„Hoch die Faust

für Ernst Aust !“


Zweiter Teil



1974

Ende 1973/ Anfang 1974 feierte die KPD/ML den 55. Jahrestag der KPD und den 5. Jahrestag der KPD/ML. In der Nr. 51 vom 29. Dezember 1973 machte der Rote Morgen ein Interview mit dem Genossen Ernst Aust. In der ersten Frage hieß es: Haben diejenigen Recht behalten, die damals und auch heute noch sagten - die Parteigründung sei zu früh erfolgt? Und Genosse Ernst antwortete:

„Noch nie ist - wie die Geschichte beweist - die Kommunistische Partei, die Vorhutpartei des Proletariats zu früh, oft aber ist sie - wofür es mehrere Beispiele gibt - zu spät gegründet worden. Auch würde ich nicht sagen, dass unsere Partei vor 5, ich würde sagen, dass sie vor 55 Jahren gegründet wurde.(...) Die KPD/ML entstand, wie die anderen marxistisch-leninistischen Bruderparteien, im Kampf gegen die revisionistische Entartung, gegen den revisionistischen Verrat“und Ernst antwortete weiter, „Was den Vorwurf betrifft, wir seien noch keine bolschewistische Partei, da wir die Millionenmassen noch nicht zu führen vermögen, möchte ich mit einer Gegenfrage antworten: Was ist das, was da aus dem Boden sprießt? Wenn man eine Kastanie in den Boden steckt? Eine Erbse? Eine Tomate? - Doch wohl eine Kastanie, wenn auch eine sehr kleine.“

Genosse Ernst Aust sprach wieder auf vielen feierlichen Veranstaltungen, die die Partei aus diesem Anlass in mehreren Städten organisierte, und wo der Genosse Ernst Aust nicht nur herzlich, sondern überschwenglich empfangen wurde, so auch am 12. 1. 1974 in Gelsenkirchen, wo Genosse Ernst Aust u.a. sagte:

„Damals 1918/19, nach dem Verrat der Sozialdemokraten, der Revisionisten unter Kautsky und Bernstein war es notwendig geworden, eine Partei neuen Typus, so wie es die Bolschewiki in Russland waren, zu gründen. Die Gründung unserer Partei und die Gründung der anderen marxistisch-leninistischen Parteien, entstand unter anderen Bedingungen. Es war viel schwerer, den Verrat der modernen Revisionisten zu erkennen (...) Deswegen war der Kampf, den wir führten, komplizierter, langwieriger. Und auch heute noch ist es so - dass noch lange nicht alle Arbeiter den Unterschied zwischen den modernen Revisionisten und den echten Kommunisten begriffen haben.“

Die Genossen antworteten mit begeisterndem Beifall auf seine Worte:

„Genossen,die Klassenkämpfe verschärfen sich. Ihr seht das. Die revolutionäre Entwicklung geht sprunghaft vor sich. Denkt an den Mai 68 in Frankreich. Keiner hatte damit gerechnet, dass in einem kapitalistischen Land wie Frankreich so schnell eine revolutionäre Situation heranreifen würde. Die Lage in der Welt ist ausgezeichnet, Genossen. Überall ist Unruhe und Aufruhr. Auch Westdeutschland bleibt davon nicht ausgenommen (...)Wir müssen lernen, dass eben die Partei nicht nur die Massen zur Revolution erziehen muss, ihnen ständig die Notwendigkeit der Revolution, ihren Nutzen für das Volk klar machen muss. EINE BOLSCHEWISTISCHE PARTEI MUSS AUCH DIE VORBEREITUNG DARAUF TREFFEN.“

Zum 28. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik Albanien sandte der Genosse Ernst Aust ein Grußtelegramm an den Genossen Enver Hoxha.

Im Theoretischen Organ „Der Weg der Partei“ erscheint in der Nummer 1 vom Februar 1974 die von Genossen Ernst Aust verfasste wichtige Schrift: „Deutschland dem deutschen Volk!“, die als Erklärung des ZK der KPD/ML zur nationalen Frage herauskam. Diese programmatische Haltung zu Lösung der deutschen nationalen Frage war und ist heute um so mehr für das Herankommen an die sozialistische Revolution von außerordentlich großer Bedeutung nicht nur für die Partei, sondern auch für viele Arbeiter, die gerade wegen dieser klaren, überzeugenden Haltung Interesse für die KPD/ML zeigten und sich viele gerade deswegen angesprochen fühlten und sich ganz bewusst für die Mitgliedschaft in der KPD/ML entschieden. Für die Bourgeoisie, insbesondere für ihre äußersten reaktionären, chauvinistischsten und revanchistischsten Elemente, wurde der Boden unter den Füßen weggezogen, den Patriotismus des Volkes mit faschistischem Gedankengut zu vergiften. Deutschland gehört dem Volk und nicht den deutschen Kapitalisten und ihren bürgerlichen Parteien, die die stolze deutsche Nation nicht nur mit Füßen treten, sondern sie auch in Schutt und Asche begraben und mit blutigem Stacheldraht durchtrennt haben! Nur unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer kommunistischen Partei ist das deutsche Volk fähig, diese große Losung in die Tat umzusetzen, unter keiner anderen Führung! Das war der Stalinsche Geist, von dem sich da der Genosse Ernst leiten ließ und dessen Lehren über die nationale Frage er in herausragender Weise auf die deutsche Situation auf die Bedürfnisse des deutschen Volkes auf marxistisch-leninistisch, meisterhafte Weise anwandte.

Genosse Ernst Aust ist der geistige Vater, der kluge Stratege und Taktiker, der unermüdliche Vorkämpfer zu Überwindung von Stacheldraht und Mauer. Er leistete einen gigantischen Beitrag für die Vorbereitung des Kampfes für die Errichtung der Dikatatur des vereinten, deutschen Proletariats - für die Vorbereitungen zur Überwindung der nationalen und sozialen Spaltung der revolutionären deutschen Arbeiterklasse. Er hat die Bedingungen für die Wiedervereinigung des deutschen Proletariats im Kampf für ihre sozialistische Revolution geschaffen. Er hat die Vorhutorganisation der deutschen Arbeiterklasse über Stacheldraht und Mauer hinweg geschaffen, die eines Tages den Kampf des Genossen Ernst Aust siegreich zu Ende führen wird.

Für die intellektuellen Kleinbürger - einschließlich derjenigen in unserer Partei - war „Deutschland dem deutschen Volk!“ eine schwere Pille, an der sich viele von ihnen verschluckten. Auch lange nach seinem Tod können wir uns beispielsweise nicht daran erinnern, dass die KPD/Stuttgart jemals seit Gründung ihrer Spalterorganisation diese revolutionäre Linie des Genossen Ernst Aust vertreten oder gar „Deutschland dem deutschen Volk!“ verbreitet hätte. Das wäre auch schlechterdings möglich, denn Ernst war noch nicht einmal unter der Erde, da spalteten sie die Partei nicht zuletzt mit der Revision dieser wichtigen Programmatik der Partei. Die Spaltung in Stuttgart im Dezember 1985 war verursacht durch die Demarkationslinie zwischen dem alten revolutionären Programm des Genossen Ernst Aust, das wir im gleichen Jahr noch vor den rechten Koch-Liquidatoren gerettet hatten und in dem die nationale Frage zentraler Bestandteil der sozialistischen Revolution in Deutschland war, auf der einen Seite, und dem neuen Programmentwurf der Möllerleute, die das revolutionäre Programm des Genossen Ernst revidierten auf der anderen Seite. Diese Standpunkte standen sich unversöhnlich gegenüber und waren nicht zu kitten.

Und Möller hatte auch allen Grund dazu, sich mit der Revision des marxistisch-leninistischen Parteiprogramms des Genossen Ernst Aust zu beeilen, denn „Deutschland dem deutschen Volk!“ hat 4 Jahre später bereits die deutsche Geschichte verändert und Möllers Programm ist auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet. Der große Verrat Möllers liegt eben darin, dass er mit seiner Spaltung die KPD/ML daran gehindert hat, die anti-sozialfaschistische Revolution in eine sozialistische Revolution zu verwandeln. Dafür haben wir ihn gehasst und dafür wird ihn das deutsche Volk zur rechenschaft ziehen. Wenn er aus seiner eigenen Spalterorganisation rausgeschmissen wurde, so erfasst uns das mit tiefer Genugtuung. Die revolutionäre Lösung der deutschen Frage aus dem Programm zu streichen, das war für Honecker höchste Eisenbahn, denn dem StaSi war klar: lange konnte sich das DDR - Regime nicht mehr halten, musste mit der kommenden revolutionären Situation in der sozialfaschistischen DDR gerechnet werden. Eine Wiedervereinigung unter dem westdeutschen Imperialismus hätte nur durch die KPD/ML verhindert werden können. Das wusste der StaSi, denn warum sonst hat er versucht, unsere Partei zu zerschlagen? Es war klar, dass die Herrschenden dort nicht mehr so ausbeuten und unterdrücken KONNTEN wie bisher und die Arbeiter und anderen Werkätigen nicht mehr das Joch des Sozialfaschismus tragen WOLLTEN wie bisher. Wenn der StaSi also nicht diese kommende Katastrophe verhindern konnte, so war er doch bemüht, zu verhindern, dass es zur weltweit ersten sozialistischen Revolution des Proletariats in einem Land mit einem verfaulten bürgerlichen Sozialismus käme. Das hätte internationale Auswirkungen über die anderen Ostblockstaaten und Russland bis hin zum gespaltenen Korea gehabt, das hätte Rückwirkungen auf die heute stärkste Bastion des Sozialimperialismus in der Welt gehabt : China! Das würde eine weltrevolutionäre Kette des internationalen Zusammenbruchs des Revisionismus auslösen, die zum revolutionären Sturz des Sozialfaschismus nicht nur in der DDR, sondern in der ganzen Welt geführt und mit der Errichtung bzw. Wiedererrichtung der Diktatur geendet hätte. Man sehe sich an, was mit dem jugoslawischen Sozialfaschismus passiert ist. Die Ausweitung der anti- sozialfaschistischen Revolution zur proletarischen Revolution auf ganz Deutschland war solange eine Gefahr, wie der KPD/ML Handlungsspielräume geblieben wäre, die Revolution anzuschieben. Insofern war Möllers Spaltung auch ein konterrevolutionärer Akt seiner Auftraggeber, um die KPD/ML handlungsunfähig zu machen. So trug er mit seinem Verrat dazu bei, dass die Revolution von der DDR nicht in die BRD überschwappen konnte. Der Dolchstoß ins Herz der Partei erfolgte in ihrer schwächsten Stunde, nämlich in dem Augenblick als Ernst starb. Danach dachten sie leichtes Spiel zu haben und schreckten vor der Spaltung nicht zurück, nachdem sie wütend und zähneknirschend feststellen mussten, dass die Genossen um Ernst Aust auch nach seinem Tod niemals bereit waren, diesen rechten liquidatorischen Kurs, der nur der „linke“ Wurmfortsatz von Koch war, auch nur einen Milimeter weit mitzumachen.

Eine sozialistische Revolution in Deutschland, das hätte der Weltimperialismus nicht ausgehalten, denn er befand sich zu jenem Zeitpunkt schon in einer seiner tiefsten Krisen, wofür der Zusammenbruch des russischen Sozialimperialismus und seiner Lakaien in der DDR ein deutliches Zeichen war. Die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats in der DDR und die Errichtung der Diktatur des Proletariats in ganz Deutschland, das war der wahre Grund, weswegen die Bourgeoisie so sehr die KPD/ML und den Genossen Ernst Aust fürchtete und hasste, weswegen es ihnen unterm Arsch heiß wurde. Daraus lässt sich heute erklären, warum die KPD/Stuttgart mit aller Gewalt die Partei davon abbringen wollte, dem revolutionären Weg zur Befreiung Deutschlands, den Genosse Ernst Aust beschritten hatte, konsequent zu folgen. Sie entpuppten sich als neo-revisionistische Verräter des anti-sozialfaschistischen Kampfes, Verräter am Kommunismus, (nicht nur !) in Deutschland, Verräter an der deutschen Nation und am deutschen Volk, Verräter an der deutschen sozialistischen Revolution, Verräter an der KPD/ML und Verräter am Genossen Ernst Aust. Sie missbrauchten die Namen der Partei und des Genossen Ernst Aust als Schutzschild, hinter dem sie ihre verräterische Spaltung verbargen, und von wo aus sie versuchten, die Genossen von der KPD/ML des Genossen Ernst Aust zu isolieren und in ihre Fänge zu bekommen und die revolutionären Kräfte von uns fernzuhalten und zu zersetzen, revisionistisch zu verseuchen: sprich ins bürgerliche Lager zu treiben. Deswegen die Dreckkübel, die sie über uns bis heute ausgossen, insbesondere über den Genossen Wolfgang Eggers. Die KPD/Stuttgart diente an vorderster Front der Konterrevolution gegen die anti-sozialfaschistische Revolution in der ehemaligen DDR - das zeigt auch, dass sie sich vom Parteiprogramm des Genossen Ernst Aust losgelöst und abgegrenzt haben, um es besser zu bekämpfen !

