"WEG DER PARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 
 

Die Komintern (SH)

und die Lösung der

kolonialen Frage


Die Bedeutung der Komintern (SH) in der

kolonialen Frage

besteht im Allgemeinen darin, dass sie mit ihrer Kritik am Dimitrovismus die diesbezüglichen korrekten Beschlüsse der Komintern (bis zum Zeitpunkt des Verrats des VII. Weltkongresses) verteidigt und modifiziert korrekt anwendet.

Und im Besonderen hat die Komintern (SH) endlich, 76 Jahre nach Auflösung der Komintern, die revolutionäre Tätigkeit der Sektionen der Komintern in den kolonialen Ländern rehabilitiert, welche von Dimitrov nach dem VII. Weltkongress in den revisionistischen Sumpf getrieben und zu Unrecht des "Sektierertums" bezichtigt worden waren.

Komintern (SH)

29. 3. 2019

 

1919 - 2019

100. Jahrestag

Wir nehmen die Grußadresse an die ägyptische Sektion zum Anlass, unsere Haltung zur kolonialen Frage darzulegen

 

Grußadresse der Komintern (SH)

an die ägyptische Sektion

aus Anlass des 100. Jahrestages der

Ägyptischen Revolution von 1919


Die Komintern (SH) sendet allen Genossinnen und Genossen unserer ägyptischen Sektion revolutionäre Kampfesgrüße.

Die ägyptische Revolution von 1919 nimmt einen zentralen historischen Platz ein im heldenhaften anti-imperialistischen Befreiungskampf der arabischen Völker. In Ägypten richtete sich der anti-imperialistische Kampf damals in erster Linie gegen den britischen Imperialismus. Die ägyptische Revolution von 1919 folgte unmittelbar dem Aufruf des Gründungskonkresses der Komintern:

„Imperialisten – raus aus den Kolonien !“

Die ägyptische Revolution von 1919 war Grundlage für das Programm der ägyptischen Kommunisten. Es war das erste Programm der Welt für die demokratische, anti-imperialistische und anti-feudale Revolution. Dieses Programm wurde am 14. Februar 1921 in der Kairoer Zeitung Al-Ahram und Al-Khisab (Zeitung der ägyptischen Kommunisten) veröffentlicht. Darin enthalten waren außerdem Forderungen der Arbeiterklasse für dem 8-Stundentag, Arbeitsgesetzgebung, gleicher Lohn für ägyptische und ausländische Arbeiter, die Gründung einer Bauerngewerkschaft usw.

Ein derartiges Programm hat die Wafd Partei nie aufgestellt.

Und es waren die ägyptischen Kommunisten, die in den Streikkomitees der Arbeiter vertreten waren. Es waren die ägyptischen Kommunisten, die zum ersten Mal die Theorie des Marxismus-Leninismus mit der ägyptischen Arbeiterbewegung verknüpften.


Die Verteidigung der ägyptischen Revolution von 1919, der kommunistischen Partei Ägyptens und des im Gefängnis gestorbenen Generalsekretärs Antun Marun, besteht in der ehrenvollen Fortsetzung ihres Kampfes gegen den Weltimperialismus und die Konterrevolution im eigenen Land und auf der ganzen Welt.

Weltimperialisten – raus aus Ägypten ! Sturz des Weltimperialismus durch die proletarische Weltrevolution und Errichtung der Diktatur des Weltproletariats für den Aufbau des Weltsozialismus. Es lebe das vom Weltimperialismus befreite Ägypten, das sozialistische Ägypten in einer sozialistischen all-arabischen Republik, das sozialistische Ägypten in einer sozialistischen Welt !

Aus der ägyptischen Revolution von 1919, die von der Oktoberrevolution inspiriert war, ging die kommunistische Partei Ägyptens hervor, die im Jahre 1920 gegründet wurde und 1922 als Sektion in die Komintern aufgenommen wurde. Damit begann ein qualitativer Sprung in der Geschichte des anti-imperialistischen Kampfes in der arabischen Welt – nämlich hin zum Marxismus-Leninismus.

