„Hoch die Faust

- für Ernst Aust !“

 

Die Geschichte

des Kampfes des Genossen

Ernst Aust

ist die Geschichte des Kampfes der

KPD/ML,

deren Gründer und Vorsitzender er war.




VIERTER TEIL



Kommen wir nun noch einmal zurück zur Gründung der KPD/ML in der DDR. Bereits in der Gründungserklärung der KPD/ML in Westdeutschland im Jahre 1968/69 hieß es:

„Beide, die westdeutsche Monopolbourgeoisie und die in Ostdeutschland herrschenden Kreise, verraten die sozialen und nationalen Interessen des deutschen Volkes, sie haben sie dem Streben des US-Imperialismus und Sozialimperialismus, der sowjetischen Führungsclique nach Weltherrschaft zum Opfer gebracht. Weder die Bonner noch die Ostberliner Regierung haben das Recht, im Namen des deutschen Volkes zu sprechen. Deshalb ist die proletarische Revolution in ganz Deutschland eine objektive Notwendigkeit.

Wir wissen natürlich, dass der Genosse Ernst sowohl die progammatische (Grundsatz-) Erklärung, als auch die ZK- Erklärung : „Deutschland dem Deutschen Volk“ verfasst hat. Und wir wissen auch, dass ohne die Federführung und die riesigen persönlichen Anstrengungen des Genossen Ernst Aust die Gründungserklärung der Sektion DDR der KPD/ML nicht zustande gekommen wäre, wie wir auch wissen, dass er bis zu seinem Tod aktiv die Zusammenarbeit der drei Sektionen geleitet hat. Wegen ihres kaum einschätzbaren historischen Wertes veröffentlichen wir hier den vollständigen, originalen Wortlaut der



Gründungserklärung der Sektion DDR der KPD/ML

Arbeiter, Bauern, Werktätige in Stadt und Land!



Genossen,

die Sektion der DDR der KPD/ML ist um die Jahreswende 1975/1976 gegründet worden.

Die Gründung der Sektion DDR ist ein glänzender Erfolg des Marxismus-Leninismus, ein großer Fortschritt für die deutsche Arbeiterklasse in ihrem Kampf für die sozialistische Revolution in beiden deutschen Staaten und für die Errichtung des vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands.

Angesichts der revisionistischen Politik der KPD/D“K“P , SED, und SEW hatten sich überall in Westdeutschland und Westberlin die bewussten revolutionären Kräfte der Arbeiterschaft und der Intelligenz zusammengefunden, um getreu der Lehre von Marx, Engels, Lenin Stalin und Mao Tsetung ( Mao wurde 1978 auf Beschluss des IV. Parteitags unserer Partei als Führer des chinesischen Revisionismus entlarvt und seitdem als solcher bekämpft. Die KPD/ML hat vollständig und unwiderruflich mit dem maoistischen Einfluss auf ihre revolutionäre marxistisch-leninistische Linie gebrochen und ist erbitterte Gegnerin des Maoismus. Nach dieser Kurskorrektur im Jahre 1978 stützt sich die KPD/ML als erste marxistisch-leninistische Partei der Welt und als erste Sektion der Komintern/ML auf den Genossen Enver Hoxha als den 5. Klassiker des Marxismus-Leninismus - und auf die Verteidigung des sozialistischen Albaniens des Genossen Enver Hoxha als vorerst letztes Bollwerk der Weltrevolution - Anmerkung des Verf.) den revolutionären Befreiungskampf des Proletariats fortzusetzen, den die Revisionisten in Ost und West verraten haben. Sie waren sich bewusst, dass nur unter der Führung durch eine konsequente, revolutionäre Partei der monopolistische Staatsapparat zerschlagen und dessen reformistischen und revisionistischen Handlangern Einhalt geboten werden kann.

Die Zeit ist längst reif, auch in der DDR den Aufbau einer neuen marxistisch-leninistischen Partei der Arbeiterklasse in Angriff zu nehmen. Schon lange ist die SED unwiderruflich zu einer Partei des revisionistischen Verrats, zu einer bürgerlichen, sozialfaschistischen Partei entartet. Schon lange ist der ehemalige Arbeiter- und Bauernstaat zu einem kapitalistischen Staat geworden, in dem die Arbeiterklasse und alle Werktätigen ausgebeutet und unterdrückt werden. Das ist das Werk der revisionistischen Verräter vom Schlage Ulbrichts und Honeckers und ihren Moskauer Oberherren wie Chruschtschow, Breschnew und Konsorten. Heute herrscht in der DDR die sozialfaschistische Diktatur einer neuen Bourgeoisie. Nur durch eine neue, gewaltsame sozialistische Revolution können wir die sozialfaschistische Herrschaft der Honecker-Clique, die ein Vasall des russischen Sozialimperialismus ist, zerschlagen und die Herrschaft der Arbeiterklasse im Bündnis mit den Bauern und übrigen Werktätigen, die Diktatur des Proletariats wiedererrichten.



Nieder mit dem Verrat des modernen Revisionismus!

Es lebe die marxistisch-leninistische Weltbewegung!

Die KPdSU unter Chruschtschow, die SED unter Ulbricht, die KPD unter Reimann und ihren jeweiligen Nachfolgern, sowie ein großer Teil der anderen kommunistischen Parteien auf der ganzen Welt, haben den Marxismus-Leninismus unter Berufung auf die Lehren von Marx, Engels, Lenin verfälscht und verraten. Sie haben das gemeinsame Programm der internationalen kommunistischen Bewegung, wie es zuletzt in den Moskauer Konferenzen von 1957 und 1960 in einer Deklaration und einer Erklärung nidergelegt wurde, verlassen und vollständig verraten Sie haben die kommunistische Weltbewegung gespalten, sind vollkommen zu bürgerlichen Parteien entartet und haben da, wo sie an der Macht sind, die Diktatur des Proletariats in eine Diktatur einer neuen Bourgeoisie verwandelt.

Die Kommunistische Partei Chinas (siehe kritische Anmerkung weiter oben - der Verf.) und die Partei der Arbeit Albaniens haben von Anfang an konsequent gegen den revisionistischen Verrat einen entschiedenen Kampf aufgenommen und den Marxismus-Leninismus verteidigt. Sie haben an der Generallinie aller kommunistischen Parteien festgehalten, sie verteidigt, Fehler und Schwächen in der Deklaration und Erklärung korrigiert und sie unter den jeweiligen Bedingungen gemäß den marxistisch-leninistischen Grundsätzen weiterentwickelt. Das sozialistische China unter der Führung der KP mit Vorsitzendem Mao Tsteung an der Spitze (ebenda - der Verf.) ist zum Hauptbollwerk der Weltrevolution geworden. Das heroische Albanien ist unter der Führung der Partei der Arbeit mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze zum Leuchtfeuer des Sozialismus in Europa geworden.

Angespornt und ermutigt durch das Vorbild und Beispiel der chinesischen und albanischen Genossen haben die dem Marxismus-Leninismus ergebenen Kommunisten den Kampf gegen den Revisionismus verstärkt. Durch die vollständige und unwiderrufliche Entartung vieler Kommunistischer Parteien waren die Marxisten-Leninisten gezwungen, neue marxistisch-leninistische Parteien aufzubauen. Sie bilden heute, zusammen mit den Parteien, in denen die revisionistische Entartung verhindert werden konnte, die marxistisch-leninistische Weltbewegung.



Nieder mit der revisionistischen Vasallen-Clique in der DDR

Analog zur Machtergreifung der revisionistischen Chruschtschow-Clique der Sowjetunion schritt die schon vorher begonnene revisionistische Entartung in der SED und KPD Ende der fünfziger Jahre voran. Statt Festigung des Sozialismus verfolgte die SED Ökonomismus, die Theorie des materiellen Anreizes. Statt ideologischer Revolutionierung der Massen, Bürokratismus und Förderung bürgerlichen Denkens. Die Revisionisten verwandelten die SED in eine bürgerliche, sozialfaschistische Partei. Sie haben den Sozialismus und die Nation vollständig verraten. Schritt für Schritt verwandelten sie die DDR in einen kapitalistischen, sozialfaschistischen Staat.

Heute ist die DDR ein Staat, in dem die Bourgeoisie die Macht hat, die Arbeiterklasse und die übrigen Werktätigen ausgebeutet und unterdrückt werden. Der Staat als Kollektivkapitalist verwaltet die Produktionsmittel für die sowjetischen Sozialimperialisten und die neue Bourgeoisie im eigenen Land. Obwohl die russischen Sozialimperialisten und neuen Bourgeois nicht nominell Eigentümer der Betriebe sind, holen sie aber die Profite aus den staatlichen Betrieben heraus. Die neue Bourgeoisie setzt sich aus den hohen Partei- und Staatsfunktionären, der Armeeführung, aus Bürokraten, Technokraten und der hochgestellten Intelligenz zusammen. Sie ist eine parasitäre Klasse, die aus der Ausbeutung der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen der Bauern lebt.

Die Ausbeutung der Arbeiterklasse in der DDR unterscheidet sich von der Ausbeutung der Arbeiterklasse in Westdeutschland nicht im Wesen, lediglich in gewissen Formen. Die neue Bourgeoisie, die selbst wirtschaftlich wie politisch dem Diktat des russischen Sozialimperialismus untersteht, hat eine sozialfaschistische Diktatur über die Arbeiterklasse, die werktätigen Bauern und anderen werktätigen Massen errichtet. Dabei wird sie durch die Truppen des Sozialimperialismus gestützt und bedient sich des bürokratischen Polizei- und Staatsapparates und eines ausgedehnten Spitzelsystems. Die Massenorganisationen der Arbeiterklasse und anderer Werktätiger haben diese Sozialfaschisten in Organe zu ihrer Unterdrückung und Kontrolle verwandelt. Während die neue Bourgeoisie die Macht ausübt, den Massen ihren Willen aufzwingt, die Gesetze macht und diktiert, sind die Arbeiterklasse und die übrigen Werktätigen politisch vollkommen entrechtet und versklavt. Die neue Bourgeoisie tritt die nominell noch vorhandenen Rechte und Freiheiten mit Füßen. Auch die sogenannten „gewählten Organe“ befinden sich unter ihrer vollständigen Kontrolle. Die faschistische Diktatur versucht jede Opposition im Keime zu ersticken.



Nieder mit dem sozialimperialistischen Besatzerregime!

Die Sowjetunion von heute ist nicht mehr die Sowjetunion Lenins und Stalins. Durch den revisionistischen Putsch der Chruschtschow-Clique wurde die Sowjetunion in einen kapitalistischen Staat verwandelt, der nur noch dem Namen nach sozialistisch ist.

Die Sowjetunion, einst Hauptbollwerk der Weltrevolution, gehört heute zusammen mit dem US-Imprialismus zu den schlimmsten Feinden. Sie ist heute eine imperialistische Supermacht, ein Bollwerk der Weltreaktion. Während die Machthaber in Moskau ständig Phrasen von Sozialismus, Frieden, Freundschaft und Entspannung im Munde führen, betreiben sie in Wirklichkeit imperialistische Großmachtpolitik. Wie die DDR werden auch andere Länder des RGW und des Warschauer Paktes vom russischen Sozialimperialismus militärisch besetzt gehalten. Mit der sogenannten Theorie der „begrenzten Souveränität“ und der Theorie der „ sozialistischen Integration“ versuchen die neuen Zaren im Kreml ihre Herrschaftsansprüche über diese Länder zu begründen. Der Einmarsch der russischen Sozialimperialisten in die CSSR hat vor den Völkern der ganzen Welt den aggressiven, sozialimperialistischen Charakter der Sowjetunion enthüllt, ebenso ihre Aggressionsakte gegen das sozialistische China.

Auf der ganzen Welt ringen die russischen Sozialimperialisten mit dem US-Imperialismus um die Weltherrschaft. Sie mischen sich auf verschiedene Art und Weise in die Angelegenheiten der Völker und Länder der ganzen Welt ein. Sie streben in alle Bereichen ihre Vorherrschaft an. Dabei stützen sie sich auf die übelsten Reaktionäre und Landesverräter und säen Zweietracht zwischen den Völkern. Während beide Supermächte Abrüstungskonferenzen veranstalten, rüsten sie in Wirklichkeit wie wild auf, sowohl nuklear wie konventionell.

Der russische Sozialimperialismus hat die Länder des Warschauer Paktes, so auch die DDR, zu einem militärischen Aufmarschgebiet gemacht, um von hier aus einen militärischen Schlag gegen Westeuropa zu starten. Er hat in fast allen Teilen der Welt Militärbasen und Flottenstützpunkte errichtet. Seine Kriegsschiffe kreuzen auf allen Weltmeeren, seine Militärberater treiben auf allen Kontinenten ihr Unwesen. Sein Geheimdienst, der KGB, hat sich bei den Ländern und Völkern einen üblen Ruf erworben,, wie der berüchtigte CIA des US-Imperialismus. Der russische Sozialimperialismus, der sich so gern mit dem Glorienschein der „Friedensmacht“ umgibt, ist in Wirklichkeit zur Zeit der aggressivste imperialistische Kriegstreiber. Von seiner Rivalität mit dem US-Imperialismus um die Weltherrschaft geht die Hauptgefahr für einen imperialistischen Weltkrieg aus.

Die DDR ist von den neuen Zaren vollständig versklavt worden. Die sogenannte „Freundschaft mit der Sowjetunion“, von der die herrschende Clique in unserem land ständig redet, ist nur eine Tarnung für die tatsächliche Knechtschaft durch die Sowjetunion, unter der unser Land leidet. Nach dem Wunsch der Herren in Moskau soll diese Knechtschaft ewig andauern. Deswegen ließen sie in der neuen Verfassung aufnehmen, dass die DDR „für immer und unwiderruflich“ mit der Sowjetunion verbunden sei. Besser als dadurch konnte die Honecker-Clique kaum unter Beweis stellen, dass sie nichts anderes ist als ein Befehlsempfänger Moskaus, ein Vasallenregime des Kreml. Die DDR ist vom Sozilaimperialismus besetzt. Sie wird wirtschaftlich von ihm im Rahmen der sogenannten „internationalen Arbeitsteilung“ ausgeplündert. Sie wird gezwungen, für die imperialistischen Interessen der russischen Imperialisten in den Krieg zu ziehen - wie die NVA bereits in Prag mit einmarschieren musste, um die Herrschaft Moskaus wieder durchzusetzen.

„Freundschaft mit der Sowjetunion“ bedeutet heute Verrat an unseren sozialen und nationalen Interessen. Unsere Freundschaft gilt den Arbeitern und Bauern und allen anderen Werktätigen in der Sowjetunion, deren größter Feind ebenfalss die sozialimperialistische Bourgeoisie ist. In unserem Kampf sind sie mit den wahren Kommunisten, den Marxisten-Leninisten an der Spitze, unsere treuen Verbündeten.



Nieder mit der Spaltung der deutschen Nation!

Auf Geheiß Moskaus hat die Honecker-Clique den Begriff der deutschen Nation aus der Verfassung gestrichen. Nach Breschnews Willen soll die deutsche Nation aufgehört haben zu existieren. Es kann durchaus möglich sein, dass die russischen Sozialimperialisten wieder von der Existenz der deutschen Nation und der Notwendigkeit der Wiedervereinigung sprechen, wenn dies ihren imperialistischen Zielen entspricht. Moskau will momentan die Spaltung der deutschen Nation. Mit einem Federstrich soll alles gelöscht werden, wofür die deutschen Kommunisten, dem dringenden Wunsch des deutschen Volkes entsprechend, seit 1945 in dieser Frage eingetreten sind.

