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Stalins und Enver Hoxhas Ideen des Antifaschismus sind unbesiegbar

von Wolfgang Eggers

geschrieben am 16. Juli 2019

 

Heute ist die Gefahr des Weltfaschismus und des kurz bevor stehenden imperialistischen Weltkrieges die grundlegende Frage der Gegenwart.

Deswegen versucht die Weltbourgeoisie das Weltproletariat einzulullen und es vom Kampf gegen Faschismus und Krieg abzulenken.

Die unbesiegbaren antifaschistischen Lehren Stalins und Enver Hoxhas sind heute aktueller denn je.

Sie geben uns die nötige Siegeszuversicht, die wir zur Zerschlagung des Weltfaschismus so dringend brauchen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass der Sieg über den Weltfaschismus in einer militärischen Weltschlacht entschieden wird.

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In Hinblick auf die kurz bevor stehende Gründung des RFB, am 29. Juli 2019, stellt die Komintern (SH) die Lehren Stalins und Enver Hoxhas vom Sieg über den Hitlerfaschismus in den Mittelpunkt der Feierlichkeiten des 72. Jahrestags des Stalinismus-Hoxhaismus

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Am 16. Juli 1947 trafen sich Stalin und Enver Hoxha, die aus dem Kampf gegen den Faschismus als siegreiche Führer hervor gegangen sind. Ihre Freunschaft begründet sich also nicht zuletzt auch auf ihrem gemeinsam errungenen Sieg über den Hitlerfschismus.

Der 16. Juli 1947, der erste Tag der Begegnung von Stalin und Enver Hoxha, führte den 4. und 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus ins Mausoleum des 3. Klassikers des Marxismus-Leninismus - Lenin.

 

Enver Hoxha im Zentralmuseum für W. I. Lenin in Moskau

 

 

Enver Hoxha erinnert sich wie folgt an diese Begegnung:

"Gleich am Morgen besuchten wir das Mausoleum des großen Lenin und verneigten uns in tiefer Verehrung vor dem genialen Führer der Revolution, vor dem Menschen, dessen Name und dessen Werk tief in unserem Denken und unseren Herzen verankert waren und den ruhmreichen Weg unseres Kampfes für die Freiheit, die Revolution und den Sozialismus erleuchtet hatten und erleuchteten."

Diese historische Begegnung ist für uns Stalinisten-Hoxhaisten ein fest eingebranntes Symbol, nämlich dass der Stalinismus-Hoxhaismus stets zu seinem Ursprung, zum Leninismus zurückkehrt, ihm seine Treue gegenüber bezeugt, den Schatz des Leninismus bewahrt und verteidigt, und aus der unversiegbaren Quelle des Leninismus schöpft.

Und so schrieb Enver Hoxha auch ins Gästebuch des Lenin-Museusm:

"Lenins Sache wird in den kommenden Generationen unsterblich weiterleben."

Lenins Sache lebte weiter in den vergangenen Generationen des antifaschistischen Kampfes und wird auch in den kommenden Generationen des antifaschistischen Kampfes weiter leben.

Die antifaschistischen Lehren des Stalinismus konnten aus nichts Anderem hervor gehen, als aus dem Leninismus.

Und die antifaschistischen Lehren des Hoxhaismus konnten aus nichts Anderem hervor gehen, als aus dem Stalinismus.

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Im Folgenden weisen wir auf einige falsche Auffassungen in der antifaschistischen Weltbewegung hin, die gegenwärtig vorherrschen und von denen wir uns um so klarer abgrenzen.

Unter den Antifaschisten sind wir keine "Linken und keine Rechten", wir sind einfach Stalinisten-Hoxhaisten. Wir kämpfen in der antifaschistischen Weltbewegung an zwei Fronten, sowohl gegen die "linke" Abweichung als auch gegen die rechte Abweichung. Die Frage des Kampfes gegen die Rechten und die „Ultralinken” innerhalb der antifaschistischen Bewegung betrachten wir dabei nicht unter dem Gesichtswinkel der "gleichmäßigen Aufteilung", sondern sie muss unter dem Gesichtswinkel der Erfordernisse des politischen Augenblicks, unter dem Gesichtswinkel der politischen Bedürfnisse der Komintern (SH) in jedem gegebenen Augenblick betrachtet werden.

Man darf nicht vergessen, dass Rechte und „Ultralinke” in der antifaschistischen Bewegung in Wirklichkeit Zwillingsbrüder sind, dass sie folglich auf dem opportunistischen Standpunkt stehen, mit dem Unterschied jedoch, dass die Rechten ihren Opportunismus nicht immer verbergen, während die Linken ihren Opportunismus stets mit „revolutionären” Phrasen verhüllen. Die Wurzel ist bei beiden die gleiche in dem Sinne, dass sie den Druck uns fremder Klassen widerspiegeln.

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Wir beginnen mit der antifaschistischen Theorie. Von welcher Theorie ist die heutige antifaschistische Bewegung beeinflusst?

Sie ist im Wesentlichen von zwei Vorstellungen beeinflusst, vom kleinbürgerlichen Revolutionismus und vom Revisionismus/Neo-Revisionismus, jedoch leider noch völlig unzureichend von den Vorstellungen des revolutionären Weltproletariats, von den Vorstellungen seiner Weltpartei, die Komintern (SH).

Der Mangel der heutigen antifaschistischen Weltbewegung besteht einerseits in ihrem Spontaneismus, in ihrer theoretischen Konfusion, ihrer theoretischen Oientierungslosigkeit auf Seiten der "anarchistisch-kleinbürgerlich" beeinflussten Bewegung, und andererseits in ihrer Beeinflussung durch die Revisionisten, die den "friedlichen Weg der Befreiung vom Faschismus" propagieren.

Dieser beiderseitige theoretische Mangel hat unvermeidlich zur Zersplitterung der antifaschistischen Bewegung beigetragen und ist insgesamt ein großes Hemmnis für die Entfaltung des unbesiegbaren proletarisch-revolutionären Antifaschismus, wir wir Stalinisten-Hoxhaisten ihn verstehen. Wir wollen die antifaschistische Einheitsfront unter Führung des revolutionären Weltproletariats, unter der Führung seiner Avantgarde, der Komintern (SH).

Den theoretische Mangel sehen wir Stalinisten-Hoxhaisten nicht allein bei "allen Anderen", sondern vor Allem bei uns selbst. Was wir bisher zur Weiterentwicklung der antifaschistischen Theorie des Marxismus-Leninismus beigetragen haben, betrachten wir selbstkritisch als unzureichend. Es genügt nicht, die antifaschistischen Lehren der Klassiker des Marxismus-Leninismus und die historischen Dokumente des anti-faschistischen Kampfes der Arbeiterklasse in vielen verschiedenen Sprachen zu propagieren, wenngleich wir auch die Einzigen auf der Welt sind, die diese wichtige Aufgabe erfüllen.

Es reicht auch nicht aus, dass wir unsere grundlegende Haltung zum Antifaschismus in unserer Generallinie und anderen wichtigen Parteidokumenten festgelegt haben. Das dient in erster Linie unserem Selbstverständnis als Weltpartei des Proletariats. All das ist richtig und wichtig.

Aber das reicht uns nicht aus als Basis für die zu schaffende internationale Massenbewegung des weltproletarischen Antifaschismus. Was wir wollen und tun müssen, das ist, unsere stalinistisch-hoxhaistischen Ideen in die antifaschistische Weltbewegung hinein zu tragen. Darum haben wir beschlossen, die Entwicklung der stalinistisch-hoxhaistische Theorie des Antifaschismus weiter voran zu treiben. Mit diesem Artikel hoffen wir, hierzu einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben.

 

 

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Der Faschismus ist eine Erscheinung der Krise im imperialistischen Endstadiums des Kapitalismus, weswegen wir nicht mit den blutigen Terror des Kapitalismus in seinem voraus gegangenen Stadium zur Zeit von Marx und Engels, sondern mit Lenin beginnen wollen.

Ohne antifaschistische Theorie - keine antifaschistische Bewegung.

Die antifaschistische Bewegung selber ist aber nur ein Teil der gesamten revolutionären Bewegung und ihr daher untergeordnet.

Und so ist auch die antifaschistische Theorie nur ein Teil der revolutionären Theorie, die Stalin wie folgt definiert hat:

"Der Leninismus ist die Theorie und Taktik der proletarischen Revolution im Allgemeinen, die Theorie und Taktik der Diktatur des Proletariats im Besonderen. Marx und Engels wirkten in der vorrevolutionären Periode (wir meinen vor der proletarischen Revolution), als es noch keinen entwickelten Imperialismus gab, in der Periode der Vorbereitung der Proletarier zur Revolution, in jener Periode, als die proletarische Revolution praktisch noch keine unmittelbare Notwendigkeit war. Lenin dagegen, der Schüler von Marx und Engels, wirkte in der Periode des entwickelten Imperialismus, in der Periode der sich entfaltenden proletarischen Revolution, als die proletarische Revolution bereits in einem Lande gesiegt, die bürgerliche Demokratie zerschlagen und die Ära der proletarischen Demokratie, die Ära der Sowjets, eröffnet hatte." (Stalin, Grundlagen des Leninismus)

Das Bestreben mancher Antifaschisten, sich über die antifaschistische Theorie hinwegzusetzen, widerspricht dem ganzen Geiste des Stalinismus-Hoxhaismus und birgt große Gefahren für die Sache des Antifaschismus.

Die antifaschistische Theorie wird gegenstandslos, wenn sie nicht mit der antifaschistischen Praxis verknüpft wird, genauso wie die antifaschistische Aktion blind wird, wenn sie nicht durch die revolutionäre Theorie des Antifaschismus beleuchtet wird.

Aber die antifaschistische Theorie wird zu einer gewaltigen Kraft der antifaschistischen Bewegung, wenn sie sich in untrennbarer Verbindung mit der antifaschistischen Aktion herausbildet, denn sie, und nur sie, kann der antifaschistischen Bewegung Sicherheit, Orientierungsvermögen und Verständnis für den inneren Zusammenhang der sich rings um sie abspielenden faschistischen Ereignisse verleihen, denn sie, und nur sie, kann der Praxis helfen zu erkennen, nicht nur wie und wohin sich die Klassen des Faschismus und die des Antifaschismus in der Gegenwart bewegen, sondern auch, wie und wohin sie sich in der nächsten Zukunft werden bewegen müssen.

Die Rolle des antifaschistischen Vorkämpfers kann heute nur die Komintern (SH) erfüllen, die sich vom Stalinismus-Hoxhaismus leiten lässt. Dies wird insbesondere von "Theoretikern" der Spontaneität des antifaschistischen Kampfes geleugnet. Eine solche spontaneistische Theorie ist die Theorie des Opportunismus. Die Theorie der Anbetung der Spontaneität der antifaschistischen Bewegung ist eben nichts Anderes, als die Theorie der tatsächlichen Leugnung der führenden Rolle der Avantgarde des Weltproletariats im Kampf gegen den Weltfaschismus.

Was zeichnet die Führung des antifaschistischen Kampfes aus

Die Komintern (SH) muss es verstehen, die Massen von der Richtigkeit ihrer antifaschistischen Politik zu überzeugen. Sie muss solche Losungen aufstellen und durchführen, die die Massen an die antifaschistischen Positionen der Komintern (SH) heranführen und es ihnen erleichtern, an Hand ihrer eigenen Erfahrungen die Richtigkeit der antifaschistischen Politik der Komintern (SH) zu erkennen, die Massen auf das Niveau des antifaschistischen Bewusstseins der Komintern (SH) heben und sich somit die Unterstützung der Massen, ihre Bereitschaft zum entscheidenden antifaschistischen Kampfe sichern.

Die Führung der Komintern (SH) im antifaschistischen Kampf besteht aus den leitenden Weisungen der Partei samt der Durchführung dieser Weisungen durch die Massenorganisationen des Weltproletariats, samt ihrer Umsetzung in die Tat durch die Massen. Hier haben wir es mit einer ganzen Reihe von Übergängen und Zwischenstufen zu tun.

Lenin lehrt:

"Mit der Avantgarde allein", sagt Lenin, "kann man nicht siegen. Die Avantgarde allein in den entscheidenden Kampf werfen, solange die ganze Klasse, solange die breiten Massen nicht eine Position eingenommen haben, wo sie die Avantgarde entweder direkt unterstützen oder wenigstens wohlwollende Neutralität ihr gegenüber üben..., wäre nicht nur eine Dummheit, sondern auch ein Verbrechen. Damit aber wirklich die ganze Klasse, damit wirklich die breiten Massen der Werktätigen und vom Kapital Unterdrückten zu dieser Position gelangen, dazu ist Propaganda allein, Agitation allein zu wenig. Dazu bedarf es der eigenen politischen Erfahrung dieser Massen." (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 73 [deutsch in "Ausgewählte Werke" in zwei Bänden, Bd. II, S. 737].)

Die Komintern (SH) organisiert alle antifaschistischen Aktionen nicht ausschließlich mit ihren eigenen Kräften, ohne Unterstützung des Weltproletariats. Sie leitet die antifaschistischen Aktionen in dem Maße, in dem sie die Unterstützung des Weltproletariats besitzt. Denn die Komintern (SH) kann die Klasse nicht ersetzen, sondern bleibt, bei all ihrer wichtigen, führenden Rolle, nur ein Teil der Klasse. Klasse und Partei dürfenim antifaschistischen Kampf nicht gleichgesetzt werden.

Die Frage der Führung im antifaschistischen Kampf ist verknüpft mit der Frage der Wechselbeziehungen zwischen Komintern (SH) und Weltproletariat, zwischen Parteimitgliedern und Parteilosen innerhalb des Weltproletariats. Sie wird hergestellt vom RFB, der auch die Verbindung zu den antifaschistischen Kräften außerhalb des Weltproletariats herstellt. Diese Verbindung wird übrugens nicht allein vom RFB hergestellt, sondern auch von der RGI, der KJI (SH), der IKS usw. (und später dann auch durch die noch zu bildenden Arbeiter-, Bauern- und Soldaternräte).

Diese Wechselbeziehung bedeutet erstens, daß die Komintern (SH) für die antifaschistischen Auffassungen unter den Massen ein feines Ohr haben muß, daß sie sich dem revolutionären Instinkt der Massen gegenüber aufmerksam verhalten muss, daß sie die Praxis des antifaschistischen Kampfes der Massen studieren muss, indem sie daran die Richtigkeit ihrer Politik prüft, daß sie folglich nicht nur die Massen lehren, sondern auch von ihnen lernen muss.

Diese Wechselbeziehung bedeutet zweitens, daß die Komintern (SH) tagaus, tagein sich das Vertrauen der proletarischen Massen erobern muß, daß sie durch ihre antifaschistische Politik und ihre antifaschistische Arbeit die Unterstützung der Massen erringen muss, daß sie nicht kommandieren darf, sondern vor allem überzeugen muss, indem sie es den Massen erleichtert, an Hand ihrer eigenen Erfahrungen die Richtigkeit der antifaschistischen Politik der Komintern (SH) zu erkennen, dass sie folglich Leiter, Führer, Lehrer ihrer Klasse sein muss.

Die Entwicklung dieser antifaschistischen Wechselbeziehung wird durch die antifaschistische Theorie erleichtert, die ihrerseits kein Dogma ist, sondern nur in engem Zusammenhang mit der Praxis einer wirklichen Massenbewegung und einer wirklich revolutionären Bewegung endgültige Gestalt annimmt.

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Bevor die Komintern (SH) zu den entscheidenden antifaschistischen Massenaktionen schreiten kann, muss sie sich durch langwierige antifaschistische Arbeit die Unterstützung der Mehrheit der Arbeitermassen, zumindest aber die wohlwollende Neutralität der Mehrheit der Klasse sichern. Wir greifen zur antifaschistischen Gewalt, nicht bevor wir hierfür eine breite Basis durch Überzeugung geschaffen haben.

Und was lernen wir von Lenin über das Heranreifen der entscheidenden Schlacht gegen den Weltfaschismus?

Die entscheidende Schlacht, sagt Lenin, kann als völlig herangereift betrachtet werden,

wenn

"1. alle uns feindlichen Klassenkräfte genügend in Verwirrung geraten sind, genügend miteinander in Fehde liegen, sich durch den Kampf, der ihre Kräfte übersteigt, genügend geschwächt haben";

wenn

"2. alle schwankenden, unsicheren, unbeständigen Zwischenelemente, das heißt das Kleinbürgertum, die kleinbürgerliche Demokratie zum Unterschied von der Bourgeoisie, sich vor dem Volk genügend entlarvt haben, durch ihren Bankrott in der Praxis genügend bloßgestellt sind";

wenn

"3. im Proletariat die Massenstimmung zugunsten der Unterstützung der entschiedensten, grenzenlos kühnen, revolutionären Aktionen gegen die Bourgeoisie begonnen hat und machtvoll ansteigt. Ist das der Fall, dann ist die Zeit für die Revolution reif, dann ist unser Sieg, wenn wir alle oben erwähnten... Bedingungen richtig eingeschätzt und den Augenblick richtig gewählt haben, dann ist unser Sieg sicher." (Siehe 4. Ausgabe, Bd. 31, S. 74 [deutsch in "Ausgewählte Werke" in zwei Bänden, Bd. II, S. 7381.)

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Die "Autonomen" stimmen mit uns Stalinisten-Hoxhaisten überein, dass das weltfaschistische Staatensystem gewaltsam zerschlagen werden muss. Was sie aber von uns trennt, ist die Frage, was danach kommen soll. Die Autonomen lehnen jeden Staat ab, also auch unser weltsozialistisches Staatensystem. Sie lehnen überhaupt die Diktatur des Weltproletariats ab, die einzige Möglichkeit, um jede Wiederkehr des Weltfaschismus zu verhindern. Wir Stalinisten-Hoxhaisten vertreten gegenüber den "linken" und rechten Opportunisten den Standpunkt, dass der Sieg über den Weltfaschismus nur in Form einer Diktatur über ihn gesichert werden kann. Und diese Diktatur kann nur die der Fühererin des Kampfes gegen den Weltfaschismus sein - das Weltproletariat.

Und das Wesentliche an der Diktatur des Weltproletariats ist die Führung der Komintern (SH).

Stalin lehrt, dass die Diktatur des Proletariats ein staatlicher Begriff ist:

"Der Staat ist eine Maschine in den Händen der herrschenden Klasse zur Unterdrückung des Widerstands ihrer Klassengegner. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Diktatur des Proletariats im Grunde genommen durch nichts von der Diktatur jeder anderen Klasse, denn der proletarische Staat ist eine Maschine zur Niederhaltung der Bourgeoisie. Aber es gibt hier einen wesentlichen Unterschied. Er besteht darin, dass alle Klassenstaaten, die bisher existierten, eine Diktatur der ausbeutenden Minderheit über die ausgebeutete Mehrheit waren, während die Diktatur des Proletariats die Diktatur der ausgebeuteten Mehrheit über die ausbeutende Minderheit ist." (Grundlagen des Leninismus)

"Die Diktatur des Proletariats ist der Klassenkampf des Proletariats, das gesiegt und die politische Macht erobert hat, gegen die Bourgeoisie, die zwar besiegt, aber nicht vernichtet, nicht verschwunden ist, nicht aufgehört hat, Widerstand zu leisten, gegen die Bourgeoisie, die ihren Widerstand verstärkt hat." (Lenin - Vorwort zu: "Wie das Volk mit den Losungen der Freiheit und Gleichheit betrogen wird", Band 29, Seite 370 )

Hat das Weltproletariat über den Weltfaschismus gesiegt, hat es ihn noch nicht vernichtet, ist der Weltfaschismus nicht verschwunden, sondern er leistet weiter erbitterten Widerstand. Eben deswegen bedeutet die Diktatur des Weltproletariat verstärkte Fortsetzung des Klassenkampfes gegen den besiegten Weltfaschismus bis zur vollständigung Vernichtung seiner sämtlichen Überreste.

Das Weltproletariat ist die einzige revolutionäre Klasse im Kampf gegen den Weltfaschismus, deswegen übernimmt sie auch allein die politische Weltherrschaft und teilt sie mit Niemandem. Die Diktatur des Weltproletariats lehnt die revisionistische Theorie der "Herrschaft des ganzen Volkes" ab, denn sie ist eine Klassendiktatur und keine Herrschaftsform der Volksfront. Es ist das Weltproletariat, das die Völker im antifaschistischen Kampf führt, und es ist die Diktatur des Weltproletariats, die die Völker vor dem Weltfaschismus schützt.

Die antifaschistische rote Weltfront ist keine "Volksfront", sondern eine revolutionäre Front des Klassenbündnisses des Weltproletariats.

Die Diktatur des Weltproletariats kann nur durch eine besondere Form des Bündnisses mit den werktätigen Massen der kleinbürgerlichen Klassen, vor allem den werktätigen Massen der Bauernschaft, errichtet und bis zu Ende verwirklicht werden. Ohne dieses Bündnis kann der Kampf gegen den Weltfaschismus nicht geführt und somit auch nicht siegreich zu Ende geführt werden.

Diese besondere Form des Bündnisses besteht darin, daß die führende Kraft dieses Bündnisses das Proletariat ist. Diese besondere Form des Bündnisses besteht darin, daß der Führer des Staates, der Führer im System der Diktatur des Proletariats EINE Partei ist, die Partei des Proletariats, die Partei der Kommunisten, die die Führung mit anderen Parteien NICHT TEILT UND NICHT TEILEN KANN. (Stalin - Fragen des Leninismus)

"Die Diktatur des Proletariats", sagt Lenin, "ist eine BESONDERE FORM DES KLASSENBÜNDNISSES (2) zwischen dem Proletariat, der Avantgarde der Werktätigen, und den zahlreichen nichtproletarischen Schichten der Werktätigen (Kleinbürgertum, Kleineigentümer, Bauernschaft, Intelligenz usw.), oder deren Mehrheit, eines Bündnisses gegen das Kapital, eines Bündnisses zum Zwecke des völligen Sturzes des Kapitals, der völligen Unterdrückung des Widerstandes der Bourgeoisie und ihrer Restaurationsversuche, eines Bündnisses zum Zwecke der endgültigen Errichtung und Festigung des Sozialismus. Das ist ein Bündnis besonderer Art, das sich in einer besonderen Situation herausbildet, nämlich in der Situation eines wütenden Bürgerkrieges; das ist ein Bündnis der festen Anhänger des Sozialismus mit dessen schwankenden Verbündeten, manchmal mit 'Neutralen' (dann wird das Bündnis aus einem Kampfabkommen ein Neutralitätsabkommen), ein BÜNDNIS ZWISCHEN ÖKONOMISCH, POLITISCH, SOZIAL, GEISTIG UNGLEICHARTIGEN KLASSEN." (Lenin, Vorwort zu: Wie das Volk mit den Losungen der Freiheit und Gleichheit betrogen wird, Band 29, Seite 370)

zitiert in Stalin - Fragen des Leninismus

In diesem Zitat wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich die Diktatur des Weltproletariats nicht ausschließlich auf den Kampf gegen den Weltfaschismus richtet, sondern unbedingt den Kampf für den Weltsozialismus und Weltkommunismus einschließt. Deshalb darf keine dieser drei Seiten ausgelassen werden, um nicht Gefahr zu laufen, den Begriff der Diktatur des Weltproletariats einzuengen oder zu entstellen. Nur alle diese drei Seiten zusammengenommen beinhalten die Diktatur des Weltproletariats.

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Der globalisierte Bürgerkrieg besteht nach innen aus einem Krieg gegen den Weltfaschismus und nach außen aus einem anti-imperialistischen Krieg. Im Zusammenhang mit der hierbei unvermeidlichen und notwendigen Anwendung der Methode der Gewalt - auch nach dem Bürgerkrieg - schreibt Stalin:

"Die Diktatur des Proletariats hat ihre Perioden, ihre besonderen Formen, ihre verschiedenartigen Arbeitsmethoden. In der Periode des Bürgerkrieges ist das Merkmal der Gewalt in der Diktatur besonders augenfällig. Aber daraus folgt keineswegs, daß in der Periode des Bürgerkrieges keine Aufbauarbeit geleistet wird. Ohne Aufbauarbeit ist es unmöglich, den Bürgerkrieg zu führen. In der Periode des Aufbaus des Sozialismus ist umgekehrt die friedliche, organisatorische, kulturelle Arbeit der Diktatur, die revolutionäre Gesetzlichkeit usw. besonders augenfällig. Aber daraus folgt wiederum keineswegs, daß das Merkmal der Gewalt in der Diktatur während der Periode des Aufbaus wegfällt oder wegfallen kann. Die Organe der Unterdrückung, die Armee und andere Organisationen sind jetzt, in der Zeit des Aufbaus, nicht minder notwendig als in der Zeit des Bürgerkrieges. Ohne das Vorhandensein dieser Organe ist keine einigermaßen gesicherte Aufbauarbeit der Diktatur möglich."

(Stalin - Fragen des Leninismus)

 

 

 

 

 

I

Was lehrt Lenin über den Antifaschismus?

 

Zur Zeit Lenins steckte der Antifaschismus noch in seinen Kinderschuhen, war der Antifaschismus noch weit davon entfernt, dem Fasachismus an der Macht gegenüber zu stehen.

Obwohl wenig bei Lenin über den Faschismus nachzulesen ist, so ist das, was er geschrieben hat, um so bedeutsamer.

Mit dem Faschismus entstand gleichzeitig die proletarische Theorie des Antifaschismus. Und es war kein Geringerer als Lenin, der hierfür die ideologischen Weichen stellte.

Lenin hat nämlich den Kampf gegen den Faschismus von Anfang an mit dem Kampf gegen den Sozialfaschismus in engste Verbindung gebracht.

Alle Feinde der Sozialfaschismusthese, die sich frech als "Leninisten" ausgeben, sind deshalb in Wahrheit Feinde des Leninismus.

Zu den Feinden des Leninismus gehören erstens die Trotzkisten, welche den Genossen Stalin bezichtigen, seine Sozialfaschismusthese von Sinowjew abgeschrieben zu haben. Das wird hiermit von der Komintern (SH) widerlegt.

Zweitens räumen wir hier gleich zu Anfang mit der falschen Behauptung der modernen Revsionisten und der Neo-Revisionisten auf, dass Dimitroff mit seiner Kritik an der Sozialfaschismusthese angeblich den Leninismus gegen den Stalinismus "verteidigt" hätte.

Die Komintern (SH) weist im folgenden Zitat Lenins nach, das es Lenin war, von dem Stalin die Sozialfaschismusthese ableitete. Und es war Dimitroff der Lenins und Stalins Sozialfaschismusthese auf dem VII. Weltkongress der Komintern über Bord geworfen hatte.

Und wer die Sozialfaschismusthese "im Namen Lenins" bekämpft, der stellt sich auf die Seite des Sozialfaschismus und damit auf die Seite des Zwillinsgsbruders des Faschismus, auf die Seite des Verrats am Antifaschismus, der reiht sich ein in die 5. Kollone des Antikommunismus gegen die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus.

Zum Beweis zitieren wir Lenin aus Band 32, Seite 370:

"Die Sozialrevolutionäre und Menschewiki „erkennen den Terror nicht an", denn sie treten in der Rolle auf, die Massen unter der Flagge des „Sozialismus" dem weißgardistischenen Terror auszuliefern. Das haben das Kerenskiregime und das Kornilowabenteuer in Rußland, das Koltschakregime in Sibirien, der Menschewismus in Georgien bewiesen, das haben die Helden der II. Internationale und der „zweieinhalbten" Internationale in Finnland, Ungarn, Österreich, Deutschland, Italien, England usw. bewiesen. Mögen die dienstbeflissenen Helfershelfer des weißgardistischen Terrors sich damit brüsten, daß sie jeglichen Terror ablehnen. Wir jedoch werden die bittere, aber unbestreitbare Wahrheit aussprechen: In den Ländern, die eine unerhörte Krise, eine Auflösung der alten Beziehungen, eine Verschärfung des Klassenkampfes nach dem imperialistischen Krieg 1914-1918 durchmachen— und das gilt für alle Länder der Welt -, ist es entgegen den Heuchlern und Phrasenhelden unmöglich, ohne Terror auszukommen. Entweder der weißgardistische, bürgerliche Terror auf amerikanische, englische (Irland), italienische (die Faschisten), deutsche, ungarische oder sonstige Manier oder der rote, proletarische Terror. Ein Mittelding gibt es nicht, ein „Drittes" gibt es nicht und kann es nicht geben."

In diesem Zitat von Lenin ist bereits alles Wesentliche enthalten, was sich später bei Stalin und Enver Hoxha wieder findet: Im Kampf gegen den gemeinsamen Terror der Faschisten und Sozialfaschisten kann man unmöglich ohne roten Terror auskommen.

Schon im Februar 1922 [Band 33, Seite 196] lehrte Lenin, die Massen mit dem "Anschauungsmaterial des Faschismus" zum revolutionären Bewusstsein und Handeln zu erziehen:

"Sich nicht von den Massen lösen; bei der schweren Arbeit der praktischen Entlarvung aller Gaunereien Serratis vor den Augen des einfachen Arbeiters nicht die Geduld verlieren; sich nicht zu der allzu leichten und allergefährlichsten Entscheidung hinreißen lassen, wo Serrati „a" sagt, „minus a" zu sagen; die Massen unentwegt zur revolutionären Weltanschauung und zur revolutionären Tat erziehen; den Anschauungsunterricht des Faschismus, der unübertrefflich ist (wenn er auch teuer zu stehen kommt), in der Praxis und durch die Praxis auswerten — und der Sieg ist dem italienischen Kommunismus sicher." (Lenin)

Lenin vertritt hier die "unübertreffliche" These, dass der Sieg des Kommunismus sicher ist, wenn die Arbeitermassen sich "in der Praxis und durch die Praxis" sowohl gegen den Faschismus als auch gegen den Sozialfaschismus erheben. Dieser Lehre Lenins ist auch die KPD Ernst Thälmanns im Kampf gegen den Hitlerfaschismus gefolgt. Der "Anschaungsunterricht" des Hitlerfaschismus ist allerdings viel zu "teuer zu stehen gekommen", aber er ist nicht umsonst gewesen.

Die Geschichte des Kampfes gegen den Hitlerfaschismus hat die Richtigkeit der Lehre Lenins vollauf bestätigt. Der Hitlerfaschismus konnte aus zwei wesentlichen Gründen nicht an seiner Machtergreifung gehindert werden:

erstens wegen der geleisteten Hilfestellung der Sozialfaschisten, die nicht die Faschisten, sondern die revolutionären Elemente der Arbeiterklasse und die Kommunisten bekämpften und

zweitens, wegen der Beendigung des Kampfes der Kommunisten gegen den Sozialfaschismus. Die Revisionisten haben die Sozialfaschismusthese fallen lassen zu Gunsten der "Volksfront" mit der Bourgeoisie.

Heute ist die Komintern (SH) die einzige Organisation auf der Welt, die daraus die einzig richtigen Lehren zieht, nämlich die Sozialfaschismusthese zu verteidigen und sie in der antifaschistischen Praxis korrekt umzusetzen.

Lenin hat uns dazu aufgefordert, aus dem Faschismus zu lernen und uns gleichzeitig versichert, dass dadurch "die Perspektiven der Weltrevolution nicht nur gut, sondern ausgezeichnet" sein werden:

"Vielleicht werden uns zum Beispiel die Faschisten in Italien gute Dienste leisten, indem sie den Italienern klar machen, dass sie noch nicht genügend aufgeklärt sind und dass ihr Land noch nicht gegen Schwarzhunderterbanden gefeit ist. Vielleicht wird das sehr nützlich sein." (Lenin Band 33, Seite 417-418)

Es ist nützlich, nicht nur vom italienischen Faschismus, sondern vor Allem aus dem Hitlerfaschismus und vom Faschismus überhaupt zu lernen, insbesondere vom heutigen Faschismus, der sich über die ganze Welt ausgebreitet hat.

Von Lenin lernen, das heißt, dem Weltproletariat und allen Völkern der Welt klar zu machen, dass sie noch nicht genügend aufgeklärt sind über den heutigen Weltfaschismus, dass die Welt noch nicht gegen den Staatsfaschismus und die in seinem Dienst stehenden faschistischen Mörderbanden gefeit ist, vor allem aber nicht gefeit ist gegen den Sozialfaschismus, dem Steigbügelhalter des Weltfaschismus.

 

 

II

Was lehrt Stalin über den Antifaschismus ?

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Stalins bedeutende Rolle im Kampf gegen den Weltfaschismus besteht für uns Stalinisten-Hoxhaisten darin, dass er unsere Hoffnung auf des möglichst schnelle Ende des Weltfaschismus stärkt, dass er uns die Perspektive des Weltkommunismus erhellt, dass er unsere Herzen und unseren Willen stählt und unsere Siegeszuversicht beflügelt.

 

Stalin war der größte Führer des Kampfes gegen den Faschismus. Er lieferte den praktischen und theoretischen Beweis dafür, dass der Faschismus besiegbar und der Sozialismus unbesiegbar ist.

Der zweite Weltkrieg endete nicht mit der Weltherrschaft des Faschismus, sondern mit dem Sieg des Sozialismus auf einem Drittel der Erde.

Wie tief waren die modernen Revisionisten gesunken, welche Stalin und seine ruhmreiche Rolle im Großen Vaterländischen Krieg mit Dreck bewarfen ? Es war der Genosse Enver Hoxha, der das zertretene Stalinbanner erhob und verteidigte.

Dabei war Stalin nicht nur der ruhmreiche Führer des Großen Vaterländischen Krieges. Er leitete den Kampf zur Befreiung der Völker auch dann noch weiter, als die Sowjetunion bereits befreit war.

Im antifaschistischen Kampf erwies sich Stalin als der wahre große Führer des Weltproletariats. Er verteidigte nicht nur siegreich die Sowjetunion gegen den Hitlerfaschismus, sondern befreite auch andere Völker vom Hitlerfaschismus und half ihnen darüber hinaus dabei, den Sozialismus aufzubauen. Mehr noch:

Auf den Trümmern des Hitlerfaschismus ebnete Stalin mit der Schaffung des stalinistischen Weltlagers den Weg zum Weltsozialismus und Weltkommunismus.

Stalin hob hervor:

"Die Welt hat sich entschieden und unwiderruflich in zwei Lager gespalten: in das Lager des Imperialismus und in das Lager des Sozialismus.

Die Stärke des Imperialismus besteht darin, dass er die Volksmassen, die ihre Herren bereichern und sich selbst die Ketten der Unterdrückung schmieden, in Finsternis hält. Aber die Finsternis der Massen ist nichts Bleibendes, sie hat die Tendenz, im Laufe der Zeit, mit dem Anwachsen der Unzufriedenheit der Massen, mit der Ausdehnung der revolutionären Bewegung unvermeidlich zu verschwinden." (Stalin - 22. Februar 1919.)

Was die "Finsternis" betrifft, so erwähnt Stalin diesen Begriff 1908. Die "Finsternis" war angeblich über die Erdölindustriellen herein gebrochen, weil die Arbeiter ihre Betriebe bestreikten. Diesen "ökonomischen Terror" der Arbeiterklasse gegen die Kapitalisten rückte Stalin zurück ins richtige Licht:

Die Hauptursache des "ökonomischen Totschlags" sind nicht die Arbeiter und nicht ihre Organisationen, sondern die aufreizenden und erbitternden Handlungen der Herren Erdölindustriellen.

Was wir daraus lernen ist erstens, dass der ökonomische Terror ein Merkmal des Weltfaschismus ist, und zweitens, dass die Imperialisten mit ihrem "Kampf gegen den Terrorismus" nicht etwa den individuellen Terror meinen, sondern dahinter verbergen sie in Wahrheit die Vorbereitung ihres Terrors gegen die Arbeiterklasse. Denn: Es ist der Terrorismus des Weltfaschismus, der unvermeidlich den roten Anti-Terror des Welktproletariats erzeugt.

Nicht der Weltommunismus bringt Finsternis über die Menschheit, sondern der Weltfaschismus.

Stalin hat eine Epoche der Finsternis unter der alleinigen Herrschaft der Weltreaktion vorausgesagt, im Falle der Restauration des Kapitalismus.

Jedenfalls machte Stalin 1945 der Finsternis des Hitlerfaschismus ein Ende.

Aber nach seinem Tod verfinsterte sich die Welt erneut durch den Verrat des modernen Revisioinismus. Die modernen Revisionisten machten sich zum Wegbereiter des Faschismus, wie er heute über der ganzen Welt herrscht.

Mit dem Weltfaschismus hält der Weltimperialismus heute die gesamte Welt, deren Spaltung in zwei feindliche staatliche Lager er schließlich mit dem Sturz des sozialistischen Albaniens beseitigt hat, in totale "Finsternis", die erst mit der sozialistischen Weltrevolution und mit dem Aufbaus des Weltsozialismus für immer verschwinden wird.

Den Weg aus der totalen Finsternis des Weltfaschismus wird vom Stalinismus-Hoxhaismus beleuchtet.

Folgen wir dem Aufruf Stalin !

Stalins Aufruf an uns Antifaschisten

"Beantwortet Gewalt mit Gewalt, tut alles, was in Euren Kräften steht, um zu verhindern, dass die alte, sterbende Ordnung Euch zermalmt, lasst nicht zu, dass sie Fesseln um Eure Hände legt, um die Hände, mit denen Ihr das alte System niederreißen werdet!"

(aus Stalins Unterredung mit H.G. Wells - 1934)

 

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Die Komintern (SH) wird die antifaschistische Theorie Stalins und Enver Hoxhas weiter entwickeln und ein antifaschistisches Weltprogramm des Stalinismus-Hoxhaismus aufstellen. Das wird unser wichtigster Beitrag zur weltrevolutionären Orientierung der antifaschistischen Weltbewegung sein.

 

Die antifaschistische Strategie und Taktik des Stalinismus-Hoxhaismus ist die Wissenschaft von der Führung des antifaschistischen Klassenkampfes des Weltproletariats.

Beschleunigung oder Verzögerung der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung, ihre Erleichterung oder Hemmung - das sind die Sphäre und der Anwendungsbereich der politischen Strategie und Taktik [im Kampf gegen den Weltfaschismus - Anmerkung W.E.].

Was ist die antifaschistische Strategie ?

Die Strategie selbst befasst sich nicht mit der Erforschung der objektiven Prozesse der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung. Nichtsdestoweniger ist sie verpflichtet, diese Prozesse zu kennen und sie richtig einzuschätzen, wenn sie bei der Leitung der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung nicht gröbste und verderbliche Fehler begehen will. Mit der Erforschung der objektiven Prozesse der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung befasst sich vor allem die [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Theorie des Marxismus und dann auch das [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Programm des Marxismus. Darum muss sich die [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Strategie voll und ganz auf die Ergebnisse der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Theorie und des [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Programms des Marxismus stützen.

Die Theorie des Marxismus, die die objektiven Prozesse des Kapitalismus in ihrer Entwicklung und ihrem Absterben erforscht, gelangt zu dem Schluss, dass der Sturz der Bourgeoisie und die Ergreifung der Macht durch das Proletariat unvermeidlich sind, dass der Kapitalismus unweigerlich durch den Sozialismus abgelöst wird. Die proletarische Strategie kann nur dann als wirklich marxistisch bezeichnet werden, wenn diese wichtigste Schlussfolgerung der Theorie des Marxismus ihrer Arbeit zugrunde gelegt wird.

Das [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Programm des Marxismus legt, ausgehend von den Ergebnissen der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Theorie, die Ziele der proletarischen [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung fest, die in den Programmpunkten wissenschaftlich formuliert sind. Das [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Programm kann entweder auf die ganze Periode der kapitalistischen Entwicklung berechnet sein [...] oder auf eine bestimmte Phase In der Entwicklung des Kapitalismus [..] Dementsprechend kann das [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Programm aus zwei Teilen bestehen: einem Maximal- und einem Minimalprogramm. Es versteht sich von selbst, dass eine [antifaschistische - Anmerkung W.E.]Strategie, die auf den Minimalteil des Programms berechnet ist, sich unbedingt von der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie unterscheiden muss, die auf seinen Maximalteil berechnet ist, wobei die Strategie nur dann als wirklich marxistisch bezeichnet werden kann, wenn sie sich in ihrem Wirken von den im Programm des Marxismus formulierten Zielen der Bewegung leiten lässt.

Die wichtigste Aufgabe der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie ist die Festlegung der Grundrichtung, in der die [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Bewegung der Arbeiterklasse verlaufen soll und in der es für das Proletariat am vorteilhaftesten ist, zur Erreichung der im [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Programm gestellten Ziele den Hauptschlag gegen den Gegner zu führen. Der Plan der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie ist der Plan der Organisierung des entscheidenden Schlages in der Richtung, in der dieser Schlag am schnellsten ein Höchstmaß von Resultaten ergeben kann.

Die Aufgabe der politischen [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie besteht vor allem darin, ausgehend von der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Theorie und dem [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Programm des Marxismus und unter Berücksichtigung der Erfahrungen des revolutionären [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Kampfes der Arbeiter aller Länder, die Hauptrichtung der proletarischen [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Bewegung des gegebenen Landes für die gegebene historische Periode richtig festzulegen.

Was ist die antifaschistische Taktik ?

Die [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Taktik ist ein Teil der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie, ihr untergeordnet und in ihrem Dienst stehend.

Die wichtigste Aufgabe der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Taktik ist die Festlegung der Mittel und Wege, der Formen und Methoden des Kampfes, die der konkreten Situation im gegebenen Augenblick am besten entsprechen und den strategischen Erfolg am sichersten vorbereiten. Deshalb dürfen die taktischen Aktionen, ihre Resultate nicht an und für sich, nicht vom Standpunkt des unmittelbaren Effekts gewertet werden, sondern vom Standpunkt der Aufgaben und Möglichkeiten der [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Strategie.

Die Aufgabe der Taktik besteht vor allem darin, geleitet von den Weisungen der Strategie und unter Berücksichtigung der Erfahrungen des revolutionären Kampfes der Arbeiter aller Länder, diejenigen Formen und Methoden des Kampfes festzulegen, die der konkreten Kampflage in jedem gegebenen Augenblick am besten entsprechen.

Was sind antifaschistische Kampfformen ?

Die Kampfformen auf politischem [antifaschistischem - Anmerkung W.E.] wechseln je nach der Entwicklung der Wirtschaft der gesellschaftlichen Zustände, der Kultur, je nach dem Zustand der Klassen, dem Wechselverhältnis der kämpfenden Kräfte, dem Charakter der Staatsmacht und schließlich je nach den internationalen Beziehung usw. Die illegale Kampfform unter dem Absolutismus, verbunden mit Teilstreiks und Arbeiterdemonstrationen; die offene Kampfform unter "legalen Möglichkeiten" und politische Massenstreiks der Arbeiter; die parlamentarische Kampfform, und die außer-parlamentarische Massenaktion, die sich zuweilen bis zu bewaffneten Aufständen steigert; schließlich die staatlichen Kampfformen nach der Machtergreifung durch das Proletariat, wenn dieses die Möglichkeit gewinnt, sich sämtliche staatlichen Mittel und Kräfte einschließlich der Armee zu sichern - das sind im großen und ganzen die [antifaschistischen - Anmerkung W.E.]Kampfformen, die durch die Praxis des revolutionären Kampfes des Proletariats hervorgebracht wurden.

Die Aufgabe der Partei besteht darin, alle Kampfformen zu meistern, sie auf dem Schlachtfeld sachkundig zu kombinieren und den Kampf geschickt auf die Formen zuzuspitzen, die in der gegebenen Situation besonders zweckmäßig sind.

Was sind die antifaschistischen Organisationsformen ?

Die [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Organisationsformen sind den [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Kampfformen angepasst.

Konspirative Organisationen von Berufsrevolutionären [...]; Bildungs-, Gewerkschafts-, Genossenschafts- und Parlamentsorganisationen [...] ; Betriebskomitees, Bauernkomitees, Streikkomitees, Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, revolutionäre Militärkomitees und eine starke proletarische Partei, die alle diese Organisationsformen in der Periode der Massenaktionen und -aufstände miteinander verknüpft; schließlich die staatliche Form der Organisation des Proletariats in der Periode, in der die Macht in den Händen der Arbeiterklasse konzentriert ist - das sind im allgemeinen die Organisationsformen, auf die sich das Proletariat in seinem [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Kampf gegen die Bourgeoisie unter bestimmten Bedingungen stützen kann und stützen muss.

Die Aufgabe der Partei besteht darin, alle diese Organisationsformen zu meistern, sie bis zur Vollkommenheit zu entwickeln und die Arbeit dieser Organisationen in jedem gegebenen Moment geschickt zu kombinieren.

Stalin forderte die Kommunisten in der ganzen Welt auf, rote Kampforganisationen zu gründen. Dieser Forderung Stalins werden wir jetzt mit der Gründung des Roten Frontkämpferbundes nachkommen.

Der RFB erfüllt die Funktion der Transmission. Dieser Hebel der lenkenden antifaschistischen Kraft der Komintern (SH) ist für das Weltproletariat nötig, weil es sich sonst in der Lage der Wehrlosigkeit gegenüber dem bewaffneten Weltfaschismus befinden würde. Seine Organisationen hat das Weltproletariat nötig, weil es ohne sie in seinem Kampfe gegen den Weltfaschismus, für den Sturz der Weltbourgeoisie, in seinem Kampfe für die Befestigung seiner Macht, in seinem Kampfe für den Aufbau des Sozialismus unweigerlich eine Niederlage erleiden würde. Die systematische Hilfe von Massenorganisationen und die lenkende Kraft der Avantgarde sind notwendig, weil ohne diese Bedingungen eine einigermaßen dauernde und feste Diktatur des Proletariats unmöglich wäre.

Was ist die antifaschistische Losung. Die antifaschistische Direktive ?

Eine [antifaschistische - Anmerkung W.E.] Losung ist die knappe und klare Formulierung der näheren oder der ferneren Ziele des [antifaschistischen - Anmerkung W.E.] Kampfes, die von der führenden Gruppe, sagen wir, des Proletariats, seiner Partei, ausgegeben wird. Es gibt verschiedene Losungen, entsprechend den verschiedenartigen Zielen des Kampfes, die entweder eine ganze historische Periode oder einzelne Stadien und Episoden der gegebenen historischen Periode umfassen.

Zuerst ist die antifaschistische Losung eine Propagandalosung, um die standhaftesten und beharrlichsten antifaschistischen Kämpfer einzeln und in Gruppen für die Partei zu gewinnen.

Ist die Brüchigkeit des Weltfaschismus für die breiten Schichten der Arbeiterklasse mehr oder weniger sichtbar geworden, wird die Propagandalosung zu einer Agitationslosung, denn nunmehr zielt sie bereits auf die Gewinnung der Millionenmassen der Werktätigen ab.

Hat der Weltfaschismus in den Augen der Massen bereits endgültig Bankrott gemacht, wird aus einer Agitationslosung eine Aktionslosung, denn sie ist darauf berechnet, die Millionenmassen zum Sturmangriff gegen den Weltfaschismus in Bewegung zu setzen, um ihn zu stürzen und zu vernichten.

Eine Direktive ist der direkte Appell der Partei, zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort in Aktion zu treten, der bindend für alle Parteimitglieder ist und gewöhnlich von breiten Massen der Werktätigen aufgegriffen wird, wenn der Appell die Forderungen der Massen richtig und treffend formuliert, wenn die Zeit für ihn wirklich reif ist.

Es gibt Fälle, wo die Partei vor die Notwendigkeit gestellt wird, "in 24 Stunden" eine bereits beschlossene und akut gewordene Losung (oder Direktive) aufzuheben oder abzuändern, um ihre Reihen vor einer vom Gegner gestellten Falle zu schützen, oder die Durchführung der Direktive vorübergehend auf einen günstigeren Zeitpunkt zu verschieben.

Die Aufgabe der Partei besteht darin, geschickt und rechtzeitig die Agitationslosungen in Aktionslosungen oder die Aktionslosungen in bestimmte konkrete Direktiven zu verwandeln oder, wenn dies die Situation erfordert, die nötige Elastizität und Entschlossenheit an den Tag zu legen, um rechtzeitig von der Durchführung dieser oder jener Losungen Abstand zu nehmen, auch wenn sie populär, auch wenn sie akut geworden sind. (Stalin, 14. März 1923)

 

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(Abgeleitet von Lenins These von den Zwillingen des "linken" und rechten Opportunismus)

Hier das bekannte Zitat von Stalins Sozialfaschismusthese:

"Erstens trifft es nicht zu, dass der Faschismus nur eine Kampforganisation der Bourgeoisie sei. Der Faschismus ist nicht nur eine militärtechnische Kategorie. Der Faschismus ist eine Kampforganisation der Bourgeoisie, die sich auf die aktive Unterstützung der Sozialdemokratie stützt. Die Sozialdemokratie ist objektiv der gemäßigte Flügel des Faschismus. Es liegt kein Grund zu der Annahme vor, die Kampforganisation der Bourgeoisie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Sozialdemokratie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Ebensowenig liegt Grund zu der Annahme vor, die Sozialdemokratie könnte ohne die aktive Unterstützung durch die Kampforganisation der Bourgeoisie entscheidende Erfolge in den Kämpfen oder bei der Verwaltung des Landes erzielen. Diese Organisationen schließen einander nicht aus, sondern ergänzen einander. Das sind keine Antipoden, sondern Zwillingsbrüder. Der Faschismus ist der nicht ausgestaltete politische Block dieser beiden grundlegenden Organisationen, der unter den Verhältnissen der Nachkriegskrise des Imperialismus entstanden und auf den Kampf gegen die proletarische Revolution berechnet ist. Die Bourgeoisie kann sich ohne das Vorhandensein eines solchen Blocks nicht an der Macht behaupten. Darum wäre es ein Fehler, wollte man glauben, der "Pazifismus" bedeute die Beseitigung des Faschismus. "Pazifismus" unter den jetzigen Verhältnissen bedeutet Festigung des Faschismus, wobei sein gemäßigter, sozialdemokratischer Flügel in den Vordergrund geschoben wird. "

(Stalin, 1924, Über die internationale Lage)

 

Faschisten und Sozialfaschisten, diese beiden kommunistischen Todfeinde, heuchelten gemeinsam "Freundschaft mit der Sowjetunion" , um den Massen zu gefallen und diese damit um so mehr zu betrügen. Stalin bemerkte hierzu:

Es handelt sich darum, dass die jetzigen "Demokraten" und "Pazifisten" ihre bürgerlichen Konkurrenten bei den Parlamentswahlen dank der Plattform der "Anerkennung" der Sowjetunion geschlagen haben, dass die MacDonald und Herriot unter anderem dank der Tatsache, dass sie ständig das Wort "Freundschaft mit Rußland" im Munde führen, an die Macht gekommen sind und sich an der Macht behaupten können, dass das Ansehen dieser "Demokraten" und "Pazifisten" ein Widerschein des Ansehens der Sowjetmacht unter den Volksmassen ist.

