Schulungstext der Komintern-ML

Die Lehre des Marxismus – Leninismus

über die illegale Parteiorganisation und konspirative Tätigkeit

und wie man dabei die legalistischen, sektiererischen, versöhnlerischen und zentristischen Fehler vermeidet

von Wolfgang Eggers

6. Mai 2003




1. Einleitung

Wer ernsthaft daran geht, die bolschewistische Partei als Instrument der Arbeiterklasse zur Zerschlagung des Staatsapparates und zur Errichtung der Diktatur des Proletariats aufzubauen, muss von Anfang an legale und illegale Arbeit verbinden. Die bolschewistische Partei ist die höchste Form der geheimen Verbindungen der proletarischen Klassenorganisationen. Vom ersten Tag ihrer Existenz an ist die Partei (nicht nur!) in der ersten Periode der Form nach eine Verschwörerorganisation, wie Lenin sich eindeutig ausgedrückt hat.

Das heißt - Berufsrevolutionäre und einen illegalen Kern heranzubilden, die verdeckten Verbindungen zu schaffen usw. Das kann sie nicht, ohne an den Tageskämpfen der Massen teilzunehmen, und die einzelnen Maßnahmen in der Praxis zu überprüfen. Nur so kann sie die Aufgaben schrittweise erfüllen. Aber es wäre ein gefährlicher Irrtum zu glauben, diese Aufgaben könnten in der Führung der Massenkämpfe gleichsam „nebenbei“ erledigt werden, oder man könnte damit noch warten, weil man glaubt, die Lage im Griff zu haben bis auf den Tag X, wenn die Partei verboten wird. Die Bourgeoisie wird uns vorher kein Telegramm schicken. Was uns natürlich nicht davon abhält, täglich zu analysieren, wie sich die Bourgeoisie gegenüber ihren politischen Gegnern taktisch verhält - also nicht nur gegenüber uns Kommunisten.

Es handelt sich um die Schaffung eines komplizierten parallelen im Apparat, der per Schalthebel unter Einhaltung militärisch - proletarischer Disziplin in jeder Sekunde voll einsatzfähig zu sein hat. Um diesen mobilen Zustand zu erreichen, muss der illegale Apparat in der Praxis erprobt und eingefahren sein, sonst werden Komplikationen auftreten, die die Existenz der Partei gefährden. Es geht nicht um einen Art „Notstromaggregat“, sondern um einen dem Gegner überlegenen illegalen Kampfstab, OHNE DEN die sozialistische Revolution nicht zum Sieg geführt werden KANN, und das ist doch der Sinn und Zeck einer jeden bolschewistischen Kampfpartei. Die Geschichte lehrt, dass die meisten revolutionären Parteien auf die Illegalität gar nicht oder nur ungenügend vorbereitet waren, in die sie sich haben drängen lassen. Das hat stets zu Kopflosigkeit, Irritationen und Schwankungen geführt und hat nicht in wenigen Fällen sogar mit der Liquidation oder Entartung der Kampfpartei geendet. Wohlgemerkt ist dies nicht nur kleinen, schwachen Parteien so passiert. Stalin hat den Bolschewiki eine Hauptaufgabe gestellt, die sie mit dem Sieg der Oktoberrevolution meisterhaft erfüllt haben. Diese Hauptaufgabe haben wir Kommunisten heute nicht „irgendwie“ zu lösen, sondern nicht minder meisterhaft:

„Unsere Haupfaufgaben müssen sein: (...) 3. keine legalen Möglichkeiten verschmähen, denn keine Konterrevolution kann uns ernstlich in die Illegalität drängen.“ (Stalin, Band 3, Seite 113).

Das darf jeder Genosse gerne noch einmal lesen und in Ruhe darüber nachdenken:

„Keine legalen Möglichkeiten verschmähen, denn keine Konterrevolution kann uns ernstlich in die Illegalität drängen.“

Die illegale Arbeit der Partei ist also eine besondere Form, die Möglichkeiten der legalen Arbeit unter erschwerten Bedingungen auszuschöpfen. Änderungen der besonderen Formen aber beseitigen nicht dessen Inhalt, nicht dessen Unversöhnlichkeit des revolutionären Klassenkampfes. Dass dies funktioniert, das haben die Bolschewiki und die albanischen Kommunisten bewiesen, indem sie damit die Voraussetzungen für einen blühenden Sozialismus schufen. Das müssen wir uns stets vor Augen halten, bei allem was wir tun.

Der Kommunismus lässt sich nicht verbieten. Die Konterrevolution ist ohnmächtig gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung, die über die reaktionärsten Köpfe hinwegrollt. Die Weltrevolution kann man nicht in die Illegalität drängen, sie wird unaufhaltsam voranschreiten und alle Hindernisse wie Streichhölzer umknicken. Warum bekämpft uns der Klassenfeind denn? Weil er uns als ernsthafte Gefahr einschätzt, und das ist der beste Beweis dafür, dass unsere revolutionäre Arbeit die richtige Stoßrichtung hat. Die Kommunistische Partei mag gezwungen sein, die eine oder andere Taktik aufzugeben und durch eine andere zu ersetzen, sie mag zu den größten Opfern gezwungen werden, aber niemals wird sie - unter welchen Bedingungen des Kampfes auch immer - ihre Prinzipien aufgeben. Sie wird dem Parteiprogramm und den ideologisch-politischen Grundsätzen des Marxismus-Leninismus treu bleiben und auch in der schwierigsten Krise ihre revolutionäre Linie in die Tat umsetzen. Niemals dürfen die verschärften Bedingungen der Illegalität, der faschistischen Verfolgung, eine kommunistische Partei dazu bringen, ihre revolutionären Kampfmittel und - methoden aufzugeben und darauf zu verzichten, die Massen zur Revolution zu erziehen. Der revolutionäre Geist des Klassenkampfes darf niemals getrübt oder gar aufgegeben werden.

Niemals können noch so perfekte Überwachungsmaßnahmen der Bourgeoisie den Sieg der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Vorhutpartei in der sozialistischen Revolution verhindern. Das ist keine technische, das ist eine politische Frage. Doch solange es geht, müssen wir mit allen Mitteln - ohne prinzipienlos zu werden - für die Erhaltung der Legalität unserer Partei kämpfen. Und versucht es die Bourgeoisie auf die kalte Art, das heißt, Schritt für Schritt unsere legalen Möglichkeiten zu beschränken, so werden wir halt Schritt für Schritt unsere illegalen Möglichkeiten und Kampfmethoden erweitern und verbessern. Verbote und Verfolgungen werden uns nicht von unserem Ziel abbringen können, im Gegenteil wird das unsere Siegeszuversicht unseren revolutionären Willen und und die Entschlossenheit unseres Handelns nur noch weiter stärken.

Wir müssen zwei Dinge auseinanderhalten:

Die Konterrevolution versucht die Kommunistische Partei in die Illegalität zu drücken, um ihre Verbindung zu den Massen zu kappen und sie in der Isolation besser vernichten bzw. sie übernehmen, „legalisieren“ also für ihre Zwecke missbrauchen zu können, ihren guten Ruf unter den Massen auszunutzen, um die Massen irrezuleiten, zu betrügen, zu verraten und vom revolutionären Kampf abzuhalten bzw diese in für die Macht der Bourgeoisie ungefährliche Gewässer zu lotsen. Die Konterrevolution hat gelernt und es verstanden, Spalterorganisation einzusetzen gegen die Reorganisierung der wahren revolutionären Kräfte unter illegalen Bedingungen - also eine illegale Tarnorganisation der Konterrevolution zur Bekämpfung der illegalen bolschewistischen Organisation und ihrer Arbeit. Mit dieser Situation waren insbesondere diejenigen Genossen konfrontiert, die in sozialfaschistischen Ländern kämpften bzw. weiter kämpfen.

Das ist nicht zu verwechseln mit der konspirativen, illegalen Tätigkeit im Rahmen der revolutionären Angriffstaktik der Kommunistischen Partei. In diesem Fall ist der illegale Kampf eine Art „Kriegslist“ des Proletariats im Bürgerkrieg, ein notwendiger Bestandteil der Kriegsführung, der Manövrierfähigkeit des Proletariats zur Zerschlagung der Konterrevolution. Einmal geht es um den Schutz, um die Aufrechterhaltung des revolutionären Organismus, die Schaffung von Reserven, der Sicherung von illegalen Verbindungen und von Kontakten, der Organisierung des Schutzes durch die Massen, seine Verteidigungsmaßnahmen zur Abwehr von Schlägen der Bourgeoisie, also um die Schaffung von Voraussetzungen für die Reorganisierungsprozesse der Partei.

Die illegale Arbeit und Organisation hat also sowohl einen Angriffs - als auch einen Abwehrcharakter, wobei - je nach Ebbe und Flut der Revolution - der Schwerpunkt wechseln kann, eben in der Situation der Organisierung des Angriffes oder die Organisierung des Rückzuges. Das hängt von den jeweiligen Klassenkampfbedingungen ab und muss flexibel gehandhabt werden. In der Angriffsphase geht es um den illegalen Kampfstab der Partei, der den revolutionären Klassenkampf anführt unter der Diktatur der Bourgeoisie.

Beides hängt dialektisch zusammen, bedingt einander, aber man darf die Dinge nicht gleichsetzen oder vermischen. Illegal ist nicht gleich illegal, da gibt es große Unterschiede, Nuancen und Facetten. Je komplizierter der Klassenkampf ist, je differenzierter die Konterrevolution gegen unsere Organisationen vorgeht, desto ausgefeilter und schlagkräftiger muss auch unsere illegale Arbeit organisiert sein. In seiner Schrift „Enthüllungen über den Kommunisten-Prozess“ (1853, also vor genau 150 Jahren!!) drückte Engels das folgendermaßen aus:

„Seit der Niederlage der Revolution von 1848/49 verlor die proletarische Partei auf dem Kontinent, was sie während jener kurzen Epoche ausnahmslos besaß: Presse, Redefreiheit und Assoziationsrecht, das heißt die legalen Mittel der Parteiorganisation (...) Die proletarische Partei stand nach 1849 wie vor 1848 nur ein Weg offen - der Weg der geheimen Verbindung. Seit 1849 entstanden daher auf dem Kontinent eine ganze Reihe geheimer proletarischer Verbindungen, von der Polizei entdeckt, von den gerichten verdammt, von den Gefängnissen durchbrochen, von den Verhältnissen stets wieder neu hergestellt.

Ein Teil dieser geheimen Gesellschaften bezweckte direkt den Umsturz der bestehenden Staatsmacht.

Ein anderer Teil der geheimen Gesellschaften bezweckte die Parteibildung des Proletariats, ohne sich um die bestehenden Regierungen zu kümmern.“

Je bewusster das Weltproletariat jetzt kämpft, um so konterrevolutionärer wird die Weltbourgeoisie.

Es ist ihr Ernst damit, die marxistisch-leninistischen Parteien und ihren internationalen Zusammenschluss zu zerschmettern mit ihrem globalen Terror. Der internationale Klassenkampf gewinnt spürbar an Bedeutung und Schärfe. Die Weltrevolution lebt auf. Die Weltrevolutionäre rüsten sich, um dem konterrevolutionären Apparat der Weltbourgeoisie nicht nur mutig gegenüberzutreten und Widerstand zu leisten, sondern die internationale Konterrevolution eines Tages zu besiegen, zu zerschlagen und unschädlich zu machen. Das ist die große Lehre der Geschichte des „Sozialismus in einem Lande“: Das Weltproletariat muss den Sieg der Oktoberrevolution über die ganze Welt tragen. Das ist das Vermächtnis der Klassiker der Marxismus-Leninismus. Das ist der Kampfauftrag des internationalen Kommunismus.

Die marxistisch-leninistischen Parteien müssen jetzt enger zusammenrücken, und sich in illegalen Fragen gegenseitig unterstützen. Und ihre illegale Arbeit verbessern. Dazu braucht man Grundkenntnissse, die man sich aneignen muss. Da diese Zeilen auch von der Konterrevolution studiert werden, können hier nicht die Regeln der Konspiration offen gelehrt werden. Schulungen zur Konspiration müssen illegal organisiert werden. Worum es hier geht, ist eine Einführung in die grundlegenden Lehre des Marxismus-Leninismus zur Frage der Illegalität. Es gibt keine Patentrezepte; es gibt keine einzige illegale Regel, kein einziges konspiratives Verhalten - „für alle Situation“ und „alle Fälle“. Für jede besondere Situation und für jede Eventualität müssen immer wieder neue Formen, Mittel und Wege gefunden werden. Vieles kann nur mündlich geregelt werden. Es gibt aber einige Grundsätze, von denen hier welche aufgezählt werden:

„Um die reaktionäre Fessel der Illegalität zu durchschneiden, braucht man eine illegale Partei mit revolutionärer Taktik. Wer sich von der Illegalität lossagt, sagt sich von der marxistisch-leninistischen Partei und ihrer revolutionären Taktik los! “

„Ein Revolutionär ist nicht der, der revolutionär wird beim Ausbruch der Revolution, sondern der, der die Prinzipien und Losungen der Revolution unter härtesten illegalen Bedingungen verteidigt, wenn Faschismus, Reaktion und Krieg am schlimmsten wüten. Ein Revolutionär ist der, der die Massen gerade unter diesen erschwerten Bedingungen in Wort und Tat lehrt, auf revolutionäre Art für die Befreiung der Arbeiterklasse zu kämpfen.“

„Der Berufsrevolutionär wird niemals - auch nicht unter den schwierigsten illegalen Bedingungen in keinem Augenblick die Verbindung mit den Massen verlieren.“

„In der illegalen Arbeit darf man niemals Halbheiten dulden, denn sie werden hart bestraft durch die Konterrevolution!“

„Konspiration kann man nur lernen, wenn man sie täglich erprobt“.

„Jeder Genosse soll nur soviel wissen, wie es zur Erfüllung seines Auftrages notwendig ist.“

„So illegal wie nötig - so legal wie möglich!“

(Diese Regel stammt übrigens von Lenin, ebenso der Ausspruch:„Das Zuchthaus ist die Hochschule der Revolution!“) Und in keiner Kaderschulung der alten Komintern fehlte der leninsche Grundsatz:„Sich im Voraus die Hände binden, dem Feinde, der jetzt besser gewappnet ist als wir, offen zu sagen, ob und wann wir mit ihm Krieg führen werden, ist eine Dummheit.“

Lenin lehrt, das unter illegalen Bedingungen aus Gründen der Konspiration auch ein Außenstehender von den Kommunisten keinen „umfassenden Demokratismus“ erwarten kann:

„Was aber den Leser betrifft, der nicht in alle Parteiangelegenheiten eingeweiht ist, so besteht das einzige Mittel, ihm gegenüber unsere Pflicht zu erfüllen, darin, ihm nicht das zu erzählen, was vorhanden und was im Werden ist, sondern einen kleinen Teil von dem, was war und wovon zu erzählen erlaubt ist, da es bereits der Vergangenheit angehört“ (Lenin, Werke, Band 5, „Was tun?“, Seite 514/515).

Und um gleich zu Anfang den hohen Stellenwert der Konspiration hervorzuheben, den Lenin der bolschewistischen Partei beigemessen hat, sei hier aus seiner Schrift „Was tun?“ folgender Satz zitiert:

„Konspiration ist eine so unumgängliche Vorbedingung für eine solche Organisation, dass alle anderen Bedingungen ( die Zahl der Mitglieder, ihre Auslese, ihre Funktionen usw.) ihr angepasst werden müssen ( Lenin, Werke Band 5, Seite 493).

Worin besteht die ganze Kunst der konspirativen Organisation? Diese Frage beantwortet Lenin wie folgt:

„Die ganze Kunst der konspirativen Arbeit muss darin bestehen, ALLE UND ALLES auszunutzen, `allen und jedem Arbeit zu geben`, gleichzeitig aber die Führung der gesamten Bewegung in der Hand zu behalten, und zwar selbstverständlich nicht kraft der Machtbefugnisse, sondern kraft des Ansehens, kraft der Energie, der größeren Erfahrung, der größeren Vielseitigkeit, der größeren Begabung“ (Lenin, Werke, Band 6, „Brief an einen Genossen über unsere organisatorischen Aufgaben“, Seite 234).

Die Klassiker haben ein großes Erbe ihrer illegalen und konspirativen Kampferfahrungen hinterlassen und Meisterwerke der illegalen Theorie und Taktik geschaffen, die wir gewissenhaft studieren und auf die heutige Zeit richtig anwenden müssen. Eine in die Illegalität gedrängte Partei, die in der Beherrschung der illegalen Theorie und Taktik nicht meisterhaft vorbereitet ist, ist genötigt umherzuirren, wie Stalin sagt, verliert die Zuversicht, wieder aus der Illegalität herauszukommen, ist nicht fähig, sdie Arbeiterklasse in schwierigsten Situationen vorwärtszuführen zur sozialistischen Revolution. Hier kann nur Grundwissen vermittelt werden. Es reicht nicht aus irgendwelche Bücher und Romane über den illegalen Kampf zu lesen ( wie: „Die Krähe ist ein Frühlingsvogel“), es reicht nicht aus, konspirative Regeln auswendig zu lernen oder die Verschlüsselungstechnik des Internets zu erlernen, aber alles das trägt dazu bei, unser Wissen ständig zu bereichern, um selber in der Lage zu sein, uns in der jeweiligen illegalen Situation zu orientieren, den inneren Zusammenhang der konterrevolutionären Taktik und die Aktivitäten unseres Klassengegners zu verstehen, den Gang der Ereignisse vorauszusehen. Wir müssen nicht nur erkennen, wie und wohin sich der gegenwärtige illegale Kampf entwickelt, sondern auch wie und wohin sich die illegale Arbeit zukünftig entwickeln muss und zwar nicht nur im Rahmen der eigenen Partei, sondern darüber hinaus im internationalen Maßstab durch die gemeinsame Dachorganisation aller marxistisch-leninistischen Parteien, die Komintern-ML, die es dringend aufzubauen gilt. Denn die Theorie und Taktik der Illegalität und Konspiration meistern heisst, gemeinsam mitzuhelfen, die neuen Erfahrungen der revolutionären Weltbewegung zu verallgemeinern und zu bereichern, sie weiterzuentwickelbn und fortzusetzen. Die Leitsätze der Konspiration und der Illegalität sind kein Dogma, sondern eine Anleitung zum revolutionären Handeln für das revolutionäre Weltproletariat.

Wenn wir hier etwas über Illegalität und konspirative Arbeit lernen, dann lernen wir das von den Genossen, die für die kommunistische Partei große Opfer gebracht haben, dann lernen wir von wahren Helden der Völker, von den unzähligen Kämpfern für die revolutionäre Sache des Proletariats, dann lernen wir in großer Verpflichtung und Dankbarkeit gegenüber denjenigen, dann lernen wir auch für die Vollendung des Sieges ihres Kampfes, denn unser Kampf ist die Fortsetzung ihres Kampfes, den auch unsere nächste Generation fortsetzen wird, bis das große Werk des Weltkommunismus Wirklichkeit geworden ist.

Es waren die Klassiker selber, die von den Revolutionären vergangener Generationen gelernt und ihnen eifrig nachgestrebt sind, um die Traditionen hochzuhalten. So schrieb Stalin über August Bebel:

„August Bebel, der Führer der deutschen Arbeiter:

Am Ende der 70er Jahre und in den achtziger Jahren wird die Partei vor neue Prüfungen gestellt. Alarmiert durch das Anwachsen der Sozialdemokratie, erlässt die deutsche Regierung „Ausnahmegesetze gegen die Sozialisten“, löst die Partei - und Gewerkschaftsorganisationen auf, unterdrückt alle sozialdemokratischen Zeitungen ohne Ausnhame, hebt die Freiheit der Versammlungen und Vereine auf und zwingt die gestern noch legale sozialdemokratische Partei in die Illegalität. Mit all diesen Maßnahmen wollte die Regierung die Sozialdemokratie zu erfolglosen, verderblichen handlungen provozieren, sie demoralisieren und zugrunde richten. Besondere Szandhaftigkeit und beispiellose Voraussicht waren notwendig, um nicht den Kopf zu verlieren, um zur rechten zeit die Taktik zu ändern und sich richtig den neuen Verhältnissen anzupassen. Viele Sozialdemokraten gaben den Provokationen nach und verfielen in Anarchismus. Andere verflachten völlig und sanken bis zu den Liberalen gerab. Bebel jedoch stanf unentwegt auf dem Posten, munterte die einen auf, mäßigte den unklugen Feuereifer der anderen, entlarvte die Phrasendrescherei der dritten und steuerte die Partei geschickt auf dem richtigen Weg immer vorwärts, nur vorwärts. Zehn Jahre später musste die Regierung der wachsenden Kraft der Arbeiterbewegung nachgeben und die „Ausnahmegesetze“ aufheben. Die Linie Bebels hatte sich als einzig richtige erwiesen.“ (Stalin Werke, Band 2; Seite 185/186).

Niemals in der Geschichte ist die eine Klasse der anderen ohne Widerstand und Gewalt gewichen, stets mussten die Ketten der Knechtung gewaltsam gesprengt werden, musste der Aufstand illegal und konspirativ vorbereitet werden. Illegalität und Konspiration ist keine Erfindung der Kommunisten, sondern diese haben die historischen Erfahrungen in der gesamten Entwicklung der Klassengesellschaft ausgewertet und verallgemeinert, also nicht nur daus der eigenen kommunistischen Geschichte der Illegalität und konspirativen Methodik Lehren gezogen. So entwickelten die Christen ihre illegalen Methoden unter der Verfolgung der römischen Kaiser, die damit endete, dass sich der römische Kaiser zum Oberhaupt der Kirche machte. Mit der Legalisierung der Kirche hatte das römische Sklavenhalterreich eine viel größere Kontrollmacht über seine Gegner. Nicht anders ist es bei der Bourgeoisie heute.

Vermittels der Revisionisten gelang es der Bourgeosie, sich des Sozialismus zu bemächtigen und ihn als bürgerlichen Sozialismus zur getarnten Ausbeutung und Unterdrückung umzufunktionieren, sondern auch als Bollwerk gegen die Zurückeroberung des proletarischen Sozialismus durch eine erneute sozialistische Revolution zum Sturz des bürgerlichen Sozialismus. Die illegalen und konspirativen Kampfformen werden ja nicht nur von der revolutionären Klasse, sondern auch von der konterrevolutionären Klasse angewandt, die man als Kommunist natürlich studieren muss, und von denen man auch gerne lernen darf, um sie um so besser bekämpfen zu können.



