25. 8. 2003

- zum 18. Todestag -



Ernst Aust

Der herausragende und vorbildliche deutsche internationalistische Kämpfer und Führer innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung

 

(von Wolfgang Eggers)



Aus Anlass seines 18. Todestages, möchte die KPD/ML die besonderen Verdienste des Genossen Ernst Aust als bedeutenden proletarischen Internationalisten herausstellen und würdigen.

Zuerst haben wir einige Zitate aus den Kondolenzbriefen unserer damaligen Bruderparteien ausgewählt, um die marxistisch-leninistische Weltbewegung selber sprechen zu lassen. An der Trauerfeier in Müden/Aller nahmen unter anderem auch die Vertreter der Kommunistischen Bruderparteien aus der Türkei, Dänemark, Portugal und Spanien teil. Den Sarg schmückten Blumen, die aus aller Welt gesandt wurden.

Anschließend haben wir versucht, einen Einblick in die unermüdliche internationalistische Arbeit des Genossen Ernst Aust zu geben. Bei dieser Gelegenheit möchten wir alle Genossen freundlich bitten, uns bei der Beschaffung und Sammlung weiterer Dokumente und Informationen über den Genossen Ernst Aust zu helfen.

Wir rufen alle Marxisten-Leninisten auf, das revolutionäre Banner des proletarischen Internationalisten Ernst Aust heute ehrenvoll voranzutragen und sich mit der KPD/ML unter dem Banner der Weltrevolution zum Kampf zu vereinen.



    25. 8. 1985

    Aus Kondolenzbriefen und Beileidstelegrammen von einigen damaligen Bruderparteien





Partei der Arbeit Albaniens

Genosse Agim Popa

 

“...ich und meine Genossen, die Genossen Ernst Aust aus der Nähe kennengelernt haben, erfahren mit Traurigkeit von seinem unerwarteten und vorzeitigen Tod. Wir bewahren von ihm die besten Erinnerungen als kommunistischer Kämpfer, als enger und aufrichtiger Freund des albanischen Volkes und des sozialistischen Albanien...”



    Kommunistische Partei Dänemarks (Marxisten-Leninisten)

“...Genosse Aust eine herausragende Persönlichkeit der deutschen revolutionären Bewegung und Arbeiterklasse, der sein ganzes Leben der Sache des Kommunismus und dem Kampf für den Triumpf des Sozialismus und Marxismus-Leninismus verschrieb.

Er spielte eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den modernen Revisionismus und für die Wiedergründung einer wahren revolutionären marxistisch-leninistischen Linie im Kampf gegen alle Spielarten des modernen Revisionismus, Trotzkismus und jeden Opportunismus.

Genosse Ernst Aust war ein unermüdlicher internationalistischer Kämpfer, ein lebenslanger Freund und Mitstreiter des sozialistischen Albaniens und der internationalen marxistisch-leninistischen kommunistischen Bewegung.

Wir, die dänischen Marxisten-Leninisten, gedenken in Dankbarkeit der internationalistischen Beihilfe, die uns durch die KPD unter Führung des Genossen Ernst Aust zu Teil wurde, im Kampf um die Einheit der marxistisch-leninistischen Kräfte in Dänemark während des Kampfes gegen den chinesischen Revisionismus, den sogenannten Mao Tsetung-Ideen der 70er Jahre.

In diesem traurigen Augenblick verneigen wir unser Haupt im Gedenken an unseren wertwollen marxistisch-leninistischen Mitstreiter und internationalistischen Genossen Ernst Aust...”





Kommunistische Partei Schwedens

“... Genosse Ernst Aust war der Begründer der marxistisch-leninistischen Bewegung in Deutschland nach dem Verrat des modernen Revisionismus. Die schwedischen Marxisten-Leninisten lernten aus seiner Arbeit und seinem Kampf. Genosse Ernst Austs Name und seine Arbeit werden in der deutschen und internationalen marxistisch-leninistischen Bewegung leben...”



Bruderpartei aus Surinam (Niederländisch Guyana)

“...zum Tod vom Genossen Ernst Aust tiefes Beileid...”



    Kommunistische Partei Frankeichs (PCOF)

“... Wir sprechen unser tiefstes Beileid zum Tode des Genossen Ernst Aust aus. Ohne Genossen Ernst Aust hätte der Kampf gegen den Revisionismus nicht zur Existenz einer wahren kommunistischen Partei Deutschlands geführt. In seinem Geiste wird die marxistisch-leninistische Bewegung weiterleben...”



Kommunistische Partei Spaniens (Marxisten-Leninisten)

“... Wir drücken unseren Schmerz gegenüber den Angehörigen und den deutschen Marxisten-Leninisten zum Tode von Genossen Ernst Aust aus...”



Kommunistische Partei Portugals (Wiederaufgebaut)

“...Der Verlust des Genossen Ernst Aust ist ein schmerzlicher Moment für die kommunistischen Portugiesen...

”...Wir teilen unsere Bestürzung über den Tod von Ernst Aust, diesem Marxisten-Leninisten mit hervorragendem Sinn für proletarischen Internationalismus mit...”



Kommunistische Partei der Türkei/ Marxisten-Leninisten Bewegung

 

“...Der Genosse Ernst Aust besitzt in der Geschichte der KPD einen unvergesslichen Platz. Er kämpfte gegen den modernen Revisionismus und gegen den Opportunismus jeder Art, verteidigte die Reinheit des Marxismus-Leninismus, führte die militante Tradition der deutschen Arbeiterklasse weiter. Er führte in erster Linie gegen den westdeutschen Imperialismus, gegen den Imperialismus, gegen den Faschismus und gegen die Reaktion jeder Art einen entschlossenen Kampf.

Als ein entschlossener Verteidiger des sozialistischen Albanien war er ein unerschrockener Kämpfer des proletarischen Internationalismus.

Die internationale kommunistische Bewegung hat einen von ihren Kämpfern, der ein kommunistischer Führer war, verloren, der sein Leben der Sache der Befreiung des Proletariats geopfert hat...

...Sein entschlossener und unerschrockener Kampf für den Kommunismus ist unser Vorbild...Der Genosse Ernst Aust ist unsterblich...”



Revolutionäre Kommunistische Partei der Türkei (TDKP)

“...Sein Andenken wird nicht nur im Herzen des deutschen Proletariats und Volkes weiterleben, sondern auch im Herzen des Proletariats und des Volkes der Türkei...”







    Der Weg zum proletarischen Internationalisten und die internationalistische Tätigkeit

    des Genossen Ernst Aust

    ( bis 1976/77 )

Der Weg des Genossen Ernst Aust zum proletarischen Internationalismus und internationalen Kommunismus begann mit der Teilnahme am 2. Weltkrieg als Soldat. Sterbende Kameraden aus England, Russland, Italien und Amerika hatten ihn tief bewegt und zum politischen Denken und Handeln veranlasst. Während seiner Kriegsgefangenschaft in England lernt er deutsche Kommunisten kennen und macht sich im Selbststudium mit den Lehren des Marxismus-Leninismus vertraut, nimmt Kontakt zu britischen Kommunisten auf und entfaltet in England kommunistische Agitation und Propaganda. Genosse Ernst Aust organisiert nach dem Krieg die Protestbewegung gegen die englische Bombardierung des Großen Knechtsandes, worin nicht nur seine fortschrittliche nationale Haltung, sondern auch seine gegen den britischen Imperialismus gerichtete intenationalistische Haltung zum Ausdruck kommt.

1951 nimmt er aktiv an den III. Weltfestspielen der Jugend teil und kommt in Kontakt mit internationalen, kommunistischen, jugendlichen Teilnehmern. 17 Jahre später schrieb der Genosse Ernst Aust zu den Weltjugendfestspielen:

“Die weitere Entwicklung der `Weltjugendfestspiele´ ist absehbar: sie werden immer mehr zu einem Treffpunkt Trojanischer Pferde aus Westeuropa und Nordamerika werden, die bei den Delegierten aus den revisionistischen Ländern und aus der `Dritten Welt` mit bürgerlichem Schund hausieren gehen. Revolutionäre Jugendliche würden das traute Beisammensein nur stören, man wird sie in Zukunft sicher gar nicht erst einladen. Es wird allmählich Zeit, an eine sozialistische Gegenveranstaltung zu denken” (Roter Morgen September 1968, Seite 6). So war es dann auch der Genosse Ernst Aust, der sich für die Beteiligung der KPD/ML an den internationalen Jugendlagern der Marxisten-Leninisten der ganzen Welt später aktiv einsetzte.

Ernst hatte zunächst keinerlei Informationen über die spalterischen Ereignisse der kommunistischen Weltbewegung, die sich infolge der Moskauer Beratungen von 1957 und 1960 im Kampf gegen den modernen Revisionismus abgespielt hatten. Von dem unerschrockenen Kampf des Genossen Enver Hoxha für die Verteidigung der revolutionären Einheit der kommunistischen Weltbewegung gegenüber den revisionistischen Spaltern, von der konsequenten Haltung zur Reinhaltung des Marxismus-Leninismus und das Hochhalten des Proletarischen Internationalismus, dessen Prinzipien die modernen Revisionisten mit Füßen traten, davon erfuhren die KPD-Mitglieder damals noch nichts, da dies von den revisionistischen Führern in der illegalen Parteipresse bewusst und systematisch verschwiegen wurde. Die KPD-Führung stand vollkommen unter dem Einfluss der Ulbricht-Clique und ihren Chruschtschow`schen Oberherren. Als auf dem VI. Parteitag der SED der chinesische Delegierte von den Ulbrichtlumpen niedergeschrien wird und Ulbricht den Genossen Enver Hoxha wie wild offen angreift, kommt es in der KPD unter den Marxisten-Leninisten zu Diskussionen, die Ausgangspunkt für den Kampf gegen den modernen Revisionismus wurden. Hier nur einpaar markante Beschimpfungen, die Ulbricht gegen die albanischen Genossen auf dem VI.Parteitag der SED offiziell vom Stapel gelassen hatte:

“Offensichtlich hat die Führung der albanischen Partei keinerlei Verständnis für die Gemeinschaft des sozialistischen Lagers und für die Politik der friedlichen Koexistenz... Was muss dieses tüchtige albanische Volk alles an leerem Geschwätz über sich ergehen lassen... Die Bevölkerung der DDR hat Verständnis dafür, dass wir uns mit solchem verantwortungslosen Geschwätz nicht näher befassen. Es ist inzwischen durch das Verhalten der albanischen Führer zur Genüge bewiesen, dass sie nicht nur engstirnige Sektierer sind, sondern Gegner des Marxismus-Leninismus... Wir weisen die verleumderischen Angriffe der Sektierer und Dogmatiker gegen die KPdSU ... entschieden zurück... Die SED ist der Meinung..., dass einige Parteiführer, die mit den Grundsätzen der gemeinsamen Erklärung von 1960 nicht einverstanden sind, willkürlich ihre dogmatische Auffassung anderen Parteien aufzudrängen versuchen.” (Ulbricht auf dem VI. Parteitag der SED, Dietz Verlag Berlin 1963, Seite 44 ff.)

1963 wurde das Jahr für den Genossen Ernst Aust, wo er den Kampf gegen den modernen Revisionismus in West-Deutschland aufnahm. Die deutschen Marxisten-Leninisten hatten begonnen, sich in den weltweiten Kampf gegen den modernen Revisionismus einzureihen, den die albanischen Genossen anführten.

Als er vom ZK der KPdSU empfangen wurde, wurde er von dessen Hetztiraden gegen die KP Chinas angewidert. Panomajew praktizierte das Gehabe von der Vaterpartei und scherte sich einen Dreck um die Beziehungen zur westdeutschen KPD in ihrer Eigenschaft als Bruderpartei. Ernst sammelte bei seinen Besuchen in der Sowjetunion, in Polen und in der DDR reichlich Eindrücke, die ihn in seinem Kampf gegen den modernen Revisionismus bestärkten.

Erst 1965 bekam Ernst das erste Mal den chinesischen “Vorschlag zur Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung” zu Gesicht. Die Genossen in Österreich, der Schweiz und in Frankreich hatten damals schneller Zugang zu diesen wichtigen Informationen als die Genossen in Deutschland, wo die Revisionisten die illegalen Bedingungen für ihre Desinformation ausnutzten.

Im Juni 1967 bringt Ernst Aust den ersten “Roten Morgen” heraus, zunächst als “Zeitschrift der KPD Marxisten-Leninisten”. Der allererste Satz lautet:

“Angesichts des 50. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution...verurteilen wir aufs schärfste den schamlosen, ungeheurlichen Verrat, den die Kossygin-Breschnew-Clique an den Völkern der Sowjetunion, an dem gesamten internationalen Proletariat und dem um ihre Befreiung von Kolonialismuis und Imperialismus kämpfenden Völkern der Welt, begeht.”

Damit ist alles gesagt, was als aufrechter Marxist-Leninist und als ehrlicher proletarischer Internationalist zu sagen ist: Der Kampf für den proletarischen Internationalismus und die kommunistische Weltbewegung beginnt in jedem Land mit dem Kampf gegen den modernen Revisionismus auf der Basis der Oktoberrevolution, so auch in Deutschland unter der Führung des Genossen Ernst Aust.



