Rote

Gewerkschafts-Internationale

 

 

 

 

Wolfgang Eggers

zum 1. Mai 2007



Die

„Gewerkschaftsfrage

  • eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit des Weltproletariats



Es dürfte den Gewerkschaften der führenden kapitalistischen Länder nicht entgangen sein, dass das Weltkapital die traditionelle Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in diesen Ländern immer stärker beeinflusst und zwar dahingehend, dass es sich rücksichtslos über die Errungenschaften dieser über 150 Jahre alten Arbeiterbewegungen hinwegsetzt, hinwegsetzen kann, weil keine Gewerkschaft eines einzelnen Landes etwas zur Verteidigung der Arbeiterrechte ausrichtet und auch nicht ausrichten könnte, selbst wenn sie es denn wollte, was ja schon seit über hundert Jahren nicht mehr der Fall ist, als sich die Gewerkschaften schon damals aus Instrumenten der Arbeiter in Instrumente des kapitalistischen Systems, als Instrumentge gegen die Arbeiter verwandelthatten. Wer ist aber der Wegbereiter des internationalen Angriffs auf die Errungenschaften der Arbeiter der einzelnen Länder ? Die Wegbereiter des globalisierten Feldzug auf die Arbeiterrechte und die sozialen Systeme, die einst aus der Arbeiterbewegung der einzelnen kapitalistischen Länder entstanden, das sind die Gewerkschaften in den einzelnen kapitalistischen Ländern ! Die Regierungen , die Gewerkschaften, das ganze alte Instrumentarium der Ausbeutung und Unterdrückung in den einzelnen Ländern gerät mit den Interessen des Weltkapitals in Konflikt, das keinerlei Rücksichten gegenüber der Weltarbeit zu nehmen braucht. Während die Kapitalisten in den einzelnen Ländern an bestimmte, wenn auch minimale Rücksichtnahmen gegenüber dem kapitalistischen System gebunden sind, ist es der Weltkapitalist um so weniger. Er ist an nichts gebunden, kann sich der Reservearmeen aller Länder bedienen. Da der Weltkapitalist seine Weltarbeitskräfte aber nicht auf den Mond ausbeutet, sondern mitten in den Ländern, wo auch die Lohnarbeiter der nationalen Kapitalisten ausgebeutet werden, „wildert“ der internationale Kapitalist sozusagen in den fremden Revieren der nationalen Kapitalisten, setzt er sie untereinander in Konkurrenz, setzt er sie unter Druck. Vergleicht man irgendwo auf der Welt die Arbeitsbedingungen in Fabriken internationaler Monopole mit denen in Fabriken mit lokal „sesshaftem“ Eigentum, so sind die Arbeitsbedingungen viel schlechter, die Löhne niedriger bei den Weltkapitalisten, sind die „bodenständigen“ Unternehmen also ihrerseits gezwungen, ihre Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und die Löhne zu drücken, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Das ist unter den gesetzlichen Bedingungen der einzelnen Staaten nicht immer elegant zu lösen, gibt es Reibungsverluste und Wettbewerbsverzerrungen. Solche Hürden wie Tarifautonomie ( auch, wenn es formal nur noch auf dem Papier gibt und faktisch immer weiter ausgehebelt wird !!) und andere Hürden des kapitalistischen Ländersystems, hat der Weltkapitalist einfach überspringen können. Die Auslagerung ganzer Fabriken und ganzer Industrien in Billiglohnländer ( und die Rückkehr der Fabriken an alte Standorte, aber unter verschlechterten Arbeits- und Lohnbedingungen!) – das alles sind bekannte Erscheinungen; kurz: das Weltkapital setzt sich über die Hürden in den einzelnen Ländern hinweg, wird Schrittmacher der Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Ausbeutung und Unterdrückung in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Aushebelung der über hundert Jahre alten Arbeiterbewegungen in den kapitalistischen Ländern. Was die nationale Bourgeoisie in 100 Jahren nicht geschafft hat, das macht die Weltbourgeoisie heute im Handumdrehn. Das bekommt insbesondere die Arbeiterklasse solcher Länder schmerzhaft zu spüren, die einen besonders harten Klassenkampf geführt hatte, um den Kapitalisten, um dem kapitalistischen Staat diese und jene Verbesserung ihrer Lage abzuringen und dementsprechend ist ihr Widerstand größer als in anderen Ländern. Das Problem ist nur, dass der Weltkapitalist dafür wenig Verständnis hat und jeden Arbeiter, der aufmuckt, arbeitslos macht, denn er kann aus einer Millionenreservearmee schöpfen und das Kapital ist inzwischen beweglich genug, um sich zu jeder Zeit einen besseren Standort zu verschaffen, wo die Profite reibungsloser, schneller und höher zu machen sind, wo der Widerstand der Arbeiter am geringsten ist. So geht die Autoindustrie in den Osten bis nach China, weil dort die Ausbeutungsbedingungen und die Vermehrung des Kapitals am größten ist. Das billigste Billiglohnland der Welt ist heute das sozialimperialistische China. Das viertgrößte Finanzkapital der Welt befindet sich bereits in seinen Händen, um nur ein Beispiel zu nennen. Und umgekehrt ist die Deutsche Bank, die Bank des Exportweltmeisters Deutschlands, vom 4. auf den 23. Weltplatz aller Banken abgesunken und das in nur wenigen Jahren. Das internationale Bankkapital gerät außer Rand und Band.

