Ernst Thälmann

Reden und Schriften

 

Zum 10. Jahrestag der

Kommunistischen Jugendinternationale

Tiefer in die Massen der Jungarbeiter!

17. November 1929

 

 

Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen Deutschlands!

 

Schickt zu diesem Kampfmeeting Delegierte aus den Betrieben, Berufsschulen und Stempelstellen! Veranstaltet überall Versammlungen, die zum 10. Jahrestag der KJI Stellung nehmen!

Bekundet euren Kampfwillen, kämpft mit der KJI!

Gegen imperialistische Kriegsgefahr, gegen Youngplan, gegen Faschismus - für die Verteidigung der Sowjetunion!

Für die Diktatur des Proletariats, für ein Sowjetdeutschland!

Vorwärts unter dem Banner der KJI zu Kampf und Sieg!

Wir treten in eine Zeit gewaltiger revolutionärer Schlachten ein. Drohend erhebt der Faschismus in allen Ländern sein Haupt, die Stunde des imperialistischen Überfalls auf unser Vaterland, die Sowjetunion, rückt näher. Zugleich erheben sich mit wachsender Kraft und Entschlossenheit die Massen der Ausgebeuteten und Unterdrückten zum revolutionären Kampfe.

In einer solchen Zeit sehen wir die proletarische Jugend in den vordersten Reihen unserer Kampffront. Die Jugend, weniger als die älteren Kampfgenossen von reformistischen Vorurteilen belastet, weniger zugänglich den Drohungen und Verlockungen der Bourgeoisie, stellt im wirtschaftlichen und politischen Kampf unsere Kerntruppen.

Die proletarische Jugend, die vor 15 Jahren unter den ersten war, die mit Lenin und Liebknecht das Banner des proletarischen Internationalismus gegen den Imperialismus und den Sozialchauvinismus erhoben, die in den zehn Jahren des Kampfes der KJI in allen Ländern den Kampf gegen den Opportunismus - dieses schleichende Gift in unseren Reihen - mit der größten Entschlossenheit unterstützt hat, sie ist auch jetzt in der Zeit schärfster Klassenkämpfe das Sturmbataillon der internationalen proletarischen Armee.

Aber noch stehen Millionen vom Kapitalismus getretene und geschundene Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen abseits. Noch sind unsere Jugendverbände nicht die Organisationen, die in allen Kämpfen der Jungarbeiterschaft an der Spitze stehen. Darum gilt am 10. Jahrestage unserer Jugendinternationale die Parole:

 

Tiefer hinein in die Massen!

Kein Betrieb ohne Jugendzelle!

Kein Arbeitskampf ohne Jugendgenossen in der Führung!

Vorwärts zur wahren revolutionären Massenorganisation des Jungproletariats!

 

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Der Tag der jungen Garde


Aus der Rede anläßlich des 10. Jahrestages der Kommunistischen Jugendinternationale

 

Berlin, 21. November 1929

„Die Rote Fahne”

vom 22. November 1929.


Gestern vor 10 Jahren wurde im Neukölln der Maibarrikaden das Fundament für die Millionenarmee der Kommunistischen Jugendinternationale gelegt. Im Geiste Liebknechts und Rosa Luxemburgs setzte die kommunistische Jugend der Kriegsfront die revolutionäre Front des kämpfenden Proletariats entgegen. Seither ist die kommunistische Jugend zu einer gewaltigen Armee angewachsen, die Schulter an Schulter mit der erwachsenen Arbeiterschaft gegen Ausbeutung, gegen imperialistischen Krieg, für die Verteidigung der Sowjetunion kämpft und die auch im Endkampf gemeinsam mit dem Proletariat kämpfen wird. In der Kommunistischen Partei gibt es keine Differenzen zwischen den beiden Generationen.

Die Sozialdemokratie fürchtet die Sturmkolonnen der Arbeiterjugend, die in vorderster Reihe kämpfen. Wir haben gewaltige revolutionäre Aufgaben: Kampf gegen den Youngplan, gegen Rationalisierung und verschärfte Ausbeutung, gegen Faschismus und Sozialfaschismus. In diesem Kampfe und in den Schlachten zur Verteidigung der Sowjetunion stellt die Arbeiterjugend die Kerntruppen.

Der Fünfjahrplan des sozialistischen Aufbaus und die gewaltigen Errungenschaften der Arbeiter, Bauern und der Arbeiterjugend der Sowjetunion sind ein Ansporn für uns, diesem Beispiel so rasch wie möglich zu folgen. In der Sowjetunion verteidigen zwei Millionen Komsomolzen mit dem Hammer in der Faust, mit dem Gewehr in der Hand gemeinsam mit der Roten Armee die Errungenschaften der Oktoberrevolution, den mächtigen Aufstieg der kulturellen Entwicklung unter Führung der Kommunistischen Partei. Im kapitalistischen Deutschland hingegen sehen wir den Niedergang, sehen wir die Anwendung neuer blutiger Methoden des Faschismus und Sozialfaschismus, wie sie in den Maitagen in den Straßen Berlins zur Anwendung kamen.

Zehn Jahre Kommunistische Jugendinternationale, zehn Jahre revolutionäre Kampferfahrung, zwölf Jahre Diktatur des Proletariats auf der einen Seite, elf Jahre deutsche kapitalistische Republik auf der anderen Seite. Das sind zwei Wege. Der deutsche Weg hat durch den Verrat des Reformismus zur Niederlage der Arbeiterschaft geführt; in der Sowjetunion schreitet das siegreiche Proletariat unter der Führung der Partei Lenins zum Siege, zum Sozialismus.

Gleichgültig, ob Versailler Vertrag, ob Dawesplan, ob Youngplan die deutsche Arbeiterschaft in Fesseln schlägt - unter dem Kapitalismus kann die Frage der Reparationen, des doppelten Sklavenjochs, niemals gelöst werden. Nur unter der Führung der Kommunistischen Partei können die Ketten gesprengt werden, so wie es unsere russischen Brüder taten, als sie den Brest-Litowsker Vertrag in Stücke rissen. Genauso müssen wir es tun. Der Offensive der Bourgeoisie müssen wir die Offensive des revolutionären Proletariats entgegensetzen. Die allgemeine Linksentwicklung, die Streiks und Arbeiterkämpfe, sind Flammenzeichen dieser revolutionären Gegenoffensive.

Unser Kampf gilt in gleicher Weise dem Faschismus, der unter der Parole des „Kampfes” gegen den Youngplan an der Zusammenschweißung aller konterrevolutionären Kräfte arbeitet, der in Deutschland die faschistische Diktatur aufzurichten bestrebt ist, wie sie in Italien besteht.

Wir müssen aus unserer zehnjährigen Kampferfahrung lernen, wir müssen größte Opferbereitschaft an den Tag legen. Schärfste Aufmerksamkeit dem Faschismus, Herausreißen der proletarischen Jugend aus den Klauen der faschistischen Organisationen, Hebung des bolschewistischen Kampfes auf ein höheres Niveau. Wir müssen unsere Reihen schließen gegen Verleumdung und Beschmutzung durch unsere Feinde, wie es der „Vorwärts” tat, der eine halbe Million Wähler der KPD beschimpfte. Die Antwort der klassenbewußten Arbeiterschaft kann nur sein: Masseneintritt in die KPD und in den KJVD! Neue Leser für „Die Rote Fahne”!

Unter der Führung der Kommunistischen Jugendinternationale schreitet die Millionenarmee der Kommunistischen Jugend in allen Ländern zum Sieg über die Bourgeoisie.