Rote

Gewerkschafts-Internationale

 

 

 

 

Schulungstexte der Komintern ML.

(Auszug aus dem Lehrbuch über die politischen Grundlagen der marxistisch-leninistischen Militärwissenschaft und der weltrevolutionären Klassenkriegskunst)





Demonstrationen, Streiks und Generalstreik

Die Unvermeidbarkeit der Anwendung von Gewalt

im gewerkschaftlichen und politischen Kampf gegen die Krise des Kapitals



Demonstrationen und Kundgebungen

Auf Demonstrationen und Kundgebungen tragen die Arbeiter ihre Forderungen und den Kampf für die Durchsetzung ihrer Forderungen auf die Straße, sind sie bestrebt, ihre große Zahl, ihre Macht, ihr Klassenbewusstsein und ihre Entschlossenheit öffentlich zu demonstrieren. „Es ist Zeit“, sagte Lenin, „auch bei den Arbeiterdemonstrationen jene Züge hervorzuheben und in den Vordergrund zu rücken, die sie dem wirklichen offenen Kampf um die Freiheit immer näherbringen“ (Lenin, Band 8, Seite 20).

Mit der Straße beginnt das Proletariat, seine Macht zu erobern.Und Lenin skizziert mit wenigen Worten wie sich der Arbeiter die Straße erkämpft und sie in eine breite Heerstraße der Befreiung aller Werktätigen verwandelt:

„Bald wird der Tag kommen, da das Arbeitervolk sich in den Städten nicht nur erheben wird, um mit Rufen durch die Straßen zu ziehen, sondern sich zum gewaltigen Endkampf erheben wird, da die Arbeiter wie ein Mann sagen werden: `Wir fallen im Kampf oder erringen die Freiheit!` , da an die Stelle von Hunderten im Kampf Getöteter und Gefallener Tausende neuer, noch entschlossenerer Kämpfer treten werden. Auch die Bauern werden sich dann erheben, werden sich in ganz Russland erheben und den Arbeitern der Städte zu Hilfe eilen, werden sich für die Freiheit der Arbeiter und Bauern bis zu Ende schlagen. Keine Zarenregimenter werden dann standhalten können. Der Sieg wird auf Seiten des Arbeitervolkes sein, und die Arbeiterklasse wird die breite Heerstraße zur Befreiung aller Werktätigen von jeder Unterdrückung beschreiten, die Arbeiterklasse wird von der Freiheit Gebrauch machen, um für den Sozialismus zu kämpfen“ (Lenin, Band 6, Seite 427).

Lenin antwortete auf den Brief eines Studenten der Petersburger Universität anlässlich des in der Iskra veröffentlichten Leitartikels “Was tun?“ wie folgt:

„Uns scheint, der Briefschreiber (...) unterschätzt die organisatorische Seite der Demonstrationen. In diesem wichtigsten Punkt haben wir noch sehr wenig getan, und es gilt, die Kräfte vor allem und am meisten für die Organisation einzusetzen. Solange wir nicht über fest zusammengeschweißte revolutionäre Organisationen verfügen, die fähig sind, einige Trupps ausgewählter Leute in Marsch zu setzen und so eine Demonstration allseitig zu leiten – solange sind Fehlschläge unausbleiblich. Wird sich aber erst eine solche Organisation bilden und im Verlauf der Arbeit selbst, durch wiederholte Erfahrungen, festigen – dann wird sie (und nur sie) die Frage lösen können, wann und wie man sich bewaffnen muss, wann und wie man von der Waffe Gebrauch machen muss [Hervorhebung vom Verfasser]. Diese Organisation wird eine ernste Arbeit zu leisten haben, um die `Schnelligkeit der Mobilisierung` (ein sehr wichtiger Umstand, den der Briefschreiber mit vollem Recht hervorgehoben hat) zu beschleunigen, um die Zahl der aktiven Demonstranten zu vergrößern, um die Ordner auszubilden, um die Agitation unter den Massen zu verbreitern, um die `Menge der Neugierigen` zur Teilnahme `an der Aktion` heranzuziehen und um die Truppen zu `verführen`. Eben deshalb, weil ein Schritt wie der Übergang zum bewaffneten Straßenkampf `schroff` und weil er `früher oder später unvermeidlich` ist, kann und darf in nur eine starke revolutionäre Organisation machen, welche die Bewegung unmittelbar leitet“ (Lenin, Band 6, Seite 254).

1903 verfasste Lenin einen Resolutionsentwurf für den II. Parteitag der SDAPR, in dem es hieß:

„Der Parteitag betrachtet die Veranstaltung öffentlicher Demonstrationen gegen die Selbstherrschaft als äußerst wichtiges Mittel zur politischen Erziehung der Arbeitermassen. Dabei empfiehlt der Parteitag erstens, für die Demonstrationen insbesondere solche Zeitpunkte und Bedingungen auszunutzen, wenn eine Schandtat des Zarismus in besonders breiten Schichten der Bevölkerung das Gefühl der Empörung geweckt hat; zweitens, die Anstrengungen vor allem darauf zu richten, dass zur Teilnahme an den Demonstrationen breite Massen der Arbeiterklasse herangezogen und dass die Demonstrationen – sowohl hinsichtlich ihrer Vorbereitung als auch des Ordnerdienstes während der Demonstrationen selbst und der Leitung der Abwehr von Militär und Polizei durch die Demonstranten – möglichst gut organisiert werden; drittens, mit der Vorbereitung bewaffneter Demonstrationen zu beginnen, wobei die diesbezüglichen Anweisungen des ZK streng einzuhalten sind. Der Parteitag empfiehlt ferner allen Komitees und sonstigen Parteiorganiosationen, die Vorbereitung des bewaffneten Aufstands allseitig zu erörtern und aus allen Kräften danach zu streben, in den Arbeitermassen die Überzeugung zu verbreiten, dass der Aufstand notwendig und unumgänglich ist. Mit den praktischen Maßnahmen, die schon jetzt zur Vorbereitung des Aufstands ergriffen werden können, betraut der Parteitag ausschließlich und vollständig das ZK“ (Lenin, Band 6, Seite 467). Dass Lenin hier die Vorbereitung des Aufstandes in einen Resolutionsentwurf über Demonstrationen eingebracht hat, zeigt die besondere Bedeutung, die er den Demonstrationen für den Aufstand beimaß. Die Oktoberrevolution hat diese Bedeutung der Demonstration vollauf bestätigt. Lenin untersuchte den unterschiedlichen Charakter von Demonstrationen und ihre verschiedenen Formen. Er unterschied mehrere Typen von Demonstrationen, höhere und niedere Typen. Als höchsten Typ bezeichnete er jene landesübergreifenden (bewaffneten) Massendemonstrationen, die zu offenen Ausbrüchen der revolutionären Volksbewegung führen und schließlich zum bewaffneten Aufstand überleiten. Von der Straßenkundgebung zum bewaffneten Straßenkampf verfolgte Lenin eine direkte Linie der bolschewistischen Taktik. (Zur Kampfform der eigentlichen Stadtguerilla wird im Rahmen des Kapitels „Bürgerkrieg“ noch an anderer Stelle genau eingegangen werden.)

Demonstrationen sind also zweifellos eine ernstzunehmende Wissenschaft, eine Form des Klassenkampfes, eine organisierte Aktion und Kampfhandlung und insbesondere in dessen gewaltsamen, militanten, illegalen etc. Ausprägung und Ausweitung – und somit fester Bestandteil der marxistisch-leninistischen militärischen Wissenschaft – das ist aus den kurzen Zitaten Lenins über Demonstrationen mehr als deutlich geworden. Insbesondere stellen sich die Marxisten-Leninisten die Aufgabe, sich an die Spitze der spontanen Demonstrationen zu stellen und diese in politische Demonstrationen umzuwandeln, sie für die Ziele des Kommunismus auszunutzen, um eines Tages genug Kraft und Fähigkeit zu entwickeln, die eigenen Demonstrationen selbständig auf die Beine zu stellen. Die Frage der Internationalisierung von Demonstrationen ist im weitesten Sinne eine Frage des Herankommens an die proletarische, sozialistische Weltrevolution, eine Kampfform, die das Weltproletariat in seiner Gesamtheit in zunehmenden Maße der Globalisierung vielfältig nutzen kann und wird. Die Kampfform der Demonstration erhält durch ihren globalisierten Inhalt eine neue historische globalisierte Form, eine qualitativ höhere Form, die sich im weiteren Verlauf des internationalen Klassenkampfes unvermeidlich herausbilden wird.

Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen, Betriebsbesetzungen bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen mit Polizei und Armee des kapitalistischen Staates sind kein „Abladen von Emotionen“, sondern Ergebnis und konkreter Ausdruck des gewachsenen politischen Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse und der übrigen ausgebeuteten Massen, der Verschärfung der Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit auf der ganzen Welt und der tiefen Krise, in der der Weltkapitalismus steckt. In der jahrhunderelangen Geschichte der Demonstrationen als besondere Kampfform, hatte sich deren Inhalt häufig verändert. Revolutionäre Demonstrationen werden vom Klassenfeind im Allgemeinen verboten, erkennungsdienstlich verwendet, demagogisch diffamiert, gewaltsam aufgelöst, werden Gegendemonstrationen organisiert etc. Die konterrevolutionären Maßnahmen gegen revolutionäre Demonstrationen sind genauso vielfältig wie zahlreich. Bekannt ist die Trennung von den „guten, den friedlichen“ von den „bösen, gewalttätigen“ Demonstrationen (wobei nicht jede gewalttätige Demonstration auch gleichzeitig eine revolutionäre Demonstration ist, denn: – was für die Gewalt im Allgemeinen gilt und bereits in diesem Lehrbuch beschrieben wurde, trifft auch insbesondere auf die Gewalt von Demonstrationen zu!). Vor allem hat der Klassenfeind stets mit mehr oder weniger Erfolg versucht, Demonstrationen und Kundgebungen zur Machterhaltung der bürgerlichen Klassenherrschaft zu missbrauchen, indem die Bourgeoisie sich der organisierten Führung dieser Demonstrationen bemächtigt und sie in friedliche Bahnen zu lenken, sie ihres revolutionären Inhalts zu berauben und sie zu unterwandern versucht, sie sogar als „Beweis der Toleranz und einer „starken, funktionierenden Demokratie“ hinzustellen bzw. Gegendemontrationen veranstaltet. Kurz: Demonstrationen wurden und werden auch als Hülle, als integraler Bestandteil eines funktionierenden kapitalistischen Unterdrückungs- und Ausbeutungsstaates verwendet.

