Zweiter

Offener Brief

an alle Genossen der KPD/ML

Herbst 2009



Die kapitalistische Krise der Globalisierung ist heute der Vorabend der sozialistischen Weltrevolution !

Der Kapitalismus hat die globalisierte Welt im Augenblick ihrer tiefsten Krise auf der Türschwelle der sozialistischen Weltrevolution bereits abgelegt.


Liebe Genossen,

Fast 25 Jahre sind seit diesem ersten Offenen Brief vergangen. Die Zeit ist reif für einen zweiten Offenen Brief.

Angesichts der durch die größte Krise in der Geschichte des Weltimperialismus verursachten dramatischen Verelendung des Weltproletariats stehen wir vor der konkreten Aufgabe, die sozialistische Weltrevolution vorzubereiten, um die Weltbourgeoisie zu stürzen und die Weltdiktatur des Proletariats zu errichten. Die Verelendung des Weltproletariat ist erst dann beseitigt, wenn der Weltkapitalismus beseitigt ist.

Wir werden den Weltkapitalismus zerschlagen, ihn beseitigen und den Weltsozialismus aufbauen.

Die Theorie und Praxis der heutigen Marxisten-Leninisten besteht in der Organisierung der weltproletarischen Revolution im Allgemeinen und in der Errichtung der Diktatur des Weltproletariats im Besonderen gemäß der Definition des heutigen Marxismus-Leninismus als Weltanschauung des Weltproletariats im Zeitalter der Globalisierung, als Theorie und Taktik der weltproletarischen Revolution im Allgemeinen und die Theorie und Taktik der Diktatur des Weltproletariats im Besonderen.


Ehrlich, Genossen.

Was soll denn so „anti-marxistisch“ an unserer weltbolschewistischen Formel sein ? Jeder weiß doch, dass heute die ganze Welt global produziert, sich global versorgt, global denkt und global handelt, also sich auch global revolutioniert und sich global befreit.

Warum sollen ausgerechnet wir Marxisten-Leninisten, wir INTERNATIONALISTEN uns weigern, global zu denken und zu handeln ?

Sind wir Internationalisten in Worten oder Internationalisten der Tat ? Bei uns Weltbolschewisten stimmen Wort und Tat global überein !

Seit Marx die Lehre des proletarischen Internationalismus entwickelt hatte, haben wir doch nichts anderes getan, als diesen Internationalismus zu verteidigen und weiter zu entwickeln – und zwar in solchen unterschiedlichen Formen, die der jeweiligen Klassenkampfsituation entsprachen.

Heute sind das globale Formen des Klassenkampfes, hat unser heutiger proletarischer Internationalismus also eine globalistische Form.

Marx und Engels haben uns gelehrt, als Kommunisten in erster Linie stets die Gesamtbewegung des Proletariats voran zu treiben. Tun wir etwas anderes, wenn wir heute die globale Bewegung des Proletariats voran treiben wollen ?

Die Vorherrschaft der globalen Produktionsweise des heutigen Lebens auf der Welt ist es doch schließlich, die im Entwicklungsprozess unseres weltrevolutionären Bewusstseins vorherrscht, unsere weltrevolutionäre Theorie bedingt.

Ist es etwa verkehrt, uns darauf zu stützen ?

Wer ist denn heute das revolutionäre Subjekt, das sich am mächtigsten zur Revolution erheben kann ?

Das sowjetische oder albanische Proletariat ? Sicherlich auch , doch wohl nicht allein.

Es muss doch einleuchten, dass heute das revolutionäre Subjekt keine Klasse eines Landes allein sein kann so wie früher. Das kann nur eine Klasse sein, die die globale Produktionsweise gemeistert hat und dadurch (und nur dadurch !) in der Lage ist, auch die globalen Produktionsverhältnisse umzuwälzen.

Welche Kraft eines einzelnen Landes, welche andere globale Kraft, sollte dazu sonst in der Lage sein ?

Dazu ist heute nur das Weltproletariat in der Lage, das durch seine globale Produktionsweise zu einer selbständigen globalen Klasse herangewachsen ist und ein selbständiges weltrevolutionäres Bewusstsein entwickelt.

Diese globale Klasse ist heute also zweifellos das eigentliche revolutionäre Subjekt geworden, das die Revolution anführen wird, aber nicht mehr wie früher das Proletariat irgendeines Landes.

Wenn man dies also anerkennt, warum soll dann nicht das Weltproletariat mit der globalen Weltrevolution beginnen ?