Es ist bezeichnend, dass selbst ein so allbekannter "Demokrat" wie Mussolini es für nötig erachtet, vor den Arbeitern des Öfteren seine "Freundschaft" mit der Sowjetmacht zur Schau zu stellen.

(Stalin, 1924, Über die internationale Lage)

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Stalins Haltung zur Sozialdemokratie

Es ist notwendig, dass die Sozialdemokratie entlarvt und zerschlagen wird, dass sie zu einer verschwindenden Minderheit in der Arbeiterklasse hinabgedrückt wird. Ohne dies ist an die Diktatur des Proletariats gar nicht zu denken. Damit die Arbeiter siegen können, muss sie ein Wille beseelen, muss sie eine Partei führen, eine Partei, die das unbestrittene Vertrauen der Mehrheit der Arbeiterklasse besitzt. Wenn es innerhalb der Arbeiterklasse zwei miteinander konkurrierende gleich starke Parteien gibt, dann ist selbst bei günstigen äußeren Bedingungen ein dauerhafter Sieg unmöglich.

Die Sozialdemokratie muss angeprangert werden nicht auf der Grundlage von fern liegenden Fragen, sondern auf der Grundlage des tagtäglichen Kampfes der Arbeiterklasse für die Verbesserung ihrer materiellen und politischen Lage, wobei die Fragen des Arbeitslohnes, des Arbeitstages, der Wohnverhältnisse, der Versicherung, der Steuern, der Arbeitslosigkeit, der Verteuerung der Lebenshaltung usw. eine überaus ernste, wenn nicht die entscheidende Rolle spielen müssen. Den Sozialdemokraten Tag für Tag auf der Grundlage dieser Fragen Schläge versetzen und ihren Verrat aufdecken - das ist die Aufgabe.

(Stalin, 1925 - Über die Perspektiven der KPD)

 

 

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Die Weltbourgeoisie kriminalisiert den revolutionären Antifaschismus und versucht, seine Aktivisten in den Augen der Öffentlichkeit als "gewalttätige links-Terrorristen" abzustempeln. Es ist daher die Aufgabe der Komintern (SH), diese anti-kommunistische Propaganda zu entlarven und zu bekämpfen.

Stalin weist die Behauptung zurück, die Komintern würde "individuellen Terror propagieren"

Einige Worte über die Komintern. Im Westen werden von Söldlingen der Imperialisten und Verfassern gefälschter Briefe Gerüchte verbreitet, wonach die Komintern eine Verschwörer- und Terroristenorganisation sei, wonach Kommunisten in den Ländern des Westens umherreisen, um Verschwörungen gegen die europäischen Machthaber anzuzetteln. Unter anderem wird die Sofioter Explosion in Bulgarien mit den Kommunisten in Verbindung gebracht. Ich muss aussprechen, was jedem kultivierten Menschen bekannt sein sollte, wenn er kein gänzlich unwissender Tropf und kein gekauftes Subjekt ist - ich muss erklären, dass die Kommunisten mit der Theorie und der Praxis des individuellen Terrors nichts gemein hatten, nichts gemein haben und nichts gemein haben können, dass die Kommunisten mit der Theorie der Verschwörungen gegen einzelne Personen nichts gemein hatten, nichts gemein haben und nichts gemein haben können. Die Theorie und Praxis der Komintern besteht in der Organisierung der revolutionären Massenbewegung gegen den Kapitalismus. Das stimmt. Das ist die Aufgabe der Kommunisten. Nur Ignoranten und Idioten können Verschwörungen und individuellen Terror durcheinander bringen mit der Politik der Komintern in der revolutionären Massenbewegung.

Stalin 1925, Bericht an den XIV. Parteitag der KPdSU (B)

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Es ist bekannt, dass die Faschisten in den sozialen Netzwerken heute großen Einfluss ausüben.

Das internationale Netzwerk - und insbesondere die Einflussnahme der Komintern (SH) in ihr, sorgt heute dafür, dass die durch die Weltkrise hervor gerufene Faschisierung schneller als früher den antifaschistischen Widerstand in der ganzen Welt zur Folge hat. Deswegen ist die antifaschistische Arbeit in den sozialen Netzwerken von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Stalin sagte in seiner Unterredung mit einer Auslandsdelegation hierzu Folgendes:

"Was aber sind Europa und die Kolonien? Sie sind das Zentrum und die Peripherie des Kapitalismus. Es ist „unruhig“ in den Zentren des europäischen Kapitalismus. Noch „unruhiger“ ist es an seiner Peripherie. Es reifen die Bedingungen für neue revolutionäre Ereignisse heran. Ich glaube, das markanteste Merkmal der wachsenden Krise des Kapitalismus, das markanteste Beispiel der sich ansammelnden Unzufriedenheit und Empörung der Arbeiterklasse sind die Ereignisse, die mit der Ermordung Saccos und Vanzettis zusammenhängen.

Was bedeutet schon für das kapitalistische Schlachthaus die Ermordung von zwei Arbeitern? Hat man sie, die Arbeiter, bisher nicht zu Dutzenden und Hunderten in jeder Woche, an jedem Tage hingemordet? Indessen genügte die Ermordung zweier Arbeiter, Saccos und Vanzettis, um die Arbeiterklasse der ganzen Welt in Bewegung zu bringen. Wovon zeugt das? Davon, dass dem Kapitalismus der Boden unter den Füßen immer heißer wird. Davon, dass die Bedingungen für neue revolutionäre Ereignisse heranreifen."

(Stalin: UNTERREDUNG MIT AUSLÄNDISCHEN ARBEITERDELEGATIONEN - 5. November 1927)

 

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Zum gegenwärtig weiter anhaltenden politischen Rechtsruck und der Faschisierung auf der ganzen Welt:

"Zur Kriegführung genügt nicht das Wachstum der Rüstungen, genügt nicht die Organisierung neuer Koalitionen. Dazu bedarf es noch der Stärkung des Hinterlands in den Ländern des Kapitalismus. Kein einziges kapitalistisches Land kann einen ernsten Krieg führen, ohne vorher sein eigenes Hinterland gestärkt, ohne den „eigenen“ Arbeitern, ohne den „eigenen“ Kolonien den Zaum angelegt zu haben. Daher die allmähliche Faschisierung der Politik der bürgerlichen Regierungen.

Es lässt sich unschwer begreifen, dass dieser bestialische Druck der faschisierten Regierungen nicht ohne eine Gegenbewegung der unterdrückten Völker in den Kolonien und der Arbeiterklasse in den Metropolen bleiben konnte.

Was die revolutionäre Bewegung der Arbeiterklasse in Europa betrifft, so haben wir auch hier, auch auf diesem Gebiet, unverkennbare Anzeichen einer Linksentwicklung der Massen der einfachen Arbeiter und einer revolutionären Belebung.

Wir leben am Vorabend eines neuen revolutionären Aufschwungs sowohl in den Kolonien als auch in den Metropolen."

(Stalin: XV. Parteitag der KPdSU (B) - Dezember 1927)

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Faschismus und Komintern-Programm

"Andernfalls müsste man auch den Absatz über den Faschismus aus diesem Kapitel herausnehmen und diesen Absatz ebenso wie auch den Absatz über die Sozialdemokratie in das Kapitel über die Parteien aufnehmen. Diese beiden Absätze, die Absätze über den Faschismus und über die Sozialdemokratie, aus dem Kapitel herauszunehmen, das von der teilweisen Stabilisierung des Kapitalismus handelt, bedeutet aber, sich selbst zu entwaffnen und sich jede Möglichkeit zu nehmen, die kapitalistische Stabilisierung zu erklären. Es ist klar, dass wir uns hierauf nicht einlassen können."

(Stalin: Über das Programm der Komintern - 1928)

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"Der Entwurf wendet sich mit Nachdruck gegen die Sozialdemokratie als Hauptstütze des Kapitalismus in der Arbeiterklasse und als Hauptgegner des Kommunismus, wobei er feststellt, dass alle übrigen Strömungen in der Arbeiterklasse (Anarchismus, Anarchosyndikalismus, Gildensozialismus usw.) ihrem Wesen nach eine Abart eben des Sozialdemokratismus sind."

"Und das Wichtigste bei all dem ist, dass die Sozialdemokratie der Hauptschrittmacher des imperialistischen Pazifismus in der Arbeiterklasse ist - dass sie folglich bei der Vorbereitung neuer Kriege und Interventionen die Hauptstütze des Kapitalismus innerhalb der Arbeiterklasse ist.

Um aber neue Kriege vorzubereiten, genügt der Pazifismus allein noch nicht, auch wenn er, dieser Pazifismus, von einer so bedeutenden Kraft wie der Sozialdemokratie unterstützt wird. Dazu bedarf es noch gewisser Mittel der Unterdrückung der Massen in den Zentren des Imperialismus. Man kann nicht für den Imperialismus Krieg führen, ohne das imperialistische Hinterland zu festigen. Man kann das imperialistische Hinterland nicht festigen, ohne die Arbeiter zu unterdrücken. Und gerade dazu ist der Faschismus da.

Daher die Zuspitzung der inneren Gegensätze in den Ländern des Kapitalismus, der Gegensätze zwischen Arbeit und Kapital.

Einerseits durch den Mund der Sozialdemokratie Pazifismus predigen, um sich desto erfolgreicher auf neue Kriege vorbereiten zu können; anderseits durch Anwendung faschistischer Methoden die Arbeiterklasse im Hinterland, die kommunistischen Parteien im Hinterland unterdrücken, um dann desto erfolgreicher Krieg führen und die Intervention betreiben zu können - das ist der Weg der Vorbereitung neuer Kriege.

Daraus ergeben sich für die kommunistischen Parteien folgende Aufgaben:

Erstens, unermüdlicher Kampf gegen den Sozialdemokratismus auf allen Gebieten, sowohl auf wirtschaftlichem Gebiet als auch auf politischem Gebiet, wozu auch die Entlarvung des bürgerlichen Pazifismus gehört, mit dem Ziel, die Mehrheit der Arbeiterklasse für den Kommunismus zu gewinnen.

Zweitens, Herstellung der Einheitsfront der Arbeiter der fortgeschrittenen Länder mit den werktätigen Massen der Kolonien, um die Kriegsgefahr abzuwenden oder, wenn ein Krieg ausbricht, den imperialistischen Krieg in den Bürgerkrieg umzuwandeln, den Faschismus zu zerschlagen, den Kapitalismus zu stürzen, die Sowjetmacht zu errichten, die Kolonien von der Sklaverei zu befreien, mit allen Mitteln die Verteidigung der ersten Sowjetrepublik der Welt zu organisieren.

Das sind die grundlegenden Probleme und Aufgaben, vor denen der VI. Kongress steht."

(Stalin: Über das Ergebnis des Juliplenums - 1928)

 

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Weltkrise und Faschisierung

Die Weltwirtschaftskrise wird in einer Reihe von Ländern in eine politische Krise umschlagen.

Das bedeutet erstens, dass die Bourgeoisie den Ausweg aus der Lage auf dem Gebiet der Innenpolitik in weiterer Faschisierung suchen wird, wozu sie alle reaktionären Kräfte, darunter auch die Sozialdemokratie, benutzen wird.

Das bedeutet zweitens, dass die Bourgeoisie den Ausweg auf dem Gebiet der Außenpolitik in einem neuen imperialistischen Krieg suchen wird.

Das bedeutet schließlich, dass das Proletariat im Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung und die Kriegsgefahr den Ausweg in der Revolution suchen wird.

Stalin: Bericht an den XVI. Parteitag der KPdSU (B) - Juni 1930

 

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Kampf gegen den Antisemitismus

"Der National- und Rassenchauvinismus ist ein Überrest der menschenfeindlichen Sitten aus der Periode des Kannibalismus. Der Antisemitismus als extreme Form des Rassenchauvinismus ist der gefährlichste Überrest des Kannibalismus.

Der Antisemitismus dient den Ausbeutern als Blitzableiter, der die Schläge der Werktätigen vom Kapitalismus ablenken soll. Der Antisemitismus ist eine Gefahr für die Werktätigen, denn er ist ein Irrweg, der sie vom rechten Wege abbringt und sie in den Dschungel führt. Darum sind die Kommunisten als konsequente Internationalisten unversöhnliche und geschworene Feinde des Antisemitismus.

In der UdSSR wird der Antisemitismus als eine der Sowjetordnung zutiefst feindliche Erscheinung vom Gesetz aufs strengste verfolgt. Aktive Antisemiten werden nach den Gesetzen der UdSSR mit dem Tode bestraft."

Stalin: 12. Januar 1931.

 

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Interview mit Emil Ludwig

Wir hatten einen Fehler begangen, als wir gegenüber den Feinden der Arbeiterklasse solche Milde walten ließen. Wir lernten aus der Erfahrung, dass man mit diesen Feinden nur dann fertig werden kann, wenn man ihnen gegenüber eine Politik der schonungslosen Unterdrückung verfolgt.

Glauben Sie wirklich, dass es möglich wäre, vierzehn Jahre lang mit der Methode der Einschüchterung und der Einflößung von Furcht die Macht zu behaupten und die Unterstützung der Millionenmassen zu genießen? Nein, das ist unmöglich. Die zaristische Regierung verstand sich am besten aufs Einschüchtern. Trotz dieser Erfahrungen, trotz der Hilfe der europäischen Bourgeoisie führte die Einschüchterungspolitik zur Zerschlagung des Zarismus.

Es ist allgemein bekannt, dass wir Bolschewiki uns hierbei nicht auf eine Einschüchterung beschränken, sondern weiter gehen und auf die Liquidierung dieser bürgerlichen Schicht hinarbeiten.

Hat man etwa jetzt in Deutschland Achtung vor dem Gesetz? Brechen nicht jene selben Nationalsozialisten, die, sollte man meinen, mehr als alle anderen die Hüter der bürgerlichen Gesetzlichkeit sein müssten, diese Gesetze, zerstören sie nicht Arbeiterklubs, morden sie nicht ungestraft Arbeiter?

Ich spreche schon gar nicht von den Arbeitern, die, wie mir scheint, schon längst die Achtung vor der bürgerlichen Gesetzlichkeit verloren haben.

Ja, die Deutschen haben sich in der letzten Zeit sehr geändert.

(Stalin: Dezember 1931)

 

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XVII. Parteitag der KPdSU (B)

26. Januar 1934

 

Auf politischem Gebiet waren dies Jahre der weiteren Verschärfung der Beziehungen sowohl zwischen den kapitalistischen Ländern als auch innerhalb dieser Länder: [...] der Austritt Japans und Deutschlands aus dem Völkerbund, wodurch dem Anwachsen der Rüstungen und den Vorbereitungen zum imperialistischen Krieg ein neuer Anstoß gegeben wurde; die Niederlage des Faschismus in Spanien, die ein übriges Mal gezeigt hat, dass eine revolutionäre Krise heranreift und dass der Faschismus keineswegs von langer Lebensdauer ist.

Das Ergebnis der langwierigen Wirtschaftskrise war eine bisher noch nicht da gewesene Verschärfung der politischen Lage der kapitalistischen Länder sowohl innerhalb der einzelnen Länder als auch in deren gegenseitigen Beziehungen. Es geht offensichtlich einem neuen Krieg entgegen.

Noch mehr verschärft sich infolge des Wirkens derselben Faktoren die innere Lage in den kapitalistischen Ländern. Die vier Jahre industrieller Krise haben die Arbeiterklasse erschöpft und zur Verzweiflung gebracht. Die Volksmassen sind noch nicht dahin gelangt, zum Sturm auf den Kapitalismus überzugehen, es kann aber wohl kaum daran gezweifelt werden, dass die Idee des Sturmes im Bewusstsein der Massen heranreift. Davon zeugen eindringlich solche Tatsachen wie die spanische Revolution, die das Regime des Faschismus gestürzt hat, und die Ausdehnung der Sowjetgebiete in China, der die vereinigte Konterrevolution der chinesischen und ausländischen Bourgeoisie nicht Einhalt zu gebieten vermag. Daraus erklärt sich denn auch die Tatsache, dass die herrschenden Klassen der kapitalistischen Länder die letzten Überreste des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie, die von der Arbeiterklasse in ihrem Kampf gegen die Unterdrücker ausgenutzt werden können, geflissentlich vernichten oder auf ein Nichts reduzieren, die kommunistischen Parteien in die Illegalität treiben und zu offen terroristischen Methoden der Aufrechterhaltung ihrer Diktatur übergehen.

Chauvinismus und Kriegsvorbereitungen als Hauptelemente der Außenpolitik, Niederhaltung der Arbeiterklasse und Terror auf dem Gebiet der Innenpolitik als notwendiges Mittel zur Stärkung des Hinterlands der künftigen Kriegsfronten - das ist es, was die heutigen imperialistischen Politiker jetzt besonders beschäftigt.

Kein Wunder, dass der Faschismus jetzt zum gangbarsten Modeartikel unter den kriegslüsternen bürgerlichen Politikern geworden ist. Ich spreche nicht nur vom Faschismus überhaupt, sondern vor allein von dem Faschismus deutschen Schlages, der sich zu Unrecht Nationalsozialismus nennt, denn selbst bei gründlichster Prüfung ist es unmöglich, in ihm auch nur eine Spur Sozialismus zu entdecken.

In diesem Zusammenhang darf man den Sieg des Faschismus in Deutschland nicht nur als ein Zeichen der Schwäche der Arbeiterklasse und als Ergebnis der Verrätereien an der Arbeiterklasse seitens der Sozialdemokratie betrachten, die dem Faschismus den Weg ebnete. Man muss ihn auch als Zeichen der Schwäche der Bourgeoisie betrachten, als Zeichen dafür, dass die Bourgeoisie nicht mehr imstande ist, mit den alten Methoden des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie zu herrschen, und in Anbetracht dessen gezwungen ist, in der Innenpolitik zu terroristischen Regierungsmethoden zu greifen - als Zeichen dafür, dass sie nicht mehr imstande ist, einen Ausweg aus der jetzigen Lage auf dem Boden einer friedlichen Außenpolitik zu finden, weshalb sie gezwungen ist, zur Politik des Krieges zu greifen.

* * *

Die dritten meinen, dass eine „höhere Rasse“, sagen wir, die germanische „Rasse“, den Krieg gegen eine „niedere Rasse“, vor allem gegen die Slawen, organisieren müsse, dass nur ein solcher Krieg einen Ausweg aus der Lage bringen könne, denn die „höhere Rasse“ sei berufen, die „niedere“ zu befruchten und über sie zu herrschen. Nehmen wir an, dass man diese seltsame Theorie, die von der Wissenschaft ebenso weit entfernt ist wie der Himmel von der Erde - nehmen wir an, dass man diese seltsame Theorie in die Praxis umgesetzt habe. Was kann dabei herauskommen?

Bekanntlich blickte das alte Rom auf die Vorfahren der heutigen Deutschen und Franzosen genauso, wie jetzt die Vertreter der „höheren Rasse“ auf die slawischen Stämme blicken. Bekanntlich betrachtete das alte Rom sie als „niedere Rasse“, als „Barbaren“, die dazu bestimmt seien, für alle Ewigkeit der „höheren Rasse“, dem „Großen Rom“, unterworfen zu sein, wobei übrigens - unter uns gesagt - das alte Rom dazu einigen Grund hatte, was man von den Vertretern der jetzigen „höheren Rasse“ nicht sagen kann. (Beifallssturm.) Was ist aber dabei herausgekommen? Herausgekommen ist dabei, dass sich die Nichtrömer, das heißt alle „Barbaren“, gegen den gemeinsamen Feind zusammenschlossen und Rom über den Haufen rannten. Es fragt sich: Wo ist die Garantie, dass die Prätensionen der Vertreter der jetzigen „höheren Rasse“ nicht zu denselben kläglichen Ergebnissen führen werden? Wo ist die Garantie, dass die schriftstellernden faschistischen Politiker in Berlin mehr Glück haben werden als die alten kampferprobten Eroberer in Rom? Wäre es nicht richtiger, das Gegenteil anzunehmen?

 

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Die UdSSR denkt nicht daran, irgendjemand zu bedrohen, und erst recht nicht, irgendjemand zu überfallen. Wir sind für den Frieden und verteidigen die Sache des Friedens. Aber wir fürchten keine Drohungen und sind bereit, auf einen Schlag der Kriegsbrandstifter mit einem Gegenschlag zu antworten. (Stürmischer Beifall.) Wer den Frieden will und sachliche Beziehungen mit uns anstrebt, wird stets bei uns Unterstützung finden. Denjenigen aber, die versuchen sollten, unser Land zu überfallen, wird eine vernichtende Abfuhr zuteil werden, damit ihnen in Zukunft die Lust vergehe, ihre Schweineschnauze in unseren Sowjetgarten zu stecken. (Beifallssturm.)

Das ist unsere Außenpolitik. (Beifallssturm.)

 

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Während aber die Bourgeoisie den Weg des Krieges wählt, beschreitet die Arbeiterklasse der kapitalistischen Länder, die durch die vierjährige Krise und die Arbeitslosigkeit zur Verzweiflung gebracht worden ist, den Weg der Revolution. Das bedeutet, dass die revolutionäre Krise heranreift und weiter heranreifen wird. Und die revolutionäre Krise wird umso schneller heranreifen, je mehr sich die Bourgeoisie in ihren Kriegskombinationen verstrickt, je öfter sie zu terroristischen Kampfmethoden gegen die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern greift.

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Unterredung mit H. G. Wells

Juli 1934

Die Revolution, die Ablösung eines Gesellschaftssystems durch ein anderes, ist immer ein Kampf gewesen, ein mühsamer und ein grausamer Kampf, ein Kampf auf Leben und Tod. Und jedes Mal, wenn die Menschen der neuen Welt an die Macht kamen, mussten sie sich der Versuche der alten Welt erwehren, die alte Ordnung gewaltsam wiederherzustellen; diese Menschen der neuen Welt mussten stets auf der Hut sein, stets bereit sein, die Angriffe der alten Welt auf das neue System zurückzuschlagen. Ja, Sie haben Recht, wenn Sie sagen, dass das alte Gesellschaftssystem zusammenbricht; aber es bricht nicht von selbst zusammen.

Nehmen Sie z. B. den Faschismus. Der Faschismus ist eine reaktionäre Kraft, die unter Anwendung von Gewalt die alte Welt zu erhalten sucht. Was wollen Sie mit den Faschisten machen? Mit ihnen diskutieren? Sie zu überzeugen versuchen? Aber damit erreichen Sie bei ihnen nicht das Geringste. Die Kommunisten verherrlichen keineswegs die Anwendung von Gewalt. Aber sie, die Kommunisten, sind nicht willens, sich überrumpeln zu lassen, sie können sich nicht darauf verlassen, dass die alte Welt freiwillig von der Bühne abtritt, sie sehen, dass das alte System sich gewaltsam verteidigt, und deshalb sagen die Kommunisten der Arbeiterklasse: Beantwortet Gewalt mit Gewalt, tut alles, was in Euren Kräften steht, um zu verhindern, dass die alte, sterbende Ordnung Euch zermalmt, lasst nicht zu, dass sie Fesseln um Eure Hände legt, um die Hände, mit denen Ihr das alte System niederreißen werdet! Sie sehen also, die Kommunisten betrachten die Ablösung eines Gesellschaftssystems durch ein anderes nicht einfach als einen spontanen und friedlichen Prozess, sondern als einen komplizierten, langwierigen und gewaltsamen Prozess. Die Kommunisten können die Augen nicht vor den Tatsachen verschließen.

Sie haben unrecht, wenn Sie glauben, dass die Kommunisten in die Gewalt verliebt sind. Sie würden sehr gerne auf Gewaltanwendung verzichten, wenn die herrschende Klasse bereit wäre, ihren Platz der Arbeiterklasse zu räumen. Aber die historische Erfahrung spricht gegen eine solche Annahme.

 

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ÜBER DIE MÄNGEL DER PARTEIARBEIT
UND DIE MASSNAHMEN ZUR LIQUIDIERUNG DER
TROTZKISTISCHEN UND SONSTIGEN DOPPELZÜNGLER

Referat und Schlusswort auf dem Plenum des ZK der KPdSU(B)

3. und 5. März 1937

 

Kann man behaupten, dass es in der letzten Zeit bei uns keinerlei Warnsignale und mahnende Hinweise auf die Schädlings-, Spionage- oder Terrortätigkeit der trotzkistisch-sinowjewistischen Agenten des Faschismus gegeben habe? Nein, das kann man nicht behaupten. Solche Signale gab es, und Bolschewiki haben nicht das. Recht, sie unbeachtet zu lassen.

Der Prozess gegen den „sinowjewistisch-trotzkistischen Block“ hat die Lehren aus den vorhergegangenen Prozessen erweitert und augenfällig gezeigt, dass die Sinowjewleute und Trotzkisten alle feindlichen bürgerlichen Elemente um sich scharen, dass sie sich in eine terroristische Spionage- und Diversionsagentur der deutschen Geheimpolizei verwandelt haben, dass Doppelzünglerei und Maskierung das einzige Mittel der Sinowjewleute und Trotzkisten sind, um in unsere Organisationen einzudringen, dass Wachsamkeit und politischer Scharfblick das sicherste Mittel sind, um ein solches Eindringen zu verhüten und die sinowjewistisch-trotzkistische Bande zu liquidieren.

Ist es nicht klar, dass es bei uns, solange die kapitalistische Umkreisung besteht, Schädlinge, Spione, Diversanten und Mörder geben wird, die von Agenten ausländischer Staaten in unser Hinterland geschickt werden?

Der gegenwärtige Trotzkismus ist keine politische Strömung in der Arbeiterklasse, sondern eine prinzipien- und ideenlose Bande von Schädlingen, Diversanten, Kundschaftern, Spionen, Mördern, eine Bande geschworener Feinde der Arbeiterklasse, die im Solde der Spionageorgane ausländischer Staaten, arbeiten.

Es muss klargelegt werden, dass im Kampf gegen den gegenwärtigen Trotzkismus jetzt nicht die alten Methoden, nicht die Methoden der Diskussion, sondern neue Methoden, die Methoden der Ausrottung und der Zerschmetterung nötig sind.

Es ist notwendig, die faule Theorie zu zerschlagen und beiseite zu werfen, dass der Klassenkampf bei uns mit jedem Schritt unseres Vormarsches mehr und mehr erlöschen müsse, dass der Klassenfeind in dem Maße, wie wir Erfolge erzielen, immer zahmer werde.

Und all diese Herrschaften aus Deutschland, all diese Ruth Fischer, Maslow, Urbahns, die sich mit Haut und Haaren den Faschisten verschrieben haben, - sind sie etwa keine Reserve für die trotzkistische Spionage- und Schädlingsarbeit?

 

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RECHENSCHAFTSBERICHT AN DEN XVIII. PARTEITAG
ÜBER DIE ARBEIT DES ZK DER KPDSU(B)

10. März 1939

Eine charakteristische Besonderheit der neuen Krise besteht darin, dass sie sich in vielem von der vorhergehenden Krise unterscheidet, und zwar nicht im Sinne einer Verbesserung, sondern einer Verschlechterung. Ferner begann die jetzige Krise nicht in Friedenszeiten, sondern in der Periode des bereits begonnenen zweiten imperialistischen Krieges.

Es kann kein Zweifel darüber bestehen, dass die Industrie Deutschlands, wenn nicht etwas Unvorhergesehenes eintritt, dieselbe Abwärtsbewegung wird durchmachen müssen, die in Japan und Italien schon eingesetzt hat. Denn was heißt es, die Wirtschaft eines Landes auf das Geleise der Kriegswirtschaft überleiten? Das heißt, der Industrie eine einseitige, auf den Krieg eingestellte Richtung geben, die Produktion von Gegenständen für den Kriegsbedarf, die mit dem Verbrauch der Bevölkerung nichts zu tun haben, maximal erweitern, die Produktion und besonders die Belieferung des Marktes mit Massenbedarfsartikeln maximal einschränken, folglich also, den Verbrauch der Bevölkerung einschränken und über das Land eine Wirtschaftskrise heraufbeschwören.

Deutschland, das durch den ersten imperialistischen Krieg und den Versailler Frieden ernsthaft Schaden gelitten hatte, schloss sich Japan und Italien an und forderte die Vergrößerung seines Territoriums in Europa und die Rückgabe der. Kolonien, die ihm die Sieger im ersten imperialistischen Krieg weggenommen hatten.

Deutschland und Italien haben den Versailler Vertrag zerrissen. Um freie Hand zu bekommen, sind alle diese drei Staaten aus dem Völkerbund ausgetreten. Man trat Deutschland Österreich ab, ungeachtet der Verpflichtung, die Selbständigkeit Österreichs zu verteidigen, man trat ihm das Sudetengebiet ab, überließ die Tschechoslowakei ihrem Schicksal, womit man allen und jeden Verpflichtungen zuwiderhandelte, und begann dann in der Presse lärmend zu lügen, dass die „russische Armee schwach“, die „russische Luftflotte zersetzt“ sei, dass es in der Sowjetunion „Unruhen“ gebe, wodurch man die Deutschen anstachelte, weiter nach Osten vorzustoßen, ihnen leichte Beute versprach und ihnen zuredete: Fangt nur den Krieg gegen die Bolschewiki an, weiter wird alles gut gehen. Man muss zugeben, dass dies ebenfalls einem Antreiben, einer Ermunterung des Aggressors sehr ähnlich sieht.

Es ist allerdings sehr wohl möglich, dass es in Deutschland Verrückte gibt, die davon träumen, einen Elefanten, d. h. die Sowjetukraine, einer Mücke, d. h. der so genannten Karpato-Ukraine, anzugliedern. Wenn es dort wirklich solche wahnwitzigen Leute gibt, so ist nicht daran zu zweifeln, dass sich in unserem Lande in genügender Zahl Zwangsjacken für solche Verrückten finden würden. (Beifallssturm).

Wir fürchten keine Drohungen der Aggressoren und sind bereit, auf einen Schlag der Kriegsbrandstifter, die versuchen sollten, die Unantastbarkeit der Sowjetgrenzen zu verletzen, mit einem doppelten Schlag zu antworten.

 

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22. Juni 1941

Faschistischer Überfall auf die Sowjetunion

 

"Begonnen hat die Periode des Befreiungskrieges gegen die deutschen Eindringlinge."

 

RUNDFUNKREDE

AM 3. JULI 1941

Der von Hitlerdeutschland am 22. Juni wortbrüchig begonnene militärische Überfall auf unsere Heimat dauert an.

Man könnte fragen: Wie konnte es geschehen, dass sich die Sowjetregierung auf den Abschluss eines Nichtangriffspakts mit solchen wortbrüchigen Leuten und Ungeheuern wie Hitler und Ribbentrop eingelassen hat? Ist hier von der Sowjetregierung nicht ein Fehler begangen worden? Natürlich nicht! Ein Nichtangriffspakt ist ein Friedenspakt zwischen zwei Staaten. Eben einen solchen Pakt hat Deutschland uns im Jahre 1939 angeboten. Konnte die Sowjetregierung ein solches Angebot ablehnen? Ich denke, kein einziger friedliebender Staat kann ein Friedensabkommen mit einem benachbarten Reich ablehnen, selbst wenn an der Spitze dieses Reiches solche Ungeheuer und Kannibalen stehen wie Hitler und Ribbentrop. Dies aber natürlich unter der einen unerlässlichen Bedingung: dass das Friedensabkommen weder direkt noch indirekt die territoriale Integrität, die Unabhängigkeit und die Ehre des friedliebenden Staates berührt. Bekanntlich war der Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der Sowjetunion gerade ein solcher Pakt.

Was haben wir durch den Abschluss des Nichtangriffspakts mit Deutschland gewonnen? Wir haben unserem Lande für anderthalb Jahre den Frieden gesichert sowie die Möglichkeit, unsere Kräfte zur Abwehr vorzubereiten, falls das faschistische Deutschland es riskieren sollte, unser Land trotz des Pakts zu überfallen. Das ist ein unbestreitbarer Gewinn für uns und ein Verlust für das faschistische Deutschland.

Was hat das faschistische Deutschland durch die wortbrüchige Zerreißung des Pakts und den Überfall auf die Sowjetunion gewonnen, und was hat es verloren? Es hat dadurch für kurze Zeit eine gewisse vorteilhafte Lage für seine Truppen erzielt, hat aber in politischer Hinsicht verloren, da es sich in den Augen der ganzen Welt als blutiger Aggressor entlarvt hat. Es ist nicht zu bezweifeln, dass dieser kurzfristige militärische Gewinn für Deutschland nur eine Episode ist, während der gewaltige politische Gewinn für die Sowjetunion ein ernster Faktor von langer Dauer ist, auf den gegründet sich entscheidende militärische Erfolge der Roten Armee im Krieg gegen das faschistische Deutschland entfalten müssen.

Es geht also um Leben oder Tod des Sowjetstaates, um Leben oder Tod der Völker der Sowjetunion; es geht darum, ob die Völker der Sowjetunion frei sein oder in Versklavung geraten sollen. Es ist notwendig, dass die Sowjetmenschen das verstehen und aufhören, sorglos zu sein, dass sie sich selbst mobilisieren und ihre ganze Arbeit auf den Krieg umstellen, dass sie auf eine neue Art arbeiten, die kein Erbarmen mit dem Feind kennt.

Wir müssen unverzüglich unsere ganze Arbeit auf den Krieg umstellen, indem wir alles den Interessen der Front unterordnen, der Aufgabe unterordnen, die Zerschmetterung des Feindes zu organisieren. Die Völker der Sowjetunion sehen jetzt, dass der deutsche Faschismus nicht zu bändigen ist in seiner Tollwut und seinem Hass gegen unsere Heimat, die allen Werktätigen freie Arbeit und Wohlstand gesichert hat. Die Völker der Sowjetunion müssen sich erheben, Um ihre Rechte und ihren Boden gegen den Feind zu verteidigen.

Dieser Vaterländische Volkskrieg gegen die faschistischen Unterdrücker hat nicht nur das Ziel, die über unser Land heraufgezogene Gefahr zu beseitigen, sondern auch allen Völkern Europas zu helfen, die unter dem Joch des deutschen Faschismus stöhnen. In diesem Befreiungskrieg werden wir nicht allein dastehen.

Um alle Kräfte der Völker der Sowjetunion schnellstens zu mobilisieren, um dem Feind, der wortbrüchig unsere Heimat überfallen hat, eine Abfuhr zu erteilen, ist das Staatliche Verteidigungskomitee gebildet worden, in dessen Händen jetzt die gesamte Macht im Staat konzentriert ist. Das Staatliche Verteidigungskomitee hat seine Arbeit aufgenommen und ruft das ganze Volk auf, sich fest um die Partei Lenins-Stalins, um die Sowjetregierung zusammenzuschließen zu dem Zweck, die Rote Armee und die Rote Flotte opferwillig zu unterstützen, den Feind zu zerschmettern, den Sieg zu erkämpfen.

Alle Kräfte des Volkes - für die Zerschmetterung des Feindes!

Vorwärts zum Sieg!

 

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DER 24. JAHRESTAG
DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN
OKTOBERREVOLUTION

6. NOVEMBER 1941

 

Nur während der ersten sechs Monate des abgelaufenen Jahres konnten wir unsere friedliche Aufbauarbeit fortsetzen. Der Krieg ist somit zu einem Wendepunkt in der Entwicklung unseres Landes [...] geworden. Die Periode des friedlichen Aufbaus ist zu Ende. Begonnen hat die Periode des Befreiungskrieges gegen die deutschen Eindringlinge.

Die faschistischen deutschen Eindringlinge plündern unser Land, zerstören die durch das Schaffen der Arbeiter, der Bauern und der Intelligenz erbauten Städte und Dörfer. Die Hitlerhorden morden und vergewaltigen die friedlichen Bewohner unseres Landes, ohne Frauen, Kinder und Greise zu schonen. Unsere Brüder in den von den Deutschen besetzten Gebieten unseres Landes stöhnen unter dem Joch der deutschen Unterdrücker.

DAS SCHEITERN DES "BLITZKRIEGES" 

Als die deutschen faschistischen Räuber ihren Überfall auf unser Land unternahmen, da glaubten sie, sie würden bestimmt in anderthalb bis zwei Monaten die Sowjetunion "erledigen" können und wären imstande, im Laufe dieser kurzen Zeit bis an den Ural zu marschieren. Man muss sagen, dass die Deutschen aus diesem ihren "Blitzsiegplan" kein Geheimnis gemacht haben. Im Gegenteil, sie machten für ihn mit allen Mitteln Reklame. Die Tatsachen jedoch zeigten die ganze Leichtfertigkeit und Haltlosigkeit dieses "Blitzplanes". Jetzt muss dieser wahnwitzige Plan als endgültig gescheitert angesehen werden. (Beifall.) Wodurch ist es zu erklären, dass der "Blitzkrieg", der in "Westeuropa gelungen ist, im Osten misslang und gescheitert ist?

Worauf rechneten die faschistischen deutschen Strategen, als sie behaupteten, sie würden in zwei Monaten die Sowjetunion erledigen und in dieser kurzen Frist bis an den Ural marschieren?

Vor allem rechneten sie und hofften sie ernstlich darauf, dass sie eine allgemeine Koalition gegen die Sowjetunion zustande bringen würden, dass sie Großbritannien sowie die Vereinigten Staaten von Amerika - nach vorhergehender Einschüchterung der herrschenden Kreise dieser Länder mit dem Gespenst der Revolution - in diese Koalition einbeziehen und auf diese Weise unser Land vollständig von den anderen Mächten isolieren könnten. Die Deutschen wussten, dass ihre Politik des Spiels mit den Gegensätzen zwischen den Klassen der einzelnen Staaten sowie zwischen diesen Staaten und dem Sowjetland schon ihre Resultate in Frankreich gezeitigt hatte, dessen Machthaber sich durch das Gespenst der Revolution schrecken ließen und in ihrer Angst ihr Heimatland Hitler zu Füßen legten und auf Widerstand verzichteten. Die faschistischen deutschen Strategen glaubten, dass genau das gleiche auch mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten von Amerika geschehen werde. Der nicht unbekannte Heß wurde ja deshalb von den deutschen Faschisten nach England gesandt, damit 'er die englischen Politiker dazu überrede, sich dem allgemeinen Feldzug gegen die Sowjetunion anzuschließen. Aber die Deutschen haben sich gründlich verrechnet. (Beifall.) Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika haben sich trotz der Bemühungen von Heß nicht nur dem Feldzug der faschistischen deutschen Räuber gegen die Sowjetunion nicht angeschlossen, sondern sie stehen im Gegenteil mit der Sowjetunion in einem Lager gegen Hitlerdeutschland. Die Sowjetunion hat sich nicht nur nicht als isoliert erwiesen, sondern im Gegenteil, sie hat an Großbritannien, den Vereinigten Staaten von Amerika und den von den Deutschen okkupierten anderen Ländern neue Bundesgenossen gewonnen. Es zeigte sich, dass die deutsche Politik des Spiels mit den Gegensätzen und der Einschüchterung anderer durch das Gespenst der Revolution abgewirtschaftet hat und für die neue Lage nicht mehr tauglich ist. Und sie ist nicht nur untauglich, sondern sie birgt in ihrem Schoß auch große Gefahren für die deutschen Landräuber, denn sie führt unter den neuen Verhältnissen des Krieges zu direkt entgegengesetzten Resultaten.

Die Deutschen rechneten zweitens darauf, dass die Sowjetordnung und das Sowjethinterland nicht fest seien, sie nahmen an, es würden gleich nach dem ersten ernstlichen Schlag und nach den ersten Misserfolgen der Roten Armee Konflikte zwischen den Arbeitern und den Bauern ausbrechen und Streitigkeiten zwischen den Völkern der Sowjetunion beginnen, es würde zu Aufständen kommen und das Land würde in seine Bestandteile zerfallen, was den Vormarsch der deutschen Eindringlinge bis an den Ural erleichtern sollte. Aber auch hier haben sich die Deutschen gründlich verrechnet. Die Misserfolge der Roten Armee haben das Bündnis der Arbeiter und Bauern wie auch die Freundschaft der Völker der Sowjetunion nicht nur nicht geschwächt, sondern im Gegenteil, sie haben dieses Bündnis sowie diese Freundschaft noch gefestigt. (Beifall.) Mehr noch - sie haben die Völkerfamilie der Sowjetunion in ein einheitliches, unerschütterliches Lager verwandelt, das seine Rote Armee und seine Rote Flotte aufopferungsvoll unterstützt. Niemals noch war das Sowjethinterland so fest wie jetzt. ( Stürmischer Beifall .) Es ist durchaus wahrscheinlich, dass jeder beliebige andere Staat, der solche Gebietsverluste erlitten hätte wie wir, die Prüfung nicht bestanden hätte und niedergebrochen wäre. Wenn die Sowjetordnung die Prüfung so leicht bestanden und ihr Hinterland noch gefestigt hat, so bedeutet das, dass die Sowjetordnung heute die stabilste aller Ordnungen ist. (Stürmischer Beifall.)

Die deutschen Landräuber rechneten schließlich auf eine Schwäche der Roten Armee und der Roten Flotte, sie nahmen an, es werde der deutschen Armee und der deutschen Flotte gleich mit dem ersten Schlage gelingen, unsere Armee und unsere Flotte zu überrennen und zu zerstreuen, sich freie Bahn zu schaffen für den ungehinderten Vormarsch in die Tiefe unseres Landes. Aber auch hier haben sich die Deutschen gründlich verrechnet, da sie ihre Kräfte überschätzten, unsere Armee und unsere Flotte aber unterschätzten. Natürlich sind unsere Armee und unsere Flotte noch jung, sie führen im ganzen erst vier Monate lang Krieg, sie haben noch nicht völlig zu Kerntruppen werden können, während sie vor sich die Kerntruppen der schon zwei Jahre lang kriegführenden Flotte und Armee der Deutschen haben. Aber erstens ist die moralische Verfassung unserer Armee höher als die der deutschen, denn sie verteidigt ihre Heimat gegen fremdländische Eindringlinge und glaubt an ihre gerechte Sache, während die deutsche Armee einen Eroberungskrieg führt und ein fremdes Land ausplündert und somit auch nicht eine Minute lang ernsthaft glauben kann, dass ihre niederträchtige Sache gerecht Es ist nicht zu bezweifeln, dass die Idee der Verteidigung ihres Vaterlandes, wofür unsere Menschen in unserer Armee Helden hervorbringen und auch wirklich hervorbringt, die die Rote zusammenschweißen, während die Idee der Eroberung und Ausplünderung eines fremden Landes, wofür die Deutschen ja im Grunde Krieg führen, in der deutschen Armee Berufsplünderer hervorbringen wird und auch wirklich hervorbringt, welche ohne jeden moralischen Halt sind und die deutsche Armee zersetzen. Zweitens entfernt sich die deutsche Armee durch ihren Vormarsch in die Tiefe unseres Landes von ihrem deutschen Hinterland, sie ist gezwungen, In feindlicher Umgebung zu operieren, sie ist gezwungen, sich in einem fremden Lande ein neues Hinterland zu schaffen, das zudem von unseren Partisanen zerstört wird, was die Versorgung der deutschen Armee weitgehend desorganisiert, was sie zwingt, das eigene Hinterland zu fürchten, und in ihr den Glauben an die Stabilität ihrer Lage tötet, während unsere Armee in ihrer heimatlichen Umgebung operiert, die unaufhörliche Unterstützung ihres Hinterlandes genießt, einen gesicherten Nachschub an Menschen, Munition und Lebensmitteln hat und sich auf ihr Hinterland fest verlassen kann. Das ist es, weshalb unsere Armee sich als stärker erwiesen hat, als die Deutschen voraussetzten, und die deutsche Armee sich als schwächer erwiesen hat, als vorauszusetzen war, wenn nach der prahlerischen Marktschreierei der deutschen Eindringlinge geurteilt wurde. Die Verteidigung Leningrads und Moskaus, wo unsere Divisionen kürzlich an die dreißig Kerndivisionen der Deutschen vernichtet haben, zeigt, dass im Feuer des Vaterländischen Krieges neue Sowjetkämpfer und Kommandeure, Flieger und Artilleristen, Granatwerferschützen und Panzermänner, Infanteristen und Matrosen geschmiedet werden und schon geschmiedet worden sind, die sich morgen in einen Schrecken der deutschen Armee verwandeln werden. (Stürmischer Beifall.)

Es unterliegt keinem Zweifel, dass alle diese Umstände zusammengenommen vorausbestimmend dafür waren, dass der "Blitzkrieg" im Osten unvermeidlich scheitern musste.

Wo liegen die Ursachen für die zeitweiligen militärischen Misserfolge der Roten Armee?

Eine der Ursachen für die Misserfolge der Roten Armee besteht darin, dass es in Europa keine zweite Front gegen die faschistischen deutschen Truppen gibt. Es handelt sich darum, dass auf dem europäischen Festland gegenwärtig keine Armeen Großbritanniens oder der Vereinigten Staaten von Amerika stehen, die gegen die faschistischen deutschen Truppen Krieg führen würden; in Anbetracht dessen brauchen die Deutschen ihre Kräfte nicht zu zersplittern und müssen nicht an zwei Fronten, im Westen sowohl wie im Osten, Krieg führen. Nun, und dieser Umstand hat zur Folge, dass die Deutschen, die ihr Hinterland im Westen für gesichert halten, die Möglichkeit haben, alle ihre Truppen und die Truppen ihrer Verbündeten in Europa gegen unser Land einzusetzen. Die Lage ist jetzt derart, dass unser Land den Befreiungskrieg allein, ohne von jemand militärische Hilfe zu erhalten, gegen die vereinigten Kräfte der Deutschen, Finnen, Humanen, Italiener und Ungarn führt. Die Deutschen brüsten sich mit ihren zeitweiligen Erfolgen und loben ihre Armee über alle Maßen, wobei sie versichern, dass sie die Rote Armee in Kämpfen einer gegen einen immer überwinden können. Aber die Versicherungen der Deutschen sind leere Prahlerei, denn es ist doch unverständlich, warum die Deutschen in diesem Fall die Finnen, Rumänen, Italiener und Ungarn gegen die Rote Armee zu Hilfe gerufen haben, die ausschließlich mit ihren eigenen Kräften und ohne militärische Hilfe von außen Krieg führt. Es ist nicht zu bezweifeln, dass das Fehlen einer zweiten Front in Europa gegen die Deutschen die Lage der deutschen Armee bedeutend erleichtert. Es kann aber auch nicht bezweifelt werden, dass das Entstehen einer zweiten Front auf dem Festlande Europas - und eine solche Front muss unbedingt in der nächsten Zeit entstehen (stürmischer Beifall) - die Lage unserer Armee zum Nachteil der deutschen wesentlich erleichtern wird.

 

WAS SIND DIE "NATIONALSOZIALISTEN"?  

Die deutschen Eindringlinge, d.h. die Hitlerleute, werden bei uns gewöhnlich Faschisten genannt. Die Hitlerleute aber halten das, wie sich herausstellt, für unrichtig und fahren hartnäckig fort, sich "Nationalsozialisten" zu nennen. Die Deutschen wollen uns also einreden, dass die Partei der Hitlerleute, die Partei der deutschen Landräuber, die Europa ausplündert und einen frevelhaften Überfall auf unseren sozialistischen Staat ins Werk gesetzt hat, eine sozialistische Partei wäre. Ist das möglich? Was kann es Gemeinsames geben zwischen dem Sozialismus und den vertierten Hitlerschen Landräubern, die die Völker Europas ausplündern und unterdrücken?

Kann man die Hitlerleute für Nationalisten halten? Nein, das kann man nicht. In Wirklichkeit sind die Hitlerleute jetzt keine Nationalisten, sondern Imperialisten. Solange sich die Hitlerleute damit befassten, die deutschen Länder zusammenzufassen und ihnen das Rheingebiet, Österreich usw. wieder anzuschließen, konnte man sie mit einer gewissen Berechtigung für Nationalisten halten. Nachdem, sie jedoch fremde Gebiete geraubt und europäische Nationen - die Tschechen, Slowaken, Polen, Norweger, Dänen, Holländer, Belgier, Franzosen, Serben, Griechen, Ukrainer, Bjelorussen, Balten usw. - unterjocht haben und dazu übergegangen sind, die Weltherrschaft anzustreben, hat die Hitlerpartei aufgehört, eine nationalistische Partei zu sein, denn seit diesem Augenblick ist sie zu einer imperialistischen, annexionistischen Unterdrückerpartei geworden.