Deutschland wurde nach dem II. Weltkrieg durch den US-Imperialismus und die westdeutschen Imperialisten gespalten. Die Sowjetunion Stalins und die deutschen Kommunisten sind für ein vereintes, antifaschistisches, demokratisches und friedliebendes Deutschland auf der Grundlage des Potsdamer Abkomens eingetreten. Nachdem klar geworden war, dass die US-Imperialisten, ihre westlichen Verbündeten und die westdeutschen Imperialisten das Potsdamer Abkommen vollständig gebrochen haben, kämpften die Kommunisten in beiden deutschen Staaten weiterhin für die Einheit der deutschen Nation. Natürlich wollen wir Kommunisten die Wiedervereinigung Deutschlands nicht auf imperialistischer Grundlage, weder unter dem Oberbefehl des russischen Sozialimperialismus, noch unter der Vorherrschaft des westdeutschen Imperialismus und des US-Imperialismus. Erst die sozialistische Revolution in beiden deutschen Staaten schafft die Bedingungen für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland.

Die Lage in Deutschland ist in gewisser Hinsicht ein getreues Abbild der Weltlage, der Aufteilung der Welt in Einflusssphären zwischen den Supermächten und ihres Ringens um die Weltherrschaft. Während die DDR in völliger Abhängigkeit vom russischen Sozialimperialismus ist, gehört Westdeutschland zum Einflussbereich des US-Imperialismus, der große Truppenkontingente dort stationiert hat, einen beträchtlichen Teil des Kapitals kontrolliert und einen starken politischen Einfluss ausübt. Auf deutschem Boden stehen sich die beiden imperialistischen Supermächte waffenstarrend gegenüber. Beim Ausbruch eines imperialistischen Krieges zwischen den beiden Supermächten würde Deutschland in seinem Zentrum liegen, was die physische Existenz unseres Volkes in Ost und West gefährden würde.

Dr Kampf für unsere nationalen Interessen ist darum ein Kampf gegen die gegenwärtig aggressivsten Mächte des Imperialismus, den russischen Sozialimperialismus und den US-Imperialismus. Niemand kann das deutsche Volk daran hindern, in freier Selbstbestimmung den Weg zur Wiederherstellung seiner nationalen Einheit zu beschreiten. Deutschland gehört dem deutschen Volk und sonst niemandem auf der Welt. Weder den amerikanischen Imperialisten und den von ihnen hochgepäppelten westdeutschen Militaristen, noch der sozialimperialistischen Führungsclique der Sowjetunion und ihren Lakaien, der ostdeutschen revisionistischen Führungsgruppe.

Die Zeit wird kommen, da das deutsche Volk sich erheben und Herr seines Landes werden wird. Die deutsche Frage kann nur vom deutschen Volk gelöst werden. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes in einem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland könne herbeigeführt werden durch Wahlen, durch die Verhandlungen beider deutschen Regierungen miteinander, durch den Großmut der Supermächte. Deshalb kann der Weg zur nationalen Einheit nur über die Vertreibung aller Besatzungsmächte von deutschem Boden und den revolutionären Sturz ihrer Lakaien und Bündnispartner in Ost - und Westdeutschland erfolgen.



Es lebe die KPD/ML!

Arbeiter, Bauern, Werktätige in Stadt und Land!

Ohne die Führung durch eine revolutionäre Partei, die gemäß der revolutionären Theorie und dem revolutionären Stil des Marxismus-Leninismus aufgebaut ist, ist es unmöglich, die Arbeiterklasse und die breiten Volksmassen zum Sieg über den Imperialismus und seine Lakaien zu führen, also die russischen Sozialimperialisten zu vertreiben und die revisionistische Clique zu stürzen, um so die Diktatur des Proletariats in unserem Land wiederzuerrichten und schließlich ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland zu schaffen.

Wir rufen euch deshalb auf, den Aufbau der KPD/ML in der DDR zu unterstützen.

Die KPD/ML steht auf dem Boden der revolutionären Theorie von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tsetung (ebenda statt Mao Tsetung = Enver Hoxha - der Verf.).

Die KPD/ML ist die Avantgarde des Proletariats, die die Theorie mit der Praxis verbindet, enge Verbindungen mit den Volksmassen aufrechterhält und den Geist der ernsten Selbstkritik hat.

Die KPD/ML weiß, dass die herrschende Klasse ihre Machtpositionen nicht widerstandslos räumt. Sie zu zerbrechen kann nicht über das Parlament geschehen, sondern nur durch den revolutionären Akt der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates und die Wiedererrichtung der proletarischen Diktatur, der Herrschaft der großen Mehrheit des Volkes.

Die KPD/ML ist sich im Klaren darüber, dass der Weg zur Errichtung der Diktatur des Proletariats in ganz Deutschland lang, voller Schwierigkeiten und harter Kämpfe sein wird. Dieser Kampf wird von jedem einzelnen Genossen höchsten Einsatz, Mut und Opferbereitschaft erfordern.

Wir können und werden diesen Kampf nur gewinnen, wenn wir uns eng mit den Massen verbinden und festes Vertrauen zu ihnen haben, von ihnen lernen und sie mit der scharfen Waffe der marxistisch-leninistischen Theorie wappnen.

Gestützt auf die von uns selbst organisierten Kräfte können wir alle deutschen und ausländischen Reaktionäre in unserem Land besiegen.

Kämpfen wir für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!

Es lebe das ZK der KPD/ML!

Kämpfen wir für die Stärkung der KPD/ML!






Am 24. Februar 1976 wurde in der albanischen Presse die Gründungserklärung der Sektion DDR der KPD/ML bekannt gegeben. Dazu wurde in „Zeri i Popullit“ ein Artikel veröffentlicht und eine Zusammenfassung in Radio Tirana gesendet. Darin heißt es unter dem Titel: “Ein Sieg der Marxisten-Leninisten und revolutionären Kräfte in Deutschland“u.a.:

„Diese Gründung ist ein bedeutendes Ereignis, ein Sieg der deutschen Arbeiterklasse in ihrem Kampf für die sozialistische Revolution. Gleichzeitig ist sie auch ein Sieg ALLER marxistisch-leninistischen und revolutionären Kräfte für die Sache der Revolution, und des Sozialismus gegen den modernen Revisionismus, gegen den Imperialismus und die Reaktion.“

„Zeri i Popullit“ betont, dass die Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern „vor der historischen Notwendigkeit (steht), wieder das Schlachtfeld zu betreten und den entschlossenen Kampf aufzunehmen, um die Verrätercliquen zu stürzen und hinwegzufegen, erneut die proletarische Revolution durchzuführen und die Duktatur des Proletariats wiederherzustellen. Das verlangt Mut und Opfer. Verlangt in erster Linie und vor allem, dass sich die wirklichen Revolutionäre in neuen, marxistisch-leninistischen Parteien organisieren, die das Proletariat und die übrigen werktätigen Massen mobilisieren und den allgemeinen Aufstand organisieren und zum Sieg führen müssen. Ein neues Beispiel in dieser Hinsicht ist die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML (...)

Die albanischen Kommunisten, unsere Arbeiterklasse und unser ganzes Volk“, schließt „Zeri i Popullit“ ,“freuen sich aus ganzem Herzen über die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML und begrüßen sie flammend. Die Partei der Arbeit Albaniens, hat Genosse Enver Hoxha betont, wird die marxistisch-leninistische Bewegung, alle, die gegen Imperialismus und Revisionismus für den Sieg der Revolution und des Sozialismus kämpfen, mit all ihren Kräften und Möglichkeiten unterstützen. Das sozialistische Albanien entbietet den deutschen Marxisten-Leninisten und allen Revolutionären zur Gründung der Sektion DDR der KPD/ML revolutionäre Grüße und wünscht ihnen, neue Siege in der sozialistischen Revolution zu erringen.“

Rund 2300 Menschen waren gekommen, um in Dortmund auf der Großveranstaltung die Gründung der KPD/ML in der DDR zu feiern. Wenn auch die Genossen der DDR nicht nach Dortmund kommen konnten - in Gedanken nahmen auch sie an der Veranstaltung teil.

Wie traurig ist es auch für uns alle, dass unser Genosse Ernst Aust, der am 25. 8. 1985 starb, die Erfolge all seines Mühens und Strebens nicht mehr miterleben konnte - die Befreiung vom Joch des russischen Sozialimperialismus und vom sozialfaschistischen Staat der DDR- Bourgeoisie durch die anti-sozialfaschistische Revolution der Werktätigen der DDR. Wenn es welche gab, die beim Sieg der Befreiung vom verhassten revisionistischen Ausbeuter - und Unterdrückerstaat schon in der Geburtstunde dieses großen historischen Ereignisses aktiv dabei waren und in all den schweren Jahren der Verfolgung, Folterung und Unterdrückung an vorderster Front unter den schwierigsten illegalen Bedingungen großen Mut und tiefste Opferbereitschaft bewiesen haben, dann waren das die Genossen der Sektion DDR ! Dann waren das die Genossen der Partei in ganz Deutschland und in der ganzen Welt - an der Spitze das sozialistische Albanien -, die sie solidarisch in ihrem gefährlichen Kampf unterstützten, dann war das an der Spitze der führende Inspirator, der größte Kämpfer für die Interessen des deutschen Volkes nach dem zweiten Weltkrieg: der Genosse Ernst Aust, Gründer und Vorsitzender der KPD/ML! Das Verdienst um den höchsten historischen Ehrenplatz für den Kampf zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes nimmt der Genosse Ernst Aust ein - und sonst keiner ! Sein Ziel der sozialistischen Revolution, der Errichtung der Diktatur des Proletariats, und der Schaffung eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands, das Vermächtnis des Genossen Ernst Aust zu erfüllen, ist für uns eine Ehrensache. Wir werden sein Werk zu Ende führen ! Es leben die beiden Führer der deutschen Arbeiterklasse Ernst Thälmann und Ernst Aust: - zwei vereinigte Stimmen und Fäuste der deutschen Nation !

Die Veranstaltung war geprägt von der großen Begeisterung, die die Gründung der Sektion DDR unter allen fortschrittlichen Menschen ausgelöst hat. Für die Unterstützung der Genossen in der DDR wurden auf der Großveranstaltung 13 000 DM gespendet. Höhepunkt der Veranstaltung war die Rede des Genossen Ernst Aust, aus der wir Auszüge hier veröffentlichen ( ROTER MORGEN Nr. 12 , 20. März 1976). Es sei angemerkt, dass wir die Verdienste des Genossen Ernst Aust für den Kampf der Sektion DDR auch speziell an seinem 67. Geburtstag - am 12. 4. 1990 - im ROTEN MORGEN Nr. 5/ Mai 1990 würdigten und Teile aus seiner Rede abdruckten. Das hatte seinen Grund, denn wir kämpften zu jener Zeit nach der Wende für die Sammlung der Parteikräfte in ganz Deutschland und bemühten uns dringend um Kontakte zu den Sektionsgenossen, ohne die die Partei des Genossen Ernst Aust nur schwerlich wieder zu reorganisieren war. Denn: Reorganisierung der Partei konnte in diesem Augenblick nur heißen: Vorbereitung der Überleitung der anti-sozialfaschistischen Revolution hin zur sozialistischen Revolution. d.h., den Sozialismus aus den Fängen der Sozialfaschisten zu befreien und eine Front zu bilden, mit der sich die Werktätigen der DDR gegen ihre Einverleibung durch den massiv anrollenden westdeutschen Imperialismus und alten Revanchismus revolutionär zur Wehr setzen konnten. Zu dieser Kraft konnte die Partei aber nur werden, wenn sie diejenigen Kräfte um sich vereint, die absolut und eindeutig für einen vom Sozialfaschismus gereinigten Sozialismus einzutreten bereit waren. Dieser Weg ist nicht leicht, denn das Gift des Revisionismus kann man nicht von heut auf morgen los werden, genauso wie es fast 30 schwere Jahre brauchte und viele Opfer kostete, bis das deutsche Volk stärker war als Betonmauer und Stacheldraht! Dieser Weg ist von Anfang an mit Enttäuschungen und Irrwegen gepflastert, aber der Kampf der alten Sektion DDR wird siegreich zu Ende geführt werden. Der Kampf gegen die Hinterlassenschaften des Sozialfaschismus ist heute immer noch Teil des revolutionären Kampfes zum Schutz der nationalen und sozialen Interessen des deutschen Volkes. Spielten die Sozialfaschisten jahrzehntelang die Lakaien des russischen Sozialimperialismus, so biederten sich diese Wendehälse nach dessen Zusammenbruch als Lakaien des westdeutschen Imperialismus an und versuchen mit ihren Diensten gegen die KPD/ML, ihr altes Spitzel-Dasein weiter zu fristen. Und dem deutschen Imperialismus kommen die Erfahrungen des Stasi im Kampf gegen die KPD/ML gerade recht, sieht er doch die revolutionäre Situation in Deutschland immer schneller herannahen, weiß der deutsche Kapitalismus doch selber all zu gut, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Er versucht sich noch immer vergeblich vom Joch des ausländischen Kapitals zu befreien. Diese Arbeit werden wir ihm abnehmen, aber gleichzeitig werden wir ihm auch dabei helfen, sich von sich selbst zu befreien durch unsere sozialistische Revolution, die den Kapitalismus niederstreckt und auf seinen Trümmern ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland erbauen wird. Das wird er natürlich nicht ohne Gegenwehr hinnehmen, sondern sich mit allen Klauen dagegen wehren, wenn wir ihm die privat angeeigneten Produktivkräfte Stück für Stück entreißen und in Volkseigentum verwandeln, damit es in Deutschland wieder aufwärts gehen kann. Der Kampf gegen die Verschmelzung von Faschismus und Sozialfaschismus in Deutschland ist noch lange nicht zu Ende und er wurde auch von der KPD/ML nach dem Tode des Genossen Ernt Aust in aller Schärfe und Entschiedenheit fortgesetzt, wenn auch Fehler dabei gemacht wurden. Sozialer Faschismus oder faschistischer Sozialismus das sind zwei Seiten einer Medaille. Der deutsche wiedervereinigte Faschismus wird erst tot sein mit dem Sieg der deutschen sozialistischen Revolution!