2. Die Lösung der Frage der illegalen Arbeit ist Aufgabe der Proletarier aller Länder, ist eine internationale Aufgabe

Die Traditionen der gesamten vorausgegangenen marxistisch-leninistischen Bewegung unter Führung des Genossen Enver Hoxha verlangen, dass die Marxisten-Leninisten jetzt alle ihre Kräfte konzentrieren auf die Organisierung der marxistisch-leninistischen Parteien, auf die Festigung der Einheit, Geschlossenheit und Disziplin ihrer Genossen und auf die Entwicklung der konspirativen Technik. Wenn wir uns auf die eigenen Kräfte stützen, uns in der Welt gegenseitig solidarisch helfen, und uns von den fünf Klassikern Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha leiten lassen, sind wir unbesiegbar - auch und gerade gegenüber einen überlegenen Feind, der subversiv gegen uns arbeitet. Was wir brauchen, ist die Koordinierung unserer konspirativen Arbeit in den einzelnen Ländern durch eine einzige, vereinigte Dachorganisation - die Komintern-ML. Es ist bereits einiges an theoretischer Arbeit getan worden für eine klare Generallinie als Richtschnur, und wir haben ein brauchbares Programm - wenn auch aus dem Jahre 1928, so leben wir immer noch in der Epoche, für die es geschrieben wurde - in der Epoche der proletarischen Weltrevolution. Was uns fehlt, ist eine unseren heutigen internationalen Verhältnissen und Bedingungen angepasste Organisierung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in Abgrenzung von den Neo-Revisionisten. Jetzt handelt es sich um die Lösung der praktischen Fragen der Organisierung. Diese Lösungen können weder von Einzelnen, weder von Gruppen, weder von einer einzelnen marxistisch-leninistischen Partei gegeben werden, sondern nur von der gemeinsamen, koordinierten Tätigkeit aller Marxisten-Leninisten in der Welt. Dafür ist ein weltweites Zentralorgan erforderlich, dass mit allen Marxisten-Leninisten in der Welt verbunden ist und dazu beiträgt, als internationaler Agitator, Propagandist und Organisator die marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu vereinheitlichen und zu stärken. Dies ist unmöglich, wenn es nicht gelingt, zu allen internationalen Fragen der revolutionären Politik einheitlich Stellung zu nehmen. Ohne diese Voraussetzung wird es uns nicht gelingen, eine internationale Kampfpartei zuschaffen, die sich aus den Sektionen der einzelnen Länder zusammensetzt und vereinigt Aktionen dirchführt und damit dem Klassengegner Schläge versetzt. Die Verbesserung der internationalen revolutionären Organisation und Disziplin, eine Vervollkommnung der konspirativen Technik auf internationalem, vervollkommneten und höchsten Niveau ist dringend erforderlich. Die nationale Isoliertheit und Abkapselung muss überwunden werden. Nur die internationale Vereinigung aller marxistisch-leninistischen Kräfte zu einer Dachorganisation wird es ermöglichen, die Prinzipien der internationalen revolutionären Arbeitsteilung und der Kräfteersparnis systematisch durchzuführen und wahre Weltrevolutionäre hervorzubringen. Anders kann die Weltbourgeoisie nicht geschlagen werden und darauf müssen sich heute alle Kräfte konzentrieren. Wenn es das Ziel der Weltbourgeoisie ist, die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt voneinander zu trennen, zu isolieren, um sie einzeln besser zerstreuen zu können, dann müssen wir im Gegenzug unsere gemeinsame internationale Organisierung schaffen. Ohne diese Notwendigkeit UNVERZÜGLICH in die Tat umzusetzen, ist an einen Sieg über die internationale Konterrevolution heutzutage überhaupt nicht zu denken. Nur eine marxistisch-leninistische Weltorganisation kann auf den Gang der weltpolitischen Ereignisse heute wesentlichen Einfluss ausüben, und es sind heute eben gerade die weltpolitischen Ereignisse, die alle marxistisch-leninistischen Kräfte in der Welt gleichermaßen berühren und ihr politisches Handeln beeinflussen. Das muss allen Marxisten-Leninisten in der Welt 100% klar sein. Die einzelne marxistisch-leninistische Partei ist heute gegenüber der internationalen Konterrevolution machtlos. Dem weltrevolutionären Werk der Proletarier aller Länder gewachsen sind die marxistisch-leninistischen Parteien heute nur, wenn sie sich zu einer internationalen revolutionären Kampfgemeinschaft zusammenschließen - das heißt, sich nicht nur national sondern auch parallel unbedingt international organisieren. Ohne diesen intrnationalen Zusammenschluss aller zur Verfügung stehenden revolutionären Kräfte kann die Beschränktheit der Tätigkeit der Revolutionäre in den einzelnen Ländern ebensowenig überwunden werden, wie der Mangel ihrer Unterstützung durch die Weltgemeinschaft der Marxisten-Leninisten. Jede Forderung, jede Losung, jeder Kampf in einem jeden Land, wo Marxisten-Leninisten organisiert sind, muss unbedingt in einen Zusammenhang mit den internationalen Forderungen, den internationalen Losungen, den internationalen Kämpfen gestellt werden. Bestehen zwischen den marxistisch-leninistischen Parteien straffe Verbindungen, dann kann jeder Streik, jede politische Demonstration, jede kommunistische Aktion in einen Schlag gegen die Weltbourgeoisie verwandelt werden. Der entscheidende Kampf ist für uns alle gemeinsam der Kampf für die Weltrevolution. Wir müssen die INTERNATIONALE Festung nehmen, wenn wir den historischen Sieg des Sozialismus in einem Lande zu Ende führen und sichern wollen. Und wir werden diese globale Festung einnehmen, wenn wir unsere Kräfte in allen Ländern zu einer internationalen Kraft verschmelzen zu einer marxistisch-leninistischen Weltpartei des Weltproletariats zu der alles hinstreben wird, was an Marxisten-Leninisten in der Welt lebendig und ehrlich ist. Das große, mächtige Weltproletariat wird seinen muskulösen Weltarm erheben, und das von Soldatenbajonetten gestützte Joch der weltimperialistischen Despotie wird im Staub zerfallen!

Auch die besondere Frage der Illegalität ist nicht national beschränkt, sondern eine Frage, die vom ganzen Weltproletariat, also international gelöst werden muss. Proletarier aller Länder vereinigt euch im Kampf gegen die internationale Konterrevolution - das ist ohne Bewältigung der globalen Organisierung illegaler Arbeit undenkbar.

Der illegale Kampf ist ein schwerer nationaler, aber auch gleichzeitig ein internationaler Kampf, der großen Einsatz und Opferbereitschaft abverlangt und eine Herausforderung an den Internationalismus des Weltproletariats darstellt. Internationale Solidarität und Unterstützung für die in der Illegalität kämpfenden Klassenbrüder - das ist eine große Verpflichtung und enorme organisatorische Aufgabe. Die Komintern-ML wird dringend wieder eine „Internationale Arbeiterhilfe“ (IAH) brauchen, wie sie damals am 12. September 1921 ins Leben gerufen wurde. Die Unterstützung einer illegal kämpfenden Partei muss systematisch und zentral organisiert sein, wenn sie tatsächlich helfen soll. Wie sollen sich die marxistisch-leninistischen Parteien systematisch und wirkungsvoll im illegalen Kampf gegeneitig unterstützen, wenn sie sich nicht in einer einheitlichen Dachorganisation zusammengeschlossen haben? Die Parteien mit illegalen Kampferfahrungen müssen ihrerseits ihre Erfahrungen an die anderen Parteien weitergeben. Wie sollen sie allein –jeder für sich - mit der internationalen Konterrevolution fertigwerden? Der internationalen Strategie der Konterrevolution gegen den Kommunismus, muss die weltrevolutionäre Strategie der vereinigten marxistisch-leninistischen Parteien entgegengesetzt werden, sonst wird der Kampf jeder marxistisch-leninistischen Partei früher oder später eine Niederlage erleiden. Es erübrigt sich von selbst, dass die zentrale Dachorganisation mindestens genauso gut auf die Illegalität vorbereitet sein muss, wie jede Sektion auch - wenn nicht noch sorgfältiger. Der Neo-Revisionismus ist heute in seiner Gefahr für uns Marxisten-Leninisten und den Schutz unserer revolutionären Organisationen nicht geringer einzuschätzen wie seinerzeit die Gefahr des modernen Revisionismus. Die Neo-Revisionisten sind heute die größte Gefahr für die internationale Organisierung der Kommunisten. Die Neo-Revisionisten wollen die Einheit der Kräfte der Desorganisierung und der Desintegration des internationalen Kommunismus., wollen die einzelnen Marxisten-Leninisten isolieren, um sie besser bekämpfen zu können, und sie haben sich zu diesem Zweck gegen uns zusammengeschlossen. Sie wissen, dass es schwerer für die Marxisten-Leninisten ist, illegal zu kämpfen, wenn sie dies international isoliert tun müssen. Die Neo-Revisionisten versuchen zu verhindern, dass sich die Marxisten-Leninisten in der Welt gemeinsam im illegalen Kampf rüsten und sich dabei gegenseitig unterstützen. Beispiele wie Indonesien beweisen, dass wir uns gemeinsam schützen und unserer Einheit zum gegenseitigen Schutz verwirklichen müssen. Die Erfahrungen des illegalen Kampfes sind nicht nur für die Marxisten-Leninisten des betroffenen Landes wertvoll, sondern für die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt. Dies gilt ganz besonders für die bitteren Lehren aus den Fehlern und Versäumnissen der illegalen Arbeit und Organisation, wofür die Geschichte der KP Indonesiens ein mahnendes Beispiel ist: fast eine halbe Millionen Kommunisten, Revolutionäre und fortschrittliche Menschen wurden mit Unterstützung des amerikanischen Imperialismus ermordet. Die Ereignisse in Indonesien sind also keine isolierte Erscheinung. Sie sind ein Glied einer Kette, sind Bestandteile des Angriffs der internationalen Reaktion gegen die kommunistische Bewegung und den revolutionären Befreiungskampf der Völker. Sie stehen im Zusammenhang mit der aggressiven Tätigkeit des amerikanischen Imperialismus in Vietnam und anderswo, mit der blutigen Einmischung der Imperialisten in der ganzen Welt. Deshalb müssen sich die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt mit dem illegalen Kampf ernstlich befassen, ihn sorgfältig analysieren, die notwendigen Lehren ziehen und praktische Maßnahmen einleiten. Lenin formulierte, was der Arbeiterklasse aller Länder not tut:

„Nicht die anarchistische Phrase von der Revolution, sondern ständige, ernste, angestrengte, beharrliche, systematische Arbeit, um allerorts illegale Organisationen unter den Arbeitern zu schaffen, um freie, d.h. illegale Literatur zu verbreiten, um eine Bewegung der Massen gegen die eigenen Regierungen vorzubereiten. Das ist, was der Arbeiterklasse aller Länder not tut!“ (Lenin, Werke, Band 22, Seite 129).



In seinen „Thesen über die Hauptaufgaben des zweiten Kongresses der Kommunistischen Internationale“ vom 4. Juli 1920 heisst es bei Lenin in seiner 12. These:

„Für alle Länder, sogar für die freiesten, `legalsten` und `friedlichsten` in dem Sinne, dass sich dort der Klassenkampf weniger scharf äußert, ist die Zeit gekommen, da die systematische Verbindung von legaler und illegaler Arbeit, von legaler und illegaler Organisation für jede kommunistische Partei eine unbedingte Notwendigkeit ist.

Denn auch in den aufgeklärtesten und freiesten Ländern mit der `stabilsten` bürgerlich-demokratischen Ordnung nehmen die Regierungen entgegen ihren verlogenen und heuchlerischen Erklärungen bereits systematisch ihre Zuflucht zur Aufstellung von geheimen Listen der Kommunisten, zu endlosen Verletzungen ihrer eigenen Verfassung, um die Weißgardisten und die Ermordung von Kommunksten in allen Ländern halboffiziell oder insgeheim zu unterstützen, zur geheimen Vorbereitung von Verhaftungen der Kommunisten, zur Einschleusung von Provokateuren in die Reihen der Kommunisten usw. usf. Nur reaktionärstes Spießertum, in wie schöne `demokratische` und pazifistische Phrasen es sich auch hüllen mag, kann diese Tatsache oder die unerlässliche Schlussfolgerung daraus bestreiten, dass alle legalen kommunistischen Parteien unverzüglich illegale Organisationen schaffen müssen, um systematisch illegale Arbeit zu leisten und sich gründlich auf den Augenblick vorzubereiten, in dem die Verfolgungen durch die Bourgeoisie einsetzen. Besonders notwendig ist die illegale Arbeit in Heer, Flotte und Polizei; denn nach dem großen imperialistischen Gemetzel haben alle Regierungen der Welt vor dem Volksheer Angst bekommen, das den Bauern und Arbeitern offensteht, und sind insgeheim dazu übergegangen, auf alle mögliche Weise gesiebte Truppenteile aufzustellen, die sich speziell aus der Bourgeoisie rekrutieren und speziell mit besonders vervollkommneten Waffen ausgerüstet sind.

Andererseits ist es in ausnahmslos allen Fällen notwendig, sich nicht auf illegale Arbeit zu beschränken, sondern auch legale Arbeit zu leisten, zu diesem Zweck alle Schwierigkeiten zu überwinden, legale Presseorgane und legale Organisationen unter den verschiedenartigsten und, wenn nötig, häufig wechselnden Namen zu gründen. So arbeiten die illegalen, kommunistischen Parteien in Finnland, in Ungarn, teilweise in Deutschland, in Polen, in Lettland usw. So müssen die `Industriearbeiter der Welt` (IWW) in Amerika arbeiten, so werden alle jetzt legalen kommunistischen Parteien arbeiten müssen, wenn es den Staatsanwälten einfallen sollte, auf Grund der Beschlüsse der Kongresse der Kommunistischen Internationale usw. Verfolgungen einzuleiten.

Die unbedingte, prinzipielle Notwendigkeit, illegale und legale Arbeit zu verbinden, wird nicht nur durch die Gesamtheit der Besonderheiten der gegenwärtigen Periode am Vorabend der proletarischen Diktatur bestimmt, sondern auch durch die Notwendigkeit, der Bourgeoisie zu beweisen, dass es kein Arbeitsgebiet, kein Tätigkeitsfeld gibt noch geben kann, dass sich die Kommunisten nicht erobern; vor allem aber dadurch, dass es überall noch breite Schichten des proletariats und noch breitere Schichten unter den nichtproletarischen werktätigen und ausgebeuteten Massen gibt, die zu der bürgerlich-demokratischen Legalität noch Vertrauen haben, das zu zerstören für uns am wichtigtsen ist.“



Und in den „Bedingungen für die Aufnahme in die Kommunistische Internationale“ heißt es bei Lenin unter Punkt 3:

„In allen Ländern, wo die Kommunisten infolge des Belagerungszustandes oder von Ausnahmegesetzen nicht die Möglichkeit haben, ihre gesamte Arbeit legal zu leisten, ist es unbedingt notwendig, die legale mit der illegalen Tätigkeit zu verbinden. Der Klassenkampf in fast allen Ländern Europas und Amerikas tritt in die Phase des Bürgerkriegs ein. Unter diesen Umständen können die Kommunisten kein Vertrauen zur bürgerlichen Rechtsordnung haben. Sie sind verpflichtet, überall einen parallelen illegalen Apparat zu schaffen, der im entscheidenden Augenblick der Partei helfen soll, ihre Pflicht gegenüber der Revolution zu erfüllen.“

Die Komintern hat zur Illegalität auf dem III Kongress Beschlüsse ausgearbeitet, um in jedem Land konspirative kommunistische Zentren einzurichten, die mit der Komintern in Verbindung standen. Eine Schlüsselrolle nahm die Gründung des Westeuropäischen Büros ein. 1929 wurde Dimitroff als Leiter dieses illegalen Büros eingesetzt. Was es bedeutet, wenn in den illegalen Zentralen der Komintern und der Sektionen Leute eingesetzt werden, die später alle und alles verrieten, so müssen daraus für die Zukunft ernste Lehren gezogen werden. Beispielsweise ließ der Verräter Herbert Wehner, der mit Dimitroff Kontakt hatte, als zentraler Leiter der Illegalenarbeit der KPD viele revolutionäre deutsche Parteiführer liquidieren - nicht von den Faschisten, sondern von den Geheimdiensten der Sowjetunion -, indem er sie dort als angebliche Parteifeinde deklarierte. Ulbricht und Pieck gehörten zu denjenigen Verrätern, die systematisch unter dem „Schutz“ der Illegalität die Parteiführung an sich rissen und die revolutionären Genossen um Ernst Thälmann -der von den Faschisten verhaftet und später ermordet wurde, nachdem er von den Rechten in der Komintern angegriffen , aber von Stalin in Schutz genommen wurde - ausschalteten und ihren revisionistischen Kurs zur Macht verhalfen. Alle diese Wahrheiten kommen heute ans Tageslicht mit jeder Archivtür, die sich eine nach der anderen öffnet. Das Trojanische Pferd Dimitroffs war gegen die internationalen Kommunisten gerichtet und nicht gegen die Bourgeoisie, wie es vorgegaukelt wurde. Das muss man erst einmal alles richtig begreifen.

Unser marxistisch-leninistisches Bewusstsein, der Vortrupp der Arbeiterklasse zu sein, offenbart sich angesichts dieser historischen Ereignisse gerade darin, dass wir nicht nur die Notwendigkeit erkennen, sondern es auch praktisch verstehen, uns erneut zu ORGANISIEREN gegen die Bourgeoisie einschließlich ihres Einflusses sowohl in der marxistisch-leninistischen Bewegung, als auch ganz allgemein in der Arbeiterbewegung. Und indem wir Marxisten-Leninisten uns als Vortrupp organisieren, schaffen wir uns damit auch einen einheitlichen Willen. Und dieser Wille wird so stark werden, dass er allmählich zum Willen der ganzen Klasse wird. Der Mittler zwischen Partei und Klasse aber ist die Schicht derer, die unserer revolutionären Linie zustimmen, die Schicht der Helfer und Sympathisanten (breiter als die Partei, aber enger als die Klasse). Lassen wir Lenin sprechen von der Parteiorganisation, wie er sie in Russland schuf und wie sie so oder ähnlich in allen Ländern der Welt wieder prinzipiell zu schaffen ist - wenn auch in den verschiedenen Ländern das Verhältnis der Partei zur Klasse unterschiedlich ist je nach den historischen und anderen Bedingungen:





3. Der Aufbau der illegalen Organisation

(Lenin, Werke, Band 18, Seite 450-452)

1. Die Ergebnisse der Arbeiterbewegung und der Arbeit der Partei im Jahre 1912 zusammenfassend, stellt die Beratung fest:

Die einsetzende neue Welle revolutionärer Massenaktionen hat voll und ganz die Richtigkeit der früheren Beschlüsse der SDAPR (und insbesondere der Januarkonferenz 1912) in der Frage des Parteiaufbaus bestätigt. Der Verlauf des Streikkampfes im Jahre 1912, die sozialdemokratische Wahlkampagne bei den Wahlen zur IV. Duma, der Verlauf der Versicherungskampagne usw. haben unzweifelhaft gezeigt, dass in der gegenwärtigen Epoche die illegale Partei als Summe von Parteizellen, die von einem Netz legaler und halblegaler Arbeitervereinigungen umgeben sind, der einzig richtige Typ des Organisationsaufbaus ist.

2. Unbedingt erforderlich ist die Anpassung der Organisationsformen des illegalen Aufbaus an die örtlichen Bedingungen. Vielfältige Formen zur Tarnung der illegalen Zellen und ein möglichst elastisches Vorgehen bei der Anpassung der Arbeitsformen an die örtlichen Bedingungen und Lebensverhältnisse sind das Unterpfand für die Lebensfähigkeit einer illegalen Organisation.

3. Die wichtigste unmittelbare Aufgabe auf dem Gebiet des Organisationsaufbaus besteht gegenwärtig darin, in allen Fabriken und Werken nur auf Parteibasis gebildete illegale Betriebskomitees zu schaffen, die sich aus den aktivsten Arbeitern zusammensetzen. Der gewaltige Aufschwung der Arbeiterbewegung schafft die Bedingungen, unter denen es an den weitaus meisten Orten möglich wird, wieder Betriebsparteikomitees zu schaffen und die bestehenden Komitees auszubauen.

4. Die Beratung weist darauf hin, dass jetzt durchaus die Notwendigkeit herangereift ist, aus den verstreuten, örtlichen Gruppen in jedem Zentrum eine leitende Organisation zu schaffen.

Als Typ einer Stadtorganisation hat sich zum Beispiel in Petersburg das leitende Stadtkomitee herausgebildet, das mittels einer Kombination des Prinzips der Wählbarkeit durch die Bezirkszellen und des Prinzips der Kooptation gebildet wurde. Ein solcher Organisationstyp ermöglicht es, zwischen dem leitenden Organ und den unteren Zellen die engste und unmittelbarste Verbindung herzustellen und gestattet es zugleich, ein zahlenmäßig begrenztes, bewegliches und höchst konspiratives Exekutivorgan zu schaffen, das berechtigt ist, jederzeit im Namen der ganzen Organisation aufzutreten. Die Beratung empfiehlt diesen Typ, angepasst an die örtlichen Bedingungen und Lebensverhältnisse, auch für die anderen Zentren der Arbeiterbewegung.

5. Um eine enge Verbindung zwischen den Lokalorganisationen und dem ZK herzustellen und um die Parteiarbeit anzuleiten und zu vereinigen, erachtet es die Beratung für dringlich erforderlich, in den Hauptbezirken der Arbeiterbewegung regionale Zentren zu schaffen.

6. Als eine der wichtigsten praktischen Aufgaben zur Herstellung einer ständigen Verbindung zwischen dem ZK und den lokalen sozialdemokratischen Gruppen sowie zur Schaffung elastischer Formen der Anleitung der örtlichen Arbeit in den großen Zentren der Arbeiterbewegung wird empfohlen, das System der Vertrauenspersonen einzuführen. Die Vertrauenspersonen sollen sich aus den örtlichen Arbeiterführern rekrutieren. Nur die fortgeschrittenen Arbeiter können mit ihren eignen Kräften den zentralen Apparat der Partei in den einzelnen Orten wie auch in ganz Russland festigen und stärken.

