassenfront mit national gesinnten Arbeitern an?



Wir Genossen und Genossinnen der Komintern/ML verschmähen es, unsere Ansichten und Absichten zur nationalen Frage und gegenüber den national-gesinnten Arbeitern zu verheimlichen. Wir erklären ganz offen, dass die sozialistische Revolution nur siegen kann, wenn wir mit ihnen zusammen und nicht gegen sie auf die sozialistische Revolution zumarschieren, denn die nationalen Arbeiter sind ein Teil der weltrevolutionären Arbeiterklasse, also sie gehören genau derselben Klasse an wie wir, und damit sind wir ein Teil ihrer Kameraden, genauso wie sie ein Teil von uns Genossen sind, oder: „aus ein und demselben Fleisch und Blut der Arbeiterklasse“ - wie Ernst Thälmann es treffender ausdrückte. Also müssen wir uns daran orientieren, uns danach ausrichten, müssen wir unsere Marschroute mit ihnen zusammen prinzipienfest bestimmen :



Die national gesinnten Arbeiter allseitig und mit ganzer Kraft an allen Fronten unterstützen so wie sie ihrerseits unseren kommunistischen Kampf allseitig und mit ganzer Kraft an allen Fronten unterstützen

- also keinesfalls nur beschränkt auf den Kampf zur Lösung der nationalen Frage, auf den Kampf zur Verteidigung der nationalen Interessen der Arbeiterklasse und des Volkes etc.,

sie weder ausklammern, noch ausgrenzen,

sondern sie viel mehr einbeziehen, ihnen Verständnis und Solidarität entgegenbringen und von ihnen lernen,

ihnen unsere Hand für die Eroberung der Arbeitermacht reichen,

Waffenbrüderschaft pflegen nach dem Vorbild Richard Scheringers,

und Berührungsängste auf beiden Seiten gemeinsam abbauen und schließlich überwinden

 

 

unter strenger Einhaltung folgender Bedingungen!

 

 

1.

 

dem allgemeinem politischen Rechtsruck durch die Zwänge der politischen und ökonomischen Krise des Kapitalismus nicht einen Zentimeter nachgeben! Keinerlei Abstriche von der internationalistischen, anti-imperialistischen und anti-faschistischen Linie der Komintern/ML: Tod dem Faschismus in der ganzen Welt und im nationalen Maßstab, Beseitigung der Herrschaft des Imperialismus in der Welt und im nationalen Maßstab, Freiheit allen revolutionären Völkern und jedes einzelnen Volkes ohne Ausnahme! Proletarische, antifaschistische Einheitsfront in der Welt und im nationalen Maßstab! Proletarische, anti-imperialistische Front in der Welt und im nationalen Maßstab, ... etc.

 

 

2.

 

absolut scharfer Kampf gegen jegliche Versöhnungsversuche des „linken“ Flügels der Faschisten, aus welchen Reihen sie auch immer gesteuert werden! Fehlende Wachsamkeit wäre ein krasser großer Fehler, der absolut fatale Folgen hätte, der nie wieder gut zu machen wäre! Keine Chance für die Faschisten, die Kommunisten für sich auch nur im Entferntesten in irgendeiner Weise für irgendetwas zu instrumentalisieren.

Der Nationalbolschewismus hat mit dem Weltbolschewismus des Marxismus-Leninismus absolut nichts gemein, sondern steht ihm feindlich gegenüber. Der Nationalbolschewismus ist eine Taktik des Imperialismus, während der Bolschewismus als Taktik des Weltproletariats, eine Taktik des Kommunismus ist. Der Bolschewismus kann nicht siegen, wenn er nicht den Nationalbolschewismus besiegt.

 

 

3.

 

Die Demarkationslinie zwischen den national gesinnten Arbeitern und der Faschistenbrut insbesondere bei den Massen immer deutlich ziehen. Studiert den Beitrag Stalins:Was sind die `Nationalsozialisten`?“

 

 

4.

 

dem Gegendruck der opportunistischen , sogenannten „Linken“ nicht nachgeben. Wir lassen uns nicht zum schwarzen Schaf der linken Weltbewegung machen, sondern werden gegenoffensiv, wenn man uns wegen der internationalistischen Haltung der Komintern/ML zur nationalen Frage als „verkappte“ Rechte angreift. Hier müssen wir besonders dem Sektierertum, dem Revisionismus, aber vor allem dem Neo-Revisionismus gegenüber wachsam sein.

Mit der Losung: “Für eine sozialistische, aber nicht revisionistisches Welt!“ sprechen wir auch den national gesinnten revolutionären Arbeitern aus dem Herzen, die ihre Begeisterung für den Sozialismus solange lieber im Hintergrund gelassen haben, um nicht als Sympathieträger des Revisionismus an der Macht geächtet zu werden. Die national gesinnten Arbeiter sind sich prinzipiell mit uns einig, den revisionistischen Einfluss in der Arbeiterbewegung und im Volk zu bekämpfen, also schmieden wir mit ihnen eine anti-revisionistische Einheitsfront. Wir berauben uns unserer eigenen Entfaltungsmöglichkeiten, wenn wir schablonenhaft davon ausgehen, die national gesinnten Arbeiter nur für die Durchsetzung der nationalen Interessen der Arbeiterklasse zu gewinnen – wir wollen sie vor allem für die sozialistische Revolution gewinnen, für die Befreiung der Arbeiterklasse von der Lohnsklaverei, von Krieg und Faschismus! Wobei wir ihnen erklären wollen: Sozialfaschismus und Faschismus sind zwei Seiten einer Medaille, ebenso kapitalistische und revisionistische Lohnsklaverei, ebenso imperialistische und sozialimperialistische Kriege etc.. Im Kampf gegen beide Seiten all dieser kapitalistischen Medaillen stehen wir mit unseren national gesinnten Arbeitern in einer festen revolutionären proletarischen Einheitsfront!

Wir von der Komintern/ML werden wahrscheinlich die einzigen in der Welt sein, die den national gesinnten Arbeitern in der einheitlichen Klassenfront des Proletariats die Hand reichen, weswegen es um so mehr auf uns ankommt, diese unverzichtbaren, wertvollen nationalen Kräfte der Arbeiterklasse für die Schaffung einer wirklich proletarischen sozialistischen Welt zu gewinnen und sie nicht an die Konterrevolution zu verlieren, denn die macht keinen Unterschied zwischen nationalen und internationalen revolutionären Arbeitern und schlägt beide tot, weil sie beide revolutionär, anti-imperialistische und anti-revisionistische Arbeiter sind! Wir dürfen nicht zulassen, dass die Faschisten unsere national gesinnten Klassenbrüder wieder belügen und betrügen und vor ihren Karren spannen, die Arbeiterklasse darf sich nicht spalten lassen. Es ist die Aufgabe der Komintern/ML, die revolutionäre Arbeiterweltbewegung sowohl gegen den Kosmopolitismus als auch gegen den Nationalismus zusammenzuschließen, Es ist die Aufgabe der Avantgarde des Weltproletariats die revolutionären Reihen gegen den Nationalbolschewismus zu schließen, die Marxisten-Leninisten der ganzen Welt zum Kampf gegen den Nationalbolschewismus auf marxistisch-leninistischen Grundlagen zusammenzuschließen und zu vereinigen. Der Weg zur sozialistischen Welttrevolution führt über den Weg der Bekämpfung des nationalbolschewistischen, des sozialchauvinistischen und nationalistischen Einfluss auf das Weltproletariat.



International heißt nicht antinational, schließt nicht national aus;

national und kommunistisch sind keine Gegensätze, wohl aber Nationalismus und Kommunismus(Internationalismus)!

Es wird nicht leicht sein, an die Anhänger der Nationalbolschewisten heranzukommen. Eine entscheidende Quelle des faschistischen Aufschwungs bildet die nationale Demagogie der NBP, indem sie die Erbitterung der Massen über die doppelte Sklaverei der russischen Kapitalisten und des ausländischen Finanzkapitals (...) ausnutzen und sich dadurch als Retter und als Vorkämpfer für die nationale Befreiung Russlands aufspielen (...) Wir Kommunisten schämen uns nicht einer nationalen Befreiungspolitik. Hier handelt es sich um das Erbteil an pazifistischen Tendenzen in der Geschichte der Arbeiterweltbewegung in der nationalen Frage.

Wir müssen den russischen Massen zeigen, dass die Nationalbolschewisten auch in der Frage des Befreiungskampfes jenseits der Barriakden stehen und Todfeinde dieses Kampfes sind.

Es gibt keinen `nationalen Bolchewismus`. Es gibt nur einen internationalen Bolschewismus.

 

 

Die gemeinsamen von der Nationalität unabhängigen Interessen des gesamten Proletariats stehen für uns im Vordergrund“ (Marx und Engels, „Kommunistisches Manifest).