Die alten Kampfinstrumente und Kampfformen, die alten Traditionen beherrschen noch die Arbeiterklasse, erschweren ihre Einsicht, dass sie unter den heutigen Bedingungen immer mehr ihre Wirkung verlieren gegenüber den neuen Kampfinstrumenten und Kampfformen des Weltkapitalisten. Der Kampf der beiden Weltanschauungen dauert nicht nur zwischen Bourgeoisie und Proletariat fort, sondern auch zwischen den Arbeitern, die sich von den Fesseln der untauglich gewordenen Traditionen befreien wollen und den Arbeitern, die sich noch von diesen alten (dabei sind die untauglich gewordenen gemeint, nicht die bewährten) Traditionen beherrschen lassen. Und das gilt nicht weniger für die Marxisten-Leninisten, wobei die einen sich von den Hemmschuhen überholter Leitsätze und Anschauungen befreit haben, während andere noch von ihnen gefangen sind und sich daran klammern. Der Kampf gegen eine übermächtige Welt ist zwangsläufig auch ein unvermeidlicher Kampf unter den Neuerern, sowohl unter den Arbeitern als auch unter den Kommunisten. Die weltweiten Massenbewegungen der Arbeiter wie auch die internationalen Bewegungen der Kommunisten sind heute noch konfus in zweierlei Hinsicht: erstens, weil alles internationale Massendenken sich noch in Widersprüchen, Unklarheiten, Zusammenhanglosigkeiten bewegt, konfus aber auch zweitens, wegen der schädlichen Rolle, die die Revisionisten darin spielen. Der Kampf gegen die Revisionisten in den eigenen Reihen ist ebenso heftig wie der Kampf draußen in der kapitalistischen Welt. Da lässt sich auch keine Einheit predigen, wo keine Einheit möglich ist. Es braucht große Kraft und lange Zeit, die internationale Konfusion zu überwinden mit einem qualitativen Schritt zur internationalen Einheit. Das gilt für die internationale Arbeiterbewegung nicht anders wie für die marxistisch-leninistische Weltbewegung, und vor allem deren beider notwendigen Verschmelzung.