Vor allem aber musste verhindert werden, dass sich die revolutionäre Situation von der DDR aus auf ganz Deutschland ausbreitet. Klar, dass die KPD/ML die größte Gefahr darstellte, denn Ernst hat die nationale Frage immer mit der sozialen Frage dialektisch verknüpft und auf prinzipienfeste marxistisch-leninistische Grundlage gestellt. Sie MUSSTEN die Partei - gerade aus der Umklammerung der Koch-trotzkisten befreit - noch im gleichen Jahr, im Dezember 1985 spalten, um das Schlimmste, die Reorganisierung im Geiste des Genossen Ernst Aust unter der Führung des Genossen Wolfgang Eggers zu verhindern. Sie MUSSTEN den Genossen Wolfgang Eggers persönlich angreifen und diffamieren. Insbesondere weigerte dieser sich kompromisslos, die nationale Frage aus dem Programm des Genossen Ernst Aust zu streichen und brachte den parteifeindlichen Versuch, der Partei das revolutionäre Parteiprogramm zu entreißen und es durch Neo-Revisionismus zu ersetzen zum Scheitern - eine Niederlage für die Bourgeoisie. Die KPD/ML des Genossen Ernst Aust existierte, lebte weiter trotz allen Bemühens des Klassenfeindes, sie vollständig zu vernichten. Das war eine Niederlage für den StaSi, das war eine Niederlage für die KPD/Stuttgart und aller ihrer Zuträger - wie heute die Gruppe „Roter Oktober“, die sich von der KPD/ML nach der Mitte 1995 von uns abspaltete und in den Schoß der KPD/Stuttgart kehrte. Jetzt, wo sie sehen, dass unsere Partei wächst und erstarkt, haben sie sich wieder verselbständigt, um mit ihrer kleinbürgerlichen „KPD-Aufbautaktik“ weiter zu spalten und zu stören. Ihr Schicksal ist jetzt schon besiegelt, denn im Kampf gegen die „Aufbau-Opportunisten“ und „Parteineugründer“ ist die Partei seit Gründung 1968/69 jedesmal gestärkt hervorgegangen. Die wahren Marxisten-Leninisten haben sie zwar eine zeitlang von der KPD/ML abhalten können, aber nicht auf Dauer verhindert, dass sie zur KPD/ML zurückkehren, nachdem der Verrat früher oder später auffliegt. Sie lernen zwar schnell, aber wir lernen schneller und sind ihnen immer voraus, weil wir nicht wie sie auf dem Marxismus-Leninismus sitzen und nur reagieren, sondern weil wir den Marxismus-Leninismus schöpfereisch weiter entwickeln und die Initiative in der Hand haben - eben weil wir den revolutionären Kampf anführen, während sie der marxistisch-leninistischen Bewegung nur spontan hinterherlaufen, um sie zurückzuzerren auf die Positionen des Revisionismus, diese ärmlichen Krämerseelen. Sie sind nur deswegen erbost und beleidigt, weil sie das nicht zugeben wollen, nicht begreifen können. Kleinbürger werden das vom kleinbürgerlichen Standpunkt aus auch nie begreifen, von welcher Standhaftigkeit und Unbeugsamkeit revolutionäre Arbeiter sind. Nur vom proletarischen Standpunkt aus würden sie sich vielleicht über sich selber Klarheit verschaffen und ihren Verrat erkennen und selbstkritisch eingestehen können. Wenn sie einsehen würden, dass es zwecklos ist, weiter gegen uns zu kämpfen, haben sie schon sehr viel gelernt. Der Weg zur Revolution unter der Führung der Arbeiterklasse wird ihnen von der KPD/ML nicht verbaut. Nicht sie führten die sozialfaschistische Revolution mit der Fahne Hammer, Sichel und Gewehr an in der DDR, sondern wir die KPD/ML des Genossen Ernst Aust ! Wir waren es, die den „Wiedererrichtern von Mauer und Stacheldraht“ aufs Haupt schlugen! Wir waren es, die die DDR Sektion der KPD/ML bis heute hoch halten und verteidigen. Wir sind es, die sie aus den Klauen der KPD/ Stuttgart befreit haben ! Die KPD/Stuttgart hat jetzt ihren vollen Bankrott als Quittung erhalten, und wird als Spalterorganisation gegen unsere Partei ein zweites Mal zum Scheitern verurteilt sein. Die ehrlichen Genossen aber werden sich unsere Parteidokumente über die damalige Auseinandersetzung mit Möller etwas genauer angucken müssen. Wir fragen: Wieviele, die heute dabei sind, haben denn überhaupt alle unsere Dokumente jemals zu Gesicht bekommen? Sie haben jeden Mist, den man ihnen über uns erzählt hat, geglaubt, anstatt den eigenen Kopf zu benutzen. Wir sind ehrliche Genossen und keine Menschenfresser ! Ihr müsst euch schon „erniedrigen“, unsere Linie genauer unter die Lupe zu nehmen, wie wollt ihr sonst erkennen, dass die KPD/Stuttgart seit ihrer Spaltung im Dezember 1985 niemals den revolutionären Standpunkt unserer Partei und unseres Genossen Ernst Aust vertreten , sondern im Gegenteil, uns immer nur mit Dreckkübeln zugeschüttet hat - das war ihr Auftrag und das wird ihr Auftrag bleiben, solange die ehrlichen Genossen es nicht verhindern und diese von Möller geschaffene und von Möller verlassene Spalterorganisation selber auflösen. Wir befürchten, dass die meisten KPD/Stuttgartmitglieder noch nicht einmal die Geschichte unserer Partei und unseres Genossen Ernst Aust kennen. Es reicht nicht, Möller rauszuwerfen, um einen „marxistisch-leninistischen“ Kurs „aufrechterhalten“ zu wollen, der vom Augenblick der Spaltung ein bewusst provozierter Anti-Ernst Aust-Kurs war . Möller hat ja nicht nur uns, sondern auch euch mit Dreckkübeln beworfen, um seine wahren Absichten jahrlang verbergen zu können. Er hat den Dreck auf Wolfgang Eggers geworfen, weil er nicht den Mut hatte ihn auf unseren Genossen Ernst zu werfen, den er aber damit treffen wollte. Vielleicht wird es noch sehr lange dauern, bis ihr begreift, was ihr getan habt. Solange ihr die Partei des Genossen Ernst Aust bekämpft, solange seid ihr auch die Spalter ! Wenn ihr eure Organisation nicht selber ausflöst, werden wir es für euch tun müssen! Es kann nur eine marxistisch-leninistische Partei in Deutschland geben, und die existiert seit 35 Jahren. Wir halten alle Beschlüsse der Partei hoch, wir verteidigen die Parteitage, wir verteidigen das Programm des Genossen Ernst Aust. Wir sind davon nie abgewichen und sind die KPD/ML des Genossen Ernst Aust, den wir in keiner einzigen Sekunge seit 1968/69 verraten haben, während der erste Tag der Existenz eurer Partei bereits ein Verrat an Genossen Ernst Aust war.

Schon zu seinen Lebzeiten bastelten eure alten Führer an einem Programmentwurf herum, als wenn die gerade erst zum Scheitern gebrachte Revision des Ernst-Programms durch die Koch- Liquidatoren nicht schon genug Schaden angerichtet hätte. Sicherlich werdet ihr das nie erfahren haben, aber Ernst hat sich - gesundheitlich schon sehr geschwächt, bevor er starb - schwer aufgeregt über Möllers neuen Programmentwurf und mir geschrieben: „Seid ihr denn noch zu retten?“ Er verglich diese revisionistische Taktik mit der Taktik der D“K“P, wie die das KPD-Programm revidierten. Ernst kann beruhigt sein, das Programm und die KPD/ML bleiben unzertrennlich, ebenso die ZK- Erklärung „Deutschland dem deutschen Volk!“

Und in der Tat traf diese ZK-Erklärung des Genossen Ernst vom Februar 1974 „Deutschland dem deutschen Volk!“ den sozialfaschistischen DDR-Staat tief ins Mark, denn seine Herrscher hatten die deutsche Nation genauso verraten wie die westdeutsche Monopolbourgeoisie! Mag sich jeder seinen eigenen Reim darauf machen, warum ausgerechnet die KPD/Stuttgart, die sich so sehr auf den Genossen Ernst Aust „beruft“ gerade in diesem Punkt, gerade in der nationalen Frage, die Spaltung riskiert hatte. Sie wollte verhindern, dass die anti-sozialfaschistische Revolution in der DDR von der KPD/ML angeführt wird, denn das würde bedeuten, diese Revolution weiterzuführen bis zum Sturz der Bourgeoisie und der Errichtung der Diktatur des Proletariats in ganz Deutschland.

Um dieser Gefahr zu begegnen, dichteten die Klassenfeinde in den Reihen unserer Partei der Erklärung des ZK der KPD/ML einen braunen Geruch von bürgerlichem Nationalismus an. Das Gegenteil beweist gleich der erste Satz:

„Das ZK der KPD/ML geht bei seiner auf dem Dezemberplenum 1973 verabschiedeten und im Februar 1974 veröffentlichten Erklärung zur nationalen Frage davon aus, dass ihre Lösung untrennbar VERBUNDEN ist mit der allgemeinen Frage der SOZIALISTISCHEN REVOLUTION, dass ihre konkrete Besonderheit zu sehen ist im historischen Rahmen unserer Epoche.“

Sicherlich sind die darin enthaltenen Äußerungen zu China erst 5 Jahre später selbstkritisch auf dem IV. Parteitag korrigiert und zurückgenommen worden, aber diese berechtigte Kritik trifft gar nicht den Kern der Sache und tut der Bedeutung der revolutionären Lösung der nationalen Frage Deutschlands gar keinen Abbruch. Wir haben also weder Grund, dieses Dokument als „historisches Dokument“ ins Parteiarchiv abzulegen, noch viel weniger ist das ein Grund, diese in allen wesentlichen Punkten korrekte marxistisch-leninistische Linie des Genossen Ernst Aust einzustampfen, anzugreifen und zu ersetzen. Um Gegenteil: Das handelt sich um wichtigste Beschlüsse, die die Partei nicht nur verpflichtet ist umzusetzen, sondern wir sind außerordentlich froh darüber, dass Genosse Ernst Aust diesen korrekten Weg aufgezeigt hat und verteidigen ihn voller Überzeugung, weil er uns auch heute der Revolution ein Stück näher bringt. Man kann doch die Partei und den Genossen Ernst nicht wie einen Laden betreten, wo man sich das aus den Regalen heraussucht, was man braucht oder richtig findet und dann an der Kasse zahlen geht und sich aus dem Staube macht und dann im Spalterladen verhökert. Wenn wir das nicht verhindert haben, was Ernst Aust ausdrücklich gefordert hatte: „Keine Wiedervereinigung unter dem westdeutschen Imperialismus!“dann gilt es doch gerade, dieses vereinte imperialistische Deutschland mit allen zur Verfügung stehenden Kräften zu zerschlagen, wozu sollte sich denn sonst das deutsche Volk wiedervereinigen, wozu sollte sich denn sonst die Arbeiterklasse wiedervereinigen? Wozu ist die deutsche Spaltung überwunden worden? Doch nur zu dem einen Ziel und der einzigen Losung : Deutschland dem deutschen Volk und nicht Deutschland den deutschen Imperialisten! Die deutschen Imperialisten aber werden nur durch die vereinte sozialistische deutsche Revolution niedergeschmettert werden! Dazu braucht das deutsche Volk die KPD/ML! Anders kann man die Losung von Ernst: „Deutschland dem deutschen Volk!“ heute nicht verwirklichen. Dafür und nur dafür, gilt es auch die Marxisten-Leninisten in der KPD/ML wiederzuvereinigen. Oder sehen wir das etwa falsch? Dann kann man sich nicht hinstellen und sagen: Schade, haben wir nicht verhindern können, also weg mit dem Beschluss. Nein, liebe Genossen, so geht das nicht. Was heisst das denn? Das heißt nichts anderes, als dass wir die nationale Frage solange nicht gelöst haben, bis wir diesen wiedervereinigten deutschen Imperialismus nicht revolutionär beseitigt haben. Wir sind ja nicht für eine neue Mauer, weswegen haben wir sonst jahrelang gegen sie gekämpft und uns mit der Stasi herumgeschlagen? Wir sind aber auch nicht für eine Wiedervereinigung auf Kosten des deutschen Volkes, deswegen dürfen wir nur für solch eine Vereinigung kämpfen, durch die es gelingt, Deutschland aus den Klauen des Imperialismus zu befreien mit dem vereinigten Kräften des ganzen deutschen Volkes unter der Führung der deutschen Arbeiterklasse und ihrer KPD/ML. Hat denn die Verscherbelung der deutschen Nation durch die Wiedervereinigung etwa aufgehört? Hat die Bourgeoisie etwa plötzlich wieder die Geschicke der deutschen Nation in die Hand genommen? Kann sie die nationale Frage nun doch lösen? Ist die ZK-ERklärung von Ernst ein alter Hut? In der Hand des deutschen Volkes ist das Schicksal Deutschlands doch wohl besser aufgehoben als in den Händen der Imperialisten. Da dürfte es doch wohl Einigkeit geben, oder? Deutschland wird verschachert von der deutschen Monopolbourgeoisie wie nie zu vor in seiner Geschichte. Deutschland wird ausgesogen und von Parasiten befallen, die jedes Überleben des deutschen Volkes schier unmöglich machen. Die Existenzgrundlage des deutschen Volkes ist in großer Gefahr! Das müsst ihr erst einmal begreifen, liebe Genossen! Dann werdet ihr auch verstehen, wie aktuell heute die Umsetzung von Ernst`s ZK-Erklärung ist, die er vor genau 30 Jahren verfasste ! Die Spaltung war ein großer Verrat am deutschen Volk, aber das deutsche Volk hat seine Spaltung im revolutionären Kampf überwunden. Daraus schlägt die Bourgeoisie nun ihr Kapital dem Gesetz des Profits folgend, da ist ihnen doch scheißegal, wenn das deutsche Volk auf der Strecke bleibt. Wenn Deutschland weiter dem Gesetz des Profits ausgeliefert wird, wird Deutschland ganz schnell zugrunde gerichtet sein. Da hilft nur eins - die sozialistische Revolution muss so schnell wie möglich vorbereitet werden, denn die revolutionäre Situation klopft bereits an die deutsche Tür. Jede Kraft, die wir jetzt in die KPD/ML stecken, ist eine Kraft, die uns der sozialistischen Revolution näher bringt. Jede Spaltung dieser Kraft bringt uns weiter von ihr weg. Mit dieser Wiedervereinigung Deutschlands unter der Herrschaft des deutschen Imperialismus dürfen wir uns nicht eine Sekunde zufrieden geben, sondern müssen uns dem deutschen Imperialismus, unserem Hauptfeind, mutig in den Weg stellen, bis wir ihn endgültig besiegt haben. Jede Verzögerung durch uns Kommunisten bedeutet zuzusehen wir die deutschen Imperialisten unserem Volk das Grab schaufeln. Und das darf die KPD/ML niemals zulassen, wenn sie am Kurs des Genossen Ernst Aust festhalten will. Das deutsche Volk wird der deutschen Monopolbourgeoisie vorher den Kopf abschlagen müssen -, das heißt, bevor unsere Nation, gerade erst vereint, des schnöden Mammons wegen völlig ausgesogen und kraftlos zusammengefallen ist; - das heißt, bevor Deutschland dem sterbenden, parasitären und verfaulenden Weltkapitalismus zum Fraß vorgeworfen wird; - das heißt, bevor Deutschland zum dritten Mal einem imperialistischen Weltkrieg zum Opfer fällt. Deutschland ist erst frei, wenn es sich vom Imperialismus befreit hat !