Um die Jahreswende 1990/1991 setzte die KPD/ML mit national vereinten Kräften den Weg des Genossen Ernst Aust fort, wenn diese auch von der Mitgliederzahl her äußerst schwach waren. Als die Gruppe KPD/Stuttgart in Magdeburg, dem verfluchten Ort des StaSi-Vorpostens zur Liquidierung der DDR Sektion, sich erdreistete, unseren dreißigsten Jahrestag mit ihrer scheußlichen Veranstaltung dort zu vergewaltigen, um ihren Triumph über die KPD/ML zu feiern (hätten sie sich erlaubt, Bilder des Genossen Ernst Aust aufzuhängen, dann hätten wir sie ihnen abgerissen - aber anscheinend hielten sie es wohl damals nicht für opportun, Ernsts Würdigung zu heucheln) Diese Schmach wollten wir nicht kampflos hinnehmen. Wir schnappten uns Kafka, einen der damaligen schmutzigen Verräter in der Partei, die dem Nationalrat des Genossen Ernst Aust das Messer in den Rücken gejagt hatten und der unter dem Schutz der Gruppe KPD/Stuttgart immer noch auf freiem Fuß war. Wir packten ihn am Kragen und gaben ihm im ruhigen aber festen Ton zu verstehen: „Was du dem Genossen Ernst Aust und unserer Partei angetan hast, dafür wirst du noch büßen, das versprechen wir dir ! “ - Eine halbe Stunde später hielt uns die Polizei auf offener Straße fest, nachdem der Ordnerdienst der Gruppe KPD/Stuttgart sie mit ihren Walky Talkies auf unsere Fährte gehetzt hatte. Ihr Chef war einer der treuen Diener der Abteilung Mischa Wolfs, Herbert Polifka, der sich heute immer noch mit seiner „Zelle Ernst Aust“ für seinen Verrat in der ganzen Welt als „Held der KPD/ML Sektion DDR“ feiern lässt. Eines sind wir unseren ehrlichen, heldenhaft kämpfenden DDR Sektionsgenossen schuldig: Wir werden nicht eher aufhören, bis wir solche Ratten aus dem letzten sozialfaschistischen Rattenloch getrieben und ausgeräuchert haben, die Täter waren und sich noch als Opfer feiern lassen. Sollen die alt gewordenen „modernen“ Revisionisten ruhig in ihr frisches neo-revisionistisches Mäntelchen schlüpfen, sollen sie sich ruhig als „Anhänger der KPD/ML und des Genossen Ernst Aust“ ausgeben und alle Schmeißfliegen gegen den allseits „verhassten“ Genossen Wolfgang Eggers zusammenrufen! Ihr könnt zwar damit ehrlichen Kommunisten eine Zeit lang Sand in die Augen streuen, aber irgendwann werden sie sich gegen euch stellen und auf unserer Seite kämpfen. Wie wollt ihr das verhindern? Wir kämpfen für die Einheit der Marxisten-Leninisten von unserer Partei aus. Es ist doch klar, dass wir genau darauf achten werden, wer reinen Herzens und reinen Gewissens zu uns zu kommen beabsichtigt, und wer sich den Zutritt zu unserer Partei ergaunern will, nur um wieder seine jahrzehntelange opportunistische Zersetzungsarbeit zu Ende zu führen. Der Feind wird nie aufgeben, unsere Partei von innen zu liquidieren. Das hat sich nach 35 Jahren bei uns herumgesprochen. Wie gesagt, es gilt im Jahre 2003 das Gleiche wie im Jahre 1971 : „Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren!“ Wir haben 35 Jahre Erfahrungen im Kampf zum Schutz unserer Partei gesammelt. Schön und gut, wir wissen, dass ihr genauso lange Zeit hattet, Erfahrungen gegen uns zu sammeln, aber ihr seid damals besiegt worden, heute seid ihr besiegt worden und ihr werdet auch in Zukunft besiegt werden. Ein Liquidator wird seiner gerechten Strafe niemals entgehen können, das ist auch ein Gesetz der bolschewistischen Partei. Wir kriegen euch alle zu fassen, das schwören wir euch! Wer die Interessen der KPD/ML, der deutschen Arbeiterklasse, des deutschen Volkes verrät, wer den Genossen Ernst Aust angreift, egal ob mit Dreck oder mit Honig, der wird nicht lange ungestraft herumlaufen. Eure Mordanschläge gegen uns sind euch missglückt. Durch unseren taktischen Rückzug seid ihr ins Leere gestoßen und wir haben zurückgeschlagen, Auge um Auge und Zahn um Zahn. Seht, wo Möller gelandet ist! Um „Arbeit und Zukunft“ braucht er sich keine Sorgen zu machen; um seine Pension und sein Seelenheil werden wir uns schon noch kümmern. Nach 100 Jahren wird niemand mehr etwas über Möller und seine Dreckkübel wissen, aber der Name des Genossen Ernst Aust wird für immer in den Herzen der deutschen revolutionären Proletarier lebendig sein, dafür werden wir sorgen.

Wir haben inzwischen bis in den letzten Winkel unsrer Partei den gesamten Dreck, der sich im Laufe der ganzen Geschichte an uns rangeheftet hatte und uns am vorwärtsmarschieren hinderte, ausgefegt und von Grund auf alles gereinigt - wir werden nicht aufhören, dies immer wieder zu tun, wann immer wir das für notwendig halten. Wir werden unseren Dirigentenstab niemals in eure Hände geben und nach eurer Nase tanzen, vergesst das nicht! Ihr könnt euch verstecken, wo ihr wollt - ihr seid schon lange abgeurteilt, ihr braucht nur noch auf die Vollstreckung warten! Vergesst nicht, dass die deutsche Arbeiterklasse und das ganze deutsche Volk eines Tages von eurem Verrat erfahren wird, und es bedarf nur eines kleinen Fingers und von euch bleibt nicht mal eine Spur zurück. Wenn uns die deutsche Arbeiterklasse, wenn uns der Genossen Ernst Aust, etwas vorwerfen kann, dann dies: Wir haben euch alle viel zu lange mit Samthandschuhen angefasst und falsche Rücksicht genommen. Wir meinen nicht die ehrlichen Genossen in euren Spalterorganisationen, sondern wir meinen die Parteifeinde, die von Anfang an all die 35 Jahre nur damit beschäftigt sind, uns dabei zu hindern, diesen Ausbeuter- und Unterdrückerstaat zu zerschlagen und die Diktatur des Proletariats zu errichten. Um uns zu schaden, um ihre Gruppierungen am Leben zu erhalten und ihre Eitelkeit nicht zu verletzen, da ist es ihnen völlig gleichgültig, was aus der sozialistischen Revolution wird. Sie sind nicht fähig und nicht willens zu begreifen, dass alles, was sie gegen uns unternehmen, nicht nur der KPD/ML schadet, sondern auch dem ganzen deutschen Volk, den unterdrückten und ausgebeuteten Massen, die sich nach der Kraft sehnen, mit der sie sich befreien können vom Kapitalismus. Spalten dient nur dem Klassengegner, etwas anderes erreicht ihr damit nicht. Wenn wir den Sozialismus erkämpft haben, dann werdet ihr diejenigen sein, auf die die Arbeiter spucken, wenn das Urteil über euch milde ausfallen sollte! Davor habt ihr Angst und deswegen kämpft ihr lieber gleich gegen die KPD/ML, um eurer Schmach zu entgehen. Lest aufmerksam und prägt es euch ein, was der Genosse Ernst 1976 in der Dortmunder Westfalenhalle zu uns Genossen, die wir da waren, sagte - erinnert euch!!

„Liebe Kollegen, Freunde, Genossinnen und Genossen, ich freue mich, heute und hier aus der Westfalenhalle in Dortmund in unserer aller Namen unseren in der DDR unter den schwierigen Bedingungen der Illegalität kämpfenden Genossen der Sektion unserer gemeinsamen Partei, der Kommunistischen Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten, die heißesten und herzlichsten Kampfesgrüße entbieten zu können. Wir die Gründung der KPD/ML um die Wende des Jahres 1968/69, so ist auch die Gründung der Sektion DDR unserer Partei um die Jahreswende 1975/76 ein historischer Akt, ein glänzender Erfolg des Marxismus-Leninismus, ein großer Fortschritt für die deutsche Arbeiterklasse in ihrem Kampf für die sozialistische Revolution in beiden deutschen Staaten und für die Errichtung eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands.

Unser Dank an dieser Stelle gilt auch den Genossen unserer Partei, die schon seit über zwei Jahren in unermüdlicher Kleinarbeit, ungeachtet der damit verbundenen Gefahren, die Kontakte zu unseren Genossen drüben knüpften und festigten. Vor allem aber gilt unser Dank jener Stimme, die trotz faschistischer Zensur, trotz massiver Störversuche, Tag für Tag die Arbeiterklasse, die Werktätigen der DDR erreicht, die Stimme von RADIO TIRANA, der Stimme des Leuchtfeuers des Sozialismus in Europa, der Stimme der Volksrepublik Albanien und seinem ruhmreichen, prinzipienfesten, marxistisch-leninistischen Partei der Arbeit mit dem Genossen Enver Hoxha an der Spitze.“

Genosse Ernst setzte seine Rede fort:

„ Anders als nach dem I. Weltkrieg wurde der Hitlerfaschismus zerschlagen, ohne dass die breiten Massen des werktätigen deutschen Volkes sich zum revolutionären Kampf erhoben, sich im Geist der proletarischen Revolution zusammengeschweißt hätten (dazu hätte es einer KPD des Genossen Ernst Thälmanns bedurft, die aber leider rechtzeitig von vereinten Kräften des Faschismus und Sozialfaschismus manövrierunfähig gemacht wurde - der Verf.).

(...) Doch es gab eine große Hoffnung für das deutsche Proletariat, das war die siegreich aus dem Krieg hervorgegangene große sozialistische Sowjetunion unter der Führung des Genossen Stalin. Da der Hitlerfaschismus Instrument des deutschen Finanzkapitals hauptsächlich durch die sozialistische Sowjetunion zerschlagen worden war, war die Sowjetunion stark genug, gegenüber den imperialistischen Alliierten das Potsdamer Abkommen durchzusetzen. Dieses Potsdamer Abkommen enthielt Bestimmungen, die für die Vorbereitung und Durchführung der proletarischen Revolution in Deutschland günstige Bedingungen schufen. Es wurden Maßnahmen beschlossen, die bei ihrer Durchführung die weitgehende Liquidierung des deutschen Imperialismus bedeutet hätten. Sie ( die westlichen Imperialisten - der Verf.) hatten zwar ein Interesse an der Ausschaltung eines Konkurrenten, allerdings nicht unter den Bedingungen, die zu einem sozialistischen Deutschland geführt hätten. (...) Um ihre verlorene Macht zu retten, war die deutsche Monopolbourgeoisie zu jedem Zugeständnis bereit. Da sie sich nicht mehr imstande sah, ganz Deutschland ihrer kapitalistischen Herrschaft zu unterwerfen, sabotierte sie mit Hilfe des US-Imperialismus das Potsdamer Abkommen, sprengte sie die Einheit der Nation, löste sie Westdeutschland aus dem Nationalverband der Deutschen heraus und unterwarf es den Interessen des amerikanischen Finanzkapitals. Dieser Spaltungspolitik der westdeutschen Monopolbourgeoisie unter der Führung der US-Imperialisten, stellte damals die KPD die korrekte Losung von der Errichtung der antifaschistisch-demokratischen Ordnung entgegen. Diese Losung bedeutete keinesfalls eine Revision der Losung vom revolutionären Ausweg aus der Krise. Sie stellte vielmehr die korrekte Taktik des Herangehens an die sozialistische Revolution unter den damaligen Bedingungen in Deutschland dar. (...) Die Deutung der anti-faschistisch- demokratischen Ordnung als eigenständige `demokratische` strategische Periode ist revisionistisch und wurde von Ulbricht entwickelt. (Wir) sind nicht (...) in den Fehler verfallen, die soziale Frage der nationalen Frage unterzuordnen, sondern haben klipp und klar erklärt(in der ZK Erklärung `Deutschland dem deutschen Volk`, 1973 - der Verf.), `dass ihre Lösung untrennbar verbunden ist mit der allgemeinen Frage der sozialistischen Revolution`.

Damals Ende der 40iger, Anfang der 50iger Jahre stellte sich die nationale Frage unter den besonderen Bedingungen des Potsdamer Abkommens. (...) Von da bis zur Errichtung der sozialistischen Macht in ganz Deutschland wäre es nur noch ein kleiner Schritt gewesen. (...)

Die Voraussetzungen für die Errichtung des Sozialismus in der DDR war die bewaffnete Zerschlagung des deutschen Imperialismus in der DDR vor allem durch die Rote Armee. Unter dem Schutz der Roten Armee entstanden die proletarischen Kampfverbände. (...) Die Genossen, die damals diese Verhältnisse kennengelernt haben, werden noch wissen, wie Sabotage verübt wurde, wie Kommunisten in der DDR ermordet wurden. Diese Schwierigkeiten konnten nur überwunden werden, wenn es gelang die unverbrüchliche Einheit zwischen dem Proletariat und seinen Verbündeten zu schmieden. Die Voraussetzung dafür war die stählerne Einheit von Partei und Arbeiterklasse. (...) Mit den sozialdemokratischen Genossen kam (...) der Sozialdemokratismus, der revisionistische Wurm in die Partei hinein (...). Und dennoch war der sozialistische Aufbau der DDR in den ersten Jahren ein großer Erfolg. Er war unsere große Hoffnung.“

Den Kritikern der Gründung der Sektion DDR unserer Partei gab Genosse Ernst Aust die gebührende Antwort. Diese hatten nur fadenscheinige Ausreden und ohnmächtige Schimpfworte parat:

„Wörtlich haben die geschrieben (Trotzkisten vom KB Nord - der Verf.): `Es liegt auf der Hand, dass die gesamte Sektion DDR der KPD/ML nichts weiter ist, als ein Schreibtischprodukt des schon immer phantasiebegabten ML-Vorsitzenden Ernst Aust.`

Nun, das kann niemand wundern, wir kennen diese Leute. Vielleicht ist auch die KPD/ML so ein Schreibtischprodukt, das irgendwo in der Gegend herumflattert.

Aber auch die GRF, die sich KPD nennt, hat sich nicht entblödet, in das gleiche Horn zu stoßen. Wörtlich heißt es (..): `der Verdacht drängt sich auf, dess es sich bei dieser Sektionsgründung um ein taktisches Manöver vom Schreibtisch aus handelt, das nur den Zweck hat, die Verhandlungspositionen der KPD/ML gegenüber unserer Partei zu verbessern, das also einem kleinbürgerlichen Konkurrenzkampf entsprungen ist`.

Das ist schon ein Hammer, das muss man zweimal lesen. Wie stellen sich diese Leute eigentlich die Einheit der Marxisten-Leninisten vor? Als Schacher? (...) Wir sagen ganz offen: Wenn sie so weitermachen wollen, wenn sie nicht den Kampf um die Prinzipien des Marxismus-Leninismus führen, (...) sagen wir ihnen ganz klar und ehrlich: dann können sie uns kreuzweise!

Honecker hat gesagt, er sei der Meinung, dass er den Kommunismus noch erleben werde. Ich bin der Meinung, dass er noch untertrieben hat. Der Honecker lebt schon im Kommunismus, nur die Arbeiter nicht!

Da gibt es Leute , z.B. von der `Strömung` , die behaupten, wir seien Revanchisten, weil unsere Partei in ganz Deutschland kämpft. (...) Wenn die deutsche Arbeiterklasse in West und Ost sich gegenseitig in ihrem Kampf (...) unterstützt, dann ist das die Klassensolidarität einer Arbeiterklasse, nämlich der deutschen. (...)

Wir haben nun eine marxistisch-leninistische Partei, die KPD/ML, für ganz Deutschland. Sie hat ein Zentralkomitee, in dem prinzipiell Mitglieder der einzelnen Sektionen unserer Partei (Bundesrepublik, Westberlin, DDR) vertreten sind. Das ZK bestimmt die strategische Linie des Kampfes für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, in taktischen Fragen, die die Führung des Klassenkampfes in der DDR, der Bundesrepublik oder in Westberlin betreffen, besteht natürlich eine gewisse Selbständigkeit der Sektionen. (...) Die Taktik des Kampfes ist in vielerlei Hinsicht in Westdeutschland und der DDR verschiedenen. Was uns aber verbindet, sind die Prinzipien des Marxismus-Leninismus, ist unser gemeinsames Programm und die gemeinsame Führung durch das Zentralkomitee sowie die Durchführung der gemeinsamen Beschlüsse im Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland.

