"WEG DER PARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 
 







Wolfgang Eggers

 

geschrieben am 29. März 1986

 

(partei-internes Papier der KPD/ML)

 

nach 29 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht am 24. März 2015)

 

 


Betreibt unsere

spanische Bruderpartei PCE (ML) insgeheim die

Gründung einer "4 1/2 - Internationale" ?


Kritische Anmerkungen zum Artikel

von Elena Odena - Mitbegründerin der PCE (ML)


(Elena Odenas Artikel wurde veröffentlicht in "La Forge" (ZO der PCOF),

Nr 147 – 15. - 30. November 1985)

 

 



Ich halte den Artikel von Elena Odena für eine Abweichung von der derzeit richtigen Linie in der Frage des proletarischen Internationalismus und in den Beziehungen der marxistisch-leninistischen Bruderparteien und allen marxistisch-leninistischen Kräften in der Welt.

Enver Hoxha hat auf den Parteitagen der PAA stets eine korrekte Linie vertreten.

In vielen Publikationen der PAA, in den Gesprächen mit unserer Partei und mit anderen Parteien, aber auch in den Publikationen der anderen Parteien (zum Beispiel der dänischen Bruderpartei DKP/ML – 3. Parteitag Anfang 1985), überall handeln die Marxisten-Leninisten nach gemeinsam festgelegten Grundprinzipien.

Auf unserem 6. Parteitag (1986) haben wir beschlossen, daran weiter festzuhalten. Die Erfahrungen aus der politischen Arbeit der einzelnen Parteien müssen untereinander ausgetauscht werden, müssen sich gegenseitig befruchten. Dabei muss jede Partei in ihrem Land eine eigene revolutionäre Strategie und Taktik auf der Basis des Marxismus-Leninismus entwickeln und umsetzen, angewandt auf die besonderen Verhältnisse im eigenen Land.

Es versteht sich von selbst, dass darin die Erfahrungen des internationalen Klassenkampfes und der Parteien einfließen. Die internationalen Interessen und die Interessen im eigenen Land sind keine Gegensätze, also nicht voneinander zu trennen. Beides bildet eine Einheit entsprechend dem dialektischen Materialismus, um auf Elena Odena zurück zu kommen.

Mir scheint, dass Elena Odena hier Widersprüche aufbaut, um den Marxismus-Leninismus mit dem Trotzkismus in der Frage des proletarischen Internationalismus zu versöhnen, um die marxistisch-leninistische Sichtweise der Beziehungen zwischen unseren Parteien zu ersetzen durch eine trotzkistische Sichtweise, die auf Liquidatorentum hinaus läuft. Zumindest wird die Eigenständigkeit der Parteien gering geschätzt.

Ohne eine starke kommunistische Partei in jedem Land, kann es auch keine starke internationale Zusammenarbeit geben.

Nun ist es ja nicht falsch, wenn Elena Odena in ihrem Artikel zur Stärkung des proletarischen Internationalismus und zur engeren Zusammenarbeit der Bruderparteien und aller marxistisch-leninistischen Kräfte beizutragen versucht. Es ist ihr gutes Recht, Mängel der Zusammenarbeit der Bruderparteien aufzuzeigen und Verbesserungsvorschläge zu machen. Das ist zu begrüßen.

Sicherlich hat sie damit Recht, wenn sie hierin auch eine Stärkung in der Entwicklung der einzelnen Parteien sowie eine Ermutigung für diejenigen Länder sieht, dort eine marxistisch-leninistische Partei zu gründen, wo es noch keine Partei gibt.


Aber einen Vorwurf muss ich Elena Odena dennoch machen.

Sie setzt sich mit den Vereinbarungen der Parteien – wie sie derzeit gültig sind – überhaupt nicht auseinander, nämlich:

Konsultationen und Zusammenarbeit auf der Basis

der Gleichberechtigung und Selbständigkeit,

des Nicht-Einmischen in die inneren Angelegenheiten der anderen Parteien,

der gegenseitigen Achtung, Solidarität und Hilfe,

der Pflege freundschaftlicher und kameradschaftlicher Kontakte,

des Meinungsaustauschs mit solidarischem Charakter,

der Einheit mit geschlossenem Auftreten nach außen hin,

also alles Regeln auf der Basis des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus in den Beziehungen zwischen den Bruderparteien, wie sie derzeit von allen Bruderparteien anerkannt werden.

Elena Odena geht auf diese wichtigen Prinzipien mit keinem Wort ein.


Sie lässt auch die vorbildlichen albanischen Genossen vollkommen heraus, die unbestreitbar den größten Beitrag zur Stärkung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung leisten.

Das kann nur als versteckte Kritik angesehen werden.


Wenn sie dann noch obendrein vom "engstirnigen, egoistischen nationalen Verhalten der Parteien" spricht, muss man das solange als einen Angriff auf uns ansehen, wie sie sich nicht eindeutig auf den Boden der bisher für alle gültigen Prinzipien der Beziehungen stellt, und das in aller Öffentlichkeit.

Das hier Aufgezeigte ist bereits eine grobe Verletzung der gemeinsamen Prinzipien, denn bevor die kommunistischen Parteien einen neuen Standpunkt in die Welt setzen, der alle betrifft, teilen sie dies untereinander mit und beraten sich darüber, um dann Einigkeit zu erzielen. Erst danach ist es jeder Partei überlassen, selbständig und in eigener Verantwortung ihre Meinung öffentlich kund zu tun.