Da sind ja nicht nur die Altlasten des Sozialfaschismus, sondern auch die neuen Belastungen durch den westdeutschen Imperialismus, der den Deutschen - nicht nur im Ostteil unseres Landes - so schwer zu schaffen machen - um nur ein Beispiel zu nennen. Da kann doch keiner herkommen und behaupten, die nationale Spaltung sei überwunden und man sollte dem Kohl ein Denkmal setzen. Wenn jemand den Stacheldraht beseitigt hat, dann doch wohl die anti-sozialfaschistische Revolution des deutschen Volkes, insbesondere in der ehemaligen DDR unter dem heldenmütigen Einsatz der Sektion DDR der KPD/ML, an deren Spitze der Genosse Ernst Aust stand! Wer diese Revolution zu Ende führen will - und zu Ende führen heißt nichts anders als die Schaffung eines freien, vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands - der muss für die Umsetzung der ZK-Erklärung von Ernst weiterkämpfen. Wer dazu nicht bereit ist, der soll sich nicht mit den Federn von Ernst schmücken und ihm in den Rücken fallen. So etwas duldet die Partei nicht! Egal, was die Partei beschließt: Es ist umzusetzen. Erweist es sich als falscher Beschluss oder als Fehler, dann ist es wiederum nicht der Parteimülleimer, wo jeder das reinwirft, was ihm als Fehler dünkt. Die bolschewistische Partei korrigiert ihre Fehler mit den Prinzipien des Marxismus-Leninismus, mit dem demokratischen Zentralismus, Kritik und Selbstkritik, Kontrollkommissionen etc., immer korrigiert sie ihre Fehler als Partei. Wo kommen wir hin, wenn bei allen möglichen Beschlüssen auf Parteidisziplin geachtet wird, nur bei der Korrektur der Fehler nicht. Und mir ist bis heute kein einziger Beschluss bekannt, weswegen wir die Verwirklichung dieser ZK-Erklärung von 1974 prinzipiell aufgeben sollten. Klar, dass nach 30 Jahren Aktualisierungen fällig werden, vieles ist bereits verwirklicht, aber dabei dürfen wir nicht stehen bleiben. Es reicht ja nicht, dass nur wir Genossen den Ernst Aust verstehen und wissen was zu tun ist. Was wir von Ernst gelernt haben, muss sich in den besten Köpfen der deutschen Arbeiterklasse verankern, muss den Arbeitern vermittelt werden, denn nicht wir machen die Geschichte, sondern die Massen, nicht wir können die nationale Frage lösen, sondern die Massen, natürlich nur mit unserer Hilfe. Aber da soll sich keiner hinsetzen und unter dem Motto „aus alt mach neu“ die Prinzipien revidieren, wie wir das aus der Geschichte unserer Parteifeinde zur Genüge kennen. Wir lassen unsere Partei durch solche Manöver nicht lahmlegen. Die Erklärung zur nationalen Frage ist nur so viel wert, wie weit wir sie verwirklichen. Die Verwirklichung aber ist es, worauf es ankommt, und nicht darauf, sich mit der Debatte über blitzsaubere Aktualisierungen von Programmen und Resolutionen von den eigentlichen Aufgaben einer proletarischen Kampfpartei zu verabschieden und in die Studierstuben zu gehen anstatt auf die Straßenbarrikaden, wo die ZK-Erklärung von Ernst hingehört! Wir brauchen keine zweite, dritte, vierte neue blitzsaubere „Ernst Aust-Partei“, sondern wir HABEN diese Partei bereits seit fast 35 Jahren, und die Genossen messen wir daran, wie weit sie die einmal gefassten Beschlüsse dieser unserer Partei, wie weit sie die alte korrekte Parteilinie des Genossen Ernst Aust in die Praxis umzusetzen verstehen und die heißt nunmal: „Deutschland dem deutschen Volk!“ Nicht irgendein Deutschland dem deutschen Volk, sondern dem deutschen Volk ein freies, vereintes, unabhängiges und vor allem SOZIALISTISCHES Deutschland! Da gibt es überhaupt nichts dran zu rütteln.

Es geht am Vorabend der sozialistischen Revolution, also der Epoche des sterbenden, parasitären und verfaulenden Kapitalismus IN DEUTSCHLAND, nicht allein um die allgemeine Analyse des Leninismus, sondern um die konkrete Analyse des ganz bestimmten Vorabends der sozialistischen Revolution, nämlich der DEUTSCHEN sozialistischen Revolution, d.h., die Anwendung des Leninismus auf die deutsche Besonderheit wie sie vom Genossen Ernst Aust in hervorragender Weise ausgearbeitet wurde. Das ist doch genau das Ziel, welches die Bourgeoisie zu zerstören versucht. „Macht euren Sozialismus woanders, aber nicht bei uns“ - ist ihre Antwort. Früher hieß es : „Geht doch nach drüben!“ Nein, die KPD/ML kämpft seit 35 Jahren dafür, den proletarischen Sozialismus hier in Deutschland aufzubauen und sie wird diesem Ziel auch unbeirrbar näher und näher kommen, wenn wir an der Verwirklichung der ZK Erklärung des Genossen Ernst Aust eisern festhalten.

In der Erklärung heisst es richtig analysiert:

„Die Besonderheit, die die Deutsche Bundesrepublik, die DBR, wie auch die Deutsche Demokratische Republik, die DDR, gemeinsam haben, die sie aber von allen diesen Ländern (Ernst zählte die USA, Frankreich, Japan usw auf - der Verf.) unterscheidet, ist die wirklich herbeigeführte Teilung Deutschlands in zwei Staaten einer Nation; ist die Besetzung dieser beiden Staaten durch die Truppen ausländischer imperialistischer Mächte und ihre Bindung an verschiedene, aggressive, militärische Bündnissysteme, die unter der Oberhoheit der US-Imperialisten stehende NATO und den von dem sowjetischen Sozialimperialismus beherrschten Warschauer Pakt; ist die ungelöste Frage unserer, der deutschen Nation.“

Und weiter: „Heute verraten die Regierungen beider deutscher Staaten die nationalen Interessen des deutschen Volkes und treten sein Selbstbestimmungsrecht mit Füßen. Beide haben sie die nationale Einheit Deutschlands den Interessen ihrer Komplizen in Washington bzw. Ihrer Herren im Kreml zum Opfer gebracht.“

Genosse Ernst weist nach wie sich dadurch auch die Kriegsgefahr erhöht und entlarvt dabei die Rolle der revisionistischen D“K“P mit ihrer „friedlichen Koexistenz“ und der ach so „friedlichen“ damaligen sozialimperialistischen Sowjetunion. Ernst Antwort ist klar: „Das Proletariat muss seine Bewaffnung betreiben!“ Denn ein imperialistischer Krieg der beiden Supermächte würde bedeuten, dass sich deutsche Soldaten diesseits und jenseits des Stacheldrahts gegenseitig umbringen müssten. Klar, wenn Ernst schreibt, das „dies ein imperialistischer Krieg (wäre), den das Proletariat in einen Bürgerkrieg gegen die eigene Bourgeoisie verwandeln müsste.“

Ernst schreibt weiter:

„Der entscheidende Weg für das deutsche Proletariat, sich einzureihen in die weltweite Front der gegen das Diktat der Supermächte kämpfenden Völker, ist, den Feind dort anzugreifen, wo er steht, auf dem Boden unserer Heimat ! Unser, der proletarische Internationalismus der revolutionären Bewegung bleibt eine hohle Phrase, wenn wir nicht im eigenen Land den Kampf aufnehmen gegen die Herrschaft der Supermächte und ihrer einheimischen Bündnispartner und Lakaien, den westdeutschen Imperialismus und die Honeckerclique. Indem wir für die Befreiung der deutschen Nation kämpfen, nutzen und verschärfen wir die Widersprüche im imperialistischen Lager.“

Was auch klar ist : „Keine Wiedervereinigung unter dem westdeutschen Imperialismus!“

Was meint Ernst damit? Damit meint Ernst, dass der Kampf bei der Wiedervereinigung nicht aufhören darf , sondern dass er weitergeführt werden muss bis zur Zerschlagung des vereinigten deutschen Imperialismus, bis zum Sturz nicht nur eines Teiles der Bourgeoisie, also getrennt der Sturz nacheinander - entweder zuerst den der West-Bourgeoisie oder den der Ost-Bourgeoisie. Die Wiederveinigung Deutschlands durch die anti-soziafaschistische Revolution, konnte wegen des vorausgegangenen Versuchs, die KPD/ML insbesondere in der DDR zu zerschlagen, zwar nicht die Herrschaft einer gesamtdeutschen Bourgeoisie verhindern, aber bessere Voraussetzungen zu deren Sturz schaffen. Die Wiedervereinigung hat die deutsche Bourgeoisie nicht vor ihrem Untergang bewahrt, sondern deren Zerfallsprozess beschleunigt. Wenn also die Krise des Sozialfaschismus in der DDR eine revolutionäre Situation hervorrief, dann wird die Krise nach der Wiederveinigung die revolutionäre Situation in ganz Deutschland hervorrufen - und auf diesem Weg befinden wir uns bereits in rasanter Fahrt. Entweder die sozialistische Revolution, die in dem einen oder in dem anderen Teil unserer gespaltenen Nation ausbricht, wird zur Wiedervereinigung in einem vereinten unabhängigen sozialistischen Deutschland führen oder - sollte die antisozialfaschistische Revolution durch das Fehlen der Führung der marxistisch-leninistischen Partei nicht in einem Schritt in die sozialistische Revolution übergehen können, dann wird es eine Wiedervereinigung durch den westdeutschen Imperialismus geben, die die Bedingungen für die sozialistische Revolution in ganz Deutschland schafft. Das waren die revolutionären Pläne des Genossen Ernst Aust, um die nationale Frage Deutschlands auf revoluionäre Weise zu lösen - verbunden mit dem Ziel eines vereinten unabhängigen sozialistischen Deutschlands. Durch Genosse Ernst Aust mußten also beide Wege die sozialistische Revolution näher bringen. Also: Mit der Sektion der KPD/ML in der DDR legte der Genosse Ernst Aust die Grundlagen für die anti-sozialfaschistischen Revolution in der DDR und damit ebnete er den Weg zur nationalen Befreiung durch die Wiedervereinigung, was sich insgesamt auf das Ziel der Weiterführung und Vollendung der sozialistischen Revolution in ganz Deutschland positiv auswirkte.

Die revolutionäre Befreiung vom Sozialfaschismus muss heute zu Ende geführt werden und das kann nichts anderes heißen, als die Wiedervereinigung unter dem westdeutschen Imperialismus durch die proletarische Revolution zu beseitigen. Erst in einem vereinten, unabhängigen sozialistischen Deutschland kann die nationale Frage des deutschen Volkes als endgültig gelöst betrachtet werden.

Ernst definiert im Stalinschen Geist den Begriff „Nation“ und weist den grundsätzlichen Unterschied des Charakters zwischen einer kapitalistischen und einer sozialistischen Nation nach.

„Das heißt, wo der Kapitalismus gestürzt wird, wo das Proletariat die politische Macht erobert und im Aufbau des Sozialismus die Überreste des Kapitalismus liquidiert, dort verschwindet auch die bürgerliche und entsteht die sozialistische Nation.“

Genosse Ernst Aust arbeitet im Leninschen und Stalinschen Sinne vier Merkmale der sozialistischen Nation heraus:

„1.) Das Proletariat unter der Führung seiner kommunistischen Partei wird zur leitenden Hauptkraft der neuen, sozialistischen Nation, die Nation wird zur größtmöglichen Einheit. In dieser Periode ist die zwar besiegte, aber noch nicht vernichtete Bourgeoisie der erbittertste Feind der Nation und jederzeit zum Verrat an ausländische Imperialisten bereit. Immer behält sie noch die Hoffnung auf Restauration ihrer Herrschaft und diese Hoffnung verwandelt sich in Versuche der Restauration..

2.) Die Freundschaft der Völker untereinander, die sich durch die Beseitigung der nationalen Unterdrückung und all ihrer Reste, durch die freie Entwicklung aller, auch der kleinsten Nationen herausbildet. Die Ideologie der sozialistischen Nation ist der proletarische Internationalismus (vom Verfasser unterstrichen).