Die Partei der Hitlerleute ist eine Partei von Imperialisten, und zwar der gierigsten und räuberischsten Imperialisten unter allen Imperialisten der Welt.

Kann man die Hitlerleute für Sozialisten halten? Nein, das kann man nicht. In Wirklichkeit sind die Hitlerleute geschworene Feinde des Sozialismus, die schlimmsten Reaktionäre und Pogromhelden, die die Arbeiterklasse und die Völker Europas der elementarsten demokratischen Freiheiten beraubt haben. Um ihr reaktionäres Pogromwesen zu bemänteln, beschimpfen die Hitlerleute das innere Regime Englands und Amerikas als ein plutokratisches Regime. Aber in England und in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es elementare demokratische Freiheiten, dort bestehen Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten, es bestehen Arbeiterparteien, es gibt ein Parlament, während alle diese Einrichtungen in Deutschland unter dem Hitlerregime vernichtet worden sind. Man braucht nur diese beiden Tatsachenreihen gegeneinander zu halten, um das reaktionäre Wesen des Hitlerregimes und die ganze Verlogenheit des Geschwätzes der deutschen Faschisten über das plutokratische Regime Englands und Amerikas zu begreifen. Dem Wesen der Sache nach ist das Hitlerregime eine Kopie jenes reaktionären Regimes, das in Rußland unter dem Zarismus bestanden hat. Man weiß, dass die Hitlerleute die Rechte der Arbeiter, die Rechte der Intelligenz sowie die Rechte der Völker ebenso gern mit Füßen treten, wie das zaristische Regime sie mit Füßen getreten hat, dass sie ebenso gern mittelalterliche Judenpogrome veranstalten, wie solche das zaristische Regime veranstaltet hat.

Die Hitlerpartei ist eine Partei der Feinde der demokratischen Freiheiten, eine Partei mittelalterlicher Reaktion und finsterster Pogrome.

Und wenn diese abgefeimten Imperialisten und schlimmsten Reaktionäre immer noch fortfahren, sich In die Toga von "Nationalisten" und "Sozialisten" zu hüllen, so tun sie das zu dem Zweck, das Volk zu betrügen, einfältige Leute zum Narren zu halten und mit der Flagge des "Nationalismus" und des "Sozialismus" ihr imperialistisches Räuberwesen zu tarnen.

Krähen, die sich mit Pfauenfedern schmücken... Aber wie sehr sich Krähen auch mit Pfauenfedern schmücken mögen, sie hören deshalb nicht auf, Krähen zu sein.

"Man muss mit allen Mitteln danach streben", erklärt Hitler, "dass die Welt von den Deutschen erobert wird. Wenn wir unser großdeutsches Reich schaffen wollen, so müssen wir vor allem die slawischen Völker - die Russen, Polen, Tschechen, Slowaken, Bulgaren, Ukrainer, Bjelorussen - verdrängen und ausrotten. Es gibt keinen Grund, das nicht zu tun."

"Der Mensch", erklärt Hitler, "ist von Geburt an sündhaft, man kann ihn nur mit Hilfe von Gewalt lenken. Im Umgang mit ihm sind alle Methoden erlaubt. Wenn die Politik es erfordert, muss man lügen, Verrät üben und sogar morden."

"Tötet jeden", erklärt Göring, "der gegen uns ist, tötet, tötet, nicht ihr werdet dafür die Verantwortung tragen, sondern ich, also tötet!"

"Ich werde die Menschen", erklärt Hitler, "vor dem Wahn bewahren, der Gewissen heißt. Gewissen und Bildung machen den Menschen zum Krüppel. Ich genieße den Vorzug, dass ich durch keine Erwägungen theoretischer oder moralischer Art gehemmt bin."

In einem der Befehle eines deutschen Armeekommandos vom 25. September, der an das Infanterieregiment 489 gerichtet ist und bei einem gefallenen deutschen Unteroffizier gefunden wurde, heißt es:

"Ich befehle, auf jeden Russen zu feuern, sobald er sich in einer Entfernung von 600 Metern zeigt. Der Russe muss wissen, dass er einen entschlossenen Feind vor sich hat, von dem er keine Nachsicht zu erwarten hat."

In einem der Appelle des deutschen Oberkommandos an die Soldaten, der bei dem gefallenen Leutnant Gustav Ziegel aus Frankfurt am Main gefunden wurde, heißt es:

"Habe kein Herz und keine Nerven, man braucht sie im Kriege nicht. Vernichte in dir Erbarmen und Mitleid - töte jeden Sowjetrussen, mach nicht halt, auch wenn du einen Greis oder eine Frau, ein kleines Mädchen oder einen Jungen vor dir hast - töte, denn dadurch rettest du dich vorm Untergang, sicherst die Zukunft deiner Familie und erwirbst dir ewigen Ruhm."

Hier haben wir das Programm und die Befehle der Führer der Hitlerpartei und des Hitlerschen Oberkommandos, das Programm und die Befehle von Menschen, die jedes Menschenantlitz verloren haben und auf das Niveau wilder Tiere herabgesunken sind.

Und diese Leute, die weder Gewissen noch Ehre besitzen, Leute mit einer Moral von Bestien, haben die Stirn, zur Vernichtung der großen russischen Nation aufzurufen, der Nation Plechanows und Lenins, Bjelinskis und Tschernyschewskis, Puschkins und Tolstois, Glinkas und Tschaikowskis, Gorkis und Tuchechows, Setschenows und Pawlows, Repins und Surikows, Suworows und Kutusows!...

Die deutschen Landräuber wollen den Vernichtungskrieg gegen die Völker der Sowjetunion. Nun wohl, wenn die Deutschen einen Vernichtungskrieg wollen, so werden sie ihn bekommen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Von nun an wird es unsere Aufgabe, die Aufgabe der Völker der Sowjetunion, die Aufgabe der Kämpfer, der Kommandeure und der politischen Funktionäre unserer Armee und unserer Flotte sein, alle Deutschen, die in das Gebiet unserer Heimat als Okkupanten eingedrungen sind, bis auf den letzten Mann zu vernichten. (Stürmischer Beifall. Rufe: "Sehr richtig!" Hurrarufe.)

Keine Gnade den deutschen Okkupanten!

Tod den deutschen Okkupanten! ( Stürmischer Beifall .)

DIE ZERSCHMETTERUNG
DER DEUTSCHEN IMPERIALISTEN
UND IHRER ARMEEN IST UNVERMEIDLICH
 

Schon allein der Umstand, dass die deutschen Räuber, die jedes Menschenantlitz verloren haben, in ihrer moralischen Verkommenheit schon längst auf das Niveau wilder Bestien herabgesunken sind, schon allein dieser Umstand spricht dafür, dass sie sich dem unvermeidlichen Untergang preisgegeben haben.

Aber der unvermeidliche Untergang der Hitlerschen Räuber und ihrer Armeen ist nicht nur durch moralische Faktoren bedingt.

Es gibt noch drei grundlegende Faktoren, deren Bedeutung von Tag zu Tag größer wird und die in nicht ferner Zukunft zu der unvermeidlichen Zerschmetterung des räuberischen Hitlerschen Imperialismus führen müssen. (Beifall.)

Das ist erstens die Unzuverlässigkeit des europäischen Hinterlands des imperialistischen Deutschlands, die Unzuverlässigkeit der "Neuordnung" in Europa. Die deutschen Räuber haben die Völker des europäischen Kontinents von Frankreich bis zu den baltischen Sowjetländern, von Norwegen, Dänemark, Belgien, Holland und Sowjetbjelorußland bis zum Balkan und zur Sowjetukraine versklavt, sie der elementaren demokratischen Freiheiten beraubt, ihnen das Recht genommen, über ihr Schicksal zu bestimmen, ihnen das Getreide, das Fleisch, die Rohstoffe genommen, sie in ihre Sklaven verwandelt, die Polen, Tschechen und Serben ans Kreuz geschlagen, und nun meinen sie, sie könnten jetzt, nachdem sie die Herrschaft in Europa errungen haben, auf dieser Grundlage die Weltherrschaft Deutschlands errichten. Bei ihnen heißt das "Neuordnung in Europa". Aber was ist das für eine "Grundlage", was ist das für eine "Neuordnung"? Nur die in sich selbst verliebten Hitlerschen Narren übersehen, dass die "Neuordnung in Europa" und die berüchtigte "Grundlage" dieser Ordnung einen Vulkan darstellt, der jeden Augenblick ausbrechen und das imperialistische deutsche Kartenhaus begraben kann. Man beruft sich auf Napoleon und versichert, Hitler handle wie Napoleon und er gleiche Napoleon in allem. Erstens aber sollte man dabei das Schicksal Napoleons nicht vergessen, und zweitens gleicht Hitler Napoleon nicht mehr als ein Kater dem Löwen ( Heiterkeit, lauter Beifall ), denn Napoleon kämpfte gegen die Kräfte der Reaktion, wobei er sich auf die Kräfte des Fortschritts stützte, während Hitler umgekehrt sich auf die reaktionären Kräfte stützt und die fortschrittlichen Kräfte bekämpft. Nur die Hitlerschen Narren aus Berlin können nicht begreifen, dass die geknechteten Völker Europas kämpfen und sich gegen die Hitlertyrannei erheben werden. Wer kann daran zweifeln, dass die Sowjetunion, Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika den Völkern Europas in ihrem Befreiungskampf gegen die Hitlertyrannei volle Unterstützung erweisen werden? (Beifall.)

Das ist zweitens die Unzuverlässigkeit des deutschen Hinterlands der Hitlerschen Räuber. Solange sich die Hitlerleute damit beschäftigten, das durch den Versailler Vertrag zerstückelte Deutschland zusammenzufassen, konnten sie beim deutschen Volk, das von dem Ideal einer Wiederherstellung Deutschlands beseelt war, Unterstützung finden. Nachdem diese Aufgabe aber gelöst war und die Hitlerleute den Weg des Imperialismus, den Weg des Raubes fremder Lande und der Unterwerfung fremder Völker beschritten haben, wodurch sie die Völker Europas und die Völker der Sowjetunion zu geschworenen Feinden des heutigen Deutschlands machten, ist im deutschen Volke ein tiefgehender Umschwung gegen die Fortsetzung des Krieges, für die Beendigung des Krieges eingetreten. Mehr als zwei Jahre eines blutigen Krieges, dessen Ende noch nicht abzusehen ist; Millionen geopferte Menschen, Hunger, Verelendung, Epidemien; ringsum eine deutschfeindliche Atmosphäre, Hitlers dumme Politik, die die Völker der Sowjetunion zu geschworenen Feinden des heutigen Deutschlands gemacht hat - all das musste unbedingt im deutschen Volk zu einer Wendung gegen den unnötigen und verheerenden Krieg führen. Nur die Hitlerschen Narren können nicht begreifen, dass nicht nur das europäische Hinterland, sondern auch das deutsche Hinterland der deutschen Truppen einen Vulkan darstellt, bereit auszubrechen und die Hitlerschen Abenteurer zu begraben.

Das ist endlich die Koalition der Sowjetunion, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Amerika gegen die faschistischen deutschen Imperialisten. Das ist die Tatsache, dass Großbritannien, die Vereinigten Staaten von Amerika und die Sowjetunion sich zu einem einheitlichen Lager zusammengeschlossen haben, das sich das Ziel setzt, die Hitlerschen Imperialisten und ihre räuberischen Armeen zu zerschlagen. Der moderne Krieg ist ein Krieg der Motoren. Den Krieg wird derjenige gewinnen, der das erdrückende Übergewicht in der Produktion von Motoren haben wird. Nimmt man die Motorenerzeugung der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und der Sowjetunion zusammen, so erhält man im Verhältnis zu Deutschland ein mindestens dreifaches Übergewicht an Motoren. Darin liegt eine der Grundlagen für den unvermeidlichen Untergang des räuberischen Hitlerschen Imperialismus.

UNSERE AUFGABEN  

Lenin unterschied zwei Arten von Kriegen: Eroberungskriege, das heißt ungerechte Kriege, und Befreiungskriege, gerechte Kriege.

Die Deutschen führen heute einen Raubkrieg, einen ungerechten Krieg, der auf Eroberung fremden Gebiets und die Unterwerfung fremder Völker abzielt. Darum müssen sich alle ehrlichen Menschen gegen die deutschen Eindringlinge als gegen ihre Feinde erheben.

Zum Unterschied von Hitlerdeutschland führen die Sowjetunion und ihre Bundesgenossen einen Befreiungskrieg, einen gerechten Krieg, der auf die Befreiung der unterjochten Völker Europas und der Sowjetunion von der Hitlertyrannei abzielt. Darum müssen alle ehrlichen Menschen die Armeen der Sowjetunion, Großbritanniens und der anderen Verbündeten als Befreiungsarmeen unterstützen.

Wir haben keine Kriegsziele und können keine Kriegsziele haben wie die Eroberung fremder gebiete oder die Unterwerfung fremder Völker, ganz gleich, ob es sich um Völker Und Gebiete Europas oder um Völker und Gebiete Asiens, darunter auch Irans, handelt. Unser erstes Ziel besteht darin, unsere Gebiete und unsere Völker vom faschistischen deutschen Joch zu befreien.

Wie haben keine Kriegsziele und können keine Kriegsziele haben wie etwas das Ziel, den slawischen und den anderen unterjochten Völkern Europas, die von uns Hilfe erwarten, unseren Willen aufzuzwingen. Unser Ziel besteht darin, diesen Völkern in ihrem Befreiungskampf gegen die Hitlertyrannei zu helfen und es ihnen dann zu überlassen, sich auf ihrem Boden völlig frei so einzurichten, wie sie das wollen. Keinerlei Einmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Völker!

Um aber diese Ziele verwirklichen zu können, gilt es, die militärische Macht der deutschen Eindringlinge zu zerschmettern, gilt es, alle deutschen Okkupanten, die in unser Heimatland eingedrungen sind, um es zu unterjochen, bis auf den letzten Mann auszutilgen. ( Stürmischer, lang anhaltender Beifall .) Dazu aber ist es notwendig, dass unsere Armee und unsere Flotte von unserem ganzen Lande wirksam und aktiv unterstützt werden, dass unsere Arbeiter und Angestellten, Männer und Frauen, in den Betrieben arbeiten, ohne die Hände in den Schoß zu legen, und der Front immer mehr und mehr Panzer, Panzerbüchsen und Panzerabwehrgeschütze, Flugzeuge, Kanonen, Granatwerfer, Maschinengewehre, Gewehre und Munition liefern, dass unsere Kollektivbauern, Männer und Frauen, auf ihren Feldern arbeiten, ohne die Hände in den Schoß zu legen, und der Front und dem Lande immer mehr und mehr Getreide, Fleisch und Industrierohstoffe liefern, dass unser ganzes Land und alle Völker der Sowjetunion sich zu einem einigen Kampflager zusammenschließen, das gemeinsam mit unserer Armee und unserer Flotte den Großen Befreiungskrieg für die Ehre und die Freiheit unserer Heimat, für die Zerschmetterung der deutschen Armeen führt. (Stürmischer Beifall.) Darin besteht jetzt unsere Aufgabe. Wir können und wir müssen diese Aufgabe bewältigen.

Nur wenn wir diese Aufgabe bewältigt und die deutschen Okkupanten zerschlagen haben, können wir einen dauerhaften und gerechten Frieden erzielen.

Für die völlige Zerschmetterung der deutschen Okkupanten! (Stürmischer Beifall.)

Für die Befreiung aller unter dem Joch der Hitlertyrannei stöhnenden unterdrückten Völker! (Stürmischer Beifall.)

Es lebe die unverbrüchliche Freundschaft der Völker der Sowjetunion ! (Stürmischer Beifall.)

Es lebe unsere Rote Armee und unsere Rote Flotte! (Stürmischer Beifall.)

Es lebe unser ruhmreiches Heimatland! (Stürmischer Beifall.)

Unsere Sache ist gerecht - der Sieg wird unser sein!

(Stürmischer Beifall. Alle erheben sich von ihren Plätzen. Rufe: "Dem großen Stalin Hurra! "Es lebe Genosse Stalin!" Stürmische, nicht enden wollende Ovation. Gesang der "Internationale".)

 

 

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REDE BEI DER PARADE DER ROTEN ARMEE

AUF DEM ROTEN PLATZ IN MOSKAU

AM 7. NOVEMBER 1941

 

Der Feind ist nicht so stark, wie manche erschrockene Intelligenzler ihn hinstellen. Der Teufel ist nicht so furchtbar, wie man ihn an die Wand malt. Wer könnte leugnen, dass unsere Rote Armee die vielgepriesenen deutschen Truppen schon oftmals in panikartige Flucht geschlagen hat? Wenn man nicht nach den prahlerischen Erklärungen der deutschen Propagandisten, sondern nach der wirklichen Lage Deutschlands urteilt, so ist es nicht schwer zu verstehen, dass die faschistischen deutschen Eindringlinge vor einer Katastrophe stehen. In Deutschland herrschen jetzt Hunger und Elend, in vier Kriegsmonaten hat Deutschland viereinhalb Millionen Soldaten verloren, Deutschland verblutet, seine Menschenreserven versiegen, der Geist der Empörung ergreift nicht nur die Völker Europas, die unter das Joch der deutschen Landräuber geraten sind, sondern auch das deutsche Volk selbst, das kein Ende des Krieges sieht. Die deutschen Eindringlinge spannen ihre letzten Kräfte an. Es ist nicht zu bezweifeln, dass Deutschland eine solche Anspannung nicht lange aushalten kann. Noch ein paar Monate, noch ein halbes Jahr, vielleicht ein Jährchen - und Hitlerdeutschland muss unter der Last seiner Verbrechen zusammenbrechen.

Genossen Rotarmisten und Matrosen der Roten Flotte, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen! Auf euch blickt die ganze Welt als auf die Macht, die fähig ist, die räuberischen Heerhaufen der deutschen Eindringlinge zu vernichten. Auf euch blicken die geknechteten Völker Europas, die unter das Joch der deutschen Räuber geraten sind, als auf ihre Befreier. Eine große Befreiungsmission ist euch übertragen worden. So seid denn dieser Mission würdig! Der Krieg, den ihr führt, ist ein Befreiungskrieg, ein gerechter Krieg.

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BEFEHL DES VOLKSKOMMISSARS FÜR VERTEIDIGUNG

Nr. 55

MOSKAU, 23. FEBRUAR 1942

 

Heute haben die Deutschen nicht mehr den militärischen Vorsprung, den sie infolge des wortbrüchigen und überraschenden Überfalls in den ersten Kriegsmonaten hatten. Die Momente der Überraschung und des Unerwarteten als Reserven der faschistischen deutschen Truppen sind vollständig verausgabt. Dadurch ist jene Ungleichheit in den Kampfbedingungen beseitigt, die durch die Überraschung des faschistischen deutschen Überfalls geschaffen worden war. Nunmehr wird das Schicksal des Krieges nicht durch solch ein zufälliges Moment wie das Moment der Überraschung entschieden werden, sondern durch die ständig wirkenden Faktoren: die Festigkeit des Hinterlandes, die Moral der Armee, die Quantität und Qualität der Divisionen, die Bewaffnung der Armee, die organisatorischen Fähigkeiten des Kommandobestands der Armee. Dabei ist ein Umstand hervorzuheben: es brauchte nur das Moment der Überraschung aus dem Arsenal der Deutschen zu verschwinden, damit die faschistische deutsche Armee vor einer Katastrophe stand.

Die deutschen Faschisten halten ihre Armee für unbesiegbar und versichern, ihre Armee würde in einem Kriege einer gegen einen unbedingt die Rote Armee schlagen. Jetzt führen die Rote Armee und die faschistische deutsche Armee einen Krieg einer gegen einen. Mehr noch: die faschistische deutsche Armee hat an der Front die direkte Unterstützung der Truppen Italiens, Rumäniens und Finnlands. Die Rote hat einstweilen keine solche Unterstützung. Und was sehen wir? Die vielgepriesene deutsche Armee erleidet eine Niederlage, während die Rote Armee ernste Erfolge zu verzeichnen hat. Unter den mächtigen Schlägen der Roten Armee erleiden die nach dem Westen zurückflutenden deutschen Truppen gewaltige Verluste an Menschen und Material. Sie klammern sich an jeden Abschnitt, bemüht, den Tag ihrer Niederwerfung hinauszuschieben. Die Bemühungen des Feindes sind jedoch vergeblich. Die Initiative liegt jetzt in unseren Händen, und die krampfhaften Anstrengungen der ausgeleierten, verrosteten Maschine Hitlers sind außerstande, dem Druck der Roten Armee standzuhalten. Nicht fern ist der Tag, wo die Rote Armee durch ihren mächtigen Schlag die vertierten Feinde vor Leningrad zurückwerfen, die Städte und Dörfer Bjelorußlands und der Ukraine, Litauens und Lettlands, Estlands und Kareliens von ihnen säubern, die Sowjetkrim befreien wird und wo über dem ganzen Sowjetlande von neuem siegreich die roten Fahnen wehen werden.

Der Feind erleidet Niederlagen, ist aber noch nicht zerschlagen und - umso weniger – endgültig erledigt. Der Feind ist noch stark. Er wird seine letzten Kräfte anspannen, um Erfolge zu erzielen. Und je mehr Niederlagen er erleidet, umso bestialischer wird er werden. Darum ist es notwendig, dass unser Land keinen Augenblick nachlässt in der Ausbildung von Reserven zur Unterstützung der Front. Es ist notwendig, dass immer neue Truppenteile an die Front gehen, um den Sieg über den vertierten Feind zu schmieden. Es ist notwendig, dass unsere Industrie, insbesondere unsere Kriegsindustrie, mit verdoppelter Energie arbeitet. Es ist notwendig, dass die Front mit jedem Tag immer mehr Panzer, Flugzeuge, Geschütze, Granatwerfer, Maschinengewehre, Gewehre, Maschinenpistolen und Munition erhält.

Kein deutscher Soldat kann sagen, er führe einen gerechten Krieg, denn er muss unbedingt sehen, dass er gezwungen wird, Krieg zu führen, um andere Völker auszurauben und zu unterdrücken. Der deutsche Soldat hat kein erhabenes und edles Kriegsgefühl, das ihn begeistern und auf das er stolz sein könnte. Und umgekehrt, jeder beliebige Kämpfer der Roten Armee kann mit Stolz sagen, dass er einen gerechten, einen Befreiungskrieg, einen Krieg für die Freiheit und Unabhängigkeit seines Vaterlandes führt. Die Rote Armee hat ihr edles und erhabenes Kriegsziel, das sie zu Heldentaten begeistert. Dadurch ist eigentlich auch zu erklären, dass der Vaterländische Krieg bei uns Tausende von Helden und Heldinnen hervorbringt, die bereit sind, für die Freiheit ihrer Heimat in den Tod zu gehen.

Darin besteht die Stärke der Roten Armee.

Darin besteht aber auch die Schwäche der faschistischen deutschen Armee.

In der ausländischen Presse wird manchmal darüber geschwätzt, dass die Rote Armee das Ziel habe, das deutsche Volk auszurotten und den deutschen Staat zu vernichten. Das ist natürlich eine dumme Lüge und eine törichte Verleumdung der Roten Armee. Solche idiotischen Ziele hat die Rote Armee nicht und kann sie nicht haben. Die Rote Armee setzt sich das Ziel, die deutschen Okkupanten aus unserem Lande zu vertreiben und den Sowjetboden von den faschistischen deutschen Eindringlingen zu befreien. Es ist sehr wahrscheinlich, dass der Krieg für die Befreiung des Sowjetbodens zur Vertreibung oder Vernichtung der Hitlerclique führen wird. Wir würden einen solchen Ausgang begrüßen. Es wäre aber lächerlich, die Hitlerclique mit dem deutschen Volke, mit dem deutschen Staate gleichzusetzen. Die Erfahrungen der Geschichte besagen, dass die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt.

Die Stärke der Roten Armee besteht endlich darin, dass sie keinen Rassenhass gegen andere Völker, auch nicht gegen das deutsche Volk, hegt und hegen kann, dass sie im Geiste der Gleichberechtigung aller Völker und Rassen, im Geiste der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist. Die Rassentheorie der Deutschen und die Praxis des Rassenhasses haben dazu geführt, dass alle freiheitsliebenden Völker zu Feinden des faschistischen Deutschlands geworden sind. Die Theorie der Gleichberechtigung der Rassen in der Sowjetunion und die Praxis der Achtung der Rechte anderer Völker haben dazu geführt, dass alle freiheitsliebenden Völker zu Freunden der Sowjetunion geworden sind. Darin besteht die Stärke der Roten Armee. Darin besteht aber auch die Schwäche der faschistischen deutschen Armee.

In der ausländischen Presse wird manchmal darüber geschwätzt, dass die Sowjetmenschen die Deutschen eben als Deutsche hassen, dass die Rote Armee die deutschen Soldaten eben als Deutsche, aus Hass gegen alles Deutsche, vernichtet, dass die Rote Armee darum deutsche Soldaten nicht gefangen nehme. Das ist natürlich ebenfalls eine dumme Lüge und eine törichte Verleumdung der Roten Armee. Die Rote Armee ist frei vom Gefühl des Rassenhasses. Sie ist frei von solch einem entwürdigenden Gefühl, weil sie im Geiste der Gleichberechtigung der Rassen und der Achtung der Rechte anderer Völker erzogen ist. Man darf außerdem nicht vergessen, dass in unserem Lande jede Äußerung von Rassenhass gesetzlich bestraft wird.

Gewiss ist die Rote Armee vor die Notwendigkeit gestellt, die faschistischen deutschen Okkupanten zu vernichten, da sie unsere Heimat unterjochen wollen, oder wenn sie - eingekesselt von unseren Truppen - dich weigern, die Waffen zu strecken und sich gefangenzugeben. Die Rote Armee vernichtet sie, nicht weil sie deutscher Abstammung sind, sondern weil sie unsere Heimat unterjochen wollen. Die Rote Armee, ebenso wie die Armee eines jeden andern Volkes, hat das Recht und die Pflicht, die Bedrücker ihrer Heimat, unabhängig von deren nationalen Abstammung, zu vernichten. Vor kurzem wurden in den Städten Kalinin, Klin, Suchinitschi, Andreapol und Toropez die deutschen Besatzungstruppen, die dort standen, von unseren Truppen eingekesselt; sie wurden aufgefordert, sich gefangenzugeben, und für diesen Fall wurde ihnen versprochen, ihr Leben zu schonen. Die deutschen Besatzungen lehnten es ab, die Waffen zu strecken und sich gefangenzugeben. Es ist klar, dass sie mit Gewalt hinausgeschlagen werden mussten, wobei nicht wenige Deutsche vernichtet wurden. Krieg ist Krieg. Die Rote Armee nimmt deutsche Soldaten und Offiziere, wenn sie sich ergeben, gefangen und schont ihr Leben. Die Rote Armee vernichtet deutsche Soldaten und Offiziere, wenn sie es ablehnen, die Waffen zu strecken, und wenn sie mit der Waffe in der Hand unsere Heimat zu unterjochen suchen. Man erinnere sich der Worte des großen russischen Schriftstellers Maxim Gorki: "Wenn der Feind sich nicht ergibt, wird er vernichtet."

 

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BEFEHL DES VOLKSKOMMISSARS FÜR VERTEIDIGUNG

Nr. 130

MOSKAU, 1. MAI 1942

 

 

 

Wer sind sie also, unsere Feinde, die deutschen Faschisten?

Was sind das für Leute?

Was lehrt uns in dieser Hinsicht die Erfahrung des Krieges?

Man sagt, die deutschen Faschisten seien Nationalisten, die die Unversehrtheit und Unabhängigkeit Deutschlands vor einem Anschlag anderer Staaten schützen. Das ist natürlich eine Lüge. Nur Betrüger können behaupten, dass Norwegen, Dänemark, Belgien, Holland, Griechenland, die Sowjetunion und andere freiheitsliebende Länder es auf die Unversehrtheit und Unabhängigkeit Deutschlands abgesehen hätten. In Wirklichkeit sind die deutschen Faschisten keine Nationalisten, sondern Imperialisten, die fremde Länder annektieren und ihnen das Blut aussaugen, um die deutschen Bankiers und Plutokraten- zu bereichern. Göring, ein Oberhaupt der deutschen Faschisten, ist bekanntlich selber einer der größten Bankiers und Plutokraten, der Dutzende von Betrieben ausbeutet. Hitler, Goebbels, Ribbentrop, Himmler und die anderen Machthaber des heutigen Deutschlands sind die Kettenhunde der deutschen Bankiers, die deren Interessen über alle anderen Interessen stellen. Die deutsche Armee ist in den Händen dieser Herren ein blindes Werkzeug, dazu berufen, das eigene und fremdes Blut zu vergießen, sich und andere zu Krüppeln zu machen, und das nicht um Deutschlands Interessen willen, sondern zur Bereicherung der deutschen Bankiers und Plutokraten.

Das besagt die Erfahrung des Krieges.

Man sagt, die deutschen Faschisten seien Sozialisten, bestrebt, die Interessen der Arbeiter und Bauern gegen die Plutokraten zu verteidigen. Das ist natürlich eine Lüge. Nur Betrüger können behaupten, dass die deutschen Faschisten, die in den Betrieben die Sklavenarbeit eingeführt und in den Dörfern Deutschlands und der unterworfenen Länder ein Leibeigenschaftsregime wiederhergestellt haben, Verteidiger der Arbeiter und Bauern seien. Nur abgefeimte Betrüger können leugnen, dass das von den deutschen Faschisten eingeführte Regime der Sklaverei und Leibeigenschaft den deutschen Plutokraten und Bankiers zum Vorteil gereicht und nicht den Arbeitern und Bauern. In Wirklichkeit sind die deutschen Faschisten reaktionäre Fronherren und die deutsche Armee ist eine Armee der Fronherren, die zur Bereicherung der deutschen Barone und zur Wiederherstellung der Macht der Gutsbesitzer Blut vergießt. Das besagt die Erfahrung des Krieges. Man sagt, die deutschen Faschisten seien Träger der europäischen Kultur, die Krieg führen, um diese Kultur in die anderen Länder zu tragen. Das ist natürlich eine Lüge. Nur berufsmäßige Betrüger können behaupten, dass die deutschen Faschisten, die Europa mit Galgen bedeckt haben, die die friedliche Bevölkerung ausplündern und vergewaltigen, die Städte und Dörfer niederbrennen und in die Luft sprengen und die Kulturwerte der Völker Europas zerstören, Träger der europäischen Kultur sein könnten. In Wirklichkeit sind die deutschen Faschisten Feinde der europäischen Kultur, und die deutsche Armee ist eine Armee des finstersten Mittelalters, dazu berufen, die europäische Kultur zu vernichten, um die Sklavenhalter-"Kultur" der deutschen Bankiers und Barone einzuführen. Das besagt die Erfahrung des Krieges.

Das ist das Gesicht unseres Feindes, wie es durch die Erfahrung des Krieges sich enthüllt hat und sichtbar geworden ist.

Aber die Erfahrung des Krieges beschränkt sich nicht auf diese Schlussfolgerungen. Die Erfahrung des Krieges zeigt außerdem, dass während des Krieges tiefgehende Änderungen sowohl in der Lage des faschistischen Deutschlands und seiner Armee als auch in der Lage unseres Landes und der Roten Armee eingetreten sind.

Was sind das für Änderungen?

Vor allem ist es unzweifelhaft, dass das faschistische Deutschland und seine Armee in dieser Zeit schwächer geworden sind, als sie es vor 10 Monaten waren. Der Krieg hat dem deutschen Volke große Enttäuschungen, Millionen von Menschenopfern, Hunger und Verelendung gebracht. Das Ende des Krieges ist nicht abzusehen, die Menschenreserven aber gehen zu Ende, das Erdöl geht zu Ende, die Rohstoffe gehen zu Ende. Im deutschen Volke reift immer mehr die Erkenntnis heran, dass die Niederlage Deutschlands unvermeidlich ist. Für das deutsche Volk wird es immer klarer, dass der einzige Ausweg aus der geschaffenen Lage darin besteht, Deutschland von der Abenteurerclique Hitler-Göring zu befreien.

Der Hitlersche Imperialismus hat weite Gebiete Europas besetzt, aber er hat den Widerstandswillen der europäischen Völker nicht gebrochen. Der Kampf der versklavten Völker gegen das Regime der faschistischen deutschen Räuber beginnt allgemeinen Charakter anzunehmen. In allen okkupierten Ländern ist die Sabotage in Rüstungsbetrieben, die Sprengung deutscher Versorgungslager, die Entgleisung deutscher Militärzüge, die Tötung deutscher Soldaten und Offiziere zu einer alltäglichen Erscheinung geworden. Ganz Jugoslawien und die von den Deutschen besetzten Sowjetgebiete sind von den Flammen des Partisanenkrieges erfasst. Alle diese Umstände haben zu einer Schwächung des deutschen Hinterlandes, also auch zu einer Schwächung des faschistischen Deutschlands im ganzen geführt.

Was die deutsche Armee betrifft, so ist sie trotz ihrer Hartnäckigkeit in der Verteidigung doch viel schwächer geworden, als sie es vor 10 Monaten war. Ihre alten erfahrenen Generale wie Reichenau, Brauchitsch, Todt und andere sind entweder von der Roten Armee getötet oder von der faschistischen deutschen Führerclique davongejagt worden. Ihr Bestand an Berufsoffizieren ist zum Teil von der Roten Armee aufgerieben worden, zum Teil aber hat er sich durch die an der Zivilbevölkerung verübten Plünderungen und Gewalttaten zersetzt. Ihr Mannschaftsbestand, der im Laufe der Kriegshandlungen ernst geschwächt wurde, erhält immer weniger Ersatz.

Zweitens ist es unzweifelhaft, dass unser Land in der verflossenen Kriegsperiode stärker geworden ist, als es zu Beginn des Krieges war. Nicht nur unsere Freunde, sondern auch unsere Feinde sind gezwungen anzuerkennen, dass unser Land jetzt einheitlicher und fester um seine Regierung zusammengeschlossen ist als je zuvor, dass das Hinterland und die Front unseres Landes zu einem einheitlichen Kampflager vereinigt sind, das ein und dasselbe Ziel verfolgt, dass die Sowjetmenschen im Hinterland immer mehr Gewehre und Maschinengewehre, Granatwerfer und Geschütze, Panzer und Flugzeuge, Lebensmittel und Munition für unsere Front liefern.

Was die internationalen Beziehungen unserer Heimat betrifft, so sind sie in der letzten Zeit fester und breiter geworden als je zuvor. Gegen den deutschen Imperialismus haben sich alle freiheitsliebenden Völker vereinigt. Ihr Blick ist auf die Sowjetunion gerichtet. Der heldenmütige Kampf, den die Völker unseres Landes für ihre Freiheit, Ehre und Unabhängigkeit führen, ruft bei der ganzen fortschrittlichen Menschheit Bewunderung hervor. Die Völker aller freiheitsliebenden Länder schauen auf die Sowjetunion als auf die Kraft, die fähig ist, die Welt vor der Hitlerpest zu retten. Unter diesen freiheitsliebenden Ländern nehmen den ersten Platz Großbritannien und die Vereinigten Staaten von Amerika ein, mit denen wir durch Bande der Freundschaft und des Bündnisses vereinigt sind und die unserem Lande eine immer größere Hilfe im Krieg gegen die faschistischen deutschen Eindringlinge erweisen. Alle diese Umstände besagen, dass unser Land viel stärker geworden ist.

Schließlich ist es unzweifelhaft, dass die Rote Armee in der abgelaufenen Periode organisierter und stärker geworden ist, als sie es zu Anfang des Krieges war. Nicht als Zufall zu betrachten ist die allgemein bekannte Tatsache, dass die Rote Armee nach einem zeitweiligen Rückzug, der durch den wortbrüchigen Überfall der deutschen Imperialisten verursacht worden war, einen Umschwung im Kriegsverlauf herbeigeführt hat und von der aktiven Verteidigung zur erfolgreichen Offensive gegen die feindlichen Truppen übergegangen ist. Es ist Tatsache, dass dank den Erfolgen der Roten Armee der Vaterländische Krieg in eine neue Phase eingetreten ist - in die Phase der Befreiung der Sowjetgebiete vom Hitlergeschmeiß. Gewiss, die Rote Armee ist an die Erfüllung dieser weltgeschichtlichen Aufgabe unter den schwierigen Verhältnissen eines strengen und schneereichen Winters herangegangen, aber nichtsdestoweniger hat sie große Erfolge erzielt. Nachdem die Rote Armee die Initiative in den militärischen Operationen an sich gerissen hat, brachte sie den faschistischen deutschen Truppen eine Anzahl schwerer Niederlagen bei und hat sie gezwungen, einen bedeutenden Teil des Sowjetgebiets zu räumen. Die Spekulationen der Eindringlinge, den Winter für eine Atempause ausnutzen und sich in ihrer Verteidigungslinie festsetzen zu können, sind gescheitert. Im Laufe der Offensive hat die Rote Armee eine ungeheure Menge Menschen und Material des Feindes vernichtet, dem Feind eine beträchtliche Menge technischer Kampfmittel abgenommen und ihn gezwungen, seine für die Frühjahrs- und Sommeroperationen bestimmten Reserven aus dem tiefen Hinterland vorzeitig zu verbrauchen.

 

 

* * *

 

ANTWORTEN DES GENOSSEN
J. W. STALIN

AUF DIE FRAGEN DES BERICHTERSTATTERS
DER AMERIKANISCHEN PRESSEAGENTUR
ASSOCIATED PRESS

3. Oktober 1942

 

"Wie groß ist noch die sowjetische Widerstandsfähigkeit?"

Antwort:

Ich denke, die sowjetische Widerstandsfähigkeit gegen die deutschen Räuber ist ihrer Stärke nach nicht im geringsten kleiner - wenn nicht größer - als die Fähigkeit des faschistischen Deutschlands oder irgendeiner anderen aggressiven Macht, sich die Weltherrschaft zu sichern.

 

 

* * *

 

 

DER 25. JAHRESTAG
DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN
OKTOBERREVOLUTION

6. NOVEMBER 1942

 

4. DAS KAMPFBÜNDNIS ZWISCHEN DER
SOWJETUNION, ENGLAND UND DEN
VEREINIGTEN STAATEN VON AMERIKA
GEGEN HITLERDEUTSCHLAND UND SEINE
BUNDESGENOSSEN IN EUROPA

 

Man kann es jetzt schon für unbestreitbar halten, dass es im Laufe des Krieges, der von Hitlerdeutschland den Völkern aufgezwungen wurde, zu einer tiefgehenden Scheidung der Kräfte, zur Bildung von zwei entgegengesetzten Lagern gekommen ist: dem Lager der italienisch-deutschen Koalition und dem Lager der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition.

Unbestreitbar ist ferner, dass diese zwei entgegengesetzten Koalitionen sich von zwei verschiedenen, entgegengesetzten Aktionsprogrammen leiten lassen.

Das Aktionsprogramm der italienisch-deutschen Koalition kann man durch folgende Punkte charakterisieren: Rassenhass; Herrschaft der "auserwählten" Nationen; Unterwerfung der anderen Nationen und Annexion ihrer Territorien; wirtschaftliche Versklavung der unterworfenen Nationen und Raub ihres nationalen Eigentums; Vernichtung der demokratischen Freiheiten; Aufrichtung des Hitlerregimes überall.

Das Aktionsprogramm der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition ist: Vernichtung der Rassenexklusivität; Gleichberechtigung der Nationen und Unantastbarkeit ihrer Territorien; Befreiung der unterjochten Nationen und Wiederherstellung ihrer Souveränitätsrechte; Recht jeder Nation, sich nach eigenem Gutdünken einzurichten; wirtschaftliche Hilfe für die geschädigten Nationen und deren Unterstützung zur Erlangung ihres materiellen Wohlstandes; Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten; Vernichtung des Hitlerregimes.

Das Aktionsprogramm der italienisch-deutschen Koalition hat dazu geführt, dass alle besetzten Länder Europas - Norwegen, Dänemark, Belgien, Holland, Frankreich, Polen, die Tschechoslowakei, Jugoslawien, Griechenland, die okkupierten Gebiete der Sowjetunion von Hass entflammt sind gegen die italienisch-deutsche Tyrannei, den Deutschen und ihren Bundesgenossen Schaden zufügen, wo sie nur können, und auf den geeigneten Augenblick warten, um sich an. ihren Unterdrückern zu rächen für die Erniedrigungen und Gewalttaten, die sie zu ertragen haben.

In diesem Zusammenhang ist es einer der charakteristischen Züge des gegenwärtigen Augenblicks, dass die Isolierung der italienisch-deutschen Koalition sowie die Erschöpfung ihrer moralischen, und politischen Reserven in Europa in steigendem Maße wächst, dass ihre Schwächung und Zersetzung wächst.

Das Aktionsprogramm der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition hat dazu geführt, dass alle okkupierten Länder in Europa von Sympathie für die Mitglieder dieser Koalition erfüllt und bereit sind, ihnen jede Unterstützung zu erweisen, deren sie nur fähig sind.

In diesem Zusammenhang ist es ein anderer charakteristischer Zug des gegenwärtigen Augenblicks, dass die moralischen und politischen Reserven dieser Koalition in Europa - und nicht allein in Europa - von Tag zu Tag wachsen und dass diese Koalition in steigendem Maße Millionen von Sympathisierenden gewinnt, die bereit sind, gemeinsam mit ihr gegen die Tyrannei Hitlers zu kämpfen.

Betrachtet man das Kräfteverhältnis der beiden Koalitionen vom Standpunkt der Hilfsquellen an Menschen und Material, so muss man zu dem Schluss kommen, dass wir hier eine unbestreitbare Überlegenheit auf Seiten der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition haben.

Die Frage ist nun: Ist diese Überlegenheit allein hinreichend, um den Sieg zu erringen? Gibt es doch solche Fälle, wo zwar viele Hilfsquellen vorhanden sind, sie aber so unsinnig verwendet werden, dass sich die Überlegenheit gleich Null erweist. Es ist klar, dass außer den Hilfsquellen noch die Fähigkeit notwendig ist, diese Hilfsquellen zu mobilisieren, und die Kunst, sie richtig zu verwenden. Gibt es einen Grund, an dem Vorhandensein dieses Könnens und dieser Fähigkeit bei den Männern der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition zu zweifeln? Es gibt Leute, die daran zweifeln. Aber aus welchem Grunde zweifeln sie? Seinerzeit haben die Männer dieser Koalition das Können und die Fähigkeit offenbart, die Hilfsquellen ihrer Länder zu mobilisieren und sie für die Zwecke des wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aufbaus richtig zu verwenden. Es fragt sich, welchen Grund es gibt, daran zu zweifeln, dass die Männer, die bei der Mobilisierung und Verteilung der Hilfsquellen für wirtschaftliche, kulturelle und politische Zwecke Fähigkeit und Können gezeigt haben, sich als fähig erweisen werden, dieselbe Arbeit zur Verwirklichung militärischer Ziele zu leisten? Ich glaube, es gibt keine solchen Gründe.

Man sagt, dass die englisch-sowjetisch-amerikanische Koalition alle Siegesaussichten habe und dass sie sicher siegen würde, wenn sie nicht einen organischen Mangel hätte, der geeignet wäre, sie zu schwächen und zu zersetzen. Dieser Mangel komme, meinen diese Leute, darin zum Ausdruck, dass diese Koalition aus verschiedenartigen Elementen bestehe, die nicht die gleiche Ideologie haben, und dass dieser Umstand ihnen nicht die Möglichkeit gebe, das gemeinsame Vorgehen gegen den gemeinsamen Feind zu organisieren.

Ich glaube, diese Behauptung ist falsch.

Es wäre lächerlich, den Unterschied in der Ideologie und in der Gesellschaftsordnung der Staaten zu leugnen, die der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition angehören. Aber schließt dieser Umstand die Möglichkeit und die Zweckmäßigkeit des gemeinsamen Vorgehens der Mitglieder dieser Koalition gegen den gemeinsamen Feind aus, von dem ihnen Versklavung droht? Er schließt sie zweifellos nicht aus. Mehr noch: die entstandene Gefahr diktiert den Mitgliedern der Koalition gebieterisch die Notwendigkeit des gemeinsamen Vorgehens, um die Menschheit vor dem Rückfall in Barbarei und mittelalterliche Bestialitäten zu retten. Ist etwa das Aktionsprogramm der englisch-sowjetisch-amerikanischen Koalition nicht hinreichend, um auf seiner Grundlage den gemeinsamen Kampf gegen die Hitlertyrannei zu organisieren und den Sieg über sie zu erringen? Ich glaube, es ist vollständig hinreichend.

5. UNSERE AUFGABEN

 

Der Krieg hat alle Hüllen heruntergerissen und alle Beziehungen bloßgelegt. Die Lage ist dermaßen klar geworden, dass es nichts Leichteres gibt, als unsere Aufgaben in diesem Krieg festzulegen.

In Heiner in der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" veröffentlichten Unterredung mit dem türkischen General Erkilet erklärt der Kannibale Hitler: "Wir werden Rußland vernichten, dass es sich niemals mehr erheben kann." Das ist, wie es scheint, deutlich, wenn mich ziemlich dumm. (Heiterkeit.) Eine solche Aufgabe wie die Vernichtung Deutschlands haben wir nicht, denn es ist unmöglich, Deutschland zu vernichten, so wie es unmöglich ist, Rußland zu vernichten. Aber den Hitlerstaat vernichten - das kann man und muss man. (Stürmischer Beifall.)

Unsere erste Aufgabe besteht eben darin, den Hitlerstaat und seine Inspiratoren zu vernichten. (Stürmischer Beifall.)

In derselben Unterredung mit demselben General fährt der Kannibale Hitler fort: "Wir werden den Krieg so lange fortsetzen, bis in Rußland keine organisierte militärische Kraft übrig bleibt." Das ist, wie es scheint, deutlich, wenn auch erzdumm. (Heiterkeit.) Eine solche Aufgabe wie die Vernichtung jeder organisierten militärischen Kraft in Deutschland haben wir nicht, denn jeder einigermaßen Gebildete wird verstehen, dass das in Bezug auf Deutschland ebenso wie auch in Bezug auf Rußland nicht nur unmöglich, sondern auch vom Standpunkt des Siegers unzweckmäßig ist. Aber die Hitlerarmee vernichten - das kann man und muss man . (Stürmischer Beifall.)

Unsere zweite Aufgabe besteht eben darin, die Hitlerarmee und ihre Führer zu vernichten. (Stürmischer Beifall.)

Die Hitlerschen Schurken haben es sich zur Regel gemacht, die Sowjetkriegsgefangenen zu martern, sie zu Hunderten zu morden, Tausende von ihnen eines qualvollen Hungertodes sterben zu lassen. Sie vergewaltigen und morden die Zivilbevölkerung der okkupierten Gebiete unseres Landes, Männer und Frauen, Kinder und Greise, unsere Brüder und Schwestern. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, die Bevölkerung der Ukraine, Bjelorußlands, des Baltikums, der Moldau, der Krim und des Kaukasus zu versklaven oder auszurotten. Nur gemeine Halunken und Schufte, jeder Ehre bar, auf das Niveau der Tiere gesunken, können sich schuldlosen und wehrlosen Menschen gegenüber solche Scheußlichkeiten erlauben. Aber das ist nicht alles. Sie haben Europa mit Galgen und Konzentrationslagern bedeckt. Sie haben das niederträchtige "Geiselsystem" eingeführt. Sie erschießen und hängen völlig unschuldige, als "Faustpfand" genommene Bürger, weil man irgendein deutsches Vieh daran . gehindert hat, Frauen zu vergewaltigen oder friedliche Bürger auszuplündern. Sie haben Europa in ein Völkergefängnis verwandelt. Und das nennen sie die "Neuordnung Europas". Wir kennen die Schuldigen an diesen Gemeinheiten, die Träger der "Neuordnung Europas", alle diese neugebackenen Generalgouverneure und einfachen Gouverneure, Kommandanten und Unterkommandanten. Ihre Namen sind Zehntausenden von gequälten Menschen bekannt. Diese Henker sollen wissen, dass sie der Verantwortung für ihre Verbrechen nicht entgehen und der strafenden Hand der gequälten Völker nicht entrinnen werden. Unsere dritte Aufgabe besteht darin, die verhasste "Neuordnung Europas" zu zerstören und ihre Träger zu bestrafen.

Das sind unsere Aufgaben. (Stürmischer Beifall.)