Es gibt also keinen organisatorischen Mechanismus, wie den demokratischen Zentralismus, wo sich die Minderheit der Mehrheit unterordnet.

Dies ist erst möglich mit der Gründung einer neuen Internationale. Wir können nicht ausschließen, dass Elena Odena mit diesem Kunstgriff versucht, den Willen der PCE (ML) allen anderen Parteien aufzuzwingen.


Elena Odena vrsucht, ihre heimlichen Absichten mit historischen Vergleichen zu untermauern – zum Beispiel die 3. Internationale, die Oktoberrevolution, der Spanische Bürgerkrieg 1936 usw. - , um daraus die Notwendigkeit einer neuen Internationale abzuleiten, ohne dies jedoch offen auszusprechen.

Was die Gründung einer neuen Internationale anbelangt, besteht in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Einigkeit darüber, dass die heutigen Bedingungen hierfür noch nicht reif genug sind.

Die Komintern war historisch notwendig. Sie trug dazu bei, dass zur Zeit Lenins und Stalins gemeinsame Aufgaben gelöst werden konnten. Es besteht in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung darüber Einigkeit, dass die Auflösung der 3. Internationale eine korrekte Entscheidung war.

All dies ist der Genossin Elena Odena bekannt.

Sie gibt jedoch keinerlei politische Begründungen für die Neugründung einer marxistisch-leninistischen Internationale.

Stattdessen versucht sie dies als "Gesetz des dialektischen Materialismus", als den "bestimmenden äußeren Faktor", als "Gesetz der Parteientwicklung" mechanistisch abzuleiten.

Dies widerspricht aber völlig der Entwicklungsgeschichte der marxistisch-leninistischen Weltbewegung.

Die einzelnen Parteien haben sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus gegründet.

Sie stärkten sich, indem sie ihre revolutionäre Strategie und Taktik konkret unter den unterschiedlichen Bedingungen in den einzelnen Ländern entwickelten und im Klassenkampf anwandten.

Ihre internationale Bedeutung gewann die marxistisch-leninistische Weltbewegung historisch nicht durch eine neue Internationale, sondern durch bilaterale und multilaterale Beziehungen untereinander. Und hierbei erwarb sich die PAA die größten Verdienste, die es von uns allen gemeinsam zu verteidigen gilt.

Und umgekehrt darf man heute nicht die Schwierigkeiten in der Entwicklung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf das Fehlen einer neuen Internationale zurückführen und dies sogar noch der PAA anzulasten.

Wie bereits gesagt, stärken sich die einzelnen Parteien durch das gegenseitige Festhalten am Marxismus-Leninismus, durch das Lernen aus dem gemeinsamen Kampf gegen den modernen Revisionismus und Opportunismus aller Spielarten.

Die Weltrevolution nimmt ihren Ursprung in den Revolutionen der einzelnen Länder und Völker und nicht umgekehrt.

Man muss bei den Äußerungen der Genossin Elena Odena aufpassen, dass man nicht in das trotzkistische Fahrwasser der so genannten "permanenten Revolution" gerät, die die Lehren Lenins und Stalins über die Entwicklung der Revolution und des Sozialismus in "einem" Land leugnen.

Elena Odena stellt ihre Erkenntnisse als "Weiterentwicklung", als "Gebot der Stunde", als "korrekte Linie" dar, die angeblich auf dem Boden des Leninismus-Stalinismus stehe.

Das ist ein Problem.

Sie versucht, ihre Absichten hinter Klassiker-Zitaten zu verbergen und begründet sie mit dem dialektischen Materialismus. Sie legt unter den Marxisten-Leninisten die Angel aus, um im Trüben zu fischen.


Wir müssen die Verwandtschaft zwischen den verschiedensten Formen des offenen Trotzkismus und die versteckten Formen des Trotzkismus nachzuweisen versuchen, die versuchen, in die Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung langsam einzusickern.

Welcher Trotzkist in der Frage des proletarischen Internationalismus – wie in jeder anderen Frage auch – mit der Tür ins Haus fällt, hat bei uns Marxisten-Leninisten schlechte Karten. Besonders dann, wenn momentan in verschiedenen Bruderparteien das trotzkistische Gedankengut nicht nur aufgetaucht ist, sondern dieses - wie bei uns – großen Schaden angerichtet hat, wo es sogar zu einer offenen Vereinigung mit einer trotzkistischen Ortganisation gekommen ist. Unsere Partei wäre beinahe liquidiert worden.

Dann ist es allerdings "ein Gebot der Stunde", den Zusammenhang zwischen dem Kampf der Trotzkisten auf nationaler Ebene und auf internationaler Ebene offenzulegen.


Es handelt sich hier nicht nur um einen Angriff auf die einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien, sondern auch um die systematische Unterwanderung der gesamten marxistisch-leninistischen Weltbewegung und ihr Lostrennen vom sozialistischen Albanien einerseits, und um einen Angriff auf die PAA, auf das sozialistische Albanien und überhaupt auf den Sozialismus andererseits.

