Dokumente der Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust

 

 
 

 

Kommuniqué

und

14 Thesen zum weiteren Aufbau der KPD

beschlossen vom

6. Parteitag der KPD

am 26. 1. 1986 in Bremen

zur Beschlussfassung vorgelegt von Wolfgang Eggers und vom 6. Parteitag einstimmig verabschiedet



Liebe Genossinnen, liebe Genossen !

Der 6. Ordentliche Parteitag wurde mit dem 25./26. Januar 1986 erfolgreich abgeschlossen.

Wir haben ein neues Zentralkomitee und eine Zentrale Parteikontrollkommission gewählt. Mit diesen gewählten Gremien und mit den verabschiedeten Thesen zum weiteren Parteiaufbau hat der 6. Parteitag der KPD die marxistisch-leninistische Linie bestätigt und bekräftigt.

Liebe Genossinnen, liebe Genossen !

Das vergangene Jahr war überschattet durch den Tod des Genossen Ernst Aust. Es war eines der schwersten Jahre in der ganzen Geschichte unserer Partei und gleichzeitig geprägt durch zunehmende Konfrontation der Klassen auf internationaler und nationaler Ebene.

Die spannungsgeladene internationale Lage verschlimmerte sich durch besorgniserregende Ereignisse wie lokale Kriege, Rüstungswettlauf und aggressive imperialistische Wirtschaftspolitik.

Ohne Übertreibung steht in den kommenden Jahren die Frage: Stürzen die Mächte des Weltimperialismus die Menschen in eine Katastrophe oder gelingt es, dies zu verhindern? Barbarei oder Sozialismus?

Täglich erleben wur den in Fäulnis befindlichen Imperialismus, der sich in immer größere und gefährlichere Widersprüche und Krisen verwickelt. Dies führt unweigerlich dazu, dass sich die unterdrückten Klassen und Völker gegen die verschärfte Ausbeutung und Unterdrückung wehren, ein besseres Leben fordern, den Sturz der bürgerlichen Ordnung, die Beseitigung des Neo-Kolonialismus und des Imperialismus herbeiführen wollen. Dieses Ziel lässt sich nur mit der Revolution erreichen. Die wahren Revolutionäre, die marxistisch-leninistischen Parteien der Arbeiterklasse, rufen die Proletarier aller Länder und die Völker dieser Erde auf, sich für eine neue Welt, die sozialistische Welt zu erheben. Keine Macht der Welt kann die Revolution aufhalten.

Liebe Genossinnen und Genossen !

Mit diesem 6. Parteitag hat die KPD einen wichtigen Schritt getan, um einen Schlussstrich unter den rechten und „linken“ trotzkistischen Fraktionismus zu ziehen und die Partei wieder auf marxistisch-leninistischen Grundlagen zu reorganisieren. Die Anstrengungen der ausgeschlossenen trotzkistisch-revisionistischen Führer zielten darauf ab, die Parteimitglieder von ihren revolutionären Zielen und Aufgaben zu entfernen. Sie ließen nichts unversucht, um die Parteimitglieder zu betrügen, ideologische Konfusion und Spaltung zu säen, um Pessimismus und Resignation zu verbreiten, um Zweifel an der Revolution und am Sozialismus hervorzurufen. Dies wurde dadurch begünstigt, dass die Bourgeoisie derzeit in unserem Land einen starken Druck auf die Arbeiterklasse ausübt und sich die revolutionäre Bewegung nur sehr langsam entwickelt. Noch wird die Arbeiterklasse besonders durch die Gewerkschaftsführung und die sozialdemokratische und revisionistische Partei davon abgehalten, klar zu erkennen, dass sie das kapitalistische System zerschlagen und die sozialistische Gesellschaft errichten muss, um ihre Lage grundlegend zu verändern.

Unter den gegebenen Umständen, unter denen brutale Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, Entartung und gewalttätige Unterdrückung stattfindet, versucht die Bourgeoisie vermittels ihrer Agenturen unsere Partei von innen heraus zu desorganisieren, zu zersetzen, kampfunfähig zu machen und schließlich zu liquidieren. Dies haben wir verhindert!

Wir siegten, weil wir Zuversicht und Vertrauen in die revolutionären Kräfte des Proletariats haben und wissen, dass es keine Alternative geben kann, als die KPD auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus wieder aufzubauen, um die Arbeiterklasse aus der sozialen und nationalen Unterdrückung zu befreien.

Die uns zugefügten Schläge des Klassengegners werden uns lehren, uns ernsthafter als bisher mit dem Marxismus-Leninismus zu wappnen und größere, unablässige Wachsamkeit und Unduldsamkeit gegenüber revisionistischen und opportunistischen Einflüssen an den Tag zu legen. Wir müssen unsere Fehler ehrlich untersuchen und daraus lernen. Gleichzeitig müssen wir vor allem aus den positiven Erfahrungen schöpfen, die unsere Partei im jahrelangen Klassenkampf gewonnen hat und die uns die Bourgeoisie und ihre Agenturen in den letzten Jahren verstärkt auszureden und anzuzweifeln versuchte.

Dies gilt ganz besonders für die große Bedeutung unseres verstorbenen Gründers und ehemaligen Vorsitzenden Genossen Ernst Aust. Er ist in unserem Kampf ein großes Vorbild und gibt uns Kraft für den weiteren Parteiaufbau. Wir werden stets von ihm lernen und ihn in Ehren halten.

Die Bourgeoisie hat zu seinen Lebzeiten versucht, die Partei von unserem Genossen Ernst Aust zu trennen; sie wird es auch nach seinem Tode versuchen. Es ist für uns klar, dass wir dies zu verhindern wissen.

Seit der Gründung der Partei ist es unter großen Opfern und Verlusten den Parteimitgliedern stets gelungen, im prinzipienfesten, konsequenten ideologischen Kampf mit dem modernen Revisionismus und dem Opportunismus fertigzuwerden. Dabei wurde unsere Partei stets Schwankungen ausgesetzt – zugegeben -, aber das, was unsere Partei geprägt hat, ist, dass wir aus unseren Fehlern lernten und die Schwankungen immer wieder überwanden. Auch aus dem hinter uns liegenden schwersten Kampf sind wir siegreich hervorgegangen. Wir haben die Ehre der Partei verteidigt.

Es hat sich gezeigt, dass der Weg des offenen und kompromisslosen jahrelangen Kampfes zur Verteidigung der Grundprinzipien des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus der einzige Weg war, um die Partei aus der Zerfahrenheit, Zerrüttung und Krise wieder herauszuhelfen. Unsere Erfahrungen haben vollauf bestätigt, was Genosse Enver Hoxha sagte:

„Früher, als die Mao Tsetung Ideen ihren Einfluss auf zahlreiche Parteien ausübten, waren die Imperialisten und die Sozialimperialisten noch ruhiger, denn sie wussten, dass diese revisionistische Strömung ihre Wühlarbeit in der marxistisch-leninistischen Bewegung machte. Heute aber, da diese Strömung entlarvt worden ist, bemühen sich die Feinde durch die Verbreitung der verschiedenen pseudomarxistischen Theorien Konfusion zu säen, die Parteien durch Fraktionkämpfe zu spalten und zu schwächen sowie schwache und ungefestigte Elemente in verschiedenen Formen zu manipulieren und auf revisionistische Positionen zu drängen“ (Enver Hoxha, Bericht an den 8. Parteitag der PAA – Seite 311).

Wir können jetzt sagen, dass wir uns gegenüber diesen Taktiken der Bourgeoisie und der Revisionisten sowie der Trotzkisten an Hand unserer eigenen Erfahrungen besser wappnen werden müssen.

Die aufrechten Kommunisten hatten in unserer Partei in den letzten Jahren einen schweren Stand. Lange Zeit haben wir den revisionistisch-trotzkistischen Verrat und schleichenden Entartungsprozess nicht durchschaut, weil er sehr gut mit sozialistischen Phrasen getarnt war, sich richtige Erfahrungen aus der Parteigeschichte zu Nutze machte und vorgab, erfolgreichere neue Wege zu gehen. Im revolutionären Kampf hatte unsere Partei gelernt, sich von sektiererischen Erscheinungen und der von den Massen losgelösten Arbeit zu trennen. Das gab der Partei großen Aufschwung. In den letzten Jahren traten jedoch immer häufiger und massiver Erscheinungen des Liberalismus und bürgerlichen Legalismus auf, die in revolutionären Phrasen gehüllt waren. Erst als die ehemaligen revisionistisch-trotzkistischen Führer offen die Prinzipien und Grundpfeiler der Partei in Frage zu stellen und den Genossen Ernst Aust anzugreifen begannen, antworteten wir zunächst vereinzelt und dann organisiert und systematisch mit einem erbitterten Kampf zur Verteidigung der Partei und des Genossen Ernst Aust.

Dies wird durch viele Dokumente belegt, die für die Partei von bleibendem Wert sind.

Die parteitreuen Genossen wurden mit üblen Methoden angegriffen, unterdrückt, verleumdet und als „Sektierer“ und „Dogmatiker“ verhetzt. Die ehemaligen revisionistisch-trotzkistischen Führer versuchten, den demokratischen Zentralismus, das Statut und das Programm der Partei außer Kraft zu setzen und durch ein revisionistisch-trotzkistisches Programm und Statut zu ersetzen. Doch bevor ihnen das gelang, wurden sie von den Marxisten-Leninisten aus der Partei ausgeschlossen, und das Koordinationskomitee bereitete als gewähltes Gremium der Marxisten-Leninisten innerhalb der KPD den 6. Parteitag mit allen Genossen vor, die sich auf den Grundlagen des gültigen Programms und Statuts vereinigt hatten. Gleichzeitig setzten die revisionistisch-trotzkistischen Führer ihre Wühlarbeit fort. Sie leugneten die Notwendigkeit der bolschewistischen Partei und wandten sich immer offener von den Klassikern ab. Die historischen sozialistischen Errungenschaften der Sowjetunion Lenins und Stalins sowie des heute einzigen sozialistischen Landes – Albanien – verhöhnten sie mit üblen Beschimpfungen.

Immer offener paktierten sie mit der trotzkistischen „Gruppe Internationaler Marxisten“ (GIM = Sektion der 4. Internationale) und streben einer Vereinigung zu. Dabei missbrauchen sie zur Zeit noch den Namen „KPD“ und „Roter Morgen“.

Der 6. Parteitag stellte unter Beweis, dass sich die Hoffnungen der Bourgeoisie und die voreilige Freude der Liquidatoren nicht erfüllten.

Darüber sind wir sehr froh. Mit ihrer „Programm/Sozialismus-Diskussion“ wollten sie die revolutionäre Strategie und Taktik und den Weg der Diktatur des Proletariats verdunkeln und uns ihren revisionistischen Weg aufzwingen. Sie haben der Partei einen beträchtlichen Schaden zugefügt, aber ihr Versuch, uns in die Knie zu zwingen, ist misslungen.

Kurz vor dem 6. Parteitag versuchte eine neue linke trotzkistische Fraktion, die sich im Koordinationaskomitee herausgebildet hatte, die geschwächte Partei anzugreifen und durch einen Putschversuch in ihre Hände zu bekommen. Sie trat während des Kampfes gegen die rechte trotzkistische Linie nicht offen auf. Vielmehr versuchte sie ihre Position unter der gemeinsamen Flagge der Verteidigung des Marxismus-Leninismus, der Grundlagen der Partei und der führenden Rolle des Genossen Ernst Aust zu stärken.

Dabei begann sie Schritt für Schritt unsere Grundlagen (z.B. Programm) zu „überprüfen“, „auszulegen“, zu „überarbeiten“ und zu „verbessern“ und schließlich in wesentlichen Punkten zu revidieren, um so einen günstigen Boden für ihre opportunistische Linie zu gewinnen. Unter dem Deckmantel der Kritik und Selbstkritik an der Parteigeschichte stiftete die linke trotzkistische Fraktion Verwirrung über die marxistisch-leninistischen Grundlagen der Partei. Als sie Ende des Jahres 1985 eine ausreichende Mehrheit hinter sich gesammelt zu haben glaubte, startete sie den Versuch, sich der Führung der Partei zu bemächtigen. Mit der heuchlerischen Erklärung der „Hochschätzung“ des Genossen Ernst Aust wollte die „linke“ trotzkistische Fraktion ihre politische Abkehr vom Genossen Ernst Aust verbergen und die Partei des „Personenkultes“ beschuldigen. Gleichzeitig attackierten sie führende Genossen der Partei.

Die „linke“ trotzkistische Fraktion verfolgte die Absicht, die Partei an der revolutionären Agitation und Propaganda unter den Massen zu verhindern, die vorher - durch die revisionistisch-trotzkistische Fraktion bedingt – nur noch wenig Agitation und Propaganda leisten konnte. Unser Bemühen, uns auf den praktischen Klassenkampf auszurichten, kritisierten sie als „blinden Aktionismus“. Hinter dieser Kritik verbirgt sich jedoch nur das kleinbürgerliche, ultralinke Zurückweichen vor dem Klassenfeind.

Nach einem vergeblichen Versuch erwies es sich, dass die Partei nur durch eine vorherige Trennung von dieser „linken“ trotzkistischen Fraktion den 6. Parteitag erfolgreich durchführen konnte.

Die rechte und „linke“ trotzkistische Abweichung kann nicht losgelöst voneinander betrachtet werden. Dies ist eine wichtige Lehre vieler marxistisch-leninistischer Parteien. Der „linke“ und der rechte Trotzkismus sind Zwillingsbrüder, die heute überall auf der Welt gegen die marxistisch-leninistische Bewegung operieren. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass der eine seinen opportunistischen Standpunkt ganz offen vertritt, während der andere ihn verbirgt. Von der Form her befinden sie sich scheinbar im Gegensatz zueinander, aber im Wesen sind sie gleich. Beide werfen der Partei Sektierertum vor, um sie von der prinzipienfesten, marxistisch-leninistischen Haltung abzubringen. Der Sektierertumvorwurf ist ein alter revisionistischer Trick.

Der trotzkistische Einfluss in unserer Partei war für uns eine existenzbedrohende Gefahr. Mit dem 6. Parteitag haben wir einen richtigen Schritt getan, um diese Gefahr zu bannen und zukünftig auf der Hut zu sein. Der Trotzkismus verkörperte den schweren Druck der nichtproletarischen Elemente, von denen wir uns jetzt freigemacht haben. Die Partei hat sich von diesen Elementen getrennt. Der 6. Parteitag hat bewiesen – die bolschewistische Partei ist wieder einmal stärker als alle Liquidatoren!

Liebe Genossinnen, liebe Genossen !

Wir haben zwar trotz unserer schweren Krise am Klassenkampf praktisch teilgenommen, aber was den Parteiaufbau anbelangt, sind wir um Jahre zurückgeworfen worden. Wir werden die nächste Zeit damit beschäftigt sein, den gesamten Parteiapparat neu aufzubauen. Diese Tatsache ist sehr schmerzlich, zumal sich die Klassenwidersprüche stark zuspitzen und die Arbeiterklasse dringend eine marxistisch-leninistische Partei braucht.

Ohne jedoch die Vorhut des Proletariats zu gewinnen, können auch nicht die Millionenmassen für die siegreiche Revolution gewonnen werden.

Der 6. Parteitag hat aus dieser notwendigen Einsicht heraus Thesen zum weiteren Parteiaufbau beschlossen, die diesem Kommuniqué beigefügt sind. Diese Thesen gelten als künftige Basis für die Arbeit der Partei. Sie sind verbindlich umzusetzen.

All unsere Schwierigkeiten hindern uns nicht, zuversichtlich an die Aufgabe des Wiederaufbaus der Partei heranzugehen. Unsere Partei ist klein nach der Zahl der Mitglieder, doch sie hat schon viele Kämpfe durchgemacht und bestanden. Mit dem schmerzlichen Verlust des Genossen Ernst Aust ist uns bewusst, dass uns die Erfahrung für die politische Führung der Partei fehlt. Uns ist auch klar, dass unsere mangelhafte gründliche theoretische Schulung des Marxismus-Leninismus mit dazu beigetragen hat, dass sich pseudomarxistische Ideen in unsere Partei einschleichen konnten. Wir können aber auch feststellen – besonders im jetzt vergangenen Jahr - , dass wir uns ideologisch weiterentwickelt haben. Sicherlich wird uns das Erreichte Auftrieb für die nächsten Jahre geben.

Wir haben immer den Mut gehabt, die Reinheit des Marxismus-Leninismus zu verteidigen und dem Klassenfeind Schläge zu versetzen. Unser Kampf gegen den trotzkistischen Verrat war gerecht.

Die KPD ist und bleibt eine wahrhaft revolutionäre Partei und gibt auf keinen Fall ihre prinzipienfeste Haltung auf. Der Kampf gegen den modernen Revisionismus und besonders gegen den Sowjetrevisionismus, den Titorevisionismus, den Euro“kommunismus“, den chinesischen Revisionismus und Trotzkismus ist hart und langwierig.

Genosse Enver Hoxha lehrt uns:

„Es ist die Pflicht unserer Partei sowie aller wahren Kommunisten auf der Welt, mit Hingabe dafür zu kämpfen, unsere marxistisch-leninistische Theorie gegen alle Entstellungen durch die Bourgeoisie, die modernen Revisionisten und allen Opportunisten und Verrätern zu verteidigen, sie von all diesen Entstellungen zu säubern. Der Marxismus-Leninismus ist die siegreiche Ideologie. Wer ihn sich zu eigen macht, ihn verteidigt und entwickelt, der gehört der ruhmreichen Streitmacht der Revolution an, jener großen und unbesiegbaren Armee der wahren Kommunisten, die das Proletariat und alle Unterdrückten führt, um die Welt umzugestalten, um den Kapitalismus zu zerstören und um die neue Welt, die sozialistische Welt aufzubauen“ (Enver Hoxha, „Imperialismus und Revolution“ - Seite 533-534).

Liebe Genossinnen und Genossen!

Unsere Partei kann auf ein erfolgreiches Kampfjahr zurückblicken. Der 6. Parteitag dankt allen Genossinnen und Genossen für ihren unermüdlichen und aufopferungsvollen Einsatz im Kampf gegen den Trotzkismus in unserer Partei und für die Vorbereitungen zur Reorganisierung.

Diese Einsatzbereitschaft, für die Partei und für den Marxismus-Leninismus zu kämpfen, wird uns in die Lage versetzen, die großen vor uns liegenden Kampfaufgaben auf dem beschwerlichen Weg zu erfüllen.

Wir grüßen alle Freunde und Genossen der KPD !

Es lebe der Marxismus-Leninismus !

Es lebe der proletarische Internationalismus !

Vorwärts mit der KPD !

Vorwärts im Geiste Ernst Austs !



Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands

26. 1. 1986, Bremen







14 Thesen

zum weiteren Aufbau der KPD

Unter dem verschärften Druck der Bourgeoisie und dem heftigen Angriff ihrer Agenturen macht unsere Partei derzeit eine schwere Krise durch, die im Wesentlichen durch das Schwanken und Kapitulieren kleinbürgerlicher Elemente verursacht wurde.

Angesichts der jüngsten Erfahrungen und de nach wie vor bestehenden Bedrohung unserer Partei, beschließt der 6. Parteitag folgende Thesen als Schwerpunkte für die zukünftige Arbeit:

1.

Die KPD kämpft auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus. Sie bekennt sich zur Geschichte und Tradition der revolutionären Arbeiterbewegung, zu Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann. Sie ehrt das Andenken ihres besten Genossen, Ernst Aust, des Gründers und ehemaligen Vorsitzenden der KPD. Sie verteidigt dieses Erbe und erzieht in diesem Sinne ihre Mitglieder.



2.

Die KPD hält ihre politische Linie (Programm und Statut) in den wesentlichen und grundsätzlichen Fragen für korrekt. Sie muss lediglich auf Grund der sich verändernden Klassenkampfbedingungen in einzelnen Punkten aktualisiert werden. Jeder Angriff auf das Programm stellte sich bisher als Angriff auf die Partei heraus.



3.

Die KPD verteidigt ihre Existenz, indem sie unversöhnlich diejenigen bekämpft, die sie zu liquidieren und zu vernichten versuchen, die sie nicht mehr anerkennen und sich von ihr bewusst lossagen. Kommunisten stellen die Notwendigkeit der Partei niemals in Frage.



4.

Die KPD ist eine Arbeiterpartei, soll vorwiegend aus Arbeitern bestehen und muss von Arbeitern geführt werden. Nur so kann sie sich gegen das Vorherrschen kleinbürgerlicher Einflüsse wehren.



5.

Der ideologische Aufbau der KPD hat Vorrang. Er muss sich auf die wichtigsten historischen Partedokumente ausrichten, die als Ergebnis im Kampf um die richtige Linie auch heute von grundlegender Bedeutung sind. Er stützt sich auf die Lehre des dialektischen und historischen Materialismus, wie sie Marx, Engels, Lenin und Stalin schöpferisch entwickelt haben. Die systematische Schulung der Parteimitglieder ist unverzichtbar. Nicht nur in der Auseinandersetzung mit dem massiven „Sektierertum“- Vorwürfen gegen die Partei ist insbesondere das Studium des Referats des Genossen Ernst Aust : „Propaganda- oder Kampfpartei“ notwendig.



