Dokumente der Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust

 

 
 

 

 

7. Parteitag

Jahreswende 1988/1989

- am 20. Gründungstag der KPD/ML Ernst Austs / 70. Gründungstag der KPD Ernst Thälmanns -




Aufruf

des 7. Parteitags der KPD



An die Industriearbeiter

Der Kampf der Stahlarbeiter in Rheinhausen hat gezeigt, dass das deutsche Industrieproletariat fähig ist, die stärkste politische Kraft in unserem Land zu werden.

Millionen von Industriearbeitern bilden eine starke Massenfont, die in der Lage ist, alle anderen Arbeiter in Deutschland mitzureißen, gegen das herrschende Kapital zu führen, das in rücksichtslosem Konkurrenzkampf für maximale Profite den Lebensstandard und die Rechte des Volkes niederdrückt.

Zur Verteidigung gegen die frechen Angriffe der Monopolparasiten und ihrer Lakaien in der Arbeiterbewegung müssen sich die Industriearbeiter schnellstens organisieren, um zu einer mächtigen politischen Kraft zu werden, zu einer Kraft, die viel stärker ist als die Kraft des Klassenfeindes!

Der Klassenfeind senkt den Lebensstandard der Arbeiter in allen Industriebereichen bis an die Grenze der Armut, während die Reichen immer noch reicher werden. Das ist eine Tatsache, die man an hunderten von Beispielen beweisen kann. Die Arbeitslosigkeit ist zur schlimmsten Krankheit des Kapitalismus geworden. Das Industrieproletariat soll zu Boden kriechen, soll den Profiten der Kapitalisten geopfert werden.

Die Anhäufung kolossaler Werte on den Händen einer kleinen Minderheit, die alle Fabriken, Maschinen und Banken kontrolliert, geht einher mit der Anhäufung von Not und Elend bei jenen, die sich täglich abmühen müssen. Ob sie in der Stadt leben oder auf dem Lande, sie müssen mit ansehen, wie ihnen ihre geschaffenen Werte von der herrschenden Klasse wieder entrissen werden.

Die Politik der Regierung dient nichts anderem, als immer dickere Geschäfte möglich zu machen, immer mehr auszubeuten und zu unterdrücken. Die Regierung schützt nicht die Arbeiter sondern das Kapital. Deswegen ist der kapitalistische deutsche Staat ein Klassenstaat, ein Instrument der Monopolbourgeoisie.

Die Maßnahmen, die die Regierung Tag für Tag ergreift, sind immer brutalere und frechere Maßnahmen gegen die Massen. Es sind Angriffe auf die Löhne, auf die Arbeitsplätze, auf die Rechte. Es ist ein kaltblütiger Krieg. Dieser Krieg beweist, dass es für die Arbeiterklasse keinen Frieden und keine Harmonie mit dem Klassengegner geben kann, sondern im Gegenteil einen unerbittlichen Kampf für die Lebensinteressen der Arbeiterklasse. Das Industrieproletariat muss diesen Kampf anführen, damit die geschaffenen Werte in die Tachen aller Werktätigen fließen und nicht in die Taschen einer handvoll Parasiten.

Die großartigen Kämpfe der Bauern, der Jugend, des öffentlichen Dienstes, die Kämpfe verschiedenster Schichten der Werktätigen beweisen, dass die Industriearbeiter nicht alleine stehen, sondern viele Verbündete im Volk haben, um die herrschende Klasse für immer in die Knie zu zwingen.

Der Schlüssel zur Lösung aller Probleme liegt in der Besitzergreifung aller Fabriken, Maschinen, der Banken, des Bodens usw., also in der Enteignung des kapitalistischen Privateigentums und in der sozialistischen Revolution. Alle Werte müssen in die Hände der Arbeiter zurückfließen. Dann ist es aus mit arm und reich, mit Ausbeutern und Ausgebeuteten. Alle wissenschaftlichen Errungenschaften, alle neuen Technologien, können dann die Arbeiter für sich selbst nutzen, und sie werden nicht mehr wie bisher gegen sie eingesetzt.

Das ist ganz im Sinne des Sozialismus! Sozialismus ist nicht nur gut für die Arbeiter; er ist auch der einzige Ausweg aus ihrer verdammt schlechten Lage.

Die KPD kämpft für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland!

Die KPD kämpft dafür, dass die Arbeiter die Macht im Staat haben, wie dies heute nur noch in der SVR Albanien verwirklicht ist!

Die KPD kämpft für die völlige Abschaffung derjenigen Macht, mit der das Monopolkapital heute die Arbeiter beherrscht!

Die KPD soll die zentrale Organisation des Kampfes der Arbeiterklasse sein, mit der es gelingt, die Ketten der kapitalistischen Lohnsklaverei für immer zu zerreißen!

Die KPD macht den Industriearbeitern klar, welche große Macht sie eigentlich besitzen. Die KPD macht ihnen bewusst, wie notwendig es ist, für den Sozialismus zu kämpfen. Wenn sich die deutschen Industriearbeiter auf ihre Kraft besinnen, sich die nötigen Kenntnisse des Klassenkampfes aneignen und einen eisernen Willen entfalten, um ihr Ziel – allen Hindernissen zum Trotz – unbeirrt zu verfolgen und sich auf alle ihre Verbündeten stützen, wenn die Industriearbeiter zum Sturm antreten, dann wird es hier in Deutschland niemandem gelingen, sich gegen sie zu behaupten. Das Industrieproletariat ist die stärkste politische Kraft und hat daher die Fähigkeit zu siegen!

