1975 - 1989



1975/76 – 2005/06

 

Es lebe der 30. Jahrestag

der Gründung der

Sektion DDR der KPD/ML !

 

Wolfgang Eggers

 

Vorsitzender der KPD/ML





Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Freunde der KPD/ML,

 

hier spricht nicht irgendjemand über die Sektion DDR der KPD/ML, sondern wir von der KPD/ML selbst ! Es ist längst überfällig und höchste Zeit, das ehrenvolle Banner der Sektion DDR unserer Partei höher zu halten, es zu ehren und nicht aus unserer Hand zu geben.

Zum 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML möchte ich euch alle herzlich grüßen. Vor allem grüße ich die Genossen und Freunde der ehemaligen DDR-Sektion unserer Partei !

Wir gedenken aller Genossinnen und Genossen, die in der DDR für den wahren Kommunismus, für eine wirklich marxistisch-leninistische, bolschewistische Partei, für die sozialistische Revolution, für die Diktatur des Proletariats gekämpft haben, dabei ihr Leben gelassen haben, dafür bestraft, verfolgt, eingekerkert, gefoltert und unterdrückt worden sind. Wir gedenken auch der Angehörigen und Freunde dieser tapferen Genossinnen und Genossen und werden niemals vergessen, was für Sorgen und Leid sie haben durchmachen müssen, was man ihnen und unseren Genossen alles angetan hat. Ja, wir sind auch nach 30 Jahren noch sehr stolz auf euch, auch auf diejenigen, die nicht mehr unter uns weilen ! Wir sind dankbar für eure großen Anstrengungen und wissen eure Entbehrungen zu würdigen, die ihr persönlich für die Sache der Arbeiterklasse und des deutschen Volkes auf euch genommen habt. Wir werden niemals vergessen und werden die nachfolgenden Generationen darüber aufklären, wozu der Sozialfaschismus fähig war – wie die Arbeiterklasse und alle Werktätigen der DDR jahrzehntelang mit konterrevolutionärer Gewalt brutal ausgebeutet und unterdrückt worden sind – damit dies nie wieder passiert ! Wir haben Siege über den Faschismus, Siege über den Sozialfaschismus errungen, aber auch Niederlagen hinnehmen müssen. Wir Kommunisten haben in Deutschland einen beschwerlichen und opferreichen Weg zurückgelegt und bis zum endgültigen Sieg des Sozialismus in Deutschland werden uns noch große Opfer abverlangt werden, aber wir sind bereit dazu, und werden immer dazu bereit sein, den einmal eingeschlagenenen Weg der sozialistischen Revolution niemals aufzugeben.

Wir vergessen nicht die solidarische Unterstützung der westdeutschen und westberliner Klassenbrüder, der KPD/ML Genossen und Sympathisanten aus dem Westen. Wir erinnern uns in Dankbarkeit an die Hilfe im Geiste des proletarischen Internationalismus aller Bruderparteien in der ganzen Welt, allen voran die Partei der Arbeit Albaniens mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze ! Wir sind stolz auf alle Genossen und Genossinnen, auf alle Freunde, die das Ehrenbanner der Sektion DDR unserer Partei bis auf den heutigen Tag trotz aller Niederlagen und Rückschläge hochgehalten haben und sich nicht haben entmutigen lassen, ihren begonnenen Kampf konsequent und kompromisslos fortzusetzen und dabei keine Opfer zu scheuen ! Unser aller gemeinsamer Kampf für den Kommunismus bleibt unvergessen und soll nicht umsonst gewesen sein ! Wir geloben, im Sinne der Genossen der ehemaligen DDR den Kampf für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland unbeirrbar fortzusetzen und in Deutschland weiter für die sozialistische Revolution zu kämpfen. Wir Genossinnen und Genossen der KPD/ML wissen: Die Revolution in Deutschland ist eine sehr ernste Angelegenheit, und wenn die KPD/ML sie einmal in Angriff genommen hat, muss sie sie auch zu Ende führen. Was eure Generation fortgesetzt hat, werden nachfolgende Generationen zu Ende führen - der Sozialismus in Deutschland wird siegen !

Wir grüßen alle Genossinnen und Genossen, alle Freunde, die mit der KPD/ML für die sozialistische Revolution in Ost und West gekämpft haben !

Wir vergessen auch nicht unsere Klassenfeinde ! Wir sind noch lange nicht fertig mit euch Sozialfaschisten der DDR !! Noch lauft ihr frei herum, also ohne jemals für eure Verbrechen am Volk, an der Arbeiterklasse und an unserer KPD/ML zur Rechenschaft gezogen und bestraft worden zu sein. Deswegen werden wir euch nicht auf die Nasen binden, was wir über euch wissen und was nicht. Wir versichern euch: wir werden uns niemals mit dem geschehenen Unrecht an unseren DDR-Genossen, mit euren Verbrechen gegen sie, abfinden. Wir werden den von unseren KPD/ML Genossen der DDR begonnenen Weg unbeirrbar fortsetzen und so lange kämpfen, bis auch der letzte Überrest des Sozialfaschismus, bis der letzte Sozialfaschist für immer von deutschem Boden hinweggefegt ist. Die Verbrechen gegen den Versuch, den ersten Sozialismus auf deutschem Boden aufzubauen, werden wir niemals vergessen – auch nicht 30 Jahre nach der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML !!! Diejenigen, die unsere DDR-Sektion zerschlagen haben, die Spitzel und Agenten des Stasi – sie werden dafür noch büßen ! Wir sind euch auf den Fersen, wir finden euch, wir demaskieren euch, wir zerren euch und jedes eurer Verbrechen an unseren Genossen und an unserer Partei ans Tageslicht. Ihr werdet unserer gerechten Strafe nicht entgehen ! Ihr habt vergeblich versucht, uns Angst einzujagen, doch in Wirklichkeit haben WIR EUCH erschreckt !

Nichts hat die Bourgeoisie in Ostdeutschland mehr gefürchtet – und zu Recht ! - als die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML ! Die KPD/ML galt in der DDR als Staatsfeind Nr. 1 !!! Und das ist das Ergebnis der heldenmütigen Arbeit der DDR-Genossen und ihrer stählernen Parteidisziplin gewesen. Sie hat den SED-Bonzen das Fürchten gelehrt, aber auch so manchen spießigen Kleinbürger aufgeschreckt. Einige von ihnen fürchteten sich vor der straffen Disziplin unserer DDR-Genossen mehr als vor den Sozialfaschisten: „An der Sektion DDR der KPD/ML gemessen ist der Stasi ein liberaler Hühnerhaufen!“

Wir wissen, dass Faschismus und Sozialfaschismus erst endgültig von der Welt und damit auch vom deutschen Boden verschwunden sein wird, wenn die proletarische Weltrevolution gesiegt hat. Das wussten auch die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML, denn sie kämpften nicht nur vor allem gegen die ostdeutsche Bourgeoisie und ihre sozialfaschistische Diktatur, sondern auch gegen die sowjetischen Sozialimperialisten, die ihr Land unter ihrer Knute hielten. Die Genossen der Sektion DDR unterstützten uns brüderlich im Kampf gegen den BRD-Imperialismus und gegen die ganze westliche kapitalistische Welt. Sie unterstützten ihre Klassenbrüder in den anderen revisionistischen Ostblockländern im Kampf gegen die neuen Kreml-Zaren und ihre Lakaien. Sie verstanden sich als Teil der marxistisch-leninistischen Weltbewegung unter der Führung des sozialistischen Albanien mit Genossen Enver Hoxha an der Spitze. Sie führten ihren revolutionären Kampf als Teil der KPD/ML des Genossen Ernst Aust für den Kommunismus in Deutschland und in der ganzen Welt.

Der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML hat uns im Westen begeistert und angespornt, hat uns Mut gemacht, hat unsere Kräfte beflügelt. Alles wofür wir kämpften, dafür kämpften auch unsere Genossen in der DDR. Wir kämpften in der gleichen Partei. Wir teilten Freud und Leid. Die Partei war wie eine Familie, über Stacheldraht und Mauer hinweg unzertrennlich, eine Partei, die mit großem Elan von beiden Seiten Tag und Nacht daran arbeitete, die Arbeiterklasse und die Werktätigen zur Revolution gegen die Spaltung Deutschlands, sie aus dem Dunkel ins Licht der Freiheit zu führen. Wir waren Genossinnen und Genossen, die sich nie zu Gesicht bekommen haben, aber wir wussten, dass es uns gab, dass jeder in seinem Teil Deutschlands aktiv war und sich darüber bewusst war, dass zur gleichen Zeit die Genossinnen und Genossen im anderen Teil Deutschlands aktiv waren. Das waren für uns alle unvergessliche, die revolutionären brüderlichen Gefühle tief bewegende Zeiten, die junge Genossen von heute schwerlich nachempfinden können. Ja, und dieses Solidaritätsgefühl war im Grunde genommen ein wichtiger Motor für die solidarischen Gefühle, die wir gegenüber den Klassenbrüdern in der ganzen Welt empfanden, gegenüber den marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die alle anti-revisionistischen Kräfte immer einheitlicher verband. Durch die Existenz unserer DDR-Genossen wuchsen auch unsere revolutionären brüderlichen Gefühle gegenüber allen anderen marxistisch-leninistischen Genossen, die unter den schwierigen Bedingungen des Revisionismus an der Macht kämpften und litten. Es war für uns damals leichter, mal schnell unsere dänischen Genossen in Kopenhagen zu treffen oder sogar die albanischen Genossen zu besuchen, als mit unseren eigenen Genossen in der DDR in Kontakt zu treten. Das konnten sich die ausländischen Genossen gar nicht so richtig vorstellen, was das für uns konkret bedeutete, aber sie waren sich darüber durchaus bewusst, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit den Genossinnen und Genossen aus den revisionistischen Ländern damals war. Besonders schmerzvoll muss das auch für die alten albanischen Genossen gewesen sein, die noch Kontakt zu den Sowjetmenschen hatten, als Stalin noch lebte. Nach dem Machtantritt der Revisionisten war dieser Kontakt fast unmöglich geworden, konnte die begonnene Solidarität der Arbeiterklasse zweier sozialistischer Länder nicht mehr wie einst gedeihen. Das war auch ein großes Problem für die Entfaltung der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in den revisionistischen Ländern, aber das Abgeschirmt - Sein war am allerschwersten für die Genossinnen und Genossen in den revisionistischen Ländern.

Wir wollen den 30. Jahrestag zum Anlass nehmen, um uns an die große historische und stets aktuelle Bedeutung der Sektion DDR zu erinnern und insbesondere ihre

 

 

 



Bedeutung für den anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung

 

 

 

hervorheben.

Die Sektion DDR der KPD/ML hat in einem revisionistischen Land den organisierten Kampf für die Eroberung der Diktatur des Proletariats aufgenommen, hat den revisionistischen Verrat am mühsam begonnenen Versuch, den Sozialismus aufzubauen, entlarvt und aufgedeckt und in der Arbeiterklasse für den gewaltsamen Sturz des Revisionismus an der Macht durch die sozialistische Revolution agitiert, hat die Waffe des Marxismus-Leninismus, den wissenschaftlichen Sozialismus gegen den Revisionismus an der Macht ins Feld geführt und auf revolutionärer Grundlage den Klassenkampf von innen heraus und mit Hilfe von außen gegen das sozialfaschistische Honecker-Regime illegal organisiert. Die Sektion DDR der KPD/ML verteidigte das rumreiche Erbe der Thälmannschen KPD in der DDR. Sie war die entscheidende Kraft, die den Marxismus-Leninismus in der DDR in die Arbeiterklasse und unter die Massen trug und den ideologischen Kampf gegen den modernen Revisionismus in der DDR auf prinzipienfester Grundlage anführte. Die Sektion DDR der KPD/ML war ein Dorn im Fleisch – wie es die DDR-Genossen selber ausdrückten. Diese albanientreue deutsche Speerspitze des Weltsozialismus fügte dem verräterischen Honecker-Regime Wunden zu, von denen es sich nicht mehr erholen sollte. An der Entwicklung der anti-sozialfaschistischen Revolution in der DDR 1989/90 hatte der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML entscheidenden Anteil. Der Arbeiterklasse in der DDR den Weg zur sozialistischen Revolution zu weisen, das ist ihr historisches Verdienst, das ihr keiner jemals wieder wegnehmen oder streitig machen kann. Sie hat alles getan, die sozialistische Revolution in der DDR vorzubereiten, das heißt, das Eindringen des westdeutschen Imperialismus zu verhindern, den Einfluss des sowjetischen Sozialimperialismus zu kappen und den Weg frei zu machen für die Diktatur des Proletariats in der DDR, für den proletarischen und gegen den bürgerlichen Sozialismus in der DDR, für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland. Das hätte auch die sozialistische Revolution in Westdeutschland beschleunigen können, hätte einen Anstoß für die Weltrevolution abgegeben. Damit wäre außerdem der historische Beweis erbracht worden, dass der Sozialismus in der Lage ist, sich unmittelbar und direkt auf den Trümmern des Sozialfaschismus aufzubauen ( ... so wie die albanischen Genossen als einzige in der ganzen Welt den Beweis erbracht hatten, dass der Sozialismus auf den Trümmern der faschistischen Besatzungsmacht aufgebaut werden und siegen konnte, jedenfalls solange der Genosse Enver Hoxha noch lebte). Obwohl dieses große Ziel nicht erreicht wurde, so ebnete sie doch den Weg, um dieses Ziel so bald wie möglich zu erreichen. Die KPD/ML hat 1989/90 auf die Weiterführung der Revolution zum Sozialismus hingewirkt, während die Bourgeoisie sich rühmte, die Rückkehr zum Sozialismus verhindert zu haben. Nur wird ihr das nichts nützen, denn die Arbeiterklasse, das Volk, wird den Verrat der Bourgeoisie immer klarer erkennen und dem sozialistischen Weg der KPD/ML folgen, wenn nicht heute, aber morgen sicherlich. Daran haben wir nie einen Zweifel gelassen. Niemals haben die Werktätigen der DDR für ihre Befreiung vom Sozialfaschismus, für ihre Freiheit gekämpft, um sie dem westlichen Kapitalismus in den Rachen zu werfen. Anti-Revisionismus heißt für die Konterrevolution Kapitalismus, für die Revolution aber Sozialismus. Und so bleibt uns vorerst hervorzuheben, dass die Sektion DDR der KPD/ML die erste und einzige marxistisch-leninistische Partei war, die in einem revisionistischen Land unter den illegalen Bedingungen des Sozialfaschismus an der Macht aufgebaut wurde. Allein diese Tatsache beweist, welche große Bedeutung die Sektion DDR der KPD/ML für den weltrevolutionären, anti-revisionistischen Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und insbesondere in den revisionistischen Ländern hatte und für immer haben wird. Wenn eines Tages die Fahne der KPD/ML über Deutschland weht, dann haben wir dies nicht zuletzt unseren Genossen der Sektion DDR zu verdanken. In der Geschichte des Kommunismus in Deutschland hat die Sektion DDR unserer Partei ihren festen Ehrenplatz. Und die KPD/ML ist heute mehr denn je stolz darauf, diesen Ehrenplatz für immer hoch zu halten und zu verteidigen.

 

Die Sektion DDR der KPD/ML gehörte der ruhmreichen Streitmacht der Weltrevolution an, jener großen und unbesiegbaren Armee der wahren Kommunisten, die das Proletariat und alle Unterdrückten führt, um die Welt umzugestalten, um den Kapitalismus zu zerstören und um die neue Welt, die sozialistische Welt, aufzubauen“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, dt. Ausgabe, Seite 534).

 

Die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML vollzog sich erst zwei Jahrzehnte nach Gründung der DDR:

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als man die Gründung der DDR zum ersten Mal als „Nationalfeiertag“ beging und alles Gesamtdeutsche zu den Akten legte.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als Breschnew seinen Vasallenstaat DDR durch neue Verträge noch fester an den sowjetischen Sozialimperialismus kettete und mit Herrn Brandt in Moskau den 5. Jahrestag des auf Kosten der DDR geschlossenen Vertrags mit der BRD begoss.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als die Sowjet-Revisionisten erkennen mussten, dass sich ihre europäischen Schafe mit der Konferenz in Berlin nicht mehr im russischen Stall zusammenpferchen lassen.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als der Euro“kommunismus“ auf kam, westliche revisionistische Parteien nicht mehr ihre Uhren nach dem Kreml, sondern nach dem Westen stellten, und Tito sich mit der lukrativen „Blockfreiheit“ seine Dollars verdiente, der Einfluss des Sowjetrevisionismus auf das eigene Lager also rapide in den Keller ging.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als 2 500 DDR - Soldaten in Angola zur Wahrnehmung sozialimperialistischer Interessen im Einsatz waren.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als Südvietnam befreit wurde und die größte imperialistische Weltmacht ihre schmachvollste Niederlage gegen das kleine, tapfere vietnamesische Volk einstecken musste,

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als die chinesischen Revisionisten mit ihrer 3-Welten-Theorie versuchten, die europäischen Völker zu einem Krieg gegen die Sowjetunion aufzuwiegeln, um selber zu einer Supermacht zu werden.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als die Honecker-Clique zum 25. Parteitag der KPdSU nach Moskau pilgerte, um Lobeshymnen auf die Kloake der sowjetischen Revisionisten zu singen.

 

Das war zu einem Zeitpunkt, als die revisionistischen osteuropäischen Staatsoberhäupter begannen, in die BRD zu reisen, um den Imperialisten dort für eine Koffer voll DM die Stiefel zu lecken.

 

Das war zu einem Zeitpunkt als mit der Geheimdiplomatie der Revisionisten bereits große Zugeständnisse an den westlichen Imperialismus vollzogen worden waren, die den vollkommenen Verrat an den sozialen und nationalen Interessen der Arbeiterklasse der DDR besiegelten,

 

Das war zu einem Zeitpunkt also, als der alte imperialistische Westen auf dem Vormarsch und der neue sozialimperialistische Osten auf dem Rückmarsch war.

 

Das war zu einem Zeitpunkt,als der Entartungsprozess mit dem 9. Parteitag der SED in der DDR, mit ihrem neuen Programm und Statut sowie mit dem neuen Volkswirtschaftsplan schon weit voran geschritten war, als die Restauration des Kapitalismus (z.B. von 1963) bereits im Wesentlichen umgesetzt worden war, als die damit unweigerlich verbundenen Krisenerscheinungen des Kapitalismus nur noch sehr schwer zu unterdrücken waren, sich an der Basis Unmut breit machte, wo bereits vereinzelte spontane Widerstandsbewegungen nicht nur in der Jugend sichtbar wurden, wo es überall in der DDR dicht unter der Oberfläche an zu Brodeln anfing – nicht zuletzt in den Betrieben unter den Arbeitern. Die Bedeutung der aufkommenden Krise der DDR bestand für die DDR Genossen in der Erkenntnis, dass der Revisionismus dadurch seinen wahren kapitalistischen Charakter bloßlegte, dass die DDR-Krise alles demagogische Gerede über die angeblich „sozialistische“ DDR selber beiseite geschoben hatte, dass die Krise die Fäulnis des DDR-Systems schonungslos offenbarte und die wahren Triebfedern des wirklich vor sich gehenden Klassenkampfes in der DDR aufdeckte. Diese Gunst der Stunde nutzten die DDR-Genossen mit dem Aufbau der Sektion DDR der KPD/ML

Die Sektion DDR der KPD/ML ist also nicht am Schreibtisch entstanden, sondern sie konnte sich auf die Veränderungen in der Welt, deren Einfluss auf die DDR, aber vor allem auf die wachsende Unzufriedenheit im eigenen Land stützen, wo mehr und mehr Bewegungen, insbesondere in einzelnen Betrieben und in der Jugend, entstanden. Die Arbeiterbewegung wuchs mit der Sektion DDR heran und umgekehrt wuchs die Sektion DDR mit der Arbeiterbewegung heran. Sie war eine kleine Vorhut des Proletariats, aber unter den gegebenen Umständen eine hervorragend revolutionäre Vorhut. Was die Partei dort Mitte der 70er Jahre aussäte, davon begann Ende der 80er Jahre einiges aufzugehen, wenn auch nicht in letzter Konsequenz, was die ausgebliebene sozialistischen Revolution anbelangte.

Außerdem blieb den damaligen revolutionären Kräften der DDR nicht verborgen, was sich im Westen abspielte, insbesondere in West-Berlin.

 

Die 7 Jahre lange Existenz und Aktivität der KPD/ML im Westen spielte für den Aufbau der Partei in der DDR eine Schlüsselrolle. Es handelte sich ja auch nicht um irgendeine kommunistische Opposition, sondern um eine marxistisch-leninistische Partei, um die KPD/ML, was manche Genossen später nicht mehr zu unterscheiden wussten und auch gar nicht mehr unterscheiden wollten, denn: kommunistische Opposition schön und gut, aber eine kommunistische Partei hat ja wohl einen ganz anderen Stellenwert, eine ganz andere Bedeutung. Schließlich ging es ja nicht um die Aufgabe eines oppositionellen Opportunismus, lediglich radikal-reformerische Kurskorrekturen durchzuführen und die revisionistische Führung in einer ansonsten „recht und schlecht funktionierenden sozialistischen“ DDR auszutauschen. Es ging nicht darum, den Revisionismus durch Neo-Revisionismus zu ersetzen

(Neo-Revisionismus = Anti-Revisionismus in Worten und Revisionismus in Taten),

also die Entartung aufzuhalten, um den „Sozialismus“ (sprich: Revisionismus) noch zu retten

( der bürgerliche „Sozialismus“ der Revisionisten kann niemals gerettet oder in einen proletarischen Sozialismus auf friedlichem Wege übergeleitet werden, sondern immer nur zerschlagen werden durch die sozialistische Revolution! Den proletarischen Sozialismus kann man nur auf den Trümmern des bürgerlichen Sozialismus aufbauen. ),

es ging also einzig und allein darum, die ganze staatskapitalistische Gesellschaftsordnung, die Macht der ostdeutschen Bourgeoisie zu zertrümmern und die Diktatur des Proletariats mit revolutionärer Waffengewalt zu erobern, den Revisionismus an der Macht zu stürzen und stattdessen den Marxismus-Leninismus an die Macht zu bringen, den Sozialfaschismus der Bourgeoisie direkt und unmittelbar durch eine neue von der Arbeiterklasse geführten anti-revisionistischen, sozialistischen Gesellschaftsordnung in der DDR abzulösen. Man hätte zu den Waffen greifen müssen !

 

Die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML erfolgte erst fast 20 Jahre nach dem XX. Parteitag der KPdSU und dem danach entbrannten Kampf der marxistisch-leninistischen Weltbewegung gegen den revisionistischen Verrat der modernen Revisionisten, den Genosse Enver Hoxha Ende 1960 auf der Beratung der 81 kommunistischen und Arbeiterparteien der Welt eröffnet hatte, einige Jahre nach den Ereignissen in der Tschechoslowakei und in Polen. Albanien war längst aus dem Warschauer Pakt ausgetreten, hatte den offenen Bruch erst mit den Titoisten und dann mit den Chruschtschowianern längst abgeschlossen und erfolgreich den anti-revisionistischen Klassenkampf im eigenen Land und in der ganzen Welt geführt. 1975/76 wurde nach 30 Jahren die Verfassung der SVR Albanien revolutioniert, mit der DDR Verfassung hingegen der Weg des Kapitalismus zementiert. Albanien entwickelte als einziges Land der Welt den Sozialismus weiter, während alle anderen den Kapitalismus restaurierten. Die revolutionäre Entwicklung der PAA spielte also zum damaligen Zeitpunkt eine wichtige Vorbild- ja Schlüsselrolle für die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML und blieb für die DDR-Genossen die wichtigste Stütze im Kampf für den Sturz der Diktatur der revisionistischen Bourgeoisie in der DDR. Die Partei der Arbeit Albaniens hatte die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML flammend in ihrem Zentralorgan begrüßt:

 

Die Partei der Arbeit Albaniens“, hat Genosse Enver Hoxha betont, wird die marxistisch-leninistische Bewegung, alle, die gegen Imperialismus und Revisionismus für den Sieg der Revolution und des Sozialismus kämpfen, mit all ihren Kräften und Möglichkeiten unterstützen.“ Das sozialistische Albanien entbietet den deutschen Marxisten-Leninisten und allen deutschen Revolutionären zur Gründung der Sektion DDR der KPD/ML revolutionäre Grüße und wünscht ihnen neue Siege in der sozialistischen Revolution.

 

Die äußeren Anstöße für die Gründung der Sektion DDR der KPD/ML kamen zweifellos aus einer bereits starken marxistisch-leninistischen Weltbewegung, wobei diese nur deswegen auf fruchtbaren Boden stoßen konnten, weil dafür die inneren revolutionären Bedingungen in der DDR herangereift waren. Der Fäulnisprozess des Revisionismus selbst hat die revolutionäre Bewegung in der DDR hervorgebracht, hat die Notwendigkeit der Schaffung einer bolschewistischen Partei auf die Tagesordnung gestellt. Die Genossinnen und Genossen aller Sektionen der KPD/ML bestätigten mit ihrem Kampf die Grundthese der Partei, dass weder durch Gewalt noch durch Demagogie die deutsche Arbeiterklasse und ihr revolutionärer Kampf in der BRD und in der DDR unterdrückt werden können. Im Gegenteil: Gerade durch den Druck, die Demagogie und eine äußerst betrügerische und diversionistische, antikommunistische Propaganda der deutschen Bourgeoisie in Ost und West wurde in der Arbeiterklasse die Tendenz wach, sich von opportunistischen, revisionistischen und sozialdemokratischen Einflüssen freizumachen, die leider immer noch einen großen Teil der deutschen Arbeiterklasse gängelten. Diese verstärkte Druck auf die Arbeiterklasse ließ die KPD/ML hüben wie drüben wachsen und erstarken. Die Sektion DDR der KPD/ML hatte sich von Anfang an mit vielerlei volksfeindlichen, arbeiterfeindlichen, anti-marxistisch-leninistischen Einflüssen auseinanderzusetzen:



Der Kampf der Sektion DDR der KPD/ML gegen den Revisionismus mit unverminderter Härte fortsetzen !

 

 

Genossinnen und Genossen, der größte Fehler, den wir heute im Kampf gegen den Revisionismus machen könnten, den größten Dienst, den wir den Ulbricht/Honecker-Verrätern erweisen würden, wäre, den Revisionismus in der DDR für „erledigt“, für abgeschlossen zu halten. Diese Ideologie hat sich in 40 Jahren entwickelt und darf niemals unterschätzt werden. Wer glaubt, dass der heutige DDR-Bürger nach über 15 Jahren alles in seinem Gedächtnis ausgelöscht hat, wer glaubt, dass der ideologische Einfluss des Revisionismus heute nur noch 0, 0 % beträgt, befindet sich in einem naiven und gefährlichen Irrglauben. Der revisionistische Einfluss ist lebendig so wie auch die sozialistische Ideologie noch lebendig ist. Das ist eine Tatsache, die wir nicht ignorieren dürfen. Wir werden es immer wieder mit Revisionisten zu tun haben ( und haben es doch offensichtlich schon lange mit verschiedensten neuen revisionistischen Gruppierungen auf dem ehemaligen Territorium der DDR zu tun !!!) , die den DDR-Revisionismus in Worten kritisieren, aber nur um mit dieser Tarnung sein Wiederaufleben zu beschleunigen. Wir spüren mit unserem revolutionären Instinkt, dass die Wurzeln des DDR-Revisionismus in diesen Organisationen noch lebendig sind, dass sie für uns Marxisten-Leninisten immer noch eine große Gefahr darstellen können, wenn wir es an der nötigen Wachsamkeit und Entschlossenheit mangeln lassen, wenn wir uns auf solche Gruppierungen einlassen, mit ihnen obendrein noch zusammenarbeiten und sie dadurch nur noch stärken. Wir müssen ihnen auf die Finger klopfen und ihnen deutlich machen, dass die Kommunistische Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten hier in Deutschland wachsam und entschlossen gegen jeden Revisionisten unbarmherzig vorgeht. Wir befinden uns im Klassenkampf, wer- wen? Die Revisionisten oder wir ? Kann man denn diese Frage noch klarer stellen ? Ich glaube nicht, dass man noch deutlicher werden muss, damit wir auch tun, was wir zu tun haben ! Dabei werden wir jeden ehrlichen Kommunisten aus diesen Organisationen kameradschaftlich davon zu überzeugen versuchen, Partei für uns - Partei gegen sie, zu ergreifen ! Gerade in diesem Augenblick sind die revisionistischen Wurzeln unter deutschem Boden dabei, sich wieder ein paar Zentimeter weiter auszubreiten, um dem nachwachsenden Revisionismus diesmal mehr Halt zu geben. Die Arbeiterklasse hat die Regierung Honeckers besiegt, aber dabei noch lange nicht die Demarkationslinie zwischen Marxismus-Leninisms und Revisionismus, die ideologische Trennungslinie zwischen der SED und der Sektion DDR der KPD/ML gezogen, und eben das heißt, einen morsch gewordenen Baum fällen, ohne seine ideologischen Wurzeln auszureißen. Daraus ziehen die neuen Revisionisten natürlich ihren Vorteil. Sie wären schön dumm, wenn sie unsere Schwäche ausnutzen würden. Nur ist doch die Frage, ob wir dies zulassen oder nicht. Ebenso wären wir schön dumm, wenn wir darauf verzichten, das noch vorhandene sozialistische Bewusstsein wieder zu wecken, zu regenerieren und zu reaktivieren.

Die Revisionisten wollen nur eins: die Trennungslinie zwischen Marxismus-Leninismus und Revisionismus verwischen, um weiter im Trüben fischen zu können. Wir wollen das Gegenteil, nämlich endlich in den Köpfen der Arbeiter das marxistisch-leninistische Bewusstsein für den Kampf gegen den Revisionismus stärken, denn ohne eine anti-revisionistisch eingestellte und gefestigte Arbeiterklasse wird uns die Geschichte schnell wieder eingeholt haben, werden die Wurmfortsätze von Ulbricht und Honecker da weitermachen, wo der Stasi aufgehört hat. Die Arbeiterklasse darf dem Revisionismus keine Gelegenheit geben, sich auf deutschem Boden wieder zu beleben. Wenn wir das auf die leichte Schulter nehmen, haben wir von der Sektion DDR der KPD/ML nicht viel gelernt. So wie sich damals die alten Revisionisten jahrelang auf die Machtergreifung des Revisionismus vorbereiteten, genauso bereiten sich heute die Neo-Revisionisten auf die Zurückeroberung ihrer Macht vor – aus keinem anderen Grund tarnen sie sich heute als Kommunisten ! Reißen wir ihnen die neo-revisionistische Maske herunter, bekämpfen wir ihren Einfluss, bevor sie unseren Einfluss bekämpfen !

 

Die altmodischen Revisionisten in der DDR hatten den Aufbau des Sozialismus systematisch vereitelt, jede marxistisch-leninistische Bewegung, ja jede antifaschistische, jede fortschrittliche und demokratische (geschweige denn sozialistische) Bewegung der Arbeiterklasse liquidiert und den Kapitalismus Schritt für Schritt wieder hergestellt, mussten dabei manche Kurskorrekturen vornehmen (und durch die Ereignisse des 17. Juni 1953 auch hinnehmen), um nicht Verdacht bei der Arbeiterklasse und den Werktätigen zu erregen, denn vor einer Wiederholung des 17. Juni, und schließlich vor revolutionären Massenerhebungen gegen die Revisionisten an der Macht war die Angst groß. Alle ihre politischen, ökonomischen und administrativen Handlungen, die in Wirklichkeit allesamt der Restauration des Kapitalismus dienten, versuchten sie auf die eine oder andere Weise „marxistisch-leninistisch“ darzustellen, zu begründen und zu interpretieren. Waren sie über Tempo, Umfang, Formen und Methoden der Restauration des Kapitalismus untereinander zerstritten ( einigen ging es zu schnell, anderen zu langsam), führten sie untereinander ihre Machtkämpfe darüber aus ( die neuen Revisionisten liquidieren stets die alten zur Beschleunigung des zu langsamen Prozesses; die alten Revisionisten liquidieren die neuen, zur Verlangsamung eines zu heiß gelaufenen Prozesses), so waren sie sich doch stets einig, ihre Macht, die sie über der Arbeiterklasse errichtet hatten, mit Zuckerbrot und Peitsche zu behaupten. Die Revisionisten setzten die von ihnen korrumpierte Klasse der Bürokraten in Bewegung, um den werktätigen Massen der DDR die Macht ihres Regimes aufzuzwingen. Dabei stützten sie sich auch auf Intellektuelle, auf verbürgerlichte Schriftsteller und revisionistische Künstler usw. usf.. Die revisionistische Entartung vollzog sich allumfassend in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR, auf der Basis des Bündnisses zwischen Arbeiteraristokratie und intellektuellen Kleinbürgern, aus der sich die neue ostdeutsche Bourgeoisie rekrutierte. Sie begann in der Partei.

Hier wurde einiges getan, muss aber noch viel mehr getan werden, um die noch aus der alten Partei übernommenen ideologischen Mängel und Fehler aufzudecken, die die Entstehung des Revisionismus und später die Ergreifung der Macht durch die Verräter Ulbricht und Konsorten in der DDR begünstigten.

 

Da ist zunächst die schwierige Lage der ruhmreichen bolschewistischen Thälmann-KPD zu nennen, die durch Krieg und Faschismus ( und durch solche Verräter wie Ulbricht!) schwer gelitten hatte, und die wieder mühsam aufgebaut werden musste. Die besten Kommunisten gaben ihr Leben im Kampf gegen Krieg und Faschismus. Da waren die revolutionären „Illegalen“ und die aalglatten Revisionisten (Ulbricht, Pieck usw.) aus Moskau, die die Sowjetunion hintergangen und über die tatsächlichen Verhältnisse in der KPD - Ernst Thälmanns desinformierten und die Komintern für ihre liquidatorischen Zwecke schon vor dem Krieg missbraucht hatten, und mit der Weichenstellung für die Entartung schon längst begonnen hatten. Aber aus dem Entartungsprozess vor dem Kriege konnte nicht anderes als Entartung nach dem Kriege hervorgehen. Die Revisionisten hatten seit langem versucht, die Führung in der KPD zu übernehmen und die bolschewistischen Genossen in die „sektiererische Ecke“ zu drängen oder als „Dogmatiker“ aus der Partei hinauszusäubern. Und die Revisionisten wurden bei ihrer Machtübernahme der KPD ja auch von Dimitroff tatkräftig unterstützt, und so setzte sich dieser revisionistische Kurs in harten Kämpfen gegen den alten bolschewistischen Kaderstamm des Genossen Ernst Thälmann durch. Die Bedeutung des revisionistischen Einflusses des VII. Weltkongresses auf die Entwicklung ALLER ihr damals angeschlossenen Parteien ist uns heute inzwischen sehr wohl bewusst geworden. Er leitete die Abkehr vom Marxismus-Leninismus und die damit verbundene Isolierung und Schwächung der Sowjetunion Lenins und Stalins ein, sowie die Verwandlung der einst kommunistischen Sektionen in entartete, revisionistische Parteien. Dass heute vom Sozialismus Lenins und Stalins nichts mehr übrig geblieben ist, das ist das Werk dieser revisionistischen Verräter. Es wäre spätestens nach Krieg und Faschismus die zentrale Aufgabe der Genossen gewesen, die Rebolschewisierung der KPD vorzunehmen, das heißt die proletarischen Genossen an die Spitze der Partei zu stellen, die Normen der Bolschewistischen Partei wieder herzustellen, die versprengten marxistisch-leninistischen Genossinnen und Genossen der KPD wieder zu sammeln, zusammenzuschließen, ideologisch-politisch zu schulen, zu erziehen, neue Kader aus der Arbeiterklasse zu rekrutieren und die Vorhutabteilung der Arbeiterklasse zu reorganisieren. Vor allem wäre es dabei unbedingt notwendig gewesen, die Cliquen-Bildung der Revisionisten zu zerschlagen, mit den Verrätern in den eigenen Reihen abzurechnen und solche Verräter wie Ulbricht/Pieck aus der Partei hinauszusäubern mit Hilfe und Unterstützung, durch Mobilisierung der fortschrittlichsten Arbeiter, also: Sicherung der Führung der Arbeiterklasse, Sicherung ihrer marxistisch-leninistischen Führung in der Partei. Wir wissen wie schwer das während des Krieges und besonders nach dem Krieg war.

