12 Thesen zur Bolschewisierung der Weltpartei

- Auszug aus der Generallinie der Komintern (SH)

 

 

verfasst im Jahre 2001

    Die Komintern/ML

    proletarische Weltpartei, ihr bolschewistischer Parteiaufbau und das Statut

    - 12 Thesen zur Bolschewisierung-

     

    Grundlage der Bolschewisierung der Komintern/ML und ihrer Sektionen sind Stalin`s Kurzer Lehrgang »Geschichte der KPdSU (B)« von 1938, seine 12 Bolschewisierungsthesen von 1925, das Kapitel »Partei« aus Stalins »Grundlagen des Leninismus« und alle wichtigen Dokumente der Beschlüsse der Komintern, die zu ihrem bolschewistischen Aufbau gefasst wurden.

    1.»Im internationalen Bündnis der revolutionären Internationalisten sehen wir die einzige Gewähr für die Befreiungsbewegung der Arbeiterklasse« (Lenin, Bd. 25, Seite 266, dt. Ausgabe).

    Um in der sozialistischen Weltrevolution zu siegen, bildet das Weltproletariat seinen führenden Kern, seine vorgeschobene internationale Festung, heraus, schafft es sich durch die Unterstützung der Proletarier aller Länder seine politische Weltpartei als Instrument zur Verwirklichung ihrer revolutionären Gesamtinteressen. Diese weltproletarische Klassenpartei ist die Komintern/ML, die sich mit ihren Sektionen allen internationalen Kräften der Weltbourgeoisie, einschließlich ihrer globalen Agenturen in der Arbeiterweltbewegung unversöhnlich entgegenstellt. Die Komintern/ML und ihre Sektionen lassen sich von dem Prinzip der Hegemonie des Proletariats leiten - nicht nur als entscheidende Bedingung für den strategischen Sieg des Proletariats dieses oder jenes Landes und nicht nur als globales Prinzip der weltrevolutionären Strategie, sondern die Strategie der Komintern/ML ist die revolutionäre Anwendung und Umsetzung des dialektischen Verhältnisses von der Hegemonie des Proletariats in einem einzelnen Land und der Hegemonie des Weltproletariats. Das Weltproletariat ist nicht nur Träger der Ideale des Weltkommunismus, sondern auch revolutionäre Haupttriebkraft, die alle Ausgebeuteten und Unterdrückten vom Kapitalismus befreit, nicht nur auf nationaler, sondern letztlich auch auf internationaler Ebene. Die Komintern/ML und ihre Sektionen stellen klar, dass die weltgeschichtliche Rolle des Proletariats in der Schaffung der neuen sozialistischen Gesellschaftsordnung und schließlich der klassenlosen Gesellschaft besteht. Von allen Klassen, die heute der Bourgeoisie gegenüberstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse. Deswegen muss das Proletariat die revolutionären Bewegungen in den einzelnen Ländern und die revolutionäre Weltbewegung insgesamt leiten und führen durch seine Komintern/ML und deren Sektionen. Der internationalistische Charakter der internationalen Arbeiterbewegung kommt erst durch ihre Weltpartei richtig zum Tragen, sowohl in Zeiten des Abschwungs der Weltrevolution, wenn die Komintern/ML die Traditionen des revolutionären Kampfes hochhält und verteidigt (- von denen sich die kleinbürgerlichen Intellektuellen eilig lossagen, um ihr ebenso eilig wieder zuzuströmen) und ebenso in Zeiten des revolutionären Aufschwungs weiter zu entwickeln und zu festigen, d.h. die damaligen Kampfmethoden beim nächsten Mal um so erfolgreicher anzuwenden:

    2. Die Komintern/ML und ihre Sektionen stützen sich in ihrer gesamten Tätigkeit auf die ideologischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus, wie sie in den 12 Punkten bereits festgelegt wurden. Ohne den vollständigen Bruch mit allen genannten anti-marxistischen und anti-proletarischen Strömungen kann vom Aufbau einer wahrhaft bolschewistischen Weltpartei und ihren Sektionen nicht die Rede sein.

    »Gegenwärtig zeigt sich jenes Phänomen der Zeit Lenins, als der Trennung von der II. Internationale die Gründung neuer marxistisch-leninistischer Parteien folgte. Unvermeidlich ergab und ergibt sich aus dem revisionistischen Verrat überall die Gründung und Stärkung wahrer kommunistischer Parteien, die das Banner des Marxismus-Leninismus und der Revolution in ihre Hände genommen und hoch erhoben haben« ( Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 78, dt. Ausgabe).

    »Bei der Vorbereitung der Revolution hat die Einheit und die Zusammenarbeit der marxistisch-leninistischen Parteien der verschiedenen Länder auf der Grundlage der Prinzipien des proletarischen Internationalismus besondere Bedeutung« (ebenda, Seite 285).

    »Sie alle müssen die Einheit untereinander festigen und die politischen, ideologischen und die Kampfhandlungen aufeinander abstimmen« (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 291, dt. Ausgabe)

    Der bolschewistische Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen beginnt mit dem ideologischen Aufbau:

    »Solange es sich darum handelte ( und insoweit es sich noch darum handelt), die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen, solange und insoweit tritt die Propaganda an die erste Stelle (...). Wenn es sich um die praktische Aktion der Massen, um die Verteilung - wenn man sich so ausdrücken darf - von Millionenarmeen, um die Gruppierung aller Klassenkräfte einer gegebenen Gesellschaft zum letzten und entscheidenden Kampf handelt, so kann man allein mit propagandistischer Gewandtheit, mit der Wiederholung der Wahrheiten des `reinen` Kommunismus nichts mehr ausrichten (...). Hier muss man sich nicht nur fragen, ob wir die Avantgarde der revolutionären Klasse überzeugt haben, sondern außerdem auch, ob die historisch wirksamen Kräfte aller Klassen (...) so gruppiert sind, dass die Entscheidungsschlacht bereits vollauf herangereift ist...« (Lenin, Bd. 31, Seite 81, dt. Ausgabe).

    »Es kann keine starke sozialistische Partei geben, wenn es keine revolutionäre Theorie gibt, die alle Sozialisten vereinigt, aus der sie all ihre Überzeugungen schöpfen und die sie auf die Methoden ihres Kampfes und ihrer Tätigkeit anwenden...«(Lenin, Bd. 4, »Unser Programm«, Seite 205, dt. Ausgabe). Dies gilt sowohl im nationalen, als auch im internationalen Maßstab.

    3. Als Avantgarde des Weltproletariats kämpft die Komintern/ML mit ihren Sektionen für den Sieg der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen über den Weltimperialismus einschließlich über den Sozialimperialismus, über die Weltbourgeoisie und die internationale Reaktion und Konterrevolution, für die Wiedererrichtung und Errichtung der Diktatur des Proletariats in einzelnen Ländern bzw. die Weltdiktatur des Proletariats, den Aufbau des Sozialismus in den einzelnen Ländern und für den Weltsozialismus, sowie für den weltweiten Triumph des Kommunismus.

    4. Um ihre historische Rolle als Vorhutpartei des Weltproletariats und höchste Form der Klassenorganisation des Weltproletariats gerecht werden zu können, muss die Komintern/ML ständig und ununterbrochen ihre Bolschewisierung, ihre Ausbildung zur marxistisch-leninistischen Weltkampfpartei vorantreiben. Dies gelingt ihr nur auf der Basis der Bolschewisierung ihrer Sektionen.

    5. Das erfordert, dass die Komintern/ML nach dem Prinzip des demokratischen Zentralismus aufgebaut ist ( Nähere Regelungen hierzu siehe unter: Organisationsprinzipien und Statut der Komintern/ML).

    Damit die Sektionen und die Komintern/ML zu einer vollkommenen Einheit des Willens und des Handelns in ihren Reihen kommen, müssen sie, auf der Basis des marxistisch-leninistischen Aufbaus der Organisationen den demokratischen Zentralismus schaffen, weiter entwickeln und stärken. Das Hauptmittel zur Umsetzung der politische Generallinie ist die straffe Führung der Organisation, deren Grundprinzip der demokratische Zentralismus ist. Nur mit festgelegten proletarischen Normen, die für alle gemeinsame Gültigkeit haben, ist die marxistisch-leninistische Organisation handlungs- und funktionsfähig.

    6. Es ist notwendig, dass die Komintern/ML und insbesondere die führenden Genossen und Kader der Sektionen, die die Verzahnung mit der Komintern/ML bilden, sich die revolutionäre Theorie des Marxismus-Leninismus, die mit der revolutionären Praxis des internationalen Klassenkampfes des Weltproletariats untrennbar verbunden ist, aneignen; dass sie die gründlichere Ausarbeitung und Weiterentwicklung einer richtigen Strategie und Taktik, die internationalen Losungen und Direktiven nicht aufgrund einmal irgendwann beschlossener und auswendig gelernter Formeln und Zitate, oberflächlicher historischer Parallelen, sondern stets auf Grund einer sorgfältigen Analyse der konkreten Bedingungen des Klassenkampfes, der revolutionären Bewegung der einzelnen Länder und die veränderte Weltlage festlegen und anpassen, dass sie den Marxismus-Leninismus nicht als ein Dogma, sondern als eine Anleitung zum revolutionären Handeln im nationalen/ internationalen Maßstab dialektisch betrachten.