 

 

Ohne soziale – keine nationale Befreiung!“ (Ernst Thälmann, aus: „Die Ergebnisse des 12. EKKI-Plenums und unsere Aufgaben“)

 

 

Aufs schärfste müssen wir den Massen einhämmern, dass man nicht Seite an Seite mit den Nationalbolschewisten kämpfen kann.



 

 

 

 

 



Aufruf

 

 

an die national gesinnten Arbeiter in der ganzen Welt

zum gemeinsamen Kampf für die sozialistische Weltrevolution

1. Februar, 2005



Die Komintern/ML verspricht euch hiermit, sich für die folgenden Ziele mit ganzen Kraft einzusetzen:



Wir kämpfen und sterben für die revolutionäre Einheitsfront der nationalen und der internationalen Arbeiter zum Nutzen der sozialistischen Interessen der gesamten Arbeiterklasse in der Welt, zum Wohl aller sozialistischen Vaterländer im gemeinsamen Kampf gegen alle inneren und äußeren Feinde der Völker – kurz:

Wir reichen euch fest die Hand für eine unverbrüchliche und treue Waffenbrüderschaft im Geiste von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !

Wir internationalen revolutionären Arbeiter erklären darum feierlich:



Wir Arbeiter, ob national oder international, lassen uns niemals und von niemandem gegeneinander aufhetzen, ob nun von unseren gemeinsamen Feinden aus dem „linken“ oder aus dem rechten Spektrum, wobei ihr uns die rechte Meute genauso vom Halse haltet, wie wir euch gegen die „linke“ Meute verteidigen, die zu Unrecht im Namen der Arbeiterklasse sprechen. Nur wir Arbeiter selber können und wollen im eigenen Namen sprechen. Es gibt nur ein Weltproletariat, die Proletarier aller Länder, deren gemeinsam Fleisch und Blut wir sind, und wir lassen uns nicht für den Profit der Reichen spalten. Wir Arbeiter befreien uns nicht von unseren Unterdrückern, nur um uns dann selber gegenseitig zu unterdrücken - zur Freude der anderen Klassen. Das Gewehr, das die Herrschenden uns in die Hand drücken, um dem Schauspiel unseres gegenseitigen Abschlachtens amüsiert zuzuschauen, werden wir gemeinsam ergreifen und gemeinsam gegen sie richten. Die Herrschenden wissen aus den Erfahrungen jahrhundertelanger Spaltung der Ausgebeuteten und Unterdrückten, dass sie ein gespaltenes Volk, eine gespaltetene Arbeiterklasse, nicht zu fürchten haben, und die Kapitalisten wissen aus der uns von ihnen aufgezwungenen Aufteilung und Neuverteilung der Welt, dass sie eine international gespaltene Arbeiterklasse nicht zu fürchten haben. Und wir Arbeiter haben aus eigenen leidvollen Erfahrungen gelernt, dass nur die vereinigte internationale Arbeiterklasse mit ihren gesunden revolutionären patriotischen und internationalistischen Elementen an der Spitze, die Welt aus der Krise, aus Not und Elend, aus Unterdrückung und Sklaverei in die Freiheit führen kann, dass die Arbeiterklasse den Unterdrückungs- und Ausbeuterstaat der herrschenden Klasse nur durch ihre nationalen wie internationalen, vereinigten Gewehre zur Strecke bringen kann. Das Werk der Arbeiter kann nur das Werk aller Arbeiter sein, der nationalen wie der internationalen Arbeitereinheitsfront in der ganzen Welt. Es gibt keine Arbeitermacht in der Welt, die entweder auf der Unterdrückung der nationalen oder der Unterdrückung der internationalen Arbeiter beruht, sondern nur in gemeinsam errungener und gemeinsam behaupteter Freiheit vom Imperialismus wird die geschundene, krisengeschüttelte Welt aufblühen oder wir werden schließlich mit dieser Welt in den gemeinsamen Untergang gehen.

Es ist 5 Minuten vor 12 Uhr !!

An der Wahrheit, dass es nur eine Arbeiterklasse auf der Welt gibt, ist ebensowenig zu rütteln, wie an der Wahrheit, dass es letztendlich nur einen Sozialismus, nur eine revolutionäre Partei der Arbeiterklasse geben kann, die die Vorhut aller revolutionären nationalen und internationalen Elemente in sich vereinigt und sowohl die nationalen als auch die internationalen sozialistischen Interessen der gesamten Arbeiterklasse vertritt. Das heißt nicht, dass diese Partei durch das Tauziehen konkurrierender Parteien entsteht, sondern im Gegenteil kann das nichts anderes heißen als dass alle revolutionären Arbeiter im Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse vom Kapitalismus für sich gemeinsam Partei ergreifen, ihre Reihen immer enger und fester zusammenschließen bis sie sich eine einzige Vorhutorganisation geschaffen haben, die von der ganzen revolutionären Arbeiterklasse gestützt und getragen wird und diese in den Kampf führt. Die sozialistische Weltrevolution wird siegen, wenn sie aus dem Klassenkampf aller Arbeiter und nicht nur aus einem Teil von ihr hervorgeht. Sie wird scheitern und unausweichlich in die Niederlage für alle Arbeiter führen, wird den Sieg an die Konterrevolution verschenken, wenn sie nicht das gemeinsame Werk aller nationalen und internationalen Arbeiter der ganzen Welt ist.

Der Arbeiter wird sich über alle verschiedenen Vorstellungen seine eigene Meinung bilden und nur den besten den Vorzug geben. Was das Beste für die Arbeiterklasse ist, kann nur die Arbeiterklasse selber herausbekommen und für das Weltproletariat ist das Beste gerade gut genug. Wir vertrauen auf das Urteilsvermögen des Weltproletariats, es allein fällt die Entscheidung von welchen Vorstellungen es sich leiten lässt und von welchen nicht. Wir kämpfen natürlich dafür, dass das Weltüproletariat sich für den marxistisch-leninistischen Weg entscheidet, denn wir sind ja schließlich davon überzeugt, dass nur eine marxistisch-leninistische, also eine internationalistische Partei die revolutionären Interessen der Arbeiterklasse zum Ausdruck bringen und verwirklichen kann, einschließlich aller ihrer nationalen Interessen. Wir sind außerdem davon überzeugt, dass die nationalen Interessen nur durch die soziale, die internationalistische Befreiung verwirklicht und vor allem garantiert werden können, ohne dabei den unverzichtbaren Kampf für die nationalen Interessen als wichtigen Hebel der sozialistischen Revolution in jedem einzelnen Land geringzuschätzen. Trotzdem haben wir immer wieder betont, dass der nationale Kampf dem sozialen Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse untergeordnet sein muss, wenn er siegen soll. Aus eigenen leidvollen Erfahrungen haben wir Marxisten-Leninisten lernen müssen, dass sich der Bolschewismus national nur dadurch sichern lässt, wenn er dazu beiträgt, dem Weltbolschewismus zum Sieg zu verhelfen. Deswegen ist die Komintern /ML eine internationalistische bolschewistische und keine nationalbolschewistische Partei, lässt sie sich vom proletarischen Internationalismus und nicht vom Nationalismus und Imperialismus leiten. Der Nationalbolschewismus ist durch und durch eine imperialistische Taktik - nur der Bolschewismus wie er von Lenin und Stalin entwickelt, angewandt und wie er von der Geschichte der Sowjetunion und Albaniens siegreich bestätigt wurde, war, ist und bleibt die einzig siegreiche Taktik des Kampfes des sozialistischen Weltproletariats, ist eine kommunistische Taktik. Jeder national gesinnte Arbeiter muss sich also mit diesem entscheidenden Unterschied auseinandersetzen und sich klar entweder für das eine oder das andere entscheiden: Nationalbolschewismus oder kommunistischer Bolschewismus? Ein Zwischending gibt es nicht und kann es für die kommunistische Partei nicht geben! Für die Komintern /ML gibt es keinen nationalen Sozialismus und kann es ihn nicht geben, denn der Sozialismus ist international, kann nur im nationalen Rahmen dauerhaft existieren durch den Sieg der proletarischen Weltrevolution, durch die Verwirklichung des Weltsozialismus.

Was wird aus den bürgerlichen Nationen werden, die vom Bürgertum verraten und verkauft werden?

Die bürgerlichen Nationen sind unweigerlich dem Untergang geweiht, werden vom internationalen Kapital tagtäglich ein Stück weiter vergiftet, zersetzt, zerstört, vernichtet, überrannt- dazu zwingt sie ihr eigenes Gesetz, das Gesetz des globalisierten Profitstrebens. Die Nationen können nur unter der Führung der Arbeiter verteidigt werden – nicht als kapitalistische, als bürgerliche Nationen, sondern als Nationen, in denen die Arbeiter an der Macht sind, also nur als sozialistische Nationen. Wir kämpfen gemeinsam gegen den verlogenen und heuchlerischen bürgerlichen Nationalismus, der sich gegen uns Arbeiter richtet. Wir kämpfen nur für eine Nation – für die sozialistische Nation unter der Führung der Arbeiter .