 

Trotzdem gab es aufrechte Marxisten-Leninisten, die der Thälmann-KPD treu geblieben waren und die revolutionäre Linie Stalins gegen die Revisionisten verteidigten. Und ihr revolutionäres, anti-revisionistisches Banner hatten unsere DDR Genossen der KPD/ML wieder erhoben, bildeten sie ein wichtiges historisches Kettenglied einer deutschen Geschichte des Kommunismus, angefangen mit Marx und Engels, über Rosa, Luxemburg und Karl Liebknecht, über Ernst Thälmann und Ernst Aust bis hin zur heutigen KPD/ML.

Stalin lebte damals und wusste genau darüber Bescheid, was da hinter seinem Rücken schon seit etwa 15 Jahren vorbereitet wurde.

 

Das wussten natürlich auch die Revisionisten und so hüteten sie sich, ihm gegenüber mit ihrem Revisionismus offen auftreten, mussten sie ihre verbrecherischen Pläne verheimlichen und so flüchteten die Revisionisten nach vorn, um auf diese Weise einer tatsächlich auf festen Füßen stehenden sozialistischen Entwicklung Deutschlands - wie es der Genosse Stalin vorgeschlagen hatte -, vorzugreifen und einem zukünftigen, proletarischen, sozialistischen Deutschland den Wind aus den Segeln zu nehmen, also von vornherein zum Scheitern zu verurteilen, indem sie die Fäden vorher rechtzeitig in die Hände bekamen, um den sozialistischen Bestrebungen die Spitze zu nehmen. Der Sozialismus der DDR war – milde gesagt - ein „Sozialismus auf wackeligen Beinen“, aber in Wirklichkeit ein Sozialismus in Worten, aber ein bürgerlicher Sozialismus in Taten, also „ein tot geborenes Kind“, bei dem bürgerliche Elemente Paten standen und als solche von Anfang an jenen festen Platz zugewiesen bekamen, von dem aus sie die Herrschaft über die Arbeiterklasse von innen heraus übernehmen konnten und ihn sie als Bollwerk gegen den proletarischen Sozialismus aufzubauen.

 

Es gibt keinen wirklichen Sozialismus, der nicht unter der Herrschaft der Arbeiterklasse und unter der Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei aufgebaut wird. Nur der Marxismus-Leninismus führt die Arbeiterklasse zum Sozialismus. Eine bürgerliche Partei kann nur einen bürgerlichen Sozialismus aufbauen, niemals einen proletarischen Sozialismus. Einen proletarischen Sozialismus aufbauen, das kann die Arbeiterklasse nur wenn sie im heftigen Klassenkampf die bürgerlichen Elemente besiegt und sich nicht etwa mit ihnen vereinigt – und die SPD war ja wohl zweifellos die bürgerliche Arbeiterpartei.

 

Die Vereinigung des Marxismus-Leninismus mit dem Sozialdemokratismus ist Verrat an der Arbeiterklasse. Eine Arbeiterklasse, die sich nicht mehr unter die Herrschaft der alten Bourgeoisie zwingen lassen will, darf nicht der neuen Bourgeoisie auf den Leim gehen, nur weil diese ihr verspricht, beim Aufbau des Sozialismus zu helfen. Die Bourgeoisie, selbst wenn Krieg und Faschismus sie geschwächt hat, versöhnt sich niemals mit dem Sozialismus und wenn sie noch so sehr das Gegenteil beteuert. Dies dient ihr nur dazu, die Arbeiterklasse zu betrügen und auf ihre Kosten die Macht zurückzuerobern. Die Bourgeoisie ist und bleibt der Feind der Arbeiterklasse und des Sozialismus, und deswegen darf sich die Arbeiterklasse nicht von den anti-faschistischen Phrasen der Revisionisten irreführen lassen, sich mit dem „fortschrittlichen Teil“ der Bourgeoisie zu verbünden, um sich etwa deren „reaktionärsten, faschistischen Teil“ vom Halse zu schaffen. Die Klassenversöhnung, die alte Ideologie der Sozialdemokratie ist mit der revolutionären Klassenkampfideologie des Kommunismus unvereinbar, sowohl was die Beseitigung des Kapitalismus als auch den Aufbau des Sozialismus anbelangt. Das ist die Lehre, die sich die Sektion DDR der KPD/ML zu Herzen genommen hatte. Es gibt keine Einheit der Marxisten-Leninisten mit den Revisionisten und es wird sie niemals gegen, denn Einheit mit den Revisionisten heißt Versöhnung mit der Bourgeoisie.

 

Die Revisionisten verfolgten das Ziel, sowohl den rechten bürgerlichen als auch den linken kommunistischen Flügel der Arbeiterklasse unter ihre Fittiche zu bekommen und darauf ihre revisionistische „Einheitsfrontpolitik“ aufzubauen.

 

Wer das nicht mitmachen wollte, wurde vor die Tür gesetzt, entweder als „Sektierer“ oder „Dogmatiker“ oder als „rechter Opportunist“, später dann entweder als „Mitglied einer terroristischen Vereinigung“, „Maoist“ oder „Linksextremist“ ins sozialfaschistische Gefängnis gesteckt. Und so oder ähnlich lief es ja auch bei Mao Tsetung und in vielen anderen Volksdemokratien jener Zeit.

Die Einheit mit dem Sozialdemokratismus, das war erklärtes Ziel des Dimitroffschen Volksfrontgedankens, was auf nichts anderes hinauslief, als die Arbeiterklasse von der alten Bourgeoisie „zu befreien“, um sie einer neuen Bourgeoisie, bestehend aus Arbeiteraristokratie und Intelligenz, ans Messer zu liefern. Die neue Bourgeoisie unterscheidet sich von der alten Bourgeoisie nur dadurch, dass sie auf anderem Wege an die Macht kommt, bzw. sich diese zurückerobert, nämlich auf einer anderen, auf einer neuen sozialen und ökonomischen Basis. Die neue Bourgeoisie versucht sich aus der sozialistischen Gesellschaftsordnung heraus zu entwickeln, nährt sich vom sozialistischen Eigentum bis sie kräftig genug geworden ist, um das sozialistische Eigentum in Privateigentum zurückzuverwandeln. Dick und fett geworden, schlüpft diese Larve heraus und streift die leer gesogene Hülle des Sozialismus ab, begibt sich auf die Suche nach einem neuen sozialistischen Wirt, um sich so weiter fortzupflanzen. Die Sektion DDR der KPD/ML war die Kraft, die sich herausbildete, damit sich die Arbeiterklasse von diesen Parasiten befreien konnte.

 

Kein anderer hat vor der Annäherung des rechten Flügels der Kommunisten an den „linken“ Flügel der Sozialdemokraten mehr gewarnt und konsequenter gegen das Eindringen des Sozialdemokratismus in die Kommunistischen Parteien und die Komintern gekämpft als Genosse Stalin und der Genosse Ernst Thälmann und keiner hat diese korrekte marxistisch-leninistische Linie des Genossen Stalin und des Genossen Ernst Thälmann so sehr verraten und in den Schmutz getreten wie Ulbricht und Pieck, die nicht nur den Segen, sondern die volle Unterstützung von Dimitroff dafür hatten !

Die Einheit hätte auf marxistisch-leninistischen Grundlagen vorangetrieben werden müssen und nicht auf der Grundlage einer X-beliebigen Einheit.

Die KPD hätte eine Einheit gebraucht, in der kommunistisches Denken und Handeln übereinstimmen, eine revolutionäre Einheit, die Basis und Führung zusammenschweißt, eine stählerne Einheit zwischen der Partei und der Arbeiterklasse, eine Einheitsfront zwischen Partei-Arbeiterklasse und werktätigem Volk auf der Basis bolschewistischer Normen gegen die Bourgeoisie und nicht mit der Bourgeoisie.

 

Die Vereinigung der KPD mit der SPD zur SED war Verrat an der Arbeiterklasse, Verrat am Kommunismus, Verrat an Stalin und Ernst Thälmann.

 

Wir haben uns diesbezüglich von letzten Zweifeln befreit, denn die Geschichte hat ihr Urteil über die DDR gesprochen, die auf der Grundlage dieser Vereinigung aufgebaut war und daran zu Grunde ging. Wir Marxisten-Leninisten haben daraus für immer unsere Lehren gezogen und werden zu verhindern wissen, dass die Arbeiterklasse auf diese Weise noch einmal soviel Leid und Enttäuschung ertragen muss. Die Arbeiterklasse hat heldenhaft für den Sozialismus gekämpft, aber um ihre Früchte wurden sie von den Revisionisten betrogen. Die Arbeiterklasse wird ihre Selbstkritik üben und ihren Kampf für den Sozialismus diesmal auf marxistisch-leninistischen Grundlagen wieder aufnehmen, aus ihren Fehlern lernen und neuen Siegen entgegengehen. Dabei wird ihr die KPD/ML vorangehen.

 

Die Vereinigung von KPD und SPD zur SED war also aus heutiger Sicht und unter den damaligen Bedingungen nicht etwa eine mit einkalkulierten Mängeln und Risiken behaftete, an sich gut gemeinte – Idee der Einheitsfront , sondern ein ganz durchtriebener, spalterischer konterrevolutionärer Akt der Revisionisten, weil dadurch der sozialdemokratische Wurm nicht draußen blieb, sondern mitten in der noch ungefestigten und einer durch Krieg und Faschismus geschwächten Partei eingepflanzt wurde und sich somit ungehindert ausbreiten und fett werden konnte, wodurch die Revisionisten noch mehr gestärkt und der anti-revisionistische Kampf der Marxisten-Leninisten, ihre anti-revisionistische Einheit um so mehr geschwächt wurde. Man kann weder die Partei, noch den Sozialismus mit einer revisionistischen Politik aufbauen, sondern nur gegen sie, nur ganz allein und ausschließlich mit der revolutionären Arbeiterpolitik.

 

Die SED war zu keinem Zeitpunkt die Fortsetzerin der Thälmann-KPD gewesen, sondern wurde im Gegenteil nur deshalb gegründet, um die Thälmann-KPD nach dem Krieg endgültig zu liquidieren. Mit der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML wurde der SED vor Augen geführt, dass sie die alte Thälmann-KPD nicht liquidieren konnte. Und auch die Sektion DDR der KPD/ML konnte die SED nicht endgültig liquidieren. Die bolschewistische Partei ist stärker als alle Liquidatoren. Die SED missbrauchte die revolutionäre Tradition der Thälmann-KPD, um damit ihre bürgerlich-revisionistische Linie zu überdecken.

 

Nur eine bolschewistische Partei hätte verhindern können, dass sich aus dem Faschismus später der Sozialfaschismus entwickelte. Die SED war ein Kind, das mit den Beschlüssen des VII. Weltkongresses der Komintern gezeugt wurde, gezeugt, um die antifaschistische Einheitsfront der Kommunisten zu missbrauchen zur Schaffung einer neuen Bourgeoisie in einer revisionistischen Volksfront. Mit der revisionistischen Volksfrontpolitik wurde die Arbeiterklasse schließlich gezwungen, auf ihre Macht zu verzichten, um sich der Macht einer neuen Bourgeoisie unterzuordnen, einer Bourgeoisie, die sich aus der Arbeiteraristokratie verbunden mit einer neuen Schicht des bürokratisch-technokratischen Partei-und Staatsapparates zusammensetzte und die jene soziale Basis war, auf der sich der Sozialfaschismus stützte. Revisionismus an der Macht führt gesetzmäßig zum Sozialfaschismus – zum konterrevolutionäre Bollwerk gegen die Revolution zur Befreiung der Arbeiterklasse:

 

Der Wein wurde verwässert und jetzt wird er zu Essig. Diese sozialdemokratischen Parteien eines ... Otto Grotewohl ... bleiben still, solange Stalin lebte, aber sie arbeiteten, wühlten, korrumpierten weiter und besetzten wichtige Posten im Innern, wo sie nur konnten“ (Enver Hoxha, „Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern“).

 

Eine Einheit, die auf sozialdemokratischem Wege erreicht wurde, eine Einheit von „Genossen“ außerhalb der marxistisch-leninistischen Prinzipien und Normen der Partei, eine „Einheit, um dem einen oder dem anderen nicht im Wege zu stehen, mögen dabei auch die Normen und Grundsätze verletzt werden“ - das war nie unsere marxistisch-leninistische Auffassung von Einheit und dagegen kämpften damals die aufrechten Genossinnen und Genossen der Thälmannschen KPD vor und nach der SED-Gründung, kämpfte die Sektion DDR der KPD/ML. In Wirklichkeit wurde die einstige marxistisch-leninistische Einheit der Thälmannschen KPD geschwächt, machten sich Bürokratismus, Technokratismus und Intellektualismus breit, entfernte man sich von der Arbeiterklasse und den Werktätigen, ja stellte sich über sie, bevormundete und gängelte sie vom kleinbürgerlichen Standpunkt der Überlegenheit aus, beutete sie rücksichtlos aus und unterdrückte sie mit faschistischer Gewalt, schuf sie das deutsche Arbeiter- und Bauerngefängnis. Neuen Auftrieb erhielten die Revisionisten nach dem Tod des Genossen Stalin. So wie sie über Stalin herfielen, fielen sie auch über den Marxismus-Leninismus, über die Marxisten-Leninisten her, auf die sie noch gewisse Rücksicht nehmen mussten und bauten ihre Machtpositionen dadurch aus, dass sie die Marxisten-Leninisten Schritt für Schritt ausschlateten. Die Arbeiterklasse in der DDR wurde durch Verleumdungen, Demagogie, leere Versprechungen und hohle „sozialistische“ Phrasen um die Früchte ihrer Anstrengungen betrogen. Es war also nur eine Frage der Zeit, des Ausbruchs der revisionistisch-kapitalistischen Krise, dass die Arbeiterklasse ihren alten revolutionären Kampfgeist, für den die ostdeutsche Arbeiterklasse traditionell bekannt war, wieder entdecken würde. Als die Sektion der KPD/ML in der DDR gegründet wurde, war die Arbeiterklasse noch nicht bereit, die Waffen in die Hand zu nehmen und damit auf die Straße zu gehen. Auch 1989/90 als sie gegen den Sozialfaschismus auf die Straße ging, war sie für den bewaffneten Kampf noch nicht bereit, aber die Zeit arbeitet für die Arbeiterklasse und die proletarische Revolution. Deswegen war und ist es das Hauptziel der KPD/ML, die Arbeiterklasse für die sozialistische Revolution zu gewinnen, sie an die sozialistische Revolution heran zu führen, einen Waffengang nach dem anderen gegen die kapitalistische Herrschaft vorzubereiten und zu organisieren. Es galt grundsätzlich für 1989/90, was Genosse Enver Hoxha bereits am 6. Januar 1968 vorausgesagt hatte, und was die drei Sektionen der KPD/ML auf dem gesamten deutschen Boden in die Tat umgesetzen versuchten:

 

Die Sowjetvölker und die Völker in den Ländern der einstigen Volksdemokratien Europas, wie auch die Völker und Revolutionäre in aller Welt müssen sich in diesen für die Kapitalisten und die Revisionisten so schwierigen Augenblicken erheben, sich organisieren und mit fest geschlossenen Reihen kämpfen. Die Revisionisten müssen gründlich entlarvt und bekämpft werden, weil auf diese Weise auch der Imperialismus besser bekämpft werden kann, dem in der gegenwärtigen Krise seine Lakaien, die Revisionisten, nach Kräften zu Hilfe kommen werden“ ( Enver Hoxha, Die Supermächte, Seite 250/251).

 

Genossinnen und Genossen, worauf kam es dem Genossen Enver Hoxha hier an, wenn er betont:Die Revisionisten müssen gründlich entlarvt und bekämpft werden“? Man sollte meinen, alle Genossinnen und Genossen wussten und wissen ganz selbstverständlich, was Enver Hoxha darunter verstand? Ich bin mir beim genaueren Hinsehen darüber aber gar nicht so sicher. Zunächst werden alle Genossinnen und Genossen zustimmen, dass Genosse Enver Hoxha auf keinen Fall damit gemeint haben konnte: „Je wortradikaler man auf die Revisionisten eindrischt, und je lauter man „Nieder mit dem Revisionismus!“ schreit, desto revolutionärer“ ? ( wobei man heute eher seine Lauscher ziemlich hoch aufrichten muss, um überhaupt „Nieder mit dem Revisionismus!“ zu hören !) und auch nicht: „Je umfassender wir die Berge von allen möglichen Kritiken aus allen möglichen politischen Lagern ( nicht zuletzt aus dem revisionistischen Lager selbst!!!) gegen die Revisionisten auftürmen, um so wirkungsvoller die Entlarvung ? Sich auf das Herunterleiern von Gemeinplätzen über den damaligen Kampf gegen den modernen Revisionismus zurückziehen und diesen in ein sektiererisches Dogma zu konservieren und als demagogische Phrase verkommen zu lassen ? Den anti-revisionistischen Kampf saft- und kraftlos bis zur Unkenntlichkeit verstümmeln, mit den Revisionisten über ihn feilschen, ihn zu verhöhnen und die reaktionäre Einheitsfront mit den Revisionisten wieder aufzutischen ? Hinter das Niveau des Anti-Revisionismus unseres Genossen Enver Hoxhas zurückfallen ?

Genosse Enver Hoxha hat wohl kaum der Vulgarisierung des anti-revisionistischen Kampfes das Wort geredet, sondern im Gegenteil stets gegen die Vulgarisierung unserer anti-revisionistischen Losungen gekämpft. Worauf es hier ankommt, ist das Wörtchengründlich“ und zwar nicht im quantitativen, sondern im qualitativen Sinne des Wortes, das heißt, gründliche Herausarbeitung des Marxismus-Leninismus in sorgfältigster Trennung, Aussonderung und Abgrenzung von allen anderen ideologischen Einflüssen, keinerlei Kompromisse gegenüber halbherzigen Anti-Revisionismus, kein inkonsequenter Anti-Revisionismus, der auf halber Strecke abgebrochen und in sein Gegenteil verwandelt werden kann, sondern ein Anti-Revisionismus, der die Unvermeidbarkeit des Revisionismus im Kapitalismus beseitigt, der den internationalen Sieg über den Revisionismus, den endgültigen und garantierten Sieg über den Revisionismus durch Zerschlagung des Weltimperialismus vermittels sozialistische Weltrevolution zum Ziel hat. Wovon Genosse Enver Hoxha ausgeht, ist also nicht, dass man überhaupt den Revisionismus entlarvt und bekämpft, sondern entscheiden dabei ist „das Wie?“, eben ausschließlich vom Marxismus-Leninismus aus ... und nicht etwa vom Marxismus-Leninismus + irgendwelchen anderen politisch-ideologischen Standpunkten aus, die man bewusst oder unbewusst dem Marxismus-Leninismus zuordnet, die aber bei genauerer Betrachtungsweise nichts anderes sind als bürgerliche oder kleinbürgerliche Verwässerungen. Und es ist diese Frage ganz konkret auf unsere historische Situation in Deutschland bezogen zu stellen: Hat die KPD/ML die Revisionisten“ Ulbricht/Honecker-& Co wirklichgründlich entlarvt und bekämpft und auf diese Weise auch“ die Einverleibung der DDR durch den westdeutschen Imperialismus besser bekämpft“? Haben wir diejenigenLakaien, Revisionisten“ wirklich im Sinne des Genossen Enver Hoxhagründlich entlarvt und bekämpft“, die dem“ westdeutschen Imperialismus“ bei der Einverleibung der DDRnach Kräften zur Hilfe“ gekommen waren ? Wurden die „Revisionisten“ 1989/90 von der Arbeiterklasse in der DDR gründlich entlarvt und bekämpft“ ? Waren die Massen vom Marxismus-Leninismus durchdrungen als sie sich 1989/90 erhoben ? Haben sie die SED-Herrschaft gestürzt, um die Diktatur des Proletariats zu errichten ? Leider nicht ! Warum kommen wir um diese Frage – immerhin 30 Jahre nach Gründung der Sektion DDR der KPD/ML – nicht herum? Weil wir tatsächlich immer noch an den Folgen eines Fehlers zu knacken haben, den wir schon von Anfang an mit uns herum geschleppt haben, ohne ihn gründlich auszumerzen - ja manche Genossinnen und Genossen scheinen sich heute immer noch nicht darüber im Klaren - oder zumindest nicht klar genug darüber geworden - zu sein, worum es hier eigentlich geht ?

 

Wir Marxisten-Leninisten sind bekanntlich nicht die Einzigen, die den Begriff anti-revisionistischer Kampf“ benutzen. Die Revisionisten selber haben diesen Begriff auch schon immer benutzt, und zwar um ihren Kampf gegen uns Marxisten-Leninisten vor der Arbeiterklasse zu tarnen, um die Arbeiterklasse zu betrügen und vor unserem Einfluss fern zu halten. Die heutigen Revisionisten geben sich ganz dreist „wissenschaftlich“ , so als hätten sie den Anti-Revisionismus neu entdeckt, und als ob wir Marxisten-Leninisten bei ihnen die Schulbank zu drücken hätten, so als hätte es vor ihnen noch gar keine anti-revisionistische Weltbewegung gegeben oder als hätten wir nur stümperhafte Arbeit geleistet. Sich als „Helden des Antirevisionismus“ herauszuputzen - so gefallen sich die neuen Revisionisten am besten ! Solchen Leuten muss man das Maul stopfen, muss der Arbeiterklasse den alten revisionistischen Sumpf zeigen, aus dem diese neuen Ratten ihren Kopf herausstrecken. Hier geht es, wie wir sehr wohl wissen, nicht um irgendwelche für die Arbeiterklasse abgehobene spitzfindige Streitereien um des Kaisers Bart, den die Chef-Ideologen unter den sich beharkenden „linken“ Parteien nur wegen ihrer persönlichen Macht führen, von denen sich der Arbeiter dann - allein gelassen mit seinen täglichen Sorgen - angeekelt abwendet. Diese platte Sichtweise entspricht der abgedroschenen anti-kommunistischen Gebetsmühle der Bourgeoisie, dass die Arbeiter angeblich nichts vom Anti-Revisionismus verstehen und auch nichts zu verstehen bräuchten, weil der ohnehin nur ein Hirngespinst linker intellektueller Spinner sei. Dabei sind es die Arbeiter, die schon schwierigere Dinge verstanden haben, und den bürgerlichen und kleinbürgerlichen vulgären Spukmärchen mit einem Handstreich ein jähes Ende bereitet haben sobald sie den Lügnern auf die Schliche gekommen sind. Und so wird die Arbeiterklasse auch mit den neuen Revisionisten verfahren, die es als Mode betrachten, sich mit einer verwässerten Lösung von Anti-Revisionismus vor ihr groß zu tun. Wenn die Revisionisten das nötig haben, müssen sie schon arg in der Klemme sitzen und das tun sie denn ja auch:

 

Der moderne Revisionismus konnte nur als Neo-Revisionismus wieder auferstehen – als Neo-Chruschtschowismus, als Neo-Breschnewismus, als Neo-Maoismus usw. usf - also als vorgetäuschte Kritik am modernen Revisionismus in Worten, um seine beabsichtigte Wiederauferstehung in Taten zu maskieren ! Wie tausend Blumen sind heute tausend „Anti-Revisionismen“ auf dem Markt der revisionistischen Händler. Aber es kann heute nur einen wirklichen Anti-Revisionismus geben – den Anti-Neo-Revisionismus !

 

Und seht euch um in der Welt. Seht ihr irgendwo eine marxistisch-leninistische Weltbewegung, die heute dieser Herausforderung gewachsen ist ? Ja, ihr könnt sie sehen, wenn ihr euch die Mühe macht, genauer hinzugucken, wenn ihr nicht über sie hinwegguckt. Es ist die marxistisch-leninistische Weltbewegung, die sich um die junge Komintern / ML herauszubilden beginnt. Noch wird sie „kluger Weise“ weitestgehend totgeschwiegen, aber sobald der revolutionäre Arbeiter ihren Wert für sich erkennt, wird es genug Neo-Revisionisten geben, die dann los schreien und über sie herfallen werden.

 

Was wir versuchen ist, dem fortschrittlichen Arbeiter Antwort auf seine Frage zu geben, warum die Arbeiterklasse auch nach dem Niedergang des Revisionismus an der Macht heute gar keine andere Wahl hat, als den Kampf gegen den Revisionismus mit unverminderter Härte fortzusetzen, und welche List die Bourgeoisie anwendet , um diesen Kampf erneut ins Leere laufen zu lassen oder ihn wieder unschädlich zu machen. Natürlich kann es nur einen wirklichen anti-revisionistischen Kampf geben, nämlich den marxistisch-leninistischen. Aber die Bourgeoisie nimmt es nun einmal nicht Gott gegeben hin, wenn wir den Arbeitern die Wahrheit über sie sagen und ihre Lügen entlarven. Die Bourgeoisie hat 150 Jahre Erfahrungen gesammelt, wie sie uns Kommunisten am besten als die „Lügner“ hinstellt und wie sie uns mit unserer eigenen Waffe auf unterschiedlichster und effektivster Weise schlagen kann , und wir sprechen hier ja von unserer anti-revisionistischen Waffe. Wie stellt unser Klassengegner das an ? Während die Bourgeoisie von außen ihre anti-kommunistische Keule schwingt, die Revisionisten dabei als „Kommunisten“ benutzt und uns Kommunisten als „Chaoten“, „Linksextremisten“ und „Sektierer“ diffamiert, wobei sie auch tatsächliche Chaoten, Linksextremisten und Sektierer auf uns Kommunisten ansetzt, schleust sie einige ihrer Leute bei uns als „Interessierte“ , als „Sympathisanten“ ein. Die Revisionisten sitzen also nicht nur in dieser oder jener revisionistischen Partei. Eine anti-revisionistische Partei würde niemals ihren anti-revisionistischen Kampf auf den Kampf gegen revisionistische Organisationen beschränken. Viel gefährlicher werden uns die Revisionisten doch besonders dann, wenn es ihnen gelingt, in unsere marxistisch-leninistische Partei einzudringen, um sie zu entarten und zu liquidieren. Unsere Parteigeschichte ist prall gefüllt mit solchen Beispielen. Nun, es hat `zig Revisionisten in unserer Partei gegeben und wird es auch weiterhin geben, denn es wird uns trotz größter Wachsamkeit nicht gelingen, keinen einzigen von ihnen reinzulassen oder alle restlos rauszuschmeißen.

Jeder von uns weiß, dass der effektivste und gefährlichste Revisionist ein Revisionist innerhalb der marxistisch-leninistischen Partei ist.

Jeder kennt aus der griechischen Mythologie das „Trojanische Pferd“. Einmal eingedrungen, lassen sie sich schließlich von uns „überzeugen“ und lernen, unseren Parteistandpunkt „zu vertreten“. In Worten erkennt der Revisionist unseren anti-revisionistischen Kampf erst mal an, kämpft sogar als „überzeugter Marxist-Leninist“ gegen den Revisionismus eine Weile in unseren Reihen mit, um möglichst in die höchsten Parteigremien vorzudringen, um seinen Einflussradius so weit wie möglich auszudehnen. Dann geht er Schritt für Schritt dazu über, uns bürgerliche und kleinbürgerliche Vorstellungen vom Anti-Revisionismus schmackhaft zu machen, natürlich in marxistisch-leninistischer Verpackung und ohne unseren Anti-Revisionismus zunächst offen in Frage zu stellen, damit keiner Verdacht schöpft. Auf die vielfältigste und unterschiedlichste Weise versucht er nun seine „Treue zur Parteilinie unter Beweis zu stellen“, indem er den revisionistischen Standpunkt als „proletarischen Standpunkt“ an den Mann zu bringen versucht, wobei er bemüht ist, die marxistisch-leninistischen Positionen unseres anti-revisionistischen Kampfes als „rechte Abweichung“, als „linke Abweichung“ oder als „zentristische Abweichung“ anzugreifen, je nachdem wie es in bestimmten Augenblicken und Situationen am besten passt. Er vertuscht dabei den prinzipiellen Unterschied zwischen dem proletarischen und dem bürgerlichen anti-revisionistischen Kampf, wobei er den marxistisch-leninistischen Standpunkt unmerklich durch den revisionistischen Standpunkt ersetzt.

 

Wenn die Zeit dazu reif geworden ist, wird der Revisionist seinen parteifeindlichen Standpunkt immer offener vertreten, macht er sogar „Selbstkritik“, wenn er sich zu weit au dem Fenster gelehnt hat und macht einen neuen, diesmal geschickteren Anlauf, bis er genügend Genossen um sich geschart hat, um die marxistisch-leninistische Linie offen anzugreifen, Fraktionen zu bilden, die Mehrheit zu erobern und die revolutionäre Führung auszubooten, zu isolieren, zu verleumden usw. usf. Worum es hier also geht, ist die zentristische, versdöhnlerische Auffassung vom anti-revisionistischen Kampf. Eben diesen gefährlichen zentristischen Standpunkt vertraten Genossinnen und Genossen auch in unserer Partei und vertreten ihn teilweise heute noch, nämlich: Sie vermischen den opportunistischen Standpunkt mit dem marxistisch-leninistischen Standpunkt gegenüber dem modernen Revisionismus. Genossinnen und Genossen, es haben sich schon viele daran die Finger verbrannt, zwei unvereinbare Dinge vereinigen zu wollen und trotzdem werden uns immer wieder neue „Theorien“ aufgetischt, den Marxismus-Leninismus mit dem Revisionismus zu versöhnen. Das ist anscheinend ein hartnäckiger Virus, eine gefährliche Unterart des Virus, den wir Klassenversöhnung der ausgebeuteten und unterdrückten Klassen mit den ausbeutenden und unterdrückenden Klassen im Kapitalismus nennen. Ein Anti-Revisionist, der sich – aus welchen Gründen auch immer - nicht konsequent von versöhnlerischen Auffassungen gegenüber Marxismus-Leninismus und Revisionismus los sagt, ist früher oder später dazu verurteilt, sich genau in denjenigen zu verwandeln, den er vorgibt zu bekämpfen - in einen Revisionisten!

 

Und genau das hat sich zwischen dem IV. und V. Parteitag in unserer Partei zugetragen. Um es auf den Punkt zu bringen: opportunistische Standpunkte zum modernen Revisionismus wurden in der Partei (wohlgemerkt in ausnahmslos ALLEN Sektionen der Partei, also auch in der Sektion DDR der KPD/ML !) nicht konsequent genug bekämpft. Diese opportunistischen Standpunkte gegenüber dem modernen Revisionismus wurden vom ZK insbesondere bis ins Jahr 1985 mehr und mehr geduldet und schließlich als offizielle Linie der Partei auszugeben versucht- und davon blieben eben auch manche DDR-Genossen nicht verschont. Diese parteifeindliche, liquidatorische Linie breitete sich in der Partei zu diesem Zeitpunkt nicht etwa „rein zufällig“ aus, sondern wurde von der gesamtdeutschen Bourgeoisie ganz gezielt vorbereitet und systematisch ausgebaut, steht also auch unmittelbar und direkt im Zusammenhang mit den Operationen des Stasi gegen unsere Sektion DDR, wobei die einzelnen Verfolgungen unser DDR-Genossen aufgenommen wurden, um sie zu zwingen, ihren anti-revisionistischen Kampf gegen das Honecker-Regime aufzugeben, sie zum Rückzug zu zwingen und dazu zu bewegen, ihre revolutionären Ziele aufzugeben und ihren revolutionären Klassenkampf gegen die neue Bourgeoisie einzustellen. Es ging der Bourgeoisie um das Ziel, die Gesamtpartei nicht nur von außen unter Druck zu setzen, sondern gleichzeitig ihre revolutionäre Linie von innen heraus zu zersetzen. Das ging nicht im Handumdrehen, das ging nicht mit Verhaftungen, sondern dazu war jahrelange verdeckte Arbeit innerhalb der KPD/ML notwendig. Dazu brauchte man Verbindungsleute zur und in der Partei, dazu brauchte man (ehemalige) Genossen, die bereits von der Partei geschult worden waren, die sich innerhalb und im Umfeld der Partei sicher bewegen konnten, ohne aufzufallen und Verdacht zu erwecken. Und dafür brauchte man geschulte Leute, die man nur aus der Partei selber für ihre Spitzeldienste rekrutieren konnte, insbesondere zur Ausschaltung der revolutionären Führung der Partei, um die Schaffung einer opportunistischen Führung, die ihr Gift bis in die Zellen ausstreut. Zu diesem Zweck wurden erstens die Verbindungsfäden zwischen den Sektionen gekappt, bzw. von Stasi-Leuten übernommen. Zweitens wurden die Sektionen gegeneinander ausgespielt, gegeneinander aufgebracht, um dann drittens die Zersetzung in jeder einzelnen Sektion betrieben, angefangen im ZK, dann über die Landesleitungen in die Ortsleitungen bis in die Zellen. Um den Wiederaufbau der Partei zu verhindern, wurden die Maßnahmen jahrzehntelang fortgesetzt mit Fraktionismus und Spaltung, bis auf den heutigen Tag. Wir sind immer noch nicht wieder auf dem Niveau auf dem wir einmal waren – eben weil wir den Kampf gegen den Revisionismus nicht so konsequent fortgesetzt haben, wie ihn einst unser Genosse Ernst Aust geführt hat.