Wenn man dies akzeptiert, warum sollte es dann dem Weltproletariat nicht möglich sein, den Sieg über die Weltbourgeoisie zu erringen ?

Wenn man dies so und nicht anders begriffen hat, dann muss man doch auch den Mut aufbringen und die alte Formel von der Möglichkeit des Sozialismus „in einem“ Land verwerfen , denn damit kann man heute noch weniger eine Weltrevolution entfachen, als damals.

Ist es also nicht richtig, dass das Weltproletariat mit der Weltrevolution beginnt ? Ist diese Frage wirklich so abwegig?

Man sage uns doch bitte, wer denn sonst soll mit der Weltrevolution beginnen – das Proletariat in Grönland etwa ?

Doch wohl kaum. Das Proletariat in diesem oder in jenem Land ?

Das scheint doch heute wohl fragwürdig zu sein nach über 60 Jahren, als die zweite und letzte sozialistische Revolution in einem Land gesiegt hatte, also in Albanien nach Russland. Die Frage, welches Land die Weltrevolution heute oder morgen anführen wird, wie damals das russische Proletariat mit der Oktoberrevolution, stellt sich doch überhaupt nicht mehr, wenn es dafür bereits eine globale Klasse gibt, die aus der Globalisierung hervorgegangen ist und dies viel besser erledigen kann.

Genossen,

schließen wir uns unter dem Banner der alten ruhmreichen Komintern des Genossen Lenin und Stalin zusammen, in deren Programm es richtig heißt:

Der Imperialismus schlägt die ganze Welt in die Fesseln des Finanzkapitals, zwingt die Proletarier aller Länder, Völker und Rassen mit Hunger, Blut und Eisen unter sein Joch und steigert die Ausbeutung, Unterdrückung und Knechtung des Proletariats ins Maßlose. Damit stellt der Imperialismus dem Proletariat unmittelbar die Aufgabe, die Macht zu erobern, und nötigt die Arbeiter, sich aufs Engste zur einheitlichen internationalen Armee der Proletarier aller Länder zusammenzuschließen über alle Grenzpfähle, über alle Unterschiede von Nation, Kultur, Sprache, Rasse, Geschlecht und Beruf hinweg.

Die Diktatur des Finanzkapitals bricht zusammen und weicht der Diktatur des Proletariats.

So führt der Imperialismus den Prozess der Schaffung der materiellen Voraussetzungen des Sozialismus zu Ende und erzeugt zugleich damit das Heer seiner Totengräber, indem er das Proletariat vor die Notwendigkeit stellt, sich zu einer internationalen Kampfassoziation der Arbeiter zusammenzuschließen.“

Als Erfüllung des historischen Erfordernisses nach einer internationalen Organisation der revolutionären Proletarier, der Totengräber des kapitalistischen Systems, ist die Kommunistische Internationale die einzige internationale Macht, deren Programm die Diktatur des Proletariats und der Kommunismus ist, und die offen als Organisator der internationalen proletarischen Revolution auftritt“.


Genossen !

Jetzt muss man vom Vorhandensein objektiver Bedingungen für die WELTREVOLUTION im globalen System der imperialistischen Weltwirtschaft als eines einheitlichen Ganzen sprechen

Der Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab wird heute global entschieden – und zwar vom Weltproletariat selbst als eine international vereinigte Klasse.

Eben aus der Globalisierung der proletarischen Klasse ergibt sich die Globalisierung der Weltrevolution. Die Globalisierung der proletarischen Weltrevolution, das ist die entscheidende wissenschaftliche Grundlage der neuen Klassenverhältnisse unter den ökonomischen und politischen Bedingungen der Globalisierung.


Genossen,

stützen wir unsere weltrevolutionäre Politik auf einer globalen Politik der globalen Vorhutpartei einer globalen proletarischen Klasse und zwar auf eine Politik, die auf den Grundlagen des globalisierten Marxismus-Leninismus ausgefochten wird.



Genossen,

reinigen wir unsere weltrevolutionäre Bewegung vom neo-revisionistischen Unrat und stärken wir die globalisierte Ausbreitung der internationalen Arbeiterbewegung.

Unsere Aufgabe besteht darin, die große Losung des Marxismus-Leninismus umzusetzen – die Eroberung der globalen politischen Macht der Arbeiter, die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.