Aufgrund der Beschlüsse des VI. Weltkongresses hatte die kommunistische Partei Ägyptens in ihrem Manifest die Wafd Partei , die Swajaristen usw. verurteilt als „eine Partei der Bourgeoisie und der Grundbesitzer, als eine konterrevolutionäre Partei des nationalen Reformismus.“ Ausgerechnet diese korrekte marxistisch-leninistische Haltung der kommunistischen Partei Ägyptens, die Wafd Partei als Agent des britischen Imperialismus anzugreifen, wird als „Ursache“ für ihr Scheitern gedeutet, nicht nur seitens der bürgerlichen Historiker , sondern auch seitens Dimitrov, Trotzki usw. Es ist nicht zu leugnen: die Wafd Partei fürchtete die kommunistische Partei und die Arbeiterklasse Ägyptens mehr als den britischen Imperialismus. Um ihre Herrschaft aufrecht zu erhalten, verbündete sich die arabische Bourgeoisie mit den ausländischen Imperialisten gegen die Arbeiterklasse und ihre kommunistische Partei, gegen die sozialistische Revolution, verwandelte sie sich von einer fortschrittlichen Partei in eine konterrevolutionäre Partei.

Diese marxistisch-leninistische Haltung gegen den bürgerlichen Nationalismus nahm in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts einen großen Aufschwung, insbesondere durch die aktive Unterstützung des Genossen Stalin. Stalin lehrte, dass sich die Arbeiterklasse in den arabischen Ländern auf den proletarischen Internationalismus stützen muss im Kampf gegen den bürgerlichen Nationalismus, im Kampf gegen die Versöhnung mit dem bürgerlichen Nationalismus. Die anfängliche fortschrittliche Rolle der Bourgeoisie in den arabischen Ländern darf die arabischen Kommunisten nicht blind machen gegenüber der reaktionären Rolle, die die arabische Bourgeoisie später übernommen hatte, und die heute im Faschismus ihren höchsten Ausdruck gefunden hat.

Ausnutzung der wachsenden Widersprüche zwischen der nationalen Bourgeoisie und den Imperialisten kann nicht gleichgesetzt werden mit der Unterstützung der ägyptischen Bourgeoisie.

Die durch den Konflikt mit den Imperialisten geschwächte Bourgeoisie muss hingegen ausgenutzt werden, um den revolutionären Kampf gegen die Bourgeoisie bis zu ihrem Sturz voranzutreiben. Das war die Aufgabe der kommunistischen Partei Ägyptens damals und das ist heute noch die Aufgabe der ägyptischen Sektion der Komintern (SH). Mögen die Neo-Revisionisten uns als „Sektierer“ beschimpfen, die nichts aus der Geschichte gelernt haben, wir werden die Arbeiterklasse niemals verraten und sie der Bourgeoisie ausliefern. Niemand wird die ägyptische Sektion der Komintern (SH) daran hindern können, Rache zu nehmen an der Wadf Partei, die die ägyptische kommunistische Partei brutal bekämpft und ihren Mitgliedern unendlich viel Leid angetan hat. Der Anti-Kommunismus der Wafd Partei muss im revolutionären Kampf der ägyptischen Arbeiterklasse gegen die ägyptische Bourgeoisie niedergeschlagen werden.

Mit der Komintern unter der revisionistischen Führung Dimitrovs ging diese marxistisch-leninistische Entwicklung des proletarischen Internationalismus im Kampf gegen den bürgerlichen Nationalismus in den arabischen Ländern zu Ende. Dimitrov verurteilte die korrekten Beschlüsse des VI. Weltkongresses von 1928, der Lenins Linie in der kolonialen Frage auf dem II. Weltkongress ausdrücklich als Basis betrachtete. Das hinderte Dimitrov nicht daran, den VI. Weltkongress als Ursache für das angebliche „Sektierertum“ der kommunistischen Partei Ägyptens verantwortlich zu machen.

Unter den negativen Auswirkungen des Dimitrovismus haben die wahren Kommunisten in den arabischen Ländern heute noch zu leiden.

Die Komintern (SH) nimmt diese Grußadresse zum 100. Jahrestag der ägyptischen Revolution daher zum Anlass, den wiederbelebten Dimitrovismus in den arabischen Ländern zu entlarven und zu bekämpfen, die sich der sozialistischen Revolution entgegenstellen.