In der Februar 1968 – Ausgabe des Roten Morgen berichtet der Genosse Ernst Aust von der Gründung der Marxistisch-Leninistischen Partei Frankreichs:

“Weder ein bewaffneter Überfall durch revisionistische Gangster noch Polizeiterror konnten die Konstituierung der Kommunistischen Marxistisch-Leninistischen Partei Frankreichs am Jahresende 1967 verhindern.”

Zum 105. Jahrestag der Pariser Kommune ist es der Genosse Ernst Aust, der gemeinsam mit dem französischen Genossen Jaque Jurquet einen Blumenkranz an der Hinrichtungsmauer niederlegte.

In der gleichen Ausgabe erscheint -also vor 35 Jahren - der Artikel: “Wir brauchen die internationale marxistisch-leninistische Einheit”. Dieser Artikel hat heute noch eine große Bedeutung:

“Zweifellos scheint sich die revisionistische Führung der KPdSU als den natürlichen Führer aller kommunistischen Parteien zu betrachten, obwohl sie unentwegt `von der Unabhängigkeit der Kommunistischen und Arbeiterparteien gemäß den konkreten Bedingungen eines jeden Landes` schwätzt. Nach ihrer Logik sind ihr Programm, ihre Resolutionen und Erklärungen samt und sonders heiliges Gesetz. Und wehe dem, der wider den Stachel löckt und ihre unendliche Weisheit anzuzweifeln wagt.. Er wird gescholten, verdammt, als Spalter, Dogmatiker, Chauvinist usw.

Die Führer der KPdSU mögen sich gesagt sein lassen, die kommunistische Weltbewegung ist kein feudaler Klan, in dem es Vorgesetzte und Untergebene, Herrscher und Beherrscher gibt. Alle Bruderparteien, ausnahmslos ob groß oder klein, ob alt oder neu, ob an der Regierung oder nicht, sind unabhängig, selbständig und gleichberechtigt. Das einmal vorweg.

Eine andere Sache ist, dass es im internationalen Kampf des Proletariats um seine Befreiung Vorhuten, Avantgarden gibt. Nach der Niederlage der Pariser Kommune waren, wie Engels sagte `die deutschen Arbeiter für den Augenblick in die Vorhut des proletarischen Kampfes gestellt worden.` Und er fuhr fort: `Wie lange die Ereignisse ihnen diesen Ehrenposten lassen werden, lässt sich nicht voraussagen... vor allem aber gilt es, sich den echten internationalen Sinn zu wahren, der keinen politischen Chauvinismus aufkommen lässt und der jeden neuen Schritt in der proletarischen Bewegung mit Freuden begrüßt, einerlei von welcher Nation er ausgeht.`

Der nächste Schritt kam bald, und es war das russische Proletariat, das ihn siegreich in der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution vollzog. Lenin sagte 1919: `Zeitweilig- selbstverständlich nur für kurze Zeit – ist die Hegemonie in der revolutionären proletarischen Internationale an die Russen übergegangen, wie sie in verschiedenen Perioden des 19. Jahrhunderts die Engländer, dann die Franzosen und dann die Deutschen inne gehabt haben.`

`Vorhut`- im Sinne von Engels und `Hegemonie`, wie es Lenin meinte, bedeuteten keineswegs, dass eine Partei, die in die Vorhut der internationalen Arbeiterbewegung gestellt wurde, mit anderen Bruderparteien ihnen zu gehorchen hätten. Als die Kommunistische Partei Russlands (B) zur Avantgarde der Bewegung wurde, , sagte Lenin: `... in Voraussicht all der Entwicklungsstadien in den anderen Ländern soll man nichts aus Moskau dekretieren.

... Spätestens ..., als sich die Führung der KPdSU auf den Weg des Revisionismus und Spaltertums begab, als sie die Beschlüsse der Bruderparteien von 1960 ignorierte, sich dem Hauptfeind der Völker, dem USA-Imperialismus anbiederte, den Renegaten Tito rehabilitierte und begann, durch das `neue System` den Kapitalismus in ihrem Lande zu restaurieren, büßte sie ihre Position an der Spitze der internationalen kommunistischen Bewegung automatisch ein. ...

Die Frage, vor der wir stehen, lautet doch nicht, wer wen führen soll, sondern ob man am Marxismus-Leninismus und am proletarischen Internationalismus festhalten oder sich dem Revisionismus und Spaltertum der Führung der KPdSU unterwerfen soll. Am Marxismus-Leninismus festhalten aber heißt heute, sich eng mit der KP Chinas und hier in Europa mit der Partei der Arbeit Albaniens und anderen marxistisch-leninistischen Parteien zu verbünden ( Anmerkung der Redaktion: Der chinesische Revisionismus wurde 1968 noch nicht vom Genossen Ernst Aust erkannt).

Heißt das aber, die leninsche These von der Unabhängigkeit der kommunistischen und Arbeiterparteien und ihrer Tätigkeit gemäß den konkreten Bedingungen eines jeden Landes missachten? Keinesfalls! Niemand wird es uns abnehmen, den revolutionären Weg zur Errichtung des Sozialismus in ganz Deutschland entsprechend den konkreten Bedingungen unseres Landes zu erarbeiten und zu beschreiten. Es ist doch geradezu lächerlich uns vorzuwerfen, den Weg, den die KP Chinas zur Eroberung der politischen Macht beschritt, sklavisch nachahmen zu wollen. Wohin sollte unser `langer Marsch` denn führen? Oder sollten wir uns etwa ins Siebengebirge zurückziehen? Auf eines aber können sich die Herren Revisionisten verlassen: es wird ein revolutionärer Weg, der Weg der Oktoberrevolution sein, den wir beschreiten. Mit ihrer anti-marxistischen These vom `friedlichen Übergang` können sie uns samt und sonders gestohlen bleiben.

Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Was sie mit ihren Scheinargumenten wollen ist, verhindern, dass wir Marxisten-Leninisten auf internationaler Basis uns keine gemeinsame Linie in den Hauptfragen wie z.B. die Haltung gegenüber dem Imperialismus und dem Revisionismus, die Respektierung des allgemeinen Gesetzes der Revolution, des sozialistischen Aufbaus usw. erarbeiten. Doch das wird ihnen nicht gelingen. Gerade die Ereignisse der letzten Zeit, die wütenden Angriffe der Imperialisten (Indonesien, Griechenland, Vietnam, Naher Osten) und ihrer Helfershelfer der modernen Revisionisten gegen die Völker, gegen den Marxismus-Leninismus und Sozialismus zeigen, dass wir die internationale Einheit der Marxisten-Leninisten festigen müssen.

Mögen sie noch so laut schreien, mögen sie uns als Satelliten Chinas bezeichnen, mögen sie uns beschuldigen, dass wir eine neue internationale Organisation schaffen wollen. Es wird uns eine Ehre sein. Jawohl! Wir sind für die proletarische internationale Einheit aller Marxisten-Leninisten, die sie schamlos und gründlich verraten haben. Niemand wird uns hindern, uns eng mit China und Albanien, ihren kommunistischen Parteien, mit allen marxistisch-leninistischen Parteien und Gruppen, zur Schaffung der internationalen Einheit aller Marxisten-Leninisten zu verbünden und den Hammer zu schmieden, der den Imperialismus und seine Lakaien restlos zerschlägt.”

Genosse Ernst Aust sprach hier nicht nur klar von “neuer internationaler Organisation”, sondern auch von der “proletarischen internationalen Einheit der Marxisten-Leninisten” und der “internationalen Vorhut des Proletariats” im Kampf gegen den modernen Revisionismus. Dieser Zielsetzung ist die KPD/ML stets gefolgt, folgte sie auch 30 Jahre später mit der Initiative zur Gründung der Komintern/ML im Kampf gegen die Neo-Revisionisten, d.h. gegen solche Revisionisten, die die Schaffung einer neuen internationalen Organisation der Marxisten-Leninisten befürworten, aber in Taten sie zu verhindern suchen. Einige deutsche Vertreter des Neo-Revisionismus geben seit 18 Jahren in Worten vor, den Genossen Ernst Aust zu verteidigen, aber dem Wesen nach taten sie seitdem alles, um die proletarischen Genossen der KPD/ML daran zu hindern, dessen Vermächtnis zu erfüllen - nämlich zur organisierten proletarischen Einheit der internationalen Marxisten-Leninisten beizutragen. Wir haben ihnen bewiesen, dass es ihnen nichts genützt hat, sich uns in den Weg zu stellen.



Seit dem Februar 1968 propagierte der Genosse Ernst Aust die deutschsprachigen Sendungen von Radio Tirana in Westdeutschland vor allem im Roten Morgen. Dies ermöglichte es vielen deutschen Genossen, vom sozialistischen Albanien mehr zu erfahren. Damit war es der deutschen Arbeiterklasse auch möglich, mit dem revolutionären Zentrum des Weltproletariats Kontakt aufzunehmen und es zu unterstützen – vor allem aber auch für die sozialistische Revolution in Deutschland etwas von der albanischen Arbeiterklasse und dem albanischen Volk zu lernen.



Zu den ersten internationalistischen Aktionen der Marxisten-Leninisten in Deutschland gegen den modernen Revisionismus gehören die Proteste und Flugblattaktionen gegen den Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei vor 35 Jahren. Damals solidarisierte sich der Genossen Ernst Aust mit dem ZK der PAA und dem Ministerrat der Volksrepublik Albanien, die die sozialimperialistische Aggression der Kremlzaren und ihre Lakaien brandmarkten und aus dem Warschauer Pakt austraten:

“Der mutige, konsequente Schritt, den die Volksrepublik Albanien durch ihren Austritt aus dem Warschauer Pakt vollzog, wurde von allen Marxisten-Leninisten der Welt freudig begrüßt” (Roter Morgen, Juli/August 1968).

“Tschechoslowakische Klassenbrüder! ... besinnt euch der revolutionären Tradition eures Landes und eurer ruhmreichen Kommunistischen Partei, deren Vorsitzender einst der geliebte Führer des Volkes der CSR, Clement Gottwald war. Wir versichern euch unserer unverbrüchlichen Solidarität in eurem Kampf gegen die Okkupanten. Uns trennen Welten von jenen, die diese Verbrechen begannen und es heute gutheißen. Die Aggression gegen euer Land ist die Tat von Verbrechern und Verrätern am Marxismus-Leninismus, die Stunde des Einmarsches in euer Land ist die Stunde der Schande der Sowjetrevisionisten...

...Wir deutschen Marxisten-Leninisten unterstützen entschlossen den Kampf der Völker der ganzen Welt gegen den US-Imperialismus und den sowjetischen modernen Revisionismus. Unsere Solidarität gilt dem Proletariat und allen revolutionären Menschen in der Sowjetunion, der CSSR, der DDR und in anderen Ländern unter der Herrschaft der modernen Revisionisten-Cliquen (Roter Morgen September 1968, Seite 5).

Den proletarischen Internationalismus der Tat auch auf die Proletarier in den revisionistischen Ländern auszudehnen war damals keine Selbstverständlichkeit. Hier spielte der Genosse Ernst Aust eine hervorragende Rolle als Vorkämpfer in Deutschland.



Genosse Ernst Aust berichtete über die Kämpfe der Kommunistische Partei Kolumbiens ( Marxisten-Leninisten) bereits vor 35 Jahren ( RM Mai 1968, Seite 9). Er hob dabei im Geiste des proletarischen Internationalismus hervor, dass die Guerillastreitkräfte von der Kommunistischen Partei Boliviens (Marxisten-Leninisten) unterstützt wurden (Roter Morgen September 1968). Ernst hat uns damit deutlich gemacht, wie wichtig und notwendig es ist, dass sich die Bruderparteien nicht in papierenen Resolutionen solidarisieren müssen, sondern auch und vor allem mit dem Gewehr in der revolutionären Hand. Stets hob der Genosse Ernst Aust hervor, dass man sich mit dem proletarischen Internationalismus der Tat dem proletarischen Internationalismus in Worten entgegenstellen muss.

In diesem Zusammenhang kritisierte der Genosse Ernst Aust auch die Guerillataktik des Guevarismus an Hand des Tagesbuches von Che Guevara:

“Nicht, dass er (Che Guevara) den bewaffneten Kampf geführt hat, kritisieren wir an Che, sondern seine Theorie vom bewaffneten Kampf... Wir dürfen den bewaffneten Kampf nicht anders verstehen, als dass er Bestandteil einer richtigen politischen Linie ist, geführt von einer marxistisch-leninistischen Partei... Dass es keine marxistisch-leninistische Partei in Bolivien gab, bedeutet, dass es auch keine Einheitsfront, keine Verbindung mit den Volksmassen gab, die Voraussetzung des bewaffneten revolutionären Kampfes sind. Daran scheiterten die von Che Guevara geleiteten Guerilleros in Bolivien... Die Theorie und die Praxis Guevaras reflektieren deutlich die trotzkistische Vorstellung der Revolution...Die Vorstellung Che Guevaras, dass durch Drohung gegenüber der Bauernschaft deren Neutralisierung vorgenommen werden kann und daraufhin später durch diese eine Unterstützung erfolgt, ist falsch. Der organisierte Terror gegenüber dem Volk ist eine Waffe der Reaktion und nicht der Revolutionäre. Durch Drohungen kann es zu keiner Unterstützung kommen, sondern nur zum Widerstand.” (Roter Morgen Oktober/November 1968)

Genosse Ernst lehrte uns, dass man die zumeist Jugendlichen Che Guevara-Anhänger geduldig vom Marxismus-Leninismus überzeugen und dass man sie vom Einfluss der Unterwanderung durch Agenten der Reaktion und der Revisionisten, vom Einfluss des Anarchismus und Trotzkismus befreien muss. Auf Che Guevara antwortet der Genosse Ernst Aust:

“Tatsächlich gibt es diese `Formel des magischen Weges`, es ist der Marxismus-Leninismus, mit dem das Proletariat organisiert wird, es sind die marxistisch-leninistischen Parteien, die die rote Fahne der Revolution hochhalten, nicht nur in Lateinamerika, sondern in der ganzen Welt” (ebenda Seite 11).

