ROTER MORGEN - ARCHIV

1986

 

 


Anmerkung:
Dies war die erste Ausgabe des Roter Morgen im gro├čen Zeitungsformat - nach der Abrechnung mit den Koch-Trotzkisten in unserer Partei.

 

 

    Leitartikel

    Mai - Juni 1986

    Kommunismus und Trotzkismus

    sind

    wie Feuer und Wasser

     

    geschrieben von Wolfgang Eggers

     

     


    Vorwärts im Geiste des Genossen Ernst Aust ! Es lebe die KPD/ML !







    Alter ROTER MORGEN erscheint NEU !

    Kommunismus und Trotzkismus

    sind

    wie Feuer und Wasser

     

    geschrieben von Wolfgang Eggers



    Unser Genosse Ernst Aust gründete diesen ROTEN MORGEN einst vor 19 Jahren. Als er am 25. 8. 1985 starb, war auch das revolutionäre Feuer des ROTEN MORGEN erloschen.

    Gelöscht wurde es von einer trotzkistischen Führung, die sich in den letzten Jahren innerhalb der KPD herausbildete. Seit dieser Zeit ist der Rote Morgen nicht mehr unser ROTER MORGEN, ist er nicht mehr das, was unser Genosse Ernst Aust damit bereits geschaffen hatte:



    • eine Anklageschrift gegen das kapitalistische Ausbeuter – und Unterdrückungssystem

    • eine revolutionäre Stimme der Arbeiterklasse

    • ein kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator der Partei

    • ein Bindeglied zwischen wissenschaftlichem Sozialismus und revolutionärer Arbeiterbewegung

    • Wegbereiter der nationalen und sozialen Befreiung des Proletariats

    • Verbreiter der Losung: “Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!”

    • Verteidiger der revolutionären kommunistischen Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin gegen den modernen Revisionismus und jegliche Art von Opportunismus – so auch gegen den Trotzkismus.

    • Fortsetzer der alten revolutionären Traditionen der deutschen Arbeiterklasse und des Weltproletariats

    • Stimme des proletarischen Internationalismus



    Die trotzkistischen Führer wichen hiervon ab und verwandelten den ROTEN MORGEN in ein anti-marxistisch-leninistisches, trotzkistisches Instrument. Mit dem guten Namen “Roter Morgen” vernichteten sie unser Zentralorgan. Die trotzkistischen Führer steuerten mit dem ROTEN MORGEN direkt auf die Vereinigung mit der trotzkistischen Gruppe “Internationaler Marxisten (GIM – 4. Internationale) zu.

    Als Minderheit in der Partei waren wir nicht in der Lage, das Ruder rechtzeitig wieder herumzureißen. So trennten wir uns im Herbst 1985 von der GIM/KPD, um den alten bolschewistischen Parteikurs im Geiste des Genossen Ernst Aust zu verteidigen und fortzusetzen. Mit dem 6. Ordentlichen Parteitag der KPD in Bremen – am 25. und 26. 1. 1986 stellten wir wieder die alten korrekten politischen Grundlagen her, bestätigten die Gültigkeit des alten Programms und Statuts und legten 14 Thesen zum weiteren Wiederaufbau der Partei fest.

    In diesen 14 Thesen war auch die dringend notwendige Schaffung eines neuen Zentralorgans fixiert. Wir sind stolz darauf, dass wir trotz unserer Anfangsschwierigkeiten die Herausgabe dieser ersten Nummer zum 1. Mai 1986 sicher stellen konnten. Damit setzten wir die revolutionäre Kampftradition des alten ROTEN MORGEN ehrenvoll fort.

    Im Kampf gegen den immer offener auftretenden Verrat der trotzkistischen Führer blieben einige unserer Genossen auf halbem Wege stehen. Sie waren zwar mit uns einig, dass die trotzkistische Linie unweigerlich zur Liquidierung der Partei führen musste, aber sie waren nicht bereit, die alte korrekte marxistisch-leninistische Linie anzuerkennen und einzig und allein auf ihren Grundlagen die Partei zu reorganisieren.