Nun, es handelt sich zum Beispiel um nationale Kampfformen der Arbeiter, die den internationalen Kampfformen des Kapitals gegenüberstehen , welche den nationalen Kampfformen natürlich überlegen sind. Kämpfen die Arbeiter einer Autofabrik für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, wird die Autofabrik ins Ausland verlegt, wo die Löhne niedriger sind und weniger Widerstand von den Arbeitern zu erwarten ist. Oder es werden Arbeiter aus dem Ausland zu Dumpinglöhnen hereingeholt, die nicht nur den Lohn der inländischen Arbeiter drückt, sondern diese auch auf die Straße wirft. Der Weltkapitalist hat die moderneren Waffen, die Arbeiterklasse eines einzelnen Landes veraltete Waffen, mit denen sie gegeneinander kämpfen – ein ungleicher Kampf. Man kann noch so heroisch kämpfen, aber mit veralteten Waffen ist die Niederlage vorprogrammiert. Und tatsächlich kann jeder mit seinen eigenen Augen sehen, dass die Arbeiter in ihren Ländern dieser Entwicklung ziemlich hilflos und machtlos gegenüberstehen, dass es ihnen immer bewusster wird, das man ihnen auf der Nase herumtanzt, dass die Kapitalisten immer frecher auftrumpfen und die Positionen der Arbeiter von Land zu Land immer „besch....er“ werden. Die Waffe, die hier hilft, ist die Waffe der internationalen Vereinigung der Arbeiter. Was sagen die nationalen Gewerkschaften dazu ? Nun, die Gewerkschaftsbosse schauen nicht nur weg und zucken mit den Achseln, sondern sie tun auch noch alles, um die Empörung der Arbeiter ins Leere laufen zu lassen, unternehmen nichts gegen die Regierungen, die diese Konkurrenz mit den ausländischen Arbeitern gesetzlich erlauben. Es ist eine historische Tatsache, dass die Gewerkschaften in den kapitalistischen Ländern seit über hundert Jahren den internationalen Charakter der Arbeiterbewegung vergewaltigt haben, dass die Kapitalisten eine starke Arbeiteraristokratie herangezüchtet hatten, um den proletarischen Internationalismus mit bürgerlichem Nationalismus, Sozialimperialismus, Sozialfaschismus usw. usf. aus den Arbeiterköpfen zu vertreiben, die internationale Front der revolutionären Arbeiterbewegung zu spalten, den weltrevolutionären Vereinigungsprozess zu unterlaufen beziehungsweise brutal zu unterbinden. Heute spürt der Arbeiter auf der ganzen Welt am eigenen Leibe, wohin das geführt hat – er steht in jedem Land isoliert und machtlos da, in Stich gelassen von gewerkschaftlichen Lakaien des Weltimperialismus ! Die Staaten der ganzen Welt mit samt ihren gelben Gewerkschaften befinden sich mittlerweile fast vollständig in den Händen der Monopole, der internationalen Konzerne, des gesamten Weltkapitals. Ja selbst die Mitgliedschaft in einer gelben Gewerkschaft ist für sie schon ein Grund zur Ablehnung einer Bewerbung oder ein Kündigungsgrund. Unter dem Diktat des Weltkapitals kuschen die Regierungen, kuschen die Staaten, kuschen die gelben Gewerkschaften, sind sie in Hilfsinstrumente des Weltkapitals verwandelt worden, werden die Arbeiterrechte, die Gewerkschaftsrechte, die Rechte der Völker, die Menschenrechte ausgehebelt, setzt man sich immer rücksichtsloser darüber hinweg, reagieren die Betroffenen mit Ratlosigkeit und Wut gegenüber dem aufkommenden Weltfaschismus, werden die Arbeiter der ganzen Welt behandelt, so wie die Kolonialisten einst die asiatischen Kulis behandelten. Es ist kein Zufall, dass die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten deswegen die Rote Gewerkschaftsinternationale gegründet hat, nicht nur um den Proletariern dabei zu helfen, in ihrem Land wieder eine Klassengewerkschaft aufzubauen, die sich ausschließlich vom proletarischen Internationalismus leiten lässt, sondern die gesamte internationale revolutionäre Gewerkschaftsbewegung auf den weltrevolutionären Weg zu bringen. Die RGI wurde gegründet in der weisen Voraussicht, dass die Gewerkschaftsbewegung gegen das Weltkapital neue internationale Kampfformen hervorbringt, um die Gewerkschaftsinteressen des Weltproletariats besser, zentral und geschlossen, zu vertreten und durchzusetzen. Mit der Internationalisierung des gewerkschaftlichen Kampfes verfolgt das Weltproletariat einen doppelten Zweck: Die Konkurrenz der Arbeiter unter den verschiedenen Ländern einzudämmen , indem es diese zu einer Weltkonkurrenz zusammenfasst und als Gesamtverhandler an den Weltverhandlungstisch tritt, nicht nur mit den Kolleg/innen dieses oder jenes Landes im Rücken, sondern mit dem Kampfeswillen der Kolleg/innen der ganzen Welt im Rücken!!!! Wenn es am Anfang nur um den Stop des freien Falls des Weltlohns geht, wird das Weltproletariat seine gewerkschaftlich zentralisierte Vereinigung auch zu allen weiteren Forderungen gegenüber den Weltkapitalisten ausdehnen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, usw. usf. , wird also die Aufrechterhaltung der Weltgewerkschaftsfront selbst notwendiger als die der Weltlöhne. In diesem Gewerkschaftskampf auf höchster Stufe vereinigen und entwickeln sich sowohl auf der Seite des Kapitals als auch auf der Seite der Arbeiter schließlich alle Elemente für die kommende Weltschlacht. Einmal an diesem Punkt angelangt, wird die Revolutionäre Gewerkschaftsinternationale ihre politischen Aufgaben erfüllen können, nämlich dabei mitzuwirken, die ruinöse Konkurrenz unter den Arbeitern endlich im Weltmaßstab für immer aufzuheben und an ihre Stelle die Welt-Assoziation der sozialistischen Gewerkschaft zu setzen.

