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Gesammelte

STALINWERKE

 

1971 - Vorwort des ZK der KPD/ML

- verfasst von Ernst Aust -

(gekürzte Originalfassung)

Die Herausgabe der Werke von J. W. Stalin in deutscher Sprache, die auf Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten erfolgt, ist ein wichtiges politisches Ereignis und ein schwerer Schlag gegen die modernen Revisionisten. Dem deutschen Proletariat wird damit wieder zum ersten Mal seit 1956 das große revolutionäre marxistisch-leninistische Werk Stalins, diese mächtige ideologische Waffe, zugänglich gemacht.

Der Ausgabe liegt der Text der im Jahre 1946 vom Marx-Engels-Lenin-Institut beim ZK der KPdSU (B) besorgten und laut Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der UdSSR (Bolschewiki) gedruckten russischen Ausgabe zu Grunde.

 

Es ist allgemein bekannt, dass die Verbreitung der Werke von Stalin seit etwa 1956 in Deutschland massiv unterdrückt wurde. Die Revisionisten der SED und KPD spielten hierbei eine unrühmliche Rolle. Sie versuchten, das ehrenvolle Andenken, das Stalin in der deutschen kommunistischen Bewegung genießt, auszulöschen.

Dieser Versuch ist aber zum Scheitern verurteilt. Die alte Kommunistische Partei Deutschlands ist nun gänzlich revisionistisch entartet und ihrem Wesen nach sozialdemokratisch. Ihre anbiederische Tätigkeit als Lakai der westdeutschen Monopolbourgeoisie, ihr Beifall für den Überfall der sowjetischen Sozialimperialisten auf die CSSR, ihre Zustimmung zur Ermodung polnischer Arbeiter durch Miliz und Armee der revisionistischen Partei Polens, diese Tatsachen und viele andere mehr entlarven sie täglich stärker als Werkzeug der sowjetischen, sozial-imperialistischen Außenpolitik.

Vor den Augen der westdeutschen werktätigen Bevölkerung, die auf der Seite des Volkes der CSSR, die auf der Seite der demonstrierenden polnischen Arbeiter steht, lässt sich dieser Verrat nicht verheimlichen.

Während dessen wächst und erstarkt die wirkliche marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse in Westdeutschland, die KPD/ML, die den unversöhnlichen Kampf gegen den modernen Revisionismus aufgenommen hat.

Als Chruschtschow auf dem XX. Parteitag der KPdSU 1956 in seinem Geheimbericht Stalin beschimpfte und sein Werk besudelte, zögerten seine westdeutschen revisionistischen Kumpane keine Sekunde, in den schändlichen Chor einzustimmen, um ihren eigenen Verrat am Marxismus-Leninismus zu tarnen. Das Andenken Stalins in der deutschen kommunistischen Bewegung lässt sich aber nicht einfach auslöschen. Immer mehr fortschrittliche Arbeiter durchschauen den Verrat des modernen Revisionismus und wenden sich den wirklichen Marxisten-Leninisten zu. Das veranlasst die modernen Revisionisten, in Bedrängnis geraten, gelegentlich demagogisch gewisse "realistische historische Gedanken" über Stalin zu verbreiten. Diese gemeine Heuchelei offenbart aber nur den völligen Bankrott ihrer Politik.

Stalin gehört den Marxisten-Leninisten.

Stalin steht auf der Seite der proletarischen Revolution.

Stalin steht auf der Seite der internationalen kommunistischen Bewegung, die einzig und allein aus den wirklichen Parteien der Arbeiterklasse, die fest auf dem Boden der Lehren von Marx, Engels, Lenin und Stalin stehen, besteht, der Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze, sowie den anderen marxistisch-leninistischen Parteien, die sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus stählen.

Worin besteht nun die historische Bedeutung Stalins ?

Joseph W. Stalin kämpfte Schulter an Schulter mit Lenin auf der Seite der Bolschewiki gegen das zaristische Regime, sorgte für die Propagierung des Marxismus in Russland, kämpfte für den Aufbau, die Einheit und Geschlossenheit der bolschewistischen Kampfpartei, kämpfte für die Vorbereitung und Durchführung der proletarischen Revolution von 1917, kämpfte für die Verteidigung der Errungenschaften der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution.