    Stattdessen schätzten sie die korrekte Linie von damals als “sektiererisch” ein und stempelten uns deswegen als “Parteifeinde” ab, die die Partei zu früher gemachten “sektiererischen” Fehlern “zurückzerren” wollten. Sie sind von sich davon überzeugt, von nun ab einen “korrekten” Kampf gegen den “linken” und rechten Opportunismus in der KPD geführt zu haben. Im Grunde sind sie aber auf zentristische Positionen gerutscht, was nichts anderes heißt, als zwischen GIM/”KPD” und uns hin- und her zu schwanken. Da mit ihnen keine Einheit möglich war, weil sie die Verteidigung der alten Partei als “pseudo-religiöse Traditionspflege” abtaten, trennten sich unsere Wege, und sie gaben ihr eigenes Zentralorgan als “ROTER MORGEN” heraus, das sie “Weg der Partei – aktuell” nannten. Mit dem ersten Mai benannten sie ihr Zentralorgan als “ROTER MORGEN” um. Somit nennen sich zwei Organisationen neben uns unrechtmäßig “KPD” und bringen unrechtmäßig je einen “Roten Morgen” heraus. Sicherlich ist die Zersplitterung unserer seit 17 Jahren bestehenden Kommunistischen Partei ein tiefer Schlag für uns Genossen, für die deutsche Arbeiterklasse und für unsere Bruderorganisationen in der ganzen Welt. Das zeigt eindringlich, dass es nicht genügt, eine marxistisch-leninistische Partei mit einem revolutionärem Programm und Statut zu schaffen. Man muss auch vor allem aufpassen, dass man eine marxistisch-leninistische Partei bleibt und nicht zulässt, dass Abweichler eine Chance bekommen, die Parteiführung an sich zu reißen. Nur wenn man tagtäglich den Marxismus-Leninismus richtig anwendet, ist man von der Gefahr der Entartung der Partei gefeit.

    Es kann nur eine Linie in der Partei geben – die marxistisch-leninistische Linie. Genauso kann es auch nur eine einzige Partei geben, eine einheitliche, starke, bolschewistische Partei, aber nicht zwei oder drei KPDs.

    Es gibt nur eine korrekte KPD, nämlich diejenige, die die alten Gründungsdokumente anerkennt und das Programm und Statut in die Praxis umsetzt. Das tut weder die GIM/”KPD” noch die “KPD”, die den “Weg der Partei – aktuell” herausgibt.

    Es kann nur eine Einheit auf korrekter Grundlage geben und diese Einheit ist unter den jetzt entstandenen Bedingungen nicht möglich, da wir die Einzigen sind, die diese Grundlagen anerkennen. Wir sind die KPD Ernst Austs.

    Wir sind gegen die Versöhnung mit dem Opportunismus – insbesondere mit dem Trotzkismus.

    Wir sind für die Einheit und Stärkung der KPD im Kampf gegen den Opportunismus. Wie sollte die Bolschewisierung der KPD sonst in Angriff genommen und fortgesetzt werden können ?

    Mit der Herausgabe dieses ROTEN MORGEN haben wir einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Davon kann sich jeder Leser überzeugen.

    Es ist ein Sieg über den Trotzkismus und alle Strömungen, die sich mit ihm versöhnen. Es ist eine Ermutigung für alle Marxisten-Leninisten in diesem Land, die den Kampf gegen den Opportunismus unversöhnlich und prinzipienfest weiter führen.

    Es ist eine Wiedergutmachung des Schadens, den unsere Partei der marxistisch-leninistischen Weltbewegung durch die trotzkistischen Führer zugefügt hat.