(.:.) Für eine REVOLUTIONÄRE Nationale Front sind wir (...) schon in der Erklärung unseres Zentralkomitees von 1973 eingetreten. Sie ist ein Hebel, um breite Massen über den Kampf gegen die beiden Supermächte und für die nationale Einheit, für den Kampf für den Sozialismus zu gewinnen. Diese Front brauchen wir. Vor allem aber brauchen wir die revolutionäre Einheitsfront (...) unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Kommunistischen Partei zum Sturz der eigenen Bourgeoisie.(...) In diesem Sinne, Genossen, möchte ich schließen und heiße, brüderliche Kampfesgrüße unseren Genossen, die jetzt in der DDR zusammensitzen, übersenden.“



Hier anschließend die vollständige Grußadresse der Sektion DDR der KPD/ML zur Großveranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle:

„Genossen, wir grüßen auf das Herzlichste das ZK der KPD/ML mit Genossen Ernst Aust an der Spitze, sowie alle anwesenden Genossen und Sympatisanten unserer Partei. Die herrschende Verräterclique in der DDR hindert uns daran, selbst anwesend zu sein und zu euch zu sprechen, doch sie kann nicht verhindern, dass in diesem Augenblick unsere Herzen und Gedanken bei euch sind. So bedanken wir uns auf diesem Wege beim ZK und allen anderen Genossen, die uns bei der Vorbereitung der Gründung der Sektion unterstützt haben und uns weiter wichtige Hilfen geben werden.

Die Gründung unserer Sektion war ein besonderes Ereignis, Der Weg, der bis zur Gründung gegangen werden musste, war nicht einfach, doch das Studium der Werke von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao Tsetung sowie die Hilfe der Partei ermöglichte es uns, den richtigen Weg einzuschlagen. Die Bedingungen, unter denen wir leben und kämpfen müssen, sind die einer sozialfaschistischen Diktatur, wie sie uns von der verräterischen Honecker Clique und ihren Oberherren, den neuen Zaren im Kreml aufgezwungen wurden. Das bedeutet für uns, dass wir ausgerüstet mit der scharfen Waffe des Marxismus-Leninismus bei unserer Arbeit größte Wachsamkeit üben und die Grundsätze der Illegalität streng befolgen müssen.

Genossen, lasst uns gemeinsam den Kampf führen für die Errichtung der Diktatur des Proletariats in beiden Teilen Deutschlands und für ein geeintes, sozialistisches Deutschland. Der Weg dorthin wird schwer und voller Opfer sein, doch der erste Schritt ist getan und niemand kann unsere gerechte Sache mehr aufhalten.

Es lebe unsere Partei, die KPD/ML!

Es lebe das ZK der KPD/ML mit Genossen Ernst Aust an der Spitze!

Mit proletarischem Gruß - Sektion DDR der KPD/ML



Viele Bruderparteien sandten Grußadressen,

so die Marxistisch-Leninistische Partei der Niederlande:

Darin heißt es u.a.:

„Mit großer Freude begrüßen wir die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML. Unserer Meinung nach handelt es sich hier um ein historisches Ereignis, weil damit zum ersten Mal eine marxistisch-leninistische Partei gleichzeitig in einem revisionistischen und einem kapitalistischen Staat tätig ist. Die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats in der DDR und die Erringung des Sieges über den westdeutschen Imperialismus ist die einzige Lösung der nationalen Frage in Deutschland.(...) Wir freuen uns, dass die KPD/ML unter der Führung ihres Vorsitzenden Genossen Ernst Aust, diese Aufgabe entschlossen wahrnimmt (...)

Es lebe die Freundschaft zwischen der Arbeiterklasse Deutschlands und den Niederlanden!

Es lebe die KPD/ML mit ihren drei Sektionen!

Es lebe der Genosse Ernst Aust, Vorsitzender der KPD/ML !

Zentralkomitee der Marxistisch-Leninistischen Partei der Niederlande, der Sekretär C. Petersen, Haarlem, 14. Februar, 1976“



Grußadresse der Revolutionären Arbeiter-Bauernpartei der Türkei (TIIKP):

Darin wird betont:

„Die Gründung der Sektion unserer Bruderpartei, der KPD/ML, in der DDR begrüßen wir begeistert.(...)

Dieser neue Schritt, den ihr im Kampf gegen den Sozialimperialismus und die revisionistische Clique in Ostdeutschland gemacht habt, ist nicht nur ein Beitrag für die Sache der Befreiung und der Revolution des deutschen Volkes, sondern auch für die Befreiungs- und Revolutionskämpfe der Völker der ganzen Welt.(...) Genossen, wir gratulieren zu Eurem Erfolg mit internationalistischen Gefühlen und senden euch allen, besonders unseren Genossen, die in Ostdeutschland unter der Unterdrückung der sozialfaschistischen Diktatur das Kampfbanner erheben, unseren kommunistischen Gruß.

Zentralkomitee der Revolutionären Arbeiter-Bauernpartei der Türkei (TIIKP)“



Ausschnitt aus der Grußadresse der Revolutionären KP Chiles (PCR) zur Gründung der Sektion DDR der KPD/ML vom April 1976:

„Die Gründung eurer Sektion in der DDR ist ein direkter Schlag gegen den Sozialimperialismus und den internationalen Revisionismus, sie ruft die Arbeiterklasse und das Volk in der DDR auf, sich aktiv und konsequent diesem Kampf anzuschließen, der heute eine weitreichende historische Bedeutung hat. Wir beglückwünschen euch herzlich zu diesem wichtigen Sieg und wünschen euch neue und größere Erfolge im revolutionären Kampf.“ - ZK der PCR“.

Im März 1976 unterzeichnen der Genosse Ernst Aust und der Neo-Revisionist Kazimirz Mijal eine Erklärung der KP Polens und der KPD/ML zu den „deutsch-polnischen Vereinbarungen“. Als die Beratungen im März 1976 mit der KPP stattfanden, ahnte der Genosse Ernst noch nicht, dass die KPP - zunächst Freund Enver Hoxhas und der marxistisch-leninistischen Bruderparteien in der ganzen Welt - auf die Seite des chinesischen Revisionismus überwechselte und Albanien und damit alle Marxisten-Leninisten aufs Übelste beschimpfte und verriet, während er sich noch auf dem 6. Parteitag der PAA als großen marxistisch-leninistischen Führer Polens feiern ließ. Enver bezeichnete Mijal später als „bankrotten Winkeladvokat“ und „Lakai“ der verrotteten chinesischen Linie (14. Februar 1977, „Betrachtungen über China“) . Auch in der Geschichte der KPD/ML, auch in den internationalen Beziehungen, die der Genosse Ernst Aust knüpfte, gab es eine ganze Reihe solcher „Freunde“, die sich hinterher als Feinde entpuppten. Mijal war also kein Einzelfall, und der KPD/ML blieben negative Erfahrungen nicht erspart. Wenn man über die Geschichte des Genossen Ernst Aust und über die KPD/ML schreibt , kann man nicht nur die positiven Erfahrungen herausstreichen, sondern muss auch auf die schlechten hinweisen, damit wir darausdie nötigen Lehren ziehen können.





Zum 105. Jahrestag der Pariser Kommune, der ersten Diktatur des Proletariats in der Geschichte, die von den französischen und deutschen Imperialisten blutig niedergeschlagen wurde, demonstrierten in Paris am 21. März 1976 etwa 3 000 Menschen. An der Spitze des Zuges, zu dem die Französischen Kommunisten / Marxisten-Lninisten aufgerufen hatten, marschierte auch Genosse Ernst Aust, Vorsitzender unserer Partei. Der Zug bewegte sich zum Friedhof, auf dem die Ermordeten der Kommune begraben liegen. Hunderte defilierten schweigend an der Hinrichtungsmauer vorbei, vor der die besten Kämpfer des französischen Proletariats damals ermordet wurden, die Faust erhoben, und gelobten, das Erbe der Kommune fortzusetzen bis zum endgültigen Sieg der Diktatur des Proletariats. Genosse Jaque Jurquet und Genosse Ernst Aust legten vor dieser Mauer Blumen nieder.



Am 16. April 1976 feiert die KPD/ML den 90. Geburtstag Ernst Thälmanns. Unter der Überschrift: „Stimme und Faust der Nation“

„Mehr denn je muss in dieser Periode jeder deutsche Kommunist, jedes Parteimitglied, jedes Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes, jeder revolutionäre Arbeiter stets und unverrückbar das Bild des Hamburger Oktoberkämpfers vor Augen haben: kaltblütig, todesverachtend, der Sache der Arbeiterklasse grenzenlos ergeben, das Gewehr in der Hand, vor sich die Barrikade, zum Empfang des Feindes bereit und den Blick auf ein einziges Ziel gerichtet, auf das größte, stolzeste Ziel, das es für einen Kommunisten gibt: DIE DIKTATUR DES PROLETARIATS.“

Was Ernst Thälmann hier beschrieb, das hat er selbst als Führer des Hamburger Oktoberaufstandes 1923 vorbildlich gelebt und gekämpft bis in den Tod. Im KZ Buchenwald ermordet, aber nicht gebeugt und nicht gebrochen! Vorwärts im Geiste Ernst Thälmanns und Ernst Austs!

Voller revolutionärer Begeisterung feierte die KPD/ML den 1. Jahrestag der Befreiung Kambodschas. Auf der Festveranstaltung in Hamburg versammelten sich am 1. April 800 Freunde und Genossen. Es sprach der Genosse Ernst Aust, Vorsitzender der Partei. In seiner Rede, die immer wieder von Beifall und revolutionären Parolen unterbrochen wurde, prangerte er die westdeutschen Imperialisten an, die dem Vertreter des Demokratischen Kambodschas die Einreise in die Bundesrepublik und die Teilnahme an der Veranstaltung verweigert hatten. Die Veranstaltung endete mit dem Gesang der Internationale. In der Grußadresse von Chau Teary, die die Veranstaltung nicht mehr rechtzeitig erreichte ,hieß es u.a.:

„Wir bedauern, dass wir aus den Ihnen bekannten Gründen nicht an diesem Abend bei Ihnen sein können. Wir danken der KPD/ML von ganzem Herzen, dass sie uns zu dieser Solidaritätsveranstaltung eongeladen hat. Wir versichern dem deutschen Volk, das getreu seiner revolutionären Kampftradition seine große internationale Solidarität ständig unter Beweis gestellt hat, unsere Freundschaft und Dankbarkeit.(...) Kämpfen und handeln wir gemeinsam, damit die große Solidarität aller Völker gegen Kolonialismus, Neokolonialismus und Imperialismus immer blüht und gedeiht. Kämpfen wir gemeinsam! Siegen wir gemeinsam!“



Der Rote 1. Mai 1976 ist der erste Rote Mai, an dem die KPD/ML in ganz Deutschland kämpft.

Im ZK-Aufruf heißt es am Schluss:

„Am diesjährigen 1. Mai feiern wir die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML. Jetzt hat die ganze deutsche Arbeiterklasse, im Westen wie im Osten, wieder eine marxistisch-leninistische, wirklich revolutionäre Vorhut. Wenn das sozialfaschistische Honecker-Regime am 1. Mai mit Militärparaden und Jubelfeiern die Besetzung und Ausplünderung der DDR durch die Moskauer Kreml Zaren feiert, organisiert sie, trotz Verfolgung, Terror und Illegalität, bereits den Kampf für den Sturz dieser Regierung, die Vertreibung der russischen Besatzer und die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats. Im Westen, wo die Klassenkämpfe mit der Arbeiterklasse an der Spitze vorwärtsschreiten, treibt die Bourgeoisie die Faschisierung voran, um den Kampf zum Sturz des westdeutschen Imperialismus unter Führung der KPD/ML zu unterdrücken und der Errichtung der Diktatur des Proletariats im Ernstfall mit der Einführung einer neuen faschistischen Diktatur zuvorzukommen.

Letztlich wird aber die Herrschaft der Bourgeoisie in beiden Teilen Deutschlands am revolutionären Klassenkampf der unterdrückten Volksmassen scheitern! Und die deutsche Arbeiterklasse, das deutsche Volk werden sich auch niemals mit der willkürlichen Spaltung ihrer Nation und der Besetzung ihres Vaterlandes abfinden. Sie werden nicht zulassen, dass die beiden Supermächte und ihre aggressiven Militärblöcke, Warschauer Pakt und NATO, Deutschland in die Katastrophe eines neuen Krieges treiben. Deutschland gehört dem deutschen Volk!

Erhebt am 1. Mai das Banner der sozialen und nationalen Befreiung des deutschen Volkes. Nieder mit dem westdeutschen Imperialismus! Nieder mit dem sozialfaschistischen Honecker-Regime! Nieder mit den beiden imperialistischen Supermächten Sowjetunion und USA! Demonstriert am Roten 1. Mai mit der KPD/ML für die sozialistische Revolution in Ost und West! Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland! Heraus zum Roten 1.Mai!

Gegen Arbeitslosigkeit, Lohnraub, Teuerung und politische Unterdrückung - vereinigt euch im revolutionären Klassenkampf gegen den Kapitalismus und seine Handlanger! Nieder mit dem modernen Revisionismus! Nieder mit der D“K“P/SEW! Nieder mit den beiden imperialistischen Supermächten, den größten internationalen Ausbeutern, Unterdrückern und Kriegstreibern! Kämpft mit der KPD/ML für die sozialistische Revolution in Ost und West! - Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!“

Auch in der DDR setzten die Genossen der illegalen Sektion DDR der KPD/ML dem Regierungsmai der Honecker-Clique Aktionen zum Roten 1. Mai entgegen. In dem illegalen Flugblatt wird die Frage aufgeworfen:

„Wie aber kommt die Honecker-Clique dazu, den 1. Mai, den Kampftag der Arbeiterklasse zu feiern? Sie schickt euch auf die Straße, damit ihr ihren konterrevolutionären Losungen hinterherlaufen sollt. Nieder mit den Losungen der Honecker-Clique!

`Ewige Freundschaft mit der Sowjetunion ?`, mit unseren Besatzern etwa? - `Integration`? Die DDR Wirtschaft noch mehr zum Anhängsel der Sowjetwirtschaft machen? - `Intensivierung`? Sich noch mehr antreiben und ausbeuten lassen? -

Wir haben uns zusammengeschlossen, um gemeinsam mit den Marxisten-Leninisten Westdeutschlands und Westberlins in einer Partei den Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland aufzunehmen. Unser Weg ist der Weg zur sozialistischen Revolution. Russische Besatzer raus aus der DDR! Nieder mit der Ausbeutung durch die neue Bourgeoisie! Nieder mit dem Polizeistaat der SED-Bonzen!“

In Bremen, Dortmund, Duisburg, Hannover, Kiel, Ludwigshafen, Frankfurt, München, Stuttgart, Westberlin und Hamburg fanden KPD/ML-Demonstrationen zum 1. Mai statt und Veranstaltungen der Partei. In Hamburg führte die Rote 1. Mai Demonstration durch Dulsberg und Barmbek- alte Hamburger Arbeiterviertel. Auf der Abschlusskundgebung sprach Genosse Ernst Aust. In seiner Rede entlarvte er die demagogischen Parolen der Bonzen vom Regierungsmai. Auf die Demonstration zum Roten 1. Mai eingehend sagte er, dass es zwar noch wenige seien, die unter den Fahnen der Revolution und des Sozialismus demonstrieren, dass das Entscheidende aber ist, dass wir gemäß einer wahrhaft proletarischen revolutionären Linie kämpfen. Das ist die Grundlage dafür, dass unsere Kräfte wachsen und wir schließlich die proletarischen Massen hinter uns haben werden.



