Bauen wir die Internationale Rot Front auf !
I R F

Beschluss der Komintern (SH) vom 19. September 2018

 

Baut den

Roten Frontkämpferbund

wieder auf !

von Wolfgang Eggers

geschrieben Anfang der 90er Jahre

 

BAUEN WIR DEN RFB WIEDER AUF IN DEUTSCHLAND UND IN DER GANZEN WELT!

 

größtes

RFB-Album

der Welt !

Herausgeber: Komintern (SH)

 

Ernst Thälmann über den Roten Frontkämpferbund und die antifaschistische Aktion

Texte zusammengestellt von Wolfgang Eggers

 
 

Rot Front !

 

 

Aufruf der KPD

Bildet den Roten Frontkämpferbund!

1924

...Auch die roten, proletarischen Frontkämpfer müssen sich heute zusammenfinden zum Kampf gegen die Not, die Versklavung und das ganze heuchlerische kapitalistische, faschistische sogenannte »Frontsoldaten«-Pack. Schon ist in Thüringen spontan die Gründung verschiedener Ortsgruppen des Roten Frontkämpferbundes erfolgt. Im ganzen übrigen Reich muß das gleiche geschehen.

Klassenbewußte Arbeiter in Thüringen, die ehemals, während des Weltkrieges, für den Imperialismus ihr Leben in die Schanze schlugen, haben die Initiative ergriffen, um einen Roten Frontkämpferbund zu gründen. Eine provisorische Leitung hat sich gebildet und erläßt an alle Roten Frontkämpfer Großthüringens einen Aufruf, in dem es u. a. heißt:

Ihr wißt alle, wie die Dinge in Thüringen und im ganzen Reich eine immer schärfere Wendung nehmen. Wie Pilze schießen die faschistischen Banden aus dem Erdboden. Kein Tag, an dem sie nicht unter Duldung der Behörden versuchen, ihre militärischen Übungen abzuhalten, kein Sonntag, an dem nicht irgendwo irgendein versoffener Etappenrummel aufgeführt wird mit ehemaligen Etappenschweinen, Prinzen und sonstigem Gesindel.

Daneben haben sich in letzter Zeit die sogen. Regierungsparteien der Mitte, die rosaroten Sozialdemokraten, die goldenen Demokraten und die schwarzen Pfaffen der Zentrumspartei zusammengefunden im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Sie rühren die große Reklametrommel für Pfaffen, Noskiden und den demokratischen Geldsack, und mancher Prolet glaubt das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold mit seinen katholischen Beichtvätern und sozialdemokratischen Polizeibütteln, die schon hundertmal den Faschismus gedeckt und geschützt haben, würde wirklich etwas unternehmen gegen den schwarz-weiß-roten Rummel und die reaktionäre und kapitalistische Gefahr. Kameraden! Das ist eine große Täuschung!

Schon in der kurzen Zeit seines Bestehens hat das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gezeigt, was mit ihm los ist. Es veranstaltet Feldgottesdienste, Klimbim-Paraden und ähnliches, und wenn in irgendeiner Stadt die Faschisten aufmarschieren, dann ist das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold nicht da, oder es macht »zufällig« einen Ausflug nach außerhalb.

Inzwischen macht die kapitalistische Generaloffensive gegen das Proletariat immer weitere Fortschritte. Die Geldgeber von Schwarz-Weiß-Rot und die Geldgeber von Schwarz-Rot-Gold, sie machen inzwischen hinter den Kulissen den Pakt fertig, der das deutsche Proletariat an das internationale Großkapital verschachert, denn das ist der Sinn des Sachverständigengutachtens und der kapitalistischen »Erfüllungspolitik«.

Kameraden! Jeder Prolet, der ein bißchen nachdenkt über den Hunger und das Elend, das er und die Seinen nur zu sehr am eigenen Leibe spüren, jeder rote Frontkämpfer, der, nachdem er jahrelang im Schützengraben gelegen hat, für den Kapitalismus und seine Ludendorff und Lehmann, heute gewillt ist, seine körperliche Kraft und sein Können einzusetzen für die Interessen des Proletariats, muß beitreten.

Der Rote Frontkämpferbund muß die Vereinigung aller roten Frontkämpfer werden!

Er muß die Einheitsfront des roten Proletariats organisieren, soweit es im Soldatenrock gesteckt hat.

Genossen, Kameraden! Gründet überall sofort Ortsgruppen des Roten Frontkämpferbundes!