Als der Genosse Ernst Aust die KPD/ML am 31. 12. 1968 gründete, wurde der Rote Morgen Zentralorgan der Partei. Die Erklärung zur Gründung der KPD/ML wurde an alle Bruderparteien gesandt unter anderem an die Partei der Arbeit Albaniens. In dem Schreiben an das ZK der Partei der Arbeit Albaniens hieß es u.a.:

“Wir deutschen Marxisten-Leninisten, die Delegierten des Gründungsparteitages der KPD/ML, sind stolz darauf, euch albanischen Genossen zu unseren Freunden zu zählen, von deren Erfahrungen zu lernen und ein Herzenswunsch ist. Euch, der PAA, dem Genossen Enver Hoxha und dem ganzen albanischen Volk übersenden wir brüderliche Kampfesgrüße.”

(Wir weisen redaktionell darauf hin, dass uns und dem Genossen Ernst Aust zum damaligen Zeitpunkt nicht bewusst war, dass es sich bei manchen Bruderparteien um antimarxistisch-leninistische Organisationen handelte, bzw. dass sich marxistisch-leninistische Bruderparteien vom Marxismus-Leninismus später entfernt hatten. Besonders deutlich wurde uns dies in unserer Haltung zur KP Chinas. Etwa 10 Jahre betrachteten wir die KP Chinas als unsere Bruderpartei, bis uns immer klarer wurde, dass sie nie eine wahrhaft kommunistische Partei gewesen ist. Dies sind nicht nur die schmerzlichen Erfahrungen des Genossen Ernst Aust und der KPD/ML, sondern auch der PAA, des Genossen Enver Hoxha und der ganzen marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Mit der Methode von Kritik und Selbstkritik hat der Genosse Ernst Aust und unsere ganze Partei zum Beispiel den Fehler korrigiert, Mao Tsetung für den führenden Marxisten-Leninisten in der Welt unserer Zeit einzuschätzen. Mit unserer korrigierten Haltung, dass Mao Tsetung kein Marxist-Leninist ist, haben sich viele ehemaligen Bruderparteien, von der KPD/ML und von der ganzen marxistisch-leninistischen Weltbewegung – insbesondere von der PAA - abgespalten. Wir leugnen aber nicht unsere Geschichte, zu der auch die gemachten und korrigierten Fehler gehören).

In einem Artikel “Kalter Kaffee neu aufgewärmt” (Roter Morgen Februar 1969) schreibt der Genosse Ernst Aust zum sowjetischen Vorschlag eines “gesamteuropäischen Sicherheitssystems”:

“Angesichts dieser völligen Abkehr von den Prinzipien des Marxismus-Leninismus haben alle Marxisten-Leninisten und alle wirklichen Revolutionäre die Pflicht, eine klare Trennungslinie zwischen sich und den revisionistischen Renegaten zu ziehen, welche durch ihren Verrat und ihre Komplotte sich außerhalb der anti-imperialistischen Front, außerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung gestellt haben. Am Vorabend der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution trennte sich Lenin entschlossen von den russischen Sozial-Opportunisten und von der verräterischen II. Internationale und führte einen tapferen, offenen Kampf gegen sie. Diese wichtige revolutionäre Maßnahme war eine Grundbedingung und Garantie für den Sieg der Revolution. Das sollte für uns eine unvergessene Lehre sein.” Und diese Lehre dürfen wir auch gegenüber den verschiedenen neo-revisionistischen, opportunistischen Strömungen in der Welt nicht vergessen, die sich heute vergeblich bemühen, zusammen mit den Revisionisten eine anti-imperialistische Einheitsfront gegen uns Marxisten-Leninisten zu schmieden.



In der November/Dezember Ausgabe 1969 findet sich ein kleiner Artikel, der die Überschrift trägt: “Internationale Brigaden?”. Dies ist eine wirklich wichtige Frage:

“Viele von uns haben oft darüber nachgedacht, wie man das vietnamesische Volk noch besser unterstützen kann. Es liegt aber auf der Hand, dass die internationalen Brigaden dazu im Allgemeinen ungeeignet sind. Die Revolution kann nicht exportiert werden. Wir können den Imperialismus am besten dort bekämpfen, wo wir mit den örtlichen Verhältnissen vertraut sind. Der Imperialismus und sein Hauptvertreter der US-Imperialismus muss nicht nur in einem Land bekämpft werden, sondern weltweit.”

Nun, die KPD/ML und die Komintern/ML schließen heute den Einsatz internationaler Brigaden grundsätzlich nicht aus, sondern im Gegenteil halten ihn für unverzichtbar im weltweiten Kampf gegen den Imperialismus und haben sogar für ihren Einsatz im Kosova aufgerufen. Widerspricht das der Linie des Genossen Ernst Aust? Widerspricht das den historischen Lehren von den Internationalen Brigaden z.B. im Spanischen Bürgerkrieg?

Keineswegs. Bei näherer, dialektischer Betrachtungsweise darf man den internationalen Klassenkampf und den Klassenkampf im eigenen Land nicht willkürlich voneinander trennen und ihn schon gar nicht alternativ gegeneinander stellen, wie es die Trotzkisten auf der einen und die Revisionisten auf der anderen Seite tun, um uns internationalistische Revolutionäre in die Irre zu führen. Beides führt in die Sackgasse. Die Revolution lässt sich nicht exportieren – auch nicht durch Internationale Brigaden. Das ist es, wovon der Genosse Ernst Aust hier geschrieben hat. Er kritisiert nicht die objektive Notwendigkeit, sondern den idealistischen revolutionaristischen “links”opportunistischen Missbrauch der internationalen Brigaden. Nur von solchen “internationalen Brigaden” war in dem Artikel die Rede. Allerdings darin erschöpfte sich für uns Kommunisten nicht der Begriff von den Internationalen Brigaden. Die Bedeutung, die die Internationalen Brigaden für das Proletariat haben, steht auf einem ganz anderen Blatt. Kein Genosse, und auch nicht der Genosse Ernst Aust, würde beispielsweise jemals die Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg in Frage stellen, würde behaupten, dass wir Kommunisten die Revolution nach Spanien “exportieren” wollten oder dass die Internationalen Brigaden in Spanien etwa “ungeeignet sind”. Das dem Genossen Ernst Aust zu unterstellen, wäre doch zu durchsichtig. Auch die marxistisch-leninistische Weltbewegung hat stets die Internationalen Brigaden und wird sie stets verteidigen und hochhalten. In seiner Grußbotschaft an den III. Parteitag der KPD/ML sagte Genosse Raoul Marco, Generalsekretär der Kommunistischen Partei Spaniens/Marxisten-Leninisten:

“Ich nutze diese internationalistische Bühne auch dazu aus, euch für eure militante Solidarität zu danken, die ihr uns in jedem Augenblick und jeder Situation habt zukommen lassen. Die Marxisten-Leninisten, die wahren spanischen Kommunisten, werden nie jene deutschen Genossen vergessen können, die an einem Novembertag im Jahre 1936 durch die Straßen Madrids unter den faschistischen Bomben aufmarschierten: Es waren die ersten Freiwilligen der legendären Internationalen Brigaden, es waren die heldenhaften Kämpfer des ´Thälmann-Bataillons`. Den Geist, der sie beseelte und der das deutsche Volk ehrt, vertretet heute ihr und deshalb rufen wir bewegt: Es lebe die KPD/ML!” (aus: Dokumente der Abschlussveranstaltung des III.Parteitags der KPD/ML, Seite 96-97, 1977, Dortmund).

Die besten internationalen Brigaden verfehlen natürlich ihre Wirkung in einem jeden revolutionären Kampfzentrum der Welt, wenn nicht der Imperialismus zugleich in jedem Land, also weltweit bekämpft wird. Die Internationalen Brigaden können die Revolution in einem Land nicht ersetzen oder sie gar herbeiführen. Aber umgekehrt kann auch das stärkste Proletariat eines einzelnen Landes nicht die internationale Bourgeoisie endgültig und ganz alleine besiegen. Der endgültige Sieg über den Imperialismus ist das Werk des gesamten bewaffneten revolutionären Weltproletariats. Das ist der Schlüssel zur Lösung der Frage der proletarischen Weltrevolution und enstpricht ganz und gar den Grundlagen des Marxismus-Leninismus, der nichts anderes ist als die ideologischen Waffe des Weltproletariats zur endgültigen Befreiung vom Weltimperialismus. Also: Keine Waffe der Kritik ohne Kritik der Waffen des Weltproletariats – und umgekehrt! Keine willkürliche Zertrennung des internationalen Kampfes des Weltproletariats und des Proletariats in einem Land! Das Weltproletariat kann sich nur befreien, wenn es die Völker vom Imperialismus befreit und umgekehrt können sich die Völker nicht ohne das Weltproletariat befreien. Weder der Klassenkampf im eigenen Land für sich genommen, noch der internationale Klassenkampf davon losgetrennt , führt das Weltproletariat zur seiner revolutionären Befreiung vom Imperialismus. Es kommt vielmehr bei der Strategie und Taktik der proletarischen Weltrevolution darauf an, diese beiden Kämpfe - angepasst an die Bedingungen in einem einzelnen Land und gleichermaßen an die über die Ländergrenzen hinausgehenden Bedingungen - optimal miteinander zu verknüpfen. Wir haben es sowohl mit einem international als auch national operierenden Klassenfeind zu tun. Warum soll es dem Weltproletariat verboten sein, ebenfalls international wie national zu operieren? Nehmen wir Afghanistan. Dort operieren heute unter dem Oberkommando der US-Imperialisten multinationale Truppenkontingente aus ganz Europa und Asien zusammen mit den einheimischen afghanischen Streitkräften. So operiert die internationale Konterrevolution heute weltweit. Wir Kommunisten müssen nicht nur genauso auf allen Ebenen operieren, sondern noch besser, wenn wir sie besiegen wollen, und wir können sie besiegen. In der Generallinie der Komintern/ML heißt es:

“Dort wo die Revolution objektiv und subjektiv herangereift ist und ausbricht, ist die imperialistische Kette am schwächsten Kettenglied zu sprengen und die Hauptkräfte sind dort zu konzentrieren, wo der Gegner am schwächsten und verwundbarsten ist. Dort ist das Kräftepotential als Stützpunkt aufzubauen, das die Kräfte des Gegners bindet und ein Höchstmaß an Unterstützung für andere Länder gibt, um dort die Sprengung des nächstschwächsten Kettengliedes des Imperialismus um so leichter in Angriff nehmen zu können. Jede Revolution muss stets über den Rahmen des einzelnen Landes hinausgehen, um so die Überwindung des Imperialismus in allen anderen Ländern Schritt für Schritt zu ermöglichen und damit in die letzte entscheidende Etappe der Weltrevolution gemeinsam einzutreten.”

Voraussetzung ist dabei, dass das Weltproletariat die Führung im internationalen Klassenkampf inne hat, dass es sich auf die revolutionären Befreiungskräfte in den von den Imperialisten ausgebeuteten und unterdrückten Ländern stützt und diese seinerseits unterstützt.

Voraussetzung ist ferner, dass die Führung des Weltproletariats kommunistisch ist, dass es also sowohl bolschewistische Parteien in den einzelnen Ländern als auch die bolschewistische Weltpartei gibt, ohne die die proletarische Weltrevolution über den Imperialismus nicht siegen kann. Jede internationale Brigade muss versagen, wenn sie nicht von der Kommunistischen Internationale gelenkt wird. In Spanien wurden die Internationalen Brigaden im Rahmen der antifaschistischen Front von der Komintern zusammengestellt, die Waffen kamen von der Sowjetunion. In dem Telegramm Stalins an den Generalsekretär der KPSp, José Diaz, heißt es:

“Die Arbeiter der Sowjetunion erfüllen nur ihre Pflicht, wenn sie den revolutionären Massen Spaniens die größte Unterstützung angedeihen lassen. Sie sind sich darüber im Klaren, dass die Befreiung Spaniens von der Unterdrückung der faschistischen Reaktionäre nicht die Privatsache der Spanier, sondern die gemeinsame Sache der gesamten fortschrittlichen Menschheit ist. Brüderliche Grüße. Stalin” (Zitat aus: “Volksfront”, Hans Frederik, vpa, 1977, Seite 218).