Am 4. Mai 1976 beginnt in Dortmund der größte Prozess gegen den ROTEN MORGEN. 35 Artikel in 21 Ausgaben des ROTEN MORGEN führte die Staatsanwaltschaft auf. Bei 7 Ausgaben war bereits per Strafbefehl eine Geldstrafe von insgesamt 19 000 DM ergangen un die Einbeziehung der gesamten Auflage verfügt worden. Gegen jede dritte (!) Ausgabe des ROTEN MORGEN wurde zwischen 1974 und 1975 ein Verfahren eingeleitet. Der Richter besuchte vorher in Trier eine Schulung über „Gewalt im Gerichtssaal“, um sich auf den Prozess gegen den ROTEN MORGEN vorzubereiten. Es ist eine bodenlose Frechheit, dass der Richter verlangte, das Urteil sei im ROTEN MORGEN zu veröffentlichen. Es wird dem ROTEN MORGEN verboten, alles was Marx, Engels, Lenin und Stalin gelehrt haben, auf die Bundesrepublik Deutschland anzuwenden. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Weltanschauung des Marxismus-Leninismus von den Grundrechten der freien Meinungsäußerung ausgeschlossen ist, und dass es der Klassenjustiz nicht nur um „Beschimpfungen“, „Beleidigungen“ und „Übertretung von Kritiken über das übliche Maß hinaus“ geht, sondern um Gesinnungsjustiz. Die „Freiheit der Weltanschauung“ ist auf dem Papier garantiert, während hunderte von Genossen mit diesem Papier in der Hand vor Gericht stehen und in den Gefängnissen eingesperrt werden. Es gibt in Deutschland keine Verfolgung politischer Gesinnung - es sei denn man ist Kommunist. Man darf alles kritisieren, was die Existenz der bürgerlichen Gewalt nicht bedroht, selbst mit marxistisch-leninistischen Phrasen, wie sie von den Revisionisten verwendet werden, um die Massen zu betrügen. Wenn es aber eine Waffe der Kritik ist, die sich in eine Kritik der Waffen gegen den bürgerlichen Staatsapparat verwandeln kann, dann lässst die Bourgeoisie ihre demokratische Maske fallen, zeigt sie ihr wahres faschistisches Gesicht und schlägt erbarmungslos zu, egal, ob sie dabei ihr eigenes demokratisches Mäntelchen fallen lässt oder nicht. Weil das aber ebenso gefährlich für sie ist, weil das die Massen durch unseren ROTEN MORGEN mitkriegen, deswegen versucht die Klassenjustiz mit ausgefeilteren Methoden gegen uns vorzugehen, um die heruntergerissene Maske wieder aufzusetzen. Die KPD/ML organisierte hierzu wieder breite Solidaritätskampagnen, die den ROTEN MORGEN noch bekannter machen. Der Prozess gegen den ROTEN MORGEN ist in der Geschichte der Bundesrepublik seit dem KPD-Verbot von 1956 der größte Angriff auf die deutsche kommunistische Presse. Bereits vor der Gründung der Bundesrepublik wurden in der britischen Besatzungszone die ersten kommunistischen Zeitungen verboten. In der amerikanischen Besatzungszone wurden kommunistische Zeitungen erst gar nicht zugelassen, während die Amis die Nazizeitungen finanziell mit horrenden Summen unterstützten (Frey). Auch nach der Gründung der Bundesrepublik riss die Verfolgung der kommunistischen Presse nicht ab. 1950 wurden alle Zeitungen der KPD für 3 Monate verboten, die das dpa Photo eines Plakates abgedruckt hatten: „Korea den Koreanern“ - „Deutschland den Deutschen! Ami go home!“ 1951 wurden erneut alle Zeitungen der KPD für drei Monate verboten, die sich „für die Volksbefragung gegen die Remilitarisierung“ eingesetzt hatten. Allein von 1953 bis 1955 machten die Strafen gegen Redakteure der Presse der KPD 149 Monate Gefängnis und 14 Jahre Berufsverbot aus. 1956 schließlich wurden 20 Zeitungen der KPD und 30 andere revolutionäre Zeitungen verboten. Unter anderem wurde in diesem Zusammenhang auch gegen den Genossen Ernst Aust als Herausgeber des „Blinkfüer“ ein Prozess geführt, durch den er zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt wurde, was schon berichtet wurde. Vergleicht man die Auflage des ROTEN MORGEN - selbst in seinen besten Zeiten, wo er wöchentlich erschien - allein mit den Millionen - Auflage bürgerlicher Tageszeitungen, dann müssen wir von einer sehr kleinen Zeitung sprechen, die sich selbst mit den Zeitungsauflagen der alten KPD nicht messen konnte. Warum wurde sie dann zur meistverbotenen Zeitung in der Geschichte der Bundesrepublik? Weil sie die gefährlichste Zeitung für die deutsche Bourgeoisie ist, weil sie als einzige Zeitung in diesem Land den Marxismus-Leninismus propagiert, weil sie nicht der Kapitalistenklasse dient, wie alle anderen Zeitungen, sondern der überwiegenden Mehrheit des Volkes, der Arbeiterklasse und ihrer proletarischen Diktatur.

 


In der Beilage zum ROTEN MORGEN 18/76 wurde eine Stellungnahme des Präsidiums der KPD/ML veröffentlicht „Zu den wichtigen Fragen der Strategie und Taktik der sozialistischen Revolution in Deutschland“. Darin wurden selbstkritisch und ernsthaft mechanistische Fehler korrigiert, die im Grunde auf den Einfluss Chinas zurückzuführen waren (Kieler Rede). Die korrekte marxistisch-leninistische Linie der Partei erhielt - trotz einiger verbliebener Schwächen - eine Bekräftigung in Abgrenzung von opportunistischen Positionen der damaligen (maoistischen) Spalterorganisationen. Mit dieser Stellungnahme des Präsidiums der KPD/ML wurde die ideologisch-politische Ausrichtung in der richtigen Anwendung des Marxismus-Leninismus auf die Besonderheiten Deutschlands präzisiert und gestärkt, wenn es auch noch Schwächen in dieser Stellungnahme gab. Auf Einzelheiten kann hier aufgrund des Umfangs dieser Stellungnahme nicht eingegangen werden, aber sie stellt im Rückblick ein Lehrbeispiel und einen wichtigen Baustein dar beim Aufbau der bolschewistischen Partei durch korrekte Anwendung des Prinzips von Kritik und Selbstkritik und bei der Entwicklung einer qualifizierten Bestimmung der Strategie und Taktik der sozialistischen Revolution in unserem Land - eben unter prinzipienfester Anwendung des Marxismus-Leninismus. Wenn auch der Einfluss des chinesischen Revisionismus noch nicht aus der Partei verbannt worden war, so bewies diese Stellungnahme aber dokumentarisch, dass sie zwar nicht dem Namen nach, so doch dem Wesen nach ansatzweise diesen Einfluss erkannt und korrigiert hat (Sowjetunion Hauptfeind Nr.1). In wichtigen Fragen der Strategie und Taktik der proletarischen Revolution in Deutschland wurden also Korrekturen vorgenommen, lange bevor der IV. Parteitag endgültig zu Mao Beschlüsse fasste. Das war im Grunde genommen eine vorweggenommene, ein wichtiger Schritt zur Vervollständigung der Kritik des Genossen Ernst Aust an den Mao Tsetungideen bei der Ausarbeitung der richtigen Linie der Partei bezogen auf die sozialistische Revolution in Deutschland. Ernst war irrtümlicherweise in der Stellungnahme noch davon überzeugt, er selber hätte den Fehler gemacht, die Mao Tsetungideen mechanisch auf die Verhältnisse in Deutschland angewandt zu haben. Ernst erkannte damals noch nicht, dass das gar nicht sein Fehler, sondern Maos Fehler war, den er da korrigiert hatte. An diesem Beispiel wird deutlich, dass der Marxist-Leninist Ernst Aust, dem „größten Marxist-Leninist“ Mao Tsetung, dem er nachzueifern glaubte, Lichtjahre voraus war, denn was Ernst da verteidigte, war in Wirklichkeit der Marxismus-Leninismus gegen den chinesischen Revisionismus. So war seine Selbstkritik im Grunde genommen eine Kritik an Mao und zwar selbständig vollzogen, ausgehend vom Klassenkampf in Deutschland. Hieran sollten sich diejenigen erinnern, die dem Genossen Ernst Aust und der KPD/ML hinterher vorwarfen, wir würden erst den Chinesen und dann den Albanern wie ein Papagei nur alles nachplappern und „nach deren Scheitern zwangsläufig selber scheitern“. Es war aber Ernst, der das Banner aus dem revisionistischen Staub hob, sowohl aus dem Staub der deutschen Revisionisten, als auch aus dem Staub der modernen Revisionisten in der ganzen Welt, einschließlich aus dem Staub der neo-revisionistischen Chinesen. Er ergriff auch schon das Banner des Genossen Enver Hoxha gegen die albanischen Neo-Revisionisten (und natürlich auch gegen die Neo-Revisionisten in unserer Partei wohlgemerkt!), aber starb, bevor er es vollständig erheben konnte. Das hat die KPD/ML dann nach seinem Tod geleistet und Enver Hoxha zum Klassiker des Marxismus-Leninismus erhoben, nicht nur u.a. wegen dessen großen Verdienste im Kampf gegen den modernen Revisionismus, sondern auch vor allem in seinem Kampf gegen den Neo-Revisionismus, dem gehäuteten modernen Revisionismus, was die „Betrachtungen über China“ exemplarisch hervorragend beweisen.

Jedenfalls, zu so einer qualifizierten, bolschewistischen Selbstkritik des Präsidiums der KPD/ML 1976 - die die Partei einen Riesenschritt vorwärts brachte - war nur ein Genosse in Deutschland fähig - der Genosse Ernst Aust! Ernst hat auch später in seiner Kritik an Mao niemals zugelassen - und auch das müssen wir ihm hoch anrechnen -, an Mao kein gutes Haar mehr zu lassen, wobei wir die Mao Tsetungideen selbstverständlich klar für konterrevolutionär halten, eben weil sie revisionistisch sind. Und wir halten die Mao Tsetungideen heute weiter für gefährlich, weil sie vorgeben, anti-revisionistisch zu sein. Dem Revisionismus irgendwelche positiven Seiten anzudichten, oder den Kampf gegen ihn einzuschränken oder gar herabzumindern, aus welchen Gründen auch immer, wäre für einen Marxisten-Leninisten Selbstmord, würde ihn in die Arme der Versöhnler und damit geradewegs in die Arme der Revisionisten selber führen. Hier kommt es aber auf etwas ganz anderes an. Worauf es Ernst ankam war, bolschewistische Kritik von opportunistischer Kritik zu unterscheiden, in diesem Falle sektiererische Kritik: sozusagen „das Kind mit dem Bade auszuschütten“, das heißt mit einer sektiererischen Kritik gleich alles mitzukritisieren, was eigentlich richtig ist und somit verteidigt gehört. Nicht alles, was man als „Revisionismus“ in der Partei verurteilt hat, war tatsächlich Revisionismus. Mit der Revisionismuskritik kann man nicht gleichzeitig den Marxismus-Leninismus, - bzw. Teile von ihm - mit über Bord werfen, um es mal überspitzt zu formulieren. So ein Fehler ist nicht minder schädlich für die Partei, und viel gefährlicher. Das gilt natürlich auch umgekehrt für das Sektierertum. Nicht alles, was die Partei als „Sektierertum“ bekämpft hat, war tatsächlich Sektierertum. Mit der Sektierertumkritik kann man nicht gleichzeitig den Marxismus-Leninismus, - bzw. Teile von ihm - mit über Bord werfen. So führte Ernst dann ja auch nicht nur einen Kampf gegen das Sektierertum des Mao-Bibel-Schwenkens, sondern darüberhinaus auch den Kampf gegen die sektiererischen Fehler bei der Kritik an den Mao Tsetungideen. Ernst verteidigte den revolutionären Demokraten Mao tsetung, der zB. viel fortschrittlicher war als etwa Hua Guo-feng oder gar Deng Hsiao Ping. Es ist nichts Schändliches daran, Mao gegen diese beiden Banditen zu verteidigen, die eine sozialfaschistische Diktatur über die chinesische Arbeiterklasse, über das ganze chinesische Volk errichteten und mit dem Sozialimperialismus viele Völker der Welt immer noch ausbeuten und unterdrücken, aber sie waren Ergebnis von Maos bürgerlich-demokratischen Linie. Jede neue Demokratie führte nach dem II. Weltkrieg nicht zum Sozialismus, sondern zum Sozialfaschismus, weil siealle bürgerlich und nicht proletarisch waren. Das war aber nicht nur Maos Verschulden, sonder auch Dimitroffs und vieler anderer, die den „friedlichen Weg“ gingen.

Die Mao Tsetungideen waren zweifellos die Ideen eines fortschrittlichen, revolutionären Demokraten, eines bürgerlichen Revolutionärs, und NUR unter diesem Blickwinkel hat Ernst nach dem IV. Parteitag der KPD/ML das Lebenswerk von Mao Tsetung begriffen, studiert und letztendlich auch verteidigt. Das unter den Tisch zu fegen, bedeutet doch indirekt, auch die proletarische Revolution unter den Tisch zu fegen, denn eins fügt sich nun mal zum anderen. Alle Marxisten-Leninisten haben stets die chinesische Revolution zu Recht unterstützt und verteidigt, aber immer in Hinblick auf ihre Weiterentwicklung zur proletarischen Revolution. Gerade das hat Mao Tsetung verhindert, und deswegen wurde er auch zu Recht nicht nur von von Stalin und Enver Hoxha kritisiert, sondern auch von genossen Ernst Aust. Es wurde nach dem Tode Stalins versucht, die Mao Tsetungideen unter den neuen Bedingungen in das Gewand des Marxismus-Leninismus zu kleiden, nicht um der Weltrevolution den Weg zu weisen, sondern im Gegenteil, um dem in Fäulnis begriffenen Weltimperialismus zur Hilfe zu eilen, nachdem sich abzeichnete, dass der moderne Revisionismus, insbesondere der sowjetische, besiegt werden würde und nur durch eine Häutung zum Neo-Revisionismus hinübergerettet werden konnte, um die marxistisch-leninistische Bewegung von der Weltrevolution abzuhalten. Die Vorarbeit hierfür hatte zB. Dimitroff für die Rettung des Weltimperialismus schon seit dem VII. Weltkongess der Komintern geleistet, also schon lange vor dem II. Weltkrieg.

