„Hoch die Faust - für Ernst Aust !“

Die Geschichte

des Kampfes des Genossen

Ernst Aust

ist die Geschichte des Kampfes der

KPD/ML,

deren Gründer und Vorsitzender er war.




Vorbemerkung:

Heute, zu seinem 80. Geburtstag - dem 12. April 2003 - versucht die KPD/ML erstmalig, einen bescheidenen Überblick über den Lebensweg des Genossen Aust und damit dem historischen Weg der KPD/ML zu geben, um sein großes Werk besser als vorher zu würdigen und nicht nur dazu beizutragen, dass der Genosse Ernst Aust niemals in Vergessenheit gerät, sondern Licht in seinen Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland zu bringen, um damit noch besser ermessen zu können, wie sehr er Deutschland der sozialistischen Revolution näher gebracht hat. Genosse Ernst ist das Beste an der ganzen bisherigen Geschichte der KPD/ML - seiner Partei, für die wir unermüdlich weiterkämpfen.

So wie unser Genosse Ernst Thälmann Sohn und Führer der deutschen Arbeiterklasse und Vorsitzender der KPD war, so war auch nach ihm unser Genosse Ernst Aust Sohn und Führer der deutschen Arbeiterklasse und Gründer und Vorsitzender der KPD/ML.

Der erste Teil über das Leben und Werk reicht bis zum Zeitpunkt, als Genosse Ernst Aust die KPD/ML gründete. Da dieser Abschnitt noch zu Lebzeiten von der KPD/ML dokumentiert wurde, ist er auch im Großen und Ganzen original übernommen. Diesem - vielen bereits bekannten - Abschnitt wurde nunmehr zu seinem 80. Geburtstag der noch fehlende 2. Lebensabschnitt hinzugefügt, der mit dem Gründungsdatum der Partei beginnt und bis zum Todestag, dem 25. August 1985, reicht. Auch nach seinem Tod wurde der Genosse Ernst Aust von der KPD/ML konsequent und kompromisslos verteidigt, was ebenfalls dokumentiert wird. Wir sind uns darüber bewusst, dass man uns zu Recht in der einen oder anderen Beurteilung Fehler nachweisen kann und bitten uns zu korrigieren in kameradschaftlicher Weise. Wir Kommunisten halten weder etwas von Schönfärberei, noch stellen wir die Verdienste unseres Führer unter den Scheffel. Wir sind zur Wahrheit verpflichtet, und deswegen lassen wir den Genossen Ernst Aust selber sprechen. Die einen wird`s freuen, die anderen wird`s ärgern. An Ernst Aust trennen sich die Geister. Offene reaktionäre Verleumdungen sind hierbei nicht nur allein gemeint, sondern - wie die Geschichte der KPD/ML bewiesen hat - sind es vor allem die Neo-Revisionisten, die sich mit dem Genossen Ernst Aust schmücken, um ihr wahres Wesen dahinter zu verbergen. Dies werden wir nicht ungeschoren dulden, sondern gebührend entlarven und bekämpfen, so wie wir es schon von Anfang an immer gemacht haben - schon zu Lebzeiten des Genossen Ernst Aust. Nur wer mit Ernst in Wort und Tat übereinstimmt, stimmt auch mit der KPD/ML in Wort und tat überein.

Ernst Aust gehört den Genossen der KPD/ML, der revolutionären deutschen Arbeiterklasse, gehört dem revolutionären Weltproletariat, gehört der sozialistischen Revolution in Deutschland und der Weltrevolution - und niemandem sonst auf der Welt!

Von Ernst Aust lernen - heißt siegen lernen!

Einen allumfassenden Lebenslauf und die umfassende Geschichte der KPD/ML zu schreiben, das trauen wir uns nicht zu, und dazu fehlen uns auch Dokumente und Materialien, die sich noch in den Händen des Klassenfeindes befinden, und wir freuen uns sehr, wenn Genossen und Freunde, die Ernst und die KPD/ML gekannt und mit gekämpft haben, uns weiterhelfen mit ihren Erlebnissen, Berichten und Materialien. Dann wird es uns bestimmt immer besser gelingen, das Werk dieses großen revolutionären deutschen Führers des Marxismus-Leninismus, des Gründers und Führers der KPD/ML zu begreifen und zu dokumentieren. Das sind wir nicht nur dem Genossen Ernst Aust schuldig, sondern auch der Partei und allen Genossen, die mit ihr gekämpft haben und weiter kämpfen. Das sind wir dem deutschen Proletariat, dem deutschen Volk, dem Weltproletariat, den Völkern der Welt, das sind wir der sozialistischen Revolution in Deutschland schuldig und der Weltrevolution, für die der Genosse Ernst Aust gekämpft hat. Wir, die treuen Schüler des Genossen Ernst Aust, werden sein Lebenswerk noch besser als bisher studieren, achten, verteidigen und weiter unseren bescheidenen Beitrag für den weiteren ruhmreichen Weg der KPD/ML leisten, auf dem Wege zur sozialistischen Revolution. Das ist seit 18 Jahren ohne Ernst ein schwieriger Weg.

Ersetzen können wir unseren Genossen Ernst Aust leider nicht, aber sein Vermächtnis ehrenvoll erfüllen, das können wir nicht nur, das werden wir auch.

Vorwärts mit der KPD/ML im Geiste des Genossen Ernst Aust! Hoch die Faust für Ernst Aust!

(zusammengestellt und verfasst von Wolfgang Eggers - der nach dem Tod des Genossen Ernst Aust auf dem 6. und 7. Parteitag der KPD/ML als Vorsitzender mit dem Auftrag gewählt wurde, die Partei im Geiste des Genossen Ernst Aust zu schützen und ehrenvoll fortzusetzen)


 

 

1. Teil

1923 - 1973

Lebenslauf

Vom 12. April 1923 bis zu den 50 iger Jahren


Man schreibt das Jahr 1923. Hunger, Teerung, Inflation. Da wird am 12. April im Arbeiterstadtteil Eimsbüttel, Eidelstedterweg, Ernst Aust geboren. Sein Kinderwagen kostet 40 000 Mark. Ein halbes Jahr später hätte er schon 4 Billionen Mark gekostet. Ein halbes Jahr später findet der Hamburger Aufstand statt, kämpfen Hamburger Arbeiter auf den Barrikadengegen das Kapital, seine Polizei und seine Armee.

Ernst ist letztes von 4 Kindern.

Sein Vater, ein armer Kleinbauernjunge, muss mit 8 Jahren das Haus verlassen und arbeiten. Verdingt sich bei einem Bader, der nebenbei Landwirtschaft betreibt. Im wehrpflichtigen Alter wird er eingezogen. Hier ist er zum ersten Mal nicht mehr und nicht weniger unterdrückt als andere. Er verpflichtet sich auf 12 Jahre. 1912 Entlassung. Hochbahnangestellter in Hamburg. Weltkrieg. Ende. Wird zum Soldatenrat gewählt. Rückkehr. Wird kleiner Beamter. Bleibt es bis zum Lebensende.

Mutter : Stammt ebenfalls vom Lande, Haushaltsgehilfin. Weißnäherin. Heirat. Verwandtschaft: Onkel Schuhmacher, links. Großvater der „rote Bäcker“, Teilnehmer am Matrosenaufstand 1918. Später Bäcker in Hamburg-Altona, Kellerwohnung. Gaslicht. Links bis zum Tod. Proletariat, Halbproletariat. In dieser Umgebung wächst Ernst auf. Kind unter Proletenkindern; Kindheitserinnerungen: Rote Fahnen, Straßenschlachten, Teddy (Ernst Thälmann), Schallmeienkapellen, Polizei-Überfallkommandos.

1933. Machtübernahme durch die Nazis. Ernst ist 10 Jahre alt. Seine Eltern verziehen nach Ahrensburg, einem Vorort Hamburgs. Sein Vater, Untertan der jeweiligen Regierung, wählt vor 1933 die SPD, jetzt die NSDAP. Ernst kommt auf die Oberschule. Hier erfährt er, was es heißt, armer Leute Kind, Siedlungskind zu sein. Er setzt sich durch. Zur Not auch mit seinen Fäusten. Die ideologische und politische Beeinflussung der Jugend ist volkommen. An der Schule bestimmen Nazipauker. Presse, Film, Rundfunk, Literatur, sind gleichgeschaltet. Jungvolk und Hitlerjugend erfassen alle Bereiche des Jugendlebens, der Jugenderziehung. Die Hitlerjugend wird Staatsjugend, Pflicht-HJ. Die Kommunisten sitzen in den KZ`s. Bei eventueller Entlassung müssen sie unterschreiben, nichts von den dort herrschenden Zuständen zu erzählen. Es ist äußerst gefährlich geworden, sich antifaschistisch zu äußern. Man spricht nur zu engsten Freunden und Bekannten. Schon gar nicht zu Kindern.

1939. Ernst muss - trotz Schulgeldermäßigung - die Schule verlassen. Das Geld reicht nicht. Er will Maurer oder Zimmermann werden. Lehrstellen sind knapp. Die nächste in Bergedorf, 40km Bahnfahrt. Der Vater entscheidet: Du wirst Bankkaufmann. Erstens kenne ich da jemanden, zweitens erhält ein Banklehrling im ersten Lehrjahr 33, im zweiten 52 und im dritten 84 Mark, da brauchst du kein Taschengeld und kannst noch was abgeben. Ein Maurerlehrling erhält nur 10, 20, 30 Mark. Ernst gibt nach. Während der Lehrzeit erste oppositionelle Regungen. Antiautoritär. Man legt sich mit der HJ an. Lässt sich im Gegensatz zu ihr längere Haare wachsen. Spielt amerikanische Platten. Louis Armstrong usw., was verboten ist. Gründet Clubs. Die Nazis machen dem ein Ende. Musterungsbefehl. Da „nordisch“, will man ihn zur Waffen-SS anheuern. Musterung in SS-Kaserne in Hamburg-Langenhorn. Ernst baut vor und meldet sich 1941 zu den Fallschirmjägern. Dadurch erhält er ein halbes Jahr Lehrzeit geschenkt.

Der Krieg wird zum entscheidenden Erlebnis. Nach vierteljähriger Grund- und Sprungausbildung an die Front. Afrika, Italien, Sowjetunion, Frankreich. Trommelfeuer, Tieffliegerangriffe, Nahkampf, sterbende Kameraden: Deutsche, Engländer, Russen, Italiener, Amerikaner. Warum? Oktober 1944 in britische Gefangenschaft. In den Lagern geben die Nazis den Tod an. Alliierte dulden es. Erste Konflikte. Erste Reaktion auf den Krieg: Pazifist. Doch hier taucht zum ersten Mal die Eigenschaft bei ihm auf, nicht stehen zu bleiben, sondern den Dingen auf den Grund zu gehen. Wo liegen die Ursachen der Kriege?

Warum schießen deutsche, französische, britische Arbeiter aufeinander, die doch die gleichen Interessen haben? Er kommt in ein Arbeitslager, „working camp“. Arbeitet ab 1945 als bricklayer (Maurer), painter (Maler) u.a. Hier lernt er den ersten Kommunisten kennen. KJVD-ler. Kommt aus dem Strafbataillon 999. Man beschließt Selbststudium. Marx und Engls gibt es in der Lagerbücherei, Lenin und Stalin nicht. Man entfaltet kommunistische Agitation und Propaganda. Ernst nimmt Verbindung zu britischen Kommunisten auf. Der britische Geheimdienst wird aufmerksam. Verhöre, Strafversetzung. In dieser Zeit fallen die ersten schriftstellerischen Arbeiten von Ernst, Gedichte, Erzählungen. Mitarbeit an der Lagerzeitung, in der Laienspielgruppe. 1948 Entlassung aus der Gefangenschaft.


Die 50iger Jahre

Zurückgekehrt tritt er in den „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“, einer kommunistischen Massenorganisation ein. Betreut die FDJ kulturell und nimmt an ihren Aktionen teil. Arbeitet als Angestellter und vervollständigt sein Wissen durch Studium von Literatur und Theaterwissenschaft. 1951 holt ihn die Partei - nunmehr als Mitglied der KPD - in die Redaktion der „Hamburger Volkszeitung“. Bald schreibt er für alle Ressorts: Kultur, Politik, Lokales, Parteileben. Wie jeder Genosse studiert er in seiner Grundeinheit die Geschichte der KPdSU.

Ernst nahm an den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Berlin 1951 teil. Er schildert die Ereignisse und seine Erlebnisse später in seinen Erinnerungen im ROTEN MORGEN Nr. 15 und 16 / 1973 unter dem Titel: „Lasst heiße Tage im Sommer sein“.

1953 übernimmt er im Parteiauftrag die aus der Bewegung zur Befreiung Helgolands entstandene Küstenzeitschrift „Dat Blinkfüer“. Bald ist er auf allen Seefischmärkten, in allen Fischereihäfen der Nord- und Ostseeküste zu Haus. In Fischerkneipen, auf ihren Kuttern, diskutiert Ernst mit den Fischern, die ihre Absatzmärkte im Osten verloren haben und sich in einer Krise befinden, über die Ziele der „Nationalen Front“, der das „Blinkfüer“ unterstellt ist. Bald ist „Dat Blinkfüer“, das damals im DIN A4-Format monatlich erscheint, in allen Fischereihäfen bekannt. Die Fischer verteilen es in ihren Genossenschaften und hängen es in ihren Anschlagkästen aus.

Ernst arbeitet während dieser Zeit unter der Anleitung eines älteren Genossen, Albert O. Aus Lübeck. Ein alter Bolschewik mit großen Kampferfahrungen. Er vermittelt seine Erfahrungen dem jungen Genossen. So lernt Ernst von ihm: Bevor man ein Problem aufgreift, eine Sache in Angriff nimmt, zu handeln beginnt, es erst von allen Seiten zu beleuchten, um die richtigen Maßnahmen treffen zu können. Von ihm lernt er, was es heißt, revolutionäre Geduld zu haben. Von ihm lernt er bolschewistische Standhaftigkeit. Seine Meinung im Rahmen des demokratischen Zentralismus zu sagen. So wenden sich Albert und er gegen den Beschluss des Parteivorstandes, nach dem Mitglieder der KPD zur Bundestagswahl 1957 aufgefordert werden, der SPD ihre Stimme zu geben, derjenigen Partei also, die entschieden an der Wiedererrichtung des westdeutschen Imperialismus und dem Verbot der KPD mitgewirkt hatte.

