Dokumente der Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust


 

 

„Die KPD schreitet wieder auf ihrem revolutionären, marxistisch-leninistischen Weg vorwärts“

Wolfgang Eggers

aus: „Weg der Partei“ - Theoretisches Organ der KPD ; Nr. 1 – 1986 erschienen auf Beschluss des Zentralkomitees der KPD, das auf dem 6. Parteitag in Bremen - im Januar 1986 - gewählt wurde



Nachdem die KPD wieder die ersten Schritte aus ihrer schwersten Krise macht, möchten wir den Lesern unseren Standpunkt über die Entwicklung unserer Partei näherbringen und einleitend einen Überblick über die Geschehnisse geben.

Auslöser der kontroversen innerparteilichen Auseinandersetzung waren Zweifel und Unzufriedenheit über die richtige Politik der Partei, die mit der zunehmenden Krise des Kapitalismus, insbesondere mit der härteren Gangart der Bourgeoisie gegenüber der Arbeiterklasse und gegenüber der KPD zusammenhängen. Die Partei stellte die Frage:

In welche Richtung soll sich die KPD weiterentwickeln, nachdem bei vielen Parteigenossen Anspruch und Wirklichkeit der KPD nicht mehr übereinzustimmen schienen? Diese grundlegende Fragestellung leitete einen sich zuspitzenden Klassenkampf innerhalb der KPD ein, der bis zum Rand ihrer Liquidierung führte. Das ZK zwang unter Federführung von Horst - Dieter Koch der Partei eine verhängnisvolle Diskussion darüber auf, ob es weiterhin sinnvoll sei, an der Rolle der bolschewistischen Vorhutpartei, ihren marxistisch-leninistischen Grundpfeilern, ihrem Programm und Statut überhaupt noch festzuhalten. Diese desorganisierende Diskussion konnte vom ZK erst dadurch geführt werden, weil sich in der Partei rechtsopportunistische Strömungen unter dem Deckmantel des Kampfes gegen das vermeintliche Sektierertum herausbildeten.

Mit dem 4. Parteitag richtete sich die KPD verstärkt auf die Arbeiterklasse aus, hob sie die notwendige Politik der Verankerung in den Massen hervor, und sie ermutigte die Genossen, am täglichen Klassenkampf vorbildlich teilzunehmen, sich nicht nur allein mit Propaganda durch das Wort zufriedenzugeben, sondern auch die Partei als Kampfpartei zu begreifen und die Propaganda der Tat zu entfalten, um die Überzeugungskraft der Partei zu erhöhen. Der 4. Parteitag rechnete auch mit dem Maoismus ab und stärkte die marxistisch-leninistische Linie der Partei gegenüber den in der Vergangenheit gemachten linkssektiererischen Fehlern. In Folge des 4. Parteitags begann die Partei, ihre Gewerkschaftsarbeit breit zu entfalten und Massenorganisationen zu schaffen. Je intensiver die Partei ihrer Losung folgte: „Tiefer hinein in die Massen!“, desto stärker und näher musste sie sich mit der reformistischen Arbeiterbewegung auseinandersetzen und ein taktisch-konkretes Vorgehen entwickeln, um ihre kommunistische Politik massenwirksam zu machen. Bald schon stieß die Partei auf große Schwierigkeiten, fortschrittlichen Arbeitern den Zugang zu kommunistischen Ideen und zur Kommunistischen Partei zu öffnen. Reformisten und Revisionisten versuchten es, unsere Genossen sowohl in der Arbeiterbewegung zu isolieren, als auch ihre Kräfte im gewerkschaftlichen Kampf zu binden. Zwar traten die Genossen konsequent im täglichen gewerkschaftlichen und betrieblichen Kampf auf, sobald sie dies aber mit der kommunistischer Politik verbanden, waren sie vielen Repressalien seitens der Unternehmer, der Polizei und der Gewerkschaftsführung ausgesetzt. Hinzu kam, dass die Mehrheit der Kollegen unseren Genossen in erster Linie deswegen Vertrauen entgegenbrachten, weil sie sich für die täglichen Belange stark machten. Dem Kommunismus und der Frage der Revolution steht die Mehrheit der Arbeiterklasse heute noch reserviert bis feindlich gegenüber wegen des vorherrschenden reformistischen und revisionistischen Einflusses, wegen des abschreckenden Beispiels der revisionistischen Länder, wegen des stark verbreiteten Antikommunismus, wegen des Einflusses der grün-alternativen Bewegung und nicht zuletzt wegen der noch relativ geringen Kraft und Stärke der KPD selbst. Alles dies führte dazu, dass immer mehr Genossen zurückwichen und vor den Problemen kapitulierten. Immer weniger Genossen waren in Folge verstärkter Unterdrückungsmaßnahmen der Bourgeoisie bereit, offen als Kommunisten aufzutreten und die KPD-Politik zu propagieren. Ein großer Teil beschränkte seine Arbeit auf die Massenorganisationen, und es war nur eine Frage der Zeit, dass sich die Genossen auch aus dieser Arbeit zurückzogen. Hier wäre es richtig gewesen, die marxistisch-leninistische Linie zu bekräftigen, um die negativen Erscheinungen mit Hilfe von Kritik und Selbstkritik einzudämmen und zu überwinden.

Stattdessen begann die Partei auf ihrem 1. Sonderparteitag in der Haltung gegenüber der SPD zu schwanken und machte in der Folgezeit Abstriche von der unversöhnlichen, revolutionären Haltung gegenüber der reformistischen Gewerkschaft, die bald zu zentristischen Positionen und schließlich zum Verlassen des Klassenkampfstandpunktes führten. Anstatt die gesamte Partei auf solider marxistisch-leninistischer Grundlage in der Arbeiterklasse zu verankern, näherte sich die Partei spätestens mit dem 5. Parteitag Positionen, in denen die revolutionären Ziele und Aufgaben zu Gunsten einer Annäherung an den Reformismus und Revisionismus in den Hintergrund gerieten. Je tiefer die Partei in die spontane Bewegung ging, desto größer wurde ihre Bereitschaft, ihre revolutionäre Politik hintenanzustellen. Das ZK erhob diese Fehler zum Prinzip und begab sich damit immer mehr in Widerspruch zur alten Linie der Partei. Diese rechten Abweichungen verdichteten sich zu einer revisionistisch-trotzkistischen Linie, die nach dem 5. Parteitag immer offensichtlicher wurde. Das ZK propagierte nun mit zunehmender Offenheit, dass die alte bolschewistische Linie zu einem „Hindernis“ geworden sei, dass sie eine „Verengung des Marxismus“ darstelle, dass sie als „dogmatisch“ und „sektiererisch“ verurteilt und ausgemerzt werden müsse.

Mit ihrem revisionistisch.trotzkistischen Programm-Entwurf und den Vereinigungsbestrebungen mit den Trotzkisten war eine tiefgehende und weitreichende Krise ausgebrochen und es entstand die Frage:

Ist die KPD bereits entartet, hat sie ihre revolutionäre Farbe gewechselt, wird sie sich in verschiedenen Gruppierungen auflösen oder gelingt es den marxistisch-leninistischen Kräften innerhalb der KPD, aus dem seit Jahren von ihnen geführten Kampf gegen das Liquidatorentum, gegen die opportunistischen Abweichungen, gegen den revisionistisch-trotzkistischen Verrat siegreich hervorzugehen, die Partei zu schützen, den Marxismus-Leninismus zu verteidigen und der KPD aus ihrer Krise zu helfen?

Auch um diese Frage entbrannte eine heftige Auseinandersetzung. Alle jene Kräfte, die den revisionistisch-trotzkistischen Verrat der GIM/KPD um Horst-Dieter Koch verurteilten, waren deshalb noch lange nicht alle der Meinung, den alten Kurs der Partei wieder herzustellen und zu konsolidieren. Wir sind bis heute die Einzigen, die dies in Wort und Tat konsequent vertreten und durchgesetzt haben. Wir haben uns 1985 von jenen Kräften distanziert, die die Partei seit ihrer Gründung für entartet hielten und eine superneue ML-Parteigründung propagierten. Das waren die „linken“ Liquidatoren in Kiel und Berlin., von denen heute nicht mehr viel zu sehen und zu hören ist.

Wir haben uns schließlich von jenen Kräften distanziert, die zwischen allen Positionen hin- und herschwanken, due vortäuschen, sehr links zu sein, aber im Wesen nichts anderes tun, als den revisionistisch-trotzkistischen Verrätern die Hand zu reichen, indem sie uns als sektiererische Parteifeinde beschimpfen. Das sind die Anhänger der ehemaligen „Weg der Partei -aktuell“ - Leute um Diethard Möller [ = Möller-KPD-Stuttgart – erläuternde Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments]. Sie spalteten im Dezember 1985 unter Anwendung lügnerischer, doppelzüngiger und heuchlerischer Methoden die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD, indem sie mit ihrem sogenannten „Rechenschaftsbericht“ und einem neuen Programmentwurf [!] von der alten bolschewistischen Linie abwichen. Im Verlauf der gesamten Parteikrise trat eine nicht geringe Zahl von Genossen aus der KPD aus. So verblieb auf dem 6. Parteitag am 25./26.1. 1986 in Bremen ein Kern von Genossen, der an der Generallinie der KPD, am Programm und Statut, festhält und die Partei im Geiste des Genossen Ernst Aust verteidigt und weiter fortsetzt. Das ist im Grunde genommen unsere kurzgefasste Einschätzung der Entwicklung in der KPD.



Die Krise der KPD

ist kein Beweis für die

„Krise“ des Marxismus-Leninismus

Seit der Entstehung der marxistisch-leninistischen Bewegung, d.h. Nach dem Verrat der modernen Revisionisten, haben alle unsere Gegner nie nachgelassen, von der „Krise des Kommunismus“ zu sprechen und den Marxismus-Leninismus als unfähig hinzustellen, die heutigen Probleme der Gesellschaft grundlegend zu lösen. Der Marxismus-Leninismus habe angeblich den Charakter einer einheitlichen internationalen Lehre „verloren“ und habe sich schematisch-dogmatische Richtungskämpfe „zersplittert“. Der Marxismus-Leninismus besitzt eine merkwürdige Eigenschaft: seit Jahren haben die „Kritiker“ des Marxismus-Leninismus seine „veraltete“ Position „widerlegt“ - und trotzdem macht sich jeder neue Kritiker auf`s Neue daran, diesen angeblich veralteten und dogmatischen Marxismus-Leninismus auf`s Korn zu nehmen Er sei also „veraltet“ und wer trotzdem noch daran glaube, sei einem traurigen „Dogmenfatalismus“ verfallen.

Der Marxismus-Leninismus hat nie gestattet, irgendetwas dogmatisch auf Treu und Glauben anzunehmen, eine kritische Anwendung und Weiterentwicklung auszuschließen oder historische Fragen durch abstrakte Schemata zu verdunkeln. Wenn es Dogmatiker und Sektierer gibt, so fällt die Schuld dafür ganz allein auf sie selsbt, keineswegs aber auf den Marxismus-Leninismus; denn dieser ist das genaue Gegenteil eines Dogmas. Keinem wird es daher gelingen, uns mit der Krise der Partei ein Bewusstsein über die „Krise“ des Marxismus-Leninismus einzupflanzen. Wir haben die bedeutsamen zeiten der KPD nicht vergessen und wir werden sie nicht vergessen. Die Tradition der KPD kann man nicht ausmerzen, auch wenn man uns als „pseudoreligiösen Traditionsverein“ der Lächerlichkeit preiszugeben versucht [„pseudoreligiöser Traditionsverein“ - das war die jahrelange, gängige Beschimpfung der Möller KPD-Stuttgart gegen uns – die KPD des Genossen Ernst Aust – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments]. Die Geschichte unserer Partei ist keine Kinderei oder Jugendsünde gewesen, und sie war auch nicht auf einer „Lebenslüge“ aufgebaut [hier wird Bezug genommen auf eine liquidatorische, parteiinterne Broschüre mit dem Titel „Die Lebenslüge der KPD/ML“, die der Hamburger Genosse „Pauly“ Anfang der 80er Jahre verbreitet hatte – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments]. Dass man heute unsere Partei so darstellt, zeigt nur, wie unsere Gegner sie hassen. Dieser Hass kommt nicht allein von der düsteren Reaktion; er kommt auch von ehemaligen Parteigenossen!

Die Bourgeoisie behauptet, der Marxismus-Leninismus baue sich auf schädlichem Sektierertum auf und unsere Gegner um Horst-Dieter Koch und Diethard Möller erblicken in der KPD ebenso eine abgekapselte, verknöcherte, sektiererische Partei, die abseits der Arbeiterbewegung entstanden sei. Niemand entstellt die Partei dermaßen wie jene ehemaligen Mitglieder der KPD, die sich jetzt zu ihren erbittertsten Gegnern gehäutet haben und ohne vor Scham in den Boden zu versinken, den Namen der KPD zum Verrat an der KPD missbrauchen. Sie ernten den Beifall der Bourgeoisie, denn nichts ist ihr angenehmer als zuzusehen, wie sich die KPD in sich selbst aufreibt. Nichts ist aber törichter als der Irrglaube der Bourgeoisie, dass unser Kampf um die marxistisch-leninistische Linie uns nur noch mehr schwächen wird. Das genaue Gegenteil ist der Fall – und das wird der Bourgeoisie nicht sehr gefallen.

Nicht der Marxismus-Leninismus befindet sich in der Krise, sondern die bürgerliche Ideologie; denn sie kann nicht verschweigen und vertuschen, was die Massen täglich vor Augen haben und zu spüren bekommen: die Krise des Kapitalismus!

Wenn wir heute den Marxismus-Leninismus propagieren, dann ist das deswegen noch weit notwendiger als in den 70er Jahren, weil die Massenbewegungen im Anwachsen sind. Wir hatten weder damals noch haben wir heute einen Grund, unsere Ansichten und Absichten zu verheimlichen oder zurückzuhalten. Wir propagieren seit unserer Parteigründung 1968/69 ganz offen unser Ziel:

Ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland. Wir erreichen dieses Ziel nur durch den gewaltsamen Sturz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung im Westen und den gewaltsamen Sturz der revisionistischen Gesellschaftsordnung im Osten und die Errichtung bzw. Wiedererrichtung der Diktatur des deutschen Proletariats.