So wie die Trotzkisten einen Keil zwischen der KPdSU (B) und den anderen Parteien getrieben hatten, so versuchen die Trotzkisten heute erneut, einen Keil zwischen der PAA und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu treiben !


Warum geht Elena Odena nicht auf diese trotzkistischen Gefahren ein ?

Schlimmer noch: sie verharmlost bzw. leugnet die Gefahr des Trotzkismus, und bedient sich der Argumentation der Trotzkisten, indem sie uns "engstirnigen Nationalismus" vorwirft (– natürlich ohne uns beim Namen zu nennen).


Wenn wir uns das 8. Jugendlager ansehen und uns darüber klar werden, was dort passiert ist, so ist offensichtlich, dass WIR gemeint sind, nämlich diejenigen marxistisch-leninistischen Parteien, die an den gemeinsamen Prinzipien treu festhalten und diese gemeinsam verteidigen – mit der PAA des Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Wir werden nicht zulassen, dass man unsere marxistisch-leninistische Weltbewegung spaltet.

Wir sagen: Die Trotzkisten werden wir genauso besiegen wie die Maoisten !


Was die "inneren und äußeren Faktoren" bei der Entwicklung der Parteien anbelangt, so wird in dem Artikel von Elena Odena deutlich, wie sehr sie sich in abstrakter Weise bemüht, von Außen Einfluss auf die inneren Angelegenheiten der Bruderparteien zu nehmen. Sie versucht, ihre Absichten "wissenschaftlich zu begründen", um damit dem versteckten Vorgehen der Trotzkisten einen Dienst zu erweisen.

Die Vorbereitung und schließliche Durchführung des 8. Weltjugendlagers diente dem Hineintragen anti-marxistisch-leninistischen Gedankenguts in die Bruderparteien. Die plumpen Versuche der spanischen Infiltration auf dem Jugendlager schlugen fehl und endeten in einer Schlägerei gegen uns Marxisten-Leninisten nach dem Motto: "Und willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein!"

Was ihnen also auf dem Jugendlager nicht mit der Brechstange gelang, das wurde nun auf eine ideologische Ebene der Auseinandersetzung gehoben. Wir stellen uns mutig dieser Herausforderung. Unter Anwendung von Druckmitteln jagt man uns keine Angst ein.

Im Gegenteil. Wir werden uns von keiner anti-marxistisch-leninistischen ideologie gefangen nehmen lassen und vom korrekten Weg abbringen lassen. Bedenklich war der Beschluss, das nächste Jugendlager in Nicaragua stattfinden zu lassen, geleitet von einer Organisation, die wir nicht als marxistisch-leninistische Bruderpartei betrachten.


Wir haben in unserem eigenen Land die Trotzkisten aus unserer Partei gejagt und das werden wir auch in der internationalen Arena tun.


Sieht man sich den "dialektischen Materialismus" von Elena Odena etwas genauer an, so wird deutlich, das dieser mit dem wahren dialektischen Materialismus nichts Gemeinsames hat. Der dialektische Materialismus dient ihr nicht etwa zur Erhellung des Problems, sondern zur Verdunkelung ihrer wahren politischen Absichten: dialektischer Materialismus in Worten, anti-dialektischer Materialismus in Taten.


Sie schreibt:

"Der dialektische Materialismus ist besonderen äußeren Situationen und Faktoren unterworfen."

Das ist doch nichts Anderes als bürgerlicher Relativismus. Das ist eine Annäherung an den Trotzkismus.

Der dialektische Materialismus ist keine Ideologie, die sich unterwirft. Sie ist die einzige Wissenschaft, mit der wir die objektive Welt in ihrer Entwicklung korrekt widerspiegeln. Daran kann kein Marxist irgendeinen Zweifel haben.

Lenin lehrte:

"Die marxistische Dialektik von Marx und Engels schließt unbedingt den Relativismus in sich ein, reduziert sich aber nicht auf ihn, dh., sie gibt die Relativität aller unserer Kenntnisse zu, aber nicht im Sinne der Verneinung der objektiven Wahrheit, sondern im Sinne der geschichtlichen Bedingtheit der Grenzen der Annäherung unserer Kenntnisse an die Wahrheit" (Lenin, Band 14, II, 5).

Die Behauptung, der dialektische Materialismus sei äußeren Faktoren "unterworfen", ist eine imperialistische Philosophie, ist eine liquidatorische ideologie, ist eine "Theorie", die die die Untauglichkeit des dialektischen Materialismus zu begründen versucht.

Trotzky stellte die These von der "zwangsläufigen" Entartung der kommunistischen Parteien auf und Stalin hat sie widerlegt.

Und Elena Odena stellt als weiteren Schritt die These der "zwangsläufigen Unterwerfung" des dialektischen Materialismus auf.

Es dürfte der Genossin Elena Odena schwer fallen, unseren Verdacht zu entkräften, dass sie mit unserer marxistisch-leninistischen Fahne auf trotzkistischen Gewässern segelt.

Wir Marxisten-Leninisten können uns irren. Wir können den dialektischen Materialismus falsch anwenden und damit unsere Orientierung verlieren und schließlich unsere Partei existenziell gefährden, ja die ganze marxistisch-leninistische Weltbewegung in die Irre führen.