Internationale Brigaden sind als taktisches Instrument nicht nur notwendig für den antifaschistischen und anti-imperialistischen Kampf des Weltproletariats, sondern auch für die Erkämpfung eines revolutionären Hauptstützpunktes, für die Verteidigung eines revolutionären Weltzentrums, für die sozialistische Revolution bzw. den nationalen, revolutionären Befreiungskampf in einem Land, für die Verteidigung der Diktatur des Proletariats in einem Land usw. usf. Hätten wir beispielsweise internationale Brigaden in Albanien zur Unterstützung rechtzeitig zum Einsatz bringen können, wäre es dem albanischen Proletariat möglicherweise gelungen, seine Diktatur des Proletariats gegen die Konterrevolution zu behaupten, und wenn auch nur für begrenzte Zeit. Waffen waren genug da. Die wurden von den albanischen Arbeitern zum Beispiel in Vlora sichergestellt und versteckt, bevor sie in die Hände der Konterrevolution gelangen konnten. Der Kosova hätte auch Signalwirkung für den bewaffneten Kampf zur Zurückeroberung des Sozialismus in Albanien usw. usf. Schließlich war die albanische Konterrevolution letztlich nur mit Hilfe der Imperialisten in der Lage, die Macht im Lande an sich zu reißen. Wir können nicht wie die Opportunisten stillhalten und auf den großen Kladderadatsch warten, sondern wir hätten die Arbeiter aller Länder aufrufen müssen, ihr sozialistisches Vaterland in Albanien mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Nicht anders kann man die revolutionäre Linie des Genossen Ernst Aust auffassen. In seiner Rede auf der Abschlussveranstaltung des III. Parteitags der KPD/ML am 5. Februar 1977 gebrauchte Genosse Ernst Aust klare, unmissverständliche Worte:

“Wir werden jeden Angriff auf Albanien (...) militärischer Art – als einen Angriff auf uns betrachten, den wir entsprechend beantworten werden” (Stürmischer Beifall).

Jahre vorher - 1973 - sandte der Genosse Ernst Aust zum 30. Jahrestag der Gründung der albanischen Volksarmee eine Grußbotschaft nach Albanien, in der es hieß:

“Die ruhmreiche Geschichte der albanischen Volksarmee und ihre Führerin, die Partei der Arbeit Albaniens, ist eine wichtige Lehre und ein heroisches Beispiel für uns deutsche Kommunisten, bedingungslos an unserem Ziel, dem bewaffneten Umsturz des westdeutschen Imperialismus, festzuhalten, die Massen im Geiste der bewaffneten Revolution zu erziehen und zu organisieren! Untrennbar damit verbunden ist unsere Freundschaft mit dem albanischen Volk. Jeder, der versucht, das albanische Leuchtfeuer in Europa zu löschen, wird auch mit dem Widerstand der westdeutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei rechnen müssen. Es lebe die ruhmreiche albanische Volksarmee! Es lebe die Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Es lebe der aktive proletarische Internationalismus! Es lebe die proletarische Weltrevolution.”

Was der Genosse Ernst Aust hier in kurzen Sätzen zusammengefasst hat, ist genau genommen Grundlage für die Zusammenhänge der differenzierten Aufgabenstellungen zur Bewaffnung des Weltproletariats. Ernst nennt Bewaffnung der albanischen und der deutschen Arbeiterklasse im Zusammenhang mit dem AKTIVEN proletarischen Internationalismus nicht beschränkt auf Albanien und Deutschland, sondern über den Rahmen der Revolution in einzelnen Länder hinaus – also mit der Zielsetzung der bewaffneten proletarischen Weltaktion.

Volksarmee unter der Führung der Partei unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats mit der Zielsetzung des Schutzes des eigenen sozialistischen Volkes einerseits und der Verteidigung der sozialistischen Revolution des führenden Weltzentrums andererseits durch Bindung der internationalen Kräfte des Klassenfeindes hinsichtlich der übergeordneten Zielsetzung des Schutzes des sozialistischen Vaterlands der Proletarier aller Länder als Hebel und Basis der proletarischen Weltrevolution. Also Hervorhebung der Rolle der internationalen proletarischen Bewaffnung in der dialektischen Verknüpfung dreier Hauptaufgaben:

  1. bewaffnetes kommunistisches Zentrum für den Umsturz des Weltimperialismus, Hauptstützpunkt, Zentrum für die Schaffung und den Einsatz internationaler Brigaden, Waffenschmiede, Ausbildungsstätte, Koordinierungszentrale der proletarischen Internationalisten der ganzen Welt, Austausch und Verallgemeinerung der Erfahrungen des bewaffneten Kampfes der Proletarier in allen Ländern, sowie des bewaffneten Befreiungskampfes der Völker, Planungs -und Entwicklungszentrale für die Verknüpfung der Strategie und Taktik der Bewaffnung des Weltproletariats und der unterdrückten und ausgebeuteten Völker usw. usf.

  2. Bewaffnung eines noch nicht befreiten Landes – gleichzeitig zum Umsturz des Klassenfeindes im eigenen Land als auch als Reservestützpunkt der Verteidigung des sozialistischen Hauptstützpunktes; Verteidigung weiterer sozialistischer Länder; Unterstützung des bewaffneten anti-imperialistischen Befreiungskampfes der vom Imperialismus unterdrückten und ausgebeuteten Völker; nachbarschaftliche proletarische Waffenbrüderschaft usw. usf.

  3. Bewaffnung des gesamten Weltproletariats zum endgültigen Sturz des Weltimperialismus und der siegreichen Durchführung der proletarischen Weltrevolution, dh. des zentralisiert geführten revolutionären bewaffneten Befreiungskampfes der Proletarier aller Länder, Internationale Brigaden, ..usw. usf.

(wenn die Frage der Bewaffnung noch nicht unter legalen Bedingungen gelöst werden kann, hindert uns niemand daran, illegale Wege einzuschlagen)

Ernst sprach von wichtigen Lehren der deutschen Kommunisten. Wie hätten diese im Geiste des Genossen Ernst Aust denn konkret aussehen müssen als die Diktatur der albanischen Arbeiterklasse in höchster Gefahr war? Wir hätten die Arbeiter in den imperialistischen Ländern, deren Truppen die albanischen Konterrevolutionäre bei ihrem Putsch Schützenhilfe leisteten, aufrufen müssen, gegen die eigene Bourgeoisie ihres Landes anzustürmen, wir hätten die DAFG-Führer und andere Konterrevolutionäre, die sich in Albanien lieb Kind gemacht hatten und hinter unserem Rücken mit der Konterrevolution in Albanien kollaborierten, rechtzeitig unschädlich machen müssen, wir hätten die Soldaten der imperialistischen Armeen auffordern müssen, die Gewehre umzudrehen, die Initiative der Proletarier aller Länder hätten wir entfesseln müssen, um dazu beizutragen, das sozialistische Vaterland des Weltproletariats in Albanien zu retten usw. usf. Genau das, und nichts anderes entspricht dem revolutionären Geist des a k t i v e n proletarischen Internationalismus, macht die Internationalen Brigaden zu einem unverzichtbaren Instrument des proletarischen Internationalismus, kommt darin die revolutionäre Bedeutung des organisierten, bewaffneten Weltproletariats zum Ausdruck. Alles andere ist Opportunismus. Und nur Opportunisten können die Haltung des Genossen Ernst Aust in der Frage der Internationalen Brigaden verdrehen, die wir nicht nur voll und ganz unterstützen, sondern im Sinne dieses großen deutschen proletarischen Internationalisten, weiter zu entwickeln versuchen, indem wir unsere eigenen Fehler und Versäumnisse korrigieren. Ohne Waffen in der Hand kann man den Verrat der Revisionisten und Opportunisten niemals siegreich bekämpfen! Genauso klar ist, dass es mehr als nur der Waffen bedarf. Gemeint ist die Gewinnung derjenigen, die diese Waffen bewusst benutzen: die Arbeiterklasse, die Massen ! Alles andere ist Abenteuertum!



Genosse Ernst Aust war lebender Beweis dafür, dass das Weltproletariat seine großen proletarischen Internationalisten nicht im Regen stehen lässt. Einer für alle alle für einen. Wer Hervorragendes für das Weltproletariat leistet, dem ist auch seine internationale Solidarität sicher, wenn der Klassenfeind sich an ihm vergreift. Als Ernst vor 30 Jahren vor die Klassenjustiz der deutschen Monopolbourgeoisie gezerrt wird, da erhält er aus aller Welt solidarische Unterstützung, sogar aus dem fernen Lateinamerika. In einem Artikel “En Marcha” -dem Zentralorgan der Bruderpartei aus Equador, der Kommunistischen Marxistisch-Leninistischen Partei, heißt es unter der Überschrift: “Revolutionäre Solidarität mit dem Genossen Ernst Aust, der verurteilt wurde, weil er die Verbrechen des deutschen Imperialismus angeprangert hat”, heißt es unter anderem:

“Unter diesen Umständen erklärt die KMLP de Equador ihre vollständige Solidarität mit ihrer Bruderpartei der KPD/ML, auf der Grundlage der revolutionären Prinzipien des proletarischen Internationalismus. Freundschaftliche Grüße dem Genossen Ernst Aust, dem Vorsitzenden der Partei, der sich mutig verteidigt hat, und sich wie ein Führer der Partei des deutschen Proletariats geschlagen hat.”

Umgekehrt galt es für den Genossen Ernst Aust als selbstverständlich, aktiv den Kampf der Revolutionäre und der Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt zu unterstützen, ob nun in Asien, Afrika oder Lateinamerika oder hier in Europa ( siehe die Schrift: “Hoch die Faust für Ernst Aust” - zum 80. Geburtstag des Genossen Ernst Aust).



Es gab und gibt immer noch Leute, die den Genossen Ernst Aust und die KPD/ML vergeblich in die “äußerste rechte Ecke der linken Bewegung” einzuordnen versuchen und gern von einer “nationalistischen” statt internationalistischen Linie des Genossen Ernst Aust sprechen. Auch in der Partei selbst hatte sich Genosse Ernst wie auch die KPD/ML nach seinem Tod gegen diese ungerechtfertigte Kritik der Abweichler in der nationalen Frage hart durchsetzen müssen. Kaum eine andere Frage der Partei war härter und leidenschaftlicher umkämpft wie die nationale Frage. Wenn wir also den Genossen Ernst Aust zum 18. Todestag würdigen, können wir dies nur dann vollständig tun, wenn wir seine Verdienste für die nationale revolutionäre Befreiung des deutschen Volkes in engen Zusammenhang mit seinen Verdiensten als proletarischen Internationalisten stellen. So wie Stalin die nationale Frage als wichtige Lehre des Marxismus-Leninismus weiterentwickelte und Lenin verteidigte, so entwickelte der Genosse Ernst Aust auch die nationale Frage auf marxistisch-leninistischer Grundlage weiter unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse in Deutschland und verteidigte den Genossen Ernst Thälmann. Wir dürfen niemals vergessen, dass gerade diejenigen marxistisch-leninistischen Führer, die in der nationalen Frage mutig vorangegangen sind, stets auch die besten proletarischen Internationalisten waren und hier in Deutschland ist es unbestreitbar der Genosse Ernst Aust. Der Vorwurf gegen den Genossen Stalin und gegen den Genossen Ernst Thälmann, die “nationalen Interessen des eigenen Landes über die internationalen Interessen des Weltproletariats” zu stellen, kamen nicht zufällig aus der “linken” opportunistischen Ecke. Und ebensowenig zufällig ist die Tatsache, dass die gleichen sektiererischen Argumente auch gegen den Genossen Ernst Aust vorgebracht wurden! Heute kann sich jeder in Deutschland als “proletarischer Internationalisten” ausgeben, aber wirklich ein proletarischer Internationalist sein kann nur derjenige, der den Genossen Ernst Aust, den besten deutschen Vertreter des proletarischen Internationalismus, gegen diejenigen verteidigt, die ihn verraten und ihm eine anti-marxistische, anti-internationalistische Politik unterzujubeln versuchen.

Es ist eine unverzeihliche Versündigung der “Linken”, im Kampf gegen den Nationalismus gleichzeitig alles Nationale über Bord zu werfen, anationale kleinbürgerliche Theorien aufzustellen wie “Nie wieder Deutschland!” oder der imperialistischen Theorie des Kosmopolitismus zu folgen und damit sämtliche fortschrittlichen national gesinnten Arbeiter den Fängen der kleinbürgerlichen Faschisten und bürgerlichen Nationalisten auszuliefern, anstatt diese Arbeiter für den Kommunismus zu gewinnen, für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland. Darauf hat Genosse Ernst Aust mehr als einmal hingewiesen, zum Beispiel in “Deutschland dem deutschen Volk!”, 1974, Seite 24-25):

”Von Anfang an wird die Ideologie des Kosmopolitismus von dem im Windschatten des USA-Imperialismus wieder erstarkenden deutschen Imperialismus nachhaltig unterstützt, verspricht er sich doch durch ihn die Erringung der Vormachtstellung in der EG. Besonders die Sozialdemokratie und neuerdings auch die modernen Revisionisten (*) versuchen diese imperialistische Ware als eine Art Ersatz für den proletarischen Internationalismus in die Arbeiterbewegung einzuschmuggeln. Dabei ist der Kosmopolitismus das genaue Gegenteil des proletarischen Internationalismus (...) Diese Ziele verfolgen auch die Monopole des gemeinsamen europäischen Marktes (...) Die Arbeiterbewegung in den größeren kapitalistischen Ländern Westeuropas, ihre Kampfbereitschaft nimmt quantitativ und qualitativ so mächtig zu, dass die Bourgeoisie des jeweiligen Staates mit ihr allein nicht mehr fertig zu werden vermeint und sich durch den Zusammenschluss die Hilfe der anderen Bourgeoisien zu sichern sucht (...) Für das europäische Proletariat und seine marxistisch-leninistischen Vorhutparteien aber bedeutet dieser Zusammenschluss, die absolute Notwendigkeit der engsten Koordinierung ihres revolutionären Kampfes zum Sturz der herrschenden Klasse, für den Sieg des Sozialismus in Europa” (Genau dieser politischen Linie des Genossen Ernst Aust ist die Komintern/ML gefolgt mit ihrer Resolution vom 1. Juni 2003 zur Schaffung eines Zentralbüros in Europa).