3.) Dass die nationale Kultur, und nicht nur die neugeschaffene sozialistische Kultur, sondern auch das fortschrittliche klassische Kulturerbe zum Gemeingut der ganzen Nation, des ganzen Volkes werden. Zum ersten Mal wird die Kunst wirklich eine Angelegenheit des ganzen Volkes.

4.) Das Schicksal der sozialistischen Nation ist mit dem Schicksal des Sozialismus verbunden. Das heißt einerseits, so wie der Sozialismus nicht auf einer Stelle stehen bleibt, sondern sich entwickelt, so entwickelt sich in entsprechender Weise auch die sozialistische Nation, bis sie schließlich als Einzelnation verschwinden wird. Dieses Verschwinden wird aber FRÜHESTENS in der Periode des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab BEGINNEN und auch dann noch infolge der Stabilität der Nationen EINE GANZE WEILE dauern.(hervorgehoben vom Verfasser).

Ernst behandelt die Themen „Die Entstehung des deutschen Nationalstaates“, „die nationale Frage in der Phase des Imperialismus“, „Die Bourgeoisie kann die Nation nicht mehr führen“, „die Ideologie des Kosmopolitismus“, „Der Kampf des USA-Imperialismus gegen die deutsche Nationalkultur“, „Der Großmachtchauvinismus der sowjetischen Sozialimperialisten“ und kommt dann zu einem ganz entscheidenden Punkt:

„Die Arbeiterklasse muss die Führung der Nation übernehmen!“

„Diese Aufgabe fällt heute bereits VOR der Periode des Sozialismus - der Arbeiterklasse und ihrer revolutionären Vorhutpartei zu.“ (...und unsere Fahne der KPD/ML mit Hammer, Sichel und Gewehr, flatterte den Leipziger Montagsdemos voran, mit „Deutschland dem deutschen Volk !“ - der Verf.)

„Diese Aufgabe steht durchaus nicht im Widerspruch zu den besonderen Klasseninteressen und Klassenaufgaben des Proletariats; im Gegenteil, die Erfüllung ihrer nationalen Aufgabe erleichtert ihr die Lösung der Klassenaufgabe, die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates in der sozialistischen Revolution. So ist denn der Kampf um die Einheit Deutschlands ein untrennbarer Bestandteil der deutschen Revolution.“

Wer heute die Augen aufmacht, wird erkennen, wie wahr Ernst Aust gesprochen hat und wie klar er die Dinge vorausgesehen hat, und für welches Ziel wir tatkräftig eintreten müssen. Jeder Genosse der Partei muss „Deutschland dem deutschen Volk!“ als Pflichtlektüre begreifen und auch die weiteren Themen gewissenhaft studieren „Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!“, „Der Kampf um die Existenz der deutschen Nation ist die Aufgabe des gesamten deutschen Volkes“, „Das Nationalbewusstsein des deutschen Volkes entwickeln!“, „Schöpfen wir aus unserem reichen, fortschrittlichen Kulturerbe“, Schöpfen wir aus dem Fleiß, der Erfindungsgabe unseres Volkes“, „Schöpfen wir aus den revolutionären Kämpfen unseres Volkes“, „Kühn entschlossen den Kampf aufnehmen für die Einheit der Nation!“, „Vertreibt die Besatzungsmächte und ihre Lakaien von deutschem Boden!“ und „Vereinigen wir uns im revolutionären Kampf mit allen deutschen Patrioten!“

Ernst wird am 12. 4. 1973 = 50 Jahre alt. Er hält nicht fiel vom Geburtstagsfeiern und stürzt sich in den Hamburger Bürgerschafts-Wahlkampf. Die KPD/ML beteiligte sich auf Initiative des Genossen Ernst Aust das erste Mal als revolutionäre Arbeiterpartei an den Parlamentswahlen. Damit knüpften wir an die alte Tradition der KPD Ernst Thälmanns an und setzten deren Weg in der Geburtsstadt Ernst Thälmanns fort - in Hamburg! Schon in seiner Rede zum 5. Jahrestag sagte der Genosse Ernst dazu:

„Im Wahlkampf verkünden wir unsere Programmatik. Da sagen wir, wofür die Partei ist, da verkünden wir die Ziele der Partei. Wir biedern uns nicht bei der Bourgeoisie wie die D“K“P an: Wir können nicht sagen, wir wollen da ein Krankenhaus bauen, wir wollen hier und da noch etwas besser machen usw. Wir sagen den Proleten ganz klar, wir versprechen euch überhaupt nichts, weder neue Krankenhäuser, noch neue Kindergärten, noch `ne tiefere Elbe`. Wenn wir im Parlament sein werden, werden wir sagen, hört mal zu, hier wird schon wieder Bestechung gemacht, dort wird schon wieder untergeschliffen und hier ist eine Forderung, für die setzen wir uns als Kommunisten natürlich ein: Wir werden eben diese Bürgerschaft als Tribüne benutzen, wie Lenin es schon gesagt hat, um die Notwendigkeit der proletarischen Revolution zu propagieren.“

„Würden wir“, wie Genosse Ernst Aust sagte, „zur Bundestagswahl Kandidaten aufstellen, dann würden wir alle Genossen, die wir haben - und wir sind keine große starke Partei mit so und so viel Genossen - der Bourgeoisie preisgeben (...) Hamburg ist ein Stadtstaat. Bei einer Bürgerschaftswahl brauchen wir nur einpaar Genossen anzugeben - und die sind sowieso bekannt“.

Im Oktober 1972 schrieb er im ROTEN MORGEN bereits:

„“Ausgehend von dieser allgemeinen Einstellung zu Parlamentswahlen wenden die Kommunistischen Parteien je nach den konkreten Bedingungen zu verschiedenen Zeiten verschiedene Taktiken an Sie reichen von der Wahlbeteiligung über den Wahlboykott bis zum Auseinanderjagen bzw. Festsetzen des Parlaments in der entscheidenden Zuspitzung des revolutionären Kampfes.“

Als Nachfolgeorganisation der verbotenen KPD hätte die Bourgeoisie unsere Partei nicht zulassen dürfen zur Wahl, hätte sie uns verbieten müssen als sogenannte „kriminelle Vereinigung“. Ernst sprach von einer Zwickmühlensituation, in der sich die Bourgeoisie befand:

„Aber dann kommen sie in eine Zwickmühle mit ihrer D“K“P. Wenn wir die Nachfolgeorganisation sind, was ist dann die D“K“P? Das ist für die Arbeiter auch interessant“.

Wichtig aber ist, was Genosse Ernst Aust hervorragend erkannt und umgesetzt hatte: der Sieg über die Bourgeoisie imKampf für die Legalität der KPD/ML! Eine großartige Leistung dank der enormen Anstrengungen der Partei unter der Leitung des Genossen Ernst Aust! Diese Wahl fand nämlich in einer Situation statt, wo die Bourgeoisie nicht nur die Pläne für die Zerschlagung der KPD/ML in der Tasche hatte, sondern die KPD/ML fast täglich massiv kriminalisierte und insbesondere ihren Führer, den Genossen Ernst Aust, vor den Kadi gezerrt hatte und noch einige Prozesse gegen ihn und andere Genossen angekündigt waren ( Am 26. Januar 1974 Nr. 4 berichtete der ROTE MORGEN über einen Strafantrag aus Bonn wegen Verunglimpfung der BRD in dem Artikel: „Bonner Parlamentarier - Korrupt bis auf die Knochen!“, der in der Nr. 23 vom 16. Juni 1973 erschienen war. Auch nach der Bürgerschaftswahl kommt es zu neuen Ermittlungsverfahren gegen Ernst u.a. §90 a StGB. Es wurmt die Bourgeoisie, dass sich die revolutionäre Kampfpartei KPD/ML nicht wie die D“K“P als Wahlpartei ans Gängelband der Bourgeoisie nehmen ließ. Mit der Bürgerschaftswahl auf diesen Angriff gegen die Freiheit der kommunistischen Agitation und Propaganda erfolgreich zu kontern - das war nicht nur eine der wichtigsten taktischen Schachzüge des Genossen Ernst Aust, sondern auch ein hervorragendes Lehrstück der professionellen Beherrschung der kommunistischen Strategie und Taktik des revolutionären Klassenkampfes, nämlich sich nicht einfach mir nichts dir nichts unter dem Druck der Bourgeoisie in die Illegalität abdrängen zu lassen, sondern in die Gegenoffensive zu gehen! Das hatte für den Aufbau unserer bolschewistischen Partei, ihre Verbindung zu den Massen, eine ungeheure Bedeutung. Ernst sagte:

„ Es ist unsere Pflicht, um jeden Fingerbreit Legalität zu kämpfen, denn unter den Bedingungen der Illegalität ist es erschwert, Agitation und Propaganda zu treiben.“

Unter der Losung: „Für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland - Hamburg wird rot!“ stellten sich die Kandidaten vor als „Eure rote Mannschaft ins Rathaus!“

der Parteivorsitzende der KPD/ML wurde zum ersten Mal seinen Wählern vorgestellt:

„Ernst Aust (50) Hamburger. Als er geboren wird, geht der Kurs der Mark gerade in die Millionen. Er wächst unter Arbeiterkindern in Eimsbüttel und Barmbek auf, besucht die Volksschule Schwenkestraße und am Thilo. Als die Nacht des Faschismus über Deutschland hereinbricht, ist er 10 Jahre alt. Mit 16 Lehre bei der Hamburgischen Landesbank. 1941 zur Wehrmacht. Als Fallschirmjäger lernt er im ständigen Fronteinsatz den Wahnsinn und die Schrecken des imperialistischen Krieges kennen. Der Krieg wird zur entscheidenden Wende in seinem Leben. Ende 1944 in englische Gefangenschaft. Er erkennt: Kriege beseitigt man nicht durch Beten, man muss ihre Ursachen, den Kapitalismus, den Imperialismus besiegen. Wer will, dass es keine Gewehre mehr gibt, muss das Gewehr in die Hand nehmen. Er wird Kommunist. 1948 kehrt er in das zerstörte Hamburg zurück, schließt sich der FDJ und dem Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands an. 1951 Eintritt in die KPD. Die Partei holt ihn zur Hamburger Volkszeitung, wo er bis 1953 tätig ist. Ab 1953 gibt er im Parteiauftrag die Zeitschrift „Dat Blinkfüer heraus. Zunehmend gerät er in Konflikt mit der herrschenden Klasse. Die zahlreichen Ermittlungsverfahren führen 1963 zu einem Prozess wegen Verstoß gegen das KPD-Verbot und Staatsgefährdung. Er wird zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aber die Partei ist nicht mehr die revolutionäre Arbeiterpartei, in die er 1951 eintrat, langsam, für viele Genossen kaum merklich, hat sie die Farbe gewechselt, ist sie zu einer Partei sozialdemokratischen Typus entartet. Als Ernst dies klar erkennt, nimmt er 1966 den Kampf auf gegen diesen Verrat an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus. Er legt alle Funktionen nieder und pfeift auf eine Parteikarriere `a la Mies, Erlebach, Wienecke. Er geht in den Betrieb, wo er jahrelang als Arbeiter, als Fräser arbeitet. Inzwischen sammelt er über die von ihm geschaffene Zeitschrift ROTER MORGEN Genossen, die wie er den Kampf gegen den modernen Revisionismus der KPD/D“K“P aufgenommen haben und gründet mit ihnen Ende 1968 in Hamburg die KPD/ML. Drei Jahre später wird er von den Genossen zum Vorsitzenden der Partei gewählt.“

An einem Wahlinfo-Tisch stürzen Polizisten auf den Genossen Ernst. Passanten und Genossen verhindern Schlimmeres. Wahlhelfer der Partei wurden mit Maschinenpistolen bedroht. Die D“K“P versuchte massiv die Wahlbeteiligung der KPD/ML zu verhindern. Hunderte von Wahlschikanen können nicht verhindern, dass z.B. der Wahlspot von Ernst Aust im NDR-Fernsehen trotz Zensur und Sendeverbot schließlich doch noch gesendet werden kann und der Wahlkampf der Partei zu einem vollen Erfolg wurde: 3000 Stimmen für die Revolution!

Der Rote 1. Mai 1974 wurde in 13 westdeutschen Städten dem Regierungsmai entgegengestellt unter der Losung: „Gegen Lohnraub, Teuerung, Arbeitslosigkeit und politische Unterdrückung! Vereinigt euch im revolutionären Klassenkampf gegen den Kapitalismus und seine Handlanger !“13 Maidemonstrationen unter der Fahne der Revolution, unter der Fahne der KPD/ML, mit dem Spartakusstern und Hammer, Sichel und Gewehr ! In Dortmund versammelten sich 400 - 500 Genossen am Vorabend auf einer kämpferischen Parteiveranstaltung, auf der der Genosse Ernst Aust sprach. Er fasste in seiner mitreißenden Rede die revolutionäre Linie unserer Partei zum 1. Mai zusammen und zeigte auf, wie der Kampf zwischen der revolutionären und der revisionistischen Linie in der Arbeiterbewegung verläuft. Nachdrücklich betonte er, dass alle Organisationen, die am 1. Mai unter scheinlinken Vorwänden versucht haben, den klaren Trennungsstrich zu den Agenturen der Kapitalistenklasse innerhalb der Arbeiterbewegung, dem imperialistischen DGB- Apparat und den modernen Revisionisten von der D“K“P zu verwischen ( wie die Gruppe Rote Fahne und der „K“BW), gegen den revolutionären Zusammenschluss der Arbeiterklasse handeln und letztlich Wasserträger des modernen Revisionismus sind.



