Horst-Dieter Kochs Liquidatorentum von rechts

=

 

Diethard Möllers Liquidatorentum von "links"

 

 


... auch im Spiegel vergangener Jahrzehnte lässt sich die Wahrheit über unsere Parteigeschichte nicht unter den Teppich kehren ...

Wie der Genosse Wolfgang Eggers den Genossen Ernst Aust kurz nach seinem Tod gegen die Stuttgarter Spaltergruppe von Diethard Möller verteidigte

Aus Anlass des kommenden 130. Geburtstags des Genossen Stalin veröffentlichen wir heute, am 19. 9. 2009 einen älteren Artikel des Genossen Wolfgang Eggers aus dem „Weg der Partei“ (Theoretisches Organ der KPD/ML; Nr. 3 – 1987 ) - erschienen als Beiheft von „Roter Morgen“ (Zentralorgan der KPD/ML)



Zu Diethard Möller und seiner Kritik am Genossen Ernst Aust

in der so genannten „Stalinfrage“





Im Dezember 1986 erschien im Organ der Möller-Gruppe [ damals noch so genannt „Roter Morgen Nr. 12“ - heute bekannt unter dem Namen „Arbeit – Zukunft“ - herausgegeben von einer Spalter-„Organisation für den Aufbau einer kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands“ - Anmerkung der Redaktion] ein Artikel zum Geburtstag des Genossen Stalin, der scheinbar in „korrekter“ Weise den Genossen Stalin „verteidigt“. Bei der Überprüfung der von uns gesichteten Dokumente des V. Parteitags mussten wir jedoch feststellen:

Diethard Möller bezichtigt unseren Genossen Ernst Aust als einen Wegbereiter des trotzkistisch-revisionistischen Verrats der Koch-Clique, die sich jetzt mit den Trotzkisten der 4. Internationale in der VSP vereinigt hat.

Selber dem Genossen Stalin die „Treue“ schwören, aber die Marxisten-Leninisten als Feinde angreifen, das ist feige und hinterhältig, das ist nicht Ausdruck der Treue zu Stalin, das ist Verrat an Stalin, das ist Verrat an Stalin in übelster Weise – ist Heuchelei.

Diethard Möller aber hat eine „falsche“ Haltung des Genossen Ernst Aust zu Stalin „entdeckt“.

Treten wir die Beweisführung an:

Nehmen wir zunächst ein Zitat aus der oben genannten Nr. 12 vom Dezember 1986 (Organ der Möllergruppe):

Vor dem V. Parteitag der KPD wurde dann die Haltung gegenüber Stalin zu einer `Frage untergeordneter Art` erklärt. Marxistisch-leninistische Genossen traten gegen diesen Verrat auf. Zum V. Parteitag lagen mehrere Anträge zur Verteidigung Stalins vor. So hieß es z.B im Antrag Nr. 242 [mit „marxistisch-leninistischen Genossen“ meint D. Möller nicht etwa Genossen Ernst Aust – wie wir noch sehen werden – , sondern nur sich selber, denn er, D. Möller, hatte diesen Antrag Nr. 242 an den V. Parteitag gestellt ; also im Möller-Organ Nr. 12 , Dezember 1986] wird aus seinem Antrag Nr. 242 nur ein Ausschnitt wie folgt zitiert:]

`Die KPD bekräftigt erneut ihren unerschütterlichen Standpunkt, dass Genosse Stalin für uns und unsere Arbeit ein großes Vorbild und einen Klassiker des Marxismus-Leninismus darstellt. Genosse Stalin verteidigte in seiner Zeit verschärfter Klassenkämpfe den Marxismus-Leninismus und entwickelte die Theorie des sozialistischen Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion weiter. Er hat damit einen unschätzbaren Beitrag zur proletarischen Weltrevolution geleistet !

`Die Frage Stalins ist sehr wohl von prinzipieller Bedeutung, weil damit zugleich die Frage der Diktatur des Proletariats als notwendige Voraussetzung des Sozialismus steht oder fällt`.

