Halte hoch im Kampf den Roten Morgen!“



20. Jahrestag der Gründung des

Roten Morgen

Rede des Genossen Wolfgang Eggers

gehalten auf dem Berliner Pressefest vom 19. - 20. 9. 1987





Liebe Genossinnen und Genossen !

Liebe Freunde !

Im Auftrag des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Deutschlands [zum Zeitpunkt der gehaltenenen Rede nannte sich die KPD/ML wieder KPD – Anmerkung der Redaktion] habe ich allen hier versammelten Teilnehmern des Pressefestes kämpferische und revolutionäre Grüße zum 20 jährigen Bestehen des Roten Morgen auszurichten !

Anmerkung der Redaktion: Genosse Wolfgang Eggers entschuldigte sich im voraus für die lange Rede und führte dafür 4 Gründe an:

  1. Nicht jede kommunistische Zeitung wird 20 Jahre alt. Dem 20. Jahrestag des Roten Morgen gebührt also eine historische Würdigung.

  2. Nachdem der Rote Morgen durch den Koch-Verrat in den trotzkistischen Dreck gezogen wurde, ist es gerade erst recht unsere Pflicht, den Roten Morgen hochzuhalten und uns seiner großen Bedeutung noch tiefer bewusst zu werden.

  3. Zwanzig Jahre sind eine so lange ereignisreiche Zeit, so dass sich die Fülle der wichtigsten Ereignisse im Leben unseres Zentralorgans nicht in ein paar Sätze hineinstopfen lässt.

  4. Das 20 jährige Bestehen des Roten Morgen soll nicht nur feierlich gewürdigt werden, sondern dient uns auch als Anlass, für die Arbeit mit dem Roten Morgen in der Zukunft die richtigen Schlussfolgerungen und Lehren zu ziehen.

[ Anmerkung der Redaktion: Die Rede war auf den Besuch der Ostberliner Botschaft der Sozialistischen Volksrepublik Albaniens zugeschnitten. Im letzten Augenblick kam dieser Besuch leider nicht zustande. Das wäre das erste Mal gewesen, dass Vertreter des Albanischen Staates an einer unserer Parteiveranstaltung in Deutschland teilgenommen hätte. ]

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Deutschlands möchte nun die Vertreter unserer iranischen Bruderpartei begrüßen, die Partei der Arbeit Irans (TOUFAN) !

Die TOUFAN ist eine unserer ersten Bruderparteien, die mit uns 15 Jahre lang Seite an Seite gekämpft hat. Damals galt unsere Solidarität ihrem Kampf gegen das Schah-Regime. Der Rote Morgen hat darüber ausführlich berichtet. Heute gilt unsere Solidarität ihrem Kampf gegen das Khomeini-Regime. Diese fanatischen Khopmeini-Bestien tränken immer mehr das Blut der iranischen Völker in einem sinnlosen, ungerechten, reaktionären Krieg. Sie ermorden die besten iranischen Söhne und Töchter, sie ermorden die besten Genossen unserer iranischen Bruderpartei. Sie ermordeten den heiß geliebten Genossen Chitgar – Mitglied des Politbüros der Partei der Arbeit Irans. Wir drücken an dieser Stelle und in diesem Augenblick unseren tiefen brüderlichen Schmerz und unser allerherzlichstes Beileid aus. Wir wollen uns von unseren Plätzen erheben und dem Genossen Chitgar in einer Schweigeminute unsere letzte Ehre bezeugen. (Ich danke euch!).

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Wir schwören: Die Khomeini-Bande lassen wir nicht ungestraft davonkommen. Wir erklären ihrem heiligen Krieg unseren heiligen Krieg, den unversöhnlichen, revolutionären, internationalistischen, proletarischen Klassenkrieg – Auge um Auge, Zahn um Zahn ! Die iranische Revolution des Proletariats wird eines Tages siegen. Khomeini wird genauso zu Fall gebracht wie der Schah. Es lebe die Partei der Arbeit Irans! Es lebe der proletarische Internationalismus ! Nieder mit dem Khomeini-Regime!

[Anmerkung der Redaktion: Wir halten an der alten revolutionären marxistisch-leninistischen Linie von TOUFAN fest und verteidigen TOUFAN als unsere Bruderpartei. Seit sehr vielen Jahren wurden die brüderlichen Kontakte zu uns von TOUFANS Seite aus einseitig abgebrochen. TOUFAN hat sich mit Leuten zusammengetan, die sich von unserer Partei abgespalten hatten, und die uns seitdem (seit über 20 Jahren) bekämpfen ( KPD-Frankfurt)].

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Ich freue mich sehr, unseren Freund und Genossen Jörgen Pedersen von der Dänischen Kommunistischen Partei / Marxisten-Leninisten im Namen des Zentralkomitees der KPD recht herzlich auf unserem Pressefest willkommen zu heißen. Unsere dänischen Klassenbrüder haben soeben bei der Wahl eine glänzende Schlacht gegen die bürgerlichen Parteien geführt.. Wir überbringen hiermit unsere revolutionären Glückwünsche für die größte und erfolgreichste Aktion in der Geschichte der DKP/ML. Am 5. September – also vor 14 Tagen – feierte die DKP/ML wie wir heute auch ein großes Pressefest. Es handelt sich um einen stolzen Anlass: Das Zentralorgan der DKP/ML heißt „ Arbeijderen“. Es erscheint nun schon seit 5 Jahren als Tageszeitung. Wir gratulieren zu diesem Erfolg und wünschen dem Zentralorgan „Arbeijderen“ alles Gute für die Zukunft. Eine Tageszeitung ist eine großartige Sache. Ohne eine kommunistische Tageszeitung kann in keinem Land von einem wirklichen Einfluss in der Arbeiterbewegung die Rede sein. Die Dänen sind uns Vorbild und Ansporn, und wir werden in Zukunft unsere Anstrengungen erhöhen, dass der Rote Morgen öfter als bisher erscheint und auch einmal eine tageszeitung wird. Es lebe die DKP/ML! Es lebe der proletarische Internationalismus!

[Anmerkung der Redaktion: Auch die DKP/ML wurde gespalten. Wir halten aber die alte Tradition unserer brüderlichen Verbundenheit zur Zeit des Genossen Ernst Aust hoch. Und wir sind davon überzeugt, dass die alte Freundschaft, die unsere beiden Parteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit Enver Hoxha an der Spitze miteinander verbunden hatte, weiterleben wird.]

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Die KPD und ihre türkische Bruderpartei, die TDKP blicken auf eine jahrelange, kampferprobte Freundschaft zurück. Heute ist die TDKP in verschiedene Richtung gespalten. Das ist ein tiefer Verlust und keiner kann das schmerzlicher nachempfinden als wir deutschen Kommunisten, denn auch wir haben Spaltungen erlebt und erst kürzlich unsere schwerste Parteikrise mit großen Anstrengungen zu überwinden versucht. Wir sind der festen Überzeugung, dass treue TDKP-Genossen ihre Partei wieder aufbauen auf den alten marxistisch-leninistischen korrekten Grundlagen und die Einheit der Maristen-Leninisten wieder herstellen.

Wir freuen uns daher ganz besonders darüber, dass türkische Genossen von „Devrimci Sesi“ unserer Einladung zum Pressefest gefolgt sind. Wir rufen ihnen solidarisch zu: „Es lebe das alte Kampfbündnis zwischen der KPD und der TDKP !“ Es lebe das Kampfbündnis zwischen dem deutschen Proletariat und dem türkischen Proletariat! Es lebe der proletarische Internationalismus!“

[Anmerkung der Redaktion: Die TDKP ist heute revisionistisch. Wir pflegen mit den Marxisten-Leninisten der MLKP losen Kontakt auf der Basis der alten Freundschaft zur Zeit des Genossen Ernst Aust.]

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Ich möchte jetzt ganz herzlich die Vertreter der Marxistisch-Leninistischen Liga von Tigray, die MLLT, begrüßen. Diese Genossen kämpfen mit der Waffe in der Hand seit 1975 siegreich für die volksdemokratische Revolution in Äthiopien. Das Zentralkomitee der KPD übermittelt der MLLT revolutionäre Kampfesgrüße. Möge sich das Ziel, eine vereinte marxistisch-leninistische Partei in ganz Äthiopien aufzubauen, recht bald erfüllen. Vorwärts mit der MLLT ! Tigray, es lebe hoch ! hoch ! hoch !

[Gennosse Wolfgang Eggers begrüßte ferner einige Vertreter von Organisationen aus Deutschland- Anmerkung der Redaktion]

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Warum haben wir uns hier gemeinsam versammelt ?

Wir haben uns versammelt, weil wir uns gemeinsam darüber freuen, dass der Rote Morgen lebt – 20 Jahre lebt ! Wer uns auf der Straße begegnet, hat häufig zum ersten Mal wieder den Roten Morgen in der Hand. Man ist erstaunt, dass es den Roten Morgen schon 20 Jahre lang gibt. Im Gespräch setzt man sich mit großem Interesse mit dem Roten Morgen auseinander. Es kommt auch vor, dass spontan geäußert wird: „Gibt`s den etwa immer noch ?“ Wir werden gefragt, welche Haltung unser Roter Morgen zu Koch oder zu Möller einnimmt, welche Haltung wir zur Linie der KPD zur Lebenszeit des Genossen Ernst Aust einnehmen. Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass WIR es sind, die an der alten Linie der KPD des Genossen Ernst Aust festhalten und den Roten Morgen in seinem Geiste fortsetzen. Und die Reaktionen sind dann auch entsprechend eindeutig: „Aha, die ewig Gestrigen, die Linkssektierer und Dogmatiker, die Stalinisten, die „Aust-MLer“. Habt ihr nichts dazugelernt, ihr Träumer von der Revolution ?“ So spotten die Einen. Aber es gibt auch die Anderen:

Gut, dass es noch revolutionäre, echte Kommunisten gibt, gut, dass ihr der alten revolutionären Linie des Genossen Ernst Aust treu bleibt. Eure politische Haltung ist prinzipienfest und euer Klassenstandpunkt proletarisch.. Ihr steht zu eurem Wort und verhaltet euch unversöhnlich gegenüber den Klassengegnern. Nie habt ihr eure Fahne nach dem Wind gehängt, sondern habt stets den Marxismus-Leninismus hochgehalten und verteidigt. Ihr seid so, wie wir das von der KPD nicht anders kannten, wahre Marxisten-Leninisten !“ Das finden wir natürlich auch !

Welche politischen Reaktionen wir bei den Menschen auch immer auslösen, wir haben in 20 Jahren ein besonderes Gespür dafür entwickelt, ein Gefühl der Bewährung, der Festigkeit, der Kraft und der Stärke. Und dieses Gefühl hat uns niemals verlassen seit der Rote Morgen existiert. 20 Jahre hat der Rote Morgen die Sache der proletarischen Revolution verbreitet, die Sache des Marxismus-Leninismus, des Kommunismus hochgehalten. Und das - trotz aller durchgestandenen Schwierigkeiten, trotz Enttäuschungen, trotz Verrat, trotz Verleumdung, trotz Spott und Anfeindung. Wieviele Genossen haben sich für den Roten Morgen in all den 20 Jahren selbstlos eingesetzt und Opfer gebracht, wieviele haben den Roten Morgen verbreitet und unterstützt? Das waren nicht Wenige. Aber wo sind die Meisten von Ihnen geblieben ? Sie haben sich zurückgezogen vor dem Klassenfeind. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, am Roten Morgen festzuhalten.

Genossinnen und Genossen, Freunde,

Rückschläge sind bedauerlicherweise nicht von der Hand zu weisen, und wir können darüber grübeln soviel wir wollen: Es gibt heute nur eins, was wirklich zählt: Der Rote Morgen, er lebt weiter! Er ist immer noch da und wird immer da bleiben ! Und darauf können wir ehrlich stolz sein. Solange es uns gibt, so lange wir aufrechten Genossinnen und Genossen einander haben, werden wir auf unsere eigene Kraft vertrauen, und so lange wird es auch den Roten Morgen geben. Und umgekehrt: Je länger es den Roten Morgen gibt, desto größer wird in uns die Kraft, ihn weiter zu schreiben, herauszugeben und zu verbreiten, ihn treu im Sinne des Genossen Ernst Aust und unserer Partei zu verteidigen und hochzuhalten. Nach zwanzig Jahren ist das eine große Kraft geworden, die uns trägt ! Und jede neue Ausgabe des Roten Morgen ist für uns eine große Freude, ist für uns ein Triumph gegenüber unseren Gegnern, die uns schon 20 Jahre lang totzuschweigen versuchen. Das ist für uns jedesmal erneut ein Ansporn vorwärtszuschreiten, zu lernen und nochmals zu lernen.

Warum gibt es den Roten Morgen heute immer noch ? Das ist ganz einfach zu beantworten: Weil es noch die alten Ernst Aust-Genossen gibt, die ihn damals mit ihm aufgebaut haben und ihn verteidigen und hochhalten. Wie heißt es in unserem Roter Morgen-Lied ?

Kameraden, wir sind nicht allein !

Kommunisten solln die Massen führen.

Wir wolln Helfer, Kämpfer, Führer sein!

Das muss jeder Unterdrückte spüren.

Mancher stiehlt und mancher greift zum Strick,

immer überall, auf alle Fälle:

Greife ein, Genosse Bolschewik,

im Betrieb und auf der Stempelstelle!

Hast du deine Waffe schon erkannt?