7. Die Beratung spricht den Wunsch aus, dass das ZK möglichst oft Beratungen mit den örtlichen Parteifunktionären organisiert, die auf den verschiedenen Gebieten der sozialdemokratischen Arbeit tätig sind.

8. Die Beratung erinnert an die wiederholten Beschlüsse der Partei, die darauf hinweisen, dass eine Arbeiterpartei nur durch regelmäßige Mitgliedsbeiträge und Sammlungen der Arbeiter existieren kann. Ohne solche Sammlungen ist besonders unter den gegenwärtigen Bedingungen die Existenz auch nur der bescheidensten zentralen (örtlichen und gesamtrussischen) Parteiinstitution absolut unmöglich.

9. (wird nicht veröffentlicht).



Was die Struktur und Zusammensetzung der Partei selbst betrifft, so war Lenin der Auffassung, dass die Partei aus zwei Teilen bestehen muss:

a) aus einem engen Kreis ständig leitender Kader - das heißt Parteiarbeiter, dem hauptsächlich Berufsrevolutionäre angehören sollten, das heißt Parteiarbeiter, die von allen anderen Arbeiten außer der Parteiarbeit befreit sind, die über das nötige Mindestmaß theoretischer Kenntnisse, politische Erfahrung, organisatorischer Fertigkeit und über ein Mindestmaß der Kunst verfügen, den Kampf gegen die zaristische Polizei zu führen, die Kunst, sich vor der Polizei zu verbergen und

b) aus einem weitverzweigten Netz von Peripherie-Parteiorganisationen, aus einer zahlreichen Masse von Parteimitgliedern, die von der Sympathie Hunderttausender von Werktätigen umgeben sind und von ihnen unterstützt werden.“ ( Geschichte der KPdSU (B), Seite 43 f.)





4. Einiges über die Praxis der illegalen Arbeit

Es zeigt sich in der Praxis immer wieder, dass die illegalen Strukturen Lücken aufweisen, Lücken, die der Gegner in den eigenen Reihen dazu nutzen konnte, um die Revolutionäre aus dem Weg zu räumen und sich selber an die Spitze der Partei zu setzen, um sie zu zerschlagen oder besser noch, sie in den Dienst der Bourgeoisie zu stellen und als konterrevolutionäres Instrument zu missbrauchen gegen die Partei und ihre besten, treuesten Kämpfer. Hierfür gibt es in der Geschichte mehrere Beispiele. Was lernen wir daraus?

Unsere illegalen Schutzmaßnahmen dürfen sich nicht nur auf die Abwehr des äußeren Feindes beschränken, sondern müssen nicht minder, ja noch in größerem Umfang und konsequenter gegen den INNEREN Feind gerichtet sein. Besonders, wenn es die Partei versäumt, schon in legalen Zeiten, die Partei zu bolschewisieren, das heißt, die Opportunisten aus der Partei hinauszusäubern, dann haben diese in illegalen Zeiten besonders leichtes Spiel, mit der Konterrevolution gegen die treuen und aufrechten Parteimitglieder zusammenzuarbeiten.

Ferner:

Je größer die physischen Verluste durch den konterrevolutionären Terror zu verzeichnen sind, je mehr von den besten Genossen ermordet oder in Gefängnissen festgehalten werden, desto schwerer wird es, die Lücken auszufüllen und wieder zu schließen. Leitungen müssen ständig ausgetauscht und erneuert werden, ins Ausland verlegt oder für gewisse Zeit aus dem Schussfeld gezogen, Quartiere ständig gewechselt, Instrukteure eingesetzt und Kuriere gefunden werden. Unerfahrenere Genossen müssen unvorbereitet verantwortungsvolle Leitungsposten besetzen, die natürlich gegenüber den geschickt operierenden Opportunisten und Parteifeinden, deren Zahl sich logischerweise NICHT dezimiert, nicht stark genug behaupten können, geschweige sie unter illegalen Bedingungen - also ohne Handhabung des Statuts und des demokratischen Zentralismus- aus der Partei hinauszusäubern. Wann ist aber die Beseitigung von Parteifeinden eine größere Notwendigkeit als in der Illegalität, wo man mehr als sonst auf Vertrauen unter den Genossen bauen muss, das beizeiten anerzogen und durch gemeinsame Arbeit allmählich aufgebaut werden muss. Gerade in Hinblick auf die Illegalität ist es von besonderer Bedeutung, dass jede Zelle, jeder Genosse sich persönlich voll verantwortlich fühlt für die Durchführung der Beschlüsse und Direktiven, für die Politik und das Programm der Partei. Das Prinzip der Partei, sich durch Säuberung zu stärken trifft vor allem in der Illegalität zu und muss konsequent angewendet werden, um den illegalen Parteiorganismus von innen zu schützen.

Effektiv ist es, sich möglichst schnell von den alten Organisationsstrukturen zu lösen, illegale Organisationstrukturen zu bilden und kleinere, unabhängig voneinander wirkende, lose Kampfverbände von nicht mehr als 3 - 5 Genossen aufzubauen, die notfalls auch ohne auf Befehle von oben warten zu müssen, mobil und aktiv selbständig arbeiten bis die Kontakte zwischen Leitungen und Grundeinheiten wieder hergestellt sind. Intakte Einheiten übernehmen die Arbeit der zerstörten Einheiten und schaffen neue zentralisierte Strukturen, wenn die alten Strukturen abgebrochen oder zerstört sind. Dass die Partei durch ihre Verbindungen lebt, das trifft besonders auf die Ilegalität zu.

Ein spezieller Instrukteur- und Kurierapparat muss illegal aufgebaut und aufrechterhalten werden - auch über die Grenzen hinweg zu Auslandsorganisationen und im Ausland lebender Illegaler.

Unter den politischen Gefangenen und zu ihnen müssen spezielle Kontakte aufgebaut und aufrechterhalten werden, um nach Möglichkeit Informationen verschlüsselt oder verklausuliert in und aus den Gefängnissen zu bringen, und die Genossen auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten - nicht voreilig, denn es ist damit zu rechnen, dass sie anfangs stark überwacht werden.

Die illegalen Kampfmethoden sind also eine scharfe Waffe des revolutionären Klassenkampfes. Illegales Verhalten setzt ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Disziplin voraus und strengste Einhaltung des Zentralismus, aber auch eigenverantwortliches Handeln, wenn der Kontakt zur Zentrale abgebrochen ist . In solchen schwierigsten Situationen die Partei, ihre Einheit zu gefährden oder durch Leichtsinn und Unachtsamkeit das Leben der Genossen aufs Spiel zu setzen, wäre nicht nur unverzeihlich, sondern auch gewissenlos.

„In Augenblicken der Krise wird Kopflosigkeit zum Verbrechen an der Partei, das öffentliche Sühne herausfordert.“ ( Das sind die Worte von Karl Marx ! (Nachwort zu: Enthüllungen über den Kommunisten-Prozess zu Köln, Band 8, Seite 575).

Der Klassengegner nutzt jeden Fehltritt, jede Schwäche gnadenlos zum Schaden der Revolution aus. Wenn wir den bis auf die Zähne bewaffneten Staatsapparat zerschlagen und den eng gestrickten Netzen der Bourgeoisie entkommen wollen, dann muss unser proletarischer illegaler Apparat, der mit tausenden von Fäden mit der Arbeiterklasse und dem ganzen Volk verbunden ist und sich auf einen höchsten Grad des Bewusstseins der Kommunisten und Arbeitermassen stützt hundertmal dem bürgerlichen Unterdrückungsapparat überlegen sein.

Man kann der Bourgeoisie nicht ernsthaft die Pläne des bewaffneten Aufstandes vorher ankündigen. Dieser Zeitpunkt ist nicht einmal der Parteibasis bekannt. Diese Entscheidung muss strengstens von der Parteispitze geheimgehalten werden bis zum Tag X. Gerade der Verrat in den eigenen Reihen hat jede reelle Chance für den bewaffneten Aufstand zunichte gemacht. Dafür gibt es zahlreiche historische Beispiele. Lehrreich ist die illegale Vorbereitung des Oktoberaufstands durch die Bolschewiki.

Kräfte der Partei erhalten, Reserven anlegen, im richtigen Augenblick zuschlagen zu können, bzw, die zur Verfügung stehen, wenn der Sieg errungen und Kräfte gebraucht werden, um die Kontereevolution niederzuhalten.

Darauf achten, sich die Unterstützung der Massen zu versichern.

Die marxistisch-leninistische Partei kann Niederlagen erleiden, sie kann von eindringenden Parteifeinden angegriffen, aber nicht liquidiert oder zerstört werden, wenn sie am Marxismus-Leninismus eisern festhält. Die Frage des illegalen Aufbaus der Partei ist auch eine Frage der sozialen Zusammensetzung der Partei. Eine illegale Partei kann nicht aufgebaut werden, wenn die Arbeiter in der Partei nicht die Führung haben. Keine andere Klasse ist in der Lage, sich wirklich revolutionär zu organisieren. Nur die Arbeiterklasse bringt die Fähigkeit auf, sich eine revolutionäre Führung zu schaffen, die unter den extremsten Bedingungen der Illegalität den Kampf für die sozialistische Revolution fortsetzt und siegreich zu Ende führt.

Daran, wie gut die Partei illegal tatsächlich funktioniert, lassen sich auch Rückschlüsse auf ihren ideologisch-politischen Zustand ziehen. Und umgekehrt ist die ideologische Ausrichtung Grundvoraussetzung für die Bolschewisierung der Partei, das heisst nicht zuletzt den Schutz vor der Zerschlagung durch die Bourgeoisie, die Entwaffnung der Vorhut der proletarischen Revolution durch die Zerschlagung bzw. lansame Zersetzung, Versumpfung der illegalen Organisationsstrukturen. Wie soll die revolutuionäre Partei die revolutionären Massen führen, wenn die Konterrevolution die illegalen Strukturen zerstört hat. Die Verankerung in den Massen ist die Grundvoraussetzung für den illegalen Parteiaufbau. Wenn diese Verbindung zu den Massen vernachlässigt wird, setzt man die Partei dem Sektiertum aus.

Die Verwendung von Tarnschriften, Tarnmaterial für Agitation und Propaganda, der Einsatz einer legalen Sklavensprache, die mündlichen konsprirativen Treffen und Verabredungen usw. all das gehört zu der täglichen Kleinarbeit, über deren Organisierung Lenin sehr viel Nützliches niedergeschrieben hat als er Ende1897 in der Verbannung war:

„Die verstärkten Verfolgungen haben bisher nur eine zweitweilige Schwächung einzelner Funktionen des `Kampfbundes`, einen zeitweiligen Mangel an Vertrauenspersonen und Agitatoren hervorrufen können. Gerade dieser Mangel macht sich jetzt fühlbar und veranlasst uns, an alle klassenbewussten Arbeiter und an alle Intellektuelle zu appellieren, die gewillt sind, ihre Kräfte in den Dienst der revolutionären Sache zu stellen. Der `Kampfbund` braucht Vertrauenspersonen. Mögen alle Zirkel und alle Einzelpersonen, die auf irgendeinem Gebiet der revolutionären Tätigkeit, und sei es im kleinsten Rahmen, arbeiten wollen, hiervon solchen Leuten Mitteilung machen, die Verbindung mit dem „Kampfbund“ haben. (Sollte es einer Gruppe nicht gelingen, solche Leute ausfindig zu machen - was höchst unwahrscheinlich ist -, so kann sie die Vermittlung des „Auslandsbundes Russischer Sozialdemokraten“ in Anspruch nehmen).

Es werden Helfer für die verschiedensten Aufgaben gebraucht, und je mehr sich die Revolutionäre in den einzelnen Funktionen der revolutionären Arbeit spezialisieren, je besser sie sich die konspirativen Methoden und die Tarnung ihrer Arbeit überlegen, je selbstloser sie sich der unscheinbaren, untergeordneten Kleinarbeit hingeben - desto weniger wird die ganze Arbeit gefährdet sein, desto schwerer wird es den Gendarmen und Spionen fallen, den Revolutionären auf die Spur zu kommen. Die Regierung hat vorsorglich nicht nur die bestehenden, sondern auch die möglichen, die wahrscheinlichen Herde regierungsfeindlicher Elemente mit ihrem Agentennetz umstrickt. Die Regierung bemüht sich, die Tätigkeit ihrer Schergen, die auf Revolutionäre Jagd machen,, immer mehr in die Breite und in die Tiefe zu entwickeln. Sie erfindet neue Methoden, setzt neue Lockspitzel ein, sucht durch Einschüchterung, falsche Aussagen, gefälschte Unterschriften, Unterschiebung gefälschter Schriftstücke und dergleichen Mittel mehr die Verhafteten unter Druck zu setzen. Ohne Verstärkung und Entwicklung der revolutionären Disziplin, Organisation und Konspiration kann man nicht gegen die Regierung kämpfen. Konspiration aber erfordert vor allem, dass sich die einzelnen Zirkel und Personen bei der Arbeit auf einzelne Funktionen spezialisieren und dass die ZUSAMMENFASSENDE Tätigkeit einer ÄUSSERST beschränkten Zahl von Mitgliedern des ZENTRALEN KERNS des `Kampfbundes` überlassen wird.

Unendlich mannigfaltig sind die einzelnen Funktionen der revolutionären Arbeit:

Gebraucht werden legale Agitatoren, die unter den Arbeitern so zu reden verstehen, dass sie hierfür UNMÖGLICH gerichtlich belangt werden können, die es verstehen, nur A zu sagen und es den anderen überlassen, B und C zu sagen.

Gebraucht werden Verteiler für Literatur und Flugblätter.

Gebraucht werden ferner Organisatoren von Arbeiterzirkeln und - gruppen.

Gebraucht werden Korrespondenten in allen Fabriken und Werken, die Nachrichten über alle Vorkommnisse liefern. Gebraucht werden Leute, die Spione und Lockspitzel überwachen.

Gebraucht werden Leute für die Weitergabe von Literatur, die Übermittlung von Aufträgen, die Herstellung der verschiedenen Verbindungen.

Gebraucht werden Leute, die Geldmittel sammeln.

Gebraucht werden Vertrauenspersonen unter der Intelligenz und der Beamtenschaft, die mit den Arbeitern, dem Fabrikleben, den Verwaltungsstellen (mit der Polizei, der Fabrikinspektion usw.) in Berührung kommen.

Gebraucht werden Leute für die Verbindung mit den verschiedensten Städten Russlands und anderer Länder.

Gebraucht werden Leute für die Organisierung verschiedener Verfahren zur mechanischen Vervielfältigung aller Arten von Druckschriften.

Gebraucht werden Leute zur Aufbewahrung von Literatur und anderen Dingen usw. usf. (!)

Je detaillierter, je kleiner die Aufgabe ist, die eine einzelne Person oder Gruppe übernimmt, desto größer sind die Chancen, dass es ihr gelingt, diese Sache gut durchdacht zu organisieren und weitgehend vor dem Auffliegen zu bewahren, alle konspirativen Einzelheiten zu erörtern, alle möglichen Methoden anzuwenden, um die Wachsamkeit der Gendarmen zu täuschen und sie irrezuführen, desto sicherer ist der Erfolg der Sache, desto schwerer fällt es der Polizei und den Gendarmen, einen Revolutionär zu bespitzeln und seine Verbindung mit der Organisation aufzuspüren, desto leichter wird die revolutionäre Partei ausgefallene Vertrauenspersonen und Mitglieder ohne Schaden für die Sache durch andere ersetzen können.

Wir wissen, eine solche Spezialisierung ist außerordentlich schwierig, schwierig deshalb, weil sie vom Einzelnen GRÖSSTE Ausdauer, und Selbstlosigkeit verlangt, weil sie den Einsatz aller Kräfte für eine unscheinbare, einförmige Arbeit erfordert, die den Revolutionär des Umgangs mit den Genossen beraubt und sein ganzes Leben einem genauen und strengen Reglement unterwirft. Aber nur unter solchen Bedingungen konnten die Koryphäen der revolutionären Praxis in Russland, die viele Jahre für die allseitige Vorbereitung der Sache verwandten, die großartigsten Unternehmungen verwirklichen, und wir sind fest überzeugt, dass die Sozialdemokraten nicht weniger Selbstlosigkeit an den Tag legen werden als die Revolutionäre der vorangegangenen Generationen.

Wir wissen auch, dass bei dem von uns vorgeschlagenen System die Vorbereitungsperiode, in der der `Kampfbund` über die ihre Dienste anbietenden einzelnen Leute oder Gruppen die entsprechenden Erkundigungen einholt und ihre Fähigkeiten für einzelne Aufträge prüft, für viele Leute, die darauf brennen, alle Kräfte in der revolutionären Arbeit einzusetzen, sehr schwer sein wird. Aber ohne eine solche probezeit ist im heutigen Russland eine revolutionäre Betätigung NICHT möglich.

Wenn wir unseren neuen Genossen ein solches System für ihre Betätigung vorschlagen, dann sprechen wir nur die Grundsätze aus, zu denen uns langjährige Erfahrungen geführt haben, und sind fest davon überzeugt, dass der revolutionären Arbeit bei diesem System der größte Erfolg GARANTIERT ist“ ( Lenin Werke, Band 2, „Die Aufgaben der russischen Sozialdemokraten“, Seite 351- 354).

Was die Spitzelabwehr anbelangt, machte der Genosse Lenin folgende kritische Bemerkung:

„Wir müssen den Arbeitern einschärfen, dass die Tötung von Spitzeln, Provokateuren und Verrätern zwar manchmal eine unbedingte Notwendigkeit sein kann, dass es jedoch äußerst unerwünscht und falsch wäre, daraus ein System zu machen; wir müssen bemüht sein, eine Organisation zu schaffen, die fähig ist, Spitzel dadurch unschädlich zu machen, dass man sie entlarvt und verfolgt. Ausrotten kann man die Spitzel nicht, wohl aber kann und muss man eine Organisation schaffen, welche die Spitzel auskundschaftet und die Arbeitermasse erzieht.“ (Lenin, Werke, Band 6, „Brief an einen Genossen über unserer organisatorische Aufgaben“, Seite 237).

Lenin differenzierte auch den Grad der Konspiration je nach Art der Gefährlichkeit der Parteiaufgaben:

„Was ferner den konspirativen Charakter und das organisatorische Gefüge der verschiedenen Zirkel anbelangt, so wird das von der Art ihrer Funktionen abhängen; dementsprechend wird es hier die verschiedenartigsten Organisationen geben ( von den `strengsten` , engen, in sich abgeschlossenen bis zu den `freiesten` , breiten, offenen, lose organisierten). Für die Gruppe der Austräger z.B. ist größte Konspiration und militärische Disziplin erforderlich. Für die Gruppe der Propagandisten ist Konspiration ebenfalls erforderlich, militärische Disziplin aber in weit geringerem Maße. Für die Gruppe von Arbeitern, die legale Druckschriften lesen oder Aussprachen über berufliche Nöte und Wünsche veranstalten, ist noch weniger Konspiration erforderlich usw. Die Gruppe der Austräger müssen der SDAPR angehören und eine gewisse Anzahl von Mitgliedern und Funktionären der Partei kennen. Eine Gruppe, welche die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Berufszweigen studiert und entsprechende gewerkschaftliche Forderungen ausarbeitet, muss nicht unbedingt der SDAPR angehören. Eine Gruppe von Studenten, Offizieren oder Angestellten, die sich unter Teilnahme von einem oder zwei Parteimitgliedern mit Selbstbildung befasst, darf manchmal sogar überhaupt nicht von deren Zugehörigkeit zur Partei wissen usw.

In einer Beziehung aber müssen wir unbedingt maximale Organisiertheit der Arbeit in allen diesen Untergruppen verlangen, und zwar:

Jedes Parteimitglied, das daran teilnimmt, ist für die Durchführung der Arbeit in diesen Gruppen formell verantwortlich und verpflichtet, alle Maßnahmen zu treffen, damit die Zusammensetzung einer jeden solchen Gruppe, das gesamte Getriebe ihrer Arbeit und der ganze Inhalt dieser Arbeit dem ZK und dem ZO möglichst offen vor Augen liegen. Das ist notwendig, damit erstens die Zentralstelle ein vollständiges Bild von der gesamten Bewegung hat, damit sie zweitens aus einem möglichst großen Personenkreis eine Auswahl zur Besetzung verschiedener Parteifunktionen treffen kann, damit drittens (durch Vermittlung der Zentralstelle) alle ähnlichen Gruppen in ganz Russland an dem Beispiel einer Gruppe lernen können und 4. schließlich, damit das Eindringen von Lockspitzeln und zweifelhaften Elementen verhindert wird - mit einem Wort, das ist unbedingt und in allen Fällen dringend notwendig.“ ( ebenda, Seite 239-240).

Als Quintessenz kommt Lenin zu dem abschließenden Ergebnis:

„Unter der Selbstherrschaft kann es bei uns kein anderes Mittel und kein anderes Werkzeug der Parteiöfentlichkeit geben als die regelmäßige Information der zentralen Parteistelle.“ (ebenda, Seite 244).





5. Lehren der Albaner - Aufbau der illegalen Parteiorganisation mit der Waffe in der Hand

Es ist tatsächlich so wie es Genosse Enver Hoxha auf dem 7. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens feststellte:

„...die Organisierung des illegalen Kampfes ist die größte Gewähr für den sicheren Sieg. (...) Wird er nicht organisiert, richtet die große Schlagkraft der bürgerlichen Diktatur in dem Augenblick, in dem sie es für angebracht hält, Verheerungen an und löscht jeden Widerstand des Proletariats und seiner Vorhut aus.“ (Enver Hoxha, Bericht auf dem 7. Parteitag, Seite 253).

