Lieber auf den Barrikaden der Revolution sein Leben geben, als ein Leben auf auf Knien leben!“

(Ernst Aust, Rede,1975 in Offenbach auf dem Jugendkongress der „Roten Garde“).






Zum 20. Todestag

des Genossen

Ernst Aust

 

 

 

Veröffentlichung aus der im Oktober 1985 in erster Auflage erschienenen Sonder-Ausgabe der KPD/ML

„Der Weg der Partei“

über die

Beerdigungsfeier in Müden an der Aller

(es wurde vom Genossen Michael damals auch ein Video gedreht über die Trauerfeier)




1. Über die Trauerfeier zum Abschied von Ernst Aust



Wir, die wir um Ernst trauern, die mit ihm Schulter an Schulter gekämpft haben und ihm nahe waren, die sein Lebenswerk würdigen, die in seinem Geiste weiterkämpfen, trafen uns zu der gemeinsamen Trauerfeier am 31. August 1985 um 13.00 Uhr vor dem Wohnhaus der Genossen Ernst und Waltraud Aust in Müden an der Aller.

Der Trauerzug, der uns zur Kapelle führte, in der der Genosse Ernst aufgebahrt war, wurde von der Genossin Waltraud und vom engsten Freund und Mitkämpfer Ernst Aust`s, Wolfgang Eggers, angeführt. Ihnen folgten die Delegationen der Bruderparteien aus Dänemark, Portugal und der Türkei. Danach reihten sich das Koordinationskomitee der KPD/ML und über 200 Genossinnen und Genossen, Freunde und Bekannte ein. Der Trauerzug wurde rechts und links von einem Band aus zur Erde geneigten Parteifahnen gesäumt, dazu erklang von einem mit Trauerflor und Fahnen geschmückten Wagen der 2. Satz der Dritten Symphonie Beethovens.

Als der Trauerzug in die Kapelle einmarschierte, spielte ein Genosse Klaviermusik aus der Oper von Verdi: den Gefangenenchor aus „Nabucco“. In einem Meer von Blumengrüßen aus aller Welt stand der geschlossene Sarg, bedeckt mit der Fahne unserer Partei. Links darüber das vergrößerte Portrait des Genossen Ernst Aust, so wie wir ihn alle kannten und liebten.

Nachdem die Trauergäste Platz genommen hatten – viele mussten stehen -, sprach der Genosse Wolfgang Eggers die Trauerrede. Er würdigte das Lebenswerk des Genossen Ernst Aust. In der Biographie kam zum Ausdruck, dass Ernst immer ein unerschrockener Kämpfer gegen die Unterdrückung der Menschheit war, und er sich immer für die Arbeiterklasse unmd ihre Partei, die KPD/ML, eingesetzt hat und dabei stets am Marxismus-Leninismus festhielt.

Während der Trauerrede erhoben sich alle Trauergäste, um gemeinsam das russische Revolutionslied „Unsterbliche Opfer“ zu singen.

Die Ehrenwache am Sarg von Ernst Aust wurde während der Trauerfeier von zwei Genossen, stellvertretend für alle Marxisten-Leninisten, gehalten. Zum Schluss der Trauerrede erhoben sich alle Trauergäste, um das letzte Mal für Ernst „Die Internationale“ erklingen zu lassen. Bei dem Refrain wurden die geballten Fäuste erhoben, um damit auszudrücken:

Ernst, wir kämpfen in deinem Sinne weiter!

Nachdem die Genossin Waltraud sich von ihrem Mann und Kampfgefährten Ernst Aust mit einigen wegweisenden Worten und einem Kuss auf die Parteifahne verabschiedet hatte, reihten sich die Genossen ein, um vor dem Sarg dem Genossen Ernst Aust die letzte Ehre zu erweisen und den Willen zum Weiterkämpfen in seinem Geist auszudrücken. Bei dieser Abschiedszeremonie wurde der Trauermarsch von Beethoven gespielt.

In das Kondolenzbuch, das vor der Kapelle ausgelegt war, trugen viele ihre Gefühle für den Genossen Ernst ein oder drückten den schmerzlichen Verlust in Form ihrer Unterschrift aus. Genossin Waltraud wurde mit vielen persönlichen Beileidsbezeugungen bedacht, die ihr Trost und Aufrichtung sind.

Am Ende dieses kurzen Berichts soll noch einmal Genosse Ernst Aust das Wort haben:

Das Leben geht weiter – kämpft!“






 


2. Beileidsbekundungen aus dem Ausland



Agim Popa

Tirana

 

„Ich und meine Genossen, die Genossen Ernst Aust aus der Nähe kennengelernt haben, erfahren mit Traurigkeit von seinem unerwarteten und vorzeitigen Tod. Wir bewahren von ihm die besten Erinnerungen als kommunistischer Kämpfer, als enger und aufrichtiger Freund des albanischen Volkes und des sozialistischen Albaniens. Wir drücken Ihnen unser tiefes Beileid aus.“

(Anmerkung der Redaktion: Genosse Agim Popa, den wir alle sehr hoch schätzen, sprach hier ausdrücklich nur für sich selbst und im Namen seiner Genossen, denn: - ein offizielles Beileidstelegramm von der PAA unter Führung von Ramiz Alia`s existiert nicht bzw. hat uns niemals erreicht!)

 

 

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Kommunistische Partei Dänemarks (m-l)

Klaus Riis

Erster Sekretär des Zentralkomitees


„Mit großer Trauer und tief und schmerzvoll bewegt haben wir, die dänischen Marxisten-Leninisten, vom viel zu frühen Tod des Genossen Ernst Aust erfahren.

Genosse Aust war eine herausragende Persönlichkeit der deutschen revolutionären Bewegung und Arbeiterklasse, der sein ganzes Leben der Sache des Kommunismus und dem Kampf für den Triumpf des Sozialismus und Marxismus-Leninismus verschrieb.

Er spielte eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den modernen Revisionismus und für die Wiedergründung einer wahren revolutionären marxistisch-leninistischen Linie im Kampf gegen alle Spielarten des modernen Revisionismus, Trotzkismus und jeden Opportunismus.

Genosse Ernst Aust war ein unermüdlicher internationalistischer Kämpfer, ein lebenslanger Freund und Mitstreiter des sozialistischen Albaniens und der internationalen marxistisch-leninistischen kommunistischen Bewegung.

Wir, die dänischen Marxisten-Leninisten, gedenken mit Dankbarkeit der internationalen Beihilfe, die uns durch die KPD/ML unter Führung des Genossen Ernst Aust zuteil wurde, im Kampf um die Einheit der marxistisch-leninistischen Kräfte in Dänemark während des Kampfes gegen den chinesischen Revisionismus, den sogenannten Mao Tsetung-Ideen der 70er Jahre.