Die Partei hat durch Ernst gelernt, dass sie erst fähig ist, sich vom Einfluss der revisionistischen Mao Tsetungideen vollständig zu befreien, wenn sie den revolutionären Demokraten, vom revisionistischen Klassenversöhnler unterscheiden und diese Differenzierung für sich nutzen konnte - zum Beispiel später im Kampf gegen den Sozialfaschismus der DDR, wo es darum ging, die anti-sozialfaschistische Revolution zur sozialistischen Revolution überzuleiten. Dies über alle Gefahren des Versöhnlertums gegenüber dem Maoismus und Winkelzügen des Zentrismus hinweg leisten zu können, das zeichnet eine reife marxistisch-leninistische Partei aus und diese Reife erarbeitete sich Ernst im harten ideologischen Kampf nicht erst mit dieser Stellungnahme des Präsidiums der KPD/ML im Jahre 1976, sondern schon seit Beginn der Parteigründung 1968/69 dank seiner Herkunft aus der alten KPD. Eine junge Partei hat es auf Grund mangelnder Klassenkampferfahrungen oft schwer, differenziert zu denken und zu handeln, was häufig eine Ursache für Schwankungen darstellt, und die hat es in unserer Partei ja nicht wenige gegeben. Nur, das einer jungen Partei um die Ohren zu hauen, ist „unfair“. Ernst hat Mao lange Jahre für den „größten Marxisten-Leninisten“ nach Stalin gehalten - das war falsch und dafür hat Ernst sich nicht nur mit Selbstkritik zufrieden gegeben, sondern er ging uns dabei voran, im Kampf gegen den Maoismus die Partei auf bolschewistischen Positionen zu festigen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig - und das war richtig - hat Ernst Mao weiterhin für einen großen Revolutionär gehalten, der nicht nur für die Befreiung Chinas vom Imperialismus, sondern auch für die Befreiung vom Imperialismus in der ganzen Welt ein hervorragendes Werk geleistet und ein großes Beispiel gegeben hat. Was hat Ernst an Mao kritisiert? Dass Mao etwa kein Revolutionär war? Nein. Ernst hat die Verfälschung und Vulgarisierung des Marxismus-Leninismus kritisiert, mit der Mao den chinesischen Revisionismus als Anti-Revisionismus tarnte, woraus sich gesetzmäßig Sozialfaschismus und Sozialimperialismus entwickelte. Kritisieren tun wir, dass er nicht den proletarischen Sozialismus, sondern den bürgerlichen Sozialismus aufgebaut hat, eben weil er kein Marxist-Leninist war, sondern ein Anti-Marxist-Leninist, der den kapitalistischen Weg gegangen ist wie alle anderen Renegaten auch. Die Behauptung, die KPD/ML sei eine maoistische Partei ( bis zum IV. Parteitag offiziell/ oder danach auch weiter dem Wesen nach), ist also unbegründet und entschieden zurückzuweisen. Die KPD/ML war immer eine marxistisch-leninistische Partei, ob zur Lebzeiten des Genossen Ernst Aust oder nach seinem Tod und wird es auch immer bleiben, wenn auch die maoistischen Einflüsse, denen die Partei ausgesetzt war, von uns nicht geleugnet werden. Man wird ja wohl ernsthaft der Partei niemals vorwerfen können, sie habe Fehler gemacht oder sie könne ihre Fehler nicht überwinden. Die Lehre der Partei daraus ist folgende:

Nicht jeder, der gegen eine opportunistische Abweichung von der korrekten politischen Linie einer marxistisch-leninistischen Partei kämpft, muss das automatisch vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus tun, das kann man auch von vielen anderen Standpunkten aus tun, die man alle in ein „marxistisch-leninistisches“ Gewand hüllen kann. Er kann diese opportunistische Abweichung auch verteidigen, indem er sich dabei des Deckmäntelchen des Marxismus-Leninismus bedient und sozusagen ein „Scheingefecht“ gegen diese Abweichung führt, um unerkannt den opportunistischen Wurm (woanders) weiter wühlen zu lasssen - also den Feind anzugreifen, ohne ihm ernsthaft weh zu tun. Insbesondere, wenn die Marxisten-Leninisten eine Abweichung erkennen, ist das ja ein Zeichen dafür, dass der Opportunismus gezwungen ist, die Vertuschung dieser Abweichung wieder herszustellen, damit sie ungehindert fortgesetzt werden kann. Es hat in der gesamten KPD/ML Geschichte keinen Opportunisten gegeben, der mit dem Schild herumgelaufen ist : „Ich bin ein Opportunist!“ Dieses Etikett haben WIR ihnen stets aufgedrückt, genauso wie wir verhindert haben, dass man uns dieses Etikett aufzukleben versuchte. Am besten ist, man lässt gar nicht erst etwas anbrennen. Zu kokeln versuchen die Opportunisten zu jeder Zeit an allen Ecken und Enden. Wir wären schlecht beraten, wenn wir auf Vorschlag der Opportunisten hin auf die Feuerwehr warten würden und tatenlos zusehen wie sich das Feuer ausbreitet. Wenn man aber rechtzeitig beherzt zum Feuerlöscher greift, dann muss man ihn auch auf die richtige Stelle richten, wo der Brandherd entstanden ist. Da darf man sich von den Opportunisten weder in die Flammen scheuchen noch an einen Nebenbrandherd schicken lassen, während man selbst und das Gebäude abgefackelt wird und die Opportunisten dann das Kommando über den Wiederaufbau übernehmen mit unseren Namensschildern an der Tür. Gefährlich sind natürlich auch die Schwelbrände, wo`s brennt ohne, dass man`s sofort sieht. So ein Schwelbrand wurde im Sommer 1985 gelöscht, der sich zwischen dem IV. Und V. Parteitag immer mehr ausbreitete. Aber auch damit ist die Partei fertiggeworden. Das Gebäude steht - auch nach 35 Jahren! Es gab u.a. zwei große Brände in der Geschichte der KPD/ML zu Lebzeiten des Genossen Ernst Aust, wobei er beim letzten Brand ums Leben gekommen ist.

Es passierte anfangs häufig, dass die KPD/ML mal gegen das Sektierertum, mal gegen den rechten Opportunismus kämpfen musste und dabei mal der rechte Opportunismus und mal das Sektierertum durch die Hintertür hereingelassen hatte trotz Vorsichtsmaßnahmen. Da die Partei sich nun mal als anti-revisionistische Partei gründete, blieb dem Revisionismus nichts anderes übrig, als zur Waffe des Sektiertums zu greifen, um die Angriffe gegen den modernen Revisionismus abzuwehren. Als Ernst dies erkannte und den Kampf gegen das Sektierertum eröffnete, da war dies für die Revisionisten wiederum eine Gelegenheit, die Partei auf die rechte Bahn zu lenken mit dem altbekannten Rosstäuschertrick: die Marxisten-Leninisten in der Partei als „Sektierer“ zu bekämpfen. Man kann grob sagen, dass die Partei bis zum IV. Parteitag mit ihrer Programmkorrektur (Mao) sich eine solide marxistisch-leninistische Linie im heißen Kampf gegen den modernen Revisionismus, im Kampf gegen die „linken“ Liquidatoren aufgebaut hatte, und dass nach dem IV. Parteitag ein sehr langer und zäher Kampf um die Verteidigung dieser marxistisch-leninistischen Linie gegen die Gefahr von rechts, gegen die rechten Liquidatoren geführt werden musste, die mit dem Koch-ZK ihren Höhepunkt erreichte und fast das Ende der Partei, das heißt ihre Entartung zum Ergebnis gehabt hätte. Deswegen müssen die Marxisten-Leninisten sehr wachsam sein und die dialektischen Gesetze des Kampfes für die Schaffung und ständige Verteidigung und Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Linie studieren, gemachte Erfahrungen verallgemeinern und in die Praxis umsetzen und wiederum in Theorie und Praxis überprüfen, um die Partei während des gesamten Verlaufs ihres Klassenkampfes gegen die Bourgeoisie auf eine immer höhere Stufe ihrer Entwicklung zu heben, bis sie eine Stufe erreicht, wo sie die proletarische Revolution siegreich durchführen kann. Doch dazu später.

1976 setzte die KPD/ML ihre Bauernkampgane unvermindert fort. Es wurde bereits öfters betont, dass auch in Deutschland die Bauern der wichtigste, mächtigste und entschlossenste Bundesgenosse der Arbeiter sind, und dass das Schicksal unserer Revolution abhängt vom Bündnis der Arbeiterklasse mit den armen Bauern und unteren Mittelbauern. Insbesondere in Schleswig Holstein war die Partei jahrelang schon aktiv und sie brachte im gesamten Landesverband Wasserkante eine Bauernzeitung heraus „Dat Rode Land“. Die Parteiarbeit auf dem Land fing schon vor Jahrzehnten an - lange bevor die Partei existierte - als Genossen Ernst Aust zB. zusammen mit den Dithmarscher Bauern kämpfte, als er noch in der alten KPD war. Allein in einem Monat führte die Partei in vier verschiedenen Dörfern Parteiveranstaltungen durch. An drei von ihnen nahm der Genosse Ernst Aust teil, woran man sehen kann, für wie wichtig er diese Aufgabe nicht nur in seinen Reden, sondern durch seine persönliche tatkräftige Unterstützung im täglichen Klassenkampf ansah. Zur Vorbereitung einer jeden Landveranstaltung gingen immer einige Genossen an zwei bis drei Wochenenden vorher in die entsprechende Gegend. Sie sprachen mit den Bauern und der übrigen Landbevölkerung, verteilten die Einladung zu den Veranstaltungen und hängten die Plakate an die Schwarzen Bretter und in den Dorfkneipen aus. Außerdem luden sie die ländlichen Organisationen wie Landjugend und Sport- und Feuerwehrverbände ein. Die Genossen wurden überall freundlich aufgenommen und knüpften viele wichtige Kontakte. Auf den Veranstaltungen selbst waren immer nur die Genossen da, die die Landbevölkerung regelmäßig kennengelernt hatte. Es war somit immer eine Mehrzahl Dorfbewohner anwesend, und der Veranstaltungsverlauf wurde von ihnen mitbestimmt. Zu Beginn jeder Veranstaltung sang der Kieler Agitations- und Propagandatrupp „Rotes Sprachrohr“ mit einem plattdeutschen Lied, das für diese Art von Veranstaltungen extra komponiert wurde.

Anschließend sprach dann der Genosse Ernst Aust, und gleich zu Anfang stellte er von vornherein klar:

„Ich bin Kommunist, der Vorsitzende der KPD/ML. Beim Wort `Kommunist` denkt mancher von euch an `drüben`, an die DDR und an die Sowjetunion. Aber drüben? Was ist das? Es nennt sich `Arbeiter- und Bauernstaat` (...), dem - gäbe es keine Mauer, Stacheldraht, Minen und Schießbefehl - seine Arbeiter und Bauern alle weglaufen würden. Drüben ist kein Sozialismus, kein Kommunismus, drüben ist Kapitalismus, staatsmonopolistischer Kapitalismus. Dort werden Arbeiter und Bauern genauso ausgebeutet wie hier. Dort sind die Bauern die Lohnsklaven eines Gutsbesitzers, der sich nur anders nennt: LPG-Vorsitzender. Drüben ist Sozialfaschismus.“

Genosse Ernst sprach dann von der Gründung und vom Kampf unserer Partei gegen den modernen Revisionismus. Er sprach darüber, warum unsere Partei auch in der DDR kämpfte, um dann zum eigentlichen Thema zu kommen: „Freier Bauer in einem freien Deutschland“.

„Ist der Bauer frei?“fragte er in die Runde. Er beantwortete selber seine Frage: „Nein. Ich bin kein Agrarexperte, aber ich habe einen Kopf zum Denken. Landwirtschaftsminister Ertl sagte vor kurzem in einem Interview, dass die Lage der Bauern ausgezeichnet sei und dass das Realeinkommen um mindestens 19% steigt. Wer kriegt die? Ihr?“ Genosse Ernst Aust wies statistisch nach, dass das nicht stimmt. Zu den 800 000 Bauern die seit 1949 ihren Hof aufgeben mussten, sollen noch 340 000 dazu kommen - das größte Bauernlegen in der deutschen Geschichte. 1925 ernährte ein Bauer nur 4 Städter, heute 40 Städter und Ernst fragt: „Wo bleibt der 10 -fache Verdienst für verzehnfachte Arbeitsanstrengungen?“Ernst beantwortet die Frage wie die Lage der Arbeiter in Wirklichkeit aussieht:

„Das Einkommen in der Landwirtschaft liegt 40% unter dem der gewerblichen Wirtschaft. Das Missverhältnis von Erzeugerpreisen und Betriebsmittelpreisen führte seit 1949 zu Einkommensverlusten der Bauern von über 60 Milliarden DM. Die Schulden haben eine Rekordhöhe von 30 Milliarden DM. Ein Viertel bäuerlichen Eigentums ist schon an die Banken verpfändet. Bei 64 Stunden durchschnittlicher Wochenarbeitszeit liegt der Stundenlohn weit unter dem in der Industrie. 80% der Bauersfrauen müssen mitarbeiten, um über die Runden zu kommen, bei den Arbeitern 50% der Frauen.. Die Kindersterblichkeit liegt bei den Bauern 50% über dem Bundesdurchschnitt.“

Und Ernst benennt die Ausbeuter und Unterdrücker:

„Wer sind die Feinde der Bauern? Das sind die Nahrungsmittelmonopole der EG. Sie haben Gewinnspannen von 50%. Sie diktieren den Bauern die Preise, (...) so dass sie Lohnsklaven auf eigener Scholle werden. Es sind die großen Handelsgesellschaften, der räuberische Zwischenhandel. Die Handelsspannen liegen oft zwischen 300 und 400 %.Sie beziehen Waren in EG-Ländern dort wo sie am billigsten sind, und drücken so die anderen. Die Dividenden der Landmaschinen-, Dünge- und Futtermittelkonzerne steigen von 16 auf 25% . Die Raiffeisen- Volksbanken und Regionalbanken halten die Bauern in Zinsknechtschaft. Es sind die westdeutschen Industriekonzerne, die zugunsten der Erhöhung ihrer Exporte die Regierung veranlassen, die Importquote für Nahrungsmittel zu erhöhen. Es ist die kapitalistische Regierung, die zugunsten der Agrarkapitalisten, Großgrundbesitzer und Großbauern den Bauern das Land rauben, um der Industrie billige Arbeitskräfte zuzuführen. Heute verfügen Staat, Banken, Monopole und Großagrarier über 30% der gesamten Grundeigentumsfläche der Bundesrepublik. Eure eigenen Verbandsführer, Großgrundbesitzer wie Baron Constantin, Freiherr von Heeremann (2 000 ha), nutzen die Empörung der Bauern, um für sich selbst Subventionen usw. zu kassieren. Sie profitieren persönlich vom Ruin der Klein- und Mittelbauern. Sie sind die Lobby in Bonn und direkt mit dem Kapital verbunden.

Früher war der Bauer Leibeigener des Adels, heute des Industrie-und Bankkapitals, von Nahrungsmittelkonzernen und Großhandel ausgeplündert, von eigenen Verbandsführern verraten, vom kapitalistischen Staat und der Regierung auf den Aussterbe-Etat gesetzt, dem Ruin preisgegeben. Eure Bauernführer sagen euch, genauso wie die Gewerkschaftsführer den Arbeitern. Werdet ja nicht radikal, sonst erreicht ihr überhaupt nichts. Wir sagen euch: WERDET radikal, sonst erreicht ihr überhaupt nichts. Wir, die Arbeiter, stehen dabei auf eurer Seite. So wie sich die Arbeiter gegen Kapital, Staat und Gewerkschaftsapparat in der RGO zusammenschließen, müssen sich die Bauern innerhalb und außerhalb des Bauernverbandes zusammenschließen zu einer revolutionären Landvolkbewegung. In die revolutionäre Landvolkbewegung gehört, neben den Klein - und Mittelbauern auch die übrige ausgebeutete und unterdrückte Bevölkerung des Landes.“


Im weiteren Verlauf seiner Rede ging Genosse Ernst Aust dann auf die nationale Frage und den Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr ein und erklärte, dass der Ausweg für die Bauern nur die sozialistische Revolution, der Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland an der Seite der Arbeiterklasse sein

„Wir werden euch die Möglichkeit eröffnen, euren Hof absolut freiwillig in genossenschaftliches Eigentum zu überführen. Wir werden die Bauern nicht vom Land vertreiben, sondern ihnen alle Vorteile der Großproduktion verschaffen und ihnen die moderne Technik zugänglich machen.“Genosse Ernst Aust beendete seine Rede mit einem alten Friesenwort, dass der Tradition der revolutionären Kämpfe der Bauern entstammt: „Lewwer duad as Slav!“ und dem Aufruf an die Bauern, gemeinsam mit der Partei ein Programm der revolutionären Landvolkbewegung zu schaffen.