Nach Lenins Tod war Stalin sein treuester Testamentsvollstrecker. Mit Stalin an der Spitze gelang der KPdSU (B) und dem Sowjetvolk die Überwindung der zahllosen Schwierigkeiten. Das Kampfbanner des Leninismus hoch haltend, leitete Stalin den entscheidenden Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde und beschützte und festigte so die junge Sowjetunion, den ersten sozialistischen Staat der Welt.

Stalin führte eine korrekte Politik durch in der Frage der sozialistischen Industrialisierung und der Kollektivierung der Landwirtschaft. Im Großen Antifaschistischen Krieg führte Stalin die heroische Sowjet-Armee zum endgültigen Sieg über die Hitlerbande. Mit Stalin an der Spitze ebneten das Sowjetvolk und die Sowjetarmee den osteuropäischen Völkern den Weg zur Befreiung aus der Sklaverei der Hitlerbanditen. Im Kampf gegen die Feinde des Leninismus, den Trotzkisten, den Sinowjew-Leuten, den Bucharin-Leuten und anderen Agenten der Bourgeoisie verteidigte Stalin den Marxismus-Leninismus und entwickelte ihn weiter. Stalins theoretische Schriften sind ein unauslöschlicher Beitrag zur Schatzkammer des Marxismus-Leninismus.

Getreu dem Vermächtnis Lenins festigte und erweiterte Stalin den Bund der Werktätigen der ganzen Welt, der Kommunistischen Internationale. Unter der Führung von Stalin handelte die KPdSU (B) und die Sowjetregierung gemäß den Prinzipien des proletarischen Internationalismus und verfolgte eine wahrhaft unversöhnliche, proletarische Außenpolitik gegenüber den Feinden der Sowejetunion.

Stalin, die KPdSU (B) und das Sowjetvolk haben den unterdrückten Völkern aller Länder in ihrem Kampf gegen den Imperialismus und alle Reaktionäre große Hilfe geleistet.

Stalin war ein Mann der Arbeiterklasse. Immer aufs Engste mit dem Kampf der Arbeiterklasse, des Sowjetvolkes und der Völker aller Länder verbunden. Dank seiner marxistisch-leninistischen Klassenklarheit beschützte er alles treu, was leninistisch war und entwickelte den Leninismus weiter.

 

Das ganze Leben Stalins ...

... war das Leben eines großen Marxisten-Leninisten, eines großen proletarischen Revolutionärs. J. W. Stalin wurde am 21. Dezember 1879 in der Stadt Gori geboren. Sein Vater stammte aus einer Bauernfamilie und war von Beruf Schuhmacher. Die Mutter entstammte der Familie eines leibeigenen Bauern.

1894 beendete Stalin die Schule und bezog im gleichen Jahr das geistliche Seminar von Tiflis. Das im Seminar herrschende Jesuiten-Regime rief bei Stalin stürmischen Protest hervor, nährte und stärkte in ihm die revolutionäre Gesinnung. Der 15 jährige Stalin wurde zum Revolutionär. Stalin arbeitete viel und beharrlich an seiner Bildung. Er studierte das "Kapital" von Marx, das "Manifest der Kommunistischen Partei" und andere Werke von Marx und Engels. Er machte sich mit den Schriften Lenins vertraut. Der Kreis des theoretischen Interesses Stalins ist außerordentlich umfassend. Er studierte Philosophie, Politische Ökonomie, Geschichte, Naturwissenschaften, liest die Werke der Klassiker der schönen Literatur. Stalin leistet eine intensive propagandistische Arbeit in Arbeiterzirkeln, nimmt an illegalen Arbeiterversammlungen teil, verfasst Flugblätter und organisiert Streiks. 1899 wird Stalin wegen Propagierung des Marxismus aus dem Seminar ausgeschlossen.

Als im Dezember 1900 die leninsche "Iskra" zu erscheinen begann, stellte sich Stalin restlos auf ihren Standpunkt. Stalin erkannte in Lenin sofort den Begründer einer wahrhaft marxistischen Partei, ihren Leiter und Lehrer. Stalin schafft in Batum eine sozialdemokratische Organisation, gründet das Batumer Komitee, die SDAPR, und leitet die Streiks in den Betrieben. 1902 wird Stalin von der zaristischen Partei aufgespürt und verhaftet. 1903 wird er auf 3 Jahre nach Ostsibirien verbannt. In der Verbannung erhält Stalin einen Brief von Lenin. "Zum ersten Mal lernte ich Lenin im Jahre 1903 kennen", sagt Stalin. "Allerdings war es keine persönliche und unmittelbare Bekanntschaft, sondern sie erfolgte auf schriftlichem Wege. Aber sie hinterließ in mir einen unauslöschlichen Eindruck, der mich während der ganzen Zeit meiner Arbeit in der Partei nicht verließ. Ich war damals in Sibirien in der Verbannung. Lenins Brief war verhältnismäßig kurz, aber er gab eine kühne furchtlose Kritik der Praxis unserer Partei und eine ausgezeichnete klare und gedrängte Darlegung des ganzen Plans der Parteiarbeit für die nächste Periode."