In der Bundesrepublik Deutschland entwickelte sich die marxistisch-leninistische Bewegung im Kampf gegen den modernen Revisionismus, im Kampf zur Verteidigung und Verbreitung des Kommunismus. Unsere Partei, die KPD, hat diese Bewegung ins Leben gerufen und sie maßgeblich geprägt. Die KPD hat das Banner der Revolution und des Sozialismus erhoben. In den letzten jahren wich sie immer mehr von ihrer führenden Rolle in der marxistisch-leninistischen Bewegung ab und unsere Feinde erhofften sich mit der krise unserer Partei eine Krise der marxistisch-leninistischen Bewegung, eine Krise des Marxismus-Leninismus überhaupt. Der Sog in die revisionistische Abweichung ist immer noch stark vorhanden, aber unsere Partei, die KPD, hat sich entschlossen diesem Sog entegengestemmt. Für uns ist der Marxismus-Leninismus nicht veraltet oder überholt; für uns ist er wie immer – stets aktuell, allen anderen Ideologien überlegen und unangreifbar. Die Krise der Partei lag nicht in der „Krise“ des Marxismus-Leninismus begründet, sondern darin, dass sie sich vom Marxismus-Leninismus entfernte und von ihm abwich. Die Krise konnte nur dadurch überwunden werden, dass die Partei sich wieder voll auf marxistisch-leninistischen Grundlagen stellte und sich von allen entfernte, die die Lehre von der proletarischen Revolution durch bürgerlichen Opportunismus ersetzten.





Die KPD überwindet ihre

Krise,

indem sie sich von Spaltern und Fraktionisten befreit

Die Frage der Reinhaltung der marxistisch-leninistischen Partei und ihre Reinigung von feindlichen Elementen betrifft in erster Linie die Einheit des Denkens und Handelns, die Verteidigung ihrer ideologischen und politischen Linie, die nur eine einzige sein kann, weil es auch nur einen einzigen Marxismus-Leninismus gibt. In den Dokumenten zum 3. Parteitag der KPD heißt es:

„In der Partei existiert nur eine Linie; wo eine andere, opportunistische auftaucht, wird sie bekämpft.“

Feinde, klassenfremde und entartete Elemente müssen aufgedeckt, entlarvt und ohne Zögern aus der Partei entfernt werden. Dies ist auch der Grund dafür, dass sich die KPD mit der Existenz verschiedener Gruppierungen und Fraktionen in ihren Reihen nicht abfindet, sondern sie entschlossen bekämpft, sie ausschließt und so die Reinheit und Einheit der Partei festigt.

In Folge des verstärkten ideologischen und politischen Drucks, den die Bourgeoisie, der Imperialismus und der Revisionismus im Verlauf ihrer Krisenentwicklung ausübte, schwebte unsere Partei nicht nur in potentueller, sondern in konkreter Gefahr der rechten Abweichung und Entartung. Es machten sich liberale und rechtsopportunistische Haltungen breit, sowie die Zurückentwicklung und Gleichgültigkeit ungefestigter Elemente, die angesichts dieses Drucks kapitulierten. Die Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind in den eigenen Reihen ließ nach, so dass sich die rechte Krankheit immer mehr ausbreiten konnte. Stalin sagte ( Band 7, Seite 52):

Wenn der Aufschwung revolutionäre Illusionen erzeugt und als Hauptgefahr die „linke“ Gefahr hervorruft, so erzeugt die Periode der Stille im Gegenteil sozialdemokratische, reformistische Illusionen und ruft als Hauptgefahr die rechte Gefahr hervor.“

Bei uns in der Partei erlahmte der Schwung und deswegen konnte sich die rechte Gefahr auch relativ massiv ausbreiten, bevor der Kampf gegen sie geführt wurde. Um so erbittereter war dann der Kampf von uns Marxisten-Leninisten, die sich als Minderheit zusammenfanden. Im Ergebnis dieses Kampfes trennten wir uns vom rechten Opportunismus. Wir verbannten aber nicht nur den liberalistischen Geist der Einheit um der Einheit willen, sondern auch die engen, sektiererischen, subjektivistischen Haltungen, die sich im Kampf gegen die Rechten offenbarten.

Lenin und Stalin wiesen ebenso wie Enver Hoxha nach, dass der rechte und der „linke“ Opportunismus Zwillingsbrüder, dass sie zwei Seiten einer Medaille und daher im gleichen Maße Feinde der marxistisch-leninistischen Linie sind. Es ist also kein Zufall, dass die sich „links“ gebärdende und von der KPD abgespaltetene Möllergruppe (ehemals „Weg der Partei – aktuell“ [damit ist der Name der Zeitung gemeint, die in der Koko-Zeit entstanden war in Nachfolge von unserem „Weg der Partei“ - Zeitschrift der Marxisten-Leninisten in der KPD“, mit der wir versuchten, die Parteimitglieder innerhalb der Partei gegen den Koch-Verrat zu vereinigen und zu organisieren. Möller hat schließlich als „Redakteur“ gegen die Partei und zur Spaltung der Partei seine eigene Zeitschrift „Weg der Partei -aktuell“ herausgegeben – Anmerkung im Rahmen der Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments]) der trotzkistisch-revisionistischen GIM/KPD im Koch zur Hilfe eilte.

Wie wir unten beweisen werden, ist die von der KPD abgespaltene Möllergruppe (ehemals „Weg der Partei – aktuell“) nur in Worten links. In der Tat und dem Wesen nach aber rechter Opportunismus. Das Kennzeichen dieses „Links“opportunismus, der ihn auch in gewissem Maße von dem offenen Revisionismus unterscheidet, ist, dass die Möllergruppe (ehemals „Weg der Partei – aktuell“) nur zum Schein links, also mit radikaler Phrasendrescherei auftritt. Auf dieser getarnten Basis und ungeachtet der objektiven Bedingungen der Strategie und Taktik der Revolution führen ihre scheinradikalen Sprüche und Aktivitäten zu Pessimismus, zur Niederlage, d.h., in die Arme der Bourgeoisie und des Revisionismus.

Der rechte trotzkistische Opportunismus der GIM/KPD um Koch hat die Schichten der Arbeiteraristokratie zur sozialen Basis, während sich die soziale Basis der Möllergruppe aus überwiegend kleinbürgerlichen Elementen zusammensetzt.

Für die Möllergruppe ist das Schwanken zwischen Proletariat und Bourgeoisie charakteristisch. Wie uns die Erfahrungen mit dieser Gruppierung zeigten, ist sie unentschlossen und es fehlt ihr an Organisiertheit und Disziplin. Sie ist individualistisch und kapselt sich gern in ihren kleinbürgerlichen Elfenbeinturm ein. Trotzdem ist diese Gruppierung für uns nicht die Hauptgefahr. Die Hauptgefahr ist nach wie vor der rechte Opportunismus. Nur wollte uns die Möllergruppe davon abhalten, den Kampf gegen den Rechtsopportunismus konsequent weiterzuführen. Deswegen stellte sich die Partei die Aufgabe, den verkappten Opportunismus der Möllergruppe aufzudecken und anzugreifen.

Die KPD trennt sich

1. von der sehr kleinen Gruppierung rechter Liquidatoren, die offen die Auflösung der KPD und das Aufgehen in der spontanen Bewegung propagierten (Paulifraktion in Hamburg/“Selbstlüge der KPD“). Diese Fraktion hat teilweise berechtigte Kritik an der Parteientwicklung geübt, aber liquidatorische Schlussfolgerungen daraus gezogen. So weit uns bekannt ist hat sich diese Gruppierung 1985 aufgelöst.

2. von der zahlenmäßig stärksten und einflussreichsten trotzkistisch-revisionistischen Fraktion um das ehemalige Koch-Zentralkomitee. Diese Fraktion hat die Abkehr vom Marxismus-Leninismus systematisch vorangetrieben. Sie ging zunächst verdeckt, dann immer offener gegen die revolutionäre Linie der Partei vor. Inzwischen hat sich Koch von allem getrennt, was an der KPD revolutionär und fortschrittlich ist. Koch hat sich weitestgehend mit den Trotzkisten der GIM (Deutsche Sektion der trotzkistischen IV. Internationale) zusammengetan. Dieser so offensichtliche Verrat an der Partei, am Marxismus-Leninismus, an der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, am sozialistischen Albanien, beweist, wie dringend notwendig es war, in der KPD den parteiinternen Kampf gegen die trotzkistisch-revisionistische Linie 1983 zu eröffnen. Der Kampf gegen die trotzkistisch-revisionistische Linie Kochs war der schwerste und bedeutendste Kampf, den die KPD seit ihrer Gründung durchzufechten hatte. Im September 1985 erfolgte dann von unserer Seite aus die Trennung von dieser parteifeindlichen liquidatorischen Linie, die sich in ihren wesentlichen Schlussfolgerungen nicht von den offenen rechten Liquidatoren (1.) unterscheidet.

3. von einer relativ kleinen Gruppe „linker“ Liquidatoren. Sie halfen der rechten Kochfraktion indirekt, indem sie uns als „Versöhnler“ bekämpften, weil wir uns noch im parteiintern Kampf mit Koch auseinandersetzten, obwohl Koch in ihren Augen „längst erledigt“ sei. So wnedeten sie sich im März 1985 und in den darauf folgenden Monaten von unserer in Kiel versbschiedeten Erklärung ab [Kieler Erklärung der Marxisten-Leninisten in der KPD – von mir eingebrachter und mit überwiegender Mehrheit angenommener Aufruf, der übrigens auch von Diethard Möller unterstützt wurde ( ! ), an die Parteimitglieder in der KPD zum gemeinsamen Kampf gegen das Koch-ZK – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments], in der wir alle Marxisten-Leninisten in der KPD aufforderten, die Partei und den Marxismus-Leninismus zu verteidigen und dabei den Hauptstoß gegen die rechte Linie Kochs zu richten. Sie wollten zurück zum Zirkelwesen und nach Studierstubenart eine blitzsaubere „neue“ KPD/ML gründen. Eine Plattform hatten sie hierfür bereits vorbereitet. Aber dieser Versuch der Neugründung einer zweiten Partei ist bis heute nicht zustande gekommen. Es war klar, dass wir als Verteidiger der KPD nicht der Einladung zur Gründung einer neuen Partei folgen konnten; denn die „linken“ Liquidatoren behaupteten, die KPD habe „nie“ wirklich gegen den Revisionismus und „nie“ wirklich gegen das Sektierertum gekämpft, die Partei sei „von Anfang an entartet“ gewesen. Mit diesem liquidatorischen Standpunkt haben sich die „Neugründer“ - wie gesagt – spätestens im Sommer 1985 von uns getrennt.

Die „linken“ Liquidatoren unterscheiden sich mit ihrem „KPD/ML-Neugründungskonzept“ nicht wesentlich von

4. der zentristischen Möllergruppe (ehemals „Weg der Partei – aktuell“). Sie spaltete die Partei erst kürzlich zum Jahreswechsel 1986/86. Diese Taktik der Vertiefung der Krise war besonders schädlich, weil sie die Partei, die in den vergangenen Fraktionskämpfen viele Verluste zu erleiden hatte, nun durch erneute Spaltung im Kampf gegen die rechte Hauptgefahr schwächte. Diese Fraktion segelte seit März 1985 unter der Flagge der „Verteidigung“ der Partei und des Marxismus-Leninismus mit uns mit. Sie brachten die Stuttgarter Konferenz ( den sogenannten „6. Parteitag“) zum Scheitern, indem sie gegen uns putschten und uns als „parteifeindliche Fraktion“ „ausschlossen“ mit der Begründung, wir seien „Sektierer“ und „Anhänger eines pseudoreligiösen Traditionsverein“ [ so beschimpfte die MöllerKPD-Stuttgart die KPD/ML des Genossen Ernst Aust, die wir fortsetzten – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments].

Hinzu kam noch der Vorwurf des „Personenkults“. Wir werden uns in diesem Artikel ausführlich mit den Möllerleuten auseinandersetzen. Die „Argumente“, mit denen diese Gruppierung ihren Putsch rechtfertigte, sind im Grunde genommen dem Wesen nach nichts anderes, als die Argumente aller anderen opportunistischen Strömungen. Sie alle richten sich gegen die Partei, weil diese angeblich „sektiererisch“ sei. Sie alle leugnen die revolutionären Grundlagen der Partei (Programm und Statut, Kampftradition usw.) und missbrauchen den Namen KPD für ihre opportunistische Politik. Sie alle kämpfen gegen uns, weil wir die Generallinie der KPD verteidigen.

5. von einer kleinen Berliner Gruppierung („Arbeiterstimme“), die uns „Versöhnlertum“ gegenüber den anderen opportunistischen Strömungen vorwirft. Sie erkennt uns nicht als KPD an. Vielmehr geht sie davon aus, dass sich überall marxistisch-leninistische Zirkel zum Wiederaufbau der KPD zusammentun werden. Wir verteidigen das Parteiprinzip, während sie zum Zirkelprinzip zurückkehrten.

In der Abtrennung der von uns verurteilten Strömungen, die den bürgerlichen Einfluss auf das Proletariat zum Ausdruck bringen, äußert sich nicht der Zerfall und die Zersetzung der Partei, sondern ihre Festigung und Reinigung.





Verteidigen wir die

Geschichte der Partei

gegen opportunistische Diffamierungen und Verfälschungen!

Setzen wir die revolutionäre, marxistisch-leninistische Politik der KPD fort !

In einer Situation, in der unsere Partei durch die Spaltungen und Fraktionskämpfe strak angegriffen wurde, glaubten die Opportunisten aller Schattierungen den Moment für gekommen, offen und unverblümt die Partei zu verleumden und das in die Welt laut hinauszuposaunen, was sie schon lange dachten und hinter vorgehaltener Hand sagten: Die KPD „sei gar keine“ revolutionäre, marxistisch-leninistische Partei gewesen. Deswegen müsse man ihre Geschichte verdammen und sie liquidieren. So schrieb die trotzkistisch-revisionistische Koch-Clique am 20.12. 1985 im „Roten Morgen“ Nr. 51/52:

„Das war einmal und kommt nicht mehr: Die KPD/ML Propaganda- und Entlarvungspartei – dunkle Kapitel in der Geschichte der KPD/ML.“

Koch gibt heute die KPD der Lächerlichkeit preis und hetzt gegen die ruhmreiche Geschichte der Partei in übelster Weise. So wurden alle Parteisymbole entfernt und alles auf die Müllhalde gekippt wie Parteibroschüren, Flugblätter und anderes Parteimaterial, Revolutionäre Literatur verschleuderten sie zu Spottpreisen und als „Antiquitäten“. Koch betrachtet die Geschichte der KPD als Klotz am Bein, als schwarzen Fleck auf seiner „weißen“ Weste, als Rumpelkammer, die endlich „ausgemistet“ werden müsse. Für die GIM/KPD existiert die ursprüngliche KPD nicht mehr. Sie benutzen den Namen KPD nur als leere Hülle: denn sie haben die Partei schon lange verraten! Wenn überhaupt irgend jemand ein dunkles Kapitel in der Geschichte der KPD geschrieben hat, dann Koch und seine Anhänger! Wir haben die Ausbreitung des Koch-Verrats in der KPD hart bekämpft, aber deren Mehrheit nicht verhindern können. Wir haben uns von Koch daher trennen müssen, um das revolutionäre Banner der Partei wieder zu erheben. Wir sind stolz darauf, dass die Partei durch unsere Anstrengungen weiterlebt und es Koch nicht gelungen ist, unsere Partei in den trotzkistisch-revisionistischen Sumpf zu ziehen.