_(*)___________ So arbeitet die revisionistische DKP eng mit der konterrevolutionären Freidenker-Loge zusammen.

Einen heftigen Kampf gab es auch innerhalb der KPD/ML nach dem Tod des Genossen Ernst Aust um sein Parteiprogramm , der nicht zuletzt in der Auseinandersetzung um die Verteidigung der nationalen Frage zur Spaltung führte. Wir standen fest hinter der Haltung des Genossen Ernst Aust , insbesondere hinter seiner ZK-Erklärung von 1974 “Deutschland dem deutschen Volk!”, während sich die abgespaltene Stuttgarter Möller-KPD ( und nach deren Auflösung die Frankfurter Polifka-KPD) von den Positionen des Genossen Ernst Aust Schritt für Schritt verabschiedete und sich von seinem Programm lossagte. Die Spalter der KPD/ML haben in der Lösung der nationalen Frage vollkommen bankrott gemacht, denn sie haben die Prinzipien des Marxismus-Leninismus, das Parteiprogramm, den revolutionären Weg des Genossen Ernst Aust, verlassen und über Bord geworfen.

Genosse Ernst ließ keinen Zweifel daran, dass diese Abweichler in der nationalen Frage, die sie geringschätzten und entstellten, den Nationalismus unter der Maske des Internationalismus in Wirklichkeit nicht bekämpften, sondern im Gegenteil dessen Einfluss nur noch um so mehr förderten und damit den Revisionisten in die Hände spielten, um später selber im Lager der Revisionisten zu enden. Das war die Hauptgefahr der Abweichung in der nationalen Frage. Natürlich ist der Genosse Ernst Aust nicht auf dem rechten Auge blind gewesen. Wenn man von rechts in die Partei einzudringen versuchte, was nicht selten geschah, dann hat er diese Vertreter verschiedenster nationalistischer Strömungen zur Tür gewiesen, denn jede Abweichung zum Nationalismus ist eine Anpassung der internationalistischen Politik der KPD/ML und der deutschen Arbeiterklasse an die nationalistische Politik der deutschen Bourgeoisie. So kritisierte der Genosse Ernst Aust damals die GRF(“KPD”), die den Sozialismus auf dem Umweg der nationalen Befreiung durch eine besondere nationale Zwischenetappe, gedachte zu erreichen. Genosse Ernst aber hielt stets daran fest, dass die nationale Befreiung nur über den Weg der sozialen Befreiung, über den Weg der gewaltsamen Machtergreifung der Arbeiterklasse und des Sturzes der Bourgeoisie geht. Um gekehrt würde - mit den Worten des Genossen Ernst Aust ausgedrückt - der “Kampf für den Sozialismus auf den St. Nimmerleinstag verschoben!” (“Es lebe der III. Parteitag der KPD/ML!”, Seite 50).

“Im Sinne des Geldes war die Bourgeoisie immer international.” (Deutschland dem deutschen Volk!”, 1974, Seite 24). Wenn die deutschen Faschisten heute demagogisch den Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus und gegen das ausländische (jüdische) Kapital auf ihre Fahnen schreiben, dann nur deswegen, um den Geldsack der eigenen deutschen Monopolbourgeoisie zu verteidigen, nicht aber die Interessen der deutschen Arbeiterklasse und schon gar nicht die Interessen des Weltproletariats. Diese Demagogie des alten deutschen Faschismus, um mit dem Blut des deutschen Proletariats die konkurrierenden ausländischen imperialistischen Großmächte auszuschalten im Weltmacht-Interesse der Herren des deutschen Finanzkapitals, hatte schon Genosse Ernst Thälmann gebrandmarkt.

Wenn der Genosse Ernst Aust die ZK-Erklärung von 1974 “Deutschland dem deutschen Volk!” verfasste, so geschah dies nicht im Namen des Nationalismus, sondern unter dem Banner des Internationalismus:

“Die Lösung der nationalen Frage für die marxistisch-leninistische Partei ist der proletarische Internationalismus. Marxismus ist unvereinbar mit bürgerlichen Nationalismus, denn dieser Nationalismus bedeutet Feindschaft zwischen Nationen. Der Internationalismus hingegen bedeutet in keiner Weise Gleichgültigkeit gegenüber der nationalen Frage, sondern proletarischer Internationalismus bedeutet Lösung der nationalen Frage auf der Grundlage der Freundschaft und der friedlichen Beziehungen zu anderen Nationen” (Deutschland dem deutschen Volk!” 1974, Seite 29).

Ernst verband die nationale Befreiung Deutschlands ausschließlich mit der deutschen sozialistischen Revolution, denn wirklich frei können die Völker nur dann sein, wenn sie sich vom Kapitalismus befreit haben. Dies ist aber endgültig nur mit der proletarisch internationalen Methode möglich, denn die Herrschaft des Weltimperialismus ist international. Von den Abweichlern in der nationalen Frage ist nichts übrig geblieben als das Jonglieren mit der Flagge des Internationalismus und eine Verleumdung des Genossen Ernst Aust. Der Kampf für ein vereintes, unabhängiges sozialistisches Deutschland ist ein Kampf für die nationale und soziale Befreiung des deutschen Volkes, ist der einzige Weg zum Sieg des Sozialismus in Deutschland, ist der Weg des Sieges in einem Land und damit der internationale Weg zum Sieg des Sozialismus im internationalen Ausmaß:

“Ein solches Deutschland wird den endgültigen Sieg der Weltrevolution entscheidend vorantreiben” (Deutschland dem deutschen Volk!”, 1974, Seite 32).

In der nationalen Frage bedeutete die Formel “Trennung zwecks Vereinigung” , Trennung vom bürgerlichen Einfluss, vom Nationalismus, Faschismus, Revisionismus Sozialfaschismus etc, (Trennung u.a. von einem DDR-Staat, in dem nur eine zweite deutsche bürgerliche Klassengerrschaft errichtet wurde, und der im zunehmenden Maße nur dem westdeutschen Imperialismus und den beiden Supermächten in die Hände gearbeitet hat) zwecks Vereinigung des sozialistischen Deutschlands, niemals aber Trennung vom Marxismus-Leninismus, Trennung von den nationalen und sozialen Interessen der deutschen Arbeiterklasse und des deutschen Volkes zwecks Wiedervereinigung eines imperialistischen Deutschlands. Der Kampf gegen den deutschen Revisionismus, insbesondere der Kampf gegen die sozialfaschistische DDR war kein Kampf, den der Genosse Ernst Aust etwa als “Agent des westdeutschen Imperialismus” führte, wie es ihm die DDR-treuen Revisionisten unterstellten, denn die DDR war ja nur eines der beiden kapitalistischen deutschen Staaten, die sich miteinander in Konkurrenzkampf um die Ausbeutung der deutschen Werktätigen befanden. Niemals hat Genosse Ernst Aust außer Acht gelassen, dass die Revisionisten im gespaltenen Deutschland eine doppelte Rolle spielten. Es war der Kampf gegen diejenigen Revisionisten, die das imperialistische Deutschland durch die Wiedervereinigung zu retten versuchen und gegen die anderen Revisionisten, die den lokalen Chauvinismus der Bourgeoisien beider deutscher Staaten und deren Spaltung verteidigen. Ernst hat stets den Kampf gegen beide revisionistischen Positionen und gegen jegliche versöhnlerische Haltung in der nationalen Frage vom Boden des Marxismus-Leninismus aus geführt: entweder zunächst zwei sozialistische Revolutionen im geteilten Deutschland oder dann darauf die sozialistische Revolution in einem wiedervereinigten Deutschland – in jedem Fall mit dem Ziel der Schaffung eines vereinten, unabhängigen sozialistischen Deutschlands durch den Sturz der Bourgeoisie in ganz Deutschland!

Was die sozialistische Revolution in der DDR anbelangte, so zeigte sich darin auch die internationalistische Haltung des Genossen Ernst Aust. Er sah nicht untätig zu, was sich in den revisionistischen Ländern abspielte. Er erhob seine Stimme und führte einen prinzipienfesten Kampf für die Zerschlagung der herrschenden revisionistischen Cliquen und solidarisierte sich mit dem Befreiungskampf der Arbeiterklasse und der Völker, die von den Revisionisten beherrscht wurden. Konkret hat sich der Genosse Ernst Aust um die Gründung und Unterstützung der Sektion DDR der KPD/ML historisch verdient gemacht und jede erdenkliche Hilfe dafür gegeben, damit die verräterische Honnnecker-Clique gestürzt und die Fahne der Revolution und des Sozialismus wieder gehisst wird. Das war ein wichtiger Beitrag nicht nur für das deutsche Proletariat, sondern auch - und vor allem - für das Weltproletariat, was die Bruderparteien stets anerkannt, begrüßt und unterstützt haben und womit sich die Spalter vor aller Welt heute noch brüsten.

1975 war das Jahr, in dem der Genosse Ernst Aust unermüdlich den anti-imperialistischen Befreiungskampf der unterdrückten Völker unterstützte. Er nahm eine konsequente marxistisch-leninistische Haltung ein gegenüber der internationalistischen Verpflichtung, dass die Arbeiterklasse der imperialistischen Länder den Kampf gegen die “eigene” Bourgeoisie führen und sich mit den Befreiungskräften der vom “eigenen” Land unterdrückten und ausgebeuteten Völker tatkräftig zu solidarisieren und im gemeinsamen Kampf zu verbünden. Dabei stellte sich der Genosse Ernst Aust allen Revisionisten und Opportunisten entgegen, die ihren Sozialchauvinismus hinter dem proletarischen Internationalismus zu verbergen suchten. In diesem Jahr entwickelten sich viele Kontakte zu den marxistisch-leninistischen und revolutionären, anti-imperialistischen Kräften.

1976 fand der 7. Parteitag der PAA statt, auf dem nicht nur eine große Zahl von Bruderparteien der ganzen Welt versammelt waren, sondern diese sich auch teilweise zum ersten Mal näher in Gesprächen kennenlernen und Erfahrungen austauschen konnten. Damit begann die Phase der Entwicklung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, wo über die internationale Zusammenarbeit der Kommunisten sehr intensiv beraten wurde, wo man versuchte, über die Einheit des Denkens zur einer entscheidenden Stufe der Einheit des Handelns zu kommen. Das war die Zeit, wo die Bruderpartei sich immer weniger voneinander losgelöst und getrennt vorkamen, sondern sich zusehends als Teil des sich gemeinschaftlich herausbildenden internationalen Kollektivs begriffen. Es war auch kein Zufall, dass die KP Chinas der Einladung zum 7. Parteitag der PAA nicht folgte. Das war ein deutliches Zeichen für ihre Spaltertätigkeit und der feindlich-revisionistischen Haltung, die sie gegenüber der erstarkenden marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit der PAA an der Spitze eingenommen hatte. Die KP Chinas lehnte die marxistisch-leninistische Bewegung als Kollektiv gleichberechtigter Parteien von jeher ab ( das war schon während der Kominternzeit nicht anders!) , während die PAA sich immer mehr um diese wichtige Aufgabe der Einheit bemühte und die marxistisch-leninistischen Weltbewegung für die große, internationalistische Hilfe der PAA sehr dankbar war. Die Verdienste, die sich die PAA und insbesondere der Führer des Weltproletariats, Genosse Enver Hoxha, hierbei erworben hatte, sind unschätzbar, unvergänglich und sichere Richtschnur wie die marxistisch-leninistische Weltbewegung, ihren Weg nach seinem Tod aus der Krise zu finden.

