Es lebe die gemeinsame Kampffront des ägyptischen und deutschen Proletariats in der globalen Kampffront des Weltproletariats !

Über die dialektische Einheit des gemeinsamen Kampfes des ägyptischen und des deutschen Proletariats

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Geschrieben von Wolfgang Eggers am 27. September 2019

aus Anlass der zweiten Welle der ägyptischen Revolution



Der Sieg der sozialistischen Revolution in Ägypten basiert auf der Zerschlagung der Konterrevolution und des faschistischen Staates durch die Arbeiterklasse im Bündnis mit den armen Bauern!

Der Sieg der sozialistischen Revolution in Ägypten wird gesichert und gefestigt durch die Errichtung der Diktatur des ägyptischen Proletariats.

Hierzu bedarf es nicht nur der solidarischen Unterstützung der Arbeiterklasse aller arabischen Länder, sondern auch der Unterstützung durch die Arbeiterklasse in den imperialistischen Ländern.

So, wie sich die sozialistische Weltrevolution auf die sozialistische Revolution eines jeden Landes stützt, so muss auch die globalisierte Konterrevolution im gemeinsamen Kampf der Arbeiterklasse der einzelnen Ländern nieder geschlagen werden.

Die Konterrevolution in Ägypten wird unterstützt und global gelenkt von der Konterrevolution des Weltimperialismus. Wenn man also die Konterrevolution in Ägypten zerschlagen will , muss man ihre Verbindungen zur internationalen Konterrevolution kappen, muss der Kampf nicht nur gegen die ägyptische Konterrevolution, sondern gegen die globalisierte Konterrevolution, gegen den Weltimperialismus geführt werden. Das ägyptische Proletariat kann diese Aufgabe nicht allein, nicht ohne Unterstützung des gesamten Weltproletariats erfüllen. Hierzu bedarf das ägyptische Proletariat globaler Mittel, die es durch die Solidarität des gesamten Weltproletariats erhält. Das ägyptische Proletariat steht nicht allein im Kampf gegen den Weltimperialismus, welcher Ägypten ausbeutet und unterdrückt.

Das ägyptische Proletariat bildet mit dem Weltproletariat eine gemeinsame Front. Das ägyptische Proletariat kämpft im eigenen Land gegen den Einfluss des Weltimperialismus, während gleichzeitig das Weltproletariat den Einfluss des Weltimperialismus auf Ägypten von außen bekämpft. Das ist die Dialektik der proletarischen Welftront gegen den Weltimperialismus.

In diesem globalisierten Kampf gegen den Weltimperialismus und seine globalisierte Konterrevolution stützt sich die Komintern (SH) vor Allem auf ihre Sektionen, die die gemeinsame proletarische Front von ihrem eigenen Land aus schaffen. Diese gemeinsame Front ist der Form nach eine bilaterale Front, aber dem Inhalt nach eine internationalistische Front, eine gemeinsame Abteilung der proletarischen Weltfront.


Es lebe die gemeinsame Kampffront des ägyptischen und deutschen Proletariats in der globalen Kampffront des Weltproletariats !


Man kann den deutschen Imperialismus nicht zerschlagen, ohne seinen Einfluss in Ägypten zu zerschlagen, ohne ihn endgültig daran zu hindern, das ägyptische Volk weiter auszubeuten und zu unterdrücken. Gleichzeitig wird der deutsche Imperialismus um so leichter besiegt werden, wenn er sich nicht mehr durch Ausbeutung und Unterdrückung fremder Völker weiter stärken kann. Der Sturz des deutschen Imperialismus ist also von gemeinsamem Interesse der ägyptischen und deutschen Arbeiterklasse, woraus sich die Formierung ihrer gemeinsamen Kampffront gegen den deutschen Imperialismus ergibt.

Die Befreiung des ägyptischen und deutschen Volkes vom deutschen Imperialismus ist die gemeinsame Aufgabe des ägyptischen und deutschen Proletariats unter der Führung der ägyptischen und deutschen Sektion der Komintern (SH). Diese gemeinsame Aufgabe können die beiden Sektionen jedoch nur unter zentraler Führung der Komintern (SH) erfolgreich lösen, die die beiden Abteilungen des Weltproletariats zusammenführt und einreiht in die große proletarische Weltarmee. Der Sieg der sozialistischen Weltrevolution über den Weltimperialismus bedeutet auch ein Sieg über den deutschen Imperialismus, bedeutet die Beendigung der Ausbeutung und Unterdrückung des ägyptischen Volkes durch den deutschen Imperialismus. Auf die gleiche Weise wird die Ausbeutung und Unterdrückung des ägyptischen Volkes durch alle anderen Imperialisten auf der Welt bekämpft, beseitigt und damit beendet.


