IMPERIALISMUS

BEDEUTET

KRIEG

 

Ernst Aust

aus: Roter Morgen Nr. 3, 4 und 6 1975

(drei-teilige Artikelserie)

 

Anmerkung:

Im Artikel werden u.a. noch die Mao Tsetung-Zitate verwendet.

Erst im Jahre 1978 (also drei Jahre später) hat sich die KPD/ML von den Mao Tsetung-Ideen endgültig getrennt, nachdem das maoistische China die Beziehungen zum sozialistischen Albanien abgebrochen hatte.

Unter der Führung des Genossen Ernst Aust wurde in Deutschland die anti-maoistische Kritik des Genossen Enver Hoxha erfolgreich umgesetzt.

 

 

 

 

 

Wird es zu einem neuen imperialistischen Weltkrieg kommen ?

 

- Die vom Imperialismus entfesselten Kriege haben unermessliches Leid über die Völker gebracht:

rund 67 Millionen Tote, weit über 100 Millionen Verwundete, zerstörte Städte, verwüstete Länder, Hunger und Obdachlosigkeit - das waren die Folgen zweier imperialistischer Weltkriege für die werktätigen Massen.

Die Imperialisten aller Länder reden heute von "Sicherheit", "Abrüstung" und "Entspannung", aber ihre Taten entlarven ihre "Friedens"phrasen und legen ihre aggressiven Ziele bloß. Immer mehr Menschen sehen die Gefahr eines neuen imperialistischen Weltkrieges und stellen die Frage, wie er verhindert werden kann.

Mit dem folgenden Artikel über die Ursachen der imperialistischen Kriege beginnen wir eine Artikelfolge, in der wir auf die Gefahr des Ausbruches eines dritten imperialistischen Weltkrieges und auf die wichtigsten Fragen des Kampfes gegen den imperialistischen Krieg eingehen.

 

TEIL 1

 

Wenn wir nicht allgemein von der Kriegsgefahr, sondern von der Gefahr eines neuen "imperialistischen Weltkrieges" sprechen, heißt das, dass wir nicht alle Kriege gleichsetzen.

So führt der US-Imperialismus einen mörderischen Krieg gegen das vietnamesische Volk. Und die Völker der Welt verurteilen die Verbrechen des US-Imperialismus auf das Schärfste.

Auch das vietnamesische Volk führt einen Krieg gegen den US-Imperialismus, aber es findet bei den Völkern der Welt breite Unterstützung und Solidarität.

 

Genosse Mao Tsetung hat dazu festgestellt:

"Die im Laufe der Geschichte geführten Kriege teilen sich in zwei Arten: in gerechte und ungerechte.

Alle Kriege, die dem Fortschritt dienen, sind gerecht.

Alle Kriege, die den Fortschritt behindern, sind ungerecht.

Wir Kommunisten sind gegen alle den Fortschritt behindernden, ungerechten Kriege, jedoch nicht gegen fortschrittliche, gerechte Kriege."

 

[Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution":

Der Überfall Chinas auf Vietnam im Jahre 1979 war NICHT fortschrittlich, war NICHT gerecht !! China ist eine imperialistische Supermacht, auch von ihr geht heute also eine Gefahr des neuen dritten imperialistischen Weltkrieges aus.]

 

Und Lenin schrieb:

 

"Es gibt Kriege als Abenteuer, der die Interessen einer Dynastie, den Appetit einer Räuberbande befriedigt, der den Zielen der Helden des kapitalistischen Profits Genüge tut. Und es gibt den Krieg - und zwar ist das der einzige rechtmäßige Krieg in der kapitalistischen Gesellschaft - gegen die Unterdrücker und Versklaver des Volkes" (Lenin, Band 8, Seite 569).

 

Solche ungerechten Kriege, die den "Zielen der Helden des kapitalistischen Profits Genüge" tun, gibt es natürlich nicht erst seit der Herausbildung des Imperialismus.

Schon 1848 stellten Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest fest, dass die Bourgeoisie die Wirtschaft auf der Jagd nach Absatzmärkten und Rohstoffen "kosmopolitisch gestaltet" habe. Niemals hat sich diese "kosmopolitische Gestaltung" der Wirtschaft durch den Kapitalismus ohne Eroberungskriege vollzogen. Von Anfang an eroberten die Kapitalisten Kolonien, unterjochten sie andere Völker, um sich billige Rohstoffe und Absatzmärkte zu sichern. Die kapitalistischen Länder teilten die Welt als Kolonialbesitz unter sich auf. Die Aufteilung der Welt unter die kapitalistischen Mächte war also bereits weitgehend abgeschlossen, als der Kapitalismus mit der Entstehung der Monopole, der fortschreitenden Konzentration des Kapitals in den Händen einiger weniger Finanzkapitalisten in das Stadium des Imperialismus trat.

 

Lenin schreibt:

 

"Der Imperialismus stellt die erst im 20. Jahrhundert erreichte höchste Entwicklungsstufe des Kapitalismus dar. Dem Kapitalismus ist es zu eng geworden in den alten Nationalstaaten (...). Der Kapitalismus hat die Konzentration bis zu einem solchen Grad entwickelt, dass ganze Industriezweige von Syndikaten, Trusts, Verbänden kapitalistischer Milliardäre in Besitz genommen und dass nahezu der ganze Erdball unter diese 'Kapitalgewaltigen' aufgeteilt ist, sei es in der Form von Kolonien, sei es durch die Umstrickung fremder Länder mit den tausendfachen Fäden finanzieller Ausbeutung. Der Freihandel und die freie Konkurrenz sind ersetzt durch das Streben nach Monopolen, nach Eroberung von Gebieten für Kapitalanlagen, als Rohstoffquellen usw. Aus einem Befreier der Nationen, der er in der Zeit des Ringens mit dem Feudalismus war, ist der Kapitalismus in der imperialistischen Epoche zum größten Unterdrücker der Nationen geworden, er hat die Produktivkräfte so weit entwickelt, dass der Menschheit entweder der Übergang zum Sozialismus oder aber ein Jahre- , ja sogar Jahrzehnte langer bewaffneter Kampf der 'Groß'mächte um die künstliche Aufrechterhaltung des Kapitalismus mittels der Kolonien, Monopole, Privilegien und jeder Art von nationaler Unterdrückung bevorsteht." (Lenin, Band 21, Seite 302)

 

Lenin stellt also fest, dass mit dem Eintritt des Kapitalismus in sein imperialistisches Stadium der "bewaffnete Kampf der 'Groß'mächte", also der imperialistische Krieg, zum Wesensmerkmal des Kapitalismus geworden ist und nur mit der Ersetzung des Kapitalismus durch den Sozialismus verschwinden wird.

 

Die Frage der Gefahr eines imperialistischen Krieges hängt also nicht davon ab, wie "verständigungsbereit" oder "entspannungsfreundlich" die jeweiligen Regierungen der imperialistischen Länder sind, sondern es sind die Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus, die notwendig in den imperialistischen Krieg münden, solange der Imperialismus nicht insgesamt durch die sozialistische Revolution zerschlagen wird.

 

Ziel des Kapitalismus ist nicht die Produktion von Gütern, um die gesellschaftlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Das beweisen eine Unmenge Beispiele:

Weizen wird verbrannt oder in Viehfutter verwandelt, obwohl ein Großteil der Menschheit Hunger leidet und das Bedürfnis nach Brot keineswegs befriedigt ist;

Butterberge werden vernichtet, obwohl viele Werktätige sich gar keine Butter leisten können und das Bedürfnis nach Butter keineswegs befriedigt ist;

zig Tausend Luxuswohnungen stehen leer und verrotten allmählich, obwohl viele Werktätige eine Wohnung suchen und das Bedürfnis nach Wohnraum also keineswegs befriedigt ist, usw.