Der Kämpfer

(Organ der KPD-Sektion der Kommunistischen Internationale - Bezirk Sachsen)

vom 18. Juli 1924.

Anmerkung:

Die offizielle Gründungsversammlung des Roten Frontkämpferbundes fand statt kurz nach dem Erscheinen des hier vorgestellten Aufrufs am 29. Juli 1924 in Halle. Im Frühjahr 1925 gab es 225 Ortsgruppen. Vorsitzender des RFB wurde Thälmann, 2. Vorsitzender und eigentlicher Leiter Willi Leow. Nach den Berliner Maiereignissen 1929 wurde der RFB verboten, aber illegal fortgeführt.

 



Roter Tag in Altenburg. Die Aufnahme entstand 1925.


Fahneneid des Roten Frontkämpferbundes
Sieg oder Tod - ein heiliger Schwur

„Wir klassenbewusste Proletarier schwören:

alle unsere Kräfte einzusetzen

im Kampf um die Befreiung aller Werktätigen

von kapitalistischer Ausbeutung, Unterdrückung und

Verfolgung.

In eiserner Disziplin und strengster Zucht

unterwerfen wir uns allen Befehlen und Anordnungen

die im Kampf für die Interessen des Proletariats

notwendig sind.

Die schärfste Verachtung der arbeitenden Klasse

und das strenge Urteil der revolutionären Gerechtigkeit

treffen jeden, der der roten Front untreu wird,

oder Verrat an den Interessen des Proletariats übt.

Frontkämpfer auf, die Faust gereckt.

Wir schwören rot. Sieg oder Tod.

Dem grossen Klassenkampf sind wir geweiht.

Wir sind die roten Pioniere einer neuen Zeit.

Sieg oder Tod ein heiliger Schwur

Wir leben oder sterben für dich

Du rote Fahne der Proletarier-Diktatur."


Fahneneid des RFB.

 



Der RFB marschiert gegen das Stahlhelmaufgebot.


Gemeinsame Abwehr des Stahlhelmtreffens am 7. und 8. Mai 1927
Offener Brief
Gauführung des RFB

An den Ortsausschuß des ADGB!
An den Bezirksverband der Sozialdemokratischen Partei Berlin!
An die Gauleitung des Reichsbanners Berlin!

Werte Genossen! Nur wenige Tage trennen uns noch vom 8.Mai, den die Leitung des Stahlhelms dazu ausersehen hat, „das rote Berlin national zu erobern und der Berliner Arbeiterschaft", dem „frechen roten Gesindel", wie sie der Stahlhelmführer Seldte beschimpfte, „die Macht des Stahlhelms zu zeigen". Es ist eine bewußte Irreführung der Berliner Arbeiterschaft, zu behaupten, es handle sich beim Stahlhelmaufmarsch nur um eine friedliche politische Demonstration, die durch Fernbleiben der Arbeitermassen von den Straßen Berlins am wirksamsten bekämpft werden könne. Die Stahlhelmführer schicken ihre Anhänger mit der bewußten Absicht der Provokation nach Berlin. Der Arbeiterschaft Berlins sollen die Machtorganisationen der deutschen Bourgeoisie im Kampfe für die weitere Unterdrückung und kapitalistische Ausbeutung demonstriert werden. Noch bei allen Veranstaltungen der nationalistischen Sturmbrigaden der Reaktion waren Überfälle auf Arbeiter, auf Gewerkschaftshäuser usw. an der Tagesordnung. Wir erinnern nur daran, wie die Nationalsozialisten beim „Völkischen Tag" in Weimar gehaust haben, wir erinnern daran, daß die sozialdemokratische „Rheinische Zeitung" nach dem vorjährigen Stahlhelmtag in Köln an eine Registrierung der zahlreichen Verbrechen der Stahlhelmleute folgende Ausführungen anschloß:

„Diese Registrierung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie genügt aber, um den Beweis zu erbringen, daß künftig einem derartigen Gesindel der geschlossene Aufmarsch in Köln nicht mehr erlaubt werden darf."

Aber die Ereignisse in Weimar und Köln werden übertrumpft werden durch die Terrormaßnahmen, die der Stahlhelm in Berlin beabsichtigt.

