Dokumente der Geschichte der KPD/ML des Genossen Ernst Aust

 

 
 

 

 

7. Parteitag

Jahreswende 1988/1989

- am 20. Gründungstag der KPD/ML Ernst Austs / 70. Gründungstag der KPD Ernst Thälmanns -


 



Resolution 3

des 7. Parteitages der KPD



„Unsere dringendsten Aufgaben“



Die KPD setzt mit dem 7. Parteitag ihre Arbeit auf den Grundlagen ihrer 70 – bzw. 20 jährigen Tradition unbeirrbar und kontinuierlich fort.

Der 7. Parteitag schließt die Reorganisierungsphase ab und eröffnet die Bewährungsphase.

Die Partei musste ihren Blick bis zum 7. Parteitag hauptsächlich nach innen richten, um die Parteikrise und die Liquidatoren und Trotzkisten zu überwinden. Jetzt ist die Partei wieder funktionstüchtig, und wir stellen uns die Aufgabe zu lernen, den Blick wieder mehr nach draußen auf die Arbeiterbewegung zu lenken, ohne dabei die innere Stärkung der Partei auch nur für eine Sekunde aus dem Auge zu lassen oder zuzulassen, dass die Partei wieder in falsche Hände gerät.

Die Überwindung der Parteikrise durch den 6. Parteitag und die enormen Anstrengungen während der Reorganisierungsphase bis zum 7. Parteitag sind die erfolgreich erkämpften Voraussetzungen für die jetzt vor uns liegende Bewährungsperiode, die gekennzeichnet sein wird durch die Gewinnung von Stabilität, Kontinuität, Kraft, Straffheit und Disziplin, die wir aus der aktiven Teilnahme am Klassenkampf gegen die Bourgeoisie schöpfen werden.

Unsere dringendste Aufgabe

besteht also darin, die KPD unter den Masen bekannter zu machen und sie mit der Arbeiterbewegung fester zu verbinden, das heißt, die Partei wird der Arbeiterbewegung darin dienen, die Interessen der Gesamtbewegung als Ganzes zu vertreten, dieser Bewegung ihr Endziel, ihre politischen Aufgaben zu weisen, ihre politische und ideologische Selbständigkeit zu wahren.

Rüsten wir uns zur revolutionären Kampfpartei! Treten wir näher heran an die Massen, ohne dabei in Spontaneismus, Ökonomismus und Handwerkelei zu verfallen und in unseren theoretischen Niveau herabzusinken! Wenden wir uns mehr den konkreten Zielen der Bewegung zu, ohne dabei die Verkörperung des bewussten Elements zu vergessen!

Unterstützen wir jeden konkreten politischen Widerstand gegen die unverschämten Angriffe des Kapitals und seiner Regierung, indem wir die Abwehrkämpfe in Gegenoffensiven verwandeln mit dem Ziel des Sturzes der Regierung und des kapitalistischen Staates durch die sozialistische Revolution.

Wir haben die Partei wieder aufgebaut – jetzt muss sie sich im Kampf bewähren! Wir schlagen die Richtung der revolutionären Aktion gegen die Angriffe der Bourgeoisie ein und nehmen vor allem unsere ideologischen Waffen mit ins Gepäck, um sie gegen die Ideologie der Bourgeoisie zu richten!

Die theoretisch-ideologische Auseinandersetzung ist nach der Parteikrise und der Reorganisierung nicht etwa beendet. Die Bedeutung des ideologischen Aufbaus der Partei nimmt in der kommenden Bewährungsphase durch drei Umstände noch zu:

1) Die Partei ist immer noch dabei, ihr eigenes Profil herauszuarbeiten. Die Auseinandersetzung mit jenen Kräften, die vom richtigen Weg abzulenken drohen, ist noch nicht abgeschlossen. Wenn die spontane Arbeiterbewegung und der praktische Kampf der Partei einen neuen Aufschwung nehmen, muss das theoretische Fundament gegen all die anderen Richtungen des revolutionären Denkens wasserdicht gemacht werden, damit die Bemühungen um mehr Einfluss in der Bewegung nicht spurlos versickern. Wenn wir die verschiedenen ideologischen Richtungen, die von unserer marxistisch-leninistischen Linie abweichen, ignorieren, kann davon morgen wieder unsere Existenz abhängen.

2) Mit der Resolution des 7. Parteitags zum proletarischen Internationalismus haben wir unterstrichen, dass unser Kampf vom Wesen her international ist. Das heißt konkret, das wir z.B. die Erfahrungen in den anderen Ländern verstärkt verarbeiten müssen. Und dies wiederum verlangt eine selbständige Überprüfung, inwieweit sie bezogen auf die konkrete Situation in unserem Land anwendbar sind. Wenn wir die Erfahrungen der anderen Länder ausnutzen, können wir die durch die Parteikrise bedingten Rückstände schneller wieder aufholen.

3) Wir haben im Tätigkeitsbericht des ZK – vorgelegt auf dem 7. Parteitag – zur Kenntnis genommen, dass die programmatische Arbeit in der Reorganisierungsphase zurückgestellt wurde. Die KPD kann ihre Rolle als Vorkämpferin nur erfüllen und sich nur dann im Kampf bewähren, wenn sie sich programmatisch weiterentwickelt.