Die Engländer haben statt Helgoland den Großen Knechtsand, eine Sandbank vor der Nordseeküste, als Ersatzbombenziel gewählt. Fast täglich fallen hier die Bomben und hindern die Fischer am Auslaufen. Die Partei bemüht sich hier, ähnlich wie bei Helgoland, eine Protestbewegung zu entfalten. Da erfährt Ernst, dass während der Bombardierungen auf dem Knechtsand Tausende dort mausernde, flugunfähige Brandgänse sterben. Daran anknüpfend initiiert er eine Massenbewegung, die innerhalb kurzer Zeit durch kooperativen Beitritt von Jugendverbänden wie den Naturfreunden, Tierschutzverbänden u.a. rund 2,5 Millionen Mitglieder umfasst und durch die Besetzung des Knechtsandes die Einstellung der Bombardierung erzwingt. Dabei hält er sich persönlich im Hintergrund, so dass es dem Verfassungsschutz trotz aller Bemühungen nicht gelingt dahinterzukommen, wer der Initiator dieser gegen den westdeutschen und britischen Imperialismus gerichteten Bewegung ist.

Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 hat zur Folge, dass er wie in der DDR , der Harichgruppe, den offen auftretenden Revisionisten in der KPD, grünes Licht gibt. Dieser Gegner ist leicht auszumachen. Er wird von den bolschewistischen Kräften in der KPD bekämpft. Dabei aber übersehen sie , wie auch Ernst, dass die damals noch verschleiert operierenden revisionistischen Kräfte im Parteivorstand die Partei bereits auf den Kurs des Verräters Chruschtschow bringen. Die Dokumente des XX. Parteitags werden in der Partei infolge des Verbotsprozesses gar nicht oder nur ungenügend diskutiert. Es findet kein ideologischer Kampf statt. Das Verbot selbst zeigt, wie wenig die Partei damals bolschewisiert ist. Wie wenig sie auf den Wechsel von Legalität und Illegalität vorbereitet, auf die korrekte Verbindung der illegalen mit der legalen Arbeit eingstellt ist. Im Gegensatz zum vorher praktizierten Legalismus verfällt die Partei jetzt in tiefste Illegalität, in eine Illegalität, die so tief ist, dass die Partei praktisch für drei Jahre zu existieren aufhört. Der Parteivorstand und die ersten Sekretäre der Landesverbände setzen sich nach Ostberlin ab. Die Grundeinheiten der Partei lösen sich auf. Dort, wo es noch zu Aktionen kommt, erfolgen sie allein auf die Initiative einzelner Genossen an der Basis.

In dieser Situation war es der Genosse Ernst, der darum kämpfte, auch unter illegalen Bedingungen der Partei legale Möglichkeiten der Agitation und Propaganda zu schaffen. Statt der liquidatorischen geforderten Einstellung des „Blinkfüers“ baut er es weiter aus. Zuerst, indem er den Kreis der Angesprochenen von den Fischern auf die Bauern erweitert. Als dann Hamburger Arbeiter zu ihm kommen und sagen: „Hör mal, Bauern und Fischer, schön und gut, aber warum haben WIR keine solche Zeitung?“ setzt er 1958 eine weitere Veränderung mit dem Ziel der Schaffung einer revolutionären Arbeiterzeitung, mit zuerst 14-tägiger Erscheinungsweise im Berliner Format durch. Schon die dritte Ausgabe, die eine Enthüllung über einen Geheimbunker der Regierung in der Eifel enthält, wird beschlagnahmt. Das und die zahlreichen Ermittlungsverfahren, die er erhält, können ihn nicht schrecken. Das „Blinkfüer“ wird zur Wochenzeitung, die in Norddeutschland eine Auflage von 36 000 erreicht und an 600 Kiosken verkauft wird. Das „Blinkfüer“ wurde zum Muster für weiter legale Organe der Partei in den anderen Bundesländern, die aber nie seine Popularität erreichen.

Worauf beruhte die Popularität von „Blinkfüer“? Sie beruhte auf der revolutionären Grundlage des Genossen Ernst, seiner Liebe zum Volk, seiner Verbundenheit mit seiner Klasse und den werktätigen Massen sowie seinem proletarischen Hass auf die herrschende Klasse, die Imperialisten, die Monopolherren, die alten Nazis und Militaristen, die im Bonner Staat wieder zu Macht und Ansehen gelangt waren. Sie drückten sich im Inhalt und Stil dieser Arbeiterzeitung aus.

Was das „Blinkfüer“ allerdings nicht war: Eine offene, korrekte, marxistisch-leninistische Zeitung. Dafür gibt es zwei Gründe: Einmal das bestehende KPD-Verbot, das eine offene Propagierung des Kommunismus unmöglich machte, zum anderen die zunehmende revisionistische Entartung der KPD, die auch im „Blinkfüer“ ihren Ausdruck fand. Dennoch spielte sich auch im „Blinkfüer“ verfolgbar der Kampf zweier Linien ab. Während die Parteiführung auf die Propagierung eines bürgerlich-pazifistischen Friedenskurses drängte, versuchte Ernst immer wieder konkret, die Klassenfrage zu stellen und mehr oder minder offen die KPD zu propagieren.



Die 60 iger Jahre

Von den in der internationalen kommunistischen Bewegung seit den Moskauer Beratungen von 1957 und 1960 sich entwickelnden prinzipiellen Differenzen um die Generallinie, darum, ob z.B. die allgemeingültige Wahrheit des Marxismus-Leninismus, ob die allgemeine Bedeutung des Weges der Oktoberrevolution erkannt werden oder nicht, erfahren die KPD-Genossen an der Basis in Westdeutschland nichts. In der illegalen Parteipresse werden die Differenzen verschwiegen. Erst als Januar 1963, auf dem VI. Parteitag der SED, der Vertreter der chinesischen Bruderpartei von Ulbrichts Lumpendelegierten unter wüsten Drohungen und Beschimpfungen niedergeschrien wird, kommt es zu ersten Diskussionen in der KPD. Kaum jemand aber ist sich über die ideologischen Hintergründe der Auseinandersetzungen im Klaren. Hier wirkt sich die seit dem Parteiverbot bewusst betriebene Einstellung der Schulung der Klassikertexte des Marxismus-Leninismus (z.B. Die Geschichte der KPdSU [B]) aus. Die Schulung wird nur anhand der Parteimaterialien durchgeführt und eben die sind revisionistisch. So fällt es den Genossen schwer, sich ein eigenes Urteil über die bestehenden Differenzen zu bilden. Hinzu kommen die völlige Liquidierung des demokratischen Zentralismus und des Prinzips von Kritik und Selbstkritik in der Partei. Sie wird mit den Bedingungen der Illegalität begründet. Die wenigen Genossen, die eine prinzipielle Kritik an der Linie der Partei wagen, werden sofort ausgeschlossen, isoliert und als Agenten des Verfassungsschutzes diffamiert.

Das Jahr 1963 wird für den Genossen Ernst Aust der Ausgangspunkt für seinen Kampf gegen die Entartung der Partei, gegen den modernen Revisionismus. Anfang Juni nimmt er als „Delegierter“ an dem im Harz in der DDR stattfindenden Parteitag der KPD teil. Hier erlebt er die totale Manipulation, das Abwürgen jeder Kritik. Kein Delegierter ist gewählt. Die Diskussionsbeiträge der Genossen müssen samt und sonders wörtlich von der Parteileitung genehmigt werden. Sie werden zum größten Teil von den ZK-Mitgliedern verfasst und den Delegierten als eigener Beitrag zum Vorlesen übergeben.

Im Sommer des Jahres besucht Ernst als Teilnehmer einer Parteidelegation zum ersten Mal die Sowjetunion. Die Eindrücke sind zwiespältig. Einerseits ist er beeindruckt von dem großartigen industriellen Aufbau, das Kraftwerk von Bratsk, das Röhrenwerk von Tscheljabinsk, die Gastfreundschaft der sowjetischen Werktätigen, andererseits bemerkt er aber auch Dinge, die mit seiner Vorstellung vom Sozialismus nicht übereinstimmen: Ein Bettler vor dem Hotel in Irkutsk, der „freie Markt“ in Leningrad, der krasse Unterschied im Lebensstandard der Fabrikdirektoren und der Werktätigen, die offenkundige Korruption und Schieberei. Es ist die Zeit, wo die alten bolschewistischen, aus dem Proletariat stammenden Parteisekretäre „abgelöst“ und durch Technokraten ersetzt werden. Bei einem Empfang im ZK der KPdSU erhalten die Delegationsteilnehmer zuerst einmal durch den „Genossen“ Panomajew eine Lektion über die Bösartigkeit der chinesischen Genossen, bevor er ihnen die Lage in Westdeutschland erklärt. Meinungsaustausch mit einer Bruderpartei? Nein, Befehlsempfang bei der Vaterpartei.

Doch diese Eindrücke werden vorerst noch zurückgedrängt durch den Ende 1963 über den Zeitraum eines Vierteljahres stattfindenden Prozess wegen Verstoß gegen das KPD-Verbot, Staatsgefährdung und - verleumdung. Entgegen der Empfehlung der Prozesskommission der Partei, er solle dem bürgerlichen Gericht gegenüber nicht zu hart auftreten: „Man sei ja eine Arbeiterzeitung, da könne es schon mal vorkommen, dass man etwas nicht Gesetzmäßiges geschrieben habe“, macht er den Prozess zum Tribunal gegen die Bourgeoisie. Mutig verteidigt er vor Gericht seine kommunistische Gesinnung. Die Partei ist gezwungen, dieser Linie zu folgen. Der Prozess erregt weltweite Aufmerksamkeit. Breit ist die Front der Solidarität. In der Presse der Staaten des Warschauer Paktes wird er als Held, als unbeugsamer Friedenskämpfer gefeiert. In Hamburg gehen 5 000 Arbeiter auf die Straße. Ihr Kampf und die breite Solidarität auch liberal-bürgerlicher Kreise tragen dazu bei, dass von der Anklage neun Zehntel fallengelassen werden und er wegen des Restes eine Gefängnisstrafe von einem Jahr erhält.

Anfang 1965 verbringt Ernst auf Einladung des polnischen Journalistenverbandes seinen Urlaub in Bad Krynitza. Hier ist die revisionistische Entartung schon so krass, dass sich das Leben in diesem Kurort der polnischen Bourgeoisie kaum noch von dem eines x-beliebigen im Westen unterscheidet. Kaum ein Werktätiger, hier sind sie unter sich, die neuen polnischen Herren. Französischer Sekt, 600 Zloty, fast der Monatslohn eines polnischen Arbeiters, fließt in Strömen zu den Klängen auf westlich getrimmter Bands. Von da ab lehnt Ernst jede Einladung zu einem Urlaub nach „drüben“ ab. Im Herbst 1965, kurz vor der Bundestagswahl, erhält Ernst die Aufforderung zum Strafantritt. Bis dahin war es üblich gewesen, dass die Genossen sich zum Strafantritt im Gefängnis meldeten. Ernst sagt: „Bin ich denn noch zu retten, auch noch Fahrgeld nach Fuhlsbüttel auszugeben?!“ Er schrieb im „Blinkfüer“, wenn sie etwas von ihm wollten, dann sollten sie ihn gefälligst holen. Der Hamburger Staat setzte die Strafe zur Bewährung aus.

1965 erscheint „Die Polemik über die Generallinie der internationalen kommunistischen Bewegung“ in deutscher Sprache. Die Lektüre dieses von den chinesischen Genossen herausgegebenen Werkes gibt ihm den entscheidenden Anstoß für die Entfaltung des aktiven Kampfes gegen den modernen Revisionismus in der Partei. Immer offener nimmt er in persönlichen Gesprächen mit Genossen Partei für die revolutionäre Kritik am modernen Revisionismus und der Verteidigung der Prinzipien des Marxismus-Leninismus der Volksrepublik Albaniens und - so wurde es seinerzeit gesehen - auch von China. Genossen fragen heute manchmal, warum wurde der ideologische Kampf in der KPD nicht schon früher entfaltet, wie z.B. In Belgien und Österreich? Die Hauptursache dafür lag im mangelnden ideologischen Niveau in der Partei, im starken Einfluss des verlängerten Arms der DDR-Revisionisten, sowie in der illegalen Situation, der mangelnden Informiertheit der westdeutschen Genossen über die bestehenden Differenzen, der nicht bestehende demokratische Zentralismus, Informationen, die den belgischen, schweizer, französischen Genossen schon früher zugänglich waren, gelangten erst verspätet in die Bundesrepublik und in die Partei.

Die Jahre 1966/67 bringen die Entscheidung. Immer offener wendet sich Ernst jetzt gegen den anti-marxistischen Kurs der Revisionisten in der Partei und im „Blinkfüer“ Die Auseinandersetzungen entzünden sich zuerst an der Frage, warum die Auflage der Zeitung ständig sinkt. Ernst vertritt die Meinung, dass zunehmend seit 1963 der revolutionäre Stil der Zeitung verloren gegangen, dass sie zu einem pazifistischen Friedensblättchen entartet sei. Er wirft der Hamburger Parteileitung vor, dass sie, um gut dazustehen, den Auflagenschwund gegenüber der Zentrale verheimlicht. Er kämpft gegen die revisionistische Entartung, weigert sich, anti-chinesische Artikel zu schreiben und lehnt die Veröffentlichung solcher im „Blinkfüer“ ab. Als er damit nicht durchkommt, legt er im Sommer 1966 die Chefredaktion der Zeitung nieder und scheidet nach 13 Jahren aus dem „Blinkfüer“ aus. Doch noch ist er Verleger, die Zeitung ist auf seinem Namen geschrieben. Da erscheint im September 1966 eine anti-chinesische Beilage zum „Blinkfüer“. Ernst wirft ihnen den Verlag vor die Füße. In einem Vertrag, in dem er den Verlag plus minus null an die Partei übergibt, baut diese, wohl in Vorahnung des Kommenden, eine Klausel ein, nach der er sich verpflichten muss, in den nächsten drei Jahren keine ähnliche Zeitung im Verbreitungsgebiet des „Blinkfüer“ herauszugeben. Nun, ähnlich wird die Zeitung bestimmt nicht sein.