Die Kapitalisten wollen durch den Produktionsprozess also nicht die Befriedigung der Bedürfnisse der Menschen, sondern eine möglichst große Vermehrung des Kapitals erreichen. In erster Linie versuchen sie das durch die hemmungslose Ausbeutung der Arbeiterklasse, indem sie die Löhne so niedrig wie möglich drücken und die Arbeitshetze durch Antreiberei und durch die Einführung neuer Maschinen so hoch wie möglich steigern. Aber die Verschärfung der Ausbeutung stößt an ihre Grenzen. Einerseits beschleunigt der Abbau der Löhne bei gleichzeitiger Ausweitung der Produktion das Eintreten der Überproduktionskrise, es werden mehr Waren produziert als zahlungsfähige Nachfrage besteht.

Andererseits nimmt die Arbeiterklasse die ständige Verschärfung der Ausbeutung nicht kampflos hin, sie schließt sich zusammen und kämpft gegen die Angriffe der Kapitalisten auf ihre Lebensinteressen. Aus dieser inneren und im Kapitalismus nicht aufhebbaren Krisenhaftigkeit sieht die Bourgeoisie auf der Jagd nach dem Maximalprofit nur einen "Ausweg":

Erschließung neuer Absatzmärkte und billigerer Rohstoffe - und das um so mehr, je weiter die Konzentration des Kapitals und die Monopolbildung voran geschritten ist.

 

Die Imperialisten versuchen sich Rohstoffquellen und Absatzmärkte zu sichern, indem sie andere Länder militärisch erobern und als Kolonien unterjochen und ausplündern oder indem sie diese Länder finanziell, wirtschaftlich und damit auch politisch so abhängig von sich machen, dass sie praktisch ihre Kolonien sind, auch wenn sie der Form nach "unabhängige Staaten" sind.

Zu der Jagd nach Rohstoffen und Absatzmärkten kommt im Imperialismus noch ein dritter Grund, der die Imperialisten ebenfalls treibt, andere Länder in koloniale Abhängigkeit zu bringen:

die Jagd nach Anlagemöglichkeiten zu bringen: die Jagd nach Anlagemöglichkeiten für die in den Händen des Finanzkapitals konzentrierten riesigen Kapitalmengen, die auf Grund der bereits beschriebenen Krisenhaftigkeit des Kapitalismus in den imperialistischen Ländern selbst nicht mehr profitabel angelegt werden können. So exportieren die Imperialisten das Kapital in andere Länder, wo die Löhne niedriger, die Investitionen billiger, die Konkurrenz geringer usw. sind.

Wie der Warenexport für den Konkurrenzkapitalismus wesensmäßig war, ist es der Kapitalexport für den Imperialismus.

 

Auf der Jagd nach Rohstoffen, Absatzmärkten und Anlagemöglichkeiten prallen die Interessen der imperialistischen Mächte aufeinander.

Die Welt ist unter ihnen aufgeteilt. Aber das Kräfteverhältnis zwischen den einzelnen imperialistischen Mächten, wie es sich in der Aufteilung der Welt ausdrückt, bleibt nicht gleich.

Im Gegenteil, die Entwicklung verläuft stets ungleichmäßig.

Die stärksten imperialistischen Mächte stoßen, obwohl sie Riesenreiche ausplündern, schließlich auf die gleichen Krisenerscheinungen, die sie einst dazu trieben, andere Länder zu unterwerfen.

Andere imperialistische Mächte erstarken dagegen relativ.

Das tatsächliche Kräfteverhältnis zwischen den imperialistischen Mächten gerät in Widerspruch zur bestehenden Aufteilung der Welt.

 

Schauen wir uns die Situation vor dem 1. Weltkrieg an:

1890 produzierte England rund 50 % mehr Stahl als Deutschland, aber 1913 betrug die Stahlproduktion Deutschlands rund 250% der englischen Stahlproduktion. Der Anteil Englands an der Weltindustrieproduktion sank von 1870 bis 1913 von 32 % auf 13 %, während der Anteil Deutschlands im gleichen Zeitraum von 13 % auf 16 % stieg. Der deutsche Imperialismus hatte 1913 England und Frankreich wirtschaftlich überflügelt und war nach dem US-Imperialismus zur zweitstärksten Wirtschaftsmacht geworden. Dazu stand die Verteilung des Kolonialbesitzes im krassen Gegensatz. Der englische Imperialismus besaß 1914 33, 5 Millionen qkm Kolonialbesitz, Frankreich besaß 10, 6 Millionen qkm, aber der deutsche Imperialismus nur 2, 9 Millionen qkm.

Der geschwächte englische Imperialismus exportierte 1913 75 Milliarden Mark Kapital, während der stark expandierende deutsche Imperialismus nur 36 Milliarden im Ausland unterbringen konnte.

So strebte der deutsche Imperialismus die Neuaufteilung der Welt an. Während sich die deutsche Industrieproduktion von 1880 bis 1913 unsgesamt vervierfachte, verfünfzehnfachte sich die Rüstungsproduktion.

 

Diese rapide Militarisierung der Wirtschaft ist kennzeichnend für den Imperialismus.

Gerade die expandierenden, besonders aggressiven Mächte treiben die Rüstungsproduktion voran, um einerseits den Monopolen einen staatlichen Absatz zu sichern, der durch die staatliche Ausplünderung der werktätigen Massen finanziert wird. Vor allem aber ist die Kriegsproduktion die Vorbereitung auf den imperialistischen Krieg, dessen Inhalt der Kampf um die Neuaufteilung der Welt ist.

 

So kämpfte im 1. Weltkrieg der deutsche Imperialismus hauptsächlich gegen den englisch-französischen Block um die Neuaufteilung der Welt.

Und auch der zweite Weltkrieg begann als Kampf der imperialistischen Blöcke um die Erweiterung ihrer Herrschaftsbereiche, wobei wiederum vom deutschen Imperialismus, der mit Japan und Italien verbündet war, die größte Aggressivität ausging.

 

An beiden Weltkriegen lässt sich klar das Wesen des imperialistischen Kriegs erkennen, wie die Imperialisten auf der Jagd nach Rohstoffen, Absatzmärkten und Kapitalanlagemöglichkeiten versuchten, ohre Einflusssphären auszudehnen, neue Rohstoffe, Absatz- und kapitalmärkte unter ihre Kontrolle zu bringen, wie die ungleichmäßige Entwicklung der Widersprüche zwischen den imperialistischen Mächten verschärft, bis - vorbereitet durch fieberhaftes Wettrüsten - der Kampf um die Neuaufteilung der Welt entbrennt.

 

Der imperialistische Krieg, das größte Verbrechen des Imperialismus gegen die Völker, ist nicht die Frucht von "politischem Fanatismus" oder die "Idee eines Größenwahnsinnigen".

Der imperialistische Krieg, in dem es den imperialistischen Mächten um die Erringung oder Verteidigung der Vorherrschaft in der Welt geht, ist ein direktes Ergebnis der Entwicklung der Widersprüche des Imperialismus.

Der Kampf einiger "Groß"mächte um Hegemonie gehört zum Wesen des Imperialismus. Das gilt auch für die so genannten "Friedenszeiten". Jeder Vertrag zwischen Imperialisten - auch wenn er mit "Entspannungs"phrasen verbrämt wird - dient diesem Ziel.

Der imperialistische Krieg ist die Fortsetzung der imperialistischen Politik mit anderen Mitteln.

 

Aber so wie sich die Widersprüche zwischen den Imperialisten aufs Äußerste zuspitzen, verschärft sich auch in den imperialistischen Ländern der Widerspruch zwischen dem Proletariat und der Monopolbourgeoisie.

Und es ist gerade die imperialistische Kriegstreiberei, die das Proletariat zum erbittertsten Kampf anspornt.

Als Ergebnis des ersten Weltkriegs errichteten die Arbeiter und Bauern Russlands den ersten Staat der Diktatur des Proletariats.