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Der 7. Parteitag legt für die Bewährungsphase

3 Schlüsselbereiche

A, B und C

fest, auf die das Hauptaugenmerk der zukünftigen Parteiarbeit gerichtet wird:



Bereich A: Verankerung in der Arbeiterklasse

Die Partei wird ihre Arbeit auf die Entwicklung von Betriebsparteizellen konzentrieren und gleichzeitig neue organisatorische Formen für den Kampf gegen die Arbeitslosigkeit suchen.

Dies ist der Weg, um sich in der Arbeiterbewegung besser zu verankern, die Reihen der Partei zu stärken, ihre soziale Zusammensetzung noch weiter zu verbessern und den Einfluss der KPD in der deutschen Arbeiterklasse zu erweitern.

Die KPD wird alle Fragen anpacken, die die Arbeiter am brennendsten bewegen:

-Sicherung der materiellen und sozialen Lebensgrundlagen;

- Verringerung der Massenarbeitslosigkeit bzw. deren Abschaffung;

- Begegnung der Kriegsgefahr;

-Begegnung der „Gefahr von rechts“: Kampf gegen Reaktion, Faschismus und Rassismus;

- Befreiungskampf der Völker, proletarischer Internationalismus, Verteidigung und Propagierung der Sozialistischen Volksrepublik Albanien, des einzigen sozialistischen Landes:

- Abgrenzung von Reformismus, Revisionismus und Opportunismus aller Schattierungen;

- nationale Frage, Kampf für ein vereintes, unanhängiges, sozialistisches Deutschland!

- Einheit der Marxisten-Leninisten, Aktionseinheit, Einheitsfront;

- Strategie und Taktik des revolutionären Klassenkampfes

Das Zentralkomitee wird vom 7. Parteitag beauftragt, sich um die Bewältigung der Aufgaben zu kümmern, die der Verankerung der KPD in der deutschen Arbeiterbewegung dienen.



Bereich B: Aufbau des Kommunistischen Jugendverbandes

Die KPD wird ihre Anstrengungen zur Mobilisierung der revolutionären Jugend erhöhen und bis zum 8. Parteitag einen kommunistischen Jugendverband aufbauen, um die unerschöpfliche Energie der Jugend sinnvoll für die Sache der Arbeiterklasse, für den Freiheitskampf der Völker und für die Ziele des Kommunismus einzusetzen.

Als kollektiver Propagandist, kollektiver Agitator und kollektiver Organisator soll eine revolutionäre Jugendzeitung verbreitet werden.

Der kommunistische Jugendverband soll dazu beitragen, die Partei zu verjüngen und die Reihen der Partei zu füllen.

Das Zentralkomitee wird beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten.





Bereich C: Gesamtnationaler Organisationsaufbau der Parteiarbeit

Die KPD stellt sich die Aufgabe, die marxistisch-leninistischen Kräfte bundesweit zu vereinigen und die Partei in den strategisch wichtigsten Gebieten anzusiedeln.

Die KPD setzt sich zum Ziel, die Partei bis zum 8. Parteitag in allen Bundesländern in Erscheinung treten zu lassen und ein zentrales Parteibüro einrichten zu lassen.

Die Verbreiterung der regionalen und örtlichen Arbeit erfolgt durch die Dezentralisierung der Verantwortlichkeiten bei gleichzeitiger Stärkung des zentralen Parteiapparates. Die Arbeitsteilung muss sowohl in Richtung Spezialisierung als auch in Richtung Zentralisierung vorangetrieben werden.

Der 7. Parteitag hat die Verbesserung des Statuts beschlossen. Es ist jetzt die Aufgabe der Partei, die Anforderungen, die das Statut an den organisatorischen Aufbau der Partei stellt, optimal zu erfüllen, damit die Einheit des Willens des 7. Parteitags auch zur Einheit des zukünftigen Handelns unserer ganzen Partei werden kann.

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Wenn wir nach dem 7. Parteitag geschlossen in die Tiefe und Breite der Bewegung einsteigen, müssen wir bei aller Tatkraft und Entschlossenheit unsere vorhandenen Kräfte realistisch einschätzen.

Wir müssen Reserven bilden und eher auf die eine oder andere Aktion verzichten, anstatt die Kräfte bis zur Erschöpfung auszupowern.

So wie viele der 14 Thesen des 6. Parteitags auch noch weiterhin gültig und aktuell bleiben, so trifft dies auch auf die These 8 zu, die jetzt lauten muss:

Die KPD wird ihrer Bewährungsphase im Klassenkampf nur erfolgreich meistern, wenn sie sich nicht gleich schutzlos den Stürmen aussetzt und sich nicht durch kopflose Geschäftigkeit, „revolutionäre“ Projektmacherei und Pläneschmieden verzettelt, sondern sich gezielt darauf konzentriert, die Beschlüsse des 7. Parteitags in täglicher Kleinarbeit unter den Massen beharrlich zu vrwirklichen.



Vorwärts mit der Kampfpartei der deutschen Arbeiterklasse!

Vorwärts mit der KPD im Geiste des Genossen Ernst Aust!



Resolution beschlossen auf dem 7. Parteitag der KPD im Dezember 1988

verfasst von Wolfgang Eggers


 

 

 

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