Die Erfahrungen der Partei der Arbeit Albaniens, die in tiefster Illegalität gegründet wurde und während der ganzen Zeit des nationalen Befreiungskampfes ganz und gar illegal arbeitete und es doch verstand, sich eng mit den Volksmassen zu verbinden, widerlegt alle legalistischen Vorstellungen der Revisionisten und Opportunisten über die legalen Formen der Tätigkeit als den einzigen, über die man sich mit den Massen verbinden kann. Eines der wichtigsten Mittel, die sie anwandte, um sich mit den Massen zu verbinden, war die mündliche und schriftliche Agitation und Propaganda. Das Zentralkomitee richtete sich laufend mit Aufrufen und Flugblättern, die illegal gedruckt und verteilt wurden, an das ganze albanische Volk oder gezielt an die Arbeiter oder Bauern, Soldaten, Frauen oder Jugendlichen. Die Zeitung spielte eine wichtige Rolle als kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator. Unter allen Formen der Agitation und Propaganda nahm die mündliche Agitation, die persönlichen Gespräche, die Gespräche in kleinen Gruppen, auf Versammlungen der Arbeiter, der Bauern, der Soldaten, Frauen und Jugendlichen den größten Platz ein. Die Kommunisten gingen überall hin, wo die Massen waren. Dazu nutzten sie weitgehend jede alte und neue Bekanntschaft, die Nationalfeiertage, die Volksfeste, die Hochzeiten, die Markttage, verwandschaftliche Beziehungen, vor allem der Gespräche am Arbeitsplatz. Auch illegale, bewaffnete Kampfaktionen, die dem Klassenfeind empfindliche Hiebe versetzen, die Nadelstichtaktik des Partisanenkampfes und Sabotageakte machten bei den Massen Eindruck und weckten die Sympathien für die Kommunisten im Kampf gegen den verhassten Klassenfeind, weckten das Vertrauen des albanischen Volkes, und es gewährte den Kommunisten Deckung und illegalen Schutz und gab ihnen finanzielle und materielle Hilfen.

Die marxistisch-leninistischen Parteien, die täglich stärker mit der Realität der brutalen bürgerlichen und revisionistischen Unterdrückung konfrontiert sind und auf den Barrikaden des Klassenkampfes mutig an der Spitze der werktätigen Massen stehen, vervollkommnen immer mehr die Formen und Methoden des Kampfes in der Aktion. Dabei betrachten sie die illegale Arbeit als hauptsächliche und wirksamste Form der Aktion der Partei, als Garantie für den Sieg ihres revolutionären Kampfes. Eine wirklich revolutionäre, im Feuer gestählte illegale Partei kann in der Epoche des Bürgerkriegs weit mehr befähigt sein, einen breiten Einfluss auf die Massen auszuüben, als manche legale Partei. Das hat die Partei der Arbeit Albaniens bewiesen, indem sie gleichzeitig die imperialistischen Besatzungsmächte aus dem Land verjagten.

Die illegale Organisation der revolutionären Partei der Arbeiterklasse bedeutet, dass die Organisationsstruktur der Partei in ihrer Gesamteiheit und in jeder einzelnen Zelle und jedes Parteimitglieds nicht dem Feind bekannt ist, dass eine strenge Konspiration herrscht und möglichst geeignete Organisationsmethoden und - formen angewandt und ständig gewechselt werden, deren Grundlage die marxistisch-leninistischen Grundprinzipien und Normen sowie die konkreten Bedingungen und unterschiedlichen Situationen sind, die geschaffen werden können.

Die albanischen Kommunisten mussten sich auch mit Feinden innerhalb und außerhalb der Partei auseinandersetzen, die die Verbindung der Partei zu den Massen verhindern wollten. Die fraktionistisch-liquidatorischen Strömungen, die z.B. die These von der „Unmöglichkeit des bewaffneten Kampfes“ aufstellten, und damit die KP für überflüssig erklärten wurden vernichtet und die Einheit der Partei gegen diese legalistischen Kräfte hergestellt und gefestigt. Es wurde die Nationale Befreiungsfront gebildet, um den bewaffneten Kampf in den okkupierten Gebieten zu vereinigen und zentral zu leiten und in den befreiten Gebieten als Organisation der Volksmacht tätig zu sein. In der von Genossen Enver Hoxha geleiteten Pezakonferenz wurde die führende Rolle der Kommunistischen Partei Albaniens im nationalen Befreiungskampf gelegt. Es entstanden mit Hilfe der Thesen des Genossen Enver Hoxhas Nationale Befreiungsräte, die das Volk zum Kampf für den Aufstand mobilisierten und die sich als Basis zur Regierungsbildung entwickelten. Diese Räte wurden auch wichtigstes Bindeglied zu den Bauern, deren Gebiete zuerst befreit wurden. Illegale Räte entstanden auch in der Stadt, die vom Feind noch besetzt waren. Parallel dazu wurde die historisch gewachsene Partisanenorganisation (Freischaren) als Guerilla-Einheiten gegen die fremden Okkupanten ausgebaut. Hauptquelle der Partisaneneinheiten waren die Bauern und das Dorf die Basis. In jeder Einheit gab es eine Parteizelle, die den Kern bildete. Als Ergänzung wurden Landsturmeinheiten (Volkssoldaten) eingesetzt, die als territoriale bewaffnete Selbstschutzeinheiten die regulären Partisaneneinheiten bei bestimmten Einsetzen unterstützten. Aus der organisierten Zusammenarbeit dieser verschiedenen bewaffneten Einheiten führte die KPA das albanische Volk siegreich zur Volksrevolution gegen die faschistischen Okkupanten. Aber auch in Albanien rotteten sich bewaffnete partei- und volksfeindliche Gruppen gegen die KP als sogenannte „Nationale Front“ zusammen. Ihre illegalen Banden, die den reichen Klassen dienten, versuchten, den Partisanenkampf in den Bergen zu sabotieren anstatt mit ihnen gegen die Okkupanten zu kämpfen. Und dem Volk riet die kapitulantenhafte „Nationale Front“: „Warten, bis die Zeit gekommen ist!“ Das drückte das volksverräterische Paktierertum mit den imperialistischen Besatzern aus, um später die Macht in Albanien übernehmen zu können. Die KPA organisierte das bewaffnete Bündnis der Arbeiter und Bauern, die schärfste Waffe im nationalen Befreiungskampf. Mit diesem Bündnis wurde das ganze Volk zum Aufstand geführt, ohne sich von der Auffassung beeindrucken zu lassen, die KPA hätte in dieser Bewegung aufzugehen und sich aufzulösen. Die KPA gab aber ihre Führungspostion nicht zum Gefallen der Liquidatoren auf, sondern festigte im Gegenteil ihre Stellung als führende und organisierende Kraft der gesamten revolutionären Volksbefreiungsbewegung mit der Losung: „Die Partei über alles!“. Aus den freiwilligen Partisaneneinheiten schuf die KPA die reguläre nationale Befreiungsarmee mit einem festen Generalstab - die albanische revolutionäre Volksarmee. Die Hauptquelle zum Aufbau und zur Versorgung waren die Depots der Okkupanten. Die Partisanen verfügten über eine hohe, stabile Kampfmoral. Militärische Disziplin wurde mit politisch-demokratischen Arbeits- und Kampfstilen verbunden, was den Charakter einer wahren Volksarmee ausmacht, und die somit die Voraussetzung dafür schuf, den technisch überlegenen Gegener zu besiegen. Die Partei schickte ihre besten Kader/Kommissare in die Armee, um dort die politische Arbeit zu organisieren. Das ZK leitete die gesamte Strategie und Taltik des militärischen Kampfes mitten unter den Kämpfenden. Das ermöglichtete nicht nur den Sieg gegen die äußeren Feinde, sondern auch gegen die innere Reaktion, die sich immer mehr den Okkupanten offen annäherte und sich gleichzeitig um so mehr von der Bauernschaft entfernte. Das blieb den Bauern nicht verborgen und so schlossen sich immer mehr der Volksarmee und der KPA an. Als das faschistische Italien 1943 kapitulierte traten an die Stelle der italienischen Okkupanten die deutschen Aggressoren. In einem Flugblatt der KPA hieß es: „Wie beantwortet das albanische Volk die Versammlung der Gestapo? Mit KANONEN!“ Die KPA zerschlug unter großen Anstrengungen heldenhaft die Winterpläne des Feindes 1943-44 und sicherte damit das entscheidende Vertrauen des ganzen albanischen Volkes. Vorbedingung für den erfolgreichen Kampf gegen die deutschen Okkupanten wurde die bewaffnete Zerschlagung der inneren Reaktion, die mit dem Feind kollaborierte. Die Einmischung in die Angelegenheiten des nationalen Befreiungskampfes wurde nicht geduldet. Die Anglo-Amerikanischen Machenschaften erhielten eine Abfuhr. Die Nationalen Befreiungsräte formierten sich zur Staatsmacht. Der Kongress in Permeti legte den Grundstein für die Gründung des Volksdemokratischen Staates, als noch die Hälfte aller Gebiete in Albanien in Feindeshand waren. Enver Hoxha gab als Oberkommandierender der Nationalen Befreiungsarmee den Befehl für die Generaloffensive, Albanien vollständig zu befreien und die Volksrevolution zum Sieg zu führen. Das war am 28. Mai 1944. Die Sturmtruppenbrigaden und - divisionen vernichteten den Feind und zerschluegn seine Überreste. Kaum waren die deutschen Truppen geschlagen, versuchten die Briten ins Land einzudringen. Dem wurde sofort ein Riegel vorgeschoben. Am 17. November 1944 wurde in Tirana die Siegesfahne gehisst. Der Kampf ging weiter zur Befreiung des Kosova.

Die Partei der Arbeit Albaniens hat die Kosovo-Albaner gegen die jugoslawischen Sozialfaschisten auch in der Illegalität unterstützt. Die Werke des Genossen Enver Hoxha und die Enthüllungen über die sozialfaschistischen Diktaturen in dieser Welt haben die ideologischen Voraussetzungen geschaffen, dass sich gerade in diesen Ländern marxistisch-leninistische Parteien entwickeln konnten. Dafür ist die Sektion DDR der KPD/ML ein leuchtendes Beispiel. Trotz Verfolgung und fast vollständiger Zerschlagung ist es gelungen, wichtige Voraussetzungen für den Sieg der antisozialfaschistischen Revolution in der DDR zu schaffen. Den Sturm auf die Berliner Mauer hat das deutsche Volk somit auch durch die Unterstützung der Partei der Arbeit Albaniens mit Enver Hoxha an der Spitze zu verdanken.

Es ist nicht übertrieben, wenn wir die Zahl der durch den Sozialfaschismus in der Welt ermordeten Kommunisten auf über eine Millionen einschätzen. Unter dem Sozialfaschismus in der Sowjetunion sind es 100 000ende, unter dem jugoslawischen Sozialfaschismus waren es 10 000ende. Viele Hunderttausende kommen in den anderen sozialfaschistischen Ländern hinzu. Besonders im sozialfaschistischen China vermuten wir die Ermordung von Hundertausenden von Kommunisten. Im Kampf gegen die sozialfaschistische Konterrevolution in Albanien haben die Genossen bewaffneten Widerstand geleistet und zu dessen Vorbereitung höchste illegale Kampfformen entwickelt, woraus zu lernen, außerordentlich wertvoll ist, wie der proletarische Sozialismus wieder zurückzuerobern ist.

Marxismus-Leninismus ist das Tarnkleid des Sozialfaschismus. Deswegen müssen die Marxisten-Leninisten dieses Tarnkleid zerreißen, was nur unter dem Schutz der Illegalität möglich ist. Es entwickeln sich neue Formen des illegalen Parteiaufbaus, deren Erfahrungen verallgemeinert und aus denen Lehren gezogen werden müssen. Vor allem müssen die Erfahrungen ausgewertet werden über die antisozialfaschistischen Revolutionen, um daraus Erkenntnisse zu gewinnen, wie es uns zukünftig besser gelingen kann, die anti-soziafaschistische Revolution in die sozialistische Revolution überzuleiten, damit sie gesichert werden kann anstatt verraten und in ihren Errungenschaften wieder zerstört zu werden. Die sozialfaschistische Konterrevolution kann auf Dauer nur auf revolutionärer Grundlage des Marxismus-Leninismus beseitigt werden und durch die Schaffung illegaler marxistisch-leninistischer Parteien in den soziaklfaschistischen Ländern.

Die Geschichte des albanischen Sozialismus zeigt, dass dich auch der Sozialfaschismus „ruhig Psalmen singen lassen“ kann, wie es Enver Hoxha bildreich formulierte, und „plötzlich versetzt er“ der Diktatur des Proletariats in Albanien „einen Schlag auf den Kopf, dass“ dem albanischen Volk „Hören und Sehen“ verging, „weil du weder Sturmkader ausgebildet noch Voraussetzungen für die illegale Arbeit geschaffen hast, weder Orte wo du dich verstecken kannst, noch die Mittel zum Kämpfen gesichert hast. Einer solchen tragischen Eventualität müssen wir vorbeugen.“ Das hätte Enver Hoxha den Genossen gegenüber dem Verräter Ramiz Alia geraten, wenn er noch gelebt hätte. Die neue Bourgeosie wiegt dich im Sozialismus in Sicherheit, schläfert die revolutionäre Wachsamkeit ein, verfolgt und ermordet hinterrücks die besten marxistisch-leninistischen Führer und vertreibt die anderen aus der Partei, besetzt die Posten mit Vertretern der neuen Bourgeoisie, greift zur konterrevolutionären Gewalt gegen die Arbeiterklasse und das Volk, reisst die Stalin- und Enver Hoxha-Denkmäler nieder und stürzt den Sozialismus in den Abgrund, um die Barbarei des Kapitalismus über das Land herfallen zu lassen.

Der konterrevolutionären Gewalt, der Gewalt des Sozialfaschismus, muss die marxistisch-leninistische Partei den revolutionären Widerstand entgegensetzen, muss sie den bewaffneten Kampf der Arbeiter, Bauern und Soldaten dem Terror gegenüberstellen, um nicht nur die Freiheit und Demokratie zu verteidigen vor den Übergriffen des Sozialfaschismus, sondern um das Volk im Kampf gegen die Unvermeidbarkeit des Sozialfaschismus zu führen, was nichts anderes heißt, als die Diktatur der sozialistischen Bourgeoisie zu zerschlagen und die Diktatur des Proletariats wieder zu errichten. Mit anderen Worten: Der Kampf gegen den sozialfaschistischen Terror muss verwandelt werden in den Kampf für die sozialistische Revolution und die Zurückeroberung der Diktatur des Proletariats.





6. Verbote,Verhaftungen, konterrevolutionärer Terror, Krieg, Reaktion unf Faschismus

- Zeichen der Schwäche der Bourgeoisie und der Stärke der revolutionären Kräfte

Selbst unter legalen Bedingungen „demokratischer Freiheiten“ findet ein heftiger Klassenkampf statt zwischen Reaktion und Revolution, zwischen der Bourgeoisie und dem Proletariat, ein Kampf auf Leben und Tod. Wenn das Proletariat für die Festigung ihrer legalen Positionen kämpft, schlafen die Bourgeoisie und die Reaktion nicht. Die Bourgeoisie und die Reaktion nutzen die Gelegenheit der Legalität, um die gesamte Tätigkeit, die Mitglieder, die Arbeits- und Kampfmethoden der marxistisch-leninistischen Parteien und der Revolutionäre kennenzulernen und zu studieren. Deswegen würden wir Kommunisten einen fatalen Fehler begehen, wenn wir unter den legalen Bedingungen alles offen tun und unsere Organisation und Pläne nicht geheim halten würden. Wir Kommunisten müssen unsere legalen Positionen festigen und ausweiten für breiteste Propaganda- Agitations- und Organisationsarbeit, für breite Bewegungen und Massenaktionen, aber gleichzeitig müssen wir auch für die Illegalität vorbereitet sein, um unsere kommunistische Arbeit trotz erschwerter Bedingungen reibungslos fortzusetzen.

Die Bourgeoisie und die Reaktion benutzen den Staatsapparat, die Polizei, die Spitzel, Korruption und Diversion, Klassenjustiz und notfalls sogar die bewaffnete Macht und gleichzeitig den Opportunismus und Illusionen des friedlichen Reformismus, um ihre Positionen zu stärken und auf den Augenblick vorbereitet zu sein, die revolutionären Kräfte, die marxistisch-leninistische Partei und ihre Massenorganisationen vernichtend zu schlagen. Der Verlauf der Geschehnisse nach dem 2. Weltkrieg ist dafür ein mahnendes Beispiel, wie die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse und die Kommunistischen Parteien entartet und liquidiert wurden. Die Bourgeoisie erholte sich schnell von ihrer Niederlage, und festigte systematisch ihre Stellungen, vertrieb die legalen Kommunisten aus den öffentlichen Ämtern bzw aus den Regierungen, Armeen usw. bzw, warf sie ins Gefängnis, wenn sie sich nicht korrumpieren ließen. Egal zu welchem Zeitpunkt spielt die Bourgeoisie mit 100%iger Sicherheit ihre letzte Trumpfkarte aus, sollte ihre Macht durch revolutionäre Bewegungen in Gefahr geraten: Sie setzen die Streitkräfte in Bewegung, organisieren Progrome, um die revolutionäre Bewegung und die marxistisch-leninistischen Parteien zu liquidieren. Bei solchen Aktionen hat die Bourgeoisie stets die Weltreaktion zur Unterstützung direkt durch Einmarsch von ausländischen Eingreiftruppen oder indirekt durch Unterstützung des CIA, durch materielle Unterstützung usw. usf. Jedes Mittel, um die Revolutionäre zu vernichten, ist ihnen Recht, auch wenn sie sich dabei skrupelos über ihre eigenen Gesetze hinwegsetzen.

Die Bourgeoisie fürchtet die Illegalität der Revolutionäre, weil sie diese dadurch schwieriger bekämpfen und ihre Organisation nicht so einfach zerschlagen kann. In einer legalen Partei kann die Bourgeoisie ihren Einfluss auf das Proletariat leichter ausüben, um es von der sozialistischen Revolution abzuhalten.

Für die Bourgeoisie ist das Verbot der Kommunistischen Partei ein zweischneidiges Schwert, was ihre Taktik der optimalen Bekämpfung des kommunistischen Einflusses unter den Massen anbelangt. Mit einem Verbot bringt sich die Bourgeoisie selbst um die Tarnmaske der bürgerlichen „Demokratie“ gegenüber den Massen. Mit einem Verbot gibt die Bourgeoisie nämlich ganz offen ihre Schwäche zu und ihre Angst vor dem Kommunismus, und das möchte sie möglichst vermeiden, weil der Schuss nach hinten gegen sie losgehen kann. Wenn also schon Verbot, dann demagogisch: „sowohl gegen die Linksextremisten als auch gegen die Rechtsextremisten“, um das demokratische Image „im Gleichgewicht“ zu halten und sich vor dem Vorwurf zu schützen, auf dem rechten Auge blind zu sein und sich damit bei den Massen unbeliebt zu machen.

In Schwierigkeiten kommt die Bourgeoisie auch mit einem Verbot, wenn sie über eine gut funktionierende revisionistische Partei verfügt, die als Gegengewicht und als Auffangbecken gegenüber fortschrittlichen Menschen auftritt, um diese vom Schritt in die revolutionäre Tätigkeit und Mitgliedschaft in der marxistisch-leninistischen Partei abzubringen. Wenn diese revolutionären Blitzableiterorganisationen der Bourgeoisie fehlen, dann finden fortschrittliche Menschen direkt zu den illegal arbeitenden revolutionären Organisationen. Würde die kommunistische Partei verboten werden bei gleichzeitigem Nichtverbot revisionistischer Parteien und Organisationen, würde das dazu beitragen, dass die Arbeiter schneller die Unterschiede durchschauen, und sich sofort und ohne Umwege bewusst für die Revolutionäre entscheiden.

Die Bourgeoisie schreckt häufig auch deswegen von einem Verbot ab, weil sie eine legal arbeitende revolutionäre Organisation besser beobachten und bespitzeln, Namen und Adressen leichter sammeln kann usw. Aus diesen Gründen sollten grundsätzlich auch in der Legalität so wenig Genossen wie möglich öffentlich auftreten. Viele marxistisch-leninistische Parteien sind dazu übergegangen, auf Mitgliedsbücher, Kaderkarteien usw. , Namens - und Adressenlisten oder sonstige Personalunterlagen zu verzichten, obwohl unter dem faschistischen Terror die Revolutionäre grundsätzlich damit rechnen müssen - ob mit oder ohne Parteibuch - an die Wand gestellt werden.

Zu dem Versuch der russischen Regierung, den Petersburger „Kampfbund“ zu zerschlagen, hatte Lenin 1902 geschrieben:

„Mit voller Genugtuung konstatieren wir, dass die Massenverhaftungen das Ihrige dazu beitragen, dass an die Stelle der gefallenen Revolutionäre neue rücken, die bereit sind, mit frischen Kräften in die Reihen der Kämpfer für das russische Proletariat und das ganze Volk einzutreten - denn diese Verhaftungen sind eine mächtige Waffe in der Agitation unter den Arbeitern und den sozialistischen Intellektuellen. Ohne Opfer kann es keinen Kampf geben, und auf die barbarische Hetze der Zarenchergen antworten wir ruhig: `Revolutionäre sind gefallen - es lebe die Revolution!´“ (Lenin, Werke Band 2, Seite 351).





7. Die rechte Gefahr des liquidatorischen Legalismus

Legalismus ist der Weg des Revisionismus- der friedliche Weg und friedliche Koexistenz - der Weg zur Kapitulation vor der Bourgeoisie, der Weg der Liquidierung der bolschewistischen Partei und die Entwaffnung der Arbeiterklasse, der Weg der Klassenversöhnung und Unterwerfung der Arbeiterklasse unter die Bourgeoisie

Lenin wandte sich stets gegen jegliche Herabwürdigung und Beschneidung der Rolle und Bedeutung der illegalen Kampfpartei und entlarvte konsequent den Legalismus als theoretischen und taktischen Revisionismus, insbesondere, als es darum ging, die in den Jahren des höchsten Aufschwungs des Kampfes geschaffenen Parteiorganisationen der Bolschewiki vor dem Wüten der Reaktion und dem weitgreifenden Verfall des proletarischen Klassenkampfes zu bewahren:

„Auf der einen Seite haben sich die vormaligen Mitläufer der Sozialdemokratie ganz und gar entpuppt; sie haben die Partei verlassen und ihre Tätigkeit völlig in die verschiedenen legalen Organisationen (Genossenschaften, Gewerkschaften, Bildungsvereine, Kommissionen der Dumafraktion) verlegt; dort verfechten sie nicht nur die Parteipolitik nicht, sondern bekämpfen im Gegenteil die Partei und suchen diese Organisationen von ihr loszulösen und sie ihr entgegenzustellen. Diese Elemente haben - als unverhohlende Liquidatoren der Partei - die Legalität zu einem Fetisch gemacht und den der Arbeiterbewegung durch die vorübergehende Depression und Zersplitterung aufgezwungenen engen Rahmen ihrer Tätigkeit zum Prinzip erhoben; damit stellten sie sich für jedermann sichtbar auf den Boden des theoretischen und taktischen REVISIONISMUS!“ (Lenin, Werke, Band 15, Seite 450 „Beratung der erweiterten Redaktion des „Proletari“).