Nicht immer konnte der Genosse Ernst seine Rede zu Ende bringen, wegen der interessierten Zwischenfragen und angeregten Diskussionen mit Beispielen aus dem eigentlichen täglichen Leben und einer sagte: „Ihr seid ja gar keine Kommunisten - alles was ihr sagt ist richtig.“ Ihr könnt wiederkommen - das war die positive Stimmung der Bauern. Wenn das nur die Genossen ernst genommen hätten und nicht irgendwann ihre Bauernarbeit eingestellt hätten - wie mühselig ist so ein wichtiges Vertrauenverhältnis, das Ernst geschaffen hatte, wieder von Neuem aufzubauen. Wer den Weg des Genossen Ernst Aust zu gehen vorgibt, muss zu den Bauern gehen und das nicht mal bei Gelegenheit, sondern immer. Das ist ein Prüfstein für jeden Revolutionär, für jeden Marxisten-Leninisten. In der revolutionären Bauernarbeit stecken ungeahnte Möglichkeiten. Sie müssen nur genutzt werden, wie das Beispiel des Genossen Ernst Aust zeigt.

Am 26. Juni demonstrierten in Hamburg 2 500 gegen den Besuch des Rassisten Foster in der Bundesrepublik. Gleichzeitig befand sich eine Delegation des PAC (Pan African Congress of Azania) unter Leitung des Schatzmeisters Genosse Gqobose in Zusammenarbeit mit der KPD/ML auf einer Rundreise durch die Bundesrepublik und Westberlin, um für den Befreiungskampf des PAC solidarische Unterstützung zu finden. Auf den Veranstaltungen in Dortmund, Westberlin, Frankfurt, München und Hamburg sprach der Genosse Gqobose. In Hamburg hielt der Genosse Ernst Aust, Vorsitzender der KPD/ML eine Solidaritätsrede. Das ZK spendete 5 000 DM, sodaß insgesamt 28 570 DM an Spenden zusammenkam, für die sich die afrikanischen Genossen herzlich bedankten. Die große Begeisterung auf den Veranstaltungen bewies, dass die Freundschaft zwischen dem deutschen Volk und dem Volk von Azania gestärkt worden war.

In ROTER MORGEN Ausgabe Nr. 32 vom 7. August 1976 schreibt Genosse Ernst Aust den Leitartikel „Weg mit der Mauer!“ zum 15. Jahrestag der Berliner Schandmauer. Dieses Dokument, beweist, dass es nur die KPD/ML war, die als einzige Partei tatsächlich vom Boden des Marxismus-Leninismus aus für den revolutionären Sturz der Mauer durch das deutsche Volk gekämpft hat, und dass die Geschichte unserer Partei mit Genossen Ernst Aust an der Spitze Recht behalten hat. Dass die Mauer gefallen ist, daran war die Partei also an vorderster Front führend beteiligt. Das wird die Bourgeoisie niemals totschweigen oder leugnen können.

In dem Artikel schreibt Genosse Ernst Aust:

„Wer die Mauer in Berlin als Schandmauer bezeichnet, wer die Todesschützen der Vopo Mörder nennt, der wird nicht nur von der Honecker-Clique, sondern auch von der sogenannten `Deutschen Kommunistischen Partei` (die weder deutsch nich kommunistisch ist!) als Reaktionär und Revanchist verleumdet und - sofern er im Osten Deutschlands lebt - als Staatsfeind eingesperrt. Denn, im offiziellen Sprachgebrauch der russischen und deutschen Sozialfaschisten heißt diese Mauer `antifaschistischer Schutzwall`.

(...) seit wann baut ein sozialistischer Staat eine Mauer, um sich vor imperialistischen Interventionen, vor Spionen oder Wühlarbeit zu schützen? Hat sich etwa die damals noch sozialistische Sowjetunion mit einer Mauer gegen die Hitlerfaschisten geschützt? Oder sehen wir nach Albanien. (...) Der `Schutzwall` der Albaner, an dem sich alle Imperialisten, die es wagen sollten, Albanien zu überfallen, die Zähne ausbeißen werden, ist das bewaffnete und im Geist des Marxismus-Leninismus erzogene Volk selbst. In Albanien hat das Volk Vertrauen zu seiner kommunistischen Partei und seiner Regierung, die Regierung und die Partei zum Volk. (...)Bei einem Angriff auf Albanien stünde das gesamte Volk in höchstens zwei Stunden kampfbereit da - die Waffen gegen den Feind gerichtet. (...) Ulbricht dachte nicht daran, den Arbeitern und Bauern Waffen in die Hand zu geben., denn er wusste genau, die Gewehre in den Händen der Arbeiter und Bauern hätten sich nicht nach Westen gerichtet, sondern gegen ihn selbst, gegen die neue Bourgeoisie in der DDR, die - gestützt auf die russischen Bajonette - das Volk ausbeutete und unterdrückte.

Denn 1961 war die DDR kein sozialistisches Land mehr. Der Bau der Mauer war nicht etwa ein Beweis für die antifaschistische und anti-imperialistische Haltung der SED-Bonzen und ihrer Moskauer Oberherren. Sie war vielmehr ein Beweis dafür, dass die DDR, der ehemals erste sozialistische Staat auf deutschem Boden, zu einem kapitalistischen Unterdrückungsstaat entlarvt war. Die Mauer war Verrat am Sozialismus, Verrat an der Nation!

(...)1961 liefen die Arbeiter und Bauern dem `Arbeiter - und Bauernstaat` scharenweise davon. Warum? Weil sie genug hatten vom Sozialismus, wie die westliche Propaganda verkündete ? ( und dies tat die westdeutschen imperialistische Propaganda ja auch verstärkt - aus gutem Grund - gerade während und nach der antifaschistischen Revolution Ende der 80iger, Anfang der 90iger Jahre - der Verf.)

Nein. Bei den Tausenden und Zehntausenden, die Ende der 50iger und Anfang der 60iger Jahre der DDR den Rücken kehrten, handelte es sich nicht um Feinde des Sozialismus. Die Fabrik - und Konzernherren, die alten Nazikoryohäen, waren viel früher gegangen - als sie nämlich sahen, dass in der DDR die Arbeiterklasse ihre politische Macht, den Sozialismus, errichtete. Jetzt jedoch waren es neben Kleinbürgern die Arbeiter und Bauern der DDR, die zu Tausenden und Zehntausenden ihre Heimat verließen. Viele von ihnen spürten, wenn auch nicht immer bewusst, die kapitalistische Entartung der DDR.(...)Diese Werktätigen flohen alo nicht, weil sie gegen den Sozialismus waren, sondern weil sie gegen das waren, was Chruschtschow und Ulbricht Sozialismus NANNTEN: die Herrschaft einer neuen Klasse von managern, Technokraten, Intellektuellen, Parteifunktionären und Generälen über das Volk.

Diese Massenfluchtbewegung beunruhigte natürlich die Herren Chruschtschow, Ulbricht und Co. Nicht nur wegen der Arbeitskräfte, die ihnen dadurch verloren gingen und der Gefahr, die das für die Wirtschaft der DDR bedeutete. Sie sahen, dass diese Fluchtbewegung ein - wenn auch passiver - Protest gegen die Herrschaft der neuen Bourgeoisie war und fürchteten Schlimmeres. So machte dann die Regierung der DDR am 13. August die Grenze dicht und gab Befehl, auf jeden Flüchtling zu schießen.

Diese Maßnahmen überraschte die US-Imperialisten keineswegs. Chruschtschow hatte bereits Anfang August den Beauftragten Kennedeays, Mc Cloy, in Sotschi am Schwarzen Meer wissen lassen, was in Berlin geplant war. Und deshalb regte der Bau der Mauer auch niemanden dieser Herren sonderlich auf.“

Die Mauer wurde dann in einer Nacht- und Nebelaktion hochgezogen. Dafür wurden eigens Leute aus dem Ausland herangekarrt, so zum Beispiel aus Finnland, um Risiken seitens des Volkes möglichst gering zu halten - denn das Volk wurde vorher nicht gefragt, ob es damit einverstanden sein würde, sich einmauern zu lassen in ein Gefängnis, das den Namen „DDR“ trug, in ein KZ des Sozialfaschismus auf deutschem Boden für 16 Millionen Deutsche. Kein Volk würde dies widerstandslos hinnehmen, so auch nicht das deutsche Volk. Das deutsche Volk machte die Mauer zum Freiheitssymbol, kämpfte heldenhaft für den Sturz der Mauer und für die Wiederherstellung seiner Einheit und brachte dafür unzählige Opfer, die nicht umsonst gewesen waren. Nicht die Supermächte, nicht die Imperialisten, keiner sonst hat Mauer und Stacheldraht beseitigt, als das Volk selbst. Das hat die KPD/ML von Anfang an auf ihre Freiheitsfahne geschrieben und genau das trat ein. Der revolutionäre Freiheitskampf des deutschen Volkes erwies sich als stärker als Beton, und es durchbrach sie, ohne dass sich ihm auch nur ein einziger Sozialfaschist in den Weg stellte. Sie stürzte nicht nur die Mauer, sondern auch die Sozialfaschisten, die sie erbauen ließen, um das deutsche Volk zu spalten, auszubeuten und zu unterdrücken. Doch zurück zum Genossen Ernst, der mit seinem Artikel im ROTEN MORGEN den Weg zu diesem historischen deutschen Ereignis aufzeigte:

„Im Osten und im Westen Deutschlands, vor allem aber natürlich in Berlin, kam es zu empörten Diskussionen. Spontane Demonstrationen fanden statt. In Ostberlin hielt die Vopo die Bevölkerung gewaltsam von der Mauer zurück. Aber auch im Westen stand die Polizei bereit. 12 000 Polizisten hatten den Auftrag einzugreifen, wenn die Bevölkerung zu Aktionen übergehen sollte. Später dann täuschten die Westmächte Protest vor, kam Kennedey, um mit seinem Spruch „Auch ich bin ein Berliner“ die empörte Bevölkerung zu beruhigen. Von diesen Herren selbst dagegen war niemand wirklich beunruhigt. Der Amerikanische Außenminister Dean Rusk sagte auch offen, warum nicht: `Die bisher getroffenen Maßnahmen (sind) gegen die Einwohner Ostberlins und Ostdeutschlands gerichtet und nicht gegen die Position der Alliierten in Westberlin und den Zugang dorthin`.

Und so war es ja auch. Die Mauer war nicht gegen den Faschismus gerichtet. Vielmehr wurde jenseits der Mauer eine faschistische Diktatur über das Volk errichtet.(...)

Der Bau der Mauer war aber nicht nur ein beweis für den Verrat der Chruschtschow - und Ulbricht-Cliquw am Sozialismus. Sie bewies auch ihren Verrat an den nationalen Interessen des deutschen Volkes.(...)

Ihre Angst vor dem proletarischen Nationalgefühl ist so groß, dass sie den Text der DDR-Hymne überall unterdrücken, weil es darin heißt: `Deutschland, einig Vaterland`.

Aber Bonn redet doch gegen die Mauer? Sicher, auch die westdeutschen Imperialisten reden gegen die Mauer und für die Wiedervereinigung. Aber was verstehen sie darunter? Sie verstehen darunter die Verwirklichung ihrer alten revanchistischen Ziele, sie wollen ein vereintes Deutschland unter ihrem Kommando. Dabei versuchen sie seit der Errichtung des sozialfaschistischen Regimes in der DDR die berechtigte Empörung der Werktätigen in Westdeutschland über die faschistische Unterdrückung der Bevölkerung dort für ihre imperialistischen Ziele auszunutzen.

Aber die deutsche Arbeiterklasse kann an einer solchen Wiedervereinigung, bei der nur der Stiefel wechselt, mit dem das deutsche Volk getreten wird, kein Interesse haben. Wir wollen kein Deutschland, in dem zwar keine Mauer mehr steht, die Werktätigen im Osten wie im Westen aber nach wie vor ausgebeutet und unterdrückt werden.

Welcher Weg führt dann zur Wiedervereinigung? Wenn die russischen Sozialimperialisten und ihre Stiefellecker in Ostberlin die Einheit der deutschen Nation bekämpfen, wenn die westdeutschen Revanchisten nur von der Einheit der Nation reden, um das Volk vor ihren Karren zu spannen, welcher Weg bleibt dann, um die Mauer in Berlin zu stürzen und die Einheit Deutschlands wieder herzustellen? Es bleibt nur ein Weg:

Der Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, bei dem die Arbeiterklasse mit ihrer kommunistischen Partei die Führung übernehmen muss. Deutschland wird erst dem deutschen Volk gehören, wenn die Arbeiter im Bündnis mit den anderen Werktätigen in der DDR und in der Deutschen Bundesrepublik in der sozialistischen Revolution die Diktatur des Proletariats errichtet bzw. wiedererrichtet haben, wenn die russischen Sozialimperialisten aus dem Osten und die amerikanischen Imperialisten aus dem Westen Deutschlands vertrieben worden sind.“

Damit zeigte der G die KPD/ML das deutsche Volk siegreich führen wird.

Die KPD/ML rief wie schon im letzten Jahr zu Demonstrationen gegen die Mauer auf. An diesen Demonstrationen beteiligten sich viele Berliner, auch andere Organisationen am 13. 8. 1976. Die Genossen von der Roten Garde hatten ein riesiges 2mx2m großes Bild gemalt, das bis an die Mauer herangefahren wurde. Darauf war die Mauer abgebildet, wie sie von den Massen unter der Parteifahne, von Hammer Sichel und Gewehr, die Mauer überwunden wurde. Genauso trug es sich dann nach 13 Jahren in Wirklichkeit zu. Der ROTE MORGEN - Artikel von Ernst wurde schon vor den Parteiaktionen in allen Berliner Betriebs- und Stadtteilzeitungen der Partei veröffentlicht und zur Demonstration aufgerufen. In der BRD wurde ein zentrales Flugblatt: „Die Mauer muss weg!“ verteilt. In Offenbach konnte die Rote Garde dafür viele SDAJler begeistern, die alle die Mauer verurteilten. In Lübeck ließen die Genossen ein 6m langes Transparent „Die Mauer muss weg - KPD/ML“ mit Luftballons über die Stadt steigen unter brausendem Beifall der Bewohner.

Am 17. August 1956 verkündete das Bundesverfassungsgericht das Verbot der KPD. Das war nun schon 20 Jahre her, und der Genosse Ernst Aust brachte dazu im Roten Morgen einen Leitartikel: „Weg mit dem KPD-Verbot!“

Darin entlarvt er die sogenannte „Freiheit der Betätigung politischer Parteien“ als eine Freiheit der politischen Parteien der herrschenden Klasse, die politische Partei der Arbeiterklasse, die kommunistische Partei, zu verbieten und zu verfolgen und ihre Tätigkeit zu unterdrücken und zu terrorisieren. Den Terror, den sie der Kommunistischen Partei vorwirft, den verübt sie in Wahrheit selber, und zwar nicht nur gegen die Kommunistische Partei, gegen die Arbeiter, die ihr angehören, sondern gegen die deutsche Arbeiterklasse und gegen das ganze Volk. Das Verbot der KPD war nichts anderes als die Fortsetzung des Terrors des Hitlerfaschismus, war die Fortsetzung der Gewalt der gleichen herrschenden Klasse, der deutschen Bourgeoisie, zur Unterdrückung und Ausbeutung der gleichen Klasse, die schon unter dem Hitlerfaschismus zu leiden hatte, der Arbeiterklasse und mit ihr die Unterdrückung und Ausbeutung des ganzen deutschen Volkes. Das ist die traurige Wahrheit, aber noch nicht einmal die ganze Wahrheit. Genosse Ernst wies nach, dass das KPD- Verbot nicht nur von den amerikanischen Besatzern gebilligt, sondern auch befohlen wurde durch den amerikanischen Hohen Kommissar. Das sollen unsere Genossen nie vergessen. Wenn wir heute noch für die Vertreibung der amerikanischen Truppen von deutschem Boden kämpfen, von dem aus fast alle amerikanischen Kriege in der ganzen Welt geführt werden, so auch der gegenwärtige Krieg im Irak, dann nützt das nicht nur dem irakischen Volk, nicht nur den unterdrückten Völkern der Welt, sondern auch dem deutschen Volk, der deutschen Arbeiterklasse, der Diktatur des Proletariats in Deutschland, wo es kein KPD-Verbot mehr geben wird, aber alle Parteien verboten werden, die der Diktatur des Proletariats feindlich gegenüber stehen. Dann werden wir den Spieß umdrehen! Der Kampf gegen den gemeinsamen Feind des US-Imperialismus und des deutschen Imperialismus, ist nicht zuletzt ein Kampf für die Freiheit unserer Partei und der Aufhebung des KPD-Verbots, das von beiden Feinden verhängt wurde.