In diesem traurigen Augenblick verneigen wir unser Haupt im Gedenken an unseren wertvollen marxistisch-leninistischen Mitstreiter und internationalistischen Genossen Ernst Aust und den deutschen Marxisten-Leninisten, die einen schmerzhaften Verlust erlitten haben.

Gedenken wir in Ehre des Genossen Ernst Aust, dem herausragenden deutschen Marxisten-Leninisten.“

 

 

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KP Spanien / M-L

 

„Wir drücken unseren Schmerz gegenüber den Angehörigen und den deutschen Marxisten-Leninisten zum Tod vom Genossen Ernst Aust aus.“

 


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ZK der KP Portugal / R.

– Eduardo Pires

 

„Der Verlust des Genossen Ernst Aust ist ein schmerzlicher Moment für die kommunistischen Portugiesen. Ernst Aust war ein überzeugter Marxist-Leninist, mein Freund und Genosse .“


 

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KP Portugal / R

 

„Wir teilen unsere Bestürzung über den Tod von Ernst Aust, diesem Marxisten-Leninisten mit hervorragendem Sinn für proletarischen Internationalismus mit. In diesem Augenblick teilen wir euren Schmerz.“

 

 

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KP der Türkei/Marxisten-Leninisten Bewegung

das Auslandskomitee -

 

„Wir haben die Todesnachricht des Gründers der KPD/ML, des ehemaligen Vorsitzenden, des tapferen, militanten Führers der deutschen Arbeiterklasse, des Genossen Ernst Aust, mit tiefer Sorge erfahren.

Der Genosse Ernst Aust besitzt in der Geschichte der KPD/ML einen unvergesslichen Platz. Er kämpfte gegen den modernen Revisionismus und gegen den Opportunismus jeder Art, verteidigte die Reinheit des Marxismus-Leninismus, führte die militante Tradition der deutschen Arbeiterklasse weiter. Er führte in erster Linie gegen den westdeutschen Imperialismus, gegen den Imperialismus, gegen den Faschismus und gegen die Reaktion jeder Art einen entschlossenen Kampf.

Als ein entschlossener Verteidiger des sozialistischen Albanien war er ein unerschrockener Kämpfer des proletarischen Internationalismus.

Die internationale kommunistische Bewegung hat einen von ihren Kämpfern, der ein kommunistischer Führer war, verloren, der sein Leben der Sache der Befreiung des Proletariats geopfert hat.

Das Auslandskomitee der kommunistischen Partei der Türkei / Marxisten-Leninisten Bewegung teilt aus Anlass des Todes des Genossen Ernst Aust die Sorge der Partei und des deutschen Proletariats.

Sein entschlossener und unerschrockener Kampf für den Kommunismus ist unser Vorbild.

Es lebe die vom Genossen Ernst Aust wie ein Augapfel gehütete KPD/ML!

Der Genosse Ernst Aust ist unsterblich!“

 

 

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Revolutionäre Kommunistische Partei der Türkei – TDKP – Zentralkomitee

 

„Der Tod des militanten Kämpfers des deutschen Proletariats, Ernst Aust, hat uns in tiefe Trauer versetzt. Er war sein Leben lang ein entschiedener Kämpfer und Verteidiger des Kampfes um den Sozialismus.

Sein Andenken wird nicht nur im Herzen des deutschen Proletariats und Volkes weiterleben, sondern auch im Herzen des Proletariats und des Volkes der Türkei.

Im Namen unserer Partei und unseres Volkes teilen wir eure Trauer und sprechen der Familie, den Bekannten und den Kampfgenossen Ernst Austs unser Beileid aus.“


 

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ZK der KP Schwedens

 

„Stellvertretend für unsere Partei möchten wir unsere tiefste Betroffenheit über die Nachricht vom Tode Ernst Austs ausdrücken. Bei dieser Gelegenheit möchten wir alle Marxisten-Leninisten unsere Anteilnahme an ihrer Trauer bezeugen.

Genosse Ernst Aust war der Begründer der marxistisch-leninistischen Bewegung in Deutschland nach dem Verrat des modernen Revisionismus. Die schwedischen Marxisten-Leninisten lernten aus seiner Arbeit und seinem Kampf. Genosse Ernst Austs Name und seine Arbeit werden in der deutschen und internationalen marxistisch-leninistischen Bewegung leben. Revolutionäre Grüße – ZK der KPS – 1. Sekretär.“

 

 

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Beileidstelegramm von der Bruderpartei Suriname (Niederländisch Guayana)

 

„Zum Tod vom Genossen Ernst Aust tiefes Beileid.“



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ZK der KP Frankreich

„Wir sprechen unser tiefstes Beileid zum Tode des Genossen Ernst Aust aus.

Ohne Genossen Ernst Aust hätte der Kampf gegen den Revisionismus nicht zur Existenz einer wahren kommunistischen Partei Deutschlands geführt.

In seinem Geiste wird die marxistisch-leninistische Bewegung weiterleben.“


 

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  1. Beileidsbekundungen aus dem Inland



Genossen aus der DDR

 

„Wir trauern über den völlig unerwarteten Tod Deines Mannes und Kampfgefährten, unseres Genossen Ernst Aust.“

 

 

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Eine Albanerin aus dem Kosova

„Ich sehe Sie mit Genossen Enver – alle beide Arm in Arm –, und ich kann mich damit nicht abfinden, dass ihr beide nicht mehr bei uns seid.“

 

 

 

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  1. aus RO

    „Du bist hinterhältig, der Tod!“

 

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Die kosova-albanischen Arbeiter aus Bremen

 

Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod des Genossen Ernst aufgenommen. Wir teilen diese Trauer. Genosse Ernst war ein guter Kommunist und hat unermüdlich für den Marxismus-Leninismus gekämpft. Dieser Verlust ist nicht nur für die Kommunistische Partei Deutschlands sehr groß, sondern auch für uns.

Genosse Ernst wird immer in unseren Herzen leben.“

 

 

 

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Genossen der Zelle Aachen/Düren

 

„Wir haben die Nachricht vom plötzlichen Tod des Genossen Ernst erhalten. Der Verlust dieses Genossen, der vorbehaltlos und ohne Rücksicht auf eigene Belange für den Kommunismus gekämpft hat, trifft uns tief.

Er hatte die Fähigkeit, Menschen zu Kommunisten zu erziehen.

Er hat den Marxismus-Leninismus, der zum Sieg der Arbeiterklasse führt, verteidigt und hat den Revisionismus, wo er sich zeigte, bekämpft.

Er gründete die KPD/ML, die einzige Partei in Deutschland, die unter seiner Leitung konsequent den Kampf gegen den modernen Revisionismus aufnahm und fortsetzte.

Er stand fest zum proletarischen Internationalismus und zur Freundschaft mit dem sozialistischen Albanien.