Die Berliner Arbeiterschaft braucht sich nicht vor 50000 bis 80000 Stahlhelmleuten in ihren Wohnungen zu verkriechen, um den Terror dieser „Wandalen" - wie die „Rheinische Zeitung" schrieb - über sich ergehen zu lassen. Berlin ist eine Arbeiterstadt. Die letzten Wahlen zum Berliner Stadtparlament brachten eine sozialdemokratisch-kommunistische Mehrheit. Über anderthalb Millionen Stimmen wurden allein in Berlin für die Enteignung der Fürsten abgegeben, deren Wiederkehr der Stahlhelm erstrebt. Die diesjährige Maidemonstration des Berliner Proletariats war eine Generalmusterung von so unvergleichlicher Wucht, sie zeigte den Willen zur Einheit und zum geschlossenen Kampfe gegen die Reaktion so mächtig, daß es ein Verbrechen am deutschen Proletariat bedeuten würde, wenn die Millionenarmee der Berliner Arbeiter dem Stahlhelmaufmarsch gegenüber auf den organisierten Selbstschutz verzichten würde.

Die Parole, den Stahlhelm am 8. Mai unter sich zu lassen, würde auf eine Unterstützung der provokatorischen Pläne der Stahlhelmleitung hinauslaufen. Die Kommunistische Partei will keine Provokationen und kein Blutvergießen, wie der „Vorwärts" es behauptet. Aber sie hält es für die Klassenpflicht der Berliner Arbeiterschaft, gegenüber dem Aufmarsch des Stahlhelms den Selbstschutz in den Arbeiterbezirken zu organisieren und in mächtigen Massenkundgebungen den Willen der Arbeiter zu diesem Selbstschutz, ihren Willen zum Kampfe gegen Nationalismus und Faschismus zu demonstrieren. Werden diese Demonstrationen gemeinsam von allen Arbeiterorganisationen einberufen und organisiert, würde der ADGB die Forderung der Belegschaften zahlreicher Betriebe, den Stahlhelmaufmarsch mit einem Verkehrsstreik am 7. und 8. Mai zu beantworten, unterstützen, dann würde kein Stahlhelmmann es wagen, gegen Arbeiter vorzugehen und Arbeitergut zu beschädigen.

Die Maidemonstration hat gezeigt, welche Macht die Berliner Arbeiterschaft darstellt, wenn sie geschlossen aufmarschiert. Diese Macht verpflichtet zur Abwehr faschistischer Gewaltstreiche. Wir fordern daher von euch, unverzüglich für den 8.Mai gemeinsam mit der Kommunistischen Partei und dem Roten Frontkämpferbund den Aufmarsch der Berliner Arbeiter in den Arbeiterbezirken zu organisieren. An diesem Tage muß die Arbeiterfront einheitlich und geschlossen den provokatorischen Absichten der Stahlhelmführer entgegengestellt werden. Es gilt eine eiserne Mauer der Abwehr zu errichten, an der jeder Versuch des Stahlhelms, das proletarische Berlin mit Terror zu überziehen, zerschellen muß. Von den Fahnen und Standarten der Maidemonstration leuchteten auch dieses Jahr die Worte des alten Arbeiterliedes: „Ihr habt die Macht in Händen, wenn ihr nur einig seid!" Es gilt diese Einigkeit im Aufmarsch der Arbeiter am 8. Mai zu verwirklichen.

Wir fordern euch auf, gleich uns die gesamte Arbeiterschaft zu Gegenkundgebungen gegen den Stahlhelmaufmarsch und seine Invasion in die Arbeiterviertel Berlins aufzurufen!

Bezirksleitung der KPD Berlin-Brandenburg-Lausitz

Gauführung des RFB

Die Rote Fahne vom 3. Mai 1927.

 

 

 

Rote Fahne 1928

Zeitungsausschnitte zum RFB

 




Dem RFB wurde oft mit Verbot gedroht. Die Photographie zeigt eine Demonstration vom 17. Mai 1929 in Frankfurt am Main.


Ernst Schneller
1. Mai - Kampftag gegen das Verbot des RFB!

In allen Ländern der Welt sammeln sich am 1. Mai die revolutionären Arbeiter, die um nationale Freiheit kämpfenden Kolonialsklaven unter dem roten Banner des Sozialismus, um ihre internationale Solidarität zu bekunden und sich über Grenzen, Gebirge, Wüsten und Weltmeere hin die Hände zu reichen: Wir sind ein Fleisch und Blut, wir leiden eine Not und Knechtschaft, wir kämpfen einen Kampf und ersehnen einen Sieg: Sturz der Macht der Imperialisten, Zertrümmerung ihrer Gewaltmaschinerie, ihres Unterdrückungsapparates, Errichtung der Herrschaft des Proletariats - für den Aufbau des Sozialismus!