Halte hoch im Kampf den Roten Morgen!

Trag ihn täglich über Stadt und Land,

deine scharfe Waffe: Roter Morgen!



Proletarier nehmen nichts in Kauf,

schreiben alles in dem Roten Morgen nieder.

Proletarier lesen`s, horchen auf.

Roter Morgen gibt die Wahrheit wieder.

Je mehr Lügen, je mehr Heuchelei, je mehr Betrug bei den Reichen, desto mehr Sehnsucht, Drang und Bedürfnis nach Wahrheit bei den Armen. Die Wahrheit lässt sich nicht verbieten. Sie strebt unaufhaltsam zum Durchbruch. Die Wahrheit ist die Waffe des Arbeiters im Kampf gegen die Bourgeoisie. Und die revolutionäre Stimme der proletarischen Wahrheit, die sich über die bürgerliche Lüge erhebt, das ist der Rote Morgen. Und im Roten Morgen-Lied (es handelt sich hierbei um die 1973 vorgenommene Neubearbeitung des Rote Fahne-Liedes aus der Zeit der Weimarer Republik, das als Antwort auf die häufigen Verbote der „Roten Fahne“ entstanden war) heißt es hierzu:



Aus den Zeilen, aus den Spalten wächst

ihre Antwort auf das harte Leben.

Proletarier spüren ihre Kraft,

sie marschieren unter roten Fahnen

für den Sieg, der ihre Freiheit schafft,

um in breiter Front den Weg zu bahnen.

Hast du deine Waffe schon erkannt ?

Denn es naht für uns ein roter Morgen !

Es war der Rote Morgen, der diesen roten Morgen 1967 ankündigte und diese Kunde so lange verbreiten wird, bis dieser rote Tag in Deutschland endlich angebrochen ist. Der Rote Morgen bereitet die Arbeiterklasse in Deutschland auf ihren herannahenden roten Morgen vor – das machte den Roten Morgen in den vergangenen 20 Jahren aus und diese Aufgabe wird er auch weiterhin ehrenvoll erfüllen. Den Roten Morgen wird es solange in Deutschland geben, wie es hier eine Arbeiterklasse gibt. Der Rote Morgen der Arbeiterklasse wird auch dann noch erscheinen, wenn es auf deutschem Boden keine Bourgeoisie und keine bürgerlichen Lügen mehr gibt. Weil der Rote Morgen sich auf den Marxismus-Leninismus stützt, wird er über die Lügenpropaganda der Bourgeoisie siegen. Der Rote Morgen vertritt seit 20 JAHREN die gerechte Sache der Arbeiterklasse und zeigt ihr den revolutionären Weg aus Elend und Lohnsklaverei !

Genossinnen und Genossen, Freunde !

Das 20 Jahre alte Archiv des Roten Morgen ist für uns eine große Schatzkammer, eine große Schule des revolutionären Klassenkampfes unserer Partei, der Revolutionäre und des Proletariats. Wir hüten diesen Schatz und wir nutzen diesen Schatz. Wir lassen keinerlei Missachtung gegenüber all jenen Genossinnen und Genossen zu, die in all den 20 Jahren für den Roten Morgen gekämpft haben, allen voran: unser Genosse Ernst Aust – der Gründer des Roten Morgen.



Genosse Ernst Aust – Gründer des Roten Morgen

Der Rote Morgen – die neue revolutionäre Stimme der Arbeiterklasse !

Der Genosse Ernst Aust machte den Roten Morgen zur Anklageschrift gegen das kapitalistische Ausbeuter- und Unterdrückungssystem !

Er schuf eine neue revolutionäre Stimme der Arbeiterklasse ! Er machte den Roten Morgen zur Stimme der proletarischen Revolution !

Unter dem Banner des Roten Morgen sammelte und einte er die bislang verstreuten Marxisten-Leninisten in Deutschland und beeinflusste maßgeblich die Entstehung und Entwicklung der marxistisch-leninistische Bewegung in Deutschland !

Er baute den Roten Morgen als leninistischen kollektiven Propagandisten, als kollektiven Agitator und als kollektiven Organisator der bolschewistischen Partei auf !

Mit dem Roten Morgen setzte der Genosse Ernst Aust die Bolschewisierung der KPD fort und verschaffte dem Marxismus-Leninismus in Deutschland im Kampf gegen den modernen Revisionismus wieder Zugang zum Proletariat !

Für den Genossen Ernst Aust war der Rote Morgen Schlüsselglied zwischen der deutschen Arbeiterbewegung und dem wissenschaftlichen Sozialismus !

Mit dem Roten Morgen bereitete er den Weg zur nationalen und sozialen Befreiung !

In all den Jahren zog sich das hohe Kampfziel für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland wie ein rotewr Faden durch alle seine Artikel !

Für den Genossen Ernst Aust war der Rote Morgen das Organ, welches konsequent und prinzipienfest die revolutionären Ideen von Marx, Engels, Lenin und Stalin gegen den modernen Revisionismus, gegen jede Spielart des Opportunismus in Deutschland und der ganzen Welt verteidigte !

Der Genosse Ernst Aust hielt im Roten Morgen stets die alte revolutionäre Tradition der deutschen Arbeiterklasse und die KPD Ernst Thälmanns, Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts hoch und blieb der revolutionären Tradition der alten „Roten Fahne“ der KPD Ernst Thälmanns treu.

Der Genosse Ernst Aust leistete mit dem Roten Morgen einen ehrenvollen Beitrag zur Stärkung der marxistisch-leninistischen Presse in der Welt.

Der Rote Morgen wurde durch den Genossen Ernst Aust zum Banner des proletarischen Internationalismus, zum Sprachrohr der Freundschaft mit dem einzigen sozialistischen Land in der Welt, mit der sozialistischen Volksrepublik Albanien !



Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Der Rote Morgen hat sich einen festen Platz auf der Tribüne der revolutionären deutschen Arbeiterpresse erkämpft. Der Rote Morgen ist nicht nur die älteste marxistisch-leninistische Zeitung der Nachkriegszeit, sondern auch in der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung überhaupt, eine revolutionäre Arbeiterzeitung, die ihre rote Farbe nicht gewechselt hat.

Gehen wir aus Anlass des 20 jährigen Bestehens des Roten Morgen zurück bis in die Revolutionsjahre 1848/49. Damals schrieb Karl Marx für die berühmte „Neue Rheinische Zeitung“. Lenin sagte später von der „Neuen Rheinischen Zeitung“, dass sie das beste und unübertroffene Organ des revolutionären Proletariats war. Die Zeitung verbreitete die Losung von der Vereinigung Deutschlands zu einer Nation. Im Zusammenhang mit der Herausgabe der „Neuen Rheinischen Zeitung“ sagte Friedrich Engels seinerzeit:

Wir hatten lauter verächtliche Gegner und behandelten sie ausnahmslos mit der äußersten Verachtung.“

Wir denken, was den Genossen Ernst Aust und den Roten Morgen anbelangt, war das nicht anders.

Wenn wir die Geschichte weiter verfolgen, so spielten auch die letzten siebziger und achtziger Jahre des 19. Jahrhunderts eine bedeutsame Rolle für die Weiterentwicklung der revolutionären deutschen Presse. Das war damals die schwere Zeit der Bewährung unter dem Bismarck`schen so genannten Sozialistengesetz, in der die revolutionäre Presse verboten war und verfolgt wurde. Die Zeitung der damals noch revolutionären Sozialdemokratie erschien unter dem Namen „Sozialdemokrat“ - illegal. Sie trug wesentlich dazu bei, dass die Sozialistengeetze unter den revolutionären Befreiungsschlägen der Arbeiterklasse wieder aufgehoben werden mussten. Am Ende war die revolutionäre deutsche Sozialdemokratie stärker als je zuvor. Hören wir, wie begeistert Friedrich Engels vom „Sozialdemokrat“ sprach:

Wie oft hat mir altem Revolutionär das Herz im Leib gelacht, wenn ich diese so ausgezeichnete, eigeölte, geräuschlose Wechselwirkung zwischen Redaktion, Vertrieb und Abonennten, diese business-like, geschäftsmäßig organisierte revolutionäre Arbeit Woche für Woche, jahraus-jahrein, mit gleicher Sicherheit sich abwickeln sah.“

Und dann sagte er noch:

Und das Blatt war der Mühen und Gefahren wert, die seine Verbreitung kostete. Es war unbedingt das beste Blatt, dass die Partei je besessen hatte. Die Grundsätze der Partei wurden mit seltener Klarheit und Bestimmtheit dargelegt und festgehalten und die Taktik der Redaktion war fast ausnahmslos die richtige. Während die Bourgeois-Presse sich der ertötendsten Langeweile befleißigte, spiegelte sich im `Sozialdemokrat` auch der heitere Humor reichlich wider, womit unsere Arbeiter den Kampf gegen Polizeischikanen zu führen gewohnt sind.“

Es mag verwundern, dass auch die sozialdemokratische Zeitung „Vorwärts“ zu nennen ist, verbreitet sie doch heute die reformistische Ideologie des westdeutschen Imperialismus. Der SPD - „Vorwärts“ spielte schon lange eine wichtige Rolle als Agentur der Bourgeoisie im Lager der Arbeiterklasse. Als der „Vorwärts“ jedoch 1876 das erste Mal erschien, war er das Zentralorgan der revolutionären Sozialdemokratie in Deutschland. Zu den Redakteuren gehörten berühmte deutsche Arbeiterführer – allen voran Friedrich Engels und Wilhelm Liebknecht. Während der Sozialistengesetze war der „Vorwärts“ verboten. Er erschien dann wieder 1890. Friedrich Engels und Wilhelm Liebknecht führten im „Vorwärts“ einen prinzipienfesten Kampf gegen alle Erscheinungsformen des Opportunismus. Anfang des 20. Jahrhunderts geriet die Redaktion immer mehr unter den Einfluss der revisionistischen Kräfte. Sie wurden jedoch 1905 aus der Redaktion hinausgejagt. Mit dem Entstehen des Zentrismus in der deutschen Arbeiterbewegung ( unter dem Begriff Zentrismus verstehen wir die Ideologie der Anpassung, die Ideologie der Unterordnung der proletarischen Interessen unter die Interessen des Kleinbürgertums innerhalb einer gemeinsamen Partei), also mit dem Entstehen dieses Zentrismus, mit der so genannten „Vaterlandsverteidigung“ und der Billigung der Kriegskredite, wurde aus dem „Vorwärts“ eine Zeitung, die besser den Namen „Rückwärts“ verdient hätte oder noch besser: Vorwärts zur Konterrevolution !

Im Kampf gegen dieses verräterische Renegatenblatt wurde vor 70 Jahren – am 9. November 1918 -, hier in Berlin, das Zentralorgan der KPD – die „Rote Fahne“ gegründet von Rosa Luxemburg und Karl liebknecht. Wenn wir den Roten Morgen hochhalten, müssen wir das genauso mit der „Roten Fahne“ tun, denn sie hat sich gegenüber der deutschen Arbeiterklasse allergrößte Verdienste erworben. Bis Ende 1923 wurde die Rote Fahne unter der SPD-Regierung zwanzig Mal verboten bzw. durch Papiersperrungen und andere Repressalien am Erscheinen gehindert. Nach dem Verbot durch die Faschisten – im Februar 1933 erschien sie illegal erst in Berlin, 1934 bis 1935 vorwiegend im Saarland, 1935 bis 1936 in der Tschechoslowakei und 1936 bis 1939 in Frankreich und Belgien.

Wenn wir 1988 den 20. Jahrestag unserer Partei feiern werden, dann wird der Rote Morgen genauso viele Jahre erschienen sein wir damals die Rote Fahne.

Übrigens hatte Lenin über die Rote Fahne sehr lobende Worte gesprochen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Lenin sagte:

Die Berliner Rote Fahne erscheint illegal. Sie führt einen heldenhaften Kampf gegen die Henker, die Scheidemann-Noske, die der Bourgeoisie durch ihre Taten Lakaiendienste leisten. Der heldenmütige Kampf der Berliner kommunistischen Zeitung ist bewundernswert. Endlich gibt es in Deutschland ehrliche und aufrichtige Sozialisten, die trotz der niederträchtigen Ermordung ihrer besten Führer, fest und unbeugsam geblieben sind. Endlich gibt es in Deutschland Arbeiter, Kommunisten, deren heldenmütiger Kampf wirklich verdient, ´revolutionär` genannt zu werden ! Endlich ist in Deutschland aus der proletarischen Masse heraus eine Kraft erwachsen, für die die Worte `proletarische Revolution` Wahrheit geworden ist !“

Ja, Genossen, so grüßte Lenin damals uns deutsche Kommunisten. Und wir grüßen heute genauso die Berliner Genossen, denn genauso wie damals die Rote Fahne aus Berlin kam, so kommt heute der Rote Morgen auch aus Berlin, der Hauptstadt unseres zukünftigen vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands! In Berlin war die Rote Fahne eine wahre bolschewistische Kampf- und Massenzeitung. Lasst uns gemeinsam danach streben, den Roten Morgen eines Tages auch zu einer bolschewistischen Massenzeitung zu machen.