Wer nun aber glaubt, die anderen Opportunisten in der Partei würden anders über die Geschichte der KPD denken als Koch, hat sich getäuscht. Vor einem Jahr, im März 1985, traten die Kieler und Berliner „linken“ Liquidatoren auf, die die KPD seit ihrer Gründung 1968/1969 (KPD/ML) als „entartet“ bezeichneten, ihren Austritt erklärten und die Gründung einer zweiten Kommunistischen Partei propagierten: Die KPD hätte „nie eine marxistisch-leninistische Führung“ gehabt. Nach Ansicht der „linken“ Liquidatoren hätte die Partei mit dem Maoismus nur „formal abgerechnet“. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus sei „seit der Gründung der Partei oberflächlich geblieben“. Bei der Entartung der Partei „spiele der antileninistische Traum von der Massenpartei eine Rolle“. Kurz: Die „linken“ Liquidatoren bezeichnen die Geschichte der KPD als „Geschichte der Entartung“.

Während die „linken“ Liquidatoren an der Plattform für den Gründungsparteitag einer neuen blitzsauberen „marxistisch-leninistischen“ Partei arbeiteten, propagierten die rechten Liquidatoren den „Auflösungsparteitag der KPD“. Sie verfassten eine dicke Broschüre, in der sie die ganze Geschichte der KPD als „Lebenslüge“ abtaten. Die Existenz der KPD sei von Anfang an nur „Selbstbetrug“ gewesen.

Ein Jahr später – Ende 1985 – gesellten sich die Opportunisten der Möllergruppe dazu, um die Partei zu diffamieren und schlecht zu machen, nachdem sie noch am Sarg des Genossen Ernst Aust gegenüber der KPD „ewige Treue“ geschworen hatten. Für die Möllerleute existiert keine einheitliche und geschlossene Geschichte unserer Partei. Sie zerlegen die Geschichte in zwei Teile

a) die 70er Jahre

b) die 80er Jahre.

Die 70er Jahre seien „sektiererische“ Jahre, in die wir die KPD angeblich wieder „zurückkatapultieren“ wollten.

Die 80er Jahre wären „rechtsopportunistische“ Jahre, die von Koch entwickelt wurden.

Mit diesem seltsamen Schema grenzten die Möllerleute sich von der Parteigeschichte ab und propagierten eine „neu“ zu entwickelnde Parteilinie. Es ist klar, dass wir mit einem solchen Geschichtsschema nicht einverstanden sind. Wir sind für die Fortführung der KPD auf alter marxistisch-leninistischer Grundlage und nicht für eine Neugründung auf opportunistischer Grundlage.

Ende des Jahres 1985 versuchten sie innerhalb des Koordinationskomitees [in Hamburg von der Juni/Juli-Konferenz der marxistisch-leninistischen Fraktion innerhalb der KPD unter Mitwirkung des Genossen Ernst Aust gewähltes Leitungsgremium, das den 6. Parteitag vorbereiten sollte, um den alten revolutionären Kurs des Genossen Ernst Aust zu bestätigen. In das KoKo wurden sowohl Vertreter von Möller als auch wir als Vertreter des Genossen Ernst Aust gewählt – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments] einen sogenannten „Rechenschaftsbericht“ durchzusetzen, in dem sie die Geschichte der KPD verfälschten, ihr sogenannte „Fehler“ andichteten, und damit ihre neue opportunistische politische Plattform zu begründen. In Wirklichkeit wollten sie nicht die Fehler der KPD überwinden, sondern die KPD selbst.

In ihrem sogenannten „Rechenschaftsbericht“ schreiben die Opportunisten vom „Weg der Partei – aktuell“ : 1968/69 waren „äußerst ungünstige Bedingungen für eine Parteigründung, da dies in einer Situation der politischen Passivität der Arbeiterklasse“ geschehen sei! Wie kann man von „politischer Passivität der Arbeiterklasse“ schwätzen, wenn die deutsche Arbeiterklasse ihre revolutionäre marxistisch-leninistische Partei gründet? Hier wird so getan, als wäre die KPD/ML 1968/69 im luftleeren Raum gegründet worden. Die Gründung unserer Partei war damals das Produkt eines harten Klassenkampfes. In „Roter Morgen Nr. 1-2, 1972“ heißt es zu Recht:

„Die Gründung der KPD/ML war ein entscheidender Schritt vorwärts auf dem Wege zur Revolution. Sie war ein schwerer Schlag gegen das kapitalistische System. Sie war ein schwerer Schlag gegen den modernen Revisionismus, gegen die Trotzkisten und alle anderen kleinbürgerlichen Strömungen in der gesamten revolutionären Bewegung unseres Landes“.

In ihrem sogenannten „Rechenschaftsbericht“ machen die Leute vom „Weg der Partei – aktuell“ die schlechten äußeren Bedingungen zur Zeit der Parteigründung dafür verantwortlich, dass die Partei „Kinderkrankheiten durchmachen musste, die das `übliche Maß` überschreiten wüden“.

Die „WdP-aktuell“ - Leute versuchten auch negative Gegensätze zwischen der Parteigründung der alten KPD von 1918/19 und der Parteigründung 1968/69 aufzubauen, um daran die „schematische und schablonenhafte Handhabung des Marxismus-Leninismus“ nachzuweisen, weil die Partei aus „verschwindend wenig erfahrenen Kadern“ bestünde, die „nur geringe Verbindungen zu den Massen“ hätten. Dass es revolutionäre Arbeiter waren, die die KPD gründeten, scheint die kleinbürgerlichen Intellektuellen in der Möllergruppe nicht sonderlich zu interessieren; denn nur sie selber sind es, die keine Verbindung zu den Massen haben. Sie interessieren sich vielmehr fürs „Theoretisieren“. So geben sie als Antwort auf die Frage: „War es dennoch [!] richtig, die Partei an der Jahreswende 1968/69 zu gründen?“: Antwort: „Ja, unbedingt. Die marxistisch-leninistische Theorie ist die einzige Theorie, die das Proletariat zum Sieg führen kann.“ Ohne die Rolle der marxistisch-leninistischen Theorie abwerten zu wollen, legt dieses Zitat nahe, dass die Möllergruppe die Parteigründung einzig und allein unter dem Blickwinkel einer theoretischen Kommission unter der Leitung eines Intellektuelleklüngels beurteilen. Sie behandeln die Partei und das Proletariat als Objekt, um einzig und allein ihren kleinbürgerlichen theoretischen Führungsanspruch zu verwirklichen. [Kaum ins Koko gewählt kümmerten sie sich einen Dreck um die Reorganisierung der Partei, um die Trauerfeier für den verstorbenen Genossen Ernst Aust beispielsweise. Organisatorische Aufgaben überließen sie den proletarischen Genossen. Sie aber verkrümelten sich in ihre Führer-Studierstuben, um ihren „Rechenschaftsbericht“ auszubrüten, mit dem sie die Partei auf ihren kleinbürgerlich-intellektualistischen, spalterischen Kurs zwingen wollten – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments].

So haben es damals die „linken“ Liquidatoren [damals = nach der Parteigründung bis Anfang der 70er Jahre, siehe Roter Morgen Artikel von Ernst Aust „Schluss mit dem intellektuellen Geschwätz!“ – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments] mit ihrem Geschwätz von der „Hauptseite Theorie“ genauso vergeblich versucht. Und so versuchte auch die Möllergruppe den sogenannten „Stuttgarter Parteitag“ zu einem Diskutierclub über programmatische Fragen vorzubereiten. Ihnen passte es auch nicht, dass wir uns der Tradition der Partei, der Tradition der kommunistischen und Arbeiterbewegung verbunden fühlen und sie versuchten uns als „pseudoreligiösen Traditionsverein“ zu beschimpfen und die Partei in den Dreck zu ziehen. [In Stuttgart – der Hochburg der Möllerleute - war alles schon zur beabsichtigten Spaltung von Möller vorbereitet worden. Mit welchen verbrecherischen Machenschaften Möller uns zum sogenannten „Stuttgarter Parteitag“ zwang und mit welchen kriminellen Methoden dort gegen uns gearbeitet wurde, wie uns Parteigenossen dort damals zu Mute war und welche hasserfüllte, feindlich-zugespitzte Stimmung uns dort umgab – (schlimmer als das, was uns die Kochleute kurz zuvor boten!) das müssten wir eigentlich als diejenigen, die wir das als Teilnehmer selber miterleben mussten, mal aufschreiben, damit diese schmerzlichen und traurigen Erinnerungen daran nicht in Vergessenheit geraten – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments].

Die Möllergruppe versteigt sich zu der Behauptung, die KPD der 70er Jahre wäre zur KPD der 80er Jahre von „links“ nach rechts „getorkelt“. Nur unter konsequenter Anwendung der „marxistisch-leninistischen Theorie“ wäre dies zu verhindern gewesen. Die „WdP-aktuell“ - Leute gehen also davon aus, dass die Partei niemals die marxistisch-leninistische Theorie konsequent angewandt habe. Damit begeben sie sich, ob sie wollen oder nicht, auf das Gleis der „linken“ Liquidatoren von 1985, die genau die gleiche Linie propagierten – nur eben offener und konsequenter. Als die Möllergruppe sich voriges Jahr noch in unseren Reihen versteckt hielt, war uns bereits in diesem Zusammenhang aufgefallen, dass sie nach wie vor mit den „linken“ Liquidatoren Verbindung hielt.

Uns wird vorgeworfen, wir wollten die 70er Jahre noch einmal wiederholen. Genau das wollen wir nicht! Die Bedingungen haben sich heute verändert. Wir verteidigen aber, dass die Partei stets eine richtige Generallinie entwickelt hat, so auch in den 70er Jahren. Wir zitieren Lenin, der in folgender Weise an Marx erinnert:

„Derselbe Marx, der die revolutionäre Tradition so hoch schätzte und schonungslos jede renegatenhafte und philisterhafte Einstellung zu ihr geißelte, forderte zugleich von den Revolutionären die Fähigkeit zu denken, die Fähigkeit, die Bedingungen der Anwendbarkeit der alten Kampfmethoden zu analysieren und nicht einfach bekannte Losungen zu wiederholen“ (Lenin, Band 13, Seite 27).

Wir leugnen zwar nicht, dass es in den 70er Jahren sektiererische Fehler gegeben hat. Aber erstens waren wir es, die gegen die Vertreter dieser Politik gekämpft haben, zweitens kann man nicht von den 70er Jahren sprechen, denn auch in den 70er Jahren war die Hauptgefahr der Rechtsopportunismus, ohne damit die aufgetretenen sektiererischen Fehler beschönigen zu wollen, und drittens kann von einem „Rückfall“ gar nicht die Rede sein; denn die vorherrschende Linie der Partei der 70er Jahre war die marxistisch-leninistische und nicht eine sektiererische Linie.

Wenn die Möllergruppe unsere Partei in den 70er Jahren für sektiererisch hält und in den 80er Jahren für rechtsopportunistisch, dann ist doch ihr Gerede von der „Reorganisierung“ dem Wesen nach nichts anderes als eine Parteineugründung. Wie anders soll man diesen Opportunismus sonst verstehen, wenn sie die gesamte Geschichte der Partei verleugnen? Sie wollen nicht die korrekte marxistisch-leninistische Linie der KPD fortsetzen, sondern eine opportunistische Linie entwickeln, eine Linie der Versöhnung zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus, die sie als „marxistisch-leninistisch“ anpreisen. Die Möllergruppe hat sich von der Partei abgegrenzt. Das ist ihr Problem, nicht unser Problem – und Trotzkis Auffassung von Parteigeschichte war übrigens im Wesen nicht anders. In den Vordergrund seien „sektiererischer Geist und ideologischer Feteschismus“ gerückt. „Der Kampf um den Einfluss auf das politisch unreife Proletariat“ - das sei der Kern der Sache. Und nach dieser politischen Maxime scheinen sich Koch und Möller gemeinsam zu richten.

Die KPD war und ist eine marxistisch-leninistische Partei, auch wenn sie fast in den trotzkistischen Sumpf geraten wäre. Wir haben das rote Banner wieder erhoben! Die KPD wird ihre Krankheit überwinden und erstarken! Im Kampf gegen den modernen Revisionismus hat unsere Partei ihre revolutionären, marxistisch-leninistischen Grundlagen entwickelt. Unser Programm und Statut, an denen wir nach wie vor festhalten, sind im Wesentlichen korrekt. Wir sind und bleiben die deutsche Partei des revolutionären Umsturzes, die Partei der Diktatur des Proletariats, die Partei des vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands, die Partei, die für eine klassenlose, kommunistische Gesellschaft kämpft.

Unsere Genossen haben im Kampf gegen die Bourgeoisie ihr Blut vergossen, haben Berufsverbote und hohe Geldstrafen bekommen, wurden beschimpft, getreten und verprügelt, weil sie für die KPD kämpften. Die KPD war bei großen Aktionen und Demonstrationen für ihre Militanz und ihr diszipliniertes, sicheres Auftreten bekannt, bei den Demonstranten beliebt und bei der Polizei gehasst. Die KPD erteilte dem Klassengegner empfindliche Schläge. Es verging nicht ein Tag, an dem nicht die Partei dem Kapital die Maske vom Gesicht riss, die Bourgeoisie und ihre Agenturen in der Arbeiterbewegung anprangerte und die Arbeiterklasse und die anderen werktätigen Schichten des Volkes zum Klassenkampf gegen das kapitalistische Ausbeutersystem ermutigte. Die KPD war zwar noch zu klein, um an der Spitze der Massenbewegung zu stehen, aber in vielen Situationen hat sie positiven, revolutionären Einfluss auf die Arbeiterbewegung genommen. Die KPD hat in hunderten von Betrieben gearbeitet und hunderte von Betriebszeitungen herausgegeben. Das Zentralorgan „Roter Morgen“ war in der Arbeiterbewegung bekannt. Die KPD hat in ihrer Geschichte Millionen von Flugblättern vor deutschen Fabriken verteilt. Sie beteiligte sich an den Wahlen und griff über Fernsehen, Rundfunk und Presse den bürgerlichen Parlamentarismus als Herrschaftsform des Kapitals und als Betrug an der Arbeiterklasse und am Volk an.

Die KPD setzte sich als einzige deutsche Partei für die nationalen Interessen des deutschen Volkes ein und kämpfte viele Jahre ihres Bestehens in beiden Teilen Deutschlands gegen die arbeiterfeindlichen Regierungen in Ost – und Westdeutschland. Die KPD fasste die nationale Frage als Klassenkampffrage auf und entwickelte so einen marxistisch-leninistischen Standpunkt, den sie in die Praxis umsetzte, z.B. durch die Gründung der Sektion DDR.

Die KPD kümmerte sich um die Interessen der Arbeiterklasse, um kleinste Forderungen, die die Arbeitsbedingungen am Arbeitsplatz erleichterten. In den Gewerkschaften und in den Betrieben hatte die KPD Einfluss. Sie erhielt zum Teil bei den Betriebsratswahlen bessere Stimmenergebnisse als die reformistischen und revisionistischen Führer. Mit den Unvereinbarkeitsbeschlüssen sah sich die Gewerkschaftsführung schließlich gezwungen, jeden aus der Gewerkschaft auszuschließen, der der KPD angehörte oder die Ziele der KPD offen unterstützte.