    Stalin lehrte: »Was die Rechte der Komintern und ihre Einmischung in die Angelegenheiten der nationalen Parteien betrifft, so bin ich absolut nicht einverstanden mit einigen Genossen, die sich für die Beschneidung dieser Rechte ausgesprochen haben. Man möchte, dass sich die Komintern in eine Organisation verwandele, die über den Sternen thront, auf die Geschehnisse in den einzelnen Parteien gelassen herabsieht und die Vorgänge geduldig registriert. Nein, Genossen, die Komintern kann nicht zu einer Organisation werden, die über den Sternen thront. Die Komintern ist eine Kampforganisation des Proletariats, sie ist mit allen Wurzeln ihres Seins mit der Arbeiterbewegung verwachsen und kann nicht umhin, sich in die Angelegenheiten der einzelnen Parteien einzumischen, um die revolutionären Elemente zu unterstützen und ihre Gegner zu bekämpfen. Natürlich haben die Parteien ihre innere Autonomie, natürlich müssen die Parteien frei sein, und die Zentralkomitees müssen von den Parteitagen gewählt werden. Daraus aber zu folgern, dass die Komintern nicht das Recht der Leitung und folglich auch der Einmischung habe, heißt den Feinden des Kommunismus in die Hände arbeiten«(Stalin Werke, dt. Ausgabe Bd. 7; Seite 57).

    7. Als proletarische Klassenpartei muss die Komintern/ML die bolschewistischen Prinzipien der sozialen Zusammensetzung beherzigen ebenso wie ihre Sektionen. Wenn das Weltproletariat die revolutionärste Klasse der Welt ist, dann müssen die Revolutionäre der Komintern/ML und ihrer Sektionen auch in großer Mehrheit proletarisch sein. Wenn das Proletariat überall die Führung inne haben soll, dann erst Recht in der Komintern/ML und ihren Sektionen. Die Förderung proletarischer Genossen muss im Mittelpunkt stehen, damit ein starker proletarischer Führungskern herangebildet werden kann und Kader insbesondere aus dem Industrieproletariat rekrutiert werden können. Diese führenden internationalen Arbeiterkader müssen ihr revolutionäres Handwerk professionell verstehen, d h. mit der fortgeschrittensten Theorie des Marxismus-Leninismus vertraut sein, unter den Arbeitermassen verankert sein, Bündnisarbeit mit anderen Werktätigen, z.B. mit den Bauern leiten, Streikerfahrungen besitzen, sich militärische Kenntnisse aneignen und als Kommunisten hervorragende, vorbildliche Arbeit auf dem internationalen Parkett des Klassenkampfes leisten.

    Natürlich sind die Bedingungen in den Ländern unterschiedlich. Insbesondere, wo die Bauern überwiegen und das Proletariat noch schwach ist. Es ist also zu beachten, dass die soziale Basis der Komintern/ML zwar zur Hauptsache proletarisch sein soll, aber dass es auch unverzichtbar notwendig ist, aus anderen gesellschaftlichen Klassen und Schichten Kader zu rekrutieren, z.B. Bauern. Ohne Beachtung der Bedeutung der sozialen Zusammensetzung ist an einen erfolgreichen Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen nicht zu denken. Wir Marxisten-Leninisten sind außerdem gegen die organisatorische Trennung der Arbeiter nach Nationalitäten, insbesondere wenn dies unter dem Deckmantel des Marxismus gefordert wird. Die Annäherung der Arbeiter verschiedener Nationalitäten in den einzelnen Ländern ist revolutionär, ihre Trennung bedeutet hingegen eine Annäherung an den bürgerlichen Nationalismus. Sowohl in den Sektionen als auch in der Komintern/ML sind die Arbeiter aller Nationalitäten gleich, vereinigt und nicht getrennt, was dem Standpunkt des internationalen Bolschewismus entspricht.

    8. Kritik und Selbstkritik sind ein Entwicklungsgesetz der Komintern/ML und ihrer Sektionen. Sie dürfen ihre Fehler nicht verhüllen und Kritik nicht fürchten. Das Verhalten der Sektionen und der Komintern/ML zu ihren Fehlern ist eines der wichtigsten und sichersten Kriterien für den Ernst der bolschewistischen Weltpartei und aller ihrer Sektionen und die tatsächliche Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber ihrer Klasse und den werktätigen Massen. Einen Fehler offen zugeben, seine Ursachen aufdecken, die Umstände, die ihn hervorgerufen haben, analysieren, die Mittel zur Behebung des Fehlers sorgfältig prüfen, das heißt Erfüllung ihrer Pflichten, das heißt Erziehung und Schulung der Klasse und dann auch der Masse. Ohne das wäre die Heranbilden von Führern und Kadern der Komintern/ML und ihrer Sektionen unmöglich; denn sie werden im Kampf gegen ihre eigenen Fehler, in Überwindung dieser Fehler herausgebildet, erzogen und gestärkt.

    Stalin bemerkte:»Was wird aus unseren Parteien werden, wenn wir, sagen wir, im Exekutivkomitee der Komintern zusammenkommen und die Augen vor einzelnen Fehlern unserer Parteien verschließen, uns für eine Parade »des völligen Einverständnisses« und des »Wohlergehens« begeistern und in allem einander zustimmen werden?...Ich bin entschieden gegen diese gegenseitige Zustimmerei.«

    »Unser Vormarsch verläuft im Kampfe, durch Entwicklung der Widersprüche, durch Überwindung der Widersprüche, durch Bloßlegen und Beseitigung dieser Widersprüche. Wir werden niemals, solange es Klassen gibt, einen Zustand haben, wo wir sagen können: nun, Gott sei Dank, es ist alles gut. Niemals wird dies der Fall sein Genossen. Stets wird bei uns irgend etwas im Leben absterben. Was aber abstirbt, will nicht einfach sterben, sondern kämpft um seine Existenz, verteidigt seine überlebte Sache. Stets wird bei uns irgend etwas Neues geboren im Leben, was aber geboren wird, wird nicht einfach geboren, sondern lärmt, schreit und verteidigt sein Recht auf Existenz (...) Der Kampf zwischen dem Alten und dem Neuen, zwischen dem Absterbenden und dem Neuentstehenden - das ist die Grundlage unserer Entwicklung. Wenn wir nicht offen und ehrlich, wie es Bolschewiki geziemt, die Fehler und Mängel unserer Arbeit festhalten und aufdecken, dann versperren wir uns selbst den Weg nach vorwärts. Wir aber wollen vorwärts schreiten. Und gerade weil wir vorwärts schreiten wollen, müssen wir die ehrliche und revolutionäre Selbstkritik zu einer unserer wichtigsten Aufgaben machen. Anders ist ein Vorwärtsschreiten u n m ö g l i c h . Anders ist eine Entwicklung u n m ö g l i c h.«(Stalin)

    9. Die Komintern/ML und ihre Sektionen sind stark durch ihre Geschlossenheit und eiserne Disziplin. Die eiserne Disziplin in der Komintern/ML und in ihren Sektionen aber sind undenkbar ohne die Einheit des Willens, ohne die völlige und unbedingte Einheit des Handelns aller Sektionen. Die Einheit der programmatischen, strategischen, taktischen und organisatorischen Ansichten ist der Boden, auf dem sich die in der Komintern/ML zusammengeschlossenen Sektionen aufbauen und handeln. Zerfällt die Einheit der Ansichten der Sektionen, so zerfällt die Komintern/ML, so zerfällt die Einheit der Sektionen. Folglich kann nur Mitglied der Komintern/ML sein, das deren Programm, die Generallinie und das Statut restlos akzeptiert, aktiv am Aufbau und Kampf der Komintern/ML mitwirkt und regelmäßig finanzielle Beiträge leistet, also bei der notwendigen materiellen Unterstützung hilft. Es erübrigt sich festzustellen, dass es einer größeren Portion von Geschlossenheit und Disziplin bedarf, die Weltbourgeoisie zu schlagen als irgendeine andere, als eine einzelne, nationale Bourgeoisie in der Welt. So, wie das Weltproletariat und die Proletarier der einzelnen Länder im Gleichschritt marschieren, so muss auch die Komintern/ML und die Sektionen »wie ein Mann« zusammenhalten.

    Das Bestehen von Fraktionen ist unvereinbar sowohl mit der Einheit als auch mit der eisernen, proletarischen Disziplin der Komintern/ML und ihren Sektionen. Sie können nur in dem Maße wachsen und erstarken, in dem sie den Kampf gegen opportunistische, anti-revolutionäre und parteifeindliche Elemente in ihrer Mitte führen. Sie müssen alle Elemente des Revisionismus, des Paktierertums und des Kapitulantentums, der Zersetzung und Desorganisation schonungslos aus ihren Reihen entfernen, ohne dabei in Sektierertum abzugleiten. Die Komintern/ML und ihre Sektionen werden dadurch gereinigt, dass sie sich von opportunistischen Elementen säubern.

    10. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen auch unter den Bedingungen der Legalität und Halblegalität am grundsätzlich illegalen Aufbau festhalten, weil sie sonst kaum in der Lage wären, den Kampf unter den Bedingungen der Illegalität weiterzuführen, ohne von der Bourgeoisie zerschlagen zu werden. Hierzu sind neue, geeignete Kampfformen zu entwickeln, da der Gegner über ein internationales, aufwendiges konterrevolutionäres Instrumentarium verfügt, das umgangen bzw. schließlich und endlich ausgeschaltet und zerschlagen werden muss. Andererseits muss die Komintern/ML - auch unter den Bedingungen der Illegalität - bemüht sein, die bestehenden legalen Möglichkeiten des Kampfes zu nutzen, um enge Verbindungen mit den Massen herstellen und die Massen revolutionieren zu können. Sie darf unter Berufung auf die Erfordernisse der Konspiration auf keinen Fall zu einem von den Massen isolierten Geheimbund werden, der eine leichte Beute für den Gegner ist. Ebenso muss ein entschiedener Kampf gegen den bürgerlichen und opportunistischen Legalismus geführt werden, wenn es also um den berechtigten und notwendigen Kampf um jedes Stückchen Legalität geht.

