"WEG DER PARTEI"

Theoretisches Organ

 

der

 

KOMINTERN (SH)

Sektion Deutschland

 

 
 




Zum 149. Geburtstag von Lenin und zum

100. Jahrestags der Gründung der Komintern

veröffentlichen wir folgenden Artikel

des Genossen Wolfgang Eggers


 

Welche Lehren ziehen wir Stalinisten-Hoxhaisten aus Lenins Kampf gegen den Opportunismus, den er in der Komintern geführt hat ?

[ Handbuch gegen den Opportunismus ]

 

Einführung

Die Lehren aus dem leninistischen Kampf gegen den Opportunismus in der Komintern helfen uns, die heutigen Absichten der Opportunisten innerhalb und außerhalb unserer Weltpartei rechtzeitig zu erkennen und nicht nur zu erkennen, wie und in welche Richtung die Opportunisten gegen uns vorgehen, sondern auch wie und in welche Richtung sie in Zukunft gegen die Komintern (SH) vorgehen werden.

Wenn wir Lenins Lektionen zum Opportunismus meistern, können wir die Arbeiterklasse und ihre Weltpartei vor opportunistischen Einflüssen schützen. Und umgekehrt - wenn wir Lenins Theorie über den Kampf gegen den Opportunismus nicht beherrschen, würden wir dadurch das Weltproletariat im Stich lassen, weil sie unsere Hilfe brauchen, um sich von allen möglichen opportunistischen Einflüssen auf dem Weg zur sozialistischen Weltrevolution zu befreien.


In der Komintern begann der Opportunismus, nachdem er durch die Oktoberrevolution besiegt worden war, mit "linken" Übertreibungen und trotzkistischen Abweichungen, ging weiter mit dem Block der rechten und "linken" Opportunisten und endete schließlich in einem Dauerangriff des rechten Opportunismus. Die Komintern kapitulierte im Kampf gegen den zunehmenden Druck des revisionistischen Einflusses und war damit zum Tode verurteilt.
Wir wollen diese Geschichte des Opportunismus nicht wiederholen.
Deshalb müssen wir heute im Kampf gegen den Neorevisionismus aufpassen, dass wir dabei keine "linken" Abweichungen zulassen. Und während wir unsere "linken" Anfängerfehler bekämpfen, dürfen wir dem rechten Opportunismus keine Chance geben, uns seine angebliche "Unterstützung" im Kampf gegen den "Linken" angedeihen zu lassen, dessen organisatorischer Charakter bekanntlich dad Sektierertum ist.
Umgekehrt dürfen wir im Hauptkampf gegen den rechten Opportunismus niemals "linke" opportunistische Mittel anwenden, da dies im Grunde nur Mittel sind, die die Komintern (SH) um so leichter in die Hände der rechten Opportunisten treiben würden.
Wir können den Opportunismus niemals mit opportunistischen Mitteln bekämpfen, sondern nur mit dem Stalinismus-Hoxhaismus als der einzigen echten proletarischen Ideologie von heute.


Unseren Kampf gegen den Opportunismus niemals aus der eigenen, starken bolschewistischen Hand zu geben - darin besteht die leninistisch-stalinistische Lehre des Kampfes gegen den internationalen Opportunismus in der Komintern.

Die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus sind die Führer des Kampfes gegen den internationalen Opportunismus. Die Komintern (SH) lässt sich von ihren Lehren leiten, denn dies ist die einzige Garantie für unseren unbesiegbaren Kampf gegen den Opportunismus.

 

I

Lenins Bruch mit der II. Internationale – Voraussetzung für die Gründung der Komintern

Der Bruch mit den Neo-Revisionisten – Voraussetzung für die Gründung der Komintern (SH)

 

"Die erste Bedingung für den wahren Kommunismus ist der Bruch mit dem Opportunismus"

(Lenin, Band 32, Seite 487)

Die Forderung nach der Gründung der Komintern, die die Zweite Internationale ersetzen sollte, wurde 1917 von Lenin in seinen "Aprilthesen" unter Punkt 10 aufgenommen, worauf das ZK der Bolschewiki
auf der Parteikonferenz am 29. April 1917 beschloss:

"Es ist die Aufgabe unserer Partei, in einem Land, in dem die Revolution früher als in anderen Ländern begonnen hat, die Initiative zur Schaffung eines dritten internationale zu ergreifen."

Lenins titanenhafter Kampf gegen den Opportunismus in der Komintern begann mit dem ersten Tage ihrer Gründung und endete erst mit seinem letzten Atemzug im Jahre 1924.

Lenin hat den Kampf gegen den internationalen Opportunismus bekanntlich nicht erst in der Komintern geführt. Von welthistorischer Bedeutung ist vor Allem sein entschiedener Bruch mit dem Opportunismus der II. Internationale - also schon lange vor der Gründung der Komintern.

Es war klar, dass dieser Kampf gegen den ideologischen Einfluss der II. und zweieinhalbten Internationale auf das Weltproletariat mit der Gründung der Komintern nicht beendet sein konnte. Dieser Kampf zog sich wie ein roter Faden durch die ganze Geschichte der Komintern hindurch. Und als die Komintern aufhörte, den Einfluss der "linken" Sozialdemokatie zu bekämpfen, war dies einer der wesentlichen Gründe, die zu ihrer Auflösung führten.

Unter dem Druck der beginnenden Weltrevolution sahen sich einige Führer der II. und der zweieinhalbten Internationale gezwungen, offen ihre "Sympathie" für die III. Internationale zu erklären, sich der revolutionären Massenbewegung in Worten anzupassen, um sie in Taten weiter betrügen und verraten zu können:

"Eine solche Lage der Dinge ist völlig unzulässig, denn sie trägt direkte Zersetzung in die Massen, untergräbt die Achtung vor der III. Internationale." (Lenin, Band 31, Seite 172)

Die Opportunisten wagten zwar auf dem Gründungskongress noch nicht, offen den Standpunkt der II. und zweieinhalbten Internationale zu vertreten. Deswegen stimmten sie aus taktischen Gründen den Beschlüssen des Ersten Weltkongresses unwidersprochen zu. Für Lenin aber bestand von Anfang die Gefahr darin, dass sich das opportunistische Gedankengut der II. Internationale in der Komintern ausbreitet, insbesondere in seiner verhüllten Form der „revolutionären“ Phrase.

Bruch mit dem Opportunismus der II. und zweieinhalbten Internationale in Worten, und sein schleichendes Eindringen in die Komintern in Taten – das war die Phänomenologie der Opportunisten innerhalb der neu gegründeten Komintern.

Und es war Lenin, der den Opportunisten diese Maske vom Gesicht riss. Um die Komintern von diesen bürgerlich-kleinbürgerlichen Einflüssen reinigen zu können, waren Lenins langjährige Erfahrungen im kombinierten Kampf gegen den internationalen und russischen Opportunismus von großem Wert.

Der Zweite Weltkongress hatte Lenins Leitsätze angenommen, die den damaligen gegebenen historischen Bedingungen des vollzogenen Bruchs mit dem Verrat der II.un der zweieinhalbten Internationale entsprachen. Jeder wollte nach der siegreichen Oktoberrevolution Mitglied der III. Internationale werden, sowohl "links"-sektiererische, anarchistische und trade-unionistische Gruppierungen, als auch zentristische Elemente, die ihren alten Ballast der II. Internationale nicht über Bord werfen wollten. All diese Elemente wollten sich der III. Internationale anschließen, mehr oder weniger weit davon entfernt, dem Leninismus zu folgen als die einzig korrekte Leitlinie der bolschewistischen Weltpartei und der kommunistischen Weltbewegung. Es war so, wie Lenin es in seinen Leitsätzen formulierte: "Die Kommunistische Internationale wird gewissermaßen zur Mode."

"Unter gewissen Umständen kann für die Kommunistische Internationale die Gefahr entstehen, dass sie durch wankelmütige Gruppen verwässert wird, die eine Politik der Halbheiten treiben und sich von der Ideologie der II. Internationale nocht nicht frei gemacht haben."

Sinn und Zweck der Leninschen 21 Leitsätze bestand also erstens darin, die Komintern vor dem Eindringen anti-proletarischer Elemente zu schützen, deren Ziel es war, die Komintern von innen zu zersetzen, sie vom Weg der sozialistischen Weltrevolution abzubringen, sie der bürgerlichen Ideologie anzupassen, sie in eine bürgerliche Internationale zu verwandeln und somit das wichtigste organisatorische Instrument des Weltproletariats unbrauchbar zu machen.

Und zweitens bestand der Sinn und Zweck der 21 Aufnahmekriterien darin, alle Mitglieder der Komintern zu verpflichten, gegen den Opportunismus einen hartnäckigen leninistischen Kampf zu führen, wozu natürlich nicht nur entsprechende leninistische Schulungsarbeit gehört. Es reicht nicht, die Opportunisten nur zu verurteilen und den Bruch mit ihnen zu erklären. Man muss sie rausschmeißen. Das ist es, was Lenin und die Bolschewiki nicht nur in ihrer eigenen Partei, sondern sowohl innerhalb der Komintern, als auch innerhalb jeder einzelnen Sektion durchgesetzt haben.

Lenin hat die Säuberung als ein Entwicklungsgesetz der revolutionären Partei der Arbeiterklasse bezeichnet. Die Komintern Lenins und Stalins hat bei der Anwendung dieses Gesetzes keine opportunistische Milde, keinen Liberalismus und keine Gefühlsduselei zugelassen.

Wenn wir aus dem Kampf Lenins gegen den Opportunismus innerhalb der Komintern Lehren ziehen wollen, so ist das Studium von Lenins gesamten Kampf gegen den Opportunismus unverzichtbar, den er bereits lange Jahre vor der Gründung der Komintern geführt hatte, und womit schließlich mit seinen 21 Aufnahmekritierien den offenen Opportunisten der Zugang zur Komintern versperrt wurde.

Wer kann diesen Kampf Lenins – kurz vor Gründung der Komintern - besser zusammenfassen als Genosse Stalin. Wir bitten um Verständnis, wenn wir hier deswegen mit einem langen Zitat aus Stalins „Geschichte der KPdSU (B)“ - Kurzer Lehrgang beginnen:

(wer auf diese Zusammenfassung verzichten möchte, möge dieses lange Zitat überspringen)


„Die Führer der sozialistischen Parteien gingen, das Proletariat verratend, auf die Position des Sozialchauvinismus und der Verteidigung der imperialistischen Bourgeoisie über. Sie halfen den imperialistischen Regierungen, die Arbeiterklasse an der Nase herumzuführen und sie mit dem Gift des Nationalismus zu verseuchen. Diese Sozialverräter begannen unter der Flagge der Vaterlandsverteidigung die deutschen Arbeiter auf die französischen, und die englischen und französischen Arbeiter auf die deutschen zu hetzen. Nur eine unbedeutende Minderheit in der II. Internationale verblieb auf der Position des Internationalismus und wandte sich gegen den Strom, zwar nicht ganz sicher und nicht ganz entschieden, aber sie wandte sich immerhin gegen den Strom.