Die sozialistische Nation, und euch das zu sagen, ist für uns ungemein wichtig, wird nur dann eine Chance haben, sich nicht in eine bürgerliche Nation zurückzuverwandeln, wenn sie nicht nachlässt, konsequent und unbeirrbar mit den Arbeitern aller anderen Nationen gemeinsam für die Verwandlung schließlich aller kapitalistischen Nationen in sozialistische Nationen zu kämpfen, denn die Arbeiterklasse jedes Landes ist eine Abteilung einer proletarischen Weltarmee, die im Gleichschritt marschiert nicht nur für die Einzelinteressen der Arbeiter in einem einzelnen Land, sondern vor allem für die Gesamtinteressen aller Arbeiter in der ganzen Welt. Eben darin besteht das Unterpfand für den garantierten Bestand jeder einzelnen sozialistischen Nation und aller Völker. Deswegen beschränken wir Marxisten-Leninisten uns nicht nur auf das Kampfziel der Befreiung der Arbeiterklasse eines Landes, sondern kämpfen darüber hinaus und vor allem für die internationale Befreiung des Weltproletariats, denn die Arbeiterklasse einer Nation kann solange nicht wirklich frei sein, wie irgendwo auf der Welt noch ein letzter Arbeiter Frondienste für die Kapitalisten leisten muss, solange noch irgendwo auf der Welt Kapitalismus und nationale wie soziale Unterdrückung herrscht. Wir Arbeiter in der ganzen Welt sind Lohnsklaven der Weltimperialisten sowie der imperialistischen Beherrschung jedes Landes und sind daher verpflichtet, unsere Interessen selbständig und gemeinsam in die Hand zu nehmen. Wir Arbeiter werden niemals untergehen, wenn wir zusammenhalten. Untergehen wird die Bourgeoisie.

Proletarier aller Länder, vereinigt euch! Das ist seit über 150 Jahren der Schlachtruf von uns Kommunisten.

Die Wahrheit ist, dass wir nationalen und internationalen Arbeiter nicht nur in einem einzelnen Land gemeinsam Fleisch und Blut sind, sondern auch alle nationalen und internationalen Arbeiter auf der ganzen Welt. Deswegen kann unsere Befreiung nur das gemeinsame Werk aller Arbeiter in der ganzen Welt sein.

Wir Kommunisten sind der Meinung und der festen Überzeugung, dass die nationalen Arbeiter dies immer besser begreifen werden an Hand ihrer eigenen Erfahrungen im weltweiten Konkurrenzkampf der Arbeiter untereinander, der aus der Globalisierung des Weltimperialismus immer deutlicher hervortritt und sich verschärft und uns alle ins Verderben zieht, wenn wir unsere gegenseitige Konkurrenz nicht beseitigen. Wir bilden jetzt eine geschlossene Weltfront aller Arbeiter gegen die Weltfront des Imperialismusum ihn vom Erdball hinwegzufegen. Der Schlüssel für die nationale Befreiung liegt im gemeinsamen Kampf aller Arbeiter der ganzen Welt für den Sturz nicht nur der Imperialisten in dem einen oder anderen Land, sondern darin, dass wir den ganzen Weltimperialismus gemeinsamen stürzen. Das Wohl jedes einzelnen Volkes ist heute mehr denn je mit dem Wohl der Völker in der ganzen Welt unzertrennlich verknüpft, denn wir leben in der Epoche der imperialistischen Globalisierung, die alle nationalen Schranken brutal nur zum Zwecke des schnöden Mammons und zu unser aller Schaden niedereißt. Deswegen haben die Arbeiter der ganzen Welt nichts zu verlieren als ihre weltimperialistischen Ketten, aber eine Welt zu gewinnen, die Welt der sozialistischen Vaterländer.

Wir Kommunisten sind keine Propheten und wollen auch keine sein, aber wir haben durchaus ernstzunehmende Vorstellungen von der fernen Zukunft der Menschheit:

Es wird eines Tages nur sozialistische Vaterländer geben. Und alle sozialistischen Vaterländern der ganzen Welt werden irgendwann (in ferner, sehr ferner Zukunft!!) zusammenwachsen, sich ökonomisch, politisch, kulturell usw. verbrüdern, sich verschmelzen ohne Zwang und ohne Gewalt. Nationen sind nur historische Gebilde, die genauso wieder verschwinden, wie sie gekommen waren, Sie waren im 19. Jahrhundert wichtig für den Kapitalismus, für die Befreiung vom Feudalismus, heute sind sie ein Hemmschuh für den Weltimperialismus, der sie deswegen zerstört. Für die Arbeiter sind heute die Nationen wichtig für den Sozialismus, um uns vom Kapitalismus zu befreien und die Restauration des Kapitalismus zu verhindern, aber wenn dieses Werk von den sozialistischen Nationen vollbracht ist, wenn ihr historischer Zweck erfüllt ist, verlieren sie ihre Bedeutung, werden sie auch für den Kommunismus zum Hemmschuh. Das heißt nicht etwa, dass durch den Kommunismus die nationalen Errungenschaften und Werte, fortschrittliches nationales Gedankengut und Kulturerbe der Völker in Vergessenheit geraten und verschwinden, dass die eine nationale Kultur durch eine andere nationale Kultur beiseite oder gar zurückgedrängt und zerstört wird, dass den Nationen eine fremde Kultur aufgezwungen wird, dass sie ihrer eigenen Kultur entfremdet oder gar an die Wand gedrückt werden usw., nein, ganz im Gegenteil, die fortschrittlichsten Elemente in allen Kulturen bilden alle gemeinsam die Grundlage für die Weiterentwicklung der Menschheit insgesamt. So, wie sich erst aus der Vielfalt aller Teile, aus den sich entfaltenden Teilen, ein großartiges Ganzes ergibt, erfahren alle Kulturen eine neue Blüte, entfalten sie sich, bereichern sie sich gegenseitig und erreichen dadurch eine höhere Stufen ihrer Entwicklung, und gerade deswegen schützen, verteidigen, pflegen und bewahren wir all das, was die Nationen an schönen und nützlichen, an fortschrittlichen Dingen geschaffen haben, bilden sie zusammen das große kostbare Weltkulturerbe, dass wir alle gemeinsam, freiwillig und gerne miteinander teilen, nicht, um es untereinander aufzuteilen und stückchenweise aufzugeben und unsere Identität darin zu verlieren, sondern alle Menschen der Welt an den geschaffenen Werten aller Nationen zum Nutzen und zur Freude aller teilhaftig werden lassen.

Auf Mutter Erde entsteht daraus dann später der Weltkommunismus – Freiheit, Gleichheit und Wohlstand für alle Menschen auf Erden, eine Gemeinschaft, in der sich der Mensch durch alle Menschen von seiner Unmenschlichkeit emanzipiert hat und er damit zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte nur Mensch sein, also menschlich sein kann, befreit von allen Klassenschranken, befreit von allen nationalen Schranken, befreit von allen Rassenschranken, befreit von allen ökonomischen, politischen und ideologischen Schranken, befreit von allen Schranken also, die sein Dasein bisher so unmenschlich werden ließen.



Die Welt den Arbeitern!

Die Welt den Völkern!

Für eine sozialistische, aber nicht revisionistische Welt!







Es lebe der Weltbolschewismus !



Im Jahre 2003 hat die Komintern /ML den 100. Jahrestag des Bolschewismus gefeiert und dazu ein Manifest der Partei des Weltbolschewismus“ veröffentlicht, in dem wir die Taktik des Bolschewismus als internationale Taktik der proletarischen Weltrevolution veteidigen und sie nach wie vor als Taktik unserer Generallinie des Weltkommunismus betrachten. Darin wird der „orthodoxe“ bolschewistische Standpunkt von uns Kommunisten also ausführlich und grundlegend dargestellt, so dass wir uns Wiederholungen in diesem Artikel ersparen können. Allerdings möchten wir nicht darauf verzichten, hier noch einmal wenigstens die Definition des Bolschewismus sowie unsere zentralsten bolschewistischen Losungen wiederzugeben, um sie den Losungen des „Nationalbolschewismus“ gegenüberzustellen:





Was ist also Weltbolschewismus?

 

 

Weltbolschewismus ist die weltumspannende, marxistisch-leninistische Theorie und Taktik des Weltproletariats, seiner bolschewistischen Weltpartei und der ihr angeschlossenen bolschewistischen Parteien aller Länder, zur vollständigen und endgültigen, revolutionären Zerschlagung des gesamten weltkapitalistischen Systems, zur Abschaffung der Weltordnung des Imperialismus, zur Verwirklichung des Weltsozialismus durch die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats und schließlich zur Erreichung des Endziels - die klassenlose Gesellschaft der gesamten Menschheit, der Weltkommunismus.

Weltbolschewismus, das ist die gesetzmäßige Unvermeidbarkeit des Sieges des Bolschewismus im internationalen Maßstab gemäß den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha, selbst nachdem es der Weltbourgeoisie mit Hilfe des Revisionismus vorübergehend gelingen konnte, den Bolschewismus in der Sowjetunion und in Albanien zu besiegen.