 

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BEFEHL DES VOLKSKOMMISSARS FÜR VERTEIDIGUNG

Nr. 345

MOSKAU, 7. NOVEMBER 1942

 

Die ganze Last des Krieges gegen Hitlerdeutschland und seine Helfershelfer trägt die Rote Armee. Durch ihren aufopferungsvollen Kampf gegen die faschistischen Armeen hat sie die Liebe und Achtung aller freiheitsliebenden Völker der Welt erworben. Die Kämpfer und Kommandeure der Roten Armee, die früher keine genügende Kriegserfahrung besaßen, haben gelernt, den Feind sicher zu schlagen, seine lebendigen Kräfte und sein Kriegsmaterial zu vernichten, die Pläne des Feindes zu vereiteln und unsere Städte und Dörfer gegen die fremden Unterdrücker standhaft zu verteidigen. Die heldenhaften Verteidiger von Moskau und Tula, von Odessa und Sewastopol, von Leningrad und Stalingrad gaben Beispiele grenzenloser Tapferkeit, eiserner Disziplin, der Standhaftigkeit und der Kunst zu siegen. Nach diesen Helden richtet sich unsere ganze Rote Armee. Der Feind hat bereits an seinem eigenen Leibe die Widerstandskraft der Roten Armee zu spüren bekommen. Die Stärke der vernichtenden Schläge der Roten Armee wird er noch kennen lernen.

Es ist nicht zu bezweifeln, dass die deutschen Eindringlinge sich noch in neue Abenteuer stürzen werden. Aber die Kräfte des Feindes sind schon unterhöhlt und haben ihre Grenze erreicht. Während des Krieges hat die Rote Armee mehr als 8 Millionen feindlicher Soldaten und Offiziere außer Gefecht gesetzt. Die mit Rumänen, Ungarn, Italienern und Finnen verwässerte Hitlerarmee ist jetzt bedeutend schwächer als im Sommer und Herbst 1941.

Genossen Rotarmisten, Kommandeure und politische Funktionäre, Partisanen und Partisaninnen!

Von eurer Hartnäckigkeit und Standhaftigkeit, von eurem militärischen Können und eurer Bereitschaft, eure Pflicht gegenüber der Heimat zu erfüllen, hängt die Zerschmetterung der faschistischen deutschen Armee, die Säuberung des Sowjetbodens von den Hitlerschen Eindringlingen ab!

Wir können und wir müssen den Sowjetboden von dem Hitlerschen Geschmeiß säubern.

Dazu ist erforderlich:

1. Standhaft und hartnäckig die Linie unserer Front zu verteidigen, den Feind nicht weiter vorrücken zu lassen, mit allen Kräften den Feind zu zermürben, seine lebendigen Kräfte zu vernichten und seine technischen Kampfmittel zu zerstören;

2. mit allen Mitteln die eiserne Disziplin, die strengste Ordnung und die persönliche Befehlsgewalt in unserer Armee zu festigen, die Kampfausbildung der Truppen zu vervollkommnen und den vernichtenden Schlag gegen den Feind vorzubereiten, beharrlich und zäh vorzubereiten;

3. die Flamme der Partisanen-Volksbewegung im Rücken des Feindes zu entfachen, seine rückwärtigen Einrichtungen und Dienste zu zerstören und die faschistischen deutschen Schurken auszurotten.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 95

Moskau, Kreml, 23. Februar 1943

 

Die Massenvertreibung der Feinde aus dem Sowjetland hat begonnen.

Was hat sich in diesen drei Monaten geändert? Woher diese großen Misserfolge der Deutschen? Wo liegen die Ursachen dieser Misserfolge?

Geändert hat sich das Kräfteverhältnis an der sowjetisch-deutschen Front. Es handelt sich darum, dass das faschistische Deutschland seine Kräfte immer mehr erschöpft und schwächer wird, während die Sowjetunion ihre Reserven immer mehr entfaltet und stärker wird. Die Zeit arbeitet gegen das faschistische Deutschland.

Hitlerdeutschland, das die Rüstungsindustrie Europas gezwungen hat, für Deutschland zu arbeiten, war bis in die letzte Zeit hinein an technischen Kampfmitteln, vor allem an Panzern und Flugzeugen, der Sowjetunion überlegen. Darin bestand sein Vorsprung. Doch in den 20 Monaten des Krieges hat sich die Lage geändert. Dank der aufopferungsvollen Arbeit der Arbeiter, Arbeiterinnen, Ingenieure und Techniker der Rüstungsindustrie der Sowjetunion ist während des Krieges die Produktion von Panzern, Flugzeugen und Geschützen gewachsen. In derselben Zeit hat der Feind an der sowjetisch-deutschen Front ungeheure Verluste an technischen Kampfmitteln, besonders an Panzern, Flugzeugen und Geschützen, erlitten. Allein in den drei Monaten der Offensive der Roten Armee im Winter 1942/43 haben die Deutschen mehr als 7000 Panzer, 4000 Flugzeuge, 17000 Geschütze und viele andere Waffen eingebüßt.

Gewiss, die Deutschen werden suchen, diese Verluste wettzumachen. Dies wird jedoch nicht so leicht zu bewerkstelligen sein, da der Gegner nicht wenig Zeit brauchen wird, um diese ungeheuren Verluste an technischen Kampfmitteln zu ersetzen. Die Zeit drängt aber.

Als Hitlerdeutschland den Krieg gegen die Sowjetunion anfing, verfügte es im Vergleich zur Roten Armee über eine zahlenmäßige Überlegenheit an mobilisierten und einsatzbereiten Truppen. Darin bestand sein Vorsprung. In den 20 Monaten hat sich jedoch die Lage auch auf diesem Gebiet geändert. Im Verlauf des Krieges hat die Rote Armee in Verteidigungs- und Angriffskämpfen an die 9 Millionen faschistischer deutscher Soldaten und Offiziere außer Gefecht gesetzt, davon sind nicht weniger als 4 Millionen auf dem Schlachtfeld gefallen. Völlig vernichtet wurden die rumänische, die italienische und die ungarische Armee, die von Hitler an die sowjetisch-deutsche Front geworfen worden waren. Allein in den letzten drei Monaten wurden 112 Divisionen. des Gegners von der Roten Armee zerschlagen; dabei sind mehr als 700 000 Mann gefallen und mehr als 300000 Mann gefangen genommen worden.

Gewiss wird das deutsche Oberkommando alle Maßnahmen ergreifen, um diesen ungeheuren Ausfall wettzumachen. Erstens ist aber der Mangel an Menschenreserven der schwache Punkt der deutschen Armeen, so dass man nicht weiß, aus welchen Quellen dieser Ausfall gedeckt werden soll. Zweitens, selbst wenn man annimmt, dass die Deutschen auf allen geraden und krummen Wegen die nötige Menge von Menschen zusammenkratzen, werden sie nicht wenig Zeit brauchen, um sie zu sammeln und auszubilden. Die Zeit drängt aber.

Als die Hitlerarmee in den Krieg gegen die Sowjetunion eintrat, hatte sie eine fast zweijährige Erfahrung in der Führung umfangreicher Kriegsoperationen in Europa unter Anwendung der neuesten Kriegsmittel, während die Rote Armee natürlicherweise in der ersten Periode des Krieges diese Kriegserfahrung noch nicht hatte und auch nicht haben konnte. Darin bestand der Vorsprung der faschistischen deutschen Armee. In den 20 Monaten hat sich jedoch die Lage auch auf diesem Gebiet geändert. Im Verlaufe des Krieges wurde die Rote Armee zu einer kampferfahrenen Armee, sie lernte es den Feind unfehlbar zu schlagen unter Berücksichtigung seiner schwachen und starken Seiten, wie es die moderne Kriegswissenschaft fordert. Hunderttausende und Millionen von Kämpfern der Roten Armee wurden zu Meistern ihrer Waffe - des Gewehrs, des Säbels, des Maschinengewehrs, der Artillerie, des Granatwerfers, der Panzerwaffe, des Pionier- und Flugwesens. Zehntausende von Kommandeuren der Roten Armee wurden zu Meistern der Truppenführung. Sie lernten es, persönlichen Wagemut und Kühnheit zu vereinen mit der Kunst, die Truppen auf dem Schlachtfelde zu führen. Sie machten sich von der törichten und schädlichen Taktik der zusammenhängenden Linien frei und stellten sieh fest auf den Boden der Taktik des Manövrierens. .

Man darf es nicht als Zufall betrachten, dass das Oberkommando der Roten Armee nicht nur den Sowjetboden vom Feind befreit, sondern auch den Feind nicht lebend von unserem Boden entkommen lässt und gewaltige Operationen zur Einkesselung und Liquidierung der feindlichen Armeen durchführt, die als Musterbeispiel der Kriegskunst gelten können. Das ist unzweifelhaft ein Zeichen der Reife unserer Kommandeure.

Es kann nicht bezweifelt werden, dass nur die richtige Strategie des Oberkommandos der Roten Armee und die elastische Taktik unserer ausführenden Kommandeure zu einer so hervorragenden Tatsache führen konnten wie der Einkesselung und Liquidierung der gewaltigen 330000 Mann starken Elitearmee der Deutschen bei Stalingrad.

Bei den Deutschen ist in dieser Beziehung bei weitem nicht alles zum Besten bestellt. Ihre Strategie ist fehlerhaft, denn sie unterschätzt in der Regel die Kräfte und Möglichkeiten des Gegners und überschätzt die eigenen Kräfte. Ihre Taktik ist schablonenhaft, denn sie ist bestrebt, die Ereignisse an der Front mit dem Maße dieses oder jenes Paragraphen der Dienstvorschrift zu messen. Die Deutschen sind in ihren Operationen pünktlich und genau, wenn die Lage es gestattet, den Forderungen der Dienstvorschrift nachzukommen. Darin liegt ihre Stärke. Die Deutschen werden hilflos, sobald die Lage kompliziert wird und diesem oder jenem Paragraphen der Dienstvorschrift "nicht mehr entspricht", sondern einen selbständigen Entschluss erheischt, der in der Dienstvorschrift nicht vorgesehen ist. Darin liegt ihre Hauptschwäche.

Das sind die Ursachen, die zur Niederlage der deutschen Truppen und zu den Erfolgen der Roten Armee in den letzten drei Monaten geführt haben.

Daraus folgt jedoch nicht, dass es mit der Hitlerarmee aus ist und dass der Roten Armee nur noch übrig bleibt, sie bis zu den westlichen Grenzen unseres Landes zu verfolgen. So denken würde bedeuten, sich einer unklugen und schädlichen Selbsttäuschung hinzugeben. So denken würde bedeuten, die eigenen Kräfte zu überschätzen, die Kräfte des Gegners zu unterschätzen und in eine Abenteurerpolitik zu verfallen. Der Feind hat eine Niederlage erlitten, ist aber noch nicht besiegt. Die faschistische deutsche Armee macht infolge der ihr von der Roten Armee versetzten Schläge eine Krise durch; das bedeutet aber noch nicht, dass sie sich nicht erholen kann. Der Kampf gegen die deutschen Eindringlinge ist noch nicht zu Ende, er kommt erst zur Entfaltung, er entflammt erst. Es wäre töricht, anzunehmen, dass die Deutschen auch nur einen Kilometer unseres Bodens ohne Kampf aufgeben werden.

Der Roten Armee steht ein harter Kampf gegen einen heimtückischen, grausamen und vorläufig noch starken Feind bevor. Dieser Kampf erfordert Zeit, Opfer, die Anspannung unserer Kräfte und die Mobilisierung aller unserer Möglichkeiten. Wir haben begonnen, die Sowjetukraine vom deutschen Joch zu befreien, aber Millionen Ukrainer schmachten noch unter dem Joch der deutschen Unterdrücker. In Bjelorußland, Litauen, Lettland, Estland, in der Moldau, der Krim, in Karelien wirtschaften vorläufig noch die deutschen Okkupanten und ihre Handlanger. Den feindlichen Armeen wurden wuchtige Schläge versetzt, aber der Feind ist noch nicht besiegt. Die deutschen Eindringlinge leisten wütenden Widerstand, gehen zu Gegenangriffen über, suchen sich in Verteidigungsstellungen festzusetzen und werden sich möglicherweise in neue Abenteuer stürzen. Aus diesem Grunde darf es in unseren Reihen für sorglose Gelassenheit und Überheblichkeit keinen Raum geben.

Das ganze Sowjetvolk freut sich über die Siege der Roten Armee. Aber die Kämpfer, Kommandeure und politischen Funktionäre der Roten Armee müssen stets der Gebote unseres Lehrers Lenin eingedenk sein: "Erstens darf man sich von einem Sieg nicht hinreißen lassen und nicht überheblich werden, zweitens muss man den Sieg verankern, und drittens gilt es, den Gegner endgültig zu schlagen."

Zur Befreiung unserer Heimat vom verhassten Feind, zum endgültigen Sieg über die faschistischen deutschen Okkupanten

BEFEHLE ICH:

1. Unermüdlich ist die Kampfausbildung zu vervollkommnen und die Disziplin, Ordnung und Organisation in der gesamten Roten Armee und in der Kriegsmarine zu festigen.

2. Die Schläge gegen die feindlichen Truppen sind zu verstärken. Unermüdlich und hartnäckig ist der Feind zu verfolgen, ihm ist keine Möglichkeit zu geben, sich in Verteidigungsstellungen festzusetzen, ihm ist weder Tag noch Nacht Ruhe zu lassen; die Verbindungswege des Feindes sind zu unterbrechen, die feindlichen Truppen einzukesseln und zu vernichten, falls sie sich weigern, die Waffen zu strecken.

3. Die Flamme des Partisanenkampfes im Rücken des Feindes ist noch stärker zu entfachen, die Verbindungswege des Feindes sind zu zerstören, die Eisenbahnbrücken zu sprengen, die Beförderung von feindlichen Truppen sowie die Zufuhr von Waffen und Munition zu vereiteln, die Heereslager zu sprengen und in Brand zu stecken, die feindlichen Besatzungen zu überfallen; dem zurückweichenden Feind ist nicht die Möglichkeit zu geben, unsere Dörfer und Städte niederzubrennen; mit allen Kräften, mit allen Mitteln ist der angreifenden Roten Armee zu helfen.

Darin liegt das Unterpfand unseres Sieges.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 195

MOSKAU, 1. MAI 1943

 

Die Krise im Lager der Faschisten findet ihren Ausdruck vor allem darin, dass der Feind gezwungen war, offen von seiner ursprünglichen Einstellung auf den Blitzkrieg abzurücken. Jetzt ist es im Lager der Feinde schon nicht mehr Mode, vom Blitzkrieg zu reden - das geschwätzige Geschrei vom Blitzkrieg ist von einem niedergeschlagenen Gejammer über die Unvermeidlichkeit eines langwierigen Krieges abgelöst. Wenn früher das faschistische deutsche Oberkommando sich mit seiner Taktik der blitzartigen Offensive brüstete, so ist jetzt diese Taktik beiseite geworfen, und die deutschen Faschisten prahlen nicht mehr damit, dass sie einen blitzartigen Angriff durchgeführt haben oder durchzuführen gedenken, sondern damit, dass es ihnen gelungen ist, dem umfassenden Schlag der englischen Truppen in Nordafrika oder der Einkesselung durch die Sowjettruppen im Raum von Demjansk geschickt zu entwischen. In der faschistischen Presse wimmelt es von prahlerischen Meldungen darüber, dass es den deutschen Truppen gelungen sei, von der Front auszureißen und ein neues Stalingrad an diesem oder jenem Abschnitt der Ostfront oder der Front in Tunis zu vermeiden. Das ist offenbar alles, womit die Hitlerschen Strategen sich noch brüsten können.

Die Krise im Lager der Faschisten findet zweitens ihren Ausdruck darin, dass die Faschisten immer häufiger von Frieden zu reden beginnen. Urteilt man nach den Meldungen der Auslandspresse, so kann man den Schluss ziehen, die Deutschen möchten zum Frieden mit England und den Vereinigten Staaten von Amerika kommen, vorausgesetzt, dass diese sich von der Sowjetunion trennen, oder, umgekehrt, sie möchten zum Frieden mit der Sowjetunion kommen, vorausgesetzt, dass diese sich von England und den Vereinigten Staaten von Amerika trennt. Wortbrüchig bis aufs Mark der Knochen, haben die deutschen Imperialisten die Stirn, die Verbündeten an ihrer eigenen Elle zu messen, wobei sie annehmen, dass ihnen einer der Verbündeten auf den Leim gehen würde. Es ist klar, dass die Deutschen nicht darum über Frieden schwatzen, weil es ihnen gut geht. Das Friedensgeschwätz im Lager der Faschisten spricht lediglich dafür, dass sie eine schwere Krise durchmachen. Aber wie kann die Rede sein von einem Frieden mit den imperialistischen Räubern aus dem faschistischen deutschen Lager, die Europa mit Blut getränkt und mit Galgen bedeckt haben? Ist es denn nicht klar, dass einzig und allein die völlige Zerschmetterung der Hitlerarmeen und die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands Europa zum Frieden führen können? Schwatzen die deutschen Faschisten nicht etwa darum über Frieden, weil sie das Herannahen der kommenden Katastrophe fühlen?

Das faschistische deutsch-italienische Lager macht eine schwere Krise durch und steht vor seiner Katastrophe.

Das bedeutet natürlich noch nicht, dass die Katastrophe Hitlerdeutschlands bereits eingetreten ist. Das bedeutet es keineswegs. Hitlerdeutschland und seine Armee sind erschüttert und machen eine Krise durch, aber sie sind noch nicht geschlagen. Es wäre naiv zu glauben, die Katastrophe würde von selbst, spontan eintreten. Es bedarf noch zweier, dreier solch wuchtiger Schläge von Westen und von Osten her, wie sie der Hitlerarmee in den letzten fünf, sechs Monaten versetzt worden sind, damit die Katastrophe Hitlerdeutschlands zur Tatsache wird.

Darum steht den Völkern der Sowjetunion und ihrer Roten Armee sowie unseren Verbündeten und ihren Armeen noch ein harter und schwerer Kampf um den vollständigen Sieg über die Hitlerschen Unmenschen bevor. Dieser Kampf wird von ihnen große Opfer, gewaltige Ausdauer und eiserne Standhaftigkeit erfordern. Sie müssen all ihre Kräfte und Möglichkeiten mobilisieren, um den Feind zu schlagen und dadurch den Weg zum Frieden zu bahnen.

Es ist notwendig, dass unser ganzes Volk und alle Institutionen im Hinterland harmonisch und präzise arbeiten wie ein gutes Uhrwerk. Denken wir an das Gebot des großen Lenin: "Ist der Krieg einmal unvermeidlich geworden, dann alles für den Krieg! - und die kleinste Schlamperei und der geringste Mangel an Tatkraft müssen nach den Gesetzen der Kriegszeit bestraft werden."

Als Antwort auf das Vertrauen und die Fürsorge des Volkes muss die Rote Armee den Feind noch kräftiger schlagen, schonungslos die deutschen Eindringlinge vernichten und sie, ohne haltzumachen, vom Sowjetboden vertreiben. Im Laufe des Krieges hat die Rote Armee reiche militärische Erfahrungen erworben. Hunderttausende von Kämpfern meistern ihre Waffe schon bis zur Vollkommenheit. Viele Kommandeure haben gelernt, die Truppen auf dem Schlachtfeld geschickt zu führen. Es wäre jedoch unvernünftig, sich dabei zu beruhigen. Die Kämpfer müssen lernen, ihre Waffe gut zu handhaben, die Kommandeure müssen Meister der Kampfführung werden. Aber auch das ist wenig. Im Kriegswesen, und umso mehr in einem Krieg wie dem heutigen, darf man nicht auf der Stelle treten. Im Kriegswesen stehen bleiben heißt zurückbleiben. Wer aber zurückbleibt, wird bekanntlich geschlagen. Darum besteht jetzt die Hauptsache darin, dass die ganze Rote Armee von Tag zu Tag ihre Kampfausbildung vervollkommnet, dass sämtliche Kommandeure und Kämpfer der Roten Armee die Erfahrungen des Krieges studieren und so zu kämpfen lernen, wie es die Sache des Sieges erfordert.

BEFEHLE ICH:

1. Alle Kämpfer - Infanteristen, Granatwerferschützen, Artilleristen, Panzermänner, Flieger, Pioniere, Nachrichtenleute, Kavalleristen - haben unermüdlich ihre Kampfmeisterschaft zu vervollkommnen, die Befehle der Kommandeure und die Dienstvorschriften und -anweisungen genau zu erfüllen, unverbrüchlich Disziplin zu halten und Organisiertheit und Ordnung zu wahren.

2. Die Kommandeure aller Waffengattungen und die höheren Truppenführer müssen zu Meistern der Truppenführung werden; geschickt das Zusammenwirken aller Waffengattungen organisieren und sie im Kampf führen; den Gegner studieren, die Aufklärung - dieses Auge und Ohr der Armee - verbessern und dessen eingedenk sein, dass sonst der Feind nicht sicher zu schlagen ist. Die Arbeitskultur der Truppenstäbe ist zu erhöhen, und es muss erreicht werden, dass die Stäbe der Truppenteile und -verbände der Roten Armee zu mustergültigen Organen der Truppenführung werden; die Arbeit der rückwärtigen militärischen Dienste ist auf das Niveau der Forderungen zu heben, die der moderne Krieg stellt; es muss fest im Auge behalten werden, dass der Ausgang der Kampfhandlungen von der vollständigen und rechtzeitigen Versorgung der Truppen mit Munition, Ausrüstung und Verpflegung abhängt.

3. Die ganze Rote Armee muss die Erfolge der Winterkämpfe befestigen und ausbauen, sie darf dem Feinde keinen Zollbreit unseres Bodens abtreten, sie muss gerüstet sein für die entscheidenden Schlachten mit den faschistischen deutschen Okkupanten; muss in der Verteidigung die den Kämpfern unserer Armee eigene Zähigkeit und Standhaftigkeit an den Tag legen. Beim Angriff ist Entschlossenheit zu beweisen; das richtige Zusammenwirken der Truppen, kühnes Manövrieren auf dem Schlachtfeld bis zur Einkesselung und Vernichtung des Gegners ist sicherzustellen.

4. Die Partisanen und Partisaninnen müssen den rückwärtigen Einrichtungen und Diensten des Feindes, den Verkehrswegen, den Versorgungslagern, Stäben und Betrieben des Gegners wuchtige Schläge versetzen und die Nachrichtenverbindungen des Gegners zerstören; die breiten Schichten der Sowjetbevölkerung in den vom Feinde besetzten Gebieten in den kollektiven Befreiungskampf einbeziehen und dadurch die Sowjetbürger vor der Verschleppung in die Sklaverei nach Deutschland und vor der Ausrottung durch die Hitlerschen Bestien bewahren; das Blut und die Tränen unserer Frauen und Kinder, Mütter und Väter, Brüder und Schwestern an den deutschen Eindringlingen erbarmungslos rächen; mit allen Kräften der Roten Armee in ihrem Kampf gegen die niederträchtigen Hitlerschen Unterdrücker helfen.

 

 

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DER 26. JAHRESTAG
DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN
OKTOBERREVOLUTION

6. NOVEMBER 1943

 

 

1. DAS JAHR DES GRUNDLEGENDEN
UMSCHWUNGS IM KRIEGSVERLAUF

 

Das abgelaufene Jahr - vom 25. bis zum 26. Jahrestag der Oktoberrevolution - ist das Jahr des Umschwungs im Vaterländischen Krieg.

Dieses Jahr war das Jahr des Umschwungs vor allem deshalb, weil es der Roten Armee in diesem Jahr zum ersten Mal seit Beginn des Krieges gelungen ist, eine große Sommeroffensive gegen die deutschen Truppen durchzuführen, wobei die faschistischen deutschen Truppen unter den Schlägen unserer Truppen gezwungen wurden, von ihnen besetzte Gebiete in aller Eile zu räumen, sich nicht selten durch Flucht vor der Einkesselung zu retten und auf dem Schlachtfeld eine große Menge Kriegsmaterial, Lager mit Heeresgut und Munition sowie ihre verwundeten Soldaten und Offiziere im Stich zu lassen.

Die Deutschen glaubten nicht an die Dauerhaftigkeit ihrer früheren Erfolge an der sowjetisch-deutschen Front und bauten während einer längeren Zeit im Voraus mächtige Verteidigungsgürtel, besonders an den großen Flüssen.

Heute ist die faschistische deutsche Armee schon nicht mehr das, was sie zu Beginn des Krieges war. Hatte sie zu Beginn des Krieges eine genügende Menge erfahrener Kader, so ist sie heute verwässert mit neugebackenen jungen unerfahrenen Offizieren, die von den Deutschen in aller Eile an die Front geworfen werden, da sie weder die nötigen Reserven an Offizieren haben noch die Zeit, um sie auszubilden.

Ein ganz anderes Bild bietet jetzt die Rote Armee. Ihre Kader sind in den erfolgreichen Offensivkämpfen des abgelaufenen Jahres gewachsen und stahlhart geworden. Die Zahl ihrer kampferprobten Kader wächst und wird weiter wachsen, da das Vorhandensein der notwendigen Offiziersreserven ihr die Zeit und die Möglichkeit gibt, die jungen Offizierskader zu schulen und sie auf verantwortliche Posten zu stellen.

Rein militärisch gesehen war die Niederlage der deutschen Truppen an unserer Front gegen Ende dieses Jahres schon durch zwei Ereignisse von größter Bedeutung entschieden: die Schlacht bei Stalingrad lind die Schlacht bei Kursk.

Die Schlacht bei Stalingrad endete mit der Einkesselung einer 300 000 Mann starken deutschen Armee, mit ihrer Zerschmetterung und mit der Gefangennahme von etwa einem Drittel der eingekesselten Truppen. Um eine Vorstellung zu haben von dem Ausmaß dieser in der Geschichte beispiellosen Riesenschlacht, die sich auf den Feldern von Stalingrad abspielte, muss man wissen, dass nach Abschluss der Stalingrader Schlacht die Leichen von 147200 gefallenen deutschen Soldaten und Offizieren und von 46700 gefallenen Sowjetsoldaten und -Offizieren geborgen und bestattet wurden. Bei Stalingrad ging der Stern der faschistischen deutschen Armee unter. Nach der blutigen Schlacht von Stalingrad konnten sich die Deutschen bekanntlich nicht mehr erholen.

Was die Schlacht bei Kursk betrifft, so endete diese mit der Zerschmetterung der zwei angreifenden Hauptgruppen der faschistischen deutschen Armee und mit dem Übergang unserer Truppen zu einer Gegenoffensive, die sich dann zur mächtigen Sommeroffensive der Roten Armee auswuchs. Die Schlacht bei Kursk begann mit der Offensive der Deutschen gegen Kursk vom Norden und Süden her. Das war der letzte Versuch der Deutschen, eine große Sommeroffensive durchzuführen und im Falle ihres Erfolges das Verlorene wieder einzubringen. Die Offensive endete bekanntlich mit einem Fiasko. Die Rote Armee schlug nicht nur die Offensive der Deutschen zurück, sondern ging selbst zur Offensive über und warf im Laufe des Sommers in einer Reihe von aufeinander folgenden Schlägen die faschistischen deutschen Truppen über den Dnjepr zurück.

Die Deutschen hofften, im Sommer dieses Jahres an der sowjetisch-deutschen Front eine erfolgreiche Offensive unternehmen zu können, um das Verlorene wiederzugewinnen und ihr erschüttertes Ansehen in Europa zu heben. Aber die Rote Armee hat die Hoffnungen der Deutschen über den Haufen geworfen. Sie hat ihre Offensive zurückgeschlagen, ist selbst zur Offensive übergegangen, hat die Deutschen nach Westen getrieben und damit das Ansehen der deutschen Waffen in den Staub getreten.

Die Deutschen hofften, auf einen langwierigen Krieg Kurs nehmen zu können. Sie begannen Verteidigungslinien und "Wälle" zu bauen und verkündeten vor aller Welt, dass ihre neuen Stellungen unbezwingbar wären. Aber die Rote Armee hat auch hier die Pläne der Deutschen über den Haufen geworfen, sie hat ihre Linien und "Wälle", durchbrochen, sie greift erfolgreich weiter an und gibt ihnen nicht die Zeit, den Krieg in die Länge zu ziehen.

Die Deutschen hofften, die Lage an der Front mit Hilfe der "totalen" Mobilisierung wieder einzurenken. Aber die Ereignisse haben auch hier die Pläne der Deutschen über den Haufen geworfen. Der Sommerfeldzug hat schon zwei Drittel der "Totalmobilisierten" verschlungen, aber es ist nichts davon zu merken, dass dieser Umstand in der Lage der faschistischen deutschen Armee irgendeine Besserung herbeigeführt hätte. Möglicherweise wird eine zweite "totale" Mobilisierung verkündet werden müssen. Dabei liegt aber gar kein Grund zu der Annahme vor, dass die Wiederholung einer derartigen Maßnahme nicht zum "totalen" Zusammenbruch eines gewissen Staates führen wird. (Stürmischer Beifall.)

Die Deutschen hofften, die Ukraine fest behaupten zu können, um die landwirtschaftlichen "Erzeugnisse der Ukraine für ihre Armee und ihre Bevölkerung auszunutzen, die Donezkohle aber für die Betriebe und Eisenbahnen, die die deutsche Armee versorgen. Sie haben sich jedoch auch hier verrechnet. Durch die erfolgreiche Offensive der Roten Armee haben die Deutschen nicht nur die Donezkohle verloren, sondern auch die reichsten Getreidegebiete der Ukraine. Dabei liegt kein Grund zu der Annahme vor, dass sie in der nächsten Zeit nicht auch den übrigen Teil der Ukraine verlieren werden. (Stürmischer Beifall.)

Es ist begreiflich, dass alle diese Fehlrechnungen die wirtschaftliche, militärische und politische Lage des faschistischen Deutschlands verschlechtern mussten und auch tatsächlich von Grund aus verschlechtert haben.

Das faschistische Deutschland macht eine schwere Krise durch. Es steht vor der Katastrophe.

 

2. DAS GANZE VOLK HILFT DER FRONT

 

Es ist allbekannt, dass die Hitlerfaschisten im Krieg gegen die Sowjetunion nicht nur über die stark entwickelte Industrie Deutschlands verfügten, sondern auch über die ziemlich leistungsfähige Industrie der Vasallenländer und der okkupierten Länder. Und trotzdem konnten die Hitlerfaschisten die zahlenmäßige Überlegenheit an technischen Kampfmitteln, wie sie sie zu Beginn des Krieges gegen die Sowjetunion besaßen, nicht behaupten. Wenn heute die einstige zahlenmäßige Überlegenheit des Feindes an Panzern, Flugzeugen, Granatwerfern und Maschinenpistolen geschwunden ist, wenn unsere Armee heute keinen nennenswerten Mangel an Waffen, Munition und Ausrüstung empfindet, so muss man darin vor allem das Verdienst unserer Arbeiterklasse sehen. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Bekanntlich war unser Land durch den Einfall der faschistischen Heerhaufen zeitweilig der wichtigen landwirtschaftlichen Gebiete der Ukraine, des Don- und des Kubangebietes beraubt. Und trotzdem versorgten unsere Kollektivwirtschaften und Sowjetgüter ohne nennenswerte Störungen die Armee und das Land mit Lebensmitteln. Gewiss, ohne die Kollektivwirtschaftsordnung, ohne die aufopfernde Arbeit der Kollektivbauern und Kollektivbäuerinnen hätten wir diese äußerst schwierige Aufgabe nicht bewältigen können. Leidet unsere Armee im dritten Jahre des Krieges keinen Mangel an Lebensmitteln, wird unsere Bevölkerung mit Lebensmitteln und unsere Industrie mit Rohstoffen versorgt, so ist das ein Ausdruck der Kraft und Lebensfähigkeit der Kollektivwirtschaftsordnung, des Patriotismus der Kollektivbauernschaft. (Lang anhaltender Beifall.)

Eine große Rolle hat bei der Hilfeleistung für die Front unser Verkehrswesen gespielt, vor allem, die Eisenbahnen, aber auch der Fluss-, See- und Kraftwagenverkehr. Das Verkehrswesen ist bekanntlich das wichtigste Verbindungsmittel zwischen Hinterland und Front. Man kann eine große Menge Waffen und Munition erzeugen, wenn sie aber nicht mit Hilfe des Verkehrswesens rechtzeitig der Front zugestellt werden, können sie für die Front wertlos bleiben. Man muss sagen, dass für den rechtzeitigen Nachschub von Waffen, Munition und Proviant, Ausrüstung usw. an die Front die Rolle des Verkehrswesens entscheidend ist. Und wenn es uns ungeachtet der Schwierigkeiten der Kriegszeit und des Mangels an Treibstoff dennoch gelungen ist, die Front mit allem Notwendigen zu versorgen, so muss man darin vor allem das Verdienst unserer Verkehrsarbeiter und -angestellten anerkennen. (Lang anhaltender Beifall.)

Auch unsere Intelligenz bleibt bei der Hilfeleistung für die Front nicht hinter der Arbeiterklasse und der Bauernschaft zurück. Die Sowjetintelligenz arbeitet hingebungsvoll für die Verteidigung unseres Landes. Sie vervollkommnet ununterbrochen die Bewaffnung der Roten Armee, die Technik und die Organisation der Produktion. Sie hilft den Arbeitern und den Kollektivbauern, die Industrie und die Landwirtschaft zu heben, sie bringt unter den Verhältnissen des Krieges die Sowjetwissenschaft und -kultur weiter voran.

Das gereicht unserer Intelligenz zur Ehre. (Lang anhaltender Beifall.)

Alle Völker der Sowjetunion haben sich einmütig zur Verteidigung ihrer Heimat erhoben; sie betrachten mit Recht diesen Vaterländischen Krieg als gemeinsame Sache aller Werktätigen, ohne Unterschied der Nationalität und des Glaubensbekenntnisses. Heute sehen schon die Hitlerschen Politiker selbst, wie bodenlos dumm ihre Spekulationen auf Entzweiung der Völker der Sowjetunion und Zusammenstöße zwischen ihnen waren. Die Freundschaft zwischen den Völkern unseres Landes hat allen Schwierigkeiten und Prüfungen des Krieges standgehalten und ist im gemeinsamen Kampf aller Sowjetmenschen gegen die faschistischen Okkupanten noch mehr gestählt worden.

Darin liegt eine Kraftquelle der Sowjetunion. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Ebenso wie in den Jahren des friedlichen Aufbaus ist auch in den Tagen des Krieges die Partei Lenins, die Partei der Bolschewiki, die führende und richtunggebende Kraft des Sowjetvolkes. Keine einzige Partei genoss und genießt eine solche Autorität unter den Volksmassen wie unsere bolschewistische Partei. Das ist auch verständlich. Unter der Führung der Partei der Bolschewiki haben die Arbeiter, die Bauern und die Intellektuellen unseres Landes die Freiheit errungen und die sozialistische Gesellschaft errichtet. In den Tagen des Vaterländischen Krieges steht die Partei vor uns als der Inspirator und Organisator des allgemeinen Volkskampfes gegen die faschistischen Okkupanten. Durch die Organisationsarbeit der Partei wurden alle Anstrengungen der Sowjetmenschen in eins zusammengefasst und auf das gemeinsame Ziel gelenkt, alle unsere Kräfte und Mittel der Zerschmetterung des Feindes dienstbar gemacht. Während des Krieges ist die Partei noch mehr mit dem Volk verwachsen, hat sich noch fester mit den breiten Massen der Werktätigen verbunden.

Darin liegt eine Kraftquelle unseres Staates. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Dieser Krieg hat mit aller Kraft das bekannte Wort Lenins bestätigt, dass der Krieg eine allseitige Prüfung aller materiellen und geistigen Kräfte eines jeden Volkes ist. Die Geschichte der Kriege lehrt, dass nur diejenigen Staaten diese Prüfung bestanden, die sich im Verlauf des ganzen Krieges in der Entwicklung und Organisation der Wirtschaft, in der Erfahrung, in der Meisterschaft und im Kampfgeist ihrer Truppen, in der Ausdauer und Einheit des Volkes als stärker erwiesen haben als der Gegner. Ein solcher Staat ist gerade unser Staat.

Der Sowjetstaat war noch nie so fest und unerschütterlich wie jetzt, im dritten Jahre des Vaterländischen Krieges. Die Lehren des Krieges zeugen davon, dass die Sowjetordnung sich nicht nur in den Jahren des friedlichen Aufbaus als die beste Organisationsform für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg des Landes erwiesen hat, sondern auch als die beste Form für die Mobilisierung aller Kräfte des Volkes zur Abwehr des Feindes in Kriegszeiten. Die vor 26 Jahren errichtete Sowjetmacht hat unser Land in einer kurzen historischen Frist zu einer unüberwindlichen Festung gemacht. Die Rote Armee hat von allen Armeen der Welt das festeste und zuverlässigste Hinterland.

Darin liegt eine Kraftquelle der Sowjetunion. (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

Es steht außer Zweifel, dass der Sowjetstaat aus dem Kriege stark und noch mehr gefestigt hervorgehen wird. Die deutschen Eindringlinge zerstören und verwüsten unsere Gebiete, da sie es darauf abgesehen haben, die Macht unseres Staates zu untergraben. Die Offensive der Roten Armee hat in noch größerem Umfange als bisher die Barbarei und das Banditentum der Hitlerarmee enthüllt. Die Deutschen haben in den von ihnen besetzten Gebieten Hunderttausende unserer friedlichen Bürger ausgerottet. Wie die mittelalterlichen Barbaren oder die Horden Attilas zerstampfen die deutschen Missetäter die Felder, brennen Dörfer und Städte nieder, zerstören Industriebetriebe und Kulturstätten. Die Untaten der Deutschen legen Zeugnis ab von der Schwäche der faschistischen Okkupanten, denn so handeln nur Glücksritter, die selbst nicht an ihren Sieg glauben. Und je hoffnungsloser die Lage der Hitlerfaschisten wird, desto hemmungsloser sind sie in ihren Bestialitäten und Räubereien. Unser Volk wird den deutschen Unmenschen diese Verbrechen nicht verzeihen. Wir werden die deutschen Verbrecher zwingen, Rede und Antwort zu stehen für alle ihre Untaten! (Stürmischer, lang anhaltender Beifall.)

In den Gebieten, wo die faschistischen Pogromhelden vorübergehend gehaust haben, stehen wir vor der Aufgabe, die zerstörten Städte und Dörfer, die Industrie, das Verkehrswesen, die Landwirtschaft und die Kulturstätten wiederaufzubauen, um für die von der faschistischen Sklaverei erlösten Sowjetmenschen normale Lebensbedingungen zu schaffen. Schon ist die Arbeit zur Wiederherstellung der Wirtschaft und Kultur in den aus der Gewalt des Feindes befreiten Gebieten in vollem Gange. Aber das ist nur der Anfang. Wir müssen die Folgen des Hausens der Deutschen in den von der deutschen Okkupation befreiten Gebieten restlos überwinden. Das ist eine große Aufgabe des ganzen Volkes. Wir können und müssen diese schwere Aufgabe in kurzer Zeit bewältigen.

 

3. FESTIGUNG DER ANTI-HITLER-KOALITION.
ZERFALL DES FASCHISTISCHEN BLOCKS

 

Das abgelaufene Jahr war das Jahr des Umschwungs nicht nur im Vaterländischen Krieg der Sowjetunion, sondern auch im ganzen Weltkrieg.

Die Veränderungen, die in diesem Jahr in der militärischen und außenpolitischen Lage vor sich gegangen sind, gestalteten sich zugunsten der Sowjetunion und der ihr befreundeten verbündeten Länder, zum Nachteil Deutschlands und seiner räuberischen Spießgesellen in Europa.

Jetzt ist es schon für alle offensichtlich, dass die Hitlerclique durch die Entfesselung dieses .Krieges Deutschland und seine Trabanten in eine ausweglose Sackgasse geführt hat. Die Niederlagen der faschistischen Truppen an der sowjetisch-deutschen Front und die Schläge unserer Verbündeten gegen die italienisch-deutschen Truppen haben das ganze Gebäude des faschistischen Blocks ins Wanken gebracht, und jetzt zerfällt es vor unseren Augen.

Italien ist unwiderruflich aus der Hitlerkoalition heraus gefallen. Mussolini kann daran nichts ändern, denn er ist im Grunde genommen ein Gefangener der Deutschen. Jetzt sind die anderen Partner der Koalition an der Reihe. Finnland, Ungarn, Rumänien und die anderen Vasallen Hitlers haben jetzt, entmutigt durch die militärischen Niederlagen Deutschlands, schon endgültig den Glauben an einen für sie günstigen Ausgang des Krieges verloren und machen sich Sorgen darüber, wie sie aus dem Sumpf herauskommen sollen, in den Hitler sie gebracht hat. Die räuberischen Spießgesellen Hitlerdeutschlands, vor kurzem noch gefügige Kreaturen ihres Gebieters, tragen jetzt, da die Zeit gekommen ist, sich für ihre Räubereien zu verantworten, kein anderes Verlangen, als sich seitwärts in die Büsche zu schlagen, und suchen nach einem geeigneten Moment, um unbemerkt aus der Räuberbande zu entwischen. (Heiterkeit.)

Als die Partner des Hitlerblocks in den Krieg eintraten, rechneten sie auf einen raschen Sieg. Sie hatten im Voraus aufgeteilt, was jeder bekommen sollte: wer den Kuchen und das Bratgeflügel, wer die Hiebe und die Prügel . (Heiterkeit, Beifall.) Natürlich hatten sie die Hiebe und die Prügel ihren Gegnern zugedacht, sich aber den Kuchen und das Bratgeflügel. Heute aber ist es klar, dass Deutschland und seine Lakaien nicht den Kuchen und das Bratgeflügel bekommen, sondern dass ihnen jetzt nichts anderes übrig bleibt, als die Hiebe und die Prügel unter sich aufzuteilen. (Heiterkeit, Beifall.)

Die Spießgesellen Hitlers, die diese wenig beneidenswerte Perspektive voraussehen, zerbrechen sich jetzt den Kopf darüber, wie sie mit möglichst wenig Hieben und Prügeln aus dem Kriege rauskommen können. (Heiterkeit.)

Das Beispiel Italiens zeigt den Vasallen Hitlers: je länger sie den unvermeidlichen Bruch mit den Deutschen hinausschieben und sie in ihren Staaten schalten und walten lassen, um so größere Verwüstung erwartet ihr Land, um so größere Leiden haben ihre Völker zu erdulden. Das Beispiel Italiens zeigt auch, dass Hitlerdeutschland gar nicht daran denkt, seine Vasallenländer zu schützen, sondern entschlossen ist, sie zum Schauplatz eines verheerenden Krieges zu machen, nur um die Stunde seines eigenen Zusammbruchs hinauszuschieben.

Die Sache des deutschen Faschismus ist verloren, und die von ihm aufgerichtete blutige "Neuordnung" geht ihrem Zusammenbruch entgegen. In den okkupierten Ländern Europas reift der Ausbruch der Volksempörung gegen die faschistischen Unterdrücker heran. Unwiederbringlich verloren ist das ehemalige Prestige Deutschlands in den mit ihm verbündeten und in den neutralen Ländern. Untergraben sind seine wirtschaftlichen und politischen Verbindungen mit den neutralen Staaten.

Die Zeit, da die Hitlerclique einen wüsten Lärm machte, dass die Deutschen die Weltherrschaft erobern würden, ist längst vorbei. Jetzt haben die Deutschen bekanntlich andere Sorgen als die Weltherrschaft - heute steht ihnen der Sinn nicht nach fettem Raub, heute haben sie Angst um die eigene Haut. (Heiterkeit, Beifall.)

Somit hat der Verlauf des Krieges gezeigt, dass der Bund der faschistischen Staaten keine feste Grundlage gehabt hat noch hat. Die Hitlerkoalition hatte sich auf der Grundlage der Eroberungs- und Raubgelüste ihrer Teilnehmer gebildet. Solange die Hitlerfaschisten militärische Erfolge hatten, schien die faschistische Koalition eine feste Vereinigung zu sein. Aber schon die ersten Niederlagen der faschistischen Truppen führten zum faktischen Zerfall des Räuberblocks.

Hitlerdeutschland und seine Vasallen stehen am Vorabend der Katastrophe.

Gemeinsam mit unseren Verbündeten müssen wir:

1. die Völker Europas von den faschistischen Okkupanten befreien und ihnen helfen, ihre von den faschistischen Unterdrückern zerstückelten nationalen Staaten wiederherzustellen: die Völker Frankreichs, Belgiens, Jugoslawiens, der Tschechoslowakei, Polens, Griechenlands und der anderen Staaten, die sich unter dem» deutschen Joch befinden, müssen wieder frei und selbständig werden;

2. den befreiten Völkern Europas das volle Recht und die Freiheit einräumen, selbst die, Frage ihrer staatlichen Ordnung zu entscheiden;

3. Maßnahmen ergreifen, damit alle faschistischen Verbrecher, die an diesem Krieg und an den Leiden der Völker schuld sind, in welchem Lande sie sich auch verbergen mögen, alle von ihnen begangenen Verbrechen mit harter Strafe sühnen;

4. eine Ordnung in Europa aufrichten, die die Möglichkeit einer neuen Aggression von seilen Deutschlands völlig ausschließt;

5. eine dauerhafte wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit der Völker Europas herstellen, begründet auf gegenseitigem Vertrauen und gegenseitiger Hilfe, um die von den Deutschen zerstörte Wirtschaft und Kultur wiederaufzubauen.

Es wäre ein Verbrechen vor der Heimat, vor den Sowjetmenschen, die zeitweilig unter das faschistische Joch geraten sind, vor den Völkern Europas, die in der deutschen Knechtschaft schmachten, wenn wir nicht alle Möglichkeiten benutzten, um die Zerschmetterung des Feindes zu beschleunigen. Man darf dem Feind keine Atempause geben. Und deshalb müssen wir alle unsere Kräfte anspannen, um dem Feind den Todesstoß zu versetzen.

Das Sowjetvolk und die Rote Armee sehen deutlich die Schwierigkeiten des bevorstehenden Kampfes. Aber jetzt ist es schon klar, dass der Tag unseres Sieges naht. Der Krieg ist in ein Stadium getreten, wo es um die vollständige Vertreibung der Okkupanten vom Sowjetboden und um die Vernichtung der faschistischen "Neuordnung Europas" geht.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 309

MOSKAU, 7. NOVEMBER 1943

 

 

An der sowjetisch-deutschen Front fanden ausgewählte Kerndivisionen der faschistischen deutschen Armee ihr ruhmloses Ende. Zusammen mit ihnen wurden Hitlers Pläne der Welteroberung und der Völkerunterdrückung für immer begraben.

Allerdings kämpft die deutsche Armee auch jetzt noch zäh und klammert sich an jede Verteidigungslinie. Aber die Niederlagen, die die Deutschen seit der Zerschmetterung ihrer Truppen vor Stalingrad erlitten, haben den Kampfgeist der deutschen Wehrmacht untergraben.

Die Siege der Roten Armee haben die internationale Lage der Sowjetunion noch mehr gefestigt. Die Offensive unserer Armee wurde durch die Kampfhandlungen der Truppen unserer Verbündeten in Nordafrika, auf den italienischen Inseln und im Süden Italiens unterstützt. Die Luftwaffe unserer Verbündeten hat die Industriezentren Deutschlands schweren Bombardierungen unterworfen. Es besteht kein Zweifel, dass die Schläge der Roten Armee gegen die deutschen Truppen vom Osten her, unterstützt von den Schlägen der Hauptkräfte der Verbündeten vorn Westen her, zur Zerschmetterung der Kriegsmacht Hitlerdeutschlands und zum vollen Sieg der Antihitler-Koalition führen werden.

Jetzt wird der Feind mit besonderer Verbissenheit um jedes Stückchen des von ihm besetzten Gebietes kämpfen, denn jeder Schritt vorwärts, den unsere Armee macht, bringt die Stunde der Vergeltung für die von den Deutschen auf unserem Boden begangenen Missetaten näher.

Der Kampf um den Endsieg über, die faschistischen deutschen Eindringlinge wird von der Armee und dem Volke noch größere Anstrengungen und neue Heldentaten erfordern.

Zur Erringung des Sieges unserer Heimat über die faschistischen deutschen Unmenschen

BEFEHLE ICH:

1. allen Rotarmisten und Sergeanten - unermüdlich ihre Kampfmeisterschaft zu vervollkommnen, die Forderungen der Dienstvorschriften und -anweisungen sowie die Befehle der Kommandeure und Vorgesetzten aufs strengste zu erfüllen, stets und überall musterhafte Ordnung, straffe Disziplin und hohe Organisiertheit zu wahren;

2. den Offizieren und Generalen aller Waffengattungen - die Truppenführung auf dem Kampffelde und das Zusammenwirken aller Waffengattungen zu vervollkommnen, die Erfolge der Offensive fest zu verankern, die Truppen des Gegners energisch zu verfolgen, die rückwärtigen Einrichtungen und Dienste rascher heranzuziehen und die Reserven für neue Schläge kühner einzusetzen;

3. der ganzen Roten Armee - mutig und entschlossen die feindlichen Verteidigungsstellungen aufzubrechen, den Feind Tag und Nacht zu verfolgen, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, sich in Zwischenstellungen festzusetzen, durch geschickte und kühne Manöver die Verbindungswege des Feindes abzuschneiden, seine Truppen einzukesseln und aufzuspalten, die Kräfte des Feindes an Menschen und Material zu vernichten oder sich ihrer zu bemächtigen;

4. den Partisanen und Partisaninnen - die Sowjetbevölkerung zum bewaffneten Kampf gegen die Deutschen zu mobilisieren, mit allen Mitteln die Hilfe für die angreifende Rote Armee zu verstärken, die rückwärtigen Einrichtungen und Stäbe des Feindes zu zerschlagen, die Sowjetmenschen vor der Ausrottung und Verschleppung zur Fronarbeit nach Deutschland zu retten und die faschistischen deutschen Schurken schonungslos zu vernichten!

Kämpfer der Roten Armee, Partisanen und Partisaninnen! Vorwärts zur völligen Zerschmetterung der faschistischen deutschen Okkupanten!