Können heißt aber nicht müssen. Kurz: Der dialektische Materialismus selbst kann sich niemals irren. Irren können nur wir Marxisten-Leninisten, wenn wir es nicht verstehen, den dialektischen Materialismus richtig anzuwenden. Wer das leugnet, kann sich "Marxist-Leninist" nennen so viel er will, aber er IST keiner.


Wir kennen Elena Odena und wissen, dass sie das ABC des Marxismus-Leninismus durchaus beherrscht. Insofern muss man ihr den Vorwurf machen, dass sie mit ihren "Thesen" Verwirrung stiftet und uns Marxisten-Leninisten keinen guten Dienst erweist.


Wir haben unsere Lektion mit dem Trotzkismus gelernt und sind wachsam, wenn etwas schon von Weitem nach Trotzkismus riecht.

Bei H.-D. Koch war es doch nicht anders. Er war es, der die korrekte Linie unserer Partei, unser korrektes Programm des Genossen Ernst Aust kritisierte als "dogmatische Verengung des Marxismus-Leninismus".

Elena Odena setzt diese Kritik auf internationaler Ebene fort, indem sie die bestehenden Prinzipien der gegenseitigen Beziehungen der Bruderparteien als einen Hemmschuh für ihren "proletarischen Internationalismus" ansieht. Sie propagiert die These von der "Verengung des internationalen revolutionären Kampfes durch den nationalen Rahmen."

Sie schafft sich ihren eigenen Begriff vom "proletarischen Internationalismus", um den marxistisch-leninistischen Begriff des proletarischen Internationalismus zu ersetzen.

Elena Odena beginnt hier mit uns eine Auseinandersetzung über die Frage, was proletarischer Internationalismus ist und was nicht. Sie zwingt uns, unsere marxistisch-leninistische Auffassung vom proletarischen Internationalismus in aller Schärfe ihren falschen Vorstellungen entgegen stellen zu müssen.

Elena Odena geht davon aus, dass in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Kräfte am Werk sind, die sich auf die sozialistische Revolution im eigenen Land beschränken und die internationalen Belange gering schätzen. Sie spielt sich uns Marxisten-Leninisten gegenüber als Lehrmeister des proletarischen Internationalismus innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf.

Elena Odena schreibt ihren verklausulierten Text nicht nur im Stile Trotzkys. Sie wirft dem Genossen Enver Hoxha genau das Gleiche vor, was Trotzky dem Genossen Stalin vorgeworfen hatte. Der einzige Unterschied ist der, dass Elena Odena ihre Angriffe mit "linken" Phrasen tarnt, während Trotzky ganz offen und unverblümt den Genossen Stalin attackierte.

Warum nennt Elena Odena keine Dokumente, keine Namen, keinen Ort, keine Zeit ? Was versucht sie zu verschleiern ?


Sie gibt uns keinerlei Hinweise und damit die Möglichkeit, die Sache objektiv zu beurteilen.

Sie nennt diejenigen, die sie kritisiert, nicht beim Namen und fügt auch keine entsprechenden Zitate von Dokumenten bei, die sie kritisiert. Sie hofft wohl einfach auf das blinde Vertrauen der anderen Parteien, die ihr schon irgendwie Glauben schenken werden. Aber Kritik ist keine Sache des Glaubens, sondern muss auf beweisbare Fakten beruhen. Wir fordern Beweise, wir wollen wissen, auf welche Dokumente sie sich bezieht.

Offenbar ist es Elena Odenas Absicht, der PAA mangelnde Unterstützung gegenüber der marxistisch-leninistischen Weltbewegung vorzuwerfen. Das ist wahrhaft ein ungeheuerlicher Angriff auf die PAA !

Dabei traut sich Elena Odena nicht, die PAA offen beim Namen zu nennen. Elena Odena drückt sich vorsichtig aus unter Zuhilfenahme einer abstrakten Formulierung, nämlich "kommunistische Partei an der Macht". Da es zum gegenwärtigen Zeitpunkt in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung nur eine einzige kommunistische Partei an der Macht gibt, kann Elena Odena niemand anders als die PAA gemeint haben !

Derartige Verhältnisse in der heutigen Entwicklungsphase der marxistisch-leninistischen Weltbewegung sind dazu angetan, bestimmte Behauptungen sehr sorgfältig und kritisch zu analysieren.

Schließlich hat nicht zuletzt unsere eigene Partei schmerzhaft zu spüren bekommen, was es heißt, von einer trotzkistische Krankheit befallen zu sein und sie wieder abzuschütteln.

Insofern sind wir besonders wachsam, wenn Elena Odena eine Position verteidigt, die von Kritikern als Versöhnlertum gegenüber dem Trotzkismus dargestellt wird.

Wir mussten letztlich zum Mittel der Spaltung greifen, um uns aus der Umklammerung des Trotzkismus zu befreien. Wir mussten die Trotzkisten aus der Partei werfen, welche bereits über die Mehrheit verfügten, welche unseren Genossen Ernst Aust beiseite geschoben und das Zentralkomitee an sich gerissen hatten.

Wir haben unter großen Opfern und Anstrengungen dem Trotzkismus in unserem Land einen empfindlichen Schlag versetzt. Und nun sollen wir seelenruhig zusehen, wie sich der Trotzkismus auf internationaler Ebene breit macht und in unsere Bewegung einzudringen versucht ?