Der Sieg des Weltbolschewismus - das bedeutet Sieg der Diktatur des Proletariats im Weltmaßstab.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Sieg des Weltproletariats über die Weltbourgeoisie durch die sich im internationalen Klassenkampf herausbildende und von der Komintern/ML und ihren Sektionen geführte proletarische Weltrevolution.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Enteignung aller Banken in der ganzen Welt, der multinationalen Konzerne, der Weltmonopole, des kapitalistischen Privatbesitzes - insbesondere an den Naturschätzen und kulturellen Schätzen der Welt, des internationalen Großgrundbesitzes, der Produktionsstätten und Produktionsmittel usw. - letztendlich die Abschaffung der Weltordnung des Kapitalismus durch die Errichtung einer neuen Weltordnung – das ökonomische Weltsystem des Sozialismus.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet das Ende der Wall-Street und des internationalen Börsenspekulantentums, die endgültige Vernichtung der kapitalistischen Ausbeuterei und Unterdrückung, die Befreiung der Völker aus der Sklaverei des Weltimperialismus, die Abschaffung des Kolonialismus und Neo-Kolonialismus, das Ende der Einteilung der Welt in herrschende und beherrschte Länder und Nationen, Supermächte, konkurrierende Herrschaftsblöcke usw. usf. - das bedeutet das erste Mal in der Menschheitsgeschichte -Freiheit für alle Menschen – für jeden Menschen.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Abschaffung der Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege und die Unvermeidbarkeit der Restauration des Faschismus auf der ganzen Welt – durch die Überleitung des Anti-Weltfaschismuskampfes und des Antikriegskampfes gegen den Weltimperialismus in den Kampf für die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.

 

 

Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Grundlage für die gesicherte Zukunft der werktätigen Massen auf der ganzen Welt, die nicht mehr in kapitalistischer Fron schuften müssen, sondern für sich selber ihre eigene Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung erschaffen.

 

 

Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Weltherrschaft der Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte aller Länder, bedeutet die Regierung der internationalen Sowjetrepublik.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete, den revolutionären Weg der Komintern Lenins und Stalins vor dem erneuten Abgleiten in den Opportunismus zu bewahren und auf den Grundlagen der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha konsequent fortzusetzen durch die Komintern/ML, der Nachfolgeorganisation der Komintern Lenins und Stalins.

Der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab ist noch nicht bewiesen. Was aber bereits bewiesen wurde, das ist der Sieg des Bolschewismus außerhalb seines Geburtslandes. Ohne den Bolschewismus in Russland UND Albanien zu verteidigen, ohne sich darauf zu stützen und davon leiten zu lassen, ist der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab unmöglich.

 

 

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Verwirklichung des Programms der Komintern von 1928 und des Manifests der Partei des Weltbolschewismus.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete die Befolgung der Richtschnur der Generallinie der Komintern/ML und der darin aufgezeigten Strategie und Taktik der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution.“ ( zitiert aus: Manifest der Partei des Weltbolschewismus).





Mit einem Mausklick kann sich also hier jeder in den Bolschewismus weiter vertiefen, der lernen möchte, was Bolschewismus tatsächlich bedeutet, was Bolschewismus ist, was Bolschewismus will.

Nur so kann man verstehen, warum wir Bolschewisten uns von den „Nationalbolschewisten“ unbedingt abgrenzen, warum wir den „Nationalbolschewismus“ nicht als eine besondere Strömung des Bolschewismus, sondern als eine anti-bolschewistische Strömung begreifen müssen, die sich also nur des Bolschewismus und der Namen Lenins und Stalins bedient, um ihr anti-bolschewistisches Wesen besser zu tarnen , also die Bolschewisten zu täuschen und die Massen zu blenden.

In unserem „Manifest der Partei des Weltbolschewismus“ hatten wir bereits klar und deutlich gegen den „Nationalbolschewismus“ Stellung bezogen:



Stalin , mit dessen Namen sich die „Nationalbolschewisten“ schmücken, lehrte uns nur einen solchen Bolschewismus, demgemäß

 

die russische Revolution keine Privatangelegenheit der Russen ist, dass sie im Gegenteil die Sache der Arbeiterklasse der ganzen Welt, die Sache der proletarischen Weltrevolution ist. (...) Es kann nichts Gemeineres geben, da selbst die berufsmäßigen Verleumder aus der II. Internationale einzusehen beginnen, dass der konsequente und bis zum letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder ist” (Stalin, Werke Band 13, Seiten 80, 83 und 84, deutsche Ausgab der KPD/ML).

 

 

Stalin betrachtete den Bolschewismus also nicht allein als eine russische oder nationale, sondern als eine internationale Erscheinung. Der Nationalbolschewismus ist hingegen eine bürgerliche, nationalistische Erscheinung und ist daher dem proletarischen Internationalismus, dem sozialistischen Weltbolschewismus diametral entgegengesetzt . Die Bolschewiki begründeten und behaupteten das proletarische Programm in der n a t i o n a l e n Frage (Selbstbestimmungsrecht der Nationen, Einheitlichkeit aller Organisationen des Proletariats aller Völker Russlands; einschließlich Recht auf Lostrennung von Russland); sie kämpften dabei auf zwei Fronten hin, gegen die opportunistische Einstellung des “Bundes” ( kleinbürgerliche Lesart einer Kultur-Autonomie nach nationalem Prinzip, Zersplitterung des Proletariats auf nationale Gruppen) und gegen die polnischen Sozialdemokraten (Verneinung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen, faktische Unterstützung des großrussischen Chauvinismus).

Wenn wir den Bolschewismus zurückerobern wollen, dann müssen wir diesen nationalen Kampf , den die Bolschewiki damals in Russland an zwei Fronten führten, heute an zwei WELT- Fronten zu Ende führen (gegen den offenen und verkappten, kleinbürgerlichen Opportunismus gegenüber dem Nationalismus und gegen den offenen und verkappten „Groß“macht-Chauvinismus, welcher „Groß“macht auch immer [wobei der russische Chauvinismus nicht weniger widerlich ist als der europäische!].

Ohne die internationale Frage zu lösen, kann man heute keine einzige nationale Frage auf der Welt lösen, wobei der gemeinsame und vereinigte Kampf um die nationalen Fragen seinerseits ein wichtiger Beitrag zur Lösung der internationalen Frage darstellt, aber - endgültig gelöst, als garantiert werden kann die nationale Frage nur im Rahmen der Lösung der internationalen Frage, diese ist der nationalen Frage übergeordnet! Niemals dürfen wir Bolschewisten es zulassen, dass man mit der Überbewertung der nationalen Frage von der sozialistischen Revolution ablenkt. An erster Stelle für die Bolschewisten der Kampf für den Sozialismus, für die National“bolschewisten“ steht der nationale Kampf an erster Stelle:

 

 

Es ist geradezu lächerlich, den Kampf des Proletariats für den Sozialismus, eine weltweite Erscheinung, mit dem Kampf einer der unterdrückten Nationen Osteuropas gegen die sie unterdrückende reaktionäre Bourgeoisie zu vergleichen“ (Lenin, Werke Band 19, Seite 56).

 

 

Die internationale Frage aber kann nur durch die sozialistische Weltrevolution gelöst werden, die sich ihrerseits auf den revolutionären, nationalen Befreiungskampf gegen den Weltimperialismus stützt.

Solange die Bourgeoisie und ihre Agenten in unseren Reihen “im Namen des Bolschewismus” gegen uns Bolschewisten zu Felde zu ziehen versuchen, werden wir ihre Schliche entlarven und ihnen solange aufs Haupt schlagen, bis wir sie endgültig besiegt haben. Verleumdungen des Bolschewismus brandmarken wir, anstatt sie zum Gegenstand der Diskussion zu machen. Keiner kann uns die Schuld in die Schuhe schieben, wenn andere den Bolschewismus verraten. Wir kämpfen also gegen jeden, der den Bolschewismus in Frage zu stellen oder gar zu entstellen versucht.



 

 

 



Die

Programmatik

des Weltbolschewismus

 

 

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Die Epoche des Imperialismus ist die Epoche des sterbenden Kapitalismus – zunächst in einem Land und sodann in der ganzen Welt, ist eine Epoche der höchsten Entfaltung der Klassenkämpfe in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Sowohl die imperialistischen Kriege als auch die Verwirklichung des Sozialismus in der Sowjetunion und Albanien beschleunigten und verkürzten den Gang der Weltgeschichte, die kapitalistische Weltordnung durch die sozialistische Weltordnung abzulösen.