Ohne die internationale Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftsbewegung ist die internationale Arbeiterbewegung machtlos, steht sie auf tönernen Füßen, fehlt ihr die Basis, kann sie sich ohne Basis nicht entfalten. Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Vereinigung, die das Weltproletariat in seiner Gesamtheit erfasst, aber die damit noch lange nicht unmittelbar die Weltdiktatur des Proletariats zu verwirklichen vermag. Dazu bedarf es differenzierter internationaler Vereinigungen, ja eines gewaltigen Weltorganisationsmechanismus ( internationale Transformationsriemen), der erst durch eine Reihe von Zahnrädern in Gange gebracht wird. Die Weltdiktatur des Proletariats kann nur durch seine Avantgarde, die proletarische Weltpartei verwirklicht werden, die mit der RGI eng verzahnt ist. Ohne diesen Mechanismus ist der Weg vom Weltimperialismus zum Weltsozialismus nicht zu bewerkstelligen.

Wie stellt sich nun das dialektische Verhältnis von nationaler und internationaler Gewerkschaftsbewegung, insbesondere im Kampf gegen die neue globalisierte Weltlohnsklaverei dar?

Die gelben Gewerkschaften sind Instrumente des Imperialismus zu Niederhaltung und Spaltung des revolutionären Proletariats. Das Weltkapital braucht die Weltlohnsklaverei und damit auch die ihm passende Weltform der gelben Gewerkschaft als künftiges Bollwerk gegen den weltproletarischen Kampf, dessen Ziel die Abschaffung der Weltlohnsklaverei ist. Das Weltkapital kann die gelben Gewerkschaften, so wie sie sich bis heute in den einzelnen Ländern entwickelt haben, nicht einfach „übernehmen“, kann sie aber auch nicht zerschlagen. Das kann das Weltkapital aus dem einfachen Grund nicht, da sie weiter als Regulierungsinstrument des Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem der nationalen Bourgeoisien erhalten bleiben müssen als Abteilungen der Weltbourgeoisie. Also müssen die gelben Gewerkschaften in jedem Land völlig umgewandelt, globalisiert werden, damit sie seinen Weltinteressen auch dienen können. Indem die gelben Gewerkschaften als Abteilungen der neuen gelben Weltgewerkschaft des globalisierten Weltkapitals auftreten - und das Weltkapital zwingt sie dazu -, führt jede gelbe Gewerkschaft in einem Land nicht mehr nur ihren arbeiterfeindlichen Kampf zur Aufrechterhaltung der Lohnsklaverei im eigenen Land, sondern ist gezwungen, ihre eigenen nationalen Interessen den gelben Gesamtgewerkschaftsinteressen des Weltkapitals unterzuordnendas heißt die gelben Gewerkschaftsinstrumente aller Länder müssen in ein einziges, zentralisiertes Instrument des Weltkapitals verwandelt werden, um die Weltarbeit disponibel, verfügbar zu gestalten, was wiederum heißt: ihr bislang reaktionäres, nationales Zunftwesen, das die Arbeiterbewegung eines jeden Landes ungemein in ihrer revolutionären Entwicklung gehemmt hat, muss fallen. Das ist gut und nicht schlecht! Insofern handelt es sich nicht mehr um eine Amsterdamer Internationale (gegen die revolutionäre, klassenkämpferische Gewerkschaftsbewegung in den einzelnen Ländern). Es handelt sich auch nicht mehr so sehr um einen losen gewerkschaftlichen Weltdachverband, wo die einzelnen gelben Gewerkschaften ihre eigenen (sozialimperialistischen) Interessen vertraten, sich sozusagen nur gegenseitig unterstützten, bzw. dort um ihre (sozialimperialistische) Hegemonie kämpften, sondern um eine globalisierte gelbe Gewerkschaftsbewegung des globalisierten Weltkapitalismus, das heißt eine neue Gewerkschaftsform, mit der die gesamte Weltarbeit im Zaun gehalten werden kann, indem sie in die Ländergewerkschaften hineinwirkt, sie sich umformt und sie so zur internationalen Spaltung des Weltproletariats zentral lenken kann. Für die revolutionäre Weltgewerkschaftsbewegung ist das insofern - und nur insofern - gut, als das Weltkapital die nationalen Schranken der gelben Gewerkschaftsbewegung durch die globale Gestaltung der Weltarbeit schleift und damit der internationalen Entfaltung der Vereinigung der weltrevolutionären Gewerkschaftsbewegung bessere Ausgangsbedingungen verschafft – und zwar nicht nur für das Weltproletariat insgesamt, sondern auch für die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land der Welt. Dadurch wird die Gewinnung der Gewerkschaftsmitglieder für die Ideen des Kommunismus auf der ganzen Welt und in allen Ländern erleichtert und beschleunigt.