Mutig ist die KPD stets gegen Militarismus, Reaktion und Faschismus vorgegangen.

Die KPD hat ihren Kampf auch unter der Jugend, unter den Studenten, unter den Bauern, Ausländern und in der Frauenfrage geführt.

Nicht zuletzt war unsere Partei in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung anerkannt und geachtet. Mit den Bruderparteien – voran die Partei der Arbeit Albaniens – pflegten wir herzliche, wertvolle Beziehungen. Die KPD lernte von den Bruderparteien, beherzigte die Prinzipien des proletarischen Internationalismus und wendete diese in der Praxis an. Sie trug durch ihren Kampf zum Befreiungskampf des Weltproletariats vom Joch des Weltimperialismus bei.

Die KPD hat in ihrer Geschichte auch zum Kampf um die Einheit der Marxisten-Leninisten in Westdeutschland beigetragen. Die Spaltung und Zersplitterung der marxistisch-leninistischen Kräfte macht es unserer Partei heute mehr denn je zur Pflicht, den Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten in einer marxistisch-leninistischen Partei mit ehrlichem Bestreben weiterzuführen.

Seit ihrer Gründung war unsere Prtei zahlreichen Beschimpfungen und Diffamierungen ausgesetzt bzw. wurde ihre Geschichte umgangen oder entstellt. Die Partei hat und wird sich hiervon nicht beeindrucken lassen und ihren Weg konsequent weitergehen. Wir kämpfen für die Fortsetzung und Verteidigung der Geschichte der KPD.



Der sogenannte

„Kampf gegen das Sektierertum“

- eine Taktik der Bourgeoisie, um die Verbindung des Marxismus-Leninismus mit der Arbeiterbewegung und damit die Revolutiob zu verhindern.



Lenin lehrt, dass jedes sich Entfernen von der sozialistischen Ideologie gleichzeitig eine Stärkung der bürgerlichen Ideologie bedeutet. Jedes Fernhalten der sozialistischen Ideologie von der Arbeiterbewegung dient der Bourgeoisie dazu, die ideologische Versklavung der Arbeiterklasse aufrechtzuerhalten; denn ohne revolutionäre Theorie gibt es auch keine revolutionäre Bewegung. Damit die revolutionäre Theorie also nicht die Massen ergreifen kann, um zur revolutionären Gewalt zu werden, versucht die Bourgeoisie, den Marxismus-Leninismus von den Massen zu isolieren und ihn als „realitätsfremd“, „sektiererisch“ und „feindlich“ hinzustellen, versucht die Bourgeoisie über die revolutionäre Agitation und Propaganda der kommunistischen Partei zu hetzen oder diese gegebenenfalls zu verbieten.

Besonders in einer nicht-revolutionären Situation, in der die bürgerliche Ideologie im Bewusstsein der Mehrheit der Arbeiterklasse noch stark vorherrscht und die marxistisch-leninistische Bewegung noch sehr jung und schwach ist, bzw. bei uns geschwächt wurde, sieht die Bourgeoisie darin einen geeigneten Zeitpunkt, den wissenschaftlichen Sozialismus als „nicht anwendbar“, als „sektiererisch“, als fremde „Indoktrination“, als „Propagandahetze“ abzustempeln, die das Bewusstsein der Arbeiter von außen „vernebeln“ und „vereinnahmen“ will. Und da der Marxismus-Leninismus unter den Arbeitern noch kaum verbreitet ist – bedingt durch die relative, subjektive Schwäche der marxistisch-leninistischen Bewegung – weiß die Bourgeoisie dies propagandistisch zu ihrem Vorteil auszunutzen, um das „Sektiererhafte“ und das „Unbedeutsame“ am Marxismus-Leninismus um so mehr zu betonen. Die Bourgeoisie weiß sehr wohl, dass die Weltanschauung des Marxismus-Leninismus solange ungefährlich bleibt wie es den Marxisten-Leninisten nicht gelingt, dem spontanen Kampf des Proletariats einen bewussten Charakter zu verleihen und den Marxismus-Leninismus in der Arbeiterbewegung zu verbreiten. Genosse Stalin lehrte:

„Man kann es als Regel betrachten, dass die Bolschewiki unbesiegbar bleiben, solange sie die Verbindung mit den breiten Massen des Volkes bewahren. Und umgekehrt, die Bolschewiki brauchen sich nur von den Massen zu lösen, die Verbindung mit ihnen zu verlieren, sich mit bürokratischem Rost zu bedecken, um jegliche Kraft einzubüßen und sich in ein Nichts zu verwandeln“ (Stalin, Geschichte der KPdSU [B] – Kurzer Lehrgang, Seite 450).

Damit die KPD jegliche Kraft einbüßt und sich in ein Nichts verwandelt, sind die Liquidatoren, d.h. jene Kräfte, die innerhalb der marxistisch-leninistischen Partei ihre Wühlarbeit betreiben, daran interessiert, die KPD zu desorientieren, zu desorganisieren und sie in der spontanen Bewegung aufzulösen. Heute sind sich die Liquidatoren aller Schattierungen in einem Punkt alle einig: Sie greifen die marxistisch-leninistische Linie als „sektiererisch“ an, ohne dabei darauf zu verzichten, ihre opportunistischen Abweichungen mit „marxistisch-leninistischem“ Etikett zu versehen. Es wird jetzt eines klarer: Zwischen der „Sektierertumtheorie“ der Bourgeoisie und der „Sektierertumtheorie“ der Liquidatoren sprich HD Koch und Möllergruppe, besteht ein Zusammenhang, mehr noch: Es ist ein und dasselbe, eine anti-marxistische, anti-leninistische „Theorie“ der Bourgeoisie.

Dass wir Marxisten-Leninisten als „Sektierer“ abgestempelt werden, haben wir nicht erst heute bemerkt. Die offene Reaktion, die Reformisten, die Revisionisten, Trotzkisten usw. benutzen diesen Stempel von Anfang an. Warum aber hat dieser Stempel unsere seit 17 Jahren bestehende marxistisch-leninistische Partei denn heute trotzdem so stark beeindruckt? Ganz einfach deswegen, weil die Partei in der Vergangenheit eine Reihe tatsächlicher sektiererischer Fehler gemacht hat, gegen die wir einen sehr umfangreichen und intensiven Kampf geführt haben, wobei aber die Gefahr des Rechtsopportunismus unterschätzt wurde. Man kann das an Hand alter Parteidokumente sehr schnell nachvollziehen. Der Trick der Opportunisten besteht heute nun darin, Verwirrung über unseren Kampf gegen das Sektierertum zu stiften und den prinzipiellen Unterschied zwischen erstens sektiererischen Fehlern innerhalb unserer marxistisch-leninistischen Generallinie und zweitens einer „links“opportunistischen, sektiererischen, d.h., anti-marxistischen, anti-leninistischen Linie ( die nie unsere Generallinie war und die man uns anzudichten versucht!), zu vertuschen. Das ist der ganze Kernpunkt der Sache. Nur so konnte sich der rechte Opportunismus in der KPD überhaupt entfalten. Nur so konnte sich eine rechte H.G. Koch-Partei und eine zentristische Möllergruppe aus der KPD abspalten. Unter dem Vorwand des Kampfes gegen das Sektierertum wurde in der KPD ein Kampf gegen die marxistisch-leninistische Linie geführt! Das ist die ganze Wahrheit der Spalterei! So wie vor 30 Jahren die Revisionisten der KPdSU die bolschewistische Linie Stalins als „Dogmatismus“ verurteilten und liquidierten, so versuchten heute die Opportunisten, die marxistisch-leninistische Linie der KPD als „Sektierertum“ zu verurteilen und zu liquidieren. Im Wesen gibt es da keinen Unterschied.

Eine kommunistische Partei, die keinerlei sektiererische Fehler macht, vor allem wenn sie noch sehr jung und unerfahren ist, gibt es nicht. Nur Trotzkisten behaupten, dass es in einer kommunistischen Partei keine Fehler gibt. Wer kämpft, macht auch Fehler! Die Opportunisten vertuschen sie oder erheben Fehler zum Prinzip; die Marxisten-Leninisten aber geben ihre Fehler zu und kämpfen für ihre Überwindung. Das haben wir getan und deswegen sind unsere sektiererischen Fehler nie zur Generallinie geworden. Genau dieses leugnet aber die Möllergruppe und deswegen nimmt sie den parteifeindlichen, trotzkistischen Standpunkt ein.

Da die falschen Auffassungen vom Kampf gegen das Sektierertum heute in den Vordergrund der Auseinandersetzung gerückt sind und im Verwirrspiel der Opportunisten einen nicht unwesentlichen Platz einnehmen, halten wir es für unsere Pflicht, unsere Position gegen das Sektierertum, die stets auf marxistisch-leninistischer Grundlage stand, zu verteidigen und nochmals zu verdeutlichen. Dies ist um so notwendiger, als die Möllergruppe in ihrem Theoretischen Organ „Weg der Partei“ Nr. 1/86 Zitate des Genossen Ernst Aust dazu missbraucht, uns des angeblichen Sektierertums zu „überführen“, uns also, die wir von Anfang an einen korrekten Kampf gegen sektiererische Fehler geführt haben, bereits zu einer Zeit, als die Möllerleute noch gar nicht Mitglieder der KPD waren.

Wenn wir heute die Auseinandersetzung um den Kampf gegen das Sektierertum wieder aufgreifen, tun wir dies im Bewusstsein, die Position des Genossen Ernst Aust zu verteidigen, weil er den entscheidenden Beitrag für die Entwicklung der marxistisch-leninistischen Linie der KPD gegen die Gefahr des Sektierertums entwickelte:

Im April 1985 vertrat er folgenden völlig richtigen Standpunkt:

„Noch haben wir eine Partei mit einem korrekten marxistisch-leninistischen Programm (was man sicher verbessern kann und muss), einem Statut, marxistisch-leninistischen Grundsätzen, auf deren Grundlage sich die Partei organisieren lässt. Nicht um, wie manche Genossinnen und Genossen befürchten, alte linkssektiererische Fehler zu wiederholen, sondern um der Partei eine klare marxistisch-leninistische Perspektive zu geben, die den Realitäten unseres Landes entspricht“ (Zitat aus einem Brief des Genossen Ernst Aust an das Politbüro der KPD, abgedruckt im partei-internen Organ „Der Kommunist“).

Wir sprechen diese Fragen auch im Bewusstsein an, diejenigen abzuschütteln, die unbedingt verhindern wollen, dass sich unsere Partei auf prinzipienfester Grundlage wieder erholt, festigt und ihre momentane Schwäche überwindet, und wir tun dies letztlich im Bewusstsein, diejenigen in unsere Reihen aufzunehmen, die durch das Verwirrspiel der Opportunisten zwar eine zeitlang geblendet aber nicht blind geworden sind. Wenn wir neue Menschen für die Partei gewinnen wollen, müssen wir ebenfalls einen klaren Standpunkt in allen Fragen der Auseinandersetzung vertreten und Überzeugungsarbeit leisten. Wir müssen verdeutlichen, dass es zwischen Sektierertum und „Sektierertum“ einen erheblichen Unterschied gibt, d.h. einen tiefen Graben zwischen bürgerlicher Ideologie auf der einen Seite und proletarischer Ideologie auf der anderen Seite. Dazwischen kann es nichts geben. Der Kampf um die proletarische Haltung gegen das Sektierertum ist also nicht irgendein akademischer Kampf über längst vergessene Zeiten der KPD, der für die Einheit der Marxisten-Leninisten heute kein Thema mehr sei, sondern ist der Scheideweg für die zukünftige Einheit der Marxisten-Leninisten und also entscheidend für die Frage: Wie solles weitergehen? Welche Schritte sind jetzt zu tun? Wie sind dabei Fehler der Vergangenheit zu vermeiden? Was sind Fehler und „Fehler“? Was ist Sektierertum und was nicht?

Das Sektierertum hat seine soziale Basis in den Schichten der radikalisierten Intelligenz und ist eine anti-marxistisch, anti-leninistische Strömung, die darauf abzielt, die Partei und die Revolutionäre, die Marxisten-Leninisten, von der Arbeiterbewegung, von den Massen, vom revolutionären Klasenkampf zu isolieren, um dann als kleine Sekte in der Bedeutungslosigkeit zu versinken, nach dem Motto: „klein aber fein!“.

Das Sektierertum reduziert die Partei auf ihre Vorhutrolle. Genosse Stalin sagte hingegen:

„Die Partei würde aufhören, Partei zu sein, wenn aus diesem Unterschied (gemeint ist der Unterschied zwischen der Partei als Vortrupp und der Partei als Trupp der Klasse – d. Verf.) ein Bruch würde, wenn sie sich abkapselte und von den parteilosen Massen losrisse. Die Partei kann die Klasse nicht führen, wenn es keine enge Verbindung zwischen Partei und parteilosen Massen gibt“ (Stalin, Grundlagen des Leninismus, Bd. 6, Seite 152).

Und Lenin führte aus:

„Eine kleine Schar von gleichgesinnten Revolutionären ist gut, aber sie allein erreichen nichts. Ohne die Mehrheit der Arbeiterklasse ist die Revolution unmöglich“.

Übrigens hält die Möllergruppe unser Ziel, eine Massenpartei werden zu können, für „illusorisch“ (siehe deren TO 1/86, Seite 38). Wir halten dies hingegen für eine Notwendigkeit, um das Ziel des Kommunismus zu erreichen. Das Sektierertum beinhaltet die These: Das Ziel ist alles, die Bewegung nichts! Das Sektierertum leugnet die Notwendigkeit, die ganze Bewegung im Klassenkampf zu führen.Im Mittelpunkt steht einzig und allein das Vorauseilen bzw. nur der Lärm über das Vorauseilen, ohne sich darum zu kümmern, das Bewusstsein der Arbeiterklasse tatsächlich zu heben und diese allmählich in den Klasenkämpfen auf die Revolution vorzubereiten.

Das Sektierertum leugnet also die dialektische Einheit von Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus und handelt nach der Maxime: Der Sozialismus ist alles, die Arbeiterbewegung ist nichts. Genosse Stalin sagte:

„Was ist wissenschaftlicher Sozialismus ohne Arbeiterbewegung? Ein Kompass, der, macht man von ihm keinen Gebrauch, nur verrosten kann, und dann müsste er über Bord geworfen werden“ (Stalin, Band 1, Seite 88). Und ferner:

„Somit ist der wissenschaftliche Sozialismus ohne die Arbeiterbewegung nichts als leeres Wort, das immer leicht in den Wind geredet werden kann“ (Stalin, Band 1, Seite 99).

Genosse Stalin charakterisiert gleichzeitig anschaulich die „linke“ Phraseologie und das pseudo-revolutionäre Gehabe, die für das Sektierertum typisch sind. Es wird nicht die Realität als Ausgangspunkt des revolutionären Denkens und Handelns genommen, sondern die eigenen Wunschvorstellungen. Eine revolutionäre Situation lässt sich aber nicht herbeireden. Sie ist abhängig von den Bedingungen der objektiven gesellschaftlichen Entwicklung. Die Verbreitung von Illusionen führt stets in die Resignation.

