ROTER MORGEN - ARCHIV

1987

 

 


 

 

Bericht über unser Berliner Pressefest

"20 Jahre ROTER MORGEN"

aus: Roter Morgen Nr. 6, Nov. - Dez. 1987

 

 

 

 

 

Am 19. und 20. September 1987 trafen sich Genossinnen und Genossen der KPD, Freunde und Gäste zum Roter-Morgen-Pressefest in Westberlin. Insgesamt konnten wir an beiden Tagen 55 Festtagsteilnehmer begrüßen. Unser besonderer Dank gebührt den Berliner Genossen, die durch die organisatorischen Vorausarbeiten zum Gelingen beigetragen haben, aber auch allen Genossinnen und Genossen, die durch ihre tatkräftige Arbeit vor, während und nach dem Pressefest mithalfen. Die Räumlichkeiten waren günstig gewählt, sodass wir die Entwicklung des "Roten Morgen" von der ersten Nummer, die 1967 durch unseren langjährigen Vorsitzenden, Genossen Ernst Aust, herausgegeben wurde - bis zur September-Oktober-Ausgabe dieses Jahres darstellen konnten.

Viele Schautafeln berichteten von den Kämpfen der Partei, sei es auf zentraler Ebene, sei es auf regionaler oder Ortsebene. Literatur-Tische des Zentralen Literaturvertriebs und der Berliner Genossen waren ausreichend vorhanden, die DAFG-Gruppe Wolfsburg/Braunschweig hatte neben albanischer Literatur auch Kunstgewerbeartikel aus Albanien anzubieten, für das leibliche Wohl war ausgezeichnet gesorgt, Spielmöglichkeiten für die Kinder waren geschaffen, es gab eine Tombola und der Vortragsraum war kämpferisch ausgeschmückt: Blickfang war ein großes Gemälde eines künstlerisch begabten Genossen: "20 Jahre ROTER MORGEN".

Ab Mittag bis gegen 14. 00 Uhr während des Eintreffens der Teilnehmer hörten wir revolutionäre Musik und konnten dann die Veranstaltung pünktlich eröffnen. Ein Berliner Genosse begrüßte die Festteilnehmer, unter ihnen auch eine Delegation der Bruderpartei TDKP, revolutionäre SEW-Genossen sowie weitere in- und ausländische Gäste. Die Grußbotschaften wurden vorgetragen und der Ablauf des Festes erklärt.

Nach der Eröffnung konnte eifrig Literatur verkauft werden und es gab die ersten politischen Diskussionen. Gegen 15. 00 Uhr sahen wir den Film "Kied der Matrosen", der vom heldenhaften Kampf der Genossen Köbis und Reichpietsch (siehe RM September-Oktober 1987) und den nachfolgenden revolutionären Ereignissen erzählt. Gleichzeitig lief auf der Wiese ein Kinderprogramm ab und zur großen Freude der Kinder wurde dieses von einem "echten" Clown geleitet.

Ein erster Höhepunkt waren dann die Taekwon-Do-Darbietungen der Arbeitersportgruppe Ueckendorf (NRW) Anschaulich wurde uns die Selbstverteidigung dargestellt, dicke Bretter und sogar Steinplatten wurden gespalten und wir lernten in einer ersten Lektion, wie man bewaffnete Faschisten und andere Lumpen außer Gefecht setzt. Die Genossen Arbeitersportler bekamen sehr starken Beifall.

Gegen 18. 00 Uhr referierte der 1. Sekretär unserer Partei, Genosse Wolfgang Eggers, über die Entwicklung unseres Zentralorgans. Seine kämpferische Rede wurde immer wieder von Beifall unterbrochen. Genosse Eggers begrüßte zunächst nochmals im Sinne des Proletarischen Internationalismus die ausländischen Genossen und fuhr dann u. a. fort:

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Warum haben wir uns hier gemeinsam versammelt ?

Wir haben uns versammelt, weil wir uns gemeinsam darüber freuen, dass der Rote Morgen lebt – 20 Jahre lebt ! ...