Mit dem VII. Weltkongress wurde die korrekte leninistisch-stalinistische Linie der Komintern bezüglich der arabischen Länder verraten, liquidiert und in eine revisionistische Linie verwandelt. Wir nehmen den 100. Jahrestag der ägyptischen Revolution von 1919 zum Anlass, Dimitrovs Volksfrontpolitik in den arabischen Ländern zu kritisieren, zu verurteilen und zu bekämpfen, insbesondere gegen die Neo-Revisionisten von der ICMLPO, denen bekanntlich auch Organisationen in einigen arabischen Ländern angehören. Die Lehren aus der ägyptischen Revolution 1919 sind auch für unseren heutigen Kampf gegen die arabischen Neo-Revisionisten von unschätzbaren Wert. Wir alle wissen, dass sich die arabischen Neo-Revisionisten insbesondere auf die Volksfrontpolitik von Dimitrov berufen und dass sie versuchen, sie in den arabischen Ländern wiederzubeleben aus dem einzigen Grund, nämlich den Übergang des arabischen Frühlings zur sozialistischen Revolution zu verhindern. Damit betätigen sich die Neo-Revisionisten als Lakaien des Weltimperialismus, nämlich die Flamme der Weltrevolution in den arabischen Ländern auszulöschen damit sie nicht auf andere Länder übergreift.


Von zentraler Bedeutung ist die Dimitrov-Resolution „Aufgaben der Kommunistischen Parteien in den arabischen Ländern im Kampf für eine anti-imperialistische Volksfront“ (February 29, 1936). Diese Resolution hatte zum Ziel, die arabischen kommunistischen Parteien unter die revisionistischen Beschlüsse des VII. Weltkongresses von 1935 zu zwingen. In dieser Resolution war der Hauptfeind nicht mehr der rechte Opportunismus, sondern der „linke“ Opportunismus !!) - eine durc h und durch anti-stalinistische Definition des Hauptfeinds in der kommunistischen Bewegung der arabischen Welt !! Hauptfeind ist bis auf den heutigen Tag der rechte Opportunismus !

In dieser Resolution wird fast allen Sektionen der Komintern offen „Sektierertum“ vorgeworfen, weil sie angeblich dem arabischen Befreiungskampf keinerlei Aufmerksamkeit schenken und dieser untätig gegenüberstehen würden. Selbst wenn dies der Wahrheit entspräche, so wäre das noch lange kein Grund dafür, die korrekte leninistisch-stalinistische Linie der Komintern zur Unterstützung der arabischen Völker aufzugeben und durch eine revisionistische Linie zu ersetzen. Im Gegenteil. Es wäre die Aufgabe der Kominternführung gewesen, allen Sektionen dabei anzuleiten, die Lehren von Lenin und Stalin zur Unterstützung des nationalen Befreiungskampfes der arabischen Völker besser als bisher in die Praxis umzusetzen. Mit der vorgetäuschten Kritik am angeblichen „Sektierertum“ der Sektionen wollte Dimitrov nicht etwa die arabischen Völker unterstützen, sondern sie stattdessen mit seinem Revisionismus verraten. Die Politik Dimitrovs gegenüber den arabischen Völkern war eine Politik der Kapitulation gegenüber dem Weltimperialismus. Dimitrov hat die arabischen Völker entwaffnet und den Imperialisten ausgeliefert, und damit nicht zuletzt auch die ägyptische Revolution von 1919 mit Füßen getreten. Dimitrov hat nicht nur die arabischen Sektionen liquidiert, sondern auch ihre Führung durch die Komintern. Ohne internationale Führung führte der Weg der arabischen Kommunisten in die schwierigste Lage ihrer Geschichte. Das hat sich erst mit der Gründung der Komintern (SH) grundlegend geändert. Heute wird die ägyptische Revolution von 1919 fortgesetzt von der ägyptischen Sektion der Komintern (SH) bis zum Sieg der sozialistischen Revolution.