Persönlich von großer Bescheidenheit und Integrität zeigte er uns, dass die Prinzipien des Marxisamus-Leninismus unabdingbar für das Leben einer kommunistischen Partei sind.

Er hatte einen unbeugsamen Willen, der Arbeiterklasse zum Sieg zu verhelfen.

Er wird uns allen so sehr fehlen.

Liebe Genossen des Koordinationskomitees der Marxisten-Leninisten der KPD.

Wir trauern tief um Ernst und wissen doch, dass wir seinen Kampf fortführen werden und sein Vorbild wird helfen, den Kommunismus zu erringen.“

 

 

 

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Genosse A.S.

 

„Dir Ernst, als letzten Gruß, gebe ich dir mein Versprechen: Den Kampf für ein vereintes, unabhängiges und sozialistisches Deutschland in deinem Sinne weiterzuführen. Auch wenn es mir schwer fallen sollte, trotzdem nicht nachzulassen! Rot Front.“

 

 

 

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Genosse R. P.

 

Die Partei wird leben, auch wenn wir sterben.“

 

 

 

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Genossen N. Und U.

 

„Erst spät haben wir vom plötzlichen Tod deines Mannes und unseres Genossen Ernst gehört. Er hat uns tief bewegt!

Wir werden Ernst nie vergessen, einen Genossen, dem wir durch seine Ehrlichkeit, Standhaftigkeit und seinen Kampfeswillen viel in unserer eigenen politischen Entwicklung hin zum Marxismus-Leninismus verdanken.

Waltraud, dir wünschen wir große Kraft und Zuversicht, um den bitteren Schmerz überwinden zu können.

Lasst uns weiterhin gemeinsam für den Kommunismus in aller Welt kämpfen, ob in der BRD oder in Azania!. Sei herzlich gegrüßt.“

 

 

 

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Genossen T. Und S.A.

 

„Vorwärts mit der KPD/ML im Geiste von Ernst!“

 

 

 

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KJD-Gruppe Hamburg

 

„Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland – Ernst – wir werden den Kampf weiterführen.“

 

 

 

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KPD Hamburg (ML)

 

„Wir werden den Weg des Marxismus-Leninismus weitergehen – auch wenn du nicht mehr an unserer Seite stehen wirst.“

 

 

 

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Koordinationskomitee (KoKo)

 

„Die KPD/ML lebt in deinem Geiste weiter!“

 

 

 

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Landesbezirksleitung Hessen

 

„Die Stärksten kämpfen ihr ganzes Leben lang.“

 

 

 

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Die Genossen aus Berlin

 

„Wir trauern um Ernst – ein Leben für die Befreiung der Arbeiterklasse.“

 

 

 

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Genossen aus Peine

 

„Er lebte für die Zukunft der Menschheit.“

 

 

 

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Kommunistische Gruppen AzD-Redaktion

 

H.K., A. Sch., M. W.

 

„Mit Bestürzung haben wir die Mitteilung über den plötzlichen Tod von Ernst Aust erhalten. Für fast alle, die seit Ende der sechziger Jahre in der marxistisch-leninistischen Bewegung arbeiten, ist mit seinem Wirken auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte verbunden.

In der illegalen KPD war er einer der wenigen, die in der Auseinandersetzung mit dem Revisionismus die Organisierung der Revolutionäre in Angriff nahmen. Die 1968/69 von ihm maßgeblich gegründete KPD/ML hatte großen Anteil daran, dass viele Teilnehmer/innen der Jugend- und Studentenbewegung zur Arbeiterbewegung stießen und sich die Aufgabe stellten, am Aufbau einer revolutionären Partei der Arbeiterklasse mitzuwirken. Dadurch den Boden für einen kommunistischen Neubeginn in Westdeutschland mitgelegt zu haben, gehört zu seinen bleibenden Verdiensten.

Geprägt von einer anderen Etappe der Arbeiterbewegung, war Genosse Ernst Aust mehr eine politische Kämpfernatur, ein mitreißender Redner und begabter Organisator, als ein marxistischer Theoretiker. Als Parteiführer war er in den mehr als anderthalb Jahrzehnten seit Gründung der KPD/ML bemüht, Partei und Arbeiterklasse einen Weg zur sozialistischen Revolution zu eröffnen. Für die dabei auch begangenen Fehler war er stets bereit, die Verantwortung zu übernehmen und Irrtümer einzugestehen. Bestimmend blieb für ihn bis zum letzten Tag der unversöhnliche Kampf gegen den Kapitalismus und die ihn tragenden Kräfte und Parteien, für eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung. Sah er dieses Ziel in Gefahr geraten, so war er bereit, auch mit seinen bisher engsten Kampfgefährten zu brechen, um dieser Zielsetzung treu zu bleiben.

Im Gegensatz zu vielen Genossinnen und Genossen, die angesichts von Misserfolgen, Fehlern und Rückschlägen resigniert haben, ist Genosse Ernst Aust seinen Überzeugungen bis in den Tod hinein treu geblieben und hat nie den Mut verloren.

Mit allen, die ihm nahe standen betrauern wir in Ernst Aust einen Genossen, dessen Zielsetzungen wir teilten, auch wenn die Differenzen häufig groß waren.“

 

 

 

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Bundesvorstand der RHD

 

„Mit tiefem Schmerz haben wir die Nachricht vom viel zu frühen Tod des langjährigen Vorsitzenden der KPD/ML vernommen.

`Vorwärts und nicht vergessen, worin unsere Stärke besteht,

beim Hungern und beim Essen, vorwärts und nicht vergessen – die Solidarität!`

Unter dieser Losung, lieber Genosse Ernst Aust, hast du im Januar 1975 die Rote Hilfe Deutschlands mitgegründet und bist ihr immer treu geblieben. Wir danken dir dafür und werden die RHD in diesem Sinne weiterführen.“

 

 

 

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KG (NHT) Köln

F. P. , M. C.

 

„Herzliches Beileid entbieten zum Tode des Gründers der marxistisch-leninistischen Bewegung in der BRD und unermüdlichen Kämpfers gegen den Revisionismus und modernen Revisionismus, Ernst Aust.“

 

 

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Gedanken vom Genossen Jochen Bl. zum Tod von Ernst Aust anlässlich der

 

Trauerfeier am 31. 8. 1985

im deutschen Haus in

Tirana

 

 

 

„Liebe Genossen,

 

ich bedanke mich ganz herzlich bei euch, dass ihr zu uns gekommen seid, um unserem lieben Genossen Ernst mit uns zusammen die letzte Ehre zu erweisen. Mehr als diese kleine improvisierte Trauerfeier konnten wir nicht mehr zu seinem Andenken tun.

Der plötzliche Tod des Genossen Ernst Aust hat uns sehr erschüttert. Irene und ich waren mit Ernst auch persönlich befreundet, erlaubt mir deshalb, noch ein paar ganz private Gedanken zu äußern.