Noch viel weniger möchten wir, dass die marxistisch-leninistische Weltbewegung eine Abteilung der trotzkistischen 4. Internationale wird, die sich gezielt gegen das sozialistische Albanien richtet.

Aus diesem Grund unterstützen und verteidigen wir in erster Linie alles das, was unserer Einheit und Geschlossenheit dient, auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus. Dazu gehören auch die wertvollen Erfahrungen, die die marxistisch-leninistischen Parteien, allen voran die PAA des Genossen Enver Hoxha, in ihrer geschichtlichen Entwicklung gesammelt und verallgemeinert haben.

So wie wir in der Geschichte unserer Partei den Trotzkismus bekämpft haben, so werden wir auch die anderen Parteien im Kampf gegen den Trotzkismus solidarisch unterstützen und die marxistisch-leninistische Weltbewegung gegen alle trotzkistischen Angriffe verteidigen. Es geht uns darum, dass die anderen Bruderparteien aus unseren Fehlern lernen und ihre Wachsamkeit gegenüber trotzkistischen Einflüssen erhöhen. Vor allem verteidigen wir gemeinsam das sozialistische Albanien, das im Kampf gegen den Trotzkismus den größten Beitrag geleistet hat. Das ist ja der Grund, weswegen die Trotzkisten bemüht sind, in die marxistisch-leninistische Weltbewegung einzudringen, um sie in eine 5. Kolonne des Weltimperialismus gegen Enver Hoxha und das sozialistische Albanien zu verwandeln.


Wir sind nach wie vor entschiedene Gegner, den Marxismus-Leninismus auf internationaler Ebene mit dem Opportunismus zu versöhnen, insbesondere dann, wenn dies unter dem Deckmantel des angeblichen "gemeinsamen Kampfes gegen den Revisionismus und Opportunismus" geschieht.

Wir sind gegen eine solche internationale Versöhnung, egal ob in ideologischer, politischer oder organisatorischer Hinsicht. Wir werden uns niemals zentristischen Positionen annähern und der PCE (ML) auf diesem Irrweg folgen.


Wir sind nach wie vor entschiedene Verfechter der Reinheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Wir werden alles ans Licht bringen, was sich hinter dem Deckmantel des "proletarischen Internationalismus" zu verbergen versucht.

Es ist eine Tatsache, dass die Feinde der Revolution und des Sozialismus die marxistisch-leninistische Einheit und die enge Verbundenheit der marxistisch-leninistischen Parteien fürchten. Es ist ihr Ziel, die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auf jede erdenkliche Art und Weise zu spalten. Wir haben die modernen Revisionisten besiegt. Wir haben die Maoisten besiegt und wir haben heute auch die Trotzkisten besiegt – zumindest in unserem Land.


Die treue Anwendung des Marxismus-Leninismus ist die entscheidende Bedingung, um auch das Prinzip des proletarischen Internationalismus im revolutionären Geist anzuwenden. Es geht uns darum, die internationalen Interessen mit den Interessen in unserem Land dialektisch zu verbinden und somit der Weltrevolution zu dienen.

Wer den Boden des Marxismus-Leninismus verlässt, der verliert auch den revolutionären Geist des proletarischen Internationalismus.

So erging es den Revisionisten, so erging es den Verfechtern der "Drei-Welten-Theorie" und so wird es auch den Trotzkisten auf internationaler Ebene ergehen.

Die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist unter Führung der PAA siegreich aus dem Kampf gegen den Verrat der modernen Revisionisten hervor gegangen. Wir haben unsere Einheit gestärkt im gemeinsamen Kampf gegen die Mao Tsetung-Ideen. Der heutige Kampf gegen den Trotzkismus wird uns noch mehr zusammen schweißen und uns dem Ziel der Weltrevolution näher bringen.

Doch zurück zu der Frage:

Was ist proletarischer Internationalismus, und was nicht ?

Nur diejenige marxistisch-leninistische Partei erfüllt ihre internationalistische Pflicht, die gegen die eigene Bourgeoisie, gegen den Imperialismus, gegen den Sozialimperialismus und gegen die Reaktion kämpft, die proletarische Revolution vorbereitet und durchführt, die Diktatur des Proletariats errichtet, den Sozialismus aufbaut und dessen Errungenschaften mit dem ganzen Weltproletariat teilt und verteidigt und zwar der Form nach im nationalen Rahmen und dem Inhalt nach im internationalen Maßstab.

Die Trotzkisten haben dies stets geleugnet. Sie kämpften gegen die Sowjetunion Lenins und Stalins mit der These von der "permanenten Revolution", mit der These von der "Unmöglichkeit der Revolution und des Sozialismus im nationalen Maßstab, woraus das stalinistische Weltlager entstand und der Weg zum Weltsozialismus beschritten wurde.

In Worten sind die Trotzkisten "für" die Weltrevolution, aber in Taten sind sie internationale Konterrevolutionäre, die "permanent" alle rechten und "linken" Strömungen gegen die marxistisch-leninistische Weltbewegung zu vereinigen versuchen, um das sozialistische Albanien und die marxistisch-leninistische Weltbewegung zu Fall zu bringen.