Welche politischen Reaktionen wir bei den Menschen auch immer auslösen, wir haben in 20 Jahren ein besonderes Gespür dafür entwickelt, ein Gefühl der Bewährung, der Festigkeit, der Kraft und der Stärke. Und dieses Gefühl hat uns niemals verlassen seit der Rote Morgen existiert. 20 Jahre hat der Rote Morgen die Sache der proletarischen Revolution verbreitet, die Sache des Marxismus-Leninismus, des Kommunismus hochgehalten. Und das - trotz aller durchgestandenen Schwierigkeiten, trotz Enttäuschungen, trotz Verrat, trotz Verleumdung, trotz Spott und Anfeindung. Wieviele Genossen haben sich für den Roten Morgen in all den 20 Jahren selbstlos eingesetzt und Opfer gebracht, wieviele haben den Roten Morgen verbreitet und unterstützt? ...

Es gibt heute nur eins, was wirklich zählt: Der Rote Morgen, er lebt weiter! Er ist immer noch da...

Und darauf können wir ehrlich stolz sein. Solange es uns gibt, so lange wir aufrechten Genossinnen und Genossen einander haben, werden wir auf unsere eigene Kraft vertrauen, und so lange wird es auch den Roten Morgen geben. Und umgekehrt: Je länger es den Roten Morgen gibt, desto größer wird in uns die Kraft, ihn weiter zu schreiben, herauszugeben und zu verbreiten, ihn treu im Sinne des Genossen Ernst Aust und unserer Partei zu verteidigen und hochzuhalten. Nach zwanzig Jahren ist das eine große Kraft geworden, die uns trägt ! Und jede neue Ausgabe des Roten Morgen ist für uns eine große Freude, ist für uns ein Triumph gegenüber unseren Gegnern, die uns schon 20 Jahre lang totzuschweigen versuchen. Das ist für uns jedesmal erneut ein Ansporn vorwärtszuschreiten, zu lernen und nochmals zu lernen.

Der Rote Morgen ist für uns eine große Schatzkammer, eine große Schule des revolutionären Klassenkampfes unserer Partei, der Revolutionäre und des Proletariats. Wir hüten diesen Schatz und wir nutzen diesen Schatz. Wir lassen keinerlei Missachtung gegenüber all jenen Genossinnen und Genossen zu, die in all den 20 Jahren für den Roten Morgen gekämpft haben, allen voran: unser Genosse Ernst Aust – der Gründer des Roten Morgen.

Der Genosse Ernst Aust machte den Roten Morgen zur Anklageschrift gegen das kapitalistische Ausbeuter- und Unterdrückungssystem !

Er schuf eine neue revolutionäre Stimme der Arbeiterklasse ! Er machte den Roten Morgen zur Stimme der proletarischen Revolution !

Unter dem Banner des Roten Morgen sammelte und einte er die bislang verstreuten Marxisten-Leninisten in Deutschland und beeinflusste maßgeblich die Entstehung und Entwicklung der marxistisch-leninistische Bewegung in Deutschland !

Er baute den Roten Morgen als leninistischen kollektiven Propagandisten, als kollektiven Agitator und als kollektiven Organisator der bolschewistischen Partei auf !

Mit dem Roten Morgen setzte der Genosse Ernst Aust die Bolschewisierung der KPD fort und verschaffte dem Marxismus-Leninismus in Deutschland im Kampf gegen den modernen Revisionismus wieder Zugang zum Proletariat !

Für den Genossen Ernst Aust war der Rote Morgen Schlüsselglied zwischen der deutschen Arbeiterbewegung und dem wissenschaftlichen Sozialismus !

Mit dem Roten Morgen bereitete er den Weg zur nationalen und sozialen Befreiung !

In all den Jahren zog sich das hohe Kampfziel für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland wie ein rotewr Faden durch alle seine Artikel !

Für den Genossen Ernst Aust war der Rote Morgen das Organ, welches konsequent und prinzipienfest die revolutionären Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin gegen den modernen Revisionismus, gegen jede Spielart des Opportunismus in Deutschland und der ganzen Welt verteidigte !

Der Genosse Ernst Aust hielt im Roten Morgen stets die alte revolutionäre Tradition der deutschen Arbeiterklasse und die KPD Ernst Thälmanns, Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts hoch und blieb der revolutionären Tradition der alten „Roten Fahne“ der KPD Ernst Thälmanns treu.

Der Genosse Ernst Aust leistete mit dem Roten Morgen einen ehrenvollen Beitrag zur Stärkung der marxistisch-leninistischen Presse in der Welt.