Nur die Partei der Bolschewiki erhob sofort und ohne Schwanken das Banner des entschlossenen Kampfes gegen den imperialistischen Krieg. In seinen im Herbst 1914 verfassten Thesen über den Krieg wies Lenin darauf hin, dass der Zusammenbruch der II. Internationale kein Zufall war. Die II. Internationale wurde zugrunde gerichtet von den Opportunisten, gegen die die besten Vertreter des revolutionären Proletariats schon lange ihre warnende Stimme erhoben hatten.

Die Parteien der II. Internationale waren schon vor dem Kriege vom Opportunismus angesteckt. Die Opportunisten predigten offen den Verzicht auf den revolutionären Kampf, predigten die Theorie des „friedlichen Hineinwachsens des Kapitalismus in den Sozialismus“. Die II. Internationale wollte nicht gegen den Opportunismus kämpfen, sie wollte mit ihm Frieden halten und gab ihm die Möglichkeit, sich zu festigen. Indem sie gegenüber dem Opportunismus eine versöhnlerische Politik betrieb, wurde die II. Internationale selbst opportunistisch.

Die imperialistische Bourgeoisie bestach systematisch mittels ihrer aus den Kolonien, aus der Ausbeutung rückständiger Länder gezogenen Profite, durch höhere Arbeitslöhne und andere Brosamen die Oberschicht der qualifizierten Arbeiter, die so genannte Arbeiteraristokratie. Aus dieser Arbeiterschicht waren nicht wenige Führer der Gewerkschaften und Genossenschaften, Gemeindevertreter und Parlamentsabgeordnete, Journalisten und sozialdemokratische Parteibeamte hervorgegangen. Angesichts des Krieges wurden diese Leute, die ihre Stellung zu verlieren fürchteten, zu Gegnern der Revolution, zu eifrigsten Verteidigern ihrer Bourgeoisie, ihrer imperialistischen Regierungen.

Die Opportunisten wurden zu Sozialchauvinisten.

Die Sozialchauvinisten, darunter die russischen Menschewiki und Sozialrevolutionäre, predigten im eigenen Lande den Klassenfrieden der Arbeiter mit der Bourgeoisie und nach außen den Krieg gegen andere Völker. Sie täuschten die Massen über die wahren Kriegsschuldigen durch die Erklärung, dass die Bourgeoisie ihres Landes am Kriege nicht schuld sei. Viele Sozialchauvinisten wurden Minister in den imperialistischen Regierungen ihres Landes.

Nicht weniger gefährlich für die Sache des Proletariats waren die versteckten Sozialchauvinisten, die so genannten Zentristen. Die Zentristen - Kautsky, Trotzki, Martow und andere - rechtfertigten und verteidigten die offenen Sozialchauvinisten und verrieten somit im Verein mit den Sozialchauvinisten das Proletariat, wobei sie ihren Verrat mit „linken“, auf Betrug an der Arbeiterklasse berechneten Phrasen vom Kampf gegen den Krieg verschleierten. In der Tat unterstützten die Zentristen den Krieg, denn der Vorschlag der Zentristen, nicht gegen die Kriegskredite zu stimmen und sich bei der Abstimmung über die Kriegskredite auf Stimmenthaltung zu beschränken, bedeutete die Unterstützung des Krieges. Sie forderten ebenso wie die Sozialchauvinisten den Verzicht auf den Klassenkampf während des Krieges, um ihre imperialistische Regierung nicht an der Kriegführung zu behindern. Der Zentrist Trotzki war in allen wichtigen Fragen des Krieges und des Sozialismus gegen Lenin, gegen die bolschewistische Partei.

Lenin begann schon in den ersten Kriegstagen die Kräfte zur Schaffung einer neuen, der III. Internationale zu sammeln. Bereits in seinem Manifest gegen den Krieg vom November 1914 machte es sich das Zentralkomitee der bolschewistischen Partei zur Aufgabe, an Stelle der schmählich zusammengebrochenen II. Internationale die III. Internationale zu schaffen.

Im Auftrag Lenins sprach im Februar 1915 Genosse Litwinow auf der Londoner Konferenz der Sozialisten der Ententeländer. Litwinow forderte den Austritt der Sozialisten (Vandervelde, Sembat, Guesde) aus den bürgerlichen Regierungen Belgiens und Frankreichs und den völligen Bruch mit den Imperialisten, den Verzicht auf Zusammenarbeit mit ihnen. Er verlangte von allen Sozialisten den entschiedenen Kampf gegen ihre imperialistischen Regierungen und die Verurteilung der Bewilligung der Kriegskredite. Aber Litwinows Stimme fand auf dieser Konferenz keinen Widerhall.

Anfang September 1915 versammelte sich in Zimmerwald die erste Konferenz der Internationalisten. Lenin bezeichnete diese Konferenz als „den ersten Schritt“ in der Entwicklung der internationalen Bewegung gegen den Krieg. Auf dieser Konferenz wurde von Lenin die Zimmerwalder Linke gebildet. In dieser Zimmerwalder Linken nahm jedoch nur die Partei der Bolschewiki mit Lenin an der Spitze den einzig richtigen, bis zu Ende konsequenten Standpunkt gegen den Krieg ein: Die Zimmerwalder Linke gab in deutscher Sprache die Zeitschrift „Der Vorbote“ heraus, worin Artikel Lenins veröffentlicht wurden.

Im Jahre 1916 gelang es, in dem Schweizer Dorf Kiental die zweite Konferenz der Internationalisten einzuberufen. Sie wird die zweite Zimmerwalder Konferenz genannt. Zu dieser Zeit hatten sich in fast allen Ländern Gruppen von Internationalisten herausgebildet, zeichnete sich die Abspaltung der internationalistischen Elemente von den Sozialchauvinisten schärfer ab. Die Hauptsache war aber, dass die Massen selber zu diesem Zeitpunkt unter dem Einfluss des Krieges und des durch ihn hervorgerufenen Unheils eine Linksentwicklung durchgemacht hatten. Das Kientaler Manifest wurde auf Grund einer Vereinbarung der verschiedenen Gruppen, die sich auf der Konferenz bekämpften, ausgearbeitet. Es war ein Schritt vorwärts im Vergleich mit dem Zimmerwalder Manifest.

Aber auch die Kientaler Konferenz nahm die leitenden Grundsätze der Politik der Bolschewiki nicht an: Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg; Niederlage der eigenen imperialistischen Regierungen im Kriege; Organisierung der III. Internationale. Nichtsdestoweniger trug die Kientaler Konferenz zur Auslese der internationalistischen Elemente bei, aus denen sich in der Folge die Kommunistische, die III. Internationale bildete.“


II

Die Dialektik zwischen Lenins Kampf gegen den Opportunismus in der KPR (B) und in der Komintern

 

"Ich spreche von internationaler Bedeutung im engsten Sinne des Wortes, d.h., versteht man unter internationaler Bedeutung, dass das, was bei uns geschehen ist, internationale Geltung hat oder sich mit historischer Unvermeidlichkeit im internationalen Maßstab wiederholen wird, so muss man einigen Grundzügen unserer Revolution eine solche Bedeutung zuerkennen". (Lenin, Band 31, Seite 5).

Mit der Gründung und dem Aufbau der Komintern verfolgte Lenin den genialen Organisationsplan des weltproletarischen Kampfes für den Übergang von der demokratisch-bürgerlichen Revolution zur sozialistischen Weltrevolution, wobei er sich auf die Erfahrungen in Russland stützte, diese aber nicht dogmatisch der internationalen kommunistischen Bewegung überstülpte, sondern theoretisch verallgemeinerte, um auch universell korrekt anwandbar zu sein.

Die siegreiche Umwandlung der bürgerlich-demokratischen in die sozialistische Revolution war auch ein Sieg über die Opportunisten, die diese Umwandlung in Russland auf verschiedenste Weise sabotierten ( nicht zuletzt mit Unterstützung der internationalen Opportunisten!).

In der Komintern versuchten dann die Opportunisten zu verhindern, dass dieser Übergang von der bürgerlich-demokratischen zur sozialistischen Revolution auch im Weltmaßstab zum Sieg geführt wird.

Die Komintern (SH) kämpft für den Übergang von der ersten Etappe der Weltrevolution zur zweiten Etappe der Weltrevolution. Es ist klar, dass die Opportunisten heute diesen Übergang von der ersten zur zweiten Etappe der sozialistischen Weltrevolution mit dem Neo-Revisionismus zu bekämpfen versuchen. Die Opportunisten werden bei diesem Versuch jedoch scheitern, wenn die Komintern (SH) sich auf die Lehren Lenins stützt, die er im Kampf gegen den Opportunismus in der Komintern erfolgreich angewandt hat.

Die Taktik des Bolschewismus im Kampf gegen den Opportunismus ist auch heute noch eine unbesiegbare Taktik für alle !

Wenn Lenin hier von internationaler Bedeutung der russischen Revolution spricht, so gehört dazu auch die internationale Bedeutung von Lenins Kampf gegen den Opportunismus im eigenen Land.

Den Kampf, den die Bolschewiki gegen den Opportunismus im eigenen Land unter großen Opfern durchgemacht haben, mussten nachfolgend alle Länder der Welt unvermeidlich durchmachen - aber nicht mehr allein auf der Welt, wie damals die Bolschewiki, sondern nunmehr gemeinsam durch Zusammenschluss in der Komintern.

Lenin war nicht nur der Gründer der Komintern, sondern auch der unangefochtene Lehrmeister des Kampfes gegen den Opportunismus, und zwar genauso wie Marx der unangefochtene Lehrmeister gegen den Opportunismus in der Ersten, und Engels dieser unangefochtene Lehrmeister in der Zweiten Internationale war.

Die 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus sind die Führer des Kampfes gegen den internationalen Opportunismus. Von ihren Lehren gegen den Opportunismus lässt sich die Kominten (SH) leiten. Diese Lehren sind unbesiegbar.

Lenins Kampf gegen den Opportunismus innerhalb der KPR (B) ist von seinem Kampf gegen den Opportunismus innerhalb der Komintern nicht zu trennen. Die Komintern (SH) begreift Lenins nationalen und internationalen Kampf gegen den Opportunismus dialektisch. Wie solidarisch Lenin den jungen kommunistischen Parteien bei der Überwindung opportunistischer Fehler geholfen hat, das zeugt von seinem unerschöpflichen proletarischen Internationalismus.

Der hohe internationalistische Geist Lenins in der Komintern zeichnete sich unter Anderem dadurch aus, dass er seine ganze Kraft dafür einsetzte, dass das Weltproletariat die leidvollen Erfahrungen mit dem Opportunismus und Fehler im Kampf gegen ihn, nicht so teuer bezahlen sollte, wie sie zuvor von der russischen Arbeiterklasse bezahlt wurden. Wie teuer dem Weltproletariat der Opportunismus dann tatsächlich zu stehen kam, ist an der Liquidierung der Komintern im Jahre 1943 zu messen und am Jahrzehnte langen internationalen Klassenkampf ohne Komintern bis zum Ende des 20. Jahrhunderts.

Lenins Kampf gegen den Opportunismus innerhalb der Partei der Bolschewiki diente als Basis und Hebel für seinen Kampf gegen den Opportunismus in der Komintern. Eben das macht die ganze Besonderheit seines ideologischen Kampfes gegen den internationalen Opportunismus zur Zeit der Komintern aus.