    Die trotzkistisch-revisionistische GIM/”KPD” schlug den Weg der Versöhnung mit dem Trotzkismus ein, indem sie die Auseinandersetzung zwischen dem Marxismus-Leninismus und dem Trotzkismus als alten “persönlichen Machtstreit” zwischen Stalin und Trotzky herunter spielten. Die Zeiten hätten sich “geändert” und man wolle doch im Grunde genommen “ein und dasselbe”.

    Sie trennten den so genannten “alten” Trotzkismus vom heutigen Trotzkismus, der sich dem Marxismus-Leninismus “angenähert” haben solle.

    Als wir diese konterrevolutionäre Rolle des Trotzkismus entlarvten und seinem Einfluss in unserer Partei entgegen traten, kritisierte man uns als “Sektierer” und als “Dogmatiker”, als “Querulanten gegenüber der Einheitsbewegung der revolutionären Sozialisten”.

    Die entscheidende Waffe gegen den Trotzkismus in unserer Partei war die Verteidigung und Weiterentwicklung und damit die Stärkung des Marxismus-Leninismus. Die Zerschlagung des Trotzkismus in unserer Partei war eng verbunden mit dem Kampf gegen den modernen Revisionismus, der in Form des rechten Opportunismus auftrat.

    Genau vor 30 Jahren, als Chruschtschow seine wilde Kampagne gegen Stalin auf dem 20. und 22. Parteitag der KpdSU eröffnete, erhielten die Trotzkisten wieder Aufwind. Zu Stalins Zeiten hatten sie keine Chance. Mit dem Machtantritt des Chruschtschow-Revisionismus spekulierten die Trotzkisten mit der Parole der “revolutionären Alternative” gegenüber dem modernen Revisionismus, um Verwirrung in der revolutionären Bewegung zu schaffen.

    Wir sind im Rahmen dieses Artikels nicht in der Lage, näher auf den Trotzkismus einzugehen und bitten den Leser, unsere Publikationen zum Trotzkismus zu bestellen. Wir können hier nur die wichtigsten, charakteristischen Merkmale des Trotzkismus aufzählen:

     

    • Schwanken von einem Extrem ins andere

    • voluntaristischer Subjektivismus

    • Eklektizismus

    • Pragmatismus

    • Feindschaft gegenüber Lenin und besonders Stalin

    • Feindschaft gegenüber Albanien

    • Scheingefechte gegen den modernen Revisionismus

    • Spaltung und Fraktionismus aus Prinzip

    • revolutionär in Worten – konterrevolutionär in Taten

    • Leugnung des nationalen Faktors der Revolution

    • Theorie vom Export der Weltrevolution” auf Grund der Überschätzung äußerer Faktoren (und Unterschätzung der inneren Faktoren)

    • Leugnung der Notwendigkeit einer eigenverantwortlichen bolschewistischen Partei im nationalen Maßstab

    • Leugnung des sozialistischen Staates als Staat der Diktatur des Proletariats

    • Teilung der Macht durch mehrere Parteien im Sozialismus

    • Leugnung des Prinzips des demokratischen Zentralismus

    • Verzicht auf die Einheit und Geschlossenheit des Denkens und Handelns und die eiserne Disziplin in der Partei



    Wer heute ernsthaft den modernen Revisionismus in der Welt vernichten will, ,muss, wenn er ein wahrer Marxist-Leninist sein will, auch den Trotzkismus bekämpfen, denn beides ist eng miteinander verbunden. Agim Popa sagte in seinem Aufsatz: “Die heutige revolutionäre Bewegung und der Trotzkismus”:

     

    Die entscheidende Bedingung für einen erfolgreichen Kampf gegen den Trotzkismus ist die weitere Entwicklung der marxistisch-leninistischen Bewegung selbst, die Erstellung eines wahrhaft revolutionären Programms für jedes Land, die Ausbreitung und das Eindringen der marxistisch-leninistischen Parteien in den Massen, um ihnen eine klare Vorstellung zu geben. Dabei gilt es die aufrechten, revolutionären Kräfte, die heute noch vom Trotzkismus irre geleitet sind, von seinem Einfluss zu befreien und für die Sache der Revolution zu gewinnen”.