Der Rote Morgen wurde durch den Genossen Ernst Aust zum Banner des proletarischen Internationalismus, zum Sprachrohr der Freundschaft mit dem einzigen sozialistischen Land in der Welt, mit der sozialistischen Volksrepublik Albanien !

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Der Rote Morgen hat sich einen festen Platz auf der Tribüne der revolutionären deutschen Arbeiterpresse erkämpft. Der Rote Morgen ist nicht nur die älteste marxistisch-leninistische Zeitung der Nachkriegszeit, sondern auch in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung überhaupt, eine revolutionäre Arbeiterzeitung, die ihre rote Farbe nicht gewechselt hat.

Genosse Wolfgang Eggers berichtete dann aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung über die berühmten Vorläuferzeitungen, angefangen von der "Neuen Rheinischen Zeitung" unter Karl Marx bis zur "Roten Fahne" unter Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg bis Ernst Thälmann. Dieser Teil seines Referates schloss mit dem Aufruf:

Lasst uns gemeinsam danach streben, den Roten Morgen eines Tages auch zu einer bolschewistischen Massenzeitung zu machen.

Genosse Ernst Aust

hat im Juli 1967 dafür den Grundstein gelegt mit der ersten Roten Morgen-Ausgabe. Diese erste Ausgabe knüpfte an die ruhmreiche Tradition der Roten Fahne Ernst Thälmanns an.

 

Ausführlich behandelte der Genosse 1. Sekretär dann die Geschichte des Roten Morgen:

Anfangs erschien der Rote Morgen mit der Hand getippt, mit der Hand hektografiert, vervielfältigt und illegal – zunächst in den eigenen Reihen der KPD. In seiner Rede zum 10 jährigen Bestehen des Roten Morgen erzählte der Genosse Ernst Aust uns übrigens, wie es zum Namen „Roter Morgen“ gekommen war. Er sagte:

Die Nacht des revisionistischen Verrats war durch die Gründung des Roten Morgen beendet. Ein neuer Tag in der ruhmreichen Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung brach an. Dieses historische Ereignis findet im Namen Roter Morgen seinen symbolischen Ausdruck.“

In der gleichen Rede unterstrich er die damalige Bedeutung der Herausgabe des Roten Morgen. Er stellte die Frage:

Worin lag die Bedeutung der Herausgabe des Roten Morgen ? Sie lag darin, dass seit Jahren endlich wieder eine marxistisch-leninistische Zeitung in Westdeutschland erschien, darin, dass das KPD-Verbot in der Praxis durch die Propagierung der marxistisch-leninistischen Prinzipien der Diktatur des Proletariats, der sozialistischen Revolution, durchbrochen wurde. Sie lag darin, dass die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen marxistisch-leninistischen Partei geschaffen wurden.“

 

Der Referent ging dann auf die diversen Kämpfe ein, die die Genossen gegen solche Lumpen wie die Liquidatoren, gegen die Erpressungen eines H. J. Kühn, schließlich gegen den Verrat des Trotzkisten KOch führen musten. Viele Einzelheiten dieser Kämpfe jonnte Genosse Wolfgang aus eigenem Erleben bis ins Detail berichten und folgerte:

Wir feiern heute den 20. Jahrestag des Roten Morgen! Das ist aber auch gleichzeitig eine ernste Verpflichtung, den Roten Morgen fest in unseren Händen zu behalten und ihn uns niemals wieder entreißen zu lassen, wann auch immer und von wem auch immer ! Eines müssen wir uns stets fest einprägen: Im Kampf gegen die Liquidatoren gibt es keinerlei, absolut keine Schonung oder falsche Rücksichtnahme ! Jeder, der diese Verräter auch nur ein klein wenig verteidigt oder ihnen gegenüber zu schwanken beginnt oder gar mit ihnen zusammenarbeitet, vielleicht sogar mit der edlen Absicht, möglichst die Liquidatoren im Kampf gegen das Liquidatorentum mit einzubeziehen, den werden wir zunächst eindringlich warnen, aber nicht zu lange, Genossinnen und Genossen ! Wer sich nicht von den Liquidatoren distanziert, ist für die Liquidatoren und gegen uns, und wird von uns auch entsprechend als Gegner behandelt. Möller will das immer noch nicht begreifen. Was soll man da machen ? Unsere Geduld mit ihm ist nicht unbegrenzt. Ein und ein halbes Jahr warten wir nun geduldig auf eine klare Entscheidung, auf eine eindeutige Stellungnahme, für oder gegen die Liquidatoren. Aber Möller will taktieren, will ihnen weiter die Hand reichen. Ich frage euch, was soll man davon halten ? Was soll man von Möller halten, der unseren Genossen die Hand ausschlägt und stattdessen solchen Leuten die Hand reicht, die den Genossen Ernst Aust als „Agenten des britischen Geheimdienstes“, als „CIA-Agent“ beschimpfen – und das sogar in der albanischen Öffentlichkeit. Die Albaner haben dem Genossen Ernst, aber solchen Leuten niemals die Hand gereicht, sondern Hausverbot gegen sie befohlen! Die „Avantgarde“-Leute sollen sich ja nicht blicken lassen. Denen haben wir auch Hausverbot gegeben !