    »Für alle Länder, sogar für die freiesten, `legalsten` und ´friedlichsten´ in dem Sinne, dass sich dort der Klassenkampf weniger scharf äußert, ist die Zeit gekommen, da die systematische Verbindung von legaler und illegaler Arbeit, von legaler und illegaler Organisation für jede kommunistische Partei eine unbedingte Notwendigkeit ist. Denn auch in den aufgeklärtesten und freiesten Ländern mit der `stabilsten´ bürgerlich-demokratischen Ordnung nehmen die Regierungen entgegen ihren verlogenen und heuchlerischen Erklärungen bereits ihre Zuflucht zur Aufstellung von geheimen Listen der Kommunisten, zu endlosen Verletzungen ihrer eigenen Verfassung (...) zur geheimen Vorbereitung von Verhaftungen der Kommunisten (...) usw. usf. Nur reaktionärstes Spießertum, in wie schöne `demokratische` und pazifistische Phrasen es sich auch hüllen mag, kann diese Tatsache oder die unerlässliche Schlußfolgerung daraus bestreiten, dass alle legalen kommunistischen Parteien unverzüglich illegale Organisationen schaffen müssen, um systematisch illegale Arbeit zu leisten und sich gründlich auf den Augenblick vorzubereiten, in dem die Verfolgungen durch die Bourgeoisie einsetzen« (Lenin, Bd. 31, Seite 183, dt. Ausgabe).

    Konkret heisst das ab sofort: Alle Marxisten-Leninisten der ganzen Welt, wo wie und wann auch immer sie ihre revolutionäre Arbeit leisten, müssen bereits die Maßnahmen ergriffen haben, um innerhalb der legal existierenden Parteikomitees einen illegalen führenden Kern zu schaffen. Sowohl für die Partei als auch für die Mitglieder, insbesondere ihre legalen Führer, muss der Moment gründlich vorbereitet sein für den schlagartigen Übergang in die Illegalität, ohne dass den Genossen und den Parteien ein großer Schaden durch die Illegalisierung entsteht, d.h. dass die Parteiarbeit unvermindert und reibungslos unter illegalen Bedingungen fortgesetzt werden kann. Ebenso müssen in der Illegalität Vorbereitungen getroffen werden, die Partei legal oder halblegal umzustellen, soweit die Partei hierfür die Bedingungen geschaffen hat. Die Schaffung des illegalen Parteiapparats kann man nicht »nebenbei« erledigen. Sie erfordert nicht nur ideologischen Scharfsinn, sondern auch ein hohes Maß an revolutionärem Bewusstsein, Ausdauer, Wachsamkeit, und besonderer Schulung, Ausbildung und ständiges Training. Der Ernstfall muss also geprobt und geübt werden. Insbesondere in der revolutionären Phase muss die illegale Parteiarbeit perfekt funktionieren, denn noch nie ist eine kommunistische Partei auf legalem Wege durch die Revolution an die Macht gekommen.

    11. Die Komintern/ML und ihre Sektionen müssen es in ihrer Arbeit verstehen, eine unversöhnliche revolutionäre Einstellung ( nicht zu verwechseln mit revolutionärem Abenteurertum!) mit einem Maximum an Elastizität und Manövrierfähigkeit ( nicht zu verwechseln mit Anpassungspolitik!) zu verbinden. Um das Weltproletariat und die werktätigen Massen der ganzen Welt zur Weltrevolution zu führen, müssen die Komintern/ML und ihre Sektionen es verstehen, die richtige Strategie und Taktik zu entwickeln und alle Kampfformen ( friedliche und gewaltsame, offene und verdeckte, legale und illegale, parlamentarische und außerparlamentarische, Kämpfe auf nationaler und internationaler Ebene usw.) und alle Formen der Organisationen zu beherrschen, sie miteinander dialektisch zu verbinden und entsprechend der Kampflage schnell eine Kampfform durch die andere zu ersetzen, um den hochgerüsteten Gegner zu überraschen, sich seiner Leute und Ausrüstungen zu bedienen, ihn zu täuschen, mürbe zu machen und schließlich offen anzugreifen. Ein aufgeblähter Administrationsapparat ist für solche Operationen untauglich und gefährlich, weil er den Klassenkampf mehr behindern, als nützen kann. Kleinere, operative Einheiten sind da geeigneter, um flexibel zu handeln.

    12. Es ist notwendig, dass die Komintern/ML und ihre Sektionen es verstehen, höchste Prinzipienfestigkeit ( nicht zu verwechseln mit Sektierertum!) mit dem Maximum an Verbindungen und Fühlung mit den Massen ( nicht zu verwechseln mit Nachtrabpolitik!) zu verknüpfen, denn ohne dies ist es nicht möglich, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch bei ihnen zu lernen, nicht nur die Massen zu führen und sie auf das Niveau der Komintern/ML und ihrer Sektionen emporzuheben, sondern auch auf die Stimme der Massen zu lauschen und zu erraten, wo sie der Schuh drückt. Gradmesser für die Bolschewisierung ist auch die Ernsthaftigkeit, mit der die Aktionen durchgeführt werden. Es gibt weder eine kommunistische Partei, noch eine Komintern/ML ohne Aktionen. Die Aktion und der Kampf sind es, die zum Wachstum und zur Festigung der Sektionen und ihrer Komintern beitragen. Wir können das Weltproletariat und die Völker der Welt nicht führen, wenn wir ihnen nicht zeigen, dass wir fähig sein, sie zu führen. Die Aktionen stehen im Mittelpunkt der gesamten Entwicklung der Sektionen und ihrer Komintern/ML - und zwar von Anfang an, also

    a) in der Periode der Formierung der Vorhut des Weltproletariats (also des gemeinsamen Aufbaus der Komintern/ML durch die Sektionen), die Periode des Zusammenschlusses der Sektionskader im Weltmaßstab ( in dieser Periode sind die Sektionen mit ihrer Komintern/ML noch als treibende Kraft schwach ( nicht nur zu erklären aus ihrer eigenen Entwicklungsphase, sondern auch aus der Schwäche zu erklären, dass der Sozialismus als Weltbewegung seine erste Niedergangsperiode überwinden muss), legen sie ein Programm, eine Generallinie fest, also das Umreißen der allgemeinen Grundlagen der marxistisch-leninistischen Theorie als auch insbesondere der Strategie und Taktik der Weltrevolution, sind die Sektionen und die Komintern/ML jedoch noch in den Massenaktionen schwach, das Augenmerk konzentriert sich noch unmittelbar auf die Schaffung und Formierung der Kampfstäbe derer Sektionen und auf den Generalstab; in dieser Zeit geht es um die Existenz und Erhaltung der internationalen Kräfte der marxistisch-leninistischen Weltbewegung als eine gewisse, sich selbst erhaltende, sich selbst tragende und genügende Kraft; in dieser Zeit werden die Kräfte im internationalen Maßstab formiert und auf die Beine gestellt als Vorhut des Weltkommunismus);

    b) in der Periode des revolutionären Massenkampfes unter der Führung der Sektionen und koordiniert durch die Komintern/ML. In dieser Periode verwandeln sich die Sektionen mit ihrer Komintern/ML aus Organisationen der Massenagitation in Organisationen der Massenaktionen, die Periode der Vorbereitung wird von der Periode der revolutionären Aktionen abgelöst; In dieser Periode sind die gesammelten, herangebildeten und formierten Kräfte schon lange nicht mehr so schwach wie in der Anfangsphase. Aus der sich selbstgenügenden Kraft haben sich feste Organisationen herausgebildet, die sich nun direkt in ein Werkzeug der Gewinnung der Arbeiter- und Bauernmassen verwandeln, um den Kampf zum Sturz der Macht des Weltkapitals anzuleiten und anzuführen.

    c) die Periode nach der Machtergreifung, nach der Verwandlung der Sektionen in Regierungsparteien und die Komintern/ML als Union als Vereinigung von Regierungsparteien. Anders als durch vereinzelte Aktionen bis hin zu Massenkämpfen, die im Weltmaßstab koordiniert sind, kann es weder einen Aufbau der Sektionen, noch ihres Zusammenschlusses in der Weltpartei geben. Alles andere führt zwangsläufig zu Liquidatorentum, wenn man den Aufbau der Sektionen und der Komintern/ML den Aktionen und den Massenkämpfen gegenüberstellt.

    In allen drei Phasen ist der Charakter der Sektionen und der Komintern/ML klar zu erkennen als Parteien des Weltumsturzes, als Parteien der Weltrevolution. Über die jeweiligen Hauptaufgaben, die aus diesen drei Entwicklungsstufen erwachsen, müssen sich die Sektionen und die Komintern/ML nicht nur ständig im Klaren sein, sondern sie müssen bei der Überwindung dieser drei Stufen sowohl »linke« als auch rechte Fehler überwinden, um Rückschritte der Entwicklung zu vermeiden, wobei es im Kampf niemals irgendwelche Garantien für eine schnurgerade Entwicklung gibt, d.h. gewisse Schwankungen und Rückschritte unvermeidlich sind.