Mit dieser revisionistischen Resolution „Aufgaben der Kommunistischen Parteien in den arabischen Ländern im Kampf für eine anti-imperialistische Volksfront“ wurde in Wahrheit die Liquidierung der Herausbildung bolschewistischer Parteien in den arabischen Ländern mit der fadenscheinigen Begründung eingeleitet, dass die arabischen kommunistischen Parteien angeblich „von den Massen losgelöst“ seien. Die Komintern Lenins und Stalins wird von der Bourgeoisie beschuldigt, den anti-imperialistischen Kampf der arabischen Völker zu „instrumentalisieren“. Die Komintern sei etwa deswegen „gescheitert“, weil sie angeblich den arabischen Völkern ihren Willen aufzwingen wollte, ohne Rücksicht auf die besonderen Bedingungen in den arabischen Ländern, ohne Rücksicht auf die Stimmung der Massen. Das deckt sich mit dem Maoismus, der es ablehnte, dass sich die Komintern in chinesische Angelegenheiten einmischt. Maoismus und Dimitrovismus sind wesensgleiche Ideologien der Bourgeoisie. Das zeigt sich auch in den arabischen Ländern.

Auch Dimitrov folgte der Ideologie der Weltbourgeoisie, die die kommunistische Bewegung in den arabischen Ländern als einen von außen gesteuerten Fremdkörper diffamiert, was keinerlei Verbindung zu den arabischen Massen habe. Die bürgerlichen Historiker sprechen von Studenten an den Universitäten, die sich mit marxistischen Ideen infiziert hätten, die aus dem Westen importiert worden seien. Das mag durchaus der Wahrheit entsprechen, aber historischer Fakt ist, dass die ägyptische Revolution von 1919 von den breiten Massen getragen wurde, in der die Streiks der Arbeiter eine herausragende Rolle gespielt haben. Das zeigt, dass die werktätigen Massen in Ägypten die wahren Träger der demokratischen Revolution waren und nicht die Bourgeoisie. Aber Dimitrov wollte nicht, dass die werktätigen Massen in Ägypten einen Schritt weiter gehen. Er lehnte den Übergang von der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen Revolution ab. Eben das ist kennzeichnend für Dimitrovs Anti-Leninismus, der diese Losung aufgestellt hatte, nämlich die bürgerlich-demokratische Revolution überzuleiten in die sozialistische Revolution. Und darin besteht auch der Anti-Leninismus der heutigen Neo-Revisionisten, die uns daran zu hindern versuchen, den bürgerlich-demokratischen arabischen Frühling in einen sozialistischen arabischen Frühling zu verwandeln.

Dimitrov ging noch weiter und bezichtigte die arabischen Sektionen ihres angeblichen „Sektierertums“ im anti-imperialistischen Kampf. Diese freche Beschuldigung weisen wir entschieden zurück und verteidigen den heldenhaften prinzipienfesten anti-imperialistischen Kampf aller arabischen Sektionen der Komintern Lenins und Stalins.

Hinter diesem Pseudo-Argument der so genannten „anti-sektiererischen Massenlinie“ des VII. Weltkongresses verbarg sich Dimitrovs Paktiererpolitik mit der Bourgeoisie in der nationalen Befreiungsbewegung.

Lenin und Stalin verstanden unter Massenlinie die Heranbildung bolschewistischer Massenparteien. Im Gegensatz dazu verstand Dimitrov unter „Massenlinie“, die Vereinigung mit bürgerlichen Parteien bis hin zu einer Verschmelzung mit ihnen. Also genau das Gegenteil. Die Gefährlichkeit dieser revisionistischen „Massenlinie“ bestand und besteht weiterhin darin, diese als eine „stalinistische“ Linie zu verkaufen. Dagegen müssen wir einen konsequenten und kompromisslosen Kampf führen, indem wir der neo-revisionistischen Einheitsfrontpolitik unsere eigene stalinistisch-hoxhaistische Einheitsfronttaktik entgegenstellen. Wenn wir die Dimitrovsche Einheitsfront mit der Bourgeoisie ablehnen, so bedeutet das ja nicht gleichzeitig, dass wir auf die proletarische Einheitsfrontpolitik verzichten können. Nein, wir kämpfen für eine neue weltproletarische Einheitsfront. Wir verteidigen die proletarische Einheitsfrontpolitik der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus, indem wir uns auf sie stützen und sie korrekt auf die heutigen Bedingungen global anwenden. Wir sind für eine globalisierte Einheitsfront des Weltproletariats unter dem Banner von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha.


Dimitrovs Volksfrontpolitik konnte nur unter der Voraussetzung durchgesetzt werden, wenn sie sowohl in der Arbeiterbewegung des Westens als auch in der anti-kolonialistischen Bewegung des Ostens, also global verwirklicht wird.