Stalin blieb nicht lange in der Verbannung. Er brannte vor Ungeduld, möglichst rasch die Freiheit wieder zu erlangen, um die Durchführung des leninschen Plans, den Aufbau der bolschewistischen Partei in Angriff zu nehmen. Am 5. Januar 1904 flüchtete Stalin aus der Verbannung. Zurück in den Kaukasus. Im Dezember 1904 wurde unter Stalins Leitung ein grandioser Streik der Arbeiter von Batum durchgeführt, der mit dem Abschluss eines Kollektivvertrages zwischen Arbeitern und Erdölindustriellen endete, des ersten Kollektivvertrages in der Geschichte der Arbeiterbewegung Russlands.

Stalin organisiert den Kampf für den III. Parteitag. Er steht an der Spitze des gesamten ideologischen und politischen Kampfes der kaukasischen Bolschewiki, gegen die Menschewiki, Nationalrevolutionäre und Anarchisten. Zu dieser Zeit erschienen im Presseorgan des Kaukasischen Bundes viele wichtige Artikel von Stalin. Stalin tritt als talentvoller Polemiker hervor, als außerordentlich starke literarische und theoretische Kraft der Partei. In hervorragender Weise beleuchtet Stalin theoretisch das Problem der nationalen Frage. Vom Anbeginn der ersten russischen Revolution verficht und verwirklicht Stalin entschlossen die leninsche Strategie und Taktik in der Revolution; die leninsche Idee von dem Hinüberwachsen der bürgerlich-demokratischen Revolution in die sozialistische Revolution. Im Dezember 1905 reist Stalin als Delegierter der transkaukasischen Bolschewiki zur ersten Allrussischen bolschewistischen Konferenz nach Tammerfors (Tampere-Finnland). Auf der Tammerforser Konferenz begegnen sich Lenin und Stalin zum ersten Male persönlich. Im April/Mai 1907 fand der V. Parteitag ("Londoner" Parteitag) der SDAPR statt, der den Sieg der Bolschewiki über die Menschewiki verankerte. Stalin war aktiver Teilnehmer des Parteitags. Vom Parteitag zurückgekehrt veröffentlichte er einen Bericht über dessen Arbeiten: "Aufzeichnungen eines Delegierten". Nach der Rückkehr lässt Stalin sich auf Anweisung der Partei in Baku nieder. Im März 1908 wird Stalin verhaftet und gerät 8 Monate in Kerkerhaft. Danach wird er auf 2 Jahre verbannt. Bereits am 24. Juni 1909 flüchtet er und kehrt zur illegalen Arbeit nach Baku zurück. 1910 wird Stalin erneut in Baku verhaftet und nach halbjähriger Gefängnishaft in die Verbannung zurück geschickt. In der Verbannung setzt Stalin sich mit Lenin in Verbindung. Gegen Ende des Sommers 1911 flüchtet Stalin zum dritten Mal aus der Verbannung und kommt nach Petersburg. Am 9. September 1911 wird Stalin in Petersburg verhaftet und in das Gouvernement Wologda verschickt.

Der Januar 1912 bringt ein bedeutsames Ereignis für die Partei. Die Prager Konferenz der SDAPR, die die Menschewiki aus der Partei verjagte, legte den Grundstein zu einer Partei von neuem Typus, der Partei des Leninismus, der bolschewistischen Partei. Im Februar 1912 flüchtete Stalin neuerlich aus der Verbannung. Während der kurzen Zeit seiner Freiheit entfaltete er eine energische Tätigkeit. Im Auftrag des Zentralkomitees bereist er die wichtigsten Gebiete Russlands, arbeitet an der Vorbereitung der Mai-Demonstration und schreibt das bekannte Flugblatt des Zentralkomitees zum 1. Mai, leitet in Petersburg die bolschewistische Wochenzeitung "Swesda" (Der Stern) in den Tagen des Proteststreiks gegen das Blutbad an der Lena. Am 22. April 1912 erschien die erste Nummer der "Prawda", die unter Stalins Leitung vorbereitet wurde. Am selben Tage wurde Stalin in Petersburg verhaftet und nach einigen Monaten Gefängnis auf drei Jahre - diesmal in eine noch entlegenere Gegend, in die Narym-Region - verschickt. Aber bereits am 1. September 1912 flüchtet Stalin abermals aus der Verbannung und kehrt nach Petersburg zurück.