Nicht das Vorauseilen, das Propagieren unserer Wunschvorstellungen und Ziele ist sektiererisch, wie es uns die Möllerleute unterschieben wollen. Aufgrund unserer theoretischen Einsichten, die wir Kommunisten durch die Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die gesellschaftliche reale Situation stets neu gewinnen, eilen wir der Klasse voraus, „nehmen wir früher als sie den Keim des Zukünftigen wahr“, sagte Stalin (Band 1, Seite 101).

Schon Marx und Engels erklärten im Kommunistischen Manifest:

„Die Kommunisten sind also praktisch der entschiedenste, immer weiter treibende Teil der Arbeiterklasse aller Länder; sie haben theoretisch vor der übrigen Masse des Proletariats die Einsicht in die Bedingungen, den Gang und die allgemeinen Resultate der proletarischen Bewegung voraus.“

Das macht ja gerade die Bedeutung des wissenschaftlichen Sozialismus für die Arbeiterbewegung aus. In seinen Briefen 1891 – 1894 betonte Engels, dass die Ideen nicht vom Himmel fallen, sondern vom Leben hervorgebracht werden und die Bedeutung haben, die Menschen zu vereinigen, sie zu organisieren und den revolutionären Prozess voranzutreiben. Nicht die Rolle der bolschewistischen Partei als Vortrupp der Arbeiterklasse ist sektiererisch, wie es uns die Koch-GIM-KPD vorzuwerfen pflegt, sondern ihre Lostrennung von der Arbeiterbewegung.

Allen Ernstes behaupten die Möllerleute, wir würden uns auf die Propaganda des Sozialismus und der Revolution „beschränken“ - während man übrigens bei der Möllergruppe die Propagierung der Revolution und des Sozialismus mit der Lupe suchen muss! Wo bleiben denn da die Beweise? Die Möllergruppe stempelt uns als „sektiererische Parteifeinde“ ab, ohne den kleinsten Nachweis dafür zu erbringen.

Das Sektierertum lehnt die Anwendung der marxistisch-leninistischen Einheitsfrontpolitik ab. Wo haben wir diese abgelehnt? Wir haben sie stets angewandt, soweit dies auf Gund unserer Kräfte überhaupt möglich war.

Das Sektierertum lehnt es ab, in den reaktionären Massenorganisationen – wie im DGB – zu arbeiten und an den gewerkschaftlichen Aktionen teilzunehmen. Haben wir nicht das Gegenteil getan? Wir haben in unserem Kampf eine unversöhnliche Haltung gegenüber den Reformisten und Revisionisten eingenommen, während die Möllergruppe die These vom „Doppelcharakter des DGB“ aus der Mottenkiste der Revisionisten hervorgeholt hat.

Das Sektierertum lehnt den Kampf für die Tagesforderungen und Reformen im Kapitalismus ab. Wo haben wir diese Position jemals vertreten? Die Möllergruppe aber versäumte es bis auf den heutigen Tag, den Kampf für die Reformen revolutionär zu führen, das heißt, die Notwendigkeit der politischen Herrschaft des Proletariats und der Kommunistischen Partei damit zu verknüpfen.

Das Sektierertum erklärt Prinzipienfestigkeit zum Dogma und nicht als Anleitung zum Handeln. Es beschränkt sich auf das einfache Wiederholen von Formeln und Losungen oder an das Festklammern an alten Leitsätzen des Marxismus. Damit hält das Sektierertum die Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus auf und folglich auch die revolutionäre Bewegung des Proletariats. Die Koch – GIM/KPD und die Möllergruppe stehen sich in nichts nach, den prinzipiellen Unterschied zwischen gültigen alten marxistischen Leitsätzen und überholten alten marxistischen Leitsätzen zu verkleistern. Warum? Mit der These: „Trennen von überholten Prinzipien“, rechtfertigen sie ihren Opportunismus und leugnen die Verteidigung und das Festhalten an Prinzipien, die in der Vergangenheit gültig waren und heute nichts an Bedeutung und Aktualität eingebüßt haben.

Das Sektierertum steht äußerlich im Gegensatz zum Revisionismus, spilet diesem jedoch in Wirklichkeit in die Hände. Es stellt daher eine besinders gefährliche Form der Abweichung vom Marxismus-Leninismus innerhalb der revolutionären Arbeiterbewegung dar.

Es gibt aber zwei Arten von Prinzipienfestigkeit gegenüber dem Revisionismus, eine bürgerliche und eine proletarische. In der Frage der 12 stalinschen Bolschewisierungsthesen zur KPD hat es eine Auseinandersetzung gegeben. Die GIM/KPD begann sie zunächst zu „diskutieren“ und dann als „verengend“ zu verwerfen. Wir halten sie seit Gründung der KPD/ML 1968/69 für einen wichtigen Bestandteil unserer Generallinie und nutzen sie auch im Kampf gegen das Sektierertum. So lautet die 6. These Stalins (Band 7, Seite 33):

Es ist notwendig, dass die Partei es in ihrer Arbeit versteht, die höchste Prinzipienfestigkeit (nicht zu verwechseln mit Sektierertum!) mit einem Maximum an Verbindlichkeit und Kontakt mit den Massen (nicht zu verwechseln mit Nachtrabpolitik!) zu verbinden, da es ohne diese Bedingung für die Partei unmöglich ist, nicht nur die Massen zu lehren, sondern auch von ihnen zu lernen, nicht nur die Massen zu führen und sie auf das Niveau der Partei emporzuheben, sondern auch auf die Stumme der Massen zu lauschen und ihre brennendsten Nöte zu erkennen.“ ( Genosse Ernst Aust hat gerade diese These sehr häufig zitiert und die Genossen der Partei stets darauf aufmerksam gemacht, um rechte Nachtrabpolitik und „linkes“ Sektierertum als Abweichung rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden – Anmerkung zur Erläuterung dieses Textes – der Verfasser).

Mit ihrer zentristischen Position schlägt die Möllergruppe die Warnung des Genossen Stalin insofern in den Wind, als sie Prinzipienfestigkeit und Sektierertum verwechselt, bzw. beides in einen Topf wirft. Genosse Stalin spricht nicht von irgendeiner Prinzipienfestigkeit. Er spricht vielmehr von höchster Prinzipienfestigkeit ! Warum hat Stalin auf diese Besonderheit so viel Wert gelegt? Das müsste der zentristischen Möllergruppe doch schon als höchstes „Sektierertum“ unter die Haut gehen, weil sie die Dialektik, die Stalin diesem Begriff beimaß, nicht verstehen. Genosse Stalin spricht von höchster Prinzipienfestigkeit, weil diese kein unveränderbares, starres „Ding an sich“ ist, sondern die Partei muss ihre Prinzipien ununterbrochen und stets zu höchster Festigkeit schmieden. Deswegen reicht es auch heute nicht aus, unsere Prinzipien, die unsere Partei bisher entwickelt hat, zu verteidigen, obwohl das bereits ein hartes Stück Arbeit war. Vielmehr müssen wir unsere Prinzipien in jeder Frage, die uns die Gesellschaft in ihrer Veränderung neu stellt, weiterentwickeln und festigen. Nur eine so verstandene Prinzipienfestigkeit garantiert uns, der Gefahr des Lockerns zu begegnen und nicht in Prinzipienlosigkeit abzurutschen, wie es in jüngster Vergangenheit in der KPD der Fall war.

Die Bolschewiki waren damals Vorbild, was Prinzipientreue anbelangt. Heute sind es die Albaner. Ihr Erfolg gibt ihnen recht! Wenn unsere Partei ebenfalls erfolgreich werden will, muss sie von den Bolschewiki und den Albanern Prinzipientreue lernen.

Besonders krass trat die „Sektierertum“-Kritik der Möllergruppe an unserer revolutionären Propaganda hervor. Sie ist mit der „Sektierertum“-Kritik der revisionistischen DKP völlig identisch. Die DKP schreibt in ihrem Artikel „Linke Phrasen-rechte Politik“ (Seite 7):

„Das Bewusstsein der großen Masse der Arbeiter und Angestellten unseres Landes ist gegenwärtig noch dadurch gekennzeichnet, dass sie der Politik der SPD-Führung folgen, dass sie sich nicht auf sozialistische oder auch nur bewusst anti-monopolistische Positionen beziehen. Wer unter diesen Bedingungen ... die sozialistische Revolution als unmittelbare Aufgabe verkündet, der macht keine revolutionäre Politik, sondern drischt scheinrevolutionäre Phrasen. Wer in dieser Situation den Arbeitern einreden will, dass bewaffneter Kampf und Bürgerkrieg der einzige mögliche Weg zum Sozialismus seien, der führt die Arbeiter nicht an den Sozialismus heran, sondern treibt sie in die Arme der Reaktion. Anders die DKP. Sie geht von den realen Bedingungen des Klassenkampfes aus.“

Wer die Zeitung der Möllergruppe „Weg der Partei – aktuell“ ( heute heißt sie in demagogischer Weise auch „Roter Morgen“) aufmerksam liest, wird diesen revisionistischen Standpunkt auf Schritt und Tritt wiederfinden können – daran kann auch der scheinradikale, vulgäre journalistische Stil nichts ändern. Auf den politischen Inhalt kommt es an. Die Möllergruppe will über uns vergeblich ein „ultralinkes“ schiefes Bild konstruieren und den Eindruck über uns erwecken, wir wollten die Arbeiterklasse unüberlegt und verantwortungslos, jetzt und sofort, unabgängig von den objektiben und subjektiven Voraussetzungen der revolutionären Situation aufrufen, zu den Waffen zu greifen. Sehen wir mal davon ab, dass wir einer revolutionären Situation heute auf Grund der immer mehr zugespitzten Klassenwidersprüche näherstehen als noch vor 15 Jahren und die Millionen von Arbeitslosen beispielsweise durchaus für Ideen empfänglich sind, ihre Lage auf revolutionäre Weise grundlegend zu verändern, so bleibt im Kapitalismus für die Kommunistische Partei eine politische Position stets Pflicht, nämlich wie Lenin auf dem II. Kongress der Komintern sagte:

„Selbst in einer nichtevolutionären Situation kann und muss man revolutionäre Propaganda betreiben. Das ist durch die ganze Geschichte der Bolschewiki bewiesen. Darin besteht eben der Unterschied zwischen den Sozialisten und den Kommunisten, dass die Sozialisten es ablehnen, wie wir es in jeder Situation tun, nämlich revolutionäre Arbeit zu leisten“ (Lenin: Band 31, S. 239).

Die Möllergruppe vertrat mit uns gemeinsam die Auffassung gegenüber der rechten Koch-GIM/KPD , dass die Arbeiteraristokratie nicht eine revolutionäre, sondern eine konterrevolutionäre Rolle spielt. Wir stimmen auch darin überein, dass man sich als Kommunist an die untersten, ausgebeutetsten Schichten des Proletariats wenden muss. Worin wir nicht übereinstimmen, ist die Frage, wie wir die Avantgarde des Proletariats schmieden müssen, um die Millionenmassen an die Revolution heranführen zu können. Die Möllergruppe vertritt den Standpunkt, sich möglichst auf das niedrigste Niveau zu begeben, und dadurch kommt auch ihr fürchterlicher journalistischer Stil heraus, der – genauso wie der Inhalt – nicht dem Anspruch eines Zentralorgans einer kommunistischen Partei entspricht. Unterm Strich erreicht der „Weg der Partei – aktuell“ nur das Niveau des Vulgär-Marxismus. Wir werden dies noch an Hand einiger Beispiele belegen. Im Grunde genommen hält die Möllergruppe die Massen für dumm, und sich selber für klug.

Man müsse ihrer Meinung nach zunächst ihren Widerspruch zum kapitalistischen System bewusst machen, bevor man sie über die Notwendigkeit der proletarischen Revolution aufklären kann. Mit dieser Stadientheorie gehen auch die Revisionisten vor; denn ihr Auftrag ist es, die Massen von der Revolution abzuhalten und sie an den Kapitalismus zu ketten. Wenn die Möllerleute meinen, wir würden mit der Propagierung der Revolution „Sektierertum“ betreiben, während sie selbst über die Revolutuion schweigen, dann machen sie sich, ob sie wollen oder nicht, zum Erfüllungsgehilfen der Revisionisten.

Wir Kommunisten waren seit je her der Meinung, dass wir uns zu allererst an die fortschrittlichsten Arbeiter richten. Das Zentralorgan der kommunistischen Partei hat die Aufgabe, sich auf das Niveau dieser fortgeschrittensten Arbeiter einzustellen. Es darf sein Niveau nicht künstlich senken, wie es die Möllergruppe tut, sondern muss es im Gegenteil ständig im Sinne des Kommunismus heben; es muss alle taktischen, politischen und theiretischen Fragen des internationalen Marxismus-Leninismus verarbeiten. Nir dann werden die Arbeiter die revolutionäre Sache in ihre Hände nehmen. Das hat nichts damit zu tun, dass man auf jeden Fall verständlich schreiben muss. Jedenfalls ist klar, dass das Zentralorgan heute keine Massenzeitunf sein kann. Auch dies ist nicht sektiererisch, sondern entspricht der gegenwärtigen Hauptaufgabe, die Avantgarde des Proletariats zu schmieden, ohne die an eine breite Mobilisierung der Massen nicht zu denken ist. Wir halten daran fest, was Lenin lehrte:

„Solange es sich darum handelt ( und insoweit es sich noch darum handelt) die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen, solange und insoweit tritt die Propaganda an die erste Stelle. Die Wiederholung der Wahrheiten des `reinen ` Kommunismus, richten nichts mehr aus, wenn es sich um den letzten und entscheidenden Kampf handelt.“ [ Indem die Kochleute damals die gegen das Sektierertum gerichtete Schrift des Genossen Ernst Aust „Propaganda – oder Kampfpartei“ als Einladung für die Vebreitung ihres rechten Opportunismus missbrauchten, verstießen sie nicht nur gegen den korekten Kampf gegen das Sektierertum, sondern nutzten diese auch zum Kampf gegen den Leninismus, gegen den Kommunismus überhaupt. Die MöllerKPD/Stuttgart tat übrigens das Gleiche, ebenso ihre Wurmfortsätze, die heute noch aktiv sind - Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokumentes]

Die Möllergruppe reduziert ihre Artikel auf die Interessen des Augenblicks und spekuliert dabei auf die Unentwickeltheit der Arbeiter. So werden die Verbindungen zwischen Arbeiterbewegung und Sozialismus, werden die politischen Bestrebungen der fortgeschrittensten Arbeiter und den spontanen Erscheinungen des Massenprotests künstlich zerrissen. Das ist außerordentlich schädlich; denn sich an die untersten Schichten des Proletariats zu wenden, darf nicht heißen, die Frage des Endziels, des Kommunismus, und den revolutionären politischen Kampf um die Macht unter den Teppich zu kehren, im Gegenteil, das heißt nämlich sonst nichts anderes, als die Revolution auf den Sankt-Nimmerleinstag zu verschieben.