Die Partei weiß um die Popularität des Genossen Ernst, sie kennt seine agitatorischen und propagandistischen Fähigkeiten und möchte ihn nicht verlieren. Als er in seiner Parteizelle offen gegen den revisionistischen Kurs der Partei auftritt, isoliert man ihn dort. Aber noch ist er Funktionär der Partei und untersteht direkt der Anleitung durch den Parteivorstand.

Im Juni 1967 übernimmt er für einen Genossen, dem ein Prozess bevor steht, kurzfristig im Parteiauftrag die Leitung der in Hannover erscheinenden Zeitung „Heute“. Hier blockt er offen jeden antichinesischen Artikel ab und agitiert die Genossen. In dieser Zeit sammelt er in der Partei die marxistisch-leninistischen Kräfte. Die Partei unternimmt einen letzten Bestechungsversuch. Um ihn von seiner Basis in Hamburg zu trennen, bietet sie ihm für ein hohes Gehalt die Mitarbeit an der „Bonner Korrespondenz“ an. Er soll sie zusammen mit dem Erzrevisionist und Salemschüler Polikeit herausgeben. Er lehnt ab.

Stattdessen erscheint, zuerst illegal, unter seiner Anleitung im Juni 1967 der erste „ROTE MORGEN“. Die Partei gerät in helle Aufregung. Seine letzten zwei Gehälter als Funktionär der KPD verwendet er für die Anschaffung der Druckmaschine des Roten Morgen und Porto. Im Oktober legt er in einem Brief an den Parteivorstand alle Funktionen nieder und wendet sich kurz darauf in einem Offenen Brief an alle Genossen der Partei und „Blinkfüer“-Leser und fordert sie auf, mit dem revisionistischen Kurs der Partei zu brechen. Genossen aus anderen Organisationen haben Ernst vorgeworfen, dass er im „Blinkfüer“ früher auch revisionistische Artikel geschrieben und zu lange mit der Trennung gewartet habe. Ernst sagte dazu:

„Das stimmt. Aber nicht ich bestimmte den Kurs der Partei, sondern das Zentralkomitee, der Parteivorstand, dem ich nicht angehörte. Solange ich Mitglied der KPD war, waren für mich ihre Beschlüsse bindend. Auch wenn ich persönlich anderer Meinung war, hatte ich sie durchzuführen. Erst nachdem ich im innerparteilichen Kampf gegen den modernen Revisionismus erkannte, dass die korrekte marxistisch-leninistische Linie nicht durchzusetzen war, vollzog ich den notwendigen Schritt der Trennung. Das war kein leichter Schritt. Schließlich wechselt man eine Partei nicht wie sein Hemd, zumal nicht eine, in die man unter der Voraussetzung eingetreten ist, für den Kommunismus, für die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu kämpfen. Was ich mir vorzuwerfen habe, ist, dass ich über den täglichen Kampf, die tägliche Praxis, nicht ständig mein Wissen in der marxistisch-leninistischen Theorie vervollständigt habe, so dass ich in der Lage gewesen wäre, schon früher den Kampf gegen den revisionistischen Verrat in der Partei zu führen“.

Nach seinem Offenen Brief spuckte das „Blinkfüer“ Gift und Galle und schreibt, man habe sich von Ernst Aust trennen müssen, weil er aus der Zeitung ein Blatt der Kulturrevolution habe machen wollen. Das „Freie Volk“, Zentralorgan der KPD, sieht es anders. Zwar wagte man nicht zu behaupten, er sei Agent des Verfassungsschutzes geworden, das hätte ihnen kein Hamburger Genosse, keiner, der Ernst kannte, abgenommen. So begnügte man sich damit zu sagen, er sei ein „Spielball“ des Verfassungsschutzes geworden. Die übliche Masche, aber sie zieht nicht mehr.

Die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Der ROTE MORGEN hat anfangs als Organ der Marxisten-Leninisten in der alten KPD die Grundlagen des Marxismus-Leninismus gegen die revisionistische Entartung der KPD verteidigt. Später hat der ROTE MORGEN dann im Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten auf der prinzipienfesten Grundlage des Marxismus-Leninismus die Gründung einer neuen marxistisch-leninistischen kommunistischen Partei vorbereitet und vorangetrieben. Die marxistisch-leninistischen Genossen der Bundesrepublik und Westberlins sammeln sich um den „ROTEN MORGEN“. Sie nehmen Kurs auf die Gründung einer marxistisch-leninistischen Partei, die das revolutionäre Erbe der alten KPD fortsetzt. Die Gründung dieser, unserer revolutionären Partei, erfolgt am 50. Jahrestag der Gründung der KPD, am 30. 12. 1968.





1968/69 bis 1971

Gründung der KPD/ML und die ersten Jahre ihres Aufbaus

Genosse Ernst Aust organisierte den Gründungsparteitag in der Eckkneipe vor seiner 2 Zimmer-Wohnung im Carl - Bremer - Ring Nr. 19 im Stadtteil Hamburg - Bramfeld.

Ernst legte als eines der wichtigsten Gründungsdokumente Stalins 12 Thesen zur Bolschewisierung der Kommunistischen Partei Deutschlands vor, die der Gründungsparteitag verabschiedete. Damit ist bewiesen, dass Genosse Ernst und die KPD/ML von Anfang an die richtige Linie für den Aufbau einer neuen Partei Leninschen und Stalinschen Typus in Deutschland festgelegt hatten. Das verabschiedete Statut war ein marxistisch-leninistisches Statut, das zusammen mit der programmatischen Erklärung vom Gründungsparteitag beschlossen und verabschiedet wurde.

Von den Marxisten-Leninisten in Deutschland und der ganzen Welt begrüßt, war die Gründung der KPD/ML als Nachfolgerin der verbotenen KPD für die Bourgeoisie ein schwerer Schlag und diese begann vom Zeitpunkt des Gründungsparteitages an, die KPD/ML erbittert zu bekämpfen, und zu versuchen, sie zu unterwandern und zu liquidieren. Nicht nur die alten Revisionisten taten alles, um ihren neuen erbittertsten Feind aus dem Wege zu räumen, sondern auch Neo-Revisionisten, die zwar in Worten „Kritiker“ des modernen Revisionismus sein wollten, aber mit ihrem Gründungsopportunismus die KPD/ML daran zu hindern versuchten, die Partei auf soliden kompromisslosen Grundlagen des marxistisch-leninistischen Parteiaufbaus zu orientieren. Es wurde alles getan, um der KPD/ML bei der Überwindung der Kinderkrankheiten zu schaden, angefangen bei Fraktionismus, Liquidatorentum sowohl von rechts und „links“, aber auch von Seiten der Versöhnler und Zentristen. Sie alle gipfelten meist in persönlichen Angriffen und Diffamierungen gegen den Genossen Ernst Aust.

Der Genosse Ernst Aust äußerte sich selber über die Periode der Spaltungen in der Partei in seiner zweiten Rede, die er „Zur Einheit der Marxisten-Leninisten“ in Berlin vom 2. 10. 1976 gehalten hatte wie folgt:

„Und die diversen Spaltungen? (...) Der erste (Kampf um die proletarische Linie) fand bereits vor der Gründung der Partei statt und drehte sich um die Frage, soll man den Verrat der modernen Revisionisten mit der Gründung einer neuen marxistisch-leninistischen Vorhutpartei beantworten oder nicht.

Der zweite entzündete sich an der Frage, ist der ideologische Parteiaufbau vorrangig, geht es darum, die Vorhut des Proletariats für den Kommunismus zu gewinnen oder ist die Partei bereits in der Lage, die Millionenmassen zu führen.

Der dritte, der zur Abspaltung der Liquidatoren führte, hatte zum Inhalt, ist die Partei die Vorhutorganisation der Arbeiterklasse oder ein Intellektuellenklüngel? Ist das Statut maßgebend oder kann jeder machen, wozu er lustig ist, einschließlich der Liquidierung der Partei.

Der vierte, dem bereits die Massenbasis in der Partei fehlte, ging aus von der Fraktion der Rechten im ZK, die unter „linken“ Phrasen und Geschimpfe versuchte, eine rechte Politik durchzuführen.“

Danach kam dann noch der Bruch mit den Mao Tsetungideen vor dem IV. Parteitag, der den Ausschluss bzw. vorwiegend den Austritt von Parteigenossen zur Folge hatte.

Es beginnt also der erste Abschnitt der Parteigeschichte. Der Kampf um den korrekten Aufbau einer bolschewistischen Partei in Deutschland - ein Kampf um die Grundlagen des Marxismus-Leninismus in der Frage der Kommunistischen Partei in scharfer Auseinandersetzung mit dem Opportunismus, vergleichbar mit dem Kampf Lenins um die Schaffung einer Partei `neuen Typs`- ein Kampf der deutschen Bolschewiki gegen die deutschen Menschewiki. Der Kampf zur Bolschewisierung gegen den modernen Revisionismus. Der Kampf um die Formierung der Vorhut des Proletariats für den Kommunismus in Deutschland. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und Sorge des Genossen Ernst Aust stand die Erhaltung der Existenz der KPD/ML. Es ist die Zeit, wo sich die KPD/ML auf die ideologische, theoretische und politische Qualifizierung der Kader für den Parteiaufbau konzentrierte. Unter der Führung des Genossen Ernst Aust entwickelte sich die KPD/ML in dieser Phase zum Vortrupp der deutschen Arbeiterklasse, zum klassenbewussten Trupp, der sich mit der Kenntnis des wissenschaftlichen Sozialismus wappnete. Dieser Weg der Partei war ein steiniger Weg zur Überwindung des Opportunismus, war eine Zeit der Hinaussäuberung der Liquidatoren, sowohl der Sektierer als auch der rechten Opportunisten in der Frage des Aufbaus der bolschewistischen Partei in Deutschland. Die intellektuellen Kleinbürger sahen sich berufen, in dieser Parteiaufbauphase die Führung in ihren Händen - oder besser gesagt in ihren Köpfen - zu halten, weil sie angeblich über die marxistisch-leninistischen Kenntnisse verfügte und nicht die Arbeiter. Was sie aber in die Arbeiterklasse hineintrugen, war nicht das revolutionäre Klassenbewusstsein des Proletariats, sondern das kleinbürgerlich-intellektuelle Bewusstsein, das sie dahinter verbargen.

So kam es zur Spaltung der KPD/ML durch Willi Dickhut und der Gründung der Spalterorganisation Gruppe Rote Fahne Bochum, die sich mit dem KAB (Rote Fahne Tübingen) liierte, aus der dann später die MLPD hervorging. In den Geschichtsfälschungen der MLPD werden dem Genossen Ernst Aust wilde Dinge untergeschoben. Willi Dikhut, der im Februar 1969 der KPD/ML im Zuge der Gründung des Landesverbandes NRW beigetreten war, sagte damals sinngemäß neben den üblichen Verleumdungen : „jetzt habt ihr den Salat, hättet ihr damals auf mich gehört und den Beschluss für den Intellektuellen- Aufnahmestop nicht rückgängig gemacht, hätten euch die Intellektuellen nicht die Partei kaputtmachen können.“ Dies ist eine für die ganze Geschichte der KPD/ML wichtige Frage gewesen und hat das politische Leben des Genossen Ernst maßgeblich beeinflusst, weswegen wir der Antwort des Genossen Ernst ausführlich Aufmerksamkeit schenken müssen. Seine Antwort ist für die Zukunft der Partei von großer Wichtigkeit sowohl im Kampf gegen die rechtsopportunistische MLPD als auch im Kampf gegen die „linken“ Liquidatoren (nachzulesen im ROTEN MORGEN Nr.9. 24. April 1972, Seite; Überschrift „Es gibt nur eine KPD/ML“:

„Abgesehen davon, dass die Partei nicht kaputt ist, sondern gestärkt aus den Auseinandersetzungen mit den Liquidatoren auf dem letzten Parteitag hervorging, muss man sich heute fragen: Hatte der Genosse Willi Dickhut damals recht und die Mehrheit des ZK unrecht oder umgekehrt? Die verlängerte Kandidatenzeit für Studenten hat nicht verhindern können, sagte Willi Dickhut, dass kleinbürgerliche karrieristische Elemente in die Partei eindringen konnten. Er hat recht. Richtig und für die Partei nützlich wäre es gewesen, den von ihm damals beantragten Aufnahmestopp für Intellektuelle mit der Einschränkung, dass über zulässige Ausnahmen die Zentrale beschließt, durchzuführen. So wäre es möglich gewesen, die wenigen echten revolutionären Intellektuellen in die Partei aufzunehmen und die ungefestigten, schwankenden Elemente draußen zu halten. In diesem Punkt hat Willi Dickhut recht und wir müssen Selbstkritik leisten. Stellt sich durch die Praxis heraus, dass die Mehrheit unrecht und die Minderheit Recht hatte, so muss die Mehrheit Selbstkritik leisten. Das ist klar. Wie aber verhält sich die Minderheit, die zwar davon überzeugt ist, dass sie Recht hatte, solange dies durch die Praxis noch nicht bewiesen ist? Sie hat das Recht und die Pflicht, die Sache von Zeit zu Zeit wieder aufs Tapet zu bringen, solange bis sich klar herausstellt, dass sie Recht oder Unrecht hat. Im Übrigen aber hat sie sich an die Beschlüsse zu halten.