Am 25. 4. 1974 sprach Genosse Ernst Aust vor 500 Studenten in Oslo über das Thema „Über die Verfolgung von Kommunisten und anderen Revolutionären in Westdeutschland“. Das war ein Beitrag zur internationalen Solidarität, ein Beweis, dass die KPD/ML mit den revolutionären Kräften in Europa freundschaftlich zusammenarbeitete, das war auch eine aktive Demonstration dafür, dass die Marxisten-Leninisten in verschiedenen Ländern gemeinsam für die Weltrevolution kämpfen, dass sie den gleichen Feind in ihrem eigenen Land bekämpfen und sich dabei gegenseitig unterstützten, das war insbesondere ein Schlag ins Gesicht des sozialdemokratischen Verräters Brandt, der in Norwegen und von Norwegen aus gegen die Kommunisten konterrevolutionär tätig war und nicht zuletzt war das auch eine solidarische Geste gegenüber dem norwegischen Volk, das so unsäglich unter dem Hitlerfaschismus zu leiden hatte und trotzdem einen so großartigen Widerstand geleistet hatte.

Die AKP/ML kämpfte unter ihrer 1. Mai - Hauptlosung „gegen die Politik der Klassenzusammenarbeit des sozialistischen Wählerbundes“ für die Diktatur des Proletariats.

In seiner Rede unterstützte der Genosse Ernst Aust den Kampf für diese Losung:

„Es ist ein toller Wahn zu glauben, die Kapitalisten würden sich gutwillig dem sozialistischen Verdikt eines Parlamentes, einer Nationalversammlung oder ähnlichem beugen, sie würden sich friedlich auf parlamentarischem Wege, durch die Errichtung einer „antimonopolistischen“ Ordnung - wie bei uns die modernen Revisionisten sagen - zurückdrängen oder wegreformieren lassen, sie würden ruhig den Besitz, den Profit oder auf das Vorrecht der Ausbeutung verzichten. Wie das ausgeht haben wir in Indonesien und Chile erlebt. Wer heute noch, angesichts der blutigen Erfahrungen des Proletariats, der Werktätigen der verschiedenen Länder behauptet, man könne auf friedlichem Wege, ohne den bewaffneten Aufstand der Massen oder einem längeren Volkskrieg, ohne die Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates zum Sozialismus kommen, der ist ein Agent der herrschenden Klasse, der ist ein Wegbereiter des Faschismus. (...) Deswegen hieß es in der Urteilsbegründung im Oßwald/Schulte-Prozess sinngemäß, dass nicht der Sozialismus an sich strafbar sei, sondern der Weg dahin durch die bewaffnete Revolution. (...) Gerade das letzte Jahr mit den Streiks im August, mit dem Kampf gegen den NATO- Übungsplatz Nordhorn-Range, mit den Kämpfen an vielen anderen Fronten, mit der Demonstration gegen den Sozialimperialisten-Häuptling Breschnew, gegen den Faschisten Thieu und die faschistischen Regimes in Persien und Spanien hat bewiesen, dass der Kampf gegen die politische Unterdrückung sich zu einer machtvollen Bewegung gegen den westdeutschen Imperialismus entwickelt.. „Lenge Lewe AKP/ML !“ (Lang lebe die Kommunistische Arbeiterpartei/ML !“) - mit diesen Worten beendete Genosse Ernst seine Ansprache an die norwegischen Studenten.

Im Zentralorgan „Zeri i Popullit“ des ZK der Partei der Arbeit Albaniens wird am 6. 6. 1974 über den Empfang der Delegation der KPD/ML durch Genossen Enver Hoxha berichtet, die unter Führung des Vorsitzenden der Partei, Ernst Aust, sich zu einem Besuch in unserem Land aufhält, und führte mit ihm ein Gespräch. (...) Der Empfang verlief in einer herzlichen und freundschaftlichen Atmosphäre.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen folgende Themen:

1. Internationale Lage, insbesondere der Kampf gegen die beiden Supermächte und der Kampf gegen den Zusammenschluss der westeuropäischen Imperialisten in der sogenannten „Europäischen Gemeinschaft“.

2. Das Erstarken der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und die Beziehungen zwischen den Bruderparteien.

3.) Der Kampf des deutschen Volkes für die Einheit und Unabhängigkeit seines Vaterlandes und die Notwendigkeit der engen Verbindung dieses Kampfes mit der sozialistischen Revolution.

4.) Der moderne Revisionismus, sein Auftreten und die Notwendigkeit, ihn als Hauptfeind in der Arbeiterbewegung zu bekämpfen.

5.) der internationale Trotzkismus, u.a. auch jene Spielart, die nicht offen trotzkistisch auftreten, sondern sich unter dem Deckmantel des Marxismus-Leninismus zu verbergen suchen.

Er (Genosse Enver Hoxha- der Verf.) hob besonders die Wichtigkeit des unerschütterlichen Festhaltens an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus hervor und betonte, dass diese Prinzipien die gemeinsame Grundlage der marxistisch-leninistischen Weltbewegung darstellen. Insgesamt erbrachten die Beratungen Übereinstimmung in allen angesprochenen Fragen und fand in einer Atmosphäre statt, die durch die herzliche, vom Geist des proletarischen Internationalismus und den festen Willen zur Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung erfüllte enge Verbundenheit zwischen den beiden Bruderparteien geprägt war.

Als nach einer kurzen Ansprache des Genossen Ernst Aust, der vorher auf konkrete aktuelle Themen des Unterschiedes zwischen dem Leben im Kapitalismus und Sozialismus eingegangen war, die Fahne der KPD/ML mit dem gelben Spartakusstern und Hammer, Sichel und Gewehr entrollt wurde, schwenkten junge Pioniere ihre roten Halstücher zum Gruß: ein Bild der tiefen Freundschaft zwischen dem albanischen und dem deutschen Volk. Über die tiefe Freundschaft, die die beiden Führer der PAA und der KPD/ML verband, und den Tod, den beide 1985 fanden, wird noch an späterer Stelle eingegangen werden.



Am 5. Juni 1974 ermordete die Polizei das erste Mitglied der KPD/ML, unseren Genossen Günter Routhier.

Er stirbt an den Folgen eines brutalen Polizeieinsatzes im Arbeitsgericht Duisburg. Ein KPD/ML-Genosse aus den Mannesmann-Hüttenwerken kämpft vor Gericht. Hereinstürmende Polizisten schlagen auf die Anwesenden ein. Es prasseln die Schläge auch auf den 45 jährigen Genossen Günter Routhier. Er stürzt zwischen die Stuhlreihen, sie reißen ihn hoch und schlagen weiter auf ihn ein. Sie stoßen ihn von der Treppe. Der Kopf schlägt auf die Stufen. Der Besinnungslose wird die Treppen an den Füßen hochgeschleift. Wieder schlägt der Kopf auf die Stufen. An diesen Verletzungen stirbt der Genosse Günter Rothier.

Die Trauerrede am Grab hielt Ernst:

„Liebe Angehörige, Freunde, Kollegen unseres Genossen Günter Routhier.

Wir stehen heute am Grab, am Sarg des ersten vom Klassengegner, von der Polizei ermordeten Genossen, unserer jungen Partei. In unserem Herzen ist Trauer. Trauer der Ehefrau um den Kameraden, mit dem sie 24 Jahre lang Freud und Leid teilte. Trauer des Sohnes um den Vater. Trauer um den Kollegen. Trauer um den von uns gegangenen Genossen und Kämpfer für eine bessere, eine gerechtere Welt. In unseren Herzen aber ist auch Hass. Glühender, unversöhnlicher Hass gegen jene,die da oben in ihren Konzernbüros und Banken, im Parlament und Regierung sitzen. Die bereit sind, mit Terror und Mord ihre diktatorische Herrschaft über die Arbeiterklasse, über das Volk aufrechtzuerhalten. (...)

Günter Routhier ist tot. Viel zu früh wurde er seiner Familie, unserer Partei entrissen. Wir wissen, dass er heute noch leben und unter uns weilen könnte. Aber sie haben ihn erschlagen. Er starb in Folge der Misshandlungen durch die Polizei (...) Das ist der Geist von Auschwitz und Maidanek. Gestapomethoden, gerichtet auf die physische Vernichtung des Gegners, der fortschrittlichen, der kommunistischen Arbeiter (...) Hier muss man den Klassengegner vernichten, will man nicht selbst vernichtet werden. (...)

Günter Routhier ist wie Legionen Kämpfer vor ihm für die Befreiung seiner Klasse, für die Interessen des Volkes gestorben. Er war in diesem Kampf nicht der erste und wird nicht der letzte sein. Doch während von ihren Mördern und Henkern niemand mehr spricht, werden die Namen unserer Toten wie Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Fiete Schulze, Ernst Thälmann, Philipp Müller und all die anderen tausend Toten im Herzen unseres Volkes weiterleben. So wie ihre Namen wird auch dein Name, Genosse Günter, mit ehernen Lettern auf den Denkmälern eines befreiten, eines sozialistischen Deutschlands stehen. Zum Gedenken und Vorbild für alle, die nach uns kommen.

Günter Routhier, während wir nun die Fahnen senken, um von dir Abschied zu nehmen, schwören wir dir, unserem Genossen:

Nie werden wir dich vergessen. Dein Tod wird nicht ungesühnt bleiben. Er war nicht umsonst. Tausende und Abertausende neue Kämpfer werden auferstehen, um den Kampf fortzusetzen, in dem du gefallen bist. Der Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung, für Frieden und Freiheit, für ein glückliches Leben unseres Volkes in einem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland. Rot Front, Günter.“

Als die Genossen ihm die letzte Ehre geben, schlägt die Polizei auf den Trauerzug ein, der so groß war, dass man sein Ende nicht absehen konnte! Hubschrauber waren im Einsatz. Die bürgerlichen Zeitungen hetzten in faschistischer Manier mit Überschriften wie „“Die Kommunisten kamen mit Knüppeln, Rohren und Messern“, während alle Ausgaben des ROTEN MORGEN über den Tod des Genossen Günter Routhier verboten und in der gesamten Bundesrepublik beschlagnahmt werden, was aber die Auflage in Rekordhöhe ansteigen ließ: der ROTE MORGEN = meistverbotene Zeitung in der Geschichte der BRD! Eine riesige Prozess- und Verfolgungswelle gegen die Genossen der KPD/ML sollte sich noch 7 Jahre lang hinziehen. Auf der Anklagebank saßen nicht die Mörder, sondern die Opfer. Selbst Filmmaterial über die Trauerfeier, das nur im Ausland gesendet werden konnte, wurde an der holländischen Grenze, nachdem es im holländischen Fernsehen gesendet wurde, beschlagnahmt und erkennungsdienstlich ausgewertet, um gegen die Trauergäste Prozesse zu starten. So trug nicht nur die KPD/ML im Ausland, auf der ganzen Welt, sondern der Staat der Bundesrepublik Deitschlands selber dazu bei, dass die neue Fassade eines blitzsauberen demokratischen Staates immer mehr abblättert und der wahre Kern zum Vorschein kommt, die alte faschistische Diktatur des deutschen Finanzkapitals.

In Wahrheit waren also nicht die Kommunisten mit Knüppeln zur Trauerfeier gekommen, sondern die Polizei. Ihr Bürgerkriegseinsatz dauerte bis in den späten Abend - vor den Augen der Bevölkerung. Sie kamen aus ihren Mannschaftswagen gesprungen und knüppelten in die Menge der Trauergäste, getrieben von blinder Wut über die „Mörder! Mörder!“ –Rufe, die ihnen entgegenschallten. Sie schlugen vor Angst in die versammelte geballte Kraft der KPD/ML, die sich in tausenden erhobenen Fäusten manifestierte. Sie kreisten das Friedhofsgelände ein und machten in ihrem faschistischen Terror einen ohrenbetäubenden Lärm, um den Trauerredner und die Zuhörenden gewaltsam zum Schweigen zu bringen. Die spanische Bruderpartei PCE/ML sprach Beileidsworte. Eine Ehrenwache nimmt Aufstellung am Grab. Die KPD/ML hat bis heute sein Grab immer wieder aufgesucht mit ihren Parteifahnen, um Blumen und Kränze niederzulegen und hat die Fäuste zum Gruß geballt - auch nach 30 Jahren!

Am gleichen Tag hielt der Genosse Ernst Aust - die Halle war von 4000 Polizisten umstellt - seine mahnende Rede: „TOD DEM FASCHISMUS!“ - die sich für immer tief in die Hirne und Herzen der Genossen einprägte. Auf die Frage: „Steht wieder der Faschismus vor der Tür?“ antwortete er:

„Wir haben bei uns keine revolutionäre Situation (..) wenn, wie Lenin es formulierte, `die unteren Schichten` in alter Weise nicht leben WOLLEN, und die `oberen Schichten` in alter Weise nicht leben KÖNNEN. (...) Wie schnell aber solch eine Situation auch in hochindustrialisierten kapitalistischen Ländern heranreifen kann, hat uns der Mai 1968 in Frankreich gezeigt. (...) Natürlich verläuft die Entwicklung nicht gleichmäßig, stetig anwachsend. Eher kann man die Entwicklung mit Wellen vergleichen (...) Das sieht man, wenn man die Septemberstreikwelle von 1969 mit den Auguststreiks von 1973 vergleicht. (...) Während sich die Septemberstreiks fast ausschließlich im ökonomischen Bereich bewegten, wurden die Auguststreiks von 1973 nicht nur mit größerer Entschlossenheit und Erbitterung geführt, erfolgten Demonstrationen innerhalb UND außerhalb der Betriebe, wurden Fabrikhallen besetzt, sondern zunehmend tauchten auch schon POLITISCHE Losungen und Forderungen auf.