 

 

    Gegen den

    rechten Opportunismus

    in der Organisationsfrage der proletarischen Weltpartei

    Die Gründung der Komintern/ML, wenn man dafür die Voraussetzungen geschaffen und dafür gekämpft hat, diese Voraussetzungen zu schaffen, ist die allererste Notwendigkeit, ist der subjektive Hauptfaktor, ist die Garantie für den Erfolg in der Weltrevolution. Niemand anders als die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt, in allen Ländern, kann beurteilen, ob diese Bedingungen für die Schaffung der Komintern/ML reif sind. Jeder Erfolg und jede Niederlage der Komintern/ML und ebenso ihrer Sektionen hängen ab von der richtigen bzw. unrichtigen Beurteilung der Situation im nationalen und internationalen Maßstab, hängt ab von ihrer Reife und der Reife ihrer Revolutionierung, hängt ab von der Generallinie im internationalen und nationalen Maßstab, die sie sich zu eigen machen und die vom Marxismus-Leninismus geleitet sein muss, hängt auch ab von den äußeren Momenten und der allseitigen internationalistischen Hilfe der marxistisch-leninistischen Parteien und davon wie fest sie auf marxistisch-leninistischen Positionen stehen.

    Der rechte Opportunismus in der Gründungsfrage der Komintern/ML besteht darin, das oben Gesagte zwar dem Buchstaben nach anzuerkennen, aber prinzipiell mit Gegenargumenten zu widerlegen, um die Gründung der Komintern/ML zu jedem Zeitpunkt möglichst zu verschieben, hinauszuzögern und zu verhindern, insbesondere in solchen ausgereiften Situationen, wo die Gründung am dringendsten und zwingendsten notwendig wird oder geworden ist.

    Eine andere ideologische Variante des rechten Opportunismus in der Gründungsfrage der Kommunistischen Internationale ist es, Zeit zu gewinnen und passiv abzuwarten, bis sich die einzelnen marxistisch-leninistischen Sektionen in den verschiedenen Ländern entwickeln. Immer erst auf die anderen »warten zu wollen«, immer die Bedingungen der anderen als schneller, besser, eher heranreifend auszumalen,die Bedingungen der anderen zu übertreiben und die eigenen Bedingungen zu untertreiben, sie in Gegensatz zur Entfaltung der eigenen Initiative zu stellen, nicht die dialektische Einheit der Gründung der einzelnen marxistisch-leninistischen Parteien mit der Gründung der Komintern/ML zu erkennen, anzuerkennen, zu wollen, vorzubereiten, zusammenzuführen, zu verbinden, zu verschmelzen - also tatsächlich immer vollkommener herzustellen, - das hat mit dem organisatorischen Aufbau eines systematisch und einheitlich funktionierenden proletarischen Internationalismus nichts zu tun, denn die Bedingungen für die Schaffung organisatorischer Formen des proletarischen Internationalismus sind immer gegeben und erweisen sich gerade dann als wertvoll und nützlich, ja sogar als unverzichtbar notwendig, wenn die Bedingungen im Allgemeinen für alle so schwierig sind wie jetzt.

    In Worten sind die Opportunisten für eine Kommunistische Internationale, aber wenn sie ihre Gründung nicht verhindern konnten, so kämpfen sie in ihr weiter, um sie vom revolutionären Weg wieder abzubringen und zu liquidieren. Ohne Kommunistische Internationale, gibt es keine wahre Weltrevolution, werden alle Revolutionen auf ihrem Weg dort hin, hinken, werden sie auf ernsthafte Überraschungen stoßen und schmerzhafte Rückschritte erleiden. Und wenn dies eintritt, und es ist historisch eingetreten, dann sind es als erste die Opportunisten, die »schon immer« vor einer Gründung gewarnt haben, bei der die Voraussetzungen und Bedingungen »noch nicht reif waren«, und mit eben solchen Opportunisten haben wir es heute wieder zu tun.

    Wann sind die Bedingungen für die Schaffung der Komintern/ML reif? Welche Gedanken hätten sich die Klassiker über diese Frage gemacht? Was ist richtig, was ist falsch? Wir wissen es nicht. Ist etwa gemeint, dass die subjektiven Faktoren ausgereift sind in allen Ländern oder - sagen wir - nur in den meisten oder - noch bescheidener - in vielen Ländern, ja oder wenigstens in einer minimalen Zahl von Ländern? Was bitte schön, ist hier das Minimum? Welches Minimum zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Bedingungen? Kann man so an die Frage überhaupt ernsthaft herangehen? Fertige Parteien in allen Ländern mit ausgereiften subjektiven Faktoren für das Heranreifen des Hauptfaktors Komintern/ML voraussetzen zu wollen, wäre eher eine »ausgereifte« rechte Abweichung des Gründungsopportunismus. Keine Internationale ist unter solchen Voraussetzungen jemals gegründet worden oder konnte so gegründet werden. Der Begriff »reif« verleitet zu der illusorischen Auffassung, man müsse sich darunter etwas von langer Hand gründlich Vorbereitetes, Fertiges, Funktionierendes, Erprobtes, Gefestigtes, Vollkommenes, über viele Jahre strukturell Herangewachsenes, usw. vorstellen sowie tobende revolutionäre Bewegungen auf der Welt, Parteien, die die Revolutionen durchführen, Massen, die sich überall auf der Welt millionenhaft erheben, gewaltige Revolutionsmaschinerien mit hoch entwickelten Theorien, Organisationen, und weltumspannenden Agitations- und Propaganda-Abteilungen usw. usf. Man stellt sich einen riesigen Festsaal mit tausenden Delegierten auf einem Weltkongress vor und vorne auf der Bühne sitzen unsere Genossen Marx, Engels,Lenin, Stalin und Enver Hoxha und wir rufen ihnen begeistert zu: Es lebe die neue Kommunistischen Internationale, es lebe die Weltrevolution! Ja, wir geben es zu Genossen, davon haben wir viele Jahre geträumt, haben uns das so in unserem Kopf ausgemalt und gehofft, dass es so einmal kommen würde. Ernüchtert angesichts der gegenwärtigen Situation wird mit ebenso voreiliger Selbstverständlichkeit abgeleitet, dass sich nun mal nicht ein paar weltweit verstreute Marxisten-Leninisten in die entscheidenden internationalen Klassenschlachten werfen können, ohne für verrückt erklärt zu werden. Wer sich die Argumentation so leicht macht, verfängt leichtfertig in den stereotypen Argumentationsketten des Gründungsopportunismus, ohne der Lösung der Frage einen Millimeter näher gekommen zu sein. Und es kommt nicht von ungefähr, dass bis auf den heutigen Tag keine einzige »minimale«, geschweige denn »ausgereifte« marxistisch-leninistische theoretische Grundlage für die Schaffung von Voraussetzungen und Bedingungen einer Gründung der Kommunistischen Internationale vorliegt. Ebenso liegt keine ausgearbeitete marxistisch-leninistische theoretische Grundlage für die Voraussetzungen und Bedingungen einer Auflösung der Kommunistischen Internationale vor. Wen wundert es da, dass es Schwierigkeiten macht, die Argumente des Gründungs- und Auflösungsopportunismus der Kommunistischen Internationale zu widerlegen - und davon gibt es eine Menge und zwar nicht nur in den Köpfen der Opportunisten, sondern ganz besonders in unseren eigenen Köpfen! Wir selbst, unser nebulöses Bewusstsein - hindert uns am meisten, klare Vorstellungen und Gedanken zu formulieren, gesicherte Erkenntnisse zu gewinnen, reife Entscheidungen zu fällen und richtige Beschlüsse zu fassen. Ja, Genossen, dies ist wohl das Entscheidende: - keine Kritik am Gründungs- und Auflösungsopportunismus - keine Kommunistische Internationale! Darüber muss sich die marxistisch-leninistische Bewegung ernsthaft klar werden, und wenn sie sich nach »reiflicher« Überlegung durchgerungen hat, die opportunistischen Hindernisse aus dem Weg zu räumen, voilá - dann zeugt diese Bereitschaft von einem wahrhaft internationalistischen Bewusstsein, von einem sehr entscheidenden sogar! Die Gründung der Kommunistischen Internationale fängt in den Köpfen derjenigen Marxisten-Leninisten an, die heute in diesem Augenblick vor Ort kämpfen. Mit dem so geschaffenen Bewusstsein aller jetzt kämpfenden Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt wäre damit schon die Vorstufe für den allerersten Schritt zur Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen für die Gründung der Komintern/ML geschaffen. Nun sollte man annehmen, dass wir nur genügend hinterm Schreibtisch grübeln müßten, um in dieser Frage kontinuierlich ein Kettenglied nach dem anderen anzupacken, bis wir unser gemeinsames Ziel erreicht haben. So einfach ist das leider nicht. Man muss auf die Ursache zurückkommen, warum wir uns überhaupt gerade jetzt in dieser Situation mit der Frage der Gründung der Komintern/ML so intensiv beschäftigen - um nicht zu sagen » so quälen« - und andere Fragen, die nicht weniger wichtig sind, sträflich vernachlässigen vor allem an der Seite der Arbeiterklasse. Warum tun wir uns so schwer damit?