Der Trick mit dem „Sektierertum“ ist einfach und bekannt: Man löst das Ziel vom Weg, den Inhalt von der Form, stellt die Frage der Form und des Stils ( zB. Unserer Flugblätter), die Frage des Anknüpfens an das Bewusstseins der Massen usw. in den Vordergrund und Mittelpunkt der kritik und erreicht so letztendlich im Ergebnis die Behinderung und den Verzicht auf die Propagierung des revolutionären, sozialistischen Ziels, das man „unter Genossen“ in Worten anerkennt, aber in der Praxis – unter den Massen – versteckt und verschweigt. So spielen die Möllerleute mit verdeckten Karten, während die GIM/KPD ganz offen den bürgerlichen Opportunismus propagiert. Beides kommt auf dasselbe heraus.

Die Avantgarde des Proletariats muss erst einmal ideologisch gewonnen werden. Und damit stehen wir noch ziemlich am Anfang. Sehen wir uns die Geschichte der KPdSU [B] an:

„Drei Perioden in der Entwicklung der Kommunistischen Partei Russlands:

a) die Periode der Formierung der Vorhut (d.g. der Partei) des Proletariats, die Periode des Zusammenschlusses der Parteikader (in dieser Periode ist die Partei schwach, verfügt über ein Programm und die allgemeinen Grundlagen der Taktik, ist aber als Partei der Massenaktionen schwach);

b) die Periode des revolutionären Massenkampfes unter Führung der Kommunistischen Partei. In dieser Periode verwandelt sich die Partei aus einer Organisation der Massenagitation in eine Organisation der Massenaktionen, die Periode der Vorbereitung wird von der Periode der revolutionären Aktionen abgelöst;

c) die Periode nach der Machtergreifung, nach der Verwandlung der Kommunistischen Partei in eine Regierungspartei“ (Stalin, Werke, Band 5: Über die politische Strategie und Taktik der russischen Kommunisten, Seite 74).

Diese grundlegende Einteilung des Parteiaufbaus wird von Stalin an einer anderen Stelle in Bezug auf die Unterschiede und die besonderen Aufgaben der einzelnen Etappen näher ausgeführt:

„Die erste Periode ist die Periode der Formierung, der Schaffung unserer Partei ... (Anfang 1900 bis Anfang 1905). In dieser Periode ist die Partei als treibende Kraft schwach. Ihre Schwäche ist nicht nur aus ihrer Jugend zu erklären, sondern auch aus der Jugend der Arbeiterbewegung im Ganzen und aus dem Fehlen bzw. Der schwachen Entwicklung der revolutionären Situation, der revolutionären Bewegung, was besonders für die Anfangsstadien dieser Periode gilt (...)

Die Strategie der Partei ist, da die Strategie das Vorhandensein von Reserven und die Möglichkeit des Manövrierens mit ihnen voraussetzt, notwendigerweise eng begrenzt, recht arm. Die Partei beschränkt sich darauf, den strategischen Plan der Bewegung zu umreißen, das heißt, den Weg festzulegen, den die Bewegung gehen muss. (...)

Die Taktik der Partei ist, da die Taktik der Ausnutzung aller und jeglicher Formen der Bewegung, der Organisationsformen des Proletariats, ihre Kombinierung, gegenseitige Ergänzung usw. Im Interesse der Gewinnung der Massen und der Sicherung des strategischen Erfolgs voraussetzt, nitwendigerweise ebenfalls eng begrenzt, entbehrt des Schwunges.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Sorge der Partei steht in dieser Periode die Partei selbst, ihre Existenz, ihre Erhaltung. Die Partei wird in dieser Zeit als eine gewisse, sich selbst genügende Kraft betrachtet. (...)

Die grundlegende Aufgabe des Kommunismus in Russland besteht in dieser Periode darin, die besten, aktivsten und der Sache des Proletariats ergebendsten Kräfte der Arbeiterklasse für die Partei zu werben, die Partei des Proletariats zu formieren und auf die Beine zu stellen. Genosse Lenin formuliert diese Aufgabe dahin, `die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen`.

Die zweite Periode ist die Periode der Gewinnung der breiten Arbeiter- und Bauernmassen für die Partei, für die Vorhut des Proletariats. (...) In dieser Periode ist die Partei bei weitem nicht mehr so schwach wie in der vorausgegangenen. (...) Jetzt kann sie nicht mehr bloß eine sich selbst genügende Kraft sein, denn für ihre Existenz und ihre Entwicklung bestehen bereits sichere Garantien, jetzt verwandelt sie sich aus einer sich selbst genügenden Kraft in ein Werkzeug der Gewinnung der Arbeiterklasse für den Sturz der Macht des Kapitals...

Der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Periode ist zweifellos groß. Sie haben aber auch Gemeinsames. (...) Zweitens ist die KPR sowohl in der ersten als auch in der zwiten Periode eine Partei des Umsturzes, eine Partei der Revolution innerhalb Russlands ...“ (Stalin: Die Partei vor und nach der Machtergreifung, Band 5, Seite 87 ff).

Warum dieses lange Zitat?

Weil es darum geht, das Sektierertum beim Parteiaufbau klar zu erkennen. Bei der Bestimmung der Etappen des Parteiaufbaus spielt die objektive Gesellschaftssituation eine nicht unwesentliche Rolle. Der Parteiaufbau der KPdSU [B] hat im Verlauf seiner Entwicklung mehrere revolutionäre Situationen in Russland erlebt. In Albanien entstand die PAA in einer revolutionären Situation. Bei uns hat es auch lange Zeit vor der Gründung der KPD/ML 1968/69 bis heute keine revolutionäre Situation gegeben. Das lässt erahnen, dass der Aufbau einer revolutionären Partei, die keine revolutionäre Situation miterlebt hat, wesentlich länger dauert und die Partei sich ein besonders hohes Maß an Durchhaltekraft und Stehvermögen aneignen muss. Unsere Partei war geprägt durch eine unversöhnliche marxistisch-leninistische Haltung, einen außergewöhnlichen hohen revolutionären Kampfgeist, durch Einsatzfreude und straffe Disziplin und Organisation. Die schwache Seite unserer Partei war Mangel an revolutionärer Geduld, Überschätzung der eigenen Kräfte und Unterschätzung der Dauer der Periode, die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus, für die Kommunistische Partei zu gewinnen. Das war und ist das Schlüsselproblem. Die meisten jungen Genossen hatten vor 10 bis 15 Jahren noch keine Vorstellung davon, wie schwierig, kompliziert und langwierig es sein kann, den Arbeiter in Deutschland von der Revolution zu überzeugen und wie lange es dauern kann, bis eine revolutionäre Situation heranreift. Die Krise des kapitalistischen Systems, die wachsende Arbeitslosigkeit und Armut, die drohende Kriegs- und Faschismusgefahr und der verschärfte Druck auf die Partei muss nicht gleichzeitig sofort eine revolutionäre Situation bedeuten. Das Heranreifen einer revolutionären Situation hängt von vielen weiteren Faktoren ab; das wissen wir von Lenin und darauf hat uns der Genosse Ernst Aust immer wieder hingewiesen.

Das Sektierertum kann beim Parteiaufbau in zwei grundlegenden Formen auftreten:

Die sektiererische Auslegung der Lehre Stalins:

„Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und der Sorge der Partei steht in der ersten Periode die Partei selbst, ihre Existenz, ihre Erhaltung.Die Partei wird in dieser Zeit als eine gewisse, sich selbst genügende Kraft betrachtet“.

Das kann nicht heißen, sich noch nicht mit dem Volk, mit der Arbeiterklasse zu verbinden. Das kann nicht heißen, sich nur auf die Propaganda der Partei, auf die Propagierung der Revolution und des Sozialismus zu beschränken, d.h., eine „reine“ Propagandapartei zu sein.

Jede Kommunistische Partei – ist sie nun klein oder groß – ist eine Partei der Aktion, eine Partei des Kampfes, die Partei der Arbeiterklasse, ihr Trupp und Vortrupp.

Das Referat des Genossen Ernst Aust „Propaganda- oder Kampfpartei? Kampf dem ultralinken Sektierertum!“ stellte gewissermaßen einen Schlussstrich dar unter die sektiererische Auffassung vom Parteiaufbau, die in der Partei zwar nie vorherrschend aber in großem Umfang vorhanden war. Dieses Referat gab der Partei einen großen Auftrieb, ihren Einfluss in der Arbeiterklasse und bei anderen werktätigen Schichten zu verbreiten.

Mit dem Referat begann gleichzeitig ein Kampf um seine richtige Anwendung. Es ist nicht einfach, das richtige Wort in die richtige Tat umzusetzen. Häufig meint man, das Richtige zu tun und muss sich dann eines Besseren belehren lassen. Das Referat richtete sich ja nicht gegen die Propaganda, sondern gegen die sektiererische Auffassung von Propaganda. Genosse Ernst Aust arbeitete heraus, dass die Partei sich nicht auf die Propaganda durch das Wort beschränken darf, sie muss sie vielmehr mit der Propaganda durch die Tat verbinden. Die meisten Menschen lassen sich eher durch Taten als durch Worte überzeugen. Nun können wir nicht die Revolution „machen“ und die Massen fragen, ob sie unsere Partei für „in Ordnung“ befinden und ihr beitreten. Wir können uns lediglich am Klassenkampf beteiligen, sodass unsere Kollegen Vertrauen zu den Genossen und zu der Partei, der diese angehören, gewinnen und Interesse an unseren politischen Zielen, am Kommunismus, an der Revolution zeigen. So lesen die Kollegen unsere Flugblätter und Zeitungen mit ganz anderen Augen, weil sie die Partei durch ihre Praxis kennen. Gerade dies waren die Vorstellungen des Genossen Ernst Aust, von denen er uns mit seinem Referat überzeugte.

Leider gab es Genossen, die dies nicht richtig verstanden. Sie zogen aus dem Referat des Genossen Ernst Aust die falsche Schlussfolgerung: Die Zeit der Propaganda ginge allmählich ihrem Ende entgegen und würde von der Periode des Massenkampfes und der Mobilisierung der Massen abgelöst werden müssen. An dieser Stelle ist das Studium des Artikels „Eine rückläufige Richtung in der russischen Sozialdemokratie“ von Lenin zu empfehlen (Lenin, Band 4, Seite 249 und besonders Seite 274-279).

Dies war die zweite Form des Sektierertums beim Parteiaufbau, nämlich eine neue Periode des Parteiaufbaus in Angriff zu nehmen, ihne die erste abgeschlossen zu haben. Hier kommt wieder der Fehler des Vorauseilens und Überspringens von noch nicht erfüllten und abgeschlossenen subjektiven und objektiven Voraussetzungen zum Tragen. Massenorganisationen als Transmissionsriemen aus dem Boden zu stampfen, ohne vorher die Avantgarde des Proletariats geschmiedet zu haben, das musste zum objektiven Scheitern des Massenorganisationskonzeptes führen, an dem die Mehrheit des 5. Parteitages noch starr festhielt.

Die Transmissionsriemen-Linie hat nicht im Entferntesten etwas mit Einheitsfronttaktik zu tun: Die Partei verlor ihre Genossen an ihre Massenorganisationen und die Massenorganisationen an die spontane Massenbewegung. Es gab nur noch entweder oder – zurück zur Partei oder Aufgehen in der spontanen Massenbewegung, d.h. den Schwenk nach rechts, den die Koch-GIM/KPD zum Prinzip erhob und zur Grundlage machte. Wir haben uns für den ersten Weg entschieden, und wir erkennen heute besser denn je, dass dieses der einzig richtige Weg ist.

Auf unserem 6. Parteitag in Bremen haben wir uns für eine Jugendorganisation ausgesprochen. „Ohne die Arbeiterjugend kann es für die Partei keine Zukunft geben“, heißt es in der 6. Parteitagsthese zum weiteren Aufbau der KPD. Hingegen ist der Aufbau der RGO und der Volksfront als Massenorganisationen der Partei in weite Ferne gerückt.

Die Möllergruppe will die Erfüllung der Aufgaben in der 1. Periode des leninschen und stalinschen Parteiaufbaus nicht begreifen. Sie hält dies nicht für die Weiterentwicklung der Partei auf korrekter Grundlage, sondern für ein „Zurücktorkeln“ ins „Sektierertum“. Auch hierin ist ihre zentristisch-trotzkistische Position wieder erkennbar und stellt sie wiederholt unter Beweis, dass sie den nicht vollständig vollzogenen Bruch mit der rechts-trotzkistischen GIM/KPD hinter „linken“ Phrasen verbirgt.

Möge die Möllergruppe damit beginnen, ihre Behauptungen und Beschimpfungen, wir seinen „schon immer sektiererische Parteifeinde“ gewesen, endlich unter Beweis stellen. Wir können ihnen schon jetzt mit ruhigem Gewissen versichern, dass es diese „Beweise“ nicht gibt und dass sie den Namen der KPD zu Unrecht trägt. In einer Zeit der Abrechnung mit den rechten Opportunisten eine neue KPD zu gründen, die im Kampf gegen das vermeintliche „Sektierertum“ gegründet wurde, davon soll die Möllergruppe mal jemanden überzeugen. So etwas bringen nur Trotzkisten zustande, deren Wesen es bekanntlich ist, von einem Extrem ins andere zu springen, Verwirrung zu stiften, Intrigen zu spinnen, zu heucheln und zu sabotieren, Fraktionen zu bilden und die Einheit der Partei zu spalten. Wer heute den Kampf der Marxisten-Leninisten gegen den rechten Opportunismus spaltet, macht sich zu deren Erfüllungsgehilfen, ob er will oder nicht. Der Kampf gegen den rechten Verrat an unserer Partei kann letztendlich nir siegreich geführt werden, wenn wir alle seine Erfüllungsgehilfen in unseren Reihen restlos enttarnen und aus der KPD entfernen ! Ohne den „linken“, d.h. getarnten Trotzkismus geschlagen zu haben, werden wir auch nicht den offenen Trotzkismus besiegen.



Der Kampf gegen den sogenannten

„Personenkult“

ist eine bürgerliche Taktik gegenüber dem Marxismus-Leninismus

Die Verbindung von Sektierertum und Personenkult wurde nicht erst vor 30 Jahren auf dem 20. Parteitag der sowjetischen Revisionisten hervorgekehrt. So geißelte bereits Lenin die bürgerliche Presse, die zum 25. Todestag von Karl Marx schrieb, Marx habe „geradezu eine `Kirche` seiner sektiererischen Anhänger geschaffen“ (zitiert bei Lenin Bd. 13, Seite 501).

Warum bedient die Bourgeoisie sich wieder der Waffe des sogenannten „Personenkultes“ ?