Heute sind wir an einen Punkt angelangt, wo die Frage der Weltrevolution eine Frage ihrer praktischen Lösung geworden ist, wo die gesamte Welt vor der Entscheidungsschlacht steht: Sozialismus oder Barbarei. In der Geschichte des Klassenkampfes zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat gelang es den Proletariern zunächst durch den Sieg der Oktoberrevolution in Russland und den Sieg der antifaschistischen Revolution in Albanien, die Diktatur des Proletariats in einem einzelnen Land zu errichten. Damit wurde der gesetzmäßige Untergang der Weltbourgeoisie historisch eingeläutet, aber noch nicht gleich im ersten Schritt weltweit besiegelt. Die proletarische Weltrevolution konnte also noch nicht siegreich zu Ende geführt werden, weil es der Weltbourgeoisie vorübergehend gelang, den Sozialismus in einem einzelnen Land zu besiegen und die ihr dort entrissene Macht wieder zurückzuerobern und den Kapitalismus zu restaurieren. Ein einzelnes sozialistisches Land konnnte man also noch zetreten, aber die proletarische Weltrevolution wird die Weltbourgeoisie niemals zertreten können. Die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung kann man weder umwandeln noch aufheben. Die Gesetze der politischen Ökonomie, ob beim Kapitalismus oder beim Sozialismus sind objektive Gesetze, die die Gesetzmäßigkeit der sich unabhängig von unserem Willen vollziehenden Prozesse des ökonomischen Lebens widerspiegeln. Mit Hilfe des Marxismus-Leninismus ist das Weltproletariat in der Lage, den Gang der Ereignisse im ökonomischen Leben der Völker vorauszusehen, d.h., die Möglichkeit, die Leitung der Weltwirtschaft in die eigene Hand zu nehmen und tatsächlich in Gange zu bringen. Die Entwicklung zum Sozialismus ist also eine Wahrheit, die auf objektiven Gesetzen der Gesellschaftsentwicklung beruht. Der Sozialismus wird die Welt somit eines Tages – trotz gegenwärtiger und vergangener Niederlagen und Rückschläge - erobern, und keiner wird daran jemals etwas ändern. Wir können nicht vorhersagen, zu welchem genauen Zeitpunkt, aber wir wissen mit Sicherheit, dass das Weltproletariat den Weltsozialismus in eine historische Tatsache verwandeln wird, genauso wie die bereits bewiesene Tatsache der Schaffung des Sozialismus in einem einzelnen Land durch das Proletariat in der Sowjetunion und in Albanien.

Der Unterschied zwischen dem Weltproletariat einerseits und den anderen Klassen in der Welt, die jemals im Laufe der Geschichte Umwälzungen in den Produktionsverhältnissen vollzogen haben, andererseits, besteht darin, dass die Klasseninteressen des Weltproletariats mit den Interessen der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung verschmelzen, denn die proletarische Weltrevolution bedeutet nicht Abschaffung der einen oder anderen Form der Ausbeutung in dem einen oder anderen Land, sondern Abschaffung jeglicher Ausbeutung in allen Ländern der Welt, während die Revolutionen der anderen Klassen lediglich diese oder jene Form in diesem oder jenen Land abschafften und sich dabei auf den Rahmen ihrer eng-klassenmäßigen Interessen beschränkten, die im Widerspruch zu den Interessen der Mehrheit der Gesellschaft stehen.

Der Weltsozialismus schafft zukünftig eine völlig neue Klassenstruktur, deren Charakter mit der heutigen Struktur der Klassen in der kapitalistischen Welt nichts gemein hat. Es werden weltweit völlig neue Klassen entstehen, die aus der Überwindung der alten kapitalistischen Welt auf revolutionäre Weise hervorgehen, d. h. durch die konsequente Fortsetzung des Klassenkampfes unter den Bedingungen des Weltsozialismus.

Bereits der vorübergehende Sieg der Diktatur des Proletariats hatte ebenso vorübergehend eine völlig neue Klassenstruktur in der Geschichte der Menschheit hervorgebracht – die Klassenstruktur der sozialistischen Gesellschaft eines einzelnen Landes. Alle Ausbeuterklassen konnten im Sozialismus eines einzelnen Landes tatsächlich liquidiert werden. Geblieben waren die Arbeiterklasse, die Bauern und die Intelligenz. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem besaß die Produktionsmittel und – instrumente noch die Kapitalistenklasse, die die Proletarier ausbeutete. Doch in der sozialistischen Sowjetunion und im sozialistischen Albanien wurde die Kapitalistenklasse bekanntlich liquidiert, befanden sich die Produktionsmittel- und – instrumente in der Hand der Arbeiter, womit jede Möglichkeit der Ausbeutung der Arbeiterklasse ausgeschlossen wurde. Dort wurde das verwirklicht, was Karl Marx einst gelehrt hatte: Um sich zu befreien, muss das Proletariat die Klasse der Kapitalisten zerschmettern, den Kapitalisten die Produktionsmittel und – instrumente wegnehmen ind jene Produktionsverhältnisse vernichten, die das Proletariat erzeugen. Das Proletariat der Sowjetunion und Albaniens verwandelte sich in eine völlig neue Klasse, in eine sozialistische Arbeiterklasse, die das kapitalistische Wirtschaftssystem vernichtete, das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln und – instrumenten verankerte und die sozialistische Gesellschaft auf der Bahn des Kommunismus leitete.

Auch die Klasse der Bauern verwandelte sich durch den Sozialismus in eine neue Qualität. In der kapitalistischen Gesellschaft bilden die Bauern eine Klasse von Kleinproduzenten, gehören dem Kleinbürgertum an, das insegesamt die Tendenz aufweist, ins Proletariat abzusinken, weil die Existenzgrundlage des Kleinbürgertums durch den Kapitalismus Schritt für Schritt entzogen wird. Die Bauern werden ungestraft von Gutsbesitzern, von Agrarkapitalisten, ja in zunehmendem Maße von multinationalen Monopolen der Weltlandwirtschaft ausgebeutet. In der sozialistischen Gesellschaft entwickelte sich eine Bauernschaft, die von dieser Ausbeutung befreit war. Der Wirtschaft der Bauernschaft lag nicht mehr das Privateigentum zu Grunde, sondern das Kollektiveigentum, das sich auf der Basis der kollektiven Arbeit entwickelte.

Der Sozialismus brachte auch eine neue werktätige Intelligenz hervor wie sie zuvor auf dem Erdball nirgends zu finden war. Im Kapitalismus und auch schon in der vorkapitalistischen Zeit diente die Intelligenz den Reichen, ging vorwiegend aus den Klassen der Reichen hervor. In der sozialistischen Gesellschaft, in der es die Ausbeuterklassen nicht mehr gab, konnte die Intelligenz ihnen auch nicht mehr dienen. Sie dienten im Sozialismus der Arbeiterklasse, dem Volk, und ging auch überwiegend aus den neuen sozialistischen Klassen hervor.

In der neuen sozialistischen Klassenstruktur verwischten sich die kapitalistischen Grenzlinien zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft, ebenso wie die zwischen diesen Klassen und der Intelligenz, und die alte kapitalistische Klassenexklusivität verschwand. Charaktersitisches Merkmal der sozialistischen Klassenstruktur war die Tatsache, dass sich erstens der Abstand zwischen diesen sozialen Gruppen immer mehr verringerte und zweitens, dass sowohl die ökonomischen Gegensätze als auch die politischen Gegensätze zwischen diesen sozialen Gruppen fielen und sich immer mehr verwischten. Die sozialistische Klassenstruktur wies also sowohl Überreste der alten Klassenstruktur auf, als auch bereits Merkmale der kommenden klassenlosen Gesellschaft und kann mit Fug und Recht als eine Klassenstruktur bezeichnet werden, die den Übergang von der alten Klassengesellschaft zur neuen klassenlosen Gesellschaft darstellt – zunächst im nationalen Maßstab und sodann im internationalen Maßstab.