Doch dieser und andere Anträge wurden einfach nicht behandelt und zu den Akten gelegt“

Soweit das Zitat aus dem Artikel „Zum 107. Geburtstag Stalins“, Nr. 12, Zentralorgan der Möllergruppe.

Dem Anschein nach alles soweit korrekt - oder ?

Möller spekuliert anscheinend darauf, dass die Leser sich nicht die Mühe machen, nachzuschauen, was eigentlich in dem von ihm gestellten Antrag 242 wirklich bzw. außerdem noch drin steht.

Wer das macht, der wird feststellen, dass wichtige Aussagen einfach unterschlagen werden.

Der zweite Teil ist nicht Bestandteil des Antrages selbst, sondern ein aus dem Zusammenhang gerissener Satz aus der Antragsbegründung, womit es später noch seine besondere Bewandtnis hat.

Außerdem handelt es sich bei dem Antrag Nr. 242 nicht um irgendeinen Antrag, sondern Diethard Möller nannte ihn wörtlich eine „Resolution zur Stalinfrage [mit dieser „Resolution“ maskierte Möller in Wahrheit seinen Frontalangriff auf den Genossen Ernst Aust – Anmerkung der Redaktion]. Damit erhöht er den Stellenwert seines Antrages, wobei er geflissentlich unterschlägt, dass sein Antrag sich nicht gegen die Koch-Trotzkisten richtet, sondern gegen den Genossen Ernst Aust ! Die Begründung des Antrages beginnt nämlich mit seinen folgenden Worten:

Insbesondere im Referat des Genossen Ernst Aust - `In welche Richtung muss sich die Partei weiter entwickeln?` wird die Stalinfrage FALSCH [sic !!!!!!!!!!!!!! ] behandelt und unser prinzipieller Standpunkt in dieser Frage VERWISCHT“ [sic !!!!!!!!!!!!!!! ]

und weiter entlarvt sich Möller, indem er seine ungeheulichen Angriffe auf den Genossen Ernst Aust noch verstärkt :

... ist das eine grundlegende Abkehr [sic !!!!!!!!!!!!! ] von unserer bisherigen Linie sowie von der Kampfposition [ !] der Albaner [ !!!] und der übrigen kommunistischen Weltbewegung in der Auseinandersetzung mit den Revisionisten .....

[ sic !!!!! - SO BEGANN ALSO DIETHARD MÖLLER SCHON (!!!!!) ZU LEBZEITEN DES GENOSSEN ERNST AUST DIE ALBANER UND DIE GANZE MARXISTISCH-LENINISTISCHE WELTBEWEGUNG GEGEN UNSEREN GENOSSEN ERNST AUST – und auch, seit dessen Tod im August 1985, gegen seinen Nachfolger Genossen Wolfgang Eggers - _ ZU „VERTEIDIGEN“ ... BIS AUF DEN HEUTIGEN TAG !!!! - Anmerkung der Redaktion]

... Die Frage Stalins ist sehr wohl von prinzipieller Bedeutung, weil damit zugleich die Frage der Diktatur des Proletariats als notwendige Voraussetzung für den Sieg des Sozialismus steht und fällt“ [Ende Zitat von Möller – Anmerkung der Red.].

Diesen letzten Satz, im Zusammenhang noch einmal zitiert, untermauert, dass Diethard Möller nicht die Koch-Clique damit gemeint hat, wie er es in dem Artikel „Zum 107. Geburtstag Stalins“ vorlügt, sondern dass er tatsächlich den Genossen Ernst Aust angreift.

So hintergeht D. Möller ganz gezielt die Genossen in seiner Spalterorganisation, so führt er seine Leser in die Irre und verschaukelt sie. Statt offener Selbstkritik versucht er seine Position durch die Hintertür als „korrekt“ unterzujubeln.

Doch damit nicht genug.