Am Ende des zweiten Weltkriegs stand das Enstehen des sozialistischen Lagers.

 

Die proletarische Revolution wird den Ausbruch eines 3. imperialistischen Weltkrieges verhindern oder aber sein Ausbruch wird zu einem großen Aufschwung der sozialistischen Revolution führen.

 

 

TEIL 2

 

Droht ein neuer Weltkrieg ? - Die Ereignisse auf Cypern und im Nahen Osten u.a., das verschärfte Wettrüsten der imperialistischen Mächte, insbesondere der beiden Supermächte, haben dazu geführt, dass diese Frage die Werktätigen aller Länder immer stärker bewegt. In der letzten Nummer des Roten Morgen begannen wir die Artikelfolge "Imperialismus bedeutet Krieg" mit der Darlegung der wichtigsten politischen und ökonomischen Gesetze des Imperialismus, die die imperialistischen Kriege hervorrufen. Der imperialistische Krieg ist der Kampf der imperialistischen Großmächte um die Neuaufteilung der Welt, um Rohstoffe, Absatzmärkte und Kapitalanlagemöglichkeiten. Das wurde besonders am Beispiel der beiden vergangenen imperialistischen Weltkriege gezeigt.

Wie aber sieht es heute aus ?

Gilt der Satz: "Imperialismus bedeutet Krieg" noch oder haben sich in dieser Frage seit dem 2. Weltkrieg entscheidende Veränderungen ergeben, die eine friedliche Entwicklung des Imperialismus möglich erscheinen lassen ?

 

Letzteres, die Möglichkeit einer friedlichen Entwicklung des Imperialismus, das behaupten die modernen Revisionisten.

So heißt es in einem Brief, den Chruschtschow und Konsorten im März 1963 an das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas schrieben:

"Das wachsende Übergewicht der Kräfte des Sozialismus über die des Imperialismus, der Kräfte des Friedens über die Kräfte des Krieges führt dazu, dass noch vor dem endgültigen Sieg des Sozialismus auf der Erde, bei der Existenz des Kapitalismus in einem Teil der Welt, die reale Möglichkeit entsteht, einen Weltkrieg aus dem Leben der Gesellschaft auszuschließen."

Und am 8. 1. 1975 behauptet Albert Norden, Politbüromitglied und ZK-Sekretär der "S"ED, in einem Hetzartikel gegen die Volksrepublik China im "S"ED-Zentralorgan "NEUES DEUTSCHLAND":

"Die große Schlacht um den Frieden, an deren Spitze die Kommunisten stehen, wurde in unseren Tagen von großartigen Erfolgen gekrönt - der Wende vom "Kalten Krieg" zur internationalen Entspannung ..."

Was Albert Norden als Erfolg "unserer Tage" feiert, ist in Wirklichkeit schon längst nicht mehr neu.

Den Erfolg, den "friedlichen Imperialismus" entdeckt zu haben, können Chruschtschow und seine Nachbeter keineswegs für sich verbuchen. Wie in vielen anderen Punkten sind die modernen Revisionisten auch in dieser Frage Nachbeter der alten Revisionisten, der sozialdemokratischen Verräter der Zweiten Internationale. So schrieb der Erzrevisionist Kautsky 1928:

"Wenn man heute immer noch die Gefahr imperialistischer Kriege an die Wand malt, so beruht das auf einer überlieferten Schablone, nicht auf Betrachtungen unserer Zeit."

11 Jahre später wurde diese "überlieferte Schablone" für die Völker der Welt zur grausamen Wirklichkeit.

 

Was sind nun nach Ansicht der modernen Revisionisten die "neuen Bedingungen", die die Möglichkeit eröffnen, einen "Weltkrieg aus dem Leben der Gesellschaft auszuschließen" ?

Sie behaupten, die Entstehung des sozialistischen Lagers nach dem 2. Weltkrieg sei eine solche Bedingung. Natürlich ist es so, dass mit der Entstehung des sozialistischen Lagers auch ein großer Sieg im Kampf gegen den imperialistischen Krieg errungen worden ist, eine bedeutende Stärkung für die Arbeiterklasse und die Völker der Welt im Kampf für den Frieden. Aber es ist keineswegs so, dass mit der Entstehung des sozialistischen Lagers der Imperialismus weniger aggressiv geworden wäre. Im Gegenteil.

Die Einengung der imperialistischen Sphäre verschärft sogar die Rivalität unter den Imperialisten.

Die Existenz des sozialistischen Lagers trieb die Imperialisten zur beschleunigten Bildung der NATO als aggressiven Militärblock gegen die sozialistischen Länder.

Stalin, der zur Zeit der Entstehung des sozialistischen Lagers an der Spitze der internationalen Arbeiterbewegung stand, hat an der zunehmenden Aggressivität des Imperialismus niemals einen Zweifel gelassen. Chruschtschow und seine Gefolgsleute, die nach Stalins Tod die Macht an sich rissen, die KPdSU und die Sowjetunion Lenins und Stalins und die Parteien und Länder Osteuropas auf den Weg des Revisionismus, der Restauration des Kapitalismus, zwangen und die ehemaligen Bruderländer versklavten - ausgerechnet sie, unter deren Führung das sozialistische Lager zerschlagen wurde, behaupten, die Stärke des "sozialistischen" Lagers könnte selbst die objektiven Gesetzmäßigkeiten des Imperialismus außer Kraft setzen.

Sie behandeln die Frage des imperialistischen Krieges nicht mehr auf der Grundlage einer marxistisch-leninistischen Analyse des Imperialismus, sondern behaupten, es käme auf die "Vernunft" der Imperialisten an.

Als ob nicht der gesamte Verlauf der Geschichte lehrt, dass der imperialistische Krieg im Sinne des Imperialismus genauso vernünftig ist, wie es der Kampf gegen den imperialistischen Krieg im Sinne der Arbeiterklasse ist.

 

Aber seit Chruschtschow mit Eisenhower und Kennedy erstmals die führenden Repräsentanten des Imperialismus als "vernünftig" gepriesen hat, gehört es zum Arsenal der revisionistischen Betrugsmanöver, den Imperialismus zu beschönigen, indem seine führenden Repräsentanten einfach dem "vernünftigen Flügel" zugerechnet werden.

So schreibt auch Albert Norden in dem bereits erwähnten Hetzartikel: "Die Wende in den internationalen Beziehungen wurde möglich, weil die kapitalistische Welt zur Kenntnis nehmen musste, dass es unmöglich ist, die historische Auseinandersetzung zwischen Kapitalismus und Sozialismus auf militärischem Wege zu lösen" und es "die weitsichtigsten und führenden Persönlichkeiten der bürgerlichen Länder für vernünftig (hielten), auf die Vorschläge der sozialistischen Länder in Bezug auf die friedliche Koexistenz zu reagieren."

Norden zitiert hier Breschnew. Und wie die Lehrmeister in Moskau, so tönen auch bei uns die D"K"P-Revisionisten, dass die SPD-Regierung zum "vernünftigen Flügel" gehört.

Um ihre "Theorie" vom "friedlich gewordenen Imperialismus" glaubhafter erscheinen zu lassen, behaupten die modernen Revisionisten, mit der Entwicklung der Atomwaffen sei der imperialistische Krieg auch für die Imperialisten "unsinnig" geworden.

So erklärten die Führer der KPdSU 1963 in einem offenen Brief:

"Die Entwicklung von Raketen- und Atomwaffen in der Mitte unseres Jahrhunderts hat die früher gültigen Vorstellungen vom Krieg verändert ... Heute kann jeder Krieg, selbst wenn er als gewöhnlicher, nicht als nuklearer beginnt, zu einem verheerenden Raketen- und Kernwaffenkrieg werden ...

Die Atombombe hält sich nicht an das Klassenprinzip."