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 16

MOSKAU, 23. FEBRUAR 1944

 

 

Jetzt ist wohl schon jedem klar, dass Hitlerdeutschland unaufhaltsam der Katastrophe entgegengeht. Allerdings sind die Bedingungen der Kriegführung in diesem Kriege für Deutschland günstiger, als sie im vorigen Weltkriege waren, wo es von Anfang an bis zum Ende des Krieges den Kampf an zwei Fronten führte. Einen großen Nachteil für Deutschland bildet jedoch die Tatsache, dass die Sowjetunion in diesem Kriege viel stärker ist, als es das alte zaristische Rußland im vorigen Kriege war. Im ersten Weltkrieg kämpften 6 Großmächte, Frankreich, Rußland, England, die Vereinigten Staaten von Amerika, Japan und Italien, gegen den deutschen Block an zwei Fronten. In diesem Kriege gingen Italien und Japan auf die Seite Deutschlands über, Finnland schloss sich dem faschistischen Block an, Rumänien, das im vorigen Krieg gegen Deutschland gestanden hatte, wechselte die Front, dabei operieren die Hauptkräfte Deutschlands bis jetzt an einer Front - gegen die Sowjetunion. Aus der Geschichte ist bekannt, dass Deutschland stets Kriege gewann, wenn es sich an einer Front schlug, hingegen den Krieg verlor, wenn es gezwungen war, an zwei Fronten zu kämpfen. In diesem Krieg setzt Deutschland seine Hauptkräfte an einer Front ein - gegen die Sowjetunion. Dessen ungeachtet konnte es nicht nur keinen Sieg erringen, sondern wurde unter den wuchtigen Schlägen der Streitkräfte der Sowjetunion an, den Rand der Katastrophe gebracht. Wenn die Sowjetunion im Kampf einer gegen einen nicht nur dem Ansturm der deutschen Kriegsmaschine standhielt, sondern auch den faschistischen deutschen Truppen entscheidende Niederlagen beibrachte, so wird die Lage Hitlerdeutschlands um so hoffnungsloser sein, sobald die Hauptkräfte unserer Verbündeten in Aktion treten und die mächtige und anwachsende Offensive der Armeen aller verbündeten Staaten gegen Hitlerdeutschland entfaltet wird.

Die faschistischen deutschen Räuber suchen jetzt krampfhaft nach einem Weg zur Rettung aus der Katastrophe. Aufs Neue greifen sie zur "totalen" Mobilisierung im Hinterland, obwohl die Menschenreserven Deutschlands erschöpft sind. Die faschistischen Häuptlinge unternehmen verzweifelte Versuche, in das Lager der Antihitler-Koalition Zwiespalt zu tragen und dadurch den Krieg in die Länge zu ziehen. Die Hitlerschen Diplomaten jagen aus einem neutralen Land ins andere und suchen Verbindungen mit hitlerfreundlichen Elementen anzuknüpfen, wobei sie Anspielungen machen, dass ein Sonderfriede, sei es mit unserem Staate oder mit unseren Verbündeten, möglich wäre. Alle diese Schliche der Hitlerfaschisten sind zum Misslingen verurteilt, denn der Antihitler-Koalition liegen die lebenswichtigen Interessen der Verbündeten zugrunde, die sich zur Aufgabe gemacht haben, Hitlerdeutschland und seine Spießgesellen in Europa zu zerschmettern. Und gerade diese Gemeinsamkeit der Grundinteressen ist es, die im Laufe des Krieges zur Festigung des Kampfbündnisses zwischen der Sowjetunion, England und den Vereinigten Staaten von Amerika führt.

Es näht die Stunde der endgültigen Abrechnung für alle Missetaten, die die Hitlerfaschisten auf dem Sowjetboden und in den okkupierten Ländern Europas begangen haben.

Die Rote Armee hat den entschiedenen Umschwung im Kriege zu unseren Gunsten erzwungen und schreitet nun zuversichtlich dem Endsieg über den Feind entgegen. Der Feind erleidet eine Niederlage nach der anderen. Er ist jedoch noch nicht zerschlagen. Die Hitlerschen Räuber, die ihren Untergang und die unvermeidliche Vergeltung für alle ihre auf unserem Boden begangenen ungeheuerlichen Missetaten kommen sehen, wehren sich mit der Raserei von Menschen, die rettungslos verloren sind. Sie werfen ihre letzten Kräfte und Reserven in den Kampf und klammern sich an jeden Meter Sowjetboden, an jeden günstigen Abschnitt.

Es ist in der Kriegsgeschichte noch nicht vorgekommen, dass der Feind selbst in den Abgrund gesprungen wäre. Um den Krieg zu gewinnen, muss man den Gegner an den Abgrund heranführen und ihn hinunter stoßen. Nur vernichtende Schläge von ständig zunehmender Wucht können den Widerstand des Feindes brechen und uns den endgültigen Sieg bringen. Dazu ist notwendig, dass wir die Kampfschulung der Kämpfer und die militärische Meisterschaft der Kommandeure unserer Armee weiter vervollkommnen. Es ist Pflicht und Schuldigkeit der Roten Armee, mit jedem Tag ihre Kriegskunst auf eine höhere Stufe zu heben, unentwegt und sorgfältig die Taktik des Feindes zu studieren, geschickt und rechtzeitig hinter seine heimtückischen Schliche zu kommen und der Taktik des Feindes unsere vollkommenere Taktik entgegenzustellen. Es ist notwendig, dass die Kampferfahrungen und Errungenschaften der besten Truppenteile und Verbände der Roten Armee Gemeingut aller unserer Truppen werden, dass die ganze Rote Armee, alle ihre Kämpfer und Offiziere lernen, den Feind nach allen Regeln der modernen Kriegswissenschaft zu schlagen.

BEFEHLE ICH:

1. Der gesamte Mannschafts- und Sergeantenbestand - Infanteristen, Granatwerferschützen, Artilleristen, Flieger, Panzermänner, Pioniere, Nachrichtenleute, Kavalleristen - hat unentwegt seine Kampfmeisterschaft weiter zu vervollkommnen, unser ausgezeichnetes Kriegsgerät voll und ganz auszunutzen, den Feind zu schlagen, wie ihn unsere ruhmvollen Gardisten schlagen, die Befehle der Kommandeure genau auszuführen, die Disziplin und Ordnung zu festigen und die Organisiertheit zu erhöhen.

2. Die Offiziere und Generale aller Waffengattungen haben die Kunst der Truppenführung und die Taktik des Bewegungskrieges sowie das Zusammenwirken aller Waffengattungen im Kampfe zu vervollkommnen, die Erfahrung der besten Gardetruppenteile und -verbände in der Kampfpraxis kühner und umfassender einzubürgern, den Arbeitsstil der Stäbe und der rückwärtigen Dienste auf eine höhere Stufe zu bringen und unseren Aufklärungsdienst mit allen Mitteln zu verbessern und auszubauen.

3. Die ganze Rote Armee muss durch geschickte Kombination von Feuerwirkung und Manöver die feindlichen Verteidigungsstellungen in ihrer ganzen Tiefe aufbrechen, dem Feinde keine Atempause lassen, rechtzeitig die feindlichen Versuche, durch Gegenangriffe unseren Vormarsch aufzuhalten, vereiteln, die Verfolgung des Feindes geschickt organisieren, ihn daran hindern, das Kriegsgerät fortzuschaffen, durch kühne Manöver die Flanken der feindlichen Truppen umfassen, in ihren rückwärtigen Raum einbrechen, die Truppen des Gegners einkesseln, sie aufspalten und vernichten, falls sie sich weigern, die Waffen zu strecken.

4. Die Partisanen und Partisaninnen müssen ihre Hilfe für die Rote Armee verstärken, die Stäbe und Besatzungen des Gegners überfallen, seine rückwärtigen Einrichtungen und Dienste vernichten, seine Nachschubwege und Verbindungen zerstören und ihm nicht die Möglichkeit geben, Reserven heranzuziehen.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 70

Moskau, 1.Mai 1944

 

Unter den Schlägen der Roten Armee kracht der Block der faschistischen Staaten in allen Fugen und fällt auseinander. Furcht und Bestürzung herrschen heute unter den rumänischen, ungarischen, finnischen und bulgarischen "Bundesgenossen" Hitlers. Jetzt müssen diese Hitlerschen Handlanger, deren Länder von den Deutschen okkupiert sind und okkupiert werden, einsehen, dass Deutschland den Krieg verloren hat. Rumänien, Ungarn, Finnland und Bulgarien haben nur eine einzige Möglichkeit, die Katastrophe abzuwenden: mit den Deutschen brechen und aus dem Kriege ausscheiden. Es ist jedoch schwerlich damit zu rechnen, dass die jetzigen Regierungen dieser Länder fähig sind, mit den Deutschen zu brechen. Es ist anzunehmen, dass die Völker dieser Länder die Sache ihrer Befreiung vom deutschen Joch selbst werden in die Hand nehmen müssen. Und je eher die Völker dieser Länder begreifen, in welche Sackgasse sie von den Hitlerfaschisten geführt worden sind, je schneller sie aufhören werden, ihre deutschen Unterdrücker und deren Helfershelfer, die Quislings, in ihrem eigenen Lande irgendwie zu unterstützen, um so weniger Opfer und Zerstörungen wird der Krieg diesen Ländern verursachen.

Unsere Aufgaben können sich jedoch nicht darauf beschränken, die feindlichen Truppen aus unserer Heimat zu vertreiben. Die deutschen Truppen gleichen jetzt einer verwundeten Bestie, die gezwungen ist, nach ihrer Höhle - an die Grenzen Deutschlands – zurückzukriechen, um ihre Wunden zu heilen. Aber auch eine verwundete Bestie, die sich in ihre Höhle zurückgezogen hat, hört nicht auf, eine gefährliche Bestie zu sein. Um unser Land und die mit uns verbündeten Länder vor der Gefahr der Versklavung zu retten, muss man der verwundeten deutschen Bestie auf der Spur folgen und ihr in ihrer eigenen Höhle den Todesstoß versetzen. Bei der Verfolgung des Feindes müssen wir unsere Brüder vom deutschen Joch befreien, die Polen und Tschechoslowaken sowie die anderen mit uns verbündeten Völker Westeuropas, die sich in den Klauen Hitlerdeutschlands befinden.

Es ist begreiflich, dass diese Aufgabe eine schwierigere Sache ist als die Vertreibung der deutschen Truppen aus der Sowjetunion. Sie kann nur bewältigt werden auf Grund gemeinsamer Anstrengungen der Sowjetunion, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten von Nordamerika, durch gemeinsame Schläge von Osten - durch unsere Streitkräfte, und von Westen - durch die Streitkräfte unserer Verbündeten. Es unterliegt keinem Zweifel, dass nur solch ein kombinierter Schlag Hitlerdeutschland vollends zerschmettern kann.

 

 

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DER 27. JAHRESTAG
DER GROSSEN SOZIALISTISCHEN
OKTOBERREVOLUTION

6. November 1944

Zum vierten Male begeht unser Land den Jahrestag der Sowjetrevolution während des Vaterländischen Krieges gegen die faschistischen deutschen Eindringlinge. 

Wenn die beiden ersten Kriegsjahre Jahre der Offensive der deutschen Truppen und ihres Vordringens tief in unser Land waren, wo die Rote Armee genötigt war, Verteidigungskämpfe zu führen, und wenn das dritte Kriegsjahr das Jahr des grundlegenden Umschwungs an unserer Front war, wo die Rote Armee mächtige Offensivkämpfe entfaltete, die Deutschen in einer Reihe entscheidender Kämpfe schlug, zwei Drittel des Sowjetbodens von den deutschen Truppen säuberte und sie zwang, zur Verteidigung überzugehen, wobei die Rote Armee den Krieg gegen die deutschen Truppen, immer noch einer gegen einen, ohne ernstliche Unterstützung von sehen der Verbündeten führte, so wurde das vierte Kriegsjahr zu einem Jahr entscheidender Siege der Sowjetarmeen und der Armeen unserer Verbündeten über die deutschen Truppen, wo die Deutschen, nunmehr gezwungen, den Krieg an zwei Fronten zu führen, an die Grenzen Deutschlands zurückgeworfen wurden.

Das Ergebnis ist, dass das abgelaufene Jahr mit der Vertreibung der deutschen Truppen aus der Sowjetunion, Frankreich, Belgien und Mittelitalien und der Verlagerung der Kriegshandlungen auf deutschen Boden endete.

1. DEUTSCHLAND VON ZWEI FRONTEN
UMKLAMMERT  

Die entscheidenden Erfolge der Roten Armee in diesem Jahr und die Vertreibung der Deutschen vom Sowjetboden waren bedingt durch eine Reihe vernichtender Schläge unserer Truppen gegen die deutschen Truppen, Schläge, die schon im Januar dieses Jahres einsetzten und dann im Laufe des ganzen Berichtsjahres gesteigert wurden.

Der erste Schlag wurde von unseren Truppen im Januar dieses Jahres bei Leningrad und Nowgorod geführt, als die Rote Armee die stark ausgebauten Befestigungen der Deutschen aufbrach und sie ins Baltikum zurückwarf. Das Ergebnis dieses Schlages war die Befreiung des Leningrader Gebiets.

Der zweite Schlag wurde im Februar und März dieses Jahres am Bug geführt, als die Rote Armee die deutschen Truppen vernichtend schlug und sie hinter den Dnjestr zurückwarf. Das Ergebnis dieses Schlages war, dass die Ukraine rechts des Dnjepr von den faschistischen deutschen Eindringlingen befreit wurde.

Der dritte Schlag wurde im April und Mai dieses Jahres im Raume der Krim geführt, als die deutschen Truppen ins Schwarze Meer geworfen wurden. Das Ergebnis dieses Schlages war, dass die Krim und Odessa vom deutschen Joch befreit wurden.

Der vierte Schlag wurde im Juni dieses Jahres im Raum von Karelien geführt, als die Rote Armee die finnischen Truppen zerschlug, Wiborg und Petrosawodsk befreite und die Finnen ins Innere Finnlands zurückwarf. Das Ergebnis dieses Schlages war, dass der größte Teil der Karelisch-Finnischen Sowjetrepublik befreit wurde.

Der fünfte Schlag wurde den Deutschen im Juni und Juli dieses Jahres versetzt, als die Rote Armee die deutschen Truppen bei Witebsk, Bobruisk und Mogilew aufs Haupt schlug und ihren Schlag mit der Einkesselung von 30 deutschen Divisionen bei Minsk zum Abschluss brachte. Das Ergebnis dieses Schlages war: unsere Truppen haben a) die Bjelorussische Sowjetrepublik vollständig befreit; b) die Weichsel erreicht und einen beträchtlichen Teil des mit uns verbündeten Polens befreit; c) den Njemen erreicht und den größten Teil der Litauischen Sowjetrepublik befreit; d) den Njemen forciert und die Grenzen Deutschlands erreicht.

Der sechste Schlag wurde im Juli und August dieses Jahres im Raum der Westukraine geführt, als die Rote Armee die deutschen Truppen bei Lwow schlug und sie hinter den San und die Weichsel zurückwarf. Das Ergebnis dieses Schlages war: a) die Westukraine wurde befreit; b) unsere Truppen forcierten die Weichsel und bildeten jenseits der Weichsel westlich Sandomir einen starken Brückenkopf.

Der siebte Schlag wurde im August dieses Jahres im Raum Kischinew-Jassy geführt, als unsere Truppen die deutschen und rumänischen Truppen aufs Haupt schlugen und ihren Schlag bei Kischinew mit der Einkesselung von 22 deutschen Divisionen, die rumänischen nicht mitgezählt, vollendeten. Das Ergebnis dieses Schlages war: a) die Moldauische Sowjetrepublik wurde befreit; b) das mit Deutschland verbündete Rumänien wurde außer Gefecht gesetzt und erklärte Deutschland und Ungarn den Krieg; c) das mit Deutschland verbündete Bulgarien wurde außer Gefecht gesetzt und erklärte ebenfalls Deutschland den Krieg; d) für unsere Truppen wurde der Weg nach Ungarn, dem letzten Bundesgenossen Deutschlands in Europa, freigelegt; e) es ergab sich die Möglichkeit, dem mit uns verbündeten Jugoslawien im Kampf gegen die deutschen Eindringlinge die helfende Hand zu reichen.

Der achte Schlag wurde im September und Oktober dieses Jahres im Baltikum geführt, als die Rote Armee die deutschen Truppen bei Tallinn und Riga schlug und sie aus dem Baltikum vertrieb. Das Ergebnis dieses Schlages war: a) die Estnische Sowjetrepublik wurde befreit; b) der größte Teil der Lettischen Sowjetrepublik wurde befreit; c) das mit Deutschland verbündete Finnland wurde außer Gefecht gesetzt und erklärte Deutschland den Krieg; d) mehr als 30 deutsche Divisionen wurden von Preußen abgeschnitten und im Raum zwischen Tukum und Libau in die Zange genommen, wo sie jetzt von unseren Truppen den Rest bekommen . (Lang anhaltender Beifall.)

Im Oktober dieses Jahres erfolgte der neunte Schlag unserer Truppen zwischen Theiß und Donau im ungarischen Raum, ein Schlag, der das Ziel hat, Ungarn zum Ausscheiden aus dem Krieg und zum Frontwechsel gegen Deutschland zu bringen. Das Ergebnis dieses noch nicht vollendeten Schlages ist: a) unsere Truppen erwiesen dem mit uns verbündeten Jugoslawien direkte Hilfe zur Vertreibung der Deutschen und zur Befreiung von Belgrad; b) unsere Truppen erhielten die Möglichkeit, den Karpaten-Kamm zu überschreiten und der mit uns verbündeten Tschechoslowakischen Republik - deren Territorium zum Teil schon von den deutschen Okkupanten befreit ist - die helfende Hand zu reichen.

Schließlich wurde Ende Oktober dieses Jahres ein Schlag gegen die deutschen Truppen in Nordfinnland geführt, als die deutschen Truppen aus dem Raum Petschenga hinaus gehauen wurden und unsere Truppen, in Verfolgung der Deutschen, in das mit uns verbündete Norwegen einmarschierten. (Beifall.)

Man muss zugeben, dass Hitlerdeutschland mit seiner faschistischen Armee sich im gegenwärtigen Kriege als ein Gegner erwiesen hat, mächtiger, heimtückischer und erfahrener, als es Deutschland und seine Armee in allen bisherigen Kriegen war. Dem muss hinzugefügt werden, dass es den Deutschen gelungen war, sich in diesem Krieg die Produktivkräfte fast ganz Europas und recht beträchtliche Armeen seiner Vasallenstaaten zunutze zu machen. Und wenn trotz dieser für Deutschland günstigen Bedingungen der Kriegführung Deutschland dennoch an den Rand des unausbleiblichen Untergangs geraten ist, so muss man das damit erklären, dass der Hauptgegner Deutschlands, die Sowjetunion, das Hitlersche Deutschland an Stärke übertroffen hat. (Stürmischer Beifall.)

Es steht außer Zweifel, dass unsere Truppen ohne das Zustandekommen einer zweiten Front in Europa, die an die 75 deutsche Divisionen gebunden hat, nicht in so kurzer Zeit den Widerstand der deutschen Truppen hätten brechen und sie aus der Sowjetunion hinaus hauen können. Ebenso wenig aber kann bezweifelt werden, dass die Truppen unserer Verbündeten ohne die wuchtigen Offensivoperationen der Roten Armee im Sommer dieses Jahres, die an die 200 deutsche Divisionen gebunden haben, nicht so rasch mit den deutschen Truppen hätten fertig werden und sie aus Mittelitalien, Frankreich und Belgien hätten hinaus schlagen können.

Die Aufgabe besteht darin, Deutschland auch weiter in der Umklammerung von zwei Fronten zu halten.

Das ist der Schlüssel zum Siege.

 

2. DIE GROSSTAT DES SOWJETVOLKES
IM VATERLÄNDISCHEN KRIEGE

 

Die Kraft des Sowjetpatriotismus liegt darin, dass ihm nicht rassenmäßige oder nationalistische Vorurteile zugrunde liegen, sondern die tiefe Hingabe des Volkes an seine Sowjetheimat und seine Treue zu ihr, die brüderliche Gemeinschaft der Werktätigen aller Nationen unseres Landes. Im Sowjetpatriotismus paaren sich harmonisch die nationalen Traditionen der Völker und die gemeinsamen Lebensinteressen aller Werktätigen der Sowjetunion. Der Sowjetpatriotismus entzweit nicht, im Gegenteil: er schweißt alle Nationen und Völkerschaften unseres Landes zu einer einigen, brüderlichen Familie zusammen. Darin sind die Grundlagen der unzerstörbaren und immer mehr erstarkenden Freundschaft der Völker der Sowjetunion zu erblicken. Zu gleicher Zeit achten die Völker der Sowjetunion die Rechte und die Unabhängigkeit der Völker außerhalb unseres Landes und haben stets ihre Bereitschaft bewiesen, mit den Nachbarstaaten in Frieden und Freundschaft zu leben. Darin ist die Grundlage der wachsenden und erstarkenden Verbindungen unseres Staates mit den freiheitsliebenden Völkern zu erblicken.

Die Menschen des Sowjetlandes hassen die deutschen Okkupanten, nicht weil sie Menschen einer fremden Nation sind, sondern weil sie unserem Volk und allen freiheitsliebenden Völkern unermessliches Unglück und Leid gebracht haben. In unserem Volke gilt das alte Sprichwort: "Man prügelt den Wolf nicht weil er grau ist, sondern weil er das Schaf gefressen hat." (Heiterkeit. Lang anhaltender Beifall.) Die deutschen Faschisten haben sich die menschenfeindliche Rassentheorie als ideologische Waffe erkoren in der Annahme, dass die Verkündung eines bestialischen Nationalismus die moralischen und politischen Voraussetzungen für die Herrschaft der deutschen Okkupanten über die unterjochten Völker schaffen werde. Jedoch ist die Politik des von den Hitlerfaschisten praktizierten Rassenhasses in Wirklichkeit zu einer Quelle der inneren Schwäche und der außenpolitischen Isolierung des faschistischen deutschen Staates geworden. Die Ideologie und Politik des Rassenhasses sind einer der Faktoren des Zerfalls des Hitlerschen Räuberblocks. Man kann es nicht als Zufall betrachten, dass sich gegen die deutschen Imperialisten nicht nur die unterjochten Völker Frankreichs, Jugoslawiens, Polens, der Tschechoslowakei, Griechenlands, Belgiens, Dänemarks, Norwegens und Hollands erhoben haben, sondern auch die ehemaligen Vasallen Hitlers: die Italiener, die Rumänen, die Finnen und die Bulgaren. Die Hitlerclique hat durch ihre kannibalische Politik alle Völker der Welt gegen Deutschland aufgebracht, während die so genannte "auserwählte deutsche Rasse" zum Gegenstand allgemeinen Hasses geworden ist.

Im Laufe des Krieges haben die Hitlerfaschisten nicht nur eine militärische, sondern auch eine moralische und politische Niederlage erlitten. Die in unserem Lande verankerte Ideologie der Gleichberechtigung aller Rassen und Nationen, die Ideologie der Völkerfreundschaft, hat den vollen Sieg über die hitlerfaschistische Ideologie des bestialischen Nationalismus und Rassenhasses errungen.

Jetzt, wo der Vaterländische Krieg seinem siegreichen Ende entgegengeht, tritt die historische Rolle des Sowjetvolkes in ihrer ganzen Größe hervor. Heute erkennen alle an, dass das Sowjetvolk durch seinen aufopfernden Kampf die Zivilisation Europas vor den faschistischen Pogromhelden gerettet hat. Darin besteht das große Verdienst des Sowjetvolkes vor der Geschichte der Menschheit.

3. DIE FESTIGUNG UND ERWEITERUNG DER
FRONT DER ANTIDEUTSCHEN KOALITION.
DIE FRAGE DES FRIEDENS
UND DER SICHERHEIT

Das abgelaufene Jahr war jedoch nicht nur ein Jahr der Festigung der antideutschen Front der verbündeten Mächte, sondern auch ein Jahr der Erweiterung dieser Front. Es ist nicht als Zufall zu betrachten, dass nach Italien auch andere Verbündete Deutschlands - Finnland, Rumänien und Bulgarien - zum Ausscheiden aus dem Kriege gebracht wurden. Hervorzuheben ist, dass diese Staaten nicht nur aus dem Krieg ausgeschieden sind, sondern auch mit Deutschland gebrochen und ihm den Krieg erklärt haben, womit sie sich der Front der Vereinten Nationen angeschlossen haben. Das bedeutet zweifellos eine Erweiterung der Front der Vereinten Nationen gegen Hitlerdeutschland. Es steht außer Zweifel, dass Ungarn, der letzte Bundesgenosse Deutschlands in Europa, in nächster Zeit ebenfalls außer Gefecht gesetzt werden wird. Das wird die vollständige Isolierung Hitlerdeutschlands in Europa und seinen unausbleiblichen Zusammenbruch bedeuten.

Den Krieg gegen Deutschland gewinnen bedeutet, ein großes historisches Werk vollbringen. Den Krieg gewinnen bedeutet aber noch nicht, den Völkern dauerhaften Frieden und eine verlässliche Sicherheit für die Zukunft gewährleisten. Die Aufgabe besteht nicht nur darin, den Krieg zu gewinnen, sondern auch darin, die Entstehung einer neuen Aggression und eines neuen Krieges wenn nicht für immer, so doch wenigstens für einen längeren Zeitraum unmöglich zu machen.

Deutschland wird nach seiner Niederlage natürlich sowohl wirtschaftlich als auch militärisch und politisch entwaffnet werden. Es wäre jedoch naiv zu glauben, dass Deutschland nicht versuchen werde, seine Macht wiederzuerlangen und zu einer neuen Aggression zu schreiten. Es ist allbekannt, dass die deutschen Machthaber sich jetzt schon zu einem neuen Krieg rüsten. Die Geschichte zeigt, dass eine kurze Zeitspanne von 20 bis 30 Jahren genügt, damit Deutschland sich von einer Niederlage erholt und seine Macht wiederherstellt. Welche Mittel gibt es, um einer neuen Aggression von seiten Deutschlands vorzubeugen, und wenn der Krieg dennoch ausbricht, ihn in seinen ersten Anfängen zu ersticken und nicht zuzulassen, dass er sich zu einem großen Krieg auswächst?

Welche Mittel gibt es also, um eine neue Aggression von sehen Deutschlands zu verhüten oder, wenn der Krieg dennoch ausbricht, ihn in den ersten Anfängen zu ersticken und es unmöglich zu machen, dass er sich zu einem großen Krieg auswächst?

Dafür gibt es außer der vollständigen Entwaffnung der aggressiven Nationen nur ein einziges Mittel: zum Schütze des Friedens und der Garantie der Sicherheit eine besondere Organisation aus Vertretern der friedliebenden Nationen zu schaffen, dem leitenden Organ dieser Organisation das notwendige Mindestmaß an Streitkräften zur Verfügung zu stellen, das zur Verhütung einer Aggression erforderlich ist, und diese Organisation zu verpflichten, notwendigenfalls zur Verhütung oder Liquidierung der Aggression und zur Bestrafung der an der Aggression Schuldigen diese .Streitkräfte unverzüglich einzusetzen.

Das darf keine Wiederholung des Völkerbundes unseligen Angedenkens sein, der weder über die Rechte noch über die Mittel zur Verhütung einer Aggression verfügte. Das wird eine neue, besondere und mit Vollmachten ausgestattete internationale Organisation sein, der alles zur Verfügung steht, was notwendig ist, um den Frieden zu schützen und eine neue Aggression zu verhüten.

Ist darauf zu rechnen, dass das Vorgehen dieser internationalen Organisation hinreichend wirksam sein wird? Es wird wirksam sein, wenn die Großmächte, auf deren Schultern die Hauptlast des Krieges gegen Hitlerdeutschland geruht hat, auch weiterhin im Geiste der Einmütigkeit und des Einvernehmens vorgehen werden. Es wird unwirksam sein, wenn diese notwendige Voraussetzung beeinträchtigt wird.

Von nun an und für immer ist unser Land vom Hitlergeschmeiß frei. Jetzt bleibt der Roten Armee noch ihre letzte abschließende Mission zu erfüllen: gemeinsam mit den Armeen unserer Verbündeten die Zerschmetterung der faschistischen deutschen Armee zu Ende zu führen, die faschistische Bestie in ihrer eigenen Höhle zur Strecke zu bringen und über Berlin die Fahne des Sieges zu hissen.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 5

Moskau, 23. Februar 1945

 

Der volle Sieg über die Deutschen ist nun schon nahe. Aber der Sieg kommt nie von selbst - er wird in schweren Kämpfen und in beharrlicher Arbeit errungen. Der dem Untergang geweihte Feind wirft die letzten Kräfte in den Kampf und setzt sich verzweifelt zur Wehr, um der strengen Sühne zu entgehen. Er greift jetzt zu den äußersten und gemeinsten Kampfmitteln und wird das auch weiterhin tun. Es gilt daher, daran zu denken: je näher unser Sieg, desto größer muss unsere Wachsamkeit, desto stärker müssen unsere Schläge gegen den Feind sein.

 

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BEFEHL
DES OBERSTEN BEFEHLSHABERS

Nr. 20

Moskau, 1. Mai 1945

 

 

Durch die vernichtenden Schläge der Roten Armee war das deutsche Oberkommando gezwungen, Dutzende von Divisionen an die sowjetisch-deutsche Front zu werfen und damit an anderen Fronten ganze Abschnitte zu entblößen. Dieser Umstand half den Truppen unserer Verbündeten, die erfolgreiche Offensive im Westen zu entfalten. Durch gleichzeitige Schläge gegen die deutschen Truppen von Osten und Westen her gelang es dabei den Truppen unserer Verbündeten und der Roten Armee, die deutschen Truppen in zwei auseinander gerissene Teile aufzuspalten und die Vereinigung unserer und der verbündeten Truppen zu einer einheitlichen Front zu verwirklichen.

Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass dieser Umstand das Ende Hitlerdeutschlands bedeutet.

Die Tage Hitlerdeutschlands sind gezählt. Mehr als die Hälfte seines Bodens ist von der Roten Armee und den Truppen unserer Verbündeten besetzt. Deutschland hat die lebenswichtigsten Gebiete verloren. Die in den Händen der Hitlerleute verbliebene Industrie kann die deutsche Wehrmacht nicht mit der ausreichenden Menge von Waffen, Munition und Treibstoff beliefern. Die Menschenreserven der deutschen Wehrmacht sind erschöpft. Deutschland ist vollständig isoliert und steht jetzt allein da, wenn man von seinem Bundesgenossen Japan absieht.

Auf der Suche nach einem Ausweg aus ihrer hoffnungslosen Lage machen die Hitlerabenteurer alle möglichen Winkelzüge, ja sie biedern sich sogar an die Verbündeten an, bestrebt, im Lager der Verbündeten Zerwürfnis hervorzurufen. Diese neuen Gaunerkniffe der Hitlerleute sind zum völligen Scheitern verurteilt. Sie sind nur dazu angetan, den Zerfall der deutschen Truppen zu beschleunigen.

Die verlogene faschistische Propaganda schreckt die deutsche Bevölkerung mit dem läppischen Gerede, die Armeen der Vereinten Nationen wollten das deutsche Volk ausrotten. Zur Aufgabe der Vereinten Nationen gehört nicht die Vernichtung des deutschen Volkes. Die Vereinten Nationen werden den Faschismus und den deutschen Militarismus vernichten, die Kriegsverbrecher streng bestrafen und die Deutschen zwingen, den Schaden wieder gut zumachen, den sie anderen Ländern zugefügt haben. Aber die Vereinten Nationen tasten die friedliche Bevölkerung Deutschlands nicht an und werden sie nicht antasten, wenn diese die Forderungen der Militärbehörden der Verbündeten loyal erfüllt.

Der von den deutschen Imperialisten entfesselte Weltkrieg geht seinem Ende entgegen. Der Zusammenbruch Hitlerdeutschlands ist Sache der allernächsten Zukunft. Die Hitlerschen Machthaber, die sich schon Beherrscher der Welt wähnten, stehen vor dem Scherbenhaufen. Die tödlich getroffene faschistische Bestie liegt in den letzten Zügen. Die Aufgabe besteht jetzt darin, der faschistischen Bestie den Rest zu geben. Kämpfer der Roten Armee und Kriegsmarine! Der letzte Sturm auf die Hitlerhöhle ist im Gange. Liefert in den abschließenden Kämpfen neue Beispiele von kriegerischem Können und Kühnheit. Schlagt noch kräftiger auf den Feind ein, zertrümmert kunstgerecht seine Verteidigungsanlagen, verfolgt die deutschen Okkupanten und kreist sie ein, gönnt ihnen keine Atempause, bevor sie nicht den Widerstand einstellen.

Seid besonders wachsam jetzt, wo ihr euch außerhalb der Grenzen des Heimatlandes befindet!

Haltet nach wie vor die Ehre und Würde des Sowjetkriegers hoch!

 

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ANSPRACHE DES GENOSSEN
J. W. STALIN AN DAS VOLK

9. Mai 1945

 

Der große Tag des Sieges über Deutschland ist gekommen. Von der Roten Armee und den Truppen unserer Verbündeten auf die Knie gezwungen, hat sich das faschistische Deutschland für besiegt erklärt und bedingungslos kapituliert.

Da wir die Wolfsnatur der deutschen Machthaber kennen, die Verträge und Abkommen als einen bloßen Fetzen Papier betrachten, haben wir keinen Grund, ihnen aufs Wort zu glauben. Seit heute morgen jedoch haben deutsche Truppen in Verwirklichung der Kapitulationsurkunde begonnen, in Massen die Waffen zu strecken und sich unseren Truppen gefangen zugeben. Das ist schon kein bloßer Papierfetzen mehr. Das ist die tatsächliche Kapitulation der deutschen Wehrmacht.

Jetzt haben wir vollen Grund zu erklären, dass der historische Tag der endgültigen Niederwerfung Deutschlands, der Tag des großen Sieges unseres Volkes über den deutschen Imperialismus gekommen ist.

Die großen Opfer, die wir für die Freiheit und Unabhängigkeit unseres Heimatlandes gebracht haben, die unermesslichen Entbehrungen und Leiden, die unser Volk während des Krieges zu erdulden hatte, die auf dem Altar des Vaterlandes dargebrachte angespannte Arbeit im Hinterland und an der Front sind nicht vergeblich gewesen, sondern durch den vollen Sieg über den Feind gekrönt worden. Der jahrhundertelange Kampf der slawischen Völker um ihre Existenz und Unabhängigkeit hat mit dem Sieg über die deutschen Okkupanten und die deutsche Tyrannei geendet.

Vor drei Jahren verkündete Hitler vor aller Welt, dass die Zerstückelung der Sowjetunion, die Losreißung des Kaukasus, der Ukraine, Bjelorußlands, der baltischen Länder und anderer Sowjetgebiete zu seiner Aufgabe gehört. Er erklärte unumwunden: „Wir werden Rußland vernichten, dass es sich niemals mehr erheben kann.“ Das war vor drei Jahren. Die wahnwitzigen Ideen Hitlers sollten jedoch nicht in Erfüllung gehen - im Verlaufe des Krieges sind sie wie Spreu im Winde verweht. Was in Wirklichkeit herauskam, ist das gerade Gegenteil dessen, wovon die Hitlerleute faselten. Deutschland ist aufs Haupt geschlagen. Die deutschen Truppen kapitulieren. Die Sowjetunion feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten.

Ewiger Ruhm den in den Kämpfen gegen den Feind gefallenen Helden, die ihr Leben hingaben für die Freiheit und das Glück unseres Volkes!

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REDE DES GENOSSEN J.W. STALIN BEIM EMPFANG IM
KREMEL ZU EHREN DER TRUPPEN DER ROTEN ARMEE

24. Mai 1945

 

Unsere Regierung hat nicht wenig Fehler gemacht, wir hatten in den Jahren 1941-1942 Augenblicke einer verzweifelten Lage, als unsere Armee zurückging und die uns lieben und teuren Dörfer und Städte der Ukraine, Bjelorußlands, der Moldau, des Leningrader Gebiets, der baltischen Länder und der Karelisch-Finnischen Republik aufgab, weil kein anderer Ausweg vorhanden war. Ein anderes Volk hätte zu seiner Regierung sagen können: ihr habt unsere Erwartungen nicht gerechtfertigt, macht, dass ihr fortkommt, wir werden eine andere Regierung einsetzen, die mit Deutschland Frieden schließt und uns Ruhe sichert. Doch das russische Volk hat nicht so gehandelt, denn es glaubte daran, dass die Politik seiner Regierung richtig war, und brachte Opfer, um die Niederwerfung Deutschlands zu gewährleisten. Und dieses Vertrauen des russischen Volkes zur Sowjetregierung hat sich als der entscheidende Faktor erwiesen, der den historischen Sieg über den Feind der Menschheit, über den Faschismus, gesichert hat.

 

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ANSPRACHE DES GENOSSEN
J. W. STALIN AN DAS VOLK

2. September 1945

 

Zwei Herde des Weltfaschismus und der Weltaggression hatten sich am Vorabend dieses Weltkrieges gebildet: Deutschland im Westen und Japan im Osten. Sie waren es, die den zweiten Weltkrieg entfesselt haben. Sie waren es, die die Menschheit und ihre Zivilisation an den Rand des Verderbens gebracht haben. Der Herd der Weltaggression im Westen wurde vor vier Monaten liquidiert, wodurch Deutschland sich gezwungen sah, zu kapitulieren. Vier Monate später wurde der Herd der Weltaggression im Osten liquidiert, wodurch Japan, der Hauptverbündete Deutschlands, sich gleichfalls gezwungen sah, die Kapitulation zu unterzeichnen.

Das bedeutet, dass das Ende des zweiten Weltkrieges gekommen ist.

 

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REDE IN DER WÄHLERVERSAMMLUNG DES STALIN-WAHLBEZIRKS DER STADT MOSKAU

am 9. Februar 1946

 

Es wäre falsch, zu glauben, dass der zweite Weltkrieg zufällig oder infolge von Fehlern dieser oder jener Staatsmänner entstanden sei, obgleich es unbestreitbar Fehler gegeben hat. In Wirklichkeit war der Krieg ein unvermeidliches Ergebnis der Entwicklung der wirtschaftlichen und politischen Weltkräfte auf der Basis des modernen Monopolkapitalismus. Die Marxisten haben wiederholt erklärt, dass das kapitalistische Weltwirtschaftssystem die Elemente einer allgemeinen Krise und kriegerischer Zusammenstöße in sich birgt, dass infolgedessen die Entwicklung des Weltkapitalismus in unserer Zeit nicht in Form einer reibungslosen und gleichmäßigen Vorwärtsbewegung vor sich geht, sondern Krisen und Kriegskatastrophen durchmacht. Die Sache ist nämlich die, dass die ungleichmäßige Entwicklung der kapitalistischen Länder im Laufe der Zeit gewöhnlich zu einer jähen Störung des Gleichgewichts innerhalb des Weltsystems des Kapitalismus führt, wobei die Gruppe kapitalistischer Länder, die sich mit Rohstoffen und Absatzmärkten für weniger gut versorgt hält, gewöhnlich Versuche unternimmt, die Lage zu ändern und die „Einflusssphären“ zu ihren Gunsten neu aufzuteilen – und zwar durch Anwendung von Waffengewalt. Das Ergebnis ist die Spaltung der kapitalistischen Welt in zwei feindliche Lager und der Krieg zwischen ihnen.

Man könnte vielleicht Kriegskatastrophen vermeiden, wenn die Möglichkeit bestünde, die Rohstoffe und Absatzmärkte unter den Ländern entsprechend ihrem wirtschaftlichen Gewicht, durch Annahme koordinierter und friedlicher Beschlüsse, periodisch neu aufzuteilen. Aber das läßt sich unter den gegenwärtigen kapitalistischen Entwicklungsbedingungen der Weltwirtschaft nicht verwirklichen.

So kam es infolge der ersten Krise des kapitalistischen Systems der Weltwirtschaft zum ersten Weltkrieg und infolge der zweiten Krise zum zweiten Weltkrieg.

Das heißt natürlich nicht, dass der zweite Weltkrieg eine Kopie des ersten ist. Im Gegenteil, der zweite Weltkrieg unterscheidet sich seinem Charakter nach wesentlich vom ersten. Man muss berücksichtigen, dass die ausschlaggebenden faschistischen Staaten – Deutschland, Japan, Italien -, ehe sie die verbündeten Länder überfielen, bei sich zu Hause die letzten Reste der bürgerlich-demokratischen Freiheiten vernichteten, bei sich zu Hause ein brutales Terrorregime aufrichteten, das Prinzip der Souveränität und freien Entwicklung der kleinen Länder mit Füßen traten, die Politik der Eroberung fremder Gebiete als ihre eigene Politik verkündeten und vor aller Welt erklärten, dass sie die Weltherrschaft und die Ausdehnung des faschistischen Regimes auf die ganze Welt anstreben, wobei die Achsenmächte durch die Annexion der Tschechoslowakei und der Zentralgebiete Chinas zeigten, dass sie bereit sind, ihre Drohung wahr zu machen, d. h. alle freiheitsliebenden Völker zu versklaven. Infolgedessen nahm der zweite Weltkrieg gegen die Achsenmächte, zum Unterschied vom ersten Weltkrieg, gleich von Anfang an den Charakter eines antifaschistischen, eines Befreiungskrieges an, dessen eine Aufgabe denn auch die Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten war. Der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen die Achsenmächte konnte den antifaschistischen und Befreiungscharakter des zweiten Weltkrieges lediglich verstärken und hat ihn auch tatsächlich verstärkt.

Eben auf dieser Grundlage bildete sich die antifaschistische Koalition der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und der anderen freiheitsliebenden Staaten, die dann für die Zerschmetterung der Streitkräfte der Achsenmächte von entscheidender Bedeutung war.

So ist es um die Frage des Ursprungs und Charakters des zweiten Weltkrieges bestellt.

Welches sind also die Ergebnisse des Krieges?

Es gibt ein Hauptergebnis, auf Grund dessen alle anderen Ergebnisse entstanden sind. Dieses Ergebnis besteht darin, dass unsere Feinde bei Kriegsausgang eine Niederlage erlitten haben, wir aber und unsere Verbündeten die Sieger geblieben sind. Wir haben den Krieg mit dem vollen Sieg über unsere Feinde beendet – das ist das Hauptergebnis des Krieges. Doch das ist ein zu allgemeines Ergebnis, und wir können hier keinen Punkt setzen. Gewiss, die Feinde schlagen, in einem Krieg wie dem zweiten Weltkrieg, in einem Krieg, wie es ihn in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben hat, das heißt einen weltgeschichtlichen Sieg erringen. Das alles ist richtig. Aber das ist doch nur das allgemeine Ergebnis, und wir können uns damit nicht zufrieden geben. Um die große historische Bedeutung unseres Sieges zu begreifen, muss man diese Frage konkreter untersuchen.

Wie ist also unser Sieg über die Feinde zu verstehen, was kann dieser Sieg vom Gesichtspunkt des Zustandes und der Entwicklung der inneren Kräfte unseres Landes bedeuten?

Unser Sieg bedeutet vor allem, dass unsere sowjetische Gesellschaftsordnung gesiegt hat, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung die Feuerprobe des Krieges mit Erfolg bestanden und ihre volle Lebensfähigkeit bewiesen hat.

Bekanntlich wurde in der Auslandspresse wiederholt behauptet, die sowjetische Gesellschaftsordnung sei ein zum Scheitern verurteiltes „gewagtes Experiment“, die Sowjetordnung stelle ein „Kartenhaus“ dar ohne ein lebenskräftiges Fundament, sie sei dem Volk durch die Organe der Tscheka aufgezwungen worden, und ein kleiner Stoss von außen genüge, damit dieses „Kartenhaus“ zusammenfällt.

Jetzt dürfen wir sagen, dass der Krieg alle diese Behauptungen der Auslandspresse als haltlos über den Haufen geworfen hat. Der Krieg hat gezeigt, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine wahrhafte Volksordnung darstellt, die aus dem Schoße des Volkes emporgewachsen ist und seine mächtige Unterstützung genießt, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine durchaus lebensfähige und stabile Form der Gesellschaftsorganisation ist.

Mehr noch. Jetzt ist die Rede schon nicht mehr davon, ob die sowjetische Gesellschaftsordnung lebensfähig ist oder nicht, denn nach den anschaulichen Lehren des Krieges wagt es kein Skeptiker mehr, Zweifel an der Lebensfähigkeit der sowjetischen Gesellschaftsordnung zu äußern. Jetzt ist die Rede davon, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung erwiesenermaßen lebensfähiger und stabiler ist als die nichtsowjetische Gesellschaftsordnung, dass die sowjetische Gesellschaftsordnung eine bessere Form der Gesellschaftsorganisation ist als jede nichtsowjetische Gesellschaftsordnung.

Unser Sieg bedeutet zweitens, dass unsere sowjetische Staatsordnung gesiegt hat, dass unser sowjetischer Nationalitätenstaat alle Prüfungen des Krieges bestanden und seine Lebensfähigkeit bewiesen hat.

Bekanntlich haben sich angesehene Vertreter der Auslandspresse wiederholt in dem Geiste geäußert, der sowjetische Nationalitätenstaat stelle ein „künstliches und nicht lebensfähiges Gebilde“ dar, im Falle irgendwelcher Komplikationen sei der Zerfall der Sowjetunion unabwendbar und der Sowjetunion sei das Schicksal Österreich-Ungarns beschieden.

Jetzt dürfen wir sagen, dass der Krieg diese Erklärungen der Auslandspresse als völlig unbegründet widerlegt hat. Der Krieg hat gezeigt, dass die viele Nationen umfassende sowjetische Staatsordnung die Prüfung mit Erfolg bestanden hat, im Krieg noch weiter erstarkt ist und sich als eine durchaus lebensfähige Staatsordnung erwiesen hat. Diese Herren begriffen nicht, dass die Analogie mit Österreich-Ungarn nicht Stich hält, denn unser Nationalitätenstaat ist nicht auf bürgerlicher Grundlage gewachsen, die die Gefühle nationalen Argwohns und nationaler Feindschaft stimuliert, sondern auf sowjetischer Grundlage, die im Gegenteil die Gefühle der Freundschaft und der brüderlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern unseres Staates kultiviert.

Übrigens wagen es diese Herren nach den Lehren des Krieges nicht mehr, die Lebensfähigkeit der sowjetischen Staatsordnung zu bestreiten. Jetzt ist die Rede nicht mehr von der Lebensfähigkeit der sowjetischen Staatsordnung, denn diese Lebensfähigkeit unterliegt keinem Zweifel. Jetzt ist davon die Rede, dass sich die sowjetische Staatsordnung als Vorbild eines Nationalitätenstaates erwiesen hat, dass die sowjetische Staatsordnung ein System der Staatsorganisation darstellt, worin die nationale Frage und das Problem der Zusammenarbeit der Nationen besser gelöst ist als in irgendeinem anderen Nationalitätenstaat.

Unser Sieg bedeutet drittens, dass die Streitkräfte der Sowjetunion gesiegt haben, dass unsere Rote Armee gesiegt hat, dass die Rote Armee alle Unbilden des Krieges heldenhaft ertragen, unsere Feinde aufs Haupt geschlagen hat und aus dem Krieg als Sieger hervorgegangen ist. (Zuruf: „Unter Führung des Genossen Stalin!“ Alle erheben sich von den Plätzen. Stürmischer, lange nicht enden wollender Beifall, der in eine Ovation übergeht.)

Jetzt erkennen alle, Freund wie Feind, an, dass die Rote Armee sich ihren großen Aufgaben gewachsen gezeigt hat. Anders aber lagen die Dinge vor etwa sechs Jahren, in der Vorkriegsperiode. Bekanntlich erklärten namhafte Vertreter der Auslandspresse und viele anerkannte Militärfachleute im Ausland wiederholt, dass der Zustand der Roten Armee große Bedenken erwecke, dass die Rote Armee schlecht bewaffnet sei und kein richtiges Kommandeurkorps habe, dass ihre Moral unter aller Kritik sei, dass sie vielleicht für die Verteidigung tauge, für die Offensive aber untauglich sei, dass die Rote Armee beim Losschlagen der deutschen Truppen wie ein „Koloss auf tönernen Füßen“ zusammenbrechen müsse. Solche Erklärungen wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, England und Amerika abgegeben.

Jetzt dürfen wir sagen, dass dieser Krieg all diese Erklärungen als unbegründet und lächerlich über den Haufen geworfen hat. Der Krieg hat gezeigt, dass die Rote Armee kein „Koloss auf tönernen Füßen“, sondern eine erstklassige Armee, eine Armee unserer Zeit ist, die eine durchaus moderne Bewaffnung, ein höchst erfahrenes Kommandeurkorps, eine hohe Moral und einen vorzüglichen Kampfgeist besitzt. Man darf nicht vergessen, dass die Rote Armee eben die Armee ist, die das deutsche Heer, das gestern noch die Armeen der europäischen Staaten in Schrecken setzte, aufs Haupt geschlagen hat.