Stalin schreibt die Arbeit "Marxismus und nationale Frage", die als die programmatische Deklaration des Bolschewismus zur nationalen Frage gilt.

Im Februar 1913 wird Stalin abermals verhaftet und diesmal von den zaristischen Gendarmen, die eine neue Flucht befürchten, noch weiter nach Norden, unmittelbar an den Polarkreis verbannt. Hier verbringt er die Jahre 1914, 1915 und 1916. Das war die allerschwerste politische Verbannung, die es in fernen, entlegenen Gebieten Sibiriens nur geben konnte. Während des 1. Weltkriegs stellt sich Stalin in den Fragen des Krieges und der Revolution auf den leninschen internationalistischen Standpunkt. Nach der bürgerlich-demokratischen Februar-Revolution 1917, die ihn aus der Verbannung befreite, kam Stalin im März nach Petersburg. Er leitet die Tätigkeit des Zentralkomitees und des Petersburger Komitees der Bolschewiki und ist Redakteur der Zeitung "Prawda". Am 16. April 1917 kehrte Lenin aus langjährigem Exil nach Russland zurück. Am Tage nach seiner Ankunft hielt Lenin eine Rede, in der er seine brühmten April-Thesen entwickelte, die die Partei mit dem genialen Plan des Kampfes mit dem Übergang von der bürgerlich-demokratischen Revolution zur sozialistischen Revolution ausrüsteten. Am 24. April 1917 wurde die VII. Konferenz ("April"-Konferenz) der Bolschewiki eröffnet. Auf der Konferenz verficht Stalin Lenins Standpunkt. In seinem Referat über die nationale Frage begründet er die bolschewistische Nationalitätenpolitik. Im Mai 1917 wird das politische Büro des Zentralkomitees gebildet, zu dessen Mitglied Stalin gewählt wird. Seit dieser Zeit ist Stalin jedes Mal zum Mitglied des Politbüros gewählt worden.

In dieser schwirigen Periode der Revolution, da die Ereignisse sich stürmisch entwickelten und von der Partei eine geschickte und eine bewegliche Taktik erforderten, leitete Lenin gemeinsam mit Stalin den Kampf der Massen. Stalin stand im Mittelpunkt der gesamten praktischen Arbeit der Partei. Als Mitglied des Zwentralkomitees nahm er unmittelbaren Anteil an der Arbeit der Führung des Kampfes der Petrograder Partei, leitet die "Prawda", schreibt Artikel, leitet die Tätigkeit der Bolschewiki in der Gemeindewahl-Kampagne in Pedrograd.