Demonstrationen spiegeln den Klassenkampf in einer Gesellschaft wie in einem Spiegel wider und „demonstrieren“ uns nicht nur das kräftemäßige Gewicht dieser oder jener Klasse, die Beteiligung dieser oder jener Klasse bzw. die Bündnisfähigkeit von Klassen, ihr Verhältnis zueinander und gegeneinander, sondern sie sind auch aussagekräftig für das Maß der politischen Reife, für den Grad des Klassenbewusstseins und Selbständigkeit bzw. Ausdruck eines bestimmten Stadiums, in dem sich der Klassenkampf befindet, wie weit, wie scharf, wie kühn die Arbeiterklasse aufzutreten bereit ist. Man muss die besondere Form und die eingesetzten Mittel der Demonstrationen in ihrer Entwicklung verfolgen und analysieren, muss Schlussfolgerungen daraus ziehen, um ihre Entwicklung bis zu einem gewissen Grade vorauszuberechnen, soweit dies irgend möglich ist. Ist man zu schwach, um eine eigene Demonstration auf die Beine zu stellen, muss man sich darüber klar werden, welchen Nutzen es hat, sich an dieser oder jener Demonstration zu beteiligen und wieman sich dran beteiligt bzw. nicht beteiligt, wie man Einfluss auf die Teilnehmer nimmt oder nicht. Das sind alles Fragen, dier recht kompliziert zu lösen sind und ein gewisses Maß an Erfahrung und Wissen voraussetzen, die hier aber nicht in allen Einzelheiten erörtert werden können.

Krass stehen sich manchmal Demonstration und Gegendemonstration gegenüber und noch krasser sind handfeste Provokationen, (gewaltsamen) Zusammenstöße von verschiedenen teilnehmenden Gruppierungen auf einer Demo, das Gerangel um die Spitze des Demonstrationszuges, die Demonstrationsroute, die Schlusskundgebung und den Kampf um die Demonstrationsleitung, Ordnerdienst usw. usf., wobei dieser Kampf schon im Vorfeld der Vorbereitung mehr oder weniger scharfen Chrakter annimmt, wenn es beispielsweise darum geht, welche Organisationen als Bündnispartner teilnehmen und welche als Gegner ausgeschlossen, wie für die Demo mobilisiert, welche Aufrufe und Flugblätter verfasst, wer als Redner zugelassen , in welcher Reihenfolge die teilnehmenden Organisationen platziert werden sollen usw. usf. All das braucht große Erfahrung und Meisterschaft des taktischen Geschicks, der Überzeugungs- , Verhandlungs- und Durchsetzungskraft usw. usf. Wenn man eine gute Demonstration, eine Demonstration mit Massencharakter organisieren will, dann muss die Organisation ihre Leute gründlich schulen und ausbilden, müssen sie ihre Reihen fest zusammenschließen, braucht man eine gute Strategie und Taktik, um das Höchstmaß an Vereinigung aller fortschrittlichen Kräfte mit einem Höchstmaß an Prinzipiemfestigkeit zu verbinden und dabei ein Höchstmaß an Kraft zu entwickeln, den Einfluss des Gegners auf die Demonstration möglichst gering zu halten. Demonstrationen sind eine Frage des Kampfes um den größtmöglichen politischen Einfluss und nicht zuletzt eine Frage um die politische Macht bzw. um die Fortsetzung dieses Kampfes mit gewaltsamen Mitteln – also bis hin zu Demonstrationen, wo die Lösung der militärischen Frage sich in den Vordergrund drängt. Die Geschichte der Demonstrationen zeigt, wie zum Beispiel der Kampf um die Macht zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Faschisten und Kommunisten auf der Straße blutig ausgetragen wurden, wo die Polizisten die Faschisten schützen bzw. die Faschisten sich des Staatsapparates bedienten, um die Demonstrationen der Arbeiter blutig niederzuschlagen entweder mit Polizei oder Militär oder mit beidem; wo die Organisierung des Schutzes der Demonstrationen des Proletariats durch seine Partei verboten und gewaltsam beseitigt wurden, wo die Demonstrationsfreiheit der Arbeiter brutal beseitigt wird, sobald das Proletariat an den Toren der Macht rüttelt. Die Geschichte der Demonstrationen zeigt aber auch die Ebbe der Bewegung im Verlauf des parasitären Zerfallsprozesses der kapitalistischen Gesellschaft, wenn die Demonstrationen sich sozusagen von selbst „ablatschen“ und „abflauen“, wenn die Massen vorübergehend Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit von Demonstrationen verspüren, wenn die Klassen ihnen nicht mehr die genügende Aufmerksamkeit oder Bedeutung beimessen, um diese oder jene Forderung durchzusetzen oder diese oder jene Empörung zum Ausdruck zu bringen, um gegen diesen oder jenen Missstand, Skandal, und gegen die immer tieferen Eingriffe in ihre Lebensbedingungen zu protestieren. Das heißt nicht, dass die Demonstration als Kampfform ihre Bedeutung verloren hat, dass wir auf diese Kampfform verzichten und sie unseren Klassenfeinden als Instrument überlassen können oder dass wir nicht neue Formen von Demonstrationen entwickeln:

„Die Demonstrationen sind eine ausgezeichnete Sache, aber nur, wenn wir keine besseren Aktionsmittel haben“ (MEW, Engels, Band 22, Seite 404).

Sicherlich meint Engels hier nicht anarchistische Nebenaktionen mit dem Ziel, die Demonstranten „anzustacheln“ und „aufzurütteln“, um auf diese Weise „die Schwankenden, Entmutigten, durch den traurigen Ausgang vieler Demonstrationen erschütterten Kräfte revolutionäre Kraft einzuflößen“. Das ist ja das häufig zu beobachtende, chrakteristische Aktionsmittel von Anarchisten auf Demonstrationen, um den Demonstranten ihren Willen aufzuzwingen, nämlich die Kräfte in einem Kleinkrieg mit der Polizei aufzureiben – wobei grundsätzlich nichts gegen die Nützlichkeit von militanten Demonstrationen, zum Beuspiel gegen den Einsatz von effektiven, gut geschulten und gut ausgerüsteten Kampfeinheiten auf Demonstrationen gesagt sein soll. Wir Marxisten-Leninisten sind durchaus keine Gegner gewaltsamer Demonstrationen, aber die sehen anders aus als bei den Anarchisten. Was im Allgemeinen zur Kritik anarchistischer Kamfformen gesagt wurde oder noch gesagt werden wird, gilt selbstverständlich auch hier für die anarchistischen Kampfformen auf Demonstrationen: Zerstörung der unverbrüchlichen Verbindung der marxistisch-leninistischen Arbeit mit der Masse der revolutionären Klasse. Schädlichkeit der Aktionen der Anarchisten, da sie in keiner Verbindung steht mit der Arbeit in den Massen, für die Massen und zusammen mit den Massen. „Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend individueller Attentate und Widerstandsaktionen, ist wichtiger als hundert Organisationen und `Parteien`, die nur aus Intellektuellen bestehen“ (Lenin, Band 6, Seite 274). „Ohne Arbeitervolk sind alle Bomben machtlos, offenkundig machtlos“ (Lenin, Band 6, Seite 183). „Das Leben eines Revolutionärs hingeben für einen Racheakt an dem Schurken Sipjagib, an dessen Stelle der Schurke Plehwe tritt – das ist `große` Arbeit. Die Massen aber beispielsweise zu einer bewaffneten Demonstration vorzubereiten – das ist `kleine` Arbeit“ Lenin, Band 6, Seite 186, „Revolutionäres Abenteuertum“). Die ausschlaggebende Kraft der Demonstration liegt im Massencharakter ihrer Bewegung, in der Schlagkräftigkeit der Menge, die von einer revolutionären Organisation konzentriert wird. „Wir dürfen nicht vergessen, dass eine revolutionäre Partei nur dann ihren Namen verdient, wenn sie in der Tat die Bewegung der revolutionären Klasse leitet. Wir dürfen nicht vergessen, dass jede Volksbewegung enendlich mannigfaltige Formen annimmt, dass sie ständig neue Formen herausbildet, alte abstreift, Modifikationen oder neue Kombinationen alter und neuer Formen hervorbringt. Und es ist unsere Pflicht, an diesem Prozess der Herausarbeitung von Methoden und Mitteln des Kampfes aktiv teilzunehmen. (...) Ohne die Formen der Demonstrationen vorauszusagen, (...) als die Demonstrationen sich eingebürgert hatten, riefen wir zu ihrer Organisierung, zur Bewaffnung der Massen auf, stellten wir die Aufgabe, den Volksaufstand vorzubereiten. (...) Ohne auch nur im Geringsten Gewalt und Terror grundsätzlich abzulehnen, forderten wir, an der Vorbereitung solcher Formen der Gewaltanwendung zu arbeiten, die auf die unmittelbare Beteiligung der Massen berechnet sein und diese Beteiligung gewährleisten sollten. (...) Die Leidenschaft für den Terror ist nicht mehr als eine flüchtige Stimmung. Die Sozialdemokraten müssen ihre Reihen noch fester schließen, und wir werden die Kampforganisation der Revolutionäre und den Massenheroismus des russischen Proletariats zu einem einheitlichen Ganzen zusammenschweißen!““ (Lenin, Band 6, Seite 186, 187, 188). Die Demonstrationen sind eben nur deshalb eine „ausgezeichnete Sache“, weil sie für die Massen eine Schule des revolutionären (von der Partei planmäßig, diszipliniert und gut organisierten und nicht von den Anarchisten spontaneistisch-desorganisierten...) Straßenkampfes sind, wozu auch das Studium dieser Kampfform und die Entwicklung der Gegentaktik durch die Demonstranten usw., also das Lernen aus den Erfahrungen der Massenbewegung gehört. Auch die Polizei hat aus ihren Erfahrungen gelernt. Der Klassenfeind verfügt mittlererweile über eine eigene ausgefeilte Strategie und Taktik der „inneren mit der äußeren“ kombinierten Demonstrationsbekämpfung und über reichlich finanzielle Mittel und allerlei Experten, die die Bourgeoisie auch zum Nutzen ihrer imperialistischen Ausbeutung und Unterdrückung in ihre abhängigen und kolonialisierten Länder exportiert. Dort werden Armeen und Polizeikräfte heute von Polizei- und Militärexperten der kapitalistischen Länder ausgebildet und geschult, um die gesammelten Erfahrungen auch gegen die dort stattfindenen Demonstrationen praktisch umzusetzen. Dies ist eine Erscheinung der Globalisierung der militärischen Strategie und Taktik der Weltbourgeoisie und die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen, darf sie nicht ignorieren, sondern muss sie wissenschaftlich auswerten, beurteilen, kritisieren und vor allem daraus Schlussfolgerungen für die eigene weltrevolutionäre Klassenkriegskunst ziehen. Demonstrationen müssen als Kunst der Klassenkriegsführung begriffen werden. Wenn der Klassengegner hier globalisierte Formen der Kunst der Demonstrationsbekämpfung entwickelt, dann muss das Weltproletariat zusammen mit den für ihre Freiheit kämpfenden unterdrückten Völker ebenso gemeinsame, globalisierte Strategien und Taktiken dagegen entwickeln. Die Frage der Meisterung der Demonstration als Kunst des Klassenkampfes ist für die Arbeiter eine internationale Frage geworden – und dem muss die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft heute Rechnung tragen, darf sie der Internationalisierung von Demonstrationen nicht hinterherhinken, sondern muss dazu beitragen, dass diese Kampfform sich besser Bahn brechen kann.