Wie aber verhielt sich Willi Dickhut? Nachdem der Beschluss gegen seine Stimme aufgehoben war, erklärte er das ZK für unfähig und zog sich beleidigt auf seinen Landesverband NRW, dessen 1. Sekretär er war, zurück. Gleichzeitig machte er den Vorschlag, das ZK aufzulösen, bzw. als Grußzentrale für ausländische Bruderparteien bestehen zu lassen. Er propagierte die These der unabhängigen Königreiche, das heißt, die Landesverbände sollten unabhängig voneinander nach eigenem Gutdünken aufgebaut werden, die `Landesfürsten` sollten sich von Zeit zu Zeit zum Erfahrungsaustausch treffen. Das aber hieß nichts anderes ( wie es sich später auf dem außerordentlichen Parteitag wiederholte) das Statut der Partei missachten und die Partei überhaupt in Frage zu stellen. Sein Hass auf die Zentrale war so groß, dass er nun plötzlich den noch kurz zuvor von ihm befürworteten Aufnahmestopp als erledigt erklärte unter der fadenscheinigen Behauptung, der Landesverband NRW hätte nur eine proletarische Mehrheit. Der Grund dafür war, wie sich später auf dem Landesparteitag in NRW, auf dem es zur Spaltung kam, herausstellte, dass er die kurz zuvor aufgenommenen jungen intellektuellen Genossen (!) gebrauchte , sich eine Mehrheit zusammenzuzimmern, die dann ja auch knapp zustande kam.

Insofern trifft Willi Dickhut die Hauptschuld an der damaligen Spaltung, aus der die Gruppe Rote Fahne und der KJVD hervorgingen. Er als `erfahrener` Genosse hätte wissen müssen, dass man ein einmal beschlossenenes Statut nicht einfach so mir nichts dir nichts zwischen den Parteitagen außer Kraft setzen kann. Er hätte wissen müssen, dass das Prinzip des demokratischen Zentralismus in der Partei nicht einfach ein Ding ist, das man je nach Laune drehen und wenden kann. Dass immer noch gilt - und mag es manch intellektuellem Kleinbürger einen Schauer über den Rücken jagen:

1.) Unterordnung des Einzelnen unter die Organisation;

2.) Unterordnung der Minderheit unter die Mehrheit;

3.) Unterodnung der unteren Instanzen unter die oberen;

4.) Unterordnung der gesamten Partei unter das Zentralkomitee.

Wer gegen diese Regeln verstößt, der untergräbt die Einheit der Partei! Das ist es, was offensichtlich von manchen Genossen, die heute bei den Liquidatoren sind, auf dem außerordentlichen Parteitag überhaupt nicht begriffen wurde. Der Genosse Ernst Aust formulierte es, als er zu den Delegierten sagte: Ihr habt das Recht, den Rechenschaftsbericht des ZK zurückzuweisen, ihr habt das Recht, ein völlig neues Zentralkomitee zu wählen, aber ihr habt nicht das Recht, das Statut der Partei für nicht existent zu erklären, das Prinzip des demokratischen Zentralismus über Bord zu werfen und die Partei aufzulösen. Erst als sich auf dem Parteitag ganz klar zeigte, dass die Mehrheit der Delegierten nicht einmal mehr bereit war, Beschlüsse, die der Parteitag als höchstes Gremium der Partei selbst gefasst hatte, durchzuführen, als das Statut für unverbindlich erklärt wurde, als die Mehrheit nicht mehr bereit war, offen auftretende Parteifeinde aus dem Saal zu entfernen, zogen die bolschewistischen Delegierten die Konsequenz, indem sie diesen `Parteitag` - der keiner mehr war - verließen und den Parteitag der KPD/ML fortsetzten.Es ist geradezu lächerlich und idealistisch von einer jungen im Aufbau befindlichen Partei zu erwarten, dass sie keine Fehler macht, dass sie schon alle Kriterien einer voll entwickelten, bolschewistischen Partei erfüllt. Das heißt, einem einjährigen Kind vorwerfen, dass es noch in die Hosen macht oder einem dreijährigen, dass es noch nicht erwachsen ist. Was nicht heißen soll, dass wir noch 15 Jahre warten müssen, um eine voll entwickelte bolschewistische Partei zu sein. Eines jedoch hat die Partei vom Tag ihrer Gründung an: ein Statut und eine programmatische Erklärung. Beides hat die KPD/ML. Beide Dokumente werden von jedem Genossen bei seinem Eintritt in die Partei anerkannt und für ihn verbindlich. Sie können nur auf einem Parteitag geändert, ergänzt bzw. erweitert werden. Niemals können Genossen daherkommen, wenn sie Beschlüsse oder gar die Linie der Partei für verkehrt halten, daraus die Konsequenzen abzuleiten, sie für sich für unverbindlich zu erklären oder gar das Recht, die Partei zu spalten. (...) Die Partei zu spalten ist nur, aber auch nur dann zulässig, wenn klar und eindeutig bewiesen ist, dass sie eine absolut revisionistische Linie hat, dass das Prinzip des demokratischen Zentralismus ausgeschaltet ist, so dass eine Korrektur dieser Linie von innen nicht mehr möglich ist. Für alle, die sich in der Vergangenheit in unserer Partei als Fraktionisten und Spalter betätigt haben, ist typisch, dass es sich bei ihnen (außer Willi Dickhut) um kleinbürgerliche Intellektuelle handelt, die ein gestörtes Verhältnis zu den Prinzipien des demokratischen Zentralismus, der Kritik und Selbstkritik und der proletarischen Disziplin haben. In Wirklichkeit gehörten sie nie der Partei an, obwohl sie zeitweilig darin waren.

Um eine Frage können sich die Genossen der Gruppe Rote Fahne Bochum, des KJVD, nicht drücken - mögen sie es damals erkannt haben oder nicht, mögen sie fehlorienteirt gewesen sein - sie haben die Partei gespalten. Selbst wenn, wie sie behaupten, das ZK eine falsche Linie gehabt hätte, hätten sie versuchen müssen, dies innerhalb der Partei nach deren bolschewistischen Prinzipien zu ändern. Deshalb gibt es heute auch keine zwei, drei oder vier, sondern nur eine KPD/ML, deren höchstes Gremium das Zentralkomitee und deren Zentralorgan der ROTE MORGEN - wie auf dem Gründungsparteitag beschlossen - ist.“

Was aus der MLPD gewo Auseinandersetzung mit Willi Dickhut.

Die damaligen Gründungsmitglieder waren keine Studenten, wie das in den nachfolgenden Spalterorganisationen, den sogenannten „K“-Gruppen, gängig war, sondern waren kommunistische Arbeiter, die zum größten Teil aus der alten KPD stammten und sich zum Kampf gegen den modernen Revisionismus, zum Kampf gegen den revisionistischen Verrat in ihrer alten kommunistischen Partei, zusammengeschlossen hatten. Damit ist bewiesen, das sowohl gemäß der sozialen Zusammensetzung als auch gemäß der politischen Linie der KPD/ML von Anfang an alles daran gesetzt wurde, die Hegemonie des Proletariats in Theorie und Praxis beim Parteiaufbau zu beachten und korrekt umzusetzen. Die Führungsrolle der proletarischen Genossen zu fördern und zu sichern, das war so manches Mal nicht mit dem nötigen Nachdruck geschehen, wie sich immer wieder im Verlauf der Parteigeschichte herausstellen sollte. Aber wenn jemand für die Überwindung dieser Schwäche der KPD/ML unermüdlich bis zu seinem Tode gekämpft hatte, dann war es der Genosse Ernst Aust. Diejenigen Genossen, die diese Schwäche der Partei gegenüber schädlichen kleinbürgerlich-intellektuellen Einflüssen dem Genossen Ernst Aust persönlich zur Last gelegt haben, sollten nie vergessen, dass es immer der Genosse Ernst Aust war, der die Partei vor den Parteifeinden gerade in der Frage der proletarischen Führung in Schutz genommen und dafür gesorgt hatte, dass die Mehrheit des ZK stets aus Arbeitergenossen zusammengesetzt war und es mit der Partei trotz verheerender Rückschläge immer weiter voranging auf marxistisch-leninistischer prinzipieller Grundlage und proletarischer Ausrichtung. Eine reine Intellektuellenführung wie in den „K“-Gruppen, hat es nie gegeben, und das ist zum großen Teil das Verdienst des Genossen Ernst Aust. Er ist seiner Klasse bis in den Tod treu geblieben.

Die Gründung einer neuen Kommunistischen Partei kann nur dann erfolgen, wenn die bisherige revolutionäre Partei des Proletariats vollkommen bürgerlich entartet ist. Das war bei der KPD und ihrer Nachfolgeorganisation der D“K“P der Fall und die Gründung der KPD/ML berechtigt und notwendig. ALLE NACH der Gründung der KPD/ML erfolgten `Partei`gründungen waren somit spalterisch. Keiner dieser `Parteien` hat bis auf den heutigen Tag der KPD/ML nachweisen können, dass sie revisionistisch entartet sei, dass der Kampf für die Revolution in der KPD/ML nicht mehr möglich sei. Alle diese Zirkel konnten also nur im Kampf gegen die KPD/ML entstehen, das heißt, letztlich durch Zugeständnisse an den modernen Revisionismus bzw. des heutigen Neo-Revisionismus ihre Existenzberechtigung `nachweisen`. Die Gründung der KPD/ML konnte nur aus der kommunistischen und Arbeiterbewegung kommen, aus keiner anderen Bewegung sonst. Genau das war der historische Weg des Aufbaus der KPD/ML mit Genossen Ernst Aust an der Spitze.

Sich nicht diszipliniert der Arbeiterklasse unterordnen zu können, das war hingegen charakteristisch für die Studentenbewegung. Sie wollte ihrerseits die Arbeiterklasse unterordnen, weil sie meinte, klüger zu sein - und das war reaktionär! Die Arbeiterklasse ist der Studentenbewegung nie hinterhergelaufen, wenn sie auch bis zum gewissen Grade dieser ihre Sympatien entgegenbrachte und sie unterstützte, wo sie fortschrittlich auftrat. Die Studentenbewegung war in sich gespalten und machte diese Spaltung der Bewegung zum Prinzip, wodurch sie daran folgerichtig selber zugrundegehen musste, was sie denn ja auch tat, nachdem sie - wie sich später immer deutlicher zeigte - großen Schaden in der Arbeiterbewegung angerichtet hatte.

Man darf nicht vergessen, dass die Gründung der Partei ihre Ursachen im Verrat der alten KPD hatte, also ein jahrelanger innerparteilicher Kampf in der KPD vorausging, der mit der Spaltung des kommunistischen Weltlagers im Zusammenhang stand und der zu einem Zeitpunkt entschieden wurde, als in Westdeutschland unabhängig davon die Studentenbewegung entstand. Die Behauptung, die KPD/ML sei ein Produkt der Studentenbewegung, ist ein Märchen, das gerne erzählt wird, um das Kapitel KPD/ML mit dem Kapitel Studentenbewegung zu schließen und ihre Bedeutung für die Arbeiterklasse herunterzuspielen. Die KPD/ML hat die Studentenbewegung schon seit Jahrzehnten überlebt. Das ist eine historische Tatsache und macht deutlich, dass die marxistisch-leninistische Arbeiterbewegung kontinuierlich wächst und erstarkt, was man von den kleinbürgerlichen Protestbewegungen nun wirklich nicht behaupten kann. Wahr ist allerdings, dass dieses zeitliche Zusammentreffen beider Bewegungen, der kommunistischen Arbeiterbewegung auf der einen Seite und der kleinbürgerlichen Studentenbewegung auf der anderen, gegenseitig Einfluss genommen haben. So hat das auch der Genosse Ernst Aust erlebt. Es gab Studenten, für die der Genosse Ernst Aust ein großes Vorbild war, die sich für die KPD/ML aufopferten und sehr dazu beigetragen haben, dass sich die KPD/ML rasch entwickeln konnte. Ernst war mit diesen studentischen Genossen aufs herzlichste verbunden. Aber es hatte auch seinen Grund, wenn er im Laufe der Zeit der Zusammenarbeit feststellen musste: „Es gibt unter den Studenten viele schwarze Raben, aber weiße findet man da nur selten!“ Das sagt alles. Im Nachhinein bleibt festzuhalten, dass es kein Zufall war, dass gerade die kleinbürgerliche Intelligenz mit der Welle der Studentenbewegung die Mao Tsetungideen und den chinesischen Neo-Revisionismus - der sich „revolutionär“ und „anti-revisionistisch“ gebärdete und die kommunistisch ungefestigte Jugend magisch anzog - den bolschewistischen Parteiaufbau der KPD/ML sichtlich erschwerte und behinderte.

Unter der Führung des Genossen Ernst Aust, gelang es, die Kinderkrankheiten nach der Parteigründung Schritt für Schritt im scharfen Klassenkampf zu überwinden. Es scheiterten sowohl die rechten Opportunisten, die Partei mit dem Revisionismus zu versöhnen und sie direkt und geradewegs in das Fahrwasser der Revisionisten zu lotsen, als auch die „linken“ Opportunisten, die unter der Fahne des „links“radikalen „Anti-Revisionismus“ ein Stück mit der Partei unerkannt segelten, um sie auf Umwegen und Schleichwegen doch wieder in die gleiche Richtung zu lotsen, nämlich ebenfalls ins Fahrwasser des Revisionismus. Ständig hin und her segelten die Versöhnler, Zentristen und Trotzkisten, die versuchten, das junge Schiff der KPD/ML überall hin- und her zu steuern, nur nicht auf solidem, festen marxistisch-leninistischen Kurs. Es war ihnen aber niemals gelungen - trotz mehrfacher intensivster Anstrengungen - , den Kapitän des Schiffes vom Ruder zu stoßen. Immer neue Ortsgruppen und Landesverbände entstanden, so dass sich die KPD/ML schnell flächendeckend über ganz Westdeutschland ausbreitete. Genosse Ernst Aust absolvierte eine enorme Pionierleistung. Durch seine Rede-Auftritte in den verschiedenen Landesverbänden, in denen er den Standpunkt und die Haltung der KPD/ML überzeugend darlegte, gewann die Partei nicht nur große Aufmerksamkeit und Ansehen in der örtlichen Bewegung, sondern eroberte er auch überall die Herzen der Genossen und erzog sie zu Kommunisten. Er trug sehr stark dazu bei, dass der Zirkelgeist in den Landesverbänden gründlicher und schneller überwunden wurde und die Partei sich als Kommunistische Partei ganz Deutschlands begreifen und auch als bolschewistische Partei arbeiten konnte. Diese Entwicklung fiel nicht vom Himmel, sondern wurde im harten Klassenkampf erreicht, an dem Genosse Ernst den Hauptanteil leistete. Der Genosse Ernst stützte sich insbesondere auf die Stärkung des ROTEN MORGEN als zentrales Instrument des kollektiven Propagandisten, Agitators und Organisators der KPD/ML, ohne dabei seine Arbeit, ob an der Basis in der Grundeinheit, ob in der Führung des Politbüros zu vernachlässigen.