Wer den zentristischen Organisationen die Tür zur marxistisch-leninistischen Weltbewegung öffnet, der trägt nicht etwa zur ihrer Stärkung bei, sondern betreibt, ganz im Gegenteil, ihre Zersetzung und Liquidierung, der liefert sie der Weltbourgeoisie aus.

Wer sich diesen feindlichen Absichten nicht entgegenstellt, hat keinen Platz in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Bruderparteien können und dürfen das Eindringen zentristischer Positionen nicht in ihren eigenen Reihen erlauben und dulden.

Die gemeinsame Verteidigung der Prinzipien des proletarischen Internationalismus ist das, was unsere Einheit stärkt und uns unseren gemeinsamen Zielen näher bringt.

Als proletarische Internationalisten erkennen wir an, dass die Interessen des proletarischen Kampfes in jedem einzelnen Land den Interessen des weltproletarischen Kampfes dienen und diesem untergeordnet sind.

Als proletarische Internationalisten erkennen wir an, dass die Nation, die den Sieg über die Bourgeoisie erringt, fähig und bereit ist, die größten Opfer für den Sturz des internationalen Kapitals zu bringen. Wir sind gegen die Spaltung von kommunistischen Parteien in sozialistischen und kapitalistischen Ländern.

Wir sind als proletarische Internationalisten Gegner von nationalen Sonderstellungen oder Ausgrenzungen.

Wir sind als proletarische Internationalisten gleichzeitig Gegner von aufgezwungenen internationalen Vereinigungen, die unsere Gleichberechtigung und Selbstbestimmung mit Füßen treten. Wir lassen uns nicht zwangsweise durch "äußere Faktoren des dialektischen Materialismus" überrumpeln, assimilieren und einverleiben.


Nach wie vor halten wir daran fest, dass es keine Weltrevolution geben kann ohne die sozialistischen Revolutionen in den einzelnen Ländern.

Der Kampf für die sozialistische Revolution im eigenen Land steht nicht im Gegensatz zum proletarischen Internationalismus, sondern setzt ihn vielmehr voraus.

Die gegenseitige Solidarität und Stärkung des Proletariats der einzelnen Länder ist Voraussetzung für den Sieg der proletarischen Weltrevolution.

Das scheint "widerspruchsvoll" zu sein. Stalin würde sagen: "Jawohl, das ist widersprüchlich. Aber dieser Widerspruch ist im Leben der internationalen Arbeiterklasse begründet und widerspiegelt vollkommen die marxistische Dialektik."


"Wir wären keine Marxisten", hat Genosse Enver Hoxha gesagt, "wenn wir die internationale Solidarität des Weltproletariats leugnen würden...

Doch selbst muss man kämpfen, sich zuerst selbst verteidigen, korrekt arbeiten, dann hilft einem auch der Andere" (Enver Hoxha, Berichte und Reden 1967 – 1968).


Wir weisen die Behauptungen der modernen Revisionisten und Opportunisten zurück, die Prinzipien des proletarischen Internationalismus stünden im diametralen Gegensatz zu denen der Souveränität.

Wir Marxisten kämpfen gegen jede "Abkapselung in der nationalen Schale" und bemühen uns, stets die vollständige Unabhängigkeit und die Souveränität unserer Partei mit unseren internationalistischen Pflichten zu vereinen.

Nie haben wir daraus irgendwelche chauvinistischen Absichten oder Machtgelüste verfolgt. Uns geht es nicht darum, in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit anderen Parteien zu konkurrieren, uns ihnen unterzuordnen oder sie zu beherrschen.

Politisch und organisatorisch unabghängig, vereinigen die marxistisch-leninistischen Parteien ihre Handlungen freiwillig gemäß gegenseitiger Vereinbarungen.

Geleitet von der Theorie von Marx, Engels, Lenin und Stalin, sowie vom größten proletarischen Internationalisten in unserer Zeit, Genosse Enver Hoxha, stimmen wir über die internationalen Aufgaben der Arbeiterklasse gemeinsam überein, treten wir als vereinigte internationale Kraft auf. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist die einzige Bewegung in der Welt, die die Interessen der Revolution und des Sozialismus verteidigt.

Die gegenseitige Hilfe bedeutet keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten, sondern, im Gegenteil, Stärkung unserer Einheit.


Enver Hoxha sagte in seinem Bericht auf dem VIII. Parteitag der PAA:

"Die Stärke der kommunistischen marxistisch-leninistischen Weltbewegung besteht in der Richtigkeit der Ideen, für die sie kämpft, und in ihrer Einheit."



* * *

 

 


 

 



Dokument, welches der Genosse Wolfgang Eggers kritisierte:



Beilage:


[spanischer Originaltext in französischer Fassung, die wiederum in die deutsche Sprache übersetzt wurde von unserem Genossen X, der damals in Paris arbeitete.]


"La Forge" No 147, 15. - 30. November 1985, Seite 4


Elena Odena

(PCE (ML)


"Die Rolle der inneren und äußeren Faktoren bei der Entwicklung der Parteien"


Anmerkung der PCOF (französische Bruderpartei):

Auf Grund seiner ideologischen Bedeutung geben wir hier den letzten Artikel wieder, den Elena Odena speziell für die Zeitung "Revolución", Zentralorgan der Kommunistischen Partei Kolumbiens (Marxisten-Leninisten) geschrieben hat.