Genosse Ernst lüftete alles, was sich hinter der Maske der sogenannten „freiheitlich-demokratischen Grundordnung“ verbirgt, u.a.:

„Im Juni 1951 wurde die FDJ verboten und 1951 der `Rat der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes`. (...) Der Verbotsantrag gegen die KPD richtete sich gleichzeitig gegen alle deutschen Antimilitaristen, Patrioten und klassenkämpferische Arbeiter (...), gegen 37 angebliche `Tarnorganisationen` , darunter etwa das `Komitee der jungen Friedenskämpfer` , des `Westdeutschen Ausschusses der Nationalen Front des demokratischen Deutschland`, der `Bewegung für bäuerliches Recht und Freiheit` usw.

1928 hatte die Komintern festgestellt: `Die Hauptaufgabe des Faschismus ist die Vernichtung der revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse, d.h., der kommunistischen Schichten des Proletariats und ihrer führenden Kader.` 1953 stellt das Hausblatt Adenauers, der „Rheinische Merkur“, zum Ziel des Verbotsprozesses gegen die KPD fest: `Das große Anliegen, von dem man wünschen möchte, dass es ... schnell und zielsicher angepackt wird, ist die ENDGÜLTIGE ABTÖTUNG DES MARXISMUS, die ENTGIFTUNG DES SOZIALISMUS, nicht nur in Deutschland, sondern ausstrahlend nach ganz Europa.`

(...) Deshalb richtete sich der Kern der Anschläge der Bundesregierung gegen das Prinzip der gewaltsamen Revolution und das Prinzip der Diktatur des Proletariats - also den beiden Prinzipien, die jede wahrhaft marxistisch-leninistische Partei von einer revisionistischen Partei unterscheidet.“

Ernst nannte den wahren Grund, der damals hinter dem KPD-Verbot steckte: Die Angst der westdeutschen Bourgeoisie, ihre Macht an die deutsche Arbeiterklasse zu verlieren - und das würde ja auch den Interessen des amerikanischen Imperialismus schaden - durch den Vormarsch der deutschen Arbeiterklasse vom Boden der DDR aus Richtung Westen, Richtung Westeuropa und schließlich Richtung Amerika, dem Weltzentrum des internationalen Finanzkapitals - die Löwenhöhle des Weltimperialismus. Der ganze imperialistische Westen sah in der KPD eine Gefahr, die ihm allein durch die siegreiche Organisierung der sozialistischen Revolution in Westdeutschland blühen würde - der weitere Vormarsch des Kommunismus nach Westen nach dem II. Weltkrieg. Diese ernste Gefahr - schließlich hatten die USA und die anderen westlichen Imperialisten ja das antikommunistische Zentrum in Europa selber in die Luft gesprengt - war also sehr real begründet, und so bekamen die Kommunisten in Westdeutschland die ganze westliche antikommunistische geballte Faust zu spüren, ebenso den revisionistischen Verrat der Ulbricht-Clique vom Osten. Die KPD war in die Zange genommen und gab diesem Druck nach. Dass diese Situation aber nicht kampflos hingenommen werden würde, dass dieser Druck revolutionären Gegendruck erzeugen MUSSTE, das bewies Ernst dann später mit der Gründung der KPD/ML, die genau den Kampf fortsetzte, gegen den sich der gesamte imperialistische Westen und der gesamte revisionistische Osten gemeinsam verschworen hatten, die Fortsetzung des Kampfes der Weltrevolution im Schmelztiegel zwischen Ost und West. Die revolutionären deutschen Kommunisten - der kostbare Rest der Aufrechten, die den Vernichtungsfeldzug gegen die KPD Ernst Thälmanns überlebt hatten, sie zogen in einen großen Kampf von historischer Tragweite. Die sozialistische Revolution in Deutschland hätte die Weltrevolution auslösen können aufgrund der besonderen Bedingungen der damaligen Zeit. Sie hätte mit dem Imperialismus GLEICHZEITIG die Revisionisten von der Welt fegen können, die durch Stalins Rote Armee bereits einen empfindlichen Schlag erlitten hatten, von dem sie sich noch nicht so schnell wieder erholen konnten! Aber Ernst sagte von sich selbst, wie schwer es damals war, all dies auf marxistisch-leninistische Weise zu begreifen und eine marxistisch-leninistische Theorie zu entwickeln. Diese große Gelegenheit verstrich, bevor sie erkannt wurde. Es zeigte sich, dass die KPD in Wirklichkeit mehr als nur eine Bedrohung war, die sich auf Westdeutschland und die westdeutsche Bourgeoisie beschränkte. Darüber waren sich damals viele Genossen noch gar nicht bewusst, welche wichtige Rolle sie für die Weltrevolution spielen könnten. Den Revisionisten war das damals schon sehr wohl bewusst, dass ihre eigenen Felle davonschwimmen würden, wenn das KPD-Verbot nicht schnellstens über die Bühne gehen würde. Deswegen hatten sie ja auch mit den Faschisten bei der Ermordung Ernst Thälmanns ihre Finger im Spiel, weil sie die Revolution unter der Führung Ernst Thälmanns für sich selber auch unmittelbar nach dem II. Weltkrieg als Bedrohung empfinden mussten. So hatten die Revisionisten auch kein Interesse daran, dass eine revolutionäre KPD im Westen zu einer Bedrohung für ihren revisionistischen DDR Staat heranwachsen könnte. Dass diese Bedrohung real war, das bewies der Genosse Ernst Aust mit der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML im Jahre 1975. Es kam, was da kommen musste - trotz, ja gerade wegen des KPD- Verbots - der Kurs auf die sozialistische Revolution in ganz Deutschland unter der Führung der KPD/ML des Genossen Ernst Aust. Das zu vermeiden, war auch mit ein wichtiger Grund, weswegen die Revisionisten in ganz Deutschland sich von der Polizei widerstandslos den KPD-Apparat wegnehmen und vernichten ließen. Weder die Imperialisten, noch die Revisionisten , hatten vergessen, dass die KPD vor der Machtübernahme des Hitlerfaschismus außerhalb der Basis und des Zentrums der Weltrevolution - die Sowjetunion Stalins - die größte und gefährlichste Bastion des Kommunismus in Feindesland war, und dazu sollte es nie wieder kommen, darüber waren sich die Imperialisten mit den Revisionisten schon lange einig und die Verschwörung gegen die sozialistische Revolution in Deutschland wurde durch den Zusammenschluss der Ulbricht-KPD und der SPD Otto Grotewohls als SED besiegelt ! Das Verbot der KPD 1956 kam zu einem Augenblick, als die Bourgeoisie einerseits noch die Rückkehr in den traditionellen, revolutionären Kommunismus befürchten musste, für den Fall, dass eine revolutionäre Situation in Deutschland entstehen würde, Das war eine Verteidigungsstellung, denn die Bourgeoisie hatte sich noch nicht vollständig vom II. Weltkrieg erholt, war noch schwach, hatte es also nötig, die KPD zu verbieten. Andererseits war das auch ein Test, wie weit die KPD noch tatsächlich in der Arbeiterklasse verankert war, und wie vor allem die Revisionisten auf das Verbot reagieren würden, denn die Bourgeoisie hatte ja auch erfolgreich daran mitgewirkt, den sozialistischen Aufbau in der DDR zu sabotieren. Das Verbot kam erst, als sich die Bourgeoisie sicher zu sein glaubte, dass aus den Massen keine Gefahr mehr zu erwarten war, denn bis lange vor dem KPD-Verbot haben die Revisionisten in der KPD ja die Mehrheit gehabt und die Massen ideologisch entwaffnet. Der XX. Parteitag der KPdSU war für die deutsche Bourgeoisie das Startzeichen zuzuschlagen, denn aus Russland war nach dem Tod Stalins keine Gegenwehr zu erwarten. Dass auf die Revisionisten Verlass war, erkannte die Bourgeoisie schnell und sie nutzte nun aktiv den neuen bürgerlichen, revisionistischen „Kommunismus“ gegen den revolutionären, alten Kommunismus und schuf sich dafür eigens das Instrument - D“K“P. Die D“K“P sollte in Zukunft die Bourgeoisie vor der sozialistischen Revolution schützen alle Kräfte an sich binden, die dieses Ziel anstrebten. Die D“K“P wurde dann ja nicht nur gegen die soziale, sondern auch gegen die nationale Befreiung der deutschen Arbeiterklasse und zur Spaltung des deutschen Volkes, zur Spaltung der deutschen Nation, eingesetzt. Doch wie sagte Genosse Ernst Aust?

„Weder der Terror der Konterrevolution nach der Revolution 1918/19, weder die Blutherrschaft des Hitlerfaschismus, noch der Terror des Adenauerregimes- ( noch der sozialfaschistische Terror des DDR-Regimes und wir möchten heute hinzufügen: noch der wiedervereinigte Faschismus und Sozialfaschismus des gegenwärtig noch nicht gestürzten imperialistischen Deutschlands - der Verf.) hatten die KPD vernichten können (...) Die Bourgeoisie weiß, was ihr blüht und wird ihre Herrschaft mit Zähnen und Klauen verteidigen.(...) Und es wird ihr (...) nichts nützen. Niemals wird die KPD/ML vor den Schlägen der Bourgeoisie kapitulieren und für das Linsengericht der Legalität die Interessen der Revolution verraten“.

 


Mit der Losung: „Krieg dem imperialistischen Krieg“ führt die KPD/ML auch dieses Jahr ihre Aktionen zum Roten Antikriegstag durch aus Anlass des 1. September 1939. Es finden dazu in Hamburg, Westberlin, Duisburg, Hannover, Frankfurt, Stuttgart und München Parteidemonstrationen statt. In dem Aufruf : „Heraus zum Roten Antikriegstag!“ greift der Genosse Ernst Aust u.a. die pazifistischen Losungen der Revisionisten an. Er schreibt:

„Wie muss man gegen die Kriegsgefahr kämpfen? Der Frieden kann nur im revolutionären Kampf gegen den russischen Sozialimperialismus und sein Vasallenregime in der DDR und gegen den USA-Imperialismus und seine westdeutschen Handlanger und Komplizen verteidigt werden. Wie aber soll man kämpfen? `Gewaltlosigkeit! Zerbrecht die Gewehre!´ schreien die modernen Revisionisten der D“K“P/SEW. Lassen sich die imperialistischen Kriegstreiber durch solche pazifistischen Losungen in ihren Kriegsvorbereitungen aufhalten? Sicher nicht. Solche Losungen machen die Arbeiterklasse und alle Kämpfer gegen den imperialistischen Krieg wehrlos. Die modernen Revisionisten wollen den revolutionären, anti-imperialistischen Kampf sabotierenabwürgen und verhindern, dass sich ihm viele anschließen. So rufen die D“K“P - Revisionisten die Jugendlichen auf, den Wehrdienst zu verweigern. Wozu führt es, wenn gerade revolutionäre, anti-imperialistische und antimilitaristische Jugendliche sich weigern, in die Bundeswehr zu gehen? Die Folge ist doch, dass der revolutionäre Kampf in der Bundeswehr geschwächt wird und das nützt allein den Imperialisten. Wem nützt es, wenn die Arbeiterjugend nicht lernt, wie man die Waffen bedienen muss? Auch das nützt wiederum nur den Imperialisten; denn eine Arbeiterklasse, die nicht über die nötige Kenntnis im Umgang mit den Waffen verfügt, wird niemals die sozialistische Revolution durchführen können.

Die pazifistischen Losungen der modernen Revisionisten bedeuten Verrat an den grundlegenden Interessen der Arbeiterklasse und am Kampf gegen den imperialistischen Krieg. Jeder Jugendliche, der gegen den Imperialismus und den imperialistischen Krieg kämpfen will, muss erkennen, dass es notwendig ist, den antimilitaristischen kampf in der Bundeswehr zu führen, dass es notwendig ist, in der Bundeswehr den Umgang mit den Waffen zu lernen. Wer den Krieg abschaffen will, muss das Gewehr in die Hand nehmen. Dieser Wahrheit muss jeder, der gegen den imperialistischen Krieg kämpfen will, begreifen. Denn letztlich gibt es nur einen Weg, die Gefahr der imperialistischen Kriege zu bannen:

den Sturz und die Zerschlagung des Imperialismus durch die gewaltsame sozialistische Revolution. Wie man ein Unkraut nicht ausrotten kann, wenn man die Wirzeln im Boden lässt, so kann man den imperialistischen Krieg nicht grundlegend bekämpfen, wenn man nicht sieht, dass der Sturz des Imperialismus durch die sozialistische Revolution auch den hauptweg zur Verhinderung imperialistischer Kriege und zur Erhaltung des Friedens ist.

Deshalb ist es auch im Kampf gegen einen neuen Weltkrieg, der gegenwärtig hauptsächlich durch den Kampf der beiden Supermächte um die Weltherrschaft droht, die wichtigste Aufgabe der Arbeiterklasse, sich für die sozialistische Revolution zu rüsten.. Wir müssen dafür kämpfen, dass die proletarische Revolution den kriegstreibern zuvorkommt. In Westdeutschland muss die Diktatur der Bourgeoisie zerschlagen, die US-Besatzer und alle ausländischen Truppen verjagt und die Diktatur des Proletariats errichtet werden. In der DDR muss die Herrschaft des russischen Sozialimperialismus und der neuen ostdeutschen Bourgeoisie gestürzt, die sozialimperialistischen Besatzer vertrieben und die Diktatur des Proletariats wieder errichtet werden. Ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches deutschland –das ist der größte Beitrag, den die deutsche Arbeiterklasse und das deutsche Volk zur Verteidigung des Weltfriedens leisten können.

Der Weg dahin wird sicher nicht kurz und leicht, sondern lang, kompliziert und hart sein. Wir kämpfen für die Verhinderung des drohenden Krieges. Aber die kriegsgefahr verschärft sich sehr schnell. Es ist möglich, dass ein neuer Weltkrieg ausbricht, bevor in Deutschland die proletarische Revolution gesiegt hat. Auch auf diese Möglichkeit müssen wir uns vorbereiten. Wir werden uns nicht in einem imperialistischen Krieg zwischen den beiden Supermächten für die Interessen des USA-Imperialismus und seiner westdeutschen handlanger und Komplizen und des russischen Sozialimperialismus und seiner ostdeutschen Vasallen als Kanonenfutter verheizen lassen. Sollten die Supermächte stur einen solchen Krieg vom Zaun brechen, werden wir diesem imperialistischen Krieg den revolutionären Krieg gegen die imperialistischen und sozialimperialistischen Kriegstreiber, für den Sturz des Kapitalismus in ganz Deutschland, für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland entgegensetzen.“

Das sind klare Worte, und sie haben heute ihre Wahrheit nicht eingebüßt, wenn sich auch die Lager der Großmächte gegenüber den US-Imperialisten verändert haben, so ändert das nichts am wesentlichen revolutionären Antikriegskampf, zu dem der Genosse Ernst Aust hier aufgerufen hat.



Ende des Vierten Teils