Auf dem VI. Parteitag, August 1917, hielt Stalin die Referate: den politischen Bericht des Zentralkomitees und das Referat über die politische Lage. Darin wurden die Aufgaben und die Taktik der Partei im Kampf für die sozialistische Revolution klar formuliert. Der Parteitag schloss sich um Stalin zusammen, der Lenins These von der Möglichkeit des Sieges in Russland verfocht. Der Parteitag stellte die Partei auf den bewaffneten Aufstand, auf die Eroberung der Diktatur des Proletariats ein. Unter Stalins Führung wurde der Plan des Aufstands ausgearbeitet und auch der Zeitpunkt festgesetzt. Der Aufstand führte schon am ersten Tage zum Siege. Am Abend des 25. Oktobers wurde der II. Sowjet-Kongress erföffnet, der die ganze Macht den Sowjets in die Hände legte. Stalin wurde Mitglied des ersten Rates der Volkskommissare, der mit Lenin an der Spitze nach dem Siege der Oktoberrevolution auf dem II. Allrussischen Sowjet-Kongress gewählt wurde. Seit den ersten Tagen des Bestehens der Sowjetregierung bis zum Jahre 1923 war Stalin Volkskommissar für die Angelegenheiten der Nationalitäten. In den Jahren des Bürgerkrieges errichtete Stalin zusammen mit Lenin die Rote Armee und leitete unmittelbar ihre Kampfhandlungen an allen entscheidenden Fronten. Stalin wurde vom Zentralkomitee der Partei und von Lenin persönlich an die entscheidensten und für die Revolution gefährlichsten Fronten entsandt. Stalin war der unmittelbare Inspirator und Organisator der wichtigsten Siege der Roten Armee. Nachdem die Sowjetmacht den Krieg gegen die Interventen und Weißgardisten siegreich beendet hatte, ging sie zum friedlichen, wirtschaftlichen Aufbau über. Die Weiterentwicklung der Volkswirtschaft war nur möglich, wenn man auf das System des Kriegskommunismus verzichtete, der durch die Bedingungen des Bürgerkrieges entstanden und nunmehr überholt war. Die parteifeindlichen Gruppierungen suchten jedoch die Partei an der Ausarbeitung der neuen Einstellung zu der Wirtschaftspolitik zu hindern. Gemeinsam mit Lenin verwirklichte und verfocht Stalin konsequent die Parteilinie und bekämpfte alle diese Feinde der Partei. Der X. Parteitag, März 1921, billigte mit überwältigender Stimmenmehrheit die Leninsche Plattform und fasste den Beschluss über den Übergang zur Neuen Ökonomischen Politik (NÖP). Nach dem XI. Parteitag wurde Stalin in der Plenarsitzung des Zentralkomitees der Partei auf Vorschlag Lenins zum Generalsekretär des Zentralkomitees gewählt.

Stalin leistete eine gewaltige Arbeit zur Schaffung der nationalen Sowjetrepubliken und später zur Einigung aller Sowjetrepubliken zu einem Bundesstaat der UdSSR. Am 30. September 1922 fasste der erste Sowjet-Kongress der Union auf Antrag Lenins und Stalins den historischen Beschluss über die freiwillige staatliche Vereinigung der Sowjetbürger zur Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken UdSSR.

Am 21. Januar 1924 starb Lenin, der Leiter und Begründer der Partei der Bolschewiki, der Leiter der Werktätigen der ganzen Welt. Das Banner Lenins, das Banner der Partei wurde von Stalin, dem besten Sohn der bolschewistischen Partei, dem würdigen Nachfolger und Fortsetzer des Werks Lenins hoch erhoben und vorwärts getragen. Mit genialem Weitblick vollstreckte Stalin das Testament Lenins, die Perspektive und die konkreten Wege der weiteren Entwicklung in der Revolution. Im Dezember 1924 erschien Stalins berühmte Schrift "Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten". In dieser Schrift begründete Stalin den leninschen Leitsatz vom Sieg des Sozialismus in einem Lande. Auf dem XIV. Parteitag, Dezember 1925, hob Stalin hervor, dass das feste Bündnis der Arbeiterklasse mit den Mittelbauern beim Aufbau des Sozialismus die wichtigste Aufgabe der Partei sei. Auf diesem Parteitag stellte Stalin der Partei als Hauptaufgabe die Durchführung der sozialistischen Industrialisierung. Der XV. Parteitag fasste den Beschluss über die allseitige Entfaltung der Kollektivierung der Landwirtschaft. Gleichzeitig gab der Parteitag die Direktive, den ersten Fünfjahrplan in der Entwicklung der Volkswirtschaft aufzustellen. Die Partei mit Stalin an der Spitze löste die nach der Machteroberung schwierigste Aufgabe der proletarischen Revolution, die Aufgabe, die bäuerlichen Kleinwirtschaften auf das Geleis des Sozialismus überzuleiten, die Aufgabe, das Kulakentum als die zahlreichste Ausbeuterklasse zu liquidieren. Stalin begeisterte das Volk für die gigantische Aufgabde des Aufbaus des Sozialismus. Die klare, stalinsche Linie der sozialistischen Industrialisierung und der Kollektivierung der Landwirtschaft verfolgend, arbeiteten die von Ausbeutung und Unterdrückung befreiten Werktätigen mit bewusster Aktivität und schöpferischer Initiative für das Vaterland und das Volk, für die Gesellschaft und das Kollektiv und für ihr eigenes Glück.