Als der internationale Marxismus noch nicht von den Revisionisten verraten worden war, wandte Lenin ihn im Kampf gegen die russischen Revisionisten an. Zwischen der Niederlage der Revolution von 1905 und dem Sieg der Oktoberrevolution, spätestens aber mit der Gründung der Komintern wurde der Leninismus zur schärfste Waffe im Kampf gegen den internationalen Opportunismus. Aus der marxistischen Weltbewegung ging die marxistisch-leninistische Weltbewegung hervor, wurde der Sozialismus in "einem" Land zum Zentrum des Kampfes gegen den internationalen Opportunismus.

Lenins innerparteilicher Kampf gegen den Opportunismus war für die ideologische Reinigung der Komintern vom Unrat der II. und zweieinhalbten Internationale, für die Bolschewisierung der Komintern von grundlegender und ausschlaggebender Bedeutung. Waren die Opportunisten erst einmal in der KPR (B) geschlagen, so konnten sie dann auch um so leichter und gründlicher in der Komintern geschlagen werden. Unter Führung Lenins wurde die bolschewistische Partei beispielsweise von ungefähr 99% aller Menschewiki gereinigt, die sich nach 1918 der KPR (B) angeschlossen hatten.

Die KPR (B) erwies sich als die eigentliche ideologische Führerin des Kampfes gegen die Opportunisten in der Komintern. Und jeder Fehler und jede Schwäche der bolschewistischen Partei musste sich deswegen zwangsläufig auch unmittelbar negativ auf die Komintern auswirken. Und jede Stärkung der Opportunisten in der Sowjetunion hatte unvermeidlich auch eine Stärkung der Opportunisten in der ganzen Welt zur Folge.

Im Prinzip galt dies natürlich auch im umgekehrten Fall. Auch die Opportunisten hatten ihren Kampf gegen die bolschewistische Partei mit ihrem Kampf gegen die Komintern eng verbunden. Wir erinnern an den Verrat der Kominternführer Sinowjew, Bucharin und anderer Führer der Komintern, die aus den Reihen der bolschewistischen Partei kamen. Wir erinnern ferner an Dimitrov, der erste und letzte Kominternführer, der nicht der bolschewistischen Partei angehörte.

Die Opportunisten lenkten ihre Angriffe auf das revolutionäre Weltzentrum nicht nur vom Zentrum, sondern auch von der Peripherie aus, insbesondere von jenen Sektionen, von wo aus es für sie am günstigsten war, ihre Agenten in die Komintern, und schließlich in die Führung der Komintern einzuschleusen.

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass die Sowjetunion nicht nur Basis und Hebel der Weltrevolution im Allgemeinen war, sondern auch Basis und Hebel des Kampfes gegen den internationalen Opportunismus - insbesondere innerhalb der Komintern.

Was bedeutet das ?

Ohne Sieg über den Opportunismus kann die Weltrevolution nicht siegen.

Dabei gilt: Wenn der Hauptfeind im eigenen Land gestürzt werden muss, so schließt das unbedingt die Niederwerfung der "eigenen" Opportunisten mit ein, denn ohne den Sieg über den Opportunismus im eigenen Land kann es auch keinen Sieg über die Bourgeoisie im Weltmaßstab geben.

Dass man im Kampf gegen den Opportunismus dessen nationale Besonderheiten berücksichtigen muss, um diese Aufgabe international lösen zu können, lehrt Lenin:

" Das nationale Besondere, das national Spezifische beim konkreten Herangehen jedes Landes an die Lösung der einheitlichen internationalen Aufgabe, an den Sieg über den Opportunismus und den linken Doktrinarismus innerhalb der Arbeiterbewegung ( ...) zu erforschen, zu studieren, herauszufinden, zu erraten und zu erfassen - das ist die Hauptaufgabe des historischen Augenblicks, den alle (...) Länder gegenwärtig durchmachen." (Lenin, Band 31, Seite 79)

Was den Kampf gegen den Opportunismus und den linken Doktrinarismus anbelangt, so ging Lenin historisch differenziert an diese Aufgabe heran:

Als erste historische Aufgabe müssen sich die Massen vom Einfluss des Opportunismus befreien, um den Weg der Weltrevolution zu finden und einzuschlagen.

Als nächste historische Aufgaber bezeichnete Lenin die Loslösung der Massen vom linken Doktrinarismus, um den Sieg der Weltrevolution zu sichern. Wenn die erste historische Aufgabe nicht gelöst wird, kann auch die zweite historische Aufgabe nicht erfüllt werden.

Die Richtschnur des stalinistisch-hoxhaistischen Kampfes gegen den Opportunismus besteht in der Stärkung der zentralen Rolle der Komintern (SH), nämlich diesen Kampf in allen Ländern der Welt in Übereinstimmung zu bringen und zu vereinigen, um das gesamte Weltproletariat und die breiten Massen zum Sieg über den Opportunismus zu führen. Anders kann der Sieg über den Opportunismus weder im Weltmaßstab errungen, noch seine Unvermeidbarkeit beseitigt werden.

Kampf gegen den Opportunismus, das ist ein zentralistisch organisierter Kampf des Weltproletariats und seiner Weltpartei - unterstützt vom Proletariat in ausnahmslos allen Ländern der Welt.

Unser Slogan lautet:

Proletarier aller Länder - vereinigt euch im Kampf gegen den Opportunismus !

Weltproletariat - vereinige alle Länder im Kampf gegen den Opportunismus !

Vermittels der Komintern wirkte Lenins Kampf gegen den Opportunismus in alle Länder der Welt hinein, konnten sich alle Kommunistischen Parteien auf diese Weise im Kampf gegen den Opportunismus im eigenen Land erfolgreich stärken und bolschewisieren und die opportunistischen Führer rauswerfen.

Dieses Prinzip wird heute auch von den Sektionen der Komintern (SH) erfolgreich angewandt, indem sie den Kampf der Komintern (SH) gegen den internationalen Opportunismus konkret im eigenen Land umsetzen, um dort ihre weltbolschewistische Position gegenüber dem inländischen Opportunismus zu stärken.

Lenin führte den Kampf gegen den Opportunismus in dialektischer Einheit, also gleichzeitig unter den internationalen Bedingungen der Diktatur der Weltbourgeoisie und unter den besonderen Bedingungen der Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion. Lenin kam es darauf an, das Netzwerk der Opportunisten zu zerschlagen, welches zwischen den äußeren Opportunisten an der Macht (im Kapitalismus) und den inneren Opportunisten in der Opposition (im Sozialismus) geknüpft worden war.

Die so genannte "Opposition" in der Partei der Bolschewiki war nichts Anderes als der verlängerte Arm der Agentur der Weltbourgeoisie in der Sowjetunion. Und die Opportunisten in der Komintern verbreiteten zentralistisch, vom Apparat der Komintern aus, den Opportunismus in der gesamten kommunistischen Weltbewegung und konnten somit direkt schädlichen Einfluss nehmen auf jede einzelne Sektion der Welt.

 

* * *

Lenin führte in der Komintern den Kampf gegen den Opportunismus auf der Basis der Diktatur des Proletariats, vom Land des Sozialismus aus.

„Die III. Internationale übernahm die Früchte der Arbeit der II. Internationale, beseitigte deren opportunistischen, sozialchauvinistischen, bürgerlichen und kleinbürgerlichen Unrat und begann, die Diktatur des Proletariats zu verwirklichen.“

Die Diktatur des Proletariats war eine mächtige Waffe im Kampf gegen den internationalen Opportunismus.

Die Komintern war unter der Diktatur des Proletariat äußerlich vor Übergriffen der internationalen Konterrevolution geschützt und konnte legal ihre weltrevolutionäre Tätigkeit ausführen (außerhalb der Sowjetunion natürlich illegal). Eine solche Diktatur des Proletariats steht der Komintern (SH) heute leider nirgends auf der Welt zur Verfügung. Auch werden wir heute von keiner Diktatur des Proletariats finanziell unterstützt. Ein so großer einflussreicher Apparat, wie ihn die Komintern in Moskau legal aufbauen konnte, hätte damals unter den illegalen Bedingungen der Diktatur der Bourgeoisie nirgends auf der Welt aufgebaut werden können.

Entscheidend aber im Kampf gegen die Opportunisten, das sind die Menschen, das waren die im Jahrzehnte langen Kampf gestählten Arbeiter der Sowjetunion. Mit Vertretern der Arbeiteraristokratie konnten die sowjetischen Arbeiter an der Macht natürlich ganz anders fertig werden, als dort, wo die Kapitalisten an der Macht sind und über eine viel einflussreichere Arbeiteraristokratie verfügen. Es war für die Komintern also von großem Vorteil, sich in ihrem Kampf gegen den Opportunismus nicht nur auf Lenin, sondern auch auf die sowjetischen Arbeiter stützen zu können. Jeder kann sich ausmalen, welche Vorteile des Kampfes wir gegen den Opportunismus im Weltsozialismus, unter der Diktatur des Weltproletariats haben werden !

Das russische Proletariat war die am weitesten fortgeschrittene Abteilung des Weltproletariats und somit die am weitesten fortgeschritte Arbeiterklasse im Kampf gegen den Opportunismus, insbesondere in der Komintern.

Heute muss die Komintern (SH) zwar ohne all diese günstigen Voraussetzungen den Kampf gegen den internationalen Opportunismus fortsetzen, aber, gestützt auf die Lehren der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus, haben wir dem internationalen Opportunismus unter schwierigsten Bedingungen bereits die eine und andere vernichtende ideologische Niederlage beigebracht.

Die Losung Lenins, dass, ohne den Opportunismus zu bekämpfen, der Imperialismus nicht besiegt werden kann, bleibt für den Kampf gegen den Neo-Revisionismus ebenso aktuell wie unabdingbar. Lenins anti-revisionistische Lehren werden heute verteidigt, indem die Wurzeln des Neo-Revisionismus herausgerissen werden, die Wurzeln des gehäuteten "modernen" Revisionismus.

Der Neo-Revisionismus ist ein internationales Übel, aber gerade weil er ein internationales Übel ist, wird seine Niederlage in jedem einzelnen Land unvermeidlich zur Niederlage in anderen Ländern führen, wird dadurch der ganze internationale Neo-Revisionismus in den Abgrund gerissen.

* * *

Unmittelbar nach der Gründung der Komintern fand der VIII. Parteitag der KPR (B) statt, der für den Aufbau und die weitere Entwicklung der Komintern von außerordentlicher Bedeutung war. Lenin trat dort siegreich gegen die „Opposition“ auf, zum Beispiel in der Frage der Überarbeitung des alten Parteiprogramms.

Lenin vereitelte Bucharins anti-bolschewistische Versuche, Grundpfeiler des alten Parteiprogramms über Bord zu werfen, u.a. den Programmpunkt über den Kapitalismus. Lenin sagte hierzu auf dem VIII. Parteitag:

"Um international zu sein, muss unser Programm die Klassenmomente berücksichtigen, die ökonomisch für alle Länder charakteristisch sind. (...) Ein Programm, das nichts über die Grundlagen der Warenwirtschaft und des Kapitalismus sagt, wird kein internationales marxistisches Programm sein"

(Lenin, Band 29, (4) Rede zur Beendigung der Diskussion über das Parteiprogramm - 19 März 1919)

Für Lenin war das neue Programm der bolschewistischen Partei ein Programm der sozialistischen Revolution im Weltmaßstab, welches sich allerdings darauf zu beschränken hatte, was in der Welt ist und nicht, was stattdessen den nationalen Interessen des eigenen Land dienen würde. Nur ein internationalistisches Programm ist ein Programm gegen den Opportunismus.