 

Sicherlich ist mit der Entwicklung der Atomwaffen die Bedrohung, die für die Völker der Welt von einem Weltkrieg ausgeht, ungeheuer gewachsen. Für die Arbeiter aller Länder, für ihre kommunistischen Parteien und für die Völker der Welt erwächst daraus die Notwendigkeit, den Kampf gegen die imperialistische Kriegstreiberei entschlossen zu verstärken.

Die modernen Revisionisten aber behaupten das genaue Gegenteil: Die Vernichtungskraft der Atomwaffen hätten einen neuen imperialistischen Weltkrieg auch für den Imperialismus sinnlos gemacht, weil - wie Chruschtschow 1961 in einer Rundfunkansprache erklärte - "zweifellos das System des Kapitalismus... an einem thermonuklearen Weltkrieg ... unvermeidlich zu Grunde gehen würde."

Je gefährlicher die Waffen der imperialistischen Räuber also sind, desto ungefährlicher soll der Imperialismus sein ?

Auch diese "Theorie" haben Chruschtschow und Konsorten nicht frei erfunden, sondern ebenfalls von den alten Revisionisten übernommen. So "begründete" Kautsky seine Behauptung, es bestünde keine Gefahr imperialistischer Kriege mehr, 1932 u.a. wie folgt:

"Der nächste Krieg bringt nicht bloß Not und Elend, sondern macht gründlich alle Zivilisation ein Ende und hinterlässt wenigstens in Europa nur rauchende Trümmer und verkohlte Leichen." Die alten und die modernen Revisionisten versuchen mit dieser "Theorie der Allmacht der Waffen" unter den Werktätigen die Illusion zu schüren, die Imperialisten würden nun selbst für Frieden eintreten. Kautsky behauptete:

"Es (das Verlangen nach Frieden - RM) drängt zeitweise das eigentlich große Problem unserer Zeit ( den Klassenkampf - RM) in den Hintergrund".

Genauso argumentieren auch die modernen Revisionisten.

Auch sie leugnen den Klassencharakter des imperialistischen Krieges. Sie wollen uns weismachen, dass ein Atomkrieg die internationale Arbeiterklasse, die unterdrückten Völker und die Imperialisten gleichermaßen bedroht. Aber wer soll denn Atomwaffen einsetzen, wenn nicht die Imperialisten ?

Der Ausbruch des 2. Weltkrieges hat gezeigt, dass die Imperialisten sich durch die verheerende Wirkung nicht davon abschrecken ließen, im Kampf um die Neuaufteilung der Welt einen neuen Weltkrieg zu entfachen. Sie haben sich nicht einmal davon abschrecken lassen, die Atombombe einzusetzen.

Die wirklichen Ziele, die die sowjetischen Sozialimperialisten mit der Verbreitung der Illusionen über den angeblich "friedlich" und "vernünftig" gewordenen Imperialismus verfolgen, treten klar zu Tage, wenn wir uns ein weiteres Argument der modernen Revisionisten für die Möglichkeit einer "friedlichen Entwicklung des Imperialismus" ansehen. In der sowjetischen Zeitung "Prawda" erklärte Chruschtschow am 10. September 1961:

"Wir (die USA und die Sowjetunion) sind die mächtigsten Staaten der Welt. Wenn wir für den Frieden zusammen stehen, wird es keinen Krieg geben. Wenn es dann noch einen Besessenen gibt, der einen Krieg vom Zaun zu brechen versucht, sollte es genügen, wenn wir ihm mit dem Finger drohen, um ihn zum Schweigen zu bringen."

Auch hier treten die modernen Revisionisten in die Fußstapfen der alten Revisionisten. 1937 - zwei Jahre vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges - schrieb Kautsky:

"Die Vereinigten Staaten sind heute die stärkste Macht der Welt, sie machen den Völkerbund unwiderstehlich, sobald sie in ihm oder mit ihm zur Verhinderung eines Weltkrieges wirken."

Die sowjetischen Sozialimperialisten haben den Renegaten Kautsky also nur dahingehend "weiter entwickelt", dass sie sich selbst zum "2. Garanten des Friedens" aufgeschwungen haben.

 

Und in der Tat reißt, seit Chruschtschow und Eisenhower sich in die Arme fielen, die Kette der Abrüstungs- und Entspannungskonferenzen nicht ab. Es vergeht kaum eine Woche, in der die beiden Supermächte nicht irgendwelche neuen "Friedensinitiativen" propagieren. Wenn man die "Friedensschwüre" dieser beiden Weltgendarme hört, könnte, man glauben, dass über den "heißen Draht" Washington-Moskau tatsächlich die Weichen für das "Zeitalter des Pazifismus" gestellt werden. Aber die tatsächliche Lage in der Welt zeigt, dass für die "Friedens"phrasen der Imperialisten gilt, was Stalin 1928 festgestellt hat und was durch die Geschichte längst bewiesen wurde:

 

" Manch einer glaubt, der imperialistische Pazifismus sei ein Instrument des Friedens. Das ist grundfalsch. Der imperialistische Pazifismus ist ein Instrument der Kriegsvorbereitung, er dient zur Bemäntelung dieser Vorbereitung mittels pharisäischer Friedensphrasen. Ohne diesen Pazifismus und ohne sein Instrument, den Völkerbund, ist die Vorbereitung von Kriegen unter den heutigen Verhältnissen unmöglich." (Stalin, Band 11. Seite 178).

 

Das gilt auch für die gegenwärtige Lage in der Welt, die keinswegs durch die "Wende zur internationalen Entspannung", sondern durch den sich ständig verschärfenden Kampf der imperialistischen Großmächte um die Hegemonie in der Welt gekennzeichnet ist. Vor allem die beiden Supermächte, der US-Imperialismus und der sowjetische Sozialimperialismus ringen erbittert um die Vorherrschaft.

 

Der US-Imperialismus war aus dem 2. Weltkrieg als stärkste imperialistische Macht hervor gegangen. Nach und nach trat der US-Imperialismus auf allen Kontinenten das Erbe des britischen und französischen Kolonialismus an. Er errang die Vorherrschaft über Westeuropa, setzte die Teilung Deutschlands durch, um Westdeutschland zum Aufmarschgebiet gegen das sozialistische Lager zu machen. Als aggressiver Militärblock gegen die sozialistischen Länder baute er die NATO auf. Der US-Imperialismus war der Hauptfeind der Völker.

Aber nachdem die Chruschtschowianer in der Sowjetunion die Macht an sich gerissen und den Kapitalismus wieder errichtet hatte, entwickelte sich die Sowjetunion schnell zu einer sozialimperialistischen Macht (sozialistisch in Worten - imperialistisch in Taten).

Die Sozialimperialisten erstarkten durch die hemmungslose Ausplünderung der durch sie unterdrückten und militärisch besetzt gehaltenen revisionistischen Länder Osteuropas. Gleichzeitig erlitt der US-Imperialismus schwere Niederlagen - vor Allem durch den Kampf der von ihm unterdrückten Völker Indochinas. Die Verteidigung seiner Herrschaft auf allen Kontinenten erforderte immer höhere Rüstungsausgaben, die seine Wirtschaft unterhöhlten und vor Allem seine Währung immer mehr zerrütteten. Zudem wurde der US-Imperialismus durch das Anwachsen der Kämpfe der Volksmassen der USA erschüttert. Die schwarze Bevölkerung der USA und andere nationale Minderheiten, die besonders ausgebeutet und unterdrückt werden, erhoben sich. Eine breite Bewegung der US-Jugend kämpfte gegen die US-Aggression gegen das vietnamesische Volk.

Die Sozialimperialisten ihrerseits versuchen alles, um in den Herrschaftsbereich des US-Imperialismus einzudringen.

Sie entsenden ihre Kriegsschiffe in alle Weltmeere. Sie versuchen wie der US-Imperialismus, den Regierungen anderer Länder ihren Willen aufzuzwingen, indem sie sie mit so genannten Krediten, Waren- und Waffenlieferungen erpressen.