Genosse Ernst Aust war sicherlich kein Lenin, dem es gegeben war, das Weltgeschehen vorherzusehen und die gewaltigste Revolution der Menschheit mit einem Paukenschlag einzuleiten. Er war auch kein Enver Hoxha, der in unermüdlichem Einsatz in klarer Erkenntnis der Lage sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit führte! Das konnte er auch gar nicht sein. An die 40 Jahre lang Kommunist zu sein in einer Zeit der relativ friedlichen Entwicklung, wo sich dein Herz sehnt nach dem Ausbruch der Klasse, nach der Explosion der alten verrotteten Welt, wo du stattdessen mitansehen musst, wie deine Klasse abgespeist wird mit kleinen Geschenken, wie sie verkauft wird auf Kosten der Ärmsten, wie sie sich dreinfindet, die Fäuste in den Taschen geballt, murrend aber willig, das zu erleben und zu empfinden und dennoch Kommunist zu bleiben, verlangt Vieles von einem – es ist sehr, sehr schwer.

Genosse Ernst hat diese Prüfung glänzend bestanden. Sein Leben war ein einziges Aufbegehren gegen das scheinbar so Feste. Die sichere Erkenntnis, das Wissen, dass die Ruhe nur oberflächlich ist, dass die ganze Entwicklung zur Entscheidung drängt, hat ihn geprägt. Deshalb hatte er Geduld und Zuversicht.

Alle unsere Probleme und Fragen hat er immer wieder geduldig erörtert und legte dabei Wert auf das Wesentliche: verbindet euch mit eurer Klasse, gewinnt das Vertrauen der Arbeiter, eurer Kollegen!

Er hat uns Mut eingeflößt: verlasst euch darauf, die Partei ist stärker als alle Liquidatoren! Schwierigkeiten sind dazu da, sie zu überwinden, denn uns gehört die Zukunft!

Auch kleinste und unscheinbare Erfolge hat er gewürdigt. So gab es für Ernst beinahe keine Niederlagen, überall steckte noch der Zipfel eines Erfolges. Niederlagen waren für Ernst nur ein Anlass, den Kampf zu verdoppeln. So hat er mit uns geredet, uns aufgerichtet und erzogen.

Und sein persönlicher Lohn? Ernst war stolz auf unsere Partei, materiellen Lohn hat er für sein Leben nicht empfangen. Er hätte sich, wie so viele, ohne weiteres für das würdelose Leben eines Parteikarrieristen, eines Apparatschiks in der KPD oder in der DDR entscheiden können. Er hätte mehrfach der Partei den Rücken kehren und ein glänzender Redakteur und Zeitungsschreiber werden können. Wie viele enttäuschte Genossen haben seither solch einen Weg dem harten Los eines Kommunisten vorgezogen! Ernst war dagegen aus anderem Stoff gemacht. Er wich nicht vor der Klassenjustiz zurück und auch nicht vor dem Zwang der materiellen Gewalt. Durch und durch bescheiden, verzichtete er lange Zeit auf ein Auto, auf Karriere und Besitz, um unserer Sache zu dienen. Sein Weg wahr ehrlich und konsequent. So wie man es erwartet, aber nur selten erlebt.

Wie oft wurde Genosse Ernst Aust als Revisionist verlacht, weil er nach neuen Wegen suchte, abseits vom Dogma, neuen Ideen aufgeschlossen: in taktischen Fragen war Ernst vollständig undogmatisch, zu Vorschlägen sagte er stets: `Versucht es, Genossen, wenn ihr Erfolg damit habt, ist es gut, wenn nicht, beginnt von vorne!`

Wie oft wurde er auch als Dogmatiker, Sektierer, Stalinist beschimpft! Jawohl, Ernst war dogmatisch, in grundlegenden Fragen verstand er keinen Spaß. Solche Fragen waren für ihn: die Unverletzlichkeit der Partei, die gewaltsame Revolution zum Sturz der Bourgeoisie, die ungeteilte Diktatur des Proletariats, aber auch der Humanismus unserer Bewegung.

So hat sich Ernst mit oft missverstandenener Geduld mit ausgetretenen Genossen und mit Menschen außerhalb der Partei beschäftigt, so schnell war niemand für ihn ein Feind. Aber wirkliche Feinde, die klassenmäßig erkannt waren, verfolgte er mit Hass. Davon zeugen die Schriften und die Reden von Ernst, die uns immer wieder aufgerüttelt und angestachelt haben.“







 

 

 

4.

Aus der

Trauerrede

des Genossen Wolfgang Eggers

 



Mit größter Bestürzung haben wir vom Tod des Genossen Ernst Aust, unserem Gründer und Führer der KPD/ML, erfahren. Diese Nachricht nahmen wir mit tiefem Schmerz auf.

Es ist für uns alle so schwer zu glauben und zu begreifen, dass Ernst nicht mehr lebt.

Viel zu früh wurde er aus unserer Mitte gerissen. Er wollte noch so viel in seinem Leben für die Zukunft und das Glück der Menschheit leisten.

Das deutsche Proletariat hat mit dem Genossen Ernst Aust den führenden Genossen der deutschen revolutionären marxistisch-leninistischen Bewegung und den Gründer und Führer der KPD/ML verloren.

Das deutsche Volk hat mit dem Genossen Ernst Aust einen großen Patrioten verloren, der für ein friedliebendes, vereintes, unabhängiges und sozialistisches Deutschland kämpfte.

Die ganze Welt hat einen großen proletarischen Internationalisten, der für den Frieden und die Freundschaft und die Befreiung der Völker von Unterdrückung und Ausbeutung kämpfte, verloren.

Deshalb trauern wir alle so sehr um den Verlust des Genossen Ernst Aust. Er ist nicht zu ersetzen.

(...persönliche Worte zu seiner Frau...)

Erhebt euch nun von euren Plätzen.

Wir singen zum Abschied von Ernst das Lied „Unsterbliche Opfer“:

`Unsterbliche Opfer, ihr sanket dahin

wir stehen und weinen, voll Schmerz, Herz und Sinn.

Ihr kämpfet und starbet für kommendes Recht

wir aber, wir trauern, der Zukunft Geschlecht.



Einst aber, wenn Freiheit den Menschen erstand

und all euer Sehnen Erfüllung fand:

Dann werden wir künden, wie ihr einst gelebt,

dem Höchsten der Menschheit empor nur gestrebt.`

Dieses Lied erklang an den Gräbern der gefallenen Revolutionäre in den Jahren 1905 und 1917. Seitdem werden auf allen Trauerfeiern unsere Genossen mit diesem Lied geehrt. Ernst selbst hat es sich gewünscht, um von uns allen Abschied zu nehmen.