Sicher gelang und gelingt es den Agenten im Lager der Arbeiterklasse, den modernen Revisionisten der D“K“P und „linken“ Sozialdemokraten immer wieder den Kampf der Arbeiter zurückzuzerren, indem sie mit der Ideologie des friedlichen Übergangs, die Arbeiterklasse politisch, ideologisch, organisatorisch und militärisch entwaffnen, sie so gegenüber dem Faschismus WEHRLOS machen wollen. Die D“K“P ist keine antifaschistische Kraft, sie ist IM GEGENTEIL der Wegbereiter des Faschismus. Ohne den Einfluss des modernen Revisionismus zu brechen, ohne die breiten Teile der Werktätigen dem Einfluss der anderen bürgerlichen Ideologien zu entreißen, wird es AUCH in einer revolutionären Situation NICHT möglich sein zu siegen. (...)

Am liebsten ist es der Bourgeoisie, am stärksten ist sie, wenn sie den ungetrübten Schein einer persilweißen sogenannten bürgerlich-parlamentarischen Demokratie aufrechterhalten kann. (...) Doch wie weit sind wir von einem solchen Zustand entfernt? (...) Nicht nur wir haben, auch die Bourgeoisie hat gelernt. Je mehr sich ihre Herrschaft weltweit ihrem Ende nähert, um so härter werden ihre Abwehrmaßnahmen, um so offener greifen sie zur Form der faschistischen Herrschaft. In der Epoche des Imperialismus führt die Verschärfung der Klassenkämpfe und die Zunahme der Elemente des Bürgerkriegs zum Faschismus (...).

Wer dagegen bei uns die Hauptgefahr zur Errichtung der offen faschistischen Diktatur - wie es die Revisionisten behaupten - in der NPD oder einem sogenannten `Rechtskartell` sieht, lenkt vom eigentlichen Gegner ab. (...) Die Hauptaufgabe in dieser Hinsicht, wie sie sich in ihrer Losung „Tod dem Faschismus“ ausdrückt, heißt ihn dort anzugreifen, wo er seine Machtpositionen hat : in Staatsapparat und Regierung. (...)

Wir müssen die Errichtung des Faschismus bei uns als einen längeren Prozess der Faschisierung, des ständigen Abbaus, der Einschränkung der demokratischen Rechte des Volkes betrachten, dessen qualitativer Sprung wohl bei der Anwendung der Notstandsgesetze liegen wird. Aber auch das lässt sich nicht so einfach sagen. Es ist für den Faschismus NICHT immer nötig, legale Organisationen des Proletariats (...) zu zerschlagen. Er kann sie auch teilweise ÜBERNEHMEN. Wie weit dies der Herrschaft des Finanzkapitals heute bereits gelungen ist, WISSEN wir. Die DGB-Führung ist bereits heute ein TEIL des imperialistischen Staatsapparates.

`Die Hauptaufgabe des Faschismus ist die Vernichtung der revolutionären Vorhut der Arbeiterklasse, das heißt, der kommunistischen Schichten des Proletariats und ihrer führenden Kader`, stellte das PROGRAMM DER KOMMUNISTISCHEN INTERNATIONALE 1928 fest (siehe: http://ciml.250x.com - der Verf.).

Das GILT auch heute noch. (...) Stetig verstärken sich die Rausschmisse, die fristlosen Entlassungen aus den Betrieben, die Ausschlüsse aus der Gewerkschaft. Verstärkt sich die Verfolgung unserer Flugblattverteiler und Zeitungsverkäufer. Nimmt die Zahl der Festnahmen, erkennungsdienstlichen Behandlungen, Verhaftungen, die Zahl der Prozesse ständig zu. Demonstrationsverbote und brutaler Polizeiterror sind ein weiterer Ausdruck der stetigen Faschisierung. Ein Verbot unserer Partei wird, wie aus Kreisen der Innenminister verlautet, z.Z. Aus Opportunitätsgründen noch nicht erwogen. Opportunitätsgründe? Was heißt das? Das heißt, aus Gründen der Nützlichkeit, der Zweckmäßigkeit. Wieso erscheint es der Bourgeoisie zur Zeit zweckmäßig, unsere Partei, ihren konsequenten Gegner, noch nicht zu verbieten? Weil sie es für zweckmäßig hält, neben den Nadelstichen der ständigen Prozesse, die Mitglieder unserer Partei, ihre Organisationsstruktur KENNENZULERNEN. Wie ihr wisst, haben sich die Observationsmethoden der Polizei ständig VERBESSERT, wird EIN HEER VON SPITZELN und AGENTEN aufgeboten, um die revolutionäre Bewegung in unserem Land zu beobachten und zu ZERSETZEN. Wie ihr wisst, existieren nicht nur `schwarze Listen` in den Betrieben, sondern befindet sich zur Zeit auch eine zentrale Computerkartei im Aufbau, in der schon drei Millionen Bundesbürger registriert sind. In ihr befinden sich auch aufrufbereit die Namen aller, die der Bourgeoisie politisch aufgefallen sind. Abrufbereit, um IM FALLE einer revolutionären Situation, der Errichtung der offenen faschistischen Diktatur die Registrierten in die KZ`s einzuliefern bzw. ZU ERMORDEN.

Hier zeigt sich, dass die Legalität für die Partei EINE FALLE IST, die ihr die Bourgeoisie stellt. Und sie tappt hinein, wenn sie sorglos ist, wenn sie die notwendigen Regeln der Konspiration nicht beachtet, wenn sie die Mitglieder und Kader der Partei der Bourgeoisie namentlich preisgibt. Natürlich kommen wir, um die Möglichkeit der Legalität zu nutzen, nicht drum herum, Mitglieder unserer Partei mit Namen zu nennen. Doch muss ihre Zahl SO GERING WIE MÖGLICH gehalten werden.

Das heißt jedoch NICHT, unsere kommunistische Agitation und Propaganda im Betrieb und in der Öffentlichkeit einzuschränken, NICHT als beste Kämpfer an der Seite unserer Kollegen zu stehen. Entschieden müssen wir JEDEN Versuch zurückweisen, die Partei zu einer von den Kämpfen der Massen isolierten Sekte zu machen, die IN DEN STUDIERZIMMERN die Revolution vorbereitet. Einen Kampf ohne Opfer kann es NICHT geben - von ENTLASSUNGEN bis ERMORDUNGEN. Wichtig ist, dass neue Genossen die Aufgaben übernehmen KÖNNEN. DER BESTE SCHUTZ VOR VERTIEFUNG UND ILLEGALITÄT IST DIE TIEFE VERANKERUNG DER PARTEI IN DEN MASSEN. Doch machen wir uns nichts vor. SICHER wird die Partei VOR dem Entstehen einer revolutionären Situation verboten werden, und sie muss zu JEDER Stunde auf ein Verbot vorbereitet SEIN. Keinesfalls wird heute, angesichts der weltweiten Krise des Kapitals, unsere revolutionäre Partei eine Massenpartei mit 360 000 eingeschriebenen Mitgliedern wir die KPD vor 1933 werden. Doch NICHT die Zahl der Mitglieder ist entscheidend über die Qualität einer revolutionären Partei, entscheidend ist ihre KORREKTE marxistisch-leninistische Linie UND dass sie durch tausende Fäden aufs engste mit ihrer Klasse und den werktätigen Massen verbunden ist.

Schöpfen wir Hoffnung und Mut aus den Worten Lenins: `Es ist MÖGLICH, dass auch eine kleine Partei... wenn sie den Gang der politischen Entwicklung gut studiert hat und das Leben und die Gewohnheiten der parteilosen Massen kennt, in einem günstigen Augenblick eine revolutionäre Bewegung HERVORRUFEN wird. Wenn eine solche Partei in einem solchen Augenblick mit ihren Losungen auftritt und es erreicht, dass Millionen Arbeiter ihr FOLGEN, dann ist das eine Massenbewegung. Ich bestreite nicht unbedingt, dass die Revolution auch mit einer ziemlich kleinen Partei BEGONNEN und zum siegreichen Ende geführt werden kann. Man muss aber WISSEN, mit welchen Methoden man die Massen für sich zu gewinnen hat. Dazu muss man die Revolution gründlich vorbereiten. Ohne gründliche Vorbereitung werden sie in KEINEM Land den Sieg erringen. Eine ganz kleine Partei KANN genügen, um die Massen zu FÜHREN. IN GEWISSEN ZEITEN BRAUCHT MAN KEINE GROSSEN ORGANISATIONEN.“ (Hervorhebungen wieder vom Verf.)

Unmittelbar nach dieser Rede rollten wieder neue Prozesswellen gegen den Genossen Ernst. Diesmal in Würzburg. Dort versuchte man ihn nun mit der neuen Taktik der Geheimjustiz zu richten, indem man seine Person einfach von der Verhandlung ausschließ. Dies konnte verhindert werden. So elegant wie sie sich das gedacht hatten, wurden sie Ernst nicht los. Der Prozess musste gegen ihren Willen wieder neu aufgerollt werden. Auf der Verhandlung ergriff Ernst selber das Wort und rief den ganzen Gerichtssaal auf zu einer Schweigeminute zum Gedenken an den von der Polizei ermordeten Genossen Günter Routhier. Als die Anwesenden sich alle erhoben hatten, packte der Richter seine Sachen und verließ aus Protest den Saal. So war Ernst, liebe Genossen!!

Nie hat die Bourgeoisie sich eine so gefährliche Kraft wie die KPD/ML jemals vorstellen können. Sie hatte es nicht mit Studenten, sondern mit Arbeitern zu tun. Wir machten ihr schwer zu schaffen und konnten riesige Erfolge verzeichnen. Die Bourgeoisie war in großen Schwierigkeiten, weil die KPD/ML alle Barrikaden räumte, die man ihr entgegenstellte, nicht nur die auf den Straßen meinen wir, vor allem meinen wir die Barrikade des modernen Revisionismus! Unsere stärkste Waffe war der vom Revisionismus gereinigte und in neuem Glanz erstrahlende Marxismus-Leninismus, Enver Hoxha und die PAA. Das war die Kraft, aus der wir schöpften.

Die Bourgeoisie wurde von uns gezwungen, unsere Herausforderung anzunehmen. Wir spielten die erste Geige und sie waren in Verteidigungssituation. Wir hatten die Initiative in den Händen und machten mit ihnen, was wir wollten... und sie setzten sich mit ihren Mitteln natürlich entsprechend zur Wehr - mit all ihrer Macht. Insbeondere ohne Stasi, ohne die D“K“P, ohne die revisionistischen Spitzel in der KPD/ML, die sich bis in die Spitze der Partei vorgearbeitet hatten und zum engsten Vertrautenkreis des Genossen Ernst Aust gehörten, bzw. Zugang zu diesem Kreis hatten, ... ohne sie wäre es der Bourgeoisie niemals möglich gewesen, die KPD/ML aufzuhalten mit ihrem Genossen Ernst Aust an der Spitze. Wir spürten unsere starke Kraft gegenüber der geballten Macht der Bourgeoisie im Westen und der Bourgeoisie im Osten, die beide auf ihre eigene, unterschiedliche Weise, aber doch vereint gegen uns kämpften. Wir spürten auch, dass der Druck von außen wie von innen immer größer wurde. Es erwies sich für die KPD/ML als außerordentlich schwierig zu kämpfen

- in einer Nation, in der der Kampf gleichzeitig gegen den bürgerlichen Sozialismus auf der einen, und gegen den offenen Imperialismus auf der anderen Seite geführt werden musste,

- in einer Nation, die gespalten war und zwei Supermächten unterstand, wobei beide Bourgeoisien - sowohl vom Osten als auch vom Westen - Rückendeckung in ihrem Kampf gegen uns erhielten;

- in einer Nation, in der weder hüben noch drüben eine revolutionäre Situation herrschte;

- in einer Nation, die in beiden Staaten über das unterschiedlichste Arsenal und über große Erfahrungen im ideologischen Kampf gegen den Kommunismus verfügte, denn Deutschland ist das Geburtsland des Marxismus

- in einer gespaltenen kommunistischen Weltbewegung, die nicht nur gegen den modernen Revisionismus, sondern auch gleichzeitig gegen den Neo-Revisionismus (z.B. Maoismus) zu kämpfen hatte,

- in der Aufbauphase einer noch jungen, unerfahrenen Partei mit ebenso jungen, unerfahrenen Genossen,

- in einer Phase, wo wir erst mühselig mit der Verankerung in der Arbeiterklasse und in den Massen begonnen hatten, wobei die durch den Stacheldraht getrennte Arbeiterklasse eine besondere Herausforderung für die zu erkämpfende nationale Einheit darstellte. Das war ein Vorteil für beide Bourgeoisien hüben und drüben.

All das und viele andere Gründe waren dafür ausschlaggebend, dass wir mit der ersten Welle zwar über Erwarten enorme Erfolge erzielten, aber die Aufgabe trotz Höchstleistungen der Genossen und ihres Einsatzes bis zur Erschöpfung, nicht in einem Zuge bewältigt werden konnten, die Bourgeoisie in ganz Deutschland zu stürzen. Zu diesem Zweck erwies es sich notgedrungen für erforderlich, die zweite Welle unseres Angriffes vorzubereiten. Damit sind wir seit Jahren beschäftigt und wir nähern uns unserem Ziel vielleicht morgen schneller als wir gestern noch geglaubt haben, denn jetzt müssen wir jeden Augenblick mit einer revolutionären Situation rechnen, was uns Vorteile verschafft - gepaart mit unseren Erfahrungen aus der ersten Angriffswelle, mit der wir in den 70er Jahren begonnen hatten. Die Lage in der Welt, so auch in Deutschland, wird für die kommende sozialistische Revolution immer günstiger. Wir haben viel Lehrgeld zahlen müssen, nicht zuletzt der Genosse Ernst Aust selber. Und das hat er selbstkritisch zugegeben, woran man auch seinen wahren bolschewistischen Charakter erkennen kann. Aber dieses Lehrgeld wird sich früher oder später wieder hundertfach auszahlen! Ganz sicher!