Auf dem ersten Kongress der Vertreter der sozialistischen Parteien am 14. Juli 1889 in Paris, wo am hundertsten Jahrestag des Sturms auf die Bastill die II. Internationale gebildet wurde, wurde beschlossen, jedes Jahr den 1.Mai – den Jahrestag des blutigen Massakers an den Arbeitern von Chicago, die den Achtstundentag gefordert hatten, - als Tag der internationalen proletarischen Solidarität, als Kampftag des Weltproletariats zu feiern. Maikundgebungen hat Engels einmal als eine Heerschau des kämpfenden Proletariats bezeichnet. Feiern und Festtage der Arbeiterklasse müssen stets politische Demonstrationen der Kraft der Arbeiterklasse sein, der Entschlossenheit ihrer internationalen Solidarität und der Entwicklung des internationalistischen Bewusstseins, aber auch eine Demostration zur Demoralisierung unseres Gegners. Die Demoralisierung des Gegners beginnt bei den Demonstrationen, setzt sich bei den Streiks und schließlich beim Generalstreik fort und geht über in die bewaffnete Demoralisierung des Klassenfeindes. Der 1. Mai ist aber nicht nur ein internationaler Feiertag, sondern er muss auch mit dem konkreten politischen Klassenkampf in einem Land bzw. in der ganzen Welt verbunden werden, als eine Demonstration gegen den Weltimperialismus. Er muss vor allem der reaktionären Gewalt gegenüber den demonstrierenden Arbeitern den vereinigten internationalen Willen zur revolutionären Gegengewalt ausdrücken, d.h., den Engelschen Begriff der „Heerschau“ des Weltproletariats nicht nur in seinem übertragenen politischen, sondern auch in seinem eigentlichen militärischen Sinne gebrauchen.



Streiks:

„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“

„Wenn die Verelendung des Volkes so weit geht, dass es sowohl in den Städten als auch auf dem Lande ständig Massen von Arbeitslosen gibt, wenn die Fabrikanten riesige Reichtümer anhäufen und die kleinen Unternehmer von Millionären verdrängt werden, dann wird der einzelne Arbeiter dem Kapitalisten gegenüber völlig machtlos. (...) Da sie sehen, dass jeder von ihnen für sich allein ganz machtlos ist und dass ihm unter dem Joch des Kapitals der Untergang droht, beginnen die Arbeiter, sich gemeinsam gegen ihre Unternehmer zu erheben. Es beginnen die Arbeiterstreiks. Anfänglich begreifen die Arbeiter häufig nicht einmal, was sie erreichen wollen, sie sind sich nicht bewusst, weshalb sie das tun: sie zertrümmern einfach die Maschinen, zerstören die Fabriken. Sie wollen die Fabrikanten nur ihre Empörung fühlen lassen, sie erproben ihre gemeinsamen Kräfte, um aus der unerträglichen Lage herauszukommen, ohne noch zu wissen, weshalb eigentlich ihre Lage so hoffnungslos ist und was sie anstreben müssen“ (Lenin, Band 4, Seite 307 und 308). Das schrieb Lenin 1899 , als sich die russische Arbeiterbewegung noch in ihren Anfängen befand, aber wenn man dieses Leninzitat heute liest, dann fühlt man sich angesichts der rapide zunehmenden, nackten, frechen, kapitalistischen, reaktionären Willkür in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurückversetzt – kommt die alte Machtlosigkeit wieder hoch. Anfangs entlud sich die Empörung der Arbeiter an den Maschinen, weil sie ihre Machtlosigkeit zuerst gegenüber den Maschinen spürten. Die „Machinenstürmerei“ trat zu Beginn der internationalen Arbeiterbewegung überall mehr oder weniger in Erscheinung, machten die Arbeiter mit dieser spontanen Gewalt ihre ersten Erfahrungen . Ihre Erfahrungen lehrte die Arbeiter, dass die Zerstörung von Maschinen nicht zum Sieg führt, dass nicht die Maschine die Quelle ihrer Leiden war, sondern die kapitalistischen Produktionsverhältnisse, dass die Kapitalistenklasse selbst es war, die die Arbeiter unmenschlich ausbeutete. Auch heute richtet sich der Klassenkampg der Arbeiterklasse nicht gegen die Automation der Maschinen, sondern gegen die gesellschaftlichen Bedingungen und Ursachen, die diese Automation zu einem Rationalisierungsterror für die Arbeiterklasse machen.(Später entwickelten sich aus der spontane Maschinenstürmerei bewusste Kampfformen der Fabrikarbeiter in der Rüstungsindustrie wie zum Beispiel die Taktik der Sabotage-Akte in der Kriegsproduktion zur Zeit der faschistischen Diktatur und des zweiten imperialistischen Weltkrieges. Die Kommunistische Internationale und ihre Sektionen unterstützten damals die Organisierung von illegalen Zerstörungsaktionen der „inneren Front“ insbesondere in den Rüstungsbetrieben, bei den Waffentransporten zur Ostfront usw. usf. Diese Kampfformen der Arbeiter sind immer noch aktuell, zum Beispiel wurden sie vereinzelt im imperialistischen Raubkrieg gegen den Irak eingesetzt ,und es war übrigens auch eine der ersten Kampflosungen der Komintern/ML und der neuen RGI – Rote Gewerkschaftsinternationale).

Heute beschränkt sich das Gefühl der Machtlosigkeit jedoch nicht nur auf die Kapitalisten, nicht nur auf den kapitalistischen Staat und seine kapitalistische Regierung, nicht nur auf das internationale Finanzkapital und seinen globalisierten Angriff auf alle Werktätigen in der ganzen Welt, sondern diese Machtlosigkeit fühlen die Arbeiter insbesondere gegenüber dem Verrat und der Stillhaltetaktik der Gewerkschaften, die sich mittels der Arbeiteraristokratie im Laufe der Zeit von Kampfinstrumenten der Arbeiterklasse in Kampfinstrumente der Imperialisten gegen die Arbeiterklasse, von revolutionären Schulen des Kommunismus zu Schulen des reformistischen Anti-Kommunismus, verwandelt haben, und die nicht davor zurückschrecken, Gewalt gegenüber revolutionären Arbeitern anzuwenden, bzw. Mitglieder revolutionärer Gewerkschaftsorganisationen der antikommunistischen Gewalt der Machtinstrumente des imperialistischen Staates auszuliefern. Es ist also unvermeidlich, dass sich die Empörung der Arbeiter irgendwann gegen die imperialistische Gewerkschaft entlädt und es früher oder später nicht nur zu gewaltsamen Aktionen gegen sie kommen wird, sondern dass die revolutionäre Beseitigung der imperialistischen Gewerkschaften durch die Arbeiter nur noch eine Frage der Zeit ist. Schnell wird die Arbeiterklasse dann die brutale Gewalt der Unterdrücker und Ausbeuter und ihrer Lakaien zu spüren bekommen und zur Gegenoffensive übergehen. Bereits in den historisch allerersten Streiks bekamen die Streikenden die Gewalt der Bourgeoisie und des Staatsapparats zu spüren, wurden die Streikenden und ihre Führer ermordet, verfolgt, bestraft und in die Gefängnisse gesteckt, so dass die Arbeiter schon früh Gegenkampfformen entwickelten, zum Beispiel griffen sie zum illegalen Kampf. Wir erinnern uns auch an die bestialische Gewalt gegenüber den Arbeitern, deren physische Vernichtung, die am Widerstand gegen die faschistische Diktatur teilnahmen. Die Bourgeoisie hat stets – beispielsweise unter Bismarcks „Ausnahmegesetze gegen die Sozialisten“ und später unter ihrer faschistischen Diktatur – der Methode der unmittelbaren Gewalt über die Arbeiter, aber auch der Demagogie und der Bestechung bedient, um die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zu schwächen und zu zerstören. Mit Streiks, die zuweilen Formen des bewaffneten Aufstandes annahmen, führten die Arbeiter von Anfang an einen heftigen und erbitterten, blutigen und unblutigen Kampf. Mit dem Trade-Unionismus, dem Nur-Gewerkschaftertum, begann dann die ideologische Versklavung der Arbeiter durch die Bourgeoisie, durch die die ökonomischen Kampfformen von allen politischen und bewaffneten Kampfformen abgegetrennt und diese ausgeklammert wurden. So erklärte der Internationale Gewerkschaftsbund den 1. Weltkrieg zu einer „politischen Sache“, aus der sich die Gewerkschaften „rauszuhalten“ hätten, wobei sich deren Führer als flammende Anhänger der chauvinistischen und militaristischen Ideologie ihrer Länder entpuppten, die dort wichtige Staatsposten bekleideten, um den imperialistischen Krieg zu unterstützen. Diese internationalen Gewerkschaftsführer hetzten die Arbeiter des einen Landes mit Waffen auf die Arbeiter des anderen Landes, die ein und derselben internationalen Gewerkschaft angehörten, und als Gewerkschaftsführer (!) ließen sie die Arbeiter auf den Schlachtfeldern verbluten für den Profit der Kapitalisten.

Im ökonomischen Kampf geht es zunächst um Zugeständnisse der Kapitalisten und Reformen, die deren Regierung - mit und ohne Gewalt - abgerungen werden. Es gilt, diese Abwehrkämpfe des Proletariats in Angriffskämpfe hinüberzuleiten, um sie auf die grundsätzliche Abschaffung der Schinderei hier und der Arbeitslosigkeit dort zu führen, was mit dem völligen Sturz des Systems und nicht nur mit der Beseitigung seiner Missstände enden muss. Alle diese ökonomischen Kämpfe sind ein Training für die später dann entscheidenden Schlachten um die Macht. Wenn das Proletariat nicht durch diese Schule des Klassenkampfes geht, dann wird sie es auch nicht lernen können, sich selbst zu befreien. Deswegen sind diese ökonomischen und sozialen Abwehrkämpfe so außerordentlich wichtig, muss das Proletariat alle seine Kräfte mobilisieren, um die Grenzen des Legalismus hinauszuschieben und schließlich zu überwinden. Dem militärischen Kampf geht also unbedingt eine Periode eines erbitterten Abwehrkampfes gegen die Verschlechterung der materiellen Verhältnisse und der Umwandlung in den politischen Kampf voraus. Um die Welt verändern zu können, muss das Proletariat erst einmal sich selbst verändern, muss es sein Klassenbewusstsein im Klassenkampf festigen, muss es sich politisch und ideologisch schulen, muss es sich den Marxismus-Leninismus aneignen, muss es seine Avantgarde in diesen Kämpfen herausbilden, sich eine Partei schaffen, um den Kampf organisieren und leiten zu können, um seine Kräfte zu konzentrieren und zu zentralisieren, und damit zu einem manövrierfähigen Instrument zu machen. Bereits in diesen Abwehrkämpfen gegen die Verschlechterung der Lebensverhältnisse des Proletariats wird das Proletariat Gegenwind zu spüren bekommen mit jeder Verschärfung der Kampfformen. Aus der Defensive heraus werden sich die ersten Keimformen der militärischen Ideen und Organisationen im Proletariat herausbilden, wird es die proletarische, militärische Strategie und Taktik erlernen und sich die Militär-Theorie des Marxismus-Leninismus aneignen, die ja nichts anderes ist als eine Verallgemeinerung der Erfahrungen der kämpfenden Arbeiterklasse in seiner historischen Entwicklung. Sie ist dem Proletariat also instinktiv vertraut und wird immer bewusster als die eigene Strategie und Taktik erkannt und angenommen. „Die Streiks sind die Kriegsschule der Arbeiter, in der sie sich auf den großen Kampf vorbereiten, der nicht mehr zu vermeiden ist“ (Engels, MEW, Band 2, Seite 441).