     

    Wie haben die trotzkistischen Führer ihre Positionen in den ROTEN MORGEN hinein getragen ?

    Sie veröffentlichten zunächst Leserbriefe, in denen zum Beispiel Albanien und Stalin in unverschämter Art und Weise verunglimpft wurden. Vor allem der Genosse Ernst Aust hat sich gegen diese liberalistisch-hinterhältige Methode der schleichenden Infiltration trotzkistischen Gedankengutes gewandt:

     

    Wo ich etwas gegen habe ist, Leserbriefe anti-marxistisch- anti-leninistischen Inhalts unkommentiert zuzulassen nach dem Motto: `Lasst 1000 Blumen blühen!` Wo ich entschieden etwas dagegen habe ist, die Revision unserer Anschauungen über Stalin, Albanien und die Partei, die man selbst noch nicht offen zu sagen wagt, mittels Leserbriefe vorzubereiten bzw. Vorbereiten zu lassen”.

     

    Heute schreibt schreibt die GIM (4. Internationale) schon sogar ihre eigenen Artikel im “Roten Morgen” der GIM/”KPD” [ ! ], während sie das vor einem Jahr nur in ihren “Leserbriefen” tun durften. Vor einigen Monaten veröffentlichte die GIM/”KPD” in ihrem “Roten Morgen” eine Collage alter ROTER MORGEN-Titelseiten wie zum Beispiel: “Es lebe der Kommunismus” oder “Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland”. Dabei besaßen sie die Frechheit, diese Collage mit folgendem Text zu untertiteln:

    Das war einmal und kommt nicht mehr – dunkle Kapitel der Propaganda – und Entlarvungspartei – KPD/ML”.

    Dies ist der Beweis ihrer Selbstentlarvung , denn wie kann sich jemand Kommunist nennen, wenn er die Propagierung des Kommunismus im Zentralorgan als dunkles Kapitel” bezeichnet ?

    Hieran wird deutlich, wer mit dem Namen “Roter Morgen” Verwirrung stiften will und wer nicht. Eines Tages werden die revolutionären Menschen erkennen, was Original und Fälschung ist.

    Es war ja nicht das erste Mal, dass sich der ROTE MORGEN in den Händen der Opportunisten befand. Nicht das erste Mal versuchte man den ROTEN MORGEN in ein Diskutierblättchen der kleinbürgerlichen Intelligenz zu verwandeln. Anfang der 70er Jahre mussten wir einen erbitterten und teilweise militanten Kampf führen, um den ROTEN MORGEN ihren Händen wieder zu entreißen. Dies ist uns diesmal nicht gelungen, aber die Herausgabe dieses ROTEN MORGEN ist nicht minder ein Sieg über das Liquidatorentum.

    Wir setzen die ruhmreiche Geschichte des ROTEN MORGEN fort. Damals war er ein Sieg über den revisionistischen Verrat in unserem Land. Das war ein Schlag ins Gesicht der Bourgeoisie, die mit aller Gewalt versucht hatte, die Stimme der Arbeiterklasse zu unterdrücken, denn ohne die revolutionäre Presse ist die Arbeiterklasse nicht in der Lage, ihren Kampf zu propagieren, die Einheit der Vorhut mit der gesamten Klasse zu verwirklichen. Die Arbeiterklasse braucht die Presse, um durch ihre Agitation und Propaganda all die Betrügereien und Entstellungen der Wahrheit durch die Bourgeoisie und durch die Reformisten und Revisionisten bloß stellen zu können.

    Die revolutionäre Presse ist eine schlagkräftige Waffe in den Händen der Arbeiterklasse, um die Ideologie des Marxismus-Leninismus zu verbreiten und zu verteidigen.