Genosse Ernst Aust

hat im Juli 1967 dafür den Grundstein gelegt mit der ersten Roten Morgen-Ausgabe. Diese erste Ausgabe knüpfte an die ruhmreiche Tradition der Roten Fahne Ernst Thälmanns an. Genosse Ernst Aust war bereits 1951 Redakteur der „Hamburger Volkszeitung“, die damals von der KPD herausgegeben wurde. 1953 übernahm er dann die Küstenzeitschrift „DAT BLINKFÜER“. Immer öfter wandte sich Dat Blinkfüer gegen den revisionistischen Kurs der Partei, bis schließlich der Bruch unvermeidlich wurde und dann der Rote Morgen vom Genossen Ernst Aust vor allem für die Mitglieder und Sympathisanten der KPD herausgegeben wurde, die den revolutionären Kurs des Genossen Ernst Thälmnns und nicht dem revisionistischen Kurs Ulbrichts und Chruschtschows folgen wollten.

Anfangs erschien der Rote Morgen mit der Hand getippt, mit der Hand hektografiert, vervielfältigt und illegal – zunächst in den eigenen Reihen der KPD. In seiner Rede zum 10 jährigen Bestehen des Roten Morgen erzählte der Genosse Ernst Aust uns übrigens, wie es zum Namen „Roter Morgen“ gekommen war. Er sagte:

Die Nacht des revisionistischen Verrats war durch die Gründung des Roten Morgen beendet. Ein neuer Tag in der ruhmreichen Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung brach an. Dieses historische Ereignis findet im Namen Roter Morgen seinen symbolischen Ausdruck.“

In der gleichen Rede unterstrich er die damalige Bedeutung der Herausgabe des Roten Morgen. Er stellte die Frage:

Worin lag die Bedeutung der Herausgabe des Roten Morgen ? Sie lag darin, dass seit Jahren endlich wieder eine marxistisch-leninistische Zeitung in Westdeutschland erschien, darin, dass das KPD-Verbot in der Praxis durch die Propagierung der marxistisch-leninistischen Prinzipien der Diktatur des Proletariats, der sozialistischen Revolution, durchbrochen wurde. Sie lag darin, dass die Voraussetzungen für die Gründung einer neuen marxistisch-leninistischen Partei geschaffen wurden.“

Der Rote Morgen war ein entscheidendes Instrument zur Gründung und zum Aufbau unserer Partei im Kampf gegen den modernen Revisionismus. Die ersten Nummern spiegelten sofort den hartnäckigen Kampf für die Verteidigung der korrekten marxistisch-leninistischen Prinzipien gegen den Verrat der modernen Revisionisten wieder. Zunächst gelang es dem Genossen Ernst Aust, den Roten Morgen binnen kurzer Zeit zum kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator zu machen – und zwar, und das ist das Besondere der Entstehung des Roten Morgen, inmitten der Reihen der revisionistisch entarteten KPD ! Um den Roten Morgen sammelten sich auf diese Weise schon im Verlauf des Jahres 1967 und 1968 alle jene Revolutionäre, die innerhalb der KPD dem Marxismus-Leninismus und dem proletarischen Internationalismus treu geblieben waren. Und aus diesen Reihen formierten sich dann – eben mit Hilfe des Roten Morgen - jene revolutionären Kräfte, die sich bewusst und gezielt auf die Schaffung einer neuen bolschewistischen Partei konzentrierten und die daran gingen, den Roten Morgen aus einem losen Sammelbecken der Marxisten-Leninisten in das feste Zentralorgan der neuen bolschewistischen Partei zu verwandeln. In jenen Anfangsjahren war der Rote Morgen die einzige Stimme, die sich im ganzen Land gegen die völlig revisionistische Entartung der ehemals revolutionären und ruhmreichen KPD Ernst Thälmanns erhob und zum Kampf für die marxistisch-leninistischen Positionen aufrief. Und eben darin lag zunächst seine erste historische Bedeutung.

Das missfiel nicht nur den revisionistischen Parteiführern der KPD, sondern auch der gesamten Bourgeoisie und sie alle waren gezwungen, diese Herausforderung anzunehmen. Allein die Existenz des Roten Morgen war ein schwerer Schlag für die modernen Revisionisten und ein großer Sieg der Marxisten-Leninisten in der Nachkriegsgeschichte Deutschlands. Mit der Gründung des Roten Morgen begann also gleichzeitig der erbitterte Kampf des Klassenfeindes gegen den Roten Morgen - sowohl innerhalb als auch außerhalb der Reihen der entarteten KPD. Verschiedenste revisionistische, und sektiererische Personen, Kreise, Gruppierungen und Parteien versuchten in den vergangenen 20 Jahren vergeblich, sich auf die eine oder andere, auf versteckte und offene Weise des Roten Morgen zu bemächtigen, sich bei ihm einzuschleichen (wie es zum Beispiel die DKP vergeblich versuchte), ihn in ihre Hände zu bekommen, um ihre politischen, ideologischen und organisatorischen Anschauungen, ihre anti-proletarischen Losungen und ihren liquidatorischen Kurs gegen den Marxismus-Leninismus – unter dem Deckmantel des Anti-Revisionismus – einzuschmuggeln, diese schließlich immer offener zu propagieren und den Roten Morgen, dem kollektiven Propagandist, Agitator und Organisator der Partei zu entreißen, zumindest aber das unzertrennliche Band zwischen ZO und ZK zu schwächen und zu zerreißen. Aber der Genosse Ernst Aust und seine treuen Kampfgefährten ließen das nicht zu. Die ganze Geschichte des Roten Morgen ist ein heldenhafter Kampf zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus und der marxistisch-leninistischen Partei.

Für die Ideologie des Zirkelwesens, für die Ideologie des Fraktionismus hatte der Rote Morgen nichts übrig, so etwas wurde im Roten Morgen nicht geduldet. Und wenn sich der liquidatorische Kurs einzunisten begann und dieser sich von dort aus auszubreiten versuchte, wurde er von den marxistisch-leninistischen Genossen unter der Führung des Genossen Ernst Aust erbittert bekämpft und der Rote Morgen von diesem Unrat befreit. Jeglicher anti-bolschewistische Einfluss wurde bekämpft und schließlich vernichtet. Und in diesem unentwegten, unvermeidlichen Kampf entwickelte sich der Rote Morgen auf eine immer höhere Stufe. Damals – Anfang der 70er Jahre – hatten es die Liquidatoren darauf abgesehen, den Roten Morgen in ein Diskutierblatt nach dem Vorbild eines Zirkels zu verwandeln. Dies misslang ihnen, weil wir streng das leninistische Prinzip beherzigten:

Es darf nur eine einzige Zentralinstanz der Partei geben, d.h., der allgemeine Parteitag muss ein einheitliches ZK wählen, das die Redaktion des Zentralorgans der Partei einsetzt. Das ZO ist dem ZK, ist der Partei unterstellt und nicht umgekehrt.“

Die Liquidatoren aber wollten den ideologischen Kampf nicht innerhalb der Partei – also auf dem korrekten Wege des demokratischen Zentralismus – führen, sondern ihn mit Hilfe des Roten Morgen nach außen tragen und damit die Parteidisziplin untergraben, das einheitliche Denken und Handeln unmöglich machen, d.h., die Partei durch Missbrauch des Roten Morgen zu liquidieren. So ist das dann ja auch im Prinzip etwa 10 Jahre später mit der trotzkistisch-revisionistischen Liquidatoren-Clique um Koch gelaufen.

Anfang der 70er Jahre erschienen vom Genossen Ernst Aust u.a. die beiden grundlegenden RM-Artikel „Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht!“ und „Schluss mit dem intellektuellen Geschwätz!“ Damit versetzte er den Liquidatoren einen vernichtenden Schlag. Das förderte den Einfluss der Arbeitergenossen in der Partei und brachte die Bolschewisierung voran.

Im Grunde genommen meinten Karl Marx und Friedrich Engels genau das Gleiche als sie 1848 mit ähnlichen Problemen der Herausgabe ihrer Zeitung konfrontiert waren.

Engels schrieb dazu:

... nicht den Kommunismus in einem kleinen Winkelblättchen dozieren und eine kleine Sekte stiften ... (...) ... man muss die Bewegung an ihrem vorgefundenen, fortgeschrittensten, tatsächlich proletarischen Ende aufnehmen und weiter vorantreiben... (...) ... eine große Aktionspartei bilden.“

Genau diese Fragen behandelte der Genosse Ernst Aust auch in seinem Referat „`Propaganda`- oder Kampfpartei?“ Dieses Referat schulen wir gegenwärtig in unseren Parteizellen, und es ist von außerordentlich großer Bedeutung als Anleitung zur Arbeit am und mit dem Roten Morgen.

Ohne Roter Morgen kann die Partei sich nicht zum Kampfstab der Arbeiterbewegung entwickeln. Der Rote Morgen führte also einen entschlossenen, ununterbrochenen Kampf zur Wahrung und Festigung der ideologischen, politischen und organisatorischen Einheit in den Reihen der KPD auf der Grundlage des marxistisch-leninistischen Parteiprogramms, einen unversöhnlichen und kompromisslosen Kampf gegen Zersetzung, Fraktionismus und Spaltung, gegen das Liquidatorentum. Der Rote Morgen kämpfte gegen jede offene oder versteckte anti-bolschewistische Taktik, z.B. zwei oder mehrere Linien gelten zu lassen. Der Rote Morgen lässt nur eine einzige Linie gelten, die marxistisch-leninistische Linie der Partei, die wir entwickelt und verteidigt haben und die wir stets gegen jeden verteidigen werden, wer immer sie in Frage zu stellen oder anzugreifen versucht. Sicherlich ist es richtig, dass der Rote Morgen im Laufe der 20 Jahre auch Fehler gemacht hat, zum Teil auch schwerwiegende Fehler wie zum Beispiel, sich vom Maoismus beeinflussen zu lassen. Aber – ohne jetzt näher auf die revisionistischen Grundlagen des Maoismus einzugehen – haben wir diesen Einfluss erfolgreich besiegt. Keiner kann heute sagen, wir hätten die maoistischen Einflüsse nicht Schritt für Schritt überwunden. Dank der Albaner und allen anderen marxistisch-leninistischen Bruderparteien, einschließlich unserer Partei, der KPD, wurde die revisionistische Ideologie des Maoismus entlarvt und zerschlagen. Das hat die marxistisch-leninistische Weltbewegung, die KPD als ein Teil von ihr und nicht zuletzt den Rote Morgen enorm gestärkt. Wer von der ersten bis zur letzten Nummer den Roten Morgen durchblättert, wird feststellen, dass es gerade und vor allem albanische Artikel sind, in denen die ideologischen Auseinandersetzungen mit dem modernen Revisionismus und allen Spielarten des Opportunismus geführt wird. Die Albaner haben uns ganz wesentlich dabei unterstützt, den ideologischen Kampf gegen alle anti-marxistisch-leninistischen Anschauungen im Roten Morgen siegreich zu führen. Wir werden das unseren albanischen Genossen niemals vergessen !

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Jeder von uns erinnert sich bestimmt noch an den entscheidenden Augenblick wie er das erste Mal einen Roten Morgen zu Gesicht bekommen, ihn gelesen hat. Ich will euch nicht mit meinen eigenen Erinnerungen langweilen, aber gestattet mir, ein Paar Worte darüber zu verlieren. Meine Erinnerungen gehen zurück auf die Zeit als die Liquidatoren den Roten Morgen enfang der 70er Jahre angriffen. Für mich war es ein prägendes und für mein ganzes Leben einschneidendes Ereignis, den Roten Morgen im Juni 1970 das erste Mal in Händen zu halten. Es war die erste Ausgabe, die im Zeitungsformat erschien. Ich hatte gerade meine Schulzeit beendet und an der Hamburger Universität mit dem Studium der Politikwissenschaft begonnen. Es gab damals eine Reihe von Studenten, die sich ausschließlich oder überwiegend mit dem Studium des Marxismus-Leninismus beschäftigten. Hierzu gehörten auch wir Studenten der „Kommune Schlüterstraße“. Wir betrieben aber keinen Studierstuben-Marxismus, sondern führten ein organisiertes, aktives, kämpferisches politisches Leben in unserer gesamten Studienzeit. Übrigens gehörte auch der Genosse J. dazu, der in Tirana mit seiner Familie lebte und dort Sprecher der deutschsprachigen Sendungen von Radio Tirana war. Er wurde dort gerade von einem unserer Berliner Parteigenossen besucht und hat uns revolutionäre Grüße zum Pressefest ausrichten lassen. Ich wusste damals noch nicht, dass ich das Zimmer eines Parteigenossen bewohnte, der vor mir ausgezogen war. Auch von der Existenz der KPD/ML wusste ich damals noch nichts. In der „Kommune Schlüterstraße“ ging es zu wie in einem Taubenschlag. Das war ein Anziehungs- und Treffpunkt von Marxisten-Leninisten und jungen Leuten, die gerade von der Schule gekommen waren und Marxisten-Leninisten werden wollten – so wie ich. So tauchte auch dieser besagte Parteigenosse dort wieder auf, der auf dem Balkon gerade seinen Roten Morgen las. Dieses einzige RM-Exemplar trug nicht wenig dazu bei, dass sich die „Kommune Schlüterstraße“ der KPD/ML anschloss. Ich weiß noch wie heute, wie der Genosse Ernst Aust uns dort schließlich besuchte ( das war übrigens meine erste Begegnung mit dem Genossen Ernst - Ende August/Anfang September 1970) und wie er nach einem längeren, sehr bewegenden und mitreißendem Gespräch jeden von uns befragte, ob wir zukünftig für die KPD/ML kämpfen wollten. Genosse Ernst Aust hatte uns alle überzeugt und von da ab bauten wir im Auftrag des Landesverbandes Wasserkante der KPD/ML den KSB/ML in Hamburg auf. Fast alle wurden wir später Parteimitglieder. Natürlich erinnere ich mich auch noch an den Inhalt des besagten RM-Exemplars. Ich habe sie mir aus Anlass unseres Pressefestes noch einmal aus dem Archiv gezogen und mir den Leitartikel „Gegen den Gründungsopportunismus“ durchgelesen. Es ging um die Auseinandersetzung mit der Gruppe KPD (/AO) „Rote Fahne“, die damals für sich beanspruchte, die Nachfolgeorganisation der KPD zu sein bzw. diese aufzubauen. Wenn wir uns heute umsehen, stoßen wir auf neue Organisationen, die von sich behaupten, DIE marxistisch-leninistische Partei zu sein oder diese aufbauen zu wollen. Es ist also höchst aktuell, sich mit diesem RM-Leitartikel erneut zu befassen. Darin heißt es zum Beispiel:

In der Bundesrepublik und in Westberlin ist das Gründungsfieber ausgebrochen. Diesen so genannten „M-L“- Organisationen ist eigen, dass 1. ihrer Gründung kein aktiver ideologischer Kampf mit der KPD/ML vorausgegangen ist und 2. die beiden Seiten ihres Gründungsopportunismus sich einerseits in Ökonomismus – andererseits in verbalradikalem Gebaren und putschistischen Tendenzen offenbaren.“

In dem Artikel heißt es weiter:

Jeder Marxist-Leninist in der Bundesrepublik und in Westberlin hat zur Zeit eine zentrale Aufgabe: Die Schaffung der Kommunistischen Partei im nationalen Rahmen voranzutreiben. Das tut er nur, wenn er die bestehende Partei, die KPD/ML tatkräftig unterstützt und in ihr kommunistische Arbeit leistet. Er tut das keinesfalls, wenn er eine andere ´marxistisch-leninistische` Organisation gründet, sei es eine Aufbauorganisation oder eine Übergangsorganisation. Im Gegenteil, dadurch wird das bestehende Zentrum nicht gestärkt, sondern geschwächt, indem mehrere Zentren geschaffen werden. Jeder Marxist-Leninist muss sich seiner großen Verantwortung gegenüber den Interessen des Proletariats bewusst sein; d.h., dem schwerwiegenden Schritt einer weiteren Parteigründung oder Aufbau- und Übergangsorganisation muss eine klare inhaltliche Abgrenzung gegenüber der bestehenden Organisation vorausgehen. Denn jede voluntaristische Neugründung zersplittert und spaltet die Marxisten-Leninisten, verfestigt bestehende Differenzen organisatorisch und ebnet den Weg zur weiteren Spaltung und Zersplitterung, womit der Keim für die Spaltung der Arbeiterklasse gelegt ist. Wir werden hier und in weiteren Artikeln nachweisen, dass man bisher die inhaltliche Abgrenzung gegenüber der KPD/ML schuldig geblieben ist, dass die Begründungen – wenn überhaupt welche versucht werden, auf Personalprobleme reduziert werden, sich in Nebensächlichkeiten und einzelnen taktischen Fehlern der KPD/ML orientieren oder aus Formalien abgeleitet werden. Es sind Begründungen, die unmaterialistisch sind und somit als inhaltliche Bestimmung einer revolutionären Organisation untauglich und falsch.“ So weit das Zitat aus dem genannten RM-Leitartikel. Das kommt uns alles bekannt vor – nicht wahr ?

Seit meiner Jugendzeit bin ich mit meinem Leben eng mit dem Roten Morgen verbunden, habe ich Vieles mit dem Werdegang des Roten Morgen erlebt, wovon ich euch berichten möchte. Von Ende 1970 bis Anfang 1972 arbeitete ich im Roter Morgen-Vertrieb und half beim Druck und Lay-out, Korrekturlesen, Materialbeschaffung usw. usf.. Da wir selber noch nicht über eine professionelle Druckmöglichkeit im Zeitungsformat verfügten, hielt ich den Kontakt mit einer bürgerlichen Druckerei in Hamburg-Barmbek, wo der Rote Morgen im Zeitungsformat fast zwei Jahre gedruckt wurde. Auf dem Außerordentlichen Parteitag rechnete der Genosse Ernst Aust mit den Liquidatoren ab. Sie wurden entlarvt und gefeuert. Das Problem war, die Roter Morgen-Redaktion mit samt der Technik befand sich in den Händen der Liquidatoren. Es kam nun darauf an, abzuwarten wie sie sich auf dem Außerordentlichen Parteitag verhalten würden, ob sie die Partei offen zu spalten beabsichtigten oder ihre Wühlarbeit innerhalb der Partei fortsetzen wollten. Während also der Außerordentliche Parteitag seinen Lauf nahm, wurde zur gleichen Zeit in der Hamburger Weidestraße von den Liquidatoren fieberhaft an der Herausgabe eines Spalter-Roter Morgen gearbeitet. Da wir herausbekamen, dass die Liquidatoren in der RM-Redaktion mit ihren liquidatorischen Delegierten auf dem Außerordentlichen Parteitag einen heißen Draht unterhielten, um die Diskussion von dort brandheiß im Roten Morgen zu veröffentlichen (– natürlich aus der Sicht der Liquidatoren!) hatte ich vom Genossen Ernst Aust den Auftrag bekommen, in Hamburg im richtigen Augenblick in Aktion zu treten. Der Außerordentliche Parteitag verlief in gereizter Stimmung und die Wogen schwappten immer höher. Dann kam von dort der Anruf, dass sich das erwartete Gewitter entladen hatte und feststand, dass der Rote Morgen in Gefahr war. Unverzüglich musste von diesem Augenblick an gehandelt werden: Es galt, die Roter Morgen-Redaktion mit samt der technischen Ausrüstung den Liquidatoren zu entreißen und sie in die Hände der Partei zu bekommen. Ich fuhr mit meinem VW-Bus in die Weidestraße und verschaffte mir gewaltsam Zutritt, nachdem unsere Münchener Genossin (die einzige Redakteurin, die nicht auf der Seite der Liquidatoren stand) aus dem Fenster rief, sie werde mit einem Messer bedroht. Alles ging sehr schnell. Wir überwältigten die Liquidatoren und brachten den Roten Morgen mit meinem VW-Bus in Sicherheit. Es erschien dann nicht eine Liquidatorennummer, sondern eine bolschewistische Sondernummer mit dem Artikel des Genossen Ernst Aust über den Sieg über die Liquidatoren auf dem Außerordentlichen Parteitag. Ich kann mich daran erinnern, dass der Artikel von Ernst ohne Überschrift überbracht wurde. Für das Lay-out musste ich eine passende Überschrift finden und das war dann auch mein erster bescheidener Beitrag für den Roten Morgen: „Die Partei ist stärker als alle Liquidatoren !“ Ich ahnte damals noch nicht, dass diese Überschrift 14 Jahre später noch einmal eine große Bedeutung für die Partei bekommen sollte in unserem Kampf gegen die Koch-Liquidatoren.

1972 passierte etwas Ähnliches. Hans Joachim Kühn wollte mit seinem Zentralen Literaturvertrieb die Partei politisch erpressen. Das Ganze spielte sich in Hamburg, in der Grindelallee 159, ab, dem Sitz des Zentralen Literaturvertriebs der Partei. Ich arbeitete dort für die Partei. Ernst rief mich eines Abends an: Am nächsten Morgen sollte der Rote Morgen ohne Wissen von Kühn aus dem Zentralen Literaturvertrieb geschafft werden. Außer Kühn hatte nur ich einen Schlüssel, bzw. war der einzige Genosse, der außer Kühn wusste, wie die Alarmanlage ausgeschaltet wird. Diese hatte Kühn für ein paar tausend Mark – einschließlich eines Panzerschrankes - einbauen lassen. Alles ging wieder sehr schnell, denn wir mussten damit rechnen, dass Kühn Wind von der Aktion bekam und seine Drohung wahrmachte, die Polizei zu alarmieren. Wir hatten alles rausbekommen bis auf die 3 500 Abonnement-Adressen des Roten Morgen. Diese befanden sich nämlich im Panzerschrank und der Schlüssel zum Panzerschrank lag nicht mehr in seinem Versteck, wo er eigentlich hingehörte. Wo war der verdammte Schlüssel bloß abgeblieben? Würden wir ihn nicht finden, könnten wir den nächsten Roten Morgen nicht mehr an die Abonnenten verschicken. Damals erschien der Rote Morgen – so weit ich mich entsinne – bereits alle 14 Tage. Ernst gab das Zeichen zum Aufbruch und ich warf einen letzten flüchtigen Blick auf einen Briefumschlag, der irgendwo auf einem Regal herumlag. Und eben darin befand sich der verfluchte Schlüssel - Bingo ! Schnell war der Panzerschrank geöffnet und wir machten uns mit einem bei Wucherpfennig gemieteten LKW auf nach Würzburg, wo die Genossen auf uns warteten, um dort den RM-Apparat in Empfang zu nehmen. Ich glaube, da fand auch eine ZK-Sitzung statt, um den Umzug des Roten Morgen nach Würzburg zu besprechen. Ernst und Waltraud waren dabei. Alfons, das war der Würzburger Genosse, bekam mit mir den Auftrag, den Roten Morgen in Würzburg wieder aufzubauen – und zwar alles, was mit der Technik zu tun hatte. In Würzburg wohnten auch zwei Genossen – ein Ehepaar -, die am Lay-out unheimlich fleißig gearbeitet hatten. Alfons lieh mir einen „geschäftsmäßigen“ schneidigen Anzug. Wir schmissen uns in Schale und gaben uns als seriöse Geschäftsleute aus. Wir klapperten alle in Frage kommenden Adressen ab, um geeignete Räumlichkeiten anzumieten. In diesem hochkatholischen, reaktionären Würzburg gaben wir uns stets als Vertriebsleiter eines norddeutschen Verlages aus, dessen Namen wir uns einfach ausgedacht hatten und an den ich mich nicht mehr erinnere. Wir gaben vor, Verlagsräume für eine neu zu eröffnende Filiale im süddeutschen Raum zu mieten. Endlich hatten wir Glück. Wir mieteten einen 2000 Quadratmeter großen Raum in einem Kellergeschoss -irgendwo im Zentrum Würzburgs. Und wieder begannen wir mit der Einrichtung. Und das sollte nicht unser letzter RM-Umzug gewesen sein. Ich glaube, damals erschien der Rote Morgen bereits in einer Auflage von 10 000. Dann verlor ich den Roter Morgen-Vertrieb jahrelang aus den Augen. Wie der Umzug später von Würzburg nach Dortmund verlief, weiß ich nicht. Das müssten andere Genossen erzählen, die dabei gewesen sind.

Dann kam das Jahr 1985. Als wir den Bruch mit der trotzkistisch-revisionistischen Koch-Clique vollzogen, versuchten wir die Dortmunder Zentrale, die Kochzentrale, wo sich auch der Rote Morgen befand, in die Hände der Partei zurückzubekommen. Dieser Versuch misslang. Möller, der damals noch mit uns im Koordinationskomitee war, hatte Muffensausen bekommen. Also gingen wir trotz seines Unkens ans Werk. Doch die Aktion erwies sich vor Ort als viel schwieriger als wir dachten.. Ich will hier nicht auf Einzelheiten eingehen. Jedenfalls hatte ich eine riesige Wut im Bauch und war verbittert als ich nachts auf dem Hof stand und durch die Fenster der Druckerei die beleuchteten Druckmaschinen betrachtete. Den gesamten Parteiapparat – einschließlich Roter Morgen mussten wir diesmal unseren schwersten Gegnern, den Koch-Liquidatoren überlassen. Alles, was wir in all den Jahren so mühselig unter größten Opfern aufgebaut hatten, ging verloren, landete in den großen Müllcontainern auf der Müllkippe, Parteibroschüren, Flugblätter, Rote Morgen, alles ! Die Koch-Verräter hatten ganze Arbeit geleistet und uns eine empfindliche Niederlage bereitet. Dies hat uns um Jahre zurückgeworfen, aber das alles war ersetzbar, aber unseren Ernst haben wir am 25. August 1985 für immer verloren. Das war der allerschwerste Verlust für die Partei. Ernst ist unersetzbar. Nun haben wir nur noch uns, Genossinnen und Genossen. Und wir haben auf Ernst vertrauend unsere Ärmel hochgekrämpelt und sind wieder dabei, den Roten Morgen in Schwung zu bringen. 4 Monate nach dem Bruch mit Möller war der Rote Morgen wieder da, pünktlich zum Roten 1. Mai, als Gruß an die internationale Arbeiterklasse – nicht nur zur Freude unserer Freunde in Deutschland, sondern auch im Ausland, wo der Rote Morgen einen guten Klang besaß und weiter besitzt.. 2o Jahre Roter Morgen ! Genossinnen und Genossen ! Das waren 7 300 Tage und Nächte des Kampfes, eines Kampfes, der sich gelohnt hat, auf den wir heute mit Stolz zurückblicken!

