Grußadresse

 

der Partei der Arbeit Albaniens

 

zum 4. Jahrestag der

 

Gründung der KPD/ML

Tirana, 6. Januar 1973

 

 

Am 31. Dezember 1968 wurde am 50. Jahrestag der Gründung der KPD durch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht in Hamburg, der Stadt Ernst Thälmanns, die KPD/ML gegründet.

Die Gründung der KPD/ML war ein wichtiges Ereignis, das dem verstärkten Klassenkampf im Lande und der schweren Situation entsprach, die die modernen Revisionisten mit den sowjetischen voran überall auf der Welt schufen, indem sie ganz offen als Verräter an der Revolution und am Marxismus-Leninismus auftraten. ROTER MORGEN schreibt anlässlich des 2. Parteitages, der in diesem Jahr stattfand:

„Es ist für die Revolutionäre unseres Landes sehr wichtig, sich stets darüber im Klaren zu sein, dass die Partei der westdeutschen und westberliner Arbeiterklasse nur im Kampf gegen den modernen Revisionismus geschaffen werden konnte und dass dieser Kampf auch weiterhin zu den entscheidenden Aufgaben der Revolutionäre unseres Landes gehört.“

Die KPD/ML , die auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus aufgebaut wurde, stellte sich von Anfang an die Aufgabe, die Fahne des Kampfes für die Verteidigung der Reinheit des Marxismus-Leninismus hochzuhalten, die Arbeiterklasse und die anderen werktätigen Massen Westdeutschlands zu mobilisieren, zu organisieren und zu führen im Kampfe gegen die Macht der Monopolbourgeoisie, für die gesellschaftliche Befreiung und für den Triumpf des Sozialismus.

Schon in den ersten Tagen ihrer Gründung und in den vier Jahren ihres Lebens widmete die KPD/ML der Entlarvung der Opportunisten und Revisonisten aller Schattierungen ihre ganze Aufmerksamkeit, da sich diese mit ihrer Wühlarbeit bemühten, den revolutionären Kampf der Arbeiterklasse zu sabotieren und diesen Kampf auf die Geleise des Reformismus zu leiten:

„So war im Feuer des Kampfes gegen Kapitalismus und modernen Revisionismus aufs Neue eine wahrhaft kommunistische Partei in unserem Lande entstanden“, heißt es im ROTEN MORGEN, „eine Partei, die das Banner der revolutionären Thälmannschen KPD aufnahm, um es neuen Kämpfen, neuen Siegen der deutschen Arbeiterklasse voranzutragen“.

Vor allem an der ideologischen Front galt es immer wieder, den entscheidenden Trennungsstrich zu den modernen Revisionisten, zu den verschiedenen Spielarten des „linken“ und rechten Opportunismus zu ziehen, die immer wieder versuchten, in die Partei einzudringen.

Genosse Enver Hoxha stellte auf dem 6. Parteitag der PAA fest:

„Die konterrevolutionären Theorien und Praktiken der Revisionisten leiten Wasser auf die Mühlen der verschiedensten feindlichen ideologischen Strömungen, angefangen von den reaktionären bürgerlichen bis zu den trotzkistischen und kleinbürgerlichen Ideologien“.

Auch in Westdeutschland war dieser ant-marxistische Einfluss in den Reihen der Jugend und vor allem der Studenten sehr groß. Dies zeigen die Kämpfe, die die junge Partei von Anfang an führen musste. So traten Kräfte auf, die zwar die wahrhaft marxistisch-leninistische Partei zu etwas unbedingt Notwendigem erklärten, die aber forderten, die Partei müsse aus dem Kampf der Massen entstehen. Diese Theorie, die in Wahrheit die führende Rolle der Partei leugnet, wurde von der KPD/ML entschieden zurückgewiesen. Sie hat klar herausgestellt, dass das Schiff Arbeiterbewegung einen Kompass braucht, um das Ziel, das Sozialismus heißt, zu erreichen.

Die kleinbürgerlichen Spontaneisten aller Schattierungen wollten mit ihren verschiedenen Manövern gerade das verhindern. Selbst desorientiert, kam ihnen das schwankende Schiff zielstrebig genug vor.

Die Anbetung der Spontaneität, das Sich-Anhängen an die Aktivitäten, die das Proletariat selbständig entwickelte, bildete stets eine große Gefahr für die Partei. Die Verteidigung der Hegemonie des Proletariats und der führenden Rolle seiner bolschewistischen Partei erforderte den ständigen Kampf der revolutionären Kräfte auch innerhalb der Partei.

In diesem prinzipienfesten Kampf festigte die Partei noch mehr die Einheit ihrer Reihen. Die Parteifeinde tarnten ihre Leugnung der führenden Rolle des Proletariats und seiner bolschewistischen Partei immer wieder mit der Frage der revolutionären Theorie.

Die KPD/ML betrachtet die Aneignung der marxistisch-leninistischen Theorie durch die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen als eine notwendige Bedingung, damit sich diese zur Revolution erheben. Zugleich wies sie darauf hin, dass die Aneignung der marxistisch-leninistischen Lehre in Einheit mit der revolutionären Praxis erreicht werden muss. Also darf die Rolle der Theorie, der subjektive Faktor, nicht geringgeschätzt und die tägliche praktische, revolutionäre Tätigkeit nicht verabsolutiert werden.