 

Verdeutlichen wir die Haltung zum anti-revisionistischen Kampf an einem Beispiel. Ich verweise auf unser TO Nr. 6/1983:17. Juni 1953“, wobei ich es nicht für unwesentlich halte, euch erstens daran zu erinnern, dass zu diesem Zeitpunkt in der Partei bereits immer offener anti-marxistisch-leninistische Standpunkte vertreten worden waren, an der der Stasi im Zusammenhang mit der Offensive gegen die Sektion DDR erklärtermaßen aktiv beteiligt war [Zitat aus dem Handbuch des MfS: “diese feindlichen Kräfte an ihrer Ausgangsbasis (BRD/Westberlin) durch geeignete Maßnahmen zu zersetzen, gegeneinander auszuspielen...“], und zweitens darüber mal nachzudenken, a) wer die Autorin dieses TO-Artikels war und warum ausgerechnet dieser Artikel im TO just zu jenem Zeitpunkt erschien, nachdem der Stasi bereits zugeschlagen hatte und b) wer diesen Artikel 20 Jahre später wieder in die Öffentlichkeit brachte, und in welcher Absicht dies geschah. Ich bitte die Genossinnen und Genossen, soweit sie es nicht längst getan haben, einmal den besagten TO-Artikel kritisch zu studieren und ihn noch einmal sorgfältig zu vergleichen mit dem von mir verfassten Roten Morgen- Artikel der KPD/ML aus dem Jahre 2003

 

50 Jahre – 17. Juni 1953“.

 

Mit diesem Hinweis kann ich es uns ersparen, hier inhaltlich darauf einzugehen. Das Einzige also , was beide Artikel gemeinsam haben, ist a) die Sektion DDR auszuklammern und b) das Zitat von Brecht am Schluss. Das war Absicht. Über den ideologischen Graben, den beide Artikel voneinander trennen, ist entweder keiner gestolpert, wollte keiner stolpern oder (wal)traute sich keiner zu stolpern. Beide Artikel nebeneinander stillschweigend ko-existieren zu lassen, sagt bereits einiges über den damit eingenommenen politisch-ideologischen Standpunkt aus, und um eben das herauszufinden, war der Artikel50 Jahre – 17. Juni 1953“ so und nicht anders geschrieben worden. Es war eine längst fällige Kritik an einer falschen und gefährlichen Linie, die im TO Artikel Nr. 6/1983 offener als zuvor zum Ausdruck gebracht wurde. Der schwere Stein, den ich damit zum ersten Mal von der „Bordsteinkante“ (Zitat Seite 117 unten) ins Rollen zu bringen versuchte, wird sich nun vielleicht von der Stelle bewegen. Nur eine vom Sozialdemokratismus und Revisionismus geleitete bürgerliche Partei wie die SED konnte einen 17. Juni 1953 provozieren und nur eine vom Marxismus-Leninismus geleitete Sektion DDR der KPD/ML hätte die Arbeiterklasse in der DDR zur sozialistischen Revolution führen können, um die sozialfaschistische Diktatur der SED-Bourgeoisie zu zerschlagen. Die Straße gehört der revolutionären Arbeiterklasse und niemandem sonst, aber sie muss sich die Straße selber im Klassenkampf erobern bzw. zurückerobern, darf sie weder der Konterrevolution überlassen noch sie an die Konterrevolution verlieren ! Wo ist der Platz der KPD/ML ? Sie marschiert als Vorhut an der Spitze der revolutionären Arbeiterklasse sowohl gegen die konterrevolutionären Provokationen der Revisionisten an der Macht als auch gegen die konterrevolutionen Provokationen des westlichen Kapitalismus an der Macht ! Eine revolutionäre Arbeiterklasse marschiert nur für ihre eigenen und die Interessen aller anderen ausgebeuteten und unterdrückten Klassen, und sonst für keine andere Klasse ! Und die Normenerhöhungen dienten der verschärften Ausbeutung, die russischen Panzer dienten der blutigen Unterdrückung, ob das nun von der westlichen, anti-kommunistischen Propaganda ausgenutzt wurde oder nicht, ändert nichts an dieser Wahrheit ! Und wir Kommunisten verteidigen diese Wahrheit, ob das nun den Revisionisten passt oder nicht ! Als Kommunisten haben wir es stets als unsere Pflicht angesehen, unsere Meinung zu vertreten, dass man sich niemals vor den Karren des einen Klassengegners stellen lassen darf, der gegen einen anderen Klassengegner kämpft. Auf diese Weise würde die Arbeiterklasse nur von der einen Lohnsklaverei in eine andere geraten, ohne sich von ihr wirklich zu befreien. Wir Kommunisten haben es ferner stets als unsere Pflicht angesehen, unsere Meinung zu vertreten, dass man niemals revisionistische Lohnsklaverei durch Reformen und auf friedlichem Wege beseitigen, sondern nur mit revolutionärer Gewalt abschütteln kann. Und schließlich sind wir Kommunisten nicht nur diejenigen, die sich von niemandem verbieten lassen, ihre Meinung zu vertreten, sondern auch diejenigen, die dafür in der ersten Reihe marschieren und bereit sind, jedes Opfer zu bringen.

Und solche Kommunisten, das waren die Genossinnen und Genossen der Sektion DDR unserer Partei !

 

Genossinnen und Genossen !

Wir haben vom Kampf gegen den Einfluss der revisionistischen Organisationen gesprochen. Der war und ist nicht leicht. Wir haben auch davon gesprochen, wie die Revisionisten auf verschiedenste Art und Weise , also auch auf „anti-revisionistische“ , in unsere Partei einzudringen versuchen, dagegen zu kämpfen ist eine viel schwierigere und kompliziertere Aufgabe. Aber am schwierigsten und am wichtigsten ist eine dritte Front des anti-revisionistischen Kampfes – Selbstkritik eines Bolschewiks, Selbstkritik der revolutionären Arbeiterklasse ! Wir sind keine unfehlbaren Engel, die aus den himmlischen kommunistischen Wolken auf die Erde hernieder fliegen, um den Arbeitern unser Evangelium des Anti-Revisionismus zu verkünden, sondern wir sind in dieser kapitalistischen Gesellschaft geboren und wachsen in ihr auf, kämpfen gegen sie und machen dabei Fehler, weil wir von revisionistischen Einflüssen nicht verschont sind, genauso wie die Arbeiterklasse insgesamt davon nicht verschont ist – weder im Kapitalismus noch im Sozialismus. Wenn Stalin Recht hat, dass die Arbeiterklasse zum Sozialismus hin neigt, aber dass ihr auch eine Hinneigung zur bürgerlichen Ideologie gegenübersteht, und wenn er ebenso Recht hat, dass wir Marxisten-Leninisten ein Teil der Arbeiterklasse sind, dann wäre es selbst für den allerbesten Marxisten-Leninisten unmöglich, gegenüber der bürgerlich-revisionistischen Ideologie vollkommen immun zu sein. Wer trägt denn die größte Verantwortung dafür, dass die Revisionisten in Deutschland, in der Sowjetunion in Albanien usw., ja auch in der Komintern an die Macht gelangen konnten ? Das lag doch vor allem daran, dass wir Marxisten-Leninisten sie an die Macht haben kommen lassen, weil wir nicht wachsam genug waren, weil wir nicht konsequent genug gegen sie gekämpft haben, weil wir nicht konsequent genug den Marxismus-Leninismus beherzigt haben, weil wir nicht konsequent genug das Prinzip von Kritik und Selbstkritik angewandt und weil wir nicht gründlich genug aus unseren Fehlern gelernt haben. Der Kampf gegen den Revisionismus ist von vornherein verloren, wenn wir mit diesem Kampf nicht bei uns selbst anfangen, diesen Kampf nicht in unserer Partei fortführen, diesen Kampf nicht in die Arbeiterklasse und nicht unter die Massen tragen.

 

Ohne Kritik und Selbstkritik der Genossen, der Partei, der Arbeiterklasse und der Massen kann man keinen ernsthaften Sieg über den Revisionismus erringen, ist es unmöglich, die Unvermeidbarkeit des Revisionismus zu beseitigen.

 

Wenn wir also den anti-revisionistischen Kampf der Sektion DDR im Besonderen und der KPD/ML im Allgemeinen aus Anlass des 30. Jahrestages hervorheben und verteidigen, dann heißt das nicht, die dabei gemachten Fehler zu verteidigen oder zu verheimlichen, sondern offen zu legen und aufzuzeigen, wie sie überwunden wurden, bzw., wenn sie noch nicht beseitigt wurden, mit ernsthafter Kritik und Selbstkritik zu Werke zu gehen. Dass 1989/90 nicht zur sozialistischen Revolution, sondern zur imperialistischen Einverleibung führte, daran sind wir Genossen von der KPD/ML nicht unschuldig, dafür tragen wir Verantwortung. Ich denke, da gibt es noch viel versäumte Selbstkritik nachzuholen ! Ich behaupte sogar, dass wir erst anfangen zu begreifen, in welchem Umfang die Revisionisten auf die KPD/ML Einfluss zu nehmen versucht hatten und welchen sie heute noch auszuüben versuchen und von wieviel revisionistischen Einflüssen wir uns frei zu machen haben. Ich bin da keine Ausnahme, habe mit an der Spitze des anti-revisionistischen Kampfes gegen den Verrat an unserem Genossen Ernst Aust gestanden und trotzdem nicht gleich durchschaut, dass von einer solchen Genossin Fehler im anti-revisionistischen Kampf gemacht wurden, die bis zu seinem Tod an seiner Seite gelebt hatte. Ich habe nicht erkannt, dass zwischen dieser Genossin und dem parteifeindlichen Koch ZK eine Zusammenarbeit bestand. Dafür übe ich Selbstkritik, denn für Selbstkritik ist es niemals zu spät. Ein Marxist-Leninist fürchtet sich genauso wenig vor Selbstkritik wie vor Revisionisten, aber wir dürfen sie deswegen keineswegs unterschätzen. Sie bilden nach wie vor die Hauptgefahr innerhalb der revolutionären Arbeiterbewegung, innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung, innerhalb unserer Partei, in jedem Marxisten-Leninisten selbst. Wie die Erfahrung zeigt, lässt sich die revisionistische Maske nicht immer gleich im Handumdrehen herunterreißen. Manchmal kann das Jahre und Jahrzehnte dauern, bis wir mühselig jene Stufe des Marxismus-Leninismus erklommen haben, von der aus wir die Verbrechen der Revisionisten erst richtig erkennen können und ihnen auf die Schliche kommen. Wenn wir den Marxismus-Leninismus also nicht auf eine immer höhere Stufe weiter entwickeln, wenn wir den anti-revisionistischen Kampf nicht auf einer immer höheren Stufe permanent vorantreiben, werden wir niemals praktisch beweisen können, dass wir über den Revisionismus für immer gesiegt haben. Bis dahin ist noch ein langer, beschwerlicher Weg, der uns weiterhin größte Opfer abverlangt. Der Kampf gegen den Revisionismus ist ein hartnäckiger, blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der revisionistischen Gesellschaft, um einmal Worte vom Genossen Lenin zu verwenden.

 

 

 



Der Kampf gegen die revisionistische Zusammenarbeit der DDR mit dem Westen und insbesondere gegen die revisionistische Kapitulation vor dem westdeutschen Revanchismus

 

 

 

 

Die Sektion DDR der KPD/ML hatte große Anstrengungen unternommen, um den revisionistischen Einfluss der SED auf die Arbeiterklasse und die übrigen Werktätigen der DDR zu entlarven und zu bekämpfen. Dabei darf man nicht die Tatsache außer Acht lassen, dass die revisionistischen Verräter der DDR noch demagogisch auf die „USA-Imperialisten und ihre Speerspitze, die Revanchisten in Bonn“ schimpften, während bereits alle anderen revisionistischen Länder diese als „Freunde“ begrüßten, also während die dort herrschenden Revisionisten für einen Kredit-Koffer voll DM die Interessen der osteuropäischen Völker an Bonn verkauft hatten. Ferner darf nicht unberücksichtigt bleiben, dass der hauptsächliche Widerstand während des Schacherns um die deutsche Frage zunächst von den ostdeutschen Revisionisten kam, weil es um ihren Geldbeutel, um ihre Macht ging. Tatsächlich waren die Ostverträge Bonns auf dem Rücken und zum Schaden der Bevölkerung der DDR abgeschlossen worden.

 

Unter diesen Bedingungen hat die Deutsche Demokratische Republik weder im Warschauer Vertrag noch als souveräner Staat die gleiche rechtliche Stellung wie ihre anderen Bündnispartner. Die deutschen Revisionisten sind unzufrieden, doch entspringt diese Unzufriedenheit nicht revolutionären, sondern revisionistischen Positionen. Sie haben in der Frage der Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit den beiden deutschen Staaten bzw. für den Fall, dass Bonn nicht will, allein mit der Deutschen Demokratischen Republik nachgegeben, und das zweite und dritte fatale Zugeständnis besteht darin, dass sie die Verträge zwischen Moskau und Bonn bzw. zwischen Warschau und Bonn akzeptiert haben. Diese beiden Verträge setzen die gesamte Autorität der Deutschen Demokratischen Republik in der internationalen Arena herab und fesseln sie an ihren gegenwärtigen Statuts als Schachfigur in der Politik der sowjetischen Revisionisten in Europa und in deren Schachereien mit dem amerikanischen Imperialismus und mit Bonn“ (Enver Hoxha, Die Supermächte, 12. Januar 1971, Seite 342/342).

 

Unter dieser ungerechten Behandlung der DDR sowohl gegenüber den osteuropäischen Staaten als auch gegenüber den westlichen Staaten – die Einteilung des deutschen Volkes in einen westlichen Teil „Erster Klasse“ und einen östlichen Teil „Zweiter Klasse“ - darunter hatte logischerweise ganz besonders die breite Masse zu leiden, konnten nationalistische Einflüsse auf fruchtbaren Boden stoßen, was die gerechte Forderung nach der Beseitigung der benachteiligten Stellung der DDR- Bevölkerung in der Welt anging – insbesondere gegenüber der Bundesrepublik Westdeutschlands. Die so genannte „gleichberechtigte und partnerschaftliche“, „sachlich-ideologiefreie“, „humanistisch-pragmatische“ Annäherungs -Taktik der Bonner Sozialdemokratie gegenüber der DDR nach der Adenauer-Ära (Adenauer 1954: „Wir sind auf dem Wege, die Sowjetzone zurückzuholen, wenn die westliche Welt eine entsprechende Stärke erreicht haben wird.“ Oder Minister Seebohm 1953: „Der deutsche Osten schließt nicht nur die Elbe und die Oder ein, sondern auch alle Gebiete, in denen Deutsche einst siedelten.“) hatte von Anfang an revanchistischen Hintergedanken wie man das an der „friedlichen“ Annexion der DDR 1989/90 unschwer erkennen kann. Die zahlreichen Kompromisse und prinzipienlosen Zugeständnisse der Honecker-Clique haben den westdeutschen Imperialismus weder zahmer noch umgänglicher gemacht, im Gegenteil, sie haben seine Gier, die DDR zu schlucken, nur noch mehr gesteigert.

 

Überhaupt das künstliche Schüren von Konkurrenz, Neid, Missgunst und Vorurteilen gegenüber der deutschen Bevölkerung jenseits der deutsch-deutschen Grenze, war nicht nur unwürdig und erniedrigend für das gespaltete deutsche Volk, sondern schadete seinem Wunsch nach - und Hoffnung auf - Einheit, war daher konterrevolutionär, hatte Klassencharakter. Die nicht-antagonistischen Widersprüche im deutschen Volk versuchte die (Welt)Bourgeoisie auf der Basis der Spaltung Deutschlands in antagonistische Widersprüche zu verwandeln, um daraus auf die eine oder andere Weise Profit zu schlagen, und um das deutsche Volk durch die Vertiefung seiner Spaltung besser unter der Knute zu halten und ausbeuten zu können. Das sagte die Bourgeoisie natürlich nicht offen, sondern verbarg es hinter Phrasen, dass es ihr bei der „Wiedervereinigung“ (=Annexion der DDR) ganz allein um das „Wohlergehen“ des gesamtdeutschen Volkes, um die „Befreiung“ der DDR-Bevölkerung gehe. Und gegen diese Demagogie kämpfte die Arbeiterklasse und die Sektion DDR der KPD/ML vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus. Die Arbeiterklasse schuf sich trotz ihrer nationalen Spaltung eine gemeinsame deutsche Partei, um das Joch der Spaltung abzuschütteln. Seit ihrer Gründung haben die DDR-Genossen gegen Vorurteile gegenüber den westlichen und östlichen Klassenbrüdern gekämpft, aber alte Vorurteile sind nicht so schnell zu beseitigen wie man heute immer leider noch feststellen muss. Hier müssen wir stets von der vorbildlichen Haltung der DDR-Genossen der KPD/ML lernen. Natürlich war unter den DDR Genossen auch nicht alles nur eitel Sonnenschein – das Gift der Stasi-Infiltration zeigte logischerweise Wirkung bei dem einen oder anderen Genossen – doch dazu kommen wir ebenfalls später noch zu sprechen. Vorurteile gegenüber den Genossen im jeweils anderen Teil Deutschland hat es gegeben, und die Auseinandersetzung damit ist Teil der Aufarbeitung der Geschichte der KPD/ML sowohl im Osten als auch gleichermaßen im Westen. Wir wollen an dieser Stelle daran erinnern, dass die Genossen der KPD/ML von Anfang an ununterbrochen für die staatliche Anerkennung, für die uneingeschränkte Souveränität der DDR eingetreten sind. Das war auch die marxistisch-leninistische Politik der albanischen Genossen. Vom Genossen Ernst stammt die Idee von der deutschen Neutralitätspolitik, die die DDR Genossen in der DDR umsetzten, um die akute Kriegsgefahr für die DDR abzuwenden, die zu jener Zeit von den beiden Supermächten ausging. Auch die DDR durfte nicht zum Schlachtfeld werden. Unter dieser Friedens-Losung versuchte die gesamte Partei die Arbeiterklasse in ganz Deutschland zu vereinigen. Genosse Ernst hat diese Politik stets als Teil der revolutionären Linie der Partei angewandt und nicht zugelassen, dass man die sozialistische Revolution davon abkoppelt, was die rechten Abweichler versucht hatten. Wir haben also niemals unseren revolutionären Standpunkt im Friedenskampf aufgegeben. Uns war von Anfang an klar, dass der vorherrschende Widerspruch in der DDR-Gesellschaft der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital war, dass die Probleme der DDR deswegen nur durch die sozialistische Revolution unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei gelöst werden können. Wir haben den Kampf gegen den Revisionismus nie ausschließlich als Teil des anti-imperialistischen Kampfes gegen die beiden Supermächte betrachtet und uns dabei schon gar nicht einseitig auf den Kampf gegen die sowjetischen Sozialimperialismus beschränkt, wenn auch die KPD/ML zum Zeitpunkt der Gründung der Sektion DDR noch teilweise von Mao Tsetung beeinflusst war, der bekanntlich mit seiner „anti-sowjetrevisionistischen Kritik“ nur die Supermachts-Stellung des sowjetischen Sozialimperialismus streitig machen wollte. Wir haben die Widersprüche zwischen der ostdeutschen und der sowjetischen Bourgeoisie versucht auszunutzen, uns aber dabei niemals unter die Schirmherrschaft irgendeiner Bourgeoisie gestellt, sondern stets die Interessen der Arbeiterklasse der DDR als Teil der gesamten deutschen Arbeiterklasse verteidigt:

 

Die Bindung Westdeutschlands an die NATO und EG und Ostdeutschlands an den Warschauer Pakt und den RGW, die Stationierung sowjetischer, amerikanischer, britischer und französischer Truppen auf deutschem Boden ist eine Einschränkung der Souveränität beider deutscher Staaten und Westberlins. Sie vergrößert in hohem Maße die Gefahr, dass im Falle eines Krieges zwischen den Supermächten die Regierungen, die herrschenden kapitalistischen Klassen beider deutscher Staaten zum Bruderkrieg aufrufen würden, dass Deutschland in die Auseinandersetzungen hineingezogen und damit zum zentralen Schlachtfeld eines Weltkrieges würde. Deshalb fordert die KPD/ML, Sektion Deutsche Bundesrepublik, Deutsche Demokratische Republik und Westberlin:

  • den unverzüglichen Abzug aller fremder Truppen aus ganz Deutschland !

  • Den Austritt Westdeutschlands aus der NATO und EG und Ostdeutschlands aus dem Warschauer Pakt und dem RGW !

  • Neutralitäts – und Nichtangriffserklärung beider deutscher Staaten und ihre gegenseitige volle staatliche Anerkennung.“ (Genosse Ernst Aust, Für`s Vaterland?, Seite 218, Dortmund, März 1983).

Für diese demokratischen Friedens-Forderungen wurden die DDR Genossenverhaftet und in der Folge zu Freiheitsstrafen bis zu acht Jahren Gefängnis verurteilt. Nichts kann deutlicher die abgrundtiefe Heuchelei und Lügen dieses Staates, der sich als einen Hort des Friedens bezeichnet, kennzeichnen als diese Terrorurteile gegen Menschen, die sich für die Ziele einsetzen, die dieser Staat einmal selbst vertrat“ (ebenda Seite 270).

 

Die Sektion DDR der KPD/ML nahm sich das Recht, ihre eigene Meinung zu sagen, einzig und allein vom Marxismus-Leninismus, und dieses Recht konnte ihr kein Stasi nehmen, weder durch Verhaftungen und Gefängnisstrafen, noch durch politischen oder materiellen Druck, weder durch Drohungen noch durch Abstempeln als „kriminelle“ oder „terroristische Vereinigung“. Die ostdeutsche Bourgeoisie richtete ihren Sozialfaschismus insbesondere auf die Sektion DDR der KPD/ML. Keine andere Partei wurde in der ganzen Geschichte der DDR so systematisch vom Sozialfaschismus verfolgt und zersetzt wie die Sektion DDR der KPD/ML.

 

Es wurde der Arbeiterklasse zwar mit vielerlei Manövern erschwert, den revisionistischen Verrat zu durchschauen, aber zum Zeitpunkt der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML brauchte man nicht erst die Klassiker studieren und diese mit der bürgerlichen DDR-Ideologie zu vergleichen, man brauchte sich also nicht sonderlich anzustrengen, um die antagonistischen Widersprüche in der DDR-Gesellschaft zu erkennen, dass dort eine ausbeutende und unterdrückende Bourgeoisie herrschte und es eine ausgebeutete und unterdrückte Arbeiterklasse gab. Das erleichterte den DDR-Genossen die Agitation und Propaganda. Die Realität des „realen Sozialismus“ war ein mit roter Farbe übertünchtes faschistisches Ausbeuter- und Unterdrückungssystem geworden. 1975/76 klafften Wort und Tat schon so weit auseinander, dass die DDR bereits auf ihr Ende zusteuerte, und das spürte die Arbeiterklasse. Dieses Regime war damals schon reif, gestürzt und beseitigt zu werden. Und den Genossinnen und Genossen wurde klar, dass das ohne Aufbau, ohne Führung einer revolutionären, marxistische-leninistischen Partei nicht hätte bewerkstelligt werden können . Diese revolutionäre Erkenntnis, das DDR-System zu beseitigen und nicht „in Richtung Sozialismus“ reformieren zu wollen, war neu in der DDR. Bislang hatten die Marxisten-Leninisten eine oppositionelle Haltung eingenommen und sie versuchten, den Kampf innerhalb der revisionistischen Partei gegen die Verräter-Clique zu führen, ohne sich selber als eigenständige Partei zu organisieren. Dem Revisionismus an der Macht mit einer eigenen marxistisch-leninistischen Partei zu Leibe zu rücken, das war der richtige Weg, welcher der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern vor allem der Genosse Enver Hoxha vorgeschlagen worden war. In den Augen der Sozialfaschisten war die Sektion DDR der KPD/ML eine 5. Kolonne des westdeutschen Revanchismus zur inneren Zersetzung der DDR, um diese dadurch leichter schlucken zu können. Die Geschichte des Revisionismus der DDR ist in Wahrheit aber die Geschichte der Zerschlagung der kommunistischen Kräfte, die den Sozialismus aufzubauen versuchten und deren Widerstand gegen die Restauration des Kapitalismus, ist die Geschichte eines Widerstandes, der in den organisierten Kampf zur Zerschlagung des revisionistischen Verrats überging. Sie endete mit der Zerschlagung des Sozialfaschismus an der Macht, aber auch mit Niederlagen der Sektion DDR der KPD/ML.

Die kapitulierende ostdeutsche Bourgeoisie konnte nicht vernichtet werden. Sie rettete sich mit dem Segen Moskaus in den Westen. Die Arbeiterklasse hatte es historisch nicht geschafft, zum Sozialismus überzugehen, hatte nicht zu den Waffen gegriffen, hatte die sozialistische Revolution nicht klar genug vor Augen, hatte die Notwendigkeit der Machtübernahme und unverzichtbare Errichtung der Diktatur des Proletariats nicht erkannt. Der heruntergewirtschaftete, von Parasiten zerfressene, einst restaurierte Kapitalismus fiel wie eine faulige Frucht in den alten revanchistischen Schoß des in Europa vorherrschenden westdeutschen Imperialismus, den der USA-Imperialismus nach dem 2. Weltkrieg mit enormen Mitteln als sein wichtigstes Bollwerk gegen den Kommunismus und als Sprungbrett für seine imperialistischen Kriege aufgebaut hatte:

 

Bonns Politik gegenüber dem Osten: Das oberste Ziel Bonns ist es, die Deutsche Demokratische Republik zu schlucken, das heißt die Vereinigung Deutschlands unter uneingeschränkter Herrschaft Bonns... Der Verrat der Sowjetrevisionisten hat der auf die Einverleibung der Deutschen Demokratischen Republik zielenden Politik Bonns Perspektiven eröffnet. Bonns Taktiken in dieser Richtung sind zahlreich und mit den Taktiken der polnischen, rumänischen, jugoslawischen und anderer Revisionisten koordiniert und abgestimmt. Eine Taktik in diesem Zusammenhang – auf die verschiedenartigsten, direkten und indirekten Versuche zur Vereinigung der BRD mit der DDR wird dabei keineswegs verzichtet – hängt mit den Bonner Bemühungen zusammen, der DDR in die Flanken zu fallen und tief in die von den Revisionisten beherrschten Länder Europas einzudringen... Mit Ausnahme Albaniens verraten jetzt alle die Deutsche Demokratische Republik. Sie wird allmählich isoliert und verkommt zu einer Schachfigur in der sowjet-revisionistischen Politik des Verrats. Diese Taktik Bonns und der Amerikaner läuft nicht allein auf Revanche hinaus, bereitet nicht allein eine deutsch-amerikanische Hegemonie in Europa vor, sondern schwächt auch die Stellung des sowjet-revisionistischen Staates, dem seine Satelliten, seine „Verbündeten“, abspenstig gemacht und dem die Absatzmärkte in Europa und auf der ganzen Welt eingeengt werden“ (Enver Hoxha, Die Supermächte, Seite 247/248).

 

Den russischen Militärstiefel sollten nur die Militärstiefel des Westens nachfolgen, und so ist es ja auch gekommen. Das hatten die Genossen der DDR-Sektion schon damals durchschaut. Sie wussten über den Kampf der KPD/ML in Westdeutschland Bescheid, die die demokratischen Maske des faschistoiden Bonns herunterriss und die expansionistische und hegemonistische Fratze dieses imperialistischen Ausbeuter-und Unterdrückerstaates täglich entlarvte und mutig bekämpfte. Die DDR Genossen warnten die Arbeiterklasse der DDR eindringlich davor, sich nicht unter den westlichen Schutzschirm zu stellen im Glauben, einen Honecker und seine Oberherren in Moskau mit Hilfe des Westens leichter loswerden zu können. Gegen den antikommunistischen Westwind hatten die Revisionisten stets nur demagogisch gekämpft, um ihren Unrechtsstaat zu schützen. Tatsächlich gegen den kapitalistischen Westwind und revisionistischen Ostwind haben nur die ehrlichen Kommunisten, die aufrechten Marxisten-Leninisten gekämpft. Dieser Tradition sind die Genossen der Sektion DDR der KPD/ML stets treu geblieben. Es waren schließlich die amerikanischen Faschisten und die sowjetischen Sozialfaschisten, die aus ihren eigennützigen Hegemonie-Interessen die Hitlerfaschisten retteten, wieder aufrichteten und schützten, die Amis im Westen und die neuen Kreml-Zaren im Osten. Die KPD/ML im Allgemeinen als auch die Sektion der DDR im Besonderen hatten in ihrem antifaschistischen Kampf also nicht nur gegen die alten Nazis zu kämpfen, sondern auch gegen deren faschistischen Sponsoren, die in Washington und Moskau saßen und die Welthebel der Macht in ihren Händen hielten, konkret in Deutschland: die erprobten antikommunistischen Nazis gegen die sozialistische Revolution der Arbeiterklasse zu stärken.

 

Albanien war mit Enver Hoxha an der Spitze, das einzige Land der Welt, das jahrzehntelang das deutsche Volk vor der Einverleibung der DDR durch die BRD gewarnt hat und den deutschen Revanchismus als lebendige, reale Bedrohung für die Sicherheit und den Frieden der Völker des Ostens und der ganzen Welt erkannte ( zum Beispiel in Enver Hoxha`s Bericht über die Tätigkeit des ZK der PAA – erstattet auf dem 5. Parteitag am 1. November 1966, dt. Ausgabe Seite 16).

 

Albanien hat die KPD/ML bis zum Schluss im Kampf gegen den westdeutschen Revanchismus tatkräftig unterstützt.

Umgekehrt war die KPD/ML die einzige Partei in Ost und West, die Bundesdeutschland anprangerte, weil es die Zahlung von Kriegsreparationen an Albanien verweigerte. Das albanische Volk gehörte zu den ersten Opfern der faschistischen Aggression und war einer der antifaschistischen Kämpfer der ersten Stunde gegen die nazifaschistische Armee bis zum Letzten. Für die KPD/ML gibt es daher bis auf den heutigen Tag keinen Grund, diese berechtigte albanische Forderung auch nach der Wiedervereinigung des imperialistischen Deutschlands unter den Tisch fallen zu lassen, im Gegenteil. Mit dem Potsdamer Abkommen wurde Deutschland verpflichtet, die Schäden und Leiden wieder gut zu machen, die es den Nationen zugefügt hatte und wir halten am Potsdamer Abkommen fest. Im Dezember 1945 wurde auf der Pariser Konferenz Albanien das Recht auf Reparationen zugesprochen. Die heutige imperialistische BRD ist ein militaristischer Unrechtsstaat, der sich nicht nur mit Unterstützung der beiden Supermächte die DDR einverleibt hat, sondern das nazifaschistische, hegemonistische Zielstreben auf Kosten aller Völker immer intensiver vorantreibt und somit mehr als je zuvor eine Gefahr für Frieden und Sicherheit in der Welt darstellt. Ausgerechnet Verräter in unseren eigenen Reihen, ausgerechnet Leute aus der Deutsch-Albanischen Freundschafts-Gesellschaft (DAFG), verdingten sich als Lakaien der deutschen Imperialisten und halfen ihnen, das sozialistische Albanien von innen her zu zerschlagen und es den Imperialisten in um so abscheulicherer Kriecherei auf dem Judas-Tablett zu servieren.

 

 

 

 



Der Kampf gegen den sowjetischen Sozialimperialismus

 

 

 

Die Sektion DDR der KPD/ML war nicht nur ein Stachel im Fleisch der DDR-Revisionisten, sondern auch die Speerspitze in einem Vasallenstaat des sowjetischen Sozialimperialismus, und zwar wohlgemerkt an der empfindlichsten Nahtstelle des Herrschaftsbereiches beider Supermächte. Das machte nicht nur die Honecker-Clique, sondern auch die Chruschtschow-Revisionisten rasend, wurde zu einer wunden Stelle der konterrevolutionären, hegemonistischen Eroberungs- und Raubpolitik der modernen Revisionisten. In jener Zeit, da die schwere Wirtschafts-, Energie- und Finanzkrise auch die revisionistische Welt erfasste, da die Rivalität mit dem USA-Imperialismus um Einflussbereiche, Absatzmärkte und Militärstützpunkte sich intensivierte, hatten es die Sowjet-Revisionisten sehr nötig, auch in der DDR Ordnung und Disziplin zu schaffen, die dort ins Wanken geratene Vorherrrschaft zu verstärken und sie zu zwingen, den großrussischen Chauvinismus Moskaus zu akzeptieren und in seinem Kielwasser zu segeln – was ihnen natürlich nicht gelingen konnte. Die sowjetischen Sozialimperialisten hatten damals auch gleichzeitig verstärkt die DKP unter Druck gesetzt, ihren Kampf gegen die KPD/ML und die sozialistische Revolution in der BRD in ihrem Sinne zu vertiefen, was ihnen durch die Hörigkeit und finanzielle Abhängigkeit zur SED viel besser gelang als beispielsweise bei allen anderen revisionistischen Parteien Westeuropas, die sich von den neuen Kreml-Zaren losgelöst hatten, um der Bourgeoisie ihres eigenen Landes im Kampf gegen die sozialistische Revolution zu helfen – nicht ohne Eigennutz. Bedeutungsvoll war die Tatsache, dass die Sektion DDR der KPD/ML gegen den sowjetischen Sozialimperialismus in Aktion trat, als dessen sowjet-revisionistische Reich bereits von innen her auseinander zu bröckeln begann, dass die Sektion DDR der KPD/ML diesen inneren revisionistischen Zerfallsprozess auf revolutionäre Weise beschleunigte. Sie kämpfte gegen den bürgerlichen Nationalismus und Sozialchauvinismus, indem sie den proletarischen Internationalismus stärkte, insbesondere durch ihre Solidarität mit den kämpfenden Klassenbrüdern in Polen. Die Sektion der DDR der KPD/ML gab der Arbeiterklasse der DDR damit die Möglichkeit, noch besser zu sehen und zu erkennen, dass der moderne Revisionismus die größte Gefahr für die Sache des Kommunismus darstellt. Sie war ein Ansporn für alle Revolutionäre in der DDR, die für den Sozialismus und die Völkerfreiheit kämpften, ein Ansporn, um die Ideologie und die Komplotte der Revisionisten, mit den sowjetischen an der Spitze, noch entschlossener zu entlarven, um unermüdlich für ihre Zerschlagung zu arbeiten und zu kämpfen.

 

Die Sektion DDR der KPD/ML vertrat den Standpunkt der Arbeiterklasse in der DDR, die es satt hatte, für die sowjetischen Sozialimperialisten die Kastanien aus dem Feuer zu holen und unter der Peitsche zu kuschen, die die sowjetischen Sozialimperialisten ihren ostdeutschen Sklavenwächtern in die Hand gegeben hatten.

 

Die Sektion DDR der KPD/ML kämpfte gegen die Mitgliedschaft der DDR in der RGW, die im Dienste der aggressiven Politik der Ausbeutung und Unterdrückung durch die sowjetischen Sozialimperialisten stand. Die DDR-Genossen entlarvten die RGW als eine sowjet-revisionistische Organisation, die die DDR versklavte und mit der die Sowjetunion ihre neo-kolonialistische Politik in der DDR durchführte. Mit ihrer Hilfe wurden die Reichtümer der DDR ausgeraubt, wurde die DDR ins wirtschaftliche Elend gestürzt. Durch den RGW wurden der DDR Hände und Füße gebunden, zwang man ihr nach Gutdünken Preise auf, die weit unter dem Weltmarkt lagen, gab man der DDR die benötigten Rohstoffe nur in dem Umfang, um die Ausbeutung aufrecht zu erhalten, aber nicht um der DDR wirtschaftliche Fortschritte zu gestatten. Mit ihren Krediten versklavte die Sowjetunion die DDR. Die Sektion DDR der KPD/ML forderte die Arbeiterklasse in der DDR auf, ihre Fäuste gegen den RGW zu erheben ohne sich dabei auf das Gleis des Westens zu begeben, wo man die Krise des RGW, die Widersprüche zwischen der DDR und der Sowjetunion mit Dollar- und DM- Kredit“hilfen“ auszunutzen versuchte, um die DDR zur Lostrennung von der Sowjetunion zu bewegen und sie so um so leichter in ihre Krallen zu bekommen. Die DDR Genossen verurteilten die Honecker-Clique, auf Kosten der Werktätigen der DDR aus dem Machtpoker der Supermächte Kapital zu schlagen und den Preis für den Ausverkauf der DDR in die Höhe zu treiben. Sie folgten dem Marxismus-Leninismus, den allseitigen Kampf gegen den amerikanischen Imperialismus, den sowjetischen Sozialimperialismus und die kapitalistisch-revisionistische deutsche Bourgeoisie, den Kampf für die Vertiefung der zwischen den Feinden des ganzen deutschen Volkes bestehenden Widersprüche und Meinungsverschiedenheiten zu verstärken. Die KPD/ML wandte sich an alle Verbündete des deutschen Proletariats, die durch die Imperialisten, die Bourgeoisie unterdrückt wurden, die die Freiheit, die Unabhängigkeit und die Vereinigung des deutschen Volkes wollten, alle, die sich dem Imperialismus und Sozialimperialismus und ihren Hegemonieplänen auf deutschem Boden widersetzten. Die Sektion DDR der KPD/ML widersetzte sich gleich bei ihrer Gründung der Theorie , dass die DDR „im Interesse des Friedens“ dazu beitragen müsse, das „Gleichgewicht zwischen den beiden Supermächten“ aufrecht zu erhalten wie es etwa zwei Jahre vor der Sektionsgründung auf der KSZE in Helsinki gefordert und beschlossen wurde. Diese Theorie des „Kräftegleichgewichts“ war für uns alle in Wirklichkeit eine bloße Waffe zur Aufrechterhaltung des Unterdrückungssystems der herrschenden Ausbeuterklassen, und deswegen bekämpften wir sie. Ohne die westlichen Imperialisten zu bekämpfen, konnte man auch nicht die Sozialimperialisten bekämpfen und umgekehrt. Das konnte nur die KPD/ML, denn sie kämpfte dafür sowohl im Osten wie auch im Westen Deutschlands. Die KPD/ML trat daher dafür ein, sämtliche militärischen Basen zu zerstören, die die Supermächte in Deutschland errichtet und geschaffen hatten, denn nur so konnte sie zur marxistisch-leninistischen Generallinie beitragen, den Einfluss und die Stärke der Supermächte im Weltmaßstab zu schwächen und zu zerstören.