Und Lenin geht den Meinungsverschiedenheiten in der Frage des Legalismus bis tief an die Wurzel des ersten Paragraphen des Statuts, also der Basis der Parteilichkeit, wenn er in seinen „Notizen eines Publizisten“ schreibt:

„Nicht darüber gibt es zwischen uns Meinungsverschiedenheiten, ob `neue Formen` notwendig sind, ob eine legale Arbeit geleistet werden soll, ob legale Vereinigungen gegründet werden sollen, durchaus nicht darüber. Zwischen uns bestehen Meinungsverschiedenheiten darüber, ob es zulässig ist, dass Legalisten, die solche Arbeit leisten, (...) sich für Sozialdemokraten ausgeben, während sie von der Partei der Sozialdemokraten unabhängig sind, oder ob wirkliche Sozialdemokraten verpflichtet sind, die Partei anzuerkennen, ihre Notwendigkeit zu propagieren, in ihr zu arbeiten, an ihrer Organisierung zu arbeiten, überall und in allen Vereinigungen illegale Zellen zwecks richtiger Beziehungen zu ihr zu bilden usw.“ (Lenin, Werke, Band 16, Seite 259).

Lenin spricht sogar von der „entscheidenden Schlacht“ der Partei gegen die Legalisten:

„Unsere Partei ist also in die entscheidende Schlacht gegen alle unabhängigen Gruppen der Legalisten eingetreten, die (d.h. die Legalisten) sich zu Unrecht Sozialdemokraten nennen. In Wirklichkeit richten sie die Sache der Sozialdemokraten zugrunde, zerstören die sozialdemokratische Organisation der Arbeiterklasse, geben sie Preis zugunsten formloser legaler Gruppen, die keinerlei Prinzipien besitzen und die faktisch die Arbeiterklasse von der liberalen Ideologie und der liberalen politischen Führung abhängig machen. (...) Aber die Arbeiterklasse (...) wird zweifellos all diese Abweichungen vom sozialdemokratischen Weg überwinden.“ (Lenin, Werke, Band 16, Seite 265, „Der Jubiläumsnummer der „Zihna“).

Für Lenin heißt Parteiaufbau, die illegalen Zellen festigen und vermehren und mit einem Netz legaler und halbleger Stützpunkte zu umgeben vermittels derer die revolutionäre Idee der Partei tiefer und breiter unter den Massen verbreitet wird. Lenin lieferte hierfür eine präzise Definition:

„Der Form der Organisationen nach erfolgt eine `Anpassung` des Illegalen an das Legale. Dem Inhalt der Arbeit unserer Partei nach erfolgt eine `Anpassung` der legalen Tätigkeit an die illegalen Ideen. Wir verändern also die Form der Beeinflussung, um der bisherigen Beeinflussung eine illegale Richtung zu geben.“ (Lenin, Werke, Band 18, Seite 385)

Diese leninistische Veränderung der Formen der illegalen Organisation deckt sich aber keineswegs mit der „Anpassung“ an die legale Bewegung, wie es den rechten Liquidatoren vorschwebte. Das Liquidatorentum ist eben die Anpassung des Proletariats und seiner revolutionären illegalen Partei an die bürgerlichen Ideen des Legalismus, dient der Vergiftung des proletarischen Klassenbewusstseins durch bürgerlich-liberalen Ideen. Das Liquidatorentum ist das Hereintragen bürgerlichen Bewusstseins in das Proletariat und seiner Partei.

„Die Liquidatoren sind kleinbürgerliche Intellektuelle, die von der Bourgeoisie ausgeschickt sind, um die liberale Demoralisation in die Reihen der Arbeiter zu tragen. (...) Die Losung des `Kampfes für die legale Partei` ist bei ihnen die Tarnung ihrer Lossagung von der Vergangenheit und ihres Bruchs mit der Arbeiterklasse.“(Lenin, Werke, Band 19, Seite 149-150).

Von der scheibchenweisen Legalisierung, von der schleichenden Anpassung der Illegalität an die Legalität, ist der Weg zur offen legalen Partei nur noch ein Schritt. Die „legale Partei der Arbeiterklasse unter kapitalistischen Verhältnissen“, die „legale revolutionäre Organisation“ aber gibt es nicht und kann es nicht geben. Wer das behauptet, verbreitet leere Phrasen zu dem einzigen Zweck, die Partei der Arbeiterklasse an den Kapitalismus zu ketten. Und in der Tat sind alle revisionistischen Parteien bestrebt, der Arbeiterklasse einreden zu wollen, legal , also friedlich, an die Macht zu kommen.

Lenin bringt es auf den Punkt, indem er die Demarkationslinie zieht zwischen der legalen Tätigkeit der Marxisten-Leninisten (Verteidigung des Marxismus-Leninismus) und der legalen Tätigkeit der Revisionisten (Revidierung und Bekämpfung des Marxismus-Leninismus), die beide diametral gegenüber stehen:

„Legale Tätigkeit ist möglich (und wird auch betrieben) auf zweierlei Art, in zwei diametral entgegengesetzten Richtungen: einmal so, dass sie zur Verteidigung des Alten und ganz in seinem Geiste und im Namen seiner Losungen und seiner Taktik betrieben wird, und einmal so, dass sie gegen das Alte gerichtet wird im Namen seiner Preisgabe, der Schmälerung seiner Rolle, der Beschneidung seiner Losungen und so weiter.“ (Lenin, Werke, Band 19, Seite 151).

Für die revolutionäre Bewegung ist der opportunistische Einfluss des „friedlichen Weges zum Sozialismus“ eine große Gefahr. Die Legalisten sind Schrittmacher des bürgerlichen Einflusses auf das Proletariat. Die Geschichte lehrt, dass selbst große, starke kommunistischen Parteien unter den Einfluss des Revisionismus geraten können, ins legalistische Fahrwasser abgleiten und sich von revolutionären Parteien in bürgerliche Parteien sozialer Reformen verwandelt haben und somit unwiderruflich ins feindliche Lager gewechselt sind. Was der XX. Parteitag der KPdSU für negative Auswirkungen auf viele revolutionäre Parteien in der Welt hatte, die in das legalistische Fahrwasser geschleust wurden, ist bekannt. Die Kommunisten und die revolutionären Arbeiter haben die Konsequenzen der revisionistischen Illusionen über den friedlichen Weg zum Sozialismus historisch teuer bezahlt. Wie günstig auch immer die Gelegenheit sein mag, um die Opfer der Revolution so gering wie möglich zu halten und unnötige Gewalt zu vermeiden, so darf man sich niemals der Hoffnung und Täuschung hingeben, dass die Bourgeoisie „abgewählt“ werden kann durch die „Millionenmassen“. Die Entscheidung über Verbot oder Legalität einer kommunistischen Partei ist für die Bourgeoisie eine Frage der Opportunität. Manchmal ist es nützlicher, ohne ein Verbot auszukommen, um der kommunistischen Partei den Wind aus den Segeln zu nehmen, und manchmal wiederum ist es notwendig, einen eisernen Riegel vorzuschieben, wenn die lange Leine zu viel Bewegungsspielraum lässt. Es nützt also nichts, wenn die Notwendigkeit des illegalen Parteiaufbaus auf dem Papier steht, aber in Wirklichkeit nicht konkret umgesetzt wird. Das sind Anzeichen für revisionistische Abweichungen, und sie müssen von vornherein ausgeschaltet werden durch Ergreifen der notwendigen illegalen Maßnahmen. Unabhängig davon, wie sich die Bourgeoisie in der Frage der Duldung legaler kommunistischer Betätigung verhält, muss die kommunistische Partei auf die Illegalität zu jedem Zeitpunkt ihres Bestehens vorbereitet sein. Der Sieg der proletarischen Revolution, der Sieg der Diktatur des Proletariats, ist unmöglich ohne eine revolutionäre, illegal aufgebaute Partei des Proletariats, eine Partei, die frei vom Opportunismus ist, dem Paktierertum und Kapitulantentum unversöhnlich entgegentritt, und sich nicht der Bourgeoisie und ihrer Staatsgewalt beugt, sondern ihr revolutionär entgegentritt.

Die Bourgeoisie und mit ihr die Revisionisten reden viel von den sogenannten demokratischen Freiheiten. Tatsächlich gibt es zum Schein in jedem bürgerlichen Staat „Demokratie“, um die Massen zu täuschen. Das sind aber nur relative demokratischen Freiheiten, die ihre Grenzen haben. So liberal wie sich die Bourgeoisie gibt, ist sie nicht. Da, wo die Bourgeoisie ihre Macht gefährdet sieht, ist es aus und vorbei mit „Demokratie“. Dann schlägt sie brutal auf alle revolutionären Kräfte ein, um ihre Macht aufrechtzuerhalten. Natürlich ist es uns Kommunisten nicht gleichgültig, unter welchen Bedingungen wir für die Revolution kämpfen. Die besten Möglichkeiten bieten sich durch die Legalität. Da lassen sich die kommunistischen Ideen und kommunistischen Aktionen bis zu einem hohen Grade offen propagieren und durchführen, kann die Vorbereitung der Revolutuion zum Sturz der Ausbeuterklasse, kann die revolutionäre Massenbewegung enorm vorangetrieben werden, können wir Kommunisten große Fortschritte machen beim Parteiaufbau, haben wir Mittel und Zeit, um uns auf die schwierigen Zeiten der Illegalität sorgfältig und gründlich vorzubereiten. Aber die Legalität ist auch eine Falle, wenn sie uns Kommunisten zur Sorglosigkeit verleitet und sie uns in Sicherheit wiegt. Anknüpfend an die Erfahrungen im Kampf gegen den Hitlerfaschismus in Albanien sagte Enver Hoxha mahnend:

„Die Bourgeoisie kann dich ruhig Psalmen singen lassen, doch dann versetzt sie dir plötzlich einen faschistischen Schlag auf den Kopf, dass dir Hören und Sehen vergeht, weil du weder Sturmkader ausgebildet noch Voraussetzungen für die illegale Arbeit geschaffen hast, weder Orte, wo du dich verstecken und arbeiten kannst, noch die Mittel zum Kämpfen gesichert hast. Einer solchen tragischen Eventualität müssen wir vorbeugen“ ( Enver Hoxha, aus Band 19, Seite 220, Verlag Roter Morgen, KPD/ML).

Unter den Schlägen der Reaktion weichen vor allem die schwankenden Elemente der Partei, die intellektuellen und kleinbürgerlichen Elemente zurück. Aus der Illegalität flüchtete vor allem und in erster Linie die bürgerliche Intelligenz:

„Bei einzelnen konnte die Flucht aus der Illegalität von Müdigkeit und Depression herrühren. Solche Leute kann man nur bedauern; ihnen muss man helfen, sobald ihre Depression vorübergeht und sich bei ihnen eine Abwendung vom Spießertum, von den Liberalen und von der liberalen Arbeiterpolitik und eine Zuwendung zur proletarischen Illegalität bemerkbar macht. Wenn aber die Müden und Deprimierten die Tribüne der Journalistik besteigen und ihre Flucht nicht für einen Ausdruck der Müdigkeit, der Schwäche, intellektueller Charakterlosigkeit erklären, sondern als Verdienst hinstellen und dabei die Schuld auf die `aktionsunfähige` oder `unnütze` oder `abgestorbene` usw. Illegalität schieben, dann werden diese Flüchtigen zu den schlechtesten Ratgebern und insofern zu gefährlichen Feinden der Arbeiterbewegung.“ (Lenin, Werke, Band 19, Seite 389).

Lenin zog aus der Zeit der wütenden Konterrevolution folgendes Fazit:

„Die Epoche des Wütens der Konterrevolution hinterließ uns das Erbe der ideologischen Zerfahrenheit und Auflösung, des organisatorischen Zerfalls in vielen Zentren der Arbeiterbewegung, der Handwerkelei und der erzwungenen Isolierung von der Partei bei den einen und der geringschätzigen oder gar bösartigen Einstellung zu den das Vermächtnis der Revolution bewahrenden und die revolutionäre Taktik ausarbeitenden `Illegalen` bei den anderen. Die Abspaltung der Liquidatoren von der sozialdemokratischen Partei, die faktische Absonderung und mancherorts das Vergessen der Prinzipien der Sozialdemokratie und der Zerfall der `nationalen` sozialdemokratischen Organisation - all das macht die Forderung nach Einheit bis zum äußersten dringlich. Die Einheit des sozialdemokratischen Proletariats ist die notwendige Vorbedingung seiner Siege. Die Einheit des sozialdemokratischen Proletariats ist unmöglich ohne die Einheit SEINER Partei, der SDAPR.(...) Die sozialdemokratischen Arbeiter stellen überall einheitliche illegale organisationen der SDAPR in Gestalt von Betriebszellen, Betriebskomitees, Bezirksgruppen, Stadtzentren, von sozialdemokratischen Gruppen in allen möglichen legalen Institutionen usw, wieder her. Wer sich nicht selbst dazu verurteilen will, ohnmächtiger Einzelgänger zu sein, der trete diesen Organisationen bei. Die Anerkennung der illegalen Partei und die Unterstützung des revolutionären Kampfes der Massen realisieren sich hier unter der Kontrolle der Arbeiter selbst. Die Periode des Zerfalls geht zu Ende. Angebrochen ist die Zeit der Sammlung der Kräfte. Schließen wir uns zu illegalen Organisationen der SDAPR zusammen. (...) Die SDAPR, die die fortgeschrittensten Abteilungen dieses Proletariats zu einem einheitlichen Ganzen organisiert, muss es in die revolutionären Schlachten für unsere alten revolutionären Forderungen führen.“ Das schrieb Lenin vor 90 Jahren und ist heute aktueller denn je! (Lenin, Werke, Band 18, Seite 446-447).



Die Revisionisten sind Feinde des illegalen Parteiorganisationsprinzips. In der Taten sind auch die Neo-Revisionisten Feinde der illegalen Arbeit, obwohl sie nicht den Mut haben, dies offen zuzugeben und daher sich feige hinter revolutionären Phrasen verbergen, solange wir auf diese Prinzipien pochen. Allerdings in Situationen der Schwäche der Partei und in Parteikrisen kriechen die Revisionisten frech aus ihren Löchern und nehmen eine ultimative Haltung zur Legalität ein = „Legalität um jeden Preis!“, um der Bourgeoisie zu Kreuze zu kriechen und die illegalen Strukturen der Partei zu zerstören. Dann sind sie sogar bereit, das Programm, die Taktik und Organisation der Partei, die Prinzipien über Bord zu werfen. Chruschtschow hatte sich über illegale Arbeit verächtlich gemacht und sie ins Museum zu verbannen versucht: „Wozu braucht ihr illegale Organisationen? Wir schützen euch schon!“ Während Chruschtschow das sagte, hat er die kommunistischen Parteien an die Bourgeoisie in vielen Ländern verraten und verkauft, wurden sie zu Instrumenten der Bourgeoisie gegen die Revolutionäre. Der Himmel bewahre uns Marxisten-Leninisten vor dem „Schutz“ der Revisionisten !

Seit ihrer Gründung haben die marxistisch-leninistischen Parteien einen harten Kampf gegen die antimarxistischen Auffassungen geführt, die unbedingte Notwendigkeit der konspirativen Organisierung der Partei und die Verteidigung des illegalen Kampfes mit dem legalen Kampf zu leugnen. Die Bourgeoisie hat ein Interesse daran, dass die Partei des Proletariats in ihrer Organisation offen ist, weil sie dann die gesamte Tätigkeit der Partei unter Kontrolle hat und in der Lage ist, jeweils die entsprechenden Gegenmaßnahmen zu treffen. Die Revisionisten sind Fürsprecher der Liberalisierung der Partei, um sie besser zersetzen und beseitigen zu können. Alles läuft unter dem Deckmantel der Schaffung von mehr „innerparteilicher Demokratie“, womit die Revisionisten natürlich den Freischein für die Etablierung ihres bürgerlichen Einflusses in der Partei meinen. Mit der Liberalisierung soll den Parteifeinden mehr Handlungsfreiraum in der Partei verschafft werden, sonst nichts.

Der Kampf gegen den Revisionismus ist ein Kampf gegen den Legalismus und gegen die Liquidierung unserer illegalen Organisationsstruktur. Die einzig richtige Haltung, ist die prinzipienfeste Haltung. Man muss den Revisionismus nicht nur an der ideologisch-politischen Front, sondern auch damit verknüpft an der organisatorischen Front bekämpfen und seinen Einfluss auf die Partei zerschlagen. Diejenigen, die nicht vom revolutionären Weg des illegalen Schutzes der Partei abweichen und ihn mit Beharrlichkeit verteidigen, werden den Sieg der proletarischen Revolution und der nationalen und sozialen Befreiung des Volkes erringen. Der Bruch mit dem Revisionismus bedeutet auf organisatorischer Ebene ein Bruch mit dem Legalismus.

Die bewaffnete proletarische Revolution kann niemals ohne illegale Organisationsstrukturen durchgeführt werden. Niemals tritt die Bourgeoisie freiwillig ab auf legalem Wege. Solange die KP kämpft, ist sie der Konterrevolution ausgesetzt, muss sie sich schützen, muss sie die Taktik der Illegalität meistern. Die Illegalität ist also für die ganze Periode der Parteigeschichte unverzichtbar. Auf den illegalen Schutz der Partei zu verzichten, auf die illegale Vorbereitung und Durchführung der proletarischen Revolution verzichten, heisst auf die Proletarische Revolution selbst zu verzichten und vor der Bourgeoisie zu kapitulieren durch den Zustand der Entwaffnung.

Die Kommunistischen Parteien lehnen jegliche Verabsolutierung der legalen kommunistischen Tätigkeit ab. Unsere Parteien sind weder Gratisbeilagen der Gewerkschaften noch der Parlamente, noch sind sie irgendwelche Wasserträger des Kapitals und der Bourgeoisie. Die Reformisten und Revisionisten können in uns Marxisten-Leninisten nur Menschen sehen, die z.B. „gegen die Gewerkschaften“ sind. Aber wir Marxisten-Leninisten sind natürlich nicht „gegen die Gewerkschaften“, sondern gegen revisionistische und reformistische Gewerkschaften, in denen revolutionäre Forderungen der Arbeiter bekämpft und die revolutionären Arbeiter hinausgejagt werden.

Nach den Lehren der Klassiker des Marxismus-Leninismus müssen ALLE Formen des legalen Kampfes als Mittel zur Vorbereitung und Durchführung der gewaltsamen proletarischen Revolution betrachtet werden. Alles andere ist Opportunismus, „legaler Marxismus“, bürgerlicher Sozialismus. Wir sind entschiedene Gegner jener oportinistischen Kräfte, die die Massen in die Sackgasse des bürgerlichen Legalismus zu führen versuchen, um sie von der sozialistischen Revolution abzuhalten. Wie die Erfahrung zeigte, folgte dem Weg in den Legalismus der Weg in das Kapitulantentum und Liquidatorentum, d.h., waren die Opportunisten nicht einmal mehr bereit, bestehende legale Möglichkeiten auszunutzen und stellten jegliche Tätigkeit ein, was das Ende des Parteilebens bedeutete. Lenin hat sogar gefordert, im Kampf für die Legalität Zusammenstöße mit der bewaffneten Macht der Regierung nicht zu scheuen.

Die Partei der Arbeiterklasse darf, unabhängig davon, dass sie in einer bestimmten Periode günstige legale Bedingungen und Stellungen inne hat, ihre revolutionäre Wachsamkeit keinen Augenblick verringern, weder nach außen noch nach innen. Sie darf ihre legalen Möglichkeiten und die legalen Kräfte der Bündnispartner nicht leichtsinnig überschätzen und die Kräfte des Gegners, der Bourgeoisie und der Konterrevolution unterschätzen. Das entspräche einer rechten Abweichung von der korrekten Parteilinie.

Den legalen Kampf der Massenorganisationen der Arbeiter - wie die Gewerkschaften zum Beispiel - darf man nicht gleichsetzen mit dem legalen Kampf der Kommunistischen Partei. Unter illegalen Bedingungen, wo nicht nur die kommunistische Partei verboten ist, sondern auch die Gewerkschaften und andere Vereinigungen der Arbeiter und anderer Werktätiger können nicht 99% der revolutionären Kräfte für den reinen ökonomischen und demokratischen Kampf absorbiert werden- wir können in dieser Arbeit nicht aufgehen. Wenn wir für die Legalisierung der Arbeiterbewegung kämpfen, so wird das letztenendes uns nützen, werden wir den Weizen von der Spreu trennen. Wenn aber für die Weiterführung des politischen Kampfes zur sozialistischen Revolution, wenn für den Kommunismus, in unserer legalen Tätigkeit kein Platz mehr bleibt, dann wird sich das Schicksal der Komintern historisch wiederholen. Die Illegalität darf uns nicht in bloße Demokraten oder bloße Gewerkschafter verwandeln. Wir führen den legalen Kampf unter illegalen Bedingungen als Kommunistische Partei und nicht als Gewerkschaftsersatz. Das Ziel der Weltrevolution ist auch unter den Bedingungen der Illegalität immer noch aktuell, eine Aufgabe, die zur Lösung ansteht. Wir beschränken das Ziel der Überwindung unserer Illegalität nicht auf die Wiederherstellung der Legalität unter kapitalistischen Verhältnissen, wir wollen uns mit dem alten Zustand, unter dem unsere marxistisch-leninistischen Parteien unter legalen und halblegalen Bedingungen gekämpft haben, nicht abfinden, das ist nicht unser Endziel sondern wir kämpfen ausschließlich für eine Legalität, die uns letztendlich der sozialistischen Revolution näher bringt, denn nur eine Legalität unter der Diktatur des Proletariats kann eine wahrhafte und dauerhafte Legalität der Kommunisten sichern. Wir kämpfen gegen die Unvermeidbarkeit der Illegalität, indem wir die Ursachen unserer Illegalität beseitigen, den bürgerlichen Ausbeuter- und Unterdrückungsstaat. Das ist das Entscheidende am Kampf zur Überwindung der Illegalität. Das dürfen wir Marxisten-Leninisten niemals aus dem Auge verlieren und da dürfen wir uns von den Neo-Revisionisten nicht reinreden lassen. Das ist durch einen Neuanstrich einer Volksfrontpolitik ähnlich der des VII. Weltkongresses der Komintern nicht zu erreichen. Der Kampf für die Legalität, den der VII. Weltkongress der Komintern geführt hat, war historisch ein revisionistischer Weg, ein Weg in die Sackgasse, ein Weg in den Sozialfaschismus, der uns genauso wieder in die Illegalität zu drängen versucht wir der ursprüngliche Faschismus, und wir Marxisten-Leninisten von heute werden uns diesen Weg von den heutigen Neo-Revisionisten nicht noch einmal aufzwingen lassen. Lenin zeigte den Weg zum Ziel klar und deutlich auf:

„Solange wir keine politischen Freiheiten haben, führen wir diesen Kampf im geheimen, verborgen vor der Polizei, die alle Flugblätter und alle Vereinigungen der Arbeiter verbietet. Sobald wir aber die politische Freiheit erringen, werden wir diesen Kampf in noch breiterem Umfang und in aller Öffentlichkeit führen, damit sich das ganze Arbeitervolk in ganz Russland vereinigt und sich einmütig gegen die Unterdrückung zur Wehr setzt. Je mehr Arbeiter sich in der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zusammenschließen, um so größer wird ihre Macht sein, um so rascher werden sie auch die vollständige Befreiung der Arbeiterklasse von jeder Unterdrückung, von jeder Lohnarbeit, von jeder Arbeit für die Bourgeoisie erkämpfen.“ (Lenin, Werke, Band 6, Seite 405, „An die Dorfarmut“).