Es muss vermerkt werden, dass die „Kritiker“ der Roten Armee immer rarer werden. Mehr noch. Die Auslandspresse bringt immer häufiger Äußerungen, in denen die hohen Eigenschaften der Roten Armee, das meisterhafte Können ihrer Soldaten und Kommandeure, ihre tadellose Strategie und Taktik hervorgehoben werden. Das ist auch begreiflich. Nach den glänzenden Siegen der Roten Armee bei Moskau und Stalingrad, bei Kursk und Bjelgorod, bei Kiew und Kirowograd, bei Minsk und Bobruisk, bei Leningrad und Tallinn, bei Jassy und Lwow, an der Weichsel und am Njemen, an der Donau und an der Oder, bei Wien und Berlin – nach alledem kann man nicht umhin anzuerkennen, dass die Rote Armee eine erstklassige Armee ist, von der man vieles lernen kann. (Stürmischer Beifall.)

So verstehen wir konkret den Sieg unseres Landes über seine Feinde.

Das sind im Wesentlichen die Ergebnisse des Krieges.

 

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INTERVIEW MIT DEM KORRESPONDENTEN
DER „PRAWDA“
anlässlich der Rede Churchills
in Fulton (USA)

März 1946

 

Im Grunde genommen nimmt Churchill jetzt die Stellung der Kriegsbrandstifter ein, und Churchill steht hierbei nicht allein - er hat nicht nur in England, sondern auch in den Vereinigten Staaten von Amerika Freunde.

Man muss bemerken, dass Churchill und seine Freunde in dieser Beziehung auffallend an Hitler und seine Freunde erinnern. Hitler begann die Entfesselung des Krieges damit, dass er die Rassentheorie verkündete, indem er erklärte, dass nur Leute, die deutsch sprechen, eine vollwertige Nation darstellen. Auch Churchill beginnt die Entfesselung des Krieges mit einer Rassentheorie, indem er behauptet, dass nur Nationen, die englisch sprechen, als vollwertige Nationen anzusehen seien, die dazu berufen sind, über das Schicksal der ganzen Welt zu entscheiden. Die deutsche Rassentheorie führte Hitler und seine Freunde zu der Schlussfolgerung, dass die Deutschen als einzige vollwertige Nation über die übrigen Nationen der Welt herrschen müssten. Die englische Rassentheorie bringt Churchill und seine Freunde zu der Schlussfolgerung, dass die Nationen, die englisch sprechen, als einzige vollwertige über die übrigen Nationen der Welt herrschen müssen.

Im Grunde genommen stellen Churchill und seine Freunde in England und den USA den Nationen, die nicht englisch sprechen, eine Art von Ultimatum: Erkennen Sie unsere Herrschaft freiwillig an, dann wird alles in Ordnung sein, im entgegengesetzten Falle ist der Krieg unvermeidlich.

Aber die Nationen haben im Laufe von fünf Jahren eines harten Krieges ihr Blut für die Freiheit und Unabhängigkeit ihrer Länder vergossen und nicht dafür, um die Herrschaft der Hitlers durch die Herrschaft der Churchills zu ersetzen. Es ist deshalb durchaus wahrscheinlich, dass die Nationen, die nicht englisch sprechen und dabei die erdrückende Mehrheit der Bevölkerung der Welt darstellen, mit einer neuen Sklaverei nicht einverstanden sein werden.

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Herr Churchill behauptet, dass „Warschau, Berlin, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest, Sofia, alle diese berühmten Städte und die Bevölkerung in diesen Gebieten, sich in der Sowjetsphäre befinden und in der einen oder anderen Form nicht nur dem sowjetischen Einfluss unterliegen, sondern in hohem Maße auch einer sich vergrößernden Kontrolle Moskaus“. Churchill qualifiziert dies alles als grenzenlose „expansionistische Tendenzen“ der Sowjetunion.

Die Deutschen unternahmen eine Invasion in die UdSSR durch Finnland, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn. Die Deutschen vermochten die Invasion durch diese Länder durchzuführen, weil damals in diesen Ländern Regierungen bestanden, die der Sowjetunion feindlich gesinnt waren. Als Resultat dieser deutschen Invasion hat die Sowjetunion in den Kämpfen mit den Deutschen und durch die deutsche Besetzung sowie Verschleppung von Sowjetmenschen in die deutsche Zwangsarbeit unwiederbringlich etwa sieben Millionen Menschen verloren. Mit anderen Worten hat die Sowjetunion an Menschen um ein Vielfaches mehr als England und die Vereinigten Staaten von Amerika zusammen verloren. Es ist möglich, dass man hier und da geneigt ist, diese kolossalen Opfer des Sowjetvolkes, die die Befreiung Europas vom Hitlerjoch sicherten, der Vergessenheit zu überliefern. Die Sowjetunion kann sie aber nicht vergessen. Es fragt sich: Ist es verwunderlich, dass die Sowjetunion in dem Wunsche, sich für die Zukunft zu sichern, danach strebt, dass in diesen Ländern Regierungen bestehen, die zur Sowjetunion loyal eingestellt sind? Wie kann man, ohne wahnsinnig zu sein, diese friedlichen Bestrebungen der Sowjetunion als Expansionstendenzen unseres Staates darstellen?

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Den wachsenden Einfluss der Kommunisten kann man nicht für einen Zufall halten. Er stellt eine durchaus gesetzmäßige Erscheinung dar. Der Einfluss der Kommunisten ist gewachsen, weil in den schweren Jahren der faschistischen Herrschaft in Europa die Kommunisten sich als zuverlässige, kühne und opferbereite Kampfer gegen das faschistische Regime für die Freiheit der Völker erwiesen haben.

Churchill erinnert sich manchmal in seinen Reden an die „einfachen Menschen aus den kleinen Häusern“, klopft ihnen jovial gönnerhaft auf die Schulter und markiert ihren Freund. Aber diese Menschen sind nicht so einfach, wie das auf den ersten Blick scheinen könnte. Sie, „die einfachen Menschen“, haben ihre Ansichten, ihre Politik, und sie können sich auch durchsetzen. Das waren sie, Millionen dieser „einfachen Menschen“, die in England Churchill und seine Partei bei den Wahlen abgelehnt haben, indem sie ihre Stimmen der Labour-Partei gaben. Das waren sie, Millionen dieser „einfachen Menschen“, die in Europa die Reaktionäre, die Anhänger der Zusammenarbeit mit dem Faschismus, isoliert und die linken demokratischen Parteien vorgezogen haben. Das waren sie, Millionen dieser „einfachen Menschen“, die, nachdem sie die Kommunisten im Feuer des Kampfes und des Widerstandes gegen den Faschismus erprobt hatten, entschieden haben, dass die Kommunisten das Vertrauen des Volkes voll und ganz verdienen. So wuchs der Einfluss der Kommunisten in Europa. Das ist das Gesetz der historischen Entwicklung.

 

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BEFEHL DES MINISTERS
DER STREITKRÄFTE DER UDSSR

NR. 7

Moskau, 1. Mai 1946

 

Die Zerschlagung und Liquidierung der Hauptherde des Faschismus und der Weltaggression führten zu tief greifenden Veränderungen im politischen Leben der Völker der Welt, zu einem bedeutenden Wachstum der demokratischen Bewegung der Völker. Durch die Kriegserfahrungen gereift, verstanden die Volksmassen, dass man das Schicksal der Staaten keinen reaktionären Lenkern anvertrauen darf, die enge Klassen- und selbstsüchtige volksfeindliche Ziele verfolgen. Eben deshalb nehmen die Völker, die nicht mehr wie bisher leben wollen, das Schicksal ihrer Staaten in die eigenen Hände und errichten eine demokratische Ordnung und führen einen aktiven Kampf gegen die Kräfte der Reaktion, gegen die Brandstifter eines neuen Krieges.

Die Völker der ganzen Welt wollen keine Wiederholung des Kriegselends. Sie kämpfen trotzig für die Befestigung des Friedens und der Sicherheit.

In der Avantgarde des Kampfes für den Frieden und die Sicherheit marschiert die Sowjetunion, die eine hervorragende Rolle in der Zerschmetterung des Faschismus gespielt hat und ihre hohe Mission der Befreiung erfüllt hat.

Die Völker, die durch die Sowjetunion vom faschistischen Joch befreit wurden, erhielten die Möglichkeit, ihr Staatsleben auf demokratischen Prinzipien aufzubauen und ihre historischen Hoffnungen zu verwirklichen. Auf diesem Wege begegnen sie von Seiten der Sowjetunion brüderlicher Hilfe.

Die ganze Welt vermochte sich nicht nur von der Macht des Sowjetstaates zu überzeugen, sondern auch von dem gerechten Charakter seiner Politik, die auf der Anerkennung der Gleichberechtigung aller Völker basiert, auf der Achtung ihrer Freiheit und Selbständigkeit. Es gibt keine Veranlassung, zu zweifeln, dass die Sowjetunion auch künftig ihrer Politik treu bleibt, der Politik des Friedens und der Sicherheit, der Politik der Gleichberechtigung und der Freundschaft der Völker.

Indem wir den friedlichen sozialistischen Aufbau entfalten, müssen wir keinen Augenblick die Ränke der internationalen Reaktion vergessen, die Pläne eines neuen Krieges in sich tragen. Man muss der Hinweise des großen Lenin eingedenk sein, dass man beim Übergange zur friedlichen Arbeit stets auf der Wacht sein und wie den Augapfel die Streitkräfte und die Verteidigungsfähigkeiten unseres Landes hüten muss.

 

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ANTWORTEN AUF DIE FRAGEN
DES MOSKAUER KORRESPONDENTEN
DER „SUNDAY TIMES“,
MR. ALEXANDER WERTH;
in einem Schreiben
vom 17. September 1946

24. September 1946

 

Die Politik der Sowjetunion in Bezug auf das deutsche Problem beschränkt sich von selbst auf die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands. Ich glaube, dass die Entmilitarisierung und Demokratisierung Deutschlands eine der bedeutendsten Garantien für die Errichtung eines stabilen und dauerhaften Friedens bildet.

Frage: Was ist Ihre Meinung über die Beschuldigungen, dass die Politik der kommunistischen Parteien in Westeuropa, „von Moskau diktiert wird“?

Antwort: Ich betrachte diese Beschuldigung als eine Absurdität, die man sich aus dem bankrotten Arsenal Hitlers und Goebbels geliehen hat.

6. Frage: Was ist Ihres Erachtens gegenwärtig die ernstlichste Bedrohung für den Frieden in der ganzen Welt?

Antwort: Die Anstifter eines neuen Krieges, vor allein Churchill und seine Gesinnungsgenossen in England und den USA.

7. Frage: Welche Schritte müssen, falls eine solche Bedrohung entstehen sollte, von den Völkern der Welt unternommen werden, um einen neuen Krieg zu vermeiden?

Antwort: Man muss die Anstifter eines neuen Krieges entlarven und bändigen.

1. Frage: Sind Sie, nach den in diesem Sommer und Herbst in den verschiedenen Zonen erfolgten Wahlen zu urteilen, dessen gewiss, dass Deutschland sich in politischer und demokratischer Richtung entwickelt, die zu Hoffnungen auf seine Zukunft als die Zukunft einer friedlichen Nation berechtigt?

Antwort: Dessen bin ich einstweilen nicht gewiss.

13. Frage: Was muss außer dem bestehenden Programm der vier Besatzungsmächte getan werden, um zu verhüten, dass Deutschland wieder zu einer militärischen Bedrohung für den Frieden wird?

Antwort: Man muss tatsächlich die Überbleibsel des Faschismus in Deutschland ausrotten und Deutschland restlos demokratisieren.

15. Frage: Werden Ihres Erachtens die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz erfüllt? Falls nicht, was ist dann erforderlich, um die Potsdamer Deklaration zu einem wirksamen Instrument zu machen?

Antwort: Sie werden nicht immer erfüllt, besonders auf dem Gebiet der Demokratisierung Deutschlands.

17. Frage: Wie weit sollten nach Ansicht des Kreml die verbündeten Mächte bei der Fahndung nach zweitrangigen Kriegsverbrechern in Deutschland und deren gerichtlicher Belangung gehen? Ist man der Meinung, dass die Nürnberger Entscheidungen eine hinreichend feste Basis für solche Schritte ergeben haben?

Antwort: Je weiter man gehen wird, desto besser.

 

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NTERVIEW MIT ELLIOT ROOSEVELT

21. Dezember 1946

 

Keine einzige Großmacht könnte gegenwärtig, selbst wenn ihre Regierung es anstreben würde, eine große Armee zum Kampf gegen eine andere verbündete Macht, eine andere Großmacht aufstellen, weil gegenwärtig niemand ohne sein Volk Krieg führen kann, das Volk aber keinen Krieg führen will. Die Völker sind kriegsmüde, außerdem gibt es keinerlei einleuchtende Ziele, die einen neuen Krieg rechtfertigen würden.

12. Frage: Gibt die Tatsache, dass in der amerikanischen und englischen Besatzungszone Deutschlands das Programm der Entnazifizierung nicht durchgeführt wurde, der Sowjetregierung einen ernsten Anlass zur Besorgnis?

Antwort: Nein, das ist kein Anlass zu ernster Besorgnis, aber natürlich ist es der Sowjetunion unangenehm, dass dieser Teil unseres gemeinsamen Programms nicht durchgeführt wird.

 

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UNTERREDUNG MIT DEM AMERIKANISCHEN REPUBLIKANISCHEN PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDATEN HARALD STASSEN

Protokoll der Unterredung

9. April 1947

 

Die Wirtschaftssysteme in Deutschland und in den USA seien die gleichen, nichtsdestoweniger sei es zwischen ihnen zu einem Krieg gekommen. Die Wirtschaftssysteme der USA und der UdSSR seien verschieden, doch hätten sie keinen Krieg miteinander geführt, sondern während des Krieges zusammengearbeitet. Wenn zwei verschiedene Systeme während des Krieges zusammenarbeiten konnten, warum sollten sie dann nicht in Friedenszeiten zusammenarbeiten können? Natürlich sei dabei gemeint, eine Zusammenarbeit bei verschiedenen Wirtschaftssystemen sei durchaus möglich, wenn der Wunsch nach Zusammenarbeit bestehe. Wenn aber der Wunsch nach Zusammenarbeit nicht vorhanden sei, dann könnten Staaten und Menschen auch bei gleichartigen Wirtschaftssystemen aneinander geraten.

„Lenin ist unser Lehrer“, sagt Stalin, „und wir Sowjetmenschen sind Lenins Schüler. Von Lenins Weisungen sind wir niemals abgewichen und werden wir niemals abweichen.“ Es sei möglich, er, Stalin, habe gesagt, dass ein System, z. B. das kapitalistische, nicht gewillt sei, zusammenzuarbeiten, doch hätte sich das auf den Wunsch, nicht aber auf die Möglichkeiten der Zusammenarbeit bezogen. Was aber die Möglichkeit der Zusammenarbeit betreffe, so stehe er, Stalin, auf dem Standpunkt Lenins, dass Zusammenarbeit zwischen den zwei Wirtschaftssystemen möglich und wünschenswert sei. Auch was den Wunsch des Volkes und der Kommunistischen Partei in der UdSSR nach Zusammenarbeit anbetreffe, so hätten sie diesen Wunsch. Eine solche Zusammenarbeit würde für beide Länder nur nützlich sein.

Er, Stalin, hätte gesagt, dass eine kapitalistische Umwelt und die Gefahr eines Überfalls auf die UdSSR bestehe. Wenn der eine Teil nicht zusammenarbeiten wolle, so bedeute dies, dass die Gefahr eines Überfalls bestehe. Und in der Tat, Deutschland, das mit der UdSSR nicht zusammenarbeiten wollte, hätte die UdSSR überfallen. Hätte die UdSSR mit Deutschland zusammenarbeiten können? Jawohl, die UdSSR hätte mit Deutschland zusammenarbeiten können, doch die Deutschen hätten es nicht gewollt. Andernfalls hätte die UdSSR mit Deutschland ebenso wie mit jedem anderen Lande zusammengearbeitet. „Wie Sie sehen, bezieht sich das auf den Wunsch, nicht aber die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Man muss einen Unterschied machen zwischen der Möglichkeit der Zusammenarbeit und dem Wunsch nach Zusammenarbeit. Die Möglichkeit zur Zusammenarbeit besteht immer, doch nicht immer besteht der Wunsch nach Zusammenarbeit. Wenn der eine Teil eine Zusammenarbeit nicht will, so ist das Resultat ein Konflikt, ein Krieg.“

Stassen möchte auf die Erklärung Stalins über die Gleichheit der Wirtschaftssysteme der USA und Deutschlands eingehen. Er müsse sagen, dass die Wirtschaftssysteme der USA und Deutschlands verschieden voneinander gewesen seien, als Deutschland den Krieg begann.

Stalin ist damit nicht einverstanden und erklärt, es hätte ein Unterschied in dem Regime in den USA und in Deutschland bestanden, aber kein Unterschied zwischen den Wirtschaftssystemen. Das Regime sei ein vorübergehender, ein politischer Faktor.

Das Sowjetsystem würde ein totalitäres oder diktatorisches System genannt, aber die Sowjetmenschen nennten das amerikanische System monopolistischen Kapitalismus. Wenn beide Seiten begännen, einander Monopolisten oder Totalitaristen zu schimpfen, so würde es zu keiner Zusammenarbeit kommen. Man müsse von der geschichtlichen Tatsache ausgehen, dass zwei vom Volk gebilligte Systeme bestünden. Nur auf dieser Basis sei eine Zusammenarbeit möglich.

Was die Leidenschaft für die Kritik an den Monopolen und am Totalitarismus anbetrifft, so sei das Propaganda, er aber, Stalin, sei kein Propagandist, sondern ein Mann der Tat. Wir dürfen nicht Sektierer sein, sagt Stalin. Wenn das Volk den Wunsch hätte, das System zu ändern, so würde es das tun. Als er, Stalin, mit Roosevelt zusammengetroffen sei und militärische Fragen mit ihm besprochen habe, hätten er und Roosevelt einander nicht Monopolisten und Totalitaristen geschimpft. Das hätte wesentlich dazu beigetragen, dass er und Roosevelt die Zusammenarbeit miteinander hergestellt und den Sieg über den Feind errungen hätten.

 

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INTERVIEW MIT EINEM KORRESPONDENTEN DER „PRAWDA“

17. Februar 1951

Die Organisation der Vereinten Nationen, die als Bollwerk zur Erhaltung des Friedens geschaffen wurde, verwandelt sich in ein Instrument des Krieges, in ein Mittel zur Entfesselung eines neuen Weltkrieges.

In Wirklichkeit ist die UNO jetzt weniger eine Weltorganisation als eine Organisation für die Amerikaner, die so handelt, wie es den amerikanischen Aggressoren genehm ist.

Die Organisation der Vereinten Nationen betritt auf diese Weise den unrühmlichen Weg des Völkerbundes. Damit begräbt sie ihre moralische Autorität und setzt sich dem Zerfall aus.

Natürlich gibt es in den Vereinigten Staaten von Amerika, in England ebenso wie auch in Frankreich aggressive Kräfte, die nach einem neuen Krieg lechzen. Sie brauchen den Krieg, um Überprofite zu erzielen, um andere Länder auszuplündern. Das sind die Milliardäre und Millionäre, die den Krieg als Einnahmequelle betrachten, die kolossale Profite einbringt.

Sie, die aggressiven Kräfte, halten in ihren Händen die reaktionären Regierungen und lenken sie. Gleichzeitig aber fürchten sie ihre Völker, die keinen neuen Krieg wollen und für die Erhaltung des Friedens sind. Deshalb bemühen sie sich, die reaktionären Regierungen zu benutzen, um ihre Völker durch Lügen zu umgarnen, sie zu betrügen und einen neuen Krieg als einen Verteidigungskrieg, die friedliche Politik der friedliebenden Länder aber als eine aggressive darzustellen. Sie bemühen sich, ihre Völker zu betrügen, um ihnen ihre aggressiven Pläne aufzuzwingen und sie in einen neuen Krieg hineinzuziehen.

 

Der Frieden wird erhalten und gefestigt werden, wenn die Völker die Erhaltung des Friedens in ihre Hände nehmen und ihn bis zum äußersten verteidigen. Der Krieg kann unvermeidlich werden, wenn es den Kriegsbrandstiftern gelingt, die Volksmassen durch Lügen zu umgarnen, sie zu betrügen und sie in einen neuen Weltkrieg hineinzuziehen.

Deshalb ist jetzt die breite Kampagne für die Erhaltung des Friedens als Mittel zur Entlarvung der verbrecherischen Machenschaften der Kriegsbrandstifter von erstrangiger Bedeutung.

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ÖKONOMISCHE PROBLEME DES SOZIALISMUS IN DER UDSSR

1952

Als wichtigstes ökonomisches Ergebnis des zweiten Weltkrieges und seiner wirtschaftlichen Folgen muss der Zerfall des einheitlichen, allumfassenden Weltmarktes betrachtet werden. Dieser Umstand bedingte die weitere Vertiefung der allgemeinen Krise des kapitalistischen Weltsystems.

Der zweite Weltkrieg selbst ist durch diese Krise hervorgebracht worden. Jede der zwei kapitalistischen Koalitionen, die sich während des Krieges ineinander verbissen hatten, rechnete darauf, den Gegner zu schlagen und die Weltherrschaft zu erlangen. Darin suchten sie den Ausweg aus der Krise. Die Vereinigten Staaten von Amerika rechneten darauf, ihre gefährlichsten Konkurrenten, Deutschland und Japan, auszuschalten, die ausländischen Märkte sowie die Weltrohstoffressourcen an sich zu reißen und die Weltherrschaft zu erlangen.

Der Krieg hat diese Hoffnungen jedoch nicht erfüllt. Zwar wurden Deutschland und Japan als Konkurrenten der drei wichtigsten kapitalistischen Länder, der USA, Englands, Frankreichs, ausgeschaltet. Aber zugleich fielen China und in Europa die anderen volksdemokratischen Länder vom kapitalistischen System ab und bildeten zusammen mit der Sowjetunion das einheitliche und mächtige sozialistische Lager, das dem Lager des Kapitalismus gegenübersteht. Das ökonomische Ergebnis der Existenz der zwei gegensätzlichen Lager ist, dass der einheitliche, allumfassende Weltmarkt zerfallen ist und wir infolgedessen jetzt zwei parallele Weltmärkte haben, die ebenfalls einander gegenüberstehen.

Es muss bemerkt werden, dass die USA sowie England und Frankreich, natürlich ohne ihren Willen, die Bildung und Festigung des neuen, parallelen Weltmarktes selbst gefördert haben. Sie haben über die UdSSR, China und die europäischen volksdemokratischen Länder, die sich nicht dem „Marshallplan“-System angeschlossen haben, die ökonomische Blockade verhängt in der Hoffnung, sie damit zu erdrosseln. In der Tat aber ergab sich keine Erdrosselung, sondern eine Festigung des neuen Weltmarktes.

a) Kann man behaupten, dass Stalins bekannte, vor dem zweiten Weltkrieg aufgestellte These über die relative Stabilität der Märkte in der Periode der allgemeinen Krise des Kapitalismus noch immer in Kraft bleibt?

b) Kann man behaupten, dass Lenins bekannte, im Frühjahr 1916 aufgestellte These, wonach der Kapitalismus trotz seiner Fäulnis „im großen und ganzen unvergleichlich schneller wächst als früher“, noch immer in Kraft bleibt?

Ich denke, das kann man keineswegs behaupten. Angesichts der neuen Bedingungen, die im Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg aufgetreten sind, muss festgestellt werden, dass beide Thesen ihre Geltung verloren haben.

 

6. Die Frage der Unvermeidlichkeit von Kriegen
zwischen den kapitalistischen Ländern 

Manche Genossen behaupten, dass infolge der Entwicklung der neuen internationalen Bedingungen nach dem zweiten Weltkrieg Kriege zwischen den kapitalistischen Ländern nicht mehr unvermeidlich seien. Sie meinen, dass die Gegensätze zwischen dem Lager des Sozialismus und dem Lager des Kapitalismus stärker seien als die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern, dass die Vereinigten Staaten von Amerika sich die anderen kapitalistischen Länder so weit untergeordnet hätten, um ihnen nicht zu gestatten, untereinander Krieg zu führen und sich gegenseitig zu schwächen, dass die tonangebenden Leute des Kapitalismus aus der Erfahrung zweier Weltkriege, die der ganzen kapitalistischen Welt schweren Schaden zugefügt haben, genügend gelernt hätten, um sich nicht noch einmal zu erlauben, die kapitalistischen Länder in einen Krieg gegeneinander hineinzuziehen - dass infolge all dessen die Kriege zwischen den kapitalistischen Ländern nicht mehr unvermeidlich seien.

Diese Genossen irren sich. Sie sehen die an der Oberfläche schimmernden äußeren Erscheinungen, aber sie sehen nicht die in der Tiefe wirkenden Kräfte, die, obwohl sie vorläufig unmerkbar wirken, dennoch den Lauf der Ereignisse bestimmen werden.

Nach außen hin scheint alles „wohlgeordnet“ zu sein. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben Westeuropa, Japan und andere kapitalistische Länder auf Ration gesetzt; (West)-Deutschland, England, Frankreich, Italien, Japan, die in die Klauen der USA geraten sind, führen gehorsam die Befehle der USA aus. Es wäre aber falsch, wollte man annehmen, dieser „wohlgeordnete Zustand“ könne „in alle Ewigkeit“ erhalten bleiben, diese Länder würden die Herrschaft und das Joch der Vereinigten Staaten von Amerika endlos dulden, sie würden nicht versuchen, aus der amerikanischen Knechtschaft auszubrechen und den Weg einer selbständigen Entwicklung zu beschreiten.

Nehmen wir vor allem England und Frankreich. Ohne Zweifel sind dies imperialistische Länder. Ohne Zweifel haben billige Rohstoffe und gesicherte Absatzmärkte für sie erstrangige Bedeutung. Kann man annehmen, dass sie die gegenwärtige Lage endlos dulden werden, da die Amerikaner unter dem Deckmantel der „Hilfe“ auf der Linie des „Marshallplans“ in die Wirtschaft Englands und Frankreichs eindringen und bestrebt sind, sie in ein Anhängsel der Wirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika zu verwandeln, da das amerikanische Kapital die Rohstoffe und die Absatzmärkte in den englisch-französischen Kolonien an sich reißt und damit den hohen Profiten der englisch-französischen Kapitalisten eine Katastrophe bereitet? Ist es nicht richtiger zu sagen, dass das kapitalistische England und, ihm folgend, auch das kapitalistische Frankreich schließlich und endlich gezwungen sein werden, sich aus der Umarmung der USA loszureißen und einen Konflikt mit ihnen zu riskieren, um sich eine selbständige Stellung und, natürlich, hohe Profite zu sichern?

Gehen wir zu den hauptsächlichen besiegten Ländern über, zu (West-)Deutschland und Japan. Diese Länder fristen jetzt unter dem Stiefel des amerikanischen Imperialismus ein elendes Dasein. Ihre Industrie und Landwirtschaft, ihr Handel, ihre Außen- und Innenpolitik, ihre ganze Lebensweise sind durch das amerikanische Besatzungsregime gefesselt. Aber diese Länder waren doch gestern noch imperialistische Großmächte, die die Grundlagen der Herrschaft Englands, der USA und Frankreichs in Europa und in Asien erschütterten. Wollte man annehmen, diese Länder würden nicht versuchen, wieder auf die Beine zu kommen, das „Regime“ der USA zu durchbrechen und auf den Weg einer selbständigen Entwicklung vorzudringen - so hieße das, an Wunder glauben.

Man sagt, dass die Gegensätze zwischen dem Kapitalismus und dem Sozialismus stärker sind als die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern. Theoretisch ist das natürlich richtig. Das ist nicht nur jetzt, in der gegenwärtigen Zeit, richtig, das war auch vor dem zweiten Weltkrieg richtig. Und dessen waren sich die Machthaber der kapitalistischen Länder mehr oder weniger bewusst. Und dennoch begann der zweite Weltkrieg nicht mit einem Krieg gegen die UdSSR, sondern mit dem Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern. Warum? Erstens, weil ein Krieg gegen die UdSSR, als das Land des Sozialismus, für den Kapitalismus gefährlicher ist als ein Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern, denn wenn es bei einem Krieg zwischen den kapitalistischen Ländern nur um die Frage der Vorherrschaft dieser oder jener kapitalistischen Länder über andere kapitalistische Länder geht, so muss ein Krieg gegen die UdSSR unbedingt die Frage der Existenz des Kapitalismus selbst aufwerfen. Zweitens, weil die Kapitalisten, obwohl sie zum Zwecke der „Propaganda“ über eine Aggressivität der Sowjetunion zetern, selbst nicht an solche Aggressivität glauben, da sie der Friedenspolitik der Sowjetunion Rechnung tragen und wissen, dass die Sowjetunion die kapitalistischen Länder nicht von sich aus angreifen wird.

Nach dem ersten Weltkrieg hat man ebenfalls angenommen, Deutschland sei endgültig erledigt, ebenso wie auch heute manche Genossen meinen, Japan und Deutschland seien endgültig erledigt. Damals wurde auch davon geredet und in der Presse darüber geschrieen, dass die Vereinigten Staaten von Amerika Europa auf Ration gesetzt haben, dass Deutschland nicht wieder auf die Beine kommen könne, dass es von nun an zwischen den kapitalistischen Ländern keine Kriege mehr geben könne. Doch hat sich Deutschland nach seiner Niederlage trotzdem in etwa 15-20 Jahren wiederaufgerichtet und ist als Großmacht wieder auf die Beine gekommen, nachdem es aus der Knechtschaft ausgebrochen war und den Weg einer selbständigen Entwicklung beschritten hatte. Dabei ist charakteristisch, dass niemand anders als England und die Vereinigten Staaten von Amerika Deutschland geholfen haben, sich ökonomisch aufzurichten und sein kriegswirtschaftliches Potential zu erhöhen. Natürlich verfolgten die USA und England, als sie Deutschland halfen, sich ökonomisch aufzurichten, die Absicht, Deutschland, nachdem es sich aufgerichtet hat, gegen die Sowjetunion zu lenken, es gegen das Land des Sozialismus auszuspielen. Deutschland richtete seine Kräfte jedoch in erster Linie gegen den englisch-französisch-amerikanischen Block. Und als Hitlerdeutschland der Sowjetunion den Krieg erklärte, schloss sich der englisch-französisch-amerikanische Block nicht nur nicht Hitlerdeutschland an, sondern war im Gegenteil gezwungen, eine Koalition mit der UdSSR gegen Hitlerdeutschland einzugehen.

Folglich erwiesen sich der Kampf der kapitalistischen Länder um die Märkte und der Wunsch, ihre Konkurrenten abzuwürgen, praktisch als stärker denn der Gegensatz zwischen dem Lager des Kapitalismus und dem Lager des Sozialismus.

Es fragt sich, welche Garantien gibt es, dass Deutschland und Japan nicht erneut auf die Beine kommen, dass sie nicht versuchen werden, aus der amerikanischen Knechtschaft auszubrechen und ein selbständiges Leben zu führen? Ich denke, solche Garantien gibt es nicht.

Daraus folgt aber, dass die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern bestehen bleibt.

Man sagt, Lenins These, dass der Imperialismus unvermeidlich Kriege hervorbringt, müsse als veraltet angesehen werden, da gegenwärtig mächtige Volkskräfte herangewachsen sind, die zur Verteidigung des Friedens, gegen einen neuen Weltkrieg auftreten. Das ist falsch.

Die gegenwärtige Friedensbewegung verfolgt das Ziel, die Volksmassen zum Kampf für die Erhaltung des Friedens, zur Verhütung eines neuen Weltkrieges zu mobilisieren. Folglich setzt sie sich nicht das Ziel, den Kapitalismus zu stürzen und den Sozialismus zu errichten - sie beschränkt sich auf die demokratischen Ziele des Kampfes für die Erhaltung des Friedens. In dieser Beziehung unterscheidet sich die gegenwärtige Bewegung für die Erhaltung des Friedens von der Bewegung während des ersten Weltkrieges für die Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg, da diese Bewegung weiterging und sozialistische Ziele verfolgte.

Es ist möglich, dass bei einem bestimmten Zusammentreffen von Umständen der Kampf für den Frieden sich hier und da zum Kampf um den Sozialismus entwickelt, aber das wird nicht mehr die gegenwärtige Friedensbewegung sein, sondern eine Bewegung zum Sturz des Kapitalismus.

Am wahrscheinlichsten ist, dass die gegenwärtige Friedensbewegung, als Bewegung für die Erhaltung des Friedens, im Falle des Erfolges zur Verhütung eines bestimmten Krieges, zu seinem zeitweiligen Aufschub, zur zeitweiligen Erhaltung des gegebenen Friedens, zum Rücktritt einer kriegslüsternen Regierung und zu ihrer Ablösung durch eine andere Regierung führt, die bereit ist, zeitweilig den Frieden zu erhalten. Das ist natürlich gut. Das ist sogar sehr gut. Aber dennoch genügt das nicht, um die Unvermeidlichkeit von Kriegen zwischen den kapitalistischen Ländern überhaupt zu beseitigen. Es genügt nicht, da bei allen diesen Erfolgen der Friedensbewegung der Imperialismus dennoch erhalten bleibt, bestehen bleibt und folglich auch die Unvermeidlichkeit der Kriege bestehen bleibt.

Um die Unvermeidlichkeit der Kriege zu beseitigen, muss der Imperialismus vernichtet werden.

 

 

Was Stalin über die Antikriegsbewegung lehrt, trifft im Wesentlichen auch auf die antifaschistische Bewegung zu.

Wir haben deshalb im Folgenden also nur die entsprechenden Begriffe ersetzt:

 

Die Unvermeidlichkeit des Weltfaschismus bleibt bestehen.

Man sagt, dass der Imperialismus unvermeidlich Faschismus hervorbringt, müsse als veraltet angesehen werden, da gegenwärtig mächtige Volkskräfte herangewachsen sind, die gegen einen neuen Weltfaschismus auftreten. Das ist falsch.

Die gegenwärtige antifaschistische Bewegung verfolgt das Ziel, die Volksmassen zur Verhütung eines neuen Weltfaschismus zu mobilisieren. Folglich setzt sie sich nicht das Ziel, den Weltkapitalismus zu stürzen und den Weltsozialismus zu errichten - sie beschränkt sich auf die demokratischen Ziele des antifaschistischen Kampfes. In dieser Beziehung unterscheidet sich die gegenwärtige antifaschistische Bewegung von der revolutionären Bewegung während und unmittelbar nach dem ersten Weltkrieg, als der Kampf für die proletarische Demokratie weiterging und sozialistische Ziele verfolgte.

Es ist möglich, dass bei einem bestimmten Zusammentreffen von Umständen der antifaschistische Kampf sich hier und da zum Kampf um den Sozialismus entwickelt, aber das wird nicht mehr die gegenwärtige antifaschistische Bewegung sein, sondern eine antifaschistische Bewegung zum Sturz des Weltkapitalismus.

Am wahrscheinlichsten ist, dass die gegenwärtige antifaschistische Bewegung im Falle des Erfolges zur Verhütung eines bestimmten Faschismus, zu seinem zeitweiligen Aufschub, zum Rücktritt einer faschistischen Regierung und zu ihrer Ablösung durch eine andere Regierung führt, die bereit ist, zeitweilig den Faschismus zu verhindern. Das ist natürlich gut. Das ist sogar sehr gut. Aber dennoch genügt das nicht, um die Unvermeidlichkeit des Weltfaschismus überhaupt zu beseitigen. Es genügt nicht, da bei allen diesen Erfolgen der antifaschistische Bewegung der Imperialismus dennoch erhalten bleibt, bestehen bleibt und folglich auch die Unvermeidlichkeit von Faschismus und Krieg bestehen bleibt.

Um die Unvermeidlichkeit von Faschismus und Krieg zu beseitigen, muss der Imperialismus vernichtet werden. Deswegen muss die antifaschistische Bewegung mit dem Sturz der Weltbourgeoisie und der Errichtung der Diktatur des Weltproletariats verbunden sein, um die Voraussetzungen für den Aufbau des Weltsozialismus, und damit den einzigen Weg zur Beseitigung des Weltfaschismus und zur Verhinderung seiner Rückkehr zu schaffen.

 

* * *

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* * *

Hiermit schließen wir das Kapitel ab, in dem wir die wichtigsten Schriften Stalins über den Kampf gegen den Faschismus zusammen gestellt haben.

Man kann den Weltfaschismus nicht bekämpfen, wenn man ihn nicht als Herrschaftsinstrument des Weltimperialismus bekämpft. Dazu ist es wichtig, die ökonomischen Wurzeln des Weltfaschismus wissenschaftlich heraus zu arbeiten.

Also, wenn wir für eine antifaschistische Welt kämpfen, dann kann diese nur verwirklicht werden, wenn wir hierfür eine solide ökonomische Basis schaffen.

Hierzu fügen wir zum Schluss einige weitere Zitate an aus Stalins :

ÖKONOMISCHE PROBLEME DES SOZIALISMUS IN DER UDSSR

 

7. Die Frage der ökonomischen Grundgesetze des modernen
Kapitalismus und des Sozialismus

 

Die wichtigsten Züge und Erfordernisse des ökonomischen Grundgesetzes des modernen Kapitalismus könnten etwa folgendermaßen formuliert werden: Sicherung des kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Mehrheit der Bevölkerung des gegebenen Landes, durch Versklavung und systematische Ausplünderung der Völker anderer Länder, besonders der zurückgebliebenen Länder, und schließlich durch Kriege und Militarisierung der Volkswirtschaft, die der Sicherung von Höchstprofiten dienen.

Der Maximalprofit ist die Triebkraft des monopolistischen Kapitalismus. Gerade die Notwendigkeit, Maximalprofite zu erlangen, treibt den Monopolkapitalismus zu so riskanten Schritten wie Versklavung und systematische Ausplünderung der Kolonien und anderer rückständiger Länder, Verwandlung einer Reihe unabhängiger Länder in abhängige Länder, Organisierung neuer Kriege, die für die Hauptmacher des modernen Kapitalismus das beste „Business“ sind, um Maximalprofite herauszuholen, und schließlich wie der Versuch, die ökonomische Weltherrschaft zu erobern.

Die Frage des Zusammenwachsens der Monopole mit dem Staatsapparat.

Der Ausdruck „Zusammenwachsen“ passt nicht. Dieser Ausdruck stellt oberflächlich und beschreibend die Annäherung der Monopole und des Staates fest, deckt aber nicht den ökonomischen Sinn dieser Annäherung auf. Es ist so, dass der Prozess dieser Annäherung nicht einfach zum Zusammenwachsen führt, sondern zur Unterordnung des Staatsapparats unter die Monopole. Darum sollte man auf das Wort „Zusammenwachsen“ verzichten und es durch die Worte „Unterordnung des Staatsapparats unter die Monopole“ ersetzen.

* * *

Die allgemeine Krise des kapitalistischen Weltsystems begann in der Zeit des ersten Weltkrieges, besonders infolge des Ausscheidens der Sowjetunion aus dem kapitalistischen System. Das war die erste Etappe der allgemeinen Krise. Während des zweiten Weltkrieges trat die allgemeine Krise in ihre zweite Etappe, besonders nach dem Ausscheiden der volksdemokratischen Länder in Europa und in Asien aus dem kapitalistischen System. Die erste Krise in der Zeit des ersten Weltkrieges und die zweite Krise in der Zeit des zweiten Weltkrieges sind nicht als einzelne, voneinander isolierte selbständige Krisen anzusehen, sondern als Entwicklungsetappen der allgemeinen Krise des kapitalistischen Weltsystems.

Ist die allgemeine Krise des Weltkapitalismus nur eine politische oder nur eine Wirtschaftskrise? Weder das eine noch das andere. Sie ist eine allgemeine, das heißt eine allseitige Krise des kapitalistischen Weltsystems, die sowohl die Wirtschaft als auch die Politik erfasst. Hierbei ist klar, dass dieser Krise einerseits die ständig zunehmende Zersetzung des Weltwirtschaftssystems des Kapitalismus und anderseits die wachsende wirtschaftliche Macht der vom Kapitalismus abgefallenen Länder, der UdSSR sowie Chinas und der anderen volksdemokratischen Länder, zugrunde liegt.

 

 

* * *

 

 

SCHLUSSWORT ZUM KAPITEL II

 

Wir beenden dieses II. Kapitel mit Stalins Definition vom Grundgesetz des Sozialismus, um darauf aufmerksam zu machen, dass man den Weltfaschismus niemals ausrotten kann, ohne seine ökonomische Basis zu zerstören, nämlich das Monopoleigentum an den Weltproduktionsmitteln.

Besteht ein

ökonomisches Grundgesetz des Sozialismus?

Ja, es besteht. Welches sind die wesentlichen Züge und Erfordernisse dieses Gesetzes? Die wesentlichen Züge und Erfordernisse des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus könnten etwa folgendermaßen formuliert werden: Sicherung der maximalen Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft durch ununterbrochenes Wachstum und stetige Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik.

Folglich: Statt Sicherung von Maximalprofiten - Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft; statt Entwicklung der Produktion mit Unterbrechungen von Aufschwung zu Krise und von Krise zu Aufschwung - ununterbrochenes Wachstum der Produktion; statt periodischer, von der Zerstörung der Produktivkräfte der Gesellschaft begleiteter Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik - stetige Vervollkommnung der Produktion auf der Basis der höchstentwickelten Technik.

 

* * *

Um eine antifaschistische Welt aufzubauen, bedarf es einer neuen weltökonomischen Basis, die des Weltsozialismus, welche auf der Vergesellschaftung aller Weltproduktionsmittel beruht.

Wer im Kampf gegen den Weltfaschismus den globalen Zusammenhang zwischen Basis und Überbau nicht begreift, wird auch nicht die antifaschistischen Lehren des Genossen Stalin begreifen, ohne die der Weltfaschismus niemals zu besiegen ist.

Die Sowjetunion Lenins und Stalins war gerade deswegen das einzige Land ohne Faschismus, weil diesem dort jegliche ökonomische Basis für seine Entstehung entzogen war.

Und eben das ist die wichtigste Lehre des Stalinismus zur Schaffung der antifaschistischen Welt, welche nur durch den Aufbau des Weltsozialismus entstehen kann.

 

 


 

 

1 Monat nach der ersten Begegnung zwischen Stalin und Enver Hoxha wurde die Kominform gegründet

TEIL III

12. Die Kominform, Enver Hoxha und die SVR ALBANIEN

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ÜBER DIE KOMINFORM

 


 

 

III

Was lehrt Enver Hoxha über den Antifaschismus ?

Die gemeinsamen Lehren des Antifaschismus von Stalin und Enver Hoxha leiten sich vor Allem ab aus dem gemeinsamen Befreiungskrieg gegen den Hitlerfaschismus.

 

 

Alle erhaltenen Fotos zeigen Stalin und Enver Hoxha gemeinsam in Uniform, in der Uniform der Roten Armee und der Albanischen Volksarmee, Uniformen der siegreichen Armeen gegen den Hitlerfaschismus.

Albanien feiert den Tag seiner Befreiung vom Hitlerfaschismus am 29. November 1944. Die Sowjetunion Lenins und Stalin feiert den 9. Mai 1945 als Tag der Befreiung, wobei dies der Tag der Kapitulation der Nazis in Berlin war, während sämtliche deutsche Besatzungstruppen schon vorher, Ende 1944, vom Boden der Sowjetunion vertrieben worden waren.

Der antifaschistische Befreiungskrieg Albaniens reiht sich ein in die große Kampffront aller Völker, die vom Hitlerfaschismus brutal unterdrückt und ausgebeutet wurden. Der Führer dieser internationalen antifaschistischen Befreiungsfront war der Genosse Stalin.

Somit war Stalin also nicht nur der ruhmreiche Führer des Großen Vaterländischen Krieges. Er leitete den Kampf zur Befreiung der Völker auch dann noch weiter, als die Sowjetunion bereits befreit war. Im antifaschistischen Kampf erwies sich Stalin als der wahre große Führer des Weltproletariats. Auf den Trümmern des Hitlerfaschismus ebnete Stalin mit der Schaffung des stalinistischen Weltlagers den Weg zum Weltsozialismus und Weltkommunismus.

Genosse Enver Hoxha hob hervor:

"Der entscheidende äußere Faktor des historischen Sieges des albanischen Volkes war der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion und ihr großer Sieg über den Faschismus, ungeachtet dessen, dass die Rote Armee nicht nach Albanien kam. Unter der Führung J. W. Stalins trug die Sowjetunion die größte Last des Zweiten Weltkrieges auf ihren Schultern und spielte die Hauptrolle bei der Zerschlagung des Faschismus. Die großen Siege der Roten Armee gegen Hitlerdeutschland schufen geeignete Bedingungen dafür, dass das albanische Volk sich wie ein Mann erhob und durch seinen heroischen Kampf die volle nationale Unabhängigkeit errang und die Volksmacht errichtete.

(Enver Hoxha)

Die Rote Armee hat nie albanischen Boden betreten. Albanien hat sich selbst befreit. Aber die albanische Befreiungsarmee hat gemeinsam mit der Roten Armee in Jugoslawien gekämpft.

Was also den Genossen Enver Hoxha anbelangt, so kämpfte er Seite an Seite mit Stalin auf dem Boden Jugoslawiens für die Befreiung vom Hitlerfaschismus.

Dieser gemeinsame antifaschistische Kampf außerhalb der eigenen Landesgrenzen, das war der Beweis dafür, dass bei Stalin und Enver Hoxha der internationale Charakter des Antifaschismus in Wort und Tat vollkommen übereinstimmten, und zwar schon bevor sie sich zum ersten Mal am 16. Juli 1947 begegnet waren. Es waren dann auch nicht rein zufällig die Genossen Stalin und Enver Hoxha, die beide den prinzipienfesten Kampf gegen den ersten Staat des Revisionismus an der Macht führten, gegen das titoistische Jugoslawien. Stalin und Enver Hoxha halfen den jugoslawischen Völkern, sich nicht nur vom Hitlerfaschismus, sondern auch vom titoistischen Sozialfaschismus zu befreien. Was die Rolle der Kominform betraf, so weisen wir auf unser Buch hin:

Dieses Beispiel lehrt, dass der Stalinismus-Hoxhaismus sowohl den Faschismus als auch den Sozialfaschismus bekämpfen muss. Was den Bruch mit den Titoisten betraf, so hatte Enver Hoxha übrigens sämtliche militärische Auszeichnungen von Tito wieder an Tito zurück geschickt.

Die stalinistisch-hoxhaistische Theorie des Antifaschismus ist die Theorie aller Erfahrungen des antifaschistischen Kampfes des Weltproletariats im Allgemeinen und der antifaschistischen Erfahrungen Stalins und Enver Hoxhas im Besonderen, wobei sich Stalin auf den Leninismus und Enver Hoxha auf den Stalinismus stützte.

Wenn wir als einzige Weltorganisation die Auffassung vertreten, dass die Sowjetunion Lenins und Stalins und das Albanien Enver Hoxhas beides die einzigen wahrhaft sozialistischen Staaten auf der Welt gewesen sind, so trifft dies auch auf den einzig wahren antifaschistischen Kampf von Stalin und Enver Hoxha zu. Mehr noch:

Der antifaschistische Kampf des Genossen Enver Hoxha war der einzige antifaschistische Kampf, dessen Sieg tatsächlich zum einzigen Sozialismus auf der Welt geführt hat. Albanien stützte sich auf Stalins Lehren, während alle übrigen Ostblockstaaten im Sumpf des modernen Revisionismus versanken und sich in Wasallen des sowjetischen Sozialimperialismus verwandelten, bevor sie als nächsten Schritt offen ins Lager des westlichen Imperialismus übergewechselt waren.

Wir bezeichnen den Genossen Enver Hoxha u. A. deswegen als den 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus, weil er den praktischen und theoretischen Beweis dafür erbracht hat, dass der Sozialismus direkt aus dem Kampf gegen den Faschismus hervor geht.

Aus dem Hoxhaismus leitet die Komintern (SH) die These ab, dass der Kampf gegen den Weltfaschismus direkt zum Weltsozialismus führt.

Der gemeinsame Kampf von Enver Hoxha und Stalin für die Befreiung Jugoslawiens lehrt uns Stalinisten-Hoxhaisten, dass es sich im Kampf gegen den Faschismus nicht nur um einen Kampf der nationalen, sondern darüber hinaus um einen internationalen Befreiungskrieg gegen den Faschismus gehandelt hat. Er muss deswegen auch gegen den heutigen Weltfaschismus global geführt werden von der Komintern (SH).

Der 16. Juli 1947 lehrt uns, dass wir uns in unserem Kampf gegen den Weltfaschismus ausschließlich vom Stalinismus-Hoxhaismus leiten lassen. Wir haben im vorigen Kapitel unsere Lehren aus dem Antifaschismus des Genossen Stalin gezogen.

In diesem Kapitel werden wir unsere antifaschistischen Lehren aus dem Hoxhaismus ziehen, der auf dem Stalinismus aufbaut und von der Komintern (SH) als Weiterentwicklung des Stalinismus definiert ist.

 

 

Enver Hoxhas Lehren über den Antifaschismus resultieren also nicht nur aus dem Kampf gegen den Hitlerfaschismus, sondern auch aus dem Kampf gegen den italienischen Faschismus, gegen den griechischen Monarcho-Faschismus und den jugoslawischen Sozialfaschismus, sowie den Sozialfaschismus aller anderen modernen Revisionisten, wie den der Sowjetrevisionisten und ihrem Weltlager, und den Maoisten und ihrem Weltlager, den Euro-"Kommunisten" und schließlich aus Enver Hoxhas Kampf gegen die 5. Kolonnen des Faschismus (Quislinge, Trotzkisten, usw.)