 



Der Kampf gegen den Revisionismus in den osteuropäischen Ländern

 

Erinnern wir stellvertretend für alle anderen osteuropäischen Länder an unsere solidarische Unterstützung des Kampfes der polnischen Klassenbrüder gegen die revisionistische Herrschaft ihrer Bourgeoisie. Polen wurde wie alle anderen osteuropäischen Länder ebenfalls militärisch besetzt, ökonomisch ausgebeutet und politisch abhängig von der Sowjetunion.

Hier haben Arbeiter aus verschiedenen revisionistischen Ländern an einer Front gegen den modernen Revisionismus im Allgemeinen und gegen revisionistischen Führer im eigenen Land sowie dadurch auch indirekt gegen den sowjetischen Sozialimperialismus zu kämpfen versucht. So hatte die Honecker-Clique den Stasi gerade aus Anlass unserer breit entfalteten Aktivitäten zur Unterstützung der polnischen Klassenbrüder angewiesen, die Stillhalte-Taktik gegenüber der Sektion DDR der KPD/ML aufzugeben, und die Hetzjagd auf unsere Genossen zu beginnen und sie damit einzuschüchtern. Das war natürlich nicht Ausdruck ihrer Stärke, sondern genau umgekehrt ein Zeichen ihrer Schwäche, denn eine zu befürchtende Vereinigung der osteuropäischen Arbeiterklasse gegen ihren Feind im eigenen Land und gegen die russischen Oberherren bedeutete eine Bedrohung für ihrer aller Macht. Der Verlust Polens würde für die Kreml-Zaren auch den Verlust der DDR bedeuten und das wäre nicht nur das Ende des Zarenreiches, sondern auch das Ende ihrer Lakaien in der DDR. Und so ist es denn ja auch gekommen. Die Führer der osteuropäischen Revisionisten standen untereinander in Rivalität, aber in ihrer Konterrevolution gegen das eigene Volk mussten sie sich gezwungener Maßen gegenseitig Beistand leisten – so eben auch in Polen. Nun durften wir uns aber nicht von unserer Euphorie blenden lassen, mussten wir die Signale aus Polen nicht nach unserem Wunschdenken deuten, nämlich die revisionistische Herrschaft durch Volkserhebungen zu stürzen und damit auch die Volkserhebung in der DDR einzuleiten, sondern die Lage vom Klassenstandpunkt des Marxismus-Leninismus aus nüchtern und sachlich analysieren und nur danach beurteilen, was sich tatsächlich ereignete, was der Arbeiterklasse nützte und was ihr schadete. Um den Volksaufstand in der DDR richtig einzuschätzen, muss man Vergleiche zu den polnischen Streiks anstellen.

 

Der Fäulnisprozess des Revisionismus war in Polen damals schon viel weiter fortgeschritten als vergleichsweise in der DDR. In Polen blühte das Privateigentum und demgemäß brachte der Kapitalismus seine Eiterbeulen des maroden Systems auch auf politischer Ebene offen zum Platzen, wurden die Personen an der Führungsspitze karussellartig ausgewechselt. Der kapitalistische Westen und insbesondere die katholische Kirche hatte auf die polnische Arbeiterklasse und ihr Klassenbewusstsein schon seit langer Zeit starken negativen Einfluss genommen anknüpfend an die vorhandenen nationalistischen Widersprüche Polens gegenüber der Sowjetunion Lenins und Stalins. Insofern ging es nicht allein um die Lebensmittelversorgung, um Aufhebung der Preiserhöhungen usw. Es entzündeten sich zwar wirtschaftliche Kämpfe, aber sie wurden politisch initiiert... leider jedoch nicht von einer marxistisch-leninistischen Partei, von der KP Polens, (wie wir zunächst dachten), sondern von feindlichen Agenten innerhalb der Arbeiterklasse. Wie die streikenden polnischen Arbeiter und auch wir von der KPD/ML in Ost und West erst hinterher erfuhren, entstanden die Streiks nicht spontan aus den Massen selbst heraus. Das sollte nur so aussehen. Es kamen dann ja auch jene Initiatoren ans Tageslicht, die hier planmäßig und gezielt die handfesten politischen Absichten eines bunt schillernden Spektrums der Reaktion in Szene gesetzt hatten: Von außen beteiligt waren kapitalistisch-imperialistische Länder ( Polen hatte über 20 Mrd Dollar Kreditschulden, also kein Pappenstiel, sondern ein gezieltes Mittel der westlichen Imperialisten, um politischen Druck auszuüben, und zwar stark genug, um die Sowjetrevisionisten in Schwierigkeiten zu bringen, aber nicht all zu stark, um erstens nicht einen militärischen sowjetischen Einsatz in Polen zu provozieren (eine Wiederholung eines tschechischen 1968 sollte vermieden werden) und zweitens nicht die polnische Bourgeoisie zu stark gegenüber der Arbeiterklasse zu schwächen!! Der „Kniefall von Willi Brandt“ in Warschau war die Fortsetzung der räuberischen Nazistrategie der Osteroberung nur mit perfideren Mitteln usw. usf.) und von innen die polnische Reaktion, vor allem die Kirche in Polen ( wobei die konterrevolutionäre katholischen Kirche der evangelischen Kirche in der DDR 1989/90 mit Sicherheit Pate stand und ihren Segen dazu gab. Die evengelische Kirche zeigte sich wieder einmal um keinen Deut weniger reaktionär als die katholische !) und in abscheulich hinterhältiger Weise die Gierek-Clique selbst ! Um die Widersprüche gegen die Sowjetunion zu schüren, waren zudem polnische Agenten der chinesischen Revisionisten am Werk, die wir bis zum damaligen Zeitpunkt irrtümlich und fataler Weise immer noch als unsere Bruderpartei betrachtet hatten ( wir hatten uns selber gerade erst vom Einfluss des chinesischen Revisionismus befreit, und die Augen haben uns vor allem die albanischen Genossen geöffnet). Die so genannten „freien“ und „unabhängigen“ Gewerkschaften wollte der Weltimperialismus für eine zu schaffende pro-westliche politisch-oppositonelle Partei instrumentalisieren, um Polen schneller dem Westen einzuverleiben. Alles in allem wurden die polnischen streikenden Arbeiter also betrogen, wurden die Streiks von der Reaktion geschickt kontrolliert: Zugeständnisse ja, aber Unterordnung unter das Ausbeutersystem der Herrschenden, keine Befreiung. In diese Richtung sollte es in der DDR nicht laufen. Die Arbeiterklasse sollte aus den Fehlern lernen und diese vermeiden, denn sie verfügte im Gegensatz zu Polen über eine marxistisch-leninistische Partei, die Sektion DDR der KPD/ML. Der Volksaufstand 1989/90 führte zwar zum Sturz des Regimes, aber zur Einverleibung durch den westdeutschen Imperialismus. Nach den polnischen Streiks einigte man sich noch auf einen faulen Kompromiss und beließ das alte Regime an der Macht. Enver Hoxha schrieb hierzu in seinem politischen Tagebuch am 1. September 1980 die mahnenden Worte:

 

Die polnische Arbeiterklasse selbst muss das verstehen. Sie muss begreifen, dass es der Weg wirklicher Rettung erfordert, dass die polnische Arbeiterklasse unter Führung einer wirklich marxistisch-leninistischen Partei das polnische Volk zur Erhebung bringt und auf das Schlachtfeld führt, um die inneren kapitalistische-revisionistischen Cliquen zu stürzen, um das Joch der revisionistischen Sowjetunion abzuwerfen, um auch das Joch des Weltkapitalismus abzuschütteln und den verheerenden Einfluss der katholischen Kirche zunichte zu machen. Die polnische Arbeiterklasse und das polnische Volk müssen verstehen, dass ihr gegenwärtiger Antisowjetismus nicht auf der marxistisch-leninistischen Ideologie beruht, sondern von den chauvinistischen Ideen der polnischen Bourgeoisie durchdrungen ist“ (Enver Hoxha, „Die Supermächte“, Seite 688/689, deutsche Ausgabe).

 

Bei der Sektion DDR ist es zwar nicht zu diesem entscheidenen Fehler gekommen, obwohl Schwankungen nicht von der Hand zu weisen waren. Trotzdem gelang es ihr nicht, die Lehren des Genossen Enver Hoxha siegreich umzusetzen, gelang es der DDR-Arbeiterklasse nicht, diese marxistisch-leninistische Lehre des Genossen Enver Hoxha über die Ereignisse in Polen für ihre revolutionäre Befreiung von der Honecker-Clique UND der Bedrohung durch den westdeutschen Imperialismus zu nutzen. Insgesamt aber erarbeiteten wir einen korrekten marxistisch-leninistischen Standpunkt, gingen wir den Weg der proletarischen Revolution und nicht den Weg des bürgerlichen Reformismus. Die Sektion DDR der KPD/ML war gegen die Honecker-Clique, nicht um sie abzusetzen und sie gegen eine andere Clique auszutauschen, sondern um das ganze sozialfaschistische System zu zerschlagen, um nochmal anzufangen, den Sozialismus diesmal ohne in eine revisionistische Sackgasse zu geraten, tatsächlich aufzubauen. Unsere Genossen waren nicht nur für die Zurückdrängung des sowjetrevisionistischen Einflusses in der DDR, sondern sie kämpften für den gewaltsamen Rausschmiss der russischen Söldnerstiefel aus dem eigenen Land. Unsere Genossen ließen sich dabei nicht dazu missbrauchen, dem Westen die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Sie haben sich niemals vor den westlichen Karren des Weltkapitalismus spannen lassen und deren Gelüste auf die DDR niemals unterschätzt. Sie haben in ihrem Kampf nur eine Position gestärkt – die Position der Arbeiterklasse, so wie es sich für wahre Marxisten-Leninisten gehört !

 

 

 

 



Der Kampf gegen die Mao Tsetungideen und den chinesischen Revisionismus

 

 

 

 

Der Kampf gegen den Revisionismus erschöpfte sich für die DDR-Genossen der Sektion auch damals schon nicht nur gegen den DDR-Revisionismus, gegen den sowjetischen Revisionismus und den Revisionismus in den osteuropäischen Ländern. Er richtete sich gegen jegliche revisionistische Strömung in der ganzen Welt, so auch gegen den anfangs schwerer zu durchschauenden chinesischen Revisionismus, der den in Fäulnis begriffenen Imperialismus und Revisionismus mit seiner „anti-imperialistischen“ und „anti-revisionistischen“ Demagogie zur Hilfe eilte in dem Augenblick als die marxistisch-leninistische Weltbewegung begann, dem modernen Revisionismus die Maske vom Gesicht zu reißen. Chinas Ping-pong-Politik hatte nur einen Zweck, nämlich China weder unter die Knute der herrschenden Weltbourgeoisie geraten zu lassen, noch sich dem nach kommunistischer Herrschaft strebenden Weltproletariats unterordnen zu müssen, sondern seine eigene Rolle als sozialimperialistische Weltmacht zu spielen und sozusagen beide Lager möglichst in einer Pattsituation zu halten, und sie somit besser beherrschen zu können. Der große Steuermann brachte das chinesische Schiff auf Supermachtskurs, indem er also „weise“ (= zentristisch) sowohl den Klippen von „rechts“ und den Klippen von „links“ zu umschiffen versuchte ( und wie wir heute noch sehen, handelte es sich durchaus nicht nur um Klippen innerhalb der chinesischen Gewässer, sondern um Klippen auf allen Weltmeeren!). Die Kräfte des Weltimperialismus und die Kräfte der Weltrevolution sollten sich ruhig gegenseitig zerfleischen, damit China zum neuen Zentrum der Welt heranwachsen konnte. China hielt sich taktisch nach beiden Seiten offen, um als „Reich der Mitte“ um so leichter das Ziel der Errichtung seiner Weltherrschaft zu erreichen. Nur zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat gibt es kein Machtzentrum, kann und wird es keins geben. Der konterrevolutionäre Weg der chinesischen Bourgeoisie war vorgezeichnet, ebenso wie der revolutionäre Weg der chinesischen Arbeiterklasse vorgezeichnet ist, den chinesischen Sozialfaschismus zu stürzen mit einer eigenen Partei des Typs der Sektion DDR der KPD/ML. Mao errichtete mit China ein starkes Bollwerk nicht für, sondern gegen die Weltrevolution.

 

Das wurde auch den DDR-Genossen unserer Partei immer klarer. Im Maoismus sahen sowohl die Imperialisten als auch die Revisionisten ihren rettenden Bündnispartner, mal mehr die einen, mal mehr die anderen. In den Mao Tsetung Ideen sah man eine dringend notwendige Auffrischungsinjektion, glaubte man ein geeignetes Mittel zur Unterwanderung und Liquidierung der marxistisch-leninistische Weltbewegung, gegen die Weltrevolution, gegen das heranwachsende gewaltige Weltproletariat gefunden zu haben. Der Imperialismus wie auch der Revisionismus wurde zwar wortgewaltig „rrrrevolutionär angegriffen“ und kritisiert, aber ohne der kapitalistisch-revisionistischen Welt tatsächlich gefährlich zu werden oder ihr gar Schaden zuzufügen. Im Gegenteil, Mao erwies den Feinden der marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit dem einzigen sozialistischen Land, Albanien an der Spitze, einen riesigen Bärendienst. Und die Maoisten und Neo-Maoisten von heute ( in Worten gegen den Maoismus, aber in Taten dafür) setzen diese gegen das revolutionäre Weltproletariat gerichtete Linie Maos fort und verbreiten die revisionistischen Mao Tsetungideen als „schöpferische Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus“. Die Sektion DDR der KPD/ML hat als einzige Partei in den revisionistischen Ländern die Mao Tsetungideen als eine schöpferische Weiterentwicklung des modernen Revisionismus gebrandmarkt. Nun, sowohl vor der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML, als auch noch zwei / drei Jahre danach waren die DDR Genossen noch vom chinesischen Revisionismus beeinflusst, genauso wie die KPD/ML insgesamt – an diesem Fehler gab und gibt es keinen Zweifel. Jedoch: Mit den Beschlüssen des IV. Parteitags zog die KPD/ML einen Schlussstrich unter die Mao Tsetungideen, bekämpfte sie als revisionistische Strömung in der revolutionären Weltbewegung in Wort und Tat, und brandmarkte sie fortan genauso wie es die Albaner und die ganze von ihnen geführte marxistisch-leninistische Weltbewegung tat. Wir sind die KPD/ML und wir stopfen den bürgerlichen Schreiberlingen das Maul, wenn sie uns und speziell die Sektion DDR unserer Partei trotz dieser jahrzehntelangen Tatsache ganz gezielt in die „maoistische“ Ecke zu stellen versuchten [z.B. T. Wunschik: „Die maoistische KPD/ML und die Zerschlagung ihrer `Sektion DDR` durch das MfS“; oder:... versuchte in der DDR maoistische Agitation zu betreiben“ (Handbuch des MfS, S. 42 ... usw. usf.].

 

Warum tun sie das?

 

Das tun sie nicht, um uns zu ärgern. Nein, das tun sie, um der Arbeiterklasse absichtlich Sand in die Augen zu streuen, sie zu täuschen und von der sozialistischen Revolution, vom Marxismus-Leninismus und von der revolutionären Partei abzubringen (- und eben darin unterscheiden sie sich prinzipiell übrigens gar nicht von den Maoisten !). Es ist für die intellektuellen Lakaien der Bourgeoisie ja viel bequemer und weniger riskant, sich nicht etwa direkt und ernsthaft mit den Marxisten-Leninisten auseinandersetzen zu müssen, sondern uns vor den Augen der Arbeiterklasse als „Maoisten“ hinzustellen, um dann um so leichter ihren antikommunistischen Dreck vom „Linksextremismus“ über uns auszuschütten. Der entscheidende Unterschied zwischen revisionistischer und revolutionärer Kritik an der DDR ist der, dass wir von der KPD/ML die DDR eben nicht vom maoistischen, sondern im Gegenteil vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus entlarvt und bekämpft haben. Es ist schließlich dem prinzipienfesten ideologischen Kampf der Sektion DDR der KPD/ML zu verdanken, dass sich in der DDR nie eine maoistische Partei herausbilden konnte. Nicht die DDR -Revisionisten haben den Maoismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus bekämpft, sondern die Sektion DDR der KPD/ML !

 

Erstens

 

haben gut situierte bürgerlich-revisionistische Geschichtsschreiberlinge nicht den Mut, öffentlich zuzugeben, dass der chinesische Revisionismus und der Marxismus-Leninismus zwei sich feindlich gegenüberstehende Ideologien der Bourgeoisie und des Proletariats sind, wo sie ja strikt ihre Pflicht zu erfüllen haben, diesen antagonistischen Widerspruch geschickt mit der Feder zu vertuschen, weil sonst die gesamte anti-kommunistische Propaganda der Herrschenden wie ein Kartenhaus zusammenfallen würde. Die Anti-Kommunisten aus dem Westen haben ja die revisionistische DDR bewusst verfälscht dargestellt als so genannte „orthodoxe“, „sozialistische“, „kommunistische“, „marxistisch-leninistische“ DDR usw., nicht weil sie etwa zu doof waren, die verschiedensten revisionistischen Strömungen vom Marxismus-Leninismus zu unterscheiden, sondern ganz einfach deswegen, weil man in den Revisionisten verlässliche Agenten der Bourgeoisie besaß, die es vor den Angriffen der Marxisten-Leninisten geschickt zu schützen galt. Insofern konnte nicht etwas sein, was nicht sein durfte: also schwieg man unsere Sektion DDR der KPD/ML tot, weil logischerweise ein von „Marxisten-Leninisten“ geführter Staat nun mal nicht vor den Augen der Arbeiterklasse Marxisten-Leninisten in die eigenen Gefängnisse steckt, sondern eben nur „Feinde“ des Marxismus-Leninismus. Also wurde uns von der Bourgeoisie das Etikett „Maoisten“, „Linksextremisten“, „Chaoten“, „Politsekte“, „Dogmatiker“ usw. usf. angehängt, das gleiche Etikett also, das die West-Bourgeoisie und insbesondere die von der DDR finanzierte und gesteuerte DKP uns öffentlich aufzudrücken versuchte (wobei die DKP tunlichst vermied, über die Existenz unserer Sektion DDR irgendetwas verlauten zu lassen).

 

Die Bourgeoisie vermeidet die Bezeichnung „marxistisch-leninistische Partei“. Sie werfen uns mit den Revisionisten gern in einen Topf, wobei sie uns am liebsten als „traurige Relikte des vor langer Zeit dahingeschiedenen proalbanischen Stalinismus“, als „amüsante Exoten“ usw. abqualifizieren würden. Würde die Bourgeoisie in aller Öffentlichkeit zugeben, dass es sich beim Revisionismus um ihre eigene bürgerliche Ideologie handele, und dass die KPD/ML tatsächlich marxistisch-leninistisch sei, dann würden sie sich selber ihrer eigenen demagogischen Waffen berauben. Aber diesen Gefallen hat uns die Bourgeoisie in Ost und West nicht getan und wird sie niemals freiwillig tun. Die Waffen der Ideologie, den Revisionismus, muss man der Bourgeoisie entreißen, niemals wird sie darauf freiwillig verzichten, denn sie braucht diese unbedingt notwendige Stütze der Demagogie, die Lügen, den Betrug gegenüber der Arbeiterklasse, um ihre Ausbeuter- und Unterdrückerordnung aufrecht zu erhalten (oder notfalls wieder zurück zu erobern). Und eben diese historischen Taschenspielertricks, dass hier angeblich die „Maoisten“ gegen die „orthodox marxistisch-leninistische“ SED opponierten“, haben die Genossen unserer DDR Sektion vor den Augen der Arbeiterklasse der DDR entlarvt, wobei die Ost-Bourgeoisie ihre Angst und Feigheit gegenüber ihren Stasi-Söldlingen hinter Phrasen wie „taktisch kluge Operation“ usw. usf.. versteckte. Wenn Mielke die Sektion DDR der KPD/ML insgeheim als „Staatsfeind Nr. 1“ einstufte, dann zeigt das, was Honecker & Konsorten in Wirklichkeit für Angsthasen waren, zeigte das den DDR Arbeitern, wie sehr ihre Vorhutpartei und damit ihre ganze Klasse vom Klassenfeind gefürchtet war, zeigt das den ganzen Ernst der damaligen katastrophalen Lage. Unser Klassenkampf in der DDR war alles andere als ein Räuber und Gendarme-Spiel, sondern hier ging es um Leben und Tod einer total abgewirtschafteten, verfaulten, parasitären, herrschaftsunfähigen Asubeuterklasse, die nichts mehr fürchtete, als gezwungen zu werden, ihre Kapitulation zuzugeben und von den Massen, von der Arbeiterklasse demaskiert und entmachtet zu werden. Um so mehr ist es für uns heute und in Zukunft weiterhin eine wichtige Aufgabe, allen ehemaligen DDR-Bürgern, zu denen die Informationen (selbstverständlich aus unserer Hand !) über die Existenz der Sektion DDR der KPD/ML noch nicht vorgedrungen sind, alle Wissenslücken zu schließen und die Desinformation über sie bzw. das Totschweigen von ihr zu entlarven. Für die revolutionäre Sache der ganzen deutschen Arbeiterklasse sind die verallgemeinerten Erfahrungen unseres Kampfes in der DDR von großem Wert, insbesondere unsere revolutionäre Haltung gegenüber den anti-marxistisch-leninistischen Mao Tsetungideen in Ländern, wo der Revisionismus an der Macht war.

 

 

Zweitens

 

versuchten die chinesischen Revisionisten unter Maos Führung, die vorhandenen Widersprüche zwischen der revisionistischen DDR-Führung mit den Sowjet-Revisionisten für ihre eigenen sozialimperialistischen Interessen auszunutzen und zu vertiefen. Dass dies bei der DDR schwieriger war als beispielsweise bei den rumänischen oder jugoslawischen Revisionisten, erklärt sich aus unserer besonderen Lage. Deutschland war von den Siegermächten besiegt und besetzt , woraus sich ein besonderes Abhängigkeitsverhältnis der DDR-Revisionisten von den Sowjet-Revisionisten ableitete. Maos Kritik an Stalin, an der Komintern usw. diente der Diskreditierung der Sowjetunion. Zugleich schürte er die chauvinistischen, anti-marxistischen Gefühle der DDR-Revisionisten, die Widersprüche zu dem Revisionisten Chruschtschow, Breschnew etc hatten, womit er sich nicht zuletzt auch offen in den Dienst des westlichen Imperialismus stellte. Die Sektion DDR der KPD/ML ist diesen maoistischen Tricks nie auf den Leim gegangen. Ein Bündnis mit der ostdeutschen Bourgeoisie gegen die Sowjetrevisionisten, wie es Mao vorschwebte, hatte es zu keinem Zeitpunkt unserer Existenz gegeben. Das hat es auch nie bei der KPD/ML im Westen gegeben. Das war für uns, die wir die Macht der Bourgeoisie in Ost- und Westdeutschland durch die sozialistische Revolution zerschlagen wollten, ein Verrat an der deutschen Arbeiterklasse und am deutschen Volk, ein Verrat am Weltproletariat und an den Völkern der Welt. Die KPD/ML hat stets die revisionistische Linie der „3 Welten-Theorie“, sich auf die eigene Bourgeoisie, also die zweite Welt zu stützen im Kampf gegen die erste Welt, also die Supermächte, wobei Mao so weit ging, das er die Völker aufforderte, sich sogar mit dem USA-Imperialismus gegen den russischen Sozialimperialismus zu verbünden !

Den Kampf gegen den sowjetischen Revisionismus von engen, nationalistischen und egoistischen Positionen aus so zu führen, dass er als imperialistische Macht entlarvt wird, und dabei den ideologischen Kampf gegen ihn außer Acht zu lassen oder diesen Kampf von prinzipienlosen, pragmatischen Positionen aus zu führen, wie dies die KP Chinas immer getan hat, das zeigte, dass diese Partei im Kampf gegen den Chruschtschow-Revisionismus nie auf richtigen, marxistisch-leninistischen Positionen gestanden hat. Insbesondere die chinesische Idee einer anti-imperialistischen Front unter Einschluss der modernen Revisionisten war und ist anti-marxistisch-leninistisch. Sie führte dazu, dass die chinesischen Revisionisten ihre Polemik gegen den Sowjetrevisionismus und den DDR-Revisionismus schließlich einstellte. Genau das Gegenteil aber hat die KPD/ML getan. Diese prinzipienfeste Haltung im Kampf gegen den Revisionismus hat die KPD/ML aber erst lernen müssen. Man darf sich von radikalem Geschrei gegen den Revisionismus nicht blenden lassen, darf eine Partei, die sich marxistisch-leninistisch nennt, niemals nur danach beurteilen, ob sie einen Kampf gegen den Revisionismus führt, sondern vor allem danach, wie sie ihn führt, also entweder ausschließlich marxistisch-leninistisch oder nicht.

 

Stets hat die Bourgeoisie, um den Marxismus-Leninismus zu verunglimpfen und unsere Genossen vor den Massen zu diskreditieren, die Sektion DDR der KPD/ML als „maoistisch“, „linksextremistisch“ und „terroristisch“ beschimpft.Und vom Stasi wurden wir intern entsprechend eingestuft (Abteilung XXII) und „behandelt“ – also ebenso wie vom westdeutschen Verfassungsschutz, nur mit dem Unterschied, dass dieser dies auch öffentlich tun konnte, also flexibler war !!! Dabei muss man wissen, dass die politische Einschätzung der KPD/ML als tatsächliche Bedrohung für die Sicherheit der DDR im Umfeld des Stasi, an seiner Basis, in seinen unteren Dienstgraden bis hin zur obersten Parteispitze notwendigerweise von oben aus taktisch unterschiedlich gehandhabt werden musste. Das Denken war schließlich nur den Obersten vorbehalten, die da unten hatten nur ihren Job zu machen und hatten dabei ihren Kopf auszuschalten, um ja nicht auf die Idee zu kommen, Überläufer zu werden. Also musste der Stasi seine Leute ständig auf Trab halten, ständig überwachen und kontrollieren, zu einer Selbstkritik war er nicht fähig und das hätte ihm auch mehr geschadet als genützt. Um es deutlicher zu sagen: Zumindest einzelne Personen aus dem engsten Kreis der Parteispitze der SED wussten ganz genau, dass wir im Gegensatz zu ihnen nicht maskiert , sondern echte Marxisten-Leninisten, und damit eine echte Bedrohung für sie waren. Der Ost-Bourgeoisie war klar, dass der Westen sie eines Tages laufen oder unterkriechen lässt, sie bei uns aber nichts zu lachen gehabt hätte. Der außenpolitische Druck war einigermaßen kalkulierbar, aber die Bedrohung der DDR- Bourgeoisie durch uns Kommunisten innerhalb ihres „eigenen“ Machtbereichs, innerhalb ihres eigenen Staates, hätte für sie die schlimmste Auswirkung gehabt. Von jemandem über den Tisch gezogen zu werden, mit dem man Geschäfte macht, das ist die eine Sache. Dass wir keine Geschäfte , sondern mit ihnen kurzen Prozess machen würden, das wurde ihnen immer mehr bewusst ! Die oberste Schaltzentrale der DDR konnte kein Interesse daran haben, ihren untersten Befehlsempfängern, die sich mit uns abzugeben hatten, diese Befürchtungen auf die Nase zu binden oder gar einzugestehen. Das, was die Ost-Bourgeoisie über uns sagte selbst gegenüber ihren eigenen Untergebenen - und das, was sie insgeheim über uns dachte, war nicht dasselbe und ebenso haben wir unsererseits kein Interesse, unsere damaligen Informanten heute der Öffentlichkeit preiszugeben. Selbst einem M. W. trauen wir nicht so viel Naivität zu, dass er nicht wüsste oder zumindest ahnte, dass wir auch unsere Wege und Mittel hatten, um den Stasi für unsere Zwecke auszunutzen ! Er hat viel (zu viel) über uns herausbekommen, aber eben nicht alles !!! M. W. war tüchtig, aber ein tüchtiger Handlanger der Bourgeoisie und kein Marxist-Leninist - also uns meilenweit unterlegen. Für seine damalige Sicherheit war gesorgt, was man heute nicht gerade behaupten kann und M. W. weiß das sicherlich von uns allen am besten. Die revolutionäre Arbeiterklasse hat letztlich doch den längeren und vor allem stärkeren Arm ! Und vor allem: sie vergisst und verzeiht nicht !

Wir haben den Stasi ganz schön an der Nase herumgeführt ! Wir haben agiert – er konnte nur reagieren ! Der Stasi war trotz seiner Mittel und Möglichkeiten, trotz der Schwierigkeiten, die er uns bereitete, im Grunde genommen uns gegenüber machtlos, denn die Krise der DDR arbeitete für uns und war durch einen Stasi nicht aufzuhalten, denn er war ja nicht mehr als das Produkt des Revisionismus – innerlich von der Krise zerfressen und zum Scheitern verurteilt. Seine Erfolge hat er ganz allein unseren Fehlern mit Beginn der 80er Jahre zu verdanken. Unsere Parteikrise war hausgemacht und hätte von uns selber verhindert werden können, wenn wir besser auf unsere Partei aufgepasst hätten.

 

Was nun China und die Sowjetunion anbelangte – beides waren es revisionistische Länder, beide errichteten eine sozialfaschistische Diktatur der Bourgeoisie über die Arbeiterklasse, bekämpften sie die sozialistische Revolution, verrieten Mao und die chinesischen Revisionisten die KPD/ML und ihre Sektion DDR, versuchten sie die marxistisch-leninistische Weltrevolution zu spalten, versuchten sie das sozialistische Albanien in eine chinesische Kolonie zu verwandeln und mit sich in den revisionistischen Sumpf zu ziehen, nachdem wir uns weigerten, uns vor den revisionistischen, chinesischen Karren spannen zu lassen.

 

Wir haben uns nie auf die Seite eines revisionistischen Landes gestellt, um ein anderes zu bekämpfen, wohl aber die Widersprüche zwischen ihnen ausgenutzt und ihre Zusammenarbeit gegen uns aufgedeckt und bekämpft. Niemals wird es den bürgerlichen Intellektuellen gelingen, uns den ganzen maoistischen revisionistischen Müll unterzujubeln, von dem wir unsere Reihen sauber gehalten haben und weiter sauber halten werden. Die Arbeiterklasse wird diese Tricks der Bourgeoisie durchschauen und verurteilen. Mao war so wenig Marxist-Leninist wie China jemals sozialistisch war. Diesen prinzipienfesten, marxistisch-leninistischen Standpunkt hat die KPD/ML seit etwa 1977/1978 vertreten, daran hat sich bis heute nichts geändert und wird sich auch niemals etwas ändern. Selbst in den ersten 10 Jahren ihres Bestehens, als die KPD/ML noch vom Maoismus in gewisser Weise beeinflusst war, war sie deswegen noch lange keine maoistische Partei, sondern sie ließ sich in ihrer gesamten Tätigkeit vom Marxismus-Leninismus leiten, war sie von Anfang an auf dem richtigen Weg des Bolschewismus, war sie eine marxistisch-leninistische Partei, wenn sie auch ihre Kinderkrankheiten hatte, die sie mit zunehmender Reife immer vollständiger bekämpfte und überwand. Ihre gemachten Fehler hat die KPD/ML also in offener Selbstkritik benannt und korrigiert, so wie es sich für eine ernsthafte bolschewistische Partei gegenüber der Arbeiterklasse gehört. Das wurde im Osten nicht anders gehandhabt als im Westen.

 

Beide Länder, sowohl die DDR als auch China, ließen sich hingegen von der bürgerlichen Ideologie leiten und kämpften unter den Bedingungen der Fäulnis von Imperialismus und Sozialimperialismus gegen die Revolution. Beide drehten opportunistisch ihre Fahne nach dem Wind, schickten ihre Geburtstagstelegramme an Chruschtschow, während sie gleichzeitig versuchten, sich aus der sowjet-revisionistischen Vorherrschaft zu befreien, nicht etwa weil sie revolutionär waren, sondern weil sie ihr Volk alleine für sich ausbeuten und unterdrücken wollten, weil sie den aus der Arbeiterklasse und den Werktätigen herausgepressten Profit für sich alleine einstecken wollten, weil sie mit dem Westen liebäugelten, um dadurch ihren Zielen schneller näher zu kommen, weil sie sich nicht mit jenen Krümeln zufrieden gaben, die ihnen die Supermächte von der Welt übrig ließen, um sie bei der Stange zu halten. Einig waren sich die DDR und China vor allem im Kampf gegen die Arbeiterklasse, gegen die Revolution, gegen das sozialistische Albanien, gegen die KPD/ML und gegen den Marxismus-Leninismus. Und genau dagegen kämpfte auch die Sektion DDR unserer Partei, wie man in in dem folgenden Zitat unschwer erkennen kann. Das Bündnis mit der eigenen Bourgeoisie, das Bündnis mit dem USA-Imperialismus gegen den sowjetischen Sozialimperialismus, das war die Linie Mao Tsetungs, das war die Linie des chinesischen Revisionismus, aber nicht unsere Linie:

 

Doch die Tatsache, dass der russische Sozialimperialismus gegenwärtig der Hauptfeind der sozialistischen Revolution in der DDR ist, ändert nichts am reaktionären und konterrevolutionären Charakter der ostdeutschen neuen Bourgeoisie. Unsere Partei bekämpft entschieden die Auffassung gewisser opportunistischer Elemente in Westdeutschland, die behaupten, das Proletariat und die Werktätigen in der DDR müssten sich mit der ostdeutschen neuen Bourgeoisie gegen den russischen Sozialimperialismus verbünden. Diese Elemente scheuen sich nicht einmal, die westdeutschen Revanchisten und sogar auch die USA-Imperialisten und die unter ihrem Kommando stehende NATO als Verbündete zu akzeptieren. Diese reaktionären Auffassungen haben nicht das Geringste mit dem Marxismus-Leninismus, mit den Interessen des Proletariats und der sozialistischen Revolution zu tun.. Sie verfolgen kein anderes Ziel, als den Kampf der Arbeiterklasse und der werktätigen Massen der DDR zu desorientieren, die Arbeiterklasse an den Karren der bürgerlich-nationalistischen Interessen zu spannen, sie mit ihren Unterdrückern und Ausbeutern zu versöhnen ( aus der Grußansprache des Vertreters der Sektion DDR der KPD/ML auf der internationalistischen Großkundgebung in Rom am 13. Januar 1977).