Der 1. Mai steht mehr als je im Zeichen des Kampfes zwischen den zwei großen Fronten, die sich immer stärker, klarer herausbilden: Hier die Front der Imperialisten und ihrer Nutznießer, ihrer reformistischen und ihrer faschistischen Helfershelfer, und hier die Front des Proletariats und aller Werktätigen, aller vom Kapital Ausgeplünderten und Unterdrückten; hier Imperialismus - hier Kommunismus, hier Diktatur des Kapitals - hier Kampf um die Errichtung der Diktatur des Proletariats, hier Vorbereitung gewaltiger imperialistischer Kriege - hier Vorbereitung der Kämpfe für die soziale Revolution!

Ausbeuterklasse gegen Arbeiterklasse!

So ist der 1. Mai für das revolutionäre Weltproletariat ein Kampftag zur Sammlung der Massen: Gegen die Kapitalsoffensive; gegen die faschistischen Verbände; gegen die reformistische Politik der Spaltung und Verwirrung der Arbeiterklasse; gegen die Kriegsvorbereitungen der großen kapitalistischen Weltmächte; gegen den imperialistischen Völkerbunds- und Abrüstungsschwindel; gegen Imperialismus und Militarismus!

Für die Tagesforderungen der Werktätigen um Achtstundentag, um ausreichende Löhne, um Sicherung des Streikrechts; für die Freilassung aller proletarischen politischen Gefangenen; für die Entwaffnung und Ablösung der bürgerlichen Wehrverbände; für die Auflösung der Reichswehr; für die Verteidigung der Sowjetunion; für die Solidarität mit der chinesischen Revolution; für den Kampf um die Errichtung einer revolutionären Arbeiter-und-Bauern-Regierung; für den Sozialismus!

Für die Werktätigen in Deutschland ist der 1. Mai in diesem Jahr besonders bedeutungsvoll. Für Millionen von Arbeitern steht die Lohnfrage auf der Tagesordnung. Der Wahlkampf für den Reichstag und die Landesparlamente in Preußen, Bayern und Württemberg ist in vollem Gange. In diesen Auseinandersetzungen steht schärfstens Klasse gegen Klasse! Für uns Rote Frontkämpfer ist es eine stolze Aufgabe, als einzige proletarische Schutz- und Wehrorganisation gerade am 1. Mai mit unserem Kampfruf der Sammlung der Arbeiterklasse und aller Werktätigen zu dienen:

Rot Front für die Forderungen der Arbeiter und Werktätigen!

Gegen die besitzende Klasse, gegen die Trustgewaltigen!

Gegen die Bankmagnaten, gegen die Junker!

Alle Arbeiter hinein in die rote Front, in den Kampfblock der Werktätigen in Stadt und Land für das große Werk der Zertrümmerung und Vernichtung der Kapitalswirtschaft und für die Errichtung einer revolutionären Arbeiter-und-Bauern-Regierung!

Unser Sammelruf wendet sich besonders an die Arbeiter im Reichsbanner, darüber hinaus an die Arbeiter im Stahlhelm: Wollt ihr abseits stehen im Kampf? Wollt ihr in den Reihen der Feinde des Proletariats marschieren gegen eure Klasseninteressen, gegen eure Klassengenossen, mit denen ihr zusammen an der Werkbank, im Schacht, hinter dem Pflug front?

Eure schwarzweißroten Fahnen, eure schwarzrotgoldenen Fahnen sind Wahrzeichen der herrschenden Klasse, Wahrzeichen des kapitalistischen Unterdrückungsstaates! Laßt euch nicht länger mißbrauchen! Reiht euch ein in die rote Front!

Es kann keine Gemeinschaft mit den Besitzern der Fabriken, Bergwerke, Hochöfen, der Banken, der großen Güter geben. Klasse gegen Klasse! Die rote Front der Arbeiter gegen die schwarze Front der Ausbeuter!

Insbesondere wenden wir uns an die proletarische Jugend: Ihr seid am stärksten entrechtet, und ihr seid die Hoffnung der Arbeiterklasse!

Die herrschende Klasse sieht in euch das Kanonenfutter eines vielleicht sehr nahen mörderischen imperialistischen Krieges!