In diesem Artikel geht es insbesondere um den Kampf gegen den deutschen Imperialismus, einer der vielen imperialistischen Feinde der ägyptischen Arbeiterklasse und der ägyptischen armen Bauern.

Zu den Weltimperialisten gehören auch die deutschen Imperialisten, die die Konterrevolution in Ägypten unterstützen.

Der proletarische Internationalismus unter den Bedingungen der Globalisierung bedeutet für die Komintern (SH), dass sich ihre Sektionen im gemeinsamen Kampf vereinigen. So wie die ägyptische Sektion in ihrem Land den Faschismus bekämpft, so kämpft die deutsche Sektion in ihrem Land gegen die Unterstützung des faschistischen Regimes in Ägypten durch die deutschen Imperialisten. Es geht darum, eine gemeinsame anti-imperialistische und anti-faschistische Weltfront aufzubauen, in der sich die ägyptische und die deutsche Arbeiterklasse zu einer Kampffront zusammengeschlossen hat.


Bekämpfen wir gemeinsam die räuberischen Interessen des deutschen Imperialismus in Ägypten !

Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt in Ägypten die faschistische Diktatur von Al-Sisi.

Ägyptens Repressionsapparate sind für brutale Folter sowie für das Verschwindenlassen missliebiger Personen berüchtigt. Sie werden seit Jahren von Berlin sowie der EU unterstützt - gewöhnlich im Namen der Flüchtlingsabwehr.

So trainieren deutsche Polizisten ihre ägyptischen Kollegen und statten sie mit Gerät aller Art aus. Ägyptische Geheimdienste kooperieren eng mit deutschen Stellen. Deutsche Regierungsberater wissen selber, dass die deutsche Beihilfe für Ägyptens Repression dazu beiträgt, die Revolution zu beschleunigen anstatt zu bändigen.

Hintergrund ist zum einen die dramatisch zunehmende Armut. So leben laut offiziellen Angaben der Regierung zur Zeit 33 Prozent der rund 100 Millionen Ägypter unterhalb der Armutsgrenze; 2015 waren es noch 28 Prozent gewesen. Die Angaben gelten jedoch als zu niedrig; die Weltbank etwa ging im April dieses Jahres davon aus, gut 66 Millionen Ägypter seien arm oder zumindest armutsgefährdet. Die Streichung von Subventionen sowie ein deutlicher Anstieg der Preise für Treibstoff und Grundnahrungsmittel haben die Empörung insbesondere unter der Jugend massiv geschürt. Hinzu kommt verbreitete Wut über die grassierende Korruption. Junge Männer sind besonders betroffen und stehen daher an der Spitze der Revolution. Beobachter sprechen von einer möglichen neuen Protestgeneration nach derjenigen aus dem Jahr 2011.

Brutale Unterdrückung durch den faschistischen Polizei- und Militärapparat

Bislang hatte die brutale Gewalt, mit der die Regierung unter dem Faschistenführer Al Sisi seit 2013 jegliche Opposition niederhält, größere Proteste verhindert - trotz wachsenden Unmuts in der Bevölkerung. Jeder, der Kritik äußert, wird festgenommen. Folter und Polizeiwillkür sind an der Tagesordnung. Tatsächlich wurden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen seit dem Militärputsch im Juli 2013 rund 60.000 Personen aus politischen Gründen inhaftiert; Hunderte sind in politisch motivierten Gerichtsverfahren zum Tode verurteilt worden. Allein von Juli 2013 bis August 2018 verschwanden über 1.500 Menschen aus staatlichem Gewahrsam. Ihr Schicksal ist unbekannt. Der Tod des 28-jährigen italienischen Journalisten Giulio Regeni, der am 3. Februar 2016 in Kairo ermordet aufgefunden wurde, ist immer noch nicht aufgeklärt; seine Leiche trug Spuren von Folter, wie sie als typisch für die ägyptischen Repressionskräfte gelten. Auch nach dem vergangenen Freitag reagiert die Regierung in Kairo mit Gewalt: Menschenrechtler aus Ägypten berichten von Massenfestnahmen; das Egyptian Centre for Economic and Social Rights hat bereits mehr als 1000 Fälle dokumentiert. Viele von ihnen haben demnach mit Anklagen wegen angeblicher Zugehörigkeit zu einer „terroristischen Organisation“ zu rechnen.