Wer war Genosse Ernst Aust, der 43 Jahre seines kampferfüllten Lebens bis zum letzten Atemzug der Partei und der Arbeiterklasse ein leuchtendes Beispiel gab und mit seinem Lebenswerk in hingebungsvoller Treue und unerschütterlicher proletarischer Disziplin dem Ziel des Kommunismus zustrebte?

Wer den Genossen Ernst Aust nicht gekannt hat, wird alles das, was auf seiner Trauerfeier über ihn gesagt wird, vielleicht als Übertreibung oder gar Glorifizierung ansehen. Wer Ernst wirklich gekannt hat, der wird wissen, dass all unsere Worte nicht ausreichen, um den tatsächlichen Wert dieses großartigen Menschen zu würdigen.

Genosse Ernst Aust war in allem was er tat, ein Vorbild. Sein Leben war mit der Partei in Freud und Leid untrennbar verschmolzen.

Stets war er ein revolutionärer Mensch, der vom Geist des proletarischen Humanismus beseelt war. Sein Humanismus drückte sich in seinem ganzen Leben sehr vielseitig aus – in der grenzenlosen Liebe zu seiner Frau und den Genossen und Freunden, in seinen patriotischen Gefühlen für die Heimat und das Schicksal des deutschen Volkes, aber auch in seiner zutiefst internationalistischen Gesinnung.

Ernst war ein unbeugsamer Kämpfer gegen alles, was die menschliche Würde verletzte und was die Menschen daran hinderte, ein freies und glückliches Leben zu führen.

Zu seinen starken Charakterzügen zählen Schlichtheit, Offenheit, Unbestechlichkeit, Prinzipientreue, Toleranz, Freundlichkeit, Warmherzigkeit und Ausgeglichenheit, Bescheidenheit und Uneigennützigkeit. Er lebte und arbeitete nicht für seinen Vorteil, für Karriere oder persönliche Macht, sondern er sah völlig selbstlos den Sinn seines Lebens im Kampf für die Zukunft der Menschheit.

Er weckte durch seinen Tatendrang unsere leidenschaftliche Begeisterung und eroberte all unsere Herzen.

Maxim Gorki vermag am besten in Worten auszudrücken, was wir für Ernst empfinden:

`Bist du auch tot. Im Lied der Kühnen und geistig Starken lebst du als Vorbild, als stolzer Rufer in Licht und Freiheit.`



Genosse Ernst ließ nie im Kampfe nach. Und wenn wirklich ein Tiefpunkt in der Partei zu spüren war, sagte er:

Sicher, man kann verstehen, dass sich bei einzelnen Genossen Resignation breitmacht. Doch was für Kommunisten wären wir, wenn wir uns von solchen Stimmungen beeinflussen ließen. Wir sind keine Salonbolschewisten, Kommunisten auf Zeit, die sich auf ungefährliche, revisionistische Pfade oder ins bürgerliche Leben zurückziehen.“

Wenn wir geloben, getreu im Geiste des Genossen Ernst Aust weiter zu kämpfen, so tun wir es nicht in erster Linie allein seiner Person zuliebe, sondern der Arbeiterklasse und ihrer Partei, der KPD/ML, für die Ernst lebte. Wir sind fern davon, einen Personenkult um Ernst zu errichten. Ich entsinne mich an ein Gespräch, das wir vor ein paar Monaten miteinander führten. Es ging um die Würdigung und das Vorbild der Persönlichkeit in der Geschichte. Ernst sprach sich gegen jegliche Idealisierung einzelner Personen aus. Er war davon überzeugt, dass nicht wir als Kommunisten, als einzelne Personen die entscheidende Rolle spielen, sondern die Massen im gesellschaftlich-revolutionären Prozess.

So konnte er sich auch auf Versammlungen nicht damit abfinden, wenn ihm die Genossen zuriefen: „Hoch die Faust – für Ernst Aust!“ Ich gestand ihm ein, dass auch ich es aus vollem Herzen und aus bewusster Überzeugung gerufen hätte. Ich bin wie Ernst und wie alle Marxisten-Leninisten gegen den Personenkult. Aber wir verneinen auch nicht die Rolle der revolutionären Führer der Arbeiterklasse. Wir lieben und verehren unsere Führer genauso, wie es die albanischen Genossen und das ganze albanische Volk tun. Und warum sollen wir deutschen Kommunisten unseren Ernst nicht genauso lieben wie die albanischen Genossen ihren Enver? (...) Damals wie heute wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht und Ernst Thälmann als unsere geliebten Gründer und Führer der KPD in Ehren gehalten. Ernst ist es für uns heute. Hat Ernst nicht eigentlich auch einen Platz neben Rosa, Karl und Teddy verdient?



Wie verlief das durch und durch politische Leben von Ernst Aust?

Vor 62 Jahren, man schreibt das Jahr 1923, wird am 12. April im Hamburger Arbeiterstadtteil Eimsbüttel, Eidelstedterweg, Ernst Aust geboren. Ernst ist letztes von 4 Kindern. Sein Vater ist kleiner Beamter, stammt vom Lande. Seine Mutter: Sie stammt ebenfalls vom Lande, sie ist Haushaltsgehilfin, Weißnäherin.

Der Krieg wird zum entscheidenden Erlebnis. Nach vierteljähriger Grund- und Sprungausbildung an die Front. Afrika, Italien, Sowjetunion, Frankreich. Trommelfeuer, Tieffliegerangriffe, Nahkampf, sterbende Kameraden: Deutsche, Engländer, Russen, Italiener, Amerikaner. Warum? Oktober 1944 in britische Gefangenschaft, In den Lagern geben die Nazis den Ton an. Alliierte dulden es. Erste Konflikte. Erste Reaktion auf den Krieg: Pazifist. Doch hier taucht das erste Mal die Eigenschaft bei ihm auf, nicht stehenzubleiben, sondern den Dingen auf den Grund zu gehen. Wo liegen die Ursachen der Kriege? Warum schießen deutsche, französische, britische Arbeiter, die doch die gleichen Interessen haben, aufeinander? Er kommt in ein Arbeitslager, „working camp“. Arbeitet ab 1945 als „bricklayer“ (Maurer), „painter“ (Maler) u.a.

Hier lernt er den ersten Kommunisten kennen. Einen Kommunisten aus Braunschweig, ein KJVD-ler. Man beschließt Selbststudium. Marx und Engels gibt es in der Lagerbücherei. Lenin, Stalin nicht. Ernst gibt eine Lagerzeitung heraus. Ernst nimmt Verbindung zu britischen Kommunisten auf.