Mit den Liquidatoren gibt es nichts, überhaupt nichts, was uns mit diesen Halunken irgendwie verbindet. Wir laden Möller gerne zu Gesprächen ein. Es gibt durchaus einiges, was uns noch vereint, trotz aller tiefen Differenzen. Aber eins muss sich Möller merken. Die Liquidatoren braucht er zu den Gesprächen nicht mitbringen, sonst kann er selber zu hause bleiben! Für Möller dürfte unsere Haltung zu den Liquidatoren nicht neu sein. Wir haben sie 1985 bereits klar und deutlich vertreten. Wir sind nie für „irgendeine“ Einheit gewesen, auch nicht für eine Einheit um jeden Preis. Wir vereinen uns nur mit Marxisten-Leninisten, mit wem denn sonst ? Wir vereinigen uns doch nicht mit Leuten, die uns beschimpfen und bekämpfen, die uns als Feinde behandeln. Wir haben in 10 knappen klaren Punkten einen Vorschlag zur Einheit der Marxisten-Leninisten in unserer Partei gemacht:

  1. Bestätigung der Kieler Erklärung vom 3. 3. 1985

  2. Anerkennung der Beschlüsse der Hamburger Konferenz vom Juni 1985

  3. Anerkennung der Erklärung der Frankfurter Konferenz vom 7./8. September 1985

  4. Verurteilung der putschistischen Spaltung des so geannten „6. Parteitags“ in Stuttgart vom 28. und 29. 12. 1985 und Zurücknahme der dort gefassten Beschlüsse.

  5. Anerkennung der 14 Thesen zur Reorganisierung des weiteren Aufbaus der KPD vom 25. und 26. Januar 1986

  6. Gegenseitige Übereinstimmung darüber, dass in Deutschland nur eine KPD bestehen kann

  7. Gegenseitiges Einverständnis über die Unzulässigkeit des Weiterbestehens zweier konkurrierender Zentralorgane

  8. Gemeinsame Vorbereitung und Durchführung eines 7. Parteitags zur Überwindung der Spaltung

  9. Einstellung von Verleumdungen, kameradschaftlicher Umgang unter den Genossinnen und Genossen. Austragen der Meinungsverschiedenheiten über die trennenden politisch-ideologischen Inhalte

  10. Gemeinsame Erklärung bzw. Aufruf zur Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD des Genossen Ernst Aust.

Mit diesen 10 Punkten wollen wir sichergestellt wissen, dass eine Vereinigung nur auf den Grundlagen der alten KPD des Genossen Ernst Aust für uns in Frage kommt. Wir wollen den gemeinsamen Kampf gegen jegliche Abweichung von unserer alten revolutionären Parteilinie, der Linie des Genossen Ernst Aust, führen und wehren uns gegen alle Versuche, die Partei zu beerdigen, indem stattdessen eine „neue Partei“ gegründet wird. Wir betrachten es als ein Verbrechen gegenüber der Arbeiterklasse, wenn der Partei der Wille der Liquidatoren aufgezwungen wird, so wie wir es auch als ein Verbrechen betrachten, die Kräfte der wirklichen Marxisten-Leninisten zu zersplittern und zu spalten. Diejenigen, die die alte Partei verlassen haben, müssen ihren Kampf gegen sie umgehend einstellen und den Willen zur Einhaltung der Parteidisziplin auf der Grundlage unseres 10-Punkte-Vorschlages durch Taten unter Beweis stellen. Man kann nicht mit solchen Kräften die Partei reorganisieren wollen, die die Desorganisierung der KPD in Theorie und Praxis betrieben haben und weiter betreiben. Der Trennungsstrich gegenüber den Liquidatoren ist und bleibt die Grundvoraussetzung für die Einheit zur Reorganisierung und dem Wiederaufbau der Partei nach dem Koch-Verrat. Für alle Marxisten-Leninisten der KPD muss unbedingt gelten, was der Genosse Ernst im April 1985 gefordert hatte:

Verteidigen wir den Marxismus-Leninismus, das Programm und Statut unserer Partei, kämpfen wir für die Reorganisation der Partei auf diesen Grundlagen gegen alle Liquidatoren von rechts und „links“, gegen den liquidatorischen Kurs des ZK wie auch gegen „linke“ Sektierer, die uns einen lokalen Studierzirkel als Nachfolgeorganisation der KPD servieren wollen.“

Wir warten ab und werden sehen, ob und wie die gemeinsame Sache vorankommt und ob Möller die Kröte in Punkt vier schlucken wird oder nicht. Wir sind zu allem bereit, was der Partei nützt, was sie stärkt, was sie vorwärts bringt. Wir sind bereit, uns unsererseits ernsthaft mit Vorschlägen von Möller zu befassen. Aber was die Partei aufhält, wird sie bei Seite räumen; was sie zurückzerrt, wird sie abschütteln. Die Frage der Einheit der Marxisten-Leninisten ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass wir uns weiter auf die eigenen Kräfte stützen und die Aufgaben und Ziele des Roten Morgen klar bestimmen und praktisch umsetzen gemäß dem Programm des Genossen Ernst Aust. In unserer 10. These zur Reorganisierung der Partei – beschlossen auf dem 6. Parteitag in Bremen vom 26. 1. 1986 heißt es:

Die KPD braucht ein Zentralorgan als kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator. Die Schaffung des ZO ist so bald wie möglich in Angriff zu nehmen.“

Die Reorganisierung des Zentralorgans haben wir nunmehr erfolgreich umgesetzt. Die wichtigste Aufgabe des Roten Morgen ist die Gewinnung der Vorhut des Proletariats, ihre Formierung zur bolschewistischen Partei. Diese Aufgabe erfüllen wir gegenwärtig im Kampf gegen den Klassenfeind, im Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten in unserer reorganisierten Partei und im Kampf für die Vertiefung des Einflusses unserer Zeitung unter den Massen.

Was der Genosse Ernst Aust 1970 im Artikel „Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht!“ über die gegenwärtige Aufgabe des Roten Morgen schrieb, dient uns noch heute als Grundlage. In seinem Artikel hieß es:

Wie muss in der jetzigen Phase des Parteiaufbaus der Rote Morgen, das Zentralorgan unserer Partei, aussehen ? Sicher ist, dass in ihm die Programmdiskussion in Artikeln und Beiträgen der Kommissionen einen gebührenden Platz einnehmen, dass in ihm die politische Linie ihren konkreten Ausdruck finden soll. Doch ist das alles ? Erinnern wir uns, welche Forderungen Lenin an das Zentralorgan einer bolschewistischen Partei stellte: Die Zeitung soll kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator sein. Wobei entsprechend der jeweiligen Situation die Betonung auf der einen oder anderen Seite liegen kann. Für uns ist entsprechend der Hauptaufgabe der Partei gegenwärtig die Propaganda die hauptsächliche Seite [Unterstreichung durch die Redaktion mit Hinweis auf den selbstkritischen Kommentar des Genossen Wolfgang Eggers über den 4. Parteitag der KPD/ML]. Das heißt jedoch nicht, die eine oder andere Seite völlig aus der Zeitung verschwinden zu lassen. Alle Seiten müssen berücksichtigt werden. Was aber heißt zum Beispiel in unserer Situation

kollektiver Propagandist:

Das heißt, die Zeitung muss in ideologischen Artikeln

  1. den schonungslosen Kampf gegen den Imperialismus und Sozialimperialismus – besonders gegen die westdeutsche Monopolbourgeoisie – führen.

  2. Den Revisionismus in all seinen Erscheinungsformen ständig entlarven.

  3. Der Arbeiterklasse die Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Partei erklären.

  4. Das Wesen des Kapitalismus in all seinen Erscheinungsformen erklären und enthüllen.

  5. In sachlicher Diskussion und Polemik mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen die korrekte Linie des Aufbaus und der Politik der marxistisch-leninistischen Partei bestimmen.