Die Rolle der inneren Faktoren als entscheidendes Element jeder Entwicklung und Veränderung ist eine der Grundlagen und ein Gesetz des dialektischen Materialismus, das ein konsequenter Marxist-Leninist weder leugnen noch bezweifeln kann.

Gleichzeitig sind ihrerseits diese Gesetze und allgemeinen Regeln des dialektischen Materialismus auf die eine oder andere Art den besonderen äußeren Situationen und Faktoren unterworfen und von ihnen abhängig, wobei Letztere unter bestimmten Umständen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Ereignisse und Phänomene spielen können.

Andererseits, die inneren Faktoren allgemein als bestimmend anzusehen, heißt nicht, die äußeren Faktoren ignorieren oder unterschätzen, oder ausschließen, dass Letztere in bestimmten Fällen sogar eine konjunkturell entscheidende Rolle spielen können.

Zu behaupten, absolut und mechanisch die inneren Faktoren von den äußeren Faktoren zu trennen, sie zu ignorieren oder gegenüber zu stellen, unter metaphysischer und doktrinärer Berufung auf das allgemeine Gesetz von der Rolle der Ersteren, bedeutet, eines der Grundgesetze der marxistischen Dialektik außer Acht zu lassen:

der Einfluss und die Wirkung der hauptsächlichen Faktoren auf die nebensächlichen Faktoren, und die Tatsache, dass sich in genau bestimmten Situationen die Rolle der einen und der anderen verändern kann.

So zum Beispiel, ohne dabei erschöpfende historische Vergleiche anzustellen oder Parallelen zu ziehen, gibt es in der Geschichte der Arbeiterbewegung und in der Entwicklung der kommunistischen Parteien in den verschiedenen Ländern Beispiele, die das Verhältnis zwischen äußeren Faktoren und inneren Faktoren veranschaulichen und den Einfluss der Ersteren auf die Letzteren zeigen.


Wer bestreitet zum Beispiel den Einfluss und die Rolle der Ersten, Zweiten und Dritten Internationale auf die Entwicklung und sogar das Entstehen der Arbeiterzentralen und der kommunistischen Parteien in einer ganzen Reihe von Ländern ?


Wären die Führer und die Internationalen gleichgültig gewesen gegenüber der Entwicklung und Gründung revolutionärer Parteien anderer Länder als der Ihrigen, hätten sie sich auf die Entwicklung ihrer jeweiligen Parteien beschränkt, so wäre das absolut verurteilenswert und anti-internationalistisch gewesen. Ebenso wie es wäre, und was auch in der Tat eintrat, den grundlegenden Faktor zu unterschätzen:

den Klassenkampf und die Entwicklung der revolutionären Kräfte als bestimmenden Motor der Geschichte.

Ein anderes Beispiel dafür, dass internationale Ereignisse manchmal eine entscheidende Auswirkung auf die Entwicklung der Parteien in verschiedenen Ländern haben, ist die Oktoberrevolution.

Die Oktoberrevolution von 1917 im zaristischen Russland war ein entscheidender Faktor in der Entwicklung der kommunistischen Parteien, welche in gewissen Fällen klein waren, und gab all kommunistischen Parteien der Welt einen entscheidenden Aufschwung, nicht nur auf organisatorischer Ebene, sondern vor Allem auf ideologischer Ebene, indem die Front der kapitalistischen Länder gebrochen wurde und die Ära des Sozialismus und der proletarischen Revolution eröffnet wurde, wodurch die objektiven Bedingungen für die stürmische Entwicklung der kommunistischen Parteien und eine breite Arbeiter – und Volksunterstützung dieser Parteien und des Marxismus-Leninismus geschaffen wurde.


1936 wurde die Politik der Einheitsfront gegen den Faschismus vorgezeichnet von der Kommunistischen Internationale, trotz der rechten Abweichungen einiger Parteien in ihrer Anwendung vor und besonders nach dem Zweiten Weltkrieg, gleichermaßen ein bestimmender Faktor bei der Vegrößerung und der Entwicklung zahlreicher kommunistischer Parteien.

Was wäre geschehen, hätte sich jede Partei damit begnügt, ihre eigene Analyse zu machen und ihre eigene "nationale" Linie gegenüber dem Faschismus auszuarbeiten, der damals als ein Phänomen erschien, das die Konsequenz der Situation und der internationalen Krise des Kapitalismus war ?


Wir können auch nicht den Einfluss ignorieren, den der Krieg des Spanischen Volkes gegen den Faschismus, zwischen 1936 und 1939, auf die Stärkung und Entwicklung zahlreicher kommunistischer Parteien der Länder Amerikas und Europas sowie anderer Länder der Welt hatte, die zu einem schnellen Aufschwung gelangten, indem sie die Solidarität und die Unterstützung für dieses Volk organisierten, das im Kampf gegen den Faschismus stand.


Unter keinen Umständen kann man eine "innere" kommunistische Politik rechtfertigen, die nicht den äußeren internationalen Faktoren, der Entwicklung der Parteien und den Problemen der internationalen Situationen Rechnung trägt unter dem Vorwand, dass Entscheidende sei die Revolution im nationalen Rahmen jedes Landes und jeder Partei voran zu bringen.