1948 Entlassung aus der Gefangenschaft. Zurückgekehrt tritt er in den „Kulturbund zu demokratischen Erneuerung Deutschlands“, einer kommunistischen Massenorganisation, ein. Er arbeitet als Angestellter und vervollständigt sein Wissen durch Studium von Literatur und Theaterwissenschaften. 1951 holt ihn die Partei . Nunmehr als Mitglied der KPD – in die Redaktion der „Hamburger Volkszeitung“. Bald schreibt er für alle Ressorts: Kultur, Politik, Lokales, Parteileben.

1953 übernimmt er im Parteiauftrag die aus der Bewegung zur Befreiung Helgolands entstandene Küstenzeitschrift „Dat Blinkfüer“. Die Engländer haben statt Helgoland den Großen Knechtsand, eine Sandbank vor der Nordseeküste, als Ersatzbombenziel gewählt. Ernst initiiert eine Massenbewegung, die durch die Besetzung des Knechtsandes die Einstellung der Bombardierung erzwingt.

Worauf beruhte die Popularität von „Dat Blinkfüer“? Sie beruhte auf der revolutionären Grundhaltung des Genossen Ernst Aust, seiner Liebe zum Volk, seiner Verbundenheit mit seiner Klasse und den werktätigen Massen, sowie seinem proletarischen Hass auf die herrschende Klasse, die Imperialisten, die Monopolherren, die alten Nazis und Militaristen, die im Bonner Staat zu Macht und Ansehen gelangt waren. Sie drückten sich im Inhalt und Stil dieser Arbeiterzeitung aus.

Das Jahr 1963 wird für den Genossen Ernst Aust der Ausgangspunkt für seinen Kampf gegen die Entartung der Partei, gegen den modernen Revisionismus. Immer offener nimmt er in persönlichen Gesprächen mit Genossen Partei für die korrekte revolutionäre Linie Albaniens.

Die Jahre 1966/67 bringen die Entscheidung. Immer offener wendet sich Ernst jetzt gegen den antimarxistischen Kurs der Revisionisten in der Partei und im „Blinkfüer“. Es erscheint im Juni 1967 die erste Ausgabe des „Roter Morgen“.

Die Partei gerät in helle Aufregung. Seine letzten zwei Gehälter als Funktionär der KPD verwendet er für die Anschaffung der Druckmaschine des „Roter Morgen“ und für Porto. Im Oktober legt er in einem Brief an den Parteivorstand alle Funktionen nieder und wendet sich kurz darauf in einem offenen Brief an alle Genossen der Partei und an die „Blinkfüer“- Leser und forderte sie auf, mit dem revisionistischen Kurs der Partei zu brechen.

Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Die marxistisch-leninistischen Genossen der Bundesrepublik und Westberlin sammeln sich um den „Roten Morgen“. Sie nehmen Kurs auf die Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei, die das revolutionäre Erbe der alten KPD Ernst Thälmanns fortsetzt. Die Gründung dieser, unserer revolutionären Partei erfolgt am 50. Jahrestag der Gründung der KPD, am 30. Dezember 1968.

Sofort nachdem er seine Funktion in der KPD niedergelegt hatte, ging er wieder in den Betrieb. Nachdem er kurze Zeit als Drucker und Kraftfahrer gearbeitet hat, arbeitet er in den letzten Jahren als Fräser in einem Chemiebetrieb. Nach dem außerordentlichen Parteitag 1971 wählte ihn die Partei zu ihrem Vorsitzenden.

Ernst verweilte in Albanien und lernte dieses sozialistische Land kennen und lieben - während des VI. Parteitages der Partei der Arbeit Albaniens, mit der Parteidelegation Anfang Juni 1977, zu den Feierlichkeiten des 30. Jahrestages der Befreiung Albaniens und zu weiteren anderen Anlässen, zuletzt im Jahre 1983. Hier traf er auch mit dem gleichfalls in diesem Jahr verstorbenen Genossen Enver Hoxha zusammen. Mag das ein Zeichen unseres gemeinsamen Schicksals sein? Diese beiden hervorragenden Marxisten-Leninisten besiegelten und festigten die Freundschaft und Kampfverbundenheit unserer brüderlichen Parteien, der KPD/ML und der PAA. Ernst sagte:

Es gibt vor allem drei Dinge, die wir deutschen Kommunisten von Albanien lernen können: Erstens das unbedingte Festhalten an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus. Zweitens das Stützen auf die eigenen Kräfte und drittens das Festhalten an der Linie des bewaffneten Kampfes.“

Bis zu seinem Tod hat Genosse Ernst Aust Albanien vor den Revisionisten und Opportunisten, aber auch vor der bürgerlichen Presse verteidigt.

Ernst verteidigte auch Zeit seines Lebens die proletarische Linie gegen die immer wieder hartnäckig in verschiedensten Spielarten auftretenden kleinbürgerlichen, ideologischen Einflüsse. Dies kostete ihm einen großen Teil seiner unerschölpflichen Energie. Ohne sie gäbe es unsere Partei vielleicht nicht mehr. Als ideologischer Führer der Partei vereinte Genosse Ernst theoretische Stärke mit der praktisch organisatorischen Erfahrung des Klassenkampfes. Anfang 1972 war der Kampf gegen das Liquidatorentum wesentlich von Ernst geführt worden. Mit den donnernden Worten: „Schluss mit dem intellektuellen Geschwätz“ entlarvte er diese Feinde der Partei.

Ich habe in diesem Kampf damals aktiv an Ernsts Seite gestanden. Mit Ernst und Waltraud war ich in einer Parteizelle organisiert. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, mit welchem Mut und mit welcher Überzeugung er die Partei, die bis auf eine Handvoll Genossen zusammengeschrumpft war, wieder auf die Beine half. Bis zu seinem Tode hat Ernst unentwegt dafür gekämpft, die Partei von kleinbürgerlichem intellektuellen Unkraut sauber zu halten und die proletarische Linie gegen jede Spielart des Revisionismus und Opportunismus zu verteidigen. Eines der wichtigsten Dokumente war in dieser Auseinandersetzung später das Referat „Propaganda- oder Kampfpartei“.

1972 initiierte Ernst die Kampagne „Es lebe der Kommunismus – was will die KPD/ML?“ Darin gelang es ihm vortrefflich, in einfacher Sprache Fragen der Arbeiter zum Kommunismus populär zu beantworten. In diesem Sinne waren auch Ernsts Betriebszeitungen für die Orientierung auf die Arbeiterklasse von großem Wert. Bis zuletzt arbeitete er in seiner Grundeinheit für das „Heiße Eisen“ Stahlwerk in Peine Salzgitter. Für die Zelle ist Ernst ein schwerer Verlust, weil er dort nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Betriebsarbeit leistete, sondern auch, weil die Genossen wegen seiner menschlichen Seite so gerne mit ihm zusammengearbeitet haben.