Wir feiern heute den 20. Jahrestag des Roten Morgen! Das ist aber auch gleichzeitig eine ernste Verpflichtung, den Roten Morgen fest in unseren Händen zu behalten und ihn uns niemals wieder entreißen zu lassen, wann auch immer und von wem auch immer ! Eines müssen wir uns stets fest einprägen: Im Kampf gegen die Liquidatoren gibt es keinerlei, absolut keine Schonung oder falsche Rücksichtnahme ! Jeder, der diese Verräter auch nur ein klein wenig verteidigt oder ihnen gegenüber zu schwanken beginnt oder gar mit ihnen zusammenarbeitet, vielleicht sogar mit der edlen Absicht, möglichst die Liquidatoren im Kampf gegen das Liquidatorentum mit einzubeziehen, den werden wir zunächst eindringlich warnen, aber nicht zu lange, Genossinnen und Genossen ! Wer sich nicht von den Liquidatoren distanziert, ist für die Liquidatoren und gegen uns, und wird von uns auch entsprechend als Gegner behandelt. Möller will das immer noch nicht begreifen. Was soll man da machen ? Unsere Geduld mit ihm ist nicht unbegrenzt. Ein und ein halbes Jahr warten wir nun geduldig auf eine klare Entscheidung, auf eine eindeutige Stellungnahme, für oder gegen die Liquidatoren. Aber Möller will taktieren, will ihnen weiter die Hand reichen. Ich frage euch, was soll man davon halten ? Was soll man von Möller halten, der unseren Genossen die Hand ausschlägt und stattdessen solchen Leuten die Hand reicht, die den Genossen Ernst Aust als „Agenten des britischen Geheimdienstes“, als „CIA-Agent“ beschimpfen – und das sogar in der albanischen Öffentlichkeit. Die Albaner haben dem Genossen Ernst, aber solchen Leuten niemals die Hand gereicht, sondern Hausverbot gegen sie befohlen! Die „Avantgarde“-Leute sollen sich ja nicht blicken lassen. Denen haben wir auch Hausverbot gegeben !

Mit den Liquidatoren gibt es nichts, überhaupt nichts, was uns mit diesen Halunken irgendwie verbindet. Wir laden Möller gerne zu Gesprächen ein. Es gibt durchaus einiges, was uns noch vereint, trotz aller tiefen Differenzen. Aber eins muss sich Möller merken. Die Liquidatoren braucht er zu den Gesprächen nicht mitbringen, sonst kann er selber zu hause bleiben! Für Möller dürfte unsere Haltung zu den Liquidatoren nicht neu sein. Wir haben sie 1985 bereits klar und deutlich vertreten. Wir sind nie für „irgendeine“ Einheit gewesen, auch nicht für eine Einheit um jeden Preis. Wir vereinen uns nur mit Marxisten-Leninisten, mit wem denn sonst ? Wir vereinigen uns doch nicht mit Leuten, die uns beschimpfen und bekämpfen, die uns als Feinde behandeln. Wir haben in 10 knappen klaren Punkten einen Vorschlag zur Einheit der Marxisten-Leninisten in unserer Partei gemacht:

  1. Bestätigung der Kieler Erklärung vom 3. 3. 1985

  2. Anerkennung der Beschlüsse der Hamburger Konferenz vom Juni 1985

  3. Anerkennung der Erklärung der Frankfurter Konferenz vom 7./8. September 1985

  4. Verurteilung der putschistischen Spaltung des so geannten „6. Parteitags“ in Stuttgart vom 28. und 29. 12. 1985 und Zurücknahme der dort gefassten Beschlüsse.

  5. Anerkennung der 14 Thesen zur Reorganisierung des weiteren Aufbaus der KPD vom 25. und 26. Januar 1986

  6. Gegenseitige Übereinstimmung darüber, dass in Deutschland nur eine KPD bestehen kann

  7. Gegenseitiges Einverständnis über die Unzulässigkeit des Weiterbestehens zweier konkurrierender Zentralorgane

  8. Gemeinsame Vorbereitung und Durchführung eines 7. Parteitags zur Überwindung der Spaltung

  9. Einstellung von Verleumdungen, kameradschaftlicher Umgang unter den Genossinnen und Genossen. Austragen der Meinungsverschiedenheiten über die trennenden politisch-ideologischen Inhalte

  10. Gemeinsame Erklärung bzw. Aufruf zur Einheit der Marxisten-Leninisten in der KPD des Genossen Ernst Aust.

Mit diesen 10 Punkten wollen wir sichergestellt wissen, dass eine Vereinigung nur auf den Grundlagen der alten KPD des Genossen Ernst Aust für uns in Frage kommt. Wir wollen den gemeinsamen Kampf gegen jegliche Abweichung von unserer alten revolutionären Parteilinie, der Linie des Genossen Ernst Aust, führen und wehren uns gegen alle Versuche, die Partei zu beerdigen, indem stattdessen eine „neue Partei“ gegründet wird. Wir betrachten es als ein Verbrechen gegenüber der Arbeiterklasse, wenn der Partei der Wille der Liquidatoren aufgezwungen wird, so wie wir es auch als ein Verbrechen betrachten, die Kräfte der wirklichen Marxisten-Leninisten zu zersplittern und zu spalten. Diejenigen, die die alte Partei verlassen haben, müssen ihren Kampf gegen sie umgehend einstellen und den Willen zur Einhaltung der Parteidisziplin auf der Grundlage unseres 10-Punkte-Vorschlages durch Taten unter Beweis stellen. Man kann nicht mit solchen Kräften die Partei reorganisieren wollen, die die Desorganisierung der KPD in Theorie und Praxis betrieben haben und weiter betreiben. Der Trennungsstrich gegenüber den Liquidatoren ist und bleibt die Grundvoraussetzung für die Einheit zur Reorganisierung und dem Wiederaufbau der Partei nach dem Koch-Verrat. Für alle Marxisten-Leninisten der KPD muss unbedingt gelten, was der Genosse Ernst im April 1985 gefordert hatte:

Verteidigen wir den Marxismus-Leninismus, das Programm und Statut unserer Partei, kämpfen wir für die Reorganisation der Partei auf diesen Grundlagen gegen alle Liquidatoren von rechts und „links“, gegen den liquidatorischen Kurs des ZK wie auch gegen „linke“ Sektierer, die uns einen lokalen Studierzirkel als Nachfolgeorganisation der KPD servieren wollen.“

Wir warten ab und werden sehen, ob und wie die gemeinsame Sache vorankommt und ob Möller die Kröte in Punkt vier schlucken wird oder nicht. Wir sind zu allem bereit, was der Partei nützt, was sie stärkt, was sie vorwärts bringt. Wir sind bereit, uns unsererseits ernsthaft mit Vorschlägen von Möller zu befassen. Aber was die Partei aufhält, wird sie bei Seite räumen; was sie zurückzerrt, wird sie abschütteln. Die Frage der Einheit der Marxisten-Leninisten ist die eine Seite, die andere Seite ist, dass wir uns weiter auf die eigenen Kräfte stützen und die Aufgaben und Ziele des Roten Morgen klar bestimmen und praktisch umsetzen gemäß dem Programm des Genossen Ernst Aust. In unserer 10. These zur Reorganisierung der Partei – beschlossen auf dem 6. Parteitag in Bremen vom 26. 1. 1986 heißt es:

Die KPD braucht ein Zentralorgan als kollektiven Propagandisten, Agitator und Organisator. Die Schaffung des ZO ist so bald wie möglich in Angriff zu nehmen.“

Die Reorganisierung des Zentralorgans haben wir nunmehr erfolgreich umgesetzt. Die wichtigste Aufgabe des Roten Morgen ist die Gewinnung der Vorhut des Proletariats, ihre Formierung zur bolschewistischen Partei. Diese Aufgabe erfüllen wir gegenwärtig im Kampf gegen den Klassenfeind, im Kampf für die Einheit der Marxisten-Leninisten in unserer reorganisierten Partei und im Kampf für die Vertiefung des Einflusses unserer Zeitung unter den Massen.

Was der Genosse Ernst Aust 1970 im Artikel „Dem Klassengegner die Faust ins Gesicht!“ über die gegenwärtige Aufgabe des Roten Morgen schrieb, dient uns noch heute als Grundlage. In seinem Artikel hieß es:

Wie muss in der jetzigen Phase des Parteiaufbaus der Rote Morgen, das Zentralorgan unserer Partei, aussehen ? Sicher ist, dass in ihm die Programmdiskussion in Artikeln und Beiträgen der Kommissionen einen gebührenden Platz einnehmen, dass in ihm die politische Linie ihren konkreten Ausdruck finden soll. Doch ist das alles ? Erinnern wir uns, welche Forderungen Lenin an das Zentralorgan einer bolschewistischen Partei stellte: Die Zeitung soll kollektiver Propagandist, Agitator und Organisator sein. Wobei entsprechend der jeweiligen Situation die Betonung auf der einen oder anderen Seite liegen kann. Für uns ist entsprechend der Hauptaufgabe der Partei gegenwärtig die Propaganda die hauptsächliche Seite [Unterstreichung durch die Redaktion mit Hinweis auf den selbstkritischen Kommentar des Genossen Wolfgang Eggers über den 4. Parteitag der KPD/ML]. Das heißt jedoch nicht, die eine oder andere Seite völlig aus der Zeitung verschwinden zu lassen. Alle Seiten müssen berücksichtigt werden. Was aber heißt zum Beispiel in unserer Situation

kollektiver Propagandist:

Das heißt, die Zeitung muss in ideologischen Artikeln

  1. den schonungslosen Kampf gegen den Imperialismus und Sozialimperialismus – besonders gegen die westdeutsche Monopolbourgeoisie – führen.

  2. Den Revisionismus in all seinen Erscheinungsformen ständig entlarven.

  3. Der Arbeiterklasse die Notwendigkeit der marxistisch-leninistischen Partei erklären.

  4. Das Wesen des Kapitalismus in all seinen Erscheinungsformen erklären und enthüllen.

  5. In sachlicher Diskussion und Polemik mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen die korrekte Linie des Aufbaus und der Politik der marxistisch-leninistischen Partei bestimmen.

  6. Die Erfahrungen und Erfolge der marxistisch-leninistischen Bruderparteien aufzuzeigen und auszuwerten.



Kollektiver Agitator:

Das heißt, die Zeitung muss

  1. zu konkreten Aufgaben der Arbeiterklasse, zum Beispiel Streiks, Kampf gegen die Preissteigerungen usw. anleitend Stellung nehmen.

  2. An konkreten Beispielen die Bourgeoisie demaskieren und die Taktik der Revisionisten entlarven.

  3. Zu aktuellen politischen Fragen vom Klassenstandpunkt aus Stellung nehmen.

  4. Erfahrungen über verschiedene Aktionen des Klassenkampfes vermitteln.

  5. Die Diskussion über die konkreten Formen des Kampfes mit anderen marxistisch-leninistischen Gruppen führen.



Kollektiver Organisator:

  1. sich ein enges Netz von Korrespondenten aus möglichst vielen Orten schaffen, um in der Lage zu sein, direkt von der Basis aus zu berichten.

  2. Über Abonnenten und Leser den Kreis der Sympathisanten an die Partei heranzuführen.

  3. Politische Kampagnen organisierend voranzutreiben.

  4. Über Erfahrungen der Organisationen der Partei zu berichten.

Das alles sind vielfältige, umfangreiche Aufgaben, die vom Zentralorgan unserer Partei wahrgenommen werden müssen.“



Der Rote Morgen muss seine Aufmerksamkeit vorwiegend auf die kämpfenden Arbeiter richten. Es genügt nicht, nur theoretisch von der historischen revolutionären Rolle des Proletariats usw. zu sprechen. Unsere Zeitung bekommt nur festen Boden unter den Füßen, wenn sie sich voll auf die tatsächlich kämpfende Arbeiterbewegung konzentriert, wenn sie darauf immer intensiver einwirkt, die Arbewiterbewegung nicht nur immer besser wiederspiegelt, sondern dass die Arbeiter selber das Zentralorgan als ihr eigenes Kampfinstrument ansehen und es für sich selbst im Klassenkampf einsetzen, dass die Arbeiter mit dem Roten Morgen täglich arbeiten, dass sie es verstehen, den Marxismus-Leninismus in ihrem konkreten Kampf anzuwenden und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, das heißt, den Marxismus-Leninismus durch ihre eigenen Erfahrungen zu bereichern und ihn weiter zu entwickeln.

Eins dürfen wir jedoch nicht. Wir dürfen uns nicht sektiererisch orientieren und die Arbeiterbewegung mit Scheuklappen betrachten. Die Arbeiterbewegung ist nicht nur Triebkraft in sich selbst, sondern muss sich mit den anderen gesellschaftlichen Bewegungen auseinandersetzen, um wirklich Triebkraft für alle fortschrittlichen gesellschaftlichen Bewegungen zu werden. Der Rote Morgen propagiert, agitiert und organisiert nicht nur im Proletariat, sondern in ausnahmslos allen gesellschaftlichen Schichten und Klassen die fortschrittlichsten Kräfte für die sozialistische Revolution, für den Sturz der Bourgeoisie und die Errichtung der Diktatur des Proletariats. Unser Zentralorgan ist verpflichtet, ausgehend von den Interessen der Arbeiter die gesamte politische Lage in Deutschland und in der Welt, die gesamte Gesellschaft in Deutschland und in der Welt einzubeziehen. Wir wollen hier nicht falsch verstanden werden. Wir propagieren hier nicht die Unterordnung der Arbeiterbewegung unter die Bewegungen der anderen Klassen, insbesondere nicht unter die kleinbürgerlichen Bewegungen. Wenn wir im Roten Morgen fortschrittliche Bewegungen außerhalb der Arbeiterbewegung unterstützen, dann immer aus der Sicht des Marxismus-Leninismus, also in wie weit sie zur Stärkung der Arbeiterbewegung beitragen, inwieweit die Arbeiter damit ihren Einfluss auf die gesamte Gesellschaft ausweiten können, inwieweit sie sich damit schließlich zur führenden Klasse der gesamten Gesellschaft entwickeln können .