Die Notwendigkeit, dem dialektischen Einfluss der äußeren Faktoren auf die inneren Faktoren und auf die Entwicklung der Parteien Rechnung zu tragen als Trotzkismus zu qualifizieren, stellt nicht nur eine grobe Entstellung des dialektischen Materialismus dar, und einen Versuch, dass mit dem trotzkistischen Begriff der Weltrevolution als unumgänglicher Faktor für den Triumph der Revolution in einem gegebenen Land gleichzusetzen, sondern auch um die Nicht-Anwendung des proletarischen Internationalismus zu rechtfertigen, um einen engen Nationalismus zu ermutigen und die internationalistische Solidarität zu leugnen, indem versucht wird, den Trotzkismus und den proletarischen Internationalismus auf die gleiche Stufe zu stellen.


Man kommt sogar so weit, Lenin zu entstellen, wo er einseitig und aus dem Zusammenhang gerissen zitiert wird, als er gegen einige Scharlatane und falsche Internationalisten feststellte:

"Es gibt nur einen einzigen wahren Internationalismus: er besteht darin mit Selbstaufopferung für die revolutionäre Linie in seinem eigenen Lande zu arbeiten und eben diesen Kampf, eben diese Linie, und nur sie, in allen Ländern der Welt zu unterstützen (durch die Propaganda, Die Sympathie, die materielle Hilfe."

[keine Quellenangabe – also so übersetzt wie E. O. es geschrieben hat- Anmerkung des deutschen Übersetzers, Genosse X]


Und Stalin hat diese Feststellung Lenins erweitert, als er in seinem Buch: "Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten" präzisierte:


"Die Strategie und Taktik der kommunistischen Partei eines beliebigen Landes kann nur dann richtig sein, wenn sie sich nicht im Interessenkreis 'ihres' Landes, 'ihrer' Heimat, 'ihres' Proletariats abschließen, sondern im Gegenteil, unter Berücksichtigung der Verhältnisse und der Lage ihres eigenen Landes, die Interessen der Revolution in anderen Ländern zum Angelpunkt machen, das heißt, wenn sie ihrem Wesen, ihrem Geist nach internationalistisch sind, wenn sie

'ein Höchstmaß dessen durchführen, was in 'einem' (dem eigenen) Lande für die Entwicklung, Unterstützung, Entfachung der Revolution in allen Ländern durchführbar ist."


[so übersetzt, wie E. O. Zitiert hat, ohne dabei eine Quellenangabe des Zitats gemacht zu haben – der deutsche Übersetzer, Genosse X.]


Das bedeutet aber nicht, und zwar auf keinen Fall, dass ein Land, in dem die Arbeiterklasse an der Macht ist, seine eigene Existenz im Namen der internationalen Solidarität in Gefahr bringt.

Aber das bedeutet auch nicht, dass dieses Land nicht kommunistische Parteien in anderen Ländern unterstützt und sich bemüht, deren Entwicklung zu vereinheitlichen und voran zu bringen, denn die Stärkung und die Einheit der internationalen kommunistischen Weltbewegung stellt eine Anstrengung und eine unabdingbare Unterstützung für jeden kommunistischen Staat dar.


In der gegenwärtigen Situation, wo die Lager im Kampf gegen Opportunismus, Revisionismus und Chauvinismus nicht vollständig abgegrenzt sind, müssen alle Marxisten-Leninisten auf der ideologischen Ebene besonders wachsam sein, um nicht auf falsche und absurde Theorien herein zu fallen, denen zu Folge die Verteidigung und Stärkung des wirklichen proletarischen Internationalismus auf allen Gebieten "Trotzkismus" ist.


Der Marxismus-Leninismus muss dagegen heute mehr denn je die Einheit stärken und entwickeln, die Einheit und die Solidarität, sowohl aktiv als auch praktisch, mit allen marxistisch-leninistischen Parteien, ob groß oder klein, jung oder alt, die sich ernsthaft bemühen, für die Entwicklung der Partei in ihrem eigenen Land zu kämpfen, den Marxismus-Leninismus zu verteidigen und das Proletariat und seine Verbündeten zu organisieren, um die Revolution zu machen.


Heute, mehr denn je, angesichts des ideologischen Kampfes auf internationaler Stufe gegen den Revisionismus und den Opportunismus, den wir fortsetzen müssen, ist es unerlässlich, die materiellen Bedingungen der Unterstützung und Solidarität auf allen Gebieten zu schaffen, der Unterstützung und Solidarität mit allen Parteien und revolutionären Kräften, mehr oder weniger entwickelt, oder wenn die Bedeutung ihres Kampfes auf internationaler Ebene gegen Imperialismus und Reaktion es erfordert (wie das konkret 1936-1939 in Spanien eintrat); multilaterale und bilaterale Versammlungen fördern und an Parteitagen und Konferenzen teilnehmen, soweit nicht übergeordnete Gründe dies verhindern; einen wirklichen und tief gehenden Dialog in Gang bringen, wie auch Diskussionen über Probleme, die die internationale und nationale gegenwärtige Situation für die Entwicklung der verschiedenen Parteien aufwirft und unter allen Umständen der ruhmreichen internationalistischen Tradition der kommunistischen Weltbewegung folgend, begonnen von Marx und Engels und weiter entwickelt von Lenin und Stalin.


Madrid, Juli 1985