Ernst war ein Vorbild in der illegalen Aktion. In Dortmund war 1973 die Maikundgebung der Partei verboten. Da tauchte er plötzlich auf dem Dach eines Autos auf, hielt unter brausendem Beifall eine Rede, und – bevor die Polizei in Aktion treten konnte – waren Ernst und die 600 Demonstranten genauso schnell vom Erdboden verschwunden wie sie gekommen waren.

Ich klebte mit Ernst zusammen Plakate nachts im Hamburger Stadteil Steilshoop. Mit welcher Freude und Geschicklichkeit er dabei zu Werke ging! Auch als Parteivorsitzender beteiligte er sich stets mit vollem Einsatz an der Zellenarbeit. Mit größter Selbstverständlichkeit verteilte er früh morgens vor den Betriebstoren Flugblätter und führte gleichzeitig den Vorsitz der Partei.

Am 29. Mai 1973 fand gegen den Genossen Ernst Aust wieder einmal ein Prozess statt. In diesem Prozess wollte die Bourgeoisie an Hand von Artikeln im „Roter Morgen“ die kommunistische Agitation und Propaganda kriminalisieren und verbieten. In Hamburg demonstrierten wir mit tausend Genossen und Freunden auf der gleichen Marschroute, auf der genau 10 Jahre vorher 5 000 Arbeiter gegen Ernst`s Prozess wegen „Staatsgefährdung“ und Verstoß gegen das KPD-Verbotsurteil demonstrierten. Ernst verwandelte den Prozess in ein Tribunal gegen die bürgerliche Klassenjustiz und rief dem Richter ins Gesicht: „Ich klage SIE ! an: Das auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruhendxe kapitalistische System aufrechterhalten zu wollen und sich dazu faschistischer Mittel zu bedienen.“

In unserer Hafenzeitung schrieben wir Genossen zum dritten Verhandlungstag: “Mitten in der Urteilsverkündung sagte Genosse Ernst: `den Unsinn hören wir uns nicht mehr an!` - und verließ den Saal, gefolgt von den Genossen und Freunden der Partei“. Mutig und unerschrocken vor dem Klassengegner – so war er – unser Ernst!

Genosse Ernst hielt in uns die revolutionäre Tradition der deutschen Arbeiterklasse wach. So zog er in seiner kämpferischen Rede aus Anlass des 50 Jahre bestehenden Hamburger Aufstands die Lehren für unseren heutigen Kampf. Auch zum 30. Jahrestag der Ermordung des Genossen Ernst Thälmanns sagte Ernst in seiner Rede:

„Genossen, lasst uns das eine Lehre sein! Ohne den Einfluss der reformistischen und revisionistischen Ideologie auf die Arbeitermassen zu brechen, werden wir auch dann, wenn eine revolutionäre Situation gegeben ist, nicht siegen können.“

Genauso wie in diesem Sinne der Genosse Ernst das revolutionäre Erbe Ernst Thälmanns verteidigte, so werden wir das revolutionäre Erbe Ernst Austs verteidigen. Ernst hat uns die Partei als Erbe hinterlassen. Wir wollen uns dieses Erbes würdig erweisen.

Auch mit den Aktivitäten zum 100. Geburtstag Stalins leistete Ernst einen hervorragenden Beitrag zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus, wies die Angriffe der Revisionisten auf Stalin zurück und forderte uns auf, von Stalin zu lernen.

Auch in der Gewerkschaftsfrage gab der Genosse Ernst der Partei die richtige Orientierung. Als beispielsweise die Rechtsopportunisten sahen, dass man beim Aufbau der RGO nicht richtig vorankam, ließen sie das „R“ von RGO fallen (GO), aus Angst, es könnte die Arbeiter „verschrecken“. Ich weiß noch, wie wir damals die zurückweichlerische Haltung mit Ernst`s Hilfe erfolgreich bekämpften.

1974 stellte sich Ernst als Kandidat zur Hamburger Bürgerschaftswahl auf. Damit beteiligte sich zum ersten Mal nach 20 Jahren wieder die Kommunistische Partei an der Wahl. Ernst trat vor Millionen von Fersehzuschauern und Rundfunkhörern auf, obwohl der Norddeutsche Rundfunk es zu verhindern versuchte. Ernst traf die Bourgeoisie empfindlich mit seiner Kritik am Parlamentarismus. Nicht umsonst stand Ernst vor Gericht, weil er das bürgerliche Parlament als eine Schwatzbude bezeichnete, die nichts anderes verdient, als im revolutionären Kampf der Massen auseinandergejagt zu werden.

Ernst war auch ein Freund der Bauern. Wie oft hat er uns gelehrt, wie wichtig das Bündnis zwischen Arbeiter und Bauern für die Revolution ist. Auf vielen Versammlungen lernten die Bauern Ernst kennen und schätzen.

Unser Genosse Ernst war immer für uns da. Er half uns, wenn wir Probleme hatten. Er erzog uns zu Genossen, die sich gegenseitig unterstützen und Solidarität üben. 1975 sprach Genosse Ernst auf der Gründungsveranstaltung der Roten Hilfe Deutschlands und nahm Stellung zum Charakter der RHD als einer „breiten Front der Solidarität mit politisch verfolgten Kollegen und Genossen.“

Besonders herzlich verbunden war Ernst mit der Jugend. Das lag daran, dass er selbst immer jung blieb und sich auch so fühlte. Er hatte viel Verständnis für die Besonderheiten jugendlicher Interessen, und er schenkte der Jugendorganisation als selbständige Massenorganisation der Partei sehr viel Aufmerksamkeit und Kraft, weil er die revolutionäre Bedeutung der Jugend politisch hoch einzuschätzen wusste. Ernst sprach 1975 in Offenbach auf dem Jugendkongress der „Roten Garde“. In seiner zündenden Rede sagte er:

Lieber auf den Barrikaden der Revolution sein Leben geben, als ein Leben auf auf Knien leben!“

Genosse Ernst verstand es wie kein anderer – und auch daran wird unser schmerzlicher Verlust deutlich – hinreißende und zündende Reden auf Versammlungen zu halten. Stets herrschte eine Atmosphäre der Spannung, der Begeisterung. Die Genossen gingen mit. Er donnerte aber auch mit Empörung und Hass gegen die Klassengegner, die Ernst scharf anprangerte und in beißender Ironie bloßstellte.

Es ist kaum vorstellbar, Ernst auf Versammlungen niemals wieder erleben zu dürfen. Die Reden von Ernst waren lang, aber ich muss euch gestehen, mir konnten sie nie lang genug sein. Man konnte Ernst stundenlang zuhören. Ich glaube, es ging jedem Genossen von uns genauso. Wo Ernst war, gab es keine Langeweile. In seiner Gegenwart fühlten wir uns immer in einer gehobenen Stimmung. Er sprach unsere Sprache, die Sprache des Proletariats, weil er wie wir lebte. Es war nicht allein die Form und der Stil bei den Reden, was alle begeisterte, es war der politisch folgerichtig dargelegte Inhalt, es war die richtige Schlussfolgerung und die daraus resultierenden Forderungen , was wie ein Volltreffer saß. Seine Reden beruhten auf wissenschaftlich fundierten Kenntnissen, die Ernst uns mit einfachen Worten und lebendigen Beispielen vermitteln konnte. So waren die Reden von Ernst nicht nur ein unvergessliches Erlebnis, sondern auch äußerst lehrreich.