Weil sich mit dem Genossen Enver Hoxha an der Spitze nach Stalins Zeit in verschiedenen Teilen der Welt hervorragende marxistisch-leninistische Persönlichkeiten im Kampf herausgebildet haben. Diese werden in der Öffentlichkeit diffamiert und als „Herrscher“ und „Diktatoren“ verleumdet, um damit die kommunistische, marxistisch-leninistische Weltbewegung anzugreifen. Der sogenannte „Personenkult“ war stets eine Waffe des Klassengegners gegen den Kommunismus, und er ist es auch heute noch nach dem Motto: „Vernichtet die Führer, dann vernichtet ihr auch die Organisationen und die kommunistische Lehre“.

Die Vorwürfe des „Personenkultes“ kommen nicht nur aus dem offenen reaktionären oder reformistisch-revisionistischen Lager. Sie kamen auch aus unseren eigenen Reihen und führten nach dem Tode des Genossen Ernst Aust auch mit zur Spaltung der KPD. Die Möllergruppe warf der KPD die „Heiligenverehrung“, „pseudoreligiöse Traditionspflege“, „Verteidigung der Fehler [ ! ] Ernst Austs“ usw. vor.

Die Möllergruppe hatte nichts Besseres zu tun, als dem Genossen Ernst Aust nach seinem Tode „Fehler“ unterzuschieben, die dieser nie begangen hatte. Gleichzeitig strich die Möllergruppe seine Verdienste heuchlerisch heraus. Die KPD weist den Personenkult scharf zurück und sieht in der Verteidigung des Genossen Ernst Aust vor den Opportunisten eine große politische Verantwortung.

Diethard Möller nahm stets zum Genossen Ernst Aust eine kritische Haltung ein, die er hinter Loyalität deshalb verbarg, um die Marxisten-Leninisten leichter vor seinen Karren spannen zu können. Die Möllergruppe macht nicht die Politik des Genossen Ernst Aust, sondern versucht mit seiner Person Politik zu machen. Kann es etwas Verächtlicheres geben?

Die Haltung der Möllergruppe zum Genossen Enver Hoxha ist im Wesen nicht anders. Sie benutzt ihn genauso, um ihre „linke“ trotzkistisch-zentristische Linie zu bemänteln. Nach Auffassung der Möllergruppe müsste der Genosse Enver Hoxha mit der KPD „vom Sektierertum zum Rechtsopportunismus getorkelt“ sein; denn Enver Hoxha hat die KPD von Anfang an als Bruderpartei unterstützt. Die Haltung der Möllergruppe zur PAA ist in unseren Augen genauso unehrlich wie ihre Haltung zur KPD.

Wir wollen das Werk des Genossen Ernst Aust fortsetzen, weil er die besten Eigenschaften der Partei verkörperte. Mit Personenkult hat dies unserer Meinung nach nichts zu tun. So wenig wie die Verteidigung unserer Prinzipien sektiererisch ist, so wenig ist auch die Verteidigung des Genossen Ernst Aust Personenkult. Wir kämpfen gegen jeden, der den Genossen Ernst Aust vor seinen opportunistischen Karren zu spannen versucht. Den Zentristen geht es im Grunde genommen gar nicht um den Personenkult. Es geht ihnen darum, dass man die Prinzipien des Marxismus-Leninismus und diejenigen, die diese verteidigen, bekämpft. Mit dem Personenkult-Vorwurf wollen sie ihre verräterische Linie rechtfertigen. Ernst ist tot; sie können ihn nicht mehr aus der Partei ausschließen. Aber schon 4 Monate nach seinem Tod beschimpfen die Zentristen Ernst Austs Frau Waltraud Aust als Parteifeind. Und der Grund? Die Genossin Waltraud nahm den Genossen Ernst Aust vor den Opportunisten in Schutz. In ihrem „Rechenschaftsbericht“ [ es muss die Frage erlaubt sein: Rechenschaftsbericht von wem und wem gegenüber ? Rechenschaftsberichte werden normalerweise und gemäß dem Statut auf den demokratisch gewählten Parteitagen vom ZK, dem vom vorangegangenen Parteitag gewählten zentralen Leitungsorgan der Partei, gehalten. Es gab aber noch gar keinen Parteitag und kein ZK. Da nach dem Rauswurf des trotzkistisch-revisionistischen Koch-ZKs, das ja bekanntlich vom 5. Parteitag gewählt wurde, ein Koordinationskomitee gewählt wurde, um einen neuen Parteitag vorzubereiten, aus dessen Mitte ein neues ZK zu wählen wäre, um die Partei wieder funktionstüchtig zu machen, konnte es sich also höchstens um einen Tätigkeitsbericht des Koordinationskomitees handeln, in das auch Möller gewählt wurde – um mehr nicht. Darin hätten die aufgetauchten Meinungsverschiedenheiten und Differenzen innerhalb des Kokos offen dargelegt werden müssen, um die Parteimitglieder darüber zu informieren. Das hat Möller jedoch verhindert. Er hat seinen eigenen Tätigkeitsbericht verfasst – gegen den Willen von Mitgliedern des KoKo und ohne demokratische Absegnung vom Koordinationskomitee. Was soll das also für ein Tätigkeitsbericht des KoKos gewesen sein, wenn Möller sich von einem nicht unerheblichen Teil der demokratisch gewählten Mitglieder des Koordinationskomitees trennte und diese als Parteifeinde behandelte? Dieser „Rechenschaftsbericht“ war also nichts anderes als ein Putschmittel, das dem Marxismus-Leninismus, der Tradition der KPD des Genossen Ernst Aust, ihrem Selbstverständnis vom demokratischen Zentralismus widersprach und dagegen völlig verstieß. Dieser „Rechenschaftsbericht“ von Diethard Möller & Co verstieß also nicht nur gegen die Hamburger Konferenz der Marxisten-Leninisten in der KPD – an der auch der Genosse Ernst Aust teilgenommen hatte – und die das Koko gewählt hatte, sondern war ein Instrument der Spaltung der Partei, war ein Dokument der Selbstentlarvung einer neu entstandenen zentristisch-trotzkistischen Spaltergruppe unter der Führung von Diethard Möller. Es war also im Grunde genommen ein Dokument einer Gruppe, die sich von der Partei abgespaltete und die den Namen der Partei und ihres Zentralorgans usurpierte zu dem einzigen Zweck, um damit die Partei des Genossen Ernst Aust anzugreifen und zu bekämpfen, was sich dann ja auch im Laufe der Jahre immer deutlicher herausstellte – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokumentes] den sie in ihrem „Theoretischen Organ“ im April veröffentlichten, wenn dann auch der Tod des Genossen Ernst Aust mit keinem einzigen Wort erwähnt. Schlimmer noch: Es werden Zitate des Genossen Ernst Aust zu Angriffen gegen die Partei missbraucht.

Die zentristisch-trotzkistische Möllergruppe treibt ein doppeltes Spiel. Nach außen verteidigen sie angeblich Stalin und Enver Hoxha vor den Personenkultvorwürfen der Revisionisten und Trotzkisten. Aber in der eigenen Partei benehmen sie sich genauso schlimm wie die Revisionisten und Trotzkisten. Sie soalteten die Partei, indem sie uns als Anhänger des Personenkults und als Parteifeinde „entlarvten“. Eine bessere Schützenhilfe für die GIM/KPD hätte die Möllergruppe gar nicht geben können. Gerade Genosse Ernst Aust war es, der von der trotzkistisch-revisionistischen Führung der GIM/KPD angegriffen wurde und gerade wir waren es, die den Genossen Ernst Aust vor diesen Angriffen verteidigten. Das passte nicht in das Möllerkonzept; denn bereits zu Lebzeiten des Genossen Ernst Aust gibt es Parteidokumente, an Hand derer ihre [Diethard Möllers Gruppe – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments] ungerechtfertigten Kritiken am Genossen Ernst Aust nachzuvollziehen sind. Wie verhielt sich Diethard Möller als die Kieler „linken“ Liquidatoren den beiden Genossen Ernst und Waktraud Aust die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben versuchten, dass sich der Rechtsopportunismus in der KPD so stark verbreiten konnte. Er verhielt sich „diplomatisch“ zurückhaltend und „neutral“, weil er erstens zu feige war, offen zuzugeben, dass er genauso dachte und zwitens, weil er glaubte, die Genossen Ernst und Waltraud Aust noch als Aushängeschild missbrauchen zu können.

In ihrem „Rechenschaftsbericht“ behaupten sie, wir hätten nicht konsequent den Kampf gegen den Rechtsopportunismus geführt. Sie schließen da von sich auf andere. Es war gerade der Genosse Ernst Aust, der dagegen gekämpft hat. Die Möllergruppe aber behauptet das Gegenteil.

Enver Hoxha sagte zum Personenkult ganz richtig (Band I, Seite 512 – Ausgewählte Werke):

„Personenkult heißt, Einzelpersönlichkeiten übermäßig verherrlichen, ihnen übernatürliche Qualitäten und Eigenschaften zuschreiben, sie zu Menschen machen, die Wunder vollbringen und schließlich vor ihnen auf die Knie sinken.“

Wo und wann haben wir den Genossen Ernst Aust „übermäßog verherrlicht“ ?

Wo und wann haben wir dem Genossen Ernst Aust „übernatürliche Qualitäten und Eigenschaften“ zugeschrieben ?

Wo und wann haben wir den Genossen Ernst Aust zu einem „Menschen gemacht, der „Wunder vollbringt“ ?

Wo und wann sind wir vor Genossen Ernst Aust „auf die Knie gesunken“ ?

Wo sind die Beweise für unseren angeblichen „Personenkult“ ?

Wo sind die Beweise für unsere angebliche „Parteifeindlichkeit“ ?

Es gibt sie nicht.

Der Kampf der Möllergruppe gegen den sogenannten „Personenkult“ war ein Angriff zur Verhinderung der Einheit der Partei, einer Einheit im Geiste des Genossen Ernst Aust. Dies ist moralisch um so verwerflicher, als sie diesen Kampf sofort nach dem Tod des Genossen Ernst Aust eröffneten.

Die Möllerleute haben sich ganz einfach lächerlich gemacht und man kann sie schwerlich als Kommunisten ernst nehmen. Sie wenden den Marxismus-Leninismus in der Frage des Personenkults gerade so an, wie es ihnen in den Kram passt. Es ist klar, dass mit solchen Spaltern keine Einheit möglich ist. Für den interessierten Leser möchten wir abschließend auf zwei Publikationen hinweisen, die unsere Haltung zum Genossen Ernst Aust genauer verdeutlicht:

- Gedenkband zum Tod des Genossen Ernst Aust (erschienen im Herbst 1984 und bei uns für 15,-DM pro Exemplar zu beziehen: s. Impressum)

[Übrigens hat sich die Möllergruppe bereits zu KoKo – Zeiten geweigert, dieses Dokument des sogenannten „Personenkults“ zu verbreiten. Der Gendenkband wurde herausgegeben vom KoKo unmittelbar nach dem Tode des Genossen Ernst Aust – also vor der Spaltung durch die Möllergruppe. Als Vorwand für das Nichtverbreiten des Gendenkbandes zum Tod des Genossen Ernst Aust diente ihnen die Behauptung, der Genosse Wolfgang Eggers habe die Rolle Lin Biaos als Nachfolger Maos zum Vorbild genommen, um Anspruch auf die „Thronfolge“ des Genossen Ernst Aust zu erheben. Zur „Untermauerung“ ihrer „Lin Biao-Theorie“ verwiesen sie in dem Gedenkband auf das Kapitel „Über die Trauerfeier zum Abschied von Ernst Aust“ in dem es an einer Stelle heißt: „Der Trauerzug, der uns zur Kapelle führte, in der der Genosse Ernst aufgebahrt war, wurde von der Genossin Waltraud und vom engsten Freund und Mitkämpfer Ernst Aust`s, Wolfgang Eggers, angeführt.“ Daraus einen „Lin Biao“ abzuleiten und die Genossen gegen diesen „Lin Biao“ aufzuhetzen ist typisch für den Charakter der Möllergruppe, ist abwegig und unwürdig. Vordergründig diente dieses „Argument“ zwar dazu, den Genossen Wolfgang Eggers zu diffamieren und als „Parteifeind“ aus dem Weg zu räumen, aber im Grunde wollten sie damit vor allem den Genossen Ernst Aust treffen, denn: unseres Wissens hat die Möllergruppe bis auf den heutigen Tag kaum etwas vom Genossen Ernst Aust veröffentlicht – geschweige denn einen „eigenen“, „objektiven“ Gedenkband herausgegeben, was darüber Aufschluss gibt, wie die Möllergruppe tatsächlich über den Genossen Ernst Aust dachte und was sie von ihm hielt... ]

und

- Gegendarstellung zur Erklärung der Zentristen in deren „weg der Partei – aktuell“ Januar 1986, verabschiedet vom 6. Parteitag der KPD in Bremen am 25. und 26. Januar ( in diesem Theoretischen Organ nachzulesen) [diese Gegendarstellung wird ebenfalls wiederveröffentlicht – Anmerkung].





Revision des KPD – Programms

Angriffsziel der Opportunisten

Statt das revolutionäre Programm im Klassenkampf einzusetzen und die Arbeiter für unser Programm zu gewinnen, machte sich die trotzkistisch-revisionistische Führung der GIM/KPD daran, der Partei eine jahrelange „Programmdiskussion“ aufzuzwingen, um das marxistisch-leninistische Programm durch ein trotzkistisches Programm zu ersetzen und die Partei zu liquidieren. Mit dem 6. Parteitag der KPD vom 25. - 26. 1. 1986 in Bremen bestätigten wir die Gültigkeit des alten Programms.

Die Angriffe der trotzkistisch-revisionistischen Führer der GIM/KPD waren in der „Programmdebatte“ gerade erst zurückgeschlagen, da trugen die zentristisch-trotzkistischen Möllerleute mit ihrem „Programmentwurf“ im Eilverfahren einen neuen Angriff auf das alte Programm vor. Sie bestanden darauf, die Reorganisation der Partei unbedingt auf der Grundlage ihres neuen „Programmentwurfs“ durchzuführen und wollten den gescheiterten sogenannten „6. Parteitag in Stuttgart“ (Dez. 1985) dazu benutzen, der Partei ihre „Programmdebatte“ genauso aufzuzwingen, wie es kurz zuvor die trotzkistisch-revisionistische Führung der GIM/KPD getan hatte. Noch vor Rechenschaftslegung des Koordinationskomitees wollten sie die „Programmdebatte“ auf der Tagesordnung behandeln. Zugleich sehr ungewöhnlich wie bezeichnend ! Die Möllergruppe machte es sich zunutze, dass wir ein paar Verbesserungen am Programm planten. Genosse Ernst Aust arbeitete hierzu partei-intern Vorschläge aus. [Nur einige Tage vor seinem Tod lag dem Genossen Ernst Aust auch der Möller-“Programmentwurf“ vor. Wie sehr sich Ernst darüber aufgeregt hatte, dokumentierte er selbst – er verglich ihn mit dem Programm-Entwurf der revisionistischen KPD der 60er Jahre in einigen schwer leserlichen Notizen niedergeschrieben – die Schrift war Ausdruck für die schwere Krankheit des Genossen Ernst – trotzdem setzte er sich noch in seinen letzten Tagen mit Möller kritisch auseinander - Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments].