Wir sehen in euch die erste Reihe, die in der roten Front anstürmt gegen Ausbeutung und Unterdrückung, gegen das reaktionäre Regime des Kapitalismus, für den Sieg der Arbeiterklasse!

Als erste müßt ihr am 1. Mai die Fabriken verlassen und aufrufen für die Forderungen aller Arbeiter! Euer Masseneintritt in die rote Front ist der schwerste Schlag gegen die Bourgeoisie, gegen Bürgerblock und gegen Koalition!

Der Aufmarsch am 1. Mai wird für die herrschende Klasse ein Gradmesser sein, inwieweit sie damit rechnen kann, ohne größeren Widerstand des Proletariats ihren reaktionären Kurs, ihre Kapitalsoffensive, ihre Entrechtung und Unterdrückung des arbeitenden Volkes verstärken zu können! Für uns ist er ein Gradmesser der revolutionären Empörung, des verstärkten Kampfwillens, der Kampfbereitschaft der roten Front!

Wenige Tage vor dem 1. Mai, vier Wochen vor der Wahl zum Reichstag, dem 20. Mai, hat die Bürgerblockregierung, die Regierung des Reichsbannerführers a. D. Marx und des reaktionären Stahlhelmmannes, des Kapp-Verschwörers Keudell, eine Anweisung auf Verbot des Roten Frontkämpferbundes gegeben.

Ein ungeheurer Sturm der Empörung in den Betrieben, in den Arbeiterquartieren war die erste Antwort der Arbeiterklasse!

Gerade in diesen Tagen, da wir gegen das Verbot auf die Straße gingen und die Massen zum Millionenprotest aufriefen, da zeigte sich mit voller Klarheit, und mit Stolz können wir es feststellen: Der Rote Frontkämpferbund ist stärkstens mit dem Proletariat verbunden, er gilt der Arbeiterklasse als einzige Schutz- und Wehrorganisation, unser Bundesgruß ist zum Kampfruf der empörten Arbeiter gegen die herrschende Klasse geworden, die geschwungene Faust ist mehr als ein Bundeszeichen, sie ist das Zeichen der Kampf Verbrüderung, der Kampfbereitschaft und des heißen Klassenhasses der Proletarier gegen die Bourgeoisie und ihre Helfershelfer geworden.

Mit Recht empfindet die Arbeiterschaft den Angriff auf den Roten Frontkämpferbund als einen Vorstoß gegen die gesamte Arbeiterklasse zur weiteren Ausplünderung und Entrechtung. In dem Maße, wie die Wirtschaftskämpfe um höheren Lohn und Achtstundentag von stärkerem Kampfgeist getragen sind, richten sich die Kämpfe um Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen zugleich bewußt gegen das bestehende Regime überhaupt. Die herrschende Klasse fürchtet den gesteigerten Kampf- und Machtwillen des ausgebeuteten, unterdrückten Volkes. Sie fürchtet, daß die Schlichtungsfessel zerrissen und das Streikrecht in vollem Maße wiederhergestellt und für große Kämpfe ausgenutzt wird - sie fürchtet, daß die Machtorgane, Polizei, TENO, Klassenjustiz, Reichswehr, gegen die empörten Massen eines Tages machtlos sein werden. Darum muß rechtzeitig vorgebaut werden, darum gilt es eine so wirksame Samrnel- und Werbeorganisation für die rote Front aller Werktätigen in Stadt und Land wie den Roten Frontkämpferbund rechtzeitig unschädlich zu machen! Nach ihm sollen andere Organisationen an die Reihe kommen, der Kommunistische Jugendverband, die Kommunistische Partei Deutschlands. Verstärkte politische Offensive, verschärfter reaktionärer, faschistischer Kurs zur Durchführung einer ungeheuerlichen, gesteigerten Ausplünderung des schaffenden Volkes - das ist die Bedeutung des Vorgehens der Bürgerblockregierung gegen den Roten Frontkämpferbund!