Die Begründung des Antrages Nr. 242 endet folgender Maßen:

Genosse Ernst Aust ... hat mit seinen VERWISCHUNGEN und der AUFGABE VON PRINZIPIELLEN STANDPUNKTEN DER PARTEI [ sic !!!] solchen Entwicklungen [ Möller meint hier die Entwicklungen des Koch`schen Verrats – der Verf.] die BAHN BEREITET“ [ sic !!!!! ].

Da haben wir es schwarz auf weiß:

Genosse Ernst Aust wird als „Bahnbereiter“ des Kochverrats an den Pranger gestellt ! Das ist die wirkliche Haltung Diethard Möllers zum Genossen Ernst Aust !

[ Zusammenarbeit von Koch und Möller im rechten und gleichzeitig „linken“ Angriff auf den Genossen Ernst Aust zur Liquidierung der KPD/ML – vorgenommen als Zangenbewegung zwischen der rechten Kochfraktion und der „linken“ Möllerfraktion – Das Beweinen des Todes eines Agenten wie Kafka ist nicht nur ein Beweis dafür, dass er beiden Fraktionen gedient hat, sondern dass beide Fraktionen zusammengearbeitet haben gegen den Genossen Ernst Aust und die KPD/ML und dass hier die einen Verräter den anderen Verrätern für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Beseitigung unseres Genossen Ernst Aust und bei der Liquidierung der KPD/ML innigst danken – aber sie kommen uns nicht ungestraft davon ! Die KPD/ML lebt. Wir kämpfen Auge um Auge und Zahn um Zahn gegen alle Verräter an unserer Partei !

So ist die Bourgeoisie und ihre Lakaien nicht nur in Deutschland vorgegangen, sondern Ähnliches passierte nach dem Tod des Genossen Enver Hoxha innerhalb der gesamten Marxistisch-Leninistischen Weltbewegung – Ausschaltung der alten Revolutionäre – neue Besetzung der führenden Posten mit Opportunisten. Möller leistet dazu immer noch seinen Beitrag – im Dienste des Weltimperialismus und seiner Geheimdienste ! - Anmerkung der Redaktion, 19. 9. 2009 ].

Ernst Aust soll also angeblich derjenige gewesen sein, der den Zerfallsprozess der KPD nicht nur zugelassen, sondern ihm sogar die „Bahn bereitet“ haben.

Der Gipfel der Unverfrorenheit und die Krönung des Opportunismus erreicht Diethard Möller damit, dass er überall und zu jeder Zeit vorgibt, Genossen Ernst Aust „hochzuhalten“ und ihn zu „verteidigen“ ?! Dieser hinterhältige Heuchler !

Er sieht sich dazu genötigt, um seinen schädlichen Einfluss auf jene Genossinnen und Genossen auszuüben, die Genossen Ernst Aust die Treue gehalten haben bzw. dies noch heute tun.

Diethard Möller hat der Partei in einer schwierigen Situation Schaden zugefügt. Dafür ist er ganz allein verantwortlich.

Doch setzen wir die Beweisführung ruhig weiter fort:

Was schreibt der Genosse Ernst Aust denn tatsächlich in seinem Referat: „In welche Richtung muss sich die Partei weiter entwickeln?“

Ernst schreibt unter anderem:

Setzt man aber voraus, dass die KPdSU während der Periode Stalins auch Fehler machte, so muss man auch die Zweifel und Bedenken von Genossen über gewisse Entscheidungen in dieser Periode ernst nehmen und darf sie nicht einfach auf den Nenner: „für oder gegen Stalin?“, zuspitzen, wie unsere Partei das tat. Niemand würde heute noch den Eintritt eines Genossen in die Partei von seiner Klarheit in der so genannten „Stalinfrage“ abhängig machen. Man sagt, darüber wird er schon im Verlauf seiner Parteizugehörigkeit Klarheit erlangen. Gut, aber ist damit das Problem gelöst ? Ich glaube nicht, denn immer noch wird es auch dann Genossen geben, die mit der offiziellen Haltung der Partei nicht einverstanden sind, für die das Problem nach wie vor ungeklärt ist.

