"WEG DER PARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 
 

 

Was ist Arbeitslosigkeit und wie ist das Problem der Arbeitslosigkeit zu lösen?

Wolfgang Eggers

 

 

Wir definieren Arbeitslosigkeit als ein vom Willen des Arbeiters unabhängigen, als einen ihm aufgezwungenen Zustand, der eintritt, sobald der Arbeiter zum Verkauf seiner Ware Arbeitskraft auf dem Arbeitsmarkt keinen Käufer findet – insbesondere im kritischen Zustand der kapitalistischen Entwicklung (absteigende oder rückläufige Bewegung, Rezession, Wirtschaftskrise, usw.).

Die Entstehung von Arbeitslosigkeit ist unzertrennlich verbunden mit der geschichtlichen Tendenz der kapitalistischen Akkumulation. Es gibt keinen Kapitalismus ohne Arbeitslosigkeit. Der Kapitalismus erzeugt Arbeitslosigkeit auf immer höherer Stufenleiter.

Eine der typischen Ursachen des Anstiegs der Arbeitslosigkeit ist die Ersetzung der Arbeitskräfte durch technische Rationalisierungsmaßnahmen (Maschinen, Roboter, Digitalisierung).

Mit wachsender Arbeitslosigkeit spitzt sich der Konkurrenzkampf der Arbeiter am Arbeitsmarkt zu, den die Kapitalisten als Druckmittel zur Verschärfung der Ausbeutung ausnutzen.

Der Kapitalismus produziert stets mehr Arbeiter, als er zur Produktion durchschnittlich braucht. Diese "Überproduktion" der Ware Arbeitskraft schlägt sich nieder in der Entstehung eines Arbeitslosenheeres, der proletarischen Reservearmee. Die proletarische Reservearmee ist Bestandteil des kapitalistischen Ausbeutungssystems und dient der Mehrung des Reichtums der Bourgeoisie.

"Es sind die Arbeiter, die der Kapitalismus für eine eventuelle Erweiterung der Betriebe braucht, die aber niemals ständig beschäftigt werden können. Die Überbevölkerung, die eine notwendige Ergänzung der Überproduktion darstellt, ist ein notwendiges Zubehör der kapitalistischen Wirtschaft, ohne das diese weder existieren noch sich entwickeln könnte." (Lenin, Bnd 2, Seite 175)

Da der Arbeiter nichts Anderes besitzt, als sein Arbeitskraft, hängt sein Leben und das seiner Familie, also die Grundlage seiner Reproduktion, vom Verkauf seiner Ware Arbeitskraft ab. Arbeitslosigkeit ist Ausdruck der systematischen Verelendung des Arbeiters im Kapitalismus.

Die Ursache der Arbeitslosigkeit liegt in der Lohnsklaverei des Kapitalismus.

Will der Arbeiter die ihn ständig bedrohende Gefahr des Arbeitsplatzverlustes bannen, will er sich von der Geißel der Arbeitslosigkeit befreien, so muss er ihre Ursache beseitigen – die Lohnsklaverei. Und um sich von der Lohnsklaverei zu befreien, muss sich der Arbeiter in die Armee (und Reservearmee) des Weltproletariats einreihen, um die Weltbourgeoisie zu stürzen, die das kapitalistische Weltsystem der Lohnsklaverei aufrecht erhält, um sich zu bereichern.

Das Problem der Arbeitslosigkeit kann nicht im Rahmen des Kapitalismus gelöst werden, weil Arbeitslosigkeit immanenter Bestandteil des Kapitalismus ist.

Der revolutionäre Kampf gegen die Arbeitslosigkeit beginnt erst da, wo er den Rahmen des Kapitalismus sprengt. Die einzige Lösung besteht in der Überwindung des Kapitalismus, in der Zerschlagung des weltkapitalistischen Systems der Lohnsklaverei. Erst mit der Errichtung der Diktatur des Weltproletariats, mit dem Aufbau des Weltsozialismus kann die Lohnsklaverei und damit die Arbeitslosigkeit beseitigt werden.

Ohne die sozialistische Weltrevolution wird und kann es keine Abschaffung der Arbeitslosigkeit geben.

Ohne Zerschlagung des Privateigentums an der Ware Arbeitskraft, ohne Befreiung der Arbeitskraft aus ihrem Warencharakter, kann sich der Arbeiter nicht aus den Fesseln der Arbeitslosigkeit befreien.

Das ist die in kurzen, einfachen Worten dargelegte Auffassung der Komintern (SH) von der Arbeitslosigkeit und ihrer Überwindung.

Im Weltprogramm der Komintern (SH) heißt es:

Wir wollen die Lohnsklaverei abschaffen.

Die arbeitenden Klassen allein sind es, die alle Werte produzieren, derer sie beraubt werden.