In demselben Zusammenhang steht die Bedeutung des RFB-Verbots für die Durchführung der neuen deutschen imperialistischen Politik: Aufrüstungspolitik, unerhörte Verstärkung der Kriegsvorbereitungen, Verschärfung der Beziehungen zur Sowjetunion! Die „Kreuzzeitung" hat es offen ausgesprochen, daß der Rote Frontkämpferbund für den Fall von Verwicklungen und Konflikten mit der Sowjetunion als Verbündeter der Arbeiter und Bauern der Sowjetunion der deutschen Politik gefährlich werden kann. Damit ist offen ausgesprochen, daß sich die deutsche Außenpolitik gegen die Sowjetunion richtet und mit stärksten Konflikten rechnet! Damit ist zugleich anerkannt, daß sich nur ein unterdrücktes und völlig entrechtetes Proletariat als Kanonenfutter für die imperialistische Politik mißbrauchen lassen wird. Und anerkannt wird: Der Rote Frontkämpferbund steht auf dem Posten gegen die kapitalistische Rüstungs- und Kriegspolitik, er ist die einzige Massenorganisation für die Sammlung der proletarischen Frontkämpfer gegen Imperialismus und Faschismus!

So schätzt die Bourgeoisie den Roten Frontkämpferbund als Kampforganisation ein! Und wir sind stolz darauf, von der Bourgeoisie als schärfster Feind verfolgt zu werden. Wir werden uns zu wehren wissen.

Das Verbot unmittelbar vor den Wahlen sollte zweifellos auch dazu dienen, den Roten Frontkämpferbund, der für die einzige revolutionäre Arbeiterpartei, für die Kommunistische Partei Deutschlands, wirbt, die er als Führerin im revolutionären Kampf gegen Imperialismus Faschismus und Reformismus anerkennt, als Organisation im Wahlkampf auszuschalten und den bürgerlichen Wehrorganisationen die Straße zu überlassen, den Wahlkampf unter den Druck ihres Terrors zu setzen.

Der Massenprotest hat eins erreicht: Keine der Länderregierungen (außer Bayern, wo die Organisation erst im Aufbau ist) wagt angesichts der Empörung der Massen, das Verbot durchzuführen. Sie fürchten die Massenantwort bei den Wahlen, deshalb wollen sie sich noch etwas demokratisch drapieren, und besonders die SPD will sich aufspielen: Seht ihr, ohne unsere Beteiligung an der Regierung wäre das Verbot des Roten Frontkämpferbundes schon durchgeführt. Sie glauben vertuschen zu können, daß gerade durch die SPD-Regierungspolitik, wie sie seit 1918 betrieben worden ist, die Diktatur der Kapitalisten Schritt für Schritt gestärkt worden ist. Sie glauben besonders vertuschen zu können, daß gerade die SPD-Politik in Preußen mit den Maßnahmen Grzesinskis, der die Ortsgruppen des Roten Frontkämpferbundes m Dortmund, Hindenburg, Falkenberg auflösen ließ, die Einleitung für die Offensive der Bürgerblockregierung darstellt.

Der erste Schlag ist abgewehrt!

Es wäre verhängnisvoll, wollten wir uns und wollte sich das Proletariat durch den Einspruch der Länder gegen das Verbot einlullen lassen! Nun erst recht Massensturm gegen das Verbot, gegen die Offensive des Bürgerblocks. Nun erst recht Kampf gegen die faschistischen Organisationen, gegen die Reichsbannerpolitik, und insbesondere nun erst recht Kampf gegen die imperialistische Rüstungspolitik, gegen die deutschen Kriegsvorbereitungen gegen die Sowjetunion! Mit verstärkter Energie in den Massen werben für die Ziele des Roten Frontkämpferbundes in den Betrieben, in den Gewerkschaften, in allen Massenorganisationen!

Der Boden ist günstig! Das zeigen die bisherigen spontanen Proteste gegen das Verbot!

Der Kampf für den Roten Frontkämpferbund und damit für die Forderungen und Interessen des Proletariats muß gesteigert werden.

Der 1. Mai muß im Zeichen der roten Front stehen!

Der Massenaufmarsch der roten Front am 1. Mai ist zugleich ein Aufruf an das werktätige Volk: Kommt hinein in die rote Front, schließt euch uns an, kämpft unter den roten Fahnen der Revolution, kämpft unter der Führung der Kommunistischen Partei für eure Tagesforderungen, für den Sturz der Kapitalsherrschaft, für die Errichtung einer revolutionären Arbeiter-und-Bauern-Regierung in Deutschland! Bekundet am 20. Mai euren Willen zur Durchsetzung unser aller Forderungen, euren Willen zum revolutionären Kampf gegen die Bourgeoisie durch die Stimmabgabe für die Kommunistische Partei - Wählt Kommunisten! Wählt Liste 5!