    Der ROTE MORGEN hat bewiesen, dass der Marxismus-Leninismus lebendig ist, während die Bourgeoisie versucht, das Gegenteil zu “beweisen”.

    Der ROTE MORGEN hatte nicht nur die Aufgabe übernommen, die Befreiung der Arbeiterklasse zu propagieren, sondern er hat gleichzeitig die Aufgabe erfüllt, kollektiver Organisator revolutionärer, militanter Aktionen zu sein.

    Der ROTE MORGEN hat ein reichhaltiges Material gegen den Revisionismus verallgemeinert. Er war der ideologische Führer der marxistisch-leninistischen Bewegung in Deutschland.

    Er hat auf die täglichen Fragen der Arbeiterklasse richtige Antorten gegeben und den richtigen Weg des Kampfes gewiesen.

    Im Kampf gegen die “Drei-Welten-Theorie” und den chinesischen Revisionismus war der ROTE MORGEN eine scharfe Waffe.

    Gleichzeitig hat er gegen bürgerlich-revisionistische Theorien, gegen den Anarchismus, den Reformismus, den Trotzkismus sowie gegen den sowjetischen, jugoslawischen und euro”kommunistischen” Revisionismus den Marxismus-Leninismus verteidigt.

    Im Kampf gegen die deutsche Bourgeoisie hat er mit breiten politischen Kampagnen dazu beigetragen, die werktätigen Massen mit revolutionärem Bewusstsein zu wappnen.

    Der ROTE MORGEN baute eine Brücke über den Stacheldraht zwischen der deutschen Arbeiterklasse in Ost und West. In der DDR erschien der ROTE MORGEN illegal und er half der Partei in der DDR unter schwierigsten Bedingungen beim Parteiaufbau gegen das revisionistische DDR-Regime. Der ROTE MORGEN war damit ein Symbol nicht nur für die soziale, sondern auch für die nationale Befreiung und Wiedervereinigung des deutschen Volkes. Die KPD war die einzige Partei, die für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland kämpfte.

    Nicht zuletzt verbreitete der ROTE MORGEN den proletarischen Internationalismus und stärkte er die marxistisch-leninistische Weltbewegung

    Uns ist heute bewusst, wie lange es dauern wird und mit wie vielen Schwierigkeiten es verbunden ist, den ROTEN MORGEN wieder zu dem werden zu lassen, was er einmal war. Wir sind zur Zeit nur wenige Genossen und so stellt die Sicherung der Herausgabe an uns hohe Anforderungen. Jede nur erdenkliche Hilfe, jeder Arbeitergroschen, jede kleine Korrespondenz, jeder Leserbrief, jeder verkaufte ROTE MORGEN, jedes neue Abonnement, jeder Verbesserungsvorschlag, ist uns eine willkommene Unterstützung für die revolutionäre Sache der Arbeiterklasse und die Kommunistische Partei Deutschlands.

    Was auch immer in der Zukunft passieren mag, wir sind fest entschlossen, den ROTEN MORGEN mit revolutionärem Schwung und eiserner Disziplin fortzusetzen. Anfangs wird er nur alle zwei Monate erscheinen können. Durch tatkräftige Unterstützung unserer Leser kann bald der Schritt zur monatlichen und schließlich 14 tägigen Erscheinungsweise gemacht werden. Es ist Tatsache, dass sich ein Zentralorgan nicht am Schreibtisch, sondern mit dem revolutionären Klassenkampf der Partei entwickelt. Mag man uns heute ruhig noch als “Sektierer” belächeln, wir werden kämpfen und lernen, unsere Sache besser und besser zu machen. Mit der Zeit werden wir den ROTEN MORGEN in der Arbeiterbewegung fest verankern, werden wir aus dem Rahmen der Agitation und Propaganda heraustreten und mit dem ROTEN MORGEN die Massen mobilisieren, ohne dabei die Grundlagen des Marxismus-Leninismus und unser Parteiprogramm zu verlassen.

