Dokumente der Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust

 

 
 

Nieder mit dem trotzkistisch-revisionistischen Koch-ZK !

 

„Die Kieler Erklärung“

- Erklärung der Marxisten-Leninisten in der KPD –

Kiel, den 3. März 1985

Entwurf, vorgelegt von Wolfgang Eggers in der Nacht vom 2. auf den 3. März 1985, beraten von einer 3 köpfigen Kommission und beschlossen am 3. März 1985 auf einer bundesweiten Parteiversammlung von 34 Vertreter der Marxisten-Leninisten in der der KPD



Genossinnen und Genossen !

Das jetzige ZK der KPD verfolgt eine revisionistisch-trotzkistische Politik, die das revolutionäre Programm und Statut unserer Partei verlassen haben. Für die derzeitige Zerfahrenheit, Zerrissenheit und Prinzipienlosigkeit tragen das ZK und das Politbüro die Verantwortung.

Wesentliche Bestandteile dieser Politik sind:

- Einstellung des Kampfes gegen Opportunismus und Agenturen der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse (z.B. Aufruf zur Wahl der SPD, revisionistische Einschätzung des DGB-Apparates, Neuahlkampagne zum Flick-Skandal, Einheit der sogenannten revolutionären Sozialisten).

- Verrat an der führenden Rolle der Partei und Anbetung der Spontaneität der Massen.

- Bürgerliche Auffassungen über die Demokratie im sozialistischen Staat, Leugnung der Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats.

- Leugnung und Verfälschung des Marxismus-Leninismus als Wissenschaft und ideologische Grundlage der Partei.

- Feindliche Haltung gegenüber der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, vor allem gegenüber der Partei der Arbeit Albaniens.

- Abkehr von und Verhöhnung der Geschichte der Arbeiterbewegung, z.B. Weg der KPdSU [B] unter Lenin und Stalin, Politik der Komintern.

Mit dieser Politik wurde die Arbeit der Partei in weiten Bereichen liquidiert, der Demokratische Zentralismus mit Füßen getreten, die Partei herunter gewirtschaftet und Genossen in Resignation aus der Partei getrieben. Der ideologische Kampf und Kritik und Selbstkritik wurden unterdrückt.

Das ZK hat sich als selbständige revisionistisch-trotzkistische Fraktion organisiert und betreibt die Liquidierung der KPD.

In dieser ernsten Situation wenden sich die Marxisten-Leninisten in der KPD an alle Parteigenossen.

Wir rufen euch auf:

VERTEIDIGT DEN MARXISMUS-LENINISMUS UND DAS PROGRAMM UND STATUT DER PARTEI !

KÄMPFT FÜR DIE REORGANISATION DER PARTEI AUF DIESEN GRUNDLAGEN !

SCHLIESST EUCH UNSEREM KAMPF ZUR ZERSCHLAGUNG DES REVISIONISMUS UND TROTZKISMUS IN DER PARTEI AN UND VERTREIBT DIE VERTRETER DIESES KURSES !

Wir sprechen dem ZK das Recht ab, die Parteipresse zu missbrauchen und fordern eine offene und unzensierte Diskussion ohne Zeilenbegrenzung im Roten Morgen, im „ Kommunist“ und im Theoretischen Organ !

Wir fordern und kämpfen für die Einberufung des VI. ordentlichen Parteitages für Herbst dieses Jahres, um mit dieser Politik abzurechnen und deren Vertreter aus der Partei zu säubern !

Wir sprechen dem jetzigen ZK das Recht ab, im Namen der KPD aufzutreten und fordern daher den Abbruch aller laufenden Vereinigungs- bzw. Bündnisverhandlungen.

Um eine endgültige Liquidierung der KPD zu verhindern, haben wir mit der Organisierung der Marxisten-Leninisten begonnen und rufen euch auf, aktiv daran teilzunehmen.

Deshalb haben wir beschlossen:

- die Zeitschrift „Der Weg der Partei“ als parteiinternen kollektiven Agitator, Propagandisten und Organisator herauszugeben. Diese Zeitschrift steht allen Marxisten-Leninisten offen;

- ein vorläufiges Koordinationskomitee zur Organisierung aller Marxisten-Leninisten zu bilden;

- regelmäßige Treffen der Marxisten-Leninisten durchzuführen.

FEUER AUF DEN OPPORTUNISMUS !

DIE BOLSCHEWISTISCHE PARTEI IST STÄRKER ALS ALLE LIQUIDATOREN !

