KORRESPONDENZ 4





Ist Weltanarchie und Weltkommunismus im Endziel dasselbe,

nur der Weg dorthin verschieden ?



Anfrage von: From: Konrad <konrad.klinger@gmx.net>
To: johan stone <comintern2001@yahoo.com>
Sent: Sat, February 26, 2011 4:49:46 AM



„ … Das würde ja dann bedeuten Kommunismus (o. Weltkommunismus) ist das selbe wie Anarchie (Weltanarchie) o. Anarchismus ( Weltanarchismus) außer der Weg dorthin.“




ANTWORT der Komintern (SH):

vom 26. 2. 2011





Weltkommunismus und Weltanarchismus ist natürlich nicht das Gleiche - das wäre eine falsche Schlussfolgerung.


 Weltanarchismus und Weltkommunismus sind genau das Gegenteil.  Der Anarchismus ist unfähig, eine klassenlose Gesellschaft zu schaffen, wie das nur der Kommunismus vermag.


So gibt es heute eine Anarchistische Internationale ( Programm siehe Internet: http://www.anarchy.no/) - und uns, die Kommunistische Internationale mit ihrem immer noch gültigen Programm von 1928.



Was sowohl der Anarchismus als auch der Kommunismus auf die Fahnen geschrieben hat, ist die "Abschaffung des Staates als Herrschaftsinstrument". Der Unterschied ist allerdings gravierend: 


Der Anarchismus vertritt die Auffassung, dass man nur den kapitalistischen Staat abzuschaffen braucht, einen sozialistischen Staat bräuchte man nicht. ( Das wäre nur die Ersetzung eines Staates durch einen anderen - was wir ja noch nicht einmal leugnen, sondern sogar für unvermeidlich halten).


Die Anarchisten beschränken sich darauf, einen konkreten Staat, alle konkreten Staaten, zu zerschlagen, aber sie kämpfen nicht wie wir - VOR ALLEM - und indem wir den kapitalistischen Staat zerschlagen, um den sozialistischen Staat errichten - , GEGEN DIE  UNVERMEIDBARKEIT des KAPITALISTISCHEN STAATES, der nämlich immer wieder neu entsteht, solange wir nicht für die klassenlose Gesellschaft kämpfen mit Hilfe der Diktatur des Proletariats. Nur mit der Schaffung eines sozialistischen Staates ist es möglich, den Staat überhaupt abzuschaffen.


  Anarchisten sind Gegner der Diktatur des Proletariats - wir Kommunisten ihre Befürworter. Marx lehrt: Für den gesamten Übergang von der kapitalistischen Klassengesellschaft bis zur klassenlosen kommunistischen Gesellschaft bedarf es einer Form der Übergangsgesellschaft, die nichts anderes sein kann als die Diktatur des Proletariats.


Nun zum Herrschaftslosigkeits-Modell der Anarchisten und dem Unterschied zum Herrschaftslosigkeitsmodell der Kommunisten.


Die Anarchisten träumen davon, dass es der Politik überhaupt nicht bedarf, sie sind Gegner des politischen Klassenkampfes ( siehe Marx und Engels im Kampf gegen Bakunin in der Ersten Internationale). Wir Kommunisten sagen: Um im Kommunismus auf Politik verzichten zu können, muss die Unvermeidbarkeit der Politik beseitigt werden. Das geht nur, wenn das Proletariat selber auf die politische Bühne tritt und seine Politik zur herrschenden Politik macht, weil die proletarische Politik sich von der Politik aller anderen Klassen dadurch unterscheidet, dass sie die einzige Politik ist, die die Unvermeidbarkeit der Politik beseitigen kann. (Politik ist der Klassenkampf einer Klasse zur Durchsetzung ihrer Klasseninteressen (Lenin).


Anarchie besagt lediglich, dass sich alles selber frei entwickeln soll - man befreit alles und überlässt es dem Zufall wie und wohin sich selber alles entwickelt, das würde reichen, sagen die Anarchisten. Anarchisten sind Spontaneisten („Spontis“). 

Wir Kommunisten sind hingegen wissenschaftliche Gestalter, planmäßige Entwickler der BEWUSSTEN Gesellschaft. Nicht die spontane Gesellschaftsentwicklung bestimmt über das Schicksal der einzelnen Menschen wie in den vergangenen Jahrtausenden, sondern die Menschen gestalten sich zum ersten Mal ihre eigene Gesellschaft systematisch, überlegt und bewusst, in der sie in Zukunft leben wollen. Die Menschen wollen die Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft beherrschen lernen, um sie sich ihren Wünschen und Vorstellungen bewusst UNTERZUORDNEN zu können.


Wir Kommunisten sagen, spontane Gesellschaftsentwicklung führt zu Wildwuchs, und unvermeidlich zu  Bedingungen, dass Menschen durch Menschen auf die eine oder andere neue Weise wieder und wieder unterdrückt und ausgebeutet werden. 

Die Bedeutung des Weltkommunismus besteht ja vor allem darin, dass er Mittel und Wege aufzeigt, wie die Unvermeidlichkeit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen durch Menschen für immer beseitigt werden kann.  

Die Kommunisten befreien die Gesellschaft von ihrer anarchischen Entwicklung, das heißt, von ihrem spontaneistischen Entwicklungsweg hin zu einer Entwicklung, die ganz systematisch und folgerichtig in eine Richtung gesteuert wird, die mit ihren wissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten harmonisch in Übereinstimmung gebracht wird. Wir Kommunisten haben die Funktionsweise dieser gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten mit Hilfe des dialektischen und historischen Materialismus studiert und herausgearbeitet. Ein herrschaftsloser Kommunismus beruht also auf bewusste Ausnutzung der gesellschaftlichen Entwicklungsgesetze durch den wissenschaftlichen Sozialismus.


Nichts wird im Kommunismus dem Zufall überlassen - alles wird  eben der Entwicklung der klassenlosen Gesellschaft zugeführt und in ihren Dienst gestellt. Alles, was die Entwicklung der klassenlosen Gesellschaft hemmt, wird aussortiert und ersetzt - letztendlich durch die ständige Harmonisierung zwischen der Entwicklung der gesellschaftlichen Produktivkräfte und den gesellschaftlichen Produktionsverhältnissen. Hierzu sind die Anarchisten nicht nur unfähig, sondern sie verneinen sogar, dass all dies möglich ist, hindern uns daran, dafür zu kämpfen. Ihr "Freiheitswille" hält es für anmaßend,  "Herr über Gesellschaft und Natur" spielen zu wollen. Wir Kommunisten aber sagen: wir können die Gesellschaft  nur dadurch befreien, dass wir ihr die Instrumente in die Hand geben, mit denen sie die Gesetze von Natur und Gesellschaft beherrschen und meistern lernen, um sie zum eigenen Wohlergehen, Schutz, usw. usf. zu entwickeln und Schaden von ihr abzuwenden.




P.S. Wir sind übrigens keine "Anti-Globalisierer" ! 

 

Wir  Weltkommunisten sind für die Globalisierung des Kommunismus und gegen den globalisierten Kapitalismus aus dem einzigen Grund: der globalisierte Kapitalismus hat die  Entfaltung der Produktivkräfte globalisiert, NUR um damit maximal Profit zu machen, also Privateigentum anzuhäufen, also dem Weltgesetz des Kapitalismus zu entsprechen. Um dem Weltgesetz des Sozialismus zu entsprechen, übernehmen wir die globalisierten Produktivkräfte für den Aufbau des Weltsozialismus, indem wir das globalisierte Privateigentum abschaffen mittels sozialistischer Weltrevolution und Errichtung der roten Weltrepublik.