1969 waren die großen Stahlarbeiter- und Bergarbeiterstreiks. Ernst verfasste einen Artikel im Roten Morgen (September 1969) mit dem Titel: „Jetzt spricht die Arbeiterklasse!“Darin rechnet er sowohl mit den reformistischen und revisionistischen Gewerkschaftsbonzen ab, aber auch mit „linken“ Phrasendreschern, gab die wirkliche Stimmung der Kumpels wider und lobt ihren „hervorragenden Kampfgeist“. Er zieht für die KPD/ML die richtige Schlussfolgerung:

„Daraus folgt für uns die absolute Notwendigkeit, alles, aber auch alles zu tun, damit in absehbarer Zeit in allen wichtigen Fabriken Marxisten-Leninisten jene Rolle des Organisations-Embryos erfüllen, die augenblicklich - mangels Alternative - noch die DKP spielt. Wir müssen also begreifen, dass die Dtreikbewegung vom September 1969 uns schwerwiegende organisatorische Probleme stellt: Die Arbeiterklasse muss in allem die Führung innehaben!“

Ernst orientierte die Partei auf den Schwerpunkt in den Betrieben, um dort den Klassenkampf zu organisieren. Genosse Ernst Aust verkörperte von der Gründung der Partei bis zu seinem Tod den allerschärfsten Klassenkampf gegen das intellektuelle Kleinbürgertum, dass mit aller Macht und Schläue ununterbrochen und unvermindert die Partei in ihren Besitz zu bringen versuchte. Je tiefer sich die Partei in die richtige proletarische Linie hineinarbeitete und Schritt um Schritt mühselig die eigenen sektiererischen Schwächen und Fehler überwand, desto massiver wurden die Angriffe auf die Partei, insbesondere in den eigenen Reihen. Dieser Kampf wurde in der Partei auf Leben und Tod geführt, an dessen Spitze uns der Genosse Ernst Aust stand. Ohne Ernst wäre die Partei längst liquidiert worden von den kleinbürgerlichen Intellektuellen. Der Genosse Ernst Aust hat hohes Lehrgeld bezahlt und mit ihm die proletarischen Genossen in der Partei. Dieser Kampf um den proletarischen Aufbau der bolschewistischen Partei war der erbittertste Kampf, den die Partei jemals unter der Führung des Genossen Ernsdt Aust erlebt hatte. Der Genosse Ernst Aust und die KPD/ML hätten sich viel Leid, Irrwege und Rückschläge bei der Verankerung der Partei in der Arbeiterklasse und bei der Heranbildung proletarischer Führungskader erspart, wenn die kleinbürgerlichen Intellektuellen mit rücksichtloser Härte aus der Partei gesäubert, bzw. gar nicht erst aufgenommen worden wären. Wäre dieser Abschnitt im Lebenslauf noch zu Zeiten des Genossen Ernst Aust geschrieben worden, dann hätten diese Intellektuellenmafia in der Partei in sozialfaschistischer Manier das als „Angriff auf die Partei und des Genossen Ernst Aust“ aufgefasst, sie hätten den Spieß einfach umgedreht gegen jeden, der aufzumucken wagte und ihn schließlich hinausgesäubert. Das ist ja auch tatsächlich so geschehen. Die Arbeitergenossen wurden von den Intellektuellen regelrecht „im Namen der KPD/ML“ ausgerottet, hinausgesäubert, vergrault, für dumm verkauft etc. Sie wurden höchstens als Feigenblatt und Alibi für ihre Führungsallüren missbraucht und dann auf den Müll geworfen, wenn sie sich dafür nicht mehr zu eignen schienen. Es wurde uns revolutionären Genossen ein großes Unrecht angetan, dessen Wunden der Vergewaltigung nie verheilen werden, was uns die Tränen heute noch in die Augen treibt, wenn wir uns an diese schlimme, demütigende Zeit, an die ohnmächtige Wut im Bauch, an den verzweifelten Zustand unserer revolutionären Herzen erinnern, das sich bei diesem Gedanken zusammenkrampft, als wenn all dies doch gar nicht wahr sei! Lange nachdem der Genosse Ernst Aust tot war, wurde dieses grausame Spiel gegen uns weitergetrieben. Die intellektuellen Kleinbürger werfen uns heute noch „religiöse Traditionstuerei“ vor und greifen uns einerseits blindwütig an, um auf der anderen Seite sich mit dem Genossen Ernst Aust zu schmücken, um ihr Unwesen gegen uns zu tarnen. Und diejenigen, die standhaft an der Seite des Genossen Ernst Aust kämpfen, haben weiterhin wahrlich einen schweren Stand. Aber wenn die treuen Genossen von Ernst Aust Standhaftigkeit gelernt haben, dann in der kompromisslosen Haltung gegenüber den intellektuellen Machthabern in der Partei und außerhalb der Partei in den vielen Abspaltungen, die noch immer nicht zu Ende sind. Der Kampf gegen sie geht weiter, und wir schöpfen aus einem großen Erfahrungsschatz, den wir hüten werden. Wir wachen über dem Genossen Ernst Aust und werden ihn bis in unseren Tod verteidigen.

Anfang der 70iger Jahre erschien dank der Anstrengungen des Genossen Ernst Aust der ROTE MORGEN das erste Mal im Zeitungsformat. Die Artikel waren aber noch nicht stark genug auf die Kämpfe der Arbeiterklasse ausgerichtet, und gingen viel zu sehr auf den Einfluss und die Auseinandersetzung mit dem Zirkelwesen der anderen Organisationen ein. Mit dem Artikel: „Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht!“ richtete der Genosse Ernst die Partei auf ihre Funktion als Klassenkampfpartei aus, weg von der reinen Agitations.- und Propagandapartei. In dem Artikel schreibt Ernst:

„Schön und gut, die Zeitung hat sich vom Inhalt verbessert, sie ist umfangreicher geworden, aber was nützt uns das, wenn wir 1. die Zeitung ihrer Themenstellung wegen nicht an klassenbewusste Kollegen verkaufen können, 2. Sprache und Ausdrucksweise unseres Zentralorgans nicht von den Kollegen verstanden wird. Ist nicht unsere Hauptaufgabe der Parteiaufbau und damit verbunden die Gewinnung der Besten der Arbeiterklasse? Sicherlich ist die ideologische Auseinandersetzung mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen eine wichtige Sache, doch wichtiger ist: dem Klassengegner die Faust ins Gesicht. (...) Erinnern wir uns, welche Forderungen Lenin an das Zentralorgan einer bolschewistischen Partei stellte: Die Zeitung soll kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator sein. Wobei entsprechend der jeweiligen Situation die Betonung auf der einen oder anderen Seite liegen kann (Das heißt, jedoch nicht, die eine oder andere Seite völlig aus der Zeitung verschwinden zu lassen. Alle Seiten müssen berücksichtigt werden.(...) An welchen Leserkreis soll sich der ROTE MORGEN wenden? Er wendet sich in der Hauptsache an die fortschrittlichen, klassenbewussten Arbeiter, aus deren Reihen sich die Avantgarde des Proletariats rekrutiert.“

Die Partei verstärkte ihre Arbeit in den Betrieben und die positiven Ergebnisse zeigten klar, wie Recht der Genosse Ernst Aust hatte. Die Intellektuellen tobten vor Wut und okkupierten den ROTEN MORGEN. Ein Anruf, eine Lagebesprechung mit Ernst genügte, und wir entrissen diesen Parteifeinden in einer nächtlichen militanten Aktion den gesamten Apparat der ROTEN MORGEN- Redaktion und machten die Übeltäter dingfest und zwar zum gleichen Zeitpunkt als der Außerordentliche Parteitag stattfand, wo die Liquidatoren dem Genossen Ernst Aust gegenübersaßen und nichts von dieser Aktion ahnten, die wir mit dem Genossen Ernst Aust vorher ausgeheckt hatten. Der Rote Morgen war wieder in der Hand der Partei und der Außerordentliche Parteitag sprach ein Machtwort. Die von den Liquidatoren in Hamburg während des Außerordentlichen Parteitags vorbereitete ROTER MORGEN - Ausgabe, die vorher schon hinter verschlossenen Türen gegen den Genossen Ernst Aust konzipiert war und die den geplanten Putsch auf dem Außerordentlichen Parteitag als Sieg des intellektuellen Kleinbürgertums feiern sollte, wurde von uns kurzerhand in den Papierkorb geworfen und es erschien stattdessen - zum Entsetzen der kleinbürgerlichen Intellektuellen - Ernst`s Artikel in der Sondernummer vom 27.12. 1971: „Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren!“ Darin schreibt der Genosse Ernst Aust:

„Die Hegemoniefrage ist eine Kardinalfrage der Revolution und zugleich auch eine der Hauptfragen des heutigen ideologischen Kampfes. (...) Er (Lenin - der Verf.) lehrte, dass die Haltung zur Hegemonie des revolutionären Proletariats der Prüfstein für jede Partei ist, welche behauptet, dass sie die Interessen der Arbeiter schützt, der Hauptausdruck ihres wirklich revolutionären Charakters.“

Der Artikel von Ernst „Schluss mit dem intellektuellen Geschwätz!“war eine weitere richtige Antwort, der die Partei in die Lage versetzte, das Liquidatorentum zu liquidieren - vorübergehend zumindest, denn wie sich später herausstellte, wurde dies noch nicht mit der ganzen Härte des proletarischen Arms durchgeführt. Selbst unter der Diktatur des Proletariats bleibt das Liquidatorentum immer noch eine große Gefahr für die Partei. Deswegen wird dieser Kampf der KPD/ML unter der Führung des Genossen Ernst Aust auch noch in einem vereinten unabhängigen sozialistischen Deutschland große Bedeutung haben. Wie Lenin lehrt, reproduziert das Kleinbürgertum unter der Diktatur des Proletariats immer wieder Kapitalismus, muss es bekämpft werden, um die Restauration des Kapitalismus zu verhindern. Stalins Lehre: „Die Partei wird dadurch gestärkt, dass sie sich von allen opportunistischen Elementen säubert!fand durch den Genossen Ernst Aust noch im weiteren Verlauf seines Lebens häufiger Anwendung. Auf drei Sitzungen unter der Leitung eines Exekutivkomitees wurde der I. Ordentliche Parteitag zu Ende geführt mit Genossen Ernst Aust als Vorsitzenden.

Unter der Führung des Genossen Ernst Aust gelang es der Partei mit dieser Ausrichtung auf die Arbeiterklasse, das Kleinbürgertum ideologisch zu schlagen in der Frage von Theorie und Praxis, in der Frage von Spontaneismus und Handwerkelei auf der einen Seite und marxistisch-leninistischen Klassenbewusstsein und bolschewistischem Parteiaufbau unter der Führung des Proletariats auf der andren Seite. Stets ging es um die Frage des Kampfes zwischen der Hegemonie des Proletariats oder der Hegemonie des Kleinbürgertums in der Partei und der marxistisch.leninistischen Bewegung. Nachdem die „linken“ Liquidatoren hinausgesäubert waren, tauchten sie durch die Hintertür als „Proletarier“ ausstaffiert wieder in der Partei auf. Ein Paar Jahre im Betrieb arbeiten und dann die Eintrittskarte ins ZK und Polibüro kassieren, um als „proletarische Führer“ die eigentlichen proletarischen Genossen an die Wand zu drücken und ihr kleinbürgerliches Hegemoniestreben unter „proletarischem“ Deckmäntelchen zu verbergen und uns von der Arbeiterklasse und unserem Kampf gegen den Kapitalismus fernzuhalten. Dieser fortdauernde Generalangriff auf die KPD/ML, den wir täglich zurückzuschmettern hatten, war natürlich das Werk der Bourgeoisie. Diese hatte erkannt, dass es der Genosse Ernst Aust war, der die deutsche Arbeiterklasse und die revolutionär gebliebenen deutschen Kommunisten aus der Umklammerung der modernen Revisionisten befreite und sie unter einem Dach vereinte und zu einer immer gefährlicher werdenden Kraft heranbildete. Diese Angst der Bourgeoisie trieb sie dazu, die KPD/ML mit aller zur Verfügung stehenden Gewalt von außen und Unterwanderung von innen zu vernichten. Da kam ihr die Studentenbewegung gerade recht, die sie ja auch Jahrzehnte später nicht nur in höchsten Tönen lobte, sondern deren Vertreter sie ja auch mit Regierungsaufträgen betraute. Die Studentenbewegung, so fortschrittlich sie auf der einen Seite auch auftrat (Anti-Vietnamdemonstrationen und und und) , war im Grunde für die Bourgeoisie das geeignete Gegengift bei der sich herausbildenden Verknüpfung von anti-revisiionistischer, marxistisch-leninistischer Bewegung und Arbeiterbewegung, und die sich in der Gründung und dem Aufbau der KPD/ML manifestierte. Die Bourgeoisie schlug zwei Fliegen mit einer Klappe: Um die Kommunisten loszuwerden und ihren Einfluss auf die Arbeiterklasse zu verhindern, half ihr auf der einen Seite das KPD-Verbot, sowie die Spaltung der kommunistischen Weltbewegung durch den modernen Revisionismus und auf der anderen Seite der trotzkistische „Links“radikalismus und das Sektierertum des intellektuellen Kleinbürgertums besonders innerhalb der deutschen Jugend, das die Arbeiter abschrecken, und die Kommunisten vom Marxismus-Leninismus abbringen sollten. Die Bourgeoisie brauchte den Einfluss der Ideologie der reaktionären Arbeiteraristokratie mit der Ideologie des „linken“ Kleinbürgertums nur zu verbinden, um ihre Herrschaft zu behaupten und ihrem Untergang zu entgehen. Es war der Genosse Ernst Aust, der sich diesem Bündnis mutig entgegenstellte. Bis auf den heutigen Tag ist es der Bourgeoisie niemals vollständig gelungen, den revolutionären Kurs und Geist des Genossen Ernst Aust auszulöschen. Dieser 35 Jahre lang ununterbrochene marxistisch-leninistische Kurs ist in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und ebenso in der Geschichte des Kommunismus in Deutschland eine nie zuvor dagewesene Erscheinung, ein Sieg der KPD/ML über ihre Klassengegner und damit die schärfste Waffe des Proletariats im Kampf um seine Diktatur in Deutschland.