Kiel, 3. März 1985

34 Vertreter der Marxisten-Leninisten in der der KPD







KOMMENTAR:

Mit der Wiederveröffentlichung dieses Parteidokuments – genau 20 Jahre danach - setzen wir unsere Reihe fort, Einblick in die Geschichte der KPD/ML zu geben.

Dieses Parteidokument bedeutete ein Meilenstein in der Geschichte der KPD/ML.

Der marxistisch-leninistische Aufruf zum organisierten, innerparteiliche Kampf aller Parteimitglieder gegen das Liquidatorentum kam in der „Kieler Erklärung“ zum Ausdruck. Sie war und ist nach wie vor der Ausgangspunkt des erbitterten Kampfes für die Zurückeroberung bzw. der Verteidigung der alten marxistisch-leninistischen Positionen der Partei. Die „Kieler Erklärung“ war nicht nur eine Kriegserklärung gegen das rechte, sondern auch gegen das „linke“ Liquidatorentum. Dass die „Kieler Erklärung“ später auch Stolperstein für das Versöhnlertum und das versteckte Liquidatorentum werden sollte, das stellte sich erst nachher heraus – nämlich erst nach dem Tode des Genossen Ernst. Die versteckten Feinde der Partei wagten sich nämlich erst nach dem Tode des Genossen Ernst Aust aus ihren Rattenlöchern und spalteten sich um die Jahreswende 1985/1986 von der Partei ab. Die nahezu vollständige Zerschlagung der Überreste des versteckten Liquidatorentums war ein weiterer Sieg der Marxisten-Leninisten des Genossen Ernst Aust.

Es sollte sich allerdings herausstellen, dass dieser schwierige Kampf noch bis ins 21. Jahrhundert fortdauern sollte, dass dieser Kampf um die KPD/ML des Genossen Ernst Aust noch lange nicht beendet ist, auch nicht damit, dass sich 2003 die Möllergruppe auflöste, um sich in drei Fraktionen zu spalten. Der Kampf gegen das Liquidatorentum muss heute mit unverminderter Härte und Entschlossenheit fortgesetzt werden. „Wer wen?“ - das ist bis heute nicht entschieden. Es ist ein Kampf, den die Partei des Genossen Ernst Aust seit ihrer Gründung ausgefochten hat und weiterhin noch lange, bis zum Kommunismus, ausfechten muss. Der Kampf gegen das Liquidatorentum ist ein lebenslanger, täglicher Kampf jeder bolschewistischen Partei. Im Kampf gegen das Liquidatorentum hat sich die KPD/ML großen Ruhm erworben, kann sie auf eine starke Kampftradition zurückgreifen, die in der ganzen Welt Beachtung gefunden hat. Insofern ist also die „Kieler Erklärung“ immer noch ein hochaktuelles Parteidokument, an dem wir weiterhin die Spreu vom Weizen trennen. Wenn man die heutige Entwicklung der marxistisch-leninistischen Bewegung auch über die Grenzen Deutschlands hinaus richtig verstehen will, dann ist es unerlässlich, die internationale Bedeutung der „Kieler Erklärung“ historisch zu begreifen –.

1985 war das Jahr, in dem sich die seit 1983 offensiv geführte Kritik am Kochkurs des ZK ideologisch, politisch und organisatorisch auf einen Punkt zu bewegte, der den vollständigen Bruch mit der trotzkistisch-revisionistischen Koch- ZK- Linie bedeutete, deren Rauswurf einleitete, die Partei schließlich aus der Umklammerung des Opportunismus und Liquidatorentums befreite und endlich den alten revolutionären, marxistisch-leninistischen Kurs des Genossen Ernst Aust wieder herstellte mit dem VI. Parteitag in Bremen Anfang des Jahres 1986. Als konsequentester von allen Genossen, die Partei innerhalb von drei Jahren wieder auf den marxistisch-leninistischen Kurs des Genossen Ernst Aust zurückzuführen, als der treueste Verteidiger des Genossen Ernst Aust erwies sich der Genosse Wolfgang Eggers. Er hatte auch im Auftrag der Kieler Konferenz in der Nacht vom 2. zum 3. März 1985 die „Kieler Erklärung“ in der vom Genossen Ernst Aust vorgegebenen Stoßrichtung formuliert und diese mit einer kleinen Kommission zusammen ausgefeilt, an der der marxistisch-leninistische Genosse M. E. aus Hamburg, sowie Möller und Beppo teilnahmen [Möller damals noch verkappter und Beppo offener „linker“ Liquidator]. Beppo [Berlin] hatte versucht, die „Kieler Erklärung“ in seinem liquidatorischen Sinne zu beeinflussen, legte sich jedoch schlafen, nachdem er einsah, dass es für ihn aussichtslos war.