Soll man sie deswegen aus der Partei ausschließen ? Nein. Schon Stalin sagte: `Ich bin entschieden gegen die Politik des Hinausjagens aller anders denkenden Genossen` (Stalin, Band 7, Seite 38). Man muss hier unterscheiden, um was für Fragen es sich handelt. Sind es Fragen von grundsätzlicher, entscheidender Bedeutung, die, wenn man sie nicht lösen und zu einer einheitlichen Meinung kommen würde, uns daran hindern, unser Ziel, den Sozialismus, zu erreichen, oder sind es Fragen untergeordneter Art, über die es durchaus unterschiedliche Meinungen innerhalb einer Partei geben kann“ (Zitatende aus dem Referat des Genossen Ernst Aust).

Genosse Ernst Aust tat mit seinem Referat nichts anderes, als sich sowohl vom rechten Opportunismus als auch vom „linken“ Sektierertum in der so genannten „Stalinfrage“ abzugrenzen und die korrekte marxistisch-leninistische Einschätzung über Stalin in der Partei zu stärken.

Wenn sich jemand in der KPD um die Verteidigung Stalins verdient gemacht hat, dann wa es ja wohl unser Genosse Ernst Aust und nicht Diethard Möller !

Wir haben das damals sehr wohl begriffen. Und wir haben das nicht nur begrüßt, sondern auch aktiv verteidigt. Wir haben damals mit Ernst in dieser Frage gemeinsam gekämpft und nicht zugesehen wie der Genosse Ernst Aust von rechts und von „links“ übel angegriffen wurde.

Als Beweise können wir eine Reihe von Stellungnahmen anführen, die wir dazu partei-intern veröffentlicht haben, die heute aber nicht jedem bekannt sein dürften.

Am 22. 9. 1983 schrieb der Genosse Wolfgang Eggers in einem Brief an die Koch`sche Parteizentrale:

In den wüsten Anklagen und Vorwürfen gegen das Referat des Genossen Ernst Aust schwingen deutlich auftretende Tendenzen des rechten Liquidatorentums mit“.

Das war damals die erste und einzige Stimme in der ganzen Partei, die gegen Koch und für Ernst erhoben wurde.

Im gleichen Brief heißt es an anderer Stelle:

Die Art und Weise, wie hier persönlich Angriffe und Unterstellungen vom Stapel gelassen werden, dürfen in unserer Partei nicht geduldet werden, weil sie unsolidarisch und somit für die ganze Partei schädlich sind“.

Dieser Brief des Genossen Wolfgang Eggers wurde gegen den trotzkistischen Diskussionsbeitrag der „Siemens-Witten-Zelle“ zum V. Parteitag geschrieben. In diesem trotzkistischen Diskussionsbeitrag hieß es zur so genannten „Stalinfrage“:

Da heißt es in der Rede von Ernst: `Ein weiteres Problem war und ist bis heute die Stalinfrage` (Anmerkung des Verfassers: Genosse Ernst Aust hatte in seinem Referat nicht `Stalinfrage` geschrieben, sondern `so genannte Stalinfrage`, was wohl einen erheblichen Unterschied macht und deswegen nicht unerwähnt bleiben sollte).

Weiter im Zitat der „Siemens-Witten-Zelle“:

O.K. Dann wird aber sofort behauptet, dieses Problem gebe es nur für andere, mit denen könnten wir schon in einer Partei zusammen machen ... Aber noch im Februar 1980 steht im TO 6/1979, nachdem erst einmal alle Stalinfeinde benannt werden, die sowjetischen, chinesischen und Euro-Revisionisten, die Titoisten, Maoisten, Trotzkisten, Anarchisten, Spontaneisten folgendes auf Seite 41 [hier zitiert die trotzkistische „Siemens-Witten-Zelle“ aus der feierlichen Rede des Genossen Ernst Aust zum 100. Geburtstag J. W. Stalins: „Von Stalin lernen, heißt siegen lernen“ - Anmerkung der Redaktion]: `Insofern ist auch die Haltung zu Stalin eine grundsätzliche Frage, ein Kriterium, eine Demarkationslinie, die die wahren Marxisten-Leninisten von den Revisionisten und Opportunisten aller Schattierungen, die wahren Revolutionäre von den Pseudo-Revolutionären trennt.`

weiter im Zitat der Siemens-Witten-Zelle:

Ich finde es richtig zu sagen, die Stalin-Frage ist nicht die Demarkationslinie, aber wir können doch nicht bei allen `neuen Erkenntnissen` so tun, als sei das schon immer so gewesen, und man muss die immerhin im TO erschienenen ausführlichen Stellungnahmen auch kritisieren. Und die Ansicht, die Stalin-Frage sei für uns kein Problem, sondern für einige Leute, die mit Unklarheiten zu uns kommen könnten, ist für mich Wunschdenken“ (Zitatende von der „Siemens-Witten-Zelle“, aus: Sondernummer 2 des „Kommunist“ [internes Parteiorgan] zum 5. Parteitag der KPD).

Dieses Zitat zeigt, dass die rechten trotzkistischen Opportunisten den Genossen Ernst Aust angreifen, weil er an Stalin festhält und nicht den Schwenk „weg von Stalin“ mitmacht, wie sich die Koch-Clique das damals gewünscht hätte.

Genosse Ernst Aust gestand ein, dass mancher Genosse Fragen zu Stalin hat. Aber nicht, um von den Prinzipien abzuweichen, sondern im Gegenteil wollte er sich um diese Genossen bemühen, sie überzeugen, statt diese „links“sektiererisch in die Arme der Rechten zu treiben, die aus den Fragen zu Stalin politisches Kapital gegen Stalin und damit gegen die Partei schlagen wollten. (Die differenzierte Betrachtungsweise in der so genannten Stalin-Frage gegenüber den verschiedenen Auffassungen von neuen Parteimitgliedern nutzte die Koch-Fraktion für ihren offenen Anti-Stalinismus als „inkonsequent“ und „nicht weitgehend genug“ und die „links“-sektiererische Möllerfraktion für ihren Anti-Stalinismus als „Abkehr von einer prinzipiellen Haltung gegenüber Stalin“ – ..... so warfen sich die rechten und „linken“ Liquidatoren in der so genannten „Stalinfrage“ ihre anti-stalinistischen Bälle gegenseitig zu !! - Anmerkung der Redaktion).

Diethard Möller aber sieht darin ein „Verwischen der Stalinfrage“, eine „falsche Behandlung der Stalinfrage“, eine „grundlegende Abkehr von Stalin“ usw. usf.

Der Genosse Wolfgang Eggers hat gleich nach dem Brief vom 22. 9. 1983 eine erste kämpferische Stellungnahme gegen die trotzkistische „Siemens-Witten-Zelle“ und deren Angriff auf Ernst Aust in der so genannten „Stalinfrage“ abgegeben, die wir an dieser Stelle original zitieren möchten. Dabei sei zum Verständnis des Lesers voraus geschickt, dass die „Siemens-Witten-Zelle“ seiner Zeit die unheilvolle Aufgabe übernommen hatte, den Standpunkt der Koch-Clique stellvertretend in die Parteidiskussion einzuschleusen, so dass Koch diese offenen Angriffe nicht selber starten brauchte. Diese Taktik diente ihm dazu, unter angeblich „korrekter“ Parteilinie den Verrat an der Partei im Stillen ungestört voranzutreiben. Doch nun zur Stellungnahme des Genossen Wolfgang Eggers, die damals von der Lüneburger Zelle unterstützt wurde:

Nun zu der von Euch aufgeworfenen Stalin-Frage. Wie geht ihr da ran ?