Unter Stalins Leitung ist der Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion errungen worden. Der XVII. Parteitag 1934, der in der Geschichte als der Parteitag der Sieger eingegangen ist, nahm den gesamten Bericht Stalins über die Ergebnisse der historischen Siege des Sozialismus in der UdSSR und über die Aufgaben der künftigen Arbeit der Partei als Beschluss des Parteitages, als Gesetz und Arbeitsprogramm der Partei für die nächste Periode an. Vom Parteitag wurde der zweite Fünfjahrplan der Entwicklung der Volkswirtschaft bestätigt. Nun begann die gigantische Arbeit zur technischen Neuausrüstung der gesamten Volkswirtschaft der Sowjetunion. Gleichzeitig lenkte Stalin die Aufmerksamkeit aller Parteiorganisationen auf das Problem der Kader, indem er die Losung formulierte: "Die Kader entscheiden alles!" Stalins Rede wurde zu einem mächtigen Anstoß für die Lösung einer der wichtigsten Aufgaben des sozialistischen Aufbaus, das Problem der Kader. Die Bedeutung der Weisung Stalins bestand vor allem darin, dass sie unten an der Basis in den Massen einen mächtigen Widerhall fand, einen neuen Aufschwung auslöste. Auf Initiative der fortgeschrittenen Arbeiter entwickelte sich von unten her mit mächtiger Kraft die Stachanow-Bewegung. Stalin kennzeichnete vor der gesamten Partei die große historische Bedeutung dieser neuen Bewegung. Er zeigte, dass diese Bewegung den Weg zum Kommunismus bahnt, dass sie den Keim eines kulturellen und technischen Aufschwungs der Arbeiterklasse in sich birgt, dass sie die Perspektive der Aufhebung des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit im Auge behält. Am 5. Dezember 1936 billigte und bestätigte der VIII. Sowjet-Kongress die neue Verfassung der Sozialistischen Staaten der Arbeiter und Bauern. Die Völker der Sowjetunion nannten die neue Verfassung ihrem Schöpfer zu Ehren einmütig die Stalinsche Verfassung. Am 12. Dezember fanden die Wahlen zum Obersten Sowjet der UdSSR statt. Stalin wurde als Delegierter des Obersten Sowjets gewählt. Im Zuge der gigantisch gestiegenen Aktivität der Massen war eine Vielzahl von neuen Kadern aus der Arbeiterklasse heran gewachsen. Nun stellte sich die Frage der ideologischen und politischen Stählung und Schulung dieser neuen sowjetischen Kader. Eine Kommission des Zentralkomitees der KPdSU (B) unter Stalins Leitung und seiner aktivsten persönlichen Teilnahme schuf die "Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki) - Kurzer Lehrgang". Das Erscheinen dieses Buches wurde zu einem der größten Ereignisse im ideologischen Leben der bolschewistischen Partei, im ideologischen Leben der internationalen kommunistischen Bewegung in den letzten hundert Jahren.

In der von Stalin für den Kurzen Lehrgang geschriebenen Arbeit über dialektischen und historischen Materialismus wird in äußerst klarer und gedrängter Form eine ausgezeichnete Darstellung der Grundlagen des dialektischen und historischen Materialismus gegeben. Im März 1939 fand der XVIII. Parteitag statt. der Parteitag wurde zur Demonstration einer noch nie gesehenen Einheit und Geschlossenheit der gesamten Partei. Stalins Bericht auf dem Parteitag ist ein weiterer Schritt vorwärts in der Entwicklung der marxistisch-leninistischen Theorie. Stalin schuf eine einheitliche und geschlossene Lehre vom sozialistischen Staat. Stalin gab eine umfassende Analyse der Entwicklungsetappen des sozialistischen Staates, der Veränderungen in seinen Funktionen im Zusammenhang mit den Veränderungen in den Verhältnissen, verallgemeinerte die gesamte Erfahrung des Aufbaus des Sowjetstaates und kam zu der Schlussfolgerung, dass der Staat unter dem Kommunismus in dem Fall erhalten bleiben muss, wenn die kapitalistische Umwelt fortbestehen bleibt.

Nach dem fürchterlichen Überfall der faschistischen Hitlerbanditen stellte Stalin unter schnellster Mobilisierung aller Kräfte die Völker der UdSSR dem Feind entgegen, um ihm eine Abfuhr zu erteilen. Stalin übernahm die unmittelbare Leitung der Streitkräfte des Sowjetstaates. Auf Stalins Ruf erhoben sich in den ersten Tagen des Krieges alle Sowjetmenschen wie ein Mann, um die Heimat zu verteidigen. Sie stellten die gesamte Volkswirtschaft in den Dienst der Front, sie stellten das ganze Leben des Landes auf den Krieg um.