Die großen Streiks der Jahre 1969/70, die gewaltigen Bauerndemonstrationen im Frühjahr 1971, der Streik von 120 000 Metallarbeitern in Baden- Württemberg Ende November 71 hatten die westdeutsche Bourgeoisie in helle Aufregung versetzt. Der Staat rüstete seinen Polizeistaat auf, der Polizeiknüppel wurde noch brutaler gegen Demonstranten zum Einsatz gebracht, wurden die Strafen gegen die Partei verschärft, wurde der Rote Morgen beschlaghahmt bzw. verschiedene Ausgaben verboten, Genossen vor den Kadi gezerrt. Mit verschärftem Polizeiterror wollte die westdeutsche Bourgeoisie die KPD/ML einschüchtern.

Um sich auf den kommenden Bürgerkrieg gegen die revolutionäre Arbeiterklasse in Westdeutschland vorzubereiten, wurde eine beispiellose Hetzjagd auf die RAF abgezogen, die alten Gestapogesetze, Schutzhaftgesetze, Schutzstaffeln für den Bürgerkrieg, Arbeitsdienstgesetze vom deutschen faschistischen Staat wieder übernommen sprich: Verfassungsschutzgesetz, Vorbeugehaftgesetz, Bundesgrenzschutzgesetz und Ersatzdienstgesetz.

Ende des Jahres 1971 fand der VI. Parteitag der Partei der Arbeit Albaniens statt, zu dem auch die Delegation der KPD/ML unter der Leitung des Genossen Ernst Aust eingeladen war. Genosse Ernst Aust trifft dabei auch mit Genossen Enver Hoxha, dem 1. Sekretär der PAA, zusammen. Auf diesem Parteitag wurde die Kampfverbundenheit unserer Partei mit den anderen marxistisch-leninistischen Parteien gefestigt. Das war für die Partei von großer Bedeutung. Das zeigte sich besonder schmerzlich für das albanische wie für das deutsche Volk, als beide Führer im Jahre 1985 starben.







1972

Im März 1972 protestieren 400 000 Bauern gegen die bauernfeindliche EG-Politik und liefern sich mit der Polizei militante Kämpfe. Ernst hat diesen Kampf der Bauern immer unterstützt, auch diese Aktionen.

Im Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD/ML gelang es, Mitglieder aus der 1970 abgespalteten Gruppe Rote Fahne Bochum zurückzugewinnen. Dem Thälmannkampfbund aus Kiel gelang es, in Massen die Partei zu überschwemmen, machten sie sich mit ihrem Einfluss breit und füllten wieder die Plätze der rausgeschmissenen Liquidatoren, um erneut an der Hegemoniefrage zu rütteln. Diese Studenten übervölkerten die Betriebe und ergatterten sich schnell Führungsplätze in der Partei als neue gebackene „Proletarier“. Die Proleten hatten wenig zu melden. Aus diesem Nest entstammte auch Diethard Möller.

Ernst war im Jahre 1972 der Initiator der Parteikampagne „Es lebe der Kommunismus - Was will die KPD/ML?“In populärer Weise wurde das erste Mal die Arbeiterklasse ganz breit angesprochen und zwar in einer klaren Sprache, die sie versteht. Diese Sprache sprach in der Partei keiner besser als Genosse Ernst Aust. Alles, was die Kollegen über den Kommunismus bisher gehört hatten und welche Meinung sie dazu bisher vertreten hatten, wurde aufgegriffen und in Fragen und Antworten geklärt. Es fanden überall in den Landesverbänden Veranstaltungen statt, auf denen der Genosse Ernst sprach. Alte KPDler sagten, als sie die Großveranstaltung in West-Berlin wieder verließen: Genossen, die Partei Ernst Thälmanns lebt wieder! Und wir sind wieder dabei!

Ernst sagte zur Mauer:

„Und die Mauer ist `KEIN `antifaschistischer Schutzwall` - wie es die Revisionisten sagen. Wie schützt denn sich das viel kleinere Albanien? Nicht durch eine Mauer! Dort haben die Arbeiter und Bauern die Gewehre. Das ist der beste Schutz! Doch das können sich die Honecker und Stoph niemals erlauben. Die Gewehre in den Händen der Arbeiter und Bauern, das wäre das Ende ihrer DDR, bedeutet Zerschlagung der neuen Bourgeoisie in der DDR und die Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats“. Und unter aufbrausendem Beifall rief Ernst: „Unser Ziel heißt - für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!“

In Hamburg fand zum 40. Jahrestag des Altonaer Blutsonntags ebenfalls eine große Veranstaltung statt, auf der Genosse Ernst sagte:

„Die KPD/ML wird die Werktätigen konsequent weiterhin auf dem Weg der bewaffneten Revolution erziehen und ihre Parteireihen von jeglichem Opportunismus und Revisionismus freihalten. Ein Hamburg des Jahres 1923 - wo von 30 000 KPD-Mitgliedern nur einige Hundert aktiv mit der Waffe in der Hand kämpften, darf es nicht mehr geben. Allen falschen Führern vom Schlage Brandlers und Thalheimers, die schon damals den Kampf der Hamburger Arbeiter verrieten, ist entschieden der Kampf anzusagen.“

Zum gleichen Zeitpunkt führte die Hamburger Hafenzelle der KPD/ML einen Boykott der britischen Streikbrecherschiffe durch. Das hervorragende Flugblatt dazu schrieb der Genosse Ernst Aust:

„Kollegen Hafenarbeiter: `Knallt die Brocken hin!` Keine Hand an die britischen Streikbrecherpötte! Übt Solidarität mit den streikenden britischen Kollegen!“Bereits vorher mussten die Streikbrecherschiffe in Holland, Belgien und Frankreich unverrichteter Dinge die Anker lichten, weil dort die Hafenarbeiter ihre internationalistische, proletarische Solidarität unter Beweis gestellt und nicht ein einziges Stückgut angefasst hatten.

Die „Es lebe der Kommunismus“- Kampagne war nicht nur für die fortschrittlichen Arbeiter wertvoll, sondern auch für die richtige Erziehung der Parteigenossen. Das ermöglichte eine breitere Ausrichtung der Partei auf das Proletariat und förderte ihre Verbindung. Die positive Wirkung dieser Ausrichtung zeigte sich auch auf den großen Roten 1. Maidemonstrationen der KPD/ML, auf denen Genosse Ernst Aust sprach. Die erste Schallplatte der KPD/ML erscheint: „Es lebe der Kommunismus“. Später wurde der Partefilm „Reform oder Revolution?“ gedreht.

Der II. Parteitag der KPD/ML war sehr erfolgreich. Er war nicht nur ein Sieg über das Liquidatorentum, sondern stand auch im Zeichen des sich verschärfenden Klassenkampfes unter der fortschreitenden Krise des Monopolkapitalismus in Westdeutschland. Die Orientierung war also eindeutig: „Jeder Betrieb muss unsere Festung sein!“. Ergebnis: Hunderte von Betriebszeitungen und Betriebszellen entstanden in dieser Zeit, als die KPD/ML begann, eigenständige Streiks und andere Aktionen im Betrieb zu organisieren.

Wieder reagierte die kleinbürgerliche Mafia innerhalb der Partei mit ihrem ganzen Hass auf die Genossen, die diese Kämpfe anführten, wurden diese massiv in ihrer Arbeit gehindert, wurde ihnen Vorschriften gemacht, wurden sie für ihren Einsatz „zur Rechenschaft“ gezogen und verprügelt. In der Partei wurde ein erbitterter Kampf um die Hegemonie des Proletariats geführt. Es kam zu sozialfaschistischen Übergriffen der Leitungen auf einfache proletarische Genossen, die man mit Parteiverfahren überzog und fertig machte. Das waren keine Einzelfälle - das hatte System und die Fäden führten über die Spitzel der Bourgeoisie bis in die Kommandozentralen des westdeutschen Innenministeriums, trugen aber auch die Handschrift von Mischa Wolf und seiner speziellen StaSi- Abteilung in Ostberlin, die schon gegen Genossen Ernst Aust allumfassend und stets in seiner unmittelbaren Umgebung dirigierend tätig war, lange bevor die KPD/ML gegründet wurde, und lange bevor wir das erkannten.

Einige liquidatorische Parteifeinde hatten sich noch in der Partei versteckt gehalten. Da musste der ROTE MORGEN wieder bei einer Nacht- und Nebelaktion gerettet werden. Das war der Fall „Joachim Kühn“ vom Zentralen Literaturvertrieb. Wir schafften die gesamte ROTER MORGEN - Apparat mit einem Lastwagen nach Würzburg, später dann nach Dortmund. Auch ein Agent der DKP hatte sich in der ROTEN MORGEN-Redaktion versteckt gehalten. Mit einem Überfallkommando überwältigten wir ihn in seiner Wohnung und räumten das Eigentum der KPD/ML aus. All diese Aktionen fanden unter der Anleitung und auf Anweisung des Genossen Ernst Aust statt. Er war es, der der Partei all die alten wertvollen Tricks der illegalen KPD beibrachte, die man in keinem Lehrbuch findet. Und Ernst war es auch, der auf strikte Einhaltung der konspirativen Regeln und auf die Erziehung zum disziplinierten Handeln nach den Grundsätzen des illegalen Parteiaufbaus achtete. Nach diesen Aktionen wurde der ROTE MORGEN noch besser, noch kämpferischer, noch revolutionärer, wurden sektiererische Fehler immer besser überwunden und entwickelte sich die Partei immer mehr von einer Propagandapartei zu einer Kampfpartei - ohne die Gefahr des rechten Opportunismus aus den Augen zu verlieren - wie sich das am Beipiel des von uns enttarnten DKP-Spitzels aus Marburg innerhalb der ROTER MORGEN Redaktion zeigte.

Ernst und die größte Schlacht der KPD/ML, die „Schlacht am Karlstor“.

Anlässlich der vom westdeutschen Imperialismus inszenierten, sogenannten „Friedensolympiade“ rief das ZK unter dem Vorsitz des Genossen Ernst Aust dazu auf, diese Provokation nicht unbeantwortet zu lassen und 33 Jahre nach dem Einfall der Hitler-Faschisten in Polen, am 2. September, dem Roten Antikriegstag (RAKT) in München und Kiel gegen den imperialistischen Krieg zu demonstrieren. Die westdeutsche Bourgeoisie hat 24 000 (!) Bundeswehrsoldaten, 12 000 (!)Polizisten und 1 200 (!) „Elite“-Polizisten aus dem ganzen Bundesgebiet nach München zusammengezogen, die für olympische Friedhofsruhe sorgen sollen. Der Aufruf stammte vom Genossen Ernst Aust und wurde in großer Auflage als ROTER MORGEN EXTRABLATT verteilt. Trotz Verbot ließ sich die Partei die Freiheit der Straße nicht nehmen: „Straße frei - für die Partei!“, und durchbrach die Absperrungen der Bannmeile. Es kommt zu der großen sogenannten „Schlacht am Karlstor“, die die Regierungshäupter auf den Balkonen - u.a. Brandt, Genscher, Strauß und Scheel - mit anschauen mussten, und die sie in panische Angst und Schrecken versetzten. Sie sahen hilflos zu, wie die KPD/ML fast die gesamte Staatsmacht der BRD einfach beiseiteschob und sich vorn nichts und niemandem aufhalten ließ. Mit dieser Demonstration erwies sich die KPD/ML als eine unaufhaltsame, revolutionäre Kraft. Es lag so etwas in der Luft, wie ein unvergesslich bleibender, bedeutsamer Augenblick. Die KPD/ML spürte ihre Kraft und die Schwäche der Bourgeoisie. Die Schlacht am Karlstor war so etwas wie ein „zarter“ Vorbote der sozialistischen Revolution in Deutschland. So etwas haben die Kommunisten seit vielen Jahrzehnten Klassenkampf in Deutschland nie wieder zustande gebracht. 5 Jahre nachdem Genosse Ernst Aust die KPD/ML gegründet hatte, pochte diese schon energisch und lautstark an die Tore der Macht der Bourgeoisie, verschaffte sie sich den nötigen Respekt sowohl in der Arbeiterklasse als auch im Lager der Klassenfeinde. Zu was Ernst die Partei damals in so kurzer Zeit befähigte, das dürfen wir niemals vergessen und müssen wir uns in all unseren Aktionen immer vor Augen halten - die Rolle der revolutionären Gewalt, die „Schlacht am Karlstor“- nur der Griff der Massen zum Gewehr, schafft den Sozialismus her ! Die olympische Friedenslüge erstickte im Polizeiterror. Nachdem die westdeutschen Imperialisten ihren Münchener Friedensrummel im Blutbad von Fürstenfeldbruck enden ließen, eröffnen sie eine wilde Hetzkampagne gegen die ausländischen Arbeiter, insbesondere fortschrittliche Araber. Es folgte eine jahrelange Welle blinder Verfolgung von Genossen, Klassenjustiz und Polizeiterror. Die Bourgeoisie wollte sich daran rächen, von der KPD/ML so erniedriegnd vorgeführt worden zu sein!