Wenn die globalisierten Gewerkschaftsinteressen des Weltkapitals also von außen auf die gelbe Gewerkschaft eines jeden Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn das Weltkapital über die Gewerkschaftsinstrumente (und deren Einsatz) eines jeden Landesbestimmt, können die Arbeiter in ihrem Land ihre revolutionären, klassenkämpferischen Gewerkschaften allein, auf sich gestellt, nicht (dauerhaft) aufbauen bzw. verteidigen, da sie in ihrem Land nunmehr einer gelben Abteilung der welt-sozialimperialistischen Gewerkschaftszentrale gegenüberstehen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land kann sich nicht voll entfalten, wenn die Roten Gewerkschaftler ihre Organisation nicht vom nationalen Boden loslösen, wenn die (innere) revolutionäreGewerkschaft jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) der RGI angehörende Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen gelben Gewerkschaftsapparat international zerschlagenzu können (= und das – und nur das, ist die einzige Garantie des Sieges über diie eigene gelbe Gewerkschaft in jedem Land unter den heutigen Bedingungen der globalisierten Weltlohnsklaverei !!). Sozusagen verwandelt das Weltkapital die (Landes-)Inneregelbe Gewerkschaft in ein Instrument der äußeren kapitalistischen Weltgewerkschaft, weckt sie aus ihrem nationalen Dornröschenschlaf auf, stärkt sie bei gleichzeitiger Verschärfung der Widersprüche und Konkurrenz zwischen der nationalen Arbeit und der Weltarbeit. Dadurch erst, dass das Weltkapital die globalisierte gelbe Weltgewerkschaft schafft, hebt sie auch die globalisierte revolutionäre Weltgewerkschaft auf die Weltbühne, kann die gelbe Gewerkschaft mit dem Kapitalismus, dessen Instrument sie ist, für immer nicht nur von der Weltbühne, sondern auch von der historischen Bühne jedes Landes verschwinden, kann sich die weltrevolutionäre Gewerkschaftsbewegung in allen Ländern der Welt voll entfalten. Das Weltproletariat kann die Länder nicht vereinigen, wenn es nicht seine ( und zwar gegen die gelben gerichteten !!) revolutionären Gewerkschaften vereinigt: „Weltproletariat – vereinige die revolutionären Gewerkschaften aller Länder!“ Das ist die weltrevolutionäre Idee zur Lösung der GewerkschaftskriseDie kapitalistische Gewerkschaft kann im eigenen Land durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben wegen ihrer Verbindung zum Weltkapital), aber niemals kann der Sieg einer revolutionären Gewerkschaft über die reaktionäre Gewerkschaft in einem Land garantiert werden, solange sich die reaktionäre Gewerkschaft eines Landes aus dem Weltkapital genügend neue Restaurationskräfte ziehen kann. Deswegen müssen wir gegen alle gewerkschaftlichen Ideen, insbesondere gegen die Ideen des Weltökonomismus, antreten, die unsere Idee von der RGI, unsere Ideen vom weltrevolutionären Gewerkschaftskampf angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie der revolutionären Gewerkschaftsbewegung im eigenen Land, schaden sie nicht etwa der gelben Gewerkschaft, sondern helfen sie ihr ( = weltrevolutionärer Gewerkschaftskampf in Worten – gelber, internationaler Gewerkschaftskampf in Taten). Garantie gegen gelbe Gewerkschaften, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der konterrevolutionären Gewerkschaftsbewegung in der imperialistischen Weltordnung, schafft nur der internationale, weltrevolutionäre Gewerkschaftskampf, die Rote Gewerkschaftsinternationale, nur der Gewerkschaftskrieg zur Beseitigung der gelben Gewerkschaft, der anti-imperialistische Gewerkschaftskrieg des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmachtdient. Es gibt heute für die klassenbewussten Arbeiter keine wichtigere Aufgabe als die, diese weltrevolutionäre Bedeutung der INTERNATIONALEN