Nun bewies sich, dass das sozialistische System eine große Lebenskraft besitzt. Dass, wenn nur die Arbeiterklasse in allem die Führung inne hat, sie in der Lage ist, den schwersten Prüfungen standzuhalten. Stalin nutzte geschickt die Widersprüche im Lager der kapitalistischen Mächte aus und sorgte für das Entstehen einer breiten Anti-Hitler-Koalition.

Mit gutem Recht nahm die Sowjetunion die Führung unter den demokratischen Mächten der Welt in ihrem Kampf gegen den Faschismus ein. Durch alle Schwierigkeiten und Prüfungen des Krieges führte Stalin das Sowjetvolk und seine Rote Armee zum großen Sieg über den Feind.

Aus dem Kriege ging der Sowjetstaat noch mehr erstarkt hervor, das Sowjetvolk wurde noch mehr gestählt und schloss sich noch enger um Stalin zusammen. Unter Stalins Leitung hat das Sowjetvolk während des Großen Vaterländischen Krieges den ersten sozialistischen Staat der Arbeiter und Bauern verteidigt, die Freiheit und Unabhängigkeit der Völker behauptet, den osteuropäischen Völkern den Weg aus der faschistischen Sklaverei geebnet und die europäische sowie die Weltzivilisation vor der weiteren Barbarei des Faschismus gerettet. Nun machte sich das Sowjetvolk an die riesigen Aufgaben des Fünfjahrplans, der Wiederherstellung und Entwicklung der Volkswirtschaft der Sowjetunion.

 

Die ganze Periode Stalins war eine Periode des heftigsten Klassenkampfes. Eine Periode mit Offensiven und Defensiven, mit Flut und Ebbe. Die Sabotagetätigkeit der trotzkistischen Trupps, die im Sold des faschistischen Geheimdienstes die Diktatur des Proletariats in der Sowjetunion zu schwächen versuchten, wurde aufgedeckt, bekämpft und zerschlagen. Der Kampf gegen die alte Bourgeoisie, die immer noch existierte, besonders auf dem Gebiet der Ideologie und Kultur, wurde entschlossen geführt. Um die Partei stets revolutionär zu halten, musste Stalin einen entschiedenen Kampf gegen das Gefühl der Selbstgenügsamkeit der Kader, das durch gewisse Arbeitserfolge entstanden war, führen. Er musste einen Kampf führen gegen die unberechtigten Ansprüche, gegen Gefühle der Ruhe und Bequemlichkeit, gegen Bürokratismus, Intellektualismus und Technokratismus. Er musste einen Kampf führen für die engste Verbindung der Kader der Partei mit der Arbeiterklasse und den Volksmassen. Der Kampf gegen diese Schichten, die versuchten, die proletarische Partei und die Klasse zu beherrschen, konnte aber im Verlauf des anti-faschistischen Krieges und während des stürmischen Wiederaufbaus nach dem Kriege zeitweilig nicht konsequent fortgeführt werden.

 

Stalin war der Schmied der leninistischen Einheit und beschützte sie. Aber nach seinem Tode, 1953, übernahmen die Revisionisten die Macht. Chruschtschow und seine verräterische Bande hatten schon während der Lebzeiten Stalins sehr heimlich gearbeitet. Nun startete Chruschtschow einen Großangriff gegen Stalin und besudelte damit den Marxismus-Leninismus. Die revisionistische Bande um Chruschtschow ließ alle jene beseitigen, die sich Stalinisten nannten und machten sich daran, die Diktatur des Proletariats in die Diktatur einer neuen Bourgeoisie zu verwandeln. Chruschtschow legte die Generallinie des modernen Revisionismus fest, seine Nachfolger Breschnew-Kossygin setzten diese Linie vollständig in die Tat um. Auf dem Gebiet der Ideoliogie brachte der konterrevolutionäre Putsch den Ersatz des Marxismus-Leninismus durch den modernen Revisionismus.