Heute steht jeder dritte sowjetische Soldat außerhalb der Grenzen der Sowjetunion.

Die Sozialimperialisten versuchen, jede Gelegenheit für ihre aggressiven Ziele auszunützen. Sofort nach dem Putsch in Cypern setzten sie Kreuzer und Zerstörer in Richtung Cypern in Bewegung, versetzten sie Luftlande-Divisionen (rund 30 000 Mann) in Alarmbereitschaft.

Von der Rivalität der beiden Supermächte im Kampf um die Weltherrschaft geht heute die Hauptgefahr für einen neuen Weltkrieg aus.

Das hindert aber beide Supermächte nicht daran, großartige Losungen von "Entspannung" und "Abrüstung" auszugeben.

Aber das Londoner "Institut für strategische Studien" hat unlängst festgestellt, dass das Rüstungstempo der beiden Supermächte sich ständig weiter erhöht. So beträgt der offizielle Rüstungsetat der USA in diesem Haushaltsjahr die Rekordsumme von 103 Mrd Dollar. Nach Angaben des Londoner Instituts werden die US-Imperialisten nach Ablauf der gegenwärtigen Rüstungsprogramme interkontinentale und U-Boot-Raketen mit insgesamt 9 000 einzeln dirigierbaren Atomsprengköpfen besitzen, während die sowjetischen Sozialimperialisten für Interkontinental-Raketen 7 000 auf separate Ziele einsetzbare atomare Sprengköpfe im Megatonnenbereich haben werden. Das mit großem "Abrüstungs-"Tamtam von Ford und Breschnew in Wladiwostok unterzeichnete zweite SALT-Abkommen hat beispielsweise ebenfalls keine Ergebnisse in der Frage der Abrüstung gebracht.

Im Gegenteil: Beide Supermächte wollen ihre strategischen Waffenträger auf 2 400 steigern und die Zahl ihrer Raketen mit atomaren Mehrfachsprengkörpern auf 1 350 hoch schrauben.

 

Zentrum der Rivalität der beiden Supermächte ist Europa. Hier stehen sich ihre aggressiven Militärblöcke NATO und Warschauer Pakt gegenüber.

Die Rivalität der beiden Supermächte drückt sich auf der ganzen Welt aus, aber die Entscheidung in ihrem Ringen um die Vorherrschaft in der Welt suchen beide Supermächte in Europa.

In Westeuropa sind außer Japan die größten imperialistischen Konkurrenten der beiden Supermächte. Der sowjetische Sozialimperialismus sieht in Westeuropa die stärksten Bündnispartner der US-Imperialisten. Hier versucht er verstärkt einzudringen, um den US-Imperialismus ins Herz zu treffen. Die US-Imperialisten haben eine Verstärkung ihrer Kampftruppen in Westeuropa angekündigt, sie haben ihre "Bündnispartner" gezwungen, höhere Lasten zur Finanzierung der NATO zu übernehmen. Die sowjetischen Sozialimperialisten ihrerseits haben den Großteil ihrer Armeen an die Grenzen ihres Herrschaftsbereiches in Osteuropa zu Westeuropa verlagert.

 

Dass die Hauptgefahr für einen neuen imperialistischen Weltkrieg gegenwärtig von der Rivalität der beiden Supermächte ausgeht, heißt aber nicht, dass die kleineren imperialistischen Staaten nicht aggressiv wären.

Vor Allem die westdeutschen Imperialisten enthüllen zunehmend ihre aggressiven Pläne.

Unter der SPD/FDP-Regierung hat der westdeutsche Imperialismus den höchsten Rüstungsetat in der Geschichte beschlossen. Im Windschatten des US-Imperialismus hat er die Vormachtstellung in der EG an sich gerissen. Gleichzeitig versucht er, die Rivalität der beiden Supermächte auszunutzen, um selbst mehr Ellbogenfreiheit zu gewinnen. Mit der "neuen Ostpolitik" will er seine alten revanchistischen Ziele verfolgen, wobei die sowjetischen Sozialimperialisten ihm scheinbar entgegen kommen. Sie wollen die Widersprüche zwischen dem westdeutschen Imperialismus und dem US-Imperialismus verschärfen, weil sie hoffen, so günstigere Bedingungen für ihr weiteres Eindringen in Westeuropa zu schaffen. Schon tönen die westdeutschen Imperialisten von ihrer Rolle als "Weltmacht wider Willen". Sie stellen fest, dass ein Widerspruch zwischen ihrer wirtschaftlichen Stärke und der politischen Rolle, die sie in der Welt spielen, besteht.

Was ist das Anderes als eine - noch - getarnte Forderung nach Neuaufteilung der Welt ?

 

Der Imperialismus befindet sich in tiefer allgemeiner Krise.

Der Kampf der Arbeiterklasse und der unterdrückten Völker versetzt ihm Schlag auf Schlag. Alle imperialistischen Länder werden von wachsenden wirtschaftlichen und politischen Krisenzeichen geschüttelt. Es gibt keinen Zweifel, dass der Imperialismus, vor Allem die beiden Supermächte, versuchen wird, durch die Entfachung eines neuen Weltkrieges, durch die Neuaufteilung der Welt einen Ausweg aus der Krise zu finden.

Nach wie vor gilt, was Genosse Mao Tsetung am 20. Mai 1970 erklärt hat:

"Die Gefahr eines neuen Weltkrieges bleibt immer noch bestehen, und die Völker aller Länder müssen Vorbereitungen treffen. Aber die Haupttendenz in der heutigen Welt ist Revolution."

 

(Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution":

Mit Hilfe des Maoismus ist China zu einer imperialistischen Supermacht heran gewachsen, die damals im Schatten der beiden alten Supermächte USA und Sowjetunion und heute ganz offen um die Vormachtstellung in der Welt ringt. China bereitet sich als imperialistische "Groß"macht nicht nur militärisch auf die Neuaufteilung der Welt vor, sondern hat sich bereits in Asien in einige militärische Abenteuer gestürzt und übt auf allen Kontinenten zunehmenden militärischen Einfluss aus.

 

Heute zeichnen sich zur Neuaufteilung der Welt immer deutlicher zwei feindlich gegenüber stehende imperialistische Weltblöcke ab - der alte imperialistische Block der NATO und ein neuer imperialistischer Weltblock, der sich aus BRICS-Staaten zusammensetzt.)

 

 

 

 

 

TEIL 3

 

"Imperialismus bedeutet Krieg" - diese geschichtliche Erfahrung hat heute uneingeschränkt Gültigkeit. Die Verschärfung der Widersprüche des Imperialismus, insbesondere die Verschärfung der Rivalität der beiden Supermächte, des US-Imperialismus und des sowjetischen Sozialimperialismus im Kampf um die Weltherrschaft, lassen den Ausbruch eines Dritten imperialistischen Weltkrieges unvermeidlich werden, wenn die unterdrückten Völker und die internationale Arbeiterklasse den imperialistischen Räubern nicht zuvor die Waffen aus der Hand schlagen.

 

Seit die Sozialdemokratie 1914 mit fliegenden Fahnen auf die Seite des deutschen Imperialismus überlief und nicht nur für die Kriegskredite stimmte, mit denen die deutschen Imperialisten den Kampf um die Neuaufteilung der Welt finanzierten, sondern auch aktiv die chauvinistischen Hetzparolen der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse verbreitete, um die deutschen Arbeiter gegen ihre ausländischen Klassenbrüder in die Schützengräben des imperialistischen Weltkrieges zu hetzen, ist die Haltung zum imperialistischen Krieg zur wichtigen Scheidelinie zwischen Revisionismus und revolutionärem Marxismus geworden.