gewerkschaftlichen Bewegung zu begreifen und sie ganz genau zu kennen und sich fest einzuprägen. Die Schaffung der Roten Gewerkschaft in jedem Land geht also nicht gradlinig, nicht regelmäßig und nicht losgelöst von der internationalen Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung vor sich. Sie wird durch das Weltkapital gezwungen, sich über den „Umweg“ des internationalen Gewerkschaftskampfes des Weltproletariats in jedem Land also auch im eigenen Land zu entwickeln, was nicht zuletzt auch von den Bedingungen in jedem Land selbst abhängt. Die Rote Gewerkschaft in jedem Land hat also große Hindernisse zu überwinden, die sie nur gemeinsam mit den Proletariern aller Länder, nur als Abteilung des Weltproletariats überwinden kann. Das Weltkapital hindert die Rote Gewerkschaft daran, sich in jedem Land – von der weltgewerkschaftlichen Bewegung getragen - zu entfalten, aber anders als eine Abteilung der internationalen revolutionären Gewerkschaft des Weltproletariats kann die Rote Gewerkschaftsbewegung eines Landes die gelbe Gewerkschaft nicht schlagen, da diese nun einmal international in die Geschäfte des Weltkapitals eingebunden ist und die Rückendeckung der nationalen Bourgeoisie besitzt. Das heißt natürlich nicht, dass die Roten Gewerkschaftler in jedem Land ihre Hände in den Schoß legen und diese internationale Entwicklung „abwarten“. Sie müssen sowohl in den gelben als auch außerhalb der gelben Gewerkschaften die revolutionäre Arbeit der Gewerkschaftsopposition organisieren und dazu geeignete Übergangsformen hin zur Schaffung einer selbständigen Roten Gewerkschaft bilden. Diese Übergangsformen werden in allen Ländern unterschiedlich ausfallen, da die gelben Gewerkschaften in den verschiedenen Ländern nicht alle gleich sind. Die Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftler in einem Land gehört mit zu den zähesten, aufreibendsten, kompliziertesten und schwierigsten, aber auch wichtigsten und notwendigsten Aufgaben der Weltrevolutionäre, weil große Teile der Proletarier, insbesondere die Industriearbeiter, noch in den gelben Gewerkschaften gefangen gehalten werden und täglich dem reaktionären Einfluss der Arbeiteraristokratie und der Gewerkschaftsintelligenz ausgesetzt sind. Die gelbe Gewerkschaft konnte sich nur deswegen so lange in der Arbeiterbewegung halten, weil die Arbeiter noch zögern, sie durch ihre eigene, revolutionäre Gewerkschaft zu ersetzen, weil die gelbe Gewerkschaft das dafür nötige revolutionäre Klassenbewusstsein täglich, stündlich untergräbt und täglich stündlich die Gewerkschafterhirne mit bürgerlicher Ideologie abfüllt. Die bürgerliche Gewerkschaft wird immer noch als die „heilige Kuh“ vergöttert, die man nicht schlachten darf, weil sonst noch alles „viel schlimmer“ kommen könnte. Dieser Aberglaube ist erst gebrochen, dieser Mythos ist erst überwunden, wenn die Arbeiter an Hand ihrer eigenen Erfahrungen restlos begriffen haben, dass eine Klassengewerkschaft der Bourgeoisie niemals die Interessen der Arbeiterklasse vertreten kann, sondern dass dies nur die eigene, die proletarische Klassengewerkschaft kann. Das ist dann der Anfang des historischen Endes der gelben Gewerkschaft, dann wird nach über 100 Jahren endlich die alte revolutionäre Gewerkschaft, ihre klassenkämpferische Tradition, wieder das Licht der Welt erblicken, wird die 100 Jahre lange Spaltung der Gewerkschaftsbewegung durch die Bourgeoisie beseitigt werden, wird es wieder freie Einheitsgewerkschaften geben, die niemandem anders mehr dienen, als den Arbeitern selbst. Das ist ein harter Kampf, der unvermeidlich ist, denn er wird der gespaltenen Arbeiterklasse aufgezwungen, um ihre Einheitsgewerkschaft, ihre gewerkschaftliche Einheit, wieder herzustellen.