Was bedeutet das ?

Das bedeutet, dass wir den Hoxhaismus nicht nur als eine bloße "Bereicherung des Marxismus-Leninismus" verteidigen, sondern als Weiterentwicklung des Stalinismus betrachten. Die Komintern (SH) hat seit ihrer Gründung zahlreiche Texte verfasst, um zu beweisen, dass Enver Hoxha der 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus ist. Und hiermit führen wir einen weiteren Text hinzu - die hoxhaistische Weiterentwicklung der stalinistischen Lehre vom Antifaschismus.

* * *

Die Komintern (SH) feiert den 16. Juli 1947 jedes Jahr als den Tag der ersten Begegnung des Genossen Stalin und des Genossen Enver Hoxha, als den Jahrestag der Schaffung des Stalinismus-Hoxhaismus !

Ist es da nicht selbstverständlich, dass wir mit jenen Lehren Enver Hoxhas über den Antifaschismus beginnen, die wir aus der ersten Begegnung mit Stalin entnehmen können ?

Die Erinnerungen an die Begegnungen mit Stalin wurden von Enver Hoxha erst 1979, also 32 Jahre nach seiner ersten Begegnung mit Stalin veröffentlicht.

In seinem Vorwort "Begegnungen mit Stalin" schrieb Enver Hoxha:

Die albanischen Kommunisten und das albanische Volk haben (obwohl sie sich sehr weit weg von der Sowjetunion befanden) in den schwersten Augenblicken, die unser Land während der italienischen und deutschen faschistischen Besatzung durchmachte, als sich die Geschicke unseres Vaterlandes entschieden – ob es in Knechtschaft bleiben oder in die Freiheit und ans Licht treten würde -, Stalins bedeutende Rolle sehr stark und unmittelbar empfunden. In den schwierigen Kriegstagen war Stalin stets an unserer Seite. Er stärkte unsere Hoffnung, er erhellte uns die Perspektive, er stählte unsere Herzen und unseren Willen, er erhöhte unsere Siegeszuversicht. Oft waren die letzten Worte der albanischen Kommunisten, Patrioten, Partisanen, die auf dem Schlachtfeld ihr Leben hingaben, im Angesicht des Galgens, der Maschinengewehre und Maschinenpistolen des Feindes: „Es lebe die Kommunistische Partei!“, „Es lebe Stalin!“ Nicht nur einmal geschah es, dass Kugeln des Feindes, die das Herz von Söhnen und Töchtern unseres Volkes durchbohrten, zugleich auch Stalins Werke durchschlugen, die sie als teuren Schatz an der Brust bewahrten".

 

* * *

Als der beste Schüler Stalins hat der Genosse Enver Hoxha den Genossen Stalin gegen den Anti-Stalinismus der modernen Revisionisten so vorbildlich verteidigt wie kein anderer auf der Welt. Das tat der Genosse Enver Hoxha auch, als er die Verleumdungen der modernen Revisionisten zurückwies, die noch zu Lebzeiten Stalins Lobeshymnen auf ihn sangen - wie: «Der große Marschall des Sieges über den Faschismus»

Enver Hoxha entlarvte und bekämpfte die modernen Revisionisten, die sich in Worten als "Antifaschisten" ausgeben und in Wahrheit Faschisten sind. Heute schrecken die russischen Imperialisten nicht davor zurück, sich im antifaschistischen Glorienschein des Genossen Stalin zu präsentieren. Dabei sind die heutigen Führer Russlands nichts Anderes als ihre sowjetrevisionistischen Vorgänger, nämlich Faschisten, die nicht nur das eigene Volk terrorisieren, sondern auch andere Völker.

Enver Hoxha schrieb seine Erinnerungen an die "Begegnungen mit Stalin" zu seinem 100. Geburtstag im Dezember 1979. In dieser Zeit herrschte der Sozialfaschismus in der Sowjetunion, war die sozialimperialistische Sowjetunion eine der beiden Supermächte, gegen die die Partei der Arbeit Albaniens an der Spitze der marxistisch-leninistischen Weg den Hauptstoß gegen Krieg und Faschismus richtete.

In seinem Vorwort richtete sich Enver Hoxha direkt an die Völker der Sowjetunion mit den folgenden Worten:

Wenn wir Marxisten-Leninisten an seinem hundertsten Geburtstag Stalins und seines Werkes gedenken, können wir nicht umhin, uns direkt an die Völker der Sowjetunion zu wenden, um ihnen ganz offen und aufrichtig zu sagen:

Mit Stalins Namen auf den Lippen habt ihr die gefährlichsten Feinde der Menschheit angegriffen und besiegt. Was werdet ihr tun, werdet ihr zu diesem großen Jubiläum schweigen ?

Die Chruschtschow-Revisionisten, die kein gutes Haar an Stalin gelassen haben, mögen ein paar läppische Worte über ihn verfassen, weil sie seinen strahlenden Namen und sein glänzendes Werk nicht auslöschen können. Doch für euch, die ihr die Große Oktoberrevolution machtet, gebührt es sich, eures strahlenden Führers in tiefer Achtung zu gedenken. Ihr müsst die faschistische Diktatur zerschlagen, die sich hinter betrügerischen Schlagworten verbirgt. Ihr müsst euch im Klaren darüber sein, dass diejenigen, die euch leiten, Faschisten, Chauvinisten und Imperialisten sind. Sie richten euch ab als Kanonenfutter für einen erbitterten imperialistischen Krieg, um die Völker zu morden und die Länder zu verheeren und auszubluten, die große Hoffnungen in das Vaterland Lenins und Stalins setzten. So sehen euch die Völker der Welt nicht gern. Verhaltet ihr euch weiterhin so, werden sie euch nicht mehr achten können, werden sie euch hassen".

Vom Vorwort kommen wir nun zu Enver Hoxhas Erinnerungen über seine erste Begegnung mit Stalin.

* * *

Begegnungen mit Stalin

Erinnerungen

 

Faksimile der Aufzeichnungen, die Genosse Enver Hoxha bei dem Treffen mit Josef Stalin anfertigte.

 

16. Juli 1947

Welche Lehren des Antifaschismus können wir aus der ersten Begegnung ziehen ?

Enver Hoxha schreibt:

Wir freuten uns unbeschreiblich, dem großen Stalin zu begegnen. Von einem Zusammentreffen mit Stalin hatten wir Tag und Nacht geträumt seit wir uns mit der marxistisch-leninistischen Theorie vertraut gemacht hatten. Dieser Wunsch war bei uns in der Zeit des Antifaschistischen Nationalen Befreiungskampfes noch gewachsen. Neben den überragenden Gestalten Marx, Engels und Lenin war uns Genosse Stalin ungewöhnlich teuer, und wir achteten ihn außerordentlich, denn von seinen Lehren hatten wir uns bei der Gründung der Kommunistischen Partei Albaniens als einer Partei Leninschen Typs leiten lassen, sie hatten uns während des Nationalen Befreiungskampfes beseelt und dienten uns nun beim Aufbau des Sozialismus. Die Gespräche mit Stalin und seine Ratschläge sollten Wegweiser bei der großen und schwierigen Arbeit werden, die wir leisteten, um die errungenen Siege zu festigen.

Enver Hoxha ließ sich im Nationalen Befreiungskampf von Stalins Lehre des Antifaschismus leiten. Das war der Schlüssel zum Sieg der albanischen Volksbefreiungsarmee. Und das wusste auch Stalin zu würdigen, wie Enver Hoxha schieb:

"Er sprach mit großer Liebe und Achtung von unserem Volk, seiner kämpferischen Vergangenheit und seinem Heldentum im Nationalen Befreiungskampf. Er sagte zu uns:

'Ich weiß besonders um das Heldentum, das das albanische Volk im Antifaschistischen Nationalen Befreiungskampf bewiesen hat'.

Ich versicherte ihn der tiefen Dankbarkeit der albanischen Kommunisten und des ganzen albanischen Volkes für die flammende Unterstützung, die unserem Volk und unserer Partei sowohl in den Kriegsjahren als auch nach der Befreiung von der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, der Sowjetregierung und ihm selbst gewährt worden war."

* * *

Die Besonderheit der Gründung der PAA bestand nicht nur darin, dass sie den am weitesten entwickelten bolschewistischen Typ der stalinschen Partei als Vorbild für sich nutzen konnte, sondern auch darin, dass sie im Feuer des Kampfes gegen den Faschismus gegründet worden war. Diese historisch bedingten charakteristischen Eigenschaften waren es, durch die sich die Gründung der PAA von der Gründung aller anderen kommunistischen Parteien unterschied. Der Sieg über den Hitlerfaschismus bildete die Grundlage für die Errichtung der Diktatur des albanischen Proletariats.

Und in den Begegnungen mit Stalin ging es darum, den Sieg über den Hitlerfaschismus zu festigen durch die Errichtung der Diktatur des Proletariats und den Aufbau des Sozialismus. Das ist im Grunde genommen auch die ganze Quintessenz der Bedeutung der vier Begegnungen nicht nur für Albanien, sondern auch für die ganze Welt.

Darin sehen wir heute für uns den Wert des stalinistisch-hoxhaistischen Wegweisers für die Festigung unseres Sieges über den Weltfaschismus und für die daraus abzuleitende Aufgabe der Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats und des Aufbaus des Weltsozialismus.

* * *

Danach fragte mich Genosse Stalin nach den Umtrieben der inneren Reaktion in Albanien und unserer Haltung ihr gegenüber.

Der inneren Reaktion", sagte ich, „haben wir Schläge versetzt, und wir versetzen ihr weitere schwere Schläge. Im Kampf, sie zu entlarven und zu zerschlagen, waren wir erfolgreich. Soweit die Feinde physisch vernichtet wurden, geschah dies entweder in den direkten Zusammenstößen unserer Kräfte mit den bewaffneten Kriminellenbanden oder nach dem Urteil der Volksgerichte, vor die die Verräter und die engen Kollaborateure der Besatzer gestellt wurden. Bei allen Erfolgen, die wir erzielt haben, können wir noch nicht sagen, dass die innere Reaktion jetzt untätig bliebe. Sie ist zwar nicht imstande, sich so zu organisieren, dass sie uns gefährlich werden konnte, aber immerhin treibt sie Propaganda gegen uns.

Der innere Feind wird unterstützt vom äußeren Feind, der damit seine eigenen Zwecke verfolgt. Die ausländische Reaktion versucht den inneren Feinden zu helfen, sie zu ermutigen und sie zu organisieren, und zwar durch Agenten, die auf dem Land- oder Luftweg eingeschleust werden.

Angesichts der Versuche der Feinde haben wir die revolutionäre Wachsamkeit der werktätigen Massen geschärft. Das Volk hat diese Agenten ergriffen, und es wurden eine Reihe von Prozessen gegen sie geführt. Die öffentlichen Gerichtsverhandlungen und die Urteilssprüche übten eine große erzieherische Wirkung auf das Volk aus und haben sein Vertrauen in die Kraft unserer Volksmacht, die Achtung vor ihrer Gerichtsbarkeit erhöht. Zugleich haben diese Gerichtsverhandlungen die inneren und äußeren reaktionären Kräfte entlarvt und demoralisiert."

Ich diskutierte mit Genossen Stalin auch das Problem der Auslieferung der Kriegsverbrecher, die aus unserem Land geflüchtet waren. Mit vollem Recht verlangten wir von den Regierungen der Länder, die den Kriegsverbrechern Unterschlupf gewährt hatten, ihre Auslieferung, damit sie vor dem Volk Rechenschaft ablegten, obwohl wir wussten, dass man sie nicht ausliefern würde, weil sie Hilfstruppen der Amerikaner und des Faschismus überhaupt waren.

Genauso konsequent müssen wir auch handeln, nachdem wir den Weltfaschismus zerschlagen haben. Wenn wir hier nicht genauso konsequent handeln wie Enver Hoxha, dann erleichtern wir es dadurch den Faschisten, unsere Diktatur des Weltproletariats wieder zu zerschlagen. Wir müssen alles tun, um zu verhindern, dass der Weltfaschismus restauriert wird. Dass der Weltfaschismus heute herrscht, liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Entnazifizierung - außer in der Sowjetunion und Albanien - nicht oder nicht konsequent genug vollzogen wurde. Mit Hilfe der Anglo-Amerikaner wurden beispielsweise in Westdeutschland führende Posten in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft mit alten Nazis besetzt. Viele Nazis tauchten im Ausland unter. Nur ein geringer Prozentsatz der alten Nazi wurde verurteilt und bestraft. Und auch in der DDR sah es nicht viel besser aus. Es ist bekannt, dass in der SED auch alte Nazis Mitglieder waren. Die Berliner Mauer, der so genannte "antifaschistische Schutzwall", war in Wahrheit ein Wall zum Schutz von Faschisten und Sozialfaschisten.

Sicherlich gibt es im Weltsozialismus günstigere Bedingungen für die Entfaschisierung als nach dem Zweiten Weltkrieg, allein schon dadurch, dass es keinen anderen Planeten gibt, auf den die Faschisten fliehen können, um von dort aus ihre Rückkehr zu organisieren. Mit dem Weltsozialismus ist die Unvermeidbarkeit des Faschismus beseitigt.

* * *

Kommen wir zum Kampf gegen die griechischen Monarcho-Faschisten.

Enver Hoxha erinnert sich:

Ich ging dann besonders auf unsere Beziehungen zu Griechenland ein, um die Lage an unseren Südgrenzen zu erläutern. Ich betonte, dass die griechischen Monarcho-Faschisten, die ihren Traum vom „Großreich", das heißt von der Annexion Südalbaniens, nicht zu verwirklichen vermochten, ihre zahllosen Grenzprovokationen fortsetzten.

Ihre Absicht ist", sagte ich zu Genossen Stalin, „an unserer Grenze einen Brandherd zu schaffen und — kaum dass der Krieg zu Ende gegangen ist — die Beziehungen Griechenlands zu uns zuzuspitzen." Ich erklärte, dass wir versuchten, den Provokationen der griechischen Monarcho-Faschisten nach Möglichkeit auszuweichen, sie nicht zu beantworten.

Nur wenn sie die Dinge hin und wieder auf die Spitze treiben und unsere Leute töten, reagieren wir und schlagen zurück, um den Monarcho-Faschisten klarzumachen, Albanien und seine Grenzen unantastbar sind. Sollten sie vorhaben, bedrohliche Schritte gegen AIbaniens Unabhängigkeit zu unternehmen, so müssen siewissen, dass wir in der Lage sind, unser Vaterland zu verteidigen.

All die Absichten der Monarcho-Faschisten und ihre Versuche, die Verantwortung für den Bürgerkrieg, der in Griechenland ausgebrochen ist, Albanien in die Schuhe zu schieben, um unsere Volksmacht in den Sitzungen des Sicherheitsrates und auf anderen internationalen Konferenzen in ein schlechtes Licht zu rücken, werden von den imperialistischen Mächten geschürt und unterstützt." Nachdem ich die Situation ausführlich dargestellt hatte, erläuterte ich Genossen Stalin unsere Haltung in der Untersuchungskommission und ihren Unterkommissionen, die geschaffen worden waren, um die zugespitzten Beziehungen zwischen Albanien und Griechenland zu klären.

Ich berichtete Genossen Stalin alles, was wir über die Lage der griechischen Demokraten wussten, sprach auch von der Unterstützung, die wir ihrem gerechten Kampf zuteil werden ließen. Ich unterließ es auch nicht, ihm frank und frei unsere Meinung über eine Reihe von Auffassungen der Genossen der Griechischen Kommunistischen Partei mitzuteilen, die uns unrichtig schienen. Ebenso trug ich ihm auch meine Meinung über die Aussichten des Kampfes der griechischen Demokraten vor.

Obwohl Genosse Stalin von den Genossen Molotow, Wyschinski und anderen bestimmt über das brutale und schimpfliche Verhalten der englischen und amerikanischen Imperialisten gegenüber Albanien informiert worden war, sprach ich dieses Thema noch einmal an. Dabei hob ich die schroffe, tückische und feindselige Haltung hervor, die sie auf der Pariser Konferenz uns gegenüber eingenommen hatten. Ich betonte außerdem, dass sich die Situation zwischen uns und den Anglo-Amerikanern keinen Deut gebessert hatte, dass wir ihre Haltung immer noch als bedrohlich betrachteten. Die Anglo-Amerikaner betrieben nicht nur auf internationaler Ebene weiter eine außerordentlich feindselige Propaganda gegen Albanien. Darüber hinaus unternahmen sie von Italien und Griechenland aus auch

Provokationen zu Lande und aus der Luft gegen uns, mit Hilfe albanischer Diversanten, geflohener Zogisten, Ballisten und Faschisten, die sie in Sammellagern in Italien und anderswo für den Einsatz gegen uns zusammengezogen hatten.

Stalin, der mir aufmerksam zugehört hatte, sagte daraufhin zu mir: „Trotz all der Schwierigkeiten und Hindernisse, die die Amerikaner und Engländer Euch bereiten, konnen sie Euch im Augenblick nicht angreifen. Angesichts Eurer entschlossenen Haltung können sie nicht auf Eurem Territorium landen, deshalb macht Euch keine Sorgen. Trotzdem müsst Ihr das Vaterland schützcn, alle Maßnahmen ergreifen, um die Armee und die Grenzen zu verstärken, denn die Gefahr eines Krieges von Seiten der Imperialisten existiert. Aufgehetzt und unterstützt von den amerikanischen und englischen Imperialisten, werden die griechischen Monarcho-Faschisten ihre Provokationen gegen Euch fortsetzen", fuhr Stalin fort, „nur um Euch Schwierigkeiten zu bereiten und Euch nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Für die heutige Athener Regierung sieht es im Innern schlecht aus, denn der Bürgerkrieg, der dort ausgebrochen ist, richtet sich gegen sie und ihre Oberherren, die Engländer und die Amerikaner."

Aus dem von Stalin erfolgreich geführten Kampf gegen die kapitalistischen Umkreisung der Sowjetunion lernte auch der Genosse Enver Hoxha im Kampf gegen die griechischen Monarcho-Faschisten. Die Umkreisung der Sowjetunion und die Albaniens unterschied sich jedoch qualitativ dadurch, dass es sich bei der Umkreisung Albaniens bereits um eine kapitalistisch-revisionistische Umkreisung handelte, die auf der Zusammenarbeit der beiden Supermächte USA und UdSSR gegen die Völker des Balkans beruhte. Der Hoxhaismus hat in Wort und Tat bewiesen, dass der Sozialismus gegen die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung siegreich verteidigt worden ist.

Die Provokationen der griechischen Monarcho-Faschisten gegen Albanien wurden also nicht nur von den kapitalistischen, sondern auch von den revisionistischen Staaten unterstützt. Im August 1967 gab Enver Hoxha die gebührende Antwort:

"Die Revisionisten haben sich die Finger verbrannt. Die Monarcho-Faschisten können versuchen, unsere Grenzen anzutasten, wenn sie es sich trauen. Sie und ihre Verbündeten, die Revisionisten, werden eine Niederlage erleiden. "

Der Hoxhaismus hat in Wort und Tat bewiesen, dass es den Imperialisten nicht gelungen ist, die freundschaftlichen Beziehungen des sozialistischen Albaniens zu seinen Nachbarvölkern zu beeinträchtigen oder gar zu zerstören, auch nicht mit Hilfe der Provokationen seitens der Faschisten und Sozialfaschisten. Das sozialistische Albanien war ein Bollwerk des Friedens und Antifaschismus auf dem Balkan. Und heute ?

Heute gibt es für den Weltimperialismus nichts mehr auf dem Balkan, was er noch einzukreisen hätte. Er hält den ganzen Balkan besetzt, hat den Balkan unterworfen, saugt ihn aus. Dem Wesen nach unterscheidet sich die weltfaschistische Unterwerfung des Balkans von heute nicht von der Unterwerfung durch den Hitlerfaschismus von damals. Balkanfaschismus dient dem Weltfaschismus, bedeutet terroristische Neuverteilung des Balkans, bedeutet Verelendung und Krieg, was den Antifaschismus hervor ruft und zum roten Balkan führt.

Heute erfüllt die albanische Bourgeoisie die Rolle von Quislingen im weltimperialistischen Staatensystem. Auf dem ganzen Balkan herrscht Korruption in Partei, in Staat und Wirtschaft, herrscht der Einfluss der Mafia. Doch nur ein kleiner Teil des Reichtums fließt in die Taschen der Kompradorenbourgeoisie. Der größte Teil fließt ins Ausland.

Heute treiben die Mordbanden der griechischen Faschisten und ihre Partei "Goldene Morgendämmerung" (unterstützt von faschistischen Elementen des griechischen Staates und seiner Polizei) in Südalbanien ungehindert ihr Unwesen und terrorisieren die Bevölkerung dort. Genauso wie einst die Titoisten, träumen die griechischen Rassisten von der Einverleibung Albaniens und schrecken nicht vor der Anwendung von Terrormethoden des Hitlerfaschismus zurück. Die Märtyrer der griechischen Minderheit in Südalbanien, wie Lefter Talo, Thanos Ziko und Andere, haben ihr Blut für den Kommunismus und nicht für den Faschismus vergossen , weder für den italienischen, deutschen, jugoslawischen, griechischen oder für irgendeinen anderen Faschismus. Albanien von Faschisten und Sozialfaschisten zu säubern, das heißt heute nichts Anderes, als das siegreiche hoxhaistische Banner des Antifaschismus zu erheben.

Nicht nur die Albaner und die Griechen, alle Balkanvölker haben schon einmal für ihre Freiheit gemeinsam ihr Blut vergossen im Kampf gegen den italienischen und deutschen Faschismus.

Die Befreiung des Balkans vom heutigen Weltimperialismus und Weltfaschismus wird nicht ohne Blutopfer möglich sein, aber wenn sich die Balkanvölker vom Stalinismus-Hoxhaismus leiten lassen und in ihren Ländern ihre Sektion der Komintern (SH) aufbauen, werden sie siegen. Vom Hoxhaismus lernen, das heißt, eine rote antifaschistische Balkanfront zu schaffen und diese in ein Bollwerk gegen den Weltfaschismus zu verwandeln.

Beziehungen zu Italien

Enver Hoxha erinnert sich:

Ich trug Genossen Stalin auch die Meinung unserer Partei über die Beziehungen zu Italien vor.

Italien hat uns zweimal angegriffen. Es hat bei uns gesengt und gemordet, doch wir sind Marxisten, Internationalisten und wünschen freundschaftliche Beziehungen mit dem italienischen Volk.

Die gegenwärtige Regierung Italiens", sagte ich zum Genossen Stalin, „nimmt uns gegenüber eine reaktionäre Haltung ein. Ihre Absichten unserem Land gegenüber unterscheiden sich nicht von denen der früheren italienischen Regierungen. Unter dem Einfluss der Anglo-Amerikaner stehend, will diese Regierung Albanien in der einen oder anderen Form von sich abhängig machen — doch dazu wird es nie kommen. Zu diesem Zweck", fuhr ich fort, „unterhalten und drillen die Anglo-Amerikaner zusammen mit der Regierung in Rom auf italienischem Boden Kontingente von Flüchtlingen, die sie als Diversanten nach Albanien einschleusen. Getarnt verstärken sie ihre Umtriebe gegen unser Land, doch wir durchschauen alle ihre Absichten. Wir wünschen diplomatische Beziehungen zu Italien, doch die Einstellung der Regierungsleute in Italien ist in dieser Hinsicht negativ."

Stalin antwortete:

"Was Italien anbelangt sieht die Sache genauso aus, wie Ihr sie einschätzt. Die Anglo-Amerikaner werden dort Stützpunkte zu schaffen versuchen, sie werden sich bemühen, die Reaktion zu organisieren und die Regierung von de Gasperi zu stärken. Ihr müsst in dieser Richtung wachsam sein, damit Ihr wisst, was die albanische Emigration dort treibt. Solange die Verträge noch nicht abgeschlossen sind", sagte Genosse Stalin, „kann von einer Normalisierung der Lage nicht die Rede sein. Ich glaube, dass Ihr vorläufig keine Beziehungen zu diesem Land herstellen könnt, ilberstiirzt deshalb nichts."

Wir stimmen der Meinung zu, dass wir in unseren Beziehungen zu Italien nichts überhasten dürfen", sagte ich zu Genossen Stalin, „und ganz allgemein werden wir Maßnahmen zur Verstärkung unserer Grenzen ergreifen.

Wir haben den Jugoslawen vorgeschlagen, in Verbindung miteinander zu treten und zusammenzuarbeiten, um die Verteidigung unserer Grenzen gegen einen möglichen griechischen oder italienischen Angriff vorauszuplanen", fuhr ich in meiner Darstellung fort, „doch sie haben unseren Vorschlag nicht beantwortet. Sie geben vor, sie könnten sich erst mit uns unterhalten, wenn sie die Sache untersucht haben. Die Zusammenarbeit, die wir vorschlagen, besteht im Austausch von Informationen mit den Jugoslawen über mögliche Bedrohungen durch die ausländischen Feinde, so dass jeder in die Lage versetzt wird, innerhalb seiner Grenzen und mit seiner Armee geeignete Maßnahmen zu treffen, um jeder Eventualität begegnen zu können." Ebenso informierte ich Genossen Stalin darüber, dass wir zwei Divisionen unserer Armee an der Südgrenze stehen hatten.

Beim ersten Überfall der italienischen Imperialisten auf Albanien erhob Lenin 1919 die einzige Stimme auf der Welt gegen diese Aggression. Aber nach dem zweiten italienischen Überfall auf Albanien, der am 7. April 1939 begann, bereitete sich die Rote Armee Stalins bereits auf die Befreiung der Völker vor. Die Besetzung Albaniens wurde vom englischen Imperialismus finanziert, der sich des italienischen und deutschen Faschismus als Kettenhunde gegen die Sowjetunion bedienen wollte.

Die Schwäche, die totale Unfähigkeit des faschistischen Italiens, sich des Balkans zu bemächtigen, die sich in den vernichtenden Niederlagen der italienischen Armee während des italienisch-griechischen Kriegs deutlich zeigte, gab den Nazis die Möglichkeit, die "Lösung der Balkanfrage" in die eigenen Hände zu nehmen und das faschistische Italien auszubooten. Für die Nazis war der Balkan vor allem für den Vorstoß nach Osten wichtig als "sicheres Hinterland".

Innerhalb von einer in der Welt unvergleichlichen Rekordzeit von 5 Jahren Kampf gegen den Faschismus entwickelten sich aus einer kleinen Gruppe von albanischen Kommunisten nicht nur eine kommunistische Partei an der Macht, sondern jene Partei des stalinistischen Weltlagers, welche das Banner Stalins, im Gegensatz zu allen anderen kommunistischen Parteien, niemals verraten, sondern gegen den Verrat am treuesten verteidigt hat.

Wer wagt es angesichts dieser Tatsache zu bezweifeln, dass der Hoxhaismus die Weiterentwicklung des Stalinismus ist, dass der Stalinismus-Hoxhaismus das einzige Siegesbanner ist, das wir im Kampf gegen den Weltfaschismus genauso hoch heben, wie Enver Hoxha das siegreiche Banner Stalins im Kampf gegen den deutschen Faschismus hoch gehalten hat ?

Zuerst bissen sich die italienischen Faschisten ihre Zähne aus, um Albanien zu besetzen. Im Kampf gegen den italienischen Faschismus begannen sich die noch verstreuten Gruppen der albanischen Kommunisten zur Kommunistischen Partei Albaniens zu formieren, die am 8. November 1941 gegründet wurde. Und mit der Besatzung durch die Nazis wurde die Nationale Befreiungsarmee Albaniens am 10. Juli 1943 gegründet. Und mit dem Sieg über den Hitlerfaschismus am 29. November 1944 entwickelte sich Albanien schließlich zu einem ruhmreichen Land des stalinistischen Weltlagers.

Das albanische Volk hat seine Freiheit und Unabhängigkeit mit dem Blut bezahlt, das es im Kampf gegen die italienischen und deutschen faschistischen Besatzer im Zweiten Weltkrieg vergossen hat. (Enver Hoxha)

Die Völker der Welt werden ihre Freiheit und Unabhängigkeit mit dem Blut bezahlen, das sie im Kampf gegen den Weltfaschismus vergießen werden. Komintern (SH)

* * *

 

 

 

Dieses Buch in albanischer Sprache

["Geschichte der KPdSU (B)],

das an der Brust eines Partisanen der Nationalen Befreiungsarmee von einer Faschistenkugel durchschlagen wurde, erhielt J. W. Stalin 1947 als Geschenk.

 

 

März/April 1949

Welche Lehren des Antifaschismus können wir aus der zweiten Begegnung ziehen ?

 

Enver Hoxha erinnert sich:

Anwesend waren auch Wyschinski und der Botschafter der UdSSR in Albanien, Tschuwachin. Bei dieser Zusammenkunft begleiteten mich Spiro Koleka und Mihal Prifti, unser damaliger Botschafter in Moskau.

Genosse Stalin empfing uns sehr herzlich in seinem Büro.

„Ich bin sehr froh und glücklich, Sie wiederzusehen", antwortete ich. Und nachdem ich mich gesetzt hatte, äußerte ich den Wunsch, auf einige Fragen eingehen zu dürfen.

„Gern, Sie haben unbegrenzt Zeit", sagte er liebenswürdig, um mir zu bedeuten, dass ich über alles sprechen könne, was ich für notwendig erachtete.

Die Jugoslawienfrage

„Das Zentralkomitee unserer Partei hat die Resolution des Informationsbüros uneingeschränkt gutgeheißen", sagte ich zu Genossen Stalin, „und wir haben in einem besonderen Kommunique den verräterischen, antialbanischen und antisowjetischen Kurs der trotzkistischen jugoslawischen Führung verurteilt. Die Führung unserer Partei", betonte ich, „war schon vor Jahren mit der feindseligen und verschwörerischen Tätigkeit der Titoisten, der Arroganz und den Intrigen von Titos Delegierten, Vukmanovic Tempo und Dusan Mugosa, kollidiert. Am Vorabend der Befreiung Albaniens", so erwähnte ich unter anderem, „schickte Tito zur Durchführung seiner antimarxistischen und albanienfeindlichen Absichten eine Delegation des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Jugoslawiens unter Leitung ihres Sonderdelegierten Velimir Stojnic zu uns. Er und seine verkappten Helfershelfer, die Verräter Sejfulla Maleshova, Koci Xoxe, Pandi Kristo und andere, zettelten hinter den Kulissen die schädliche und gefährliche Verschwörung von Berat an, ein übles Komplott gegen die richtige Linie, die unsere Partei während der ganzen Zeit des Krieges verfolgt hatte, gegen die Unabhängigkeit unserer Partei und unseres Landes und gegen die Person des Generalsekretärs der Partei usw. Der unverdorbene Teil der Führung unserer Partei widersetzte sich schon in Berat selbst den Beschuldigungen, die gegen ihn und die während des Krieges verfolgte Linie erhoben wurden, obwohl er nichts von dem angezettelten Komplott wusste.

Ich sprach dann im folgenden über die außerordentlich große Bedeutung der Briefe des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion an die jugoslawische Führung und der Resolution des Informationsbüros für unsere Partei.

„Im Licht dieser Dokumente, die in einem für unsere Partei und unser Volk sehr kritischen Augenblick erschienen" , sagte ich zu Genossen Stalin, „gewann das Zentralkomitee völlige Klarheit über den Charakter und die Ziele der jugoslawischen Einmischung in Albanien." Nachdem ich ihm in groben Zügen über die zahlreichen radikalen Maßnahmen berichtet hatte, die unsere Partei ergriffen hatte, um dieser brutalen, anti-marxistischen und anti-albanischen Agententätigkeit ein Ende zu setzen, sagte ich zu ihm, auch wenn wir schon in den Kriegsjahren mit ihren falschen Handlungen kollidiert seien und uns ihnen widersetzt hatten , fühlten wir uns doch verantwortlich für alles Geschehene, weil wir uns wachsamer hätten zeigen müssen.

Hier schaltete sich Genosse Stalin mit folgenden Worten ein:

„Unsere Briefe an die jugoslawische Führung enthalten nicht alles, denn viele Dinge sind erst später ans Licht gekommen. Wir wussten nicht, dass die Jugoslawen unter dem Vorwand, Euer Land gegen einen Überfall der griechischen Faschisten zu verteidigen, Einheiten ihrer Armee in die VRA bringen wollten. Sie versuchten dabei, klammheimlich vorzugehen. In Wirklichkeit hatten sie dabei durch und durch feindselige Absichten, denn es ging ihnen darum, die Verhältnisse in Albanien umzuwälzen. Die Mitteilung, die ihr uns über diese Sache gemacht habt, war wichtig, denn sonst hätten wir von den Divisionen, die sie auf Euer Territorium verlegen wollten, überhaupt nichts erfahren. Die Jugoslawen haben Andeutungen gemacht, die Sowjetunion habe diesen Schritt angeblich gebilligt!

Wenn Ihr meint, Ihr hättet Euch wachsamer zeigen müssen, dann ist dazu zu sagen, dass es im Hinblick auf die Beziehungen zu Jugoslawien in Wirklichkeit nicht nur Euch, sondern auch anderen an Wachsamkeit mangelte."

Im weiteren Verlauf der Unterredung sagte ich zu Genossen Stalin, dass die schwierigen Situationen, in die uns die Titoisten und Monarcho-Faschisten auf Befehl der amerikanischen und englischen Imperialisten durch ihre gegen unser Land gerichteten Umtriebe gebracht hatten, dank der richtigen Linie der Partei, des Patriotismus unseres Volkes und der Hilfe der KP der Sowjetunion erfolgreich überwunden worden seien.

„Dies war eine große Prüfung, aus der wir vieles gelernt haben, was uns hilft, unsere Mängel zu beheben, die bisher errungenen Siege zu konsolidieren und dafür zu kämpfen, sie zu festigen und weiterzuentwickeln. Unsere Armee hat ihre Aufgabe mit Mut und hohem Patriotismus bewältigt.

„Schützt Euer Vaterland und die Partei", sagte Genosse Stalin. „Der Feind muss vollständig und mit schlagenden Argumenten entlarvt werden, damit das Volk sieht, was er angerichtet hat und sich von seiner Gefährlichkeit überzeugt. Auch wenn man einen solchen in den Augen des Volkes vollständig diskreditierten Feind nicht erschießt, ist er doch moralisch und politisch hingerichtet, denn ohne das Volk ist er machtlos."

„Der Prozess, der gegenwärtig in Tirana stattfindet", sagte ich zu Genossen Stalin, „ist öffentlich, und alles, was im Gerichtssaal gesagt wird, wird in den Zeitungen veröffentlicht.

Gleichzeitig", fuhr ich fort, „haben wir diejenigen, die ihre Fehler gründlich eingesehen haben, die aufrichtig und überzeugend Selbstkritik geübt haben, behutsam und weitherzig behandelt und ihnen die Möglichkeit eingeräumt, die begangenen Fehler und Vergehen durch Arbeit, durch Treue zur Partei und zum Volk wiedergutzumachen.

Im weiteren Verlauf meiner Ausführungen berichtete ich Genossen Stalin, dass die Amerikaner gerade in dieser Zeit im Süden und Norden Albaniens von Italien aus mit dem Fallschirm Diversantengruppen abgesetzt hatten.

„Einige haben wir getötet, die anderen gefangengenommen. Da wir die Schwierigkeiten an unserer Südgrenze voraussahen, mussten wir, um Kräfte dafür freizumachen, zunächst den Norden Albaniens von den Gruppen politischer und gewöhnlicher Banditen säubern, die innerhalb unserer Grenzen unter der Leitung von Agenten, die von Rankovic ausgeschickt waren, aktiv waren. Diese Banden im Dienst der Jugoslawen begingen eine Reihe von Attentaten. Unsere Säuberungsaktion war erfolgreich: Wir liquidierten einige von ihnen und alle anderen gingen auf jugoslawisches Territorium über, wo sie heute noch sind."

Die Imperialisten bilden im Ausland Diversantengruppen aus, die Monarcho-Faschisten und die Titoisten gleichfalls und auch die Italiener stehen nicht zurück. Unser Plan ist es jetzt, die Überreste der Banditen, die sich in unseren Bergen herumtreiben, und die durch unser Vorgehen schon jetzt in großen Schwierigkeiten sind, aufzureiben und ihre Basen zu zerstören, die sie vor allem bei den Kulaken haben. Der große Teil der reaktionären Gruppierungen in den Städten ist von unseren Staatssicherheitskräften zerschlagen worden, die große Erfolge zu vermelden hatten.

Unsere Partei hat im Innenministerium, dem ehemaligen Hort der Titoisten, geordnete Verhältnisse geschaffen, und die Staatssicherheit ist zu einer sehr starken und geschätzten Waffe unserer Partei und unserer Volkes geworden. Die Partei hat sich die Aufgabe gestellt, unsere Stellungen täglich stärker zu machen, um alle eventuellen Anschläge und Übergriffe unserer zahlreichen Feinde abwehren und zunichtemachen zu können.

Zu dieser Zeit war der Agent Mehmet Shehu noch nicht aufgeflogen: siehe: Enver Hoxha: "Eine Zusammenfassung der geheimen Aktivität des Feindes Mehmet Shehu" - englisch (Anmerkung von W. E.)

Zwischen der Zweiten und Dritten Begegnung mit Stalin leitete der Genosse Enver Hoxha Parteisäuberungen in Albanien ein (Höhepunkt in den Jahren 1948/49 - z.B. Koçi Xoxe usw.). Zeitlich fanden diese anti-sozialfaschistischen Säuberungen nicht rein zufällig mit den von Stalin initiierten Säuberungen in der Sowjetunion und anderen Ostblockstaaten statt. Dies kam auch in den Treffen zwischen Stalin und Enver Hoha zur Sprache. Inhaltlich dienten die Säuberungen der Beseitigung sozialfaschistischer Elemente innerhalb der kommunistischen Weltbewegung. In seinem Werk "Die Titoisten" und anderen Schriften ist Enver Hoxha ausführlich auf den Kampf gegen die titoistischen Sozialfaschisten in Jugoslawien und Albanien detailiert eingegangen.

Der Stalinismus-Hohaismus lehrt, dass der Kampf gegen den Faschismus nicht mit dem Sieg über den Hitlerfaschismus beendet war, sondern unter dem Deckmantel des Sozialfaschismus mit den gleichen Zielen fortgesetzt wurde:

Konnte die Errichtung der Diktatur des Proletariats in Albanien nicht mit dem Terror des offenen Faschismus verhindert werden, so versuchte es die Weltbourgeoisie, mit dem Terror des Sozialfaschismus die Macht der albanischen Arbeiterklasse zu stürzen, insbesondere mit Mordanschlägen auf Enver Hoxha und andere revolutionäre Führer der Arbeiterklasse.

Der Hoxhaismus lehrt, dass sich das sozialistische Albanien trotz aller Umsturzversuche der kapitalistisch-revisionistischen Welt weiter festigte und einen Sieg nach dem anderen erringen konnte, solange Enver Hoxha die Führung inne hatte. Nach seinem Tod wurde die Diktatur des Proletariats von den Sozialfaschisten gestürzt, die dann auch dem Faschismus in Albanien den Weg ebneten. Heute wird das albanische Volk unter dem Deckmantel der "parlamentarischen Demokratie" von Faschisten terrorisiert.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die Diktatur des Proletariats durch die sozialistische Revolution wieder errichtet wird - diesmal durch die Vertreibung der Faschisten des eigenen Landes, die vom westlichen Lager des Weltimperialismus in den Sattel gehoben wurden, um das albanische Volk mit terroristischer Gewalt auszubeuten und zu unterdrücken.

 

Stalin befragt Enver Hoha über die albanische Bourgeoisie

Ich kenne die Geschichte und die charakteristischen Merkmale der Bourgeoisie in Eurem Land nicht", sagte Genosse Stalin dann.

Auf seine Frage hin berichtete ich Genossen Stalin aber die Politik, die die Partei schon während des Krieges gegenüber den reichen Klassen verfolgt hatte. Ich berichtete, dass es wegen der Haltung der Angehörigen dieser Klassen zu den ausländischen Besatzern zu einer starken Klassendifferenzierung gekommen war. Denn in ihrer Mehrheit hatten die Angehörigen dieser Klassen mit dem Faschismus zusammen gearbeitet, und sie waren, nachdem sie ihre Hände mit dem Blut des Volkes befleckt hatten, entweder zusammen mit den Besatzern geflohen oder wurden, soweit es ihnen nicht gelungen war, sich abzusetzen, vom Volk ergriffen und dem Gericht übergeben.

„Denjenigen, vor allem aus der patriotischen Mittel- und Kleinbourgeoisie, die sich im Kampf mit dem Volk verbunden und gegen die ausländischen Besatzer gestellt haben", fuhr ich fort, „hat die Partei geholfen, sich um sie gekümmert und ihnen den Weg gezeigt, wie sie wirklich der Entwicklung des Landes und der Festigung der Unabhängigkeit des Vaterlandes dienen können. Genosse Stalin ergriff das Wort und sagte:

Lenin lehrt uns", fuhr er fort, „dass die Kommunisten dort, wo die Revolution anti-imperialistischen Charakter trägt, während der ersten Phase der Revolution die Hilfe der patriotischen Bourgeoisie ausnutzen können. Dies hängt natürlich von den konkreten Bedingungen, von der Haltung dieser Bourgeoisie selbst zu den brennendste Problemen, vor denen das Land steht, usw. ab.

In den volksdemokratischen Ländern zum Beispiel hatte sich die Großbourgeoisie mit den deutschen Besatzern eingelassen und ihnen geholfen. Als die Sowjetarmee diese Länder befreite, wählte die gekaufte Bourgeoisie den Weg in die Emigration."

Genosse Stalin ging dann auf einige besondere Merkmale der russischen Revolution ein. Er betonte:

„Russland befand sich damals nicht unter dem Joch irgendeiner fremden imperialistischen Macht, deshalb hatten wir uns nur gegen die Ausbeuter im Land erhoben, und die russische nationale Bourgeoisie — ausbeuterisch, wie sie war — fand sich nicht mit unserer Revolution ab. Bei uns wurde jahrelang ein heftiger Kampf geführt, wobei die russische Bourgeoisie die Imperialisten zu Hilfe rief und zur Intervention aufforderte.

Also zeigt sich klar, dass zwischen der russischen Revolution und dem Kampf in den Ländern, die zum Opfer der imperialistischen Aggressoren geworden sind, ein Unterschied besteht.

Ich sage dies", fuhr Stalin fort, „um zu zeigen, wie wichtig es ist, dass man die konkreten Bedingungen jedes Landes berücksichtigt, denn die Bedingungen sind nicht stets in jedem Land die gleichen. Gerade deshalb darf niemand unsere Erfahrung oder die Erfahrung anderer kopieren, sondern man sollte sie nur studieren und nutzen, indem man sie unter den konkreten Bedingungen des eigenen Landes anwendet."

Ich berichtete Genossen Stalin von der brutalen Terrorpolitik der Tito-Clique gegenüber den Albanern in Kossovo, Makedonien und Montenegro.

Gegenwärtig verfährt die Tito-Clique in Kossovo und den von Albanern bevölkerten Landstrichen in Montenegro und Makedonien nach derselben Linie und mit denselben Methoden wie zu ihrer Zeit ihre Vorgänger— König Alexander und die anderen. Für die Belgrader Clique ist Kossovo ein sehr schwacher Punkt, deshalb übt sie dort schweren Terror aus, geht mit Massenvertreibungen, Verhaftungen, Zwangsarbeit, Zwangsrekrutierung und zahlreichen Enteignungen vor. Die albanische Bevölkerung ist im titoistischen Jugoslawien besonderen Verfolgungen ausgesetzt, denn die jetzigen jugoslawischen Führer kennen die patriotischen und revolutionären Eigenschaften der dortigen albanischen Bevölkerung sehr genau. Außerdem wissen sie genau, dass für diese Bevölkerung die nationale Frage stets eine offene, nach Heilung verlangende Wunde war und bleibt. Überdies haben die Titoisten aus Kossovo und den anderen von Albanern bevölkerten Gegenden in Jugoslawien wichtige Zentren zur Sammlung albanischer Quislinge, Banditen und Spione gemacht, die— von UDB-Leuten instruiert — Terror-, Diversanten- und Sabotageakte sowie bewaffnete Angriffe gegen unser Land vorbereiten. Die Belgrader Clique hat ehemalige serbische, englische und amerikanische sowie italienische und deutsche Agenten angesetzt, um die albanische Reaktion in Kossovo zu mobilisieren und aus ihr Kommandotrupps zu bilden, die zusammen mit den anderen albanischen Banditen auf unser Territorium übergehen und dort Unruhen auslösen sollen."

Welche Lehre ziehen wir Stalinisten-Hoxhaisten hieraus ?

Der Kampf gegen den Weltfaschismus muss global und zentralisiert geführt werden. Das ist klar, aber stets unter Berücksichtigung der besonderen Bedingungen des antifaschistischen Kampfes in jedem Land der Welt. Das gilt vor Allem auch noch nach dem Sieg über den Weltfaschismus.

Der Sieg über den Hitlerfaschismus war nicht dadurch beendet, dass die Sowjetfahne über das Berliner Reichstaggebäude gehisst wurde. Vertrieben wurden die faschistischen Besatzer, aber damit längst nicht der hinterlassene Einfluss der Faschismus in den befreiten Ländern. Die Rote Armee konnte dort zwar die Voraussetzung , aber nicht selber die Diktatur des Proletariats errichten. Das gilt auch für die Periode, nachdem der Weltfaschismus gestürzt sein wird. Hier sind die Erfahrungen Enver Hoxhas in seinem Kampf gegen die jugoslawischen Sozialfaschisten von großer Bedeutung, denn wir werden auf globaler Ebene mit den gleichen Problemen konfrontiert sein und müssen den Hoxhaismus gewissenhaft studieren, um auf alles gefasst zu sein.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass der Sozialfaschismus von der Weltbourgeoisie als Mittel eingesetzt werden wird, um die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats zu verhindern, bzw. wenn dies vereitelt wurde, diese zu stürzen. Der Sozialfaschismus übernimmt so zu sagen die Rolle des besiegten Weltfaschismus, und zwar so lange bis die Macht des Weltfaschismus wieder hergestellt ist. Das schließt die Zusammenarbeit der Sozialfaschisten mit den besiegten Faschisten nicht aus, sondern setzt sie voraus. All das zeigt, wie wichtig es ist, die Sozialfaschisten von Anfang an gnadenlos zu bekämpfen. Jedes ihrer Schlumpflöcher muss von uns gestopft worden sein, um zu verhindern, dass sie sich, selbst nach dem Sieg über den Weltfaschismus, darin verkiechen können, um von dort aus ihre Untergrundarbeit fortzusetzen.

Einheit mit den Sozialfaschisten ist ein Verbrechen an der roten Weltfront des Antifaschismus. Sozialfaschisten sind von uns genauso zu behandeln wie Faschisten !

Man schaue sich die Zusammenarbeit der jugoslawischen Sozialfaschisten mit griechischen Faschisten gegen die Diktatur des albanischen Proletariats an, wie dies dem Gespräch zwischen Stalin und Enver Hoxha deutlich zu entnehmen ist.

Es geht aber nicht allein darum, den Feind vollständig zu zerschlagen und seine Schlumpflöcher zu stopfen. Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die weltweite Aufklärungsarbeit über den Weltfaschismus nicht mit dem Sieg über ihn beendet ist, sondern erst dann in voller Breite beginnt, nämlich wenn die Diktatur des Weltproletariats diese Aufklärungsarbeit leitet und hierfür die erforderlichen Mittel bereit gestellt hat.

Heute ist das Thema "Faschismus" kaum Gegenstand von Lehrplänen der Bildungseinrichtungen. Und wenn doch, dann nur im Interesse der Weltbourgeoisie und nicht im Interesse des Weltproletariats. Erst unter der Diktatur des Proletariats werden wir in der Lage sein, den Antifaschismus zu einem der Hauptinhalte der Bildung der gesamten Weltbevölkerung zu machen, um sie gegen die Wiederkehr des Faschismus zu immunisieren.

 

* * *

November 1949

Welche Lehren des Antifaschismus können wir aus der dritten Begegnung ziehen ?

 

Enver Hoxhas Kritik am antifaschistischen Kampf der griechischen Bruderpartei (PDF)

Genosse Enver Hoxha hatte die griechischen Genossen auf ihre Fehler aufmerksam gemacht. Diese waren aber zur Selbstkritik unfähig und damit auch unfähig zur Korrektur ihrer Fehler im antifaschistischen Befreiungskampf.

Kein antifaschistischer Kampf wird nur von den Kommunisten geführt, sondern von den Massen. Wichtig ist, dass die Kommunisten an der Spitze des antifaschistischen Kampfes stehen.

Im antifaschistischen Kampf müssen Kommunisten und Volk eins sein.

Worin bestanden die Fehler im antifaschistischen Kampf Griechenlands?

Die Antifaschisten haben die Massen nicht nur zum Kampf zu mobilisieren, sondern diese dabei auch vor dem Terror der Faschisten zu schützen.

Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Antifaschisten, den Schutz der Massen zu organisieren.

Anstatt den Schutz des Proletariats zu sichern, welches der führende Motor im Kampf gegen den Faschismus ist, lieferte die griechische KP es den brutalen Schlägen des Hitlerfaschismus in den Städten aus. Die Partisanenarmee war vom Proletariat getrennt.