  6. Die Erfahrungen und Erfolge der marxistisch-leninistischen Bruderparteien aufzuzeigen und auszuwerten.



Kollektiver Agitator:

Das heißt, die Zeitung muss

  1. zu konkreten Aufgaben der Arbeiterklasse, zum Beispiel Streiks, Kampf gegen die Preissteigerungen usw. anleitend Stellung nehmen.

  2. An konkreten Beispielen die Bourgeoisie demaskieren und die Taktik der Revisionisten entlarven.

  3. Zu aktuellen politischen Fragen vom Klassenstandpunkt aus Stellung nehmen.

  4. Erfahrungen über verschiedene Aktionen des Klassenkampfes vermitteln.

  5. Die Diskussion über die konkreten Formen des Kampfes mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen führen.



Kollektiver Organisator:

  1. sich ein enges Netz von Korrespondenten aus möglichst vielen Orten schaffen, um in der Lage zu sein, direkt von der Basis aus zu berichten.

  2. Über Abonnenten und Leser den Kreis der Sympathisanten an die Partei heranzuführen.

  3. Politische Kampagnen organisierend voranzutreiben.

  4. Über Erfahrungen der Organisationen der Partei zu berichten.

Das alles sind vielfältige, umfangreiche Aufgaben, die vom Zentralorgan unserer Partei wahrgenommen werden müssen.“


Zum Abschluss seines Referates verdeutlichte Genosse Eggers anhand von mehreren Beispielen diese Grundlagen und schloss mit den Worten:

Wir deutschen Kommunisten werden nicht eher aufhören zu kämpfen, bis es auf diesem Erdball keinen Flecken mehr gibt, auf dem Menschen von Menschen ausgebeutet und unterdrückt werden. Wior werden solange kämpfen, bis der Kommunismus auf der ganzen Erde Wirklichkeit geworden ist.

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Ich rufe euch jetzt zum Schluss zu: Kämpft weiter für den Roten Morgen, damit eines Tages auf der Titelseite die Überschrift zu lesen ist:

In Deutschland ist der Kapitalismus besiegt!“

Es lebe die deutsche Arbeiterklasse !

Es lebe die KPD !

Es lebe das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland !

Es lebe der Genosse Ernst Aust – der Gründer des Roten Morgen !

Nach dem Referat des Genosse 1. Sekretär überraschte uns der Vorsitzende der Arbeitersportgruppe damit, dass er nicht nur etwas von Taekwon-Do versteht, sondern auch ein Zauberkünstler ist: Er verwandelte einen alten Radioapparat in eine geballte "Rote Faust" und überreichte sie unter dem Jubel der Festteilnehmer dem Genossen Eggers.

[diese "rote Faust" - ein Gipsmodel in Naturgröße - hat in den Räumen der Parteizentrale heute, 2017 - also nach 30 Jahren - immer noch ihren Ehrenplatz - Anmerkung der Redaktion]

Der Arbeitersportgruppe wurde der Ehrenname "Arbeitersportgruppe Ernst Aust" verliehen. Mit dem Gesang der "Internationale" wurde der offizielle Teil des ersten Tages abgeschlossen. Wegen störender Vorfälle, die das ZK sehr bedauert und für die es alle Teilnehmer des ersten Tages um Entschuldigung bittet, trafen sich dann bis weit nach Mitternacht noch mehrere Genossinnen und Genossen in einer Gaststätte und feierten dort weiter.

Am Sonntag, 20. 9. 1987 wurde das Pressefest mit einer Bootsfahrt fortgesetzt. Während dieser 3-stündigen Fahrt konnten intensive politische Gespräche geführt werden. Anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen, bei dem unter dem Beifall der Mitglieder und Gäste eine Genossin den Aufnahmeantrag in die Partei stellte. Wir besichtigten dann die Mauer und anti-faschistische Gedenkstätten und beschlossen das Fest gegen 17. 00 Uhr mit einem kämpferischen "Rot Front!" Am Sonntagabend sowie Montag führten dann noch ZK-Mitglieder Gespräche mit ausländischen Delegationsteilnehmern. Wir freuen uns schon auf das nächste Pressefest in 5 Jahren zum "Silber-Jubiläum".

 

 

 

Grußadresse der TDKP: