Nachträglicher

selbstkritischer Kommentar

zu unserem III. Parteitag



von Wolfgang Eggers

Vorsitzender der KPD/ML

( 20. 4. 2007 )





Welchen Weg schlug die Partei mit und nach ihrem III. Parteitag ein und welche Lehren müssen wir heute aus unseren Fehlern ziehen ?

Der III. Parteitag war meiner Meinung nach der beste Parteitag der KPD/ML. Wurde auf dem IV. Parteitag mit den Abweichungen der „linken“ Opportunisten abgerechnet, so rechnete der III. Parteitag mit den Abweichungen der Rechten ab. Der III. Parteitag demonstrierte den engsten Schulterschluss mit der Partei der Arbeit Albaniens und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Die Verabschiedung des Parteiprogramms durch den III. Parteitag gilt bis heute als der größte Meilenstein in der Geschichte der Partei. Man kann beim nochmaligem Studium des Rechenschaftsberichtes durchaus zu der Einschätzung kommen, dass der III. Parteitag von allen Parteitagen dem Marxismus-Leninismus am nächsten kam, dass der Charakter der Partei zu jenem Zeitpunkt dem Charakter einer bolschewistischen Partei am nächsten kam, dass die KPD/ML dem Charakter einer anti-revisionistischen Partei am nächsten kam, dass sie der revolutionären Kampfpartei für die nationale und soziale Befreiung der Arbeiterklasse in Deutschland am nächsten kam, dass sie als eine Abteilung der Vorhut des Weltproletariats am nächsten kam. Dieser Rechenschaftsbericht unseres Genossen Ernst Aust war nach meiner Ansicht auch sein bester Rechenschaftsbericht und ich bin sehr froh, dass er wieder veröffentlicht ist und damit den jungen Genossinnen und Genossen eine solide Waffe in ihrem Klassenkampf in die Hand gegeben ist, die zu gebrauchen, nun ganz allein von ihnen selbst abhängt. Die Zukunft der KPD/ML ist gesichert, wenn wir uns strikt an die Lehren des Genossen Ernst Aust halten, und diese treu verteidigen. Das gilt insbesondere für die in seinem Rechenschaftsbericht an den III. Parteitag gestellten Kampfaufgaben.

Natürlich ist es hinterher immer leicht gesagt, dass dabei auch noch diese oder jene Schwächen, diese oder jene Fehleinschätzungen der Lage der Arbeiterklasse und der Partei, bzw. des Verhältnisses gegenüber unseren Klassengegnern vorhanden waren, über die wir uns zum damaligen Zeitpunkt noch nicht bewusst waren. Und ich befasse mich hier nicht mit irgendwelchen Fehlern und Schwächen, sondern vor allem mit den ernsthaftesten Fehlern und Schwächen, solche, die sich durch die ganze Parteigeschichte hindurchziehen und deswegen dringend aufgearbeitet werden müssen. Es geht hier aber nicht um Schulmeisterei, sondern darum, alles zu tun, um jene alten Lücken schließen zu helfen, durch die die Revisionisten wieder in die Partei versuchen werden einzudringen . Es geht darum, die Partei vor möglichen neu einfließenden revisionistischen Strömungen von vornherein besser zu schützen. Für unsere Partei ist also jede selbstkritische Bewertung im Nachhinein hilfreich, wertvoll und unverzichtbar, denn das dient ja dazu, Fehler und Schwächen in Zukunft zu vermeiden und damit unsere Parteiarbeit zu verbessern. An Hand der selbstkritischen Analysen unserer Parteigeschichte müssen wir Aufklärungsarbeit betreiben. Wir müssen die fortschrittlichsten Arbeiter, die revolutionären Kräfte in Deutschland heute damit vertraut machen, denn gerade für sie sind die Lehren aus unserer Parteigeschichte von großem Wert. Nicht durch hysterische Anfälle von Intellektuellengruppen, sondern nur die Organisierung der Veröffentlichung der Parteidokumente in zäher, hartnäckiger Arbeit verschafft der Arbeiterklasse die nötige Sachlichkeit und Klarheit, um aus der Geschichte der KPD/ML zu lernen, und um die von ihr gestellten korrekten Kampfaufgaben in die revolutionäre Praxis umzusetzen. Das Aufeinander- Herumgehacke, Geschimpfe und das persönliche Hin- und – Her -Beschuldigen in Bezug auf die gemachten Fehler in der Parteigeschichte ist da völlig fehl am Platze, ist nur hinderlich und schädlich, hilft letztendlich niemandem – höchstens der Bourgeoisie. Die Meinungsverschiedenheiten müssen an Hand von Tatsachen und Parteidokumenten studiert werden können. Und es ist allein der Verdienst unserer Partei, bereits eine Menge Parteidokumente wiederveröffentlicht zu haben. Und wir werden keine Mühe scheuen, um weitere Dokumente wieder zu veröffentlichen, und um diesen fruchtbaren Prozess des Studiums der dokumentarischen Materialien voranzutreiben und nicht abbrechen zu lassen, damit sich jeder eine immer klarere und genauere Vorstellung von der wahren Bedeutung des ideologischen Kampfes der Partei aneignen kann, und um nicht etwa von einer „gemachten“ ominösen Sekundärliteratur abhängig zu sein, die von Leuten extra zu dem Zwecke geschrieben worden sind und geschrieben werden, um die jüngeren Kommunisten in die Irre zu führen, also von Leuten, die damals gar nicht dabei waren, aber von sich genug voreingenommen sind, den Schulmeister herauskehren zu dürfen. Mit „Hören-Sagen“ kann man schwerlich zu einer objektiven Bewertung der Parteigeschichte gelangen. Wir wollen die Wahrheit aufklären - der Klassengegner will die Wahrheit über unsere Partei verzerren, entstellen und verkleistern. Und die Bourgeoisie will nicht nur gegen unsere Parteigeschichte kämpfen, sondern sie muss dies tun, wenn ihr das eigene Leben lieb ist. Sie muss ihre eigenenKPD/ML`s“ aufbauen, um ihre „Geschichten“ gegen unsere Geschichte ins Feld führen zu können. Der permanente Kampf um die Partei ist ein permanenter Klassenkampf um ihre Geschichte, ist ein permanenter Kampf gegen die bürgerlichen „KPD/ML“`s, die sie gezwungen war und ist, gegen uns zu errichten. So muss sie nun wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und heutzutage gegen den Genossen Ernst Aust und seine Partei sogar auf dem formalen Boden der Lehren des Genossen Ernst Aust und seiner Partei kämpfen. Das war nicht immer so. Was bedeutet es, wenn die Bourgeoisie unsere Parteigeschichte, unseren Genossen Ernst Aust auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus bekämpfen muss ? Diese Anführungszeichen bedeuten nichts anderes, als dass die Revisionisten den größten Marxisten-Leninisten in der Geschichte der Bundesrepublik genauso missbrauchen müssen, wie sie Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha gegen uns, gegen die KPD/ML, gegen die Geschichte der marxistisch-leninistischen Bewegung in Deutschland und in der ganzen Welt, gezwungener Maßen benutzen müssen. Das war für die Bourgeoisie höchste Eisenbahn, denn die Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust (gegründet 1968/69) umfasst inzwischen den längsten Zeitabschnitt, wo die Kommunistische Partei (und zwar seit Marx und Engels, also seit genau 160 Jahren !!!) ununterbrochen auf dem prinzipienfesten Boden des Marxismus für die revolutionäre Befreiung der Arbeiterklasse, für die sozialistische Revolution, für den Kommunismus kämpft, und zwar ohne, dass es der Bourgeoisie auch nur in einem kurzen Augenblick gelungen ist, die Kommunistische Partei in ihrer fast 40 (!!!) jährigen Geschichte zum Schweigen zu bringen oder sie in eine bürgerliche Partei umzuwandeln. Die KPD/ML hat in Deutschland nunmehr die längste revolutionäre Geschichte der Kommunistischen Partei geschrieben. Die Bourgeoisie war fast 40 Jahre unfähig, den revolutionären Geist der KPD/ML des Genossen Ernst Aust , ob nun mit Zuckerbrot oder mit Peitsche zu brechen oder einzuseifen – und das trotz unvermindert fortgesetzter bombastischer anti-kommunistischer Hetze wie sie in Deutschland seit 160 Jahren charakteristisch ist. Daran erkennen wir die wahre Stärke des Kommunismus gegenüber dem Kapitalismus, der schließlich ja alle Mittel der Welt in Händen hält, um sein Ziel zu erreichen, nämlich dem „kommunistischen Spuk“ ein Ende zu machen. Es gilt immer noch die historische wie aktuelle Frage: „Wer – wen ?“. Und dass diese Machtfrage zwischen Kommunismus und Kapitalismus seit 160 Jahren nicht vom Tisch ist, - das allein ist schon ein historischer Erfolg des Kommunismus in Deutschland und in der ganzen Welt. Diesen Sieg über die Bourgeoisie kann sie uns nun nicht mehr wegnehmen – wir haben historische Tatsachen geschaffen, die keiner mehr leugnen kann. Die Bourgeoisie hat im Kampf gegen die Kommunistische Partei – allein dadurch, dass die herrschende Klasse in Deutschland gezwungen ist, unsere Existenz weiterhin zur Kenntnis nehmen zu müssen - eine empfindliche historische Niederlage erlitten und darauf können wir stolz sein, Genossinnen und Genossen ! Die KPD/ML lebt ! Und so lange die KPD/ML lebt, lebt auch der Kommunismus in Deutschland: „Ein 160 Jahre altes Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst des Kommunismus!“(frei nach dem ersten Satz des „Kommunistischen Manifestes“ von Marx und Engels, geschrieben im Jahre 1847).

Was die vorgetäuschte „Kritik und Selbstkritik“ von feindlichen Elementen in unserer Partei einerseits und der korrekten Kritik und Selbstkritik unserer Partei andererseits unterscheidet, ist, dass die feindlichen Elemente in unserer Partei mit dieser Methode bezwecken, Verwirrung zu stiften, um einerseits möglichst unsere Abweichungen als „marxistisch-leninistischen Kurs“ zu „verteidigen“ und andererseits und gleichzeitig unseren marxistisch-leninistischen Kurs als eine „abweichlerische Linie“ „nachzuweisen“. Mit anderen Worten: Die Agenturen der Bourgeoisie in unserer Partei unterstützen einerseits solche „Kritik und Selbstkritik“, die es der Partei erschweren, ihre Fehler zu erkennen und zu überwinden, die die Partei also vom Marxismus-Leninismus wegführt und sie bekämpfen andererseits solche Kritik und Selbstkritik, die den Kern der Mängel genauestens treffen, die der Partei den Weg zur Überwindung ihrer Mängel weisen und dadurch wieder ein Stück näher an die Positionen des Marxismus-Leninismus heranzukommen; kurz: die Bourgeoisie versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass sich die Position der Partei mit Hilfe ihrer Kritik und Selbstkritik stärkt, denn damit schwächt sie logischerweise die Position der Bourgeoisie . Ich hatte im Kommentar über den IV. Parteitag bereits darauf hingewiesen, dass die Frage der Kritik und Selbstkritik nur im schärfsten Klassenkampf zu lösen ist. Und das ist also bei dieser Kritik und Selbstkritik zum III. Parteitag prinzipiell nicht anders und kann es auch nicht anders sein, denn der Klassenfeind kann und wird sich nicht nehmen lassen und darf es auch nicht, auf meinen Kommentar „kritisch“ und „korrigierend“ zu antworten, natürlich vom formalen Boden der KPD/ML, vom formalen Boden des Marxismus-Leninismus aus – versteht sich. Das letzte Wort über die Einschätzung unserer Parteigeschichte, über die positiven und negativen Seiten der Parteientwicklung, wird damit also noch lange nicht gesprochen sein, wird die Parteientwicklung stets für Zündstoff in der Klassen-Auseinandersetzung zwischen der Partei und den Parteifeinden sorgen. Je bewegter die Parteigeschichte, desto notwendiger, tiefer und breiter ihr Studium. Dieser Kommentar soll hierzu Anstöße geben, soll es erneuten Versuchen erschweren, alte Spuren zu verwischen.

Kommen wir zur Sache.

Zunächst einige selbstkritische Bemerkungen

über unseren Kampf zur Überwindung des Einflusses der revisionistischen

Mao-Tse-tung-Ideen.

Ich hatte mit dem selbstkritischen Kommentar zum IV. Parteitag am 15. 3. 2007 nun einmal begonnen, um zu den Wurzeln des trotzkistischen Liquidatorentums des Koch-ZK vorzudringen. Aber wie das häufig so ist: Taucht man erst einmal in die Parteigeschichte ein, um einer bestimmten Fragestellung nachzugehen, dann tauchen dabei unvermeidlich neue Fragen auf, die noch weiter zurückliegen. Dann muss man weitergehen, kann man nicht ein Kapitel der Parteigeschichte zuklappen, denn aus jedem Parteikapitel geht ein neues Kapitel hervor. Mit der Analyse und Einschätzung jedes weiteren Parteitages nähert man sich einer Gesamtanalyse und einer -einschätzung der ganzen Parteigeschichte. Es kamen bei der Analyse des IV. Parteitags einige erhebliche Lücken zum Vorschein, durch die Koch & Co in die Partei eindringen konnten. Es war mir klar, dass ich nicht beim IV. Parteitag stehen bleiben konnte, sondern mich auch selbstkritisch mit dem III. Parteitag und dann mit allen anderen Parteitagen auseinanderzusetzen hätte, zumal nun auch der Rechenschaftsbericht von Ernst wieder veröffentlicht worden ist, den er auf dem III. Parteitag gehalten hatte. Es wäre falsch gewesen, alle Fehler und Schwächen der Partei ausschließlich auf Koch & Co zurückzuführen, um dann den Deckel über jegliche, weiterführende Selbstkritik zu schließen, denn es gab nun einmal zweifellos auch schon vor Koch und natürlich auch nach Koch Fehler und Schwächen der Partei, zu denen man nach wie vor offen-selbstkritisch eingestellt bleiben muss. Wenn ich mich auf den Kommentar zum Rechenschaftsbericht an den IV. Parteitag beschränkt hätte, wäre vielleicht der falsche Eindruck entstanden, dass vor und nach Koch alles besser gewesen sei, dass die Partei so zu sagen „nur“ aus ihren Fehlern gegenüber Koch & Co zu lernen brauche, und alles wäre wieder „im Lot“. Ich will mich nicht dazu verleiten lassen, das Prinzip der Kritik und Selbstkritik durch das Sündenbock-Prinzip zu ersetzen. Das könnte der Partei nicht nützen, da würde ihr nur schaden.

Man kann niemals einen endgültigen Schlussstrich unter seine Fehler und Schwächen ziehen und darf es auch nicht. Das letzte Wort hat stets die Arbeiterklasse, haben die Massen. Sie werden unsere eigenen Beurteilungen und Einschätzungen der von uns selbst gemachten Fehler und Schwächen eines Tages kritisch studieren und darüber im Gesamtinteresse der revolutionären Bewegung urteilen. Und wir werden sie hierzu nicht extra auffordern müssen. Es wird der Tag kommen, wo die Massen unsere Parteigeschichte auf den Prüfstein stellen werden. Das Prinzip von Kritik und Selbstkritik ist ein Klassenkampfprinzip und es findet permanent solange Anwendung wie der Klassenkampf notwendigerweise geführt werden muss – eben auch gegen die Mao-Tse-tung-Ideen. So wie wir zum 30 Jahre zurückliegenden III. Parteitag kritisch und selbstkritisch Stellung nehmen, wird auch vielleicht nach weiteren 30 Jahren über diesen Kommentar kritisch geurteilt werden müssen. Die Partei muss in ihrer ganzen Parteigeschichte, also auch für die Zukunft stets für Kritik und Selbstkritik offen bleiben. Die Partei darf sich dieses Instrument ihrer Weiterentwicklung nicht zumauern, darf es nicht einbetonieren. So was machen Revisionisten, weil sie nicht wollen, dass sich der Marxismus-Leninismus, die Klassenkämpfe des Proletariats, die revolutionäre Bewegung kritisch und selbstkritisch weiterentwickeln. Sie wollen vielmehr damit deren Rückentwicklung, deren Liquidierung erreichen. Das Wesen der revolutionären Bewegung, der revolutionären Partei, des Revolutionärs, besteht nicht zuletzt darin, dass sie sich selbst, dass sie dem Marxismus-Leninismus gegenüber kritisch und selbstkritisch gegenüberstehen, dass sie den Mut haben und die Ehrlichkeit besitzen, den Klassenkampf mit Hilfe von Kritik und Selbstkritik voranzutreiben.

Wir haben bei der Wiederveröffentlichung des Rechenschaftsberichtes unseres Genossen Ernst Aust bestimmte Textstellen in grüner Farbe hervorgehoben, und zwar alles, was darin im Zusammenhang mit China und Mao Tsetung gesagt wurde. Wir hätten genauso gut auch die Textstellen in roter Farbe hervorheben können, wo Ernst den Genossen Enver Hoxha zitiert hatte, wenn man denn damit zu „beweisen“ gewollt hätte, dass wir hauptsächlich „auf der Seite“ Enver Hoxha gestanden hätten und „nur geringfügig“ auf der Seite von Mao Tse-tung. Was die Mao- Tse-tung-Ideen anbelangt, so müssen wir selbstkritisch unsere Haltung zu ihnen vollständig korrigieren. Dazu gehört auch die Korrektur einer bestimmten gefährlichen Tendenz, den Einfluss der Mao Tse-tung-Ideen auf unsere Partei von Anfang an als „relativ geringfügig“ einzustufen - also ihn bewusst zu unterschätzen, d.h. zu verharmlosen. Das ist bei nicht wenigen Genossinnen und Genossen durchaus so gewesen. Wir wissen jedoch aus eigener Erfahrung, dass auch nur die kleinste Verharmlosung unserer Fehler uns jedesmal teuer zu stehen kommt. Es ist prinzipiell also nicht richtig so zu argumentieren, dass Ernst etwa 90 % Enver Hoxha- Zitate und nur 10 % Mao Tsetung-Zitate verwendet hätte, um unsere prinzipiellen Fehler bezüglich Mao Tse-tung zu „relativieren“. Man kann als Marxist-Leninist niemals den Einfluss des modernen Revisionismus so rechtfertigen, dass man zwar auf der „Nebenseite“ Mao gefolgt sei, aber in der „Hauptseite“ auf dem Boden des Marxismus-Leninismus gestanden habe. So eine „Selbstkritik“ kann nicht wirklich als Selbstkritik gelten, wenn man sich damit begnügt, „immerhin“ 90 % Selbstkritik geübt zu haben. Es kommt ja nicht allein auf die 90 % an. Was ist mit den restlichen 10 % ? Dürfen die unter den Tisch fallen ? Das sind stets 10%, in die der Revisionismus eindringen kann. Eben aus diesen 10 % ist einmal schließlich der moderne Revisionismus 100% an die Macht gekommen. Vergessen wir das nicht ! Nichts Anderes ist uns mit Koch passiert. Das ist die Lehre, die wir auch aus dem modernen Revisionismus der Mao-Tse-tung-Ideen ziehen müssen. Entweder man steht auf dem Boden des Marxismus-Leninismus oder man steht nicht auf dem Boden des Marxismus-Leninismus – ein Zwischending mit Prozentangaben gibt es nicht, kann es nicht geben für eine bolschewistische, d.h. prinzipienfeste Partei. Mit den Prinzipien des Marxismus-Leninismus darf man gegenüber den Mao-Tse-tung-Ideen keinen Schacher treiben. Es ist falsch so zu argumentieren, so als ob wir schließlich nie den „reinen“ oder „ausschließlich“ den Mao-Tse-tung-Ideen gefolgt seien, und uns ja „auch noch“ oder „vor allem“ von Marx, Engels, Lenin , Stalin und Enver Hoxha leiten ließen. Es wäre natürlich ebenfalls falsch so zu argumentieren, als ob wir uns nur der „marxistisch-leninistischen“ Zitate Mao Tse-tungs bedient hätten. So und nicht anders hat doch Mao Tse-tung selber argumentiert und sich des Marxismus-Leninismus bedient, um dahinter seinen Revisionismus zu verbergen. Erinnern wir uns an Maos Worte : „60 % guter Stalin - 40 % schlechter Stalin“. Stalin war 100 % Marxist-Leninist, ist Klassiker des Marxismus-Leninismus; Mao ist nie Marxist-Leninist gewesen und schon gar kein Klassiker des Marxismus-Leninismus. Also so eine über den Daumen gepeilte Formel „60 % guter Mao - 40 % schlechter Mao“ verfängt von vornherein sowieso nicht. Nun, Mao Tse-tung hatte als bürgerlicher Revolutionär durchaus Qualitäten und Fähigkeiten, hatte seine revolutionären Verdienste, von denen wir sehr wohl lernen können – keine Frage. Aber eins können wir nun mal nicht: Von einem Revisionisten können wir niemals den Marxismus-Leninismus und schon gar nicht seine Weiterentwicklung lernen, sondern nur aus dessen revisionistischen Verrat am Marxismus-Leninismus. Die Gefährlichkeit der Mao Tse-tung-Ideen bestand je gerade darin, dass sie vorgaben, sich in „gewissem Grade“ auf Stalin zu stützen, um den Eindruck zu erwecken, China würde Stalin gegen den Chruschtschow-Revisionismus „verteidigen“. Als Stalins „Fehler“ bezeichnete Mao Tse-tung in Wahrheit jene Lehren des Genossen Stalin, hinter denen Mao Tse-tung unmöglich seinen Revisionismus verbergen konnte ! Das unterschied die chinesischen Revisionisten von allen anderen Revisionisten, nämlich vorzugeben, Stalin als Klassiker des Marxismus-Leninismus „beizubehalten“. Insofern war Mao der Vorreiter für alle jene Revisionisten, die sich nach und nach, immer wieder und aufs Neue auf den formalen Boden der Lehren Stalins stellten und stellen, um von dieser Position aus den Marxismus-Leninismus (also auch Stalin) noch wirkungsvoller zu bekämpfen. Dieses Täuschungsmanöver mit Stalin diente speziell den chinesischen Revisionisten dazu , die Spuren ihres eigenen revisionistischen Weges durch „Anti-Revisionismus“ (=“Treue“ zu Stalin) zu verwischen. Mao Tse-tung half dem Weltimperialismus mit dem Verwischen seiner revisionistischen Spur dabei, die Marxisten-Leninisten, die sich nicht auf den Weg in den Sumpf des modernen Revisionismus eines Chruschtschows begeben wollten, doch noch - so zu sagen durch die Hintertür - auf den Weg des modernen Revisionismus zu führen nach dem Motto: „Wenn sich ein Marxist-Leninist schon nicht mit einer Verurteilung Stalins unter die Knute des modernen Revisionismus zwingen lässt, folgt er vielleicht dem modernen Revisionismus ganz freiwillig, wenn man ihn mit „seinem geliebten Stalin“ als Köder lockt. Revisionisten sind sich stets einig und helfen sich gegenseitig im Kampf gegen die Marxisten-Leninisten. Insofern leisteten die chinesischen Revisionisten, leistete Mao tse-tung auch dem sowjetischen Revisionismus im Besonderen und allen anderen Strömungen des modernen Revisionismus im Allgemeinen Schützenhilfe. Heute leisten die Versöhnler Schützenhilfe für den Weltimperialismus, indem sie unsere Differenzen zu Mao-Tse-tung als Meinungsverschiedenheiten „innerhalb“ der marxistisch-leninistischen Weltbewegung hinstellen, in dem sie sogar den Hoxhaismus als eine „linke“ Abweichung innerhalb der „marxistisch-leninistischen Weltbewegung“ hinstellen ( also in den Augen der Revisionisten sind wir Hoxhaisten jene, die den Willen zur „Einheit“ untergraben, die „eigenwillig“ sind, sich nicht „unterordnen“ können, „Spaltungen provozieren“, sich gegenüber „allen anderen“ wie „Streithähne“ benehmen, ihren „Betonkopf“ durchzusetzen versuchen, sich an ihrem „sektenhaften,alleinigen Führungsanspruch am Marxismus-Leninismus“ festklammern usw. usf.), indem sie die Widersprüche zwischen dem Hoxhaismus und dem Maoismus nicht als antagonistische Widersprüche zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus behandeln, sondern diese Widersprüche vermittels ihrer „Einheitsfrontpolitik“ zu „überwinden“ versuchen, was ja nichts anderes heißt, den Hoxhaismus gegenüber dem modernen Revisionismus zu entwaffnen, ihn aufs Gleis des modernen Revisionismus und in dessen Sumpf zu lenken ganz im Sinne des Weltimperialismus. Jedes Schlupfloch, das wir diesen Versöhnlern gegenüber den revisionistischen Mao-Tse-tung-Ideen offen lassen, werden sie zum Durchschlüpfen, zum Durchlöchern der Demarkationslinie zu nutzen versuchen, die wir gegen den chinesischen Revisionismus , gegen den gesamten modernen Revisionismus aufgebaut haben. Deswegen müssen wir das Bollwerk gegen den Maoismus verstärken, dürfen wir es nicht von den Versöhnlern aufweichen und einreißen lassen. Wir dürfen nicht einen Trennungsstrich ziehen zwischen dem Kampf der Partei – der Klasse – und dem Kampf der Massen gegen den Revisionismus. Dieser Kampf muss in Übereinstimmung gebracht werden, muss eine Einheit bilden, muss von der Partei geführt, ideologisch ausgearbeitet, propagandistisch und agitatorisch umgesetzt und deren Organisierung durchgeführt werden. Die Partei darf sich niemals damit begnügen, ihren Trennungsstrich gegenüber den revisionistischen Mao- Tse-tung-Ideen nur innerhalb ihrer eigenen Reihen zu ziehen, nicht nur innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung, sondern der Trennungsstrich ist erst komplett, wenn er auch innerhalb der Klasse und den Massen gezogen worden ist, denn ohne die Klasse, ohne die Massen ist es unverbeidbar, dass sich der Revisionismus der Partei früher oder später bemächtigt. Als Sekte ist das vielleicht vermeidbar, aber als Sekte nützen wir der Klasse, den Massen nichts, lassen wir sie mit dem chinesischen Einfluss allein. In der ersten Parteiaufbauphase reinigt sich die Partei im Wesentlichen erst einmal in den eigenen Reihen vom Revisionismus. In der zweiten Parteiaufbauphase ist sie dann stark genug, um die Klasse und sodann den werktätigen Massen im Kampf gegen den Revisionismus zu führen, das heißt, ihnen dabei zu helfen, sich selber vom Revisionismus zu befreien, dem gefährlichsten Hemmschuh des marxistisch-leninistischen Bewusstseins in den Köpfen der Arbeiter. Ohne eine von opportunistischen Elementen gereinigte revolutionäre Arbeiterbewegung kann man in der sozialistischen Revolution nicht siegen. Revolutionär werden die Massen, wenn sie sich von der Vorherrschaft ihres bürgerlichen Ideologie befreit haben, wenn das anti-revisionistisches Bewusstsein vorherrscht. Solange revisionistisches Bewusstsein vorherrscht, kann man die Massen nicht zur sozialistischen Revolution führen. Dieses anti-revisionistische Bewusstsein der werkätigen Massen muss aber erst einmal in die Massen hineingetragen werden. Davon müssen sich die Massen an Hand ihrer eigenen Klassenkampferfahrungen erst einmal überzeugen können, und das benötigt nicht nur eine gewisse Zeit intensivster Aufklärungsarbeit durch die Partei. Erst von Schlacht zu Schlacht, von revolutionärer Erfahrung zu revolutionärer Erfahrung lernen die Massen, sich anti-revisionistisches Bewusstsein anzueignen. Stalin lehrt, dass die Partei nur ein Vortrupp sein kann, der imstande ist, die Massen auf das Niveau zu heben, auf dem sie die Klasseninteressen des Proletariats erkennen“ (Stalin, Band 6, Seite 151). Mit den Mao-Tse-tung-Ideen können die Massen eben nicht die Klasseninteressen des Proletariats erkennen, nur mit dem Marxismus-Leninismus. Ohne Aufklärungsarbeit unter den Massen kann die Partei den Maoismus nicht konsequent bekämpfen, hält man die eigenen Reihen nur scheinbar „rein“ von dessen revisionistischen Einfluss. Denn in dem Moment, wo wir den maoistischen Einfluss in den Massen nicht bekämpfen, wird er sich dort nicht nur breit machen können, sondern er fließt von dort auch wieder in die Partei zurück, sobald die Partei im Klassenkampf aktiv ist, mit den Massen verbunden ist. Der Einfluss des Revisionismus macht ja nicht etwa einen Bogen um die Massen. Wir stehen mit den Revisionisten nicht in einer Art Kampfarena, die die Massen als Zuschauer betrachten, um sich denen anzuschließen, die gesiegt haben. Der Sieg des Marxismus-Leninismus über den Revisionismus wird letztlich von den Massen entschieden, von den anti-revisionistischen Massen, die wir im Kampf gegen den Revisionismus anführen. Es ist doch eine Illusion sich das so vorzustellen, als wenn wir den Kampf so zu sagen „unter uns“ austragen, stellvertretend gegenüber den Massen („wer siegt, verdient sich die Erlaubnis, die Massen zu führen !“). Der Kampf gegen den Revisionismus ist kein Stellvertreterkampf, den ganz allein die Marxisten-Leninisten zu führen haben, sondern der Revisionismus wird ja von den Revisionisten nicht nur in unsere Partei, sondern auch in die Massen hineingetragen, um „über die Massen“ auch einen „Umweg“ in die Partei zu machen. So wie wir den Marxismus-Leninismus in die Massen tragen, um den Revisionismus zu bekämpfen mit Unterstützung der breiten Massen, so tun die Revisionisten das doch auch auf ihre Weise, nämlich auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus die Massen dafür zu gewinnen, uns Marxisten-Leninisten als „Feinde“ des Marxismus-Leninismus zu bekämpfen, als so genannte „Sektierer“ und „Dogmatiker“ in der nicht-revolutionären Situation oder in der revolutionären Situation als „Rechte“, als „Apparatsscheks“, als „Bürokraten“ „Diktatur der Führer über die Partei“; „Diktatur der Partei über die Massen“ usw. usf.. Mit den Mao-Tse-tung-Ideen, wie mit allen anderen Strömungen des Revisionismus wird, darf und kann es also niemals eine Versöhnung geben, weder in der kommunistischen, noch in der Arbeiterbewegung. Die Arbeiterbewegung und der wissenschaftlicher Sozialismus müssen insbesondere gegen den Revisionismus gerichtet und gegen ihn vereinigt werden.

Der chinesische Revisionismus war deswegen so gefährlich, weil die Mao Tse-tung-Ideen als Weiterentwicklung der Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin, als korrekte Fortsetzung des von den Sowjet-Revisionisten verratenen Sozialismus hingestellt wurden. Während die Chruschtschow-Revisionisten den Wunsch der Kommunisten in der ganzen Welt, die Sowjetunion als Mutterland des kommunistischen Staates zu bewahren, dafür ausnutzten, um dahinter ihren Revisionismus zu verbergen, nutzte Mao Tse-tung den Wunsch der Kommunisten in der ganzen Welt , der darin bestand, gegen den Verrat Chruschtschows an Lenin und Stalin und am Sozialismus zu kämpfen und den Sozialismus vor den Revisionisten zu retten, indem er hinter dem „Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus“ sein revisionistisches China ungestört und in Ruhe aufbauen konnte und zwar als Steuermann einer „sozialistischen“ Arche Noah, die er vorgab, übers revisionistische Wasser zu lenken. Und daran waren wir von der KPD/ML nun einmal 10 Jahre lang nicht ganz unschuldig, haben wir dieses Täuschungsmanöver von Mao Tse-tung in jener Anfangsphase unserer Partei nicht durchschaut. Wir Genossinnen und Genossen der KPD/ML waren ehrlichen Herzens davon überzeugt, Mao Tse-tung sei der rettende Steuermann gegen den modernen Revisionismus.

Mit den Mao Tse-tung-Ideen hatte der Weltimperialismus ein universelles ideologisches Instrumentarium in der Hand, mit dem dieser nicht nur Stalin, sondern auch Marx, Engels und Lenin aushebeln konnte, ohne dabei den formalen Boden des Anti-Revisionismus verlassen zu müssen. Auch wir von der KPD/ML sind auf diesen „anti-revisionistischen“ Köder anfangs reingefallen, also einschließlich bis zum III. Parteitag, das geben wir unumwunden zu, aber die Bourgeoisie hat uns damit nicht in ihr Boot hieven und uns zur Strecke bringen können. Wir sind nicht revisionistisch entartet wie die maoistischen Zirkel. Wir haben der Bourgeoisie, haben den Revisionisten diesen Köder vorzeitig vom Haken abgefressen, verarbeitet, verdaut und alles Schädliche wieder ausgeschieden. Die Mao Tse-tung-Ideen sind von den Marxisten-Leninisten – und allen voran vom Genossen Enver Hoxga, schließlich enttarnt, durchschaut, verurteilt und entlarvt worden und wir werden diesen Kampf fortsetzen, um ihn zu Ende zu führen – kurz: dieses äußerst gefährliche anti-marxistisch-leninistische Instrument wurde und wird dem Weltimperialismus aus der Hand geschlagen, ging und geht daraus der Marxismus-Leninismus gestärkt hervor - wie schon so oft und stets im Kampf gegen den Revisionismus.

Selbstkritisch müssen wir dabei aber hervorheben, dass wir selber, eben mit unserer Verbreitung und Verteidigung der Mao-Tse-tung-Ideen in Deutschland dazu beigetragen haben, dem Weltimperialismus im Allgemeinen und dem westdeutschen Imperialismus ebenso wie dem ostdeutschen Imperialismus im Besonderen, dem modernen Revisionismus, dem Aufblühen der maoistischen Zirkel im eigenen Land usw. usf. zu helfen. Damit haben wir eindeutig und unleugbar der eigenen revolutionären Bewegung, der weltrevolutionären Bewegung, der Arbeiterklasse in diesem Land und dem Weltproletariat insgesamt direkt Schaden zugefügt – und nicht zuletzt unserer eigenen Partei. Mit den Folgen, für die wir selber verantwortlich sind, haben wir heute noch zu kämpfen. Wir von der KPD/ML waren diejenigen, die die revisionistische Krankheit des Maoismus in Deutschland eingeschleppt und hier diesen Bazillus verbreitet und kultiviert haben. Ich selber habe Anfang der 70er Jahre im Hamburger Hafen 100e von großen Seekisten mit maoistischen Schriften vom chinesischen Dampfer abtransportiert, weitere Kontingente wurden über die Post aus China laufend an uns verschickt, da wir für Westdeutschland und Westberlin von den Chinesen eine Art Vertriebs-Lizenz dafür bekommen hatten – das waren weiter tausende von Bücherpaketen ( Ich habe den Literaturvertrieb nicht nur mit aufgebaut, sondern auch jahrelang teilweise täglich bis zu 16 Stunden im Literaturvertrieb verbracht – natürlich freiwillig und ohne Bezahlung. Mit den Einnahmen haben wir unsere Partei (-literatur) finanziert!). Über den Literaturvertieb der KPD/ML gelangte Anfang der 70er Jahre fast alles aus China in westdeutsche und westberliner Hände. Da nützt es auch nichts, zur Entschuldigung anzuführen, nicht allein nur maoistische Schriften, sondern auch die Werke von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha und andere marxistisch-leninistische Literatur verbreitet zu haben (später nicht zuletzt auch Werke des Genossen Enver Hoxha gegen den chinesischen Revisionismus, gegen die Mao Tse-tung-Ideen!!). Diese Tat ist nun mal durch nichts zu rechtfertigen. Hier haben wir absolut, das heißt ohne „wenn und aber“ Selbstkritik zu üben. Wir können von unserer Partei doch nicht von einer tatsächlich marxistisch-leninistischen Partei sprechen, solange wir uns als ihre Mitglieder u.a. von den Mao Tse-tung-Ideen hatten (ver)leiten lassen, egal in welchem Umfang. Unser Parteiemblem beherbergte bis einschließlich zum III. Parteitag 5 (!) Köpfe, also einen Revisionisten. Für eine marxistisch-leninistische Partei war das ja wohl ein Kopf zu viel oder ist da jemand (wieder) anderer Meinung ? Genossinnen und Genossen, wenn man erst einmal anfängt, über den Umfang des Einflusses der Mao-Tse-tung-Ideen in der KPD/ML zu feilschen (etwa „nur“ Ein-Fünftel = Revisionismus - „aber“ Vier-Fünftel Marxismus-Leninismus ! ), hat man sich schon auf den Weg zum Revisionismus begeben. Eine marxistisch-leninistische Partei darf sich nun einmal nur ausschließlichvon den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha leiten lassen, sonst ist sie keine korrekte marxistisch-leninistische Partei, kann sie es nicht sein, kann sie als solche auch nicht korrekt bezeichnet werden, solange sie den revisionistischen Kopf nicht aus ihrem eigenen Kopf, nicht aus ihrem eigenen Parteiemblem verbannt hat. Wir von der KPD/ML haben uns von dem Revisionisten Mao Tse-tung jahrelang leiten lassen. Wer will das anzweifeln ? Diesen schwerwiegenden Fehler totzuschweigen, wäre unehrlich gewesen. Deswegen haben wir ihn öffentlich gebrandmarkt. Diesen Fehler vor den Massen einzugestehen, das scheint auf dem ersten Blick für eine anti-revisionistische Partei peinlich zu sein, aber wir traten den Massen mit ehrlichem Gewissen und ehrlichem Herzen gegenüber. Das ging ja nicht nur unserer Partei so, damit mussten alle anderen Bruderparteien ihrerseits genauso fertig werden, auch die Partei der Arbeit Albaniens, die, nachdem sie den Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus angeführt hatte, nun auch noch den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus, gegen die Mao-Tse-tung-Ideen, angeführt hatte, nachdem sie vorher schon lange intern zur Linie Mao Tse-tungs und der KP Chinas im Widerspruch stand, fest auf ihren marxistisch-leninistischem Kurs beharrte und sich in vielen Jahren allen Versuchen erfolgreich widersetzt hatte, zu einem Nachbeter des chinesischen Kurses zu werden. Natürlich fällt es einem ehrlichen Marxisten-Leninisten nicht leicht, dieses falsche Gefühl der Peinlichkeit zu überwinden, aber das verlangte unsere Pflicht gegenüber der deutschen Arbeiterklasse, das war ein wichtiger Schritt zur Selbsterziehung unserer Partei, um ihre Glaubwürdigkeit gegenüber den werktätigen Massen unter Beweis zu stellen. So waren wir schließlich auch diejenigen, die mit den Mao-Tse-tung-Ideen nach zehn Jahren am konsequentesten gebrochen hatten, waren wir diejenigen, die gegen den chinesischen Revisionismus die breiteste Aufklärungsarbeit betrieben haben und weiter betreiben (siehe unsere homepage), wurden wir in Deutschland die erbittertsten Gegner des chinesischen Revisionismus, und das sind wir nach genau 30 Jahren bis heute noch. Unserer ehrlichen Kritik und Selbstkritik haben wir also 30 Jahre lang Taten folgen lassen, so dass man uns wohl schwerlich vorwerfen kann, wir hätten nur ein „Lippenbekenntnis“ abgegeben. Das ist wahrlich eine verdammt lange Zeit, um seine Fehler wieder gut zu machen und wir sind es den Werktätigen, der Sache des Arbeiterklasse, unserer Revolution schuldig gewesen und bleiben es weiter schuldig. Die maoistische Suppe, die wir uns einst eingebrockt hatten, mussten wir auch selber auslöffeln und wir werden unseren Löffel natürlich niemals aus der Hand legen (solange wir ihn nicht „abgeben“ müssen !). Inzwischen sind wir nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt diejenigen, die den konsequentesten Kampf gegen die Mao-Tse-tung-Ideen führen. Es gibt zur Zeit kaum jemanden in der Welt, der dies tut - so wie wir, nämlich ausschließlich auf dem Boden der Lehren des Genossen Enver Hoxha. Wobei wir nie behauptet haben und auch nie behaupten können, den Einfluss der Mao-Tse-tung-Ideen „endgültig“ und „100 %ig“ erledigt zu haben, zumal sich der Maoismus schon einmal zum Neo-Maoismus gehäutet hat ( Anti-Maoismus in Worten – Maoismus in Taten – siehe Koch). Die Gefahr des Maoismus besteht nach wie vor - nicht nur in Deutschland, sondern auch in der ganzen Welt. Unser Kampf gegen ihn ist noch lange nicht beendet, unsere Aufgabe, die wir uns gestellt haben, sind noch längst nicht erfüllt. Der Kampf gegen den chinesischen Revisionismus erfordert nach wie vor unsere größte Aufmerksamkeit und Kraft. Spätestens mit dem Bruch mit Mao Tse-tung hatten wir in Deutschland und in der ganzen Welt jeden, der Zweifel an der marxistisch-leninistischen Linie des Genossen Ernst Aust hegte, davon überzeugen können, dass es sich bei der KPD/ML wirklich um eine marxistisch-leninistische Partei handelt. Wie hätte die KPD/ML sonst den revisionistischen Einfluss Mao Tse-tungs überwinden können ? Mit dem III. Parteitag war unsere Partei auf dem marxistisch-leninistischen Weg insofern weiter vorangeschritten als sie bereits inhaltlich dabei war, sich von entsprechenden revisionistischen chinesischen Einflüssen zu befreien. Es war nicht nur wichtig, dass wir den innerparteilichen Kampf gegen den Einfluss der Mao Tsetung-Ideen auf die Partei geführt haben, sondern auch wie wir ihn geführt hatten. Das ging viel disziplinierter zu, wie je zuvor. Die Parteimitglieder hatten den demokratischen Zentralismus im Kampf gegen die Mao-Tse-tung-Ideen wesentlich stärken können. Die KPD/ML ist aus diesem Kampf gestärkt hervorgegangen, was auch ein Zeichen dafür war, dass wir im Kern von Anfang an Marxisten-Leninisten gewesen sind, dass die Partei von Marxisten-Leninisten zusammengehalten blieb, dass der Maoismus unsere Partei nicht zerstören konnte, dass dessen Einfluss korrekt überwunden werden konnte, ohne dass sich das Liquidatorentum an der Frage des chinesischen Revisionismus entzünden konnte. Es kam weder zu Spaltungen, noch zu Fraktionsbildungen – nicht einmal Anzeichen von Zirkelgeist, Desorganisation, Verweigerung der Mitarbeit usw. usf.(siehe Rechenschaftsbericht an den IV. Parteitag). Nicht verwunderlich war , dass dies den Gegnern unserer Partei nicht gefiel, und sie deswegen die Lüge verbreiteten, die KPD/ML habe sich „nie wirklich von den Mao-Tse-tung-Ideen frei gemacht“, würde „den Kampf gegen den modernen Revisionismus nie konsequent auf dem Boden des Marxismus-Leninismus geführt“ haben usw. usf.

Im Kampf gegen den chinesischen Revisionismus spielte natürlich der 7. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens, spielte der Genosse Enver Hoxha eine entscheidende Rolle. Das geht auch indirekt schon ganz klar aus dem Rechenschaftsbericht von Ernst hervor. Nun gab und gibt es Leute, die uns immer noch vorwerfen, dass wir nur wie ein Papagei Enver Hoxha nachgeplappert hätten und den Bruch mit dem chinesischen Revisionismus nur formal nachvollzogen hätten, um damit unseren „eigenen Revisionismus“ zu „verbergen“, um uns „die Gunst“ der Albaner „zu erschleichen“ usw. usf.. Sicherlich war es sehr gefährlich, Mao gegen Mao verteidigt zu haben, und das haben wir, wie es im Rechenschaftsbericht an den III. Parteitag zum Ausdruck kam. Aber wir haben auf diesen Fehler nicht beharrt, sondern ihn 2 Jahre später korrigiert. Wer A sagt, muss auch B sagen. Erstens, wer aufmerksam den Rechenschaftsbericht studiert, den Ernst auf dem III. Parteitag gehalten hat, wird zugeben müssen, dass wir den chinesischen Revisionismus - auf die Situation in unserem Land angewandt - inhaltlich-konkret und selbständig kritisiert hatten, wenn wir auch noch nicht zu seinem eigentlichen Wesen vorgedrungen waren. Und zweitens, eine marxistisch-leninistische Partei fällt nicht vom Himmel. Sie entwickelt sich stets im Kampf gegen den modernen Revisionismus, vollzieht sie ihre anti-revisionistische Reife in Schritten, muss sie einen beschwerlichen Klassenkampf führen, um den eigenen anti-revisionistischen Anspruch auch in Wort und Tat zu rechtfertigen. Als wir begannen, den chinesischen Revisionismus anzugreifen, waren wir noch nicht in der Lage, dies bis zur letzten Konsequenz zu tun. Wir verteidigten zunächst Mao Tse-tung gegen seine angeblichen „Widersacher“, sahen den „Angriff“ auf Mao Tse-tung, der aus den Reihen der chinesischen KP zu kommen schien, als Angriff der Revisionisten auf den Marxismus-Leninismus, sahen darin zunächst den Kampf zweier Linien, und waren daher um so mehr bestrebt, die Linie Maos „gegen den Revisionismus“ zu verteidigen. Dieser von den chinesischen Machthabern provozierte Schulterschluss mit Mao Tse-tung erschwerte uns, den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus konsequent fortzusetzen, kamen durchaus Zweifel auf, ob wir mit unserem kritischen Kurs richtig lagen oder nicht. Wir sollten ja glauben, dass der Revisionismus angeblich durch chinesische Agenten der revisionistischen Sowjetunion eingeschleust worden wäre, um davon abzulenken, dass es sich hier in Wirklichkeit um den selbst gemachten, den eigenständigen chinesischen Revisionismus Mao tse-tungs handele. Wir durchschauten daher nicht sogleich, dass das Wesen des chinesischen Revisionismus gerade diese „anti-revisionistische“ Taktik bestimmte, um die Marxisten-Leninisten in der ganzen Welt zu täuschen, das heißt sie mit Anti-Revisionismus in Worten praktisch vom anti-revisionistischen Kampf abzubringen und doch noch auf den revisionistischen Weg zu lenken. Die Mao Tse-tung-Ideen dienten eben gerade diesem Zweck. Genauso wie es eine Zeit brauchte, um sich vom Einfluss des jugoslawischen Revisionismus und des sowjetischen Revisionismus zu befreien, so brauchte die KPD/ML auch eine gewisse Zeit, um sich schrittweise vom Einfluss der Mao-Tse-tung-Ideen zu befreien. Und so wird es auch in Zukunft nicht anders weiter gehen. Heute brauchen wir eine gewisse Zeit, um uns vom Einfluss des Neo-Revisionismus(Anti-Revisionismus in Worten – Revisionismus in Taten!) zu befreien und morgen werden wir dem Einfluss des Weltrevisionismus gegenüber stehen (Weltsozialismus in Worten- Weltkapitalismus in Taten !). Was nun den III. Parteitag und den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus anbelangte, so kann man durchaus davon ausgehen, dass dieser sozusagen die Abrechnung mit den Mao-Tse-tung-Ideen auf dem IV. Parteitag vorbereitet hatte. Das zeigte sich insbesondere an der Abrechnung mit der Gruppe Rote Fahne (KPD.AO), die in Westdeutschland und Westberlin als eine Agentur des chinesischen Revisionismus auftrat. Wurde auf dem III. Parteitag also inhaltlich mit der Kritik begonnen unter Beibehaltung der Form, so wurde auf dem IV. Parteitag auch mit der Form gebrochen, wurden Ross und Reiter mit Namen genannt (z.B. : 3 - Weltentheorie = Produkt Mao Tse-tungs). Insofern lässt sich das auch mit dem 7. und dem 8. Parteitag der PAA vergleichen, wo der 7. Parteitag (1.11.1976) mit der inhaltlichen Abrechnung begann, um dann auf dem 8. Parteitag (1.11. 1981) die Mao-Tse-tung-Ideen abschließend ganz offen anzugreifen und Mao Tse-tung als Revisionisten zu verurteilen. Das bestätigt die Tatsache, dass wir Marxisten-Leninisten den modernen Revisionismus nicht von heute auf morgen aus den Angeln heben konnten, sondern hierzu eine relativ lange Periode von ein paar Jahren brauchten. Wenn man aber die Zeitspanne des Kampfes gegen den Chruschtschow-Revisionismus mit der des Kampfes gegen den chinesischen Revisionismus Mao Tse-tungs vergleicht, so wird deutlich, dass wir Marxisten-Leninisten durchaus lernfähig waren und im Kampf gegen den modernen Revisionismus, allein zeitlich gesehen, Fortschritte gemacht hatten. Zwischen dem III. Parteitag und dem IV. Parteitag der KPD/ML waren nicht einmal zwei Jahre vergangen.

Eine kurze Bemerkung zu Ernst`s korrekten Bestimmung der Hauptgefahr auf dem III. Parteitag in Hinblick auf die Kursänderung durch den IV. Parteitag

Ernst stellte sich in seinem Rechenschaftsbericht konsequent hinter Genossen Enver Hoxha, den er wie folgt zitiert:

Der während des ganzen Lebens der Partei wie auch in letzter Zeit geführte Klassenkampf, hat gezeigt, dass die Hauptgefahr und der Hauptfeind unserer Partei, wie der ganzen internationalen revolutionären kommunistischen und Arbeiterbewegung, der Rechtsopportunismus, der Revisionismus war und bleibt.“ (S. 53 des Rechenschaftsberichtes von Ernst).

Wenn man dann noch dazu die mahnenden Worte von Ernst hinzufügt,

Die Gefahr, dass das revisionistische Gift in unsere Partei eindringt, dass revisionistische Elemente in die Partei eindringen, um den Kampf gegen den modernen Revisionismus erst abzuschwächen und dann die Partei in eine scheinkommunistische Partei mit revisionistischen Zielsetzungen zu verwandeln, ist keinesfalls gebannt. Wir dürfen niemals die Lehren der Geschichte vergessen. (Seite 53 – Rechenschaftsbericht an den III. Parteitag) Und ferner sagte Ernst: „... ist jeder Gedanke, unsere Partei sei gegen das revisionistische Gift bereits gefeit, ein überhebliches trügerisches Gefühl, das für die Partei tödlich sein kann.“ (ebenda)

dann muss dies gerade in Hinblick auf die Beschlüsse des IV. Parteitags und die spätere Entlarvung des Koch-ZK`s positiv hervorgehoben werden. Weiter wies Ernst darauf hin:

Die Partei muss zur Entlarvung, Isolierung und Zerschlagung der Revisionisten, besonders der D“K“P, SED, SEW, einen allseitigen scharfen Kampf führen, und dieser Kampf muss in Zukunft noch verstärkt werden.“ (Seite 63). Auf dem IV. Parteitag war davon viel zu wenig zu spüren. In der Resolution: „Über die nächsten Aufgaben der Partei“ (Seite 97 – 100 , Theoretisches Organ Nr. 1/ 1979) wurde der Kampf gegen den modernen Revisionismus sogar völlig eingestellt. Das ist kaum zu glauben, aber wahr. Was da schwarz auf weiß geschrieben steht, sollte jeder Genosse wirklich einmal nachlesen, um sich davon selber zu überzeugen. Dadurch erscheint der Kampf des IV. Parteitags gegen das Sektierertum in einem besonderen Licht.

Folgender Absatz im Rechenschaftsbericht von Ernst hätte voll auf Koch & Co zugetroffen:

In der Frage der Führung des ideologischen Kampfes sind in unserer Partei rechte und „linke“ Abweichungen aufgetreten. Oft haben sie sich abgewechselt. Die eine Abweichung besteht in der opportunistischen, passiven oder liberalen Haltung gegenüber Verletzungen der Linie, der Disziplin und der Normen der Partei. Wenn gegen die Linie und die Prinzipien der Partei grob und andauernd verstoßen wird, wenn die Parteidisziplin gebrochen wird, wenn sich sogar offensichtliche Feinde der Partei oder völlig entartete Menschen in unsere Reihen einschleichen, dann darf das nicht stillschweigend geduldet werden. Das ist opportunistisch und hat in einigen Zellen und Bereichen für kürzere oder längere Zeit schlechten Elementen, die der Parteimitgliedschaft unwürdig bzw. sogar Feinde der Partei waren, erlaubt, ihr Unwesen zu treiben, die Einheit und Reinheit der Partei zu unterminieren und Schaden anzurichten. Hier ist revolutionäre Wachsamkeit und Entschlossenheit nötig. Feinde, klassenfremde oder entartete Elemente müssen ertappt, entlarvt und ohne Zögern aus der Partei entfernt werden. Kleinbürgerliche Gefühlsduselei, Passivität und Leichtfertigkeit sind dabei fehl am Platze und fügen der Partei Schaden zu.“ (Seite 70/71) Das hätte sich die Partei gegenüber den Parteifeinden des Koch-ZK´s zu Herzen nehmen müssen. Auch das ist ein Stück Selbstkritik.

Zum Parteiprogramm (z.B. die nationale Frage):

Ein weiteren selbstkritischen Hinweis möchte ich zu den vielen Zitaten aus dem neuen Parteiprogramm geben, die der Genosse Ernst in seinem Rechenschaftsbericht an den III. Parteitag aufgeführt hatte. Ich begrüße nachträglich und ausdrücklich diese Zitate aus dem Parteiprogramm, denn sie gaben den richtigen Kurs wieder, den die Partei in Zukunft einschlagen wollte. Jedoch: Fast alle diese von Ernst in seinem Rechenschaftsbericht herausgestellten äußerst wichtigen Zitate finden sich in dem vom IV. Parteitag überarbeiteten Programm plötzlich gar nicht mehr wieder. Sie waren verschwunden und dem Rotstift zum Opfer gefallen – meines Erachtens nicht nur ein schlechter Stil, sondern auch politisch-inhaltlich waren das eindeutig Abstriche von den korrekten Positionen der Partei, wie sie der III. Parteitag bereits festgelegt hatte – ein Grund mehr, das Programm des III. Parteitags im unveränderten Original wieder zu veröffentlichen. Ich will hier nur ein einziges Beispiel jener später zu Unrecht vorgenommenen Abstriche vom III. Parteitag herausgreifen, um meinen Kommentar zum III. Parteitag nicht so lang werden zu lassen: Von dem seit 1974 korrekt eingeschlagenen Kurs der revolutionären Lösung der Nationalen Frage, die nicht nur im unveränderten Original-Programm der Partei, sondern auch gerade auf dem III. Parteitag in hervorragender Weise von Ernst herausgearbeitet worden war, ist auf dem IV. Parteitag nicht all zu viel übrig geblieben. Auch im überarbeiteten Programm des IV. Parteitags muss leider festgestellt werden, dass der Original-Abschnitt über die nationale Frage auf ein Minimum zurückgeschnitten worden war. Das waren schlechte Ausgangsbedingungen für den späteren Kampf um die nationale Frage, den wir dann nicht nur gegen das trotzkistische Koch-ZK, sondern auch gegen die ihm nachfolgende Spalterorganisation der Möllerleute und noch gegen viele andere mit größtem Kraftaufwand zu führen hatten und leider auch weiter führen müssen. Das wirkte sich nicht zuletzt negativ auf unsere nachlassende Unterstützung unserer Sektion DDR der KPD/ML aus. Heute müssen wir immer noch feststellen, dass von verschiedenen Seiten in der nationalen Frage vom alten korrekten revolutionären Kurs des Genossen Ernst Aust nicht nur abgewichen wird, sondern dass dieser Kurs weiterhin entweder verschwiegen oder offen bekämpft wird, und wir deswegen aufgefordert sind, nicht nachzulassen, den Genossen Ernst in seiner marxistisch-leninistischen Haltung zur nationalen Frage unvermindert weiter zu verteidigen. Erstens sind die Folgen der revanchistischen Einverleibung der DDR durch den westdeutschen Imperialismus, ist das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland nicht vom Tisch, zweitens haben wir weiterhin nicht nur die sozialen, sondern auch die nationalen Interessen der deutschen Arbeiterklasse zu vertreten, die Klassenkampf-Tradition der deutschen Arbeiterklasse und die revolutionäre Linie der KPD des Genossen Ernst Thälmann in der sozialen UND nationalen Frage zu bewahren, drittens haben wir den Kampf zur Verteidigung des fortschrittlichen deutschen Kulturgutes fortzusetzen und die Arbeiterklasse aus der Kultursklaverei der Bourgeoisie zu befreien und viertens: In der Perspektive des Sieges der Weltrevolution, der Schaffung des Weltsozialismus, wird der nationalen Frage im sozialistischen Deutschland erneut Bedeutung zukommen. Bei alledem werden wir uns auf unseren Genossen Ernst Aust stützen - das steht für die KPD/ML außer Frage. Natürlich sind wir unzufrieden, dass die nationale Frage im Laufe der Parteigeschichte so viele Prügel beziehen musste, aber wir lassen sie uns deswegen nicht aus der Hand schlagen, wir überlassen sie nicht den Faschisten und wir lassen uns deswegen nicht zu einer falschen Politik verleiten, sondern wir kämpfen um so entschlossener für die nationalen Interessen der deutschen Arbeiterklasse auf marxistisch-leninistischer, auf der Grundlage des Genossen Ernst Aust, denn die nationalen Interessen sind unveräußerlicher Bestandteil der sozialen Interessen der deutschen Arbeiterklasse, sind Bestandteil der sozialistischen Revolution in Deutschland, für die nun mal die KPD/ML gegründet wurde.



Noch einmal über den Beschluss zur Beendigung der ersten Parteiaufbau-Phase

Nicht erst der IV. Parteitag, sondern schon der III. Parteitag stellte fest:

Zitat aus dem Rechenschaftsbericht unseres Genossen Ernst an den III. Parteitag:

Mit diesem Parteitag geht der wichtigste Abschnitt der ersten Etappe unseres Parteiaufbaus zu Ende [im Original hervorgehoben – Anmerkung der Redaktion]. Stalin hat diese Etappen wie folgt formuliert:

a) Die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus gewinnen (d.h. Kader bilden, eine kommunistische Partei schaffen, Programm und Grundlagen der Taktik ausarbeiten). Propaganda als Grundform der Arbeit.

Unsere Partei hat die wesentlichen Aufgaben von a) erfüllt“ (Seite 81)

Lenin sagte:

Solange es sich darum handelt (und soweit es sich noch darum handelt), die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen, solange und insoweit tritt die Propaganda an die erste Stelle ...“ (Seite 82).

Das Zitat von Lenin wurde an dieser Stelle von Ernst mit (...)“ abgebrochen und beendet und nicht zu Ende zitiert mit der Begründung, dass die Avantgarde des Proletariats bereits für den Kommunismus gewonnen worden sei. Entweder man benutzt dieses Zitat zur Rechtfertigung, dass die Propaganda nicht mehr an erster Stelle steht oder als Kampfaufgabe Lenins, sich hieran weiter zu halten, und zwar so lange, bis b) erfüllt ist. Was ist aber b) ? Das Leninzitat zu Ende führen, hätte geholfen, den Fehler der Partei zu vermeiden, es mittendrin abzubrechen, trug jedoch dazu bei, den Fehler der Beendigung der ersten Parteiaufbauphase zu rechtfertigen.. Ich werde versuchen, deutlich zu machen, dass es mir hier nicht um Spitzfindigkeiten und Wortklaubereien, sondern um einen schwerwiegenden Fehler bei der richtigen Bestimmung der Beendigung der ersten Parteiaufbauphase handelte. Bezüglich der Beweisführung, warum die Losung „`Propaganda`- oder Kampfpartei“ zwar im Kampf gegen den „linken“ Opportunismus nützlich war, aber in der Folge dazu führen musste, die Propaganda als unverzichtbares Instrument der Partei als Träger des Marxismus-Leninismus in die Arbeiterbewegung zu unterschätzen, ja geringzuschätzen, wodurch die Rechten wieder ihr Haupt erheben konnten, hatte ich das Zitat Lenins in meinem Kommentar über den IV. Parteitag zu Ende zitiert. Ich will die Vervollständigung des Leninzitats noch einmal wiederholen, aber diesmal in der Absicht, dabei die Aufmerksamkeit auf die erste Parteiphase zu lenken, nämlich die Phase der Gewinnung der Avantgarde des Proletariats. Bei Lenin heißt es also in Fortsetzung und Beendigung des Zitats, welches Ernst in seinem Rechenschaftsbericht unvollständig verwendete:

Wenn es sich um die praktische Aktion der Massen, um die Verteilung – wenn man sich so ausdrücken darf – von Millionenarmeen, um die Gruppierung aller Klassenkräfte einer gegebenen Gesellschaft zum letzten und entscheidenden Kampf handelt, so kann man allein mit propagandistischer Gewandtheit, allein mit der Wiederholung der Wahrheiten des ´reinen` Kommunismus nichts mehr ausrichten“ (Lenin, Band 31, Seite 81).

Bei der zweiten Phase des Parteiaufbaus handelt es sich bei Lenin und Stalin also eindeutig um denletzten und entscheidenden Kampf“. Hierzu war die Partei und noch weniger die Massen vorbereitet. Und die Frage der Führung der Massen zur Revolution in der zweiten Phase des Parteiaufbaus noch deutlicher hervorzuheben, möchte ich Lenin über die dabei erforderlichen weiteren Bedingungen weiter sprechen lassen, denn das Leninzitat geht ja hier noch weiter:

Hier gilt es, nicht mit Hunderten und Tausenden zu rechnen, wie das im Grunde genommen ein Propagandist als Mitglied einer kleinen Gruppe tut, die noch keine Massen geführt hat; hier muss man mit Millionen und aber Millionen rechnen. Hier muss man sich nicht nur fragen, ob wir die Avantgarde der revolutionären Klasse überzeugt haben, sondern außerdem noch, ob die historisch wirksamen Kräfte aller Klassen, unbedingt ausnahmslos aller Klassen der gegebenen Gesellschaft, so gruppiert sind, dass die Entscheidungsschlacht bereits vollauf herangereift ist, nämlich dass 1. alle uns feindlichen Klassenkräfte genügend in Verwirrung geraten sind, genügend miteinander in Fehde liegen, sich durch den Kampf, der ihre Kräfte übersteigt, genügend geschwächt haben; dass 2. alle schwankenden, unsicheren, unbeständigen Zwischenelemente, d.h. das Kleinbürgertum, die kleinbürgerliche Demokratie zum Unterschied von der Bourgeoisie, sich vor dem Volk genügend entlarvt haben, durch ihren Bankrott in der Praxis genügend bloßgestellt sind; dass 3. im Proletariat die Massenstimmung zu Gunsten der Unterstützung der entschiedensten, grenzenlos kühnen, revolutionären Aktionen gegen die Bourgeoisie begonnen hat und machtvoll ansteigt. Ist das der Fall, dann ist die Zeit für die Revolution reif, dann ist unser Sieg – wenn wir alle oben erwähnten,, oben kurz umrissenen Bedingungen richtig eingeschätzt und den Zeitpunkt richtig gewählt haben -, dann ist unser Sieg gesichert.“ (Lenin, Band 31, Seite 81/82).

Fassen wir zusammen: Lenin hat den Zusammenhang dargestellt zwischen

Gewinnung der Avantgarde des Proletariats und der Propaganda an erster Stelle = vor-revolutionäre Periode = erste Phase des Parteiaufbaus

und

der zweiten Parteiaufbauphase = die Partei als voll ausgerüsteter Kampfstab, der allevon Lenin benannten Bedingungen erfüllt hat zur Führung der Entscheidungsschlachten der Millionenmassen in der revolutionären Situation, zur unmittelbaren Eroberung der politischen Macht der Arbeiterklasse.

Das Zitat von Stalin, mit dem der III. Parteitag die Beendigung der ersten Aufbauphase der Partei begründet hat, reicht als Begründung nicht aus ( es fehlt auch das, was Stalin über b) verstanden hat), denn aus dem von mir vollständig wiedergegebenen Leninzitat geht klar hervor, dass man sich nicht nur fragen muss, ob wir die Avantgarde der revolutionären Klasse überzeugt haben“, sondern es müssen auch die genannten drei weiteren Bedingungen erfüllt sein, bevor die zweite Parteiaufbauphase beginnt. Wenn umgekehrt die Massen die Führung der Partei noch nicht anerkennen, noch nicht anerkennen können, wie soll die Partei dann die Massen führen, führen können ?

Stalin formulierte wie folgt die nötigen Voraussetzungen für die Partei des Proletariats, die ja erst einmal geschaffen werden müssen, aber zur Zeit des III. Parteitags noch nicht vorhanden waren:

Die Partei verfügt über alle hierzu nötigen Voraussetzungen, erstens, weil die Partei das Sammelbecken der besten Elemente der Arbeiterklasse ist, die mit den parteilosen Organisationen des Proletariats unmittelbar verbunden sind und diese sehr oft leiten; zweitens, weil die Partei, als Sammelbecken der Besten der Arbeiterklasse, die beste Schule zur Heranbildung von Führern der Arbeiterklasse ist, die fähig sind, Organisationen ihrer Klasse in allen ihren Formen zu leiten; drittens, weil die Partei, als die beste Schule von Führern der Arbeiterklasse, dank ihrer Erfahrungen und Autorität die einzige Organisation bildet, die fähig ist, die Leitung des Kampfes des Proletariats zu zentralisieren und auf diese Weise alle wie immer gearteten, parteilosen Organisationen der Arbeiterklasse, in Hilfsorgane und Transmissionsriemen zu verwandeln, die sie mit der Klasse verbinden“ (Stalin, ebenda, Seite 157).

Worum geht es bei der „Gewinnung der Avantgarde des Proletariats“ ? Es geht in erster Linie darum, wofür wir Kommunisten die Avantgarde des Proletariats gewinnen wollen? Es geht nicht um die Frage, ob wir die Avantgarde dafür gewonnen haben, sich an die Spitze für diese oder jene Forderung der Massen zu stellen und dafür den Massenkampf zu entfalten, sondern es geht darum, damit zu beginnen, die Massen vom Kommunismus zu überzeugen !! Es geht in der zweiten Parteiaufbauphase nicht um diese oder jene Forderung, mit der man bereits Millionenmassen mobilisieren kann, sondern einzig und allein um die Führung der Millionenmssen zur Revolution, zum Sturz der Bourgeoisie und zur Eroberung der politischen Macht der Arbeiterklasse ! Das ist es, was Lenin hier lehrt. Alles, was noch nicht dazu ausreicht, muss erst in der ersten Parteiaufbauphase heranreifen, und solange handelt es sich um die Gewinnung der Avantgarde des Proletariats, handelt es sich um die kommunistische Propaganda an erster Stelle. Und das ist auch, was Lenin hier lehrt. Diese beiden Leitsätze muss man beherzigen, daran muss man sich diszipliniert halten, muss diese grundverschiedenen Dinge auseinanderhalten, darf sie nicht in einen Topf werfen, darf keine voreiligen Beschlüsse fassen über Bedingungen, die noch nicht erfüllt sind, objektiv noch nicht herangereift sind.

Die Lehre aus der Parteigeschichte der KPD/ML, insbesondere aus den Beschlüssen des III. und IV. Parteitags lautet:

In einer nicht-revolutionären Situation kann die KPD/ML niemals die erste Parteiaufbauphase beenden. Ohne eine revolutionäre Situation kann die KPD/ML unmöglich zur zweiten Parteiaufbauphase übergehen. Anstatt diesen falschen Beschluss des III. Parteitags auf dem IV. Parteitag zu korrigieren, wurde er dort nicht nur bestätigt, sondern noch weiter umgesetzt, geradewegs in die Arme von den Koch-Leuten.

Dass die Partei damit begann, ihre Vortruppaktionen durchzuführen, war kein Fehler, sondern ein notwendiger und richtiger Schritt, um sich damit zu Positionen der Massenaktionen vorzuarbeiten und selber eigene Aktionserfahrungen zu sammeln. Der Fehler war viel mehr, dass sie damit aufgehört hat, bevor die Partei als Vortrupp der Arbeiterklasse herausgereift war. Anstatt erst einmal die erste Parteiaufbauphase zu Ende zu führen (einige Jahre war die Partei ja noch damit beschäftigt gewesen, den Gründungsopportunismus, das Zirkelwesen zu überwinden, ihre bolschewistische Linie herauszuarbeiten, das Programm aufzustellen usw. usf.) und daraus gestärkt hervorzugehen, hat sich die KPD/ML voreilig die Last der zweiten Parteiaufbauphase auferlegt und hat dabei notwendigerweise Schiffbruch erleiden müssen, weil sie sich mit dieser Aufgabe natürlich überhoben hatte. Überschätzung der Parteikräfte und Überschätzung der Kräfte der Arbeiterbewegung, sowie Unterschätzung der Kräfte des Revisionismus und der Kräfte des Klassengegners, das waren die Ursachen für die falschen Beschlüsse des III. und IV. Parteitags, die erste Parteiaufbauphase für beendet zu erklären.

Diese Aktionen wurden militärisch-diszipliniert, ja fast generalstabsmäßig vorbereitet und durchgeführt. Daran waren alle Parteiebenen beteiligt, und zwar vom Zentralkomitee bis zum einzelnen Zellenmitglied, bis zum Sympathisanten. Damit erprobte sich die Partei nicht nur im praktischen Kampf, entwickelte sie nicht nur neue Kampfmethoden, sondern die Partei zeigte damit auch nach außen eine unglaubliche Geschlossenheit und Stärke und festigte sich nach innen – Aktionen aus einem Guss, eine Partei wie ein Mann, aus einem Guss. Die Partei, die zunächst in ihrer Entwicklung eine sich selbst genügende Kraft nach innen war, wurde nun zu einer selbstgenügsamen Kraft auf der Straße. Respekt verschaffte sich die KPD/ML gerade durch ihre Vortruppaktionen und nicht zuletzt auch ihre Sympathisanten. Diese Kraft, die die Partei hierbei entwickelte, war auch durch die mitgeführten Parteifahnen optisch nicht zu übersehen, auch nicht für die bürgerlichen Medien, die über uns „Chaoten“ ihre öffentlichen Mistkübel auf ihren Titelseiten auszuschütten begannen. Eine bessere Propaganda als durch die Medien der Bourgeoisie hätten wir mit Millionen von eigenen Partei-Flugblättern nicht zustande bringen können. Das hat uns sehr geholfen, die Aufmerksamkeit auf die Partei zu lenken. Um den III. Parteitag war der Bekanntheitsgrad der KPD/ML am größten, und dieser wurde auch bis heute nicht wieder erreicht. All das zeigt, dass dies der richtige Weg der Partei war, um ihren Aufbau nach außen voranzutreiben. Er wurde aber weder vom III. noch vom IV. Parteitag richtig erkannt und gefördert, sondern sogar eher in die linkssektiererische Ecke verbannt. Auch der Klassengegner war nicht nur beeindruckt, sondern regelrecht verblüfft und reagierte entsprechend panikartig. Zu keinem Zeitpunkt in ihrer Geschichte hat die KPD/ML ihre eigne Kraft einerseits und die Schwäche der Bourgeoisie andererseits bewusster und deutlicher erlebt, als gerade in diesen Partei-Aktionen – Auge um Auge – Zahn um Zahn !! Die Partei lernte in ihren Aktionen am Karlstor in München, in Dortmund und in Brokdorf, um nur einige zu nennen, wie wichtig es ist, die Massen Schritt für Schritt in ihre Aktionen einzubeziehen, revolutionär zu begeistern und mitzureißen. Im wahrsten Sinne des Wortes standen wir an vorderster Front des Kampfes und alle anderen Organisationen, parteilose Aktivisten folgten uns, der KPD/ML. Was sich uns in den Weg stellte, wurde beiseite geschoben und an den Rand gedrängt. Wir sind der Bourgeoisie selbstbewusst auf den Pelz gerückt. Nicht wir haben, sondern die Büttel der Bourgeoisie hatten von der KPD/ML Prügel bezogen. Stürmten wir nach vorn, rissen wir alle anderen mit uns mit. Hier hätte die Partei weiter anknüpfen, ihre Kampfaktionen ausweiten und vertiefen müssen. Das war der richtige Weg zur wirklichen Kampfpartei. Die Bourgeoisie reagierte entsprechend und verstärkte den Druck auf die Partei und schickte natürlich auch vermehrt zersetzenden Kräfte in die Partei. Das ist nicht ohne Folgen geblieben. Die Partei wich zurück, nicht nur propagandistisch, agitatorisch und organisatorisch, sondern, was am gefährlichsten war, auch ideologisch-politisch. Das wurde aber hinter den Erfolgsmeldungen der neuen Massenorganisationen der Partei , insbesondere hinter der RGO und schließlich hinter der Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit Partei verborgen gehalten. Später, als die Kochleute von der Partei Besitz ergriffen, sahen die Aktionen der Partei sehr traurig aus, kein revolutionärer Schwung mehr, keine zentrale Anleitung, regelrechte Latsch-Demonstrationen – saft-und kraftlos, undiszipliniert und schlecht vorbereitet und katastrophal organisiert- reine lustlose Pflichtübungen - Nachtrabaktionen. Mir tat das Herz weh, das mitzuerleben. Die Partei war nicht wieder zuerkennen. Von Vortrupp der Arbeiterklasse war immer weniger zu spüren. Dass in der Partei der Wurm drin war, wurde mir zuerst auf der Straße bewusst, erst später hatte ich erkannt, dass die Ursachen im ideologischen Verfall der Partei begründet waren, nicht nur im ideologischen Zerfall der Führung, sondern dieser Zerfall hatte sich bis in die Parteibasis bereits durchgefressen. Was war bloß aus unserer stolzen „Kampfpartei“ geworden ? Ein lahmer Haufen – ein einziges Trauerspiel – eine Schande für die alte Parteigarde des Genossen Ernst Aust ! Und das Schlimme daran – wir hatten zu wenig dagegen unternommen, wir haben das bis zu einem gewissen Grade, bis zu einem nicht mehr zu ertragenden Punkt, bis zur Unerträglichkeit – geduldet, bevor uns der Kragen geplatzt war und wir wieder unser altes Kriegsbeil gegen das Liquidatorentum ausgruben. Die alte Parteigarde hatte das Kriegsbeil fest in der Hand, als die Liquidatoren die Existenz der Partei bedrohten und sie hätte es nicht aus der Hand legen dürfen, als die Gefahr des Liquidatorentums einigermaßen gebannt zu sein schien. Als es dann mit aller Macht wieder vor uns stand, waren wir nicht gerüstet. Wir haben hierfür Lehrgeld bezahlen müssen, dass man sich niemals in Sicherheit wiegen darf.

Stalins Schrift: Über die Grundlagen des Leninismus“ ist uns dabei behilflich wie die Leninsche Partei neuen Typs ihren Parteiaufbau betreiben muss. Stalin beginnt weder mit der Partei in der Periode der Diktatur des Proletariats noch mit der Partei in der revolutionären Situation, sondern mit der Partei in der nicht-revolutionären, in der vor-revolutionären Periode. Das eben ist jene Periode, in der sich unsere Partei zum Zeitpunkt des III. Parteitages befand, in der Periode der mehr oder weniger friedlichen Entwicklung“ (Stalin, Band 6, Seite 149). In dieser Zeit bildet sich die Partei zunächst als Vortrupp heraus, kann sie vorher weder schon der organisierte Trupp der Arbeiterklasse sein, noch die höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats, und noch viel weniger ein Instrument der Diktatur des Proletariats, weil hierfür die Bedingungen noch nicht reif geworden sind, die nun einmal ganz unabhängig von der Partei entstehen. Natürlich ist die Partei von Anfang an die Partei der Diktatur des Proletariats, greift sie mit Aktionen in die Klassenkämpfe ein, propagiert sie die Diktatur des Proletariats unter den Massen, stellt sie sich dar als Partei der Diktatur des Proletariats, aber das heißt nicht, dass sie als gerade einmal gegründete Partei schon am nächsten Tag die Diktatur des Proletariats errichten kann. Das hängt nicht vom Grad der eigenen Stärke der Partei ab, die die Partei bereits im gegebenen Augenblick erreicht hat, sondern von vielen anderen Faktoren, die darüber bestimmen, wann die Diktatur des Proletariats erobert werden kann und wann eben noch nicht, wann die eine Parteiaufbauphase beendet und wann die andere anfängt. Das ist eigentlich leicht zu verstehen. All ihre Besonderheiten, wie sie Stalin skizziert hatte, entwickelt die Partei erst im Verlauf des Klassenkampfes, in den verschiedenen Perioden des Klassenkampfes, vor und nach der Machtergreifung der Arbeiterklasse. Die Parteiaufbauphasen schaffen aber nicht die Perioden des Klassenkampfes, sondern umgekehrt, in den verschiedenen Perioden des Klassenkampfes entwickelt sich die Partei, treibt sie ihren Parteiaufbau voran, beendet sie die eine Aufbauphase, um mit der anderen zu beginnen. Die Partei baut sich so auf, dass sie ihre Kampfaufgaben unter den gegebenen Bedingungen auch tatsächlich optimal erfüllen kann. Eine Partei, die sich zum Vortrupp der Arbeiterklasse entwickeln will, muss ganz anders aufgebaut sein als eine Partei, die das Proletariat zur sozialistischen Revolution führt. Ist die Partei anfangs noch eine sich selbst genügende Kraft, so ist ihr weiterer Parteiaufbau maßgeblich von der Entwicklung der Arbeiterklasse, von den werktätigen Massen abhängig, bestimmen sie über die Entwicklung der Partei und nicht mehr die Partei für sich allein, nicht unabhängig von den Massen, wie noch in der Gründungsphase. Man kann die Gesetze des Parteiaufbaus nicht mit Parteitagsbeschlüssen „umwandeln“, weder „revolutionär“, noch „radikal“. Man kann sie weder aufheben noch durch andere Gesetze ersetzen. Man kann die Gesetze des Parteiaufbaus besser anwenden, um Fehler zu vermeiden, um den Parteiaufbau besser voranzutreiben, aber man kann sie weder umwandeln noch aufheben und auch nicht überspringen. Zunächst ist die spontane Arbeiterbewegung selbst eher ein Hemmschuh des Parteiaufbaus, denn die Partei arbeitet den wissenschaftlichen Sozialismus, den sie sodann in die Massen trägt, erst einmal selber aus und zwar ganz unabhängig und trotz der spontanen Arbeiterbewegung. Bevor man die Massen auf das Niveau der Partei heben kann, muss die Partei also erst einmal ihr eigenes Niveau schaffen. Die Partei kann nicht wirklich die Partei der Arbeiterklasse sein, wenn sie wie Stalin lehrt: sich darauf beschränkt, zu registrieren, was die Masse der Arbeiterklasse empfindet und denkt, wenn sie hinter der spontanen Bewegung einhertrottet, wenn sie die Trägheit und die politische Gleichgültigkeit der spontanen Bewegung nicht zu überwinden vermag, wenn sie sich nicht über die Augenblicksinteressen des Proletariats zu erheben vermag, wenn sie die Massen nicht auf das Niveau zu heben vermag, auf dem sie die Klasseninteressen des Proletariats erkennen.“ (...) „Nur eine Partei, die den Vortrupp des Proletariats bildet und imstande ist, die Massen auf das Niveau zu heben, auf dem sie die Klasseninteressen des Proletariats erkennen, nur eine solche Partei ist fähig, die Arbeiterklasse vom Wege des Trade-Unionismus abzubringen und sie in eine selbständige politische Kraft zu verwandeln“ (ebenda, Seite 151)

Die desorganisierende Wirkung der Vermengung von Partei und Klasse, der Vermengung der Partei als höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats mit den anderen Organisationen der Arbeiterklasse, der Vermengung der Partei mit ihren Transmissionsriemen, das opportunistische Hineintragen dieser desorganisierenden Ideen haben Lenin und Stalin oft genug bekämpft. Wenn man die Grenzen zwischen Partei und Massen verwischt, kann man die Massen nicht auf das Niveau des Vortrupps heben, kann man die Rolle der Partei als organisierender Kern der Arbeiterklasse nicht erfüllen.

In der ersten Parteiaufbauphase sind nicht etwa die Massen die Haupttriebfeder der Partei, sondern der Marxismus-Leninismus, die revolutionäre Theorie, das Parteiprogramm, die Propaganda an erster Stelle, die Partei, die die Massen die Anleitung zum revolutionären Handeln lehrt, die das Selbstbewusstsein der Arbeiterklasse weckt, die ihr ihre historische Mission bewusst macht, sie mit den Zielen des Kommunismus vertraut macht usw. usf. Dies ändert sich in dem Maße, als die Partei den wissenschaftlichen Sozialismus in die Massen hineinträgt, selber teilnimmt an den Kämpfen der Massen, damit sich die Massen an hand ihrer eigenen Erfahrungen nicht nur theoretisch sondern auch praktisch von der Politik der Kommunistischen Partei überzeugen kann, die Partei sich dabei mit den Massen immer enger verbindet. In dem Maße wie sich die Partei das Vertrauen der Massen erobert, je mehr die Massen die Partei als ihre Partei betrachten, je mehr sie ihr eigens Schicksal in die Hände IHRER Partei legen, wächst in den Massen das Bedürfnis, ihre besten Kräfte aus ihrer Mitte in die Partei zu entsenden, werden die Massen zur Haupttriebfeder der Parteientwicklung. Diese Eigenart der Entwicklung der Rolle der Massen von der Rolle eines Hemmschuhs des Parteiaufbaus zur Rolle ihrer Haupttriebfeder und von der Rolle der Haupttriebfeder zur Rolle eines Hemmschuhs des Parteiaufbaus ( quantitative Überschwemmung mit immer neuen Parteimitgliedern, Senkung des qualitativen Niveaus der Parteimitglieder , dadurch Notwendigkeit der Parteireinigungen, der Hebung des qualitativen Niveaus der Parteimitglieder usw. usf.) ist eines der Hauptelemente der marxistisch-leninistischen Dialektik des Parteiaufbaus der Leninschen Partei. Der Unterschied zwischen dem Vortrupp und der übrigen Masse der Arbeiterklasse, zwischen Parteimitgliedern und Parteilosen kann nicht verschwinden, solange die Klassen nicht verschwunden sind, solange die Reihen des Proletariats durch Elemente aufgefüllt werden, die anderen Klassen entstammen, solange die Arbeiterklasse als Ganzes nicht die Möglichkeit hat, sich auf das Niveau des Vortrupps zu erheben“ (Stalin, Band 6, Seite 152). Erst wenn das Niveau des Vortrupps mit dem Niveau der Klasse vollkommen übereinstimmt, ist der Parteiaufbauprozess beendet, ist der Übergang der Klassengesellschaft zur klassenlosen Gesellschaft beendet, wird die Partei als Haupttriebfeder, wird die Arbeiterklasse als Klasse der sozialistischen Klassengesellschaft zum Hemmschuh, zu einem Hindernis der Entwicklung der klassenlosen Gesellschaft des Kommunismus. Das Gesetz des Aufbaus der bolschewistischen Partei besteht darin, das Niveau der Kräfte der gesamten Klassengesellschaft von Periode zu Periode allmählich auf das Niveau der Kommunistischen Partei zu heben, zunächst die Arbeiterklasse auf das Niveau ihres organisierenden, führenden Kerns zu heben, ist die Organisierung der unbedingten Übereinstimmung des Bewusstseins, des revolutionären Denkens und Handelns der Partei und der Massen in der vor-revolutionären Periode bis zu einem Niveau , bis zu einem solchen Grad, was ausreicht zur Gewinnung der Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus (Parteiaufbau: Das Proletariat erkennt seine Klasseninteressen), sodann die Organisierung deren unbedingten Übereinstimmung in der revolutionären Periode der sozialistischen Revolution, das ausreicht zur Machtergreifung der Arbeiterklasse (Parteiaufbau: das Proletariat erkennt nicht nur mehr seine Klasseninteressen, sondern es kämpft mit allen Mitteln, sie praktisch, revolutionär durchzusetzen gegenüber der Bourgeoisie), und schließlich in der nach-revolutionären Periode der Diktatur des Proletariats (Parteiaufbau: das Proletariat behauptet und verteidigt seine Macht gegen die Restauration des Kapitalismus) - und endlich das Absterben der Partei, der Arbeiterklasse beim Übergang zur klassenlosen Gesellschaft ( das Proletariat beseitigt bewusst alle Hemmschuhe der alten Klassengesellschaft: Parteiabbau). Das heißt, das Gesetz vom Aufbau der Partei verliert erst dann seine Wirkungskraft zum Zeitpunkt der vollkommneten Übereinstimmung der ganzen Gesellschaft mit den Ideen des Kommunismus.

Zunächst geht es um die Gewinnung der Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus. Es ist eine falsche, eine rechte Auffassung vom Parteiaufbau, wollte man in der ersten Parteiaufbauphase den Massenkampf für die Tagesforderungen führen wollen und in der zweiten Parteiaufbauphase die Massen zur sozialistischen Revolution, zum Kommunismus führen. Da kann man bis auf den Sankt-Nimmerleins-Tag warten, denn das vorherrschende Bewusstsein der Massen ist das anti-kommunistische Bewusstsein. Die Massen, die uns auf der Straße zum Kampf für die Tagesforderungen folgen, folgen uns deswegen noch lange nicht im Kampf für kommunistische Forderungen. Wie sollen die Massen für den Kommunismus auf die Straße gehen können, wenn sie noch kein kommunistisches Bewusstsein haben, sondern das anti-kommunistische Bewusstsein noch vorherrscht ? Selbst wenn es zum Generalstreik kommen sollte, wird damit automatisch noch kein kommunistisches Bewusstsein entwickelt. Nicht der Massenkampf allein bringt die Massen zur sozialistischen Revolution, sondern erst dann, wenn dieser Massenkampf bewusst gefüht wird, kommunistisch geführt wird, wenn sich die Massen nämlich auch vom Kommunismus führen lassen, weil sie sich vom Kommunismus überzeugt haben, den die Kommunistische Partei in ihnen weckt, in ihnen entwickelt, kurz: wenn die Partei nicht nur in der Lage ist, die Massen vom Kommunismus zu überzeugen, sondern wenn die Massen in der Lage sind, sich auch vom Kommunismus überzeugen zu lassen, wenn sie es selber wollen. Dafür braucht man aber erst einmal eine Avantgarde, die nicht nur selber von diesem Bewusstsein erfüllt ist, sondern es auch versteht, das kommunistische Bewusstsein in den Massen zu verankern und es schließlich auch tatsächlich in den Massen verankert hat. Es kommt nicht allein darauf an, wie stark die Partei schon ist, um den Kommunismus in die Massen zu tragen, sondern letztendlich kommt es auch darauf an, wie weit das Bewusstsein der Massen ist, um dem Kommunismus zu folgen. Der III. und IV. Parteitag hat diese Frage nicht nur nicht beantwortet, sondern nicht einmal gestellt. Es kommt nicht nur darauf an, dass eine Kommunistische Partei sich stark genug fühlt, um die Massen zu führen, sondern ob die Massen schon gewillt sind, sich vom Kommunismus führen zu lassen. Das Bewusstsein der Massen in der Frage der Beendigung der ersten Parteiaufbauphase überhaupt nicht zu berücksichtigen, ist ein sektiererischer Fehler. Im Politischen Bericht an den V. Parteitag hat der Genosse zum Teil auf diesen Fehler hingewiesen.

Parteiaufbau, das ist nicht nur eine quantitative, das ist keine organisatorisch-technische Frage, wieviel Massen eine Partei zu welchem Zeitpunkt ihres Parteiaufbaus bereits führen kann oder nicht, sondern bis zu welchen politischen Positionen lassen sich die Massen bereits führen, und zu welchen noch nicht . Das ist vor allem eine Bewusstseinsfrage, nämlich wie weit ist der fortschrittlichste Teil der Arbeiterklasse von der Kommunistischen Partei bereits mit den ideologischen Waffen des Marxismus-Leninismus ausgerüstet worden, wie weit wendet der fortschrittlichste Teil der Arbeiterklasse den Marxismus-Leninismus im Klassenkampf praktisch an und wie weit eben noch nicht ? Wie weit und wie tief ist der Marxismus-Leninismus von der Partei bereits in die Massen getragen und dort auch verankert worden, dass zumindest jener fortschrittliche Teil der Arbeiterklasse soviel kommunistisches Bewusstsein entwickelt hat, soviel Klassenkampferfahrungen gesammelt hat, dass die Massen durch die Avantgarde für den Kommunismus mobilisiert werden können ? Wie viele Massen folgen der Partei, weil sie eine Kommunistische Partei ist, die schließlich für die gewaltsame, sozialistische Revolution kämpft ? Wenn der III. und IV. Parteitag einen Beschluss fasst, dass die erste Parteiaufbauphase beendet sei, dann hätte dort vorher zumindest eine Abklärung all dieser Fragen erfolgen müssen. Dafür lässt sich aber weder auf dem III. noch auf dem IV. Parteitag irgendein Hinweis entdecken. Es wurde bei diesem Beschluss leider nur auf die eigene Entwicklung der Partei geschaut, nicht auf die Entwicklung der Arbeiterklasse, geschweige denn auf die Entwicklung der Massen, auf die Entwicklung aller gesellschaftlichen Kräfte - und deswegen waren die Bedingungen für diesen Beschluss auch längst nicht erfüllt, war es ein voreiliger, ein falscher Beschluss, ein Beschluss, der auf der Überschätzung des Bewusstseins der Massen beruhte, von der Selbstüberschätzung der Partei ganz zu schweigen. Inzwischen sind 30 Jahre Parteiaufbau vergangen, haben wir genug Erfahrungen aus der Arbeiterbewegung sammeln können, um zu begreifen, dass der Beschluss des III. und IV. Parteitags über die Beendigung der ersten Parteiaufbauphase selbstverständlich zurückgezogen werden muss, weil dafür die Bedingungen in jeder Beziehung noch nicht reif waren und auch immer noch nicht reif sind.

Wenn die Kollegen eines Betriebes einen Genossen wählen, weil er gute Betriebsratsarbeit macht ( ist das ein ERSTER Schritt und eben nur ein Schritt, wenn auch ein wichtiger, um damit das Vertrauen zum Kommunismus zu wecken), bedeutet das deswegen noch lange nicht, dass sie ihn wählen, weil er für den Kommunismus kämpft. Da fängt die kommunistische Betriebsratsarbeit eben erst an, aber da hört sie nicht auf! Das ist im Kleinen so wie auch im Großen. Wenn die Massen der Partei folgen, weil diese sich für ihre Tagesforderungen stark macht, wenn sie Front gegen die herrschende Klasse macht, bedeutet das noch lange nicht, dass sie deswegen schon bereit sind, der Partei zur Revolution, zum Kommunismus zu folgen. Das ist ein ERSTER Schritt und eben nur ein Schritt, um das Vertrauen der Massen zum Kommunismus zu gewinnen. Da fängt die kommunistische Arbeit einer kommunistischen Partei eben erst an, aber da hört sie nicht auf ! Und in der ersten Phase des Parteiaufbaus ist es ja gerade die Aufgabe der Partei, die fortschrittlichsten Kräfte der Arbeiterklasse, die fortschrittlichsten Kräfte in der ganzen Gesellschaft an die Positionen des Kommunismus zunächst einmal heranzuführen, steht die kommunistische Propaganda an erster Stelle. Da kann man die Massen so viel führen wie man will, aber eben noch nicht zum Kampf für den Kommunismus. Zuerst muss die Partei die Avantgarde des Proletariats für den Kommunismus gewinnen. Und erst wenn diese Voraussetzung auch tatsächlich ( möglichst mehr als) erfüllt ist, tritt die Partei Schritt für Schritt in die zweite Phase ihres Parteiaufbaus ein, nicht vorher. Wie lange der Übergang von der einen zur anderen Phase braucht, das hängt von vielen Faktoren, Voraussetzungen und Bedingungen ab, was in einer nichtrevolutionären Phase des Klassenkampf beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen kann, aber bei einer herannahenden revolutionären Situation schneller vonstatten gehen kann. Jedenfalls befanden wir uns zur Zeit – wie man nach 30 Jahren sieht – noch nicht unmittelbar vor einer revolutionären Situation, wo der Beschluss unter Umständen gerechtfertigt gewesen wäre. Wenn wir aus eigener Erfahrung begriffen haben, dass es verkehrt ist, voreilige Beschlüsse zu fassen, so dürfen wir natürlich deswegen nicht den gegenteiligen Fehler machen und die zweite Parteiaufbauphase unnötig hinauszögern, wenn die Bedingungen dafür schon längst erfüllt sind..

Widmen wir uns weiter dem Rechenschaftsbericht:

Die propagandistische Tätigkeit der Partei ist entsprechend ihrer Mitgliederstärke, vergleicht man sie mit früher, vor 1956, sehr hoch. War es früher die Regel, dass die Auflage des Zentralorgans der Partei ungefähr der Mitgliederstärke entsprach, so beträgt sie heute ein Mehrfaches.“ (Seite 82).

Es geht nicht nur um den kollektiven Agitator, Propagandist und Organisator der Parteimitglieder (Avantgarde des Proletariats), sondern auch um den kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator der Massen. Dazwischen liegen Welten, dazwischen liegt die erste und zweite Parteiaufbauphase. Die Auflage des Zentralorgans muss man vergleichen mit den Bedingungen der Bolschewiki. Lenin lehrte den neuen bolschewistischen Parteien, die Kinderkrankheiten des Kommunsimus zu überwinden. Das war der Grund, weswegen er diesen Lehrsatz aufstellte. Was macht die KPD/ML daraus ? Sie benutzt es genau umgekehrt, nämlich, dass dieser Lehrsatz untermauert, dass die Partei ihn nicht mehr zu beherzigen bräuchte, weil sie angeblich schon die Avantgarde des Proletariats gewonnen habe. Das ist ein schwerer Fehler, der sich durch die ganze spätere Geschichte der Partei hindurchzieht. Die Geschichte hat bewiesen, dass Lenin Recht behalten hatte, während die diesbezüglichen Parteitagsbeschlüsse der KPD/ML falsch waren, was sich leider auch in der Parteigeschichte niedergeschlagen hat. Als es in Russland um die Gewinnung der Avantgarde des Proletariats ging, war das Zentralorgan der Bolschewiki bereits ein Massenorgan, was man vom Roten Morgen in seiner ganzen Geschichte niemals ernsthaft behaupten kann. Der ROTE MORGEN war nur einer kleinen Minderheit der deutschen Arbeiterklasse bekannt. Alles andere wäre Zweckoptimismus – fern der Realität, Ausdruck der Selbstüberschätzung der Partei, ein „linker“ Fehler, eine Kinderkrankheit der Partei.

Im Rechenschaftsbericht bewertet Ernst folgendes Wahlergebnis:

1974 beteiligte sich unsere Partei zum ersten Mal an Wahlen, nämlich an der Hamburger Bürgerschaftswahl. Sie wirkte damit den Bestrebungen der Bourgeoisie, uns als kriminelle Vereinigung zu verbieten, entgegen und schuf damit die juristische Grundlage, die legalen Möglichkeiten auszuschöpfen. Ein anderer Grund für diese Entscheidung war, die Wahl als Gradmesser für unseren Einfluss in den breiten Massen zu nutzen. (...) Das Wahlergebnis von 0,3 %, das sind 3.000 Stimmen, die für die sozialistische Revolution gegeben wurden, ist ein guter Erfolg.“ (Seite 83)

Aber was sind 3000 Stimmen in Relation zur millionenfachen Masse der Wählerschaft ? Kann man mit 0,3 % die Massen führen, kann man deswegen die erste Parteiaufbauphase für beendet erklären ? Das Wahlergebnis bestätigt eher die Formel von Lenin. Das ist auch ein Gradmesser, in welcher Etappe sich der Parteiaufbau tatsächlich erst befand. Bei 0,3 % Stimmen kann schwerlich vom Übergang in die zweite Etappe des Parteiaufbaus gesprochen werden. Die Bolschewiki hätten bei so einem Wahlergebnis mit Sicherheit nicht den Aufbau der ersten Parteiphase beendet. Im Rechenschaftsbericht heißt es:

Wer aber sind die werktätigen Massen, an die wir uns wenden ? Sind das die paar hundert in den Zirkeln, die zigtausend in der SPD organisierten Kollegen, die bestenfalls zwei bis fünf Prozent der Arbeiterklasse ausmachen ? Nein, an wen wir uns zur Zeit hauptsächlich wenden, das sind die fortschrittlichen der eben 95 Prozent nicht doktrinierter Arbeiter, das sind die revolutionären Werktätigen unseres Volkes.“ (Seite 85). Ernst hatte Recht, wenn er kritisiert, dass die Partei nicht ihre ganzen Kräfte in den Auseinandersetzungen mit den Zirkeln vergeudet, anstatt sie viel vernünftiger für die Arbeit unter den Massen einzusetzen. Betrachtet man die Zirkel als Agenturen der Bourgeoisie in der marxistisch-leninistischen Bewegung – und anders kann man sie schwerlich betrachten -, so besteht die Taktik der Bourgeoisie ja gerade darin, erstens die Kommunistische Partei durch ideologische Kleinkriege von ihren revolutionären Aufgaben gegenüber der Arbeiterklasse abzuhalten und zweitens bei den Massen, bei den fortschrittlichen Kräften der Arbeiterklasse Verwirrung zu stiften, und deren Weg zur Partei zu erschweren. Unsere Partei darf aber im Umkehrschluss nicht einen anderen sektiererischen Fehler machen und von „95 Prozent nicht-doktrinierten Arbeitern“ sprechen. Sicherlich ist es richtig, dass der Einfluss der Zirkel auf die Arbeiterbewegung damals sehr gering war, aber das bedeutet nicht gleichzeitig, dass der bürgerliche Einfluss in der Arbeiterbewegung überhaupt gering war. Wir sprechen hier noch nicht einmal nur vom reformistischen und revisionistischen Einfluss, sondern müssen auch all die anderen bürgerlichen Einflüsse wie zum Beispiel der Kirche und der Parteien von den Liberalen über die Konservativ-reaktionären bis halbfaschistisch und faschistischen Parteien und ihre Massenorganisationen usw. usf. einbeziehen Insgesamt kann man also davon ausgehen, dass alle bürgerlichen Kräfte zusammengenommen die Arbeiterbewegung beherrschen - gemeinsam geprägt vom Anti-Kommunismus. Die Doktrinierung der übergroßen Mehrheit der Arbeiterklasse war eine anti-kommunistische Doktrinierung, und das ist heute nicht nur so geblieben, sondern der Anti-Kommunismus ist heute noch viel tiefer in die Massen eingedrungen als er noch zum Zeitpunkt des III. Parteitags vorherrschte. Es gab zum Zeitpunkt des III. Parteitags noch nicht einmal 1% so genannter „nicht-doktrinierter Arbeiter“. Unser Fehler bestand darin, dass wir die Arbeiterklasse idealisiert haben, dass wir das tatsächlich vorhandene Bewusstsein der Arbeiterklasse maßlos überschätzt hatten, es als „nicht doktriniert“ betrachtet haben, so wie wir auch unsere eigenen Kräfte maßlos überschätzt hatten, sonst würden wir nicht auf die Idee gekommen sein, die Phase des Parteiaufbaus, die Avantgarde des Proletariats zu schaffen, als für beendet zu erklären. Kann man da die Grundform der kommunistischen Propagandaarbeit fallen lassen und zum Massenkampf übergehen ? Das geht – wie gesagt - völlig an dem damals real vorhandenen Bewusstsein der Massen vorbei, in dem die bürgerliche Ideologie vorherrschte ! Die größte Schwäche der Partei bestand darin, sowohl die Idealisierung unserer proletarischen Weltanschauung, als auch die Idealisierung unserer revolutionären Praxis nicht in erforderlichem und notwendigen Maße zu überwinden. Wir hatten damals die Kräfte der Bourgeoisie, ihren Einfluss in der Arbeiterbewegung unterschätzt und die Kräfte der Arbeiterklasse, das Bewusstsein der Arbeiterklasse, den Einfluss der Partei in der Arbeiterbewegung überschätzt. Bei den Bolschewiki waren zum Beispiel die Gewerkschaften erst nach der Partei entstanden, überwog der kommunistische Einfluss auf die Arbeiterbewegung dem bürgerlichen Einfluss bei Weitem, ja wurde die Arbeiterbewegung hauptsächlich durch die Bolschewiki entwickelt, konnte man tatsächlich von einer vorherrschenden kommunistischen Arbeiterbewegung sprechen. Bei uns in der Bundesrepublik war und ist das genau umgekehrt. Hier herrscht der bürgerliche Einfluss auf die Arbeiterbewegung seit über 150 Jahren vor mit entsprechend tiefen Wurzeln des Anti-Kommunismus. Die Bolschewiki schufen die kommunistische Arbeiterbewegung also unter ganz anderen Bedingungen, während wir Kommunisten hier im Westen mit einem Kampf gegen große Bataillone des Kapitalismus in der Arbeiterbewegung zu rechnen haben. Unter solchen Bedingungen vom Abschluss der ersten Phase des Parteiaufbaus auszugehen, war glatter Selbstmord und unter den Folgen dieses einschneidenden Fehlers bei der Selbsteinschätzung der Partei haben wir Genossen bis heute zu leiden. Wir haben Jahrzehnte der Ernüchterung hinter uns und haben uns trotzdem unseren revolutionären Geist nicht nehmen lassen. Wir gehen heute nur eben vorsichtiger, realistischer mit unseren Prognosen um, lassen uns von Fehleinschätzungen nicht entmutigen, müssen uns von künstlichen „Vorwärts!“-Parolen nicht treiben lassen, halten an unseren Überzeugungen fest und leisten weiter geduldig unsere Überzeugungsarbeit, egal, ob nun die Zeiten besser oder schlechter sind, ob wir nun stärker oder schwächer sind, ob wir nun wenige oder viele Mittel zur Verfügung haben, ob der Klassengegner nun stärker oder schwächer ist usw. usf.. Wir setzen unsere Überzeugungsarbeit ungeachtet all dessen unter den Massen im bescheidensten Umfang fort, tun das, was zu tun ist, diszipliniert und ohne mit der Wimper zu zucken. Diese revolutionäre, reife Haltung, schwere Zeiten für eine längere Periode nicht nur durchzumachen, nicht nur durchzustehen, sondern zu meistern, das zeichnet uns mittlerweile aus und das ist ein Vorteil gegenüber früher, das ist eine Weiterentwicklung im Kampf gegen Rückschläge und Resignation. Wir sind reifer und gefestigter geworden, uns haut der anti-kommunistische Wind, der uns entgegenbläst, nicht um, wir halten dem Druck der Bourgeoisie schon eine ganze Weile stand. Mittlerweile ist unsere Partei die einzige Partei in der deutschen Geschichte, die am Kommunismus, an der Revolution ohne Unterbrechung, von Anbeginn ihrer Gründung über so viele Jahrzehnte festhält, ohne zu schwanken, ohne zu entarten. Und auch im Weltmaßstab muss sich die KPD/ML mit ihrer langjährigen Existenz nicht hinter anderen Parteien verstecken. Ideologisch haben wir Einiges im Weltmaßstab zur Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus beigetragen. Es gibt und gab nichts Besseres als die KPD/ML und darauf sind wir stolz. Wir wissen, dass diese schwierigen Zeiten irgendwann überwunden sein werden, dass uns die Welle der Arbeiterbewegung wieder nach oben tragen wird, dass wir jetzt die Zeit nutzen, um unsere Schularbeiten zu machen, über unsere damaligen Fehler in Ruhe nachzudenken, ihre Ursachen aufzudecken und zu analysieren, daraus die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen, unsere ideologischen Qualitäten zu verbessern, uns bei der sorgfältigen Auswahl und Heranbildung von neuen Parteimitgliedern die nötige Zeit zu gönnen, unsere Kräfte zu sammeln, und sie mühelos im Klassenkampf konzentriert einzusetzen, wenn dazu der Zeitpunkt gekommen ist. Und dieser Zeitpunkt wird mit Sicherheit kommen, daran gibt es gar keinen Zweifel. Nur hüten wir uns davor, diesen Zeitpunkt selber willkürlich nach unseren eigenen Vorstellungen bestimmen zu wollen. So wie wir damals den Fehler gemacht haben, die tatsächliche revolutionäre Entwicklung der Arbeiterbewegung wie unserer Partei zu überschätzen, dürfen wir in Zukunft natürlich nicht den Fehler machen, die revolutionäre Entwicklung der Arbeiterbewegung und unserer Partei zu unterschätzen, und etwa unseren Zeitpunkt für die Kampfeinsätze zu spät zu erkennen, den Zeitpunkt zu „verschlafen“ und in Nachtrabpolitik zu geraten, das heißt hinter der revolutionären Bewegung hinterherzuhinken.



Unser III. Parteitag, der proletarische Internationalismus und die durch die Globalisierung beschleunigte Veränderung der Klassenverhältnissen in der Welt

Zur Zeit des III. Parteitages wurde das Weltproletariat noch durch die Proletarier der Länder bestimmt, insbesondere wurde die marxistisch-leninistische Weltbewegung bestimmt durch das einzige sozialistische Land auf der Welt, durch die SVR Albanien mit Enver Hoxha an der Spitze. So wie die SVR Albanien wollten wir deutschen Kommunisten auch unser vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland aufbauen. Im kommenden Zeitabschnitt des weltrevolutionären Klassenkampfes bestimmt das Weltproletariat als eigenständige, führende Kraft über die Entwicklung des revolutionären Klassenkampfes der Proletarier der Länder. Es ist eine Entwicklung des Proletariats von eine Klasse, die im historischen Rahmen der Vorherrschaft einzelner kapitalistischer Nationen heranwuchs, zu einer Klasse, die heute zu einer einheitlichen Weltklasse heranwächst. Insofern kann man genau genommen gar nicht mehr von einem proletarischen Internationalismus sprechen, da es beim proletarischen Internationalismus ja – wie das Wort es besagt – um die Solidarität zwischen den Proletariern der Länder geht. Heute geht es darum, dass die Proletarier der Länder sich dabei gegenseitig solidarisch unterstützen, zu einer einzigen Klasse, zum Weltproletariat zusammenzuwachsen und als solche gegen das Weltkapital, gegen den Weltimperialismus als eine Klasse mit ihren nationalen Abteilungen aufzutreten. Die alte Leninsche Definition vom proletarischen Internationalismus kann dafür nicht schematisch auf die heutigen, veränderten Klassenverhältnisse übertragen, sondern muss neu formuliert werden, muss auf eine höhere Stufe gehoben werden, die auf die kommende Entwicklung des Proletariats zugeschnitten ist. Der proletarische Internationalismus dient auf neue Weise dem Weltsozialismus und deswegen brauchen wir eine neue Losung des proletarischen Internationalismus.

Die Leninsche Definition des proletarischen Internationalismus traf 100 prozentig zu auf die Periode des Sozialismus „in einem Land“. Damals bestand das Weltproletariat eben erst aus der Summe der Proletarier aller Länder, die geprägt waren durch den nationalen Rahmen, unter denen sie ihren internationalistischen Kampf führen mussten. Damals existierte noch nicht das sich verselbständigende Weltproletariat, das sich über nationale Grenzen hinaus globalisiert hat, also als einheitlich globalisierte Klasse. Man kann es auch so ausdrücken: Das Weltproletariat macht eine Wandlung seiner Entwicklung durch von einer Klasse „an sich“ zu einer Klasse „für sich“. Aus dem Weltproletariat in der Periode des Sozialismus „im einem Land“ wächst heute ein Weltproletariat heran, eine Klasse, die zum globalen Träger des Weltsozialismus heranreift. Das Wesen des Weltsozialismus besteht zum Unterschied des Wesens des Sozialismus „in einem Land“ darin, dass der Sozialismus in „einem Land“ vom Proletariat eines Landes aufgebaut wird, während der Weltsozialismus vom Weltproletariat aufgebaut wird, indem es die Proletarier aller Länder hierfür einbezieht, durch weltsozialistische Agitation und Propaganda erzieht, weltsozialistisch vereinigt und organisiert und dadurch den Auf bau des Sozialismus in allen Ländern der Welt vorantreibt, festigt und garantiert, dem Sozialismus in allen Ländern der Welt den Weg zu ihrem Übergang zum Kommunismus ebnet, erleichtert.

Dementsprechend unterscheidet sich das Wesen des proletarischen Internationalismus der Periode des Sozialismus „in einem Land“ von der Periode des Weltsozialismus darin, dass der Sozialismus (oder der Kampf für den Sieg des Sozialismus) im „eigenen Land“, also die revolutionäre Bewegung im „eigenen Land“ von den Proletariern in ausnahmslos allen anderen Ländern solidarisch unterstützt werden musste, während der Weltsozialismus (oder der Kampf für den Sieg des Weltsozialismus) im Weltmaßstab, also die weltrevolutionäre Bewegung des globalen Proletariats von den Proletariern in ausnahmslos allen Ländern solidarisch unterstützt werden muss, dass sich die revolutionäre Bewegung und der revolutionäre Kampf im eigenen Land in eine unverzichtbaren Teil der weltrevolutionären Bewegung und des weltrevolutionären Kampfes verwandelt, das heißt, dass in ausnahmslos jeden Land nicht mehr der revolutionäre Kampf, die revolutionäre Bewegung auf das eigene Land begrenzt, sondern dass in jedem einzelnen Land der weltrevolutionäre Kampf geführt, die weltrevolutionäre Bewegung entwickelt und unterstützt wird.

Der Leninismus des proletarischen Internationalismus unterscheidet sich also vom Leninismus zu Lenins Zeiten sehr wesentlich durch die inzwischen (in fast 100 Jahren !!) stattfindenden Veränderungen der globalen Klassenbewegungen, dem unbedingt Rechnung getragen werden muss. Wenn man den Leninismus wirklich verteidigen will, muss man ihn weiterentwickeln, sonst verfällt er, wird die Leninsche Definition des proletarische Internationalismus nicht nur ein toter Lehrsatz, der dem Kommunismus nicht mehr dienen kann, sondern er wird unweigerlich dem Revisionismus geopfert, wird zu einer weltimperialistischen Waffe gegen den proletarischen Internationalismus selbst. Stellen wir die Definition des alten proletarischen Internationalismus der Definition des neuen proletarischen Internationalismus gegenüber, indem wir von der alten Definition Lenins ausgehen und dabei seine Worte verwenden.

Lenins Definition von 1917:

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der revolutionären Bewegung und des revolutionären Kampfes im eigenen Lande, die Unterstützung (durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein in ausnahmslos allen Ländern.“

Die leninistische Definition von 2007 - also 90 Jahre später:

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der weltrevolutionären Bewegung und des weltrevolutionären Kampfes des Weltproletariats überall auf der Welt, die Unterstützung (durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein durch die Proletarier in ausnahmslos allen Ländern.“



Genossinnen und Genossen, ich komme zum Schluss. Lassen wir uns den Koch-Verrat eine Lehre sein. Lassen wir nicht zu, dass unsere Partei wieder auf den Weg des Revisionismus geführt wird. Halten wir unsere Partei vom Opportunismus sauber! Kämpfen wir weiter gegen das Liquidatorentum ! Setzen wir die bolschewistische Tradition der KPD Ernst Thälmanns, die bolschewistische Tradition der Komintern, der KPdSU Lenins und Stalins und der PAA des Genossen Enver Hoxha in Übereinstimmung von Theorie und Praxis um ! Stärken wir unsere Partei, die KPD/ML, stützen wir uns auf den Genossen Ernst Aust. Vergessen wir nicht die Kampfaufgaben, die wir uns insbesondere auf dem III. und IV. Parteitag gestellt haben, denn sie weisen uns in die richtige Richtung. Üben wir Kritik und Selbstkritik, damit wir uns unsere Fehler nicht wiederholen ! Stützen wir uns im Kampf gegen den Revisionismus, im Kampf gegen den „linken“ und rechten Opportunismus auf die Klassiker des Marxismus-Leninismus, also auch auf die Lehren des Genossen Enver Hoxha ! Wenn wir das tun, dann werden wir die entscheidenden Fehler des III. Parteitags in der Entwicklung unserer Partei bestimmt überwinden. Ich grüße euch herzlich und drücke euch fest die Hand !

Es lebe die KPD/ML des Genossen Ernst Aust ! Rot Front !

Es lebe Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha !

Ende des Kommentars

 

 

 

 

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Mi