 

In ihrem Aufsatz "Der Wiederaufbau der Internationale" geißelt Rosa Luxemburg, die gemeinsam mit Karl Liebknecht in Deutschland an der Spitze des Kampfes der revolutionären Marxisten gegen den revisionistischen Verrat der Sozialdemokratie stand, die chauvinistischen Positionen des Revisionismus:

 

"Die Internationale habe nur die Frage der Verhütung des Krieges ventiliert. Nun aber, 'war der Krieg da', wie die Formel heißt, und nun stellte sich heraus, dass nach Ausbruch des Krieges ganz andere Verhaltensmaßregeln für die Sozialisten gelten, als vor dem Kriege. Sobald der Krieg da sei, gelte für jedes Proletariat nur noch die Frage: ob Sieg oder Niederlage. Oder wie ein anderer 'Austromarxist', Fr. Adler, mehr naturwissenschaftlich-philosophisch erklärt: die Nation müsse wie jeder Organismus vor Allem ihr Dasein behaupten. Auf gut deutsch heißt das: es gibt für das Proletariat nicht e i n e Lebensregel, wie es der wissenschaftliche Sozialismus bisher verkündete, sondern es gibt dann z w e i:

eine für den Frieden und eine für den Krieg.

Im Frieden gelte im Innern jedes Landes der Klassenkampf, nach Außen die internationale Solidarität, im Krieg gelte im Innern jedes Landes die Klassensolidarität, nach Außen der Kampf zwischen den Arbeitern verschiedener Länder. Der welthistorische Appell des Kommunistischen Manifests erfährt eine wesentliche Ergänzung und lautet nach Kautskys Korrektur:

Proletarier aller Länder vereinigt euch im Frieden und schneidet euch die Gurgel ab im Krieg."

 

Diese Charakterisierung des revisionistischen Verrats in der Frage des Kampfes gegen den imperialistischen Krieg trifft nicht nur auf den alten Revisionismus der sozialdemokratischen Parteien der Zweiten Internationale zu, sondern auch auf den modernen Revisionismus. So, wie die revisionistische Sozialdemokratie vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges Resolutionen gegen den imperialistischen Krieg verabschiedete, um mit Ausbruch des Krieges in der Arbeiterbewegung für den Burgfrieden mit dem deutschen Imperialismus für die "Solidarität" mit dem Klassenfeind einzutreten, haben beispielsweise die modernen Revisionisten Indiens den Aggressionskrieg der indischen Expansionisten gegen Pakistan, der von den sowjetischen Sozialimperialisten unterstützt wurde, begrüßt.

Die Revisionisten der ganzen Welt haben mit wenigen Ausnahmen den Überfall des Sozialimperialismus auf die CSSR begrüßt.

Auch die D"K"P-Revisionisten haben die offene Parteinahme für die imperialistische Kriegstreiberei indirekt in ihrem Programmm vorgesehen. So heißt es in dem im April 1969 beschlossenen D"K"P-Aktionsprogramm:

"Das Sicherheitsinteresse der Bundesrepublik verlangt den entschiedenen Kampf gegen die Großmachtpolitik der herrschenden Kreise. Die Bundesrepublik ist nicht von außen bedroht. Niemand will ihre Grenzen antasten. Die Gefährdung unserer Sicherheit geht allein vom außenpolitischen Kurs der Bundesregierung aus - von ihrer Forderung nach Revision der bestehenden Grenzen, von ihrem Anspruch auf Westberlin."

Ganz abgesehen davon, dass sich auf deutschem Boden die aggressiven Militärblöcke der beiden Supermächte, die NATO und der Warschauer Pakt gegenüber stehen, dass gerade unser Volk besonders durch die sich ständig verschärfende Rivalität der beiden Supermächte bedroht ist, stellt sich die Frage, was das "Sicherheitsinteresse der Bundesrepublik" nach Ansicht der D"K"P verlangt, wenn der Fall der "Bedrohung von Außen" eintritt.

Muss die Arbeiterklasse dann dem Ruf der "herrschenden Kreise" folgen und an ihrer Seite in den imperialistischen Krieg ziehen, oder muss sie zu den Waffen greifen, um eine mögliche Aggression der sowjetischen Sozialimperialisten zu unterstützen ?

In den programmatischen Dokumenten der D"K"P-Revisionisten ist pausenlos vom Kampf für den "Frieden" die Rede. Aber stets unter der Voraussetzung, dass ein imperialistischer Krieg nicht sehr wahrscheinlich ist, weil angeblich die Haupttendenz die "internationale Entspannung" ist. Wir haben bereits gezeigt, dass die modernen Revisionisten in der Verharmlosung des Imperialismus. der Leugnung der Tatsache, das Imperialismus Krieg bedeutet, in die Fußstapfen der alten Revisionisten getreten sind. Genauso verhält es sich mit der Haltung der modernen Revisionisten in der Frage des Kampfes gegen den imperialistischen Krieg. Für die Zeit des Friedens halten sie "Friedens"phrasen gleich dutzendweise bereit, aber die Frage des Ausbruchs eines imperialistischen Krieges wird von ihnen nicht gestellt.

Indem sie aber ihre "Friedens"-Parolen damit begründen, dass die Bundesrepublik von Außen ja gar nicht bedroht sei, geben sie gleichzeitig zu verstehen, dass, wenn hier eine Änderung eintritt, sich auch ihre Haltung ändern wird.

Bleibt festzustellen, das die Imperialisten sich stets bedroht gefühlt haben, wenn sie einen imperialistischen Kireg vom Zaun brechen wollten.

 

Gegen die verräterische Politik des Burgfriedens mit der eigenen Bourgeoisie, gegen den Versuch der revisionistischen Agenten des Imperialismus in der Arbeiterklasse, die Arbeiter mit chauvinistischen Parolen vor den Karren zu der imperialistischen Kriegstreiber zu spannen, haben die Kommunisten stets die Losung:

"Krieg dem imperialistischen Krieg!" gesetzt.

Genosse Mao Tsetung hat die Haltung der Kommunisten zum imperialistischen Krieg so zusammen gefasst:

" Man bekämpft einen solchen Krieg in der Weise, dass man, ehe er noch ausgebrochen ist, alles tut, um seinen Ausbruch zu verhindern. Ist er aber ausgebrochen, dann bekämpft man, wo immer dies nur möglich ist, den Krieg mit dem Krieg, setzt dem ungerechten Krieg einen gerechten Krieg entgegen."

 

[Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution":

Mao versteht unter "gerechtem" Krieg - entsprechend seiner "Drei-Welten-Theorie" - den Krieg der zweiten und dritten Welt gegen die erste Welt, was der korrekten Definition des "gerechten Krieges" durch den Marxismus-Leninismus diametral entgegen steht.]

 

Es ergeben sich also angesichts der Drohung eines 3. imperialistischen Weltkrieges für unsere Partei zwei Aufgaben:

Erstens, alles tun, um seinen Ausbruch zu verhindern, und zweitens, die Arbeiterklasse und das gesamte werktätige Volk darauf vorzubereiten, einen ausgebrochenen imperialistischen Krieg mit einem revolutionären Krieg zu beantworten.

 

Der Kampf für die Verhinderung eines neuen Weltkrieges muss davon ausgehen, dass die beiden Supermächte früher oder später versuchen werden, im Kampf um die Vorherrschaft in der Welt einen 3. imperialistischen Weltkrieg vom Zaun zu brechen. Wir müssen allen von den Revisionisten verbreiteten Illusionen über die Möglichkeit der "friedlichen Entwicklung" des Imperialismus entgegentreten. Wir müssen den von den Imperialisten, vor allem von den beiden Supermächten, inszenierten "Entspannungs- und Abrüstungs"-Schwindel bekämpfen, weil er nur dazu dienen soll, die Wachsamkeit der Völker gegenüber der gefahr eines neuen imperialistischen Weltkrieges einzuschläfern. Wir müssen dagegen erklären, dass nicht die Kollaboration mit der einen oder der anderen Supermacht, dass nicht die verschiedenen imperialistischen Komplotte dem Frieden dienen, sondern dass nur der entschiedene Kampf gegen den Imperialismus, besonders gegen die beiden Supermächte, den Ausbruch eines neuen imperialistischen Weltkrieges verhindern kann.