Es war vor allem der Genosse Ernst Aust, der für die KPD/ML die Aufgabe der Zusammenarbeit mit den Bruderparteien in hervorragender Weise meisterte und die Partei durch ihn persönlich innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung einen ehrenvollen Platz einnehmen konnte. Ernst war der Garant für die Verlässlichkeit der deutschen Marxisten-Leninisten in der marxistisch-leninistischen Weltgemeinschaft. Wenn der Genosse Enver Hoxha an der Spitze der PAA und die anderen Bruderparteien der KPD/ML vollstes Vertrauen schenkten, so lag das vor allem an unserem Genossen Ernst Aust, den sie aus eigenen Erfahrungen kennen und schätzen lernten. Es war kein Zufall, dass sich die Opportunisten verschiedenster Couleur in unseren eigenen Reihen mit seinem Namen Zugang in das Vertrauen der Bruderparteien ergaunerten, um ihre spalterische und zersetzende Tätigkeit innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung zu aktivieren und damit nicht nur den Kommunisten in der Welt schadeten, sondern auch insbesondere der KPD/ML selbst. Bis heute zeigt sich, wie schwer wir daran zu arbeiten haben, das im Weltmaßstab zerstörte Vertrauen in die KPD/ML im Geiste des Genossen Ernst Aust wieder aufzubauen. Mit der Gründung der Komintern/ML haben die Genossen der KPD/ML damit begonnen, diese schwere Last des verantwortungslosen, spalterischen Handelns gegenüber der marxistisch-leninistischen Weltbewegung Stück für Stück abzutragen und einen prinzipienfesten Neuanfang zu wagen. Die Geschichte der KPD/ML zeigt, dass der Genosse Ernst Aust nicht zu ersetzen ist, dass es eine Sache ist, in die Gemeinschaft der wahren marxistisch-leninistischen Parteien der Welt aufgenommen zu werden, aber eine andere Sache ist es, diesen Platz durch jahrelange unermüdliche und aufrichtige Arbeit zu rechtfertigen und zu festigen. Es sind nun seit dem Tode des Genossen Ernst Aust 18 Jahre vergangen, aber es gibt immer nur den einzig richtigen Weg für uns Genossen der KPD/ML:nämlich in Taten zäh , geduldig und unablässig zu beweisen, dass wir konsequent dem internationalistischen Weg des Genossen Ernst Aust folgen und dass wir uns als seine Schüler würdig erweisen. Wir werden von ihm als einen der vielen hervorragenden Führer der marxistisch-leninistischen Weltbewegung fleißig lernen und sein Banner der Weltrevolution erheben, das die Spalter unseres Landes in den Schmutz getreten haben.

Die Haltung des Genosse Ernst Aust gegenüber den Bruderparteien und gegenüber der marxistisch-leninistischen Weltbewegung kann hier nicht ausführlich dokumentiert werden, weswegen wir uns auf eine kleine Auswahl beschränken müssen:

Der illegale III. Parteitag der KPD/ML war Ende 1976 nicht nur der Parteitag der Verabschiedung des Parteiprogramms, sondern auch der Parteitag des proletarischen Internationalismus, nicht allein durch die Teilnahme zahlreicher Delegationen der Bruderparteien auf der öffentlichen Abschlussveranstaltung, sondern vor allem durch das Bekenntnis zum proletarischen Internationalismus, das im Programm der KPD/ML festgeschrieben worden war und auch im Rechenschaftsbericht des Genossen Ernst Aust eine gebührende Stellung einnahm. Trotz der 20 Aktenordner, die Zeugnis ablegen für die intensive innerparteiliche Diskussion um den Programmentwurf, war und bleibt das Parteiprogramm der KPD/ML das Parteiprogramm des Genosse Ernst Aust, das aus seiner Feder stammt. Wenn wir den Genossen Ernst Aust zu seinem 18. Todestag gedenken, so zitieren wir in Dankbarkeit diejenigen Passagen im Programm, die sich mit dem proletarischen Internationalismus, der Weltrevolution und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung befassen – und zwar aus der historischen Originalfassung des III. Parteitags:

Im Vorwort heißt es:

“Die KPD/ML steht in einer Front der Bruderparteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung” (Seite 2)

Kapitel I Abschnitt “Der Imperialismus als höchstes und letztes Stadium des Kapitalismus” (Seite 16-17):

“... der Klassenkampf streift die Formen des isolierten Vorgehens einzelner Arbeitsgruppen ab, wird zum nationalen und zum internationalen Klassenkampf des Weltproletariats gegen die Weltbourgeoisie. Gegen die machtvoll zusammengefassten, wenn auch durch innere Widersprüche geschwächten Kräfte des Finanzkapitals vereinigen sich die Arbeiter aller Länder mit den vom Imperialismus geknebelten Volksmassen der unterdrückten Völker und Nationen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas unter der Führung des internationalen Proletariats zum gemeinsamen revolutionären Kampf für den weltweiten Sturz des Imperialismus.”

“Der Imperialismus vollendet den Prozess der Schaffung der materiellen Voraussetzungen des Sozialismus (Konzentration der Produktionsmittel, gigantische Vergesellschaftung der Arbeit, Erstarken der Arbeiterorganisationen). Er ist das höchste, aber auch das letzte Stadium des Kapitalismus. Der Imperialismus ist der Vorabend der sozialistischen Revolution. Die proletarische Weltrevolution enspringt so den Entwicklungsbedingungen des Kapitalismus im Allgemeinen und seines imperialistischen Stadiums im Besonderen. Die weltweite Niederschlagung des Imperialismus und der weltweite Triumph des Sozialismus sind unausbleiblich geworden. Unsere Epoche, die Epoche des Imperialismus, ist zugleich die Epoche der proletarischen Revolution” (Seite 18-19).

Kapitel II “Die allgemeine Krise des Kapitalismus und die Entwicklung der Weltrevolution”:

“Nur die proletarische, die sozialistische Weltrevolution vermag die Menschheit aus der Sackgasse herauszuführen, die Imperialismus, imperialistische Kriege und weltweite Krisen geschaffen haben. Wie groß auch immer die Schwierigkeiten der Revolution, ihre eventuellen zeitweiligen Misserfolge oder die Welt der Konterrevolution sein mögen, der endgültige Sieg des Proletariats ist unausbleiblich... Die Haupttendenz in der heutigen Welt ist die Revolution und der Sieg des Sozialismus” (Seite 65-66)

Kapitel III “Das Endziel: der Kommunismus”:

“Das Ziel der proletarischen, der sozialistischen Revolution, das Endziel, das die internationale kommunistische Bewegung erstrebt, ist die Ersetzung des kapitalistischen Weltsystems durch das Weltsystem des Kommunismus” (Seite 68).

Kapitel IV “Der Sozialismus”:

“Der Übergang von der Weltdiktatur des Imperialismus zur Weltdiktatur des Proletariats umfasst eine lange Periode von Kämpfen, Rückschlägen, Niederlagen, Erfolgen und Siegen des Proletariats” (Seite 76).

“Aufgrund des absoluten Gesetzes der Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder, das in der Epoche des Imperialismus verschärft zu Tage tritt, kann die internationale Revolution des Proletariats kein einmaliger, in allen Ländern gleichzeitiger Akt sein. Die ihrem Wesen nach internationale Revolution des Proletariats verläuft der Form nach national. Der Sieg des Sozialismus ist zuerst in wenigen, selbst in einem Land allein möglich. Aber jeder derartige Sieg erweitert die Basis der Weltrevolution und verschärft noch mehr die allgemeine Krise des Kapitalismus. Das kapitalistische System geht auf diese Weise seinem endgültigen Untergang entgegen. Die Diktatur des Finanzkapitals bricht zusammen und weicht der Diktatur des Proletariats” (Seite 77).

Kapitel V “Die Agenturen des Kapitals im Lager der Arbeiterklasse”:

“Der Sieg der proletarischen Weltrevolution erfordert das engste brüderliche Bündnis und die größtmögliche Einheit der revolutionären Aktionen der Arbeiterklasse aller Länder, erfordert die Einheit der internationalen Arbeiterklasse mit den unterdrückten Völker. Diese Voraussetzungen sind nicht zu verwirklichen, wenn man nicht entschlossen und grundsätzlich mit allen bürgerlichen, allen opportunistischen Enstellungen des wissenschaftlichen Sozialismus, des Marxismus-Leninismus bricht. Ohne den Opportunismus geschlagen, ohne den Großteil der Arbeiterklasse seinem Einfluss entzogen zu haben, kann weder die sozialistische Revolution in einem Land noch die sozialistische Weltrevolution siegen” (Seite 94).

“Das Proletariat und die unterdrückten Völksmassen können ihr Ziel, die sozialistische Weltrevolution, nur erreichen, wenn die marxistisch-leninistischen Parteien einen unversöhnlichen Kampf gegen den Opportunismus in allen seinen Spielarten führen. Zugleich kämpfen die marxistisch-leninistischen Parteien dafür, die von den Opportunisten getäuschten Anhänger, die ehrlich für die Befreiung der Arbeiterklasse kämpfen wollen, von den opportunistischen Organisationen und ihrer Ideologie zu befreien und für den Kommunismus zu gewinnen” (Seite 111).

Kapitel VI “Grundlagen der Revolution in Deutschland”:

“Als deutsche Sektion der am 4. März 1919 gegründeten Kommunistischen Internationale gelang es der KPD relativ schnell, die revolutionäre Arbeiterschaft unter ihrer Fahne zu vereinigen” (Seite 121).

“Im Oktober 1925 wurde Ernst Thälmann zum Vorsitzenden der KPD gewählt, die unter seiner Führung zur stärksten Sektion der Kommunistischen Internationale außerhalb der Sowjetunion wurde” (Seite 122).

Kapitel VII “der Weg zum Ziel”

“Die KPD/ML, die sich an die Spitze des Kampfes für die nationalen Interessen stellt, trägt in die Einheuitsfront den Geist des proletarischen Internationalismus, tritt innerhalb der Einheitsfront für die Unterstützung der revolutionären Kämpfe der Arbeiter aller Länder und der unterdrückten Völker und Nationen ein. Sie weist dem deutschen Volk so den Weg, sich in die internationale Einheitsfront gegen den Imperialismus (...) einzureihen. Sie schmiedet in der Einheitsfront das Bündnis und die Freundschaft des deutschen Volkes mit den sozialistischen Staaten, die als Bastionen der Weltrevolution an der Spitze des Kampfes der Arbeiter aller Länder, unterdrückten Völker und Nationen stehen” (Seite 255-256).

“Die proletarische Revolution und die Errichtung des Sozialismus ist in den verschiedenen Ländern stets auf die den besonderen Bedingungen des Landes entsprechende Weise erfolgt. Nie aber siegte der Sozialismus auf friedlichem Wege und ohne die Führung durch eine revolutionäre proletarische Partei” (Seite 261).

Kapitel VIII “In der siegreichen Revolution wird die Arbeiterklasse folgendes Programm verwirklichen”:

“10.) Das sozialistische Deutschland wird strikt seine Unabgängigkeit wahren. Es wird weder fremde Truppen noch Militärstützpunkte auf seinem Territorium dulden. Es wird alle von den Bourgeoisien beider deutscher Staaten geschlossenen Verträge und Abkommen (...) annulieren. Es wird keine Auslandsschulden an die imperialistischen Mächte anerkennen noch bezahlen, es wird das Eigentum ausländischer Kapitalisten entschädigungslos enteignen und in Volkseigentum überführen. Es wird alle Verträge für null und nichtig erklären, die die Ausbeutung anderer Völker und Nationen durch den westdeutschen Imperialismus oder die DDR zum Inhalt haben. Es wird konsequent auf dem Selbstbestimmungsrecht aller Völker bestehen.

11.) Die Grundlage der Außenpolitik des sozialistischen Deutschlands ist der proletarische Internationalismus. Es wird selbstlos den Kampf der Arbeiter aller Länder für den Sozialismus und den Kampf aller um ihre Befreiung vom Joch der imperialistischen Ausbeutung kämpfenden Völker und Nationen unterstützen und ihnen nach ihrer Befreiung beim Aufbau ihrer Heimat brüderliche Hilfe leisten. Es wird mit aller Kraft die Sache der Weltrevolution im Kampf gegen den Imperialismus und die Reaktionäre aller Länder vorantreiben. Es wird zu den sozialistischen Bruderstaaten enge brüderliche Beziehungen zum gegenseitigen Nutzen und gegenseitiger Hilfe gegen jeden Angriff von außen herstellen. Es wird seine Beziehungen zu den noch kapitalistischen Staaten auf der Grundlage der fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz regeln und die imperialistische Aggressions- und Kriegspolitik energisch bekämpfen. Es wird niemals irgendwelche Geschäfte mit den Imperialisten auf Kosten der Völker abschließen. Das sozialistische Deutschland wird niemals danach streben, eine Großmacht zu werden” (Seite 273-275).

Diese Zitate machen deutlich, dass das Programm der KPD/ML auf festem Boden des Marxismus-Leninismus steht und im Geiste des proletarischen Internationalismus geschrieben wurde. 27 Jahre lang haben wir diese Positionen gegen alle verteidigt, die es zu revidieren versuchten und es mit Füßen traten , insbesondere gegen diejenigen, die sich zu Unrecht heute immer noch mit dem Namen der Partei und des Genossen Ernst Aust international zu schmücken versuchen. Gerade auf dieses Gesindel, das sich mit einem Flair von der “Partei” umgibt, hinter der “eine Weltbewegung steht”, ist Genosse Ernst Aust in seinem Rechenschaftsbericht kritisch eingegangen, hat das opportunistische Verhalten gegenüber den Bruderparteien und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung verurteilt und stattdessen klar und deutlich formuliert, dass sich die KPD/ML in ihrer korrekten und disziplinierten Zusammenarbeit mit den Bruderparteien und in ihrem kollektiven Verhältnis zu der marxistisch-leninistischen Weltbewegung ausschließlich auf den Marxismus-Leninismus stützt und sich dabei konsequent von den Prinzipien des proletarischen Internationalismus leiten lässt:

“Wir fühlen uns mit allen marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt brüderlich verbunden, denen, die im Kampf gegen den modernen Revisionismus an erster Stelle standen und niemals entartet sind, genauso wie mit den neuen, im Kampf gegen den revisionistischen Verrat entstandenen und gewachsenen marxistisch-leninistischen Parteien. Wi freuen uns über ihre Erfolge, die sie im Kampf gegen den modernen Revisionismus und für die proletarische Revolution errungen haben.