Am 8. Oktober 1972 demonstrierte Genosse Ernst Aust mi t 15 000 Genossen, vor allem ausländischen Arbeitern und Vertretern der Bruderparteien PCE/ML (Spanien) und Pcd`I/ML (Italien) durch die Dortmunder Arbeiterviertel - in denen viele ausländische Proleten wohnten - mit dem Ruf: „Nieder mit den Ausländergesetzen!“ So eine Demonstration hatte Dortmund seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen. Viele kamen zum kleinen Borsigplatz, um den Genossen ernst Aust zu hören. Der Beifall tobte schon, bevor Ernst am Mikrophon angekommen war. In Sprechchören hallte es durch den Saal: „Ausländische Arbeiter, deutsche Arbeiter: Eine Arbeiterklasse! Eine Kampffront!“

Immer wieder unterbrochen vom stürmischen Applaus rechnete Ernst mit dem internationalen Ausbeuterpack ab. Seine Rede war eine flammende Anklage gegen die Unterdrückung und Entrechtung unserer ausländischen Klassenbrüder. Ernst sagte, dass die deutsche Arbeiterklasse sich nicht als „Herrenrasse“ verkaufen und sich nicht von den ausländischen Kollegen spalten lässt. Die Arbeiter lassen sich nicht von der faschistischen Hetze anstecken, sondern reichen ihren ausländischen Klassenbrüdern die Hand zum gemeinsamen Kampf gegen die Kapitalisten, die mit den Henkern in der Türkei, in Israel, Spanien und anderswo zusammenarbeiten. „Wer mit diesen Faschisten zusammenarbeitet, ist selber Faschist.“ Das war deutlich an die Regierung in Bonn gerichtet mit ihren reaktionären Ausländergesetzen. Mit brutaler Gewalt schlachten die Imperialisten in ihren Raubkriegen Millionen Menschen dahin, sie sind die Mörder. Und unser Kampf kann nur gewaltsam, mit dem Gewehr in der Hand, geführt und siegreich bendet werden . Im Namen unserer KPD/ML, im Namen der ganzen deutschen Arbeiterklasse erklärte der Genosse Ernst Aust, dass es die heilige internationalistische Pflicht des deutschen Proletariats ist, die Freiheitskämpfe unserer ausländischen Kollegen zu unterstützen, mit ihnen gemeinsam den unversöhnlichen Kampf gegen den Imperialismus und Unterdrückung bis zum siegreichen Ende zu führen.

Im Ernstfall: „Dreht die Gewehre um!“ - Das war das Flugblatt und ferner die Ausgaben des Roten Morgen Nr. 8 vom 10.4. 1972 und Nr. 15 vom 31. 7. 1972 sowie Nr. 18 vom 11.9. 1972 und die Sonderausgabe Mai 1972, die der Amtgerichtsrat in Plön am 2. Oktober 1972 zur Beschlussfassung veranlassten, Hausdurchsuchungen in der Wohnung des Genossen Ernst Aust anzuordnen und ein Ermittlungsverfahren wegen „Zersetzung“ durchzuführen. Darin hieß es u.a.: „Der Beschuldigte ist verdächtigt, auf Angehörige der Bundeswehr planmäßig einzuwirken, um deren pflichtmäßige Bereitschaft zum Schutz der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu untergraben, und sich dadurch absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand oder die Sicherheit der BRD oder Verfassungsgrundsätze einzusetzen (Paragraph 89 StGB), indem er an die heute zum Wehrdienst einberufenen Soldaten des Pionier-Bataillons 6 in Plön Flugblätter oben genannter Art verteilen ließ, in welcher er selbst als der für den Inhalt Verantwortliche bezeichnet ist.“

Die KPD/ML verstärkte daraufhin ihren antimilitaristischen Kampf. Zusammen mit den Bauern, die mit Mistgabeln bewaffnet waren, organisierte die KPD/ML Aktivitäten unter den Losungen : „Ausländische Truppen raus aus Deutschland!“ „Nieder mit der NATO!“ - „Nieder mit der Bundeswehr!“ - „Krieg dem imperialistischen Krieg!“- „Ami go home!“

Weitere Anklageschriften wurden gegen den Genossen Ernst Aust verfasst wegen eines KPD/ML - Flugblattes über den Kampf gegen die Fahrpreiserhöhungen in München, um Befürwortung der Anschläge auf das US-Hauptquartier in Heidelberg. Ihm wurden Verstöße gegen das Pressegesetz vorgeworfen. Im ROTEN MORGEN heißt es dazu: „Freiheit für Ernst Aust! Ernst Aust soll mundtot gemacht werden. Und mit ihm alle, die es wagen, dieses System verbrecherisch zu nennen und zu seinem Sturz aufzurufen. Schließen wir uns noch enger zusammen und organisieren wir eine breite Solidarität.“

Anstatt den Genossen Ernst Aust solidarisch zu unterstützen, wird er nicht nur von der D“K“P/SEW als Verfassungsschutzagent beschimpft, sondern auch von der KPD/AO (GRF- später Studenten-“K“PD) in übelster Weise angegriffen:

In ihrem Zentralorgan Nr. 67 vom 31. 10. 1972 bringt die KPD/AO auf der Titelseite einen Hetzartikel mit der Überschrift: „Ernst Aust: Watte im Kopf, Schaum vorm Mund! Zu den Angriffen des Hochstaplers und Intriganten Ernst Aust.... Er ist ist in seiner Argumentation noch dümmer und haltloser, noch wütender und überschnappender (...) Vorsitzender, der mit Vortragsabenden in verschiedenen Städten der BRD den Schein der nationalen Organisation aufrechtzuerhalten versucht“. Die Partei hat diese Schmierblattschreiber als kleinbürgerliche Zirkelhäuptlinge gebührend entlarvt, aber sich mit ihnen viel zu lange und ausführlich abgegeben, was sich in den jahrelangen Vereinigungsverhandlungen mit Gernot Schubert noch später als Fehler herausstellen sollte.

Zur Bundestagswahl 1972 wurde zum Wahlboykott aufgerufen unter der Losung: „Jagt sie davon - die Bonzen aus Bonn! Unser Programm: Die sozialistische Deutsche Räterepublik - KPD/ML“.

Genosse Ernst Aust spricht um die Jahreswende 1972/73 auf einer Hamburger Parteifeier zum 4. Jahrestag der Gründung der KPD/ML über den Kampf der Partei gegen den modernen Revisionismus, gegen den Opportunismus aller Schattierungen: „Entgegen den Wünschen der Feinde der Partei, die ihr immer wieder ihren Tod bescheinigten, ist die KPD/ML im Feuer des Klassenkampfes gewachsen und gestählt worden.“







1973

Ab 1973 erscheint der ROTE MORGEN nach vorweggegangenen Mobilisierungskampagnen der Partei WÖCHENTLICH! Das Jahr beginnt mit Streiks gegen Lohnraub und Teuerung, an denen sich die ganze Partei, voran die Betriebszellen, aktiv beteiligt. Auch an den militanten Hausbesetzungen, Schienenbesetzungen gegen die Fahrpreiserhöhungen und Besetzungen von Jugendzentren beteiligte sich die Partei an vorderster Front, kam es zu heftigen Auseinandersetzungen mit den Räumkommandos der Polizei.

Die Partei besetzt in Heidelberg das Amerikahaus. Das Präsidium der KPD/ML ruft zu Solidaritätsaktionen für das vietnamesische Volk auf, in seinem Kampf gegen die USA-Imperialisten und greift dabei auch die Komplizenschaft der anderen Imperialisten an, insbesonder die der deutschen und die der russischen Sozialimperialisten. In der Erklärung heißt es:

„Der US-Imperialismus hat über 200 000 Besatzungssoldaten in Westdeutschland und Westberlin stationiert, die in Lauerstellung bereitstehen, um die imperialistische Herrschaft über die Völker Europas aufrechtzuerhalten. Hier werden die Truppen für den Völkermord in den Ländern der „dritten“ Welt trainiert, von hier starten sie zu neuen Aggressionen, hier sollen seine Mordkommandos nach ihren Schlächtereien in anderen Teilen der Welt wieder neue Kräfte gewinnen. Dem muss Einhalt geboten werden. Kämpfen wir entschlossen dafür, dass es den US-Besatzertruppen hier ebenso geht wie in den meisten Teilen der Welt: Sie finden kaum noch einen ruhigen Platz, um sich vor dem berechtigten Hass der Völker zu schützen.“

Der Rote 1. Mai 1973 gehört mit zu einer der revolutionärsten Maikundgebungen in der Geschichte der KPD/ML . Das ZK verbreitete eine hervorragende Sondernummer „Heraus zum Roten 1. Mai!“

In NRW erdreistete sich Innenminister Weyer, der Partei den 1. Mai gleich in mehreren Städten zu verbieten. Überall belagerte Polizeifestungen sogar mit Hubschraubereinsätzen, auch in Dortmund, wohin die KPD/ML mobiliisert hatte - trotz Verbot! Die heranrasende Polizei kommt immer einen Tick zu spät und stößt ins Leere, weil die Partei die Demonstration kurz vorher in Gruppen aufgelöst und einen neuen Treffpunkt vereinbart hatte, um die Maidemonstration woanders fortzusetzen. Die KPD/ML hat die Initiative fest in der hand und spielt mit der Polizei Katz und Maus - ein Demonstrationszug von über 600 Genossen wie aus dem Erdboden gestampft und wieder vom Erdboden verschwunden; rote Fahnen, rote Transparente, rote Arbeiterlieder: „Trotz Verbot, der 1. Mai bleibt rot!“Und dann braust der Beifall, Genosse Ernst Aust, der Vorsitzende der Partei, steht plötzlich auf einem Auto mitten unter den Demonstranten und hält eine kurze Rede. „Straße frei! Für die Kommunistische Partei! Vorwärts mit der KPD/ML!“ Durch den Dortmunder Norden geht die verbotene Demonstration. Die „Internationale“ und Sprechchöre dringen in die Arbeiterwohnungen. Fenster öffnen sich, es zeigen sich geballte Fäuste, dann wieder Stille. Alles aufgelöst und verschwunden! Auch in Westberlin und im übrigen Bundesgebiet finden Versammlungen und Demonstrationen statt, so in Nürnberg, München, Mannheim, Kempten, Hannover, Duisburg, Bielefeld, Stuttgart, Hamburg, Wetzlar, Würtzburg und Kiel.

Die KPD/ML gönnt der Polizei keine Atempause:

Gleich danach macht die KPD/ML mit einem Extrablatt des ROTEN MORGEN gegen den Breschnew-Besuch mobil: „Nieder mit den neuen Zaren!“3000 Scharfschützen und Leibgardisten postieren die Russen zum Schutz von Breschnew. 10 000 DKP`ler werden aufgeboten als Jubelkulisse. Mit brutaler Gewalt gehen die massiven Polizeikräfte gegen die Demonstranten vor. Ein Riesenaufgebot von zivilen Polizeispitzeln tut das Seinige. Über 1000 Personen werden festgenommen. Ernst kritisiert die Verantwortlichen in der Partei. Allerdings bewirkte die Partei trotz vermeidbarer Verluste die Verhinderung des Breschnew-Besuchs im Arbeiter-Ruhrpott. Die Genossen brechen die Gefängnistüren auf und wehren sich mit spektakulären Protestaktionen gegen die Misshandlungen der Gefangenen. Es kommt in diesem Jahr in der gesamten BRD für die Genossen der KPD/ML zu hohen Gefängnisstrafen - bis zu 16 Monaten ohne Bewährung, ebenso empfindliche Geldstrafen.



Für den 29. Mai ist in Hamburg ein Prozess gegen den Genossen Ernst Aust, den Vorsitzenden der Partei, angesetzt. In diesem Prozess will die Bourgeoisie anhand von Artikeln des ROTEN MORGEN, für den der Genosse Ernst Aust verantwortlich zeichnet, „beweisen“, dass die kommunistische Agitation und Propaganda „kriminell“ und deshalb zu verbieten ist, dass die kommunistische Partei eine kriminelle Organisation ist und deshalb verboten werden muss.

In seiner Anklageschrift gegen die bürgerliche Klassenjustiz sagte Ernst:

„Um von Anfang an klare Fronten zu schaffen: Ich stehe hier nicht als Angeklagter, der sich verteidigen müsste. Ich klage SIE an, der Sie sich anmaßen, darüber zu befinden, was ich im ROTEN MORGEN, dem Zentralorgan unserer Partei, geschrieben habe, sich des Verbrechens der Unterdrückung des Rechts auf freie Meinungsäußerung schuldig zu machen. Ich klage SIE an, den Namen des deutschen Volkes zu missbrauchen, indem SIE

- dem Aggressionsstreben des westdeutschen Imperialismus Vorschub leisten

- die konterrevolutionäre Gewalt, den offenen Terror der Staatsorgane gegen das Volk unterstützen

- die imperialistischen und faschistischen Schreibtischmörder in ihren Verbrechen gegen die Völker decken

- durch die Aufrechterhaltung parlamentarischer Illusionen das Volk betrügen

- den Mord an Arabern und Juden rechtfertigen (Fürstenfeldbruck)

- die Verbrechen des USA-Imperialismus in Vietnam zu unterstützen.