Die Zentristen nahmen hierauf keine Rücksicht; sie krempelten das gesamte alte Programm [ ... das übrigens kein anderer geschrieben hat, als der Genosse Ernst Aust selbst, der Gründer und Vorsitzender der KPD/ML !! Schon zu Ernst `s Lebzeiten hatte Möller es also versucht, das Programm von Ernst Aust zu begraben - Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments] und brachten Revisionen in vielen wichtigen Fragen: Sie liquidierten die nationale Frage, machten Abstriche vom Kampf gegen den Revisionismus und revidierten die Gewerkschaftsfrage durch Einführung des revisionistischen Begriffs vom „Doppelcharakter“ des DGB. Manche Teile des alten Programms wurden von ihnen restlos gestrichen. Die historischen Grundlagen und Traditionen der Partei wurden ebenfalss ersatzlos gestrichen. Sie warfen auch die Präambel über Bord. Die Frage der absoluten und relativen Verelendung fiel den Zentristen ebenso zum Opfer wie der Begriff der allgemeinen Krise des Kapitalismus. Die Möllergruppe änderte auch die programmatischen Grundlagen der Einheitsfrontpolitik. In der Frage der sogenannten „Abgrenzungsorgie“, ein Begriff, den die trotzkistisch revisionistische GIM/KPD-Führung prägte, um dem Opportunismus im Programm Tür und Tor zu öffnen, trotteten die Zentristen in ihrem eigenen Programmentwurf hinterher. Wir können hier nicht alle Punkte ansprechen. Das Gesagte reicht jedoch aus, um beurteilen zu können, wie sich die Möllerleute vom alten Programm lossagten und noch immer lossagen, auch wenn neben den revisionistischen Programmpunkten noch einige marxistisch-leninistische Punkte enthalten sind. Auch in der Programmfrage kann und wird es also keine Einheit mit dem Zentrismus geben können.



Eine zentristische und opportunistische Haltung führt im Ergebnis zum Verzicht auf den

Kampf gegen den Revisionismus

Unsere Partei ist geprägt durch den Kampf gegen den Revisionismus, durch den Kampf gegen alle Verräter an der Revolution. Unsere Geschichte ist zu einer scharfen ideologischen Waffe geworden, die wir für die Zukunft zu nutzen verstehen. Die gesamte marxistisch-leninistische Weltbewegung mit der Partei der Arbeit Albaniens an der Spitze hat sich große Verdienste im Kampf gegen den Revisionismus erworben. Genosse Enver Hoxha sagte:

„Man muss selber Revisionist sein, um zu behaupten, dass die Revisionisten für den Kampf gegen den Imperialismus sind, und wenn man so denkt, dann ist man kein Marxist, sondern ein Revisionist. In Wirklichkeit verbindet die Marxisten-Leninisten nichts mit den Revisionisten, alles trennt sie von ihnen.“

Auf der Tagesordnung steht heute nach Ansicht unserer Partei nicht die Einheit mit den Revisionisten, sondern der endgültige Bruch mit ihnen. Diese klare Haltung hat die trotzkistisch-revisionistische Koch-GIM/KPD verraten. Indem sie sich mit den rechten Trotzkisten umarmt hat, schloss sie den Revisionismus mit ein; denn die Trotzkisten arbeiten bekanntlich den Revisionisten in die Hände, und die Revisionisten haben nicht aufgehört, als Spalter der marxistisch-leninistischen Bewegung zu wirken. Es darf deswegen kein Zweifel darüber bestehen, dass die DKP an der Krise unserer Partei nicht unbeteiligt war. Sie unterstützt alle möglichen Gruppen, rechte wie „linke“, wenn diese nur ihre Strömung unterstützen, gegen die Strömung der Rivalen auftreten und die Prinzipien des Marxismus-Leninismus bekämpfen. Genosse Agim Popa machte folgendes ganz deutlich:

„Grundsätzlich ist die Linie der marxistisch-leninistischen Partei die eines eindeutigen, vollständigen Trennungsstriches zu den Revisionisten auf allen Gebieten, die Linie des unbarmherzigen Kampfes gegen sie und nicht die Linie der Annäherung und Zusammenarbeit mit ihnen, denn diese schafft unter den Massen schädliche Illusionen über die Revisionisten, verhindert, dass sie sich vom Einfluss der Revisionisten freimachen und führt auf der anderen Seite zu zentristischen und opportunistischen Haltungen. Ihr Ergebnis ist der Verzicht auf den Kampf gegen den Revisionismus“ (Agim Popa: „Die marxistisch-leninistischen Parteien – die führenden Kräfte der heutigen revolutionären Bewegung“ - abgedruckt in dieser Ausgabe unseres Theoretischen Organs).

Die Möllergruppe nimmt ebenfalls einen zentristischen Standpunkt zum Revisionismus ein. Sie hat es geschafft, ein halbes Jahr lang einen Kampf gegen uns als „parteifeindliches Sektierertums“ zu führen, ohne in ihrem Zentralorgan „Weg der Partei – aktuell ( seit Mai 1986 umbenannt in „Roter Morgen“) ein einziges Sterbenswörtchen über den modernen Revisionismus zu verlieren ! Kaum das sie den Kampf gegen den modernen Revisionismus in Worten anerkennen, in Taten ist davon nicht viel zu sehen. Von ihren Abstrichen in ihrem neuen „Programmentwurf“ haben wir bereits berichtet, den sie im April 1986 veröffentlichten. In ihrer Einschätzung der internationalen Lage ist beispielsweise nirgends die Rede vom Revisionismus. Ist das Zufall oder Absicht?



Zwei Linien im

ökonomischen Kampf

Die Möllerleute reden und schreiben viel vom Klassenkampf. Sie legen einen ihrer Schwerpunkte insbesondere auf Fragen der Lebensinteressen der Arbeiter und beschäftigen sich z.B. mit Arbeitslosigkeit, §116, die 35-Stundenwoche usw. - soweit so gut – oder?

Wenn der Leser beispielsweise in der ersten Nummer ihres Zentralorgans den Leitartikel liest: „Die Arbeitslosigkeit bleibt“ (!!!) und der Leser in der zweiten Nummer höchst irritiert die Überschrift findet: „Die Arbweitslosigkeit steigt“, so ist dies zwar ein zum Schmunzeln anregendes Kuriosum, aber der Leser vergewissert sich noch einmal im Zeitungskopf , ob es sich tatsächlich um das Zentralorgan einer kommunistischen Partei handelt. Vergeblich sucht er den Weg, den die Kommunisten aus der Arbeitslosigkeit zu zeigen verpflichtet sind. Kurz: Die Möllergruppe trennt die besonderen von den allgemeinen Interessen der Arbeiterklasse. Sie verschweigen die allgemeinen Klasseninteressen, die in der sozialistischen Revolution und in der Errichtung des Sozialismus bestehen. Nun muss das nicht zwingend in jedem Artikel stehen, aber besonders der kritische Leser wird spätestens nach der 5. Ausgabe des Znetralorgans aufmerksam, wenn er hierüber nicht ein Sterbenswörtchen erfährt. Die Möllergruppe möge uns „sektiererischen Parteifeinden“ verzeihen, wenn wir hinter ihren Klassenkampfparolen nur platten Ökonomismus entdecken können.

Die Möllergruppe hält nichst davon, den Kampf um Reformen mit dem Kampf um die Revolution zu vereinigen, um letzterer zu dienen. Es ist doch geradezu lächerlich, von einer Nummer ihrer Zeitung zur anderen immer nur die Aufforderung an die Arbeiter zu wiederholen „als Klasse zu kämpfen“. Braucht die Arbeiterklasse die kommunistische Partei etwa nur dazu, von ihr die Losung zu hören: „Kämpft! Kämpft als Klasse!“ ?

Der Vollstreik wird zur „höchsten“ Form des politischen Kampfes erklärt. Wir fragen uns, inwiefern sich die Koch-GIM/KPD von der Möllergruppe überhaupt noch wesentlich unterscheidet? Sicherlich wird die Möllergruppe empört reagieren, weil wir „auf unfaire Weise“ so tun, als wüssten wir nicht, dass sie als Kommunisten die Notwendigkeit der Revolution „gar nicht bestreiten“. Wenn die Möllergruppe dies nicht bestreitet, warum propagiert sie dann aber in keiner ihrer „Weg der Partei-aktuell“ - Nummern die Revolution ? Offensichtlich hat sie sich doch etwas dabei gedacht? Das würde uns schon interessieren [ Bis auf den heutigen Tag haben die KPD/Stuttgart und ihre Wurmfortsätze gegen die RGO-Linie des Genossen Ernst Aust, gegen die in den Parteitagsbeschlüssen festgelegten Aufgaben und Zielen der RGO gekämpft, die wir von der KPD/ML verteidigen und fortsetzen – Anmerkung zur Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments].



Zwei Linien im

antifaschistischen Kampfes

Die zentristisch-trotzkistische Möllergruppe legte Ende 1985 eine „Resolution zum antifaschistischen Kampf“ vor. Gleich im ersten Satz schrieben sie, dass die faschistische Gefahr nicht unmittelbar drohe. Wir sehen darin eine Procokation gegen unsere Partei, die stets gegen die Verharmlosung der faschistischen Gefahr aufgetreten ist, weil das nur dazu dient, die Wachsamkeit der Arbeiterklasse und der KPD einzulullen und die Mobilisierung der antifaschistischen Kampfkraft desorganisiert. Der Faschismus stellt heute wie damals eine unmittelbare große und stetige Gefahr dar.

Das heißt jedoch nicht, dass der Faschismus unabwendbar ist. Der faschistische Machtantritt, die Errichtung der faschistischen Diktatur, kann verhindert, erfolgreich bekämpft und besiegt werden. Der Faschismus kann aber nur verhindert werden, wenn alle fortschrittlichen Kräfte unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei einen antifaschistischen und antikapitalistischen Einheitsfrontkampf führen.

In ihrem „Resolutionsentwurf“ leugnet die Möllergruppe die führende Rolle der Partei im antifaschistischen Kampf. Sie versteigt sich sogar zu der Behauptung, die SPD sei die antifaschistische Arbeiterpartei in der Weimarer Republik gewesen. Die einzige antifaschistische Arbeiterpartei war unsere Partei, die KPD, aber die wird in der Resolution verschwiegen. Verschwiegen im anderen Sinne wird auch die DKP. Genau wie der Verrat der sozialdemokratischen, reformistischen Führer in der Vergangenheit dem Machtantritt des Faschismus den Weg bereitete, wird dem Machtantritt des Faschismus heute wieder durch den Verrat der revisionistischen Führer der Weg bereitetet, die sich bemühen, die Arbeiterklasse und die werktätigen Massen von der revolutionären Aktion abzuhalten.

Auch ist in der „Resolution“ nichts vom Kampf gegen den Sozialfaschismus in der DDR zu finden. Dabei tragen die revisionistischen Länder mit ihren faschistischen Diktaturen mit dazu bei, dass sich heute der Faschismus wiederbelebt hat. Wir werden im antifaschistischen Kampf niemals siegen, wenn wir nicht gleichzeitig den Verrat der Revisionisten im antifaschistischen Kampf durchkreuzen.

Weiterhin begrenzt die Möllergruppe das Ziel des antifaschistischen Kampfes auf die Verteidigung der bürgerlichen Demokratie und des Parlamentarismus. Ist das etwa etwas anderes als eine revisionistische Linie? Die KPD führt den antifaschistischen Kampf nur auf revolutionäre Weise, das heißt, wir schmieden eine Einheitsfront, die das Ziel hat, das Ausbeuter- und Unterdrückersystem des deutschen Imperialismus zu zerschlagen und die Diktatur des Proletariats zu errichten.

In ihrem „Resolutionsentwurf“ fehlt der zutiefst internationalistische Charakter des antifaschistischen Kampfes. Die Aktionseinheit des Weltproletariats ist die stärkste Waffe gegen den gemeinsamen Feind, den Faschismus. Die Weltbourgeoisie ist in den letzten Jahren immer häufiger zu faschistischen Übergriffen übergegangen. Von der Weltreaktion geht heute eine höchst ernsthafte Gefahr aus. Es gibt letztendlich nur Barbarei oder Sozialismus.

Die wichtigsten Bestandteile des antifaschistischen Kampfes, die auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus beruhen, fehlen im „Resolutionsentwurf“ der Möllergruppe völlig. Der „Resolutionsentwurf“ ist durch und durch revisionistisch und zeugt davon, welche ideologischen und politischen Konfusionen in der Möllergruppe herrschen.



Zwei Linien im

Friedenskampf

Im Wesentlichen ist die Haltung der Möllergruppe zum Friedenskampf nicht anders als die zum antifaschistischen Kampf. Sie vertritt in ihrem Rechenschaftsbericht die These, dass der Ausbruch eines Weltkrieges nicht unmittelbar bevorstehe. Woher nehmen die Möllerleute diese Weisheit ?

Haben sie die von den Revisionisten, die an das Friedensgesäusel Gorbatschows glauben oder haben sie die Weisheit von den Amerikanern, bei denen der Weltfrieden durch Reagan „gesichert“ ist ?

Von wem auch immer, bedeutet diese These eine verhängnisvolle Unterschätzung der Kriegsgefahr. Sie steht auch völlig im Gegensatz zu den Ansichten der albanischen Genossen, die gerade in diesem und im letzten Jahr verstärkt auf die Kriegsgefahr hinweisen und das Weltproletariat auffordern, mit gemeinsamer Kraft den Krieg zu verhindern. So sprechen die Albaner beispilsweise vom „Balancieren an der Schwelle des Krieges“.

Die zentristisch-trotzkistische Haltung der Möllergruppe ist hier nur als Beispiel aufgezeigt worden. Es scheint zur Beweisführung ausreichend zu sein.





Die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD

Wir sind verpflichtet und bereit, jedem Genossen solidarische Unterstützung zu geben, der mit uns die Krise der Partei überwinden will und sich mit uns ehrlich auf den Marxismus-Leninismus und den proletarischen Internationalismus stützt.

Es gibt weder objektive noch subjektive Gründe, dass sich die Marxisten-Leninisten nicht in der KPD zusammenschließen. Wer ernsthaft die proletarische Revolution zum Sturz der Bourgeoisie und zur Errichtung der Diktatur des Proletariats will, wer das Ziel des Sozialismus und Kommunismus erstrben will, der kann dies nur in einer bolschewistischen Partei leninschen und stalinschen Typs tun.

Zweifellos stehen uns noch langwierige und harte Kämpfe bevor, aber wir sind marxistisch-leninistische Revolutionäre. Für uns lohnt es sich, unsere Kräfte für die Sache der Arbeiterklasse herzugeben. Groß sind die Schwierigkeiten, groß ist aber auch die Sache, für die wir kämpfen. Der Sieg gehört der Sache des Proletariats ! Die Zukunft der Menschheit ist der Kommunismus !

1. Juli 1986

Wolfgang Eggers

1. Sekretär des ZK der KPD


 

 

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