    In der Periode der Gründung der Komintern/ML sehen sich alle verantwortungsbewussten Marxisten-Leninisten einem besorgniserregenden, scheinbar unaufhaltsam voranschreitenden Zerfallsprozess der gegenwärtigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegenüberstehen. Die Realität scheint mittlerweile auch dem letzten Genossen klar geworden zu sein, dass man weder als einzelner Genosse, noch als einzelne Gruppe, Organisation oder Partei, dieser schmerzlichen Entwicklung irgend etwas entgegenstellen könnte, um diesen rückläufigen Prozess aufzuhalten - und dies ausgerechnet in einer Situation, wo die Weltlage immer bedrohlicher wird für das Weltproletariat und die Völker, wo die Notwendigkeit, wirkungsvoll einzugreifen, überhaupt nicht zwingender sein kann. Handwerkelei und Zirkelwesen zerfressen die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, man versucht einen kleinsten gemeinsamen Nenner einer halbwegs prinzipienfesten Einheitsfront zu schaffen, um die Bewegung zusammenzuhalten, und erlebt eine Enttäuschung nach der anderen. Ideologisches Durcheinander und Wühlarbeit verschiedenster Spalterorganisationen schaffen Verwirrung, Misstrauen und Desorganisation, bereiten uns Kopfschmerzen und verursachen Niedergeschlagenheit und Ratlosigkeit. Die Verbindung zwischen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und der Arbeiterbewegung ist im desolaten Zustand und nahezu am Erliegen. Kurz: wir treiben in eine Katastrophe und keiner weiss genau wie wir wieder herauskommen. Wir übertreiben nicht, wenn wir feststellen, dass die gesamte revolutionäre marxistische Weltbewegung in ihrer Geschichte noch niemals in einer annähernd vergleichbaren Krise steckte. Dies schreit geradezu nach einer Lösung. Einer schaut auf den anderen, um resigniert festzustellen: mehr sind es nicht, die bis jetzt tapfer durchgehalten haben und dem Marxismus-Leninismus wirklich treu geblieben sind und die ihren Kampf trotz alledem mutig fortsetzen. Die Genossen suchen in der Welt nach Gleichgesinnten, versuchen sich gegenseitig zu helfen, machen sich gegenseitig Mut, sammeln sich, halten Kontakt, diskutieren die Fragen der Zeit, suchen nach einem organisatorischen Zusammenhalt, wollen wieder geregelte Parteiarbeit leisten, aber es fehlen ihnen die Grundlagen dafür. Es mangelt an allen Enden. Die Bewegung lahmt.

    Woran fehlt es der marxistisch-leninistischen Weltbewegung am meisten?

    Wir sind zu der Ansicht gelangt, es fehlt am meisten an den aktivsten, besten und der Sache des Weltproletariats am treuesten dienenden Kräften der Arbeiterklasse, die als treibende Kraft einen Kern der Bewegung bilden, der einheitlich tätig ist, verlässlich arbeitet, umsichtig handelt, solidarisch und kollektiv führt, der vertrauenswürdig, geduldig, zäh und hartnäckig genug ist, um alle verstreuten Marxisten-Leninisten zu einem einzigen Ganzen zu sammeln, zusammenzuhalten, zu formieren, zu verbinden, die Bedingungen für eine ideologische Perspektive und taktische Einheit vorzubereiten und so das Fundament einer wirklichen Kommunistischen Internationale zu legen, um damit in der gegenwärtigen Situation hauptsächlich der Bewegung, die einzelnen Organisationen und Genossen in der Welt zu unterstützen, vorwärts zu schreiten und den Tiefpunkt der Bewegung zu überwinden. Es muss ein Kern sein, der allen Marxisten-Leninisten als theoretisches, propagandistisches und organisatorisches Sprachrohr dient und bessere Bedingungen für den Aufbau, die Festigung und Vereinheitlichung der marxistisch-leninistischen Organisationen und die Gewinnung und Heranbildung der Avantgarde des Proletariats herstellt, indem er sich die Erfahrungen und Vorstellungen aller Genossen zunutze macht. Dies sind für alle gleichermaßen die Vorbedingungen für die Lösung der Aufgabe, sich in der Arbeiterklasse und unter den Massen zu verankern und Ausgangspunkte für Aktionen des Klassenkampfes festzulegen. Mit einem solchen Kern der Bewegung wären die Probleme natürlich längst nicht gelöst, aber es wäre ein Anfang, ein erster Schritt in die richtige Richtung, wäre die Anschubskraft, die überall auf der Welt den Motor zwar noch nicht in Bewegung setzen, aber zumindest eine Initialzündung dafür werden könnte. Dieser Kern der Bewegung, der den Marxisten-Leninisten eine gemeinsame Bühne verschaffen könnte, von der aus alle Anschauungen und Aktionen der Bewegung zusammenlaufen, und sich wieder überall hin ausbreiten, dieser Kern ist seit dem Tod von Enver Hoxha nirgends mehr zu finden. Das, liebe Genossen, ist die traurige Wahrheit. Das ist es, was wir vermissen und wo uns keiner weiter hilft. Wir haben darauf gewartet und darauf gehofft, weil wir uns das selber gar nicht zugetraut haben - aber da kam nichts, womit wir hätten zufrieden sein können. Es gab für uns zur Zeit also keine Voraussetzungen für das Heranreifen der Gründung der Kommunistischen Internationale im herkömmlichen Sinne, aber wir wussten trotzdem: nur eine Kommunistische Internationale oder zumindest ihre mit der Arbeit beginnende Keimzelle kann uns retten. Das war das Dilemma. Blieb uns eine andere Wahl? Sofort mit der Gründung beginnen oder nicht? So und nicht anders stellte sich uns heute die Frage, mit der wir uns schon seit über 10 Jahren befassen. Als Entscheidungsgrundlage blieb uns letztlich einzig und allein die gewissenhafte Einschätzung des tatsächlich vorhandenen Zustands der gegenwärtigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung, an der wir immerhin seit mehr als 30 Jahre aktiv teilnehmen: entweder untergehen oder den entscheidenden Schritt machen und diesen gemeinsamen Initialkern herauszubilden versuchen? Wir haben uns für das Letztere entschieden, und so ist es notgedrungen zur Gründung der Komintern/ML gekommen - ganz leise, zaghaft, bescheiden und in einem schwachen und ungünstigen Augenblick, wie er hätte nicht schwächer und ungünstiger sein können. Worum es uns ging, war die Sorge um die Bewegung, ihre Existenz, ihre Erhaltung, unser Bemühen, mitzuhelfen, sie wieder auf die Beine zu stellen. Leider kein klassischer Zeitpunkt der Reifephase eines revolutionären Aufschwungs der Bewegung, sondern vielmehr ein untypischer Zeitpunkt, wo das Ende der Fahnenstange einer chronischen Krise der abflauenden Bewegung erreicht schien - also eine der Not gehorchende Situation mit denkbar schlechten Ausgangsbedingungen, das sind die besonderen Umstände gewesen, unter denen die Komintern/ML das Licht der Welt erblickte und woher sie sich ihre Daseinsberechtigung einfach »genommen« hat. Die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist noch zu jung, um zu sterben, sie hat nichts hinter sich zu lassen als das tiefe Tal ihrer Krise - aber eine Welt zu gewinnen. Diese Chance hat sie verdient. Wir haben oben gesagt - und das meinen wir ehrlich - , dass niemand anders, als die Marxisten-Leninisten selbst, darüber entscheiden, wann der Augenblick für die Gründung der Kommunistischen Internationale gekommen ist und wann nicht. Wir wären froh und erleichtert, wenn die Marxisten-Leninisten in der Welt uns für unser »eigenmächtiges« Handeln gehörig kritisieren würden, und wir den Zustand der marxistisch-leninistischen Weltbewegung wirklich zu schwarz gemalt hätten. Wir würden uns gern eines Besseren belehren lassen, aber wir können uns nicht vorstellen, dass die anderen Marxisten-Leninisten überall in der Welt weniger unter der schweren Last der Krise zu leiden haben als wir, die wir die Komintern/ML gegründet haben. Möge die Geschichte urteilen. Wir haben getan, was wir glaubten, für die Bewegung tun zu müssen - aufrichtigen und ehrlichen Herzens - und dafür sind wir bereit, die Verantwortung zu übernehmen. Wir hoffen inständig, dass die Generallinie einen bescheidenen Beweis für unsere Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit liefert, was unser Gewissen zumindest ansatzweise beruhigen würde. Wir hoffen auf das Wohlwollen und die Unterstützung einiger Genossen in der Welt, die mit uns dafür sorgen, dass die Komintern/ML recht bald die Periode überwindet, wo sie nicht mehr sein kann, als eine sich selbst genügende Kraft.