Die Rote Front,

Nr. 9 vom Mai 1928.

 

 


 

 

 

Proleten der SA- und SS- Stürme.
Die Kommune spricht zu Euch!

Volks- und Klassengenossen vom Hakenkreuz!

Wir, die Soldaten der roten Klassenfront richten an Euch die Frage: wo und in wessen Front stehen die feinen Leute, die Prinzen und Grafen, die Fürsten und Barone?

Wer kämpft für die Armen, gegen die feinen Herren, gegen die Grafen und Barone?

SA- und SS- Proleten!

Warum stellen wir, die Kommune an Euch diese Frage?

Weil wir Euch hiermit beweisen wollen, daß die Hitler, die Goebbels und Strasser Euch nur vorlügen, gegen das kapitalistische System und gegen die feinen Herren zu kämpfen, während sie in Wirklichkeit durch all ihre Taten zeigen, daß sie weiter nichts als feige Knechte und würdelose Lakaien dieser ganzen modernen Raubritterbande, die jetzt durch die Hilfe Hitlers regieren und alle täglich mehr knechten, ausbeuten und aushungern.

Schamlose Lügner und Volksbetrüger!

Hitler, Goebbels und Strasser schreiben in allen Zeitungen und schimpfen in allen Versammlungen gegen die feinen Leute, gegen die kapitalistische Parasiten, gegen die Mitglieder des feudalen Herrenklubs, mit denen am 6. November fürchterliche Abrechnung gehalten werden soll.

Alles ist Lüge! Wir beweisen!

Wer sind die Mitglieder des feudalen Herrenklubs?

Die Mitglieder des Herrenklubs sind Eure Füher!

Herr von Jagow.

Regierungspräsident a. D., Berlin, Brückenalle 30. Dieser feine Herr ist führendes Mitglied Eurer Partei und spielt eine große Rolle.

Dr. Edgar v. Schmidt-Pauli.

Berlin W, Keithsttraße 18. Dieser feine Herr ist ein Freund Hitlers und hat einen üblen Schmöker über Hitler geschrieben.

v. Strauss.

Direktor der Deutschen Bank und Diskontogesellschaft. Bei diesem feinen Herrn ist Hitler, Euer großer Osaf, ständiger Gast.

Die Genannten und Dutzende andere feiner Herren sind Eure Führer. Diese adlige Brut, welche der Modergeruch der Vergangenheit anhaftet, gehören zu Euren Führern. Diese Tatsache kann von Hitler, Goebbels und Konsortern nicht abgeleunet werden.

Diese feinen Herren reden für die Arbeiter, aber handeln für die Grafen und Barone

Dr. Goebbels.

Ein Musterexemplar eines arischen Herrenmenschen. Vom Institut für Rassenforschung als Bastard einer judenähnlichen Rasse bezeichnet, einer der größten Judenfresser und selbst Ehemann einer reichen, umgetauften Jüdin, ist einer der größten Betrüger. Goebbels redet im Sportpalast gegen den Herrenklub. Am gleichen Abend hält jedoch sein Schwager, der mecklenburgische Ministerpräsident Granzow einen Vortrag im Herrenclub.

Was ist denn mit der Tante Härlert?

Eine aus der Vorkriegszeit bekannte und vorbestrafte Kupplerin. Die Villa dieser nationalen Kupplerin in Caputh hat Dr. Goebbels für 5 Sommermonate gemietet und dafür 1200 Mark Miete bezahlt. Goebbels kann es sich ja leisten, dafür betteln die SA jetzt auf der Sraße.

Feine Arbeiterführer, die Hitler und Goebbels!

Und was mach Euer „Arbeiterführer" Prinz Auwi?

Dieser Führer Eurer Partei und Naziabgeordnete bewohnt die Villa Liegnitz mit über 60 Zimmern und verhurt die Millionen, welche die sozialdemokratischen Führer dem Hohenzollerngesindel bewilligt haben.

Kämpft Prinz Auwi gegen die feinen Herren und für Sozialismus?

Nein! So dumm seid Ihr doch nicht, das zu glauben?

Hunderte von Prinzen, Grafen, Fürsten und Baronen sind Naziführer! Gehören diese adligen Naziführer nun zu den feinen Herren oder zu den Untermenschen?

Ein Baron bleibt ein Baron, auch wenn er Nazi wird. Und Hitler und Goebbels sind würdelose Lakaien dieser adligen Herren und Barone, auch wenn sie noch so viel gegen die feinen Herren reden.