„Leute, die so viel erdulden, um einen einzigen Bourgeois zu beugen, werden auch imstande sein, die Macht der ganzen Bourgeoisie zu brechen“ (Engels, MEW, Band 2, Seite 442). Und Leute, die soviel erdulden, um die Macht der ganzen Bourgeoisie eines Landes zu beugen, werden - um mit den Worten von Engels zu sprechen - auch imstande sein, die Macht der ganzen Weltbourgeoisie zu brechen„Jeder Streik erweckt in den Arbeitern mit großer Kraft den Gedanken an den Sozialismus - den Gedanken an den Kampf der ganzen Arbeiterklasse für ihre Befreiung vom Joch des Kapitals“ (Lenin, Band 4, Seite 311). Und um mit den Worten Lenins zu sprechen, weckt ein Streik in mehreren Ländern, ein international geführter Streik gegen die internationalen Monopole und Konzerne im Weltproletariat den Gedanken an den Weltsozialismus – den Gedanken an den Kampf der Proletarier aller Länder für ihre Befreiung vom Joch des Weltkapitals.

Die Streiks waren für Marx der klare Ausdruck des in der kapitalistischen Gesellschaft tobenden Klassenkriege, der Kriege zwischen Arbeit und Kapital. Marx führte den Nachweis, dass Streikkämpfe eine der kapitalistischen Ordnung eigene gesetzmäßige Erscheinung darstellen, dass die Streikbewegung Produkt des kapitalistischen Systems ist, dass sie ein Mittel sind, die Willkür der Fabrikanten zu zügeln und den Arbeitern die notwendigen Existenszbedingungen zu sichern. Besonders wichtig sind die Schlussfolgerungen aus der Bedeutung des Streiks als einen Faktor, der die Energien der Werktätigen weckt und sie für den Kampf gegen die Ausbeuter zusammenschweißt. Streiks sind Schulen des proletarischen Klassenkampfes. Die größte Bedeutung der Streiks sah Marx in dem moralischen und politischen Einfluss, den sie auf die Arbeiter und ihr Klassenbewusstsein ausüben, darin, dass sie die Arbeiter zur proletarischen Solidarität erziehen und dazu beitragen, die Arbeiter zusammenzuschließen und zu organisieren. Marx unterstrich, dass der ökonomische Kampf allein bei all seiner Bedeutung für den Zusammenschluss und die Erziehung der Arbeiter nicht ausreicht, dass sich das Proletariat zunächst im nationalen und sodann im internationalen Maßstab organisieren muss, dass es für die Arbeiterklasse wichtig ist, eine eigene politische Massenpartei zu bilden und den Kampf um die Eroberung der politischen Macht im nationalen und sodann im internationalen Maßstab zu entfalten.

Jeder Streik gegen die Kapitalisten führt dazu, dass die Bourgeoisie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, von der Hetz-Propaganda in ihren Medien bis hin zum Einsatz von Polizei ( und Militär) bei zugespitzten, gewalttätigen und illegalen Streiks ( durch die etwa bei Betriebsbesetzungen das kapitalistische Privateigentum „angetastet“ wird...) gegen die Streikenden mobil macht. Somit hebt sich jeder wirtschaftliche Streik, der eine mehr und der andere weniger, auf eine politische Ebene und in zugespitzten Krisenzeiten zum Teil auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Klassen. Im Streik steht die Arbeiterklasse nicht allein. Sie führt die Bewegung an, die sich in Breite und Tiefe ausdehnt. Sie wird also stets von anderen Schichten des rechtlosen Volkes solidarisch unterstützt. Indem die Partei den wirtschaftlichen und politischen Kampf miteinander verbindet, wird jeder ökonomische Streik zur Schule des politischen Klassenkampfes, die Fortsetzung des ökonomischen Kampfes zur Beseitigung der Lohnsklaverei mit politischen und schließlich gewaltsamen Mitteln. In Streikkämpfen erkennt und probiert das Proletariat seine Macht.

In den kapitalistischen/revisionistischen Ländern erkennen der Staat wie die Kapitalisten den legalen Streik zum größten Teil an, vor allem wenn er sich in den Händen der imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaftsführung befindet. Jeder Streik, der ohne oder gegen die Zustimmung dieser imperialistisch-sozialimperialistischen Gewerkschaften stattfindet, wird von diesen selbst, sowie von Staat und Kapitalisten, als illegal betrachtet. Wenn die Arbeiter gegen den Willen dieser Gewerkschaftsführungen streiken, dann nennt die Bourgeoisie das einen „wilden Streik“. Diese „wilden Streiks“ sind im Allgemeinen eine höhere Kampfform des legalen Streiks. „Wilde Streiks“ sind nicht nur eine Erscheinung der Verschärfung der Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit, sondern auch zwischen den Gewerkschaftsmitgliedern auf der einen Seite und der reformistischen/revisionistischen Gewerkschaftsführung auf der anderen Seite. Im gleichen Maße wie sich die reaktionären Gewerkschaftsführer Vertrauen bei den Kapitalisten erwerben, verlieren sie dieses bei den Arbeitern und umgekehrt. In den „wilden Streiks“ lernen die Streikenden selbstständig Streiks zu organisieren, Streikkomitees zu bilden, Streikbrecher, Provokateure usw. zu bekämpfen, Auseinandersetzungen mit dem Gewerkschaftsapparat und der Polizei zu führen usw. usf. „Wilde Streiks“ schärfen in dieser Hinsicht das Klassenbewusstsein gegenüber dem reaktionären Charakter der imperialistisch/sozialimperialistischen Gewerkschaft, weckt in ihnen den Willen, sich eigene revolutionäre Gegengewerkschaftsorganisationen zu schaffen und den Kampf gegen die reaktionären Gewerkschaftsführer in den reaktionären Gewerkschaften selbst zu organisieren. Die Globalisierung stärkt die Zahl und Geschlossenheit des Weltproletariats, währen d sich in der Groß – und Kleinbourgeoisie die Scheidung und Zersplitterung der Interessen stetig verstärkt. Übt der Staat gegen „wilde Streiks“ zu starken Druck aus, wird sich das Proletariat gegen Polizeiwillkür weiter zusammenschließen und erstarken. Reagiert die Polizeiwillkür zu schwach, dann wird das Proletariat anderer Betriebe, andere Länder ermuntern, seinerseits „wilde Streiks“ zu organisieren und sich gegen die Polizeiwillkür gegen „wilde Streiks“ der Arbeiter im Ausland solidarisieren. Sowohl die Kapitalisten als auch deren bürokratische Willkürherrschaft werden sich hüten, das Proletariat unnötig mit dem Polizeiknüppel zu provozieren. „Das ist zweifellos ein Zugeständnis an die wachsende Stärke der Arbeiter, ein Verzicht des Gegners auf eine seiner Stellungen, welche das revolutionäre Proletariat faktisch bereits so gut wie erobert hat und welche die weiter blickenden Führer der feindlichen Armee nicht länger verteidigen wollen“ (Lenin, Band 6, Seite 215, „Der Entwurf zu einem neuen Streikgesetz“).

Um allerdings die gesamte Staatsmacht erobern zu können oder vielmehr deren Lebensnerv, Herzstück und Knotenpunkt in den Zentren, bedarf es langwieriger Schulung, jahrelanger Kampferprobung bei Streiks und Demonstrationen, bei der Entlarvung und Verjagung der Opportunisten, der Neo-Revisionisten usw. , bedarf es vor allem der Partei, um zum Erfolg zu gelangen. Diese Kategorie von Kampfformen können als Keimformen, als vorbereitende Formen der bewaffneten Kampfformen bezeichnet werden. In dieser Phase bilden sich die bewaffneten Kampfformen erst durch Verschärfung der Klassenzusammenstöße heraus. Sie können in dieser Phase also noch nicht ihre volle Bedeutung erlangen, sondern spielen noch eine untergeordnete Rolle. Als solche, und nur als solche wollen und müssen wir sie hier mit anführen, denn von hier aus - von wo aus sonst? - werden die Weichenstellungen zum bewaffneten Kampf gestellt. Sobald die hier aufgeführten Kampfformen die legale Hemmschwelle übersteigen (wenn die revolutionäre Flut die Ebbe ablöst), gehen sie fließend über in eine eigene, selbständige Qualität der bewaffneten Kampfformen, treten sie hinter diese zurück. Hier haben wir es also zu tun mit Kampfformen, die die Bourgeoisie in friedliche Bahnen zu lenken versucht mit Hilfe der Reformisten und Revisionisten. Wir Marxisten-Leninisten hingegen versuchen sie bei einem revolutionären Aufschwung der Kämpfe in militante Bahnen zu lenken und hierzu muss uns die marxistisch-leninistische Militär-Theorie anleiten, hierzu müssen wir sie in die Arbeiterklasse hineintragen und dort verankern, damit sie von der Arbeiterklasse angewandt werden kann, denn spontan kann sich das militärische Klassenbewusstsein nicht herausbilden. „Streiks (...) müssen stets auch als Anregung zum revolutionären Kampf für die Freiheit und für den Sozialismus ausgenutzt werden“ (Lenin, Band 6, Seite 162).