Ich möchte euch ein kleines Beispiel geben: Ernst setzte sich mit Leuten auseinander, die uns den Vorwurf machten, wir hätten uns als Partei zu früh gegründet. Er sagte:

Was den Vorwurf betrifft, wir seien noch keine bolschewistische Partei, da wir die Millionenmassen noch nicht zu führen vermögen, möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Was ist das, was da aus dem Boden sprießt, wenn man eine Kastanie in den Boden steckt?! Eine Erbse? Eine Tomate? - Doch wohl eine Kastanie, wenn auch eine sehr kleine!“

Zum Jahreswechsel 1975/1976 wurde die Sektion DDR der Partei gegründet. Für dieses historische Ereignis erwarb sich Ernst große Verdienste. An der Großveranstaltung im März 1976 konnten die illegalen DDR – Genossen nicht teilnehmen. Und Ernst bedachte sie mit dem Grußwort:

In diesem Augenblick sind unsere Herzen und gedanken bei Euch.“

Heute können unsere noch wenig verbliebenen Genossen in der DDR auch an dieser Trauerfeier nicht teilnehmen, aber sie rufen über den Stacheldraht zu uns herüber: „In diesem Augenblick sind unsere Gedanken bei dir, lieber Ernst!“

Ernst schrieb 1976 unter Mitwirkung der gesamten Partei das revolutionäre Programm der KPD/ML, das dann später auf dem IV. Parteitag noch verbessert wurde. Bis zu seinem Tod verteidigte Ernst getreu den Prinzipien des Marxismus-Leninismus das Programm vor den Opportunisten. Für Ernst und uns kann es keine Außer-Kraft-Setzung oder Ersetzung durch ein revisionistisches Programm geben.

Genosse Ernst gab der Partei auch klare Perspektiven im Friedenskampf. Sein Friedensplan der Partei fand in der breiten Öffentlichkeit viel Zustimmung und Verbreitung. Und wir geloben dem Genossen Ernst Aust, seinen revolutionären Friedenskampf weiterzuführen.

Nicht zuletzt war Ernst auch ein künstlerisch veranlagter und talentierter Mensch. Er schrieb Gedichte, beherrschte die Schauspielkunst und war einige Zeit als Regisseur tätig. Es ist auch ein Verlust, dass er sein Lebenswerk nicht mehr literarisch niederschreiben kann. Das hatte er sich vorgenommen. Ernst setzte seine künstlerische Begabung für den Klassenkampf ein. So fand 1978 in Dortmund durch seine Unterstützung ein Agit-Prop- Theaterfestival mit 3 000 Zuschauern statt. Ernst sagte:

Es ist die Aufgabe der Partei, auch an der Kulturfront in die Offensive zu gehen und die Arbeiterklasse, die Werktätigen, die fortschrittlichen Kulturschaffenden, für die Erhaltung und Pflege des nationalen Kulturerbes und Volkskunstschaffens, für die Schaffung einer realistischen, dem Sozialismus zugewandten Kunst und Literatur, der Agitation und Propaganda zu überzeugen.“

Kaum einer hat an so vielen Frontabschnitten des Klassenkampfes in der vordersten Reihe gestanden wie Ernst. Er war sowohl ein hervorragender Agitator, als auch ein hervorragender Propagandist und Organisator.

Ernst hinterließ uns ein großes Vermächtnis.

Wir schwören, dass wir dieses große Vermächtnis in Ehren halten werden.

Ernst, dein Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten in einer deutschen bolschewistischen Partei ist von historischer Bedeutung. Wir schwören dir, solange am Aufbau der Partei und der Einheit der Marxisten-Leninisten zu kämpfen, bis unser Ziel erreicht ist.

Ernst, dein Kampf gegen den Revisionismus und Opportunismus ist von historischer Bedeutung. Wir schwören dir, solange den Revisionismus zu schlagen, bis er für immer besiegt ist.

Ernst, dein Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland ist von historischer Bedeutung. Wir schwören dir, in diesem Kampf niemals nachzulassen bis Deutschland vereint und sozialistisch ist.

Ernst, deine internationalistische Kampfverbundenheit mit der Partei der Arbeit Albaniens und der anderen marxistisch-leninistischen Parteien ist von historischer Bedeutung. Wir schwören dir, treu am proletarischen Internationalismus festzuhalten und gemeinsam mit unseren Bruderparteien den Sieg der Weltrevolution des Proletariats zu erkämpfen.

In einem persönlichen Abschiedsbrief schreibt Ernst unter anderem:

An und für sich möchte ich ja gerade noch nicht sterben. Doch wenn es passiert: Ich hoffe, dass ich meinen Beitrag zur Befreiung der Arbewiterklasse, der Menschheit, beigetragen habe. Auch wenn es nur ein kleiner war. Ich habe das Leben geliebt, die Menschen, die Erde... Grüße an alle Genossen von mir. Es lebe das, wofür wir mit so heißem Herzen kämpften: Das Glück der Menschheit ... Das Leben geht weiter! Kämpft!“



(Trauerrede - gehalten auf der Trauerfeier in der Kapelle des Friedhofs in Müden/ Aller)

 

 

 





Lieber Genosse Ernst,

als die Genossen der Bremer Hafenzelle von deinem Tod erfuhren, widmeten sie dir letzte Worte. Ihren Schmerz, ihre Trauer, ihr Versprechen, in deinem Geiste weiterzukämpfen, schrieben sie nieder. Ihre Zeilen stehen für alle deine Kampfgenossen. Wir setzen sie deshalb auf die erste Seite der Sonderausgabe „Der Weg der Partei“:



Für Ernst

am 25. 8. 1985



Heute Nacht haben wir

die rote Fahne in unseren

Herzen gehisst und wachen

bei dir. Die Übermacht

des Verrats kommt nicht

über diese Schwelle. Ihr

giftiger Atem stockt.



Hier liegts du in unseren

Armen, niedergestreckt

mitten in unseren Reihen,

gefallen in unserem

schwersten Kampf. Jetzt

schweigen die Worte,

in den Jacken ballen

sich unsere Fäuste.



Schonungslos dein Bruch

mit dem Opportunismus,

Genosse Ernst. In deinem geliebten bleichen Hände

pflanzen wir unser warmes

Leben. Diese Nacht geht vorbei.

Deine Partei ist da.“