Der Erklärungs Entwurf wurde dann am nächsten Morgen von der ersten Parteikonferenz in Kiel verabschiedet.

Es folgten dann noch zwei weitere Parteikonferenzen, die nächste in Hamburg am 11. und 12. Mai , an der der Genosse Ernst Aust teilnahm und die dritte am 7. und 8. September 1985, die kurz nach dem Tode des Genossen Ernst Aust in Frankfurt stattfand. Um die Jahreswende 1985/86 kam es zur Abspaltung der Möllergruppe, als sie den VI. Parteitag in Stuttgart zum Platzen brachten und der VI. Parteitag daraufhin umgehend am 25. und 26. Januar 1986 in Bremen ohne die Möllergruppe stattfand. Die Verteidigung der Partei gegen das Liquidatorentum haben wir vor allem dem Genossen Ernst Aust zu verdanken. Er drückte auch der Kieler Konferenz seinen Stempel auf.



Welche herausragende und führende Rolle spielte der Genosse Ernst Aust im Zusammenhang mit der Kieler Konferenz?

Genosse Ernst Aust war in seiner Grundeinheit in Niedersachsen organisiert. Aus taktischen Gründen entschied er zusammen mit den marxistisch-leninistischen Genossen aus Niedersachsen, zunächst nicht auf dem Fraktionstreffen in Kiel direkt aufzutreten, da er zum Beispiel die legalen Möglichkeiten seines Auftretens auf den Mitgliederversammlungen im gesamten Bundesgebiet noch solange ausschöpfte, wie das Koch-ZK ihm keinerlei Vestöße wegen „Fraktionismus“ nachweisen konnte. Das Auftreten des Genossen Ernst Aust auf diesen unzähligen Mitgliederversammlungen konnte nicht von oben verhindert werden, da er das Vertrauen der Basis auf seiner Seite hatte. Das war von nicht zu unterschätzendem Wert für die Überzeugungsarbeit der schwankenden Genossen, war eine glänzender Beitrag, um die Mehrheit der Parteimitglieder zu erreichen und aufzurütteln für den Kampf gegen das Liquidatorentum, war ein Musterbeispiel bolschewistischer Taktik in den eigenen Reihen, um die Partei wieder auf marxistisch-leninistischen Kurs zu bekommen. In Niedersachsen organisierten und leiteten die Genossen Ernst Aust und Wolfgang Eggers die Mitgliederversammlungen gemeinsam. Ernst erreichte einen großen Teil der Parteimitglieder, also vor allem diejenigen, die nicht in Kiel dabei waren. Es handelte sich ja in Kiel um eine verschwindende Minderheit in der Partei. Ernst hat – obwohl er nicht anwesend war - einen entscheidenden Beitrag für die marxistisch-leninistische Ausrichtung der Kieler Parteikonferenz geleistet. Die niedersaächsischen Genossen hatten sich mit Ernst auf diese Konferenz gründlich vorbereitet. Die Stoßrichtung ging von Ernst aus. Ernst hatte ein Papier als Diskussionsgrundlage für die Konferenz vorbereitet, das er aber aus den bekannten Gründen nicht mit seinem Namen unterzeichnen konnte. Das Papier wurde in Kiel also von seinen niedersächsischen Genossen vorgetragen:

Die KPD/ML veröffentlicht dieses Dokument des Genossen Ernst Aust hier wie folgt:




ERNST AUST

„Kieler Konferenz“

- illegales, stichwortartiges Vorbereitungspapier des Genossen Ernst Aust -

1.) Charakter des Treffens:

Nicht Treffen der oppositionellen Kräfte, sondern Treffen von Genossinnen und Genossen, die die marxistisch-leninistischen Grundlagen der Partei (Programm + Statut) gegen die liquidatorisch, revisionistisch-trotzkistischen Angriffe des ZK verteidigen, im Rahmen der Partei.