 

Es gibt genug weitere Dokumente der Sektion DDR unserer Partei, in denen sie sich konsequent vom Maoismus abgrenzte – für alle diejenigen, die weiter an die Märchen der Bourgeoisie und mancher Revisionisten glauben, die über eine angeblich „maoistische“ KPD/ML fortgesponnen werden – hier die Haltung des Genossen Enver Hoxha zum maoistischen Agenten Mijal von der KP Polens:

 

Und die Kommunistische Partei Deutschlands / Marxisten-Leninisten – wer ist, nach Mijal, für sie der Hauptfeind? Er sagt es nicht denkt aber: `Die Sowjetunion`. Dass aber Westdeutschland gleichzeitig unter den Bonner Revanchisten leidet und von den Vereinigten Staaten von Amerika unterdrückt wird, und Ostdeutschland gleichzeitig von der revisionistischen Honeckerbande und von der Sowjetunion unterdrückt wird, das ist diesem maoistischen `Dialektiker` egal“ (Enver Hoxha, Betrachtungen über China, Band II, Seite 455, deutsche Ausgabe).

 

 

 

 



Die vorbildliche Rolle Albaniens und der Bruderparteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung für die Sektion DDR der KPD/ML

 

 

 

Über Radio Tirana hörten die DDR-Genossen der Sektion , welche reichen Erfahrungen die Partei der Arbeit Albaniens im Kampf gegen den Revisionismus gesammelt hatte und täglich sammelte. Mit Stempeln und Flugzetteln verbreiteten sie die Sendezeiten von Radio Tirana in der Arbeiterklasse. So erfuhr die DDR-Bevölkerung, wie man im sozialistischen Albanien der Restauration des Kapitalismus bekämpfte, welche revolutionären Maßnahmen man gegen die Gefahr der allseitigen revisionistischen Entartung durchzusetzen hatte, wie man sich gegen die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung wehrt, wie man den Sozialismus richtig aufbaut, wie die Arbeiterklasse ihre Macht behauptet und festigt, sich einerseits den negativen Einfluss klassenfremder Elemente vom Leibe hält und andererseits die sozialistische Beziehung Partei – Klasse – Volk vertieft und vervollkommnet. Besonders aufmerksam hörten die DDR-Genossen zu, wenn es Sendungen über die ständige Revolutionierung der Partei und ihrer Kader gab, dass diese sich niemals vom Volk trennen, sich vom Volk entfremden, dass sie ihre revolutionären Charakterzüge und ihren revolutionären Geist stets bewahren, niemals bürokratisch werden oder gar entarten. So wie für uns Genossen im Westen, war die Partei der Arbeit Albaniens auch für die Genossen im Osten mit ein Vorbild für den Aufbau der bolschewistischen KPD/ML. Für die Genossen der Sektion DDR gab es über die SED keine Illusionen, gab es kein Zögern und Warten. Die Genossen standen vor der historischen Notwendigkeit, gegen die Revisionisten an der Macht ins Feld zu ziehen und kompromisslos und schonungslos den Kampf für den Sturz und die Vernichtung der verräterischen Honecker-Clique zu führen, die erste marxistisch-leninistische Partei des allgemeinen Aufstandes in einem revisionistischen Land zu werden. Die Radio Tirana Sendungen eigneten sich nicht nur dazu hervorragend, die Kader der Partei zu schulen, sondern sie auch als wichtiges Mittel zur Schulung von Sympathisanten einzusetzen. So lernten die DDR-Genossen, wie man von den Klassikern geleitet direkt den Kampf gegen den Revisionismus vor Ort verstehen und anwenden muss. Mit den Sympathisanten wurde auch gemeinsam über die Radio Tirana-Sendungen diskutiert und wie man sich sogleich an der praktischen Arbeit beteiligen konnte. Noch heute ist es für die Genossinnen und Genossen in den revisionistischen Ländern schwierig, Literatur aus Albanien und Schriften des Genossen Enver Hoxhas zu bekommen, aber damals waren die Genossen so gut wie völlig von der Außenwelt abgeschirmt, konnte sich die marxistisch-leninistische Bewegung sich dort erst später entfalten, insbesondere was die Informationen über den albanischen Kampf gegen den modernen Revisionismus anbelangte. Um einen prinzipienfesten Kampf für die Zerschlagung der herrschenden revisionistischen Cliquen zu führen, muss man die Werke der Klassiker studieren, insbesondere die des Genossen Enver Hoxha.

Genosse Enver Hoxha schrieb bereits im Jahre 1968, also kurz bevor die sowjetischen Revisionisten mit ihrer Armee in die Tschechoslowakei einmarschierten und Albanien folgerichtig und konsequent aus dem Warschauer Pakt austrat :

 

In dieser bedeutenden Zeit für das Schicksal der Revolution können alle Marxisten-Leninisten und das Weltproletariat nicht über das schweigen, was sich in den revisionistischen Ländern abspielt, und untätig zusehen. Der proletarische Internationalismus verlangt von allen Revolutionären, dass sie ihre Stimme erheben und konsequent einen prinzipienfesten Kampf für die Zerschlagung der herrschenden revisionistischen Cliquen führen und der Arbeiterklasse und den Völkern, die heute von den Revisionisten beherrscht werden, jede erdenkliche Hilfe geben, damit diese verräterischen Cliquen gestürzt werden und die Fahne der Revolution und des Sozialismus wieder gehisst wird.“ (Enver Hoxha, Der Kampf der Arbeiterklasse in den revisionistischen Ländern, Zëri i Popullit, 24. März 1968).

 

Wir folgten diesem Ruf und versuchten ihn leidenschaftlich in die Tat umzusetzen. Für uns war ja die DDR nicht ein weit entferntes revisionistisches Land, wir waren ja alles Genossen einer Nation, die in ein kapitalistisches und ein revisionistisches Land gespalten und die Teile voneinander abgeriegelt waren. Wir waren von gleichem Fleisch und Blut und von gleichen revolutionären Gedanken beseelt. Deswegen hatten diese Worte des Genossen Enver Hoxha für uns Genossen in Deutschland besonders große Bedeutung, haben sie uns beflügelt und bestärkt, die KPD/ML in ganz Deutschland aufzubauen, nicht nur dem Aufruf:

 

Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ zu folgen, sondern auch dem Aufruf: „Proletarier des gespaltenen Deutschlands – vereinigt euch!“

 

Die Botschaft der SVR Albanien in Ostberlin war für uns aus Westdeutschland und Westberlin eine wichtige Anlaufstelle, eine große Stütze und eben das einzige Stück Sozialismus auf deutschem Boden, das man mit einem einzigen Schritt ins Botschaftsgebäudes erreichen konnte. Sozialismus und Sozialfaschismus waren nur durch eine stinknormale Eingangstür voneinander getrennt, Das war schon eine aufregende und historisch einmalige Situation. Mit feindlichen deutschen Blicken verfolgten die Büttel des sozialfaschistischen Staates unser Verschwinde und mit strahlend revolutionären albanischen Augen und offenen brüderlichen Armen wurden wir empfangen. Das Verhältnis zu den albanischen Genossen war stets revolutionär, hob unsere Stimmung und hatte sich fest in unseren Herzen eingeprägt. Wir verließen die albanische Botschaft in Ostberlin jedes Mal mit einem unbeschreiblichen Hochgefühl und überströmender Begeisterung. Für unsere DDR-Genossen war der Besuch dort erschwert, da die Posten der Sicherheitskräfte der DDR Tag und Nacht vor der Botschaft standen und observierten. Ich hatte aber leider keine Gelegenheit über den Botschafter Kontakt zu den Genossen der DDR aufzunehmen. Sich mit den DDR-Genossen in der albanischen Botschaft zu treffen, war viel zu gefährlich. Später, nach dem Tode Enver Hoxhas und vor der Machtübernahme der Revisionisten, ließ Ramiz Alias alle seine Botschafter auswechseln. Die Botschaft wurde natürlich mit seinen revisionistischen Leuten bestückt, so dass wir die Besuche einstellten. Auch viel später, als die albanische Botschaft in Westdeutschland eröffnet wurde, war ein ernsthaftes politisches Gespräch nicht mehr möglich. Man fertigte uns mit Höflichkeiten und unverbindlichen Nettigkeiten ab, wollte aber im Grunde mit uns nichts mehr zu tun haben. Was sich da in Albanien abgespielt haben musste, machte uns traurig, wütend, aber wie bitter musste das erst für unsere Genossen in der DDR sein, die nie das sozialistische Albanien besuchen durften ! Ich weiß bis heute nicht, ob dieses Glück überhaupt einem DDR Genossen unserer Partei jemals beschieden war.

 

Genau zum gleichen Zeitpunkt wie die Sektion DDR unserer Partei wurde zum Beispiel auch die Portugiesische Kommunistische Partei – wiederaufgebaut (PCP-R) gegründet, die Nachfolgerin der PCP – gegründet 1921, die Bruderpartei der alten Thälmann-KPD. Wie die PCP – R, so entstand auch die Sektion DDR unserer Partei im jahrelangen Kampf gegen den Revisionismus. Das beweist einmal mehr, dass die jungen marxistisch-leninistischen Parteien in der ganzen Welt die alte kommunistische Kampftradition gegen den weltweiten Verrat der Revisionisten verteidigten und wieder das Banner der sozialistischen Revolution erhoben. Alle diese jungen Bruderparteien, die sich auf alten Kampftraditionen der Kommunistischen Internationale gegründetet waren, arbeiteten in brüderlicher Verbundenheit mit der Partei der Arbeit Albaniens zusammen, die das Banner des anti-revisionistischen Kampfes uns allen voran trug. Albanien war das einzige sozialistische Land auf der Welt, dass sich im Kampf gegen den modernen Revisionismus stärkte und festigte und daher nicht nur unter den Genossen der Sektion DDR großes Ansehen genoss, sondern ihnen jede erdenkliche praktische Unterstützung zukommen ließ in ihrem schweren Kampf. Die Sektion DDR wurde also gegründet, als die marxistisch-leninistische Weltbewegung wuchs und erstarkte, was umgekehrt auch die Sektion DDR in ihrer nervenaufreibenden Arbeit beflügelte. Die PAA hatten die DDR- Genossen selbst unter Bedingungen zusammengehalten, als sie voneinander durch Gefängnismauern getrennt waren: Sie pfiffen sich die Erkennungsmelodie von Radio Tirana zu ! Das muss ein unglaubliches bewegendes Gefühl gewesen sein! Übrigens wurde von der Partei auch ein kleiner Radiosender in West-Berlin eingesetzt, der nach Ostberlin rübersendete, was den Stasi mächtig fuchste , weil es ihm trotz großer Mühe nicht gelang, uns daran zu hindern.

 

 

 

 



Die internationale Bedeutung der Sektion DDR der KPD/ML



    In keinem anderen Land der Welt spiegelte sich die ganze Weltgeschichte so intensiv wider wie in Deutschland, und kaum ein anderes Volk hatte unter dem Hegemoniestreben der beiden großen Machtblöcke der Welt länger zu leiden als das gewaltsam gespaltene deutsche Volk. Hier schossen Deutsche auf Deutsche in Friedenszeit, starben hunderte von Menschen an der deutsch-deutschen Grenze, die gleichzeitig die Grenze der Supermächte, zweier arbeiterfeindlichen Welten war. Allein daraus ist ersichtlich, dass der Kampf der KPD/ML im Allgemeinen und der Kampf der Sektion DDR im Besonderen weit über seine nationalen Grenzen hinaus für die marxistisch-leninistische Weltbewegung eine besondere politische Bedeutung hatte . Schon die Existenz der Sektion DDR der KPD/ML war ein bahnbrechendes Ereignis für den Klassenkampf des gesamten Weltproletariats.

     

    Die deutsche Arbeiterklasse hätte potentiell durchaus entscheidenden Einfluss auf die revolutionären Weltereignisse haben können. Aber weder sie noch die KPD/ML waren der Bourgeoisie und vor allem deren Rückendeckung durch die beiden Supermächte gewachsen und konnten ihr auch nicht gewachsen sein, solange das Weltproletariat nicht aktiv die revolutionäre Weltbühne betreten würde. Allein Albanien war das einzige Land auf der Welt, welches für das Weltproletariat kämpfte, seine revolutionäre Basis und sein revolutionärer Hebel für die Weltrevolution war. Es ist kein Zufall, dass gerade aus dieser leidvollen Erfahrung einer in zwei Weltblöcke gespaltenen Arbeiterklasse heraus die KPD/ML stets große Anstrengungen zur Wiedergründung der Kommunistischen Internationale unternommen hatte, um die Weltrevolution gegen die beiden Supermächte zu organisieren. 25 Jahre nach der Gründung der DDR Sektion wurden diese Anstrengungen der KPD/ML mit der Gründung der Komintern / ML belohnt, die für die Weltrevolution gegen den globalisierten Weltimperialismus kämpft. Die deutsche Arbeiterklasse hat gegen seine nationale Spaltung gekämpft, so wie sie stets gegen die internationale Spaltung des Weltproletariats gekämpft hat – die nationalen und internationalen Interessen desr deutschen Arbeiterklasse standen immer in einem weltrevolutionären Zusammenhang.

     

    Keine sozialistische Revolution in irgendeinem anderen Land hätte größeren Einfluss auf die Supermächte als in Deutschland. Unsere Revolution stand immer im engsten Zusammenhang mit der Weltrevolution, mit dem Kampf gegen den Weltimperialismus an der Nahtstelle zwischen Ost und West. Die deutsche Arbeiterklasse ist ein Teil des Weltproletariats und wird seine Spaltung erst dann vollständig überwunden haben, wenn das ganze Weltproletariat seine Spaltung überwinden hat. So wie die deutsche Arbeiterklasse die Grenze innerhalb ihrer gespaltenen Nation niederreißt, wird das Weltproletariat auch alle nationalen Schranken niederreißen. Das Weltproletariat hilft sich zu befreien, indem es sich von nationalen Schranken befreit, die es daran hindern, zu einer einzigen Klasse zusammenzuwachsen. Das Weltproletariat ist eine internationale Klasse, die keine nationalen Grenzen braucht, ja die ihr schaden . Wie sehr das Weltproletariat darunter leidet, durch nationale Grenzen voneinander getrennt zu sein, das weiß die deutsche Arbeiterklasse nachzuvollziehen und nachzuempfinden, die schließlich selber 40 Jahre durch eine Grenze gespalten war. Wer die KPD/ML kennt, der weiß, dass sie stets das Interesse der gespaltenen deutschen Arbeiterklasse mit den Interessen des gespaltenen Weltproletariats innig verknüpft hat, und es daher kein Zufall war, dass die Komintern/ML in Deutschland gegründet wurde auf Initiative der KPD/ML.

     

Die KPD/ML war die einzige Partei auf der Welt, die die Konstruktion der Komintern übernahm und in einem einzigen Land drei Sektionen aufbaute, um ihr Ziel – die sozialistische Revolution in ganz Deutschland – verwirklichen zu können. Die meisten Genossen im Westen haben bis auf den heutigen Tag niemals ihre Genossen im Osten und umgekehrt, die meisten Genossen im Osten haben die Genossen im Westen niemals zu Gesicht bekommen, haben sich nicht kennenlernen können. Aus unserer illegalen Situation versuchte der Stasi dann ja auch Kapital zu schlagen. Ob in Westdeutschland, in Ostdeutschland oder in Westberlin, gab es Genossen, die allein deswegen verfolgt wurden, weil sie für die Einheit der deutschen Arbeiterklasse kämpften, für die Einheit des deutschen Volkes, für das es keine Ausbeutung und Unterdrückung mehr geben sollte, für einen unabhängigen, gesamtdeutschen Sozialismus. Die kapitalistisch-revisionistische Spaltung diente der doppelten Ausbeutung und Unterdrückung eines Volkes, diente der Verhinderung der sozialen Befreiung, war in der Geschichte der Menschheit ein einmaliger konterrevolutionärer Akt zur Verhinderung des Sozialismus. Das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland wäre schließlich nicht nur für die deutsche Arbeiterklasse von großer Bedeutung, sondern für die Arbeiter in der ganzen Welt.

 

Es wäre ein Zentrum der Weltrevolution in zwei gleichzeitig entgegengesetzt wirkende Richtungen geworden, hätte nicht nur die sozialistische Revolution in den revisionistischen Ländern Richtung Ostens beflügelt, sondern gleichzeitig die sozialistische Revolution in den kapitalistischen Ländern Richtung Westen beschleunigt. Die Sektion der KPD/ML der BRD und Westberlins unternahm Anstrengungen, die Kontakte zu den westlichen Bruderparteien zu stärken, während die Sektion DDR der KPD/ML besonders geeignet war, den Aufbau marxistisch-leninistischer Parteien in den revisionistischen Ländern des Ostens zu unterstützen. Das hat auch besonders Genosse Enver Hoxha erkannt und die Bemühungen des Genossen Ernst, die Komintern wieder aufzubauen, gewürdigt. Der Kampf für die sozialistische Revolution in dem gespaltenen Deutschland war gleichzeitig ein Beitrag zur Überwindung der Spaltung zwischen den Nationen in West und Ost, zur ihrer Verbrüderung und Einheit unter der Führung des Proletariats. Die KPD/ML hat mit ihrem Kampf dazu beigetragen, den „Eisernen Vorhang“ niederzureißen und den Weg für den Sieg der Weltrevolution zu ebnen.

 

Die Nahtstelle der internationalen Konterrevolution und des ausbrechenden Krieges ist immer auch Nahtstelle der Weltrevolution und des erkämpften Friedens.

 

Nahtstellen sind immer empfindlichste Stellen, um Systeme, die gegenseitig unter Druck stehen, die sich in einer gegegenseitigen Krise befinden, zum Platzen zu bringen, insbesondere wo es sich um Nahtstellen zweier Weltsysteme handelt, die mitten durch ein Land, durch eine Arbeiterklasse, durch eine kommunistische Partei, verlaufen.

 

Diese äußerst komplizierte Situation auf marxistisch-leninistischer Grundlage zu erfassen, zu analysieren, darauf eine passende revolutionäre Strategie und Taktik aufzubauen und besondere organisatorische Voraussetzungen zu schaffen und diese in die Praxis umzusetzen – dazu war nur eine herausragende marxistisch-leninistische Partei fähig, wie die KPD/ML unter Führung unseres Genossen Ernst Aust !! Es waren gerade die drei Sektionen der KPD/ML, die diese Nahtstelle von beiden Seiten gleichzeitig zum Reißen zu bringen versuchten ! Eine ungeheure Kraftanstrengung einer einzigen Kommunistischen Partei gegen zwei übermächtige Supermächte auf ihrem Territorium gebündelt mit ungeheuren Kraftanstrengungen gegen die reaktionären Kräfte der Bourgeosie diesseits und jenseits des Stacheldrahts und eine dadurch herausgeforderte geballte Kraftanstrengung all dieser Kräfte gegen diese eine Kommunistische Partei. Das ist einmalig in der kommunistischen Weltbewegung und kann nicht genug gewürdigt werden. Vor allem kann das Weltproletariat hieraus wichtige Lehren für seine Weltrevolution ziehen. Das zeigt wie sehr die KPD/ML stets vom proletarischen Internationalismus, von der Weltrevolution beseelt war, als sie um ihr vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland kämpfte. Das zeigt ferner, wie abgrundtief die Versuche ihrer Gegner waren, ihr den Nimbus einer rechtslastigen, national angehauchten kommunistischen Partei zu verleihen. Der Kampf der drei Sektionen der KPD/ML diente also nicht nur der sozialistischen Revolution in beiden Teilen Deutschlands mit dem Ziel für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, sondern diente darüber hinaus dem vereinten, unabhängigen Weltsozialismus. Dass dieser neue internationale Typ von Sozialismus nicht nur aus dem endgültigen Sieg gegenüber dem Kapitalismus, sondern auch aus dem endgültigen Sieg über den Revisionismus hervorgehen wird, darum hat sich die Sektion DDR der KPD/ML besonders verdient gemacht und darin besteht ihre besondere weltrevolutionäre Bedeutung.

 

 

Der Kampf gegen den Revisionismus, den die Genossen der Sektion DDR führten, war derart, dass er nicht etwa mit dem Ableben der DDR beendet war, sondern 1990/91 nach dem Zusammenschluss aller drei Sektionen gemeinsam von der KPD/ML im wieder vereinigten Deutschland fortgesetzt wurde. Für den Kampf gegen den Revisionismus in Deutschland war das für die Marxisten-Leninisten, wie für die wieder vereinigte Arbeiterklasse, ein großer Fortschritt. Aus dem gespaltenen Deutschland schöpften nur die Imperialisten ihre Vorteile. Für die sozialistische Revolution, für die Arbeiterklasse, für das deutsche Volk war die Spaltung hingegen in der Nachkriegszeit ein Hindernis für seine soziale revolutionäre Befreiung. Nur die sozialistische Revolution in der DDR hätte sie vor der Annexion des revanchistischen Westdeutschlands, vor der Einverleibung durch das westliche Bündnis unter der Vorherrschaft des USA-Imperialismus bewahren können. Es ist eine unumstößliche Grundregel des Marxismus-Leninismus, dass vereinte Kräfte stärker wirken können als gespaltene Kräfte und dass somit der Kampf für die Wiedervereinigung des Proletariats bessere Voraussetzungen für die sozialistische Revolution in ganz Deutschland schaffen konnte.

 

Dabei darf man natürlich die neu entstandenen, sich verschlechternden Ausgangsbedingungen eines gestärkten wieder vereinigten imperialistischen Deutschlands nicht unter den Teppich kehren. Die deutsche Nahtstelle der beiden Supermächte stellte in gewisser, ja fast paradoxer Weise auch eine zwangsläufige Sonderheit der Klassenkampfbedingungen in der Welt dar, die im Interesse der sozialistischen Revolution ausgenutzt werden konnten. Zwar hatten wir für den Sieg der sozialistischen Revolution wenigstens in einem Teil Deutschlands gekämpft und dieses Ziel nicht erreicht, aber das hat uns nicht entmutigt nunmehr für die sozialistische Revolution im neu entstandenen imperialistischen Deutschland zu kämpfen. Wir betrachten die Wiedervereinigung, so wie sie nun mal war, als eine Herausforderung, das deutsche Proletariat noch einheitlicher und konzentrierter unter der roten Fahne zu sammeln. Wir haben die Revolution von 1989/90 als Schaffung eines großen proletarischen Schlachtfeldes gegen die Bourgeoisie nicht nur begrüßt, sondern auch unterstützt als einen Schritt hin zum vereinten, unabhängigen sozialistischen Deutschland: „Proletarier Deutschlands vereinigt euch zur revolutionären Zerschlagung des gesamten deutschen Imperialismus und seiner revisionistischen Lakaien!“ Das ist die revolutionäre Linie ,die die Genossen der KPD/ML eingeschlagen haben, um die sozialistische Revolution nunmehr in ganz Deutschland einzuleiten.





Zum Parteiaufbau unserer Sektion in der DDR

 

 

Die Sektion DDR der KPD/ML war nicht nur irgendeine „kommunistische Opposition“ gegen das Honecker-Regime, sondern die Kommunistische Partei, die die sozialistische Revolution in der DDR vorbereitete, und die gemeinsam mit den beiden anderen Sektionen für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland kämpfte. Sie war eine proletarische, eine marxistisch-leninistische Partei, die einzige Partei in der Geschichte der DDR, die sich einzig und allein auf ihren bolschewistischen Normen aufbaute. Sie war zwar klein nach der Zahl ihrer Mitglieder, die in ihren Reihen kämpften, doch sie war eine im illegalen Kampf gestählte, gestärkte, prinzipienfeste Partei Stalinschen und Leninschen Typs. Da spielt es keine Rolle, ob eine Partei klein oder groß ist. Wichtig war, dass die Sektion DDR der KPD/ML über ihre eigene Strategie und Taktik gegen den Feind im eigenen Land verfügte, um den Sieg der sozialistischen Revolution in der DDR zu erringen. Wichtig war, dass sie dabei unter die breiten Massen ging, dass sie das revolutionäre Bewusstsein des Proletariats hob und es ermutigte, den revolutionären Kampf gegen das Honecker-Regime aufzunehmen. Wichtig war, dass die Sektion DDR der KPD/ML auch die Strategie und Taktik des Stasi durchschaute und diesem bei aller Vorsicht und Wachsamkeit entschlossen entgegen trat. Wichtig war, dass sie als Sektion einer Gesamtpartei von der übrigen deutschen Arbeiterklasse aktiv unterstützt werden konnte. Wichtig war, das die Sektion DDR der KPD/ML sich vom proletarischen Internationalismus leiten ließ und der Generallinie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung mit der Partei der Arbeit an der Spitze zuverlässig folgte, um sich die Solidarität des Weltproletariats und der sozialistischen Kräfte in der Welt zu sichern.

 

Der Kampf gegen den modernen Revisionismus in der DDR war keine leichte Sache. Aber die DDR-Genossen wappneten sich mit dem Marxismus-Leninismus und hatten keine Angst davor, selbst größte Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die ihnen die herrschende Bourgeoisie in der DDR in den Weg legten. Besonders für eine junge Partei, die entschlossen ist, den Sozialfaschismus zu zerschlagen, um die sozialistische Revolution auch wirklich zum Sieg zu führen, ist die Stählung der Partei, ihr Aufbau auf marxistisch-leninistischen Prinzipien, die Schaffung des demokratischen Zentralismus unter illegalen Bedingungen von erstrangiger Bedeutung. Sie durfte wegen ihrer Unerfahrenheit, wegen der anfangs geringen Kräfte und wegen der Illegalität nicht vor den organisatorischen Aufbauproblemen zurückschrecken. Wenn man folglich noch keinen großen Einfluss unter den Massen aufzuweisen hat, dann darf das weder zu sektiererischen noch zu rechtsopportunistischen Fehlern führen, muss man einen harten ideologischen Kampf für den korrekten Aufbau der bolschewistischen Partei kämpfen, musste man die Schwierigkeiten meistern, die mit dem komplizierten Aufbau von Sektionen verbunden waren, musste sie darauf achten, den demokratischen Zentralismus der gesamtpartei zu stärken, die Kontakte zur Gesamtpartei ständig verbessern, vertiefen und insbesondere absichern. Auch die organisatorische Verankerung unter den Massen während der illegalen Bedingungen musste ideologisch-politisch hart erkämpft werden. Vor allem aber musste die Zerschlagung durch den Stasi verhindert werden durch vielgestaltige Maßnahmen und vor allem durch eiserne Disziplin und äußerste revolutionäre Wachsamkeit jedes einzelnen Genossen. Zweifellos war der Kampf gegen die SED und den Stasi in erster Linie ein ideologischer Kampf. Er war aber verbunden mit dem organisatorischen und politischen Kampf, der von uns im Westen unterstützt wurde. Wie sah das konkret aus?

 

Der Aufbau der Sektion DDR der KPD/ML begann in Ostberlin mit der Bildung kleiner Zellen von drei/vier Genossinnen und Genossen. Über die Westberliner Sektion hatten die DDR-Genossen auch Kontakt zur KPD/ML in der BRD oder „DBR“ wie wir damals (inhaltlich richtiger Weise) sagten. Kontakte insbesondere von Sympathisanten und Interessierten konnten auch im Westberliner Buchladen der KPD/ML geknüpft werden. So mancher Genosse fand zur Sektion DDR über den Westberliner Buchladen eher Kontakt als innerhalb der DDR. Natürlich war es schwierig, Kontakte über die Grenze hinweg herzustellen. Immerhin war die innerdeutsche Grenze, also die Grenze, die mitten durch eine gespaltene, besiegte Nation verlief, abgeschotteter, schärfer bewacht und tödlicher als jede andere Grenze auf der Welt, welche einfach nur Nationen voneinander trennt. Trotzdem hätten diesbezügliche Fehler bei der Betreuung der Kontakte vermieden werden können, und es gab deswegen auch berechtigte Kritik, weil eine nicht geringe Zahl aller Kontaktsuchenden aus der DDR nicht selten monatelang oder gar jahrelang unnötig, ja teilweise vergeblich warteten. Nun war es ja nicht so, dass die Kontaktsuchenden noch nie etwas über den Sozialismus gehört hatten. Da herrschte traditionell eine sozialistische Bewusstseinslage vor, so wie wir sie im Westen nicht kennengelernt hatten. Insofern war es für die DDR Genossen auch nicht so ein großes Problem wie bei uns, sich mit der Studentenbewegung und ihrem Einfluss auf die Partei auseinandersetzen zu müssen, fand man schneller Kontakt zur Arbeiterklasse, war viel mehr Interesse vorhanden als bei uns im Westen. Arbeiteraristorkratie und Intellektuelle saßen ja an den revisionistischen Schalthebeln, bildeten größtenteils das Reservoir der neuen DDR-Bourgeoisie. Von Ostberlin aus verbreitete sich die Sektion DDR der KPD/ML über die ganze Republik, wurden überall Zellen aufgebaut, so auch im Bezirk Cottbus „Schwarze Pumpe“, wo der „Rote Blitz“ erschien, der dann auch ab 1990/91 für einige Jahre den Namen unseres Zentralorgans trug.

 

Die Sektion DDR der KPD/ML hatte natürlich ihre eigene Sektionsleitung (SL). In ihrem illegalen, internen Organ „Sektionsaufbau – DDR“ (SA) wurden ab 1979 alle Fragen des Parteiaufbaus und des Parteilebens der Sektion behandelt. Insbesondere sollte der Marxismus-Leninismus auf die Verhältnisse des Klassenkampfes in der DDR zugeschnitten und entsprechend in die revolutionäre Praxis umgesetzt werden und zwar an Hand der Beschlüsse des IV. Parteitags, sich enger mit den Massen zu verbinden und sektiererische Fehler zu überwinden (Ausrichtungsschrift unseres Genossen Ernst Aust:Propaganda- oder Kampfpartei?“). Diese spezielle Aufgabe konnte das interne zentrale Organ der Gesamtpartei „Parteiaufbau“ (PA) für die DDR-Genossen selbstverständlich nicht leisten. Das Organ „Sektionsaufbau – DDR“ war von der SL vor allem für die illegal arbeitenden Grundeinheiten (Zellen) als wichtige Anleitung für die Zellenarbeit vor Ort gedacht. Es diente dem zentralistischen Aufbau der Partei in der DDR. In der ersten Ausgabe Nr. 1/79 heißt es im Abschnitt „Erfolge und Mängel in der Arbeit der Sektion und unser kampfziel für die nächste Zeit“:

 

Zwei Jahrzehnte, nachdem die Ulbricht-Honecker-Clique im Verein mit Chruschtschow und Co den Marxismus-Leninismus und die Sache der Arbeiterklasse endgültig verraten hatten, gab es in unserem Teil Deutschlands keine revolutionäre Vorhutpartei der Arbeiterklasse. Heute ist es bereits anders. Auch in der DDR fanden sich marxistisch-leninistische Kräfte, die - von den Genossen aus Westdeutschland und Westberlin unterstützt – die Sektion der DDR der KPD/ML gründeten. Seither gelang es, eine zwar noch kleine aber politisch feste Organisation aufzubauen, die geschlossen auf der Grundlage der revolutionären marxistisch-leninistischen Linie unserer Partei kämpft. Es gelang, eine zwar noch nicht umfangreiche und vielseitige, aber kontinuierliche Arbeit zu entfalten. Der „Rote Morgen“ wird heute überwiegend von Genossen unserer Sektion geschrieben und findet die wachsende Anerkennung der Werktätigen. Er erfüllt zum Teil bereits seine Aufgabe als Zentrum und Organisator des Parteiaufbaus in der DDR. Schließlich gelang es bisher, die Sektion vor dem Zugriff der Unterdrückungsapparate der neuen Bourgeoisie zu schützen.

Die Basis der Erfolge ist der erreichte Stand der Zellenarbeit. Das erreichte Niveau der Zellenarbeit lässt sich wie folgt einschätzen. In der Arbeit „nach außen“:

  • die Zellen verbreiten regelmäßig den „RM“ und erarbeiten für ihn eigene Beiträge (Artikel, Korrespondenzen usw.);

  • die Zellen leisten selbständig Agitationsarbeit (Herausgabe von Flugblättern zu aktuellen Fragen, Klebeaktionen usw.);

  • die Genossen werben Sympathisanten unter Freunden und Verwandten;

  • mit politisch wirksamen Aktionen wie Parolen malen; Verbreiten des „RM“ während öffentlicher Veranstaltungen u.a. wurde begonnen.

    In der Arbeit „nach innen“, im Zellenleben:

  • regelmäßige Zellensitzungen, in denen diszipliniert und konstruktiv die politischen und organisatorischen Fragen der Arbeit behandelt werden;

  • intensives Studium der Parteiliteratur, aktive Teilnahme an den Parteidiskussionen;

  • Studium der Werke der Klassiker im Grundschuljahr“

Ferner heißt es nach einer selbstkritischen Analyse der bislang geleisteten Arbeit:

 

Welche zentrale Aufgabe ergibt sich für die Sektion DDR unserer Partei ? Wir müssen uns enger mit den Werktätigen verbinden, die Beschränkung auf illegale A/P-Arbeit überwinden und unsere Partei auch bei uns in der DDR als Kampfpartei der Arbeiterklasse und der Werktätigen aufbauen. Es kommt darauf an, dass wir in der Betriebsarbeit, in der legalen Arbeit in revisionistischen Massenorganisationen und in der Öffentlichkeit überhaupt spürbar vorankommen. Das wir in die Tageskämpfe nicht mehr nur von außen, sondern an der Seite und an der Spitze unserer Kollegen eingreifen. Auch in der illegalen A/P-Arbeit müssen die aufgezeigten Mängel überwunden werden.“

 

Sodann wird auf die Lösung interner Fragen eingegangen wie Grundfragen der Zellenarbeit, zu den politisch-ideologischen Schwierigkeiten bei einigen Genossen, zur Frage der Arbeitsbereiche der Zellen, die konstruktivere und zielstrebigere Gestaltung der Zellenarbeit, Sympathisantenarbeit und deren Schulung.

Es folgt eine inhaltliche Ausrichtung für die Agitations- und Propagandaarbeit und darin wird genannt:

 

Unsere gesamte A/P-Arbeit muss sich stets auf die Einschätzung stützen, die unsere Partei über die durch den revisionistischen Verrat entstandene Lage in der ehemals sozialistischen DDR trifft. Sie muss die grundlegende Taktik unserer Feinde, vor allem der SED-Revisionisten, aber auch der westdeutschen Imperialisten und der anderen reaktionäre und Konterrevolutionäre in ideologischen Fragen berücksichtigen. Sie muss vom tatsächlichen Stand der Klassenkämpfe, vom Stand des Bewusstseins der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen ausgehen.

Die Tatsache, dass die neue Bourgeoisie in den revisionistischen Ländern die Ausbeutung und Unterdrückung der Werktätigen mit Lügen vom „Sozialismus“ und „Treue zum Marxismus-Leninismus“ bemäntelt, ist von grundlegender Bedeutung. Mit dieser Taktik versuchen die Revisionisten, die Arbeiterklasse zu verwirren, ihr den Blick für den einzigen, wirklichen Ausweg der Revolution und des Sozialismus zu trüben, der Arbeiterklasse ihre revolutionäre Theorie zu rauben, um sie in einen Zustand der Passivität und Resignation zu treiben und dort zu halten. In dieser Frage sind sich alle Konterrevolutionäre und Reaktionäre einig und arbeiten Hand in Hand. Auch die westdeutschen Imperialisten bezeichnen Honecker als „Kommunisten“. Die DDR als „sozialistisch“. Womit sie den Zweck verfolgen, die Entwicklung des spontanen Widerstandes des Werktätigen gegen das Regime zum revolutionären Klassenkampf zu verhindern, ihn dagegen für ihr Ziel der imperialistischen Wiedervereinigung Deutschlands nutzbar zu machen.

Die Supermächte und ihre deutschen Handlanger fürchten nichts mehr, als dass sich die deutsche Arbeiterklasse im Westen und bei uns in der DDR auf revolutionärer Basis gegen all ihre Feinde organisiert. Weil alle Feinde der deutschen Arbeiterklasse diese Verwirrungstaktik anwenden und weil es über Jahrzehnte in der DDR keine marxistisch-leninistische Vorhutpartei gab, hat gerade in der DDR Vorteile für die Bourgeoisie gebracht. Aber bereits heute zeigt sich, dass mit dem unvermeidlichen Anwachsen der Klassenkämpfe der Marxismus-Leninismus auch bei uns wieder an Boden gewinnt.