    Schon die Überschrift des Artikels von Ernst Aust: “Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht” macht er deutlich, dass das Zentralorgan ein Instrument der Kampfpartei werden muss und nicht nur eine Propagandapartei bleiben darf.

    Im ROTEN MORGEN Nr. 8/1970 fasste der Genosse Ernst Aust die Aufgaben des Zentralorgans gemäß leninscher Prinzipien folgender Maßen zusammen:

     

    Wie muss in der jetzigen Phase des Parteiaufbaus der ROTE MORGEN, das Zentralorgan unserer Partei, aussehen? Sicher ist, dass in ihm die Programmdiskussion in Artikeln und Beiträgen der Kommissionen einen gebührenden Platz einnehmen, dass in ihm die politische Linie ihren konkreten Ausdruck finden soll. Doch ist das alles ? Erinnern wir uns, welche Forderungen Lenin an das Zentralorgan einer bolschewistischen Partei stellte: `Die Zeitung soll kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator sein`. Wobei enstsprechend der jeweiligen Situation die Betonung auf der einen oder anderen Seite liegen kann. Für uns ist entsprechend der Hauptaufgabe der Partei gegenwärtig die Propaganda die hauptsächliche Seite. Das heißt jedoch nicht, die eine oder andere Seite völlig aus der Zeitung verschwinden zu lassen. Alle Seiten müssen berücksichtigt werden. Was aber heißt zum Beispiel in unserer Situation kollektiver Propagandist ? Das heißt, die Zeitung muss in ideologischen Artikeln:

    Erstens, den schonungslosen Kampf gegen den Imperialismus und Sozialimperialismus, insbesondere gegen die westdeutsche Monopolbourgeoisie führen.

    Zweitens, den Revisionismus in all seinen Erscheinungsformen entlarven.

    Drittens, der Arbeiterklasse die Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Partei erklären.

    Viertens, das Wesen des Kapitalismus in all seinen Erscheinungsformen erklären und enthüllen.

    Fünftens, in sachlicher Diskussion und Polemik mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen die korrekte Linie des Aufbaus und der Politik der marxistisch-leninistischen Partei bestimmen.

    Sechstens, die Erfahrungen und Erfolge der marxistisch-leninistischen Bruderparteien aufzeigen und auswerten.

     

    [Anmerkung der Redaktion: Hier kann man vielleicht noch ergänzend hinzufügen: ... also siebtens und achtens ... , nämlich die Grundlehre des Kommunismus zu propagieren und den Sozialismus in Albanien zu propagieren – Wolfgang Eggers, 7. 10. 2009].

     

    Kollektiver Agitator:

    Das heißt, die Zeitung muss

    erstens, zu konkreten Aufgaben der Arbeiterklasse, zum Beispiel Streiks, Kampf gegen Preissteigerungen usw. anleitend Stellung nehmen.

    Zweitens, an konkreten Beispielen die Bourgeoisie demaskieren und die Taktik der Revisionisten entlarven.

    Drittens, zu aktuellen politischen Fragen vom Klassenstandpunkt aus Stellung nehmen.

    Viertens, Erfahrungen über verschiedene Aktionen des Klassenkampfes vermitteln.

    Fünftens, die Diskussion über die konkreten Formen des Kampfes mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen führen.

    Kollektiver Organisator:

    Das heißt, die Zeitung muss

    erstens, sich ein enges Netz von Korrespondenten aus möglichst vielen Orten schaffen, um in der Lage zu sein, direkt von der Basis aus zu berichten.

    Zweitens, über Abonnenten und Leser den Kreis der Sympathisanten an die Partei heranzuführen.

    Drittens, politische Kampagnen organisierend voranzutreiben.

    Viertens, über Erfahrungen der Organisationen der Partei berichten.

    Das alles sind sind vielfältige, umfangreiche Aufgaben, die vom Zentralorgan unserer Partei wahrgenommen werden müssen.”