Durch die vorübergehende Niederlage des Sozialismus wurde diese neue sozialistische Klassenstruktur zwar wieder zerschlagen, aber sie hatte tiefe Spuren im Kapitalismus hinterlassen, sodass man heute nicht mehr einfach vom wiederhergestellten Kapitalismus und seiner klassischen Klassenstruktur im herkömmlichen Sinne sprechen kann. Der Sozialismus hat trotz alledem der post-sozialistischen Entwicklung des Kapitalismus seinen Stempel aufgedrückt. Zwar hat sich der Kapitalismus seinem Wesen nach nicht verändert, herrschen die gleichen Gesetze des Kapitalismus vor, bestehen wieder die alten ausgebeuteten und unterdrückten Klassen einerseits und die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen andererseits, aber diese Klassen haben eine Entwicklung durchgemacht. Heute haben sich die antagonistischen Klassenwidersprüche so sehr verschärft, wird die Ausbeutung und Unterdrückung weltweit auf die Spitze getrieben haben wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. In demselben Maße, wie sich die Weltbourgeoisie entwickelt hat, wie sich das internationale Monopol – und Finanzkapital entwickelt hat, in dem selben Maße hat sich auch ein großes Weltproletariat herausgebildet. In dem Maße wie die Weltbourgeoisie nationale Schranken niederreißt, um ihren Profit multinational zu erhöhen, in dem Maße vereinigen sich die Proletarier aller Länder auch immer enger und fester zu einem geschlossenen Weltproletariat. Die Globalisierung des Weltproletariats entspringt der Globalisierung der Weltbourgeoisie. Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr durch die von der Bourgeoisie geschaffenen Verhältnisse. Die Herrschaft des Proletariats in der Sowjetunion und Albanien haben den internationalen Klassenkampf auf ein höheres Niveau gehoben, haben der Entwicklung der proletarischen Weltrevolution große Impulse verliehen. Das revolutionäre Weltproletariat beschritt zum ersten Mal den Weg des zentralistisch organisierten Internationalismus. Die Vereinigten Aktionen des Weltproletariats und der Arbeiterklasse in der Sowjetunion und Albanien haben erste Bedingungen für die internationale Befreiung des Proletariats und damit für die Befreiung aller Völker geschaffen. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation(en) fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander. Das Weltproletariat hat sich zahlenmäßig nicht nur enorm vegrößert und über alle Länder der Welt ausgebreitet, sondern durch die Konzentration und Zentralisation des internationalen Finanzkapitals auch zusehends vereinigt. Die Komintern hat bewiesen, dass sich mit dem Anwachsen und der Vereinigung der weltproletarischen Klasse auch der weltproletarische Klassengeist , der proletarische Internationalismus, weiter entwickeln konnte. Das Bewusstsein des Weltproletariats wird durch die weltbolschewistische Partei und ihre Sektionen systematisch zum kommunistischen Bewusstsein entwickelt mit Hilfe der weltweiten Aneignung des Marxismus-Leninismus. Durch die organisierte Verbindung von der Wissenschaft des Weltproletariats mit der tatsächlichen Weltarbeiterbewegung, mit der Anwendung der Ideen des proletarischen Internationalismus in den international zentralisierten Klassenkämpfen schafft sich das Weltproletariat mit der führenden Rolle der bolschewistischen Weltpartei die erforderlichen subjektiven Voraussetzungen, in der proletarischen Weltrevolution zu siegen und ein Land nach dem anderen vom Kapitalismus zu befreien. Im Zuge der aufflammenden internationalen Klassenkämpfe der Proletarier aller Länder kann der Kapitalismus nirgends mehr so ungeschoren schalten und walten wie zuvor, sein Lack ist ab, denn der einst real existierende Sozialismus in der Sowjetunion und in Albanien hat tatsächlich seinen Sterberpozess verkürzt und beschleunigt, und zwar nicht nur in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion Lenins und Stalins sowie im Albanien Enver Hoxhas selbst , sondern darüber hinaus im Weltmaßstab. Der Weltkapitalismus befindet sich insgesamt in seiner tiefsten chronischen Weltkrise, aus der er sich nicht mehr so leicht wie vorher befreien kann. E s handelt sich also um eine Weltkrise, die nicht allein das vorübergehende Ende des Kapitalismus in diesem oder jenen Land ankündigt, sondern seinen endgültigen weltweiten Untergang.

Die Klassen der bürgerlichen Gesellschaft sind also nicht aufgehoben, sondern sie haben sich enorm polarisiert zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat. Die Globalisierung und Polarisierung der Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft, das sind die wichtigsten Merkmale der Klassenentwicklung in der heutigen internationalen bürgerlichen Gesellschaft. Die Weltbourgeoisie ist selbst das Produkt eines langen Sterbeprozesses, einer Reihe von weltweiten Krisenetappen in der Produktions- und Verkehrsweise. Jede Entwicklungsstufe der ökonomischen Weltkrise ist begleitet von entsprechenden politischen Weltkrisen. Die Krise des Weltimperialismus ist die Krise der Weltbourgeoisie und ihrer Herrschaft. In den zwei imperialistischen Weltkriegen rangen die imperialistischen Weltmächte um die Macht, jetzt kämpft der Weltimperialismus selbst ums Überleben und zieht die ganze Welt mit in seinen Untergang. Die Bourgeoisie kann immer weniger in dem Maße existieren, wie sie selber immer weniger in der Lage ist, die Produktionsmittel und – instrumente, die Produktionsverhältnisse, also sämtliche weltweite gesellschaftliche Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Diese fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnete die Bourgeois-epoche vor allen anderen aus. Diese Merkmale verwandelt die Weltbourgeoisie heute immer mehr in eine Grundlage für den Untergang ihrer eigenen Epoche. Die Imperialisten selbst werden mit ihren immer neuen Annexionen immer mehr Völker in den Kampf gegen den Imperialismus hineinziehen und damit die Basis der Weltrevolution erweitern.

Die allgemeine Krise des kapitalistischen Weltsystems begann in der Periode des ersten Weltkrieges, insbesondere deshalb, weil die Sowjetunion vom kapitalistischen System abgefallen war. Das war die erste Epoche der allgemeinen Krise. In der Periode des zweiten Weltkrieges entwickelte sich die zweite Etappe der algemeinen Krise, besonders als Albanien abgefallen war und in anderen Ländern das kapitalistische System ins Wanken gebracht wurde. Erst mit der Restauration des Kapitalismus konnte sich der Weltimperialismus relativ erholen, um sodann in seine tiefste, die gegenwärtige, Krise schlidderte. Die erste Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges, die zweite Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges und die dritte, also die gegenwärtige Periode, dürfen nicht als gesonderte, voneinander losgelöste, selbständige Krisen betrachtet werden, sondern als Entwicklungsetappen der allgemeinen Krise des kapitalistischen Weltsystems. Die allgemeine Krise des Weltkapitalismus war und ist weder eine politische noch eine ökonomische Krise. Sie ist eine allgemeine, das heißt eine allseitige Krise des kapitalistischen Weltsystems, die sowohl die Ökonomik als auch die Politik erfasst. Dadurch, dass die zersetzende Kraft des Sozialismus zur Zeit nicht mehr wirken kann, wird die Vertiefung der allseitigen Krise des kapitalistischen Weltsystems natürlich nicht aufgehoben oder vermindert. Sie wirkt eigengesetzlich fort, bis sie die revolutionären Kräfte auf den Plan heraufspült, die der Krise und damit dem kapitalistischen Weltsystem selbst ein Ende bereiten werden und zwar vollständiger und gründlicher als je zuvor.

Die Weltbourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet, aber damit nicht nur dem Kapitalismus in den einzelnen Ländern den Boden entzogen, sondern ist dabei, sich den eigenen Boden unter den Füßen wegzuziehen durch eine gigantische Weltüberproduktionskrise. Zwang sie alle Nationen, die Produktionsweise des internationalen Monopolkapitals anzunehmen, wenn sie nicht zu Grunde gehen wollten, so zwingt sie sich nun selber, diese Produktionsweise Stück für Stück zu zerstören dem Gesetz des Maximalprofits folgend.

In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet In den Krisen bricht eine weltweite gesellschaftliche Epedemie aus - die Epedemie der Überproduktion. Die Weltbourgeoisie kann die Weltkrise nicht mehr überwinden. Einerseits vernichtet sie eine Masse von Produktivkräften, andererseits vernichtet sie die Völker zwecks Eroberung neuer Märkte bzw. zwecks gründlicherer Ausbeutung alter Märkte. Dadurch bereitet sie nicht nur immer gewaltigere Krisen vor, sondern damiz schließlich ihren eigenen Untergang. Je mehr die Weltbourgeoisie die Waffwen gegen die Ausgebeuteten und Unterdrückten richtet, desto mehr richtet sie sie gegen sich selbst.

Der zyklische Charakter der kapitalistischen Entwicklung – Wachstum und Rückgang der Produktion – wird irgendwann nicht mehr seinen Fortgang nehmen können, seitdem sich der Weltmarkt aufspaltete und sich die Sphären immer mehr zu verengen begannen, in denen die übrig gebliebenen wichtigsten imperialistischen Länder die Weltressourcen ausbeuten konnten. Die Produktion konnte in diesen Ländern nur noch auf einer verengten Basis existieren, denn der Umfang der Produktion ging in diesen Ländern zurück. Das Ende der weltkapitalistischen Produktions und – Aneignungsweise ist nur noch eine Frage der Zeit.