Notwendig geworden, weil das Politbüro und das Zentralkomitee die Prinzipien des demokratischen Zentralismus durchbricht, Beiträge zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus verhindert, die eigene Linie mittels Roter Morgen und Theoretisches Organ durchzusetzen versucht, ohne dazu von irgendjemand legitimiert zu sein. Abweichung von Programm und Statut, Vorwegnahme von Parteitagsbeschlüssen, Schaffung vollendeter Tatsachen. Mittels Methoden der falschen Darstellung der Widersprüche („Wir, die korrekte Mitte gegen rechts – Pauli [Hamburger rechter Liquidator, Papier „Selbstlügen der KPD“ – Anmerkung der Redaktion] und linke – [Diethard Möller – Anmerkung der Redaktion] Abweichungen“), Verschleierung, Lüge und Diffamierung von Genossen. Leugnung, dass es überhaupt eine Krise in der Partei gibt.

2.) Analyse der Lage in der Partei:

Zustand, ideologisch, politisch, organisatorisch. Aktivitäten. Berichte aus den Landesverbänden. Einschätzung des Kräfteverhältnisses. ZK-Linie, offene Liquis, Marxisten-Leninisten. Vorgehen des Politbüros auf den Mitgliederversammlungen.

3.) Diskussion:

a) Sind alle der Meinung, dass das Politbüro eine Linie der Liquidierung marxistisch-leninistischer Grundsätze verfolgt, die in der Folge zu einer Liquidierung unserer Partei, als einer bolschewistischen Partei, einer Partei neuen Typs führen wird ( nicht daran aufhängen, wie weit sie es bereits heute noch ist. Wenn ja, Verabschiedung einer

Kieler Erklärung (Manifest, Kommunique etc.) kurz und knapp

Sie müsste beinhalten:

- Charakterisierung der derzeitigen Lage in der Partei. I-p-o-Krise, Zuerrissenheit, keine Aktivitäten, Austritte etc.

- Festlegung, dass es nicht die Schuld der Genossen ist, die zu dieser Lage geführt hat, sondern die Politik des Politbüros, das in Abweichung von Programm und Statut der Partei revisionistisch-trotzkistische Positionen durchzusetzen versucht und eine Liquidierung der Partei (Gratisbeilage zur Gewerkschaft etc.) betreibt.

- Dabei setzt es den Demokratischen Zentralismus außer Kraft. Abwürgen der Kritiken von unten. Außerkraftsetzung des Prinzips von Kritik und Selbstkritik.

- Aufruf an alle Genossinnen und Genossen der Partei den Kampf aufzunehmen zur Verteidigung der marxistisch-leninistischen Grundsätze, zur Reorganisation der Partei auf diesen Grundlagen. Zurückweisung der Lüge des Politbüros, man wolle zu dogmatischen, linkssektiererischen Positionen zurückkehren.

- Forderung auf offene, unzensierte Diskussion sowohl im „Kommunist“ als auch im „Roten Morgen“ über Fragen, die sich mit der Entwicklung der Partei, ihrem Grundverständnis, ihrer Strategie und Taktik und den bestehenden Widersprüchen beschäftigen. Aufhebungen aller Beschränkungen.

- Forderung nach Einberufung des VI. Parteitags für Oktober diesen Jahres. Der Parteitag soll nach ausführlicher, offener, grundlegender Diskussion aller vorliegenden Beiträge und Materialien in der Partei, das Ergebnis dieser Diskussion zusammenfassen und die notwendigen politischen, ideologischen und personellen Konsequenzen ziehen.

- Forderung nach der Einstellung aller laufenden Vereinigungs- bzw. Bündnisverhandlungen.

- Apell an alle Genossinnen und Genossen zwecks Organisierung des Widerstandes gegen die liquidatorisch, revisionistisch- trotzkistische Linie des Politbüros und Zks Kontakt aufzunehmen zu ......... (Kontaktadresse)

4.) Diskussion darüber wie es zur jetzigen Situation kommen konnte.

Standpunkte festhalten. Da es hier sicherlich noch unterschiedliche Einschätzungen geben wird, die die Diskussion noch nicht abschließen.

5.) Beratung des weiteren Vorgehens

a) Herausgabe eines vorerst parteiinternen Informationsorgans „Freies Wort“ oder so ähnlich. Schwerpunkt Information und Organisierung der marxistisch-leninistischen, revolutionären Genossinnen und Genossen. Vorbereitung unserer Anschauungen soweit wir sie nicht im „Roten Morgen“ oder „Kommunist“ unterbringen können. Wahl einer Redaktionskommission – vielleicht drei Mann

b) Sammlung von Adressen, Kartei, Einrichtung eines Spendenkontos. Festlegung (Wahl) der Verantwortlichen

c) Festlegung weiterer zentraler Treffen. Vielleicht das nächste vor den Sommerferien, das übernächste 6 Wochen vor dem 6. Parteitag. Möglicherweise müsste das letzte Treffen aufgegliedert werden: Nord, Süd, West.

d) Eigene Versammlungen in den Landesverbänden. Auf Einladung von Zellen könnte vielleicht der Genosse Ernst oder andere sprechen.