Die Einschätzung des Genossen Enver Hoxha auf dem VII. Parteitag der PAA, wonach die Arbeiterklasse ihr Vertrauen in ihre schärfste Waffe, den Marxismus-Leninismus, nie verloren hat, bewahrheitet sich auch in der DDR. Heute in Ansätzen, morgen in großem Umfang. Unsere A/P-Arbeit muss dazu beitragen, indem sie stets a) die Klärung des Antagonismus, der unversöhnlichen Feindschaft und des Klassengegensatzes von Marxismus-Leninismus und Revisionismus, b) die Propagierung des Marxismus-Leninismus, der Revolution und des Sozialismus als Theorie und Ziel, als die Sache und den einzigen Ausweg der Arbeiterklasse in den Mittelpunkt stellt.

Die Klärung der Fragen.

  • Dass das revisionistische System in der DDR von heute nur eine andere Form des Kapitalismus ist,

  • dass die Revisionisten geschworene Feinde des Kommunismus sind und

  • dass der Klassenkampf der Arbeiterklasse für den Sturz des Honecker-Regimes, die Vertreibung der sowjetischen Besatzer, für die Herrschaft der Arbeiterklasse in einem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland für sie der einzige Weg zur Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung ist,

    muss der gesamten A/P-Arbeit zu Grunde liegen. Dabei kommt es darauf an. Gerade heute und bei uns, wo Revisionismus und Ausbeuterklasse ein untrennbares Ganzes bilden, die Forderung Lenins zu erfüllen, den Kampf gegen die Revisionisten als Teil des Kampfes gegen die Kapitalisten und im Namen der Arbeitermassen und nicht als einen in den Augen der Arbeiter `reinen Parteienstreit` zu führen (Vgl. TO 4/78, „Zum Ergebnis der Betriebsratswahlen“, Seite 62 oben).

    Es kommt in der A/P-Arbeit darauf an, die allgemeinen Aufgaben der Aufklärung, Entlarvung, Schulung und Organisierung mit der Unterstützung der Tageskämpfe der Werktätigen, der Vertretung ihrer Interessen und Forderungen eng zu verbinden. Wenn wir mit der A/P-Arbeit dazu beitragen wollen, dass Unzufriedenheit, Protest und Widerstand der Werktätigen immer klassenbewusster werden, müssen wir uns in der A/P-Arbeit an die Spitze dieser Proteste stellen. Dieser Orientierung entsprechend müssen alle einzelnen Probleme der A/P-Arbeit angepackt werden.“

    Die SL geht anschließend auf die einzelnen Formen der Agitation und Propaganda ein, wovon wir hier als Beispiel den Roten Morgen hervorheben wollen:

    Er dient einmal der politischen Ausrichtung und als Anleitung zum Handeln für unsere Sektion, für alle Genossen und Kandidaten. Er dient zweitens der Agitation und Propaganda unter den Werktätigen, gibt vor allem dem kämpferisch gesinnten, fortschrittlichsten Arbeitern, die noch nicht zur Partei gestoßen sind, eine klare politische Orientierung und Hinweise für die Organisierung der Tageskämpfe. Unser ZO dient schließlich als kollektiver Organisator der Sammlung aller klassenbewussten Arbeiter und anderen fortschrittlichen Werktätigen, dem Aufbau unserer Sektion.“

Das Sammelflugblatt `Roter Stachel` und ein Teil der zentralen Flugblätter, aber insbesondere die von den Zellen selbst erarbeiteten Flugblätter müssen hauptsächlich agitatorischen Charakter tragen, ihre Aufgabe besteht darin, an vielen Alltagsproblemen die eine grundlegende Wahrheit zu vermitteln, dass die Werktätigen in der DDR von ihren neuen Herren ausgebeutet und unterdrückt werden und sich gegen sie zur Wehr setzen müssen.“

 

Es erscheinen weitere Nummern des Sektionsaufbaus (SA), die von der Sektionsleitung – DDR herausgegeben wurden – zu Sicherheitsfragen, zur legalen Arbeit, zur Gewerkschaftsarbeit - Jugendarbeit. Besonders wichtig war die politökonomische Einschätzung der DDR in einer SA-Ausgabe, die 1980 in die Partei ging. Aus ihr gewannen wir die Signale für das, was sich 10 Jahre später ereignete. Und dieses Dokument werden wir neben vielen anderen Dokumenten der Sektion DDR der KPD/ML zum 30. Jahrestag ihrer Gründung auf unserer Homepage der KPD/ML im Internet veröffentlichen.

 

Nun folgend möchten wir einen Einblick geben, wie die

 

 

Unterstützung aus dem Westen

 

organisiert wurde:

 

Bereits in einem internen Rundschreiben der Sektionen West vom August 1977 wurden beispielsweise Hinweise und Bemerkungen für Genossen aufgeführt, die in die DDR und nach Ostberlin fuhren. Es wurde zusammengestellt aufgrund vieler Anträge an den III. Parteitag, worin die Genossen Vorschläge für die bessere Unterstützung unserer DDR-Genossen gemacht hatten. Dabei wurde unterschieden zwischen direkten unterstützenden Tätigkeiten und allgemeinen unterstützenden Tätigkeiten. Unter direkter Unterstützung verstanden wir direkte Aktionen ( beispielsweise Luftballon-, Flugblatt-Aktionen usw.), Einsätze und Aufträge, die nur von den Landesleitungen, der Sektionsleitung oder der Zentrale geplant und geleitet wurden ( Derartige Aktionen wurden aus Sicherheitsgründen selbst in der Partei geheim geplant, organisiert und durchgeführt). Unter allgemeiner Unterstützung verstanden wir, Informationen zu sammeln, Diskussionen zu führen, Beobachtungen zu machen bei Besuchen von Verwandten, Tagesfahrten nach Ostberlin, Tages- oder Wochenendfahrten ( in die DDR, Nicht Ostberlin), Tagesfahrten, die im so genannten Kleinen Grenzverkehr möglich waren, Touristenfahrten (Urlaub), Genossen, die auf Montagearbeiten in die DDR fuhren, DDR-Arbeiter, die in der DBR Montagearbeiten verrichteten oder auch über Transitwege zu erreichen waren, Urlauber, die in der DBR sind. Hierüber wurden Punkt für Punkt genaueste Anweisungen für unbedingt einzuhaltende Verhaltensregeln gegeben. Außerdem wurden Berichte angefertigt und von der Zentrale analysiert und ausgewertet: Stimmungsberichte, Situationsberichte, Provinzzeitungen, Zeitschriften usw, die an den Roten Morgen weiter gegeben wurden. Hier hatten wir ein Archiv „Ressort DDR“ aufgebaut; dann: Fotoaufnahmen, möglichst fertige Bilder, beschriftet bzw. mit Kommentaren versehen, Prospektmaterial, Anweisungen, Mitteilungen, Appelle und Aufrufe an die Bevölkerung, aus den Betrieben usw., die unsere Partei dann systematisch auswerten konnte; politische Broschüren, die uns wichtig erschienen, Reportagen (möglichst mit Fotos), die Missstände und Mängel aufzeigten und das Regime entlarvten; wer Gelegenheit hatte, sollte auch Büchereien u.ä. aufsuchen, um Broschüren, Lehrbücher, Romane usw. (Auflagen bis 1958 [!]) zu bekommen. Wir sammelten alles Material zusammen, um den Widerspruch in der DDR zwischen Wort und Tat agitatorisch und propagandistisch auszunutzen und zur Selbstentlarvung des DDR-Revisionismus beizutragen.

 

Es wäre falsch gewesen, die DDR Sektion vom Westen aufzubauen. Wir hatten volles Vertrauen zu unseren DDR-Genossen und halfen ihnen beim eigenen Parteiaufbau vom Westen aus, so gut wir es konnten. Wir kannten die Situation in der DDR ja kaum und wussten über die dortigen Verhältnisse viel zu wenig Bescheid. Wichtig war vor allem, vom Westen aus an für die DDR-Genossen vertrauenswürdige Adressen von Interessierten DDR-Bürgern heranzukommen, bzw, Anlaufstelle für sie zu sein, wenn diese Kontakt zur Sektion DDR aufnehmen wollten. Sämtliche Telefonbücher der DDR wurden auf alle Grundeinheiten der Partei verteilt. Tausende Briefe gelangten auf diese Weise aus dem gesamten Gebiet der BRD und Westberlins auf dem Postwege in die Haushalte der DDR-Bürger. Das waren Riesenaktionen. Die DDR-Genossen entschieden letztendlich selbstverantwortlich, was mit den Adressen im Einzelnen zu geschehen hatte, insbesondere ihre Überprüfung auf Sicherheit, denn nicht wenige „Interessierte“ interessierten sich bekanntlich aus ganz bestimmten Gründen für unsere Organisation und ihre Mitglieder.

In den Rundschreiben hieß es:

 

Es ist wichtig, dass wir mit einer gesunden, realistischen Vorstellung in die DDR reisen, d.h., wenn wir auch für das gleiche Ziel, das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland kämpfen, so stellen sich in der DDR aufgrund der anderen Bedingungen besondere Kampfaufgaben. Die Werktätigen der DDR haben auch bewusstseinsmäßig eine ganz andere Entwicklung durchgemacht als hier bei uns. Während z.B. die ältere Generation den sozialistischen Aufbau und die revisionistische Entartung mehr oder weniger bewusst miterlebt hatten und von daher über bestimmte Erfahrungen verfügen, sieht es bei den Jugendlichen wieder ganz anders aus. Man darf auch nicht verkennen, dass die revisionistische Propaganda natürlich einen gewissen Einfluss hat und nicht spurlos an den Köpfen der Werktätigen der DDR vorbeigegangen ist. Die Genossen sollten sich daher intensiv mit der Frage der Kulturrevolution und des Klassenkampfes im Sozialismus beschäftigen. Das ist der Punkt, über den die Menschen in der DDR recht wenig wissen.“

 

Wenn Genossen von uns in die DDR reisten, wurden die entsprechenden Parteiorgane darüber vorher bis ins Einzelne informiert, wurden spezielle Verhaltensregeln besprochen, musste man der Partei Anschriften hinterlassen, um leichter Kontakt herstellen zu können, falls etwas passiert.

Zusammenfassend hieß es in dem Rundschreiben:

 

Zusammenfassend muss noch einmal gesagt werden, dass es sich bei der DDR um ein brutales, sozialfaschistisches Regime handelt, was mit allen Mitteln versucht, sei es durch offenen faschistischen Terror, sei es durch das umfassende Spitzelsystem des Stasi, jede revolutionäre Bewegung im Volk im Keim zu ersticken. Wir haben es bei Bernd Hübner gesehen: Sie drohten ihm mit bis zu 10 Jahren wegen `staatsfeindlicher Hetze`. Es ist auch eine unbestrittene Tatsache, dass sie Bernd nur deshalb so relativ früh raus gelassen haben, weil die Partei gleich mit einem Gegenschlag gekontert hat und die modernen Revisionisten natürlich das Licht der Öffentlichkeit scheuen, wenn es darum geht, dass ihre Verbündeten enttarnt werden, auch um das `Ansehen der DKP` nicht unnötig zu gefährden.

Das heißt nicht, dass wir die modernen Revisionisten unterschätzen dürfen. Es ist nicht für die sozialfaschistische Honecker-Clique nur eine Frage der Taktik, wie sie in diesem oder jenem Fall vorgeht. Und sie haben Bernd Hübner schon offen gedroht: `Der nächste von euch wird nicht so gut wegkommen.` Andererseits ... darf man die Gefährlichkeit der liberalen Fratze der modernen Revisionisten bzw. des Stasi keineswegs unterschätzen. Die Stasi-Beamten sind bisher hauptsächlich so vorgegangen, dass sie in einer ´freundschaftlichen Atmosphäre` lang ausgedehnte Verhöre durchführten, mit dem Ziel, Gespräche anzuzetteln und so unter anderem unbemerkt wichtige Informationen zu bekommen. Bei Bernd Hübner war eine ihrer Hauptmethoden, dass sie versuchten, ihn gegen die Partei auszuspielen. Neben mehreren Versuchen, die Propaganda der Partei als `Hetze und Lüge` hinzustellen und der widerlichen Behauptung, die Partei hätte Bernd Hübner nur vorgeschickt, damit sie einen `Märtyrer` habe, haben sie immer wieder gedroht, dass der Kampf der Partei die Freilassung verzögere. Wie wir gesehen haben, war das Gegenteil der Fall. Aus all dem Gesagten sehen wir, dass wir äußerst vorsichtig bei unserer politischen Tätigkeit in der DDR vorgehen müssen. Jede Reise in die DDR muss daher mit großer Sorgfalt geplant und durchgeführt werden. Bedenkt immer: Unsere Genossen müssen dort in tiefer Illegalität arbeiten. Die Verfolgungen sind wesentlich schärfer als bei uns, das Strafmaß gleicht dem im totalen Faschismus. Nicht nur für Bürger der DDR, sondern auch für uns.“

 

In dem Rundschreiben finden sich auch im Anhang Verhaltensmaßregeln bei Verhaftungen, auf die hier aus Sicherheitsgründen natürlich nicht eingegangen werden kann. Wir beschränken uns auf den letzten Satz, in dem es heißt:

 

Auch die dicksten Kerkermauern werden nicht verhindern können, dass diese Gewissheit unseren Genossen den Rücken stärken wird in ihrem schweren Kampf gegen die sozialfaschistische Bande.

 

Für die Kuriere wurden speziell geeignete Genossen unter strengsten Kriterien ausgewählt und angeleitet. Das ging von der Vorbereitung eines Kurierauftrags, der Organisierung der Fahrt, Aufenthaltsort, Übernachtung, Warninstruktionen, Verhaltensmaßregeln sowohl des Kuriers, als auch dessen Instrukteurs und der Partei bei Verhaftungen. Die Kuriere stellten das wichtigste Verbindungsglied zwischen den Sektionen West und der Sektion Ost der KPD/ML her. Für sie gab es natürlich ganz besonders strenge Vorsichtsmaßregeln, weil sie am stärksten gefährdet waren und nicht nur das im Westen gedruckte Propagandamaterial unserer DDR Sektion, sondern auch zum Teil interne Materialien zu überbringen hatten ( Stets legales und illegales Material getrennt voneinander). Natürlich liefen die entscheidenden Dinge mündlich auf den konspirativen Treffen der Instrukteure in Berlin. Die Kurierarbeit gehörte zu den risikoreichsten aller Parteiarbeiten wie die damit verbundenen Verhaftungen zeigen. Vermeidbar und unvermeidbar gab es dabei auch Schwierigkeiten, Fehler, die der Stasi dann ausnutzen konnte, Fehler, die aber auch korrigiert werden konnten. Dass der Stasi allmählich dahinter kam und erst indirekten und schließlich direkten Einfluss nehmen konnte, lag nicht allein an der persönlichen Unvorsichtigkeit oder Unerfahrenheit mancher Kuriere ( die Kuriere wurden angelernt und vor Ort eingearbeitet, bevor sie ihren ersten Kurierauftrag bekamen), sondern hatte vor allem ideologisch-politische Gründe in der Entwicklung der Partei, insbesondere mit dem Beginn der 80er Jahre im Westen, an dem der Stasi nicht unbeteiligt war, aber für die Zerfallserscheinungen war vor allem das trotzkistische ZK des Horst Dieter Koch verantwortlich. In dem Maße wie sich die Parteiführung immer mehr vom Marxismus-Leninismus entfernte, hatte der Stasi auch immer leichteres Spiel, immer tiefer in die Partei vorzudringen bis in die Spitze. Wenn für die Sektion DDR unserer Partei eine äußerst bedrohliche Situation entstanden war, wenn also tatsächlich und überhaupt irgendjemand politisch verantwortlich gemacht werden kann dafür, was mit unserer Sektion DDR passiert ist, dann sind vor allem und in erster Linie wir selbst aus dem Westen daran als Schuldige zu nennen, die nicht wachsam und konsequent genug in der Partei das Ruder herumgerissen haben. Es gab ja keinen erkennbaren Putsch wie damals von den Liquidatoren, sondern die rechte Abweichung konnte sich über Jahre wie ein schleichendes Gift in der Partei verbreiten. Nur unter größten Anstrengungen und unter größten Verlusten war es uns möglich, die Partei aus ihrer tiefsten Krise herauszuziehen, was hätte vermieden werden können, wenn wir besser aufgepasst und rechtzeitiger gehandelt hätten.

 

Unter dieser Schuld leiden wir heute noch, denn die nachlassende revolutionäre Wachsamkeit, das Schwinden des revolutionären Geistes in der Partei, das Aufkommen des Liberalismus und Schlendrians, der Verfall der eisernen Disziplin, die Demontage der marxistisch-leninistischen Grundpfeiler der Partei, des Programms unseres Genossen Ernst Austs usw. all das hatte fatale Folgen – nicht zuletzt besonders für unsere Genossen in der DDR.

 

Die parteifeindliche Koch-ZK-Linie wirkte sich politisch auch verheerend auf die politische Tätigkeit der Sektion DDR direkt und konkret aus. Was die Frage der Schaffung legaler Betätigungsfelder unter den Massen anbelangte, gab es ja einmal die marxistisch-leninistische Stoßrichtung des IV. Parteitags unter der Führung des Genossen Ernst Aust, die den Aufbau der Sektion DDR stärkte und durch die auch die größten Erfolge der Sektion DDR der KPD/ML - insbesondere ihres wachsenden Einflusses unter den Massen - zu verzeichnen waren. Ihr folgte aber eine falsche Stoßrichtung des V. Parteitages unter der Führung der Koch-Verräter, die die Sektion DDR schwächte, ihre Existenz gefährdete und große Probleme bereitete, ja auf Verrat an ihr hinauslief: die Methode des „Ventils“, vor dem permanenten Druck des Klassenfeindes zu kapitulieren, zu resignieren und das möglichst politisch so geschickt verpackt, ohne damit Aufsehen, „ohne Gesichtsverlust“, zu erzeugen und ohne den Betrug an den Parteimitgliedern auffliegen zu lassen. Der Fisch fängt am Kopf an zu stinken. Dieses Gift wurde vom trotzkistischen Koch-ZK als „heilende Medizin“ für die Parteikrise empfohlen, die es selber heraufbeschworen hatte. Den Marxismus-Leninismus als „Hemmschuh“ , als „Klotz am Bein“ loszuwerden, um einen „für die Massen attraktiveren Weg zum Sozialismus freizumachen“ als die sozialistische Revolution, das war die mit Nachdruck verfolgte Zersetzungslinie zur ideologisch-politischen Entwaffung der KPD/ML, der dann die organisatorische Liquidierungswelle fast automatisch auf dem Fuße folgte. Koch hatte das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland verraten und mit ihm taten das auch alle Splitterorganisationen, die daraus später hervorgingen.

Die KPD/ML aber hat treu an ihrer revolutionären Position zur sozialen und nationalen Befreiung der deutschen Arbeiterklasse festgehalten und verteidigt, was zum Beispiel unsere Artikel im Roten Blitz belegen, was der praktische Kampf bewies, den wir ununterbrochen nicht zuletzt für die Sache der Sektion DDR geführt haben, insbesondere auch nach 1985 !

Warum das Ganze ?

 

Um die von der BRD längst geplante reibungslose Abwicklung der DDR abzusichern, durfte keine einheitliche deutsche marxistisch-leninistische Partei dazwischenfunken können. Nur durch eine geschwächte - oder besser noch - zerstörte, handlungsunfähige und gelähmte, zerstrittene und in Fraktionen zersplitterte KPD/ML konnte man das Risiko eingehen, das Ventil zu Massenprotesten vorsichtig zu öffnen.

 

Es waren nur „Oppositionen“ gegen das Honecker-Regime willkommen, die der BRD nicht schaden würden, die sich früher oder später integrieren ließen. Das war von allen Oppositionellen zu erwarten ( und auch eingetreten), nur nicht von der KPD/ML. Die Bourgeoisie hat von der Abwicklung anderer revisionistischer Ostblock-Länder, insbesondere von Polen, lernen können. Wenn schon Massenerhebungen dafür unvermeidlich waren, dann möglichst kontrolliert, ohne sie über das gewünschte Ziel hinaus schießen zu lassen, also ohne Gewalt, eine „friedliche Revolution“, nur um der angestauten Wut und Empörunggenügend Luft zu lassen – aber keinesfalls mehr ! Dann hätte die Konterrevolution gewaltsam marschieren müssen, und das musste unbedingt vermieden werden, wenn man die Beute unbeschadet nach Hause schleppen wollte. Die Massenerhebung sollte von Honecker erduldet und nicht provoziert werden, denn sie sollte sich ja gegen die alte, abgewirtschaftete Herrschaft richten und die neue Herrschaft aus dem Westen nahtlos willkommen heißen und sich nicht gegen sie entzünden. Honecker wurde zum Buh-Mann gemacht, damit alle anderen Wendehälse glimpflich davon kommen konnten !

 

Eine Revolution, die über die innerdeutsche Grenze schwappt, das war das Ziel von nur einer einzigen Partei in Deutschland, der KPD/ML, aber genau das war der größte Alptraum der deutschen Bourgeoisie ( und nicht nur der deutschen!!).

 

Auf das Image der mit dem DDR-Volk „solidarischen BRD“ und eines „helfenden westlichen Bruders“ konnte man schlecht verzichten, mussten „Zugeständnisse“ und „Kompromisse“ in Szene gesetzt werden, um der nackten Annexion ein glaubwürdiges und „menschliches Antlitz“ zu verleihen und die Gefühle der DDR-Bevölkerung nicht zu verletzen. Das war der reine Hohn auf alles, was sich der BRD-Staat in 40 Jahren gegenüber der DDR-Bevölkerung an Verbrechen geleistet hatte. Nun, die Abrechnung steht noch aus, für die historische Schuld, die sich die BRD mit ihrem Verrat an den sozialen und nationalen Interessen des deutschen Volkes – insbesondere in der DDR – aufgeladen hat und weiter auflädt, wird sie mit der Revolution zur Rechenschaft gezogen werden.

Es gab also eine revolutionäre legale Arbeit der Partei und später auch eine legalistische Arbeit, die elegantere Variante zur inneren Zersetzung der Sektion DDR. Die brutale Variante, mit der der Stasi bekanntlich beginnen musste ohne in die Partei eingedrungen zu sein, war ja die mit der sozialfaschistischen Brechstange verbunden. Später war der Stasi auch so weit, war er in die Partei eingedrungen, und konnte so die von ihm kontrollierte Falle des Legalismus auslegen, die dann auch zuschnappen konnte ( Wir sprachen anfangs von kommunistischer Opposition der Partei und „kommunistischer Opposition“ unter Ausklammerung der Partei – legale Möglichkeiten auszuschöpfen kann niemals heißen, dabei die revolutionären Positionen der Partei fallen zu lassen, sondern diese wirkungsvoller und allseitiger in die Massen hineintragen zu können!). Nur ein bestimmter Kern der Sektion DDR folgte dieser alten korrekten Linie des Genossen Ernst Aust, stellte sich bewusst gegen das parteifeindliche Koch ZK und schloss offene Türen hinter sich sorgsam wieder zu und kittete notdürftig die undichten Stellen, um sich vor der totalen Zerschlagung zu schützen. Viele wussten nichts darüber, was geschehen war, nachdem der Informationsfluss unterbrochen war. Unsere treuen und gefestigten Genossen konnten die echten von den „unechten“ Genossen jedoch durchaus unterscheiden und stellten sich taktisch kontrolliert auf diese Situation ein, um ihre Arbeit trotzdem fortzusetzen. Man wusste, mit wem man in der Partei was machen und besprechen konnte und mit wem nicht.

 

Genossinnen und Genossen !

 

Wir müssen mit der bürgerlichen Legende aufräumen, dass die Sektion DDR der KPD/ML vom Stasi angeblich „zerschlagen“ wurde. Diese bewusst gesteuerte Legendenbildung ist schädlich für die Partei, denn das widerspricht den Tatsachen. Die KPD/ML ist genauso wenig zerschlagen worden wie der Stasi. Beide leben weiter, beide bekämpfen sich weiter unter den neuen Bedingungen, nur dass der Stasi beim Verfassungsschutz untergekrochen ist und sich dort mit seinen „Erfahrungen im Kampf gegen die KPD/ML“ weiter nützlich macht. Der Stasi war nie in der Lage, die Sektion der KPD/ML in der DDR zu zerschlagen, was nicht heißt, dass er erfolglos blieb. Er hat uns eine schwere Niederlage beigebracht, aber wir haben unsere Lektion gelernt: die Sektion DDR der KPD/ML existierte und kämpfte bis sie sich 1991 selbst auflöste, aber nicht etwa, um feige den Schwanz einzuziehen, um ihre Tätigkeit einzustellen. Diesen Gefallen hat die Sektion DDR der KPD/ML dem Stasi nie getan, sondern sie hat sich in einem historischen Akt mit den anderen beiden Sektionen am 1. Mai 1991 vereinigt. Mit den Grußworten zum 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML möchte ich hier auch ein „Rot Front!“ ausrufen, denn heute ist der 1. Mai 2006 – der historische Tag, an dem sich die KPD/ML Sektionen BRD, Westberlin und DDR auflösten, weil die Bedingungen, die uns dazu zwangen, nicht mehr vorhanden waren.

Sich zur gleichen Zeit mit den zweifelhaften Federn des „Zerschlagen-worden-Seins“ zu schmücken und sich selbst als heldenmütiges revolutionäres „Stasi-Opfer“ feiern zu lassen, damit auch noch öffentlich hausieren zu gehen und als wohlverdiente Eintrittskarte für die Parteimitgliedschaft oder für irgendeinen höheren Parteiposten zu betrachten, ist deswegen auch nicht rrrrrrevolutionär, sondern konterrevolutionär ! Wozu solche Spitzel wirklich fähig waren, haben wir dann ja auch in Magdeburg im Anschluss an die Feier der Möllergruppe Anfang 1999 am eigenen Leib zu spüren bekommen.

 

An vorderster Front stand vielmehr der proletarische Alt-Genosse des KJVD und der KPD Ernst Thälmanns, Heinz Reiche, der im KZ war und die Sektion DDR mit gegründet hatte, und der dann mit uns 1991 den Zusammenschluss aller ehemaligen Sektionen der KPD/ML feierlich und formal vollzog.

 

Der Genosse Heinz Reiche hat sich größte Verdienste um die Einheit und den Klassenkampf der Partei erworben, war einer unserer treuesten und gefestigsten Genosse der alten Garde des Genossen Ernst Aust und des Genossen Ernst Thälmann`. Er war einer unserer besten Soldaten der Arbeiterklasse. Er hat sich weder vom Faschismus, noch vom Sozialfaschismus, trotz schwerster Verfolgung, größter Opfer und schwerster körperlicher Leiden, die der Klassenkampf hinterlassen hatte, davon abhalten lassen, seiner Partei bis zum letzten Atemzug treu zu dienen und für den Kommunismus zu kämpfen. Er versprühte sein glühendes, revolutionäres Herz über uns, steckte uns mit seiner Begeisterung an und lehrte uns proletarische Bescheidenheit. Er kam mir nie wie ein alternder Genosse vor, sondern blieb stets wie der junge KJVD`ler der Thälmann-KPD , der er einst war und im Grunde seines Herzens immer geblieben ist, der stets auf die nächste revolutionäre Aktion brannte , und sich mitten im revolutionären Klassenkampf am glücklichsten fühlte. Vom Genossen Heinz Reiche haben wir nicht nur über die Thälmann KPD, nicht nur über die Verrätereien der Honecker-Ulbricht-Revisionisten, nicht nur über den Kampf im KZ Buchenwald, sondern vor allem auch über die Sektion DDR viel Wichtiges erfahren. Er personifiziert für uns alle unsterblich die Fortsetzung der besten revolutionären Traditionen der Thälmann-KPD ind die revolutionären Traditionen der KPD/ML des Genossen Ernst Aust. Er ist und bleibt ein Teil des niemals abreißenden, des stets lebendigen Bandes, das alle Generationen des Kommunismus in Deutschland miteinander verbindet und vereint ! Der Name Heinz Reiche ist unauslöschlich mit der Geschichte der Sektion DDR unserer Partei verbunden. Rot Front , unser lieber Genosse Heinz Reiche der Sektion DDR der KPD/ML !

 

Erlaube mir aus Anlass des 30. Jahrestages deiner Partei, dich flammend zu grüßen, auch wenn du nicht mehr unter uns weilst. Ich bin stolz und dankbar, an deiner Seite, dein Freund und Kampfgefährte, zu sein. Es ist für mich eine Ehrensache, mich deiner stets würdig zu erweisen und die Partei und dich niemals zu enttäuschen, solange ich noch lebe! Ich habe mehr als 10 Jahre gezögert, deinen letzten Wunsch zu erfüllen, den du mir aufgetragen hattest – nämlich die Veröffentlichung deines Briefes, den du mir im verschlossenen Umschlag in Weißwasser in die Hand gabst, mit der Bitte, ihn erst zu öffnen, „wenn es so weit ist“. Und ich denke, dass es jetzt – an deinem 10. Todestag spätestens „so weit ist“, nämlich dass es keinen feierlicheren und würdigeren Augenblick gibt, als den 30. Jahrestag deiner Partei, um dein politisches Testament auf diesem Wege zu übermitteln:



Lieber Genosse Wolfgang !

Du wirst Dich wundern, dass ich dir diese Zeilen widme. Aber da ich das Gefühl habe, dass Du von dem selben Schrot und Korn bist, d.h., dass Dir der Klassenkampf für die Befreiung der Arbeiterklasse und die Einheit der Arbeiterklasse Dein höchstes Ziel darstellt, wende ich mich an Dich. Wie du siehst, bin ich nicht mehr der Jüngste und der biologische Zersetzungsprozess macht auch vor mir nicht halt. 65 Jahre politische Arbeit, die ersten 11 Jahre seit meiner Geburt darf man nicht zählen, da man in dieser Zeit kein bewusstes Denken hat, mit allen Höhen und Tiefen, die ein klassenbewusster Mensch gegangen ist, haben doch – biologisch gesehen - seine Kräfte mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen. Ich habe immer versucht, das Leben eines Revolutionärs, das Leben eines Soldaten der Arbeiterklasse zu führen. Mein Leben war gekennzeichnet über Gefängnis ... Zuchthaus ... KZ, und man hat meine Gesinnung nicht brechen können.

Nach 1945 war ich mit einer der Ersten, wie sich das gehörte, die versuchten, in der damaligen Sowjetzone eine neue Gesellschaftsordnung aufzubauen. Aber leider scheiterte das damals schon an der bürokratischen Bonzen-Clique. Trotzdem kämpfte ich weiter und wurde einmal aus der S.E.D. rausgeworfen und später nach meiner Rehabilitierung erneut gestrichen, da ich nicht gegen meine Überzeugung sprechen konnte. Leider bedauere ich es zutiefst, dass ich nicht mehr für die Partei leisten konnte wie ich es gern getan hätte. Als wir 1976 die Partei hier im Bez. Cottbus wieder aufbauten, hatten wir gute Unterstützung durch euch unter Gen. Ernst Aust, der uns unvergessen bleibt. Leider wurde dieses 1980 durch - uns damals nicht bekannte – Umstände unterbrochen. Aber wie Du siehst, haben sich unsere Wege wieder gefunden. Wie Du auch weißt, geht mein Weg da hin, alle marxistisch-leninistischen, kommunistischen Kräfte im Klassenkampf gegen Imperialismus und Kriegsgefahr zu vereinigen, dazu gehört die Bildung von runden Tischen, woran alle anti-imperialistischen Bewegungen, die es ernst meinen, teilnehmen sollten und alle persönlichen Differenzen im Interesse der großen Aufgabe unter den Tisch kehren sollten. Nun, diese meine Stellungnahme ist Dir nichts Neues, aber ich weiß nicht, ob es vielleicht meine letzte ist, die ich Dir und den Genossen hinterlassen kann, wenigstens so lange noch ein Tropfen Blut durch meine Adern fließt, werde ich den Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse aus Unterdrückung, für Frieden und Freiheit, fortsetzen.

Sollten sich einmal meine Augen schließen, möchte ich Dir, trotzdem ich dazu nicht berechtigt bin, den Auftrag erteilen, an meinen Überresten ein paar Worte zu sprechen. Aber bitte nicht aus mir einen Helden machen, sondern nur klarstellen, dass hier ein Mensch seine Pflicht gegenüber der Arbeiterklasse erfüllt bis er die Augen schloss. Wenn Du willst, kannst Du und die eventuellen Trauergäste, wenn der Sarg sich senkt, noch einmal als letzten Gruß die geballte Faust und ein stilles „Rot Front“ als letzten Gruß geben.

Eine Bitte habe ich noch und zwar möchte ich, dass mein Sarg oder über meinem Sarg die Fahne der Partei als letztes Symbol meines Kampfes befestigt wird. Nach Senken des Sarges soll man diese Fahne vom Sarg abmachen und der nächsten Generation als Symbol des kompromisslosen Klassenkampfes übergeben, damit sie in den noch kommenden Klassenauseinandersetzungen der kämpfenden Arbeiterklasse als leuchtendes, siegreiches Banner Mut und Kraft verleiht.

Bitte nimm es mir nicht übel, dass ich Dir jetzt schon diese Zeilen als eine Art polit. Testament überreiche, aber ich wüsste zur Zeit keinen Gen., zu dem ich mehr Vertrauen haben könnte.

Betrachte diese Bitte als Vertrauenssache. Du weißt wie schnell ein Lebenslicht verlöschen kann.

Ich bleibe bis zum Schluss

Dein Gen. Heinz.

 

Genossinnen und Genossen, erfüllen wir mit aller Kraft das politische Testament des Genossen Heinz Reiche, einem der besten Soldaten der revolutionären deutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei !



Genossinnen und Genossen, lasst mich nun mit der Frage des Legalismus fortfahren.

 

Die soziale Frage getrennt und die nationale Frage gemeinsam lösen – das darf man nicht trennen. Wir unterstützten die DDR Genossen nicht wegen der nationalen Frage allein, sondern in erster Linie zur Lösung ihrer sozialen Frage. Das ist ein großer Unterschied. So rückte die Frage der sozialistischen Revolution in der DDR und damit in ganz Deutschland immer mehr in den Hintergrund gegenüber Fragen der Neutralität, des Austritts aus den Machtblöcken, des Abzugs der Truppen, der Erleichterungen der innerdeutschen Beziehungen und so weiter und so fort. Natürlich sind das alles gute wichtige Sachen gewesen, aber sie wurden immer weniger mit der zentralen Frage des vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands, mit der sozialistischen Revolution verknüpft. Das war ein Fehler. Der Kampf einer illegalen Partei, die für ihre Legalität kämpft, darf ihre grundsätzlichen sozialistischen Ziele nicht aus dem Auge verlieren. Legaler und illegaler Kampf bilden eine Einheit nur auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus. Das marxistisch-leninistische Niveau einer Partei bestimmt darüber. Eine mit einem hohen marxistisch-leninistischen Bewusstsein, großen illegalen Erfahrungen usw. ausgestatteten Partei, kann ihre Genossen nicht nur besser davor schützen, „geschnappt“ zu werden, sondern vor allem auch, den Spieß umzudrehen, in die Organisationen des Klassenfeindes illegal einzudringen, um sie für unsere Ziele auszunutzen und, um sie zu zersetzen. Der Legalismus ist wie gesagt eine gefährliche Falle des Klassenfeindes, in die schon so manche andere Partei hinein getappt ist.