Gewerkschaft und die Rolle der Gewalt

Einer der Indikatoren für den revolutionären oder reaktionären Charakter einer Gewerkschaft ist deren Haltung im bewaffneten Kampf in der Klassengesellschaft auf dieser Welt, ob sie sich auf die Seite der reaktionären oder auf die Seite der revolutionären Gewalt stellt. Gewerkschaften sind Klassengewerkschaften, dienen also entweder den Imperialisten/Sozialimperialisten oder den Arbeitern, stehen im Klassenkampf entweder auf der Seite des Kapitals oder der Arbeit, sowohl im nationalen Rahmen als auch im Weltmaßstab. Hinter der sogenannten „Überparteilichkeit“, „Neutralität und Passivität gegenüber den bewaffneten Auseinandersetzungen in der Welt“, hinter gewerkschaftlichem Pazifismus, Defätismus, hinter der „friedlichen Koexistenz“ zwischen antagonistischen Widersprüchen in der Frage der Gewalt, hinter der These, dass Gewerkschaften über den Klassen und über ihrem bewaffneten Kampf stünden, bedeutet nichts anderes als den „status quo“ aufrechtzuerhalten, die bestehende Klassenherrschaft des Imperialismus/Sozialimperialismus zu unterstützen und damit der konterrevolutionären Waffengewalt freie Hand zu lassen, die Arbeiterklasse an der „inneren Front“ ruhig zu stellen, damit sie nicht mit revolutionären Waffen eigenständig gegen imperialistische/sozialimperialistische Waffen auf dem internationalen Kriegsschauplätzen auftritt und mit dem revolutionären Krieg auf den imperialistischen/sozialimperialistischen Krieg antwortet. Die revisionistischen Gewerkschaftsführer nehmen gegenüber den nationalen Befreiungskämpfen eine doppelzüngige Haltung ein. Um ihr Gesicht zu wahren und nicht in Gegensatz zu den gegen Imperialismus, Sozialimperialismus, Kolonialismus und Neokolonialismus kämpfenden Völkern zu geraten, unterstützen sie diese Kämpfe in Worten aus demagogischen Gründen, sabotieren sie aber in Taten. Imperialistische und sozialimperialistische Gewerkschaften haben stets gemeinsame Sache gegen die bewaffneten Befreiungskämpfe gemacht, machen sie heute noch undmüssen dies ihrem imperialistischen Wesen entsprechend auch in Zukunft tun – einmal mehr und einmal weniger unter dem Deckmantel der Solidarität und der Unterstützung der bewaffneten Kämpfe der unterdrückten Völker. Die gelbe Gewerkschaftsinternationale bildet eine Einheit gegen alle Bestrebungen des Weltproletariats, seine Spaltung durch die Weltbourgeoisie durch eigene revolutionäre Gewerkschaftsorganisationen zu überwinden, bildet eine anti-kommunistische Einheit gegen die revolutionäre Gewerkschaftspolitik der marxistisch-leninistischen Weltbewegung.Der albanische Gewerkschaftsverband zur Zeit des Genossen Enver Hoxha hat hiergegen einen vorbildlichen Kampf geführt, ebenso die mit dem GVA verbundenen revolutionären Gewerkschaftsorganisationen und Gruppen in der ganzen Welt. Hieraus müssen Lehren gezogen werden, dieser Kampf muss fortgesetzt werden, wird neuen revolutionären internationalen Inhalt bekommen. Ein Grund mehr für das notwendige Auftreten der revolutionären Gewerkschaftsinternationale auf diesem internationalen Kampffeld, die die alte Kampftradition der revolutionären Gewerkschaft hochhält und ihr neues Leben einhaucht. Das Weltproletariat wird sich im gewerkschaftlichen Kampf gegen seine Feinde immer besser zusammenschließen, und dass ist ein Schlüsselproblem der sozialistischen Weltrevolution, ein Schlüsselproblem des Zusammenschlusses der proletarischen Kräfte im internationalen bewaffneten Klassenkampf. Die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft beschäftigt sich also auch mit der Unterstützung des bewaffneten Klassenkampfes durch die revolutionären Gewerkschaften und ebenso mit der konterrevolutionären Rolle des gewerkschaftlichen Pazifismus als Taktik der imperialistischen Kriegsführung. Die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft hat sich dieser imperialistischen/sozialimperialistischen Kriegstaktik entgegenzustellen, betrachtet die Gewerkschaftsmitglieder als notwendige und wichtige Reserve der proletarischen Kriegsführung im anti-imperialistischen,anti-sozialimperialistischen Klassenkampf, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene und der Kombination dieser beiden Ebenen.

Karl Marx sagte:

„Gewerkschaften tun gute Dienste als Sammelpunkte des Widerstandes gegen die Gewalttaten des Kapitals [unterstrichen vom Verfasser]. Sie verfehlen ihren Zweck zum Teil, sobald sie von ihrer Macht einen unsachgemäßen Gebrauch machen. Sie verfehlen ihren Zweck gänzlich, sobald sie sich darauf beschränken, einen Kleinkrieg gegen die Wirkungen des bestehenden Systems zu führen, statt gleichzeitig zu versuchen, es zu ändern, statt ihre organisierten Kräfte zu gebrauchen, als einen Hebel zur schließlichen Befreiung der Arbeiterklasse, d.h., zur endgültigen Abschaffung des Lohnsystems“ (Marx, MEW, Band 16, Seite 152).

Aus militärischer Sicht ist klar, dass sich die Arbeiter von ihrer Lohnsklaverei nur mit revolutionärer Gewalt, nur unter Führung der Partei durch die bewaffnete Revolution befreien können und dass die Lohnsklaverei nur durch den Sozialismus - und seine Verteidigung mit der Waffe in der Hand – abgeschafft werden kann [wie das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus bestimmt ist und auf welchen Grundlagen die Gewerkschaftspolitik der Partei beruht, das wird hier als bekannt vorausgesetzt- hier wird nur der Aspekt der Gewalt betrachtet, der natürlich nicht der einzige Aspekt sein kann). Es ist ein unumstößliches Grundprinzip des marxistisch-leninistischen Gewerkschaftskampfes, dass dieser nur dann eine wirkliche Schule für die sozialistische Revolution ist, wenn er sich bei Verschärfung der Klassenzusammenstöße in eine Schule des bewaffneten Kampfes des Proletariats zum Sturz der kapitalistischen Weltherrschaft verwandeltWie anders als mit dem Mittel der Gewalt soll denn sonst der reformistische Gewerkschaftslegalismus durchbrochen werden? Und wird er nicht durchbrochen, dann werden sich die Forderungen der Gewerkschaftsmitglieder auch nur so weit durchsetzen lassen wie es ihnen der Gewerkschaftslegalismus erlaubt; jedes Gewerkschaftsmitglied bekommt täglich zu spüren, was das bedeutet. Die Sache ist doch die, dass den Gewerkschaftsmitgliedern schließlich gar nichts anderes übrig bleibt, als den Gewerkschaftslegalismus zu durchbrechen, weil das eine existentielle Frage für sie ist, also eine gesetzmäßige, voraussehbare Notwendigkeit , die gar nicht vom Willen der Gewerkschaftsmitglieder selbst abhängt, sondern durch den Kapitalismus auf einer bestimmten Entwicklungsstufe unvermeidlich wird. Gewiss, wir sind unbedingt verpflichtet zur revolutionären Ausnutzung des Gewerkschaftslegalismus, insbesondere in Zeiten der Flaute – aber eben nicht um jeden Preis ! Wer sich bei der Notwendigkeit des Durchbrechens des Gewerkschaftslegalismus` nur bis zu einem Lippenbekenntnis durchringen kann, aber zu feige ist, den Worten revolutionäre Taten folgen zu lassen, der gibt eine jämmerliche Figur im Gewerkschaftskampf ab, denn der tägliche Kampf „Arbeit gegen Kapital“ ist einer der nervenzehrendsten, kraftraubendsten, schwierigsten und zähesten. Er erfordert viel Geschicklichkeit und Fingerspitzengefühl, Stehvermögen gegenüber Provokationen, Schikanen, Denunziationen, Abmahnungen, Arbeitsprozessen etc., Beherrschung aller möglichen Kampfformen und -taktiken, Härte gegenüber dem Klassengegner [nicht zu verwechseln mit Abenteuertum und blinden Aktionismus], aber auch gleichzeitig kollegiales Vorbild, großes Einfühlungsvermögen, erzieherisches Können, die Fähigkeit, Vertrauen zu wecken, Überzeugungskraft und große Verantwortung gegenüber den Kollegen, kurz die Fähigkeit zur Organisierung der Klassensolidarität und Hearusbildung des Klassenbewusstseins. Und wenn dann der Gewerkschaftslegalismus organisiert durchbrochen wird, dann stellt dies für einen revolutionären Arbeiter eine enorme Herausforderungen dar. Wohlgemerkt gibt es auch ein falsch verstandenes Durchbrechen des Gewerkschaftslegalismus, wenn nämlich diese Kampfform sich im Kleinkrieg, in einem Katz – und – Maus -Spiel mit den Unternehmern, dem Staat und dem reaktionären Gewerkschaftsapparat erschöpft und aufreibt, der früher oder später mit einer demoralisierenden Niederlage endet; wenn für taktische Scheinsiege das eigentliche Ziel geopfert wird, nämlich damit den Hebel für die schließliche Befreiung der Arbeiterklasse zu schmieden: Das Durchbrechen des Gewerkschaftslegalismus ist eine unverzichtbare Kampfform zum Erlernen des Kriegshandwerks der proletarischen Revolution und sonst nichts! Das Durchbrechen des reformistischen Gewerkschaftslegalismus ist also die angewandte gewaltsame Form des revolutionären Gewerkschaftskampfes (und diese Kampfform ist wohlgemerkt bei weitem nicht die einzige Form des revolutionären Gewerkschaftskampfes, kein Allheilmittel für alle Situationen!), und erst dadurch kann sich der revolutionäre Gewerkschaftskampf als Schule des Durchbrechens des Staatslegalismus, als Schule des Aufstandes und des Sturzes des bürgerlichen Staates erweisen. Und schließlich:

Mit dem Durchbruch der nationalen Schranken des Gewerkschaftslegalismus macht die Rote Gewerkschaftsinternationale die Gewerkschaft zur Schule der proletarischen Weltrevolution, genauso wie das internationale Finanzkapital die nationalen Schranken des Gewerkschaftslegalismus ihrerseits gesetzmäßig durchbrechen muss. Das internationale Finanzkapital schert sich einen Dreck um die Gewerkschaften in den einzelnen Ländern, bootet sie aus und schert sich einen feuchten Kehricht um internationale Gewerkschaftskonventionen, die sowieso nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben wurden. Das internationale Finanzkapital hat nunmehr der ganzen Welt der Arbeit, allen Arbeitern der Welt den totalen, globalen Krieg erklärt, indem es sie noch rücksichtsloser als sein privates „Großweltrevier“ betrachtet, wo nationale Gewerkschaftszäune nicht mehr das freie Schussfeld behindern dürfen. Und der Gewerkschaftslegalismus? Er legalisiert seinen eigenen Durchbruch und hat nichts Besseres zu tun, als darüber Krokodilstränen zu vergießen. Machtlose Kapitulation, neutralen Gewerkschaftsglobalismus, Passivität – das ist die scheinheilige imperialistische Gewerkschaftsmaske. In Wirklichkeit aber verbirgt sich dahinter die zentralisierte Organisierung der Weltgewerkschaftsaristokratie, um den finanzkapitalistischen Großweltjägern hinter verschlossenen Türen aktiv dabei zu helfen, die Gejagten wieder durch die Hintertür zurückzutreiben, um diese um so leichter zur (Welt)Strecke bringen zu lassen wie die Schafe zur Schlachtbank. Das Jagdfieber, das diese finanzkapitalistischen Großweltjäger hemmungslos über den Erdball treibt, ist der Höchstprofit. Blind rotten sie ihr Jagdwild, das Weltproletariat aus und sorgen damit selber für das Aussterben ihrer eigenen Gattung und somit für das Aussterben ihrer gewerkschaftsaristokratischen Jagdhelfer. So werden aus Jägern Gejagte, aus gewerkschaftlichen Jagdhelfern antigewerkschaftliche Fluchthelfer des gejagten Finanzkapitals.

Was ist heute das Ziel der marxistisch-leninistischen Gewerkschaftspolitik in den kapitalistischen Ländern? Das Ziel der marxistisch-leninistischen Gewerkschaftspolitik erschöpft sich nicht im Durchbrechen des Gewerkschaftslegalismus, ist nicht der Abwehrkampf, sondern seine Verwandlung in die Gegenoffensive, die schließliche mit der revolutionären Beseitigung der imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaft der Bourgeoisie selbst endet, wodurch endlich die proletarische Gewerkschaft, ihr traditioneller anti-kapitalistischer revolutionärer Geist vollständig befreit und zurückerobert werden kann, also die Schaffung einer neuen klassenkämpferischen Gewerkschaft als eines der wichtigsten Instrumente der bolschewistischen Partei zur Eroberung der politischen Macht des Proletariats, als Instrument der sozialistischen Revolution – im Weltmaßstab die internationale Rote Gewerkschaft als Instrument der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution. Ohne Revolution ist die Abschaffung der gelben Gewerkschaften und die Errichtung revolutionärer Gewerkschaften aufgrund der kapitalistischen Machtverhältnisse heute kaum noch möglich. Die revolutionären Gewerkschaftsmitglieder können die Gewerkschaft nicht erobern, ohne ihre reaktionäre, kapitalistische Herrschaft gewaltsam zu zerschlagen. Erobern können und müssen sie dafür aber unbedingt die Masse der Gewerkschaftsmitglieder, ohne die es auch keine marxistisch-leninistische Gewerkschaft geben kann.