Bei allem, auch bei unserem heutigen Treffen, müssen wir davon ausgehen und feststellen, dass noch nicht alle marxistisch-leninistischen Genossen, alle Revolutionäre, die in Opposition zum Kurs des Zks stehen, erfasst wurden. Wir müssen weiter versuchen, die noch schwankenden, verwirrten Genossinnen und Genossen zu gewinnen. Ob wir auf dem Parteitag eine Mehrheit haben werden, das jetzige Politbüro und ZK abwählen und die Verantwortlichen aus der Partei ausschließen können oder ob wir uns zu diesem Zeitpunkt neu konstituieren werden, hängt von den Umständen, der Reaktion des Politbüros etc. ab.

6.) Ausdiskutieren, wie es mit der Partei - d.h. unserer Partei- weitergehen soll. Strategie und Taktik usw. Die Genossinnen und Genossen sollten sich dazu eigene Gedanken machen und sie, wenn möglich, bis zum nächsten Treffen schriftlich niederlegen.

Achtung: Bei jeder Spaltung, die vielleicht nicht zu vermeiden sein wird, besteht die Gefahr, dass man sich zwar einig ist, wogegen, aber nicht, wofür man ist.

Ende des stichwortartigen Vorgehenspapiers des Genossen Ernst Aust.

 

 



Der „Achtung“ - Hinweis im letzten Satz hatte es wirklich in sich !

Worum es Ernst ging, war klar:

Gegen die Liquidierung unserer marxistisch-leninistischen Partei, sowohl gegen die rechte Liquidierung auf dem Wege der revisionistischen Entartung als auch gegen die „linke“ Liquidierung auf dem Wege ihrer Ersetzung durch die Neugründung einer „blitzsauberen“ Spalterorganisation.

Das war Ernsts Marschroute für den VI. Parteitags – und genau die korrekte Befolgung dieser Marschroute spiegelte sich dann später tatsächlich in den Beschlüssen des VI. Parteitags in Bremen vom 25. und 26. Januar 1986 wider – wie das jeder nachlesen kann. Ernst war auf dem halben Wege dorthin gestorben, aber er erreichte trotzdem sein Ziel: die Partei marschierte wieder auf marxistisch-leninistischem Kurs. Allen Liquidatoren zum Trotz – die bolschewistische Partei hatte sich wie immer als stärker erwiesen !

Natürlich war das kein „Spaziergang“ für die Marxisten-Leninisten. Schnell erhoben die „linken“ Liquidatoren ihren Rattenkopf aus ihren Löchern und überschütteten den Genossen Ernst mit ihren Vorwürfen und Beschuldigungen, die es nicht lohnt, hier alle als „Beweismittel“ heranzuziehen. Die „linken“ Liquidatoren benutzten den Kampf gegen die rechte revisionistisch-trotzkistische Koch-Clique nur dazu, um die KPD/ML zu zerschlagen und stattdessen eine sektiererische, „blitzsaubere“ Spalterorganisation aufzubauen. Für die Kieler Liquidatoren stand fest: „Wir befinden uns heute in einer Situation ähnlich der von 1918 und 1968: Die ehemals revolutionären Parteien waren als Parteien der Revolution unbrauchbar geworden. Es galt damals wie heute: eine neue, wahrhaft marxistisch-leninistische Partei zu schaffen und aufzubauen. Wir Kieler Marxisten-Leninisten haben uns deshalb in einer gemeinsamen Organisation zusammengeschlossen, um diesen Kampf organisiert und erfolgreich aufzunehmen.(...) Wir streben deshalb die Einberufung eines Gründungsparteitages an, mit dem Ziel, der zersplitterten marxistisch-leninistischen Bewegung wieder Programm und Führung zu geben“ [Zitat aus der „Plattform“ der Kieler Liquidatoren - Anmerkung der Redaktion].