Unter den Industriearbeitern gibt es eine wachsende Anzahl, die sich ganz offen gegen das ganze Lumpengesindel von Parasiten, Lakaien und Bonzen zur Wehr setzt. Wer hat das besser vor Augen geführt als die Rheinhausener Stahlarbeiter! Sicherlich gibt es auch resignative Stimmungen, sollen die Arbeiter mürbe gemacht werden. Aber was zählt, ist, dass immer mehr Kollegen in Kampfstimmung kommen, dass immer mehr bereit sind, auf`s Ganmze zu gehen. Und die Solidarität wächst untereinander. Es entwickelt sich ein Klasengefühl und es heißt: „Wer einen von uns angreift, greift uns alle an!“ „Uns gefällt weder die eine noch die andere Regierung!“ „Weg mit jeder Regierung, die für die Kapitalisten ist und gegen uns arbeitet!“ „Wir brauchen unsere eigene Regierung!“

Aber die Ausmaße, die Intensität und der Organisationsgrad der von den Arbeitern entfachten Stürme wird durch kapitalistisches Gedankengut eingeengt und beeinflusst, welches in den Gewerkschaftsetagen und bei der SPD und DKP aber auch bei den Grünen vorherrscht. Alle diese Kräfte bleiben auf „Reformen“ beschränkt, greifen die Missstände an, ohne deren kapitalistische Ursache ausmerzen zu wollen. Sie lassen die Ketten des Ausbeutungdsystems unangetastet, ja helfen denjenigen noch dabei, die sie fester schmieden. Die KPD hat sich im Gegensatz zu diesen Kräften das Ziel gesetzt, diese Ketten zu SPRENGEN. Anstatt in großer einheitlicher Front unter Einbeziehung aller nur verfügbaren Kräfte das Kapital und seine Herrschaft anzugreifen und niederzuschlagen, wie die KPD das will, wird heute der Kampf ganz gewollt und gezielt zersplittert und die Forderungen immer weiter heruntergedrosselt, bis zuletzt kaum noch was übrigbleibt, wofür es sich lohnt zu kämpfen. Anstatt solche Verrätereien zu entlarven, wie die KPD das tut, wird alles entstellt und verstümmelt dargestellt, wird die Wahrheit verkleistert und verdreht, werden die Feinde als „Freunde“ gelobt und die Freunde als „Feinde“ verteufelt, soll keiner mehr einen Durchblick bekommen und erkennen, was Sache ist.

Die Industriearbeiter müssen sich auf ihren eigenen Verstand, auf ihre eigene Kraft stützen und müssen sich als selbständige und unabhängige Einheit verstehen und auch so handeln. Die Industriearbeiter müssen sich unter der Fahne des Sozialismus und der Diktatur des Proletariats sammeln. Sie müssen sich als politische Kraft in einer Partei organisieren, die ihren Klassenkampf im ganzen Land zentral anleiten kann. Hierzu ist nur eine kommunistische Partei in der Lage, die nach revolutionären marxistisch-leninistischen Grundsätzen aufgebaut ist. Die kommunistische Partei ist die höchste Form der Klassenorganisations des Proletariats. Durch sie wird das Proletariat befähigt, die Staatsmacht zu übernehmen und die Kapitalisten zum Teufel zu jagen.

Die KPD will dieses Ziel erreichen. Sie bringt jeden Monat das Zentralorgan „Roter Morgen“ heraus, um in der Arbeiterklasse solche Gedanken zu verbreiten, wie sie hier in diesem Aufruf zu lesen sind. Die KPD will Antwort auf alle Fragen geben. Sie will den Ausweg zeigen, will auf die Revolution vorbereiten, will für die Welt des Kommunismus kämpfen, damit nirgendwo Menschen durch Menschen ausgebeutet und unterdrückt werden.

Die KPD zeichnet sich aus durch ein hohes Niveau von einheitlichem Willen und einheitlichem Handeln. Diese Einheit ist stark und unüberwindlich, weil sich ihre Mitglieder aus freien Stücken zu marxistisch-leninistischen Grundsätzen bekennen: Proletarier aller Länder - Vereinigt euch!

Wenn sich die deutschen Industriearbeiter in ihrer eigenen kommunistischen Partei vereinigen, dann werden die Tage der dicken Geschäftemacherei gezählt sein, dann wird die Arbeiterklasse Deutschlands andere Seiten aufziehen.



Die wichtigste politische Aufgabe, die das Industrieproletariat heute lösen muss, ist, eine eigene starke kommunistische Partei aufzubauen!

Jeder Arbeiter, der in den Reihen der kommunistischen Partei kämpft, versetzt damit dem Klassengegner einen kräftigen Faustschlag in`s Gesicht!

Jeder Arbeiter, der sich in die kommunistische Partei einreiht, unterstützt alle Arbeiter in ihrem gegenwärtigen Kampf für Löhne, Arbeitsplätze, soziale Existenz und befreit sie schließlich von ihren Fesseln!

Das Industrieproletariat und die kommunistische Partei bilden zusammen das Herzstück des sozialistischen Bündnisses, welches den Klassenfeind hinwegfegen wird!

Nehmt Konatkt auf zur Kommunistischen Partei deutschlands

Lest das Zentralorgan

„Roter Morgen“



Aufruf – verabschiedet vom 7. Parteitag der KPD im dezember 1988, verfasst von Wolfgang Eggers




 

 

 zurück zur homepage

Mit kommunist