Die deutsche Regierung unterstützt die faschistische Regierung von Al Sisi systematisch - und dies schon seit Jahren. Kanzlerin Angela Merkel empfing den ägyptischen Machthaber zum ersten Mal Anfang Juni 2015 in der deutschen Hauptstadt; der von Protesten begleitete Besuch half Al Sisi, nach dem Kairoer Militärputsch vom 3. Juli 2013 sowie den anschließenden Massakern, bei denen mutmaßlich mehr als 3.000 Zivilisten umgebracht wurden, das aufs Schwerste beschädigte Ansehen der ägyptischen Staatsführung international aufzupolieren. Bereits damals war die Bundesregierung zudem dabei, ihre Zusammenarbeit mit Ägyptens Repressionsapparaten auszubauen. Dabei ging es insbesondere um die bilaterale Polizeikooperation. Hintergrund war vor allem die Absicht der deutschen Regierung, Kairo in die Flüchtlingsabwehr der EU einzuspannen. Zeitgleich wurde der Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen angeschoben. So unterzeichnete Siemens-Chef Joe Kaeser am 3. Juni 2015 in Anwesenheit Al Sisis und des damaligen Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel eine Vereinbarung zum Ausbau der maroden ägyptischen Energieversorgung. Dies galt nicht nur als Beitrag zur Konsolidierung der Kairoer Regierung; mit einem Volumen von gut acht Milliarden Euro handelte es sich um das größte Kraftwerksgeschäft in der Geschichte des Siemens-Konzerns.

Mit deutscher Hilfe

Insbesondere die Zusammenarbeit in puncto Repression hat Berlin seitdem kontinuierlich gestärkt. Dabei geht es weiterhin auch darum, die ägyptische Grenzpolizei bei der Flüchtlingsabwehr zu unterstützen. So hat die Bundesregierung einen "grenzpolizeilichen Verbindungsbeamten" an der deutschen Botschaft in Kairo etabliert und Lehrgänge für ägyptische Grenzpolizisten organisiert. Darüber hinaus hat die Bundespolizei Ägypten offiziell Ausstattungshilfe geleistet. Zuletzt wurden der ägyptischen Grenzpolizei im März 2019 Satellitentelefone und GPS-Geräte überlassen. Außer den deutschen Behörden arbeitet - auf EU-Ebene - auch die Flüchtlingsabwehragentur Frontex mit Kairo zusammen. Offizieller Rahmen dafür ist der sogenannte Migrationsdialog, den die EU und Ägypten am 16. Dezember 2017 aufnahmen und der am 25. Juni 2019 in seine zweite Runde ging. Die Repressionszusammenarbeit geht allerdings klar über die gemeinsame Flüchtlingsabwehr hinaus. So hat die Bundesregierung bestätigt, dass es eine enge Zusammenarbeit mit Ägyptens Geheimdienst GIS (General Intelligence Service) gibt, der sogar offiziell eine Verbindungsbeamtin in die deutsche Hauptstadt entsandt hat. Nicht zuletzt gehörte Ägypten in den Jahren 2016 und 2017 zu den größten Kunden der deutschen Rüstungsindustrie.

Bereits heute ist Deutschland mit 7,1 Milliarden US-Dollar größter Gläubiger Kairos hinter internationalen Organisationen (28,4 Mrd. US-Dollar) und den Golfmonarchien (23,1 Mrd. US-Dollar).

Zudem hat sich Al Sisi in seinem eigenen faschistischen Lager Feinde gemacht. Zu denen, die Al Sisis Regierung ins Gefängnis hat werfen lassen, zählen auch einstige Inhaber führender Staatsämter, darunter einstige hochrangige Militärs. Diese oppositionellen Kräfte im Lager der ägyptischen Klassenfeinde sind am Sturz von Al-Sisi interessiert, um sich selber an die Macht zu putschen. Wir schon bei Mubarak wollen die Militärs die aufständischen Massen vor ihren eigenen faschistischen Karren spannen. Die deutschen Imperialisten sind daran interessiert, dass in Ägypten Ruhe und Ordnung herrscht, um ungestört Profite zu machen. Die Unterstützung des Faschismus in Ägypten kann also für die deutsche Regierung nach hinten los gehen.Je mehr die deutschen Imperialisten das faschistische Regime unterstützen, desto mehr entfesseln sie dadurch die ägyptische Revolution. Gleichzeitig organisiert die Bundesregierung ihre PR-Offensive, mit der die westlichen Umsturzziele in der islamischen Staatenwelt gefördert werden. „Unterstützung“ des „arabischen Frühlings“ zwecks Profitmaximierung !

Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr Rüstungsexporte in Rekordhöhe an Ägypten genehmigt. Wie die Regierung bestätigt, beläuft sich der Wert der Zusagen, die 2017 getätigt wurden, auf rund 428 Millionen Euro. Kairo erhält unter anderem U-Boote, die von ThyssenKrupp Marine Systems gefertigt werden. Die Lieferungen erfolgen, obwohl gegen das ägyptische Militärregime Vorwürfe wegen schwerster Menschenrechtsverletzungen erhoben werden. Die ägyptische Marine unterstützt zudem den Krieg, den eine von Saudi-Arabien geführte Koalition gegen den Jemen führt. Die Koalition wird ebenfalls weiter mit deutschen Waffen aufgerüstet. Die Waffenexporte werden an die Vereinigten Arabischen Emirate zuletzt ausgeweitet trotz der humanitären Katastrophe, in die sie den Jemen stürzt.

Ägypten ist der bedeutendste deutsche Wirtschaftsstandort auf dem afrikanischen Kontinent nach Südafrika. Von neuen Infrastrukturprojekten wollen deutsche Firmen, etwa Siemens, mit Milliardenaufträgen profitieren. Den Geschäften wird nicht zuletzt deshalb Bedeutung beigemessen, weil sie die Stellung Deutschlands in Ägypten erheblich stärken könnten - gegen den wachsenden Einfluss nicht zuletzt Russlands. Moskau hat in den letzten zwei Jahren seine Kooperation mit Kairo deutlich intensiviert, wird unter anderem den Bau eines ägyptischen Kernkraftwerks unterstützen und die Zusammenarbeit mit den ägyptischen Streitkräften ausbauen.

Ein Polizeiabkommen zwischen beiden Ländern ist in Vorbereitung, gemeinsame Schulungen werden abgehalten. Die Maßnahmen zielen nicht zuletzt auf die Flüchtlingsabwehr. Das Bemühen der deutschen Regierung um eine neue Zusammenarbeit mit Kairo ist der jüngste Schritt in einer Reihe gescheiterter Versuche, stärkeren Einfluss auf Ägypten, ein Schlüsselland in Nah- und Mittelost, zu gewinnen. Die Kooperation der Bundesrepublik mit dem Mubarak-Regime endete mit dessen Sturz. Ihre Zusammenarbeit mit der ägyptischen Muslimbruderschaft endete 2013 mit der gewaltsamen Absetzung des islamistischen Präsidenten Muhammad Mursi durch das ägyptische Militär. In beiden Fällen hat die deutsch-ägyptische Kooperation repressive Elemente gestärkt. Berlin knüpft nun erneut daran an.

Gleichzeitig fängt die deutsche Regierung an, ihren Einfluss auch auf die ägyptische Opposition auszudehnen, um sie ihren imperialistischen Interessen unterzuordnen. Die deutschen Imperialisten werden zur Zeit von der Sorge getrieben, dass sich die ägyptische Revolution negativ auf ihre Niedriglohn-Investitionen in Ägypten auswirken.

Die parteinahen Stiftungen spielen eine wichtige Rolle bei den Bemühungen der deutschen Regierung, im Verlauf der Revolutionen in den Ländern Nordafrikas den Einfluss des deutschen Imperialismus zu verstärken. Die Adenauer-Stiftung hatte zu diesem Zweck neue Kontakte zu Kreisen der Opposition aufgebaut und sich insbesondere um konservativ islamische Kräfte bemüht. Wie alle anderen Parteienstiftungen (die Friedrich Ebert-Stiftung der SPD und die Naumann-Stiftung der FDP) wird die Adenauer-Stiftung zum überwiegenden Teil von Steuergeldern der Bürger finanziert: Diese Stiftungen arbeiten eng mit den Berliner Ministerialbürokratien zusammen. Ihre Aktivitäten im konservativ islamischen Milieu erfolgen zu einer Zeit, da die Vereinigten Staaten eine engere Kooperation mit der Muslimbruderschaft in die Wege leiten, was sich auf die imperialistischen Interessen Europas schädigend auswirkt. Ägyptische Funktionseliten sind ins deutsche Netzwerke eingebunden, um damit deutschen Unternehmen Zugang zu exklusivem Wissen sowie zu neuen Märkten zu ermöglichen.