Die revisionistische Parole von Dimitrov hieß:

Proletarier aller Länder und unterdrückte Völker – vereinigt euch in der revisionistischen Volksfront, also nicht mehr gegen die Bourgeoisie, sondern mit der Bourgeoisie.

Dimitrov forderte, dass sich die Kommunisten in Ägypten der Wafd-Partei unterordnen und sich in ein Anhängsel der bürgerlichen Partei verwandeln.

Und was ist heute aus Dimitrovs Volksfront mit der Bourgeoisie geworden ?

Aus den bürgerlichen Elementen, die 1919 die ägyptische Revolution unterstützt haben, ist heute eine Bourgeoisie hervorgegangen, die mit ihrem faschistischen Regime Lakaiendienste für die Weltimperialisten leisten. Dafür hat Dimitrov den Weg geebnet. Darin besteht sein Verrat an der ägyptischen Arbeiterklasse und am ägyptischen Volk.

Unsere Kritik an der Dimitrovschen Volksfrontpolitik wäre also unvollständig, wenn wir diese nicht auch in der kolonialen Frage entlarven und bekämpfen würden anhand der heutigen faschistischen Entwicklung der Herrschaft der Bourgeoisie in der gesamten arabischen Welt .

Der Verrat der Volksfrontpolitik von Dimitrov beschränkt sich nicht auf ihre Anwendung auf die kapitalistischen Länder des Westens, sondern besteht darin, dass sie auch auf die kolonialen Länder übertragen wurde, womit die von Lenin geforderte revolutionäre Vereinigung des Westens mit dem Osten in eine revisionistische Losung verwandelt wurde, nämlich in ein Paktieren nicht nur mit der Bourgeoisie im Westen, sondern auch im Osten. Die Komintern (SH) vertritt als einzige Partei auf der ganzen Welt die Kritik an diesem Verrat der revisionistisch entarteten Komintern von Dimitrov an der revolutionären nationalen Befreiungsbewegung der arabischen Völker.

Ohne unsere Kritik an Dimitrov in der kolonialen Frage würde unsere anti-imperialistische Linie der Komintern (SH) nicht auf eine korrekte stalinistisch-hoxhaistische Grundlage stehenen. Ohne Zurückweisung der falschen Linie von Dimitrov kann die sozialistische Weltrevolution nicht siegen.

Stalin lehrt, dass das Weltproletariat nur solche nationalen Bewegungen unterstützt, die der Schwächung und dem Sturz des Weltimperialismus dienen.

Dimitrov hingegen unterstützte mit seiner Volksfrontpolitik nur solche nationalen Bewegungen, die der Versöhnung mit der nationalen Bourgeoisie und damit dem Schutz der Reserven im Hinterland des Weltimperialismus dienten. Daraus entwickelte sich der moderne Revisionismus zum Doktor am Krankenbett der bürgerlich-nationalen Bewegung und zum Totengräber des proletarischen Internationalismus in der Frage der nationalen Befreiungsbewegung.

Dimitrovs Einheitsfrontpolitik bedeutete die Abkoppelung und Trennung des nationalen Befreiungskampfes von der sozialistischen Weltrevolution, die Trennung vom Weltproletariat.

Dimitrovs Volksfront bedeutet Trennung des nationalen Befreiunsgkampfes vom Kommunismus, bedeutet Reinigung des nationalen Befreiungskampfes vom Einfluss der Kommunisten.

Die Komintern (SH) sagt:

Wer den anti-imperialistischen Kampf von der sozialistischen Weltevolution, von der Beseitigung der Klassengesellschaft, von den Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus trennt, der vertritt nicht mehr die Interessen des Weltproletariats, sondern ist bereits dazu übergegangen, die Interessen der Weltbourgeoisie zu vertreten.

In der revisionistischen Resolution von Dimitrov über den Kampf der arabischen kommunistischen Parteien hieß es, dass die arabischen Massen in den arabischen Sektionen der Komintern nicht etwa ihre Vertreter des nationalen Befreiungskampfes sähen, sondern diese nur als einen „verlängerten Arm“ der sozialistischen Weltrevolution“ betrachten würden. Dimitrov forderte die arabischen Sektionen auf, keine kommunistische Propaganda mehr zu betreiben, weil dies die nationalen Reformisten vor dem Kopf stoßen könnte und die bäuerlichen Massen abschrecken würde. Wenn die Imperialisten den Kommunismus als Schreckgespenst darstellen, dann muss man also nach Ansicht der Revisionisten nicht etwa den Antikommunismus in den arabischen Köpfen bekämpfen und durch kommunistisches Bewusstsein ersetzen, sondern stattdessen einfach auf kommunistische Propaganda verzichten.