Aber schauen wir uns bei den Kommunisten um. Die Schwäche der Kommunisten zeigt sich nirgends deutlicher als in der Gewerkschaftsfrage. Es sträuben sich die Haare zu Berge, wenn man selbst von alten, gestandenen Kommunisten Zitate von Lenin um die Ohren kriegt über die Haltung der Kommunisten in den Gewerkschaften vor 100 Jahren, wo es noch um die Bekämpfung der Kinderkrankheiten (!!!!!) des Kommunismus ging. Wir fragen uns heute ganz im Ernst, ob wir nicht ein Buch über die Alterskrankheiten des Kommunismus schreiben sollten, damit endlich von allen begriffen wird, dass wir die Gewerkschaftsfrage nicht mit den Antworten lösen können, die vor 100 Jahren richtig waren, aber heute den veränderten Bedingungen der Globalisierung ganz und gar nicht mehr entsprechen. Die Schande ist die, dass die überwiegende Mehrheit der Kommunisten sich heute in der Gewerkschaftsfrage an den Arbeitern schwer versündigt hat, dass sie unter der 100 Jahre lang angehäuften Last des Reformismus und Revisionismus in der Gewerkschaftsbewegung erdrückt worden sind, weil sie es versäumt haben, diese Last rechtzeitig abzuschütteln und eine revolutionäre Haltung einzunehmen. Ein weiterer Fehler ist der, dass gerade die Gewerkschaftsfrage ganz deutlich macht, wie groß noch der kleinbürgerliche Einfluss in den eigenen Reihen ist, die zur falschen Haltung in der Gewerkschaftsfrage nicht wenig beigetragen hat. Die Gewerkschaftsfrage ist die Frage, die die Kommunisten immer noch am meisten entzweit – eben weil der Reformismus und Revisionismus hier am tiefsten verwurzelt ist und leider viel mehr zur Stärkung des Anarcho-Syndikalismus und viel zu wenig zum weltrevolutionären Gewerkschaftskampf beigetragen hat. Wenn die Gewerkschaftsfrage die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung lahm legt, dann muss man die Gewerkschaftsfrage anpacken, das heißt sie einer marxistisch-leninistischen Lösung zuführen. Wenn dieser Knüppel zwischen den Zahnrädern beseitigt ist, wird die Vereinigung sowohl im Gewerkschaftskampf als auch im kommunistischen Kampf die gewünschten Fortschritte erzielen. Vereinigen wir uns also im Kampf für die revolutionäre Gewerkschaft – für welche Gewerkschaft denn sonst?!