Lenin bekämpfte sowohl in der eigenen Partei als auch in der Komintern solche Opportunisten, die ihren russischen Großmachtchauvinismus mit roter Farbe übertünchten,

und Lenin zitiert hierzu Engels:

"Das siegreiche Proletariat kann keinem fremden Volk irgendwelche Beglückung aufzwingen, ohne damit seinen eignen Sieg zu untergraben." (Zitat aus dem Brief von Engels an Kautsky, vom 12. September 1882)

* * *

Zu Lenins Zeit herrschte der Weltimperialismus, ohne dass der Kapitalismus in den meisten Ländern überhaupt entwickelt war. Das trifft unter den heutigen Bedingungen der Globalisierung natürlich nicht mehr zu. Mit der Globalisierung des Kapitalismus hat sich auch der Opportunismus globalisiert.

Der Lehre Lenins im Kampf gegen Bucharin folgend, verzichtet die Komintern (SH) nicht darauf, in ihrem Weltprogramm das Wesen des Kapitalismus, sein Entstehen aus der Warengesellschaft usw., darzustellen, denn mit dem Sturz des Weltimperialismus sind noch nicht automatisch jene Wurzeln des Kapitalismus verschwunden, aus denen der Imperialismus unvermeidlich immer wieder hervorgeht. Kurz:

Es genügt nicht, nur die weltimperialistische Spitze des Kapitalismus zu zerschlagen, nur die reaktionärsten Elemente des internationalen Finanzkapitals anzugreifen (wie dies in der revisionistischen Faschismusdefinition von Dimitrov auf dem VII. Weltkongress der Komintern der Fall war- und woraus die spätere revisionistische Losung von der "Zurückdrängung der Monopole" abgeleitet wurde, alles nur Kosmetik, um den Kapitalismus in Wahrheit unangetastet zu lassen).

Der globalisierte Opportunismus ist erst geschlagen, wenn der Opportunismus in jedem Land zerschlagen ist, nämlich dort, von wo aus er seine Entwicklung zum internationalen Opportunismus genommen hat und immer wieder nehmen wird.

Man kann den kapitalistischen Eisberg nicht beseitigen, wenn man nur die imperialistische Spitze abbricht, die aus dem Wasser heraus ragt. Dann bringt der Auftrieb des Wassers nämlich nicht etwa den Sozialismus, sondern nur eine neue Spitze des kapitalistischen Eisbergs an die Wasseroberfläche.

Und genauso verhält es sich mit dem anti-kommunistischen Eisberg. Der Opportunismus, der sich unseren Blicken unter der Wasseroberfläche entzieht, rückt unvermeidlich nach und wird immer sichtbarer nach jedem Sieg über den offenen Antikommunismus.

Der Opportunismus wird erst beseitigt sein, wenn auch der Kapitalismus vollständig beseitigt ist, wofür eine ganze Epoche der Weltdiktatur des Proletariats erforderlich ist, in der der Kampf gegen den Opportunismus um so erbitterter geführt werden muss. Warum ? Weil die Gefahr der Restauration des Kapitalismus nicht von der Restauration der Macht der Opportunisten zu trennen ist.

Auf Anhieb kann man weder den Widerstand der Weltbourgeoisie zerbrechen, noch einen vollkommenen weltsozialistischen Apparat schaffen. Lenin lehrt:

"Die Aufhebung der Klassen ist das Werk eines langwierigen, schweren, hartnäckigen Klassenkampfes, der nach dem Sturz der Macht des Kapitals, nach der Zerstörung des bürgerlichen Staates, nach der Aufrichtung der Diktatur des Proletariats nicht verschwindet, sondern nur seine Formen ändert und in vieler Hinsicht noch erbitterter wird."

Das Wesen des "linken" Opportunismus besteht darin, diesen langwierigen, schweren, hartnäckigen Klassenkampf überspringen zu wollen, ihn in Wahrheit zu scheuen - verdeckt hinter "revolutionärer" Phraseologie.

Das Wesen des rechten Opportunismus besteht darin, diesen langwierigen, schweren, hartnäckigen Klassenkampf zu leugnen und das Proletariat mit der Bourgeoisie zu versöhnen, um auf "friedlichem Weg zum Sozialismus" zu gelangen.

Und die zentristischen Opportunisten bemühen sich, die rechten und "linken" Opportunisten in der Komintern zu versöhnen und gegen die Komintern zu vereinigen. Sie schwanken zwischen "linkem" und rechtem Opportunismus hin und her, zwischen bürgerlicher Ideologie und proletarischer Ideologie, zwischen Diktatur der Bourgeoisie und Diktatur des Proletariats, zwischen Reform und Revolution usw.,

"Wenn wir mit den Zentristen und halben Zentristen, die wir in Russland Menschewiki nennen, nicht auf ganzer Linie und in der ganzen Welt fertig weren, dann verstehen wir nicht einmal das Abc des Kommunismus. (Lenin, Band 32, Seite 497).

Lenin gab allen diesen Opportunisten die einzig richtige Antwort:

"Sich von solchen Leuten zu trennen ist notwendig und unvermeidlich, denn man kann die sozialistische Revolution nicht vollziehen Hand in Hand mit denen, die die Sache der Bourgeoisie vertreten.

Wer bei der Lektüre von Marx nicht begriffen hat, dass es in der kapitalistischen Gesellschaft in jedem kritischen Moment, bei jedem ernsthaften Zusammenstoß der Klassen allein entweder die Diktatur der Bourgeoisie oder die Diktatur des Proletariats geben kann, der hat weder von der ökonomischen noch von der politischen Lehre von Marx etwas verstanden." (Lenin, Band 29, Seite 490 und 302)

* * *

Einheit mit Sozialfaschisten ist Verrat an der Weltrevolution, Verrat am Weltproletariat, Verrat am Weltsozialismus, ist die Einheit mit der Bourgeoisie gegen das Proletariat.

In seinem Artikel "Über die Aufgaben der III. Internationale" entlarvte Lenin die "Berner" Internationale als

"eine Organisation von Agenten des internationalen Imperialismus, die innerhalb der Arbeiterbewegung tätig sind, die in ihr den bürgerlichen Einfluss, die bürgerlichen Ideen, die bürgerliche Lüge und die bürgerliche Desorganisation verbreiten."

"Die III., die Kommunistische Internationale wurde eben deshalb gegründet, um es den "Sozialisten" nicht zu gestatten, mit jenem Lippenbekenntnis zur Revolution davonzukommen, für das Ramsay MacDonald in seinem Artikel Musterbeispiele liefert. Und gegen dieses Übel führen wir einen Krieg auf Leben und Tod." (Lenin Band 29, Seite 494/495/496)

Im Kampf gegen den Opportunismus der "Berner" Internationale

"muss man," so Lenin, " erstens die gesamte Propaganda und Agitation vom Gesichtspunkt der Revolution aus betreiben, im Gegensatz zu den Reformen;

zweitens muss man die legale mit der illegalen Arbeit verbinden;

drittens alle opportunistischen Führer aus der Arbeiterbewegung hinaus jagen;

viertens darf man sich nicht mit Parteien abfinden, die in Worten Feind des Imperialismus sind, in Wirklichkeit jedoch in 'ihren' Kolonien keinen revolutionären Kampf zum Sturz 'ihrer' Bourgeoisie führen;

fünftens ist für die Parteien der "Berner" Internationale eine unerhörte Heuchelei typisch: in Worten erkennt man die Revolution an. In Wirklichkeit aber nimmt man eine rein reformistische Stellung ein.

Die Kautsky und MacDonald fahren fort, die Kapitalisten mit der Revolution zu schrecken, der Bourgeoisie mit dem Bürgerkrieg Angst zu machen, um von ihnen Zugeständnisse, die Zustimmung zum reformistischen Weg zu erlangen. Darauf läuft alles Geschreibsel, alle Philosophie, alle Politik der ganzen Berner Internationale hinaus.

Die Führer der Berner Internationale sind nicht nur eine Gesellschaft von Dieben, sie sind auch eine Gesellschaft niederträchtiger Mörder, Helden zusammen in einer Organisation mit den Scheidemännern, die die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs anzettelten, die der Bourgeoisie Henkersdienste leisten."

 

III

Lenins Zweifrontenkampf gegen die Hauptgefahr des rechten Opportunismus und gegen den "linken Radikalismus"

Warum ist der rechte Opportunismus die Hauptgefahr?

Man kann diese Frage nicht beantworten, ohne die ökonomischen Wurzeln des Opportunismus bloß zu legen. Die Weltimperialisten haben mit ihrer globalisierten Ausbeutung gigantische Summen angehäuft, mit denen sie ihre Bestechungsgelder bezahlen.

"Und diese Milliarden an Extraprofit bilden die ökonomische Grundlage des Opportunismus." (Lenin, Band 31, Seite 219)

Für den Widerstand gegen die kommunistische Weltbewegung finanziert die Weltbourgeoisie die Arbeiteraristokratie und bürgerliche Intelligenz, finanziert sie sowohl den offenen Anti-kommunismus als auch den verkappten Anti-Kommunismus - den Opportunismus.

"Der Opportunismus ist unser Hauptfeind.

Der Opportunismus in den Spitzen der Arbeiterbewegung ist kein proletarischer, sondern ein bürgerlicher Sozialismus.

Die Opportunisten sind bessere Verteidiger der Bourgeoisie, als die Bourgeoisie selbst." (Lenin, ebenda)

Lenin hat in der Komintern das Hauptfeuer gegen die rechten Elemente im Kommunismus gerichtet.Lenin kämpfte dabei stets an zwei Fronten, sowohl gegen die "linke" Abweichung im Kommunismus als auch gegen die rechte Abweichung. Der Kampf gegen den "linken" und rechten Opportunismus muss stets unter historischem Gesichtswinkel betrachtet werden, wie Lenin im Jahre 1920 schrieb:

"Natürlich ist der Fehler des linken Doktrinarismus im Kommunismus gegenwärtig tausendmal weniger gefährlich und weniger folgenschwer als der Fehler des rechten Doktrinarismus (d.h. des Sozialchauvinismus und des Kautskyanertums), aber doch nur, weil der linke Kommunismus eine ganz junge, eben erst im Entstehen begriffene Strömung ist.. Nur darum kann diese Krankheit unter gewissen Bedingungen leicht geheilt werden, und man muss sich mit maximaler Energie daran machen, sie zu heilen." (Lenin, Werke Band 31, Seite 90)

Unterschätzen wir also nicht den "linken" Doktrinarismus in der auf uns zu kommenden weltrevolutionären Situation, und um so weniger während und nach der sozialistischen Weltrevolution. Ob der "linke" oder rechte Opportunismus die größere Gefahr ist, hängt nicht zuletzt davon ab, welchen von beiden wir unterschätzt haben.