Die Rede „Tod dem Faschismus!“ knüpfte daran an, was unmittelbar vor den Augen der Partei geschehen war - die Ermordung eines revolutionären Arbeiters, eines Genossen der KPD/ML. Und es war nur folgerichtig, dass die KPD/ML sofort in Aktion trat, um das revolutionäre Erbe Ernst Thälmanns zu verteidigen, unseres Genossen Teddy, der größte Sohn und Füherer der deutschen Arbeiterklasse und der Vorsitzende der KPD, den man am 18. 8. 1944 im KZ Buchenwald ermorden LIESS. Und wenn diese große Aktion der KPD/ML unter der Losung stand : „Gegen den Verrat der modernen Revisionisten!“, dann hatte das nicht nur einen aktuellen, sondern auch einen historisch trifftigen Grund. Der Genosse Ernst Aust hat die KPD/ML zu einer würdigen Nachfolgerin der alten KPD Ernst Thälmanns gemacht, hat ihr revolutionäres Erbe 25 Jahre nach Teddys Ermordung angetreten. Und so wie die KPD/ML der KPD als Schülerin folgte, so folgte auch der Genosse Ernst Aust als Schüler dem Genossen Ernst Thälmann, ist er das für die KPD/ML geworden, was Ernst Thälmann für die KPD war: der Führer der Vorhut des deutschen Proletariats, der beste, ehrlichste und treueste Kommunist Deutschlands! Neben dem proletarischen Sozialismus dulden wir keinen bürgerlichen Sozialismus. Unser proletarischer Sozialismus kann nur auf den Trümmern des bürgerlichen Sozialismus aufgebaut werden. Das sei an die Adresse derjenigen gerichtet, die den vom Sozialfaschismus „gereinigten“ Sozialismus in der DDR restaurieren wollen. Bürgerlicher Sozialismus bleibt bürgerlicher Sozialismus, auch wenn man seine Fassade neu tüncht. Unser oder euer Sozialismus! Unser oder euer Teddy!? Unser oder euer Ernst Aust?! Das ist die Frage, und wir müssen dafür noch lange,lange kämpfen, um die Bourgeoisie für immer daran zu hindern, unsere Führer GEGEN uns zu benutzen. Es waren die modernen Revisionisten und es sind heute die Neo-Revisionisten, die es auf unsere revolutionären Führer abgesehen haben! Das ist der wahre Grund, weswegen die D“K“P den BRD-Staat gegen die Nr. 34 vom 24. August 1974 des ROTEN MORGEN aufbrachte und es zur Beschlagnahme kam. Polizei und Richter hätten das nie geschnallt und auch nicht der Verfassungsschutz, vielleicht der eine oder andere Politiker, der mit den Kommunisten schon mal was zu tun hatte. Aber die Bourgeoisie kann auf ihre Agenturen in der Arbeiterbewegung, auf ihre Agenturen in der marxistisch-leninistischen Bewegung nicht verzichten und versuchte sie zu verteidigen, um zu überleben. Fast alles, was man Ernst und unserer Partei angetan hat, haben wir den modernen Revisionisten zu verdanken, die den Marxismus-Leninismus für ein Linsengericht an die Bourgeoisie verschachert haben, und der Hintermann läuft heute NOCH lebend herum und lässt sich in der bürgerlichen Öffentlichkeit hofieren, während die KPD/ML weiter bekämpft wird.

Die Rede des Genossen Ernst Aust hieß ja nicht nur „Verteidigt das revolutionäre Erbe Ernst Thälmanns“. Dann hätten die Revisionisten ja ruhig weiter im Trüben fischen können. Es war nicht IRGENDjemand genannt, gegen wen wir das Erbe verteidigen. NEIN! Die Rede trug den Titel: Verteidigt das revolutionäre Erbe Ernst Thälmanns GEGEN DEN VERRAT DES MODERNEN REVISIONISMUS!“ Damit hatte der Genosse Ernst Aust den empfindlichsten Nerv der Bourgeoisie getroffen. Warum? Ulbricht bekam nur deshalb seinen Sozialismus, weil er der Bourgeoisie vorher versprechen musste, einen bürgerlichen Sozialismus als Schutzschild gegen den proletarischen Sozialismus aufzubauen, genauso wie die D“K“P nach dem KPD-Verbot bei ihrer Gründung versprechen musste, die revolutionären Kommunisten, davon abzuhalten, die KPD Ernst Thälmanns wieder aufzubauen. Wenn das nicht klappt, ist die D“K“P am Arsch und nützt der Bourgeoisie nichts mehr. So hat Honnecker seinen Posten nur gekriegt, weil er als KAPO in Buchenwald die KPD-Genossen an die Nazis verraten hatte. Das wissen wir von dem alten Genossen Heinz Reiche aus Weißwasser, der Mitglied der illegalen DDR-Sektion der KPD/ML war und als KZ Häftling in Buchenwald über Honecker bestens im Bilde war.

Heute ist das genauso mit der KPD/ML. Die KPD/Stuttgart UND andere hatten nach Ernsts Tod den Auftrag von der Bourgeoisie gehabt, die Reorganisierung der KPD/ML im Geiste des Genossen Ernst Aust zu verhindern. Bis jetzt ist es nur bei jahrelangen Bespitzelungen, üblen Beschimpfungen und Morddrohungen gegen uns geblieben, hat man systematisch die Genossen hinter unserem Rücken gegen uns aufgebracht, um uns zu isolieren. So hatte man auch unseren Genossen Ernst Aust in der Partei spätestens in den 80er Jahren immer mehr isoliert, bis es 1985 krachte und Koch von uns zum Teufel gejagt wurde. Aber selbst, wenn wir jetzt umgebracht werden sollten, nützt das der Bourgeoisie nichts mehr. Wir sorgen auch nach unserem Tod dafür, dass alles Scheibchen für Scheibchen ans Tageslicht kommt. Der Untergang ist euch gewiss. Die Bourgeoisie wird es nicht verhindern können; die deutsche Arbeiterklasse wird in einem freien, vereinten, unabhängigen und sozialistischen Deutschland - gegen und trotz der Revisionisten - die revolutionäre Fahne hissen! Ist die KPD/Stuttgart am Arsch, nützen ihre Führer - egal ob runderneuert oder nicht - der Bourgeoisie nichts mehr. Sie hat sich spalten müssen, um noch mal den Weg frei zu machen für einen neuen Anlauf. Sie wird wieder scheitern, denn es ist eine der vielen Spalterorganisationen gegen unsere revolutionäre alte KPD/ML des Genossen Ernst Aust! Einige von ihnen schmücken sich mit dem Namen des Genossen Ernst Aust. Die meisten aber kennen Ernst überhaupt nicht. Wir aber haben mit ihm in der KPD/ML nicht nur von Anfang an gekämpft, sind in seiner Parteizelle von ihm persönlich nicht nur zu aufrechten Kommunisten erzogen worden, hatten sein Vertrauen, sondern haben ihm auch nach seinem Tod bis auf den heutigen Tag treu gedient und werden dies auch weiter tun. Keine Macht der Welt wird uns daran hindern! Fast 35 Jahre KPD/ML und wir feiern unzertrennlich den 80. Geburtstag unseres Genossen Ernst Aust!! „Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren“, diesen Satz habe ich schon prophezeit, als mir Ernst den Schutz des illegalen Außerordentlichen Parteitages persönlich anvertraut hatte, der in einem abgelegenen Haus mitten im Wald nachts stattfand. Genossen, solange hat es in Deutschland noch nie eine revolutionäre Kommunistische Partei gegeben, hätte man ihre Köpfe schon lange abgeschlagen und die Partei entartet und zersetzt, sprich: sie erobert, zu dem einzigen Zweck: sie bürgerlich zu instrumentalisieren GEGEN die revolutionäre Partei, gegen die revolutionären Genossen, gegen die fortschrittlichsten Kräfte der Arbeiterklasse, um die Revolution zu verhindern. Die Kommunisten mit den „Kommunisten“ schlagen, dazu braucht die Bourgeoisie die Verräter in unseren Reihen, denn nicht einmal die Faschisten wären dazu in der Lage! Dazu brauchen sie die Spalterorganisationen gegen die KPD/ML des Genossen Ernst Aust: zur Verhinderung der Einheit der Marxisten-Leninisten in unserer Partei. Nur, wo bleiben die Erfolge der Bourgeoisie? Hat es in den 35 Jahren eine einzige Spalterorganisation der Bourgeoisie geschafft, die KPD/ML zu beseitigen? Das ist weder zu seinen Lebzeiten, noch nach seinem Tod gelungen!

Die Wahrheit ist, dass in der Kommunistischen Internationale dieser Deal mit den Hitlerfaschisten lange Zeit vorher ausgehandelt wurde. „Ihr bringt Thälmann um, damit wir ihn los sind, und die KPD lässt euch in Ruhe, dafür sorgen wir schon in der KPD!“ Das hatten Pieck, Ulbricht ( dieser hatte später sogar in einem Flugblatt zur Verteidigung Hitlers gegen die Engländer und Franzosen aufgerufen, was natürlich in seinen gesammelten Werken in den 40er Jahren gestrichen wurde!) mit Dimitroff und anderen ausbaldovert unmittelbar nach dem revisionistischen Verrat auf dem VII. Weltkongress, auf einem sogenannten „KPD-Parteitag“,der „im Schutze der Illegalität“ NICHT in Brüssel und auch NICHT in Bern von der KPD selbst organisiert wurde, sondern da trafen sich in Moskau unter dem schützenden Dach Stalins extra ausgewählte Veräter aus den Reihen der KPD, die von Moskau aus planmäßig die revolutionären Anhänger des Genossen Ernst Thälmanns systematisch physisch vernichteten bzw. sie politisch unschädlich machten, sie neutralisierten bwz. sie mit anderen Mitteln vom revolutionären Weg abzbrachten und Ernst Thälmann fallen zu lassen. Die Lage der illegalen KPD nutzten diese Verräter schamlos aus und schoben jeden Mord den Faschisten in die Schuhe, damit nicht der verdacht auf Verrat in den eigenen Reihen fiel. Zu diesen dunklen Gestalten gehörte auch Herbert Wehner. „Das waren die Faschisten!“ So riefen die Sozialfaschisten mit ihren eigenen Gestapo-Methoden, um ihren Sozialfaschismus in der DDR an die Macht zu bringen, ohne das ihnen dabei die Marxisten-Leninisten in die Quere kommen konnten. Dimitroff hatte scheinheilig versprochen, die Komintern werde Thälmann rausholen. Aber vorher hat Dimitroff die Komintern sterben lassen, um dann auch Ernst Thälmann sterben zu lassen, damit sie ihren Judaslohn, den bürgerlichen Sozialismus, als Schutzschild gegen die Sowjetunion Stalins aufbauen konnten, und damit der Basis und dem Zentrum der Weltrevolution ein schnelleres Ende bereiten konnten. Dies wiederum diente den Verrätern im eigenen Land, so wie dem Ulbricht in der DDR.

Vorher hatte man vergebens versucht, Ernst Thälmann politisch kalt zu stellen durch Intrigen, kriminelle Unterstellungen und allerhand Machenschaften, z.T. durch Drahtzieher mit Verbindungen zu verdeckt operierenden Agenten innerhalb der Komintern, die Stalin aber auffliegen ließ, als er dahinter kam. Damit soll bewiesen werden, dass die Revisionisten den Namen Ernst Thälmann vor den Augen der kommunistischen Weltbewegung schon in den Staub traten, als dieser noch lebte und in der Komintern großes Ansehen genoss. Einpaar Jahre später überlässt die Komintern Ernst Thälmann seinem Schicksal. Das ist doch merkwürdig, und man findet erst eine Erklärung, wenn man verstanden hat, dass die Revisionisten Zeit brauchten, um die KPD vom revolutionären Weg des Genossen Ernst Thälmanns abzubringen. Das ging nur, solange Teddy jahrelang im KZ gefangen gehalten blieb und sein Kontakt zur Partei unterbrochen wurde. Erst als die Revisionisten die Thälmann-treuen Führer beseitigt und die Macht in der KPD vollständig in die Hände bekommen hatten, konnten sie sicher sein, dass eine Ermordung des Genossen Ernst Thälmann sie nicht mehr aufhalten würde. Die Ermordung 1944 eilte, denn hätte man Ernst Thälmann spätestens nach Kriegsende freigelassen, dann lebten wir heute in einer roten deutschen Räterepublik, in der die Diktatur des Proletariats herrscht, zumindest hätte der proletarische Sozialismus unter Führung Ernst Thälmanns in der DDR mit der Unterstützung der Roten Armee Stalins eine Chance gehabt und hätte sich auf ganz Deutschland ausbreiten können. Einen sozialfaschistischen Ulbrichtstaat hätte es nie gegeben. Die Geschichte hätte ohne die Revisionisten, oder mit dem Sieg über die Revisionisten besser gesagt, ganz anders aussehen können. Das zeigt euch Genossen, wie wichtig der Sieg über die Neo-Revisionisten ist, um heute die siegreiche sozialistische Revolution durchzuführen. Warum hat die Bourgeoisie so lange mit der Ermordung gewartet? Weil die KPD noch zu stark war und zurückgeschlagen hätte und der Verrat an ihr missglückt wäre! Revisionisten und Faschisten haben gemeinsam gegen die KPD gekämpft. Daran kann überhaupt kein Zweifel bestehen. Das ist heute nicht anders, wo sich nach der Wiedervereinigung auch der westliche Faschismus mit dem östlichen Sozialfaschismus gegen die KPD/ML verschworen hat. Eine revolutionäre KPD hätte damals anders gehandelt, hätte zu den Waffen gegriffen, hätte den revisionistischen Einfluss besiegt. Vor allem der Erzrevisionist Ulbricht hat das verhindert. Deswegen klebt das Blut Ernst Thälmanns auch an seinen Händen. Daraus müssen wir Lehren ziehen, denn es ist schon wieder so weit! Deswegen haben wir jetzt eine Komintern/ML und eine KPD/ML, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Wiederholung dieser Fehler zu verhindern. Wir wollen nicht nur den Faschismus der BRD beseitigen, sondern wir kämpfen für die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus auf der ganzen Welt durch die sozialistische Weltrevolution! Wir kämpfen nicht nur gegen einen neuen Sozialfaschismus, sondern gegen die Unvermeidlichkeit des Sozialfaschismus. Deswegen müssen wir den Neo-Revisionismus rechtzeitig vernichten, bevor er an die Macht kommt, und uns vernichtet.