Anti-imperialistischer Kampf - ja – aber ohne sozialistische Weltrevolution, das ist die revisionistische Phänomenologie des Dimitrovismus in der kolonialen Frage.


Die Kominten (SH) sagt: Die nationale Frage kann ohne die soziale Frage nicht gelöst werden.


Die Komintern (SH) sagt weiter: Die nationale Frage ist der sozialen Frage unterzuordnen.


Die Komintern (SH) sagt schließlich: Der anti-imperialistische Kampf ist untrennbar Teil des Kampfes für die sozialistische Weltrevolution.


Man darf weder den Kampf zur nationalen Befreiung von der sozialen Befreiung trennen, noch Beides gleichsetzen oder gar den nationalen Kampf dem sozialen Kampf überordnen.

Man darf den anti-imperialistischen Kampf weder von der sozialistischen Weltrevolution trennen, noch diesen mit ihr gleichsetzen oder gar überordnen.


Zur Zeit der ägyptischen Revolution von 1919 war die Losung Lenins gültig, nämlich die Vereinigung des Proletariats in den kapitalistischen Ländern mit den unterdrückten Massen in den Kolonien gegen den gemeinsamen Feind – den Weltimperialismus.

Diese Losung ist heute unter den Bedingungen der Globalisierung des Kapitalismus nicht mehr gültig. Heute ist die ganze Welt kapitalistisch und damit das Weltproletariat die hegemoniale revolutionäre Klasse in jedem Land der Welt. Heute teilt sich die Welt nicht mehr wie im Jahre 1919 in den kapitalistischen Westen und den kolonialisierten Osten. Ehemalige Kolonialländer des Ostens, sind heute selber zu imperialistischen Ländern geworden (wie zum Beispiel die sozialimperialistische Supermacht China, die nicht nur die Arbeiter in den ehemaligen Kolonien ausbeutet und unterdrückt, sondern sogar bis hinein in die alten kapitalistischen Länder des Westens vorgedrungen ist.) Diese alte Aufteilung der Welt existiert nicht mehr seit der Globalisierung.

Die Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus über den Kolonialismus sind immer noch gültig. Kolonialismus ist ein Merkmal des Imperialismus. Nach den Lehren Lenins ist der Kolonialismus als eins der Merkmale des Imperialismusgenauso gekennzeichnet durch Parasitismus, Fäulnis und Verfall.

In Übereinstimmung mit allen anderen Widersprüchen im Lager des Weltimperialismus gibt es auch in der Kolonialfrage zwei widersprüchliche Tendenzen.

Die eine Tendenz ist die gegenseitige Unterstützung, nämlich die Vereinigung globaler konterrevolutionärer Aktionen im Kampf gegen revolutionäre Aufstände des antiimperialistischen Weltlagers.

Und der andere Trend ist der Kampf gegeneinander innerhalb des globalen Netzwerks des Kolonialismus, um vorherrschende Positionen zu behaupten oder neue zu erobern.

Beide Tendenzen dieser Widersprüche unter den Weltkolonialisten innerhalb des imperialistischen Weltlagers führen unweigerlich zu einer revolutionären Gegenbewegung im antiimperialistischen Weltlager, die zur weiteren Reifung der sozialistischen Weltrevolution beitragen wird.

Inzwischen hat der Weltimperialismus die ganze Welt in eine einzige "Weltkolonie" verwandelt, in ein globalisiertes Netzwerk kapitalistischer Versklavung. Die heutigen Weltkolonisten betrachten nicht nur dieses oder jenes Land als ihre Kolonie, sondern die gesamte Welt als eine einzige globale Kolonie.

Die alten Formen des Kolonialismus wandelten sich um in neue globale Formen des Kolonialismus, jedoch besteht das Wesen des Kolonialismus nach wie vor unverändert weiter .