Wird der rechte Opportunismus nicht bis zum Schluß konsequent bekämpft, nicht zerschlagen, dann kann nicht verhindert werden, daß aus dem rechten Opportunismus entgegengesetzte "linke" opportunistische Strömungen und Linien entstehen.

Das gilt umgekehrt.

Wird der "linke" Opportunismus nicht bis zum Schluß konsequent bekämpft, nicht zerschlagen, dann kann nicht verhindert werden, daß aus dem "linken" Opportunismus entgegengesetzte rechte opportunistische Strömungen und Linien entstehen.

"Wer die Bewegung führen und zu gleicher Zeit die Verbindung mit den Millionenmassen bewahren will, der muss den Kampf an zwei Fronten führen – sowohl gegen die Zurückbleibenden als auch gegen die Vorauseilenden". (Stalin, Band 12, Seite 175)

Das gilt auch für den Stalinismus-Hoxhaismus:

Wer den Stalinismus-Hoxhaismus gegen den Opportunismus verteidigen will, der muss sowohl gegen diejenigen kämpfen, die ihn an seiner Weiterentwicklung hindern wollen, aks auch gegen diejenigen, die den Stalinismus-Hoxhaismus auf der "linken" Fahrbahn überholen wollen.

Was den "linken Radikalismus" betrifft, so handelt es sich dem Wesen nach um den rechten Opportunismus, nur versehen mit dem roten Etikett "linker" Phrasen.

Als Musterbeispiel ist hier der spätere Führer der Komintern, Bucharin, zu nennen, der zuerst als "linker Kommunist" gegen Lenin auftrat, um dann als rechter Opportunist mehrere Attentate gegen Stalin anzuzetteln. Solche Führer der Komintern, wie Sinowjew und Bucharin wurden zum Tode verurteilt, bevor sie ihr zerstörerisches Werk in der Komintern und in der Sowjetunion beenden konnten. Nur das Leben Dimitrovs blieb verschont, und er dankte es mit der Liquidierung der Komintern.

Die Dialektik des Kampfes gegen den Opportunismus innerhalb der Komintern war derart, dass der theoretische Sieg des Leninismus seine Feinde zwang, sich als treue Anhänger der Komintern Lenins auszugeben (nach Lenins Tod dann als treue "Stalinisten").

Es war auf Grund des völligen Bankrotts der II. Internationale und des Verrats der zweieinhalbten Internationale (Kautsky) völlig klar, dass sich der rechte Opportunismus nicht anders als durch die Hintertür Zutritt zur Komintern verschaffen konnte. Der Opportunismus war somit gezwungen, sich ein "linkes" Mäntelchen umzuhängen, um in die Komintern einzudringen.

Es waren die von den Opportunisten in die Komintern und in ihre Sektionen hinein getragenen "linken" Überspitzungen, die nicht etwa gegen den Opportunismus, sondern in Wahrheit gegen den Leninismus gerichtet waren. Dies war für viele Arbeiter damals in der Hochphase der Revolution schwer durchschaubar, weswegen Lenin die Broschüre "Der 'linke Radikalismus', die Kinderkrankheit im Kommunismus" (April-Mai 1920) verfasste, um "linke" Fehler in der noch jungen kommunistischen Weltbewegung zu vermeiden.

Mit "linken" Überspitzungen gingen die Bolschewiki bekanntlich ganz anders um, als es die Opportunisten taten. Die Bolschewiki korrigierten ihre "linken" Fehler stets durch disziplinierte Einhaltung und Weiterentwicklung ihrer bolschewistischen Linie, sich nicht von den Massen zu lösen..

Hingegen versuchten die Opportunisten stets, jede Abweichung in eine Abkehr von der bolschewistischen Linie zu verwandeln. Ersetzung der revolutionären Politik der Komintern durch eine opportunistische Politik, Anpassung der Politik der Komintern an die Politik der Bourgeoisie - darum, und um nichts Anderes ging es allen Opportunisten in der gesamten Zeit der Komintern.

Mit seiner Broschüre gegen den "linken Radikalismus" wies Lenin den einzig richtigen Ausweg: die Fehler der "ultralinken" Führer aufzudecken und auf diese Weise den ehrlichen revolutionären Arbeitern zu helfen, auf den richtigen Weg zu gelangen.

So handelte auch Genosse Enver Hoxha:

Wie Genosse Enver Hoxha sagt, "wird die Partei auch das Mittel der Aufklärung und der Überzeugung immer geduldig gegenüber all jenen anwenden, die Verrat übten und den parteifeindlichen und volksfeindlichen Weg betraten, wenn aber das Maß voll war und die Tatsachen ganz offensichtlich, hat sie sie ohne Zögern aus ihren Reihen entfernt und diejenigen, die Verschwörung angezettelt hatten, dem Gericht übergeben, das einige von ihnen auch an den Galgen brachte. Die Feinde vergossen Tränen für sie, während das Volk sich freute, daß es diese Verräter los wurde." (Enver Hoxha: Berichte und Reden, 1967-1968)

Um die Massen auf dem richtigen Weg zu führen, muss man alle die dafür notwendigen Kampfformen erlernen und meistern. Dabei lehnte Lenin sowohl die Kampfformen des rechten Opportunismus als auch die Kampfformen des "linken" Opportunismus ab, die dem Kommunismus ernsthaftesten Schaden zufügen können:

"Der rechte Dokrinarismus hat sich darauf versteift, einzig und allein die alten Formen anzuerkennen, und hat völlig Bankrott gemacht, weil er den neuen Inhalt nicht bemerkte.

Der linke Doktrinarismus versteift sich darauf, bestimmte alte Formen unbedingt abzulehnen, weil er nicht sieht, dass der neue Inhalt sich durch alle nur denkbaren Formen Bahn bricht. (Lenin, Band 31, Seite 91)

Wenn man aber auf seinen "linken" Fehlern beharrt, sie obendrein sogar zum Prinzip erhebt, dann entsteht daraus eine Linie, die gegen die Linie der Komintern gerichtet ist. Nicht umsonst hat Lenin den "linken" Opportunismus als Steigbügelhalter des rechten Opportunismus bezeichnet.

Die Sünden der "Linken"` bestanden darin, dass sie es nicht verstanden, sich auf die Mehrheit der werktätigen Massen zu konzentrieren, dass sie sich von den Massen loslösten, ihnen vorauseilten und in Sektierertum verfielen, anstatt die Massen geduldig zur Revolution zu führen, eben auch deren rückständigsten Elemente. Die Leninsche Theorie und Praxis der Komintern bestand in der Organisierung der revolutionären Massenbewegungen gegen den Weltkapitalismus.Deswegen setzte Lenin auf dem Dritten Weltkongress die Frage der Einheitsfronttaktik auf die Tagesordnung.

"Die Vertreter der II. und der zweieinhalbten Internationale brauchen die Einheitsfront, denn sie hoffen, uns durch übermäßige Zugeständnisse von unserer Seite zu schwächen; sie hoffen, in unseren, den kommunistischen Raum ohne jede Bezahlung einzudringen; sie hoffen, die Arbeiter mittels der Einheitsfronttaktik von der Richtigkeit der reformistischen und von der Unrichtigkeit der revolutionären Taktik zu überzeugen.

Wir brauchen die Einheitsfront, weil wir die Arbeiter vom Gegenteil zu überzeugen hoffen." (Lenin, Band 33, Seite 320)

Und was war die Einheitsfronttaktik von Dimitrov, war es die von Lenin oder die von der II. und zweieinhalbten Internationale ?

Seiner revisionistischen Einheitsfronttaktik hat Dimitrov zuerst die RGI, die Frauen- und Jugendinternationale, die rote Bauerninternationale - und schließlich alle Massenorganisationen der Komintern geopfert, bevor er dann die Komintern selbst liquidierte. Wie blind muss man sein, um nicht zu sehen, dass man niemals seine eigenen kommunistischen Organisationen freiwillig auflösen darf. Ohne sie können wir Kommunisten die Bourgeoisie unmöglich stürzen.

Entwaffnung des Kommunismus anstatt Entwaffnung des Kapitalismus - das war Sinn, Zweck und Resultat der revisionistischen Einheitsfronttaktik von Dimitrov.

Lenin bezeichnete den "linken Radikalismus" damals als "Kinderkrankheit im Kommunismus". Nach fast 100 Jahren kann man den "linken Radikalismus" jedoch kaum mehr als nur eine "Kinderkrankheit" auffassen.

Schon vor Auflösung der Komintern diente diese Broschüre Lenins den rechten Kominternführern dazu, die Stalinisten in der Komintern ihres angeblichen "Dogmatismus", des "Sektierertums" und eben ihres "linken Radikalismus" zu bezichtigen und sie aus der Kominterführung zu entfernen. Selbst vor Mord machten sie nicht halt und lieferten den deutschen Kominternführer, Ernst Thälmann, und seine treuesten Kampfgefährten den Nazis aus.

Seit jener Zeit haben sich die modernen Revisionisten der Broschüre Lenins stets als ideologische Waffe gegen die revolutionäre Linie der Marxisten-Leninisten bedient. Und heute sind es insbesondere die Neo-Revisionisten, die mit Lenins Broschüre uns Stalinisten-Hoxhaisten zu bekämpfen versuchen.

Als es anfangs um die Festlegung der wichtigsten Grundlagen der Komintern ging, verwandelten die Opportunisten die dafür notwendige Diskussion in ihre demagogische Losung der „Freiheit der Kritik“ (Freiheit der anti-leninistischen Propaganda in der Komintern), wagten es jedoch nicht, gegen Lenins Autorität offen zu opponieren. Stattdessen versuchten sie, die Komintern Stück für Stück von ihrer Leninistischen Linie abzubringen, wobei sie sich den Anschein gaben, sich dabei "auf den Leninismus zu stützen". Diese verbrecherische Taktik wandte später auch Dimitrov an, nur dass er seinen Opportunismus nicht hinter dem "Leninismus" verbarg, sondern hinter dem "Stalinismus".

Eine Diskussion oder Beratung, wenn sie auf der Politik und den Interessen der Partei, der Klasse, des Sozialismus beruht, ist nie schädlich, sondern im Gegenteil notwendig und nützlich, denn sie festigt den revolutionären, kämpferischen Charakter der Einheit. Die Beratung macht es möglich, dass die Fehler und die Mängel, die Verletzungen und Abweichungen von der Linie klargelegt und besser bekämpft werden und richtigere Beschlüsse gefasst werden.

Lenin war der Meinung, dass eine Beratung der Fragen notwendig, dass eine Diskussion notwendig ist, dass der Diskussion aber auch Grenzen gezogen werden muss, die die Komintern vor Ausartung in einen "linken" Diskussionsklub bewahren.

Lenin nahm sich seinerseits sowohl in der bolschewistischen Partei als auch in der Komintern die Freiheit, nicht nur gegen den opportunistischen Sumpf zu kämpfen, sondern auch gegen diejenigen, die sich diesem Sumpf zuwandten.