Deutsche Unternehmerverbände drängen Ägypten zu einer weitreichenden Deregulierung seiner Wirtschaft zugunsten ausländischer Konzerne. Wenn es nach den deutschen Imperialisten gehen würde, müsste Kairo den ägyptischen Markt noch weiter öffnen und Subventionen, die armen Bevölkerungsschichten zugute kommen, auf ein Minimum zu schrauben. Das fordern die Bundesverbände der Deutschen Industrie (BDI) und des Groß- und Außenhandels (BGA). Auch Streiks seien einzudämmen, heißt es in Firmenkreisen; als Vorbild könnten deutsche Gewerkschafter "sozialpartnerschaftliches Verhalten" vermitteln (!!!) Hier kommt dann die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD und der deutsche Gewerkschaftsbund ins Spiel.

Ungeachtet der anhaltenden Proteste in den arabischen Ländern stellen deutsche Unternehmen den dortigen Regimen weiterhin Repressionstechnologie zur Verfügung. Ende Februar präsentierten mehrere Firmen aus der Bundesrepublik auf einer Messe in Dubai, die sich an Polizeien und Geheimdienste aus dem Mittleren Osten und aus Afrika richtete, modernste Technik zur Kontrolle des Internets. Produkte zur Verortung von Mobiltelefonen sowie zum Ausspionieren von Computerfestplatten wurden ebenfalls angeboten. Der Export sogenannter Sicherheitstechnologie gilt deutschen Unternehmen als recht lukrativ: Das Wirtschaftsministerium schätzt den Security-Weltmarkt auf gut 100 Milliarden Euro im Jahr - mit steigender Tendenz -, es unterstützt die deutsche Repressionsindustrie seit November 2010 mit einer neuen "Exportinitative Sicherheitstechnologien". Erst im Januar hielt sich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto, zu Gesprächen über Security-Vorhaben in den Vereinigten Arabischen Emiraten auf. Deutsche Spionagesoftware wurde an den ägyptischen Inlandsgeheimdienst geliefert .

Während die deutsche Regierung den Eindruck in der Öffentlichkeit zu wecken versucht, dass sie die arabischen Demokratiebewegungen unterstützt und die faschistische Regierung von Al-Sisi zur „Mäßigung“ ermahnt, folgt sie verstärkt ihrer imperialistischen Politik in der arabischen Welt. Da die Hegemonie von USA und EU über die Ressourcengebiete des Mittleren Ostens bedroht ist, schreckt die deutsche Regierung nicht davor zurück, ihre imperialistische Politik auch mit Mitteln militärischer Gewalt fortzusetzen.


Rückblick in die Geschichte der Ausplünderung Ägyptens durch den deutschen Imperialismus

Was haben deutsche Soldaten in Afrika zu suchen, außer einen verbrecherischen Angriffskrieg zu machen. Wie jeder Imperialist versucht man mit Waffengewalt zu rauben, zu plündern und ein fremdes Volk zu unterwerfen.

Es gibt genügend Bilder von ägyptischen Polizisten, die den Hitlergruss machen und auch noch stolz darauf sind.

Das ägyptische Militär und der Mukhabarat sind nicht nur in den 1950er Jahren von der Bundesrepublik nach Kräften unterstützt worden. Sie erhalten nach einer Unterbrechung, die aus einem außenpolitischen Strategiewechsel der Vereinigten Staaten resultierte, seit Ende der 1970er Jahre erneut Rüstung und Training in der Bundesrepublik. Hintergrund sind geostrategische Erwägungen zur Kontrolle der mittelöstlichen Ressourcengebiete. Die Unterstützung wird daher trotz der aktuellen Foltervorwürfe fortgeführt.

Die Bundesrepublik begann bereits kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mit Maßnahmen zum Training und zur Aufrüstung der ägyptischen Streitkräfte - unter Nutzung einstiger Offiziere aus Wehrmacht und SS. Diese waren mit Billigung der Vereinigten Staaten in Kairo aktiv.