 

 

STÄRKT DIE WELTWEITE ANTI-IMPERIALISTISCHE FRONT-

BESONDERS GEGEN DIE BEIDEN SUPERMÄCHTE, DEN US-IMPERIALISMUS UND DEN SOWJETISCHEN SOZIALIMPERIALISMUS !

 

Während die beiden Supermächte auf der ganzen Welt um Hegemonie kämpfen, schließen sich die Völker immer enger zusammen. Sie kämpfen gegen die Plünderung der Reichtümer ihrer Länder, gegen die wirtschaftliche und militärische Erpressung, gegen das Hegemoniestreben der beiden Supermächte. Wir unterstützen den Kampf dieser Länder für ihre wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit. Zur Zeit betonen die Imperialisten, wie sehr sie sich durch den Zusammenschluss der arabischen Staaten "bedroht" fühlen. Vor Allem die US-Imperialisten drohen den arabischen Ländern offen mit Krieg und die westdeutschen Imperialisten haben allen Beschwichtigungsversuchen zum Trotz bereits ihre Unterstützung zugesagt. Mit der Lüge der "Strangulierung der Industrienationen" durch die arabischen Staaten (bei Hitler hieß es "Volk ohne Raum") wollen die Imperialisten Hass gegen die arabischen Völker hervorrufen und den Eindruck erwecken, die fortgesetzten imperialistischen Aggressionen gegen die arabischen Völker seien im Interesse der Werktätigen der imperialistischen Staaten. Es ist vor Allem der sozialdemokratisch beherrschte DGB-Apparat, der versucht, diese chauvinistische Hetze in die Arbeiterklasse zu tragen, indem er die "Ölscheichs" zum Feind der Arbeiter unseres Landes erklärt. Dieser chauvinistischen Hetze müssen wir entschieden entgegen treten und zeigen, dass der Kampf der arabischen Völker gerecht ist, dass er sich gegen den Imperialismus und vor Allem gegen die beiden Supermächte richtet, die im Kampf um die Vorherrschaft die Welt in einen Weltkrieg stürzen wollen.

Besonders müssen wir den Kampf der Völker unterstützen, die bereits zu den Waffen gegriffen haben, um das imperialistische Joch im revolutionären Volkskrieg abzuschütteln. Dabei treten wir den modernen Revisionisten entgegen, die keinen Unterschied machen zwischen gerechten und ungerechten Kriegen, und die die Bestrebungen der beiden Supermächte unterstützen, den Völkern der Welt so genannte "politische Lösungen" zu diktieren, um ihren Befreiungskampf zu unterdrücken. Die modernen Revisionisten jammern, Krieg sei Krieg und jeder Krieg könne zum Weltbrand werden. Sie unterstützen scheinbar bestimmte Forderungen der Völker, um in Wirklichkeit Druck auf die Völker auszuüben, die Waffen vor vor der Aggression der Supermächte zu senken. Natürlich ist es nicht so, dass die Supermächte durch die schweren Schläge, die ihnen der Kampf der unterdrückten Völker tagtäglich versetzt, "vernünftig" und weniger aggressiv werden. Vielmehr ist es, wie Genosse Mao Tsetung sagt:

 

"Unruhe stiften, scheitern, abermals Unruhe stiften, wieder scheitern und so weiter bis zu ihrem Untergang - das ist die Logik der Imperialisten und aller Reaktionäre in der Welt dem Anliegen des Volkes gegenüber, und sie werden niemals gegen diese Logik verstoßen. Das ist das Gesetz des Marxismus-Leninismus. Wenn wir sagen: 'Der Imperialismus ist bestialisch', so meinen wir, dass sich sein Wesen nicht ändern kann, dass die Imperialisten bis zu ihrem Untergang ihr Schlachtermesser nie aus der Hand geben werden, sich nie in Buddhas verwandeln können."

 

[Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution":

Kurz, nachdem dieser Artikel von Ernst geschrieben wurde, wurde der Repräsentant des US-Imperialismus, Ford, in Peking von Mao empfangen (!)

Maos Parole lautete: "Eine Front mit allen, auch mit den amerikanischen Imperialisten, gegen den sowjetischen Sozialimperialismus."

Noch zur Zeit Liu Schao-tschis hieß Maos Parole genau umgekehrt: "Bündnis mit allen, auch den Sowjetrevisionisten, gegen den amerikanischen Imperialismus."

Beide Parolen widersprechen sich nur scheinbar, denn in Wirklichkeit ergänzen sie sich und bringen die imperialistische Zielsetzung von Mao zum Ausdruck, nämlich die beiden Supermächte gegenseitig zu schwächen, um die eigene Position zur Erringung der Weltherrschaft zu stärken.]

 

Die Revisionisten jammern, durch den Kampf der Völker würde der Imperialismus nur noch aggressiver. Wir aber sagen: Es lebe der Sieg im Volkskrieg!", weil wir wissen, dass nur der schonungslose Kampf für den Sturz des Imperialismus auf der ganzen Welt wirklich zum Frieden führen wird.

Unser entscheidender Beitrag zur Stärkung der weltweiten anti-imperialistischen Front gegen die beiden Supermächte, von denen die Hauptgefahr für einen neuen imperialistischen Weltkrieg ausgeht, muss aber darin bestehen, die Supermächte in unserem Land anzugreifen. Auf dem Boden unseres Vaterlandes stehe sich die beiden Supermächte Waffen starrend gegenüber. Westdeutschland ist von den Truppen des US-Imperialismus besetzt, die DDR steht unter dem Militärstiefel der Neuen Zaren im Kreml. Die westdeutschen Imperialisten sind Mitglied der NATO, des aggressiven Militärblocks des US-Imperialismus, die DDR gehört zum Warschauer Pakt, dem aggressiven Militärblock des sowjetischen Sozialimperialismus. Deutschland liegt in besonderer Weise im Spannungsfeld der Rivalität der beiden Supermächte und ein neuer imperialistischer Weltkrieg würde mit Sicherheit unser Land erfassen.

In dieser Situation wollen uns die modernen Revisionisten die so genannte "neue Ostpolitik" als Politik des "Friedens" und der "Entspannung" verkaufen. Aber nur eine Politik, die gegen das Hegemoniestreben der beiden Supermächte gerichtet ist, kann eine Politik zur Verhinderung eines neuen Weltkrieges sein.

Die "neue Ostpolitik" aber stellt seitens des westdeutschen Imperialismus den Versuch dar, die Rivalität der beiden Supermächte für ihre eigenen Großmacht-Ambitionen auszunutzen. Sie lassen sich mit dem sowjetischen Sozialimperialismus ein, um gegenüber dem US-Imperialismus, unter dessen Vorherrscht Westdeutschland steht, mehr Handlungsspielraum zu bekommen. Die sowjetischen Sozialimperialisten ihrerseits kommen den westdeutschen Imperialisten in gewissen Punkten entgegen (Westberlin-Frage, Verzicht auf Friedensvertrag), weil sie hoffen, so ihren Einfluss in Westeuropa stärken und in den Herrschaftsbereich des US-Imperialismus eindringen zu können. Warum die modernen Revisionisten die neue Ostpolitik als "Friedenspolitik" anpreisen, liegt auf der Hand. Einerseits wollen sie damit Illusionen über den westdeutschen Imperialismus wecken und ihm einen "friedlichen, vernünftigen" Charakter bescheinigen. Andererseits vertritt die D"K"P hier massiv die Interessen des sowjetischen Sozialimperialismus.