Dazu gehörten vor Allem die oppositionellen Grüppchen wie - Trotzkisten, "Arbeiteropposition" (Schljapnikow, Kollontai, Medwedew), "linke Kommunisten" (Preobrashenski und Bucharin - der später Sinowjew als Führer der Komintern ablöste), "demokratische Zentralisten" (Sapronow, Bugoslawski) usw. - die der bolschewistischen Partei eine parteifeindliche Diskussion aufzwangen. Der Hauptdrahtzieher war Trotzki, der ja damals noch über einen nicht unerheblichen Einfluss in der Komintern verfügte, um dort ebenfalls solche schädlichen Diskussionen anzuheizen.

Lenin nannte das Verhalten Bucharins übrigens den "Gipfel ideologischer Verkommenheit." Bald danach vereinigten sich die Bucharinleute offen mit den Trotzkisten gegen Lenin, der seinen Hauptschlag gegen die Trotzkisten gerichtet hatte. Lenin bezeichnete die Diskussion nicht nur als "unerlaubten Luxus", sondern auch als ein verbrecherisches Mittel zur inneren Zerrüttung und Liquidierung der Partei.

Verwirrung zu stiften, das ist ein Charakterzug aller Opportunisten!

Der Opportunismus entsprang stets aus dem Bestreben, sich den Interessen der Bourgeoisie zu beugen, in der Komintern den Kampf für die Weltrevolution zu sabotieren und in der Sowjetunion den Kapitalismus wieder herzustellen, um damit die Basis und den Hebel der Weltrevolution zu zerstören.

In der Epoche der Herrschaft der Weltbourgeoisie konnte die Komintern nur in dem Maße wachsen und erstarken, in dem sie den Kampf gegen die opportunistischen, anti-revolutionären Elemente in ihrer Mitte und im Weltproletariat führte. Und in dem Maße, wie sie den Kampf gegen diese anti-proletarischen Elemente am Ende vernachlässigte, degenerierte sie.

Die Lehre daraus ist für uns Verpflichtung: Wenn wir in der Komintern (SH) Gruppierungen zulassen, so werden wir die Komintern (SH) zu Grunde richten, sie aus einer festen geschlossenen Organisation, einer Organisation aus einem Guss, in einen Bund von Gruppen und Fraktionen verwandeln und die Einheit verlieren, die wir zum Sturz der Weltbourgeoisie unbedingt brauchen.

* * *

Auf dem X. Pateitag trug Lenin den Sieg über diese ganze Fraktionsmacherei davon.

Darüber hinaus wurde seine Resolution "Über die syndikalistische und anarchistische Abweichung" angenommen (Kronstädter Meuterei). Was das Auftreten der Anarchisten anbelangt, so begründet dies Lenin wie folgt:

"Der Anarchismus war nicht selten eine Art Strafe für die opportunistischen Sünden der Arbeiterbewegung." (Lenin, Band 31, Seite 17)

Das trifft heute im Weltmaßstab immer noch zu, denn den Hass der Massen auf den Betrug der bürgerlichen Politiker machen sich die Anarchisten zu Nutze. Und wenn Lenin von der Tatsache sprach, dass der revolutionäre Kampf der Bolschewiki gegen den Opportunismus und seinen friedlichen Weg der Reformen, dazu beibeitrug, den Einfluss der Anarchisten in der Arbeiterbewegung zu untergraben, so war es zweifellos ebenso Lenins Verdienst, dass auch die Komintern im internationalen Maßstab hierzu beitragen konnte. Die Zurückdrängung des Einflusses des Syndikalismus und Anarchismus unter den Massen ist eines der großen Verdienste der Komintern.

Wenn wir heute gegen den internationalen Anarchismus kämpfen, ist uns natürlich bewusst, dass wir ihn zwar nicht allein mit unserem Kampf gegen den Opportunismus schlagen, aber zumindest eindämmen können.

* * *

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass mit jeder Ebbe und Flut der Weltrevolution unvermeidlich auch eine Ebbe und Flut des Opportunismus verbunden ist.

"Der Übergang vom Aufschwung zur Stille vermehrt an und für sich schon seiner ganzen Natur nach die Chancen der Gefahr von rechts.

Wenn der Aufschwung revolutionäre Illusionen erzeugt und als Hauptgefahr die linke Gefahr hervorruft, so erzeugt die Periode der Stille im Gegenteil sozialdemokratische, reformistische Illusionen und ruft als Hauptgefahr die rechte Gefahr hervor." (Stalin, Band 7, Seite 50 - 51)

Jede Übergangsperiode, die eine neue Orientierung erforderlich macht, rief gewöhnlich diese oder jene Krise in der Komintern hervor, die dann von den Opportunisten ausgeschlachtet wurde .

Dabei wurde die Komintern immer von beiden Seiten bedroht, zuerst von "links", aber vor Allem in der dritten Periode der Komintern, als der Masseneinfluss der Komintern am größten war, auch von rechts, wie sich das nach dem stalinistischen VI. Weltkongress bis zur Auflösung der Komintern immer deutlicher zeigte.

Die Besonderheit besteht darin, dass sich die Opportunisten stets selber als "Vorkämpfer" gegen den Opportunismus aufspielen, mal gegen "links" - mal gegen rechts - je nach Erfordernissen.

Stets stellen sich die rechten Opportunisten schützend vor die "linken" Opportunisten und genauso umgekehrt, aber niemals schützend vor die Komintern. Für die Opportunisten war der Zweifrontenkampf ihrerseits ein Gegenmittel zur Erwürgung der Komintern unter dem Deckmantel ihrer "Verteidigung".

Befindet sich die Komintern im Kampf gegen den rechten Opportunismus, dann versuchen sie, die Kominternlinie durch die Linie der "linken" Opportunisten zu ersetzen. Und umgekehrt im Kampf gegen den "linken" Opportunismus versuchen die rechten Opportunisten die Macht zu übernehmen unter der betrügerischen Flagge der "Verteidigung" gegen die "linke" Abweichung. Um dieses Zusammenspiel von rechtem und "linken" Opportunismus (vermittels der Zentristen) zu zerschlagen, kann die Komintern Ebbe und Flut des Opportunismus nur in einem Zweifrontenkampf bezwingen.

Wer die Dialektik von Ebbe und Flut des Opportunismus begriffen hat, der erkennt auch an, dass die Methoden seiner Bekämpfung eben genau dieser Dialektik unbedingt entsprechen müssen. Lenin war Meister in der Beherrschung dieser dialektischen Methodik und ließ Opportunisten unter besonderen Bedingungen durchaus auch eines "natürlichen Todes sterben." Das scheint paradox zu klingen. Widerspricht dies nicht etwa dem revolutionären Prinzip, dass "nichts fällt, wenn es nicht niedergerissen wird" ? Nein, das ist die Dialektik des Kampfes gegen den Opportunismus!

Denken wir an die Lehre von Enver Hoxha, der den Opportunismus des Maoismus entlarvte, welcher die Koexistenz der bürgerlichen und der proletarischen Linie zum "Entwicklungsgesetz" der kommunistischen Partei erhob.

Wir finden die Antwort in Lenins Brief an die deutschen Kommunisten vom 14. August 1921:

"Schluss mit dem Kleinkampf gegen die Abgespaltenen von links und rechts. Genug des innerparteilichen Kampfes ! Nieder mit jedem, der ihn noch direkt oder indirekt in die Länge ziehen will. - Nieder mit den Schreihälsen!"

"Der Dritte Kongress der Kommunistischen Internationale stellte ihnen [den halbanarchistischen Elementen] ein genau befristetes Ultimatum. Wenn sie jetzt selber die Kommunistische Internationale verlassen haben, um so besser. Erstens haben sie uns der Mühe enthoben, sie auszuschließen. Zweitens ist vor allen schwankenden Arbeitern, vor allen, die aus Hass gegen den Opportunismus der alten Sozialdemokratie zum Anarchismus neigten, mit besonderer Gründlichkeit und besonderer Anschaulichkeit demonstriert worden, durch genaue Tatsachen bewiesen worden, dass die Kommunistische Internationale Geduld an den Tag gelegt hat, dass sie die Anarchisten keineswegs sofort und unbedingt hinaus gejagt hat, dass sie sie audmerksam angehört und ihnen geholfen hat, zu lernen.

Jetzt sollten wir den KAPD-isten weniger Aufmerksamkeit schenken. Mit unserer Polemik gegen sie machen wir nur für sie Reklame.

Genauso helfen wir jetzt unnötigerweise auch Paul Levi, machen unnötigerweise Reklame für ihn durch unsere Polemik gegen ihn. Er will ja nichts Anderes, als dass wir mit ihm diskutieren. Paul Levi will ja gerade, dass sich die Streitigkeiten endlos hinziehen, dass möglichst viele Leute in die Streitigkeiten hinein gezogen werden. Levi hat seine Kritik in eine unzulässige und schädliche Form gekleidet. Levin musste wegen Disziplinbruch ausgeschlossen werden.(Lenin, Band 32, Seite 539 - 541)

Lenin schlug vor, solche Leute, die in den einzelnen Sektionen "kopflos gehandelt" haben, die auf ihren opportunistischen Fehlern beharren und solche, die nur schwer belehrbar sind, auf ein paar Jahre nach Sowjetrussland zu schicken: "Wir würden für sie nützliche Arbeit finden. Wir würden sie verdauen. Und den Nutzen für die internationale und für die deutsche Bewegung läge auf der Hand." (Lenin, Band 32, Seite 544).

Und dieser Vorschlag Lenins wurde dann auch bei Einigen mit Erfolg und bei Anderen ohne Erfolg in die Praxis umgesetzt.

Lenin beschreibt Ebbe und Flut des Opportunismus anhand des richtigen Verhaltens eines Revolutionärs gegenüber den sich verändernden Bedingungen von der Legalität in die Illegalität:

"Unerfahrene Revolutionäre meinen oft, legale Kampfmittel seien opportunistisch, weil die Bourgeoisie auf diesem Gebiet die Arbeiter besonders häufig (am meisten in 'friedlichen', nicht-revolutionären Zeiten) betrogen und übertölpet hat, illegale Kampfmittel dagegen seien revolutionär.