 

Der bereits zu DDR-Zeiten eingeführte Legalismus in der Partei sollte dann nach 1989/90 den Weg ebnen für eine neue legalistische Partei, was so ähnlich ablaufen sollte wie seinerzeit bei der DKP – also Aufhebung der Illegalität der Sektion DDR der KPD/ML, ihre Rehabilitierung von oben abgesegnet, sobald wir uns mit dem neu gebildeten Parlament des wiedervereinten Deutschlands „arrangieren“ würden. Als wir darauf nicht reagierten, versuchte man uns wenigstens zur Teilnahme am revisionistischen „Ständigen Rat Marxistischer Parteien“ (SRMP) zu bewegen, wo man uns den noch zu vergebenen „Linksaußen-Posten“ freihalten wollte. Dieses Angebot haben wir natürlich dankend abgelehnt, nachdem wir uns dort genauer umgesehen hatten. Als man dann ein „Solidaritätskomitee Erich Honecker“ gründete, hatten wir die passende Gelegenheit gefunden, uns all diese Leute, die das „linke“ Spektrum ( also links von der PDS) aufsammeln und beaufsichtigen wollten und die mit ihrem unerträglichen Mief des modern(d)en Revisionismus unsere revolutionäre Atemluft verpesteten, endlich vom Halse zu schaffen.

Die richtige Losung des Genossen Ernst, sich enger mit den Massen zu verbinden, wurde dazu missbraucht, die Partei darin aufgehen zu lassen, sprich: die revolutionären Grundpfeiler und Ziele der Partei immer mehr in den Hintergrund zu drängen, nicht mehr die sozialistische Revolution und das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland in den Mittelpunkt zu stellen und die revolutionäre Lösung der nationalen Frage auf den Sankt Nimmerleinstag zu vertagen, was auf eine Position des Liquidatorentums und des Kapitulantentums, auf die Zersetzung und Zersplitterung der Partei hinauslaufen sollte, ganz im gewünschten Sinne der Bourgeoisie und ihrer Wühl-Agenten in unseren Reihen.

 

Diese unverzeihlichen Fehler sind passiert und wir können sie nicht wieder gut machen. Die Geschichte hat über dieses schwärzeste Kapitel der KPD/ML geurteilt und daraus gilt es mit bolschewistischer Kritik und Selbstkritik Konsequenzen zu ziehen ! ! Der undichte Stelle saß von Anfang an mitten in unserer Partei, daran haben wir heute keinen Zweifel mehr, war uns aber jahrzehntelang nicht klar. Der Stasi hatte mehr über uns gesammelt, als wir Mitglieder selber über die Partei wussten, denn auch wir im Westen haben unter halblegalen Bedingungen gelebt, haben konspirativ gearbeitet, wussten vom anderen Genossen, von der Partei, vom ZK nur so viel, wie es unbedingt für die Parteiarbeit notwendig war.

 

Die KPD/ML war und ist als bolschewistische Partei in ganz Deutschland illegal aufgebaut, auch wenn sie legale, halblegale und illegale Methoden ihres Kampfes anzuwenden pflegte und pflegt.

 

Wir waren in illegaler Arbeit geschult und damit täglich vertraut. Und das war natürlich auch richtig und gut so.

 

Klar, dass wir auch besonders stolz auf uns waren, denn wir haben uns alles selber beigebracht, haben von niemandem irgendwelches Geld oder Unterstützung bekommen, arbeiteten aus freien Stücken, haben alles aus eigener revolutionärer Kraft auf die Beine gestellt, waren niemandem Rechenschaft schuldig außer dem Marxismus-Leninismus, der Arbeiterklasse, und unserem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland, während wir es mit einem an Ausstattung, Erfahrung und Zahl weit überlegenden und zudem mit zwei unterschiedlich operierenden faschistischen Staatsapparaten zu tun hatten , die obendrein noch für die beiden Supermächte gegen uns aktiv waren, und die natürlich außerdem gegen uns zusammenarbeiteten.

 

Insbesondere, was unsere Unterstützungsarbeit für die DDR-Genossen anbelangte, hatten wir daher eiserne Parteidisziplin an den Tag gelegt, haben wir der Partei und den Genossen dort bedingungslos vertraut, die für die gemeinsame Sache aller Sektionen alles riskierten. Das war für uns Mitglieder selbstverständlich. Das ließ aber mit der Zeit nach, weil die Unterstützungsarbeit nicht mehr wie anfangs auf alle Parteimiglieder verteilt wurde, sondern von den Zellen weg in spezielle Abteilungen delegiert war, „der illegalen Sicherheit wegen“? Wir denken heute politisch anders darüber, haben unsere Erfahrungen ausgewertet und sind der Meinung, dass es besser lief als die gesamte Parteibasis noch für die Unterstützungsarbeit der Sektion DDR mobilisiert worden war.

Nur vereinzelte Genossen waren hart wie Stahl geblieben, wurden aber unter Druck gesetzt und isoliert, hatten in einer Minderheitssituation für die korrekte Parteilinie zu kämpfen - uns allen voran der Genosse Ernst Aust. Er und seine treue Garde wurden auf eine harte Probe gestellt und sie haben die ganze Last mit Stolz auf ihre Schultern genommen. Wir sind bald an die 40 Jahre Tag und Nacht durch eine harte Schule des Kommunismus, ja, für die Partei durchs Feuer gegangen und die Bourgeoisie weiß, was das für sie bedeutet ! Wir sind die alte Garde des Genossen Ernst Aust. Absolute und bedingungslose Treue zur KPD/ML, zur Arbeiterklasse und zum Marxismus-Leninismus ! Uns kann nur der Tod trennen !





Eine deutsche Nation,

eine deutsche Arbeiterklasse,

eine KPD/ML

 

 

Die SL-DDR hat auch zu der Beziehung zwischen der Zentrale und der Sektionsleitung in der DDR kritisch Stellung genommen, wobei sie insbesondere die Auffassungen, die Genosse Ernst Aust auf dem IV. Parteitag vertrat, positiv für die weitere Zusammenarbeit herausgestellt hatte, ebenso wie eine Druckmaschine (!) und andere Materialien und dass die Partei im Westen für halbtags eine Redakteurin des Roten Morgen zur Verfügung gestellt hatte. Was vor allem kritisiert wurde, war die schlechte Verbindung der Sektionsleitung zum ZK und umgekehrt. So war der auf einem Tonband aufgezeichnete und den DDR-Genossen auf diesem Wege übermittelte Rechenschaftsbericht des Genossen Ernst Aust unvollständig, wurde nicht rechtzeitig zu den Diskussionsreden der DDR – Genossen Stellung genommen und auch unbefriediegnd auf den Rechenschaftsbericht der DDR-Sektionsleitung geantwortet – immerhin war es ja den DDR-Genossen nicht möglich, am IV. Parteitag teilzunehmen, als gewählte ZK-Mitglieder anwesend zu sein, konnten ja nur Fern-Diskussionsbeiträge der Sektion der DDR auf den ZK-Plenen vorgelegt werden, konnte nicht direkt mit dem Genossen Ernst Aust Kontakt aufgenommen werden, ging alles nur über Mittelsleute, wo auch einiges „versickerte“. Hinzu kamen viele andere Schwierigkeiten, so mit der Kontaktaufnahme zur albanischen Botschaft in Ostberlin. Dies soll als Beispiel genügen, nämlich dass es durchaus Probleme der Zusammenarbeit gab, vermeidbare und unvermeidbare, ehrliche und von außen eingesschleuste. Es gab auch persönliche Probleme zwischen Genossen West und Ost, aber entscheidend war das harte Ringen um die Verbesserung des Informations- und Meinungsaustausches zwischen der Zentrale und der Sektionsleitung – DDR.

 

Die konkreten Probleme waren im Grunde nur Ausdruck der durch die gespaltene Lage Deutschlands bedingten Grundschwierigkeit, eine bolschewistische Partei mit einem demokratischem Zentralismus, in drei verschiedenen, voneinander gewaltsam voneinander getrennten und verfolgten Sektionen mit äußerst unterschiedlichen Kampfbedingungen „aus einem Guss“ ( das heißt ein DZ und nicht drei voneinander unabhängige DZ`s) aufzubauen, um die Rolle des Führers der gesamten deutschen Arbeiterklasse, die Rolle des Organisators der proletarischen Revolution in ganz Deutschland erfüllen zu können. Es war klar, ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland würde nie entstehen können ohne eine KPD/ML für eine Arbeiterklasse in ganz Deutschland. Bis dahin war es noch ein weiter Weg, musste der demokratische Zentralismus in den einzelnen Sektionen aufgebaut werden, ohne dass der DZ der Gesamtpartei dabei auf der Strecke blieb. Es ging ja nicht um eine einfache Aufteilung in drei Sektionen und fertig. Die mussten ja erst einmal aufgebaut werden unter völlig verschiedenen Bedingungen. Die konkrete Zusammenarbeit der Sektionen war für uns alle eine große Herausforderung. Es wurden Fortschritte erzielt, aber wir waren damit immer unzufrieden, hatten ständig das Bedürfnis, diesen wunden Punkt der Partei ernsthaft verbessern zu müssen . Und während die eine unter „leichteren“ Bedingungen im Westen schon viele Jahre existierte, sich durch schwerste Kämpfe mit Liquidatoren gestärkt hatte und begann, sich in der Arbeiterklasse zu verankern, da kam der „Aufbau Ost“ , wovon die Sektion DDR einerseits „profitierte“ , andererseits auch darunter litt, sich vernachlässigt fühlte und sie zum Teil auch als „kleiner Bruder“ behandelt wurde, man verzeihe hier die lockere Ausdrucksweise. Aber so war es doch: an erster Stelle die KPD/ML West, wo es leichtere Entfaltungsmöglichkeiten für die Partei gab, wo der organisatorische Entwicklungsstand schon weiter fortgeschritten war und an zweiter Stelle die KPD/ML Ost, die wie in einem Käfig eingeengt, ihren Parteiapparat mühselig auf dem gesamten Territorium der DDR aufbauen musste, wobei die ständige Einhaltung/Nichteinhaltung der Sicherheitsmaßnahmen ein schnelleres Vorwärtskommen enorm erschwerte. Nun, dass das ZK, die starke Zentrale im Westen war, war ja kein Zufall und unter den dadurch erschwerten Bedingungen sich auf die eigenen Kräfte zu stützen, um die Sektion DDR aufzubauen, das war , unter dem nervenaufreibenden Dauerstress eine außergewöhnliche Leistung von ganz hervorragenden Genossen, und das fand unter uns Genossen aus dem Westen große Bewunderung, tiefen Respekt und volle Begeisterung. Und es gab eine Menge, wovon wir Genossen im Westen von unseren DDR Genossen lernen konnten ( es aber leider nicht immer getan haben).

 

 

Der demokratische Zentralismus erschöpft sich nicht in Beratungen und Kosultationen, was die Sektionen anbelangt. Dies trifft sowohl auf die Sektionen der Komintern als auch auf die Sektionen der KPD/ML zu. Im Gegenteil, die Beratungen und Konsultationen sind Voraussetzungen für die Entfaltung des DZ – ersetzen ihn aber nicht. Was aber ist der DZ einer Partei mit drei Sektionen ? Hier gilt klar und deutlich das Prinzip: Der DZ kann nicht funktionieren, wenn sich die Sektionen nicht der Gesamtpartei unterordnen, wenn sie nicht die Stärkung der Gesamtpartei im Auge hat, wenn die Interessen der Sektion über die Interessen der Gesamtpartei gestellt werden. Anders kann die Partei ihre soziale und nationale Aufgabe als Vorhut der gesamten deutschen Arbeiterklasse nicht organisieren.

 

Dies ist nicht etwa eine geographische Gebietsfrage, sondern eine prinzipielle Frage des Marxismus-Leninismus beim Aufbau der Partei mit Hilfe des DZ. Die Bevormundung der DDR-Genossen durch die Genossen in Westdeutschland kann man nicht mit Hilfe von Konsultationen und Beratungen alleine beseitigen, sondern nur durch die konsequente Anwendung des DZ. Diesen zu stärken, das wäre der richtige Weg gewesen, um die Probleme der Sektionen untereinander, insbesondere die Probleme der DDR Sektion zu lösen und Fehler seitens der Partei in Westdeutschland abzustellen. Wenn man schon im Statut von 3 Sektionen spricht, dann hätte die Partei sich in Westdeutschland auch korrekt als Sektion bezeichnen müssen, was auf jeden Fall nicht konsequent genug geschah. Stattdessen hatte man den Eindruck von einer „KPD/ML und ihrer Sektion in der DDR“. Das war falsch und hätte korrigiert werden müssen. Den Sektionsaufbau deswegen ganz fallen zu lassen zu Gunsten der Bildung von zwei Parteien, das war natürlich nicht nur ein grober politischer Fehler, sondern ein Mittel zur Liquidierung der Partei. Man verzichtet nicht auf eine national einheitliche Partei, um das ungleiche Verhältnis zwischen den Sektionen in West und Ost zu „korrigieren“.

 

 

Es war denn ja auch kein Zufall, dass der Stasi, was die erschwerten Beziehungen der Sektionen zueinander anging, den Hebel zur Abspaltung anzusetzen. Wer glauben möchte, dass die Zielsetzung der Zerschlagung der Sektion DDR und die der Liquidierung der gesamten KPD/ML miteinander nicht zu tun gehabt hätten, soll das gerne weiter glauben.

 

Man muss diesen konterrevolutionären Generalangriff auf alle drei Sektionen der KPD/ML im Zusammenhang mit den historischen Ereignissen in Deutschland sehen.

Beide deutsche Staaten befanden sich in ihrer tiefsten Krise seit ihrer Gründung. Die Auflösung der DDR war nur noch eine Frage der Zeit. Die Frage konnte nur noch lauten: Was wird die zu erwartende und unvermeidlich herannahende revolutionäre Situation bringen? Einen Sieg der sozialistischen Revolution oder einen Sieg der revanchistischen Konterrevolution ? Ein vereinigtes kapitalistisches oder ein vereinigtes sozialistisches Deutschland ? Die KPD/ML war der stärkste Risikofaktor, den es vorher rechtzeitig aus dem Wege zu räumen galt und je eher und gründlicher desto besser. Wer ein vereintes kapitalistisches Deutschland haben wollte, der musste die KPD/ML spalten, mit der gemeinsamen Axt der Bourgeoisie in Ost und West, mit der gemeinsamen anti-marxistisch-leninistischen Spalterideologie der Bourgeoisie in Ost und West. Dieser konterrevolutionäre Generalangriff auf die KPD/ML war gerichtet gegen die Arbeiterklasse. In zwei deutsche Staaten gespalten, war es ihr weder in der BRD noch in der DDR gelungen, ihr kapitalistisch-revisionistisches Doppeljoch abzuschütteln.

 

Was würde eine deutsche Arbeiterklasse tun, wenn sie sich von der Spaltung befreit ? Wäre sie durch ihre nationale Wiedervereinigung fähig, diese sogleich und unmittelbar als Hebel der sozialistischen Revolution einzusetzen? Wer würde zuerst das gefährliche Vakuum füllen, welches die Kapitulation des sozialfaschistischen Machtapparates hinterließe – die in diesem Augenblick geschwächte Bourgeoisie oder die durch den Volksaufstand gestärkte Arbeiterklasse?

 

Wer konnte das wissen ? Jedenfalls: Ohne KPD/ML war die Chance, dass dies nicht eintreten würde, natürlich größer als mit KPD/ML.

 

Das, liebe Genossinnen und Genossen, war der eigentliche Grund dafür, weswegen die nationale Frage, die die KPD/ML mit ihrem Programm als Hebel für das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland zu lösen versuchte, vom gesamten bürgerlichen Lager, von „links“ bis rechts, mit Gift und Galle bekämpft worden war.

 

Deswegen, liebe Genossinnen und Genossen war es so wichtig, dieses revolutionäre Programm des Genossen Ernst Aust insbesondere in der sich zuspitzenden historischen Situation treu zu verteidigen. Das taten 1989/90 leider nur ganz wenige und die einzige Parteifahne war jene Parteifahne, die ich auf den Leipziger Demonstrationen in meinen Händen trug und die dort 3 m hoch über dem Kundgebungsplatz flatterte - und übrigens überhaupt die einzige Fahne von einer Partei war.

Was sich das Koch ZK für einen anti-marxistisch-leninistischer Unsinn zusammenschusterte, um damit die Spaltung der KPD/ML in zwei getrennte Parteien zu begründen, zeigte der von ihr auf dem V. Parteitag eingebrachte Statutänderungsantrag, der überschrieben war mit: „Zwei deutsche Staaten, zwei Bourgeoisien, zwei kommunistische Parteien“. Da sind gleich mehrere schwere Kinken drin, wenn wir daran festhalten, dass der Marxismus-Leninismus stets von einer Arbeiterklasse, einer Kommunistischen Partei ausgeht, die gegen eine Bourgeoisie kämpft und zwar in einem Land, in Deutschland. Ein deutsches Volk einer deutschen Nation lebte in einem GETEILTEN Deutschland. Es hat nie „zwei deutsche Völker“, nie „zwei deutsche Nationen“, nie „zwei Deutschlands“ gegeben, sondern immer nur eins/eine. Nun hatte das Koch ZK absichtlich den Begriff „zwei Staaten“ vorangestellt, um schwungvoll zu „zwei Bourgeoisien“ und schließlich zu ihren gewünschten zwei „kommunistische Parteien“ überzuleiten. Den Begriff „ zwei Arbeiterklassen“ hat man geschickter Weise lieber gar nicht erst mit aufgeführt, denn das wäre sofort ins Auge gefallen: „ein Volk mit zwei Arbeiterklassen“??? . Nun, in Deutschland hat es also immer nur eine Bourgeoisie gegeben. Sie hatte sich nur gespalten , genauso wie die eine deutsche Arbeiterklasse gespalten wurde. Wobei man klar zwischen neuer und alter Bourgeoisie unterscheiden muss. Während sich die alte Bourgeoisie im Westen dank der Amerikaner schnell regenerieren konnte, war das durch die Sowjetunion in der DDR nicht so einfach. Hier konnte sich die neue ostdeutsche Bourgeoisie nur allmählich unter dem Einfluss des Revisionismus herausbilden, bis sie dann reif war, bei der alten Bourgeoisie unterzukriechen, nachdem sie dieser versprechen musste, auf die DDR zukünftig zu verzichten.

Die ostdeutsche Bourgeoisie hat sich gefügt, ohne ihre alten Machtträume aufgegeben zu haben und das bleibt der alten BRD-Bourgeoisie natürlich nicht verborgen mit einer Merkel als Bundeskanzlerin.

Und so wie die gespaltene Bourgeoisie im für sie geeigneten Moment für ihre Wiedervereinigung, für ihre bürgerliche deutsche Nation kämpfte, kämpfte die Arbeiterklasse für die ihrige. In der gesamten Geschichte der Kommunistischen Partei auf deutschem Boden, also seit ihrer Gründung 1918/19, war diese nur etwa ein einziges Jahr - also bis zur Vereinigung mit der SPD 1946 – „getrennt“, wobei die Revisionisten bereits großen Einfluss hatten ( diesen Dimitroff`schen Plan hatten Ulbricht und Pieck schon lange vor dem Kriege in der Schublade !), sonst wäre es gar nicht erst zur Vereinigung mit einer bürgerlichen Partei gekommen. Es gab also eine bürgerliche SED und eine unter ihrem wachsenden Einfluss stehende KPD im Westen , die sich in eine revisionistische Partei verwandelte, so dass es in Deutschland eigentlich erst 1968/69 wieder eine kommunistische Partei Leninschen und Stalinschen Typus gab, die von Anfang an die Interessen der gesamten deutschen Arbeiterklasse, das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland vertrat. Wo - also ob sie nun in Westdeutschland, in Ostdeutschland, In Westberlin gegründet worden wäre - das spielt prinzipiell keine Rolle, wenn sie denn die gesamtnationalen Interessen der revolutionären deutschen Arbeiterklasse vertritt und für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland kämpft. Und das hat die in meiner Heimatstadt Hamburg gegründete KPD/ML des Genossen Ernst Aust ja wohl getan. Erst mit der Gründung der KPD/ML in der DDR begann sich diese gesamtnationale KPD/ML folgerichtig in drei Sektionen aufzuteilen. Eine kommunistische Partei ist ja nicht erst dann eine kommunistische Partei, nachdem sie auch im letzten Winkel des Landes eine Zelle aufgebaut hat. Im Riesenzarenreich wurde Lenins Partei in Petersburg gegründet, war sie die SDAPR ganz Russlands, vertrat sie nicht nur die Interessen der russischen Arbeiterklasse, sondern darüber hinaus die Interessen der Arbeiter des ganzen Zarenreiches.

 

Nun, das Koch ZK begründete die Spaltung der KPD/ML in diesem besagten Statutänderungsantrag damit, dass „diese Konstruktion sich in der Praxis nicht bewährt “ habe. Ja, lässt sich denn deswegen eine kommunistische Partei vom Pragmatismus, anstatt vom Marxismus-Leninismus leiten ? Wenn sich etwas nicht bewährt, muss man den Marxismus-Leninismus besser anwenden und ihn nicht als unbrauchbar gewordenes Instrument über Bord werfen. Diese Sektions-Konstruktion hat sich durchaus bewährt, nur war sie für die parteifeindliche trotzkistische Linie des Koch Zks ein Hindernis für ihre spalterischen Ziele. Eine gespaltene KPD/ML ließe sich leichter zerschlagen als eine vereinte KPD/ML. Das war doch der Grund für „zwei kommunistische Parteien“! Weiter heißt es dort:

Abgesehen davon, dass es zu keinem Zeitpunkt eine eigene Sektionsleitung der Partei in der Bundesrepublik gab, trat schon in der Periode zwischen dem III. Und IV. Parteitag die Tendenz auf, die Sektion DDR praktisch als einen Landesverband der KPD/ML der Bundesrepublik zu betrachten...“ Solche ungeheuerlichen Behauptungen aufzustellen und - um diesen noch die Krone aufzusetzen – den Bericht des Genossen Ernst über die Tätigkeit des ZK der KPD/ML auf dem IV. Parteitag zu deren Untermauerung heranzuziehen, das schlägt doch dem Fass den Boden aus!

In der Präambel des alten Statuts der KPD/ML hieß es:

 

Die KPD/ML vereinigt den fortschrittlichsten Teil der Werktätigen Deutschlands in ihren Reihen. Sie besteht aus den drei Sektionen DDR, DBR und Westberlin ...“

 

Das wollte das Koch ZK streichen. In der Präambel des neuen Statutentwurfs vom V. Parteitag sollte es dagegen heißen: Die Kommunistische Partei Deutschlands ist die Partei der Arbeiterklasse der Bundesrepublik Deutschlands und Westberlins ... Seite an Seite kämpft sie mit der KPD der Deutschen Demokratischen Republik für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland ...“

 

Dieser Änderungsvorschlag erfolgte angeblich in Absprache mit den Genossen der Sektion DDR. Zu dieser Absprache ist es nie gekommen, wie Genosse Ernst Aust es bestätigte und wie wir später von Genossen der Sektion DDR der KPD/ML erfahren hatten. Bei der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML im Jahre 1975 ging die Partei aus von der Existenz zweier deutscher Staaten einer gespaltenen deutschen Nation. Die Partei stellte fest: In beiden deutschen Staaten kämpft die Partei für ein und dasselbe Ziel, die Schaffung eines vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschlands und folgerte daraus, dass daher auch nur eine Partei für beide Staaten ( und Westberlin) erforderlich sei. Den besonderen politischen Gegebenheiten, den unterschiedlichen Kampfbedingungen in beiden deutschen Staaten versuchte sie durch die Gründung von Sektionen in der DDR, Westberlin und der BRD mit eigenen verantwortlichen Leitungen unter der Führung eines Zentralkomitees mit gewählten Genossen aus allen drei Sektionen Rechnung zu tragen. Genosse Ernst Aust hatte auf Grund der Schwierigkeit, die sich daraus praktisch ergaben, auf dem IV. Parteitag in seinem Bericht über die Tätigkeit der KPD/ML richtiggestellt:

 

... in der Ausarbeitung ihres Aktionsprogramms, der Taktik, des konkreten Weges zur Wiedererrichtung der Diktatur des Proletariats, des Sozialismus in der DDR, in der Anwendung des demokratischen Zentralismus innerhalb ihrer Sektion, sind die Genossinnen und Genossen der DDR auf der Grundlage unseres gemeinsamen Programms und Statuts völlig selbständig ... Die Gleichberechtigung aller drei Sektionen unserer Partei, unabhängig von ihrer Stärke, muss stets gewährleistet sein.“

 

Danach verbesserte sich das Verhältnis zwischen den Genossen der einzelnen Sektionen. Die Sektion DDR wuchs, verstärkte ihre politischen Aktivitäten und gewann zunehmend an Eigenständigkeit. Die Partei in der Bundesrepublik und Westberlin unterstützte sie dabei durch praktische Hilfe und politische Konsultationen. Dennoch blieb das Problem, dass die in das Zentralkomitee gewählten Genossen der DDR an der kollektiven Führung der Partei und Ausarbeitung ihrer politischen Linie infolge des Ausreiseverbots aus der DDR nicht teilnehmen konnten. Der V. Parteitag stand wie ihr alle wisst, bereits unter dem Vorzeichen, die alte revolutionäre Linie des Genossen Ernst Aust durch ein neues Programm und Statut nunmehr durch die gesamte Partei absegnen zu lassen, was das parteifeindliche Koch ZK von langer Hand vorbereitet hatte. Was nun seine trotzkistische Absicht der nationalen Spaltung der Gesamtpartei in zwei Teile anbelangte, so formulierte das Koch ZK:

 

Das Zentralkomitee der KPD schlägt den Delegierten des V. Parteitages vor, der organisatorischen Trennung der Partei und zwecks Koordinierung und Ausarbeitung gemeinsamer, beide deutschen Staaten betreffende Probleme, der Schaffung eines Nationalrates bzw. Nationalen Koordinationsausschusses der KPD, bestehend aus zwei Vertretern der DDR, zwei Vertretern der BRD und einem aus Westberlin, der aus seiner Mitte einen Vorsitzenden wählt, zuzustimmen.“

 

Kein anderer in der Partei hat gegen diesen gemeinen Verrat an der Partei heftiger reagiert als unser Genosse Ernst Aust. Lesen wir, was sich in seinem Briefwechsel mit dem Koch-Politbüro zugetragen hat:

 

20. 02. 1985: An das Politbüro

    Liebe Genossen, hiermit stelle ich meine zentrale Arbeit ein, da ... die nationale Frage, außer in einem Nebensatz im Programm, für die Partei – ohne dass man darüber grundlegend diskutiert hätte - überhaupt keine Rolle mehr spielt;

Aus dem Antwortschreiben des Politbüros aus Dortmund vom 6. 3. 1985:

    Lieber Genosse Ernst, (...)Wahr ist, dass das ZK gegenüber der nationalen Frage eine - zugegebenermaßen - erheblich andere Haltung für richtig hält, als die Partei sie früher eingenommen hat. Vollends verantwortungslos finden wir es aber, wenn du als Vorsitzender ( und einziges Mitglied in diesem Ausschuss) deine Aufgabe einfach niederlegst, ohne das mit den DDR Genossen in diesem Ausschuss abzusprechen, ohne dich darum zu kümmern, wie die Arbeit weiterlaufen soll.

Darauf wieder folgende Antwort des Genossen Ernst Aust an das Politbüro von Koch:

 

Liebe Genossen, in der Tagesordnung des Plenums vom 23./24.3. lese ich unter Punkt 5 `Kündigung von Ernst`. - Was soll das? Das hört sich ja an wie in einem bürgerlichen Betrieb. Wenn ihr so wollt, habe ich meine Kündigungsfrist vor einem viertel Jahr ordnungsgemäß eingehalten, da ich Euch meinen Entschluss, meine mit der Halbtagsfreistellung verbundene Arbeit „Nationaler Ausschuss“ ... niederzulegen, bereits auf dem Plenum vom 8./9. 12. 1984 mitgeteilt habe. Wenn ihr es nicht für nötig hieltet, mit mir im Laufe der folgenden Monate darüber zu sprechen, so ist das Eure, aber nicht meine Sache. Nun zum Inhalt Eures Schreibens vom 6. 3. 1985:

1. Was die nationale Frage und davon abhängig meine Arbeit im „Nationalen Ausschuss“ betrifft, so hat sie sich mit dem neuen Programmentwurf, der ja von Euch, dem ZK, einstimmig gebilligt wurde, dadurch erledigt, dass sie sich erst dann wieder stellt, `wenn in Westdeutschland, in Westberlin und in der DDR die Arbeiter die politische Macht erobert haben und sich... für oder gegen eine Wiedervereinigung entscheiden.`

Damit verzichtet die Partei darauf, die nationale Frage in korrektem kommunistischen Sinn, als ein - wenn auch nicht das wichtigste - Mittel im Sinne des Herankommens an die sozialistische Revolution einzusetzen. Logisch: wer eine Vereinigung mit den Trotzkisten der IV. Internationale anstrebt, muss die nationale Frage aus dem Programm der Partei streichen.

Was den Vorwurf betrifft, ich hätte verantwortungslos gegenüber den Genossen der DDR gehandelt, ohne darüber mit ihnen gesprochen zu haben, so ist das schon der Gipfel der Heuchelei. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: IHR habt den „Nationalen Ausschuss“ ad absurdum geführt, IHR seid den inhaftierten Genossen in der DDR schamlos in den Rücken gefallen, indem ihr das, wofür sie sich eingesetzt haben, „für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland“ angesichts der angestrebten Vereinigung mit den Trotzkisten wie eine heiße Kartoffel habt fallen lassen. Geschweige denn, dass ihr Euer neues Programm mit ihnen abgesprochen hättet. Ich jedenfalls werde es nicht tun ( da es nicht MEIN Programm ist), bzw. tun können, da ich keinerlei Verbindungen zu den DDR-Genossen habe, die ja bekanntlich ÜBER KAFKA und KARIN WAGNER laufen, DIE MICH NICHT INFORMIEREN.

 

Das sind klare und deutliche Worte, und es lohnt sich, sie mehrmals zu lesen ! Was Kafka anbelangt, so erinnere ich mich 1999 an Magdeburg, wo ich diesen Verräter am Kragen packte mit den Worten: „Was du Ernst und der Sektion DDR angetan hast, dafür werdet ihr noch büßen!“ Ein davon aufgescheuchter und von Herbert Polifka „kommandierter“ kleiner Hühnerhaufen von „Schutztrupp“ schickte uns dann ja auch mit seinem Walky Talky einen Denkzettel in Form von zwei Staatsbeamten auf den Hals, als wir schon auf dem Nach-Hause-Weg waren. Ich habe dies bereits öfters erwähnt und werde dies auch weiter tun müssen, solange das nötig zu sein scheint.

 

Was die Debatte über die Revision des alten revolutionären Programms der KPD/ML anbelangt, das im Wesentlichen das große Werk des Genossen Ernst Aust war -

( nicht nur des Inhalts wegen, sondern auch wegen Ernst`s großartige Leistung der Zusammenarbeit mit fast allen Genossen der gesamten Partei über ein ganzes Jahr lang! - Ich erinnere mich an keinen anderen Fall, wo es jemals eine größere Entfaltung des demokratischen Zentralismus gegeben hätte als beim Entwurf des KPD/ML-Programms ! Und ich bin heute noch stolz darauf, dass Ernst den Vorschlag, meine Kopie vom Komintern-Programm mit als Grundlage zu verwenden, begrüßt hatte. Die Gründung der Komintern/ML, liebe Genossen, war weder neu noch reiner Zufall, für sie hat Ernst von Anfang an gekämpft. Für die Konstruktion der Sektionsbildung stand die Komintern Pate – der Aufbau einer kommunistischen Weltpartei mit klaren, straffen Strukturen des demokratischen Zentralismus , die die einzelnen Sektionen miteinander verband, ohne Ausschaltung des eigenen DZ in jeder Sektion, aber eben eingebunden in den DZ der übergeordneten Weltpartei !!! Diese bolschewistischen Strukturen des Parteiaufbaus aufzulösen, das war ganz auf der Linie der Bourgeoisie. Nun, was haben wir heute? Wir brauchen heute keine Sektionen mehr in unserer Partei, wir sind als Partei vielmehr selber wieder eine Sektion geworden – eine Sektion der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten, ihre erste Sektion. Es gibt in der Geschichte der Verwendung von Sektionsstrukturen keine andere Partei, die sie sowohl national als auch international eingesetzt hatte.

 

- und das wir bis heute verteidigt haben ( es ist immer noch das heutige Programm der KPD/ML und wird es auch immer bleiben!) - so hat der Genosse Ernst konsequent und revolutionär gehandelt, nämlich nicht noch an der Liquidierung des alten Programms auch noch „mitzuwirken“. Er hat den einzig richtigen Schritt getan: nämlich aus Protest das ZK-Plenum zu verlassen. Möller (und seine Leute) hat unmittelbar nach dem Tod des Genossen Ernst Aust, und unmittelbar nach der Liquidierung seines KPD/ML Programms die nationale Frage EBENFALLS liquidiert und Ernst angegriffen. Ich habe mit Unterstützung der treuen Genossen der Partei diesen anti-nationalen Kurs von Möller kritisiert und Ernst verteidigt. Daraufhin spaltete Möller die Partei und in seinem Programm war dann auch Ernst und die nationale Frage, war das alte Programm der KPD/ML revidiert und verraten worden, nur mit dem einen Unterschied, dass die Koch-Trotzkisten dies offen taten, während sich Möller feige hinter revolutionären Phrasen verstecken musste, solange er es mit uns zu tun hatte! Dem Wesen nach war es der gleiche Verrat an dem Programm zur nationalen Frage, aber viel gemeiner und schmutziger, weil dieser Verrat gegen diejenigen gerichtet war, die Ernst gegen die trotzkistischen Koch-Verräter in der nationalen Frage verteidigt hatten.

 

 

Genossinnen und Genossen,

 

was war hier passiert ? Es handelt sich um einen groß und breit angelegten und inzwischen jahrzehntelangen Weg des Verrats an der KPD/ML und unserem Kampf für ein vereintes, unabhängiges, sozialistisches Deutschland, also nicht nur ein Verrat an den korrekten Beschlüssen zur Nationalen Frage vom ZK im Jahre 1974 („Ernst Aust: „Deutschland dem deutschen Volk!“), nicht nur ein Verrat an der sozialen Frage der gesamten (!) Arbeiterklasse ( sozialistische Revolution in Deutschland), sondern auch ein Verrat an der gesamtnationalen KPD/ML insbesondere an ihrer Sektion DDR. Es gab in ganz Deutschland keine einzige politische Organisation, die uns deswegen nicht Jauchekübel über uns ausgeleert hätte und die größten Dreckeimer leerten Genossinnen und Genossen aus unseren eigenen Reihen über uns aus ! Alle parteifeindlichen Strömungen waren sich in einer Frage einig: Die revolutionäre Haltung der Partei in der nationalen Frage anzugreifen und zu liquidieren. Genossinnen und Genossen: auch am 30. Jahrestag der Gründung der Sektion DDR der KPD/ML bleibt der von unserem Genossen Ernst Aust entworfene Beschluss des ZK von 1974 : „Deutschland dem deutschen Volk!“ ein Prüfstein, wo sich in der nationalen Frage die revisionistische Streu vom revolutionären Weizen trennt, bleibt die Verteidigung des ZK Beschlusses von 1974 also ein Prüfstein für die Treue zur revolutionären Haltung des Genossen Ernst Aust. Wer den Beschluss von 1974 in Frage stellt, der stellt auch seine revolutionäre Haltung zum Genossen Ernst Aust in Frage. Das war immer so und wird immer so sein. Man kann nicht den Genossen Ernst Aust verteidigen, wenn man nicht den Beschluss des ZK von 1974 verteidigt ! Und Genossinnen und Genossen, nicht anders darf man das im Zusammenhang mit der Sektion DDR sehen. Wer wirklich die KPD/ML in der DDR verteidigen will, der kann dies nur ehrlich tun, wenn er hinter dem ZK Beschluss von 1974 steht. Wenn sich ein Genosse für die Sektion DDR stark gemacht hat, dann war es der Genosse Ernst Aust ! Deswegen heißt Verteidigung der Sektion DDR der KPD/ML auch Verteidigung des Genossen Ernst Aust ! Da passen keine Keile zwischen !