Wir dürfen im Roten Morgen auch niemals die korrekten Methoden unserer Propaganda vergessen, die der Genosse Ernst Aust entwickelt hat. Wir können diese Methoden nur richtig anwenden, wenn wir seine Roten Morgen-Artikel immer wieder studieren, seine Reden und Referate immer intensiver schulen. Wir müssen den Marxismus-Leninismus nicht nur korrekt und prinzipienfest propagieren, wir müssen die Arbeiterklasse auch davon überzeugen, sie an Hand ihrer eigenen Erfahrungen im täglichen Klassenkampf überzeugen, den wir mit aller Kraft nicht nur in Wort, sondern auch in der Tat unterstützen. Was die Partei im Roten Morgen sagt, muss sie auch in die Tat umsetzen – nicht zuletzt eben mit Hilfe des Roten Morgen. Diese Überzeugungsarbeit kann erst von dem Zeitpunkt an als wirklich erfolgreich bezeichnet werden, wenn uns die Arbeiter zu folgen beginnen, nicht nur unseren Ideen, sondern auch unseren revolutionären Taten, mit denen wir unsere revolutionären Ideen umsetzen. Der Rote Morgen dient dem Zweck, dass die Arbeiter sich uns anschließen, dass sie in unseren Reihen kämpfen, dass sie daraus Führer der Klasse herausbilden, dass sie sich zu Kommunisten entwickeln. Das war es, worauf es dem Genossen Ernst Aust ankam. Genosse Ernst Aust richtete sich in seinem Referat „`Propaganda`- oder Kampfpartei?“ durchaus nicht gegen die Propaganda an sich. Sie darf nur nicht sektiererisch angewandt werden. Die marxistisch-leninistische Propaganda selbst kann niemals sektiererisch sein, sondern nur, wenn sie von den Opportunisten – ob rechts oder „links“ - falsch (also entstellt und zweckentfremdet) angewandt wird, nämlich so, dass sie die fortschrittlichen Arbeiter abstößt anstatt sie zu gewinnen. Wogegen sich der Genosse Ernst Aust richtete war insbesondere die sektiererische Form der Verbreitung der marxistisch-leninistischen Propaganda in der Arbeiterbewegung, nicht etwa gegen ihren revolutionären Inhalt. Der Genosse Ernst hat niemals die revolutionäre Sprache mit der „revolutionären“ Phrase verwechselt, sondern die revolutionäre Sprache verteidigt und stets seine revolutionäre Stimme gegen die Phraseologie des intellektuellen Kleinbürgertums erhoben. Genosse Ernst Aust machte aus dem Roten Morgen ein revolutionäres Sprachrohr und griff ein, wenn die kleinbürgerliche Phraseologie auf den Roten Morgen Einfluss zu nehmen versuchte. Gleichzeitig war er der Genosse, der mit dem Roten Morgen Flagge zeigte, sich morgens selbst ans Betriebstor stellte, um ihn zu verkaufen und er zog diejenigen zur Verantwortung, die sich scheuten, die Kommunistische Partei, den Kommunismus, den Roten Morgen offen zu propagieren und dafür mit allen Konsequenzen grade zu stehen.

Der Genosse Ernst Aust unternahm unentwegt etwas gegen diese alten Parteikrankheiten. Er bekämpfte solche Genossen, die mit schön anzuhörenden, berauschenden revolutionären Phrasen andere Genossen zu blenden versuchten, denen aber jegliches Verständnis von der Realität der Arbeiterbewegung fehlte, die sich wenig um die tatsächliche Arbeiterbewegung, sich nicht für die täglichen Sorgen des Arbeiters interessierten:

Genossen, wir sind keine Sektierer, keine blinden Fanatiker, wie uns die Bourgeoisie so gerne darstellen möchte. Wir sind Teil unserer Klasse, Menschen mit all ihren Freuden und Leiden.“

Und genau das muss rüberkommen, wenn der Arbeiter den Roten Morgen liest. Der Rote Morgen setzte also 20 Jahre lang der verfaulten, dekadenten bürgerlichen Moral der revisionistischen Moral der Heuchelei, die proletarische Moral entgegen. Der Rote Morgen knüpfte an die besten charakterlichen Eigenschaften der Proletarier und ihrer Tradition an, pflegte und verteidigte sie, Eigenschaften wie Klassensolidarität, Klassendisziplin, Hass gegen den Klassengegner, Kritik und Selbstkritik, Wahrheitsliebe und Ehrlichkeit usw. usf.

Es war kein anderer als der Genosse Ernst Aust, der den Arbeitergenossen dabei half, als Arbeiterkorrespondenten an der Gestaltung des Roten Morgen mitzuwirken, und der mit gutem Beispiel voranging, der einen gepflegten volkstribünenhaften-massennvertrauten, überzeugenden und lebendigen Stil bewahrte, so wie er es als Redakteur in der alten KPD Ernst Thälmanns gelernt hatte. Im Roten Morgen spürt man bis heute den revolutionären humanistischen Geist, den Glauben in die Kraft der Arbeiterklasse, das Vertrauen und die Zuversicht, dass das Gute im Menschen siegen wird. Der Genosse Ernst Aust verstand es wie keiner, die besten revolutionären Eigenschaften der deutschen Arbeiterklasse und des deutschen Volkes im Roten Morgen zum Ausdruck zu bringen. Ernst verstand nicht nur die Sprache der Arbeiter, sondern er beherrschte sie auch – und zwar meisterhaft.

Ganz besonders durch den Genossen Ernst Aust legte der Rote Morgen mit seinen lebendigen Berichten über 20 Jahre lang Zeugnis ab über das Arbeiterleben in Deutschland. Der Terror der Bourgeoisie wurde in seinen verschiedensten Formen plastisch dargestellt und systematisch entlarvt. Die notwendigerweise unvermeidbaren Konsequenzen, nämlich diesen Staat der Diktatur der Bourgeoisie gewaltsam zu stürzen, ziehen sich in den Artikeln wie ein roter Faden durch die 20 jährige Geschichte des Roten Morgen. Für die Parteigenossen enthielt der Rote Morgen stets gut recherchiertes politisches Enthüllungsmaterial und Argumentationshilfen, politisch-ideologische Anleitung zu den brennendsten und aktuellsten Ereignissen und Fragen der Arbeiterbewegung. Die Arbeiterkorrspondenzen und Berichte der Genossen über ihre Kampfaktionen vor Ort waren im Roten Morgen stets wichtigster Gradmesser, um die Verbindung der Zeitung mit dem Geschehen vor Ort, mit dem Betrieb, mit dem Stadtteil, mit dem Land, mit den Massen, richtig einzuschätzen und zu beurteilen. Aber nicht nur der Inhalt war durch und durch revolutionär, sondern auch die äußere Gestaltung, das Aussehen, das Lay-out trugen diesem revolutionären Inhalt vollkommen Rechnung. In den Fotos, Bildern und Karrikaturen wurde die revolutionäre Kraft des Proletariats und der Massen treffend charakterisiert, ebenso wie die Bloßstellung und Verhöhnung des reaktionären Klassengegners insbesondere der Revisionisten. Die monatlichen Bildtafeln dokumentierten die Höhepunkte des Klassenkampfes und der Aktionen der Partei an den verschiedensten Fronten.

Der Rote Morgen erschien auch eine Zeit lang in türkischer Sprache, was nicht nur ein hervorragender Ausdruck des 20 Jahre gepflegten proletarischen Internationalismus war, sondern vor allem auch die Reihen unserer Partei durch türkische Genossen stärkte, was nicht ohne Wirkung auf die marxistisch-leninistische Bewegung in der Türkei blieb. Die Gewinnung neuer Kräfte für die Partei, das ist letztlich das krönende Ergebnis einer guten revolutionären Zeitung.

Neue Kräfte gewinnt man nicht, wenn man in der politischen Parteiarbeit die Interessen und Bedürfnisse des Roten Morgen-Lesers ignoriert. Was nützt die revolutionärste Zeitung, wenn sie nicht revolutionär verbreitet wird, wenn sie vom Leser nicht angenommen wird ? Hier liegt noch ein großer Mangel in unserer Vertriebsarbeit, den wir schnellstens durch energische Anstrengungen berichtigen müssen. Es ist eine Schande, wenn eine Rote Morgen- Ausgabe nach der anderen in den Kellern der Genossen vor sich hin lagert und nicht unter die Leute gebracht wird. Die Zahl der Abonnenten und Leser wird durch überzeugende Artikel allein nicht größer. Das ist ein Irrglaube. Das kann man nicht der Spontaneität überlassen. Das ist eine Kampfaufgabe, die systematisch angegangen, umgesetzt und kontrolliert werden muss. Der Einfluss der Partei bleibt so eng wie es der Leserkreis des Roten Morgen bleibt. Wie soll die Partei heute den entscheidenden Weg der Reorganisierung, den Weg aus der Parteikrise erfolgreich beschreiten, wenn wir bei der Verbreitung des Roten Morgen die Hände in den Schoß legen ? Die Verbreitung des Roten Morgen ist eine vordringliche Aufgabe der ganzen Partei und jedes einzelnen Genossen. Hier muss nicht nur der demokratische Zentralismus aktiviert, sondern auch auf die Einhaltung der diesbezüglichen Forderungen unseres Statuts geachtet werden. Sicherlich können wir von den Vertriebsmethoden der Bourgeoisie noch eine Menge lernen, aber uns geht es nicht um Profit und Absatzhascherei, sondern darum, unsere politischen Anschauungen in der Arbeiterklasse maximal zu verbreiten, unsere Kontakte und Verbindungen mit der Arbeiterklasse zu stärken, der Arbeiterklasse näher zu kommen und dadurch unsere Partei zu stärken, ihr zu helfen, aus der Parteikrise herauszukommen. Unsere Losung muss heißen: HERAN AN DEN LESER !

Nehmt Kontakt mit den Kollegen auf, sprecht mit ihnen über solche Artikel, die sie interessieren. Regt solche Kollegen an, dass sie ihrerseits in ihrem Bekannten- und Freundeskreis darüber diskutieren. Nehmt den Roten Morgen mit zu eurem Arbeitsplatz ( wo das möglich und richtig ist), geht vor die Betriebe, macht Informationsstände. Nehmt den Roten Morgen mit zu den Kundgebungen, Veranstaltungen und Demonstrationen. Macht den Roten Morgen in euren Betrieben und Stadtteilen bekannt, verwendet Flugblätter, Plakate und Aufkleber, um auf den Roten Morgen aufmerksam zu machen. Plant und kontrolliert den Verkauf kollektiv und teilt der Roter Morgen-Redaktion eure positiven und negativen Erfahrungen mit, damit wir alle von euch lernen und unsere Vertriebsarbeit insgesamt verbessern können.

Die Mitglieder einer marxistisch-leninistischen Partei und die Revolutionäre, sagte der Genosse Enver Hoxha, müssen – und sind sie auch von der Zahl her noch so wenig – die Massen davon überzeugen, dass sie eine große Kraft besitzen, dass sie in der Lage sind, das Kapital zu stürzen, die Macht selbst in die Hand zu nehmen und sie im Interesse des Proletariats und des Volkes auszuüben. Der Rote Morgen ist dabei unser wichtigstes Instrument und die Pflicht jedes Genossen ist es, dieses Instrument bei seiner täglichen Parteiarbeit optimal einzusetzen.

Das Leben und die Tätigkeit unserer Parteiorganisation muss sich im Roten Morgen widerspiegeln, muss das Parteileben ausdrücken. Das ist eine Angelegenheit der gesamten Partei und ganz besonders eine Angelegenheit der Zellen, die direkt vor Ort von ihrer Parteiarbeit berichten. Die Verbreitung des Roten Morgen ist keine besondere Angelegenheit einer Vertriebsabteilung, sondern Bestandteil aller Parteiaktivitäten und – aktionen, aller Parteiorganisationen und -gremien, aller Genossen und Sympathisanten. Die revolutionäre Propaganda und die revolutionäre Aktion müssen einander näher gebracht werden. Diese Annäherung muss zur Meisterschaft gebracht werden, zur vollkommenen Übereinstimmung. Natürlich macht ein Roter Morgen allein noch keine Partei, aber der Rote Morgen ist das wichtigste Instrument, mit dem wir unsere Partei zu einer wirklich revolutionären Partei machen. Wir sind eine Kampfpartei, die nicht ohne Aktionen existieren kann, zu denen eben der Rote Morgen aufruft, deren Notwendigkeit er begründet und fordert, über die er berichtet, aus denen er Schlussfolgerungen und Verallgemeinerungen zieht und Perspektiven für zukünftige bessere und größere Aktionen entwickelt. Der Rote Morgen muss der „Treibriemen zwischen Partei und Arbeiterklasse sein“ (Stalin).