    Die Generallinie, die Richtschnur, ist für sich genommen natürlich wertlos, wenn man wartet und hofft, bis jemand kommt, der sie in die Praxis umsetzt. Da kann man lange warten und hoffen. Ist es nicht so, dass man ein Höchstmaß an Krafteinsatz in die Ausarbeitung einer Linie einsetzt, aber dann bei der Durchführung alles vernachlässigt wird und dafür nur noch ein Zehntel des Kraftaufwandes einsetzt. So entstehen Luftschlösser, Seifenblasen, die in der Luft zerplatzen. Lenin und Stalin haben oft gegen all zu eifrige Pläneschmiederei kämpfen müssen. Die Generallinie darf also nicht irgendwie in die Praxis umgesetzt werden und von irgendwem, nach dem Motto: »Hier habt ihr die richtige Linie, nun macht was daraus, wie - das ist eure Sache und geht uns nichts an!« Jeder weiss, dass es so nicht geht. Verselbständigung und Loslösen von Theorie auf der einen und handwerklerische Praxis auf der andern Seite, Trennung zwischen Kopf und Hand, darf es in der Komintern/ML und ihren Sektionen nicht geben, und da muss man die gesamte Arbeit der Komintern/ML und ihrer Sektionen auf Lenins Weise (»Was tun?«) organisieren, um Spontaneismus, Handwerkelei, Ökonomismus, Zirkelgeist usw. usf. auf der einen Seite und Doktrinarismus, Theoretisiererei, Intellektualismus, auf der anderen Seite zu vermeiden. Um den organisierten Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen in Angriff nehmen zu können, muss man erst einmal die Frage ihrer Voraussetzungen lösen, nämlich die Heranbilden und richtige Auswahl der Menschen, eine bolschewistische Kaderpolitik, die sich auf die tatkräftige Unterstützung der Proletarier aller Länder stützen muss und natürlich auch die Organisierung der Kontrolle der Durchführung der Beschlüsse, Direktiven, Losungen usw. usf. In der gesamten Periode des Aufbaus der Komintern/ML und ihrer Sektionen muss der Wagen auch dorthin fahren, wohin er fahren soll. Sich darum zu kümmern, ist die höchste Pflicht jedes einzelnen Kommunisten gegenüber dem Weltproletariat und gegenüber der Komintern/ML und ihren Sektionen. Es war leider stets auch eine Tatsache, dass es Leute gab, die nur so tun, als ob sie sich an die Generallinie, an das Programm und an den demokratischen Zentralismus bei der Durchführung und Kontrolle halten. All dies ist bekannt und die Überwindung der damaligen Fehler hilft uns heute tausendfach schneller voranzuschreiten, und die Organisationsfrage richtig anzupacken. Schon in der Anfangsphase muss man die Organisationsfrage gegen den Opportunismus, gegen den Gründungsopportunismus verteidigen und stärken, um sie richtig lösen zu können. Unter gewissen Umständen, im Verlauf ihres Erstarkens, kann für die Komintern/ML die Gefahr entstehen, dass sie durch wankelmütige Gruppen verwässert wird, die eine Politik der Halbheiten und des Liberalismus treiben und sich von der Ideologie des Neo-Revisionismus noch nicht freigemacht haben. Ausserdem wird es in den neo-revisionistischen Organisationen marxistisch-leninistische Fraktionen und Minderheiten geben, die zwischen zwei Stühlen stehen, die sich sowohl zu ihrer eigenen Partei, als auch zur Komintern/ML hingezogen fühlen. Ihnen muss geholfen werden, die Führung zu erobern, bzw. - wenn dies scheitert - eine neue Partei zu gründen, die die Aufnahmekriterien für die Mitgliedschaft in der Komintern/ML erfüllt. Auch ihnen muss bei der ideologischen Befreiung ihrer neo-revisionistischen Einflüsse geholfen werden. Auf keinen Fall darf es den neo-revisionistischen Organisationen erlaubt werden, ihre Fraktionen in die Komintern/ML einzuschleusen, um aktiv Sabotage an der Komintern/ML, an der proletarischen Revolution, betreiben zu können. Verschmelzungen mit revisionistischen Gruppierungen, wie schwach ihre Häutungen auch sein mögen, darf es niemals geben. Deswegen muss die Komintern/ML auch scharfe Bedingungen für die Aufnahmekriterien schaffen und auch Kompetenzen entwickeln, die Mitglieder in die Pflicht zu nehmen. Auch für die Komintern/ML gilt:

Eine bolschewistische Organisation stärkt sich, indem sie sich vom Unrat in ihren Reihen befreit, sich purifiziert und reinigt , was nicht zu verwechseln ist mit blindwütiger, drakonischer, sektiererischer Ausschlusspolitik, die die Klassiker des Marxismus-Leninismus nie befürwortet oder geduldet haben.

Verhinderung bürokratischer Führungsstile durch Entfaltung der proletarischen Demokratie, der Entfaltung und Stärkung des einheitlichen Willens und Handelns der Mehrheit, der Proletarier, der Massen, durch die Schaffung eines politischen Mechanismus mit reibungsloser Verbindungen und enger Fühlung und eines lebendigen Zusammenwirkens zwischen Leitung und Basis. Das muss gut geregelt, organisiert und durchdacht sein, überwacht, gewartet und ständig verbessert werden, weil hier Fehler passieren, die schwerwiegende Folgen für die Funktion der ganzen Komintern/ML haben können. Schwächen und Reibungsverluste werden bekanntlich gern und sofort von den Gegnern ausgenutzt, wenn zwischen den Zahnrädern der Führung und Basis nicht ausreichend geölt und die Verzahnung beschädigt wird, so daß Getriebeschäden entstehen und infolgedessen das ganze Getriebe mühselig ausgetauscht werden muss.

Die Maoisten in der chinesischen Sektion der III. Komintern lehnten die Unterordnung unter eine übergeordnete internationale Zentrale ab unter dem Deckmantel des Kampfes gegen »höher stehende« und »untergeordnete« Parteien. Die Beschuldigung durch die Sowjetrevisionisten, die Bruderparteien, die sich gegen die Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion richteten, würden damit den »Willen der Mehrheit brechen« oder »gegen die internationale Disziplin verstoßen« haben die Chinesen auf opportunistische Weise zurückgewiesen und nicht etwa als Marxisten-Leninisten. Als Marxisten-Leninisten hätten sie zunächst den revisionistischen Verrat an der III. Komintern kritisieren müssen. Sie begnügten sich aber mit einer Kritik an Chruschtschow, dass

» unter den gegenwärtigen konkreten Bedingungen* [= 1960, Moskauer Beratung].. keine Führung der Komintern besteht, noch bestehen soll« (Aus: »Die Führung der KPdSU ist der größte Spalter der Gegenwart« - Siebenter Kommentar zum Offenen Brief des ZK der KPdSU vom 4, Februar 1964)

und er von daher kein Recht hätte, den Bruderparteien seinen Willen aufzuzwingen. Aber die chinesischen Revisionisten wollten nur den Kandidaten Mao mit Chruschtschow austauschen, denn sie dachten - wie sich später herausstellte - niemals daran, das Banner der III. Komintern zu erheben, das sie selber - lange vor Chruschtschow - mit Füßen traten. Sonst hätten sie FÜR eine neue Komintern, für eine neue bolschewistische Führung, für die internationale Disziplin, FÜR die Stärkung des Willens der Mehrheit der Bruderparteien, FÜR ihre Solidarität mit dem internationalen demokratischen Zentralismus, FÜR ihren erneuten Zusammenschluss in Lenins Weltpartei gekämpft, um den Revisionismus gemeinsam zu besiegen. So dienten den Chinesen die Argumente der »Wahrung der Unabhängigkeit«, der Ablehnung der »Unterordnung der Minderheit unter der Mehrheit« , der unverbindliche Charakter von »Vereinbarungen durch Konsultationen« usw. lediglich als Vorwand für ihre eigene Spaltertätigkeit, für ihre Linie der Auflösung der kommunistischen Weltbewegung im Geiste der Komintern, für die Beseitigung jeglicher Behinderungen durch internationale Unterordnung, egal ob durch das Weltproletariat und ihrer Komintern, oder durch die internationale Bourgeoisie - einschließlich der im Ausland konkurrierenden revisionistischen Bourgeoisien an der Macht. Dabei gehört es zum ABC des Marxismus-Leninismus, dass man nicht künstliche Gegensätze herbei reden darf, ohne dabei den Marxismus-Leninismus zu verlassen. Wer die prinzipienfeste Einheit des demokratischen Zentralismus auf nationaler und des demokratischem Zentralismus auf internationaler Ebene verletzt, hat kein Recht, weder auf den demokratischen Zentralismus auf nationaler, noch auf den demokratischen Zentralismus auf internationaler Ebene zu pochen. So, wie man beim demokratischen Zentralismus einer bolschewistischen Partei eines Landes keinen künstlichen Gegensatz zwischen Demokratie und Zentralismus dulden darf, so muss man auch auf höherer, internationaler Ebene beachten, dass der demokratische Zentralismus der bolschewistischen Weltpartei, dass die dialektische Einheit der Parteien der einzelnen Länder und ihrer gemeinsamen zentralen Führung im Klassenkampf richtig angewandt wird. Was Lenin und Stalin generell zur Verteidigung des demokratischen Zentralismus sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene gelehrt haben, ist selbstverständlich auch Generallinie der Komintern/ML. Das Zirkelwesen muss sowohl auf nationaler, als sodann auch auf internationaler Ebene überwunden und durch den straffen demokratischen Zentralismus ersetzt werden. Als Verfechter der Kommunistischen Internationale kann man niemals den Polyzentrismus in der Organisationsfrage verteidigen, so wie es die Revisionisten tun, um - international an die Macht gelangt - diese Taktik zugunsten einer weltweiten sozialfaschistischen Organisation wieder fallen zu lassen bzw. sich aufzulösen, um sich offen ins weltimperialistische System zu integrieren.