Eine unbewusste, unorganiserte und spontane Tätigkeit ist dem Marxismus-Leninismus fremd, ebenso wie eine von den Massen losgetrennte Gruppe unbedingt scheitern muss. Die Partei der Arbeiterklasse - die organisierteste und die theoretisch gehobenste Vorhutabteilung des Proletariats - hat die Aufgabe, gestützt auf die jeweiligen konkreten Bedingungen des Landes, die marxistisch-leninistische Theorie zu verteidigen und weiterzuentwickeln und sie in die werktätigen Massen zu tragen.

Die Tendenz der heutigen Weltentwicklung ist die Revolution und der Sieg des Sozialsimus. Diese Einschätzung ist nicht bloß eine optimistische Erklärung, sondern sie drückt die objektive Realität aus.

„Diese Feststellung des Genossen Enver Hoxha,“ schreibt ROTER MORGEN, „gilt auch für Westdeutschland. Die Ereignisse der letzten Jahre, besonders auch des vergangenen Jahres, zeigen dies mit aller Deutlichkeit. Der Kampf der Arbeiterklasse nimmt ständig zu. Spontane Kämpfe und der zunächst rein wirtschaftliche Kampf gegeh immer mehr zu höheren Formen über“.

„Der Einfluss des Reformismus und Revisionismus innerhalb der Arbeiterbewegung ist deutlich im Abnehmen begriffen. Oppositionelle Gewerkschaftsgruppen haben sich gebildet und zusammengeschlossen. Der Kampf wird mehr und mehr zu einem bewussten Kampf gegen das bestehende System.

Auch die anderen werktätigen Massen erheben sich immer häufiger und nachdrücklicher. Die Bauern greifen zu Kampfmaßnahmen, die der Arbeiterbewegung entlehnt sind. Sie organisieren Demonstrationen und Großkundgebungen, blockieren Straßen und gehen gegen Panzer vor, die ihre Äcker zerstören. Ihr Protest richtet sich gegen die bauernfeindliche Politik der Monopolregierung, der immer mehr kleine und mittlere Bauern zum Opfer fallen. Die Unruhe der studentischen Jugend hat trotz der Abwiegelungsversuche der Revisionisten nicht abgenommen und breitete sich auch auf andere Schichten des Kleinbürgertums aus. Immer breitere Massen des Volkes bringen ihre Unzufriedenheit mit dem bestehenden System zum Ausdruck.

Die KPD/ML hat die Situation richtig eingeschätzt und damit eine klare Trennungslinie gegenüber den Revisionisten gezogen, die Resignation und Unterwürfigkeit verbreiten und die Lage der Arbeiterklasse, und ihres Kampfes in den schwärzesten Farben malen, die die Bourgeoisie aber maßlos schön färben.“

ROTER MORGEN schreibt:

„Einen wesentlichen Schritt vorwärts bei der Überwindung rechtsopportunistischer und revisionistischer Ansichten in der Partei bildet die Feststellung, dass auch in Westdeutschland die Haupttendenz Revolution ist und schon in Kürze eine revolutionäre Situation entstehen kann.“

Die heftigen Reaktionen der Bourgeoisie auf die Entwicklung der revolutionären Kräfte, wie z.B. der jetzt anstehende Prozess gegen Genossen Ernst Aust, sind ein Beweis für die Richtigkeit dieser Analyse und nicht etwas für ihr Gegenteil.

Auch die Erfolge, die der 2. Parteitag der KPD/ML feststellen konnte, sprechen für die revolutionäre Entwicklungstendenz in Westdeutschland und Westberlin.

In diesem vierten Jahr ihres Bestehens fand der 2. Parteitag der KPD/ML statt, der für die weitere Entwicklung der Partei ein bedeutendes Ereignis war. Er bildete den Abschluss einer Phase des Kampfes gegen das Liquidatorentum und der Ausmerzung „links“-opportunistischer Strömungen in der Partei. Er wies aber gleichzeitig der Partei und den revolutionären Massen die Richtung auf dem Weg der sozialistischen Revolution.

Dieser Parteitag stellt die Weichen für weitere Erfolge der Arbeiterbewegung in Westdeutschland und Westberlin. Duie neuen Erfolge, die seit diesem Parteitag erzielt wurden, der Aufschwung der betrieblichen Arbeit, die wachsende Verbindung mit den werktätigen Massen, die Tatsache, dass immer mehr aufrechte und revolutionäre Menschen sich der KPD/ML anschließen, all das bestätigt die Bedeutung dieses Parteitages.

Die albanischen Kommunisten und das albanische Volk verfolgen mit Sympathie den Kampf und die Erfolge der KPD/ML und ihres Zentralorganes ROTER MORGEN. Zu diesem bezeichnenden Tag, anlässlich des vierten Jahrestags ihrer Gründung, übermitteln sie ihr revolutionäre Grüße. Sie wünschen ihr weitere Erfolge im schwierigen, aber ruhmvollen Kampf für die gesellschaftliche Befreiung vom Joch der Ausbeutung und der Unterdrückung, für die nationale Einheit, für ein freies, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, ein Deutschland der Diktatur des Proletariats.

Möge das kommende Jahr ein Jahr der wachsenden Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML sein, einer Einheit, gewachsen im Kampf und fest gefügt auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus.

Tirana, 6. Januar 1973

 

 

 

 

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