Der Verkauf der Arbeitskraft an den Kapitalisten ist der Angelpunkt der kapitalistischen Ausbeutung des Arbeiters. Der Arbeiter muss mehr produzieren, als der bezahlte Wert der Arbeitskraft beträgt. Diesen Mehrwert aus der unbezahlten Arbeit eignet sich der Kapitalist privat an. Das Mehrwertgesetz ist das Gesetz von der Entstehung des kapitalistischen Profits, die Quelle des Reichtums der Kapitalistenklasse. Das ökonomische Gesetz des heutigen Weltimperialismus ist überdies das Streben nach Höchstprofiten (maximaler Profit) durch globalisierte Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der gesamten Weltbevölkerung, durch globalisierte Unterjochung und Ausplünderung aller Länder, durch imperialistische Raubkriege und Weltfaschismus. Die globalisierte Lohnsklaverei ist die extremste Form aller bisherigen Formen der Sklaverei. Um die Unvermeidlichkeit der globalisierten Lohnsklaverei zu beseitigen muss man den Weltimperialismus vernichten.

Weltkommunistische Arbeit ist Arbeit für das Gemeinwohl aller Menschen und für das Wohl jedes einzelnen Menschen auf der ganzen Welt. Diese weltkommunistische Arbeit entwickelt sich in Keimform schon im Weltsozialismus. Durch einen Umschlag der Quantität in eine neue Qualität verwandelt sich die weltsozialistische Arbeit in weltkommunistische Arbeit. Das wichtigste Merkmal der kommunistischen Arbeit ist die Verwandlung der Arbeit in das erste Lebensbedürfnis eines jeden arbeitsfähigen Mitglieds der Weltkommune. Dabei bleibt die Mehrarbeit wir in allen Gesellschaftsformationen auch im Weltkommunismus notwendig, wie Karl Marx lehrt.

"Mehrarbeit überhaupt, als Arbeit über das Maß der Bedürfnisse hinaus, muss immer bleiben. Sie schafft die materiellen Mittel und den Keim zu Verhältnissen, die in einer höheren Form der Gesellschaft erlauben, diese Mehrarbeit zu verbinden mit einer größeren Beschränkung der der materiellen Arbeit überhaupt gewidmeten Zeit. Das Reich der Freiheit beginnt in der Tat erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört; es liegt also der Natur der Sache nach jenseits der Sphäre der eigentlichen materiellen Produktion." (Marx, Kapital, MEW, Band 25, Seite 827 - 828).

Es ist das historische Verdienst von Karl Marx und Friedrich Engels, dass sie nicht nur das dialektische Gesetz der Negation der Negation entdeckt haben, sondern es auch auf die Arbeitslosigkeit angewandt haben:

"Die aus der kapitalistischen Produktionsweise hervorgehende kapitalistische Aneignungsweise, daher das kapitalistische Privateigentum, ist die erste Negation des individuellen, auf eigne Arbeit gegründeten Privateigentums. Aber die kapitalistische Produktion erzeugt mit der Notwendigkeit eines Naturprozesses ihre eigne Negation. Es ist Negation der Negation.
Diese stellt nicht das Privateigentum wieder her, wohl aber das individuelle Eigentum auf Grundlage der Errungenschaft der kapitalistischen Ära: der Kooperation und des Gemeinbesitzes der Erde und der durch die Arbeit selbst produzierten Produktionsmittel.
" (Karl Marx, MEW Band 23, "Das Kapital" - 24. Kapitel, Seite 791)

Die Abschaffung der Arbeitslosigkeit folgt also dem objektiven Entwicklungsgesetz der Weltgesellschaft.

Karl Marx und Friedrich Engels haben sich aber nicht mit der Entdeckung dieses dialektischen Entwicklungsgesetzes begnügt, wodurch die Arbeitslosigkeit beeitigt wird. Sie haben auch den revolutionären Weg beschrieben, auf dem sich dieser dialektische Prozess vollzieht:


"[Es]wächst die Masse des Elends, des Drucks, der Knechtschaft, der Entartung, der Ausbeutung, aber auch die Empörung der stets anschwellenden und durch den Mechanismus des kapitalistischen Produktionsprozesses selbst geschulten, vereinten und organisierten Arbeiterklasse. Das Kapitalmonopol wird zur Fessel der Produktionsweise, die mit und unter ihm aufgeblüht ist. Die Zentralisation der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung der Arbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer kapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des kapitalistischen Privateigentums schlägt. Die Expropriateurs werden expropriiert.
Was jetzt zu expropriieren, ist nicht länger der selbstwirtschaftende Arbeiter, sondern der viele Arbeiter exploitierende Kapitalist. [ebenda]

Und diesen Weg, den Karl Marx und Friedrich Engels mit ihren Lehren gewiesen haben, geht heute die Komintern (SH) im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die der Weltkapitalismus erzeugt hat im Zuge der Coronavirus Pandämie.

Wir haben daher zum 202. Geburtstag von Karl Marx eine Zitatensammlung aus den Werken von Marx und Engels zusammen gestellt, um unseren revolutionären Beitrag zur Lösung der Frage der Arbeitslosigkeit zu leisten.

Als Weltpartei des Weltproletariats sind wir nicht nur zur Aufklärungsarbeit verpflichtet, sondern auch zur tatkräftigen Solidarität im Klassenkampf der Arbeiterklasse gegen die Geißel der Arbeitslosigkeit.

Von Marx und Engels lernen, heißt, die Arbeitslosigkeit zu besiegen !

 

 

 

NEU

aus Anlass der gegenwärtigen Corona Pandämie

MARX UND ENGELS

zur Frage der Arbeitslosigkeit

Zitate zusammen gestellt von Wolfgang Eggers