Ich klage SIE an, das auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruhende kapitalistische Gesellschaftssystem aufrecht erhalten zu wollen und sich dazu faschistischer Mittel zu bedienen.“

Am Vorabend des Prozesses demonstrieren rund tausend Genossen und Freunde in Hamburg unter der Losung: „Hände weg von Ernst Aust!“gegen dieses Verfahren. Die Demonstastion beginnt am Barmbeker Bahnhof und führt die gleiche Route entlang, die Tausende Hamburger Werktätige bereits genau 10 Jahre zuvor demonstrierten, als der Genosse Ernst Aust, damals noch Mitglied der illegalen alten KPD, in einem Prozess wegen Staatsgefährdung und Verstoß gegen das KPD-Verbotsurteil vor dem gleichen Gericht stand. - Der Genosse Ernst Aust verwandelte den drei Tage dauernden Prozess in ein Tribunal gegen die bürgerliche Klassenkustiz, gegen das kapitalistische System. Und als am dritten Tag die Urteilsverkündung im Gesang der „Internationale“ untergeht, als Polizisten prügelnd den Gerichtssaal stürmen, da hat nicht nur die Partei, da hat die Bourgeoisie sich selber , die Maske ihrer sogenannten „freiheitlich-demokratischen Ordnung“ heruntergerissen, und mit ihrem Schwachwerden eine Niederlage erlitten. In der KPD/ML Hafenzeitung „Der Rote Handhaken“ Nr. 9, Juni 1973, hieß es zum Prozess:

„Viele junge Genossen und Parteifreunde waren auch am letzten `Verhandlungtrag` und zeigten ihre Bereitschaft zur Solidarität mit Ernst. Nach dem Antrag des `Staatsanwalts` auf 2500 DM Gesamtstrafe zog sich das Gericht zurück. Nach der Verkündung des Urteils 5 000 DM oder ersatzweise 200 Tage Haft –verließ ein 66- jähriger Rentner aus Protest vorzeitig den Saal. Auf dem Flur wurde er ohne Grund von Polizisten mit Gummiknüppeln und Fußtritten zusammengeschlagen. Mitten in der `Urteilsbegründung` sagte Genosse Ernst: „Den Unsinn hören wir uns nicht mehr an!“ und er verließ ebenfalls den Saal, gefolgt von allen Genossen und Parteifreunden. Was sich dann auf dem Gerichtsflur abspielte, war mit Banditenterror noch schwach umschrieben! Die Polizeibullen schlugen und traten wild drauflos und rissen jungen Mädchen, die von den Schlägen zu Boden gestreckt wurden, an den Haaren wieder hoch und schlugen erneut auf sie ein. Ein alter Rentner schrie: „Lasst die Kinder in Ruhe!“ Als Belohnung dafür bekam er einen Fußtritt in den Unterleib und Schläge mit dem Gummiknüppel auf den Kopf. Die Folge: Eine Gehirnerschütterung und eine schwere Kopfwunde. Die Genossen zeigten, dass sie auch kämpfen können und setzten sich gegen diese Schweine erfolgreich zur Wehr. Das alles hat einmal mehr gezeigt, wie die Lage heute schon wieder in unserem Staat aussieht und wer die Kriminellen in Wirklichkeit sind. (..) Fortschrittliche Hafenarbeiter, übt Solidarität mit Ernst Aust und der Partei der Arbeiter, der KPD/ML! Es sind in nächster Zeit noch weitere Prozesse gegen den Genossen Ernst Aust geplant. Kollegen, kommt zahlreich zu diesen Prozessen und unterstützt den Kampf des 1. Vorsitzenden unserer Partei für die Interessen der Arbeiterklasse.“

Und in seiner Rede gegen die Klassenjustiz sagte Genosse Ernst Aust u.a. zum Richter:

„Wie sie es auch drehen und wenden. Sie kommen nicht um die Frage herum, wem diene ich mit meinem Amt, in wessen Namen spreche ich Recht? Was ist überhaupt Recht? Für den Staatsanwalt ist die Frage leicht zubeantworten. Aber Sie, Herr Sommer, Sie mögen subjektiv ehrlich sein, das kann ich nicht beurteilen, aber objektiv dienen Sie den gleichen Interessen, den Interessen der herrschenden Klasse wie der Herr Staatsanwalt. Der Unterschied liegt nur darin, dass beim Staatsanwalt der Wolfscharakter des Kapitalismus offen zu Tage tritt, während Sie sich einen Schafspelz umhängen. Der ach so liberale und tolerante „Papa Gnädig“, der das arme, verirrte Schäfchen da vorne auf der Anklagebank auf den Pfad der Tugend zurückführen möchte, der Tugend, ein braver, untertäniger Sklave seiner kapitalistischen Herren zu sein. Und dem man mit der Peitsche, dem Kerker droht, wenn er nicht folgt.“ Und er donnerte zum Schluss in den Gerichtssaal:

„Nieder mit der bürgerlichen Klassenjustiz! Freiheit für alle politischen Gefangenen! Freiheit für die kommunistische Agitation und Propaganda! Freiheit für die kommunistische Organisierung! Es lebe die Diktatur des Proletariats! Nieder mit der Diktatur der Monopolbourgeoisie! Es lebe das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland!“

Im Gerichtssaal zeigte sich, dass das Gericht dem kämpferischen Auftritt des Genossen Ernst in keinerlei Hinsicht gewachsen war. Genosse Ernst Aust deckte schonungslos auf, in wessen Sold der Richter steht. Es geht um die Verfolgung der KPD/ML, weil die Unterdrücker spüren, dass ihre Tage gezählt sind. Nach der Kommunistenjagd der 50iger Jahre ist das Ureil des Ernst-Prozesses das erste, das gegen einen Kommunisten gesprochen wurde. Die KPD/ML weiß, dass die Bourgeoisie zum Faschismus greift, und dass sie sich deswegen vorbereiten muss, sich zu schützen. Wenn der Feind uns angreift, dürfen wir nicht zurückweichen wie es uns die Revisionisten predigen, sondern müssen unsere Anstrengungen verdoppeln. Das hat die KPD/ML und voran der Genosse Ernst Aust, vorbildlich unter Beweis gestellt. Der Kommunismus lässt sich nicht hinter Kerkermauern verbannen! Auf der Solidaritätsveranstaltung in Kiel sagte er vor 400 Genossen und Freunden:

„Kommunisten hassen die Bourgeoisie und alle Reaktionäre leidenschaftlich. Die unterdrückten Volksmassen jedoch lieben sie von ganzem Herzen. Kommunisten bewahren sich aber auch einen kühlen Kopf. Eiskalt planen sie die Revolution, versetzen dem Feind dort Schläge, wo er schwach ist und ziehen sich zurück, wenn er übermächtig ist. Diese Politik macht uns unbesiegbar.“

Die Einheit und Verbundenheit der Solidarität für den Genossen Ernst Aust war auch international. Unter dem Titel: „Revolutionäre Solidarität mit dem Genossen Ernst Aust, der verurteilt wurde, weil er die Verbrechen des deutschen Imperialismus angeprangert hat“, veröffentlichte „En Marcha“, das Organ der kommunistischen, marxistisch-leninistischen Partei Ecuadors einen Artikel, in dem es u.a. heißt:

„Unter diesen Umständen erklärt die KMLP de Ecuador ihre völlige Solidarität mit ihrer Bruderpartei, der KPD/ML, auf der Grundlage der revolutionären Prinzipien des proletarischen Internationalismus. Freundschaftliche Grüße dem Genossen Ernst Aust, dem Vorsitzenden der Partei, der sich mutig verteidigt hat und sich wie ein Führer der Partei des deutschen Proletariats geschlagen hat.“



Von Mai bis in den Herbst 1973 kommt es zu den schwersten Streikkämpfen in den Betrieben der Bundesrepublik gegen Lohnraub und Teuerung - gegen den Willen des DGB. Die Streikenden verteidigen sich militant gegen die vom DGB herbeigeholten Polizisten, um die Streikenden niederzuknüppeln und die Streikfront mit Gewalt zu zerbrechen. Die Revisionisten als verlängerter Arm des DGB unter den fortschrittlichen Kollegen - vor allem die D“K“P - helfen ihnen tatkräftig dabei! Die Partei beweist, dass sie in den wichtigsten Großbetrieben der BRD an vorderster Front steht, und dass sich die Hauptaufgabe, die Partei in den wichtigsten Betrieben zu verankern, erfüllt hatte. Ernst gehörte zu denjenigen Genossen, die die Partei vor dem rechtsopportunistischen Zurückweichen gewisser Kräfte in der Partei in Schutz nahm. Als er sah, dass man beim Aufbau der Revolutionären Gewerkschaftsopposition, der RGO, nicht richtig vorankam, ließ man das „R“ (= revolutionär) einfach weg, mit der Begründung, es verschrecke die Arbeiter; so traten diese feigen Genossen für die Neutralität der Gewerkschaftsopposition ein und begriffen sie als eine Art Feigenblattopposition gegenüber dem DGB. Mit Hilfe von Ernst konnten wir auf einer parteiinternen Konferenz in Kiel dieses rechtsopportunistische Zurückweichen in einem schweren Kampf besiegen. Die Namen Ernst Aust und RGO wird keiner mehr auseinanderreißen können!

Die KPD/ML stand aber nicht nur auf den Arbeiter-Barrikaden des Tageskampfes, sondern hielt auch die kommunistische Tradition der alten Barrikaden hoch. In der Woche des 23. Oktober 1973 feierte unsere Partei in den verschiedenen Städten des Landes den 50. Jahrestag des Hamburger Aufstandes, wo Genosse Ernst Aust sprach:

Drei Lehren müssen wir aus dem Hamburger Aufstand von 1923 ziehen:

1.) Müssen wir etwa aus dem Scheitern den Schluss ziehen, dass man mit Waffengewalt nichts erreichen kann, dass die Bourgeoisie zu mächtig ist, dass man sich mit ihr arrangieren muss? Nein! 1000 mal nein! Im Gegenteil! Man hätte in ganz Deutschland und noch besser, noch stärker mit der Waffe in der Hand kämpfen sollen. Dann wäre der Sieg der deutschen Arbeiterklasse über die Ausbeuterherren gewiss gewesen. Das ist die erste Lehre, die wir aus der Geschichte des Hamburger Aufstandes ziehen müssen.

2.) Aber warum wurde nicht in ganz Deutschland gekämpft, obwohl das ZK der KPD den Kampf beschlossen und geplant hatte? Weil Verräter und Opportunisten den kampfbereiten Massen in den Rücken gefallen sind und den Kampf sabotiert und verhindert haben. Und das Schlimmste war, die Verräter saßen in der Führung der KPD, es waren die Revisionisten Thalheimer und ihre Clique, die direkten Vorgänger der D“K“P-Führer (...) Das Bestehen einer revolutionären Partei und ihr entschiedener Kampf gegen Revisionismus und Reformismus entscheiden über Sieg und Niederlage. Das ist die zweite wichtige Lehre, die wir aus der Geschichte des Hamburger Aufstandes ziehen müssen.

3.) Die dritte große Lehre aus dem Hamburger Aufstand zeigt uns eindeutig und unverrückbar die revolutionäre Aufgabe der Kommunistischen Partei. Fest zusammengeschweißt, treu und bedingungslos der Sache der Arbeiterklasse ergeben, standen sie in Hamburg auf revolutionärem Vorposten und gaben uns ein Beispiel, von dem wir uns in unserer gesamten Tätigkeit lenken und leiten lassen müssen. Unter der Führung Ernst Thälmanns, dem großen Führer der deutschen Arbeiterklasse schmiedete sie die die revolutionäre Einheit der Hamburger Arbeiterschaft.

In seiner Rede auf der Veranstaltung in dem Hamburger Parteilokal Oelkersallee sagte der Genosse Ernst Aust abschließend:

„Dadurch, dass wir den Kampf aufgenommen haben, auch wenn es eine kleine Schar war, dadurch, dass wir uns nicht davon abbringen lassen, die in den Staub getretene Fahne der Revolution, der Kommunistischen Partei wieder aufgenommen haben, und vor 5 Jahren die KPD/ML gründeten, haben wir dieses Erbe übernommen und führen es heute weiter. Wir sind die echten Vertreter, die echten Fortführer der alten Partei, der KPD Ernst Thälmanns. Die Geschichte der alten KPD ist die Geschichte unserer Partei.“

Im weiteren Verlauf seiner Rede wies Genosse Ernst Aust auf die Notwendigkeit hin,

„eine bolschewistische Partei zu schaffen, die eisern, diszipliniert und zusammengeschweißt ist, die ideologisch-politisch und organisatorisch klar ausgerichtet ist auf das Ziel: der Sturz der Bourgeoisie in der bewaffneten proletarischen Revolution. Diese Partei kann nur in enger Verbundenheit mit dem Kampf der Massen aufgebaut werden. Und dazu gehört revolutionäre Geduld und Kleinarbeit. Heute schon müssen wir daran arbeiten, uns in den Betrieben zu verankern. Dabei ist nicht die Zahl der Mitglieder entscheidend, sondern ihre korrekte ideologisch - politische Linie.“



Im Juli 1973 schickte der Genosse Ernst Aust als 1. Vorsitzender der KPD/ML eine Grußbotschaft an das ZK der PAA zum 30. Jahrestag der Gründung der albanischen Volksarmee, worin es abschließend hieß:

„Die ruhmreiche Geschichte der albanischen Volksarmee und ihrer Führerin, die Partei der Arbeit Albaniens, ist eine wichtige Lehre und ein heroisches Beispiel für uns deutschen Kommunisten, bedingungslos an unserem Ziel, dem bewaffneten Umsturz des westdeutschen Imperialismus festzuhalten, die Massen im Geiste der bewaffneten Revolution zu erziehen und zu organisieren! Untrennbar damit verbunden ist unsere Freundschaft mit dem albanischen Volk. Jeder, der versucht, das Leuchtfeuer des Sozialismus in Europa zu löschen, wird auch mit dem Widerstand der westdeutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei rechnen müssen. Es lebe die ruhmreiche albanische Volksarmee! Es lebe die Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze! Es lebe der aktive proletarische Internationalismus! Es lebe die proletarische Weltrevolution!“



Ebenso richtete der Genosse Ernst Aust eine Grußbotschaft an den 1. Parteitag der Kommunistischen Partei Spaniens (ML). Darin heißt es u.a.:

„Eure Partei, die im Jahre 1964 im Kampf gegen den modernen Revisionismus entstanden ist, hat immer an den Prinzipien des Marxismus-Leninismus festgehalten. Der schonungslose Kampf gegen den modernen Revisionismus war Grundlage für eure Erfolge im Kampf gegen den Franco-Faschismus und den amerikanischen Imperialismus in eurem Land. (...) Sie sind Erfolge für die gesamte marxistisch-leninistische Weltbewegung.

(...) Zwischen der deutschen und der spanischen Arbeiterklasse, zwischen den deutschen und spanischen Kommunisten, existiert eine tiefe kämpferische Verbundenheit. Diese Verbundenheit wurde begründet im gemeinsamen Kampf gegen den Franco - und Nazifaschismus zur Verteidigung der Republik. Diese traditionelle Freundschaft währt auch heute noch weiter, lebt durch unseren gemeinsamen Kampf gegen Imperialismus und Faschismus und für Freiheit und Sozialismus.“



Ende des 1. Teils