Der Rote Morgen muss eine Zeitung von Arbeitern für Arbeiter sein. Er muss sämtliche Seiten des Klassenkampfes und des Arbeiterlebens vollkommen beleuchten. Es muss erreicht werden, dass der parteilose Arbeiter im Roten Morgen nicht bloß ein Organ einer Partei sieht, sondern in ihm seine eigene ihm vertraute Zeitung erkennt, in der er seine zu verändernde Lage wiedererkennt, mit der er sich identifiziert, die ihm Kraft, Mut und Hoffnung gibt, ihm den sozialistischen Ausweg zeigt, die sein Klassenbewusstsein stärkt, seine Klassensolidarität fördert und ihm hilft, die Lügen der Bourgeoisie, die heuchelei der Revisionisten, zu durchschauen und sich davon zu befreien.

Genosse Ernst Aust sagte einmal:

Was da täglich aus Zeitungen, Magazinen, Schundliteratur und Groschenheften, Kino, Rundfunk und Fernsehen auf die Massen einströmt, diese Propagierung von Egoismus und Brutalität, Porno und Pop, Mord und Terror, soll die Menschen zu krassen Individualisten erziehen, soll sie auf den Faschismus, auf ein neues imperialistisches Völkermorden vorbereiten. Das Ziel dieses ganzen, äußerlich glänzenden, von einer aufwendigen Reklame begleiteten, kommerziell behandelten und von der Bourgeoisie unterstützten und finazierten Kulturrummel die Massen zu verwirren, zu benebeln, zu betäuben, ist der Versuch, den einfachen Menschen zu einem passiven Konsumenten der vergifteten, hervorgehobenen Ideen zu machen und ihren Konsum für ihn zu einer Notwendigkeit, zu einer Gewohnheit. Sie sollen eingeschläfert, vom politischen und sozialen Kampf abgehalten, in Apathie und geistige Leere gestürzt und in ein inhaltloses Leben getrieben werden.“

Nie ist unser gesellschaftliches Leben mehr von bürgerlichen Ideen durchtränkt und vergiftet worden als heute, nicht zuletzt durch eine gigantische technisch-kommerzielle Maschinerie. Dabei darf man nicht die revisionistischen Einflüsse außer Acht lassen, die sich als sozialistisch ausgeben und mit denen unaufhörlich von der Bourgeoisie versucht wird, die Arbeiterklasse der bürgerlichen Ideologie zu unterwerfen. Allein die technische Perfektionierung der Nachrichten- Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten hat im Verlauf der Geschichte des Roten Morgen und insbesondere im letzten Jahrzehnt unvorstellbare Dimensionen angenommen und wird in weiterer Zukunft alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Gleichzeitig können wir verfolgen, wie die Konzentration der Pressemonopole, die Gleichschaltung der Medien in Rundfunk und Fernsehen weiter zunimmt, - von der totalen Medienkontrolle sind wir nicht mehr weit entfernt. Öffentliche Meinungen, Informationen und Nachrichten, und alles, was mit ihrer Produktion und Verbreitung zusammenhängt, sind nicht nur ein profitables Geschäft durch ungeheure Ausbeutung und Unterdrückung der in diesem Bereich Beschäftigten, sondern dienen vor allem der Herrschaftssicherung der Bourgeoisie, dienen den Imperialisten, ihren Einflussphären zu erweitern und ihr Hegemoniestreben anzuheizen. So üben derzeit die Massenmedien der beiden Supermächte den größten ideologischen und geistigen Einfluss auf die Völker der ganzen Welt aus, fließt ihnen beiden das meiste Geld in die Taschen, das weltweit mit den Medien verdient wird.

Free flow of information“ - freier Informationsfluss, das bedeutet wie bei der „Pressefreiheit“ in der ganzen Welt – das ist die Freiheit der Kapitalisten, Informationen, Zeitungen usw. zu kaufen, ihre Macher zu kaufen und zu bestechen, die öffentliche Welt im Interesse der herrschenden Klasse zu manipulieren, zu kaufen oder zu verkaufen. Die deutsche Presse ist heute noch größtenteils in den Händen des westdeutschen Imperialismus. Die zunehmende Manipulation und Täuschung durch die bürgerlichen Massenmedien ist Ausdruck seiner Fäulnis. Sie sind Bestandteil des weltweit planmäßig geführten Klassenkrieges gegen die Arbeiterklasse und die Völker, gegen ihr Denken und Handeln. Tatsachen werden verschwiegen, entstellt, aufgebauscht oder einfach nur erfunden und wieder neu aufgepäppelt. Aus Mücken werden Elefanten gemacht und aus Elefanten Mücken. Eine strategische Bastion ist für die Herrschaft des Weltimperialismus ein Nachrichtensystem, das von weltumspannenden Monopolkonzernen gelenkt wird. Sie sind die Macher der öffentlichen Weltmeinung. Die Bourgeoisie hat es ausgezeichnet verstanden, was für eine Macht der Besitz von Informationen darstellt und daraus eine noch größere Macht, die Macht der Des-Information im Weltmaßstab zu nutzen. Es erscheinen 10 000 Tageszeitungen auf der Welt mit einer Auflage von 500 Millionen Exemplaren. Nach dem Medienbericht der Bundesregierung kaufen 82, 7 % der Bevölkerung regelmäßig eine Tageszeitung. Jeder liest durchschnittlich 38 Minuten täglich Zeitung; 27 Minuten ein Buch; 22 Minuten Zeitschriften. Allein beim Lesen können wir also mit mehr als einer Stunde rechnen, in denen sich jeder mehr oder weniger den ganzen bürgerlichen Mist reinzieht – von Radio und Fernsehen ganz zu schweigen. Nicht nur die Konzentration der Pressemonopole nimmt zu, sondern auch ihr Einfluss auf das Bewusstsein der Gesellschaft.

Euch allen ist bekannt, dass die Verbreitung und Verankerung des Anti-Kommunismus in der Wühlarbeit der weltweiten Medienkonzerne eine Schlüsselrolle spielt, die immer weiter um sich greift und. Das anti-kommunistische Propagandanetz wird immer feiner über den ganzen Erdball gesponnen. Diesem Umstand müssen wir Rechnung tragen. Man kann kein revolutionäres Bewusstsein in den Köpfen der Arbeiter verankern, ohne ihnen dabei zu helfen, diesen ganzen bürgerlichen Müll aus ihren Hirnen zu entsorgen.

Unsere Aufgabe muss es daher sein, im Arbeiter das Bewusstsein für die Notwendigkeit der ideologischen Müllentsorgung überhaupt erst einmal zu schaffen und zu entwickeln, bevor er von sich aus systematisch an diese Müllbeseitigung in seinem Kopf herangeht. Es kommt also nicht allein darauf an, die gegnerischen politischen Absichten und arbeiterfeindlichen Ideen der Bourgeoisie mit Hilfe des Roten Morgen zu entlarven, sondern wir müssen darin unsere Ideen als bessere Alternative propagieren, müssen unsere eigene Politik, die Arbeiterpolitik, die Politik des revolutionären Ausweges und unsere kommunistische Perspektive entwickeln und erläutern. Wir müssen neue, weltweite kommunistische Bastionen der Propaganda errichten gegen den weltweiten Anti-Kommunismus. Für den Roten Morgen stellt sich die Frage allgemein wie konkret: „Wir oder ihr! Es kann nur eins auf der Welt geben – Kapitalismus oder Kommunismus“ !

Wenn wir eines Tages über die Bourgeoisie siegen wollen, müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass wir vor Allem ihren Informations- und Propagandaapparat kappen und zerstören, die Pressehäuser und Ruindfunk- und Fernsehstationen stürmen, die Medienkonzerne enteignen und in die Hände der Arbeiter übergeben müssen. „Enteignet Springer!“ - Diese alte Losung der Studentenbewegung – das ist auch die revolutionäre Losung der Arbeiterklasse und wenn wir den Roten Morgen feiern, versäumen wir nicht, diese richtige Parole wieder ins Gedächtnis zu rufen. Ohne Enteignung der bürgerlichen Presse kann der Rote Morgen nicht zur Zeitung des herrschend Proletariats in Deutschland werden. Und dafür zu kämpfen, das ist natürlich das Ziel unserer Partei. Wir müssen die bürgerliche Ideologie, insbesondere ihren Einfluss in der revolutionären Bewegung, entmachten, um sie schließlich eines Tages restlos zertrümmern zu können. Sonst werden wir nie die Diktatur des Proletariats errichten können. Mit der maoistischen Parole „Lasst tausend Blumen blühen und 1000 Schulen miteinander wetteifern!“ wird sich die Arbeiterklasse ihre Pressefreiheit nicht erkämpfen können. Es kann nur eine Pressefreiheit geben – entweder die der Arbeiter oder die der Bourgeoisie !

Der Genosse Stalin machte hierzu folgende Bemerkung:

Ohne die besten Druckereien, die besten Zeitungsverlage, ohne legale Organisation der Arbeiterklasse, und zwar von der kleinsten bis zu den größten, die Millionen der Arbeiterklasse umfassen, ohne die größtmögliche Versammlungsfreiheit gibt es keine freie Presse.“

Pressefreiheit bedeutet im Kapitalismus – wie gesagt – nichts als nur die Freiheit der Kapitalisten; die Freiheit, Profite zu machen, insbesondere durch die Ausbeutung der Druckereiarbeiter, die Freiheit, die Meinung der Bourgeoisie der ganzen Gesellschaft aufzuzwingen. Die Freiheit der Kapitalisten beruht auf der Unfreiheit der Arbeiterklasse, so wie die Freiheit der Arbeiterklasse auf die Unfreiheit der Bourgeoisie beruht. Im Kapitalismus hat die Arbeiterklasse nur unter größten Schwierigkeiten und Opfern die Möglichkeit, ihre Zeitung als unterdrückte Klasse herauszugeben. Zeitungen, in denen sie ihre eigenen Klasseninteressen als herrschende Klasseninteressen zum Ausdruck bringen kann – und zwar in Millionenauflagen – das ist der Arbeiterklasse erst durch die sozialistische Revolution möglich. Denn im Kapitalismus fehlen den Arbeitern nicht zuletzt die materiellen und technischen Voraussetzungen, sowie die Möglichkeiten, an die Informationen überhaupt ranzukommen, über die die Bourgeoisie verfügt usw. usf. Es gibt also für eine Arbeiterpresse, die sich gegen die Diktatur der Kapitalistenklasse richtet und erhebt kein Recht auf Pressefreiheit. Dieses kann sie sich nur im erbitterten, scharfen Klassenkampf erkämpfen. Allein der Kampf für die Legalität einer revolutionären Arbeiterzeitung unter kapitalistischen Verhältnissen hat in der Geschichte der Arbeiterbewegung unzählige Blutopfer gekostet. Es gäbe heute keinen Roten Morgen mehr, wenn er sich seine Freiheit nicht erkämpft hätte und sie sich nicht permanent weiter erkämpfen würde. Wir müssen unsere Pressefreiheit im Kapitalismus mühselig abringen und je mehr unsere Zeitung in den Massen verankert ist, desto schwieriger ist es für die Bourgeoisie, unsere Zeitung zu verbieten und uns mundtot zu machen. Es scheint ein Widerspruch zu sein, wenn die Bourgeoisie auf der einen Seite Phrasen über die Pressefreiheit drischt und gleichzeitig die Polizei auf streikende Druckereiarbeiter hetzt. Genauso scheint es ein Widerspruch zu sein, wenn die Kapitalisten und ihre Regierung von Freiheit und Demokratie schwätzen und damit in Wirklichkeit die Faschisierung des imperialistischen Staatsapparates, den Abbau der demokratischen Rechte des Volkes, schließlich die Errichtung einer offen staatsterroristischen, faschistischen Diktatur meinen. Aber diese Widersprüche liegen ganz im Wesen des Kapitalismus verwurzelt, der seine Profitinteressen und die bürgerliche Klassenherrschaft hinter den Interessen der Allgemeinheit verbirgt, die er in Wirklichkeit mit Füßen tritt und unterdrückt.

Schaut auf Albanien – da steht die Pressefreiheit nicht nur auf dem Papier, sondern da ist sie verwirklicht, weil dort eine sozialistische Volksrepublik existiert, in der die Arbeiter regieren. Es sind die Arbeiter selbst, die dafür garantieren, dass der Arbeiter seine eigene Pressefreiheit genießt. In der Verfassung der SVR Albanien heißt es im § 53:

Die Bürger genießen die Freiheit der Rede, der Presse, der Organisierung, der Vereinigung, der Versammlung und von öffentlichen Kundgebungen. Der Staat garantiert die Verwirklichung dieser Freiheiten, schafft die Bedingungen für sie und stellt die notwendigen materiellen Mittel zur Verfügung.“

In Albanien herrscht die Diktatur des Proletariats, d.h., dass die Pressefreiheit da aufhört, wo sie sich gegen die Arbeiterklasse richtet. Für Skandalblätter und sonstigen bürgerlichen Mist ist im Sozialismus kein Platz.

Bei uns ist die Presse in den Händen des deutschen und ausländischen Monopolkapitals. Die Faschisten wurden schon damals mit dem Geld des Pressezaren Hugenbergs an die Macht gehievt. Die USA schufen die westdeutsche reaktionäre Presse nach dem 2. Weltkrieg mit Finanzmitteln aus dem Marshallplan und heute herrscht der Pressezar Axel Springer. Heute wird die Bremer Wahlkampagne der neo-nazistischen DVU vom faschistischen Verleger Frey mit 2 Millionen DM unterstützt – eine Summe, die höher liegt als die Wahlpropaganda der gesamten übrigen bürgerlichen Parteien in Bremen gekostet hat. Und so hat sich die DVU ihren Sitz erkauft. Sorgen wir mit unserem Roten Morgen dafür, dass die Faschisten nur noch einen Sitz in der Hölle bekommen.