Ohne das Proletariat und ohne die Massen, kann der Antifaschismus nicht siegen. Wer sich von den Massen löst, verliert seine antifaschistische Basis.

Auf dem Lande herrschte der Opportunismus (Doppelherrschaft mit reaktionären Kräften innerhalb der Führung der griechischen Befreiungsarmee). Das konnte nur zur Niederlage führen. So war das Abkommen von Wakisa nicht nur eine Kapitulation vor der englischen und griechischen Reaktion, sondern auch eine Unterschätzung der Gefahr, die vom Anglo-Amerikanischen Imperialismus nach der Niederlage des Hitlerfaschismus ausging. Damit brachte die griechische KP die Volksrevolution in eine schwierige Lage. Man ließ sich auf den friedlichen Weg des bürgerlichen Parlamentarismus ein und die innere Reaktion schlug zu.

"Dass griechische Volk hatte heldenhaft gegen die Hitler-Leute gekämpft, um die Freiheit zu erringen, doch wegen der Fehler der Führung der Kommunistischen Partei Griechenlands entglitt der Sieg seinen Händen". (Enver Hoxha)

Was fürchten die Faschisten am meisten ?

Sie fürchten erstens unsere Einbeziehung der Massen, denn sie sind der Mutterboden unseres Sieges.

Zweitens fürchten die Faschisten jeden antifaschistischen Kampf, der mit dem Ziel des bewaffneten Aufstands und unserer Machtergreifung verbunden ist.

Es ist klar, dass die Faschisten sowohl die Schwächen der Massen als auch die der Antifaschisten selbst gnadenlos ausnutzen, dass ihnen unsere Schwächen Auftrieb geben.

Ist der Feind überlegen, darf man sich nicht auf einen frontalen Schlagabtausch mit ihm festnageln lassen. Darauf warten die Faschisten nur, um uns auf solch leichte Weise fertig zu machen.

Genauso darf man sich auch nicht passiv verhalten und damit den Faschisten eine Atempause zu geben, sondern muss den Faschisten ständig immer neue Schläge versetzen, indem wir jene Situationen nutzen, in denen die Faschisten verletzlich, angreifbar und leichter zu überwältigen sind.

* * *

 

noch einmal zur KP Jugoslawiens (PDF)

 

Je schärfer der Kampf gegen den Faschismus geführt wird, besonders aber in kritischen und heiklen Situationen, desto offener und deutlicher treten all die abweichenden Auffassungen und Positionen zu Tage. Man muss in solchen schwierigen Situationen immer kühlen Kopf bewahren und darf nicht kopflos handeln. Bei aller Notwendigkeit von Manövrierfähigkeit und Flexibilität darf man nicht schwanken und muss in jedem Augenblick den Prinzipien des antifaschistischen Kampfes treu bleiben, und darf nicht von ihnen abweichen, wenn der Feind uns unter Druck setzt.

Man darf den antifaschistischen Kampf nur vom stalinistisch-hoxhaistischen Standpunkt aus führen, muss ihn im Geiste des proletarischen Internationalismus führen, und muss gleichzeitig alle anderen Einflüsse als schädliche Einflüsse bekämpfen. In solchen Situationen ist es wichtig, die eigenen antifaschistischen Reihen fester zusammen zu schließen und zu konsolidieren und die Kampfbereitschaft zu erhöhen.

Was den Kosova anbelangt, so nahm die KP Jugoslawiens eine nationalistische und chauvinistische Haltung im antifaschistischen Kampf ein.

Wenn man gegen den Faschismus kämpft, muss man hierfür voll und ganz alle Kräfte konzentrieren. Deswegen sind alle jene Fragen auszuklammern und aufzuschieben, die auch noch hinterher gelöst werden können. Wer solche Fragen erhebt, die vom Kampf gegen den Faschismus ablenken, spielt damit - ob man will oder nicht - den Faschisten in die Hände.

Wer sich - wie die Kosova-Albaner - am antifaschistischen Befreiungskrieg Jugoslawiens beteiligt, ist auch nach dem Sieg über den Hitlerfaschismus an der Staatsmacht zu beteiligen. Doch das Recht auf Selbstbestimmung wurde den Kosova-Albanern verweigert, die für Jugoslawien schließlich ihr Blut gegen den Faschismus vergossen hatten. Der Terror und die Ausrottungspolitik gegen die Kosova-Albaner wurden von den jugoslawischen Sozialfaschisten jedoch sogar noch mehr verschärft als vorher.

"Über seine anti-marxistische Politik gegenüber Kosova hinaus wollte Tito auch Albanien selbst annektieren. Das zeigt sich offen, als Tito versuchte, seine Divisionen nach Albanien zu schicken. Wir unterbanden dies. Und nun beschuldigt Tito uns, die Sowjets, wir hätten Jugoslawien angreifen wollen. Ich bin der Meinung, dass wir als Marxisten-Leninisten auch in Zukunft die anti-marxistischen Handlungen und Anschauungen Titos und der jugoslawischen Führung angreifen müssen ", sagte Stalin.

 

Über den Vatikan

Im Verlauf des Gesprächs erläuterte ich Stalin die Haltung des Klerus, besonders des katholischen, in Albanien und unsere Position ihm gegenüber. Ich fragte ihn, was er von unserer Haltung halte.

„Der Vatikan ist ein Hort der Reaktion", sagte Genosse Stalin unter anderem, „ein Werkzeug im Dienst des Kapitals und der Weltreaktion, die diese internationale Diversions- und Spionageorganisation unterstützen. Tatsache ist, dass auf der ganzen Welt viele katholische Priester und Missionare des Vatikans ausgekochte Spione sind. Mit ihrer Hilfe versuchte und versucht der Imperialismus seine Absichten zu verwirklichen." Danach erzählte er mir, was ihm einmal in Jalta mit Roosevelt, dem Repräsentanten der amerikanischen katholischen Kirche und anderen, passiert war.

Als er mit Roosevelt, Churchill und anderen über Probleme des Anti-Hitler-Krieges sprach, hatten diese zu ihm gesagt:

„Wir sollten den Papst in Rom nicht länger angreifen. Was haben Sie nur gegen ihn, dass Sie über ihn herfallen?!"

„Gar nichts habe ich gegen ihn", hatte ihnen Stalin geantwortet.

„Dann sollten wir den Papst zu unserem Verbündeten machen", hatten sie daraufhin gesagt, „beziehen wir ihn in die Koalition der großen Alliierten ein."

„Einverstanden", hatte Stalin erwidert, „doch das anti- faschistische Bündnis ist ein Bündnis zur Vernichtung des Faschismus und Nazismus. Wie Sie wissen, meine Herren, wird dieser Krieg mit Soldaten, Kanonen, Maschinengewehren, Panzern und Flugzeugen geführt. Soll uns doch der Papst sagen, oder sagen Sie es uns, was für eine Armee, was für Kanonen, Maschinengewehre, Panzer oder andere Waffen er hat, dann mag er unser Verbündeter werden. An einem Verbündeten, der keine anderen Waffen als Moralpredigten und Weihrauch hat, haben wir keinen Bedarf."

Von da an war von ihnen über die Frage des Papstes und des Vatikans kein Wort mehr zu haben gewesen.

„Hat es in Albanien katholische Priester gegeben, die das Volk verraten haben?" fragte mich Genosse Stalin dann.

„Ja", sagte ich.

„Die Häupter der katholischen Kirche haben sich sogar von Anfang an mit den nazi-faschistischen fremden Bcsatzern zusammengetan, sich mit Haut und Haar in ihren Dienst gestellt, alles nur mögliche unternommen, um unseren Nationalen Befreiungskampf zum Scheitern zu bringen und die Fremdherrschaft zu verewigen."

„Was habt ihr gegen sie unternommen?"

„Nach dem Sieg", erwiderte ich, „haben wir sie verhaftet, vor Gericht gestellt, und dort haben sie ihre verdiente Strafe erhalten."

„Das habt Ihr richtig gemacht", sagte er. Dann fragte er mich:

„Hat es bei Euch denn nicht auch andere gegeben, die sich anständig verhalten haben?"

„Doch", erwiderte ich, „insbesondere orthodoxe und mohammedanische Kleriker."

„Was habt Ihr mit ihnen gemacht?" fragte er mich.

„Wir haben sie an uns herangezogen. Schon in ihrer ersten Resolution rief unsere Partei die Massen einschließlich der Kleriker dazu auf, sich in Anbetracht der großen nationalen Sache im großen Kampf für Freiheit und Unabhängigkeit zusammenzuschließen. Viele von ihnen schlossen sich an, traten in den Kampf und leisteten einen wertvollen Beitrag zur Befreiung des Vaterlandes. Nach der Befreiung machten sie sich die Politik unserer Partei zu eigen und arbeiten nun weiter mit am Wiederaufbau des Landes.

Wir haben diese Kleriker stets geschätzt und geehrt, und einige von ihnen sind jetzt zu Abgeordneten der Volksversammlung gewählt oder zu höheren Offizieren befördert worden. Es gab sogar den einen oder anderen ehemaligen Kleriker, der sich so fest mit der Nationalen Befreiungsbewegung und der Partei verband, dass er im Laufe des Kampfes die Unsinnigkeit des religiösen Dogmas erkannte, sich von der Religion abwandte, sich die kommunistische Ideologie aneignete und dank seines Kampfes, seiner Arbeit und seiner Überzeugungen von uns auch in die Partei aufgenommen wurde."

„Sehr gut", sagte Stalin zu mir.

„Was soll ich Euch da noch mehr sagen? Wenn man sich im Klaren darüber ist, class die Religion Opium fürs Volk und der Vatikan ein Hort des Obskurantismus, der Spionage und der Diversion gegen die Sache des Volkes ist, dann weiß man auch, wie man vorzugehen hat — eben so, wie Ihr es getan habt.

Den Kampf gegen die Kleriker, die Spionage- und Diversionstätigkeit betreiben", sagte Stalin, „dürft Ihr niemals auf religiöser, Ihr müsst ihn stets auf politischer Ebene führen. Die Kleriker müssen sich den Gesetzen des Staates fügen, denn diese Gesetze drücken den Willen der Arbeiterklasse und des werktätigen Volkes aus. Erklärt dem Volk die Gesetze und das feindselige Verhalten der reaktionären Kleriker gut, damit auch jener Teil der Bevölkerung, der an die Religion glaubt, klar erkennt, dass auch die Kleriker unter dem Deckmantel der Religion feindselige Handlungen gegen das Vaterland und das Volk selbst unternehmen.

Das durch Fakten und Argumente überzeugte Volk muss also gemeinsam mit der Regierung im Kampf gegen die feindlichen Kleriker stehen. Nur jene Kleriker, die sich der Regierung nicht fügen und schwere Verbrechen gegen den Staat begehen, solltet Ihr bestrafen und ausschalten. Doch, das möchte ich betonen, das Volk muss von den Verbrechen dieser Kleriker überzeugt werden, und ebenso muss es überzeugt werden von der Sinnlosigkeit der religiösen Ideologie und dem Schlechten, das aus ihr erwächst!

Was den Kampf gegen den Weltfaschismus anbelangt, so sind diese Lehren Stalins und Enver Hoxhas auch im Weltmaßstab richtig anzuwenden.

 

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Januar 1950

Welche Lehren des Antifaschismus können wir aus der vierten Begegnung ziehen ?

 

Auseinandersetzung zwischen Enver Hoxha und den griechischen Genossen

Dies ist eines der wichtigsten Begegnungen, um aus den Fehlern des antifaschistischen Kampfes zu lernen. Wir haben deshalb den vollständigen Text im PDF- Format hier veröffentlicht und empfehlen sein sorgfältiges Studium.

Bemerkenswert ist die Haltung des Genossen Stalin, der, nachdem er die Unterredung beendet hatte, folgendes sagte:

" Einen Augenblick, Genossen ! Umarmt euch, Genosse Enver Hoxha und Genosse Zachariades!"

Wir umarmten uns. Als wir hinaus gingen, sagte Mitsos Partsalidis:

"Es gibt keinen Zweiten wie Stalin, er war ein Vater zu uns. Jetzt ist alles klar." So endete die Gegenüberstellung bei Stalin.

 

 

April 1951

Welche Lehren des Antifaschismus können wir aus der fünften Begegnung ziehen ?

Enver Hoxha erinnert sich:

Wir werden stets wachsam und bereit sein, die Unabhängigkeit und Freiheit, die territoriale Integrität des Landes und die Siege des Volkes gegen jeden äußeren und inneren Feind zu verteidigen, der versuchen sollte, uns zu bedrohen. Insbesondere verfolgen wir wachsam die unentwegten Anstrengungen des amerikanischen Imperialismus", sagte ich zu Genossen Stalin, „der durch seine Lakaien — die Nationalisten von Belgrad, die Monarcho-Faschisten von Athen und die Neofaschisten von Rom unsere Volksmacht stürzen, Albanien versklaven und zerstückeln will."

Außerdem informierte ich Genossen Stalin über die abschließende Entscheidung des Haager Gerichtshofs.

„Wie ich Ihnen schon früher berichtet habe", sagte ich unter anderem zu ihm, „hat dieser Gerichtshof den so genannten Zwischenfall in der Straße von Korfu verhandelt und uns — manipuliert von den anglo-amerikanischen Imperialisten — schließlich ungerechterweise dazu verurteilt, die Engländer zu entschädigen. Wir nahmen diese willkürliche Entscheidung nicht an, doch die Engländer legten die Hand auf unser Gold, das die deutschen Nazis aus der ehemaligen Nationalbank von Albanien geraubt hatten. Nachdem das Gold, das die Nazis in den besetzten Ländern geraubt und nach Deutschland geschafft hatten, entdeckt worden war, sprach die Dreierkommission, die mit seiner Aufteilung beauftragt war, auf ihren Beratungen in Brüssel 1948 auch Albanien einen Teil von dem zu, was ihm gehörte. Diesen Tell unseres Goldes haben nun die Engländer an sich gebracht. Sie haben ihn auf Eis gelegt und Lassen nicht zu, dass wir ihn entsprechend dem Brüsseler Beschluss an uns nehmen.

Die äußeren Feinde unseres Landes stellen enge und inzwischen ganz offene Verbindungen untereinander her", sagte ich weiter zu Genossen Stalin.

„Sie haben unaufhörlich Provokationen gegen uns begangen, an der jugoslawischen Grenze genauso wie an der griechischen und italienischen, zu Land genauso wie vom Meer und aus der Luft.

Nicht nur, dass die herrschenden Regierungen dieser drei Länder eine offen ,albanienfeindliche Politik betreiben, dort haben sich auch die faschistischen Verräter, die albanischen Emigranten, Banditen, Deserteure und Kriminelle jeden Schlags gesammelt. Sie werden von den Ausländern ausgebildet und dann nach Albanien eingeschleust, damit sie dort bewaffnete Operationen, Wirtschaftssabotage und Attentate auf Führer der Partei und des Staates organisieren sowie Spionagezentren für sich selbst und ihre Oberherren aufbauen usw.

Stalin antworte:

Achtet in der gegenwärtigen Situation auf mögliche Gefahren, die von Jugoslawien ausgehen konnten. Die Titoisten haben Agenten bei Euch und werden sogar noch mehr einschleusen. Sie wollen Euch gerne angreifen, können es aber nicht, weil sie Angst haben. Ihr dürft Euch nicht einschüchtern lassen, sondern müsst Euch an die Arbeit machen, um die Wirtschaft zu stärken, Kader heranzubilden und die Partei zu festigen. Ihr müsst wachsam sein und Eure Armee gut ausbilden. Wenn Eure Partei, Eure Wirtschaft und Eure Armee stark sind, dann braucht Ihr niemanden zu fürchten.

Der Feind wird versuchen, sich auch in die Partei selbst einzuschmuggeln, bis in ihr Zentralkomitee. Doch durch große Wachsamkeit und eine entschlossene Haltung lassen sich seine Versuche aufdecken und durchkreuzen.

Die Komintern (SH) muss von Stalin und Enver Hoxha lernen, und genauso wachsam sein.. Niemals darf die Komintern (SH) in die Hände des Feindes fallen. Das ist die wichtigste Aufgabe der Antifaschisten im Kampf gegen den Weltfaschismus, nämlich die Weltpartei gegen jeden Angriff zu schützen und sie vor Schaden zu bewahren.

Was das von den Nazis gestohlene Gold Albaniens anbelangt, so lehrt uns die Geschichte, dass die Reichtümer der Völker stets aus den Händen der Verlierer in die Hände der Sieger wandern, solange es den Weltimperialismus gibt.

Erst unter der Diktatur des Weltproletariats erhalten die Völker ihre Reichtümer zurück, die ihnen die Weltimperialisten gestohlen haben.

 

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Enver Hoxha über den Faschismus

Kleine Zitatensammlung

Enver Hoxha spricht vom Faschismus, wenn die Grundlagen der kapitalistischen Macht bedroht werden und wies in seinem Rechenschaft auf dem 7. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens 1976 darauf hin:

»Wenn es unmöglich ist, mit der Auflehnung der Arbeiter und des Volkes mit pseudodemokratischen Formen und den Schwatzmethoden der Parlamente fertig zu werden, greift der bürgerliche Staat mit Gesetzen, Gewalt und der Peitsche ein. Dies geschieht gegenwärtig in den meisten Ländern, wo die Krise die Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital zugespitzt hat und wo die Empörung der Werktätigen über die entstandene Lage immer stärker wird. In dieser Situation wird die Gefahr des Faschismus immer drohender. Es ist bekannt, dass das Kapital, wenn es in eine Sackgasse gerät und den starken Schlägen der Arbeiterklasse ausgesetzt ist, entweder gezwungen ist, seinen Bankrott zu erklären oder die faschistische Diktatur zu errichten und auf den Krieg hin zu steuern« Und Enver Hoxha ergänzt diese Aussage mit einem Leninzitat aus seinen Werken Bd. 24, Seite 201, dt. Ausgabe):

»Denn die große Bedeutung jeder Krise besteht darin, dass sie das Verborgene offenkundig macht, das Bedingte, Oberflächliche, Kleinliche beiseite schiebt, den politischen Schutt wegräumt, die wahren Triebfedern des wirklich vor sich gehenden Klassenkampfes aufdeckt«.

»Wenn die arbeitenden Massen, die marxistisch-leninistischen Parteien und die fortschrittlichen Menschen nicht begreifen, dass die faschistische Diktatur das Produkt der schwierigen Situationen ist, in denen sich die Macht des Kapitals befindet, und sie nicht bekämpfen, wird der Faschismus über kurz oder lang errichtet werden« (Enver Hoxha, »Die marxistisch-leninistische Bewegung und die Krise des Weltkapitalismus«, Social Studies, Bd. 3, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).

Weitere Zitate Enver Hoxhas zur Faschismus-Definition:

»Der Faschismus ist der letzte Trumpf des ausbeutenden Kapitals« (Enver Hoxha, Social Politics, Bd. 3, page 23, 1986, Tirana, engl. Ausgabe).

»Der Faschismus ist die brutalste Diktatur der Bourgeoisie« (Enver Hoxha, ebenda).

»Sobald die Kapitalisten sehen, dass ihre Sache verloren ist, werfen sie die Maske ab und errichten eine faschistische Diktatur« (Enver Hoxha, Rede des 1. Sekretärs des ZK der PAA am 3.10.1974 vor seinen Wählern im Wahlkreis 209 von Tirana, Verlag Roter Morgen, dt. Ausgabe).

 

 

 

 

IV

Was lehrt die Komintern über den Antifaschismus ?

In seinem Brief an die deutschen Kommunisten (Band 32, Seite 546) zitiert Lenin aus den Beschlüssen des Dritten Weltkongresses der Komintern, wie man gegen den Faschismus kämpfen muss:

... der Kommunismus wird in Italien zu einer Massenkraft werden, wenn die Kommunistische Partei Italiens unermüdlich und unbeirrt den Kampf gegen die opportunistische Politik Serratis führen und zugleich imstande sein wird, mit den proletarischen Massen in den Gewerkschaften, in den Streiks, in den Kämpfen gegen die konterrevolutionären Organisationen der Faschisten eine enge Verbindung herzustellen, die Bewegungen aller Organisationen der Arbeiterklasse zusammenzufassen und ihre spontanen Aktionen in sorgfältig vorbereitete Kämpfe zu verwandeln."

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Die korrekte Faschismus-Definition des IV. Weltkongresses vom Dezember 1922 lautete:

»Internationaler Faschismus (...)

Die Bourgeoisie (...) sucht deshalb überall Zuflucht in der Schaffung gewisser weissgardistischer Eingreifkommandos, um damit besonders jeden Versuch und alle Anstrengungen, die das revolutionären Proletariat zur Verbesserung seiner Lage unternimmt, mit immer brutalerer Gewalt niederzuschlagen...

Das charakteristische Merkmal des italienischen Faschismus - des `klassischen` Faschismus - der zur Zeit über das ganze Land triumphiert - besteht darin, dass die Faschisten sich nicht nur eng auf die Bildung konterrevolutionärer Kampforganisationen beschränken, sondern mit ihrer sozialen Demagogie unter den Massen Fuß zu fassen versuchen - unter den Bauern, dem Kleinbürgertum und sogar unter einigen Schichten der Arbeiterklasse, wobei sie geschickt die unausbleibliche Enttäuschung über die so gepriesene bürgerliche »Demokratie« für ihre eigenen reaktionären Zwecke ausnutzen.

Die Gefahr besteht bereits in vielen Ländern, in der Tschechoslowakei, Ungarn, praktisch in allen Balkanländern, Polen...« (Taktische Thesen, Protokolle des IV. Weltkongress der Komintern, 1922),

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V. Weltkongress der Komintern

Resolution über den Faschismus

16. 9. 1924

 

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Die internationale Lage und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale

Der Klassenkampf, die Sozialdemokratie und der Faschismus

(Resolution, angenommen in der 45. Sitzung, am 29. August 1928)

 

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Programm der Komintern - 1928

Die Epoche des Imperialismus ist die Epoche des sterbenden Kapitalismus. Der Weltkrieg 1914 bis 1918 und die allgemeine Krise des Kapitalismus, die er entfesselte, beweisen als unmittelbare Folgen des tiefen Widerspruchs, in den die wachsenden Produktivkräfte der Weltwirtschaft mit den staatlichen Schranken geraten, dass im Schoße der kapitalistischen Gesellschaft die materiellen Voraussetzungen für den Sozialismus herangereift sind;

sie beweisen, dass die kapitalistische Hülle zu einer unerträglichen Fessel für die weitere Entwicklung der Menschheit geworden ist und dass die Geschichte den Sturz des kapitalistischen Joches durch die Revolution auf die Tagesordnung stellt.

Von den Zentren der kapitalistischen Macht bis in die entferntesten Winkel der kolonialen Welt unterwirft der Imperialismus die gewaltige Masse der Proletarier aller Länder der Diktatur der finanzkapitalistischen Plutokratie (Geldherrschaft; Staatsform, in der allein das Privateigentum politische Macht garantiert - Red.).

Mit elementarer Gewalt enthüllt und vertieft der Imperialismus alle Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft, steigert die Unterdrückung der ausgebeuteten Klassen bis zum Äußersten und treibt den Kampf der kapitalistischen Staaten auf die Spitze. Dadurch verursacht er unabwendbar weltumspannende imperialistische Kriege, die das gesamte herrschende Regime aufs tiefste erschüttern und führt mit eherner Notwendigkeit zur

proletarischen Weltrevolution.

Der Imperialismus schlägt die ganze Welt in die Fesseln des Finanzkapitals, zwingt die Proletarier aller Länder, Völker und Rassen mit Hunger, Blut und Eisen unter sein Joch und steigert die Ausbeutung, Unterdrückung und Knechtung des Proletariats ins Maßlose. Damit stellt der Imperialismus dem Proletariat unmittelbar die Aufgabe, die Macht zu erobern, und nötigt die Arbeiter, sich aufs Engste zur einheitlichen internationalen Armee der Proletarier aller Länder zusammenzuschließen über alle Grenzpfähle, über alle Unterschiede von Nation, Kultur, Sprache, Rasse, Geschlecht und Beruf hinweg.

Als Erfüllung des historischen Erfordernisses nach einer internationalen Organisation der revolutionären Proletarier, der Totengräber des kapitalistischen Systems, ist die Kommunistische Internationale die einzige internationale Macht, deren Programm die Diktatur des Proletariats und der Kommunismus ist, und die offen als Organisator der internationalen proletarischen Revolution auftritt.

Der Druck des imperialistischen Staates auf die Arbeiterklasse (Anwachsen der Ausbeutung und direkter Druck zusammen mit der systematischen Politik der Bestechung der bürokratisch-reformistischen Oberschichten) wird gesteigert; all das ist der Ausdruck des gewaltigen Anwachsens des spezifischen Gewichtes der Staatsmacht. Unter diesen Bedingungen wird jede mehr oder weniger bedeutende Aktion des Proletariats zu einer Aktion gegen die Staatsgewalt, d.h., zu einer politischen Aktion."

Die Krise des Kapitalismus und der Faschismus

Neben die Sozialdemokratie, die der Bourgeoisie die Arbeiterklasse unterdrücken und die Wachsamkeit der Proletarier einschläfern hilft, tritt der Faschismus.

In der Epoche des Imperialismus führte die Verschärfung des Klassenkampfes und die Zunahme der Elemente des Bürgerkrieges - besonders nach dem imperialistischen Weltkrieg - zum Bankrott des Parlamentarismus. Daher die "neuen" Methoden und Formen des Regierens (z.B. das System der "kleinen Kabinette", das Wirken oligarchischer Gruppen hinter den Kulissen, der Verfall und die Verfälschung der Rolle der "Volksvertretung" , die Beschneidung und Beseitigung der "demokratischen Freiheiten" usw.). Unter besonderen historischen Bedingungen nimmt dieser Prozess der Offensive der bürgerlich-imperialistischen Reaktion die Form des Faschismus an. Solche Bedingungen sind: Labilität der kapitalistischen Beziehungen; das Vorhandensein sozial deklassierter Elemente in beträchtlicher Zahl; die Verarmung breiter Schichten des städtischen Kleinbürgertums und der Intelligenz; die Unzufriedenheit der ländlichen Kleinbourgeoisie; schließlich die ständige Gefahr proletarischer Massenaktionen. Um ihrer Macht größere Stetigkeit und Festigkeit zu sichern, ist die Bourgeoisie in steigendem Maße gezwungen, vom parlamentarischen System zu der faschistischen Methode überzugehen, die von Beziehungen und Kombinationen zwischen den Parteien unabhängig ist. Der Faschismus ist eine Methode der unmittelbaren Diktatur der Bourgeoisie, ideologisch verkleidet, mit der Idee der "Volksgemeinschaft" und der Vertretung nach "Berufsständen" (d.h., eigentlich der Vertretung verschiedener Gruppen der herrschenden Klasse). Es ist eine Methode, die durch eine besondere soziale Demagogie (Antisemitismus, gelegentliche Ausfälle gegen das Wucherkapital, Entrüstung über die parlamentarische "Schwatzbude") planmäßig die Unzufriedenheit der Massen des Kleinbürgertums, der Intellektuellen und anderer ausnützt. Es ist eine Methode der Korruption, durch den Aufbau einer geschlossenen, besoldeten Hierarchie der faschistischen Kampfverbände, des faschistischen Parteiapparates und der faschistischen Bürokratie. Dabei versucht der Faschismus durch die Gewinnung ihrer rückständigsten Schichten auch in die Reihen der Arbeiterschaft einzudringen, deren Unzufriedenheit mit der Passivität der Sozialdemokratie er ausnützt.

Die Hauptaufgabe des Faschismus ist die Vernichtung der revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse, d.h. Der kommunistischen Schichten des Proletariats und ihrer führenden Kader.

Die Verquickung von sozialer Demagogie und Korruption mit dem aktiven weißen Terror, sowie die zum Äußersten gesteigerte imperialistische Aggressivität der Außenpolitik sind charakteristische Züge des Faschismus. In Zeiten, die für die Bourgeoisie besonders kritisch sind, bedient sich der Faschismus einer antikapitalistischen Phraseologie; solbald er aber seine Macht gesichert sieht, erweist er sich immer mehr als terroristische Diktatur des Großkapitals und wirft den antikapitalistischen Plunder von sich.

Je nach politischer Konjunktur bedient sich die Bourgeosie der faschistischen Methoden oder der Methoden der Koalition mit der Sozialdemokratie, die nicht selten, besonders in für den Kapitalismus kritischen Zeiten, eine offen faschistische Rolle spielt. Die Sozialdemokratie zeigt im Laufe der Entwicklung faschistische Tendenzen, was sie jedoch nicht hindert, im Falle einer Änderung der politischen Konjunktur gegen die bürgerliche Regierung als oppositionelle Partei aufzutreten. Faschismus und Koalition mit der Sozialdemokratie sind beide für den normalen Kapitalismus ungewöhnliche Methoden. Sie sind Anzeichen für das Bestehen einer allgemeinen Krise des Kapitalismus und werden von der Bourgeoisie benützt, um den Vormarsch der Revolution zu hemmen.

(Programm der Komintern - 1928)

 

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Historische Lehren unseres Kampfes
gegen Faschismus und Sozialfaschismus

Auszüge aus der Generallinie der Komintern (SH)

(in englischer Sprache)

 


 

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Worin besteht die Methode der Kritik am angeblichen "Antifaschismus" der Komintern unter der revisionistischen Führung Dimitroffs?

Erstens in der Überprüfung der theoretischen Dogmen des VII. Weltkongresses im Feuer des antifaschistischen Kampfes der Massen, im Feuer der lebendigen Praxis, das heißt in der Wiederherstellung der gestörten Einheit von antifaschistischer Theorie und Praxis, in der Beseitigung der Kluft zwischen beiden, denn nur so ist es möglich, die Komintern (SH) aufzubauen, die mit der antifaschistischen Theorie des Stalinismus-Hoxhaismus gewappnet ist.

Zweitens in der Methode der Kritik der Dimitroff'schen Politik der Komintern, diese nicht nach den von ihr ausgegebenen Losungen und Resolutionen des VII. Weltkongresses zu beurteilen, sondern nach ihren Taten. Nur so ist es möglich, das Vertrauen der antifaschistischen Massen in die Komintern (SH) zu gewinnen und sich zu verdienen. Antifaschistische Losungen und Resolutionen des VII. Weltkongresses sind keinen Pfifferling wert, wenn sich die Komintern noch im Verlauf des wütenden Hitlerfaschismus selber auflöst.

Drittens in der Umstellung der gesamten antifaschistischen Arbeit der Komintern (SH) auf neue, auf weltrevolutionäre Art, im Geiste der Erziehung und Vorbereitung der Massen zum globalisierten antifaschistischen Kampf, denn nur so ist es möglich, die Massen zur proletarischen Weltrevolution vorzubereiten.

Viertens in der Selbstkritik der Komintern (SH) , in ihrer Schulung und Erziehung an Hand der eigenen Fehler im antifaschistischen Kampf. Nur so ist es möglich, wirkliche Kader und wirkliche Führer der Weltpartei gegen den Weltfaschismus zu erziehen.

Das ist die Grundlage und das Wesen der Methode der Kritik an der revisionistischen Linie des Antifaschismus der Komintern Dimitroffs.

 

Stalin sagte 1925:

"Falls man unser Land überfiele, würden wir alle Maßnahmen ergreifen, um in allen Ländern der Welt den Löwen der Revolution zu wecken."

Und als die Faschisten in die Sowjetunion dann tatsächlich einfielen, hatte die Dimotroff-Komintern die "Löwen der Revolution in allen Ländern" bereits längst eingeschläfert, hatte Dimitroff Stalins Sturmfahne der Weltrevolution vorsorglich eingerollt und die weiße Fahne der "Volksfront" gehisst. Diese historische Tatsache spiegelt die beiden entgegen gesetzten Auffassungen von Stalin und Dimitroff über den Antifaschismus wider. Der Weltfaschismus kann nur mit der Weltrevolution siegreich beantwortet werden. Das ist die Linie Stalins. Das ist die Linie von Enver Hoxha. Deswegen hat die Komintern (SH) die Fahne der Weltrevolution gehisst. Die Neo-Revisionisten aber hissen die weiße Fahne von Dimitroffs "Volksfront". Eben darin bestehen die beiden entgegen gesetzten Auffassungen vom revisionistischen und revolutionären Antifaschismus.

Man sagt, dass die alte These des Marxismus-Leninismus, dass der Imperialismus unvermeidlich Faschismus hervorbringe, “veraltet” sei und durch die Thesen Dimitroffs widerlegt seien, da eine mächtige antifaschistische Einheitsfront der Millionenmassen mobilisiert worden sei, die sich für den Schutz vor dem faschistischen Terror einsetzen bzw. für seine Beendigung eintreten würde. Das ist falsch. Die antifaschistische Einheitsfrontpolitik Dimitroffs hatte das Ziel, eine bürgerliche Volksfront z. B. mit der Sozialdemokratie, zum Kampf für die Beseitigung des Faschismus zu bilden. Diese Volksfront hatte NICHT zum Ziel, die Herrschaft der Bourgeoisie durch eine Revolution zu stürzen und zu zerschlagen und auf den Trümmern der alten Ordnung die Diktatur des Proletariats zu errichten, also nicht das Ziel der klassischen sozialistischen Revolution des Proletariats. Dimitroff beschränkte sich vielmehr auf die demokratischen Ziele des antifaschistischen Kampfes, daran änderte sich nichts, wenn er diese Ziele in "revolutionäre" Phrasen kleidete. Insofern unterschied sich diese antifaschistische Bewegung beispielsweise von der revolutionären Bewegung der Bolschewiki gegen die brutale reaktionäre Konterrevolution des Zarismus, da diese Bewegung in Russland nicht mit der demokratischen Februar-Revolution aufhörte, sondern weiterging bis zur Oktoberrevolution, die eben nicht nur demokratische, sondern weitergehende sozialistische Ziele verfolgte und auch umsetzte. Man kann also die Ziele der Oktoberrevolution und die Ziele der Volksfront nicht gleichsetzen, ohne Augenwischerei zu betreiben. Das eine war der gewaltsame, bewaffnete Weg zum Sozialismus - das war die Komintern Lenins und Stalins! Das andere war der »friedliche« Weg zum Sozialismus - das war die Komintern Dimitroffs.

Der VII. Weltkongress war der irrigen Auffassung, dass durch den Sieg des Sozialismus in der UdSSR der Faschismus aufgehört habe, unvermeidlich zu sein. Der VII. Weltkongress war ferner der illusionistischen Meinung, dass die Gegensätze zwischen dem Sozialismus in einem Lande und dem Kapitalismus so stark geworden seien, dass die Bourgeoisie zukünftig auf den Faschismus verzichten würde unter dem Druck der Einheitsfrontpolitik der Sowjetunion und der Komintern, dass der Faschismus also “gezähmt” werden könne.

Aber die Unvermeidlichkeit des Faschismus bleibt in Kraft, solange der Weltimperialismus herrscht. Garantien gegen den Faschismus kann es erst mit dem Weltsozialismus geben. Der VII. Weltkongress aber verzichtete auf die Weltrevolution, denn man verließ sich ganz auf den für »endgültig« erklärten Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion.

 

 

V

Was lehrt die Komintern (SH) über den Antifaschismus ?

 

Stalin und Enver Hoxha sind unsere Lehrer im antifaschistischen Kampf. Wir sind die Schüler von Stalin und Enver Hoxha. Von Stalins und Enver Hoxhas antifaschistischen Lehren ist die Komintern (SH) niemals abgewichen und wird sie niemals abweichen.

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Der Stalinismus lehrt, dass die Diktatur des Proletariats weder durch Faschismus, noch durch Sozialfaschismus besiegt oder gestürzt werden konnte, dass die Sowjetunion aus dem Großen Vaterländischen Krieg gegen den Hitlerfaschismus siegreich und gestärkt hervor ging.

Der Hoxhaismus lehrt, wie aus dem Kampf gegen den Faschismus und Sozialfaschismus der siegreiche Sozialismus direkt hervorgeht.

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist stärker als jeder Faschismus und Sozialfaschismus.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, wie der Sozialismus nicht nur im antifaschistischen Kampf siegreich verteidigt werden kann, sondern wie der Sieg über den Faschismus auch einen neuen Sozialismus hervor bringt.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass der Faschismus und der Sozialfaschismus Zwillinge sind, sowohl bei Verhinderung der Errichtung der Diktatur des Proletariats als auch bei der Beseitigung der Diktatur des Proletariats.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die Theorie und Taktik des Antifaschismus hervor geht aus der Theorie und Taktik der proletarischen Weltrevolution im Allgemeinen und aus der Theorie und Taktik der Weltdiktatur des Proletariats im Besonderen.

Die antifaschistische Theorie und Taktik des Weltproletariats ist die stalinistisch-hoxhaistische Theorie und Taktik des direkten revolutionären Weges vom Weltfaschismus zum Weltsozialismus und der Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Restauration des Weltfaschismus.

Entweder man ergibt sich der herrschenden Weltordnung des Imperialismus auf Gnade und Ungnade, vegetiert in alter Weise weiter und sinkt immer tiefer, oder man greift zur antifaschistisch-antiimperialistischen Waffe - so stellt der Weltimperialismus die Frage vor den Millionenmassen des Proletariats. Der Weltimperialismus führt die Arbeiterklasse an die Weltrevolution heran und verwandelt sie in Totengräber des Weltfaschismus.

Der wütende Kampf zwischen den verschiedenen imperialistischen Weltlagern ist deshalb bedeutsam, weil er als unausbleibliches Element imperialistische Kriege nach außen und den faschistischen Terror nah innen in sich schließt. Dieser Umstand ist deshalb bedeutsam, weil er zur Folge hat, dass sich die Imperialisten gegenseitig schwächen, dass die Position des Weltkapitalismus überhaupt geschwächt wird, dass der Moment der proletarischen Weltrevolution näher rückt und dass die sozialistische Wevolution zur praktischen Notwendigkeit wird.

Der Kampf der Komintern (SH) für den Sieg über den Weltfaschismus ist von weltumspannender, internationaler Bedeutung, denn die Komintern (SH) ist die Basis des internationalen Antifaschismus, ist der Haupthebel zur Entfaltung der internationalen revolutionären antifaschistischen Bewegung, ist die Führerin der sozialistischen Weltrevolution.

 

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Unser Standpunkt findet sich auch wieder in der von der Komintern (SH) verfassten Gründungserklärung des Roten Frontkämpferbunds

 

RFB

Roter Frontkämpferbund zur Schaffung der roten Weltfront gegen Krieg und Faschismus

GRÜNDUNGSERKLÄRUNG DES RFB

vom 29. Juli 2019

"Tod dem Weltfaschismus! "

 

 

 

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 Es lebe der 72. Jahrestag des Stalinismus-Hoxhaismus ! 

16 - 07 - 1947

Erstes Treffen von

Josef Stalin und Enver Hoxha

 

Aus Anlass des 109. Geburtstags des Genossen Enver Hoxha [10. Oktober 2017] hat die Komintern (SH) folgenden Beschluss gefasst:

Der 16. Juli 1947 wird als Feiertag des Stalinismus-Hoxhaismus festgelegt.

Warum hat die Komintern (SH) den 16. Juli 1947 als Gründungstag des Stalinismus-Hoxhaismus gewählt ?

Der Stalinismus-Hoxhaismus entstand an dem unauslöschlichen Tag, als sich Stalin und Enver Hoxha zum ersten Mal begegneten.

Stalin schuf den Stalinismus.

Enver Hoxha schuf den Hoxhaismus. 

Genosse Enver Hoxha hat diese erste Begegnung in seinen Erinnerungen wie folgt beschrieben:

Unvergesslich wird für mich der Tag bleiben, an dem wir zum ersten Mal mit Josef Wissarionowitsch Stalin zusammentrafen. Es war am 16. Juli 1947, dem dritten Tag unseres Aufenthalts in Moskau, einem von Anfang an außergewöhnlichen Tag. Gleich am Morgen besuchten wir das Mausoleum des großen Lenin und verneigten uns in tiefer Verehrung vor dem genialen Führer der Revolution, vor dem Menschen, dessen Name und dessen Werk tief in unserem Denken und unseren Herzen verankert waren und den ruhmreichen Weg unseres Kampfes für die Freiheit, die Revolution und den Sozialismus erleuchtet hatten und erleuchteten. Im Namen des albanischen Volkes, unserer Kommunistischen Partei und in meinem eigenen Namen legte ich vor dem Mausoleum des unsterblichen Lenin einen Kranz bunter Blumen nieder. Nachdem wir anschließend die Gräber der tapferen Kämpfer der Sozialistischen Oktoberrevolution, der hervorragenden Aktivisten der Partei der Bolschewiki und des Sowjetstaates an der Kremlmauer aufgesucht hatten, gingen wir ins Zentralmuseum für Wladimir Iljitsch Lenin. Über zwei Stunden verbrachten wir damit, einen Saal nach dem anderen zu besichtigen und die Dokumente und Ausstellungsstücke zu betrachten, die ein genaues Bild vom Leben und vom hervorragenden Werk des großen Lenin gaben. Ehe wir gingen, schrieb ich ins Gästebuch des Museums unter Anderem folgende Worte:

Lenins Sache wird in den kommenden Generationen unsterblich weiterleben. Sein Andenken wird im Herzen des albanischen Volkes immer lebendig sein.“

An diesem Tag, der voll war von unauslöschlichen, bewegenden Eindrücken, empfing uns der treue Schüler, der Mann, der das Werk Lenins weiterführte, Josef Wissarionowitsch Stalin, zu einem langen Gespräch.

Von Beginn an schuf er eine so kameradschaftliche Atmosphäre, dass sehr schnell jene natürliche Befangenheit verflog, die wir empfanden, als wir sein Büro betraten – einen großen Raum mit einem langen Konferenztisch neben seinem Schreibtisch. Schon wenige Minuten, nachdem die ersten Worte gewechselt worden waren, waren wir so gelöst, dass wir das Gefühl hatten, als sprächen wir nicht mit dem großen Stalin, sondern mit einem alten Freund und Genossen, mit dem wir uns schon oft unterhalten hatten. Ich war damals noch ziemlich jung und der Vertreter einer kleinen Partei und eines kleinen Landes, deshalb scherzte Stalin, um die Atmosphäre für mich so herzlich und kameradschaftlich wie möglich zu machen. Er sprach mit großer Liebe und Achtung von unserem Volk, seiner kämpferischen Vergangenheit und seinem Heldentum im Nationalen Befreiungskampf. Er sprach ruhig und mit Bedacht, mit einer ihm eigenen einnehmenden Wärme.“ (Enver Hoxha: „Begegnungen mit Stalin“ - Erinnerungen, Tirana 1984, Seite 61- 63 , dt. Ausgabe)

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die höchste Entwicklungsstufe der weltproletarischen Ideologie, ist die Weiterentwicklung der Ideologie des Marxismus-Leninismus.

Die Komintern (SH) ist Träger der weltproletarischen Ideologie, Bannerträger der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus, Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha.

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die Theorie und Taktik der proletarischen Weltrevolution im Allgemeinen, und die Theorie und Taktik der Diktatur des Weltproletariats im Besonderen.

Worauf beruht das historische Band, welches am 16. Juli 1947 zwischen Stalin und Enver Hoxha geknüpft wurde ?

Die Freundschaft zwischen Stalin und Enver Hoxha beruht auf der Freundschaft zwischen dem Schüler Lenins und dem Schüler Stalins.

Diese Freundschaft entwickelte sich im gemeinsamen Sieg über den Hitlerfaschismus, im gemeinsamen Sieg des größten und kleinsten vom Kapitalismus befreiten Volkes, im gemeinsamen Sieg des Sozialismus über den Kapitalismus.

Es ist die Freundschaft zwischen dem größten und kleinsten Land des sozialistischen Weltlagers.

Es ist die Freundschaft zwischen den Führern der beiden einzigen bolschewistischen Parteien der Welt, worauf die weltbolschewistische Partei, die Komintern (SH), aufgebaut ist.

Es ist die Freundschaft zwischen dem ältesten und jüngsten Führer der stalinistischen Weltbewegung.

Es ist die Freundschaft zwischen Stalin und Enver Hoxha, worauf die hoxhaistische Weltbewegung aufgebaut war und aus der dann später die stalinistisch-hoxhaistische Weltbewegung der Komintern (SH) hervor gegangen ist.

Als der Vertreter des größten und kleinsten sozialistischen Landes und der größten und kleinsten stalinistischen Partei zusammen kamen, war der Stalinismus bereits voll entwickelt, während der Hoxhaismus noch in seinen Kinderschuhen steckte. Dieses anfängliche Ungleichgewicht von Stalinismus und Hoxhaismus entspricht dem natürlichen Entwicklungsprozess der weltproletarischen Ideologie, so wie er zuvor verlaufen ist vom Marxismus zum Leninismus und vom Leninismus zum Stalinismus. Die proletarischen Ideologie entwickelt sich im Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler der Klassiker des Marxismus-Leninismus. Genosse Enver Hoxha war der treueste und größte Schüler des Genossen Stalin, so wie Stalin der treueste und größte Schüler Lenins und Lenin der treueste und größte Schüler von Marx und Engels war. Es waren die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus, die das Band der weltproletarischen Ideologie zusammenhielten und es von einer Stufe zur nächsten weiter knüpften.

Der Beschluss der Komintern (SH) wurde zu dem Zwecke gefasst, um das Band des Stalinismus-Hoxhaismus reißfest zu machen, um es über den ganzen Erdball zu spannen bis die weltproletarische Ideologie zur herrschenden Ideologie der Epoche des Weltsozialismus wird.


Der 16. Juli 1947 ist der Jahrestag, an dem der Marxismus-Leninismus-Stalinismus begann, sich zum Hoxhaismus weiter zu entwickeln.

Der 16. Juli 1947 ist der Tag des Marxismus-Leninismus-Stalinismus-Hoxhaismus.

Der 16. Juli 1947 wird von seinem 70. Jahrestag an in jedem neuen Jahr von der Komintern (SH) gefeiert.

Es lebe der 16. Juli 1947 – der Tag der ersten Begegnung des Genossen Stalin und des Genossen Enver Hoxha, der Jahrestag des Stalinismus-Hoxhaismus !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum ist der Stalinismus-Hoxhaismus unbesiegbar ?

Weil er sich vom Stalinismus und vom Hoxhaismus ableitet.

Der Stalinismus ist unwiderlegbar, denn er ist die ideologische Grundlage für den Sieg der Sowjetunion als Weltmacht und des Sieges des Sozialismus in vielen Ländern der Welt, für den siegreichen Aufbau des Sozialismus und des Kommunismus unter den Bedingungen der weltkapitalistischen Umzingelung.

Der Hoxhaismus ist unwiderlegbar, denn er ist die ideologische Grundlage für den Sieg des Sozialismus auch außerhalb der Sowjetunion unter den Bedingungen der kapitalistisch-revisionistischen Umzingelung. Mit dem Sieg über die Macht der modernen Revisionisten machte der Hoxhaismus den Sozialismus immun gegen die Restauration des Kapitalismus.

Der Stalinismus ebnete den Weg zum Weltsozialismus durch die Union Sozialistischer Sowjetrepubliken unter der starken Führung der sozialistischen Sowjetrepublik Russlands. Der Stalinismus ist somit Grundlage und Modell für die Schaffung der Weltunion sozialistischer Sowjetrepubliken.

Die Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion Lenins und Stalins und in Albanien Enver Hoxhas ist die Grundlage für die Diktatur des Weltproletariats.

Der Hoxhaismus gilt als Grundlage und Modell für den Sieg es Sozialismus in jedem Land , denn schließlich war der Sozialismus sogar in einem der kleinsten und ärmsten Länder der Welt verwirklicht worden.

Der Hoxhaismus ebnete den Weg zum Weltsozialismus durch erfolgreiche Anwendung des Stalinismus gegen die Restauration des Kapitalismus. Dank des Hoxhaismus überlebte der Sozialismus nicht nur, sondern ging gestärkt aus dem Kampf gegen den modernen Revisionismus hervor und gilt somit als Vorbild und Modell für die Vermeidung der Rückverwandlung des Weltsozialismus in den Weltkapitalismus.

Der Stalinismus- Hoxhaismus ist unwiderlegbar, weil er auf der Erkenntnis basiert, dass der Sieg des Sozialismus in einem kleinen Land bereits den Weg dafür bereitet hat , dass der Sozialismus praktisch auch in jedem anderen Land siegen kann, was uns wiederum zur Erkenntnis führt, dass der Sieg des Sozialismus in allen Ländern unwiderlegbar ist.

Hieraus leitet der Stalinismus- Hoxhaismus die Erkenntnis von der Verwirklichung des Sozialismus im Weltmaßstab ab.

Der Stalinismus- Hoxhaismus bildet die höchste Stufe der Weiterentwicklung der proletarischen Ideologie, nämlich ihre Ausreifung zur Universalität und damit zur Anwendbarkeit im Weltmaßstab.

Der Stalinismus- Hoxhaismus ist die proletarische Ideologie des Weltsozialismus und Weltkommunismus unter heutigen Bedingungen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus ist die Anwendung der Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus zur Überwindung und Beendigung der Epoche des Weltimperialismus.

Der Stalinismus- Hoxhaismus ist die Theorie und Taktik der sozialistischen Weltrevolution im Allgemeinen und die Theorie und Takik der Diktatur des Weltproletariats im Besonderen.

Komintern (SH), vom 21. 5. 2018