SA- und SS- Prolet! Was war denn in Koburg los? In Koburg haben Eure Führer gezeigt, was sie sind.

Fürstenknechte.

Eure Majestäten - königliche Hoheiten!

Höchste und allerhöchste Gäste, alleruntertänigste Glück- und Segenswünsche - so lautet wörtlich die „Kampfrede", die Euer Führer Schrumpf, Vorsitzender des Festausschusses, in Anwesenheit Hitlers an die feinen Herren und fürstlichen Prasser hielt.

Dann sollen die Hitler und Schrumpf mit den Prinzen und Fürsten französischen Sekt, während in den Walddörfern um Koburg Proletarierkinder kaum trockenes Brot zum Leben haben.

Macht Schluss mit diesen Volksbetrügern!

Euer Sozialismus, Euer Nationalismus, Euer Antisemitismus - alles ist Lug und Trug!

Hitler, Goebbels, Strasser einst und jetzt.

Einst: Keinen Pfennig Tribute, keine Minute Mehrarbeit.

Heute: Wir erkennen unsere Schulden an und unsere Verpflichtung, sie zu zahlen.

Einst: Verstaatlichung und Enteignung der Industrie. Revolution, wirtschaftliche Revolution wollen wir!

Heute: Wir sind gegen die Verstaatlichung der Industrie. Wir sind gegen die Verstaatlichung des Handels. Wenn wir zur Macht kommen, wird es keine gewaltsamen Aenderungen geben.

Der Kampf gegen Papen und Barone, gegen die Herren und Ausbeuter, gegen das fluchwürdige kapitalistische Hungersystem, der Kampf um die nationale und soziale Befreiung der Werktätigen wird nur von der Kommune geführt.

Die Kommune wird siegen.

Und Ihr? Proleten der SA und SS?

Ihr seid gegen dieses System!

Ihr seid gegen Notverordnungen, gegen Lohn- und Brotraub.

Ihr seid gegen die Herren - Reichen, gegen die Herren und Barone.

Los von Hitler! Her zu uns!

Mit Thälmann gegen die Papen und Schleicher, gegen die Hitler und Goebbels. Gegen die Fürsten, Grafen und Barone, gegen Hungerregierung und Hungersystem,

für ein sozialistisches Deutschland!

Wir sind die Sturmbrigaden des Sozialismus.

Wir erobern diese Welt!

Arme gegen Reiche! Klasse gegen Klasse!

Mit Euch oder auch gegen Euch

aber siegen werden wir!

Proleten, überlegt, wohin Ihr gehört! Arbeiter, so arm wie Ihr, haben zu Euch geprochen.

Arbeiter, kampfbereit und kampfentschlossen, fordern Euch auf zum gemeinsamen Kampf.

Die Kommune marschiert!

Proleten, zu uns und mit uns.

Rot Front!

die Kämpfer der roten Front.

 

 

 

Appell der halleschen Kommunisten
an die Polizeibeamten zum Kampf gegen den Faschismus

Polizeibeamte!

Achtung!!

Die Bourgeoisie hat den Urheber aller in der letzten Zeit begangenen Arbeitermorde zum Kanzler der "Deutschen Republik" gemacht!

Das bedeutet - Legalisierung des Arbeitermordes!

Das bedeutet - den verschärften Kurs auf den Abbau der Löhne der Arbeiter und die Gehälter der unteren Beamten!

Das bedeutet - die Kürzung der kärglichen Erwerbslosenunterstützung!

Das bedeutet - verschärftes Elend für Millionen Werktätiger!

Was Papen und Schleicher nicht fertigbrachten, nämlich die Niederschlagung des revolutionären Proletariats und Ausbeutung der werktätigen Massen, das soll Hitler mit seiner braunen Mördergarde schaffen, und Ihr sollt die Helfer und Henker sein!

In den vergangenen Nacht schon verübten die Nazis mörderische Ueberfälle auf die Arbeiterschaft von Halle!

Kameraden im Waffenrock!

Das Proletariat rüstet zum Generalstreik!

Haltet Euch bereit, auf der Seite des Proletariats zu kämpfen!

Schiesst nicht auf Eure Brüder! Verweigert die Ausführung der Befehle der faschistischen Offizierskamarilla!

Das Flugblatt wurde Januar/ Februar 1933 in Halle/ Saale verbreitet.