Wir müssen die Lehren, die der Genosse Lenin aus dem siegreichen Kampf der Bolschewiki für die Organisation der Berufsrevolutionäre in Russland gezogen hat, auf die Bedingungen und Bedürfnisse der Komintern/ML anwenden, weil wir erstens nicht über ein weltrevolutionäres Zentrum verfügen, dass den Sozialismus aufbaut und zweitens weil wir Abschied nehmen müssen von der Konzeption der legalistischen Abweichung der Komintern unter dem Einfuss Dimitroffs und der Revisionisten der westlichen Parteien.

Lenin zeigte die beiden unterschiedlichen Wege der Legalisierung in seiner Schrift „Was tun?“ auf, indem er zunächst die Frage stellte:

„Wie ist dieser Widerspruch zwischen der Notwendigkeit einer breiten Mitgliedschaft und einer strengen Konspiration zu beheben? Wie ist es zu erreichen, dass die Gewerkschaftsorganisationen möglichst wenig konspirativ sind? Dafür kann es, allgemein gesprochen, nur zwei Wege geben:

entweder die Legalisierung der Gewerkschaftsverbände (die in manchen Ländern der Legalisierung der sozialistischen und politischen Vereinigungen voranging) oder:

die Organisation bleibt geheim, ist aber so `frei` , so locker, so lose, wie die Deutschen zu sagen pflegen, dass die Konspiration für die Masse der Mitglieder fast Null ist. (...)

Ein wirklicher Schritt vorwärts kann nur eine tatsächliche, wenn auch nur winzige Erweiterung der Ellenbogenfreiheit fü die Arbeiter sein. Und jede solche Erweiterung wird für uns von Nutzen sein und die Entstehung legaler Vereine beschleunigen, in denen nicht die Lockspitzel Sozialisten fangen, wohl aber die Sozialisten sich Anhänger fangen werden. Mit einem Wort, unsere Sache ist es jetzt, gegen das Unkraut zu kämpfen. NICHT unsere Sache ist es, in Blumentöpfen Weizen zu ziehen. Indem wir das Unkraut jäten, säubern wir den Boden, damit der Weizensamen aufgehen kann. (...) Also, mit Hilfe der Legalisierung die Frage lösen , wie eine möglichst wenig konspirative und möglichst breite Gewerkschaftsorganisation zu schaffen sei, das können wir nicht. (...)Es bleibt der Weg der geheimen Gewerkschaftsorganisationen, und wir müssen die Arbeiter, die (...) diesen Weg bereits beschreiten, in jeder Weise unterstützen. Die Gewerkschaftsorganisationen können nicht nur für die Entwicklung und Verstärkung des ökonomischen Kampfes von gewaltigem Nutzen sein, sie können auch zu einem sehr wichtigen Helfer für die politische Agitation und revolutionäre Organisation werden. (...) Sozialdemokratie = `Vollzugsgruppen` für den ökonomischen Lampf der Arbeiter! Man könnte wohl kaum prägnanter zeigen, wie die Gedanken der Ökonomisten vom Sozialdemokratismus zum Trade-Unionismus abgleiten, wie ihm (dem Ökonomisten- der Verf.) jede Vorstellung davon fremd ist, dass der Sozialdemokrat vor allem an eine Organisation von Revolutionären denken muss, die fähig sind, den gesamten Befreiungskampf des Proletariats zu leiten.“ (Lenin Werke Band 5, Seite 470 - 474).

Und schließlich kommt Lenin auf die Lösung der Frage wie der Widerspruch zwischen Notwendigkeit einer breiten Mitgliedschaft und einer strengen Konspiration zu beheben ist:

„Ein kleiner, festgefügter Kern der zuverlässigsten, erfahrensten und gestähltesten Arbeiter, der in den wichtigsten Bezirken Vertrauenspersonen hat und nach allen Regeln der strengsten Konspiration mit der Organisation der Revolutionäre verbunden ist, kann, unter weitestgehender Mitwirkung der Masse und ohne der Sache feste organisatorische Formen zu geben, SÄMTLICHE Funktionen durchaus erfüllen, die der Gewerkschaftsorganisation obliegen, und sie zudem so erfüllen, wie es für die Sozialdemokratie erwünscht ist. Nur auf diesem Wege kann - allen Gendarmen zum Trotz, eine Festigung und Entfaltung der sozialdemokratischen Gewerkschaftsbewegung erreicht werden (...) und sie wird von Anfang an eine feste Verbindung unserer künftigen Gewerkschaften mit dem Sozialismus sichern.

(...) Es ergibt sich hieraus die einfache Moral:

Beginnen wir mit einer festgefügten Organisation der Revolutionäre, so werden wir die Widerstandsfähigkeit der Bewegung als Ganzes sichern und sowohl die sozialdemokratischen als auch die eigentlich trade-unionistischen Ziele verwirklichen können.“ (ebenda, Seite 476).

Lenin unterschied also den Kampf unter illegalen Bedingungen in einen Kampf für die Organisierung der Arbeiter und in einen Kampf für die Organisierung der Revolutionäre, und der berühmte Satz von Lenin lautete,

„dass es viel schwieriger ist, ein Dutzend Schlauköpfe zu schnappen als hundert Dummköpfe.“

Und Lenin erläuterte auch umgehend warum:

Unter den `Schlauköpfen` sind, wie ich schon wiederholt betont habe, in organisatorischer Beziehung nur die BERUFSREVOLUTIONÄRE zu verstehen (...) Und nun behaupte ich:

1. Keine einzige revolutionäre Bewegung kann ohne eine stabile und die Kontinuität wahrende Führerorganisation Bestand haben;

2. je breiter die Masse ist, die spontan in den Kampf hineingezogen wird, die die Grundlage der Bewegung bildet und an ihr teilnimmt, um so dringender ist die Notwendigkeit einer solchen Organisation und um so fester muss diese Organisation sein (denn um so leichter wird es für allerhand Demagogen sein, die unentwickelten Schichten der Masse mitzureißen);

3. eine solche Organisation muss hauptsächlich aus Leuten bestehen, die sich berufsmäßig mit revolutionärer Tätigkeit befassen;

4. je mehr wir die Mitgliedschaft einer solchen Organisation einengen, und zwar so weit, dass sich and der Organisation nur diejenigen Mitglieder beteiligen, die sich berufsmäßig mit revolutionärer Tätigkeit befassen und in der Kunst des Kampfes gegen die politische Polizei berufsmäßig geschult sind, um so schwieriger wird es in einem autokratischen Land sein, eine solche Organisation `zu schnappen` , und

5. um so breiter wird der Kreis der Personen aus der Arbeiterklasse und aus den übrigen Gesellschaftsklassen sein, die die Möglichkeit haben werden, an der Bewegung teilzunehmen und sich in ihr aktiv zu betätigen.“ (Lenin, Werke Band 5, Seite 480-481).

„Haben wir erst Trupps speziell geschulter Revolutionäre aus der Arbeiterklasse, die eine lange Lehrzeit durchgemacht haben ( und zwar selbstverständlich von Revolutionären `aller Waffengattungen` ), dann wird keine politische Partei der Welt mit diesen Trupps fertig werden, denn diese Trupps der Revolution grenzenlos ergebenen Menschen werden auch das grenzenlose Vertrauen der breiten Arbeitermassen genießen. (...)

Die Zentralisierung der konspirativsten Funktionen durch eine Organisation der Revolutionäre wird den Umfang und den Inhalt der Tätigkeit vieler anderer Organisationen, die auf ein breites Publikum berechnet und darum möglichst lose und möglichst wenig konspirativ sind, nicht vermindern, sondern vergrößern; dazu gehören sowohl die Gewerkschaftsverbände der Arbeiter als auch die Arbeiterzirkel für Selbstbildung und die Lesezirkel für illegale Literatur, ferner die sozialistischen und auch die demokratischen Zirkel in allen übrigen Bevölkerungsschichten usw. usf. Solche Zirkel, Verbände und Organisationen sind überall in möglichst großer Zahl und mit den mannigfältigsten Funktionen erforderlich, aber es wäre unsinnig und schädlich, sie mit einer Organisation der Revolutionäre zu VERWECHSELN, die Grenzen zwischen ihnen zu verwischen...“( Lenin, Werke Band 5, Seite 482/483).

Lenin kämpfte entschieden gegen die desorganisierende Wirkung, die eine Vermengung von Partei und Klasse hat. Deswegen vrsuchte er die Sache anschaulich darzustellen:

„Nach dem Grad der Organisiertheit im Allgemeinen und dem Grad der Konspiration einer Organisation im Besonderen kann man etwa folgende Kategorien unterscheiden:

1. Organisation der Revolutionäre;

2. Organisation der Arbeiter, und zwar möglichst breite und mannigfaltige (ich beschränke mich allein auf die Arbeiterklasse und setze als selbstverständlich voraus, dass gewisse Elemente anderer Klassen unter gewissen Bedingungen ebenfalls hierzu gehören werden). Diese beiden Kategorien bilden die Partei.

Ferner 3. Arbeiterorganisationen, die sich an die Partei anlehnen;

4. Arbeiterorganisationen, die sich an die Partei nicht anlehnen, aber sich faktisch ihrer Kontrolle und Leitung unterordnen:

5. die unorganisierten Elemente der Arbeiterklasse, die sich zum Teil ebenfalls der Leitung der Sozialdemokratie unterordnen, wenigstens dann, wenn sich der Klassenkampf wuchtig äußert. So ungefähr stellt sich die Sache von meinem Standpunkt dar.“ (Lenin, Werke, Band 7, Seite 264).

Es ist heute die Aufgabe der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt, den Bedingungen ihres Landes entsprechend diese grundlegenden Prinzipien Lenins konkret anzuwenden und umzusetzen und auszubauen, um die Voraussetzungen für den Sieg der Oktoberrervolution im eigenen Land und für die Weltrevolution, zu schaffen. Wir brauchen heute solche Trupps, die Lenin aufstellte, auf internationaler Ebene, internationale Trupps, die das grenzenlose Vertrauen des Weltproletariats und der unterdrückten Völker genießen.

Es ist heute die Aufgabe der Komintern/ML, die Möglichkeiten dafür zu schaffen, dass die von den marxistisch-leninistischen Parteien zu Berufsrevolutionären herangebildeten Arbeiter auch ihre internationalen Fähigkeiten zur vollen Entfaltung bringen können - beispielsweise den Berufsagitator, der den Schritt vom VW-Werk in Deutschland, über die Autoindustrie in Deutschland und Europa hin zum Berufsagitator der streikenden Merzedesarbeiter in Brasilien und die VW-Arbeiter in Schanghai macht, also weltrevolutionärer Berufsagitator wird, der, um die Arbeiter für den gemeinsamen internationalen Klassenkampf, für die Weltrevolution zu agitieren, heute in den USA und morgen in Korea Kontakt mit den marxistisch-leninistischen Parteien aufnimmt, die ihn „vor Ort“ einweihen und illegalen Schutz gewähren können . Es ist klar, dass die Fähigkeiten und Kenntnisse einer illegalen Arbeit auf internationaler Ebene eine höhere Stufe der Qualität voraussetzt, als die konspirativen Regeln der Agitation im „eigenen“ Betrieb. Es wird klar, dass die marxistisch-leninistischen Parteien eine Dachorganisation brauchen, die proletarische Berufsweltrevolutionäre heranzubilden und einzusetzen versteht.





8. Die „linke“ Gefahr des Sektierertums beim illegalen Parteiaufbau und illegaler Parteiarbeit

Umgekehrt darf die Partei der Arbeiterklasse, unabhängig davon, dass sie über einen gut funktionierenden illegalen Parteiaufbau verfügt, nicht die legale Arbeit geringschätzen oder sich der notwendigen Arbeit in den reaktionären Organisationen des Gegners verweigern. Die marxistisch-leninistische Partei richtet sich gegen jede Verabsolutierung des illegalen Kampfes und der illegalen Organisation. Wir sind keine Guerilla-Organisation und auch keine anarchistsiche Organisation, die den Kampf unter den Massen ablehnen. Wir waren stets Gegner jeglicher Formen von Konspirations- und Revolutionsspielerei des kleinbürgerlichen Revoluzzertums.

Wir Kommunisten dürfen die legalen Möglichkeiten nicht unterschätzen und uns nicht vor dem mühseligen zähen und geduldigen Kampf für die Legalität drücken bzw. davor kapitulieren. Die Partei darf den Gegner nicht überschätzen - das entspräche einer „linken“ Abweichung von der korrekten Parteilinie, wenn man sich widerstandslos in die Illegalität drängen lassen würde und nicht bereit wäre, um jeden Zentimeter Legalität zu kämpfen. Es ist ja nicht so, dass wir uns geradezu danach sehnen, in die Illegalität getrieben zu werden, um uns vor dem Volk als tolle Kerle hinzustellen. Wenn man uns aber versucht, die Illegalität gewaltsam aufzuzwingen, dann werden wir dagegen mit aller Macht kämpfen, eben auch mit illegalen Mitteln. Die Frage der Illegalität haben wir Kommunisten immer auf revolutionäre Weise gelöst, das tun wir auch heute und in Zukunft ! Die Marxisten-Leninisten kämpfen gegen die sektiererischen Auffassungen, die darauf gerichtet sind, unter dem Vorwand, die Partei und die Kader zu schützen, jegliche Möglichkeit einer legalen Arbeit zu nutzen. Wir verkriechen uns nicht feige vor unserem Gegner, wir greifen ihn nur nicht offen, sondern aus der Deckung, aus dem Hinterhalt an, um ihn zu zermürben und ihn eines Tages auf offenem Schlachtfeld durch die Revolution der Massen zu besiegen. Die Frage der Illegalität ist für uns Kommunisten nur eine Frage des besonders erschwerten Weges zur Revolution, die wir entsprechend lösen werden mit Hilfe unserer illegalen und legalen Organisationen.

Die historischen Erfahrungen zeigen, dass wenn die Kommunisten einen revolutionären Kampf führen, sie immer mit den verschiedenen fortschrittlichen Kräften Bündnisse geschlossen haben und weiter schließen. Ob bei nationalen Befreiungsbewegungen oder im anti-imperialistischen Kampf, oder revolutionären demokratischen Kämpfen - alle tragen dazu bei, unsere Gegner zu schwächen, und um die sozialistische Revolution siegreich durchführen zu können. Das Bündnis mit breitesten Shichten des Volkes sind dabei unverzichtbar. Es wäre sektiererisch und schädlich für die sozialistische Revolution, wenn nicht alle Kräfte vereinigt werden, die sich vereinigen lassen. Wir Kommunisten sind immer daran interessiert und kämpfen auch dafür, dass wir diejenigen Kräfte vereinigen, die die proletarische Revolution unterstützen können. Dazu müssen alle legalen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, darf man sich vor den Massen nicht verstecken, muss man als Kommunist Flagge zeigen, wann immer und wo immer das möglich ist. Niemals darf es so kommen, dass man die Illegalität zum Vorwand nimmt, den Kommunismus vor den Massen zu verstecken und sich feige vor der Bourgeoisie zu verkriechen.

Wie heisst es im Schlusssatz des Kommunistischen Manifests von Marx und Engels?

„Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, dass ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung. Mögen die herrschenden Klassen vor einer kommunistischen Revolution zittern. Die Proletarier haben nichts in ihr zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen.“

Also verheimlichen vor dem Klassengegner und verheimlichen vor den Arbeitern, den Werktätigen, dem Volk, das sind zweierlei Dinge, die man auseinanderhalten muss. Die Konspiration hat den Zweck, die Organisation vor dem Feind zu schützen, sie ist ein Hilfsmittel des Kampfes des Proletariats und des ganzen Volkes. Wenn sie aber beginnt, diesen Kampf zu behindern, dann wendet sie sich gegen uns selbst. Deswegen ist die Konspiration in dem Maße dienlich, in dem sie verbunden ist mit einer breiten Massenpolitik und nicht die Partei in vier Wände einschließt und sich von den Massen entfernt. Man darf in der Illegalität die Verbindung zu den Massen nicht verlieren. Wir sind keine Sekte, die in ihren Studierstuben die Revolution vorbereitet.

Wir dürfen also nicht U-Boot spielen, oder gar den Kampf als Kommunist einstellen. Jederzeit als Kommunist auftreten, das heißt beispielsweise für unsere Genossen im Betrieb, nicht zu sagen: „Seht her, ich bin ein Kommunist, Mitglied der Kommunistischen Partei,“ sondern als Kommunist zu handeln. Als Kommunist zu handeln heißt, den Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stehen, sich um ihre Sorgen und Nöte kümmern, in der Aktion, im Streik nicht nur an ihrer Seite, sondern an der Spitze stehen, sie für oppositionelle Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft zu gewinnen und sie allmählich und vorsichtig an die Positionen der Partei heranzuführen, um sie schließlich für die Partei zu gewinnen und vom Kommunismus zu überzeugen.

Aber es gibt Zeiten der Ebbe und Flut der Revolution: In Zeiten der Ebbe, wo die Reaktion die Entfaltung der Revolution mit eiserner Hand niederhält, da schmilzt auch die Anzahl der Parteimitglieder, einmal durch die Verhaftungswellen, Folterungen und Ermordungen der besten Genossen und andererseits durch das Ausscheiden von intellektuellen Mitläufern, die sich vor den Opfern des illegalen Kampfes scheuen und die Verfolgung durch die Konterrevolution fürchten und sich einschüchtern lassen.

Lenin wies in solchen Situationen darauf hin,

„ dass revolutionäre Parteien in solchen Augenblicken dazulernen müssen. In der Periode des Aufschwungs der Revolution hatten sie angreifen gelernt, in der Periode der Reaktion müssen sie lernen, wie man einen Rückzug richtig durchzuführen, wir man zur Illegalität überzugehen, wie man die illegale Partei zu erhalten und zu festigen hat, wie man die legalen Möglichkeiten, die verschiedenen legalen Organisationen, besonders die Massenorganisationen, zur Festigung der Verbindungen mit den Massen auszunutzen hat. Die Menschewiki zogen sich panikartig zurück, da sie nicht an die Möglichkeit eines neuen Aufschwungs der Revolution glaubten, sie verleugneten schimpflich die revolutionären Forderungen des Programms und die revolutionären Losungen der Partei, sie wollten die revolutionäre illegale Partei des Proletariats liquidieren, vernichten. Daher nannte man solche Menschewiki von nun an Liquidatoren.“ (Geschichte der KPdSU (B) Seite 167).

In der Zeit der Stolypinschen Reaktion änderten die Bolschewiki ihre Taktik gegenüber der revolutionären Zeit 1905, weil man

„nicht in nächster Zeit die Massen zum politischen Generalstreik oder zum bewaffneten Aufstand aufrufen (konnte- der Verf.), weil ein Niedergang der revolutionären Bewegung, eine tiefe Ermüdung der Arbeiterklasse, eine bedeutende Stärkung der reaktionären Klassen zu verzeichnen waren. Die Partei musste der neuen Situation Rechnung tragen. Man musste die Angriffstaktik ersetzen durch die Verteidigungstaktik, durch die Taktik der Sammlung der Kräfte, durch die Taktik der Überführung der Kader in die Illegalität und durch die Taktik der illegalen Parteiarbeit, der Verbindung der illegalen Arbeit mit der Arbeit in den legalen Arbeiterorganisationren.“ (Geschichte der KPdSU (B) Seite 170).

Diese Taktik konnte nur im unversöhnlichen Kampf gegen die verkappten Liquidatoren, die Otsowisten, durchgesetzt werden, die jede Arbeit in den legalen Organisationen, zB in den Gewerkschaften, unter dem Vorwand „revolutionärer“ Phrasen ablehnten. Auch versuchten sie die bolschewistischen Dumadeputierten abzuberufen, um den Bolschewiki ihre Tribüne zur Revolutionierung der Bauernmassen zu behmen. Sie wollten sich in einer illegalen Organisation abkapseln, wodurch sie die Partei noch mehr gefährdeten, weil sie der Verbindung zu den Massen und um deren Schutz beraubt werden sollte. Wie soll eine illegal isolierte Partei legale Deckungsmöglichkeiten schaffen können, ohne die sie sich in ein Nichts verwandeltn würde!? Damit wäre es auch unmöglich, neue Kräfte zu sammeln für den zu erwartenden nächsten revolutionären Aufschwung. Mit ihrem Verzicht auf die revolutionäre Arbeit unter den Massen unter Ausnutzung legaler Möglichkeiten, verzichteten die Otsowisten auch auf den Aufbau der Partei und wurden deshalb als „umgestülpte Liquidatoren“ bezeichnet. Die Bolschewiki schlossen die Otsowisten aus der Partei aus. In schwierigen Situationen erkennt die Partei und das Proletariat das wahre Gesicht der Liquidatoren, die die Partei in Stich lassen, um ihre Haut zu retten, dies aber zuzugeben, sind sie zu feige, aber frech genug, um die Partei in den liquidatorischen Sumpf hineinreißen zu wollen. Die Otsowisten, „die Liquidatoren von der Kehrseite“, die Helden der „linken „ Phrase, die bürgerlichen Verfälscher des Marxismus, leugneten die Notwendigkeit einer revolutionären Ausnutzung legaler Möglichkeiten. Sie versuchten, die Partei der Bolschewiki von der Arbeiterklasse loszureißen und die proletarische Partei in einen sektiererischen Intellektuellenzirkel zu verwandeln.

