Die Rote Fahne

Das "Rote Fahne" -Archiv veröffentlicht von der Komintern (SH)

 

Artikel:

Wie "Die Rote Fahne" am ersten Tag der Novemberrevolution das Licht der Welt erblickte ...

 

 

Vorbemerkung

Die Zeitung Die Rote Fahne wurde am 9. November 1918 von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin – zunächst als publizistisches Organ des Spartakusbundes – gegründet. Infolge der Konstituierung der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) am 1. Januar 1919 war sie bis 1945 das Zentralorgan der Partei. Nach dem Ende der Weimarer Republik verboten, wurde sie während der Diktatur des Nationalsozialismus unter den Bedingungen der Illegalität in parteinahen Widerstandskreisen aus dem Untergrund heraus verbreitet.

Am Abend des 9. November 1918 besetzten revolutionäre Arbeiter die Redaktion des konservativen Berliner Lokal-Anzeiger und erklärten die Zeitung zum Eigentum des revolutionären Proletariats. Diese Einrichtung blieb nur zwei Tage in der Hand der Spartakisten. Nach der Räumung der Redaktion durch regierungstreue Einheiten erschien am 11. November wieder der Berliner Lokal-Anzeiger in der alten Form. Am selben Tag wurde von der Spartakusgruppe (bis dahin eine Gruppierung des linken Flügels der USPD) die Umbenennung in Spartakusbund beschlossen, wodurch er sich den Status einer parteiunabhängigen revolutionären Organisation gab. Die Redaktion der Roten Fahne wurde in die Hände von Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg gelegt. Die dritte Nummer konnte erst am 18. November erscheinen, da nicht sofort eine Druckerei gefunden wurde. Das Blatt erschien nun unter dem Titel "Die Rote Fahne", wobei in der ersten Ausgabe noch weitgehend der druckfertige Satz des Berliner Lokal-Anzeigers verwendet wurde. Die Nummer vom 10. November enthielt bereits die zentralen politischen Forderungen des Spartakusbundes. Dazu gehörte die Entwaffnung der Polizei und die Bewaffnung des Volkes. Die Gruppe forderte die Auflösung der Parlamente sowie die Absetzung der bestehenden Regierung, stattdessen sollten Arbeiter- und Soldatenräte für ganz Deutschland gewählt werden. Außerdem forderte man die Abschaffung aller Dynastien und Einzelstaaten.

Am 1. Januar 1919 wurde die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) gegründet. Die Rote Fahne wurde dann ihr Zentralorgan.

Die Auflagenhöhe der Roten Fahne überschritt bereits mit ihrer dritten Nummer 15.000 Exemplaren, im Oktober 1920 waren es über 30.000 Exemplare und 1932 betrug die Auflage über 130.000. Der Vertrieb erfolgte anfangs vorwiegend durch organisierte Arbeitergruppen im Straßenhandel, aber bald entstand ein fester Kreis von Abonnenten. Die Rote Fahne kostete 1932 60 Pfennig pro Woche und 2,60 Reichsmark pro Monat.

Die ersten Nummern hatten vier Blätter pro Ausgabe, ab 1926 stieg die Seitenzahl auf durchschnittlich zwölf bis vierzehn Seiten. Vom 1. Januar 1921 an erschien Die Rote Fahne zweimal täglich in einer Morgen- und einer Abendausgabe, sonntags und montags jedoch nur einmal. Ab dem 31. Dezember 1922 erschien sie einmal täglich außer am Montag; ab 1. März 1924 wieder täglich, dann von August 1928 bis zum Verbot 1933 wieder täglich außer montags. In der Illegalität während der Zeit der Nazis von 1933 bis 1942 schwankten situationsbedingt die Auflagenhöhe und der Umfang.

 

 

 

A R C H I V

 

Überblick:


 

 


1918

 


1919


 


1920



 


1921



 

 

1928



 

1929



1930

 


 

1931



1932


 


1933