Gleichberechtigung und Selbständigkeit, Beratungen und Konsultationen, gegenseitiger Informations- und Erfahrungsaustausch, Schaffung von Verbindungsinstrumenten usw. sind Grundvoraussetzung für die Zusammenarbeit unter internationaler Führung. Es kann keine internationalistische Bewegung geben, die nicht für so einen Zusammenschluss in der Kommunistischen Internationale kämpft! Mit Klassenkampf im eigenen Land kommt man in Zeiten der Globalisierung des Weltkapitalismus allein nicht weiter. In der Frage des Neokolonialismus und der vom Weltimperialismus ausgebeuteten und unterdrückten Nationen müssen die Sektionen jener Länder, deren Bourgeoisie darin verwickelt sind, eine besonders klare, eindeutige Haltung einnehmen. Jede dieser Sektionen ist verpflichtet, die Machenschaften »ihrer« Imperialisten nicht nur mit Worten zu entlarven, sondern auch revolutionäre Taten folgen zu lassen, die Verjagung ihrer »eigenen« Imperialisten nicht nur zu fordern, sondern auch tatsächlich zu organisieren, in den Herzen der Arbeiter ihres Landes wirklich brüderliche Gefühle für die werktätige Bevölkerung der neo-kolonialen Ländern und von den Weltimperialisten ausgebeuteten und unterdrückten Nationen zu wecken und deren Befreiungskampf gegen die »eigene« Bourgeoisie zu unterstützen und unter den Truppen ihres Landes nicht nur eine systematische Agitation gegen jegliche Unterdrückung dieser Länder zu betreiben, sondern die Soldaten aufzufordern, die Gewehre umzudrehen, sich auf die Seite der bewaffneten Befreiungsbewegung zu schlagen, kriegerische Interventionen der Imperialisten zu sabotieren, aber zumindest den Abzug der imperialistischen Besatzermächte zu erkämpfen. Das Gleiche gilt auch für den Fall, dass sich die Imperialisten untereinander bekriegen oder länderübergreifende, konterrevolutionäre Truppenkontingente zur Niederschlagung von Aufständen, Generalstreiks und schließlich proletarischen Revolutionen in den imperialistischen Ländern einsetzen. Das sind die Lehren aus dem Verrat der II. Internationale. Das sind die internationalistischen Aufgaben, die im Falle eines zu erwartenden neuen Weltkrieges, von den Arbeitern und Soldaten aus den imperialistischen Metropolen zu erbringen sind und die von den Revolutionären der Befreiungsbewegung durch taktische Verwicklungen mit den Besatzermächten zu unterstützen sind, um die Rückverlagerung der Truppen durch deren Bindung zu erschweren, wenn nicht unmöglich zu machen. Das nennt man proletarischer Internationalismus der Tat, das nennt man Koordinierung EINES gemeinsamen internationalen Klassenkampfes unter der Führung eines übergeordneten Generalstabs, unter der Führung der Komintern/ML. Das ist ein Beispiel für die notwendige zentralisierte Koordinierung aller Abteilungen der Weltrevolution und die Schmiedung der dafür notwendigen organisatorischen Formen, die die Revisionisten ablehnen und bekämpfen:

»Die SDAPR hat schon längst mit ihren Opportunisten gebrochen. (...) Die III. Internationale müßte unserer Ansicht nach gerade auf einer solchen revolutionären Basis geschaffen werden. Ob der Bruch mit den Sozialchauvinisten zweckmäßig ist, das steht für unsere Partei nicht in Frage. Diese Frage ist für die Partei unwiderruflich entschieden. Eine Frage ist für sie nur, ob sich dieser Bruch im internationalen Maßstab in allernächster Zeit vollziehen lässt.

Es ist ganz klar, dass eine internationale marxistische Organisation nur dann zustande kommen kann, wenn in verschiedenen Ländern die Bereitschaft vorhanden ist, selbständige marxistische Parteien zu schaffen. Deutschland als das Land der ältesten und stärksten Arbeiterbewegung ist dabei von ausschlaggebender Bedeutung. Die nächste Zukunft wird lehren, ob die Bedingungen für die Schaffung einer neuen marxistischen Internationale bereits herangereift sind. Wenn ja, so wird unsere Partei mit Freuden in eine solche vom Opportunismus und Chauvinismus gesäuberte III. Internationale eintreten. Wenn nicht, so wird das nur beweisen, dass zu einer solchen Säuberung noch eine mehr oder minder lange Evolution erforderlich ist. Und dann wird unsere Partei innerhalb der alten Internationale den äußersten oppositionellen Flügel bilden - solange nicht in den verschiedenen Ländern die Basis für eine auf dem Boden des revolutionären Marxismus stehende Internationale Arbeiterassoziation geschaffen sein wird.

Wir wissen nicht und können nicht wissen, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren auf der internationalen Arena weitergehen wird. Was wir aber sicher wissen, und wovon wir unerschütterlich überzeugt sind, ist dies, dass unsere Partei in unserem Land unter unserem Proletariat unermüdlich in der vorgezeichneten Richtung arbeiten und in ihrem tagtäglichen Kampf bemüht sein wird, die russische Sektion einer marxistischen Internationale zu schaffen..«(Lenin, Bd. 21, Seite 317/318 und 327-332, dt. Ausgabe).

Wir messen die Ernsthaftigkeit der Arbeit der Marxisten-Leninisten in erster Linie an ihren Taten gegenüber Lenins unerschütterlichen Überzeugung von der Schaffung der Internationale. Wie wir in der Welt einen Marxisten-Leninisten heute einschätzen, hängt in erster Linie von seiner Haltung (in Wort und Tat!) zur Internationale ab. Das ist der Prüfstein für die Komintern/ML und wird stets der Prüfstein bleiben.





Gegen den

»linken« Opportunismus

in der organisatorischen Frage der proletarischen Weltpartei

Der historische Prozess der Herausbildung der bolschewistischen Partei war keineswegs mit dem II. Parteitag der SDAPR beendet - der eigentlichen Gründung - sondern dauerte bis zur völligen organisatorischen Trennung auf der Prager Konferenz 1912. Diese ganze Periode war die Periode der Auseinandersetzung mit dem Opportunismus des Menschewismus. Tatsächlich war es notwendig gewesen, in der ideologischen, politischen und praktischen Auseinandersetzung mit dem Revisionismus die Merkmale dieser Partei neuen Typs zu entwickeln und durchzusetzen. Mussten die späteren Parteien der Komintern diese Besonderheiten wiederholen? Keineswegs. Sie konnten die Lenin´schen Normen, die sich als allgemeingültige Ergebnisse dieses Prozesses herausgebildet hatten, zugrunde legen und daran gehen, diese Normen unter den besonderen Bedingungen eines jeden Landes zu verwirklichen. Die Zirkeltheoretiker, die die Besonderheit für die Allgemeinheit ausgeben, handeln damit nicht nur schematisch, sondern sie leugnen in Wirklichkeit die allgemeingültigen Lehren über die Partei Lenin´schen Typus und ihren Aufbau. Eine Etappe des Zirkelwesens als Voraussetzung für die heutige Entwicklung der Herausbildung von marxistisch-leninistischen Parteien ist also sowohl im nationalen wie im internationalen Maßstab nicht mehr erforderlich und daher auch ein opportunistischer Hemmschuh, der beseitigt werden muss. Dabei haben wir mehrfach darauf hingewiesen, dass der Weg zur Bolschewisierung nicht willkürlich verkürzt werden darf. Bolschewismus kann nie exportiert werden, sondern kann sich nur in harter Arbeit sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene - und in deren dialektischen Verbindung - herausbilden. Die allgemeinen Voraussetzungen für die Schaffung der marxistisch-leninistischen Parteien sind heute also gegeben genauso wie für die Schaffung der Komintern/ML, sowohl, was die zu deren Aufbau gehörigen grundsätzlich geklärten Frage der marxistisch-leninistischen Theorie anbelangt, als auch was die Reife des Proletariats, insbesondere des Weltproletariats, anbelangt, als auch was das Vorhandensein eine marxistisch-leninistischen Weltbewegung betrifft, wenn sich diese auch gegenwärtig noch in einer schwächelnden und zerrissenen Position befindet. Wenn sich die Marxisten-Leninisten auf dieser Basis zusammenschließen, dann ist damit die minimalste Grundlage für die Schaffung eigener und gemeinsamer Organisationen erfüllt. Alle weiteren subjektiven Bedingungen, die eine entwickelte bolschewistische Partei erfüllen muss, werden im bewussten Parteiaufbauprozess selbst entwickelt. Alle weiteren Aufgaben des Parteiaufbaus werden auf den ideologischen und organisatorischen Grundlagen angegangen mit den Mitteln der Arbeitsteilung bei planmäßiger Leitung durch ein einheitliches Zentrum, das sich auf die kollektive Weisheit und die Disziplin der Organisation stützen kann. Wer die Lösung bestimmter Aufgaben des Parteiaufbaus, wie Verankerung in den Massen oder entwickeltes Programm als notwendige Voraussetzung der Parteigründung verlangt, der verlangt doch damit nichts anderes, als dass sich diese Aufgaben im spontanen Prozess der Zirkel, im spontanen Prozess der marxistisch-leninistischen Weltbewegung allmählich herausbilden sollen. Wer darauf warten will, der hat das Wesen des Bolschewismus nicht erkannt, vertritt kleinbürgerlich- spontaneistische Ansichten, die dem Parteiprinzip schaden, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Wie wird also die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung hergestellt? Planmäßig nach dem Prinzip des Parteiaufbaus oder spontaneistisch nach dem Prinzip internationaler Zirkel? Grundlage der Einheit der marxistisch-leninistischen Parteien ist die marxistisch-leninistische Theorie, seit Schaffung der internationalen Generallinie der Komintern und der daraus entwickelten Generallinie der Komintern/ML kann mit der systematischen Aufbauarbeit der marxistisch-leninistischen Parteien, bzw. ihrem Wiederaufbau begonnen werden. Sich gegen den Spontaneismus, Handwerkelei und Zirkelwesen in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung zu wappnen durch eine Entscheidung für das planmäßige Parteiaufbauprinzip nach Lenin´schen und Stalin´schen Grundlagen, ist damit natürlich noch nicht das letzte Wort über den Kampf gegen den Neo-Revisionismus in dieser Frage gefallen. Garantien gibt es nicht, aber immerhin eine bessere Ausgangsposition. Wer aber die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung von immer neu zu diskutierenden Konzepten und Theorien abhängig macht und die Bewegung auf »perfektionistische« Ausarbeitungen vertröstet, der hat im Grunde kein Interesse am Bolschewismus, sondern versucht seine Entwicklung zu bremsen.