 





Den Kampf der Sektion DDR der KPD/ML siegreich zu Ende führen !

 

 

Geschichte der Sektion DDR aufarbeiten, daran erinnern - alles schön und gut, aber was soll das heute noch bringen, mag man uns fragen. Dann kann man genauso gut fragen, was soll überhaupt noch die KPD/ML bringen, die schließlich ihre Gründung und Existenz an den Kampf gegen den Revisionismus gekoppelt hat, der nun den Schrecken seiner Macht anscheinend verloren hat ? Es gibt keinen Sozialismus mehr, ergo bräuchte die Bourgeoisie auch keinen Revisionismus mehr, bräuchten wir Marxisten-Leninisten keinen Kampf gegen den Revisionismus mehr zu führen, würde das nur vom heutigen Kampf gegen die globalisierte weltimperialistische Ordnung ablenken, könnte man sich mit den Revisionisten ruhig dagegen zusammentun, um eine stärkere Einheitsfront zu bilden. Nicht mehr an der Macht können die Revisionisten nicht mehr so großen Schaden anrichten, können wir sie leichter unter Kontrolle halten, unsere Wachsamkeit ihnen gegenüber ruhig schleifen lassen und uns wichtigeren Dingen des Klassenkampfes zuwenden, die DDR ist tot, also lasst unser Kriegsbeil mit dem Revisionismus begraben ??? Sektion DDR der KPD/ML? Schnee von gestern ! So hätten`s die Revisionisten am liebsten... träumt weiter !

Die Bourgeoisie hat zur Wahrung ihres demokratischen Mäntelchens stets alles vom Marxismus-Leninismus zugelassen und beibehalten, was ihr nicht mehr weh tat. So hat die Bourgeoisie auch die Existenz der Sektion DDR der KPD/ML als einen Teil der politischen Widerstandkräfte in der DDR öffentlich zugegeben, weil sie sich sicher glaubte, das sie für immer von der Bildfläche verschwunden und damit historisch abgehakt sei. Dem Stasi sei Dank! Und wenn wir selber den Kampf gegen den Revisionismus für historisch überlebt betrachten und wir uns mit einer von der Bourgeoisie genehmigten Traditionspflege, mit einer Nische im heutigen imperialistischen Deutschland arrangieren, heißt das, dass wir auch den Klassenkampf einstellen und die Arbeiterklasse, die Sektion DDR der KPD/ML und damit uns selbst verraten, heißt das, das wir vor der Herrschaft der Bourgeoisie und ihrer herrschenden Ideologie kapitulieren, heißt das, das wir die Verbrecher nicht nur laufen lassen , die unsere Genossinnen und Genossen einst ermordet, gequält und gepeinigt hatten. Können wir uns etwa mit ihnen versöhnen, können wir den Kampf gegen den Antikommunismus vergessen, weil sich der Streit um die Geschichte des Kommunismus, der Kampf gegen die Geschichtsfälschung der Bourgeoisie „nicht mehr lohnt“, weil der Sozialismus ja eh „begraben und verloren“ ist ? „Soll Lenin nun endlich ruhig unter der Erde begraben werden, damit er das ganze Elend auf der Welt nicht mehr mit ansehen muss und die Bourgeoisie nicht mehr an ihre schwarzes 20. Jahrhundert erinnert zu werden braucht – nach dem Motto: Ein Lenin unter der Erde ist besser als ein Lenin auf der Erde ?“ Nein Genossen, niemals, wir sind und bleiben uns als Marxisten-Leninisten treu, wir gehen einen Schritt zurück, wenn uns die Bedingungen dazu zwingen, aber wir geben nicht auf, wir sind keine Kapitulanten und werden es niemals werden. Wir schreiten immer vorwärts, auch wenn es dabei so manches Mal mit uns zurück gehen mag. Daran wird uns die Arbeiterklasse messen, und wenn nicht heute, so aber morgen ganz sicherlich, so wie sie sich eines Tages auch über den Unterschied zwischen den aufrechten Kommunisten der Sektion DDR der KPD/ML und der revisionistischen Kapitulanten der SED bewusst werden wird. Enver Hoxha sagte einmal:

 

Nichts dürfen wir `der Geschichte zur Lösung überlassen`. Wir müssen das, was uns betrifft, lösen, und richtig lösen, während die Geschichte später ihr Urteil über die Lösungen fällen mag, die unsere Parteien für die Probleme finden“ (Enver Hoxha, „Betrachtungen über China“, Band I, Seite 122, deutsche Ausgabe).

 

Und das galt damals für unsere Sektion DDR der KPD/ML als auch für die heutige KPD/ML.

Sollen wir Marxisten-Leninisten etwa unseren Beruf wechseln und statt Totengräber des Kapitalismus zu sein, nunmehr für ein paar Cents als Arbeitslose das Grab des Kommunismus pflegen, um die Nachwelt stets an unseren „Irrtum“ zu erinnern ? So hätten es die heutigen Antikommunisten gerne, auf den Gräbern des Kommunismus mit uns ewigen Frieden zu schwören und Versöhnung zu predigen, um von ihrem anstrengenden 150 Jahre alten Job endlich erlöst zu werden. Ja, wir helfen den Antikommunisten selbstverständlich dabei. Wir werden sie von ihrem anstrengenden Job befreien, aber auf unsere Weise: Wir werden ihnen für immer das Maul stopfen, nämlich dadurch, dass wir die Menschen auf der Welt vom Kommunismus überzeugen. Wenn keiner mehr den Kapitalismus braucht, braucht auch keiner mehr die Anti-Kommunisten. Wir schwören den ehemaligen Genossen der Sektion DDR der KPD/ML, dass wir darauf achten und niemals vergessen werden, den Revisionismus mit in die Totengrube des Kapitalismus zu senken und ja nichts von ihm über der Erde zu lassen, um es ihm für immer unmöglich zu machen, seine Kräfte zur Restauration des Kapitalismus jemals wieder zu regenerieren. Wir Kommunisten haben niemals nur gegen den Revisionismus an der Macht gekämpft, genauso wenig wie die Bourgeoisie nur gegen den Sozialismus an der Macht gekämpft hat.

 

Nun, Genossen,

wir wissen natürlich selbst in schlechtesten Zeiten, in Zeiten der schwärzesten Reaktion, dass man den Kommunismus nicht begraben KANN, dass man die Marxisten-Leninisten nicht ausrotten KANN, dass man die Sektion DDR der KPD/ML nicht beerdigen KANN, dass man ihren wie auch den gesamten Kampf des Weltproletariats nicht einfach abschalten und beenden KANN. Die Revolution ist ein Gesetz der gesellschaftlichen Entwicklung des Kapitalismus. Solange die Arbeiter ausgebeutet und unterdrückt werden, vereinigen sie sich als internationale Klasse und streben gemeinsam nach Freiheit, und das tun heute auch die Arbeiter aus der ehemaligen DDR, wo nur die Schweine an den Futtertrögen wechselten. Je brutaler der Weltimperialismus heute vorgeht, desto mehr stärkt er dadurch die Kräfte des Widerstandes, die Kräfte seiner Totengräber, das Weltproletariat ! Wie heißt es doch so schön: Wer Wind sät, wird Sturm ernten und darin umkommen ! Es gibt keinen Kapitalismus ohne Arbeiterbewegung, die für den Sozialismus kämpft, genauso wenig wie es eine für den Sozialismus kämpfende Arbeiterbewegung gibt ohne die revisionistische Agentur der Bourgeoisie in ihren eigenen Reihen. Und genauso wenig kann die Bourgeoisie auf den Revisionismus verzichten (auch die deutsche nicht !), solange die Bourgeoisie gezwungen ist, den Klassenkampf des Weltproletariats zu bekämpfen, ihn in die Irre zu leiten und dessen Kräfte zu spalten und zu zersetzen. Solange der Kapitalismus, die Bourgeoisie herrscht ( und auch danach!), solange braucht sie auch den Revisionismus zur Verteidigung und Aufrechterhaltung ( und zur Zurückeroberung!) ihrer Herrschaft. Und das eben heißt, den Kapitalismus kann man nicht vernichten, ohne den Revisionismus zu besiegen, das heißt: keine Renaissance des Sozialismus ohne dabei die Renaissance des Revisionismus verhindert zu haben. Das gilt natürlich auch für uns in Deutschland und deswegen kämpfen wir um unsere Sektion DDR, die den Kampf gegen den Revisionismus angeführt hat, auch wenn es gar keine DDR mehr gibt.

 

 

 

 

 

Was ist die marxistisch-leninistische Lehre aus dem Volksaufstand der DDR 1989/90?

 

 

Die Gründung unserer Partei in der DDR war geknüpft an den bewaffneten Kampf für den Sieg des Kommunismus in ganz Deutschland, in der ganzen Welt, durch die Beseitigung der sozialfaschistischen DDR - DURCH (!) die Errichtung einer echten anti-revisionistischen Diktatur des Proletariats in der DDR. Das wäre ein wirklicher Schritt, ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege des Sieges über den Revisionismus gewesen. Wenn die Arbeiterklasse sich aber nicht mit dem offen erklärten Ziel des Sozialismus erhoben hat, mit welchem Ziel dann ? Wenn sie sich dabei nicht vom Marxismus-Leninismus leiten ließ, wovon dann ? Jede Erhebung, jede Hoffnung und jeder Wunsch auf ein besseres Leben, in einer besseren Welt, in einer besseren Zukunft, muss im Kapitalismus enden und führt auf diesem oder jenen Wege nur vom Regen in die Traufe, wenn nicht, ja wenn nicht die Beseitigung des Kapitalismus das politisch zentrale Ziel dabei ist. Der Volksaufstand in der DDR konnte nicht in die ersehnte Freiheit, konnte nicht zu unserem vereinten, unabhängigen, sozialistischen Deutschland, konnte nicht zum Sieg über 40 Jahre revisionistischen Verrat und Betrug führen, weil die Arbeiterklasse in der DDR ihn noch nicht richtig durchschaut hatte, weil ihr marxistisch-leninistisches, revolutionäres Klassenbewusstsein noch nicht entwickelt war, ihre revolutionäre, führende Rolle noch nicht klar war und vor allem weil sie ihrer marxistisch-leninistischen Vorhutpartei fast beraubt war. Die ostdeutsche Bourgeoisie konnte nicht mehr so weiter herrschen wie bisher, aber die Arbeiterklasse war noch nicht vorbereitet, noch nicht willens und noch nicht in der Lage, die so entstandene revolutionäre Situation für die Eroberung ihrer Macht zu nutzen. Sie war dem westdeutschen Imperialismus ausgeliefert, weil sie sich über die Tragweite seines Einflusses und der damit verbundenen Folgen noch nicht bewusst genug war. Ohne vom Marxismus-Leninismus geleitet zu sein, konnte die Revolution in der DDR unmöglich siegen. Ohne die bewaffnete Revolution der von der KPD/ML geführten Arbeiterklasse und werktätigen Massen hätte die Einverleibung der DDR durch die BRD auch gar nicht verhindert werden, wohl aber durch organisierten Widerstand verzögert und zumindest erschwert werden können. Durch den Verzicht, die revolutionäre Situation für die Eroberung ihrer politischen Macht zu nutzen, gab es für die Arbeiterklasse in der DDR keinerlei Grundlage mehr für einen Sozialismus, der sich nicht wieder vom Würgegriff des Revisionismus erdrosseln lässt. So war daher der letzte konterrevolutionäre Akt des Sozialfaschismus der DDR ein Akt der Kapitulation und der Auslieferung an den westdeutschen Imperialismus, an den Weltkapitalismus, den die Arbeiterklasse nicht verhindert hat. Und keine andere Klasse als die Arbeiterklasse hätte dies unter den genannten Voraussetzungen – also grundsätzlich - verhindern können, eben weil sie jene revolutionäre Klasse war, die sich die nötige politische Macht hätte erobern können und müssen.

Revisionismus an der Macht landet stets im Kapitalismus, bereitet den Weg dort hin vor, ob in Deutschland oder anderswo.

 

Um die Unvermeidbarkeit der Wiedererrichtung von Faschismus und Sozialfaschismus für immer zu beseitigen, muss man gegen den Revisionismus für den Sozialismus kämpfen, muss man den Kapitalismus mit Stumpf und Stiel ausrotten. Anders wird dieses Problem niemals gelöst werden können. Das muss der Arbeiterklasse in Fleisch und Blut übergehen ! Ohne den Übergang zur bewaffneten sozialistischen Revolution musste der Volksaufstand in der DDR nach der längst vollzogenen Restauration des Kapitalismus also unweigerlich und unvermeidlich in den offenen Armen des imperialistischen Revanchismus enden. Kein Volk, keine Arbeiterklasse, keine kommunistische Partei wird die Überwindung von Faschismus und Sozialfaschismus an der Macht gründlicher und tiefgreifender vollziehen, als unser Volk, als unsere Arbeiterklasse, als unsere kommunistische Partei, eben weil wir bereits durch die Hölle sowohl des Faschismus`, als auch des Sozialfaschismus` gegangen sind und reichlich Lehrgeld haben zahlen müssen. Aber kein Volk, keine Arbeiterklasse und keine kommunistische Partei muss deswegen wachsamer, energischer, konsequenter, kompromissloser und prinzipienfester für die totale Ausrottung der tiefen und noch stark vorhandenen Wurzeln von Faschismus und Sozialfaschismus, für die sozialistische Revolution und die Diktatur des Proletariats kämpfen – nicht nur im Interesse des eigenen Volkes, der eigenen Arbeiterklasse, der eigenen kommunistischen Partei selbst, sondern vor allem im Interesse der ganzen Völker der Welt, des Weltproletariats und der Komintern / ML. Darin besteht nun einmal unsere heutige Pflicht als proletarische Internationalisten. Und Genossen, 1989/90 war nur der Anfang, wo sich nur ein Teil des deutschen Volkes erhob. Die Arbeiterklasse wird daraus lernen und wir werden ihr dabei helfen. Der Tag wird kommen, wo sich das ganze deutsche Volk gegen die ganze Herrschaft der Bourgeoisie erheben wird. Die Freude der verfaulenden Bourgeoisie Deutschlands, mit der Einverleibung der DDR 1989/90 ihren Untergang noch einmal hinausgezögert zu haben, wird genauso wenig von ewiger Dauer sein wie die DDR, denn was ist eine vereinigte deutsche Bourgeoisie gegen eine vereinigte deutsche Arbeiterklasse, gegen ein vereinigtes deutsches Volk ? Was ist ein Weltimperialismus gegen das vereinigte Weltproletariat, das die Völker der Welt zum Sieg des Sozialismus führt ?

 

Ja, die Herrschenden, sie fürchteten und fürchten mit jedem Tag mehr, dass es ein 1989/90 in ganz Deutschland geben wird, dass sich das deutsche Volk diesmal unter der Führung der Arbeiterklasse und ihrer Vorhutpartei, die KPD/ML, zur sozialistischen Revolution erheben und sie hinwegfegen wird und keiner mehr da ist, der sie retten, beherbergen und wieder aufpäppeln wird. So wie sich die unaufhaltbaren Wassermassen der deutschen Flüsse ihren ungestümen Weg bahnen, so werden auch die Massenströme der Ausgebeuteten und Unterdrückten ganz Deutschlands nicht davon abgehalten werden können, sich unaufhaltsam ihren Weg zum Sozialismus zu bahnen und die Imperialisten darin zu ertränken, denen das Wasser der kapitalistischen Krise schon jetzt bis zum Halse steht. Wenn also die nächste revolutionäre Situation ganz Deutschland erfasst, wenn die gesamte deutsche Bourgeoisie angesichts ihrer politischen Krise nicht mehr so herrschen kann wie bisher, dann muss die Arbeiterklasse entschlossen und ohne zu zögern das Heft in die Hand nehmen, muss sie ihre sozialistische Revolution durchführen, den kapitalistischen Staats- und Unterdrückungsapparat gewaltsam zerschlagen und ihre Diktatur über die Bourgeoisie errichten.

Das ist die marxistisch-leninistische Lehre aus dem Volksaufstand in der DDR 1989/90.

 

 

Nun ist es umgekehrt auch richtig, dass man den Kampf gegen den modernen Revisionismus nicht so weiter führen kann (und darf), wie zu damaligen Zeiten, also wie mit der Schablone über eine Zeit, als die russischen Sozialimperialisten noch die halbe Welt beherrscht hatten, als die beiden Supermächte um ihre Hegemonie stritten, als es noch ein starkes Lager des Warschauer Paktes und des RGW, und als es vor allem noch ein sozialistisches Albanien gab. Auch Jugoslawien, China, Kuba, Nord-Korea und all die anderen revisionistischen Länder, sie alle sind bereits so weit vom Kapitalismus assimiliert, dass ihnen die alte revisionistische Maske schon lange nicht mehr passte, ganz zu schweigen von ihrem ganzen Tross von Revisionisten in Ländern, in denen der Revisionismus nie an der Macht war. Damals sprachen wir vom sowjetischen Revisionismus, vom jugoslawischen, vom chinesischen, vom kubanischen, nordkoreanischen Revisionismus, vom Euro“kommunismus“, vom Revisionismus dieses oder jenes revisionistischen osteuropäischen Landes, das dem Warschauer Pakt und dem RGW angehörte usw. Wir sprachen auch vom albanischen Revisionismus eines Ramiz Alia. Natürlich sprechen wir sehr wohl auch heute noch davon (viel zu wenig!), denn schließlich ziehen die Neo-Revisionisten hieraus ihre Kräfte, haben sie darin ihre Wurzeln, aber ernähren und stärken tun sie sich stets von der Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Ideen, von der Revolutionierung der Arbeiterklasse, von ihrem Klassenkampf. Nun, der Einfluss der Revisionisten von heute auf die Arbeiterklasse ist gegenüber damals auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Das ist wenig tröstlich, denn unter der Niederlage des Sozialismus, den uns die Revisionisten beschert haben, leidet und lahmt die Arbeiterklasse in allen Ländern der Welt, braucht das Weltproletariat wieder Hoffnung und Zuversicht, haben es wahre Kommunisten heute bekanntlich sehr schwer, das verloren gegangene Vertrauen der Arbeiter in den Kommunismus wieder zurückzugewinnen. Und nun kommt das Entscheidende:

 

Wenn wir heute die Arbeiter nicht über den revolutionären Kampf der Sektion DDR der KPD/ML gegen die Revisionisten aufklären, wenn sie nicht erfahren, welchen heldenhaften Kampf die marxistisch-leninistische Weltbewegung mit der Partei der Arbeit Albaniens an der Spitze gegen den Verrat der modernen Revisionismus geführt hat, wenn sie nicht erkennen, dass die Revisionisten im Auftrag des Kapitalismus gehandelt hatten, um der Sache der Arbeiter und dem Sozialismus zu schaden, wenn sie den Unterschied zwischen Wahrheit und Betrug nicht erkennen, die Bedeutung und Notwendigkeit des Kampfes gegen den Revisionismus nicht aus ihren eigenen Erfahrungen begreifen, dann werden sie sich für den Kampf um ihre eigenen Interessen, für den wahren Kommunismus viel schwerer wieder begeistern lassen, werden sie den Einfluss des Anti-Kommunismus nicht abschütteln können, werden sie zukünftig in ihren Abwehrkämpfen schwerste Opfer und Niederlagen hinnehmen müssen, werden sie ohne marxistisch-leninistischen Kompass unter dem Einfluss der weltimperialistischen Ideologie enttäuscht und geschunden umher irren, werden sie dem Revisionismus wieder und wieder auf den Leim gehen und nur unter größten Umwegen und erst nach ungeheuer langer Zeit wieder tatsächlich sozialistischen Boden unter den Füßen gewinnen.

 

Fragt doch mal unter den Arbeitern in Ostdeutschland, wer dort die Sektion der KPD/ML , ihre Rolle und Bedeutung, die sie gespielt hat, kennt ? Das Ergebnis wird niederschmetternd sein ! Und wundert uns das? Wir haben viel zu wenig getan, um das zu ändern. Und nur wir selber können und müssen das unbedingt ändern.

 

Und in welche Richtung geht der ganze revisionistische Trend ? Natürlich geht der in Richtung Globalisierung. Das ist es doch, was wir seit langer Zeit beobachten konnten – internationale Zusammenschlüsse von revisionistischen Organisationen, die zum Teil unserer marxistisch-leninistischen Weltbewegung angehört haben oder daraus hervorgegangen sind !!! War der moderne Revisionismus vor 50 Jahren noch an die Interessen einzelner revisionistischer Nationen gekoppelt, so ist heute eine eindeutige Internationalisierung festzustellen. Und das ist angesichts der Globalisierung des Imperialismus auch gar nicht verwunderlich, denn wem sonst dient der Neo-Revisionismus, wenn nicht dem globalisierten Weltimperialismus ?

 

Der Neo-Revisionismus ist ein Produkt, eine neue Waffe des globalen Weltimperialismus im Kampf gegen den Weltsozialismus, seine Waffe in der Phase der sozialistischen Weltrevolution, in der Phase der Zurückeroberung des Sozialismus. Der moderne Revisionismus war die imperialistische Waffe zur Restauration des Kapitalismus, zur Entmachtung des Sozialismus „in einem Land“, eine Waffe zur Einverleibung .

 

Wir müssen im Kampf gegen den Revisionismus in die Zukunft schauen und dürfen uns nicht vom Blick in die Vergangenheit beherrschen lassen ( wohl aber aus der Vergangenheit lernen). Wir dürfen uns nicht auf die Entwicklung des Revisionismus im eigenen Land oder in einzelnen Ländern beschränken, sondern müssen diese Entwicklung global analysieren und begreifen, also im Zusammenhang mit unserem Kampf gegen den globalisierten Weltimperialismus, und entsprechend müssen wir uns auch global gegen Imperialismus und Revisionismus organisieren, müssen wir dafür unsere globalen Organisationen schaffen, brauchen wir im Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus die Kommunistische Internationale, die Komintern/ML.

 

Heute sind die politischen Verhältnisse also anders, haben die Revisionisten aus unserem Kampf gegen sie gelernt, haben sie sich den neuen politischen Verhältnissen angepasst, haben sie ihre alt und grau gewordene Haut des modernen Revisionismus abgestreift und sind in eine „modernere“ Haut des modernen Revisionismus geschlüpft. Der Einfachheit halber und des besseren Verständnisses für die Arbeiterklasse wegen hat die KPD/ML für diesen vollzogenen Wandel einen eigenständigen Begriff gewählt :

NEO-REVISIONISMUS.

Wer die KPD/ML seit rund 15 Jahren kennt, der weiß wovon wir hier sprechen, denn wir haben uns damit lang und breit auseinandergesetzt, haben Ross und Reiter benannt, also auch die Neo-Revisionisten in Wort und Tat entlarvt und bekämpft, haben unsere ideologischen Waffen geschärft und gegen sie gerichtet . Und was tun sie? Sie warten natürlich ab und schweigen sich darüber aus, denn sie haben Angst, vor der Arbeiterklasse ihr neues Gesicht zu verlieren. So gibt es tatsächlich Leute, die „antirevisionistische“ Analysen über die DDR zusammenschustern, dabei jeden bürgerlichen Furz erwähnen, aber die Sektion der DDR der KPD/ML kackfrech totschweigen, womit sie sich offen in die Fußstapfen des Stasi begeben und letzte Sympathien verwirkt haben.

 

Und tatsächlich steht uns noch der größte Kampf gegen den Neo-Revisionismus bevor, ein Kampf, bei dem es um Sieg und Niederlage der größten aller großen Revolutionen in der Geschichte der Menschheit geht – um die sozialistische WELTREVOLUTION! Dagegen, liebe Genossinnen und Genossen, wird unser Kampf gegen den alten modernen Revisionismus ein Zuckerschlecken gewesen sein !

 

Wie sehen denn nun die Neo-Revisionisten aus ? Sie sehen selbstverständlich so aus, wie es sich die Bourgeoisie im Idealfall vorstellt – nämlich äußerlich nicht zu unterscheiden von den wahren Marxisten-Leninisten von heute, bestens als „Marxisten-Leninisten“ getarnt, Leute aus unserer alten Garde, die neue Leute anwerben, bei uns einschleusen und gegen uns abrichten. Die Bourgeoisie versucht auf diese Weise, die Führung der Marxisten-Leninisten zu übernehmen, die Ausgangsbasis, die Formierung eines marxistisch-leninistische Zentrums zu verhindern, es zu zersetzen, in verschärfte Auseinandersetzungen mit anderen politischen Organisationen, aber auch mit dem Unterdrückungsapparat des Staates zu verwickeln, vor allem sie vor der Klasse und den Massen sorgfältig isoliert zu halten. Diese Isolierung von der Arbeiterklasse, von den Massen, muss von uns unbedingt durchbrochen werden. Das ist die Aufgabe, um die wir uns heute vorrangig zu kümmern haben, ein Problem, das zur Lösung ansteht. Die Bourgeoisie versucht, das nächste Umfeld der marxistisch-leninistischen Führer umzukrempeln, versucht zu spalten und zu zersetzen, Verwirrung und Kapitulantentum zu verbreiten wo und wie sie nur kann. Das ist eine ernsthafte und bedrohliche Situation, in der wir Marxisten-Leninisten uns gegenwärtig befinden. Seht euch die heutige Situation unserer KPD/ML an, dann werdet ihr begreifen, was es heißt, unter den Bedingungen des Neo-Revisionismus zu kämpfen und wie bedrohlich er für uns ist.

 

Der Neo-Revisionist ist heute der gefährlichste unter den Revisionisten, weil er sich als Kämpfer gegen den Neo-Revisionismus tarnt. Wenn es unserer Partei nicht gelingt, mit den Neo-Revisionisten in unseren eigenen Reihen fertig zu werden und wir sie nicht hinaussäubern, wenn es uns nicht gelingt, sie vor der Arbeiterklasse zu diskreditieren und zu entlarven, dann wird die Partei endgültig untergehen. Die Partei stärkt sich stets dadurch, dass sie sich purifiziert, unabhängig davon, wie groß oder wie klein die Partei oder ihre Kraft sein mag. Das ist eine prinzipiell lebenswichtige Frage, mit der wir uns zu jedem Zeitpunkt unseres Kampfes auseinander zu setzen haben, sonst können wir einpacken. Genossen, das ist ein echtes Problem, denn wir befinden uns immer noch in der Phase, wo wir Marxisten-Leninisten uns neu formieren, wo wir Kräfte sammeln, um uns auf die kommenden Schlachten gründlich vorzubereiten unter den veränderten Bedingungen nach dem Sturz der letzten Diktatur des Proletariats in Albanien und insbesondere in einem neo-faschistischen Deutschland, das sich die DDR einverleibt hat und dabei ist, sich ein osteuropäisches Land nach dem anderen einzuverleiben und zu einer der stärksten Säulen der globalisierten Ausbeutungs - und Unterdrückungsmaschinerie des Weltimperialismus geworden ist. Und genau das soll der Neo-Revisionismus bewirken : die Herausbildung der sich globalisierenden revolutionären Weltkräfte in jedem Land zu schwächen und zu zerstören. Deswegen ja auch das Totschweigen der Komintern / ML, bzw. die geringschätzige, ablehnende und feindselige Haltung ihr gegenüber. Genossinnen und Genossen, wacht auf !

 

Die meisten Genossinnen und Genossen haben sich mit diesem neuen feindlichen Gesicht des Neo-Revisionismus noch gar nicht vertraut gemacht, und so mancher will noch immer nicht begreifen, dass man als Marxist-Leninist keinen schablonenhaften Kampf gegen den Revisionismus führen kann, ohne Gefahr zu laufen, ins Leere zu treffen oder sich selber eines Tages im Lager der Revisionisten wieder zu finden. Wir können heute einfach nicht mehr den Kampf gegen den Revisionismus so führen wie ihn die Genossen der Sektion der DDR damals geführt haben. Darüber muss sich jede Genossin und jeder Genosse mit allen dazu gehörigen Konsequenzen klar werden, nicht zuletzt im Interesse des Kampfes der alten Sektion DDR der KPD/ML.

 

Totschweigen gegenüber dem Neo-Revisionismus wäre politisch ein schweres Verbrechen an der KPD/ML und dem Marxismus-Leninismus, denn mit solchem Schweigen wird der schleichende Abbau unserer alten revolutionären Demarkationsgrenze zum Revisionismus geduldet.

 

Wir müssen begreifen lernen, dass die neo-revisionistischen Strömungen versuchen, sich als die auszugeben, die den Marxismus-Leninismus am echtesten und am schöpferischsten interpretieren und anwenden, die sich als leuchtenden Hoffnungsstern für die Rettung des Kommunismus präsentieren. Jede dieser Strömungen bemüht sich, die eigenen antimarxistischen, antileninistischen Ideen dem Marxismus-Leninismus geschickter unterzujubeln als die andere es vermag.

 

Gefährlich sind heute für die KPD/ML solche Leute, die sich als Anhänger der KPD/ML, als Anhänger unseres Genossen Ernst Aust, als Verteidiger der Sektion DDR oder als unsere „Freunde“ und „Bündnispartner“ ausgeben, um unsere Einheit in Wirklichkeit zu verhindern und unsere Kräfte zu zersetzen, sie ins Leere laufen zu lassen und unschädlich zu machen!

 

Neo-Revisionismus in Deutschland – und deutlicher kann man nun wirklich nicht werden ! - heißt vor allem (aber nicht ausschließlich!), sich mit der KPD/ML zu tarnen, sich mit dem Genossen Ernst Aust zu tarnen, sich mit der Sektion DDR zu tarnen, um uns auf diese Weise endgültig los zu werden und fertig zu machen. Neo-Revisionismus heißt Spaltung unserer heutigen Partei und unserer heutigen marxistisch-leninistischen Bewegung nach dem Macht(und Masken-)verlust und dem Zusammenbruch des modernen Revisionismus, heißt neuerlicher Verrat der Revisionisten an der gerade neu entstehenden revolutionären Weltbewegung gegen den globalisierten Weltimperialismus.

 

Die Neo-Revisionisten dienen dem globalisierten Weltimperialismus auf allen Gebieten und sind die neuen Feinde im Lager der marxistisch-leninistischen Weltrevolutionäre, das das internationale Ausbeuter- und Unterdrückungssystem gesetzmäßig erzeugt und gegen es anwächst und unaufhaltsam erstarkt.

Die Schaffung eines neuen weltrevolutionären marxistisch-leninistischen Lagers zu verhindern, die Schaffung eines neo-revisionistischen Gegenlagers, das ist es, was die Weltbourgeoisie will, woran die internationale Konterrevolution arbeitet. Tun wir ihr diesen Gefallen NICHT, liebe Genossinnen und Genossen !

 

Durchkreuzen wir ihre all zu durchsichtigen Pläne ! Kämpfen wir gemeinsam gegen solche „Genossen“ innerhalb und außerhalb unserer Partei, solange wir es noch können !!! Wir sind ein Leben lang mit den Liquidatoren fertig geworden, in welchem Gewand sie sich auch immer getarnt hatten. So sehr sie auch auf die KPD/ML geschworen hatten, das hat diesen Verrätern nie genützt !

 

Wir haben sie ALLE durchschaut, sonst gäbe es uns heute nicht mehr !!!! Mit vereinten Kräften werden wir auch die Liquidatoren von heute erkennen, sie am Kragen packen und uns von ihrem Einfluss befreien.

 

Die KPD/ML soll leben, die KPD/ML wird über ihre Feinde und vor allem über ihre sogenannten „Freunde“ und „Fürsprecher“ siegen, wenn sie tapfer auf ihrem alten, korrekten Pfad des Marxismus-Leninismus bleibt und nicht davon abweicht !!! Seit fast vierzig Jahren steht die KPD/ML in einem heftigen Kampf mit dem Revisionismus. Diese Zeit ist lang genug, um eine Bilanz dieses Kampfes ziehen zu können oder besser gesagt, um zu erkennen, wo die modernen Revisionisten Jugoslawiens, Russlands, Chinas, Euro“kommunismus“ usw. usf. gelandet sind und die von Anfang an zerstrittenen Internationalen der Neo-Revisionisten auch in Zukunft landen werden. Sie alle sind gescheitert und werden scheitern an der Kraft und an der Macht, die die kommende sozialistische Weltrevolution dem Weltproletariat und all den anderen ausgebeuteten und unterdrückten Klassen und Massen der ganzen Welt verleihen wird.

 

Heute ist es unser aller Aufgabe, die Sektion DDR im Besonderen und die KPD/ML im Allgemeinen gemeinsam zu verteidigen gegen solche Leute, die sich nicht nur gern mit fremden Federn schmücken, sondern auch die Partei dazu offensichtlich missbrauchen, ihren parteifeindlichen Kurs unter der revolutionären Flagge der KPD/ML weiterhin fortzusetzen und der Partei zu schmeicheln, uns zu verwirren, uns zu belügen, gegen uns zu hetzen oder uns zum Schweigen bzw. zum Revisionismus zu bringen. Die Sektion DDR der KPD/ML und die KPD/ML des Genossen Ernst Aust gehören der deutschen Arbeiterklasse, dem deutschen Volk, sind historisch wie aktuell die Fortsetzer der sozialistischen Revolution in Deutschland, die einzig wahre Partei, die für ein sozialistisches Deutschland gekämpft hat und weiter kämpfen wird. Sie können nicht mehr betrogen oder liquidiert werden !

Geschichtsfälschung und Verschweigen bzw. Verzerren der KPD/ML in der DDR, eine DDR-Opposition ohne KPD/ML, das ist die allgemeine Linie der Geschichtsschreibung der Bourgeoisie. Dagegen müssen wir uns wehren, müssen wir die Wahrheit verbreiten über die Sektion DDR der KPD/ML, müssen wir ihre Existenz und ihren Kampf dokumentieren in der Arbeiterklasse - sie wach und lebendig halten ! Das ist nicht nur unsere Pflicht gegenüber den ehemals illegalen DDR-Genossen, sondern auch Teil unseres Kampfes für die sozialistische Revolution in ganz Deutschland, für das sozialistische Deutschland der Zukunft. Sie haben in aufopferungsvoller Arbeit unseren Weg geebnet! Erweisen wir uns ihnen gegenüber würdig und bleiben wir wachsam !

 

Lernen wir von ihrem Kampf, aus ihren Siegen und Niederlagen gegen die sozialfaschistische DDR! Verteidigen wir ihre revolutionäre Linie gegen alle, die in „ihrem Namen“ heute noch versuchen, ihren revolutionären Kampf für neo-revisionistische Zwecke zu missbrauchen. Der Vormarsch der KPD/ML ist unaufhaltsam, wenn wir konsequent auf unserem revolutionären marxistisch-leninistische Kurs bleiben. Unser aller Traum war das vereinte, unabhängige, sozialistische Deutschland. Machen wir diesen Traum wahr !! Halten wir das internationalistische Banner des Marxismus-Leninismus stets hoch und rein gegen Imperialismus und Revisionismus !

 



Es lebe die Sektion DDR der KPD/ML !

Es lebe die Sektion der Komintern/ML – die KPD/ML !

Es lebe das Deutschland der sozialistischen Weltrepublik !


 


 

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