Lieferung von Maschinenpistolen an Ägypten. Deutsche Waffen tragen damit zu den seit je anhaltenden Spannungen in dem Gebiet bei.

Die Bundesregierung ist die direkte Rechtsnachfolgerin der Plünderer ägyptischer Kulturschätze, die von der Deutschen Wehrmacht tonnenweise nach Berlin verschleppt oder zerstört wurden. Berlin liegt deswegen mit der ägyptischen Regierung im Streit. Nach Berliner Auffassung sind entwendete Kostbarkeiten der ägyptischen Geschichte "durch Zeitablauf" in deutschen Besitz übergegangen. Das Berliner Auftreten zeugt von Arroganz imperialistischer Räuber und wird vom Weltproletariat verurteilt, verbunden mit der Forderung, Kriegsraubgüter sofort zurück zu geben. Schluss mit Kulturblockade der Bundesregierung gegenüber dem ägyptischen Volk !

Deutsche Rüstungsexperten waren bereits in den 1950er und 1960er Jahren in einen Kampf um Einfluss auf die ägyptische Armee verwickelt. Bis 1963 beteiligten sich ehemalige NS-Funktionäre mit Billigung der Bundesregierung an der Entwicklung ägyptischer Raketen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen Tausende Nationalsozialisten aus Europa. Was lange unbekannt war: Ägypten und Syrien heuerten Dutzende NS-Männer und Kriegsverbrecher aus dem Dritten Reich an. Untergetaucht nach dem Zweiten Weltkrieg, von der katholischen Kirche gedeckt und schließlich in den Nahen Osten gelockt. Sie wurden Geheimdienstler, Generäle, Propaganda-Berater oder Lobbyisten. Sie sollten eine gesamt-arabische Armee aufbauen, eine Millionen starkes Heer. Eine Armee, die über eine einheitliche Kommandostruktur und eine faschistische Militärdoktrin verfügen sollte. Das erschien den Führern der Arabischen Liga wichtig, als ein erster Schritt zur Föderation ihrer Staaten. Die Sache selbst war streng geheim. Nur König Faruk und Adel Sabit, die Führer der Arabischen Liga und der Generalstab der ägyptischen Armee waren eingeweiht, dass der Nazi Schmitt mit mehr als 70 deutschen Nazis im Gefolge nach Ägypten kamen.