Wie bei der Komintern in ihrer organisatorischen Abgrenzung zur entarteten II. Internationale werden auch die starken »links«-sektiererischen Strömungen in der organisatorischen Formierungs- und Aufbauphase der Komintern/ML zu erwarten sein. Warum? Die Revisionisten sind mit dem Aufbau ihrer EIGENEN internationalen Organisationen beschäftigt, denn es gibt keine fertige, sowohl ideologisch ausgereifte, als auch bolschewistisch organisierte und gefestigte, stark in den Massen verankerte marxistisch-leninistische Weltbewegung, in die sie eindringen, in der sie ihre Wühltätigkeit entwickeln und die sie liquidieren könnten. Die gegenwärtige Situation ist eher charakterisiert erstens durch die Überwindung der ideologischen Zerfahrenheit und dem Streben nach einem gemeinsamen ideologischen Fundament, zweitens der Überwindung des Zirkelwesens und der Findung und Sammlung der wahren marxistisch-leninistischen Kräfte und deren Bemühen, ihre Zusammenarbeit auf bolschewistische Weise zu koordinieren und zu organisieren d.h. auf zentralistische Weise, drittens der Übergang zur planmäßigen und systematischen Organisation von Aktionen, handlungsorientierte direkte Angriffe auf das kapitalistische Weltsystem zu starten und am Klassenkampf des Weltproletariats teilzunehmen, um die revolutionärsten Proletarier im eigenen Land und das Weltproletariat insgesamt als Kommunisten heranzubilden, sie als Avantgarde zu stählen, den Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen somit voranzutreiben und in der Perspektive auf die Massenarbeit vorzubereiten, um die Voraussetzungen für die Durchführung der bewaffneten sozialistischen Revolution zu schaffen.

Weil die Kritiken der unterschiedlichsten politischen Strömungen an der revisionistischen und neo-revisionistischen Entartung der gegenwärtigen internationalen Bewegung nicht automatisch nur auf marxistisch-leninistische Kritiken beschränkt sind, sondern - im Gegenteil - sektiererische Vorstellungen VORHERRSCHEN, werden diese sektiererischen Strömungen auch in die Komintern/ML einzudringen versuchen, wenn dies nicht von vornherein durch eine klare ideologische Trennungslinie vereitelt wird und ein vollständiger Bruch mit dem Sektierertum abverlangt wird. So muss sich jede Sektion verpflichten, täglich systematische, hartnäckige kommunistische Arbeit in den Massenorganisationen der Arbeiter und Werktätigen zu leisten, müssen überall dort auftreten, wo die Arbeiter und Werktätigen kämpfen, arbeiten und leben, um die fortgeschrittensten Arbeiter für den Aufbau ihrer Sektionen gewinnen zu können.

Organisationen, die sich ehrlich der Komintern/ML anschließen wollen, weil sie einen Haß auf die Opportunisten, dabei noch Probleme bei den richtigen Auffassungen und Prinzipien haben, aber einen proletarischen Kern besitzen und in den proletarischer Massen verankert sind, werden von der Komintern/ML und ihren Sektionen freundschaftlich behandelt und nach Kräften solidarisch unterstützt und nicht sektiererisch vor den Kopf gestoßen. Dazu muss man allerdings Fingerspitzengefühl bei prinzipienfester Elastizität entwickeln.

Nicht nur diejenigen sind Spalter, die der proletarischen Mehrheit eine revisionistische Linie aufzwingen wollen, sondern auch diejenigen, die von »links« Kritik daran nur deswegen üben, um ihre eigene revisionistische Mehrheit zu schaffen, die genauso auf die Notwendigkeit einer bolschewistischen Weltpartei mit der Organisationsstruktur eines demokratischen Zentralismus grundsätzlich verzichtet. Unter dem Deckmantel der »Verteidigung der marxistisch-leninistischen Organisationsprinzipien«, unter dem Deckmantel der »Einhaltung des demokratischen Zentralismus« dürfen die Komintern/ML und ihre Sektionen eine künstlich herbeigeführte Zersplitterung und Spaltung durch die Dogmatiker nicht zulassen. So wie Lenin gegen das Zirkelwesen und die Handwerkelei, gegen den Menschewismus in Organisationsfragen, innerhalb der bolschewistischen Partei gekämpft hat, so müssen auch die Komintern/ML und ihre Sektionen diese liquidatorischen Strömungen besiegen, um den bolschewistischen Aufbau der Komintern/ML und ihrer Sektionen zu sichern. Wenn gleich wegen jeder Meinungsverschiedenheit umgehend zur Spaltung übergegangen wird, wenn die Zänkerei höher im Kurs steht als die Einheit, werden die Komintern/ML und ihre Sektionen nicht vor dem »Verfall« zu retten sein. Diese radikale Vorgehensweise entspricht nicht dem Streben und Kampf des Proletariats um prinzipielle Einheit , Vertrauen und Solidarität. Die Generallinie darf nicht dazu missbraucht werden, die prinzipielle Trennungslinie willkürlich zu überziehen, um die prinzipielle Einheit der Komintern/ML und ihrer Sektionen praktisch völlig unmöglich zu machen bzw. sie unnötig zu erschweren und die Kräfte unnötig zu strapazieren und schließlich Mitglieder zu verlieren durch Prinzipienreiterei. Die Organisationsstrukturen der Komintern/ML und ihrer Sektionen sollen die Türen dem Proletariat weit öffnen, aber ansonsten vorsichtig und wachsam sein, das betrifft die Beachtung der sozialen Zusammensetzung der Mitglieder gerade in der organisatorischen Aufbauphase.





Gegen das

Versöhnlertum und den Zentrismus

in der organisatorischen Frage der proletarischen Weltpartei

An die Komintern/ML werden sich zunächst einige Gruppen wenden, die sich bisher an den Neo-Revisionisten und deren internationalen Zusammenschlüssen orientiert haben, damit unzufrieden sind und dort die hoffnungslose Lage erkannt haben. Sie sind noch keine bolschewistischen Organisationen und werden noch die Spuren der Neo-Revisionisten mit sich herumschleppen. Wenn sie merken, dass die Komintern/ML erstarkt und Sympathien bei den klassenbewußten Arbeitern erlangt, werden sie »Selbstkritik« üben und sich an uns anlehnen, in der Hoffnung, ihre bisherige »Autonomie« mit hineinzuretten, die ihnen die Möglichkeit geben soll, ihre frühere opportunistische und zentristische Politik fortzusetzen. Man muss diesen Organisationen den Zahn ziehen und ihnen solidarisch helfen, ihre Fehler zu überwinden. Die verlogenen Trotzkisten werden mit ihrer entristischen Taktik jedenfalls KEINE Eintrittskarte in die Komintern/ML bekommen, und es wird auch keine Vereinigung von Komintern/ML und IV. Internationale oder mit sonst irgendeiner anderen »Internationale« geben. In alle marxistisch-leninistischen Organisationen, ob in die Parteien einzelner Länder oder in die Weltpartei, in alle marxistisch-leninistischen Bewegungen, ob in einzelnen Ländern oder in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, nisten sich ihre Gegner zunächst als »ehrliche« Marxisten-Leninisten ein und bilden darin durch das Zusammenspiel ihrer Kritik von »links« und von rechts einen Keim für eine neue, zweite Partei oder Bewegung unter der Haut der marxistisch-leninistischen Bewegung oder Partei, um darunter unsere Bewegung, unsere Partei zu entarten und nach ihrem Sieg die nur noch von unserer Bewegung und unserer Partei übriggebliebenen Hülle abzustreifen, unsere Bewegung und unsere Partei in eine bürgerliche Bewegung und eine bürgerliche Partei zu verwandeln, sie aufzulösen und ihre Überreste in die bestehenden bürgerlichen Parteien zu integrieren. Die Theorie von der »Neugründung« der Partei, die Theorie von der »Erneuerung der Partei«, der »neuen« Linie usw. usf. - ergibt sich aus der Verneinung der Möglichkeit des Sieges der Partei, ergibt sich aus der Perspektive ihrer Entartung, die sie mit »Neugründung«, »Erneuerung«, »neuer« Linie usw. usf. tarnt. Eine tatsächliche Neugründung, tatsächliche Erneuerung, tatsächliche neue Linie ergibt sich nur unter der Voraussetzung, wenn die Partei bereits entartet ist und wenn alle Möglichkeit erschöpft sind, »das Ruder wieder herum zu reißen«. Die bolschewistischen Parteien und ihre bolschewistische Weltpartei sind stärker als alle ihre Liquidatoren! Es wird nur eine wahre, eine anti-trotzkistische IV. Internationale geben - frei vom Trotzkismus- , eine marxistisch-leninistische Internationale, die sich auf die 5 Klassiker stützt - die Komintern/ML, so wie es auch nur ein Weltproletariat geben kann, das ihr das vollste Vertrauen schenkt und die Komintern/ML niemals mit einer anderen Klasse teilt und seine Führung in ihr niemals freiwillig abgeben wird. Sollte es dem Klassengegner - wie auch immer - gelingen, die Komintern/ML zu zerstören, wird sich das Weltproletariat eine neue revolutionäre Kommunistische Internationale schaffen, die in die Fußstapfen der bisherigen Kommunistischen Internationalen tritt und den Kampf bis zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution fortsetzt. Zeitweilige, taktische Bündnisse und Kompromisse hält sich die Komintern/ML selbstverständlich offen - sie werden sogar unverzichtbar sein -, aber sie dienen der Strategie der Komintern/ML, nämlich die Führung und Selbständigkeit auch in einer möglichen Einheitsfronttaktik niemals anzutasten und ihre Prinzipien zentristisch zu verschachern. Die Tür der Komintern/ML steht dem Weltproletariat offen, aber nicht den Gegnern des Weltproletariats.