Der Charakter von Ausbeutung und Unterdrückung änderte sich nicht und blieb gleich: Die reichen Länder beuten die armen Länder aus und unterdrücken sie. Die reiche Welt beutet die arme Welt aus und unterdrückt sie.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, Proletarier und arme Bauern auf der ganzen Welt zu vereinen, den Weltimperialismus zu stürzen und sein globales kolonialistisches Netzwerk in Stücke zu reißen. Heute steht die sozialistische Weltrevolution auf der Tagesordnung, der alle revolutionären Bewegungen in jedem Land zu dienen haben.

Stalinismus-Hoxhaismus in der Kolonialfrage ist die Theorie und Taktik der Abschaffung des globalen Kolonialismus durch die proletarische Weltrevolution im Allgemeinen, und im Besonderen die Theorie und Taktik der Verwandlung der kolonialen Reserven der Diktatur der imperialistischen Weltbourgeoisie in anti-imperialistische, sozialistische Reserven der Diktatur des Weltproletariats.

Der Grundwiderspruch in den arabischen Ländern ist der zwischen Lohnarbeit und Kapital.

Der Maoismus betrachtet die Bauern als führende Kraft der nationalen Befreiungsbewegung. Der Stalinismus-Hoxhaismus sieht hingegen in der Arbeiterklasse die Führerin der nationalen Befreiungsbewegung, wobei die führende proletarische Kraft vollkommen davon abhängt, wie weit sie von den armen Bauern unterstützt wird.

Solange der Kapitalismus herrscht – und alle arabischen Länder sind inzwischen kapitalistisch – kann es für die arabischen Länder keine wahre nationale Selbstbestimmung geben. Die nationale Selbstbestimmung kann nur in einer arabischen Welt verwirklicht werden, die sozialistisch ist, in der die antagonistischen Klassengegensätze beseitigt sind. Aber garantiert werden kann nationale Selbstbestimmung nur im Weltmaßstab, im Weltsozialismus, in der sozialistischen Weltrepublik.

Der Weltimperialismus aber will keine sozialistische arabische Welt mit selbstbestimmten Nationen. Der Weltimperialismus will die Ausbeutung und Unterdrückung der arabischen Welt weiter aufrechterhalten – notfalls mit Blut und Schwert. Und nur mit Blut und Schwert können die arabischen Völker den Weltimperialismus besiegen. Wir verzichten nicht auf eine einzige Forderung für nationale Selbstbestimmung, aber stets verknüpfen wir diese Forderung mit dem Kampf für den Sturz der Bourgeoisie.

Es wird keine Befreiung der arabischen Welt geben, solange der Weltimperialismus über die arabische Welt herrscht.

Ist die arabische Welt auf sich allein gestellt, kann sie allein den Weltimperialismus nicht besiegen. Der Weltimperialismus kann nur durch die sozialistische Weltrevolution besiegt werden. Deswegen ist es die Aufgabe der arabischen Welt, die sozialistische Weltrevolution zu unterstützen und ihr zum Sieg zu verhelfen.

Wie Enver Hoxha lehrt, leben wir gegenwärtig im Stadium des weltweiten Zusammenbruchs des Imperialismus und des Sieges der proletarischen Weltrevolution. Es ist daher die Aufgabe der arabischen Kommunisten, der arabischen Revolutionäre, der arabischen Arbeiterklasse und der arabischen Völker, sich einzureihen in dem Entscheidungskampf des Weltproletariats gegen die Weltbourgeoisie und sich gemeinsam für den Weltsozialismus zu erheben.


Ausgehend vom VII. Weltkongress verfasste das revisionistische EKKI der Komintern dam 28. Februar 1936 eine „Resolution über die Verbindungen und Beziehungen zwischen den arabischen kommunistischen Parteien“.

Dimitrov bekämpfte mit dieser Resolution die Idee einer vereinigten all-arabischen kommunistischen Partei als „Ideologie der nationalen Bourgeoisie“. Dimitrov war gegen eine all-arabische sozialistische . Eine all-arabische sozialistische Republik hielt Dimitrov für „Sektierertum“ und „Wunschdenken“. Und diese Meinung teilte er mit den anderen revisionistischen Kominternführern wie Otto Kuusinen und D.Z. Manuilsky und Wang Ming.