Wir berücksichtigen auch die Tatsache, dass in manchen Ländern, wo unsere marxistisch-leninistischen Bruderparteien kämpfen, auch noch andere Organisationen, Gruppen oder Zirkel existieren, die sich auf den Marxismus-Leninismus berufen. Wir haben dieses Problem aber immer richtig behandelt, wie alle wissen, und dabei am proletarischen Internationalismus festgehalten. Genosse Ernst Aust sagte darüber:

`Unsere Haltung in dieser Frage, welches in anderen Ländern, in denen die kommunistischen Parteien revisionistisch entartet sind, unsere marxistisch-leninistischen Bruderparteien sind, ist völlig klar. Es sind die Organisationen, die als erste in ihrem Land den Kampf gegen den Verrat der modernen Revisionisten aufnahmen, die in der Hauptseite eine korrekte marxustisch-leninistische Politik verfolgen, die über ein Zentralorgan verfügen und im Landesmaßstab organisiert sind und arbeiten. Sie unterstützen wir vobehaltlos und lehnen jeden Kontakt zu anderen Organisationen in dem betreffenden Land ab, da diese keinesfalls marxistisch-leninistische Organisationen sein können, denn wären sie das, hätten sie sich den bestehenden marxistisch-leninistischen Parteien angeschlossen und in ihren Reihen den Kampf um die korrekte Politik geführt.´

Den Boden dieser prinzipiellen Haltung zu verlassen, etwa um alles, was sich in einem Land “marxistisch-leninistisch” nennt, zu unterstützen, führt nicht zur Einheit und zur Zusammenarbeit der marxistisch-leninistischen Parteien, die notwendig ist, sondern hat Zersplitterung und Spaltung zur Folge. Es dient vor allem den Opportunisten, die es natürlich gerne sehen, in jedem Land auf diese oder jene opportunistische Spalterorganisation zurückgreifen zu können, die ihre der Revolution feindlichen Ansichten teilt und unterstützt. So glauben sie sich mit dem Flair einer ´Partei´ umgeben zu können, `hinter der eine Weltbewegung steht`. Unsere Partei jedoch verachtet diese Prinzipienlosigkeit der Opportunisten, bekämpft ihre Spaltungsversuche im Rahmen ihrer Möglichkeiten und wendet sich gegen jeden Versuch, gegen uns und unsere marxistisch-leninistischen Bruderparteien eine opportunistische Spalter-`Internationale` zusammenzuzimmern.

Weiterhin sind wir der Auffassung, dass innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung alle Parteien, ob jung oder alt, groß oder klein, ob mit vielen kämpferischen Erfahrungen oder erst am Anfang des revolutionären Weges, ob an der Macht oder nicht an der Macht, vollkommen und unterschiedslos gleichberechtigt sind. Das ist eine Prinzipienfrage, und diese Haltung wurde während der großen, ruhmreichen Praxis der Komintern und des Kominform unter Lenins und später Stalins Leitung ausgearbeitet. Später wurde dieses Prinzip durch die bitteren Lehren der Entartung der ehemals sozialistischen Sowjetunion und durch den Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus noch einmal bekräftigt und erhärtet, da sich erwiesen hatte, dass die Chruschtschow-Revisionisten ein Konzept von der sowjetischen “Vaterpartei” und all den anderen “Tochterparteien”, die zu gehorchen hätten, benutzten, um ihre konterrevolutionäre revisionistische Linie auf dem Forum des Weltkommunismus durchzupeitschen. Diese historische Erfahrung verdient Beachtung” (Rechenschaftsbericht des Genossen Ernst Aust, gehalten auf dem III. Parteitag 31. 12. 1976, Seite19/20).

Die Komintern/ML hat genau “dieser historischen Erfahrung die verdiente Beachtung” geschenkt und ist in ihrer “Erklärung vom 27. 7. 2003” hierauf ausführlich eingegangen. Sie hat sich bemüht, daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Wir folgten dabei dem Artikel des Genossen Ernst Aust “Wir brauchen die internationale Einheit der Marxisten-Leninisten”, die wir oben bereits zitierten und in dem der Genosse Ernst die Notwendigkeit der “internationalen Vorhut des Proletariats” erwähnte, deren Entwicklung und Mission von den Revisionisten zwar eine Zeit lang aufgehalten, aber nicht verhindert werden kann. Die organisierte internationale Einheit der Marxisten-Leninisten, die Entwicklung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, ist auf die Dauer nur durch die Schaffung der Kommunistischen Internationale nach dem Vorbild der Komintern möglich. Um diese Erkenntnis, um diese Erfahrung der kommunistischen Weltbewegung dreht sich alles! Hier scheiden sich die Geister von den wahren internationalistischen Marxisten-Leninisten und den Opportunisten, die sich mit dem internationalen Marxismus-Leninismus nur tarnen, um diesen zu liquidieren. Der Genosse Ernst Aust hat sich konsequent dafür eingesetzt, dass die KPD/ML als Bruderpartei sich korrekt gegenüber den anderen Bruderparteien verhält, dass sie darauf achtet, das Eindringen des Zirkelgeistes und des Menschewismus in die marxistisch-leninistische Weltbewegung von deutschem Boden aus zu verhindern. Diesen strengen Maßstab der Einhaltung der marxistisch-leninistischen Regeln der Zusammenarbeit erwartete er auch von allen anderen Bruderparteien, um den Geist des proletarischen Internationalismus in den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung rein zu halten. Man kann sich letztendlich gegen den internationalen Einfluss des Opportunismus und gegen Spalter-”Internationalen” nur dann erfolgreich verteidigen und behaupten, wenn es der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gelungen ist, sich ihr eigenes organisiertes Bollwerk dagegen aufzubauen. Erst der verwirklichte demokratische Zentralismus auf internationaler Ebene gibt den Bruderparteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung die Garantie der Verwirklichung ihres gemeinsamen geschlossenen Handelns als auch ihres demokratischen Verhältnisses zueinander. Erst durch die Kommunistische Internationale kann sich die Demokratie und Gleichberechtigung aller Bruderparteien voll entfalten, können die Lenin`schen Normen der Zusammenarbeit in die Tat umgesetzt werden. Das sind die Erfahrungen der kommunistischen Weltbewegung im Allgemeinen und die Erfahrungen der Komintern im Besonderen. Jede Abweichung von diesen Lehren des Marxismus-Leninismus muss zwangsläufig den gemeinsamen wie einzelnen Interessen der Bruderparteien entgegenwirken, schaden dem Weltproletariat und der proletarischen Weltrevolution. Der demokratische Zentralismus hört nicht bei der einzelnen bolschewistischen Partei auf, sondern entfaltet sich zu seiner internationalen Bedeutung erst durch seine Verwirklichung in der Kommunistischen Internationale. Der demokratische Zentralismus der Kommunistischen Internationale födert und festigt nicht nur den demokratischen Zentralismus der einzelnen Bruderparteien, sondern umgekehrt trägt auch die Festigung des demokratischen Zentralismus jeder einzelnen Bruderpartei auch zur Festigung des demokratischen Zentralismus der Kommunistischen Internationale bei – wenn auch nicht automatisch, sondern im Klassenkampf, der auf internationaler Ebene viel heftiger verläuft. Deswegen ist es ja auch seit Jahrzehnten so schwierig, hierfür die Bedingungen und Voraussetzungen zu schaffen.

Es gilt also, auf dem von der Komintern aufgezeigten und beschrittenen bolschewistischen Weg vorwärtszuschreiten, auf dem das Weltproletariat sich sein eigenes Forum geschaffen hatte, ein Instrument, mit dem es nicht nur selber über alle Fragen entschieden hat, sondern auch handlungsfähig wurde, um seine historische Mission überhaupt erfüllen zu können. Die Prinzipienfrage der Gleichberechtigung und Unabhängigkeit der marxistisch-leninistischen Parteien innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die der Genosse Ernst Aust so vehement eingefordert und die er auf dem III. Parteitag der KPD/ML als Voraussetzung für eine fruchtbare Zusammenarbeit dargelegt hat, kann also vom Weltproletariat , von den Vorhuten der Proletarier aller Länder, letztendlich nur durch die Einheit ihrer internationalen Vorhut, durch die Kommunistische Internationale gelöst und entschieden werden. Seine Stimme wieder geschlossen erheben und im internationalen Klassenkampf handlungsfähig werden zu können, ist dem Weltproletariat in dem Augenblick möglich, wenn sich die Proletarier aller Länder mit ihren Vorhutparteien der Komintern/ML anschließen. Dieses Grundprinzip der Kommunistischen Internationale wurde von den Opportunisten stets mit den verschiedensten Methoden, “Theorien” usw. entstellt, damit die Fortsetzung der Zusammenarbeit der Kommunisten der ganzen Welt in der Kommunistischen Internationale unwirksam bleibt. In der Geschichte der kommunistischen Weltbewegung haben die Opportunisten deswegen stets den proletarischen internationalen Zentralismus angegriffen. Das Konzept dagegen lief immer auf “besondere nationale Wege zum Sozialismus” also auf den nationalen, bürgerlichen Sozialismus, auf die Beschränkung der marxistisch-leninistischen Parteien auf ihr Betätigungsfeld auf nationaler Ebene hinaus, also losgelöst von ihrem organisierten zentralisierten Zusammenschluss ( eben um sie leichter schwächen, spalten, entarten, liquidieren zu können etc.).

Wir Marxisten-Leninisten versuchen heute, den Sozialismus auf nationaler Ebene zurückzuerobern als eine Basis und einen Hebel für den Übergang zur Schaffung eines sozialistischen Lagers, zur Vollendung der Weltrevolution und des Sieges des Sozialismus auf internationaler Ebene, um die Restauration des Kapitalismus diesmal erfolgreich zu verhindern. Wenn die Weltbourgeoisie den Sozialismus nicht in einem Lande verhindern konnte, so musste sie wenigstens versuchen, die internationale Verbreitung, also den Übergang des Sozialismus, auf verschiedene Weise zu stoppen. So bekämpften und sabotierten die Trotzkisten den Sozialismus in einem Land. Die Revisionisten koppelten gleichzeitig den Sozialismus in einem Land von der Weltrevolution ab, um ihn leichter in den bürgerlichen Sozialismus zu verwandeln. Es war die Überlebensstrategie der Weltbourgeoisie, die vom Sozialismus unterbrochene imperialistische Kette wieder zu schließen bevor sie völlig vom Weltproletariat und den unterdrückten Völkern gesprengt wird. Die Taktik bestand in der Einkreisung und Blockade von außen, und gleichzeitig in der Restaurierung des Kapitalismus von innen heraus, das heißt den Sozialismus in einem Land mit dem imperialistischen Bazillus der Zersetzung der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu infizieren. Genau diese Strategie und Taktik verfolgte die Weltbourgeoisie auch gegenüber der kommunistischen Weltbewegung und verfolgt sie auch weiter gegen die heutige marxistisch-leninistische Weltbewegung. Dagegen wurde von der Komintern/ML die Strategie und Taktik der proletarischen Weltrevolution entwickelt, die es nunmehr umzusetzen gilt, wofür die marxistisch-leninistischen Parteien in der Welt von nun an selber die notwendigen Voraussetzungen schaffen müssen.

Unter dieser Losung der angeblichen Gleichberechtigung und Unabhängigkeit, des Polyzentrismus und damit verbunden der revisionistisch - bürokratischen Zentralismus “Vaterpartei-Töchterparteien”, bekämpften die Revisionisten, Trotzkisten und andere Opportunisten auf verschiedenen Wegen – aber gemeinsam - den Marxismus-Leninismus und den proletarischen Internationalismus, um die Anwendung des bolschewistischen Prinzips des internationalen leitenden Zentrums zu untergraben. Mit diesen Methoden versuchten sie alle die Organisation der Weltrevolution zu unterhöhlen, das Weltproletariat zu spalten und die revolutionären Befreiungskämpfe der Völker vom Weltproletariat zu isolieren und zu verselbständigen, um diese auf nationaler Ebene leichter unter die bürgerlichen Fittiche zu bekommen.