Im Kampf gegen den modernen Revisionismus, der unter den Werktätigen unseres Landes Vertrauen in die sozialimperialistische Supermacht erwecken will, indem er diese als "sozialistisch" und "friedliebend" hinstellt, ist es unsere Pflicht, die besondere Aggressivität des sowjetischen Sozialimperialismus zu entlarven, der den größten Teil seiner Armeen und seines gesamten militärischen Potentials an den Grenzen seines Herrschaftsbereiches mit Westeuropa stationiert hat und Westeuropa dem US-Imperialismus entreißen und unter seine Kontrolle bringen will.

Der Kampf gegen den drohenden 3. Weltkrieg erfordert es, jeden Schacher mit den beiden Supermächten zu bekämpfen. Wir kämpfen für die Vertreibung aller ausländischen Truppen von deutschem Boden, für den Austritt der Bundesrepublik aus der NATO und der DDR aus dem Warschauer Pakt.

 

 

NIEDER MIT DEM

WESTDEUTSCHEN IMPERIALISMUS !

 

 

Die Hauptgefahr für einen neuen imperialistischen Weltkrieg geht heute von der Rivalität der beiden Supermächte im Kampf um die Weltherrschaft aus, aber das bedeutet nicht, dass der Kampf gegen die aggressiven Ziele des westdeutschen Imperialismus vernachlässigt werden darf.

gerade in der letzten Zeit haben die westdeutschen Imperialisten offen ihre Großmachtansprüche angemeldet. Der westdeutsche Imperialismus hat seine revanchistischen Ziele der militärischen Rückeroberung der DDR nicht aufgegeben, er kämpft im Windschatten des US-Imperialismus um die Vorherrschaft in der so genannten Europäischen Gemeinschaft und er stellt für die Völker Europas eine große Gefahr dar.

Wir bekämpfen den Revanchismus des westdeutschen Imperialismus und fordern die volle Anerkennung der staatlichen Souveränität der DDR. Wir bekämpfen ebenso alle Versuche des westdeutschen Imperialismus, über andere Länder Hegemonie zu erlangen.

Fieberhaft rüstet der westdeutsche Imperialismus auf.

Die modernen Revisionisten geben vor, gegen den Militarismus zu kämpfen. Sie fordern demagogisch "Senkung der Rüstungsausgaben", "Demokratisierung der Armee", Sie kämpfen nicht gegen den Militarismus, gegen die imperialistische Armee, sondern sie möchten es nur "billiger" und mit mehr "Mitbestimmung". Dieser so genannte "anti-militaristische Kampf" soll in Wirklichkeit nur verhindern, dass die werktätigen Massen erkennen, dass die ständig gesteigerte Aufrüstung, die wachsende Rüstungsproduktion, das Anwachsen militaristischer Propaganda in den Schulen usw. nicht willkürliche Maßnahmen der Regierung sind, die sie nach Belieben wieder zurück schraubt, sondern dass diese Entwicklung sich notwendig aus dem Wesen des Imperialismus ergibt, der stets mit dem imperialistischen Krieg schwanger geht.

Es ist besonders die Aufgabe der Roten Garde, der Jugendorganisation unserer Partei, die Jugend in dem Kampf gegen den Militarismus und gegen die imperialistische Armee zu führen.

Wir müssen dabei entschieden die pazifistischen Parolen der modernen Revisionisten bekämpfen, die die anti-militaristische Jugend auffordern, den Wehrdienst zu verweigern, um einerseits die imperialistische Armee von konsequenten Antimilitaristen freizuhalten und um die Ideologie der Gewaltlosigkeit in der Jugend zu verbreiten, um sie vom gewaltsamen Sturz des Imperialismus abzuhalten.

 

Die Rote Garde ruft die wehrpflichtige Jugend auf, den Kampf gegen die imperialistische Bundeswehr in der Bundeswehr zu führen.

Wir arbeiten in der Bundeswehr mit dem Ziel, die einfachen Soldaten, die in ihrer Mehrheit Arbeiter und Bauern sind, für den Kampf gegen den imperialistischen Krieg und für die sozialistische Revolution zu gewinnen. Im harten Kampf gegen die pazifistischen Losungen des modernen Revisionismus erklären wir, dass innerhalb der Bundeswehr auch alle Möglichkeiten ausgenützt werden müssen, sich mit dem Umgang mit den Waffen vertraut zu machen. In der Erklärung des Zentralkomitees unserer Partei zur nationalen Frage heißt es:

"Durch Forderung nach 'Abrüstung' und durch 'Pazifismus' werden die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen weder den Militarismus beseitigen noch ihre eigene Freiheit erkämpfen. Das Proletariat muss daher seine Bewaffnung und allseitige militärische Ausbildung betreiben. Das ist eine Grundvoraussetzung für die sozialistische Revolution und die Verwandlung eines etwaigen imperialistischen Krieges in einen Bürgerkrieg gegen die eigene Bourgeoisie.. deshalb strebt die KPD/ML die allgemeine Volksbewaffnung an."

 

Der größte Beitrag, den die Arbeiterklasse und die Werktätigen unseres Landes im Kampf gegen den imperialistischen Krieg leisten können, ist der Sieg der sozialistischen Revolution in unserem Land. Ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland wäre ein schwerer Schlag gegen die beiden Supermächte und für den Kampf der internationalen Arbeiterklasse und der Völker der Welt äußerst günstig.

 

Wir müssen - eingereiht in die weltweite anti-imperialistische Front besonders gegen die beiden Supermächte, an der Seite der sozialistischen Länder, der VR China [China war nie ein sozialistisches Land !! - Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution"] und der VR Albanien - alles tun, um den Ausbruch eines 3. imperialistischen Weltkrieges zu verhindern. Aber wir müssen uns gleichzeitig darauf vorbereiten, den imperialistischen Krieg, wenn sein Ausbruch nicht zu verhindern ist, mit dem revolutionären Krieg zu beantworten:

 

"Der Krieg, dieser Moloch. der die Menschen sich gegenseitig abschlachten lässt, wird mit der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft letzten Endes aus der Welt geschafft werden, und zwar in nicht allzu ferner Zukunft. Es gibt aber nur ein Mittel zur Abschaffung der Kriege: Man muss den Krieg mit dem Krieg bekämpfen, dem konterrevolutionären Krieg (...) den revolutionären Krieg (...) entgegensetzen. (...) Von dem Zeitpunkt an, da die menschliche Gesellschaft in ihrer fortschreitenden Entwicklung zur Aufhebung der Klassen und des Staates gelangt, wird es auch keinerlei Kriege mehr geben, weder ungerechte noch gerechte, und für die Menschheit wird dann das Zeitalter des ewigen Friedens beginnen. Wenn wir die Gesetze des revolutionären Krieges studieren, so gehen wir von dem Bestreben aus, alle Kriege abzuschaffen, und das ist die Trennungslinie, die uns Kommunisten von allen Ausbeuterklasse scheidet." Mao Tsetung

 

* * *

 

[ Anmerkung der Redaktion "Weltrevolution":

Mao verstand unter dem "revolutionären Krieg" den "Volkskrieg", in dem die "Dörfer die Stadt umkreisen", also einen Krieg unter der Führung der Bauern. Gemäß Marx und Engels ist nicht die Bauernschaft, sondern die Arbeiterklasse die einzige revolutionäre Klasse, die fähig und in der Lage ist, den revolutionären Klassenkrieg zum Sieg zu führen und letztlich mit der Abschaffung der Klassengesellschaft auch die Klassenkriege abzuschaffen.

Wer den imperialistischen Weltkrieg beseitigen will, muss den Weltimperialismus beseitigen und zwar durch die bewaffnete sozialistische Weltrevolution.

Erst im Weltsozialismus unter der Diktatur des Weltproletariats ist die Unvermeidlichkeit der imperialistischen Kriege beseitigt. ]