6.

Ohne die Arbeiterjugend kann es für die Partei keine Zukunft geben. Darum macht sich die KPD an die Aufgabe, wieder eine schlagkräftige Jugendorganisation aufzubauen.



7.

Immer muss die KPD theoretisch und praktisch ohren unversöhnlichen Kampf gegen Reformismus, Revisionismus und Opportunismus aller Schattierungen führen. Auch der Kampf gegen den gegenwärtigen Angriff auf die Partei muss sowohl gegen die rechte als auch gegen die „linke“ Erscheinung des Trotzkismus fortgesetzt werden. Das konsequente Festhalten an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus war in der gesamten Parteigeschichte weder sektiererisch noch massenfeindlich, sondern die Anwendung der oft mit ihrem Blut bezahlten Lehren der Arbeiterbewegung.



8.

Die KPD überwindet ihre Krise nur, wenn sie ihre Kräfte realistisch einschätzt, sich weder durch kopflose Geschäftigkeit, noch durch „revolutionäre“ Projektmacherei und „Pläneschmieden“ verzettelt, sondern sich auf die tägliche Kleinarbeit unter den Massen beharrlich konzentriert. - Die Partei ist illegal weiter aufzubauen, um sich und ihre Genossen vor dem Klassenfeind zu schützen.



9.

Die KPD muss neue Menschen vom revolutionären Ausweg und von den Zielen des Kommunismus überzeugen, sie um sich sammeln und in ihren Reihen vereinigen. Sie konzentriert sich auf das Proletariat und wird vorrangig Betriebszellen schaffen, mit dem Ziel, unseren Einfluss in den Betrieben zu stärken. Die Aktivität in der Arbeiterbewegung, im Betriebs-, Gewerkschafts- und Arbeitslosenbereich hat Vorrang. Nachrangig sind zur Zeit unsere Aktivitäten in der Friedens- und Antifa-Bewegung, da unsere Kräfte eng begrenzt sind.



10.

Die KPD braucht ein Zentralorgan als kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator. Die Schaffung des ZO ist so bald wie möglich in Angriff zu nehmen.



11.

Die KPD verknüpft ihre revolutionäre Agitation und Propaganda mit der Aktion, mit den Kämpfen der Massen gegen die Bourgeoisie und ihren Staat. Die KPD nimmt am Klassenkampf konkret und aktiv teil.



12.

Die KPD muss sich mit anderen, in der Arbeiterklasse vorhandenen Organisationen auseinandersetzen, Zusammenarbeiten und Aktionseinheiten auf revolutionärer Grundlage mit dem Ziel der Einheit anstreben – Volksfront und RGO werden vorläufig ohne besonderen Kräfteeinsatz und wenn, dann im Interesse des Parteiaufbaus, unterstützt.



13.

Die KPD unterstützt die Arbeiterklasse aller Länder und den Freiheitskampf der Völker gegen Imperialismus und Sozialimperialismus. Die KPD verteidigt Albanien als einziges sozialistisches Land auf der Welt.



14.

Die KPD baut den Kontakt zu den Bruderparteien wieder auf. Die Beziehungen beruhen auf den Prinzipien des Marxismus-Leninismus, des proletarischen Internationalismus, auf Gleichberechtigung und gegenseitige Achtung. Es ist notwendig, dass wir als internationalistische Kommunisten unter uns Erfahrungen austauschen, eng zusammenarbeiten und unter den Bedingungen unseres Landes eigenverantwortlich auf Grund des Marxismus-Leninismus handeln.



Diese Thesen sind im Grunde genommen nicht neu. Angesichts unserer gegenwärtigen schwierigen Lage sind sie aber von wegweisender und praktischer Bedeutung, um der Partei aus der Krise zu helfen und für die Parteimitglieder wieder Richtung und Einheit zu geben.

Verteidigt die Partei gegen die Angriffe des Klassenfeindes !

Verteidigt die revolutionäre Linie und kämpferische Tradition der KPD !

Verteidigt den Marxismus-Leninismus !

Vorwärts mit der KPD im Geiste Ernst Austs !


 

 

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