Das ist jedoch nicht richtig. Richtig ist, daß Opportunisten und Verräter an der Arbeiterklasse diejenigen Parteien und Führer sind, die nicht fähig oder nicht gewillt sind (sage nicht: ich kann nicht, sage lieber: ich will nicht!), illegale Kampfmittel z. B. unter Verhältnissen anzuwenden, wie sie während des imperialistischen Krieges 1914—1918 bestanden, als die Bourgeoisie der freiesten demokratischen Länder die Arbeiter mit unerhörter Frechheit und Brutalität betrog und es verbot, die Wahrheit über den räuberischen Charakter des Krieges zu sagen. Aber Revolutionäre, die es nicht verstehen, die illegalen Kampfformen mit allen legalen zu verknüpfen, sind sehr schlechte Revolutionäre. Es ist nicht schwer, dann ein Revolutionär zu sein, wenn die Revolution bereits ausgebrochen und entbrannt ist, wenn sich all und jeder der Revolution anschließt, aus einfacher Schwärmerei, aus Mode, mitunter sogar aus Gründen der persönlichen Karriere. Das Proletariat hat nachher, nach seinem Sieg, die größte Mühe, man könnte sagen, seine liebe Not, sich von solchen Quasi-Revolutionären „zu befreien". Viel schwerer — und viel wertvoller — ist, daß man es versteht, ein Revolutionär zu sein, wenn die Bedingungen für einen direkten, offenen, wirklich von den Massen getragenen, wirklich revolutionären Kampf noch nicht vorhanden sind, daß man es versteht, die Interessen der Revolution (propagandistisch, agitatorisch, organisatorisch) in nicht-revolutionären, oft sogar direkt reaktionären Institutionen, in einer nicht-revolutionären Situation, unter einer Masse zu verfechten, die unfähig ist, die Notwendigkeit revolutionärer Methoden des Handelns sofort zu begreifen. Die Fähigkeit, den konkreten Weg oder den besonderen Wendepunkt der Ereignisse, der die Massen an den wirklichen, entscheidenden, letzten, großen revolutionären Kampf heranführt, herauszufinden, herauszufühlen, richtig zu bestimmen — das ist die Hauptaufgabe des heutigen Kommunismus in Westeuropa und Amerika. (Lenin, Band 31, Seite 83- 84)

"Selbst in einer nicht-revolutionären Situation kann und muss man revolutionäre Propaganda treiben. Das ist durch die ganze Geschichte der Partei der Bolschewiki bewiesen. Darin besteht eben der Unterschied zwischen den Sozialisten und den Kommunisten." (Lenin, Band 31, Seite 239)

"Der Übergang vom Wunsch, revolutionär zu sein, und von Gerede (und Resolutionen) über die Revolution zur wirklichen revolutionären Arbeit ist ein sehr schwieriger, langsamer und qualvoller Übergang." (Lenin, Band 32, Seite 539)

Das trifft nach Auffassung von Lenin besonders auf jene Länder zu, in denen es seit längerer Zeit keine Revolution mehr gegeben hat und man darüber nur noch in Büchern lesen kann. Nicht Buchwissen, sondern die revolutionäre Tätigkeit selbst ist der größte Lehrmeister der Revolution.

* * *

Der Stalinismus-Hoxhaismus lehrt, dass man weder den "linken" mit dem rechten Opportunismus, noch den rechten mit dem "linken" Opportunismus besiegen kann, sondern nur mit dem Stalinismus-Hoxhaismus. Das schließt jedoch nicht die von Lenin angewandte Taktik aus, sich den Kampf der rechten und "linken"Opportunisten zu Nutze zu machen und die opportunistischen Waffen gegen die Opportunisten selbst zu richten - bis zu einem gewissen Grade, unter bestimmten Bedingungen und zu gegebener Zeit.

Jeder weiß, dass die Opportunisten - egal ob "links", rechts oder zentristisch - Agenten der Bourgeoisie sind , aber es ist auch vorgekommen, dass sich die Bolshewiki in einzelnen Fällen geirrt haben und die Opportunisten Recht behielten. So übte Lenin beispielsweise Selbstkritik, als er den Menschewik Levi auf dem III. Kongress vor der dort anwesenden Mehrheit von "linken" Opportunisten in Schutz genommen hatte. Aber die Komintern hatte hinterher begriffen, die Fehler der "Linken", die auf dem III. Kongress begangen wurden, zu korrigieren.

"Scheuen wir uns nicht, unsere Fehler einzugestehen, scheuen wir nicht die vielfache, immer wiederholte Mühe, sie zu korrigieren - und wir werden den höchsten Gipfel erreichen." (Lenin, Band 33, Seite 196)

Wie gehen die Opportunisten mit Kritik und Selbstkritik um ?

Die Opportunisten verwandeln dieses bolschewistische Entwicklungsgesetz der Komintern ins Gegenteil - die Einen offen und die Anderen verdeckt mittels "revolutionärer" Phraseologie .

Die Opportunisten kritisieren nicht die Fehler der Komintern, sondern die Komintern selbst. Was für die Komintern richtig ist, das ist für Opportunisten "falsch".

Der Unterschied zwischen der rechtsopportunistischen und "links"opportunistischen Kritik und Selbstkritik besteht lediglich darin, dass die Einen die Komintern offen von rechts kritisieren, während die Anderen ihre Kritik mit Zitaten der Klassiker des Marxismus-Leninismus zu untermauern versuchen. Für die rechten Opportunisten ist die Komintern "dogmatisch" und "sektiererisch". Und für die "linken" Opportunisten ist die Komintern "rechtsopportunistisch". Lenin und Stalin haben immer wieder die Heuchelei der Opportunisten entlarvt, die darin besteht, in Worten Kritik und Selbstkritik zu üben, aber ihre Fehler tatsächlich nicht korrigieren.

* * *

Der Kampf gegen den Opportunismus in der Komintern wurde von Lenin in drei Schritten vollzogen (siehe Band 32, Seite 544-545):

"Zuerst mussten die Kommunisten der ganzen Welt ihre Prinzipien verkünden. Das ist auf dem I. Kongress geschehen. Das war der erste Schritt." Das war auch der erste Schritt der Komintern (SH).

"Der zweite Schritt war der organisatorische Ausbau der Kommunistischen Internationale und die Ausarbeitung der Aufnahmebedingungen, der Bedingungen der tatsächlichen Trennung von den Zentristen, von den direkten und indirekten Agenten der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung. Das ist auf dem II. Kongress geschehen."

Die Komintern (SH) hat die Beschlüsse über die Aufnahmebedingungen und über den organisatorischen Aufbau in den Jahren 2015 und 2016 gefasst. Zur Trennung von den Zentristen kam es insofern nicht, weil es in der Komintern (SH) bis jetzt keine Zentristen gab. Der Kampf der Komintern (SH) konzentrierte sich daher außerhalb auf die Zentristen in der internationalen Bewegung.

"Auf dem III. Kongress musste man die sachliche, positive Arbeit aufnehmen und unter Berücksichtigung der praktischen Erfahrungen des bereits begonnenen kommunistischen Kampfes konkret bestimmen, in welcher Weise taktisch und organisatorisch weiter gearbeitet werden soll. Diesen dritten Schritt haben wir dann auch getan. In der internationalen kommunistischen Bewegung war im Sommer 1921 der 'springende Punkt', dass einige der besten und einflussreichsten Teile der Kommunistischen Internationale diese Aufgabe nicht ganz richtig begriffen hatten, ein klein wenig den 'Kampf gegen den Zentrismus" übertrieben, ein klein wenig die Grenze überschritten, jenseits welcher sich dieser Kampf in einen Sport verwandelte, jenseits welcher die Kompromitierung des revolutionären Marxismus beginnt. Das war der 'springende Punkt' auf dem III. Kongress. Eine Übertreibung aber würde, wenn man sie nicht korrigierte, die Kommunistische Internationale bestimmt zugrunde richten.

Den Kampf gegen den Zentrismus übertreiben, heißt den Zentrismus retten, seine Stellung, seinen Einfluss auf die Arbeiter festigen. Den siegreichen Kampf gegen den Zentrismus zu führen, haben wir im internationalen Maßstab in der Zeit vom II. zum III. Kongress gelernt. Das ist durch Tatsachen bewiesen. Diesen Kampf werden wir konsequent fortsetzen (Ausschluss Levis und der Partei Serratis).

Aber den Kampf gegen unrichtige Übertreibungen bei der Bekämpfung des Zentrismus zu führen, haben wir im internationalen Maßstab noch nicht gelernt. Diesen unseren Mangel haben wir jedoch erkannt, wie der Verlauf und der Ausgang des III. Kongresses gezeigt hat. Und gerade deshalb, weil wir unseren Mangel erkannt haben, werden wir uns davon frei machen."

Die Komintern (SH) hat sich die Lehren Lenins zu Herzen genommen und ab 2018 damit begonnen, sich in ihrer Propagandaarbeit viel mehr auf die Arbeiterklasse zu konzentrieren unter der Losung: "Näher heran an die Massen !" Wir befinden uns noch im ersten Stadium des Parteiaufbaus, weswegen wir noch keine Massenaktionen durchführen können. An die Eroberung der Mehrheit des Weltproletariats ist vorerst noch nicht zu denken. Aber wir sind dabei, Kampflosungen zu propagieren, die der gegenwärtigen Situation des Proletariats in verschiedenen Ländern angepasst sind, und zwar mit dem Ziel, die fortschrittlichsten Arbeiter für die Komintern (SH) zu gewinnen und sie zur Avantgarde heranzubilden.

 

IV

Der Sieg des rechten Opportunismus infolge Abkehr von den Lehren Lenins gegen den Opportunismus

 

"Wie kann man sich denn auf die Revolution vorbereiten, wie den Entscheidungsschlachten entgegen gehen, wenn man in der Partei Leute duldet, die die Revolution sabotieren ? Das wäre nicht nur ein Fehler, das wäre ein Verbrechen. (Lenin, Band 31, Seite 376).

Die Kominten (SH) stimmt Lenin voll zu. Den Opportunisten Dimitrov an die Spitze der Komintern zu setzen, erwies sich hinterher als absolut schlechte Wahl, das war ein schwerer Fehler. Dimitrov aber weiter an der Spitze der Komintern zu dulden, als bereits abzusehen war, dass er offen auf ihre Liquidierung zussteuerte, war nicht mehr nur ein Fehler, sondern - wie Lenin sagt - ein Verbrechen an der Komintern. Kann man ein größeres Verbrechen an der Komintern begehen, als sie zu liquidieren ? Nein, das kann man nicht. Aber diese Auffassung können Neo-Revisionisten natürlich nicht vertreten, sondern nur diejenigen, die die ruhmreiche Komintern Lenins und Stalins fortsetzten - die Mitglieder der Komintern (SH) ! Diese Auffassung kann nur unsere Partei vertreten, die Lenin, den Gründer der Komintern, verteidigt gegen die Neo-Revisionisten, die dieses neu geschaffene internationale Kampfinstrument gegen den Opportunismus, das beste, was das Weltproletariat jemals gehabt hatte, wieder zerstören wollen.

Die Komintern aufzulösen, war ein Fehler. Wir Revolutionäre fürchten uns nicht davor, den Arbeitern auf der ganzen Welt diese Wahrheit zu sagen. Wir sagen den Arbeitern, dass die Komintern (SH) diesen Fehler nicht wiederholen wird. Und am 100. Gründungstag der Komintern, nach 19 Jahren Tätigkeit der Komintern (SH) haben wir den Arbeitern bereits bewiesen, dass wir unser Wort halten, dass Wort und Tat bei uns übereinstimmen.

Mit dem VII. Weltkongress haben die Opportunisten die Komintern vom Kurs der Weltrevolution abgebracht. Diesen falschen Kurs jedoch nicht zu korrigieren und ihn weiter fortzusetzen, das konnte schließlich zu nichts Anderem führen, als zur Auflösung der Komintern, der einzigen Partei, die das Weltproletariat zum Sieg hätte führen können. Richtig wäre gewesen, rechtzeitig den Bruch mit dem Opportunismus zu vollziehen und die opportunistische Kominternführung durch eine revolutionäre Kominternführung zu ersetzen. Doch das ist nicht geschehen.

Was hätte Lenin dazu gesagt:

"Es ist etwas faul in der Internationale. Halt! Entschiedener Kampf! Sonst ist die Kommunistische Internationale verloren." (Lenin auf dem Dritten Kongress der Komintern, Band 32, Seite 494)

Weil man in der Komintern die Opportunisten aber duldete, war es unmöglich, in der Weltrevolution zu siegen, geschweige denn, sie zu behaupten.