Der stalinsche Kampf gegen die bürgerliche Ideologie wurde vollständig eingestellt. Stattdessen wurde das Eindringen der dekadentesten Erscheinungen der anti-sozialistischen bürgerlichen Kultur in der Sowjetunion aktiv gefördert. Profitgier, Egoismus und Individualismus wurden Tür und Tor geöffnet. Karrierismus, Bürokratie, Technokratie, Intellektualismus konnten sich ungehindert breit machen. Die westlich-amerikanische Lebensart hat sich überall mehr oder weniger eingeschlichen. Die Begeisterung für westliche Kitschfilme und Modevorführungen, die Entwicklung eines eigenen sowjet-revisionistischen Jazz sind nur wenige Beispiele dafür. Auf dem Gebiet der Politik haben die revisionistischen Konterrevolutionäre die stalinsche Diktatur des Proletariats verwandelt in eine Diktatur der bürokratischen konterrevolutionären Schicht.

Die stalinsche marxistisch-leninistische Partei hat sich in eine Waffe der revisionistischen Konterrevolution verwandelt, die leninschen Normen des Parteiaufbaus durch faschistische Normen ersetzt. Auf wirtschaftlichem Gebiet gelang es den modernen Revisionisten mit dem System des materiellen Anreizes die Wiederherstellung des Kapitalismus zu beschleunigen. Das sozialistische Prinzip der Verteilung nach den Leistungen wurde durch das kapitalistische Prinzip der persönlichen Bereicherung ersetzt. Überall soll nun das enge, individuelle Interesse dem kollektiven und gesellschaftlichen Interesse voran gestellt werden. Jeder soll sich bereichern, schachern, betrügen so viel und wo er kann. Die modernen Revisionisten verzichten auf die zentralisierte Planung. Und in der Tat sind nun wieder kapitalistische Betriebe entstanden und Monopole, deren Eigentümer die sowjetische Arbeiterklasse rücksichtslos ausbeuten. Mit der sowjetischen Wirtschaft geht es nun immer mehr bergab. Die Produktion geht zurück, die Anarchie des Marktes herrscht, die periodischen Überproduktionskrisen des Kapitalismus kommen wieder voll zur Gletung.

 

Auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen ersetzen sie den proletarischen Internationalismus durch den bürgerlichen Internationalismus, betreiben Sabotage und Spaltung in der internationalen kommunistischen Bewegung. Auf dem Gebiet der Außenpolitik ersetzen sie die unversöhnliche stalinsche Haltung durch den Kurs des Umarmens mit dem Imperialismus, durch den Kurs des Friedens um jeden Preis mit dem Imperialismus. Die sozialfaschistische Politik nach innen, die Unterdrückung der eigenen Arbeiterklasse, die Gewaltherrschaft über die Länder des Ostblocks findet ihre konsequente Fortsetzung in der sozial-imperialistischen Politik nach außen. Die sowjetischen Sozialimperialisten haben sich mit dem amerikanischen Imperialismus an einen Tisch gesetzt, um die Welt miteinander aufzuteilen auf Kosten der Freiheit und Unabhängigkeit der Völker, der Lebensinteressen der sozialistischen Länder, der Sache der Revolution und des Sozialismus.

So ist eine neue Weltlage entstanden. Der USA-Imperialismus und der Sozialimperialismus rivalisieren miteinander, wenn es um die Frage der Einflusssphären in der Welt geht, sie kollaborieren aufs Engste, wenn es um die Unterdrückung der proletarischen und nationalen Befreiungsbewegung geht.

Aber dieser Versuch der sowjetischen Sozialimperialisten, den Kapitalismus aus seiner allgemeinen Krise zu retten, ist zum Scheitern verurteilt, denn da, wo Unterdrückung ist, ist auch Widerstand. Und die innere Logik des Verrats ist eine solche, dass sich die Schlinge immer enger um den Hals der Verräter zieht.

In dieser Epoche, die durch das Entstehen von ein oder zwei Supermächten gekennzeichnet ist, stehen sich nur noch zwei Lager gegenüber: Das Lager der Revolution und das Lager der Konterrevolution. Wobei im Weltmaßstab das Lager der Revolution bereits das Übergewicht erlangt hat.

In diesem historischen Prozess spielen der prinzipienfeste und entschiedene Kampf der Partei der Arbeit Albaniens unter Führung des Genossen Enver Hoxha eine äußerst wichtige Rolle. In den letzten Jahren sind zahlreiche neue marxistisch-leninistische Parteien und Organisationen entstanden, die das Kampfbanner gegen den modernen Revisionismus entfalteten, um die Sache der Revolution in ihre Hand zu nehmen. Der Kampf der Völker Asiens, Afrikas und Lateinamerikas gegen den USA-Imperialismus und den Sozialimperialismus hat einen gewaltigen, nie da gewesenen Aufschwung erhalten.

 

 

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