Und was passiert heute mit der fortschrittlichen Presse? Sie wird verächtlich gemacht, mit Mistkübeln überschüttet, ja bespitzelt, requiriert, verfolgt und unterdrückt, ja einzelne Ausgaben verboten.

Der Rote Morgen war die meist-verbotene Zeitung Deutschlands seit dem KPD-Verbot. Zahlreiche Gerichtsprozesse wurden gegen den Roten Morgen, gegen seine Redaktuere, insbesondere gegen den Genossen Ernst Aust als verantwortlicher Herausgeber eingeleitet und durchgeführt und die Partei mit empfindlichen Strafen belegt. Zahlreiche Genossen haben sogar allein wegen des Verteilens des Roten Morgen im Gefängnis gesessen. In der DDR konnte der Rote Morgen nur illegal unter sozialfaschistischen Bedingungen aufgebaut werden.

1972 wurden 4 Ausgaben des Roten Morgen wegen angeblicher „Wehrzersetzung“ beschlagnahmt.

1973 wollte die Bourgeoisie an Hand von Roter Morgen-Artikeln die ganze kommunistische Agitation und Propaganda der Partei verbieten und es wurde ein Prozess gegen unseren Genossen Ernst Aust geführt. 1 000 Genossen und Freunde demonstrierten unter der Losung: „Hände weg von Ernst Aust!“; „Hände weg vom Roten Morgen!“; „Der Kommunismus lässt sich nicht verbieten!“ Der Prozess zog sich über drei Tage hin. Er endete mit einem Sieg des Genossen Ernst Aust, der den Gerichtssaal zur Tribüne der Anklage gegen die Klassenjustiz verwandelte.

Ein weiterer Prozess folgte im Jahre 1975 wegen unserer Berichte und Anklagen gegen den Polizeimord an unserem Genossen Günter Routhier.

1976 wurde der Rote Morgen wegen 31 Artikeln aus insgesamt 21 Ausgaben – also aus jeder dritten Ausgabe ! - angeklagt. Das Urteil „im Namen des Volkes“ lautete 12 Monate Gefängnis für die Redakteure. Daraufhin veranstaltete die Partei in Dortmund eine große Protestdemonstration.

1979 lief dann erneut ein Prozess wegen Anprangerung des skandalösen Majdaneck-Prozesses und wegen der Entlarvung des brutalen Polizeistaates angesichts der brutalen Übergriffe in Stammheim: Urteil = 1 200,- DM Geldstrafe.



Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Der Kampf des Roten Morgen war in den 20 Jahren ein Kampf für die Freiheit der kommunistischen Presse in unserem Land. Nun, gegen den Roten Morgen ist bis heute kein Kraut gewachsen, er ist immer noch da! Er erschien sogar in voller Größe im Verfassungsschutzbericht von 1986. Die Bourgeoisie konnte den Roten Morgen weder mit Zuckerbrot noch mit Peitsche liquidieren oder in eine bürgerliche, entartete Zeitung verwandeln. Sie konnte den Roten Morgen nicht seines marxistisch-leninistischen Inhalts berauben oder ihn gar in ein anti-marxistisch-leninistisches Instrument, in ein Instrument des Renegatentums, des Revisionismus, des Opportunismus verwandeln, wie es ihr mit vielen revolutionären Zeitungen vorher gelungen war. All die 20 Jahre hat keine Macht der Welt den Roten Morgen zum Schweigen gebracht. Niemand konnte uns daran hindern, dass die Stimme der Arbeiterklasse in die Betriebe und Wohungen drang – dorthin, wo die Massen arbeiten und leben und kämpfen. Der Rote Morgen ist dafür der lebendige und historische Beweis, dass man den Kommunismus nicht verbieten kann. Wir werden jeden Zentimeter Pressefreiheit ausnutzen bis auf den letzten Tropfen. Wir haben gelernt, unsere Presse sowohl illegal als auch legal herauszubringen. „Dat Blinkfüer“ unseres Genossen Ernst Aust ist ein sehr gutes Beispiel , um in der Illegalität auch eine legale kommunistische Presse mit Erfolg herauszugeben und massenwirksam zu verbreiten und damit Aktionen zu initiieren. Die Verteidigung der kommunistischen Presse ist auch ein Teil des Kampfes für die Legalität der Partei. Der Rote Morgen erschien in der sozialfaschistischen DDR illegal. Sicherlich wird er eines Tages dort wieder erscheinen, sicherlich wird die Partei dort selbst unter illegalen Bedingungen in der Lage sein, legale Zeitungen herauszugeben. Ein Hoch auf die tapferen Genossinnen und Genossen der DDR unserer Partei, die so große persönliche Opfer für die Herausgabe und Verbreitung des Roten Morgen in der DDR gebracht haben ! Ein riesiger Erfolg der Marxisten-Leninisten gegen Sozialimperialismus und Sozialfaschismus, eine Niederlage für den modernen Revisionismus ! Ein Vorbild und nie verblassender Leitstern für die marxistisch-leninistische Weltbewegung im Kampf gegen den Revisionismus ! Zur Jahreswende 1975/76 wurde die KPD/ML in der DDR gegründet. Es erschien kurze Zeit später die illegale DDR-Ausgabe des Roten Morgen. Das war ein Ereignis von historischer Bedeutung für den Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, für den Kampf der Marxisten-Leninisten unter sozialfaschistischen Bedingungen. In der Roter Morgen-Ausgabe vom 7. 2. 1976 hieß es:

Mit der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML besitzt die Arbeiterklasse in der Bundesrepublik, in Westberlin und in der DDR eine marxistisch-leninistische Vorhutpartei, die sie im Kampf gegen Imperialismus, Sozialimperialismus und modernen Revisionismus führt, unter deren Leitung sie alle Schwierigkeiten überwinden und den Sieg erringen wird.“

Wir haben den Sitz der Partei und des Roten Morgen nicht zufällig in Berlin in der jetzigen Phase der Reorganisierung errichtet. Das hat für uns symbolische wie konkret aktuelle, politische Bedeutung. Wir waren stets Zentralisten in der nationalen Frage und wollen es auch in Zukunft bleiben. Wir heißen immer noch Kommunistische Partei Deutschlands und nicht Kommunistische Partei der Bundesrepublik oder Westberlins. Wenn wir die nationalen Interessen des deutschen Volkes vertreten wollen, dann braucht die Arbeiterklasse auch eine Partei im nationalen Rahmen. Alle Proletarier Deutschlands hüben wie drüben näherbringen und fest zusammenzuschließen, sie zur Revolution vereinigen – ist das logisch oder etwa nicht ? Augenscheinlich heben die Möllerleute damit ihre Probleme. Denn: Die Möllergruppe hat die nationale Frage kommentarlos aus dem Programm des Genossen Ernst Aust gestrichen – ganz still und heimlich. Auch in dieser Frage ist sie feige. Sie steht nicht zu Ernst, dem die nationale Frage besonders am Herzen gelegen hat. Sie hat den Schwanz eingezogen – auf eine jämmerliche, kapitulantenhafte Art. Ist denn das Programm mit der korrekten Behandlung der nationalen Frage vor der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML verabschiedet worden oder erst hinterher ? Womit haben wir denn unsere Sektion in der DDR aufgebaut ? Doch wohl nicht ohne die nationale Frage auf revolutionäre Weise anzugehen ?! Was sind wir denn für Kommunisten, wenn wir den Aufbau der Partei drüben nicht mit allen Kräften unterstützten ? Wir fangen doch jetzt nicht an zu trennen, wo es uns von Anfang an um die gemeinsamen Interessen des gesamten Proletariats in ganz Deutschland geht ?! Diese Interessen sind für unsere Partei unteilbar, genauso wie der Rote Morgen unteilbar ist. Wir sind doch nicht die Spalter der Nation ! Wir sind die Vereiniger der Nation, die Vereiniger der sozialistischen Nation ! Man kann nicht von der Einheit Deutschlands sprechen, ohne von der Einheit der Arbeiterklasse in Deutschland zu sprechen, ohne von der Einheit der Kommunistischen Partei Deutschlands zu sprechen und umgekehrt. Man kann doch nicht auf der einen Seite ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland wollen, aber eine einheitliche, deutsche kommunistische Partei an den Nagel hängen. Ich sage euch, Genossen, wer zu so einer spalterischen Schande bereit ist, die nationale Frage zu liquidieren, der ist auch dazu bereit, die KPD zu liquidieren ! Seid wachsam, Genossen, es ist höchste Zeit, dass wir die nationale Frage wieder viel offensiver ins richtige Licht rücken und sie gegen die Liquidatoren verteidigen. Wir müssen den Genossen Ernst Aust und seinen revolutionären Weg zur Lösung der nationalen Frage vor dem kapitulantenhaften Einfluss der Möllergruppe verteidigen. Wir lassen uns nicht das Programm der KPD, das Programm des Genossen Ernst Aust kaputtschnippeln. Dagegen sind wir im Laufe der Jahre sehr allergisch geworden und man braucht sich nicht über unsere Gereiztheit wundern. So nicht, liebe Möllergruppe !

Eins muss uns allen völlig klar sein: Unsere Mission, die proletarische Revolution durchzuführen, ist erst erbracht, wenn wir das Ziel eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands, die Errichtung der Diktatur des Proletariats in ganz Deutschland erreicht haben. Ob in der BRD, ob in Berlin oder in der DDR die sozialistische Revolution beginnen wird oder siegt – ohne die nationale Befreiung bleibt die soziale Befreiung für das Proletariat Deutschlands unerfüllbar, so sehr wir auch glücklich darüber sein werden, wenn irgendwo auf einem Teil des deutschen Bodens die sozialistische Revolution beginnt. Sich vom Kapitalismus befreit hat sich das deutsche Proletariat erst, wenn die sozialistische Revolution in GANZ Deutschland gesiegt hat. Deutschland ist erst frei, wenn die Arbeiterklasse nicht nur die soziale, sondern auch die nationale Freiheit erlangt hat. Die nationale Befreiung ist ein Teil der sozialen Befreiung, dieser untergeordnet, aber ein unverzichtbarer Hebel für den Sieg des vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands, ein unverzichtbarer Hebel der Partei und der Arbeiterklasse.

Genossen, hört den Ruf zur nationalen Einheit aus dem Volk, folgt diesem Ruf mit mutigem Herzen. Hört ihr wie der Ruf nach Einheit anschwillt ? Macht euch kampfbereit ! Setzen wir uns an die Spitze des Kampfes für die Einheit des deutschen Volkes.! Nicht die Bourgeoisie ist Sachwalter der Nation. Nur das Proletariat kann der Sachwalter der Nation sein ! Verstärkt euere Anstrengungen im Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland ! Wir Kommunisten sind glühende Patrioten. Aber nicht nur. Wir sind vor allem INTERNATIONALISTEN !

Der Rote Morgen propagierte von Anfang an konsequent und prinzipienfest des proletarischen Internationalismus. Wir unterstützten und unterstützen den revolutionären Kampf der Arbeiter in der ganzen Welt. Wir unterstützten von Anfang an den Befreiungskampf der Völker, den Kampf gegen den WELTIMPERIALISMUS und gegen den Sozialimperialismus, gegen den Rassismus, gegen die Ausländerfeindlichkeit und gegen den Terrorismus. Der Rote Morgen kämpfte und kämpft Schulter an Schulter mit den Bruderparteien – allen voran mit der Partei der Arbeit Albaniens.

Der Rote Morgen ist eine internationalistische Zeitung, ein Teil der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und ihrer Presse. Wir waren 20 Jahre lang der Unterstützung durch die Albaner sicher. Ich erinnere mich an die täglichen Radio-Tirana-Sendungen, die den Roten Morgen jahrein-jahraus in aller Welt propagierten. Nicht minder erhielt der Rote Morgen die Unterstützung aller Bruderparteien und der gesamten marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Der 20. Jahrestag des Roten Morgen ist der feierliche Augenblick, wo wir unsere Dankbarkeit und Treue zur marxistisch-leninistischen Weltbewegung und zur SVR Albanien ausdrücken wollen. Wir werden unsere internationalistische Pflicht als deutsche Kommunisten in Ehren erfüllen. Das deutsche Proletariat leistet als Teil des Weltproletariats seinen Beitrag für die Weltrevolution, indem es hier eine starke bolschewistische Partei aufbaut, die in der Lage und fähig ist, die Diktatur des Proletariats zu errichten. Wir deutschen Kommunisten werden nicht eher aufhören zu kämpfen, bis es auf diesem Erdball keinen Flecken mehr gibt, auf dem Menschen von Menschen ausgebeutet und unterdrückt werden. Wior werden solange kämpfen, bis der Kommunismus auf der ganzen Erde Wirklichkeit geworden ist.

Liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freunde !

Ich rufe euch jetzt zum Schluss zu: Kämpft weiter für den Roten Morgen, damit eines Tages auf der Titelseite die Überschrift zu lesen ist:

In Deutschland ist der Kapitalismus besiegt!“

Es lebe die deutsche Arbeiterklasse !

Es lebe die KPD !

Es lebe das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland !

Es lebe der Genosse Ernst Aust – der Gründer des Roten Morgen !



-Ende der Rede-