Trat an die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit der allseitige weltweite Verkehr, eine internationale Abhängigkeit der Nationen voneinander, so tritt nunmehr eine Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit des Weltimperialismus gegenüber der gesamten Menschheit ein. Die weltweiten Erzeugnisse werden eines Tages Gemeineigentum aller Völker der Welt werden. Aus den proletarischen Totengräbern des Kapitalismus in dem einen oder anderen Land wird der internationale Totengräber des gesamten Weltkapitalismus. Das Weltproletariat wird nicht tatenlos zusehen, bis der Weltimperialismus alles – und sich selbst – ruiniert hat. Die Arbeiterklasse wird dieser Entwicklung zuvor kommen und nicht mit der Weltbourgeoisie untergehen, sondern wird sich zum Sturz der Weltbourgeoisie erheben. Das Weltproletariat darf daher keine einzige günstige Bedingung für die proletarische Machtergreifung versäumen, um die völlige Ruinierung der Welt zu verhindern. Die Ausgebeuteten und Unterdrückten von heute werden die Herrscher von morgen sein. Das Proletariat muss also die Initiative ergreifen und mit seiner Machtergreifung die Weltwirtschaft planmäßig und proportionell entwickeln anstelle des Gesetzes des internationalen Monopolkapitals, an die Stelle des Gesetzes der ruinierenden Konkurrenz und der Anarchie der Weltproduktion. Nur durch die strenge Beschränkung der internationalen Wirkungssphären des Wertgesetzes und dessen Rolle als Regulator der Weltproduktion kann die Unvermeidbarkeit der weltweit periodisch wiederkehrenden kapitalistischen Überproduktionskrisen überwunden werden. Das Wertgeetz kann nur beim Vorhandensein des Weltkapitalismus, beim Vorhandensein des Privateigentums an den weltweiten Produktionsmitteln, beim Vorhandensein von Konkurrenz, von Anarchie der Produktion und von Überproduktionskrisen der Regulator der Produktion sein. Die Wirkungssphäre des Wertgesetzes wird in der sozialistischen Weltwirtschaft durch das Vorhandensein des weltgesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln, durch das Wirken des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft beschränkt. Der Wert ist ebenso wie das Wertgesetz eine historische Kategorie, die mit dem Bestehen der Warenproduktion zusammenhängt. Verschwindet die Warenproduktion, so verschwinden auch der Wert mit seinen Formen und das Wertgesetz. Der Marxismus-Leninismus geht von der These aus, dass der Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus und das kommunistische Prinzip der Verteilung der Produkte nach den Bedürfnissen jedweden Warenaustausch ausschließen, folglich auch die Verwandlung von Produkt in Ware und damit zugleich seine Verwandlung in Wert.

In der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft wird die für die Herstellung der Erzeugnisse aufgewandte Arbeit nicht auf Umwege, nicht vermittels des Werts und seiner Formen gemessen werden, wie es bei der Warenproduktion der Fall war, sondern direkt und unmittelbar, durch die Menge der Zeit, durch die Zahl der Stunden, die die Herstellung der Erzeugnisse in Anspruch genommen hat. Was die Verteilung der Arbeit angeht, so wird die Verteilung der Arbeit zwischen den internationalen Produktionszweigen nicht durch das Wertgesetz reguliert werden, das dann nicht mehr in Kraft sein wird, sondern durch den wachsenden Bedarf der Weltgemeinschaft an Erzeugnissen. Das wird eine Welt sein, wo die Produktion durch den Bedarf der ganzen Weltbevölkerung reguliert werden wird und wo die Erfassung des Bedarfs der Weltbevölkerung für die internationalen Planungsorgane erstrangige Bedeutung gewinnen wird. Dann wird die Zeit des maximalen Profits, worum sich das ganze ökonomische Gesetz des Kapitalismus dreht, für immer der Vergangenheit angehören. Marx sagte:

 

 

Der direkte Zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht die Produktion der Waren, sondern des Mehrwerts, oder des Profits in seiner entwickelten Form; nicht des Produkts, sondern des Mehrprodukts. Die Arbeit selbst ist von diesem Standpunkt aus nur produktiv, soweit sie Profit oder Mehrprodukt für das Kapital schafft. Soweit der Arbeiter das nicht schafft, ist seine Arbeit unproduktiv. Die Masse der angewandten produktiven Arbeit hat für das Kapital also nur so weit Interesse, als durch sie – oder im Verhältnis zu ihr – die Masse der Mehrarbeit wächst. Es ist der beständige Zweck der kapitalistischen Produktion, mit dem Minimum von vorgeschossenem Kapital ein Maximum von Mehrwert oder Mehrprodukt zu erzeugen, und soweit dieses Resultat nicht durch Überarbeitung der Arbeiter erreicht wird, ist es eine Tendenz des Kapitals, wordurch es mit dem möglichst geringen Aufwand – Ersparung an Arbeitskraft und Kosten – ein gegebenes Produkt zu erschaffen sucht... Die Arbeiter selbst erscheinen in dieser Auffassung als das, was sie in der kapitalistischen Produktion sind – bloße Produktionsmittel; nicht als Selbstzweck und nicht als Zweck der Produktion ( siehe “Theorien über den Mehrwert, Bd. II, Teil 2).

 

 

Was die Konsumtion betrifft, so braucht der Kapitalismus sie nur so weit, wie sie dem Zweck genügt, Profit zu schaffen. Sieht man davon ab, so verliert die Frage der Konsumtion der Weltbevölkerung für den Kapitalismus jeden Sinn. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen verschwindet aus der Welt des Kapitalismus.

Zweck der sozialistischen Weltproduktion ist nicht der Profit, sondern alle Menschen der Welt mit ihren Bedürfnissen, d.h., die Befriedigung ihrer materiellen und kulturellen Bedürfnisse. Engels formulierte, nach dem Kapitalismus

 

tritt an die Stelle der gesellschaftlichen Produktionsanarchie eine gesellschaftlich-planmäßige Regelung der Produktion nach den Bedürfnissen der Gesamtheit wie jedes einzelnen; damit wird die kapitalistische Aneignungsweise, in der das Produkt zuerst den Produzenten, dann aber auch den Aneigner knechtet, ersetzt durch die in der Natur der modernen Produktionsmittel selbst begründete Aneignungsweise der Produkte: einerseits direkt gesellschaftliche Aneignung als Mittel zur Erhaltung und Erweiterung der Produktion, andererseits direkt individuelle Aneignung als Lebens- und Genussmittel” (Friedrich Engels “Anti-Dühring”).

 

 

Dann geht es nicht mehr um die Sicherung eines kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Weltbevölkerungsmehrheit, durch Unterjochung und systematische Ausplünderung der Völker aller Länder, insbesondere der kolonialen und neo-kolonialen Länder, und durch imperialistische Kriege und Militarisierung der Weltwirtschaft, die zur Sicherung von Höchstprofiten ausgenutzt werden.

Statt Sicherung von Maximalprofiten – Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Weltgesellschaft; statt krisenhafter Rückgang der Produktion mit Unterbrechungen zum Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Produktion; statt Zerstörung der Weltproduktivkräfte durch imperialistische Kriege und Überproduktionskrisen begleitet von periodischen Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik – ununterbrochene Vervollkommnung der Produktion auf der Basis der höheren Technik. Das Gesetz der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft kann sich nur in dem Fall voll auswirken, wenn es sich auf das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus stützt, das sowohl in einem einzelnen Land als auch im Weltmaßstab wirkt:

Zweck der sozialistischen Produktion ist die Sicherung maximaler Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der sozialistischen Weltgesellschaft; und das Mittel zur Erreichung dieses Zwecks ist ununterbrochenes Wachstum und ununterbrochene Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis einer höchsten Technik. Das ist das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus.

Was die Reproduktion anbelangt, so ging Karl Marx davon aus, dass seine Reproduktionstheorie auch für die sozialistische Produktion gültig sein kann. Es muss angemerkt werden, dass Karl Marx in der “Kritik des Gothaer Programms” bei der Analyse der Ökonomik des Sozialismus und der Übergangsperiode zum Kommunismus von den wichtigsten Sätzen seiner Reproduktionstheorie ausgeht, die er für die kommunistische Gesellschaft als abligatorisch ansah. Das gilt auch für Engels in seinem “Anti-Dühring”.

 

 

Für den Übergang zum Weltkommunismus müssen mindestens drei grundlegende Vorbedingungen erfüllt werden:

 

 

    1.

    Es ist erstens notwendig, ein stetes Wachstum der gesamten Weltproduktion bei bevorzugtem Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln zu sichern. Ein bevorzugtes Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln ist nicht nur deshalb notwendig, weil diese sowohl die Betriebe des einzelnen Landes als auch die Betriebe in allen anderen Ländern mit Ausrüstungen versorgen muss, sondern auch deshalb, weil sonst überhaupt keine erweiterte internationale Reproduktion stattfinden kann.

     

    2.

    Es ist zweitens notwendig, durch allmähliche Übergänge, die für die einzelne Kolchose in einem Land, für die Kolchosen aller Länder und folglich auch für die gesamte Weltbevölkerung vorteilhaft sein müssen, das Kolchoseigentum auf das Niveau des allgemeinenWelteigentums zu heben und die Warenzirkulation, gleichfalls im Wege allmählicher Übergänge, durch ein System des Produktenaustausches unter allen Ländern zu ersetzen, damit eine zentrale Weltbehörde oder irgendeine andere gesellschaftlich-ökonomische Weltzentrale die gesamten Erzeugnisse der Weltproduktion im Interesse der Weltbevölkerung erfassen und verteilen kann.

     

    3.