Was die Auseinandersetzung mit Trotzki zur Frage der Verschwörerorganisation anbelangt äußerte sich Lenin wie folgt:

„Gen. Trotzki hat den Grundgedanken meines Buches `Was tun?` sehr falsch verstanden, als er sagte, die Partei sei keine Verschwörerorganisation ( diesen Einwand erhoben auch viele andere gegen mich). Er hat vergessen, dass ich in meinem Buch eine ganze Reihe verschiedener Organisationstypen vorschlage, von den konspirativsten und engsten bis zu verhältnismäßig breiten und losen. Er hat vergessen, dass die Partei nur der Vortrupp, der Führer der gewaltigen Masse der Arbeiterklasse sein soll, die sich ganz (oder fast ganz) `unter der Kontrolle und Leitung` der Parteiorganisationen betätigt, die aber der `Partei` nicht ganz angehört und nicht ganz angehören darf. In der Tat, man sehe sich an, zu welchen Schlüssen Gen. Trotzki infolge seines Grundfehlers gelangt. Er sagte uns hier, wenn man immer neue Reihen von Arbeitern festnähme und alle Arbeter erklären würden, dass sie der Partei nicht angehören, wäre unsere Partei ein recht seltsames Gebilde! Ist es nicht umgekehrt? Ist nicht der Gedankengang des Gen. Trotzki seltsam? Er betrachtet das als traurig, was jeden einigermaßen erfahrenen Revolutionär nur freuen könnte. Würden sich Hunderte und Tausende von Arbeitern, die wegen Streiks und Demonstrationen verhaftet werden, als Nichtmitglieder von Parteiorganisationen herausstellen, so bewiese das nur, dass unsere Organisationen gut sind, dass wir unsere Aufgabe - einen mehr oder minder engen Kreis von leitenden Genossen konspirativ wirken zu lassen und möglichst breite Massen zur Bewegung heranzuziehen - erfüllen.“ (Lenin, Werke, Band 6, Seite 501-502, „II. Parteitag der SDAPR“). Lenin hat über die „Schlussfolgerung“ seiner Gegner nur lächeln können, wenn diese ihm das Argument unterzuschieben versuchten, er wolle „die Gesamtsumme der Parteimitglieder auf die Summe der Verschwörer beschränken“. Darauf entgegnete Lenin:

„Man glaube nicht, dass die Parteiorganisationen NUR aus Berufsrevolutionären bestehen dürfen. Wir brauchen die mannigfaltigsten Organisationen aller Arten, Abstufungen und Schattierungen, angefangen von außerordentlich engen und konspirativen bis zu äußerst breiten, freien, losen Organisationen“ (Lenin Werke Band 5, Seite 463).

„Um eine sozialdemokratische Partei zu sein, muss man die Unterstützung gerade der Klasse erlangen. Nicht die Partei soll die Verschwörerorganisation umgeben, wie Gen. Martow glaubte, sondern die revolutionäre Klasse, das Proletariat, soll die Partei umgeben, die sowohl verschwörerische als auch nichtverschwörerische Organisationen in sich einschließt.“ (Lenin, Werke Band 7, Seite 260- 261, „Ein Schritt vorwärts, zwei Schrutte zurück“).

Wir Marxisten-Leninisten werden von den Neo-Revisionisten kurzerhand des „Sektierertums“ bezichtigt, sowie wir auch nur das Wort „Verschwörerorganisation“ in den Mund nehmen. Aber denkt euch, liebe Neo-Revisionisten, wir sind tatsächlich noch viel schlimmer als ihr glaubt - ja, wenn euch dies Schimpfwort gefällt, dann sind wir stolz darauf, „weltrevolutionäre Ultra-Sektierer“ zu sein, denn wir nehmen nicht nur das Wort „internationale Verschwörerorganisation“ in den Mund , sondern haben bereits damit begonnen, die Komintern/ML in dieser Richtung zu entwickeln, und wir werden diese internationale Verschwörerorganisation zur schlagkräftigen, revolutionären Kampfpartei des Weltproletariats machen! Weder die russische bolschewistische Partei Lenins und Stalins, noch die Kommunistische Internationale unter der Führung Lenins und Stalins war sektiererisch, dem ihr natürlich beipflichtet, aber wenn wir ihre Lehren heute anwenden, dann ist das natürlich „sektiererisch“. Sektiererisch war und ist jedoch die trotzkistische IV. Internationale, sektiererisch sind die internationalen intellektuellen Diskutierklubs. Ihr Fehler ist es, nicht nur unfähig zu sein, den internationalen Klassenkampf zu führen, sondern ihn auch theoretisch abzulehnen angesichts der „Allmacht“ des Weltimperialismus. Die spontane weltproletarische Massenbewegung enthebt uns nicht von der Pflicht, eine bolschewistische Weltpartei im Geiste Lenins und Stalins, also eine Organisation von Weltrevolutionären zu schaffen. Im Gegenteil, diese Pflicht wird uns gerade durch die weltproletarische Massenbewegung auferlegt, denn dieser spontane Kampf der Proletarier aller Länder wird niemals zu einem weltproletarischen Klassenkampf, solange dieser Kampf nicht von einer starken Weltorganisation der Revolutionäre GELEITET wird. Natürlich wenden wir uns Marxisten-Leninisten gegen die Theorien, welche Verschwörerorganisationen predigen, die den politischen Kampf einengen. Auf diese Kritik verzichten wir auch nicht, wenn es um die Einengung des politischen Kampfes auf internationaler Ebene geht. Aber gegen die Einengung des politischen Kampfes zu sein, bedeutet ja nicht, dass wir eine Weltorganisation der Berufsrevolutionäre grundsätzlich ablehnen, weil sie konspirativ arbeiten muss. Konspiration heißt ja übersetzt nichts anderes als Verschwörung, und so wiederholen wir hier das Zitat Lenins, das in der „Einleitung“ zu lesen war, diesmal aber als Argument für die Weltorganisation der Berufsrevolutionäre:

„Konspiration ist eine so unumgängliche Vorbedingung für eine solche Organisation, dass alle anderen Bedingungen ( die Zahl der Mitglieder, ihre Auslese, ihre Funktionen usw.) ihr angepasst werden müssen. Es wäre darum höchst naiv, die Beschuldigung zu fürchten, dass wir Sozialdemokraten eine Verschwörerorganisation schaffen wollten“ ( Lenin, Werke, Band 5, „Was tun?“, Seite 493).

Das Argument unserer Gegner zählt nicht, dass die revolutionäre Entwicklung der proletarischen Bewegungen in den verschiedenen Ländern unterschiedlich ist, und durch eine streng geheime Organisation, die alle internationalen Fäden der konspirativen Arbeit in ihren Händen konzentriert und zentralisiert, die Gefahr birgt, eine Niederlage zu erleiden. Hören wir, was Lenin auf solche Argumente zu antworten pflegte:

„Abstrakt gesprochen, kann natürlich nicht in Abrede gestellt werden, dass eine Kampforganisation einen unüberlegten Kampf beginnen kann, der mit einer Niederlage enden kann, die unter anderen Umständen keineswegs unvermeidlich gewesen wäre. Aber man darf sich bei einer solchen Frage nicht auf abstrakte Erwägungen beschränken, denn jede Schlacht schließt abstrakt die Möglichkeit einer Niederlage in sich ein, und es gibt kein anderes Mittel, diese Möglichkeit zu verringern, als die Schlacht organisiert vorzubereiten. Stellen wir die Frage aber konkret, ausgehend von den heutigen russischen Verhältnissen, so werden wir den positiven Schluss ziehen müssen, dass eine starke revolutionäre Organisation unbedingt notwendig ist, gerade um der Bewegung Widerstandsfähigkeit zu verleihen und um sie vor der Möglichkeit zu bewahren, unüberlegte Angriffe zu unternehmen.“ (ebenda, Seite 493-494).

Und nehmen wir die konkreten Verhältnisse des heutigen Weltimperialismus, dann werden wir gleichsam und um es nochmals mit den Worten Lenins zu sagen, den positiven Schluss ziehen müssen, dass eine starke weltrevolutionäre Organisation unbedingt notwendig ist, gerade um der Weltbewegung Widerstandsfähigkeit zu verleihen und um sie vor der Möglichkeit zu bewahren, unüberlegte Angriffe zu unternehmen. Woran hat denn die marxistisch-leninistische Weltbewegung seit der Auflösung der Komintern am meisten gelitten? Wir antworten darauf, das die marxistisch-leninistische Weltbewegung seit der Auflösung der Komintern darunter ununterbrochen leidet, dass die marxistisch-leninistischen Parteien zu sehr von den Ereignissen in ihrem eigenen Land in Anspruch genommen waren; dass es darum unbedingt notwendig ist, den Schwerpunkt einwenig auf die gemeinsame weltrevolutionäre Arbeit zu verschieben; dass eine solche Verschiebung unsere feste Verbindung mit dem Proletariat des eigenen Landes und die revolutionäre Arbeit im nationalen Maßstab nicht schwächen, sondern durch die intensivere Arbeit im Weltmaßstab stärken wird. Das trifft nicht nur auf rein internationale Fragen oder auf Einzelaufgaben zu, wie das Zentralorgan, sondern das trifft auf alle Gebiete, auf jegliche revolutionäre Arbeit zu. Eine täglich erscheinendes on-line- Zentralorgan der Komintern/ML in allen Sprachen der Welt, das in allen Ländern in der Landessprache von allen marxistisch-leninistischen Parteien täglich nachgedruckt und vor Ort verteilt werden kann, würde nicht nur die Zersplitterung der Kräfte enorm reduzieren, sondern hätte einen hohen politischen, ideologischen und organisatorischen Stellenwert, um die Proletarier aller Länder im weltrevolutionären Kampf tatsächlich praktisch zu vereinigen. Entweder wir lösen diese Aufgabe oder die Proletarier aller Länder werden uns mit Schimpf und Schande zum Teufel jagen: „Schöne Internationalisten seid ihr - verkümmert in eurem eigenen Land!“ Natürlich sind die Zentralorgane der marxistisch-leninistischen Parteien in den einzelnen Ländern wichtig und bleiben auch wichtig, aber die Siemensarbeiter in Indien möchten auch etwas von den Siemensarbeitern in Deutschland oder China erfahren, ihren gemeinsamen Kampf vereinheitlichen, ihr internationales Wissen bereichern, und die Bewegung in den Ländern unterstützen, wo die Unterstützung am notwendigsten ist. Das kann eine revolutionäre Weltorganisation mit den Sektionen zusammen viel besser leisten, als jede Sektion für sich - das wird jeder klassenbewusste Arbeiter bestätigen, ob das nun der Arbeiter aus Istanbul, Sao Paulo, Seoul, Chicago oder Magnitogorsk ist. Allein, wenn sich 10 marxistisch-leninistische Parteien zusammentäten, um eine gemeinsame internationale on-line-Zeitung herauszugeben, wäre das schon ein Riesenvorteil für alle anderen Länder, insbesondere für diejenigen Länder, wo die marxistisch-leninistischen Parteien noch im Aufbau bzw. die Marxisten-Leninisten nur einzeln oder in lokalen Gruppen organisiert sind. Das wäre proletarischer Internationalismus der Tat. Wir Marxisten-Leninisten müssen eine Weltarmee allwissender Menschen sammeln, ausbilden, mobilisieren und in den Kampf schicken - aber das muss erst einmal in Angriff genommen werden. Schlimm ist hierbei, wenn selbst die Erkenntnis in diese Notwendigkeit bei vielen von uns noch fehlt. Was für die marxistisch-leninistischen Parteien in ihrem eigenen Land für notwendig befunden wird und für selbstverständlich gilt, das ist für sie auf internationalem Terrain noch lange nicht selbstverständlich. Das müssen die Marxisten-Leninisten in der Welt noch lernen, und das werden sie noch lernen, denn die Notwendigkeit des internationalen Kampfes wird sie zwangsläufig darauf stoßen, und sie werden ihre gemeinsamen internationalen Aufgaben hervorragend lösen. Daran gibt es gar keinen Zweifel.

Das, was für alle marxistisch-leninistischen Parteien heute am dringendsten ist, die prinzipielle Erörterung der Grundfragen der Weltbewegung, und die internationale Agitation, übersteigt die Kraft einer einzelnen marxistisch-leninistischen Partei. Nehmen wir wie weltweite Arbeitslosigkeit nur mal als Beispiel. Über die Arbeitslosigkeit gibt es in den Zentralorganen in den einzelnen Ländern viel zu lesen. Das ist gut. Aber welches Zentralorgan beschäftigt sich mit der Arbeitslosigkeit als Weltproblem, geschweige denn welches Zentralorgan kann sich zum kollektiven Agitator, Propagandist und Organisator der vereinigten Weltarbeitslosenbewegung werden? Keine kann das. Diese kollektive Arbeit der marxistisch-leninistischen Parteien ist aber notwendig um die Weltarbeitslosenbewegung anzuführen und zu leiten. Allein die Einsicht in diese Notwendigkeit ist aber schon der halbe Weg zur Lösung dieses Problems, das man hierfür nämlich eine gemeinsame Weltdachorganisation aufbauen muss. Die Parteien müssen an ihr gemeinsames internationales Zentralorgan denken und daran mitarbeiten. Solange das nicht geschieht, werden wir die marxistisch-leninistische Weltbewegung nicht vom Fleck bringen. Geschieht das aber, dann wird sich ein normales Verhältnis zwischen dem Zentralorgan der Komintern/ML und den nach wie vor notwendigen Zentralorganen der Sektionen ganz von selbst herausbilden. Wir brauchen hierfür aber nicht nur eine prinzipielle, sondern eine praktische Entscheidung dieser Frage. Das wünschen wir uns von ganzem Herzen, denn es wäre ein harter Schlag gegen den gemeinsamen Feind - gegen den Weltimperialismus und für das Weltproletariat von großem Interesse und Nutzen. Mögen die Neo-Revisionisten dies als blankes Sektierertum brandmarken, für uns Marxisten-Leninisten, für das Weltproletariat, wäre das ein großer Schritt vorwärts auf dem Weg zur Weltrevolution.

Wenn wir uns gegen die Vorwürfe des Sektierertums durch die Neo-Revisionisten zur Wehr setzen, so heißt das noch lange nicht, das wir aufhören müssten, das tatsächliche Neo-Sektierertum, dem Gehilfen des Neo-Revisionismus scharf zu bekämpfen. Wir erkennen die Notwendigkeit des Kampfes gegen das Sektierertum uneingeschränkt an, unabhängig davon wie sehr man uns mit Sektierertum-Schimpfworten nun übersät oder nicht.Wenn wir gemachte sektiererische Fehler zukünftig vermeiden und gegenüber den Sektierern wachsam bleiben, dann wird es den Neo-Revisionisten um so schwerer fallen, uns weiterhin Sektierertum vorzuwerfen. Unser Kampf gegen das tatsächliche Sektierertum wird uns im Kampf gegen den Neo-Revisionismus von Nutzen sein. Wir Marxisten-Leninisten haben es uns im Kampf gegen den modernen Revisionismus nie so einfach gemacht, jede berechtigte Kritik an unseren sektiererischen Fehlern in Bausch und Bogen als Beschimpfungen der Revisionisten abzutun. Wer seine sektiererischen Fehler nicht bekämpft, stumpft die marxistisch-leninistische Waffe gegen den Revisionismus ab und trägt, ob er will oder nicht, zum Erstarken des Revisionismus bei. Die soziale Basis in der Partei für linksopportunistische Tendenzen und Abweichungen sind häufig Intellektuelle und Kleinbürger. Sie haben zum Teil ein gestörtes Verhältnis zu den Massen und abenteurliche Vorstellungen vom revolutionären Klasenkampf. Deswegen werden wir auch in unseren Organisationen von der Zusammensetzung her dafür sorgen, dass das Sektierertum keine soziale Basis erhält.

Auch die Auffassungen von der angeblich entscheidenden Rolle eines Guerilla-Herdes sind abenteurlich. Sie führen zu Niederlagen und Enttäuschungen; sie entfernen die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen von der Revolution. So ist auch der chinesische Revisionismus ein Gegner der marxistisch-leninistischen Parteien in der Frage des legalen und illegalen Kampfes, werden wir die falschen Auffassungen des Maoismus entlarven und bekämpfen, insbesondere in der Guerilla-Taktik und des Volkskrieges. Wenn wir - in die Illegalität gedrängt - unter der Losgelöstheit von den Massen zu leiden haben, machen die Sektierer daraus eine Tugend, anstatt um jeden Preis in täglicher Kleinarbeit und im Kampf um die Nöte und Sorgen der Massen die Massenarbeit zu intensivieren und jegliche Losgerissenheit in die Breite und in die Tiefe zu überwinden. Wenn die Sektierer uns hartnäckig daran zu hindern versuchen, wenn sie sich weigern, die Parteiarbeit unter den Massen zu unterstützen, müssen sie aus der Partei entfernt werden. Da sind wir konsequent. Mit Sektierern in der Partei kann man nicht das Sektiertum bekämpfen.

Die illegale Arbeit darf die Partei nicht einschränken und behindern, sondern muss sie im Gegenteil fördern, verbessern und stärken. Damit ist nicht nur eine kleinbürgerlich-intellektuelle Übertreibung der konspirativen Arbeit (Agenteritis), ein Zurückweichen im Klassenkampf, das Verstecken der Partei hinter ihren Massenorganisationen, gemeint, die ihre Ursache erstens in der Angst vor der Bourgeoisie, die der maßlosen Überschätzung der Macht der Bourgeoisie entspringt, die ihre Ursache zweitens im mangelnden Vertrauen in die revolutionäre Arbeiterklasse und in den Schutz der Massen hat, sondern drittens kann die Illegalität die Partei fast ersticken, wenn sie zu lange in der Illegalität gewesen ist, und mit dem Ende der Illegalität nicht fertig wird. In solchen Situationen muss die Partei ihre müden Glieder strecken, sich aufraffen zu neuen Taten, frisches Blut aufnehmen und den revolutionären Schwung wiederbeleben, wenn sie nicht hinter den revolutionären Ereignissen zurückbleiben und in Nachtrabpolitik verfallen will.

Stalin lehrte in der „Geschichte der KPdSU (B)“:

„Man kann es als Regel betrachten“, sagte Genosse Stalin, „dass die Bolschewiki unbesiegbar bleiben, solange sie die Verbindung mit den breiten Massen des Volkes bewahren. Und umgekehrt, die Bolschewiki brauchen sich nur von den Massen loszulösen, die Verbindung mit ihnen verlieren, (...) um jegliche Kraft einzubüßen und sich in ein Nichts zu verwandeln.“ (Geschichte der KPdSU (B) - Schlussfolgerungen)





9. Die versöhnlerisch/zentristische Gefahr bei der Verknüpfung von legaler und illegaler Arbeit

Die Versöhnler können niemals versöhnen, was sich nicht versöhnen lässt und was nicht zu versöhnen ist. Man kann nicht die Illegalität „ein wenig“ begraben und sie „ein wenig“ durch eine legale Partei ersetzen. Darum ist das Ergebnis des Versöhnlertums immer der Bankrott des Liquidatorentums und nicht die tatsächlich notwendige Versöhnung zur Einheit aller am Aufbau der illegalen Partei beteiligten Kräfte. Weder die Prinzipien des illegalen Parteiaufbaus - und die Revolutionäre, die sie anwenden - dürfen in einem offenen, legalen Papphaus beim ersten reaktionären Sturm in alle Winde verstreut werden, noch dürfen sie sich in das enge Schneckenhäuschen des Sektierertums hineinzwängen lassen, wo sie zum eigenen Gefangenen werden. Die Partei würde verkümmern, wenn sie sich in ihrem engen, parteilichen Gehäuse abkapselt und wenn sie sich von der Illegalität kampfunfähig machen lässt und wenn sie sich von den Massen loslöst. Die konspirative Arbeit kann auch nicht in beiden Häusern ein - und aus kehren, und weder den einen noch den anderen Herren dienen.

Die „Linken“ hauen uns Marxisten-Leninisten den Knüppel auf dem Kopf mit dem Kampfgebrüll: „Nieder mit den Legalisten!“ - nur weil wir unsere Arbeit unter den Massen weiterführen wollen. Und die Rechten schwingen gegen uns die Keule des „Illegalitätskults, des unterirdischen Revoluzzertums und konspirativen Katz-und Maus-Spiels!“ und versuchen uns aus den legalen Organisationen hinauszujagen, nur weil wir in der legalen Arbeit nicht auf unsere revolutionären Zielsetzung verzichten wollen. Und was tun die Versöhnler? Sie zwingen uns zu einer opportunistischen „Parteieinheit“ und zum faulen „Parteifrieden“ und verlangen allen Ernstes, dass wir uns mit denjenigen, die auf die Partei einschlagen auch noch zu versöhnen hätten, ja sie erwarten sogar noch von uns, dass wir weiterhin schön unseren Kopf hinzuhalten haben.

„Verfolgte Arbeiter, zerstörte Organisationen, betrogene Bauern, verhaftete Soldaten und Matrosen, verleumdete und verlästerte Führer der proletarischen Partei und daneben die triumphierenden, verleumdenden, dreist gewordenen Konterrevolutionäre - alles das unter der Flagge der `Rettung` der Revolution - ,soweit haben uns die Partei der Sozialrevolutionäre und Menschewiki gebracht. Und da gibt es noch Menschen auf der Welt, die uns nach alledem die Einheit mit diesen Herren vorschlagen, mit Leuten, die die Revolution `retten` , indem sie sie erdrosseln!“ (Stalin, Werke Band 3; Seite12)

„Als die Häuptlinge der Konterrevolution... jene (Menschewiki und Sozialrevolutionäre - der Verf.) eingeschüchtert, in ihre Netze verstrickt, gezähmt und um sich geschart hatten, eröffneten sie den Feldzug gegen die Revolution. Demoralisierung und Verbot von Zeitungen, Entwaffnung der Arbeiter und Soldaten, Verhaftungen und Misshandlungen, Lügen und Verleumdungen, gemeine und niedrige Verleumdungen käuflicher Spitzel gegen die Führer unserer Partei - das sind die Früchte der Paktiererpolitik.“ (Stalin Werke, Band 3, Seite 119).