Wenn man das revisionistische Konzept von der “Vaterpartei” von den Positionen des Marxismus-Leninismus aus bekämpft, dann darf man den Fehler nicht machen, die historische Tatsache zu leugnen, dass die KPdSU (B) des Genossen Lenin und Stalin die anerkannt und allseits geschätzte führende Sektion unter allen Sektionen der Komintern war. Keine einzige Kommunistische Partei, die der Komintern angehörte, hat auch nur eine Sekunde daran irgendeinen Zweifel gehabt, dass die KPdSU (B) die ihr gebührende führende Rolle übernahm. Man darf doch der bürgerlich-revisionistisch-trotzkistischen Propaganda nicht auf dem Leim gehen, die Stalin bezichtigt, die Komintern als Marionette benutzt zu haben. Es war im Gegenteil der Genosse Stalin, der sich nach Lenin um die Komintern die größten Verdienste erworben hatte, nämlich sie davor zu bewahren, dass die Weltbourgeoisie sie gegen die Sowjetunion und gegen die Weltrevolution instrumentalisiert. Stalin war der Führer des Weltproletariats und die KPdSU(B) war die führende kommunistische Partei in der Welt, die auch in der Komintern ihren führenden Platz ehrenvoll einnahm. Auch “diese historischen Erfahrung verdient Beachtung”. Wenn die Revisionisten das Vertrauen in die führende Partei gezielt missbraucht haben, um mit ihrem “Vaterpartei”-Konzept der kommunistischen Weltbewegung einen antimarxistischen Weg aufzuzwingen, sie zu spalten und zu liquidieren, dann heißt das doch noch lange nicht, dass wir deswegen zwangsläufig verhindern müssten, dass sich eine neue führende Partei herausbildet – wegen des Popanz “Vaterpartei”. Das wollen wir nicht verhindern und das kann auch gar keiner verhindern – auch die Neo-Revisionisten können das nicht! Wir Marxisten-Leninisten hatten im Gegenteil niemals gezögert, unser Vertrauen derjenigen Partei zu schenken, die das Banner des führenden Weltzentrums, das Banner der KPdSU (B) des Genossen Lenin und Stalin übernommen hat – nämlich der Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze – auch wenn wir einen schwerwiegenden Fehler gemacht haben, was Mao Tsetung und die KP Chinas anbelangte. Es war schließlich die PAA, die sich im Kampf als diejenige Partei herausstellte, die die marxistisch-leninistische Weltbewegung gegen den modernen Revisionismus anführen konnte – einschließlich gegen den chinesischen Revisionismus. Nicht zuletzt war sie es, die am konsequentesten gegen das revisionistische “Vaterpartei”-Konzept gekämpft hat, egal ob nun gegen das “Vaterpartei” - Konzept des Tito-Revisionismus, des Chruschtschow-Revisionismus oder des Revisionismus von Mao Tsetung. Alle marxistisch-leninistischen Parteien haben in der PAA mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze ihre führende Partei gesehen, weil sie auch tatsächlich die führende marxistisch-leninistische Partei war – und ganz und gar nicht “Vaterpartei”. An dieser Tatsache gibt es nichts zu deuteln und nichts zu rütteln. Es entspricht dem lebendigen Wesen des internationalen Klassenkampfes, dass sich immer wieder eine neue marxistisch-leninistische Partei herausbilden wird, die die Spitzenposition in der internationalen kommunistischen Bewegung von der vorangegangenen Weltvorhut übernimmt, um den Kampf in der nächsten Etappe der Epoche der proletarischen Weltrevolution – nunmehr die Etappe zur Zurückeroberung des Sozialismus - anzuführen und damit das Banner der proletarischen Weltrevolution weiter zum Sieg des internationalen proletarischen Sozialismus weiterzutragen. Es ist ebenso gesetzmäßig, dass die Kommunistische Internationale zwar Rückschläge erleidet, aber niemals sterben, sondern weiterleben und ihre Mission zu Ende führen wird, so wie es Lenin einst prophezeite. Seit fast drei Jahren stützt sich die Komintern/ML auf die Lehren der 5 Klassiker Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha, mögen die Neo-Revisionisten uns auch noch so sehr als Götzenanbeter verunglimpfen. Das haben sie schließlich bei allen Klassikern der Reihe nach vergeblich versucht. Und in Deutschland war es nach dem Tod des Genossen Ernst Aust vor allem die spalterische Möller-KPD-Stuttgart, die uns unentwegt und gebetsmühlenartig des Personenkultes um den Genossen Ernst Aust beschuldigte. Wir lassen uns deswegen noch lange nicht das Banner des Genossen Ernst Aust von diesen Neo-Revisionisten aus der Hand reißen..

Betreiben wir unseren “Personenkult” also ruhig weiter und setzen das Zitat aus dem Rechenschaftsbericht des Genossen Ernst Aust getrost fort:

“Wie innerhalb der marxistisch-leninistischen Partei, können selbstverständlich auch im internationalen Maßstab unter den Parteien Meinungsverschiedenheiten entstehen. Sie müssen gemäß den Lenin`schen Normen durch den Meinungsaustausch und durch solidarische Kritik und Selbstkritik untereinander, in Gesprächen, Konferenzen usw. beigelegt werden, wobei natürlich ausnahmslos jede Partei das Recht hat, ihre Stimme zu erheben und Kritik an dem, was falsch ist, freimütig zu äußern. Das ist ein Recht und sogar eine Pflicht, die der proletarische Internationalismus den Parteien auferlegt und die die Einheit und Geschlossenheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den gemeinsamen Feind zum Ausdruck bringt. Eine andere Haltung darf man dazu nicht einnehmen. So haben alle marxistisch-leninistischen Parteien gehandelt (...)

Wir unterstützen vollkommen, was Genosse Enver Hoxha sagte:

`Die marxistisch-leninistischen Parteien der verschiedenen Länder haben die gleichen Feinde und führen den gleichen Kampf, wobei sie sich auf dieselben Grundprinzipien, auf die Lehren des Marxismus-Leninismus stützen. Ihr Kampf kann aber nicht gleichartig sein. Er kann nicht geführt werden, ohne die Bedingungen und Umstände in den einzelnen Ländern zu berücksichtigen. Es ist unmöglich, Rezepte zu geben, wie in den entstehenden, nicht vorhersehbaren, verschiedenartigen und komplizierten Situationen vorzugehen ist; außerdem würden sie nicht immer von Nutzen sein. Sie könnten im Gegenteil manchmal schädlich und gefährlich sein, da man versucht wäre, eine starre Linie anzuwenden, die weder dem Marxismus-Leninismus noch den konkreten Bedingungen der einzelnen Länder entspricht, in denen die marxistisch-leninistischen Parteien wirken.`

Wir verstehen auch den Hinweis des Genossen Enver Hoxha und finden ihn richtig, dass

`wir als internationalistische Kommunisten unter uns Erfahrungen austauschen und dass jeder unter den Bedingungen seines Landes auf Grund des Marxismus-Leninismus handelt. (...) Die Zusammenarbeit zwischen unseren marxistisch-leninistischen Parteien auf dem wirklich revolutionären Weg sollte unserer Meinung nach allseitig sein. Der Erfahrungsaustausch kann bilateral oder multilateral erfolgen. Es kann auch eine Situation eintreten, dass eine große Beratung der Vertreter aller marxistisch-leninistischen kommunistischen und Arbeiterparteien angebracht ist.`

Diesen Weg zu beschreiten, meinen wir, führt zur Stärkung der Einheit und Geschlossenheit der marxistisch-leninistischen Parteien und versetzt dem modernen Revisionismus und den Opportunisten die Schläge, die sie verdienen.”

Dieser Schlag erfolgte denn ja auch kurz darauf gegen den chinesischen Revisionismus und die Mao Tsetungideen, der in dem historischen Brief des ZK der PAA und des Ministerrates der SVR Albanien an die KP Chinas und die chinesische Regierung treffend zum Ausdruck kam. Damit wurde der eingeschlagene Weg der marxistisch-leninistischen Weltbewegung glänzend in die Tat umgesetzt, woran der genosse Ernst Aust einen verdienstvollen Anteil hatte, wie es manche Bruderpartei bestätigte.

“Die marxistisch-leninistische Weltbewegung”, führte der Genosse Ernst Aust zum Schluss aus, “an deren Spitze in der Gegenwart die ruhmreiche Partei der Arbeit Albaniens mit dem großen Marxisten-Leninisten Genossen Enver Hoxha als Führer steht, muss sich angesichts des Feindes noch enger zusammenschließen und ihre kämpferische Zusammenarbeit auf revolutionärer Basis entwickeln. Wir deutschen Kommunisten, die Genossen der KPD/ML, versprechen, dass sie, was in ihren Kräften steht, dazu beitragen werden und dass sie auch in Zukunft, mögen auch noch so schwierige Situationen auf uns zu kommen, am Marxismus-Leninismus und am gemeinsamen Kampf für den endgültigen Triumph der sozialistischen Weltrevolution festhalten werden!” (Ernst Aust, Rechenschaftsbericht zum III. Parteitag der KPD/ML- Ende des Abschnitts “Die internationale Lage”).

In seiner Rede auf der öffnetlichen Abschlussveranstaltung fügte der Genosse Ernst hinzu:

“Wir mischen uns (...) in die Verhältnisse der Bruderparteien nicht ein, nicht in die Anwendung der Prinzipien des Marxismus-Leninismus auf die Gegebenheiten des jeweiligen Landes. Was aber diese Prinzipien selbst angeht, müssen wir uns `einmischen` und sie verteidigen (...)

Für uns gibt es nur eine marxistisch-leninistische Partei in einem Land; für uns sind alle Parteien, ob groß oder klein, ob alt oder jung, gleichberechtigt; für uns ist der gegenseitige Meinungsaustausch und die Konsultation in wichtigen ideologischen und politischen Fragen, die alle betreffen – das gilt etwa für die Generallinie der kommunistischen Weltbewegung – absolut notwendig; wir meinen, dass man nach den Prinzipien des proletarischen Internationalismus handeln muss (...) Ein großartiges Beispiel dafür gibt das sozialistische Albanien. Eine größere Hilfe kann uns kein Land, kein Staat der Erde geben. Nicht etwa durch Geld, Genossen, nicht durch Einladungen, sondern vor allem durch den Aufbau des Sozialismus, durch die Verteidigung und Festigung der Diktatur des Proletariats leistet die Sozialistische Volksrepublik Albanien eine unschätzbare Unterstützung für alle Völker der Welt” (Dokumente des III. Parteitags der KPD/ML, März 1977, Dortmund - Verlag Roter Morgen)

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Zitate des Genossen Enver Hoxha, die der Genosse Ernst Aust in seinem Rechenschaftsbericht anführte, noch nicht einmal zwei Monate alt waren. Sie stammten nämlich aus dem Rechenschaftsbericht des Genossen Enver Hoxha an den 7. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, den dieser am 1. November 1976 erstattete und an dem der Genosse Ernst Aust auf Einladung des ZK der PAA persönlich teilgenommen hatte als Delegierter der KPD/ML. Jedesmal, wenn Ernst aus Albanien kam, gab es in der Partei sofort Veranstaltungen. Dort berichtete er den Genossen nicht nur von seinen Eindrücken , sondern die kameradschaftlichen Ratschläge der PAA und die der anderen Bruderparteien diskutierte er dort mit den Genossen. Und mit Begeisterung setzten wir uns alle mit Ernst zusammen, um uns sofort an die praktische Umsetzung zu machen. So erwies sich der Genosse Ernst Aust als wahrer internationalistischer Führer der Partei. Er war für die KPD/ML der Garant, dass die internationalistische politische und ideologische Hilfe der PAA auch optimal verwirklicht werden konnte. Das war für die weitere Entwicklung der KPD/ML als verlässliche marxistisch-leninistische Bruderpartei innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung von außerordentlichen Bedeutung. Das war für den korrekten marxistisch-leninistischen Kurs der KPD/ML sehr wertvoll, insbesondere für die Verankerung der KPD/ML in der deutschen Arbeiterklasse, und dafür hat sich der Genosse Ernst bei den Albanern immer sehr herzlich bedankt. Die Albaner ihrerseits bekundeten dem Genossen Ernst Aust ihre Dankbarkeit für seine äußerst präzisen Berichte, die er ihnen über die Lage in Deutschland lieferte und auf die er sich stets sehr sorgfältig mit einem detailierten Manuskript vorbereitete. Es ist bei genauem Studium der albanischen Dokumente über Deutschland unverkennbar, dass sich die Albaner auf die Kenntnisse und Einschätzungen des Genossen Ernst Aust stets gestützt haben. Die Zusammenarbeit des Genossen Ernst Aust mit dem Genossen Enver Hoxha war für beide Seiten sehr fruchtbar und diente der gemeinsamen Sache und festigte ihre internationalistische Freundschaft.

Wir möchten an dieser Stelle erst einmal schließen. Wir haben zwar nur einen kleinen Einblick in das große internationalistische Werk des Genossen Ernst Aust vermitteln können, aber wir hoffen, dass es uns eines Tages gelingt, eine umfassendere Darstellung zu geben.

In dankbarer Erinnerung an den 18. Todestag des Genossen Enst Aust werden wir mit aufrichtigem Herzen, festem Willen und unserer ganzen Kraft das Banner des Genossen Ernst Aust vorantragen und die Arbeit der KPD/ML in seinem Geiste fortsetzen. Wir rufen alle Genossen auf, sich mit uns unter dem Banner des Genossen Ernst Aust zusammenzuschließen und mit uns zusammenzuarbeiten.

Hoch die Faust für Ernst Aust!

Es lebe die KPD/ML des Genossen Ernst Aust!

Hoch die internationale Solidarität!

Es lebe der proletarische Internationalismus!

Proletarier aller Länder vereinigt euch!

Es lebe die marxistisch-leninistische Weltbewegung!

Es lebe die Komintern/ML!

Es lebe Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha!







    “... dass wir eine neue internationale Organisation schaffen wollen. Es wird uns eine Ehre sein”

(Zitat Genosse Ernst Aust – vor 35 Jahren !)



Am 31. 12. 2000 haben wir dieses Vermächtnis des Genossen Ernst Aust ehrenvoll erfüllt

und die Komintern/ML gegründet





Wolfgang Eggers - Exekutivkomitee der KPD/ML