Ihr seht im Referat des Genossen Ernst Aust Widersprüche. Auf der einen Seite soll Ernst Probleme in der Stalinfrage gesehen haben, auf der anderen Seite aber gehe er davon aus, dass das Problem für uns gelöst sei, und wieder an einer anderen Stelle gäbe es das Problem nur für Andere. Man könnte meinen, dass im Referat wieder mit `erschreckender Laxheit über Widersprüche hinweg gegangen worden sei` [diese Redewendung wurde von der „Siemens-Witten-Zelle geprägt. So kritisierten sie den Genossen Ernst Aust nämlich an verschiedensten Stellen in ihrer Stellungnahme zu seinem Referat – Anm. d. Verf.]

Weiter Zitat Wolfgang Eggers:

Man kann auch Widersprüche künstlich herbei reden. Was steht denn nun wirklich in Ernst `s Referat ?

  1. Es ist erstens ein Problem, die Arbeiterklasse davon zu überzeugen, dass Stalin trotz aller bürgerlicher Hetze in der Öffentlichkeit ein Freund des Weltproletariats war und ist, und zweitens ist es ein Problem, der Arbeiterklasse klarzumachen, dass nicht Stalin, sondern die Revisionisten die Errungenschaften des Sozialismus zerstört und die Arbeitermacht zerschlagen haben. Hier haben wir es insbesondere mit der DKP zu tun, die auf die Arbeiter in den Betrieben und überall sonst noch in diesem Sinne Einfluss ausübt, der anhält und noch lange nicht durch uns entkräftet ist – wohlgemerkt im Bewusstsein der Arbeiterklasse.

  2. Das ist nicht gleichzusetzen mit dem Selbstverständnis der Partei. Die Partei hat hier grundsätzlich Klarheit in der Stalinfrage. Für uns ist das Problem dahin gehend gelöst, dass wir – wenn wir den Marxismus-Leninismus verteidigen-, wir auch Stalin verteidigen müssen. Dabei heißt Stalin verteidigen nicht, auch seine Fehler zu verteidigen, die er zweifellos gemacht hat Sicherlich schließt dies eine noch vorzunehmende Untersuchung ein, in welchem Maße Stalins Fehler es den Revisionisten erleichtert haben, den Kapitalismus zu restaurieren [eine ausführliche Untersuchung hat die Komintern / ML kürzlich vorgenommen: „Über die Grundlagen und zu den Fragen des Stalinismus“ - Anmerkung der Redaktion].

  3. Den Eintritt eines Genossen in unsere Partei kann man nicht von seiner restlosen Klarheit in der so genannten „Stalinfrage“ abhängig machen. Das wäre Sektierertum. Selbst wenn dieser Genosse eine Haltung aufrecht erhält, die nicht mit der offiziellen Haltung der Partei übereinstimmt, so ist dies kein Grund ihn auszuschließen.

So steht es mit den „Widersprüchen“ im Referat.

Und wir sind durchaus nicht der Meinung des Genossen aus der Siemens-Witten-Zelle, dass die Lösung der im Referat dargestellten Probleme als „Wunschdenken“ anzusehen seien. Wenn sie nicht gelöst werden, werden wir die Massen nicht von der Notwendigkeit der Revolution überzeugen können. Für unsere Genossen aus der „Siemens-Witten-Zelle“ möchten wir noch hinzufügen, dass die abweichende Haltung eines Genossen von der offiziellen Haltung der Partei ihn nicht von der Parteidisziplin entbindet – in keiner Frage – die Beschlüsse der Partei nach außen hin zu vertreten und praktisch umzusetzen“ (Ende Zitat Wolfgang Eggers; aus: Sondernummer „Kommunist“ / Diskussionsbeiträge).

Damit sollte die „Siemens-Witten-Zelle“ daran erinnert werden, dass es ihr zu keiner Zeit gestattet werden darf, die prinzipielle Haltung der Partei zu Stalin aufzugeben.