„Die Menschewiki und die Sozialrevolutionäre haben sich von der Revolution losgesagt, folglich mussten sie unvermeidlich in die Gewalt ... der Konterrevolution geraten.“ (Stalin Werke, Band 3, Seite 125).

Und die Zentristen treiben dann noch aus der Zerfahrenheit der Situation ein systematisch ausgeklügeltes Intrigenspiel vermittels Nachbetens der ganzen Liquidiererei zur Bildung von Fraktionen und Zersplitterungen und Spaltungen gegen die Partei. Darin war ja bekanntlich Trotzki ein großer Meister. Die Partei ist nur dann stärker als alle Liquidatoren, wenn sie ALLE Strömungen so bekämpft, dass sie ihnen JEGLICHES Betätigungsfeld innerhalb der Partei UNMÖGLICH macht, dass sie diese klassenfremden, feindlichen Elemente samt und sonders ohne Zögern hinaussäubert, ohne auch nur einen einzigen von ihnen aus dem einen oder anderen Grund zu schonen. Die marxistisch-leninistische Partei muss sich entweder gänzlich aller dieser Ströungen entledigen, oder sie wird selbst zugrunde gehen. Es versteht sich von selbst, dass die Partei nicht existieren kann, wenn sie diejenigen in ihren Reihen belässt, die ihre Existenz nicht anerkennen.

Wer sich von der Illegalität lossagt, sagt sich von der Partei los! Wer sich vom legalen Kampf lossagt, sagt sich von der Partei los! Wer sich sowohl von der Illegalität als auch von der legalen Arbeit lossagt - sagt sich auch von der Partei los!

Sind die marxistisch-leninistischen Kräfte unterlegen, dann MÜSSEN sie sich als oberstes Parteiorgan auf einer Konferenz neu konstituieren, indem sie die ganzen liquidatorischen Strömungen zukünftig und für alle Zeiten für außerhalb der Partei stehend erklären:

„Die Partei kann nicht existieren, wenn sie nicht ihre Existenz verteidigt, nicht bedingungslos diejenigen bekämpft, die sie zu liquidieren, zu vernichten suchen, sie nicht anerkennen, die sich von ihr lossagen.(...) Wer sich von der bestehenden Partei im Namen irgendeiner neuen lossagt, dem muss gesagt werden: Versucht es nur, gründet eine neue Partei, aber Mitglieder der alten, jetzigen, bestehenden Partei könnt ihr NICHT sein!“ (Lenin, Werke, Band 19, Seite 137, „Strittige Fragen“).

Wenn man bei der Verbindung von legaler und illegaler Arbeit die eine Seite überbetont und übertreibt und die andere unterbetont und vernachlässigt, können die Parteifeinde die mit Sicherheit auftauchende berechtigte Kritiken als Argumentation gegen die Partei missbrauchen. Da muss man wachsam sein. Nicht jeder, der zur illegalen Arbeit der Partei Kritik übt oder diese unterstützt, muss das aus ehrlichem Herzen tun: Wird die „linke“ Abweichung der Abkapselung von den Massen kritisiert, dann nutzen die Parteifeinde diese Argumentation natürlich aus für das Einschleusen ihrer legalistischen Linie vermittels der Versöhnler, wodurch sich das Sektierertum wiederum erneut formieren kann, wenn die Partei dies zulässt. Dieses Zusammenspiel parteifeindlicher Kräfte muss von der Partei durchschaut und rechtzeitig unterbunden werden, bevor daraus Schaden entsteht.

Wird umgekehrt die Abweichung des Legalismus in der Partei kritisiert, nutzen die Parteifeinde diese Argumentation aus, um über die korrekte marxistisch-leninistische Positionen hinaus möglichst bis zur gänzlichen Abkehr von jeglicher legaler Arbeit hinauszugehen, wodurch den Legalisten wiederum eine Atempause zur Regenerierung gegönnt wird. Es wird also eine korrekte marxistisch-leninistische Kritik in der Frage der Ausrichtung der illegalen Parteiarbeit stets von den Parteifeinden dazu missbraucht, um sie ins Gegenteil zu kehren oder zumindest abzuschwächen - mal von der einen, mal von der andere Seite und immer am meisten von derjenigen Seite, wo unsere Schwächen am größten sind. Dabei bedienen sich die Parteifeinde des Mittels des Versöhnlertums und des Zentrismus. Wie das? Die Klassenkampfbedingungen sind nicht zu jedem Zeitpunkt gleich, sie ändern sich ständig und es muss diesen Änderungen taktisch entsprochen werden, das heißt, die Partei muss sich den veränderten Klassenkampfbedingungen anpassen, also sich auch auf die sich verändernde Kampftaktik der Bourgeoisie gegenüber der Partei. Besonders in zugespitzten Situationen, wo Entscheidungen gefällt werden müssen, die Einfluss haben auf die Veränderung der legalen und illegalen Gewichtung, auf die Veränderung der Formen des legalen und illegalen Kampfes, da muss man sich auch mit abweichenden Standpunkten korrekt auseinandersetzen. Genau hier setzt der Opportunismus an, um die notwendigen Entscheidungen in seinem Sinne zu beeinflussen und der Partei auf die eine oder andere Weise zu schaden. Wenn die Partei beispielsweise eine korrekte Linie in der illegalen Parteiarbeit nicht den veränderten Bedingungen anpasst, dann verwandeln sich die korrekten Maßnahmen in weniger wirksame Maßnahmen, ja sie können sich sogar ins Gegenteil verwandeln, wenn sie nicht grundlegend geändert werden. Sie nicht zu ändern, das ist den Rechten recht. Sie zu weit zu ändern, ist den „linken“ recht, weil sie dann über das Ziel hinausschießen und ebenfalls Schaden anrichten können.

Halbherzigkeiten, Halbheiten gegenüber den illegalen Prinzipien der Partei, und Gleichgültigkeit, Sorglosigkeit oder Wachsamkeit - gepaart mit Übersensibilität, Übertreibungen bei der Handhabung der Konspiration auf der anderen Seite, all das beginnt zu einer Abweichung zu werden, wenn man die Fehler nicht mit Hilfe von Kritik und Selnskritik rechtzeitig analysiert und beseitigt. Wenn man anfängt, seine inkonsequente Haltung in der Frage der eisernen Disziplin der illegalen Partei versöhnlerisch zu betrachten - bzw. auch die der Genossen -, wenn man anfängt, sie zu rechtfertigen und dann sogar eine falsche Linie draus macht, die man noch als Tugend preist, wenn dies dann noch von Parteifeinden dankbar aufgenommen und in eine schädliche Richtung bewusst getrieben wird, dann können sich daraus ernsthafte Konsequenzen für die Existenz der Partei und solche Niederlagen ergeben, die für unsere revolutionäre sache verhängnisvoll werden können. Es reicht nicht, dass man nur in seiner generellen Linie eine korrekte Haltung zum illegalen Aufbau der Partei einnimmt, man muss sie in allem, was man tut einnehmen - es gibt keine einzige Aktion der Partei, die nicht unter dem Gesichtspunkt konspirativer Maßnahmen durchgeführt wird. Entscheidend ist die Abschätzung des Grades der Konspiration, denn es gibt legale und illegale Aktionen der Partei.

Auch zwischen legaler und illegaler Arbeit gibt es Abstufungen. So spricht man häufig von halblegaler Arbeit, wenn es möglich ist, offene Parteiveranstaltungen zu machen, bzw. den Kommunismus offen zu propagieren bis zu einem gewissen Grade. Während in den Ländern finsterster Reaktion und faschistischen Terrors jede kommunistische Betätigung von vornherein verboten ist. Die kommunistische Presse unter halblegalen Bedingungen wird hinterher verfolgt, wenn die Bourgeoisie sich auf die eine oder andere Weise angegriffen fühlt und eine Politik der Zermürbung und Nadelstiche verfolgt. Unter halblegalen Bedingungen wird die Kommunistische Partei aus Opportunitätsgründen noch nicht verboten, obwohl es bereits fertige gesetzliche Handhabungen gibt, die zum rechten Moment aus der Schublade gezogen werden können, um die Partei mit einem Schlag zu verbieten und die Genossen zu verhaften.

Bei der Verbindung des legalen mit dem illegalen Kampf wird immer der illegalen Organisation und dem illegalen Kampf der Vorrang eingeräumt, da es sich im Wesen um einen Kampf handelt, der dem revolutionären Sturz des herrschenden Regimes dient und somit nicht legal vorbereitet und durchgeführt werden kann. Im Bürgerkrieg kann man gegenüber dem Kriegsgegner nicht mit offenen Karten spielen. Eine Partei, die keine illegale Arbeit leistet, den Verfolgungen und Verhaftungen zum Trotz, ist eine Partei von Verrätern und Schurken, die durch das Lippenbekenntnis zur Revolution die Arbeiter betrügen. Die Neo-Revisionisten sind heute solche Parteien. Lenin bestimmte das Gesicht einer echten bolschewistischen Partei nach der Ausprägung ihrer systematischen illegalen Tätigkeit.

Zur „Verbindung“ illegaler mit legaler Aktionen schrieb Lenin in der Auseinandersetzung mit Struve:

„Jede illegale Partei `verbindet` illegale und legale Aktionen in dem Sinne, dass sie sich auf eine Masse von Menschen stützt, die nicht unmittelbar an der `illegalen Arbeit` teilnehmen, dass sie legale Proteste unterstützt, legale Möglichkeiten der Propaganda, der Organisation usw. ausnutzt. Das ist allgemein bekannt und nicht darum geht es, wenn man von der Taktik einer illegalen Partei spricht. Es geht vielmehr darum, dass diese Partei den KAMPF unwiderruflich anerkennt, dass sie Kampfmethoden ausarbeitet, dass die Parteimitglieder verpflichtet sind, sich nicht auf legale Proteste zu beschränken, sondern alles und jedes den Interessen und Forderungen des REVOLUTIONÄREN KAMPFES UNTERZUORDNEN.

Gibt es keine systematische illegale Tätigkeit und keinen revolutionären Kampf, so gibt es auch keine Partei (...)

Und man kann der Sache des Kampfes keinen größeren Schaden zufügen, als wenn man eine revolutionäre Arbeit, die sich auf breite Massen stützt, die breite Organisationen ausnutzt und die politische Schulung legaler Politiker födert, mit einer Arbeit verwechselt, die sich auf den Rahmen der Legalität beschränkt.“ (Lenin Werke, Band 6, „Herr Struve, von seinem Mitarbeiter entlarvt“, Seite 354).

Wenn die marxistisch-leninistischen Parteien die illegale Organisierung und die illegale Arbeit in den Vordergrund stellen und sie als Basis betrachten, heißt das nicht, dass sie auf die Organisierung des legalen Kampfes und auf legale Kampfformen verzichten. Im Gegenteil: Wie der Marxismus-Leninismus und die revolutionären Erfahrungen der Arbeiterklasse lehren, ist der legale Kampf Bestandteil, unverzichtbarer Bestandteil der marxistisch-leninistischen Partei. Deshalb ist die richtige Verbindung des legalen und des illegalen Kampfes absolut notwendig, ist sie unerlässlich.

Ein Teil der Tätigkeit der marxistisch-leninistischen Parteien ist die legale Arbeit unter Ausnutzung der sogenannten demokratischen Freiheiten, diese angeblichen Freiheiten als im Wesen und in der Praxis reaktionär und bürgerlich zu entlarven, um die bürgerliche Gesellschaftsordnung zu brandmarken. Genossen, die in diesem Bereich arbeiten, müssen sich besonders vor Fehlern des Legalismus in Acht nehmen, denn sie kommen ständig mit dem Gift des revisionistioschen Einflusses in Berührung und stehen politisch unter starkem Druck der Bourgeoisie. Das ist besonders extrem in den imperialistischen Gewerkschaften der Fall, wo die Genossen als revolutionäre Gewerkschaftsoppositionelle auftreten und dem Trommelfeuer der Bosse und Bonzen, aber auch der „linken“ Phrasendrescher ausgesetzt sind. Diese Genossen können nicht isoliert auftreten, sie müssen den organisierten Schutz der Kollegen um sich aufbauen, um Deckung zu finden, aus der sie ihre Angriffe starten können, aber sich auch wieder zurückziehen können, ohne entlassen zu werden. Wenn die revolutionären Führer nach der ersten Offensive auf die Straße geworfen werden, dann wäre die falsch angewandte Taktik für die Kollegen im Betrieb eine herbe Enttäuschung und ein schwer wieder gut zu machender Schaden. Umgekehrt müssen Genossen, die in der illegalen Parteiarbeit tätig sind, sektiererische Fehler vermeiden und sich intensiv darum bemühen, mit den Massen auf die eine oder andere Weise Verbindung zu halten, um nicht abgekapselt Gefahr zu laufen „hochzugehen“. Die legale und illegale Arbeit darf sich nicht voneinander entfremden, sondern beides muss zentral koordiniert werden. Es dürfen sich keine Gegensätze bilden. Das jeweilige Verhältnis, die jeweiligen Schwerpunkte auf dem einen und anderen gegebenen Gebiet muss ständig der sich verschärfenden bzw. abflauenden Klassenkampfsituation angepasst werden. Das eine darf nicht auf Kosten des anderen vernachlässigt werden. Die ganze illegale und legale Arbeit der marxistisch-leninistischen Parteien kann erfolgreich sein, wenn sie organisch miteinander verbunden ist und ein sich ergänzendes Ganzes ergibt mit zugleich unterschiedlichen aber auch gemeinsamen Aufgaben und Stoßrichtungen. Es muss klar sein, dass es nicht eine legale und eine illegale Linie, also zwei verschiedenen Linien in der Partei geben kann, so wie es auch keine legale Kommunistische Partei und keine illegale Kommunistische Partei nebeneinander und unabhängig voneinander geben kann. Man kann aber auch nicht zwischen beiden Stühlen sitzen - wie die Opportunisten, eben das ist ja das Wesen des Opportunismus in der Frage zwischen legaler und illegaler Arbeit.

Um die legale mit der illegalen Arbeit zu verbinden, wird das Bewusstsein darüber vorausgesetzt, was beide Arbeitsformen voneinander unterscheidet. Beides muss nämlich strikt voneinander getrennt sein, denn Halbheiten oder Vermischung können fatale Folgen haben. Illegale und legale Arbeit zu verbinden und gleichzeitig strikt voneinander zu trennen, sind also dialektisch zu verstehen und auch so zu behalndeln.

Man muss wissen wie weit man noch gehen und von wo aus und ab wann es gefährlich werden kann. Wenn wir beispielsweise für die freie kommunistische Agitation und Propaganda unter illegalen Bedingungen kämpfen und dazu sind wir verpflichtet, muss man stets vorsichtig bis an die Grenze gehen. Was kann man noch offen sagen, was nicht mehr. So muss man sich Wort für Wort und Satz für Satz schrittweise vorwagen, muss aber auch - wenn es zu gefährlich wird - wieder Wort für Wort und Satz für Satz zurücknehmen und den Rückzug in die Sklavensprache antreten und es wieder von Neuem versuchen. Wenn im Verlauf des Aufschwungs der Bewegung die legalen und halblegalen Möglichkeiten der Partei immer mehr zunehmen, müssen sie auch rechtzeitig genutzt werden, muss der alte konspirative Apparat auf das offene Auftreten der Partei vorbereitet und umgestellt werden, ohne auch nur eine Sekunde in der Phase der Öffnung der Partei, der Schaffung neuer legaler und halbleger Parteiorganisationen, die kospirative Tätigkeit und den AUSBAU des konspirativen Apparats in irgendeiner Weise zu vernachlässigen. Den konspirativen Parteiapparat in einer solchen Situation nicht aufrechtzuerhalten, das käme der Polizei sicherlich sehr gelegen. In die legale Falle dürfen wir nicht hineintreten.

Die marxistisch-leninistischen Parteien schaffen sich ihre eigenen Formen kommunistischer Tätigkeit - breite legale Presse, Agit-Prop-Gruppen, Landbetreuung, Arbeiter-Theater, Literatur und Kunst, Arbeitervereine, Sportvereine, Kampfgruppen usw. usf. bzw. arbeiten sie in legalen Massenorganisationen der Arbeiter, der Bauern, der Frauen, der Jugend, antifaschistischen, anti-imperialistischen und Antikriegs-Gruppen, usw. usf. Alle diese legalen Organisationsformen bieten ein breites Betätigungsfeld für die Entlarvung und Bekämpfung der Bourgeoisie und ihrer revisionistischen Lakaien. Alles dient der breit angelegten Vorbereitung der sozialistischen Revolution. Und alles dient auch zur Verankerung in den Massenorganisastionen für den Fall, in die Illegalität gedrängt zu werden. Der beste Schutz sind nun mal die Massen, um es zum zigsten Mal zu wiederholen.

Eine andere Form der legalen Arbeit der marxistisch-leninistischen Parteien ist die Arbeit in den Gewerkschaften, die direkt oder indirekt unter dem Diktat der Bourgeoisie stehen und von Reformisten und Revisionisten beherrscht werden. Die Kommunisten bedienen sich auch in der Führung der Streikbewegung legaler und illegaler Kampfformen. Sie sind bestrebt, den Gewerkschaftslegalismus, diese Fessel des ökonomischen Kampfes des Proletariats zu sprengen und eigenständige, „wilde“, illegale Streiks zu organisieren, um den berechtigten Forderungen der Kollegen Nachdruck zu verleihen, und sie im selbständigen Klassenkampf zu erziehen gegen den Druck der gelben Gewerkschaften, die dies natürlich mit sozialfaschistischer Gewalt zu verhindern versuchen. Die marxistisch-leninistischen Parteien bedienen sich der RGO-Organisierung, erstens um die gelben Gewerkschaften von innen systematisch und organisiert anzugreifen und ihren Einfluss auf die Kollegen zu verringern und zweitens Bedingungen für die Schaffung eigenständiger Klassengewerkschaften zu schaffen, die einen wichtigen Hebel für die sozialistische Revolution und eine Schule des Kommunsimus darstellen. Gerade hier ist ein unversöhnlicher Kampf gegen den Opportunismus auch in den eigenen Reihen zu führen, sowohl gegen den Gewerkschaftslegalismus, gegen sektiererische Verweigerung der legalen Arbeit in den Gewerkschaften, aber auch gegen die versöhnlerisch/zentristischen Schwankungen zwischen beiden Positionen bzw. deren eklektizistische Vermischung auf Kosten einer klaren marxistisch-leninistischen Linie der Verbindung legaler und illegaler Gewerkschafts- und Betriebsarbeit der kommunistischen Partei. Die RGO darf die illegale Betriebszelle nicht ersetzen. Vor allem muss sich die Partei vor dem Ökonomismus und Trade-Unionismus wenden und den ökonomischen Kampf auf die proletarische Revolution ausrichten.

Was hier über die richtige Verbindung der legalen und illegalen Arbeit in den Gewerkschaften gesagt wurde, gilt prinzipiell auch für den Kampf gegen den bürgerlichen Parlamentarismus, wobei immer die Einschätzung der besonderen Situation Grundlage für das Ausloten legaler und illegaler Kampfformen eine wichtige Rolle spielt. Wir Kommunisten nutzen das Parlament als Tribüne des revolutionären Klassenkampf, wenn wir dazu die Mittel, Kräfte und Möglichkeiten haben. Ziel ist die Zerschlagung des parlamentarischen Systems und die Errichtung einer demokratischen Rätesystems, das auf der Gesellschaftsform der Diktatur des Proletariats beruht, nebenprodukt ist die Verteidigung demokratischer Rechte.

Wir werden es LERNEN, alle Formen unserer revolutionären Arbeit so zu organisieren, dass Schwankungen nach dieser oder jener Seite, dass das Hin-und Her-Schwanken überhaupt UNMÖGLICH gemacht wird. Das ist unser Ziel und dieses Ziel müssen wir erreichen! Das kann nur im täglichen Kampf und nicht in blitzsauberen Resolutionen erreicht werden.

Wir werden es LERNEN, die legalen Möglichkeiten auszuschöpfen, genauso wie wir es LERNEN werden, illegal zu arbeiten; und wir werden es auch LERNEN, die legale mit der illegalen Arbeit den Bedingungen des Klassenkampfes entsprechend richtig miteinander zu verbinden. Als Marxisten-Leninisten zusammengeschlossen werden wir die Lösung dieses Problems weltweit zur Meisterschaft bringen. Trotz aller Anstrengungen und Opfer, die dieser schwierige Weg mit sich bringt, werden wir den Sieg durch unsere Beharrlichkeit davontragen.

„Die illegale Partei der Arbeiterklasse existiert, und selbst ihre äußerste, alleräußerste Schwächung und der Zerfall der meisten ihrer Organisationen in unseren Tagen untergräbt nicht ihre Existenz“. Das hat der große Lenin 1911 gesagt (Bd. 17, S. 173) und nur 6 Jahre später führte er die Partei siegreich zur Oktoberrevolution !

Massenorganisationen kann man auflösen, Gewerkschaften verbieten, die Partei in die Illegalität drängen, Revolutionäre kann man verhaften und ermorden, aber eins kann man nicht:

Man kann nicht die massenhafte Zusammenballung von Arbeitern in einem kapitalistischen Land beseitigen. Auf diese oder jene Weise, legal, halblegal oder illegal wird die Arbeiterklasse gesetzmäßig irgendeine Möglichkeit finden und nutzen, um sich zum Widerstand zusammenzuschließen. Und an ihrer Spitze werden immer wieder neue aufrechte Revolutionäre stehen, damit die zusammengeballte Faust des Proletariats den Ausbeutern und Unterdrückern mitten ins Gesicht trifft, um sie niederzustrecken. Es wird immer die Partei der klassenbewusstesten Arbeiter vorangehen. Sie wird es immer wieder verstehen, sich als Vorhut zu organisieren, die die Kräfte des Proletariats zur revolutionären Macht lenkt - diese Partei wird siegen, komme, was da wolle!

WELTREVOLUTION ODER INTERNATIONALE KONTERREVOLUTION

(Dazwischen wird und kann es nichts geben!)