Als die RGI am 1. Mai 2003 wiedergegründet wurde, trat sie mit ihrer Plattform vor das Weltproletariat, worin es (u.a). heißt:

Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Organisation der Komintern/ML, eine selbständige internationalistische Schule des Kommunismus, die das Weltproletariat generell in ihrem revolutionären Gewerkschaftskampf vereint, erzieht und unterstützt.“

Die RGI lässt sich in ihrer gesamten Tätigkeit von den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha – insbesondere von deren Gewerkschaftslinie - leiten, indem sie diese im täglichen internationalen Klassenkampf korrekt verteidigt, anwendet und weiterentwickelt.

Die einzelnen Erfahrungen des revolutionären Gewerkschaftskampfes in allen Ländern sind gleichzeitig in ihrer zentralisierten und konzentrierten Analyse und Verallgemeinerung der internationalen Weltarbeiterbewegung die Basis für die Weiterentwicklung der Generallinie der RGI.

Ziel ist in erster Linie die gegenseitige solidarische Unterstützung der revolutionären Gewerkschafter in der ganzen Welt, um den Gewerkschaftskampf des gesamten Weltproletariats in einen großen internationalen Hebel für die sozialistische Weltrevolution einzusetzen.

Kampf für die Vereinigung und Organisierung aller revolutionären Kräfte der Weltgewerkschaftsbewegung gegen Klassenversöhnung, Spaltung, Kapitulantentum und Liquidatorentum, insbesondere gegen alle Zweige des Revisionismus, Reformismus, Trotzkismus, Anarcho-Syndikalismus und gegen jeglichen bürgerlichen Einfluss innerhalb der Weltgewerkschaftsbewegung, um

a) die Selbständigkeit und Eigenständigkeit des Weltproletariats in seinem ökonomischen, politischen, ideologischen und organisatorischen Gewerkschaftskampf zu erreichen und sicherzustellen;

b) das gesamte Weltproletariat unter dem roten Banner der Einheitsfront zusammenzuführen im Gewerkschaftskampf gegen den Weltkapitalismus.

Die RGI kämpft für die revolutionäre Beseitigung der bürgerlicher Gewerkschaften. Diese Instrumente des Weltkapitalismus müssen zerschlagen und sozialistische Gewerkschaften als Instrumente der Macht des Weltproletariats zum Aufbau bzw. Wiederaufbau des Sozialismus zu schaffen – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Die RGI stützt sich dabei wiederum auf die Taktik der revolutionären Einheitsfront des Weltproletariats.“

    Die RGI wirkt nicht nur vereinigend in die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes, vereinigend bis hinein in die letzte Fabrik der Welt, sondern auch umgekehrt wirkt die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes vereinigend, wirkt die letzte Fabrik der Welt vereinigend bis hinein in die RGI.