1951 lud König Faruks Bruder einen Mann nach Ägypten ein, der als leitender Manager des deutschen Industriegiganten Reichswerke Hermann Göring in der Tschechoslowakei massiv Zwangsarbeiter eingesetzt hatte. Sein Name: Wilhelm Voss. Er hatte zwei Aufgaben. Er sollte die ägyptische Rüstungsindustrie entwickeln. Dazu gehörten Ingenieure von Borsig, Rheinmetall und Krupp und Raketentechniker, die vergeblich versuchten, eine Rakete für Ägypten zu bauen. Sie unterstanden Voss und seinem Sekretär Josef Tiefenbacher, einem ehemaligen SS-Mann aus dem engeren Stab Heinrich Himmlers, und tagten in Räumen des ägyptischen Kriegsministeriums. Der Chef war Wilhelm Fahrmbacher, ein ehemaliger Artilleriegeneral, Sein Büro lag direkt neben dem des Generalstabschefs der ägyptischen Armee. Die importierten Nazis mischten in allen Abteilungen des Militärs mit. Taktische und operationelle Beratung, Ausbildung an den Waffen, Reorganisation der Rekrutierung, praktisches Training, Waffenlagerung. Ägypter wurden von den deutschen Offizieren für Operationen von Spezialeinheiten trainiert - wie eine Art Blitzkrieg oder Nachtkämpfe. Während des Krieges bewunderten viele Ägypter Rommel, seine Schlagkraft gegen die englischen Kolonialisten, die von den Ägyptern gehasst wurden, weil sie die imperialistische Besatzungsmacht waren. Die Ägypter stellten sich unter den Schutz der Nazis, um die britischen Besatzer loszuwerden. Diese Sympathien für Deutschland nutze die Bundesregierung nach dem Krieg für ihre eigenen imperialistischen Interessen aus. Im Wirtschaftsministerium war man sehr interessiert an Kontakten zur ägyptischen Militärberatergruppe der Nazis, weil man sich davon erhoffte, dass dadurch lukrative wirtschaftliche Aufträge an deutsche Firmen vergeben würden. 1951 benötigte Voss für die Entwicklung der ägyptischen Rüstungsindustrie Maschinen, Transportmittel und Ausrüstungsgegenstände aller Art, die er aus Deutschland importieren ließ. Das Wirtschaftsministerium unterstützte ihn, indem es ihm die Ausreise erleichterte und bestimmte Experten empfahl. Voss orderte deutsche Produkte zur Ausstattung der ägyptischen Armee. Andere Militärausbilder entdeckten bald eine noch lukrativere Berufung: als Vertreter der deutschen Wirtschaft. In den Fünfzigerjahren versuchte Deutschland den Wiederaufbau. Die Industrie suchte Abnehmer. Und die von der Kolonialherrschaft befreiten arabischen Länder waren für sie ein vielversprechender Markt. Insgesamt haben viele, auch ehemalige Nazis, als Vertreter deutscher Firmen im Nahen Osten gearbeitet, und manche haben das Naziimage auch für ihre Firmengeschäfte genutzt. Es gibt den Bericht von einem Kaufmann, der mit Hitlergruß aufgetreten ist, weil er meinte, dieses würde das Geschäft fördern. Mercedes-Benz, VW, Siemens, Quandt kamen mit Ägypten ins Geschäft. Voss beriet den Rüstungsspezialisten Flick und den Flugzeugbauer Heinkel in der arabischen Welt. Mitte der 50er-Jahre allerdings veränderte sich die Lage. Gamal Abdel Nasser übernahm 1954 die Macht in Ägypten. Er wandte sich dem russischen Sozialimperialismus zu. Im September 1955 unterzeichnete er ein Waffenlieferungsabkommen mit der UdSSR. Die Waffen kamen über die Tschechoslowakei. Nach einem BND-Bericht trug Voss auch zu diesen Transaktionen sein Teil bei, indem er seine früheren Kontakte zur Tschechoslowakei reaktivierte. Die alten Kontakte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs erlaubte es den alten Nationalsozialisten, den Krieg gegen Frankreich und Großbritannien fortzusetzen und ihren Überzeugungen treu zu bleiben, ohne Angst vor Strafe haben zu müssen. Der Bundesnachrichtendienst umwarb sie dennoch: „M. wäre bei richtiger Führung und Anleitung vermutlich ein Positivum für die Bundesrepublik im gesamten arabischen Raum. … Wenn möglich, dann Ziel auf weite Sicht M. für uns zu gewinnen!“ 1956 wurde Mertins BND-Mitarbeiter, Beisner 1957. Auch Ägyptens Präsident Nasser wollte nicht ganz auf die alten Nationalsozialisten verzichten. Joachim Deumling, ehemaliger Gestapo-Chef, wurde Sicherheitsberater des ägyptischen Nachrichtendienstes. Und für die Abteilung Propaganda kam 1956 ein ehemaliger Mann von Joseph Goebbels nach Kairo: Johann von Leers. Der Bundesnachrichtendienst warb ihn als Quelle an, Deckname: Nazi-Emi - Goebbels’ rechte Hand. Das zentrale Instrument des Dritten Reichs war das Radio, das in Nordafrika und dem Nahen Osten täglich die Naziideologie in lokaler Sprache verbreitete. In Ägypten rekrutierte er in den 60er-Jahren noch einmal einige wissenschaftliche Mitarbeiter des Dritten Reichs, um Raketen zu bauen. Artur Schmitt, der General, mit dem in Ägypten alles begann, kehrte nach Deutschland zurück. Er ging in die Politik und wurde 1966 Abgeordneter der NPD im Bayerischen Landtag. Auf Wahlplakaten posierte er in Wehrmachtsuniform, mit NS-Adler und Hakenkreuz.

Der ägyptische Raketenbau mit Hilfe der importierten Nazis war auch für die israelische Bourgeoisie eine direkte Bedrohung. Wie aus Dokumenten des israelischen Geheimdienstes bekannt wurde, hat dieser ausgerechnet einen der berüchtigten Naziverbrecher angeheuert – den Waffen-SS-Offizier Skorzeny. Dieser hat im Auftrag des Mossad den im Dienst des ägyptischen Militärs stehenden Nazi-Raketentechniker Heinz Krug ermordet. Krugs Leiche wurde in einem Wald nahe München mit Säure verätzt und dort verscharrt. Zum Dank strich Israel den Namen Skorzeny aus dem Fahndungsregister der verfolgten Naziverbrecher.