    Es ist drittens notwendig, ein so hohes kulturelles Wachstum der weltsozialistischen Gesellschaft zu erzielen, das allen Mitgliedern dieser Weltgemeinschaft die allseitige Entwicklung ihres gesamten physischen und geistigen Potentials sichert, damit die Mitglieder der sozialistischen Weltgemeinschaft eine Bildung erhalten können, die genügt, um sie aktive Teilnehmer der neuen gesellschaftlichen Weltentwicklung werden zu lassen und es ihnen zu ermöglichen, sich in freier Wahl für ein Tätigkeitsfeld zu entscheiden und nicht kraft der bestehenden Arbeitsteilung der verschiedenen Länder zeitlebens an ein bestimmtes Tätigkeitsfeld gebunden zu sein. Dazu müssen die einzelnen sozialistischen Länder genügend Freiraum und freie Zeit bekommen, um ihr kulturelles Wachstum weiter zu entwickeln. Das sind die Hauptbedingungen für die Vorbereitung des Übergangs zum Weltkommunismus. Erst nach Erfüllung aller dieser Bedingungen in ihrer Gesamtheit steht zu hoffen, dass die Arbeit in den Augen aller Mitglieder des Weltsozialismus aus einer Last “das erste Lebensbedürfnis” (Karl Marx) wird, dass die “Arbeit aus einer Last eine Lust” (Friedrich Engels) wird, dass das gesellschaftliche Eigentum von allen Mitgliedern der sozialistischen Weltgemeinschaft als unerschütterliche und unantastbare Existenzgrundlage der ganzen Menschheit betrachtet werden wird. Erst nach Erfüllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit wird man von der sozialistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung” zur kommunistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” übergehen können. Das wird der grundlegende Übergang sein von einer Öknomik des Weltsozialismus, zu einer anderen, höheren Ökonomik, zur Ökonomik des Weltkommunismus.

     

Was die Planung der Weltwirtschaft auf der Basis einer einheitlichen politischen Ökonomie des Weltsozialismus angeht, so kann sie nur bei Einhaltung zweier Bedingungen positive Resultate erzielen:

 

 

a)

 

wenn sie die Forderungen des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft richtig widerspiegelt,

 

 

b)

 

wenn sie in allem mit den Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus übereinstimmt.

 

 

Während die politische Ökonomie die Entwicklungsgesetze der Produktionsverhältnisse in der Welt untersucht, zieht die sozialistische Weltwirtschaftspolitik daraus praktische Schlüsse, konkretisiert sie und baut darauf ihre tägliche Arbeit auf. Gegenstand der politischen Ökonomie sind die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse der menschen in allen Ländern der Welt. Dazu gehören:

 

a)

 

die Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln;

 

b)

 

die sich aus ihnen ergebende Stellung der verschiedenen sozialen Gruppen in der Produktion und ihre Wechselbeziehungen oder, wie Marx sagt, die Art, wie sie “ihre Tätigkeit gegeneinander austauschen”;

 

c)

 

die voll und ganz von ihnen abhängenden Formen der Verteilung des Produkts. Das alles zusammen bildet den Gegenstand der politischen Weltökonomie. So wie der Weltkapitalismus nur ein ökonomisches Grundgesetz haben kann, so kann der Weltsozialismus auch nur ein ökonomisches Grundgesetz haben.

 

 

Was für die Übereinstimmung der Produktivkräfte mit den Produktionsverhältnissen in der Wirtschaft des einzelnen sozialistischen Landes gilt, trifft noch in ausgeprägterem Maße für die sozialistische Weltwirtschaft zu. Gab es im Sozialismus eines einzelnen Landes ein Zurückbleiben der Produktionsverhältnisse hinter dem Wachstum der Produktivkräfte – und die Produktivkräfte sind ja bekanntlich die beweglichsten und revolutionärsten Kräfte der Produktion -, so schreiten diese auch beim Weltsozialismus den Produktionsverhältnissen voraus. Erst nach einiger Zeit bilden sich weltweit die Produktionsverhältnisse so um, wie es dem Charakter der Produktivkräfte entspricht, gelangen wir zur vollkommenen Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse und des Charakters der Produktivkräfte. Die Rolle der neuen Produktionsverhältnisse in der Wirtschaft des Weltsozialismus ist nicht die Rolle eines Hemmschuhes, den es zu überwinden gilt durch immer mehr Steigerung der Produktivkräfte. Im Gegenteil, die neuen Produktionsverhältnisse sind in der Welt gerade die wichtigste und entscheidende Macht, die im Grunde bestimmend ist für die weitere und überdies machtvolle Entwicklung der Produktivkräfte, und ohne die die Produktivkräfte zum Dahinvegetieren verurteilt wären, wie das gegenwärtig in den kapitalistischen Ländern der Fall ist. Die Weltproduktivkräfte können sich erst entfalten, wenn die proletarische Weltrevolution gesiegt hat, wenn es gelungen ist, die alten, kapitalistischen Produktionsverhältnisse durch neue, sozialistische Produktionsverhältnisse zu ersetzen. Ohne diese Umwälzung in den Produktionsverhältnissen, in den ökonomischen Verhältnissen der Welt, würden die Weltproduktivkräfte im Weltsozialismus ebenso dahinvegetieren wie im Weltkapitalismus. Die neuen Produktionsverhältnisse können natürlich nicht ewig neu bleiben und bleiben es auch nicht. Sie beginnen zu altern, treten allmählich in einen Widerspruch zur weiteren Entwicklung der Produktivkräfte, sie beginnen die Rolle der Haupttriebkraftfeder der Produktivkräfte zu verlieren und verwandeln sich in ihren Hemmschuh. Dann treten an Stelle solcher schon alt gewordener Produktionsverhältnisse neue Produktionsverhältnisse zu Tage, deren Rolle darin besteht, die Haupttriebkraftfeder der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte zu sein. Diese Eigenart der Entwicklung der Produktionsverhältnisse von der Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte zur Rolle ihrer Haupttriebkraftfeder und von der Rolle der Haupttriebkraftfeder zur Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte ist eines der Hauptelemente der marxistiscghen, materialistischen Dialektik. Die Eigentumsfrage ist die Grundfrage der revolutionären Weltbewegung des Proletariats.

Beim Sozialismus kommt es gewöhnlich bei der Lösung der Widersprüche zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften nicht zu antagonistischen Gegensätzen und Klassenkonfliketen, weil es Möglichkeiten gibt, die zurückgebliebenen Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte in Übereinstimmung zu bringen. Es gibt ja im Sozialismus keine Ausbeuterklassen mehr, sondern lediglich Überreste, die versuchen, den Widerstand zu organisieren. Daher besteht die Aufgabe darin, diese Widersprüche aufzuheben zum Beispiel durch des Kolchoseigentums in Volkseigentum und des Volkseigentums wiederum in Welteigentum und durch die -gleichfalls allmählich zunehmende – Einführung des Produkenaustausches, der weltweit an die Stelle der Warenzirkulation treten muss. Die Gefahr der Restauration des Kapitalismus bleibt natürlich solange bestehen, wie es Klassen gibt, also wird der Klassenkampf ein notwendiges Instrument bleiben, um Konflikte zwischen zurückbleibenden Produktionsverhältnissen hinter dem Charakter der Produktivkräfte zu vermeiden bzw. zu überwinden. Die Ausnutzung der ökonomischen Gesetze hat in einer Klassengesellschaft immer und überall klassenmäßige Hintergründe, auch in der sozialistischen Weltwirtschaft, in der die Diktatur des Weltpoletariats herrscht. Als Bannerträger der ökonomischen Gesetze im Interesse der Weltgemeinschaft tritt das Weltproletariat auf als fortschrittlichste Klasse, währen die ablebenden Klassen, allen voran die Weltbourgeoisie, sich dem widersetzen. Der Klassenkampf unter den Bedingungen des Weltsozialismus ist an Ausmaß und Schärfe also nicht mit dem Klassenkampf in einem einzelnen sozialistischen Land zu vergleichen. Trotz der gesteigerten Heftigkeit des internationalen Klassenkampfes findet die Weltbourgeoisie in dessen Verlauf immer weniger Möglichkeiten und Regenerationsgebiete vor, von wo aus sie das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen kann – eben dann, wenn das Weltproletariat zu allem entschlossen und wachsam ist, seine Macht nicht wieder aus der Hand zu geben.

Sind im Laufe der Entwicklung der Klassenunterschiede im Weltmaßstab verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer anderen. Wenn das Weltproletariat im Kampf gegen die Weltbourgeoisie sich notwendig zur internationalen Klasse vereint, durch die Weltrevolution sich zu herrschenden Klasse auf der ganzen Erde macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse des Weltkapitalismus aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Welt mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Weltassoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden Erdenbewohners die Bedingung für die freie Entwicklung aller Erdenbewohner ist.



Wolfgang Eggers

 

 

Exekutivkomitee

der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten

 

2005



(Ende des gesamten Textes)



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