Schaffen wir mit unserer Einheit die Voraussetzungen zum Kampf des globalisierten Weltproletariats für den globalisierten Sozialismus, für die Schaffung eines weltsozialistischen Lagers, für die Diktatur des Weltproletariats.

Der Weltsozialismus schaut jetzt bereits durch alle Fenster des globalisierten Kapitalismus auf uns. Der Weltsozialismus zeichnet sich unmittelbar, in der Praxis, ab.

Für uns, Genossen, gibt es auf der ganzen Erde keine Gewalt, die uns, wenn wir uns nicht einschüchtern lassen und es verstehen, die Macht zu ergreifen, daran hindern könnte, die Macht bis zum Siege der sozialistischen Weltrevolution zu behaupten. Folgen wir dem Genossen Lenin auf dem Weg zur Weltrevolution:

Die bürgerliche Ordnung in der ganzen Welt macht eine ungeheure revolutionäre Krise durch. Wir müssen jetzt durch die Praxis der revolutionären Parteien ´beweisen` , dass sie genügend Bewusstheit, Organisiertheit, Verbindung mit den ausgebeuteten Massen, Entschlossenheit und Fähigkeit besitzen, um die Krise für eine erfolgreiche, für eine siegreiche Revolution auszunutzen“ (Lenin, Band 31, Seite 215).

Das Weltproletariat ist heute die einzige Kraft, die den Weltkapitalismus besiegen kann und damit das entscheidende weltrevolutionäre Subjekt. Es ist daher dazu bestimmt, mit der sozialistischen Weltrevolution zu beginnen und die unterdrückten und ausgebeuteten Klassen dieser Erde in die Weltschlachten zu führen, dieses globale Befreiungsinstrument zu beherrschen und zu meistern mit Hilfe seiner Weltpartei. Es muss hierfür alle seine Klassenabteilungen in den Ländern, die von ihren einzelnen Kommunistischen Parteien angeführt werden, mobilisieren und deren mobilisierte Kraft konzentrieren und zentralisieren, Wobei es die Aufgabe einer jeden Kommunistischen Partei ist, ein Höchstmaß an Unterstützung für die sozialistische Weltrevolution aus ihrer Abteilung herauszuholen, damit das Weltproletariat diese Kräfte mit denen aller anderen Abteilungen zu einem Höchstmaß an globaler Kraft bündeln und vereinigen kann, das ausreichen muss, um das Bollwerk des Weltimperialismus zu zerschlagen. Selbst, wenn die eine oder andere Abteilung dabei noch nicht sofort ihren Revolution im eigenen Land vollenden konnte, so besteht ihr halber Sieg bereits darin, dass sie dazu beigetragen hat, den globalen Sieg des Weltproletariats herbeizuführen. Die andere Hälfte des Sieges kommt dann vom Weltproletariat, das global gesiegt hat, und das nämlich nunmehr mit der ihm verliehenen globalen Macht zur Befreiung aller noch zurückgebliebenen Abteilungen beitragen wird und damit den Sieg des Proletariats auch in diesen Ländern erleichtert.


Das Weltproletariat stützt sich zur Verwirklichung dieses Zieles in seinem Kampf – globale Klasse gegen globale Klasse - auf seine proletarischen Abteilungen in jedem Land der Welt, so auch auf die Abteilung des gegen den deutschen Imperialismus kämpfenden Proletariats in Deutschland.

Das Proletariat in Deutschland verfügt über seine Vorhutpartei, die KPD/ML des Genossen Ernst Aust. Sie ist nie gefallen und sie wird niemals fallen.

Unsere Partei hat sich in Theorie und Praxis der Weltrevolution des Weltproletariats verschrieben, so wie es in unserem Programm des Genossen Ernst Aust verankert ist.

Wir haben Jahrzehnte lang für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland gekämpft. Heute führen wir unseren Kampf für ein sozialistisches Deutschland in einer sozialistischen Welt fort.

Genossen,

schließen wir uns enger zusammen im Geiste der 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus.

Schließen wir uns enger zusammen im Geiste des Gründers und Führers unserer Partei, im Geiste des Genossen Ernst Aust.



Es lebe die KPD/ML des Genossen Ernst Aust !

Es lebe die Diktatur des Proletariats in Deutschland !

Es lebe die sozialistische Weltrevolution !

Es lebe die Diktatur des Weltproletariats !

Es lebe der Weltkommunismus !



Wolfgang Eggers

Vorsitzender der KPD/ML

3. 10. 2009