Diese historischen Zusammenhänge sind so ungeheuerlich, dass Ernst sie 1974 noch nicht so weit hat erkennen können, als es noch gegen den modernen Revisionismus der D“K“P ging. Heute haben wir Zeit gehabt, den Dingen tiefer auf den Grund zu gehen und 1+1 zusammenzuzählen. Die Befreiung vom Sozialfaschismus der DDR hat uns geholfen, die Stasi-Spitzel, die zu Ernst `s Zeiten in der KPD/ML eingesetzt waren, insbesondere in der Sektion der KPD/ML in der DDR, teilweise auszumachen. Die Bourgeoisie plaudert heute offener aus dem Nähkästchen, weil sie meint, diese „Enthüllungen“ als antikommunistische Propaganda einzusetzen. Nun sehen sie, dass sie sich verrechnet haben, und merken dass ihnen dies nur um so mehr schadet.

Genosse Ernst Aust versetzte der Bourgeoisie einen schweren Schlag, hatte er doch Ernst Thälmann mit seiner Rede entgültig aus den Fängen der modernen Revisionisten befreit. Und genauso haben wir es auch mit dem Genossen Ernst Aust und der KPD/ML gemacht, nämlich ihn aus den Fängen der Neo-Revisionisten befreit. Die Neo-Revisionisten behandelten Ernst nicht anders als die modernen Revisionisten Ernst Thälmann behandelt hatten - als Ablenkungstaktik ihres Betrugs, als Rechtfertigung ihres Sozialfaschismus! Ich erinnere mich noch genau, als wir Genossen zusammen mit Ernst am Geburtshaus des Genossen Ernst Thälmann, in dem sich damals das Hamburger D“K“P- Parteibüro befand, einen Kranz niederlegen wollten. Sie hetzten ihre sozialfaschistischen Schläger auf uns, und binnen 5 Minuten befanden wir uns mit ihnen in einer der blutigsten Straßenschlachten, die wir jemals mit der D“K“P ausgefochten hatten. So „verteidigten“ die Revisionisten das Erbe des Genossen Ernst Thälmann. Ihre sozialfaschistische DDR errichteten sie im Namen Ernst Thälmanns, an dessen Tod sie mitgewirkt und mit dessen Blut sie sich bereicherten an der Ausbeutung und Unterdrückung im DDR- Arbeiter- und Bauerngefängnis. Heute sind die Revisionisten der Ostberliner KPD nicht besser. Auch sie warfen - nach ihrer Meinung befragt - Ernst Thälmann Fehler vor und Wauer - ein kleiner deutscher Chruschtschow - tat ihn mit einer überheblichen Handbewegung ab. Das hinderte ihn aber nicht, mir Honig um den Bart zu schmieren, dass Ernst Aust ihn mal besucht hätte und auf der gleichen Couch geschlafen hätte, auf der ich gerade saß. Es hat ihn auch nicht gestört, an der Trauerfeier zum 5. Todestag des Genossen Ernst Aust in Müden an seinem Grab aufzutauchen. Wir hatten schnell erkannt, dass diese Leute uns nur vor ihren Karren zu spannen versuchten, und waren nie mehr wieder gesehen, nachdem sie mit der Gründung eines Honecker-Solidaritätskomitees anfingen.

Seit wann gehörte der Genosse Ernst Thälmann einer Partei an, die ihren Segen vom Klassenfeind erhielt, so wie die D“K“P ? Genosse Ernst Aust entlarvte das in seiner Rede:

„Auch andere geben vor, ihn ehren zu wollen und spielen sich als seine legitimen Erben auf. Die modernen Revisionisten der D“K“P, (...) diese sich `kommunistisch´ nennende Partei, die ihre Zulassung im Jahre 1968 einer Absprache mit dem Innenministerium der Bourgeoisie und dem ehemaligen Bundespräsidenten verdankt. (...) Klipp und klar haben wir in unserer Gründungserklärung gesagt: Die KPD/ML weiß, dass die herrschende Klasse ihre Machtpositionen nicht widerstandslos räumt. Sie zu zerbrechen, kann nicht über das Parlament geschehen, sondern nur durch den revolutionären Akt der Zerschlagung des bürgerlichen Staatsapparates und der Errichtung der proletarischen Diktatur, der Herrschaft der großen Mehrheit des Volkes.“

Diesen Satz der Grundsatzerklärung hätte auch Ernst Thälmann bestimmt unterschrieben, aber solchen Satz würde er - lebte er noch - vergeblich bei der D“K“P suchen und würde sich für eine solche „Verteidigung“ seines Erbes sicherlich verneinend bedanken. Das wussten die Revisionisten, hatten sie sich doch an den Staat verkauft, den Ernst Thälmann zerschlagen wollte, den bürgerlichen deutschen Staat, der zur Zeit des Genossen ernst Thälmanns genauso existierte wie heute. Wenn die D“K“P das unrechtmäßige Erbe Ernst Thälmanns also nun doch noch weiter verteidigen wollte, dann müssten sie hier jetzt energisch widersprechen und die KPD/ML als Provokation empfinden. Das taten sie denn ja auch auf ihre altbekannte sozialfaschistische Weise: Wegen dieser Passage wurde der ROTE MORGEN Nr. 34/1974 verboten und beschlagnahmt durch die Bemühungen der D“K“P vermittels ihrer Spitzel in der KPD/ML.

Ernst spricht weiter:

„Da schreiben sie in ihren Zeitschriften viele richtige Dinge über das Leben und Wirken Ernst Thälmanns. Aber die entscheidenden, die das Wesen Ernst Thälmanns als großem Revolutionär ausmachen, die unterschlagen sie. Sie handeln so, wie Lenin einstmals die Revisionisten der II. Internationale charakterisierte:

`Man will vom Marxismus alles nehmen, was für die liberale Bourgeoisie annehmbar ist, einschließlich des Kampfes um Reformen, einschließlich des Klassenkampfes (ohne die Diktatur des Proletariats). Einschließlich der `allgemeinen Anerkennung` der sozialistischen Ideale` und der Ersetzung des Kapitalismus durch eine `neue Ordnung` und will `nur` die lebendige Seele des Marxismus, `nur` sein revolutionäres Wesen beiseitewerfen.`

Die D“K“P stellte heraus, dass die KPD unter der Führung Ernst Thälmanns eine echte Massenpartei mit 300 000 gewesen war. Damit wollten sie zum Ausdruck bringen, dass man nur im Parlament die Mehrheit der Massen beschaffen bräuchte, damit sie auf diesem Wege das Ziel des Sozialismus erreichen würden oder wie Dimitroff meinte, den Faschismus zu besiegen. Natürlich ist das die typische revisionistische Formel des „friedlichen“ Weges. Gegen den „friedlichen Weg“ hatte schon der Genosse Ernst Thälmann zu seiner Zeit einen heftigen Kampf gegen die SPD geführt. Genosse Ernst erklärte dazu:

„Ist dies (die Mitgliederzahl - der Verf.) das einzige Kriterium für eine bolschewistische Partei? Eben nicht. Immerhin waren in der indochinesischen Partei 3 Millionen (..) und fielen dem faschistischen Terror zum Opfer, (...) während (...) die kommunistische Partei Albaniens, die nur über einige hundert verfügte, die Massen zur siegreichen Revolution zu führen vermochte.“

Dem pazifistischen Gewäsch der D“K“P - Friedensengel stellte der Genosse Ernst Aust ein Originalzitat von Ernst Thälmann entgegen, der eine ganz andere Sprache sprach:

„Die `kleine Alarmstufe`, der Schupo, flößt uns revolutionären Soldaten ebensowenig Respekt ein wie das `beste Heer der Welt` . Ja, ist es denn unsere Schuld, dass ihr Herren Bourgeois uns 4 Jahre durch die Schützengräben von Flandern bis Verdun geschleift habt? Ist es denn unsere Schuld, dass eure Bürgeroffiziere uns gelehrt haben, mit so `niedlichen` Dingern umzugehen, wie es Maschinengewehre und Flammenwerfer sind? Wir haben es gelernt und werden es nicht vergessen... Der imperialistischen Bourgeoisie rufen wir zu: Hände weg von der russischen und chinesischen Revolution. Der Arbeiterklasse: Fort mit dem revisionistischen Geleier - wir brauchen das neue Schwert, das Schwert der Revolution“

Auch in der nationalen Frage verrieten die Revisionisten den Genossen Ernst Thälmann und Ernst Aust sagte:

„Wie mögen ihnen die Worte Ernst Thälmanns in den Ohren klingen, der da sagte:

`Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk. Und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation, eine ritterliche, stolze und harte Nation. Ich bin Blut vom Blute und Fleisch vom Fleische der deutschen Arbeiter und bin deshalb als ihr revolutionäres Kind, später ihr revolutionärer Führer geworden. Mein Leben und Wirken kannte und kennt nur eins: Für das schaffende Volk meinen Geist und mein Wissen, meine Erfahrungen und meine Tatkraft, ja mein Ganzes, die Persönlichkeit, zum Besten der deutschen Zukunft, für den siegreichen sozialistischen Freiheitskampf im neuen Völkerfrühling der deutschen Nation einzusetzen`

Oder Ernst zitierte den Genossen Ernst Thälmann, wie dieser sich auf den Prozess vorbereitete:

„` Ich stehe als Vertreter der Arbeiter da, als Wahrer der Interessen der sozialistischen Arbeiter, wie auch der Interessen der nationalsozialistischen Arbeiter.`“

Und Ernst kommentiert dies mit den Worten:

„Wüssten sie nicht, von wem diese Worte stammen, würden die D“K“P - Bonzen sagen: Wer so spricht, ist ein Chauvinist, ein Faschist.“ und Ernst fügte hinzu, „ dass SIE jedoch in Wirklichkeit die Verräter, die Chauvinisten sind“. Ja, nämlich revisionistische Verräter, Sozialchauvinisten und Sozialfaschisten!

Den größten Verrat an Ernst Thälmanns Erbe begehen die Revisionisten aber mit seiner großen Liebe und seiner Hingabe zur Sowjetunion. Sie verschweigen dabei einen klitzekleinen Unterschied, dass es sich nämlich zur Zeit von Ernst Thälmann um die Sowjetunion Lenins und Stalins gehandelt hat, während die D“K“P die revisionistische Sowjetunion, Chruschtschows, Breschnews, Gorbatschows, Jelzins usw. verteidigt hat. Ernst zitierte den Genossen Enver Hoxha, der da sagte:

„Als Kriterium des proletarischen Internationalismus dient auch heute noch die Haltung zur Sowjetunion. Revolutionär und Internationalist ist heute DERJENIGE, der die Sowjetrevisionisten BEKÄMPFT, ihren Verrat ENTLARVT, mit allen Kräften ihre antimarxistische und imperialistische Politik und Linie ZURÜCKWEIST.“

In der nächsten ROTEN MORGEN - Ausgabe Nr. 35/1974 wird auf dieses Kriterium des proletarischen Internationalismus hingewiesen in der „Gemeinsamen Erklärung der KPI/ML und der KPD/ML“, also mit unserer damaligen italienischen Bruderpartei, die von einer Erklärung des Genossen Ernst Aust begleitet war, in der es u.a. hieß:

„Die beiden Bruderparteien bekräftigen die Notwendigkeit, die Politik der revisionistischen Parteien, besonders in Westeuropa grundlegend zu entlarven, eine Politik, die darauf abzielt, die EWG zu akzeptieren und sich an der Ausübung der bürgerlichen Staatsmacht zu beteiligen.“

„Die beiden Bruderparteien geben ihrer Entschlossenheit Ausdruck, mit allen Kräften ander Seite der marxistisch-leninistischen Parteien der ganzen Welt zu kämpfen, zur Unterstützung der Völker, die für ihre Befreiung kämpfen und der revolutionären Kräfte, die für die Diktatur des Proletariats kämpfen.“

„Die KPI/ML und die KPD/ML bekräftigen ihren Willen, die Einheit der Marxisten-Leninisten und der Revolutionäre der ganzen Welt mehr und mehr zu stärken, für den Sieg des Sozialismus und des Kommunismus.“

Diese Bruderpartei existiert - wie viele andere auch - heute nicht mehr , andere sind zum Neo-Revisionismus übergelaufen, insbesondere nach dem Sturz der Diktatur des Proletariats in Albanien, und insbesondere nach der offenen Verurteilung des Maoismus.

 

 

ENDE DES ZWEITEN TEILS