Diese revisionistische Linie der Ablehnung einer all-arabischen kommunistischen Partei wurde 1970 fortgesetzt, insbesondere von Bagdash, dem Führer der revisionistischen Partei Syriens. Nachdem Syrien der revisionistischen Linie der Volksfront von Dimitrov gefolgt war, wurde die syrische "kommunistische" Partei zum Wegbereiter des sowjetischen Revisionismus in der gesamten arabischen Welt und zum Stiefellecker des heutigen russischen Imperialismus und das Regime der faschistischen Bourgeoisie in Syrien - und somit zu einer gefährlichen Quelle des Sozialfaschismus in der gesamten arabischen Welt.

Die Geschichte hat die falschen Ansichten dieser Revisionisten überzeugend widerlegt: der arabische Frühling hat ausnahmslos alle arabischen Länder erfasst. Und auch die daraus unvermeidlich hervorgehende sozialistische Revolution wird alle arabischen Länder erfassen. Die Frage der nationalen Befreiungsbewegungen ist von den Weltimperialisten in eine globale Frage zum Sturz der Weltbourgeoisie verwandelt geworden, genauer in eine Frage der proletarischen Weltrevolution und nicht mehr eine Frage der bürgerlich-demokratischen Revolution.

Daraus ergibt sich ebenso unvermeidlich die Vereinigung der arabischen sozialistischen Länder in der sozialistischen arabischen Republik. Und daraus folgt ferner, dass die Komintern (SH) in der Organisationsfrage eine klare Entscheidung gefällt hat, die sich an dem Ziel der all-arabischen sozialistischen Republik orientiert. Dies entspricht vollkommen dem Leninismus in der nationalen Frage, nämlich der unumkehrbare Trend zur Verschmelzung der Nationen.

Die Schaffung einer Allarabischen Sektion stärkt nicht nur die Komintern (SH) im Allgemeinen, sondern auch die Sektionen in jedem arabischen Land im Besonderen. Auf diese Weise unterscheiden wir uns klar von Dimitrov in der Organisationsfrage der arabischen Revolution.

Die Komintern (SH) sieht in der all-arabischen Sektion das notwendige und unverzichtbare Bindeglied zwischen der Komintern (SH) und den einzelnen Sektionen der arabischen Länder zur Schaffung einer vereinigten sozialistischen arabischen Welt. Die all-rabische Sektion der Komintern (SH) kämpft für die all-arabische sozialistische Republik in der sozialistischen Weltrepublik.

Wir kämpfen für eine vereinigte arabische proletarische Armee als starke Abteilung der proletarischen Weltarmee, die nur von einer all-arabischen Sektion der Komintern (SH) aufgebaut werden kann.

Wir kämpfen für die sozialistische Revolution der gesamten arabischen Welt, für die arabische sozialistische Revolution als Abteilung der sozialistischen Weltrevolution.

Das ist die Linie der Komintern (SH), die einzig richtige Linie, mit der die arabische Welt den Weg zu ihrer Befreiung findet.

Die Linie der arabischen Neo-Revisionisten besteht hingegen darin, den Weg Dimitrovs zu folgen und die arabische Welt von ihrem Weg zum Sozialismus abzuhalten. Deswegen bekämpfen die Neo-Revisionisten die Komintern (SH). Und deswegen verteidigen die arabischen Sektionen die Komintern (SH) gegen die Neo-Revisionisten.

Es wird kein sozialistische arabische Welt geben ohne den Weltsozialismus. Und den Weltsozialismus wird es nicht geben, ohne die Neo-Revisionisten vernichtend geschlagen zu haben.


Die Ägyptische Revolution von 1919 wird verteidigt, indem wir in Ägypten die Niederlage der Neo-Revisionisten herbeiführen, indem wir den Dimitrovismus in Ägypten mit dem Stalinismus-Hoxhaismus schlagen und schließlich ausrotten.


Es lebe die ägyptische Revolution von 1919 !


Krönen wir die ägyptische Revolution on 1919 mit dem Sieg der sozialistischen ägyptischen Revolution !


Es lebe die ägyptische Sektion der Komintern (SH) !


Es lebe der Stalinismus-Hoxhaismus !


Es lebe der Weltsozialismus und der Weltkommunismus !


Wolfgang Eggers

Comintern (SH)

25. März 2019