"Die erste und grundlegende Vorbedingung des Erfolgs am Vorabend der proletarischen Revolution ist die Befreiung (...) von den Opportunisten und 'Zentristen', von ihrem Einfluss, von ihren Vorurteilen, Schwächen und Schwankungen." (Lenin, Werke Band 31, Seite 390)

In der gesamten Geschichte der Komintern bis zum VII. Weltkongress waren die Opportunisten in Worten durchgehend "für" die Weltrevolution, während sie diese in ihren Taten natürlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit allen Mitteln bekämpften. Aber seit dem VII. Weltkongress haben die Opportunisten zum ersten Mal diese Maske fallen gelassen. Was zeigt uns das ?

Wenn die opportunistischen Kominternführer auf ihre bisherige Maskerade verzichten konnten, so ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass sie die Macht bereits tatsächlich in ihre Hand bekommen und jeden revolutionären Widerstand ausgeschaltet hatten. Jetzt war für Dimitrov der Weg frei, offen mit der Bourgeoisie zu paktieren, wogegen Lenin einst die Komintern gegründet hatte.

Dieses Paktierertum der Opportunisten mit der Bourgeoisie hatte Lenin nicht erst in der Komintern bekämpft, sondern schon lange vorher in der II. und zweieinhalbten Internationale. Und es war Stalin, der diesen Kampf gegen das Paktierertum in der Komintern konsequent fortsetzte und jede Vereinigungspläne mit den Sozialfaschisten im Keim erstickte. Stalins Sozialfaschismusthese wurde durch Dimitrovs Volksfrontthese ersetzt.

Fälschlicherweise wird Dimitrov, der Führer der Komintern, von der Bourgeoisie als "Treuer Anhänger Stalins" hingestellt, oder noch treffender ausgedrückt, als seinen unterwürfigen "Lakai". Warum greift die Bourgeoisie zu dieser Lüge?

Weil die Bourgeoisie im Stalinismus ihren Hauptfeind sah und die Verbrechen Dimitrovs dem Genossen Stalin in die Schuhe schiebt. Deswegen ist die Bourgeoisie bis heute sorgsam darauf bedacht, den Verrat Dimitrovs als "Stalinismus" hinzustellen.

Lenin aber lehrte: "Niemand in der Welt ist imstande, die revolutionären Marxisten zu kompromitieren - es sei denn, sie kompromitieren sich selbst." (Lenin, Band 32, Seite 542)

Und was sagen die Kapitalisten den Arbeitern ? (oder genauer gesagt, ihr trotzkistisches Sprachrohr) :

"Vergesst niemals, dass die Stalinisten euch, Jahr ein - Jahr aus die Weltrevolution nur vorgegaukelt haben. Denn was haben die Stalinisten zum Schluss mit der Weltrevolution gemacht ? Sie selber haben die Komintern abgeschafft. Es waren die Stalinisten, die eure Weltrevolution verraten haben und nicht wir! "

Das ist die alte demagogische, trotzkistische Masche, mit der die Bourgeoisie später die Marxisten-Leninisten für die Verbrechen der modernen Revisionisten verantwortlich machte: "Sozialfaschisten = Stalinisten" (- und heute etwas abgewandelt: "Sozialfaschisten = Stalinisten-Hoxhaisten").

Mit der Auflösung der Komintern wurde den Opportunisten , den modernen Revisionisten auf der ganzen Welt Tür und Tor geöffnet. Und hierzu wäre die Weltbourgeoisie allein nicht fähig gewesen.

Die angeblich "lakaienhafte" Haltung Dimitrovs zu Stalin, zur bolschewistischen Partei und zur der Sowjetunion war die reinste Schauspielerei, war eine hinterhältige Heuchelei von ihm, nur um dahinter seine revisionistische Sabotagearbeit in der Komintern zu verbergen. Auf unverschämteste Weise missbrauchte Dimitrov hierfür das schier unermessliche Vertrauen und das grenzenlose Ansehen, welches die Komintern, die Sowjetunion und Stalin im Weltproletariat und in der kommunistischen Weltbewegung genossen.

Die tatsächliche Gefährlichkeit von Dimitrov bestand vor Allem darin, mit seinen Lobes- und Siegeshymnen eine Atmosphäre der Sorglosigkeit gegenüber dem wachsenden bürgerlichen Einfluss in der Komintern zu erzeugen, somit die Sektionen einzuschläfern und ihre bolschewistische Wachsamkeit sträflich zu vernachlässigen. Die verfaulte Theorie vom "Selbstlauf" der Komintern ist eine kapitulantenhafte Theorie, die deswegen so höchst annehmbar für Opportunisten ist, weil sie es wagen konnten, unter dem großen Siegesbanner Stalins den Opportunismus für "erledigt" zu erklären. Wenn jedoch niemand mehr die Opportunisten daran zu hindern braucht, der Komintern zu schaden, dann bedeutet dies bereits ihr Todesurteil. Als die Opportunisten das "Ende der Gefahr des Opportunismus" feierten, feierten sie in Wirklichkeit das Ende der ruhmreichen Komintern Lenins und Stalins. Das Denkmal an die Komintern wurde für Dimitrov errichtet, nicht für Lenin und Stalin. Gefeiert wird nicht die Komintern Lenins und Stalins, sondern der Verrat Dimitrovs an der Komintern. Spätestens am 31. Dezember 2000 dürfte den Opportunisten die Lust an diesen Feiern vergangen sein, wächst der Hass der Neo-Revisionisten auf die Komintern (SH).

Die Komintern (SH) hat das Banner der Komintern Lenins und Stalins wieder erhoben. In der Komintern (SH) kämpfen Genossinnen und Genossen, die bis zum Schluß der Sache der Komintern Lenins und Stalins treu sind, die unbeugsam sind gegenüber den Feinden und Schwierigkeiten, den Hindernissen und Opfern, die fest entschlossen sind, das Programm der Komintern von 1928 unter neuen globalisierten Bedingungen umzusetzen.

Nur durch stete Wachsamkeit, nur durch tiefgehende Kenntnis der Feinde, der Methoden, Formen und Mittel ihrer zersetzenden Arbeit, können die Gefahren beseitigt und den revisionistischen, gegnerischen Strömungen und Linien alle Wege verlegt werden.

Der Kampf gegen den Opportunismus hat nur dann Erfolg, wenn zugleich die fremden Vorstellungen in den Köpfen der Parteimitglieder, die Ursachen jener Erscheinungen, und deren im Wesen reaktionäre ideologische Wurzeln enthüllt und überwunden werden.

Der Kampf gegen den Opportunismus muß, um wirkungsvoll zu werden, offensiv geführt werden. Es darf nicht abgewartet werden , bis sich opportunistische Erscheinungen bemerkbar machen. Dann kann es schon zu spät sein. Vielmehr müsssen wir die Komintern (SH)
auf einen solchen Kampf ideologisch und politisch vorbereiten, damit die Parteimitglieder die Dinge selbst erkennen und beurteilen, die Probleme
stets vom proletarischen Klassenstandpunkt aus lösen, auf der Basis der
stalinistisch-hoxhaistischen Ideologie und Politik der Komintern (SH), des dialektischen Materialismus.

Beim Opportunismus gibt es nichts, was sich vor unseren wachsamen Augen verbergen lässt.

Das beste Mittel zur Vorbereitung auf die korrekte und konsequente Führung des Kampfes gegen den Opportunismus innerhalb und außerhalb
der Reihen der Partei ist die gründliche Aneignung jedes grundlegenden Dokuments und aller Prinzipien und Normen der Komintern (SH), das Studium und die Aneignung der stalinistisch-hoxhaistischen Theorie in enger Verhindung mit den Lehren der Komintern Lenins und Stalins.

"Jedes Zugeständnis, jeder Übergriff, jeder Liberalismus, jede Unterschätzung der Fehler und Mängel", lehrt Genosse Enver Hoxha, "bringt unberechenbaren Schaden, macht die Lage faul. Niemand außer den Feinden will, daß ein solcher Zustand eintritt.
Er kann aber eintreten, wenn wir nicht alle wie ein Mann um die Partei vereint ... gegen diese Erscheinungen kämpfen."

(Enver Hoxha, Berichte und Reden, 1972 - 1973)

Dimitrov vermittelte den trügerischen Eindruck, als bräuchte sich die Komintern um die Gefahr von Seiten der Opportunisten keine Sorgen mehr zu machen, weil man diese angeblich "fest im Griff" habe. Mit diesem Betrugsmanöver verschaffte er sich die notwendige Handlungsfreiheit, die Liquidierung der Komintern hinter den Kulissen ungestört vorzubereiten. In wie weit Dimitrov tatsächlich Jahre lang hinter dem Rücken Stalins mi der Bourgeoisie kooperiert hat, das wurde spätestens bekannt, als Dimitrovs Paktierertum mit den Sozialfaschisten Tito vor Stalin nicht mehr zu verheimlichen war und aufflog.

Um die Komintern zu liquidieren, musste die Weltbourgeoisie deren zentralen Schalthebel in die Hand bekommen, musste sie sich der opportunistischen Kominternführer bedienen, die zum Beispiel keine Weltkongresse mehr einberiefen, damit jeder aus den Sektionen zu erwartende Widerstand von vornherein unmöglich gemacht wird.

Die bittere Erfahrung der Auflösung der Komintern zeigt, dass der Bürokratismus an der Macht eine ebenso große Gefahr ist wie der Liberalismus.

Der Bürokratismus und der Liberalismus als Kampfmittel der opportunistischen Kominterführung wurde von dieser niemals getrennt eingesetzt, sondern war stets miteinander verflochten worden.

Die Komintern befand sich in Moskau und konnte von außen weder durch bürgerliche Gesetze verboten, noch mit Polizeigewalt überwältigt, noch mit Hilfe der Anti-Komintern aus der Welt geschafft werden. Das konnte nur auf dem Weg des Verrats gelingen, also nur vermittels der Opportunisten, vermittels Dimitrovs Macht über den Kominternapparat, mit dem der Verrat durchgesetzt worden war.

Es war Dimitrov, der mit der Auflösung der Komintern den Gründer der Komintern verraten hatte - unseren Genossen Lenin.

Lenin setzte den Kampf gegen den Opportunismus fort, den Marx und Engels bereits zur Zeit der I. Internationale geführt hatten:

"Die Zweite Internationale ist tot, vom Opportunismus zersetzt. Nieder mit dem Opportunismus, es lebe die Dritte Internationale!"

Lenin lehrte, dass sich die proletarische Internationale im Kampf gegen den Opportunismus entwickelt. Das war die die Lehre Lenins, die auch heute im Kampf der Komintern (SH) gegen den Neo-Revisionismus gültig ist:

„Die Komintern ist tot, zersetzt vom modernen Revisionismus. Nieder mit dem Dimitrovismus, es lebe die Komintern (SH)!“

Das etwa würde Lenin heute ausgerufen haben, 100 Jahre nachdem er die Komintern gegründet hatte.


22. 04. 2019

Wolfgang Eggers