Zwischen der imperialistischen/sozialimperialistischen und der proletarischen Gewerkschaft besteht ein antagonistischer Gegensatz, der nur mit revolutionärer Gewalt aufgehoben werden kann durch die Beseitigung der imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaft und der Errichtung der proletarischen Gewerkschaft als eines der wichtigsten Instrumente der Diktatur des Proletariats. Wo aber soll die proletarische Gewerkschaft herkommen? Sie kann nur aus dem Schoß der faulenden, parasitären und sterbenden, imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaft geboren werden, wobei die revolutionäre Gewalt ihr Geburtshelfer ist. Wer soll die proletarische Gewerkschaft schaffen? Das können nur die Millionenmassen der Gewerkschafter selber tun. Die Gewerkschafter können aber den imperialistischen Gewerkschaftsapparat nicht einfach friedlich durch Abwahl der Gewerkschaftsbosse, „mit Stimmenmehrheit“ etc. übernehmen, da er zu einem unzertrennlichen Teil des Machtapparates des ganzen kapitalistischen Systems geworden, mit ihm bis zu einem gewissen Grade verwachsen ist. Unsere Kampfformen müssen gerade diesem Grad des Verwachsenseins Rechnung tragen und mit denjenigen geeigneten Kampfformen kombiniert werden, die dem Grad des Noch-Nicht-Verwachsen-Seins entsprechen. Die Widersprüche zwischen der gelben Gewerkschaft und dem kapitalistischen System müssen also richtig ausgenutzt werden, um den Schulterschluss zwischen Kapital- Staat und kapitalistischer/revisionistischer Gewerkschaft bis zu einem gewissen Grade aufzuweichen, zu schwächen, etc. Das ganze Ziel der Eroberung der Gewerkschaft muss aber auf das Ziel der Eroberung der gesamten politischen Macht des Proletariats ausgerichtet und begriffen werden als deren untergeordneter Teil und nicht losgelöst davon. Auf dem ausschließlichen Weg der Eroberung der Gewerkschaft, ohne die Partei – wie es die Sydikalisten propagieren - kommt die Arbeiterklasse heute nicht zur politischen Macht, nicht zum Sozialismus. Das Proletariat kann also die Macht in der Gewerkschaft heute nicht erobern, ohne seine politische Macht über die Bourgeoisie zu erobern. Es kann keine Streikfreiheit geben, solange keine politische Freiheit herrscht. Die Bourgeoisie guckt ja nicht tatenlos zu, wenn die imperialistische/sozialimperialistische Gewerkschaft angegriffen und beseitigt wird, um mir nichts dir nichts durch eine proletarische Gewerkschaft ersetzt zu werden, sondern verhindert dies durch Anwendung gewaltsamer Mittel des ganzen kapitalistischen Unterdrückungsapparats, wenn sie das nicht anders verhindern kann. Man kann also heute im legalen Rahmen des Kapitalismus die imperialistische/sozialimperialistische Gewerkschaft nicht abschaffen und eine proletarische Gewerkschaft an ihre Stelle setzen. Man muss also das kapitalistische/revisionistische System selbstzerschlagen, um die Unvermeidbarkeit kapitalistischer/revisionistischer Gewerkschaften für immer zu beseitigen. Dazu ist zunächst die Schaffung einer marxistisch-leninistischen Partei nötig, die wiederum auf die Schaffung roter Gewerkschaften hinarbeitet, die fortschrittliche Gewerkschafter in ihrem Kampf gegen die imperialistische/sozialimperialistische Gewerkschaft unterstützt, diesen Kampf organisiert, zentralisiert, führt und Einfluss nimmt auf die Herausbildung neuer organisatorischer Formen der revolutionären Gewerkschaftsopposition, durch die Sammelpunkte des Widerstandes gegen die Gewalt des imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaftsapparates entstehen, also als Reserven der sozialistischen Revolution herangebildet werden - an der gewerkschaftlichen Klassenfront. Eroberung der Gewerkschaften heißt auf der einen SeiteGewaltanwendung gegenüber den sozialfaschistischen, gewerkschaftlichen Machtapparat der Bourgeoisie, Gewaltanwendung gegenüber der Arbeiteraristokratie ( = unversöhnlicher Klassenfeind des Proletariats!) und gleichzeitig Eroberung der Millionen Gewerkschaftsmitglieder für den Kommunismus, für die kommunistische Partei , für rote Gewerkschaften durch die solidarische Kraft unserer Überzeugung, die darin besteht, den Massen durch unsere vorbildliche tägliche klassenkämpferische ( also auch notwendigerweise illegale, gewaltsame etc.) Gewerkschaftsarbeit dabei behilflich zu sein, sich aus eigener Erfahrung von der Notwendigkeit revolutionärer Gewalt in der Gewerkschaftsarbeit, von der Notwendigkeit der revolutionären Beseitigung der gelben Gewerkschaften und der Schaffung roter Gewerkschaften zu überzeugen. Mit dieser Gewerkschaftstaktik legt die Partei die Linie des gewerkschaftlichen Handelns für die verhältnismäßig kurze Periode der Flut und Ebbe der Gewerkschaftsbewegung, des Aufstiegs und Abstiegs der revolutionären Bewegung der Arbeit gegen das Kapital fest. Sie ist der Kampf für die Durchführung der revolutionären Gewerkschaftslinie mittels Ersetzung der alten Kampf- und Organisationsformen durch neue, der alten Losungen durch neue, mittels Kombinierung dieser Formen usw. Und eben deswegen muss diese revolutionäre Sichtweise der Gewerkschaftstaktik der Partei auch in die Gewerkschaftsbewegung hineingetragen werden. Jedoch: Können die militärischen Kampfformen die gewerkschaftlichen Kampfformen ersetzen? Nein, sie können hauptsächlich nur als Fortsetzung des gewerkschaftlichen Kampfes mit gewaltsamen Mitteln, mit Mitteln des revolutionären Durchbrechens des bürgerlichen Gewerkschaftslegalismus eingesetzt werden insbesondere in einer revolutionären Situation. Der gewerkschaftliche Kampf wird durch den Aufstand, durch die Revolution, durch die Diktatur des Proletariats, durch den Sozialismus nicht ersetzt oder gar aufgehoben, sondern nur seine Kampfformen werden den entsprechenden Veränderungen und Bedingungen der Revolution und damit zum Erreichen der kommunistischen Ziele angepasst. Die proletarischen Gewerkschaften, sind vor ( dann noch als Keimformen, RGO usw. ), während undnach der Revolution, im Sozialismus bis zum Übergang zum Kommunismus unverzichtbar für die Emanzipation der Arbeiterklasse, und damit für die Schaffung der klassenlosen Gesellschaft - und müssen deswegen gegen den gewaltsamen Widerstand der Bourgeoisie und ihrer Arbeiteraristokratie (,der ja schon vor der Revolution begonnen hat!,) notwendigerweise unbedingt gewaltsam verteidigt werden und zwar so lange und so stark wie diese reaktionäre Gewalt anhält.

Die Streiks waren für Marx der klare Ausdruck des in der kapitalistischen Gesellschaft tobenden Klassenkriegeder Kriege zwischen Arbeit und Kapital. Marx führte den Nachweis, dass Streikkämpfe eine der kapitalistischen Ordnung eigene gesetzmäßige Erscheinung darstellen, dass sie ein Mittel sind, die Willkür der Fabrikanten zu zügeln und den Arbeitern die notwendigen Existenszbedingungen bis zu einem gewissen Grade zu sichern. Besonders wichtig sind die Schlussfolgerungen aus der Bedeutung des Streiks als einen Faktor, der die Energien der Werktätigen weckt und sie für den Kampf gegen die Ausbeuter zusammenschweißt. Streiks sind Schulen des proletarischen Klassenkampfes. Die größte Bedeutung der Streiks sah Marx in dem moralischen und politischen Einfluss, den sie auf die Arbeiter und ihr Klassenbewusstsein ausüben, darin, dass sie die Arbeiter zur proletarischen Solidarität erziehen und dazu beitragen, die Arbeiter zusammenzuschließen und zu organisieren. Wir dürfen nicht unerwähnt lassen, dass Lenin sich stets gegen die Überschätzung des Streiks als „bestes“ Kampffmittel aisgesprochen hatte. Er betrachtete den Streik als „nur eines der Mittel und nicht einmal immer unbedingt eines der besten. Die Bedeutung der Streiks muss man anerkennen, Streiks muss man stets ausnutzen und leiten, aber sie zu überschätzen, ist um so gefährlicher, je mehr dies der `Ökonomismus` getan hat. (...) Und es ist völlig falsch, Streiks für das „beste Mittel zur Entwicklung des Klassenbewusstseins zu erklären“ (Lenin, Band 6, Seite 162). Gegen die Überschätzung von Kampfmitteln war Lenin im Übrigen sowieso, einschließlich gegen die Überschätzung des bewaffneten Kampfes.

Ferner ist der Streik nicht nur eine Kampfform der Arbeiterklasse, sondern auch zum Beispiel eine Form des Kampfes auf dem Lande wie Lenin hervorhob:

„Wenn die Dorfarmut zum Streik vorbereitet ist, wenn sich alle über die gemeinsamen Forderungen längst geeinigt haben, wenn diese Forderungen in Flugblättern klargemacht oder einfach in Zusammenkünften gut auseinandergesetzt worden sind, dann werden alle einmütig zusammenstehen, und der Gutsbesitzer wird nachgeben oder sich zumindest im Räubern etwas mäßigen müssen. Ist der Streik einmütig und zur Erntezeit angesetzt, so können die Gutsbesitzer und selbst die Behörden mit ihren Truppen schwerlich etwas ausrichten – die Zeit vergeht, dem Gutsbesitzer droht schwerer Verlust, und er wird bald einlenken. (...) So werden auch die Bauern lernen, wie man sich gegen grausame Plünderer zur Wehr setzen, wie man einmütig Erleichterungen fordern und wie man sich allmählich, standhaft und überall zur großen Schlacht um die Freiheit vorbereiten muss (...) und wird dem Volke immer mehr die Augen öffnen, es an die vereinte Gegenwehr und an den Gedanken gewöhnen, dass es notwendig ist, eine Änderung der Staatsordnung mit Gewalt herbeizuführen“ (Lenin, Band 6, Seiote 427). Es sei hierr ausdrücklich auf den internationalen Gedanken hingewiesen, dass sich die armen Bauern und das Proletariat im Weltmaßstab zusammenschließen und ihren gemeinsamen Krieg gegen den Weltimperialismus – insbesondere gegen die internationalen imperialistischen Agrarmonopole – organiseren müssen. Hammer, Sichel und Gewehr – diese alte revolutionäre Fahne steht heute für den internationalen Zusammenschluss und die Zentralisierung des bewaffneten Kampfes unter der direkten Führung des Weltproletariats und seiner Weltpartei zur Befreiung vom Weltimperialismus. Das ist Programm und erklärtes Ziel der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten !

Generalstreik:

Die imperialistischen Gewerkschaften lehnen den Generalstreik im Allgemeinen ab, prinzipiell aber den politischen Generalstreik gegen das kapitalistische System, deren Aufrechterhaltung sie dienen. Sie versuchen ihn offen zu bekämpfen und mit allen ( !!! ) Mitteln zu verhindern. So wurde sogar vom Vorsitzenden des Nationalen Bergarbeiterverbandes (!!) zur konterrevolutionären bewaffneten Niederschlagung des Generalstreiks der englischen Bergarbeiter im Mai 1947 aufgerufen, denn nichts anderes kann es in seinem Aufruf bedeuten: „Die Regierung muss alle [!!!]Mittel einsetzen, um diesen kriminellen [!!] Anschlag [!!!] niederzuschlagen [!!!!] ( Ausrufungszeichen vom Verfasser), der die Produktion gefährdet“ (G. Lefranc, „Das Gewerkschaftswesen in der Welt“, franz. Ausgabe, Paris 1963, Seite 93). Diese sozialimperialistisch- sozialfaschistische Haltung der Gewerkschaftsführer gegenüber dem Generalstreik beruht vollkommen auf den theoretischen Dogmen der II. Internationale. Hierzu Stalin:

„Das dritte Dogma: Die Methode des politischen Generalstreiks sei für das Proletariat unannehmbar, denn sie sei theoretisch unhaltbar (siehe die Kritik von Engels), praktisch gefährlich (sie könne den normalen Gang des Wirtschaftslebens des Landes zerrütten und auf die Gewerkschaftskassen verheerend wirken), und könne nicht die parlamentarischen Kampfformen ersetzen, die die Hauptform des Klassenkampfes des Proletariats seien. Schön, antworten die Leninisten, aber erstens kritisierte Engels nicht jeden Generalstreik, sondern nur eine bestimmte Art des Generalstreiks, und zwar den ökonomischen Generalstreik der Anarchisten, den die Anarchisten als Ersatz für den politischen Kampf des Proletariats vorschlugen – was hat das mit der Methode des politischen Generalstreiks zu tun? Zweitens, wo und von wem wurde bewiesen, dass die parlamentarische Form des Kampfes die Hauptform des Kampfes des Proletariats ist? Zeigt nicht die Geschichte der revolutionären Bewegung, dass der parlamentarische Kampf nur Schule und Hilfsmittel für die Organisierung des außerparlamentarischen Kampfes des Proletariats ist, dass die Grundfragen der Arbeiterbewegung unter dem Kapitalismus durch die Gewalt, durch den unmittelbaren Kampf der proletarischen Massen, durch ihren Generalstreik, ihren Aufstand entschieden werden? Drittens, wie kommt man auf die Frage einer Ersetzung des parlamentarischen Kampfes durch die Methode des politischen Generalstreiks [hervorgehoben vom Verfasser]? Wo und wann haben die Anhänger des politischen Generalstreiks versucht, die parlamentarischen Kampfformen durch außerparlamentarische Kampfformen zu ersetzen? Viertens, hat etwa die Revolution in Russland nicht gezeigt, dass der politische Generalstreik eine gewaltige Schule der proletarischen Revolution und ein unersetzliches Mittel zur Mobilisierung und Organisierung der breitesten Massen des Proletariats am Vorabend des Sturmes auf die Festen des Kapitalismus ist [unterstrichen vom Verfasser] – wozu hier also die philisterhaften Klagen über die Zerrüttung des normalen Ganges des Wirtschaftslebens und über die Gewerkschaftskassen? Ist es nicht klar, dass die Praxis des revolutionären Kampfes auch dieses Dogma der Opportunisten zerschlägt?“ (Stalin, Band 6, Seite 75-76, „Über die Grundlagen des Leninismus“).

Lenin sagte: „Aber eine `Schule des Krieges` ist noch nicht der Krieg selbst. Wenn unter den Arbeitern Streiks weite Verbreitung finden, so beginnen manche Arbeiter (und manche Sozialisten) zu glauben, die Arbeiterklasse könne sich auf Streiks und Streikkassen oder – vereinigungen allein beschränken, die Arbeiterklasse könne durch Streiks allein eine ernstliche Verbesserung ihrer Lage oder sogar ihre Befreiung erreichen. Wenn sie sehen, welche Kraft den Arbeitern ihr Zusammenschluss und selbst kleine Streiks geben, so glauben manche, die Arbeiter brauchten nur einen Generalstreik im ganzen Lande auszurufen, und sie könnten bei den Kapitalisten und der Regierung alles erreichen, was sie wollen. Eine solche Meinung wurde auch von Arbeitern anderer Länder ausgesprochen, als die Arbeiterbewegung erst begann und die Arbeiter noch sehr unerfahren waren. Aber diese Meinung ist irrig. Streiks sind eines der Mittel des Kampfes der Arbeiterklasse für ihre Befreiung, aber nicht das einzige Mittel, und wenn die Arbeiter den anderen Kampfmitteln keine Aufmerksamkeit schenken, so verlangsamen sie dadurch die Entwicklung und die Erfolge der Arbeiterklasse. (...) Und die Streiks haben wirklich in allen Ländern die Arbeiterklasse allmählich gelehrt, den Kampf gegen die Regierungen, für die Rechte der Arbeiter und für die Rechte des ganzen Volkes überhaupt zu führen. (...) Wenn alle klassenbewussten Arbeiter Sozialisten werden, d.h, Menschen, die eine solche Befreiung anstreben, wenn sie sich im hanzen Lande zusammenschließen, um unter den Arbeitern den Sozialismus zu verbreiten, um die Arbeiter mit allen Mitteln des Kampfes gegen ihre Feinde vertraut zu machen, wenn sie eine sozialistische Arbeiterpartei bilden, die für die Befreiung des ganzen Volkes vom Joch der Regierung und für die Befreiung aller Werktätigen vom Joch des Kapitals kämpft – erst dann wird sich die Arbeiterklasse völlig jener großen Bewegung der Arbeiter aller Länder angeschlossen haben, die alle Arbeiter vereinigt und die rote Fahne entrollt hat mit der Aufschruift `Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ (Lenin, Band 4, Seite 313-315).

Im Gegensatz zur Auffassung der Marxisten-Leninisten betrachten die Anarcho-Syndikalisten den Generalstreik als höchste Kampfform des Proletariats „mit verschränkten Armen“. Endziel ihres Generalstreiks ist der Sturz des Kapitalismus ohne gewaltsame, sozialistische Revolution und ohne die politische Machtergreifung durch die Diktatur des Proletariats. Sie betrachten den Generalstreik als „Ausdruck der Gewalt, die Blutvergießen vermeidet“. Die Anarcho-Syndikalisten leugnen mit dieser reaktionären Generalstreiktaktik die Notwendigkeit der kommunistischen Partei, ihrer führenden Rolle im bewaffneten Aufstand und bei der Diktatur des Proletariats gegen die Bourgeoisie. Der Generalstreik muss in den Aufstand hinüberwachsen . Die Eroberung der proletarischen Macht – das ist das marxistisch-leninistische Ziel und der politische Generalstreik ist ein wichtiges Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.

Der politische Generalstreik ist häufig das Bindeglied zwischen dem vorrevolutionären Aufschwung der Bewegung und der Auslösung des bewaffneten Aufstands. Damit ist er die höchste Stufe der vorrevolutionären Phase und zugleich die Anfangsstufe der revolutionären Phase, kann die revolutionäre Bewegung vom politischen Generalstreik zum Aufstand emporsteigen. Das ist auch einer der Gründe, weswegen der Sozialdemokratismus und der Gewerkschaftsreformismus stets versucht haben, einem Generalstreik vorzubeugen, eben um seine Weiterentwicklung zum Aufstand präventiv zu verhindern. Hier ein historisch markantes Beispiel, wie sich aus Streiks, aus dem ökonomischen Kampf des Proletariats, die erste russische Revolution 1905 entwickelte. Das ist ferner ein Beispiel wie mannigfaltig die Kampfformen in Russland damals waren und wie schnell sie sich herausbildeten, wie sich die verschiedensten Kampfformen einander ablösten, die eine in die andere überging, eine die andere überflügelte, wie die Revolution alle Kampfformen miteinander auf höchster Stufe in sich vereinigte, wie Inhalt und Form der Revolution ineinander verschmolzen . Als Lenin von der russischen Revolution von 1905 hörte, schrieb er am 10. Januar in Genf:

„Die Arbeiterklasse, die scheinbar lange abseits von der bürgerlichen Oppositionsbewegung stand, hat ihre Stimme erhoben. Mit schwindelerregender Schnelligkeit haben die breiten Arbeitermassen ihre fortgeschrittenen Kameraden, die bewussten Sozialdemokraten, eingeholt. Die Petersburger Arbeiterbewegung ist in diesen Tagen wahrhaft mit Siebenmeilenstiefeln vorangeschritten. An die Stelle der wirtschaftlichen Forderungen sind politische getreten. Der Streik wurde zum Generalstreik und mündete in eine nie zuvor gesehene kolosslae Demonstration; das Ansehen, das dem Namen des Zaren anhaftete, ist für immer zerstört. Der Aufstand hat begonnen. Gewalt gegen Gewalt. Der Straßenkampf tobt, Barrikadenwerden errichtet, Salven krachen und Kanonen donnern, Ströme von Blut fließen, es entbrennt der Bürgerkrieg für die Freiheit, Moskau und der Süden, der Kaukasus und Polen sind bereit, sich dem Proletariat von Petersburg anzuschließen. Tod oder Freiheit! Ist die Losung der Arbeiter geworden. Der heutige und der morgige Tag werden vieles entscheiden. Mit jeder Stunde ändert sich die Lage. Der Telegraf bringt atemberaubende Nachrichten, und alle Worte verblassen von den Ereignissen, deren Zeugen wir sind. Jeder muss bereit sein, seine Pflicht als Revolutionär und Sozialdemokrat erfüllen! Es lebe die Revolution! Es lebe das aufständische Proletariat!“ (Lenin, Band 8, Seite 58).