Die entscheidende Position des „linken“ Liquidatorentums kam in dem folgenden Satz zum Ausdruck, der von den Kieler und Berliner Liquidatoren geprägt wurde:

„Es geht überhaupt nicht um die folgende Alternative, zwischen denen sich viele Genossen glauben entscheiden zu müssen: Entweder der Schematismus der Jahre 1969 – 78, das häufige Schwanken in grundsätzlichen Fragen, der oft phrasenhafte, unwissenschaftliche Umgang mit dem Marxismus-Leninismus, verbunden mit einer arroganten Haltung Kritiken gegenüber. Oder der `neue Weg` der HDK-Partei mit seinen revisionistischen `Korrekturen` am Marxismus. Nein, es geht darum, die Fehler der alten KPD/ML herauszuarbeiten, den Revisionismus der HDK-Clique entschieden zu bekämpfen und so den revolutionären Marxismus zum Fundament unserer NEUEN Partei zu machen.“ [„Herausgabe“ des „Weg der Partei“ auf der Grundlage eines Kompromissbeschlusses der provisorischen Ortsleitung der Kieler Organisation].

Was hieß denn das? Das hieß doch nichts anderes, als der KPD/ML böswillig zu unterstellen, sie wäre von Anfang an gar keine marxistisch-leninistische Partei gewesen, als stünde ihr Programm und Statut nicht auf marxistisch-leninistischen Grundlagen !!! Das war natürlich klar und deutlich gegen den Genossen Ernst Aust gerichtet, dem Gründer und Vorsitzenden der KPD/ML !!! Das war die Position des „linken“ Liquidatorentums gegen die Partei, gegen die Parteigenossen !!!

Das deckt sich mit dem rechten Liquidatorentum von der „Lebenslüge“ der KPD/ML, das deckt sich mit der Anschauung der Nationalbolschewisten, von dem Marxismus, der nur eine „Fiktion“ der Marxisten sei, und und und...... und das deckt sich haarklein mit der damaligen Linie der abgespaltenen Möllergruppe, die die liquidatorische Auffassung vertrat, die KPD/ML des Genossen Ernst Aust sei „ivom Sektierertum der 70er Jahre in die rechte Entartung der 80er Jahre getorkelt.“ An dieser nati-marxistisch-leninistischen Position hat sich bis heute nichts geändert, auch nicht nachdem sich die Möllergrupe in 3 Fraktionen gespalten hatte. Alle drei Fraktionen halten immer noch am Liquidatorentum – wenn auch in unterschiedlicher Form und Ausprägung - fest. Die Partei hatte damals schon erkannt, dass es zwischen Möller und den Kielern/Berlinern im Wesen keinen Unterschied gab, sondern dass sich die einen von den anderen nur in ihrem taktischen Vorgehen voneinander unterschieden – Zusammenspiel von offenem und verkapptem Liquidatorentum. Was die Kieler Liquidatoren nicht offen erreichten, das versuchte die Möllergruppe mit verdeckten Karten – vergebens. Alle neu gegründeten Spalterorganisationen berufen sich indirekt dem Wesen nach auf die damalige Position der ehemaligen Kieler „linken“ Liquidatoren. Damals richtete sich das Kieler Liquidatorentum gegen den Genossen Ernst Aust, nach seinem Tod gegen den Genossen Wolfgang Eggers. Frecherweise meinen die Liquidatoren, sich im Kampf gegen Wolfgang Eggers auf den Genossen Ernst Aust stützen zu dürfen. Es ist bei diesem Vorgehen nur merkwürdig, dass alle Organisationen, die sich heute auf den Genossen Ernst Aust berufen, seine Schriften verschweigen. Der Genosse Ernst Aust hat es damals mit diesem Zitat von Stalin auf den Punkt gebracht:

„Manchmal lässt man im Kampf gegen die rechte Abweichung die `linke` Abweichung gewähren und schwächt den Kampf gegen sie ab, weil man glaubt, dass sie nicht gefährlich oder nur wenig gefährlich sei. Das ist ein ernster und gefährlicher Fehler. Das ist ein Zugeständnis an die `linke` Abweichung, das für Parteimitglieder unzulässig ist. Es ist um so unzulässiger, als in der letzten Zeit die „Linken“ endgültig zu den Positionen der Rechten hinabgeglitten sind und sich im Grunde genommen von ihnen durch nichts mehr unterscheiden. Wir haben stets erklärt, dass die `Linken` dasselbe sind wie die Rechten, nur dass sie ihre rechte Politik mit linken Phrasen maskieren.“

 


 

 

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