Dies war nur ein kleiner Ausschnitt aus den Stellungnahmen, die der Genosse Wolfgang Eggers zur Verteidigung des Genossen Ernst Aust in der so genannten „Stalinfrage“ abgegeben hat. Es liegen von ihm weitere Parteidokumente vor, die zur Untermauerung nich hinzu gezogen werden könnten.

Ganz anders Diethard Möller:

Er griff den Genossen Ernst Aust zur gleichen Zeit an, als dieser von der Koch-Clique bombardiert wurde. Damit verriet er nicht nur den Genossen Ernst Aust, ließ er ihn im Kampf gegen Koch nicht nur in Stich, sondern half tatkräftig mit, den Zerfallsprozess der Partei zu beschleunigen und die wahren marxistisch-leninistischen Kräfte in der Partei zu desorientieren, sie auf eine „links“sektiererische Position zurückzuzerren.

Es ist schon ein Stück Unverfrorenheit, wenn Diethard Möller gerade den Genossen Wolfgang Eggers verurteilt und diesen als „zurückzerrenden Linkssektierer“ verunglimpft.

Den Genossen Wolfgang Eggers und die Genossin Waltraud Aust als „geschworene Parteifeinde“ zu diffamieren, zielte einzig und allein darauf ab, den Sektierertum-Vorwurf von sich selber reinzuwaschen und ihn den Marxisten-Leninisten anzuhängen, um die Partei zu blenden und zu rufen: „Haltet den Dieb!“

Diese Auseinandersetzung belegt, dass die Methoden und wirklichen Ansichten D. Möllers parteischädigend sind. In der Öffentlichkeit erzeugt er ein Bild, das die Marxisten-Leninisten als Spalter hinstellt und die Frage der Einheit der Marxisten-Leninisten zu einer Personenfrage machen möchte. Tatsächlich aber geht es um äußerst prinzipielle Differenzen, die wir bereits in unserem ersten theoretischen Organ angesprochen haben.

Nur eine prinzipienfeste und inhaltliche Auseinandersetzung kann der Partei helfen. Die Methoden D .Möllers aber sind genau das Gegenteil.

Es zeigt sich, dass man nicht nach dem Schein urteilen darf. Demnach hätten wir seine Haltung zu Stalin in der Dezemberausgabe nur begrüßen müssen. Wer aber die tatsächliche Denkweise und seine Methoden untersucht, die er hinter dem Schein verborgen hält, der wird feststellen, dass Diethard Möller eine äußerst gefährliche Person ist.

Alle Genossen, die bisher von Diethard Möller ein ehrliches Bild hatten, sollten in Zukunft kritischer an ihn herangehen und sich vor diesem Doppelzüngler in Acht nehmen.

Ohne Führung einer prinzipiellen Auseinandersetzung kann es auch keine Einheit der Marxisten-Leninisten geben, die wir nach wie vor schaffen wollen. Wir kämpfen ehrlich und ernsthaft für jeden Genossen, der von Möller geblendet, aber noch nicht blind geworden ist.

Nur wer den Genossen Ernst Aust verteidigt, ist für die Einheit der Marxisten-Leninisten – und nicht, wer ihn angreift !

Macht der Spalterei ein Ende !

Ihr fragt – WIE ?

Gut.

Prüft die Parteidokumente gewissenhaft.

Setzt euch ernsthaft mit den Meinungsverschiedenheiten auseinander, schweigt nicht länger, nehmt endlich zu uns öffentlich Stellung !

Dann werdet ihr feststellen, dass wir nicht die „Parteifeinde“ sind, zu denen uns Diethard Möller abgestempelt hat.

Wir haben für die KPD gekämpft und wir werden stets für die KPD kämpfen.

Daran wird sich weder heute noch morgen etwas ändern. Warum soll es in der Möllergruppe nicht auch Genossen geben, die dies genau so ehrlich wollen wie wir...

... und die eine prinzipienlose Spaltung genau so ablehnen wie wir.



- Ende -