Marx unterstrich, dass der ökonomische Kampf allein bei all seiner Bedeutung für den Zusammenschluss und die Erziehung der Arbeiter nicht ausreicht, dass sich das Proletariat zunächst im nationalen und sodann im internationalen Maßstab organisieren muss, dass es für die Arbeiterklasse wichtig ist, eine eigene politische Massenpartei zu bilden und den Kampf um die Eroberung der politischen Macht im nationalen und sodann im internationalen Maßstab zu entfalten. Diese Aufgabe erfüllte er glänzend mit der Schaffung der I. Internationale. Es darf also an dieser Stelle nicht die ökonomische Globalisierung des internationalen Monopolkapitals als bedeutender Faktor für die Entstehung eines globalisierten ökonomischen Kampfes der Arbeiter in allen Ländern der Welt außer Acht gelassen werden; zum Beispiel die Ausdehnung von Streiks über nationale Grenzen hinweg, Beispiel Europäisierung von Streiks, bis hin zu internationalen Streiks ( zB. gegen internationale Konzerne). Der vereinigte und vereinheitlichte ökonomische Kampf führt die Proletarier aller Länder zur Organisierung als Weltproletariat, zur Verschmelzung aller nationalen Abteilungen zu einem großen Weltheer mit einem weltproletarischen Klasenbewusstsein. Die Stärke der internationalen Arbeiterbewegung besteht in der richtigen Verbindung des ökonomischen mit dem politischen Kampf. So hat die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung stets den imperialistischen Kriegen und dem Faschismus politischen Widerstand bis hin zur revolutionären Gewalt entgegengesetzt, ebenso den sozialimperialistischen Kriegen und dem Sozialfaschismus. Die revolutionäre Weltgewerkschaftsbewegung hat sich nie mit der revisionistischen These der friedlichen Koexistenz gegenüber der imperialistischen Gewerkschaftsbewegung einlullen lassen und wird dies auch niemals tun. Die anti-revisionistische Weltgewerkschaftsbewegung mit Enver Hoxha an der Spitze hat der Verwandlung der sozialistischen Gewerkschaften in Werkzeuge der Restauration des Kapitalismus nicht fatalistisch zugesehen, sondern die ökonomistische Grundlinie der revisionistischen gewerkschaften konsequent und prinzipienfest bekämpft. Die Arbeiter in den revisionistischen Ländern haben sich ihrer reaktionären Vergewaltigung auch mit Gegengewalt, mit mächtigen Streiks und Aktionen entgegengestellt, haben ihre Diktatur des Proletariats auch mit gewerkschaftlichen Kampfformen verteidigt.

Der politische Kampf für die Befreiung und Emanzipation des Weltproletariats hat auch nie halt gemacht vor den sozialfaschistischen und sozialimperialistischen Gewerkschaftshäusern, konnte dies auch gar nicht, da die reaktionären Gewerkschaften selber Gewalt gegen ihre eigenen Mitglieder ausübten bzw. die bürgerliche Staatsgewalt jedes Mal um Hilfe rief, sobald sich die Gewerkschaftsmitglieder nicht mehr den Prinzipien der Klassenzusammenarbeit, des Opportunismus, Reformismus und Revisionismus beugten und ihren Klassenkampf nicht mehr in die sozialfaschistische Zwangsjacke des „sozialen Frieden“ stecken lassen wollten. Seit der I. Internationale führen die internationale kommunistische Gewerkschaftsbewegung und die internationale bürgerliche Gewerkschaftsbewegung einenhundertjährigen Klassenkrieg. Dieser ist bis heute noch nicht entschieden, nicht begraben, sondern wird sich weiter verschärfen, und vor allem durch die Globalisierung, durch die Unterordnung der Weltgewerkschaftsbewegung unter die UNO und damit unter den amerikanischen Imperialismus und den Imperialisten der anderen Länder, neu entzünden und weiter ausbreiten. Der Klassenkrieg in der Weltgewerkschaftsbewegung wird auf dem internationalen Schlachtfeld entschieden werden. Was heißt das? Das heißt, dass die gelben Gewerkschaften gegen den internationalen, länderübergreifenden organisierten Kampf der Arbeiter auftreten, ihn sabotieren, ihm die Kraft nehmen, um die internationalen Konzerne vor dem Zugriff der Arbeiter zu schützen, und dabei vor Gewalt nicht zurückschrecken, also der Solidarität der Arbeiter zwischen allen Kontinenten den Krieg zu erklären. Die Arbeiter werden diesen Krieg erwidern und sich durch ihre Vereinigung im Kampf durchsetzen und siegen! Und daraus wird die Kommunistische Internationale/ Marxisten-Leninisten und die Rote Gewerkschaftsinternationale heute ihre historischen Schlüsse aus der damaligen Haltung der Komintern und der alten RGI ziehen, nämlich das Weltproletariat voll gerüstet auf dieses Schlachtfeld führen, auf das Schlachtfeld der sozialistischen Weltrevolution. Niemals hat sich die bürgerliche/revisionistische Gewerkschaftsbewegung der kommunistischen – oder umgekehrt – freiwillig untergeordnet und beide können dies auch nicht, denn sie stehen sich unversöhnlich gegenüber, trägt ihr Kampf gegeneinander einen klassenantagonistischen Charakter und unterliegen sie damit der Gesetzmäßigkeit des Klassenkampfes. So heißt denn auch die internationale Gewerkschaftsfrage: „wer – wen?“ Die militärische Strategie und Taktik des Weltproletariats hat nie Zweifel daran aufkommen lassen, dass sie die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung, die revolutionären Gewerkschaftsorganisationen, die revoltierenden Mitgliedermassen der Gewerkschaften in der ganzen Welt nie im Stich lassen wird, wenn der Weltimperialismus sie gewaltsam antastet und sie zu liquidieren versucht bzw. diese zu paralysiert und spaltet. Jede bürgerliche/revisionistische Gewalt gegen die Gewerkschaftsmitglieder – egal ob sie nun außerhalb oder innerhalb der Gewerkschaftshäuser stattfindet - erzeugt stets und gesetzmäßig revolutionäre Gegengewalt der Gewerkschaftsmitglieder gegen die bürgerliche/revisionistische Gewalt. In der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution, in der Diktatur des Proletariats kann es kein eigenes Dach für bürgerliche/revisionistischeGewerkschaftshäuser geben. Da ist nur Platz für das proletarische Weltgewerkschaftshaus und dieses kann nirgendwo anders aufgebaut werden als auf den Trümmern der bürgerlichen/revisionistischen Weltgewerkschaften. Die Massen der Gewerkschaftsmitglieder von der Notwendigkeit eigener revolutionärer Gewerkschaften zu überzeugen und sie im Kampf zur Zerschlagung der bestehenden imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaftesorganisationen in der ganzen Welt zu mobilisieren und zu führen – das ist die hauptsächliche Taktik der Roten Gewerkschaftsinternationale. Diese Taktik schließt die Unterstützung und Einbindung des revolutionären Kampfes der Völker mit ein und setzt diese voraus. Dadurch versetzt sich das Weltproletariat selbst in die Lage, im Kampf um die unmittelbaren Verbesserungen der Lage der ausgebeuteten Massen in der ganzen Welt gemeinsam aufzurütteln und sie schließlich für die proletarische Weltrevolution als Reserve heranziehen zu können. Der proletarische Internationalismus verwandelt sich durch die revolutuionäre Weltgewerkschaftsbewegung zur einer qualitativen höheren Stufe und erhält dadurch eine bisher nie geahnte Kraft für die revolutionäre Umwälzung der ganzen alten imperialistischen Weltordnung. Asien, Afrika und Lateinamerika bilden heute die schwächsten Kettenglieder im imperialistisch/sozialimperialistischen Weltgewerkschaftssystem, und dort treffen die Widersprüche zwischen Arbeit und Kapital durch den Kolonialismus der Imperialisten und häufig verbunden mit der zunehmenden brutalen Ausbeutung und Unterdrückung durch die eigene Bourgeoisie in den abhängigen Ländern. Der revolutionäre Gewerkschaftskampf auf diesen Kontinenten ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil des nationalen und sozialen Befreiungskampfes der unterdrückten Völker, sondern auch gleichzeitig eine machtvolle Stütze für die Arbeiter und Völker in der ganzen Welt. Durch die Globalisierung entwickelt sich die junge Arbeiterbewegung auf diesen Kontinenten rasanter als je zuvor, wenn auch unterschiedlich in den verschiedenen Regionen. Der gewerkschaftliche Kampf, der sich dort aus dem Kampf gegen den Kolonialismus fremder imperialistischer Bourgeoisien und gegen deren wirtschaftliche, politische und militärische Macht entwickelte und zum Teil mit der revolutionären nationalen Befreiungsbewegung eng verbunden war und zum Teil noch ist, nimmt jetzt immer mehr selbständige Formen an gegen die eigene Bourgeoisie aufgrund der ökonomischen Entwicklung des Landes und dem damit verbundenen Erstarken des Proletariats. Der imperialistisch/sozialimperialistische Charakter der Gewerkschaften in den Metropolen der kapitalistischen Ländern zeigt seine offene Fratze insbesondere darin, die Gewerkschaftsbewegung auf diesen Kontinenten, die zum Teil sogar brutalstem militärischen Terror und der Gewalt der Reaktion im eigenen Land ausgesetzt ist, nicht zu unterstützen ( möglicherweise in Worten als Feigenblattfunktion, aber jedenfalls nicht in Taten!), im Gegenteil ! Die imperialistischen/sozialimperialistischen Gewerkschaften haben kein Interesse am proletarischen Internationalismus, wohl aber an seiner Bekämpfung, insbesondere der Bekämpfung der revolutionären Vereinigung innerhalb der Gewerkschaftsbewegung dieser Länder, wobei sie sich auf die Seite der imperialistischen Gewalt stellen und auch selber vor Gewalt nicht zurückschrecken. Gleichzeitig verhindern oder erschweren die imperialstisch/sozialimperialistischen Gewerkschaften die Bestrebungen der fortschrittlichen Gewerkschaftsmitglieder, die sich um Unterstützung, Zusammenarbeit und Verflechtung der internationalen Gewerkschaftssolidarität bemühen. Wer als kommunistischer Gewerkschaftler den proletarischen Internationalismus im Sinne der proletarischen Weltrevolution innerhalb der imperialistisch/sozialimperialistische Gewerkschaft offen unterstützt, ist dem blindem Hass und Terror durch die sozialfaschistische Gewerkschaftsführung ausgesetzt. Der reaktionären Gewalt der gelben Gewerkschaften muss die rote Gewerkschaft mit revolutionärer Gewalt antworten. Mit Daumenschrauben an den Händen, mit der Hundeleine um den Hals, mit nichts als faulen Kompromissen und Süßholz im Futtertopf, mit Fußtritten von Kapital, von der Regierung und Verrat von der „eigenen“ Gewerkschaft kann kein Arbeiter für seine Existenz, für sein Recht und für seine Freiheit kämpfen! Und kämpfen MUSS er ! Der Arbeiter will leben ! Um zu leben muss er arbeiten! Um zu arbeiten, muss er kämpfen. Um kämpfen zu können, muss er sich die ganzen gewerkschaftlichen Hemmschuhe, den ganzen damit verfilzten politischen Dreck vom Hals schaffen, also alles, was ihn am Kampf hindert. Der Arbeiter braucht Bewegungsfreiheit für seinen Kampf, damit er diesen wirkungsvoll entfalten kann, Druck ausüben kann, Siege erringen kann. Diese Freiheit muss er sich politisch erkämpfen. Deswegen braucht er revolutionäre Rückendeckung gleichgesinnter Kollegen in der Gewerkschaft und die bekommt er nur, wenn er sich mit ihnen zusammen politisch organisiert, und zwar nicht nur im Betrueb, nicht nur in seiner Stadt, nicht nur in seinem Land, nicht nur auf seinem Kontinent, sondern international. Der Angriff auf den Arbeiter hat heute einen internationalen Charakter- deswegen muss der Gegenangriff des Arbeiters heute auch einen internationalen Charakter haben. Der aber fällt nicht in den Schoß – der muss organisert und erkämpft werden.