KORRESPONDENZ 2





Gibt es einen Unterschied zwischen

Kommunismus“ und „Weltkommunismus“ ?



Anfrage von: Konrad <Konrad.Klinger@gmx.net>
To: comintern2001@yahoo.com
Sun, August 22, 2010 6:58:05 PM

Aufstand wagen – System zerschlagen ! Gruß, Konrad




ANTWORT der Komintern (SH):

vom 22. 8. 2010





Im Wesentlichen handelt es sich bei beiden Begriffen um ein und denselben Inhalt, und so könnte man hier bereits die Frage mit folgendem Satz für beantwortet erklären:

Nein. Der Kommunismus ist international und kann sich letztendlich erst im Weltmaßstab zur vollen Blüte entfalten, weswegen wir Kommunisten im Allgemeinen den Weltkommunismus vor Augen haben, wenn wir vom Kommunismus sprechen.



Begründung:

Die Ungleichheit auf der Welt entspringt aus den Klassenunterschieden, womit auch die Ungleichheit unter den Nationen verbunden ist. Um die Ungleichheit auf der Welt für immer zu beseitigen, muss man also - nicht beschränkt auf dieses oder jenes Land - die Klassenunterschiede im Weltmaßstab abschaffen.

Die Nation schafft sich nicht selbst ab, sie hebt sich auf durch die globalisierte Verschmelzung aller Nationen . Das entspricht den Gesetzmäßigkeiten des Übergangs zum Kommunismus wie sie auch für das Absterben des Staates gelten.

Solange noch in irgendeinem Land der Welt die Klassengesellschaft herrscht, kann es auf der Erde keine klassenlose Gesellschaft geben. Mit dem Übergang zur klassenlosen Gesellschaft in einem sozialistischen Land kann unter bestimmten Voraussetzungen begonnen werden, können sich immer mehr internationalistische Züge herausbilden, aber die Garantie der klassenlosen Gesellschaft ist erst im Weltmaßstab gegeben. Mit den Klassen, sterben auch die Nationen, stirbt der Staat ab.



Kommunismus ist erst dann verwirklicht, wenn die Klassengesellschaft - einschließlich ihrer unterschiedlichen nationalen und staatlichen Ordnungen - im Weltmaßstab - für immer aufgehoben ist.



Im Programm der Kommunistischen Internationale ist daher vom „Endziel des Weltkommunismus“ und nicht vom „Endziel des Kommunismus“ die Rede. Es dürfte hierbei als bekannt vorausgesetzt werden, dass der Genosse Stalin an der Ausarbeitung dies Programms der Komintern (1928) maßgeblich beteiligt war. Wir haben zum Abschluss der Beantwortung der Frage, ob es einen Unterschied zwischen Kommunismus und Weltkommunismus gibt, das Kapitel über das „Endziel des Weltkommunismus“ in vollständiger Länge veröffentlicht.



Der Fragesteller wird sich mit dieser Antwort vermutlich so noch nicht ganz zufrieden geben wollen, denn er spielt mit seiner Frage sicherlich auf die von Lenin positiv beantwortete Frage an, ob der Sozialismus auch in einem Land möglich ist oder nicht. Der Marxismus-Leninismus lehrt, dass der Sozialismus zwar erst garantiert ist, wenn er im Weltmaßstab, zumindest aber in einer Reihe von kapitalistischen Ländern, verwirklicht ist, aber dies schließt nicht aus, dass der Sozialismus zuerst in einem einzelnen Land wie Russland aufgebaut werden kann, ohne dass dabei der Sozialismus in anderen Ländern – oder gar im Weltmaßstab – vorausgesetzt werden muss. Es widerspricht also dem Leninismus, mit dem Aufbau des Sozialismus im eigenen Land solange warten zu müssen, bis die Weltrevolution gesiegt haben wird. Mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution waren in Russland alle Voraussetzungen für den erfolgreichen Aufbau des Sozialismus erfüllt.



Wenn aber der Sozialismus in einem Land möglich ist, ist dann nicht auch der Übergang zum Kommunismus in einem Land möglich ? Stalin hat diese Frage nicht nur bejaht, sondern hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Sowjetunion vom hoch entwickelten sozialistischen Land bereits den nächsten Schritt in Angriff nehmen konnte, nämlich zum Kommunismus überzugehen. Zum Kommunismus übergehen, heißt noch nicht vollkommen verwirklichter Kommunismus, sondern umfasst lediglich die Periode des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus. Der sowjetische Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus wurde schon von Lenin bejaht (siehe:kommunistische Subbotniks - Pflanzstätten kommunistischer Ideen und Vorstellungen als praktisches Vorbild“ , Lenin, Band 30, Seite 189) und beruht auf seiner tatsächlichen Umsetzung, in seiner konkreten Realisierung auf einem der wichtigsten Grundpfeiler der Lehre des Stalinismus. Die Sowjetunion war bereits so weit in der Entwicklung des Sozialismus vorangeschritten, dass alle Voraussetzungen für den Übergang zum Kommunismus erfüllt waren.

Bedeutet nun der Stalinismus in der Frage des Übergangs zum Kommunismus in „einem“ Land eine Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus oder ist der Stalinismus eine Abweichung, eine Abkehr vom Marxismus-Leninismus ?



So wie wir Stalinisten-Hoxhaisten Lenins These vom „Sozialismus in 'einem' Land“ verteidigen, tun wir das natürlich auch mit Stalins These vom „Übergang zum Kommunismus in der Sowjetunion“. Als Stalinisten-Hoxhaisten verteidigen wir selbstverständlich den Stalinismus als Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus. Doch bevor wir dies ausführlich begründen, wollen wir die kommunistischen Ideen von Marx, Engels und Lenin voraussetzen, denn der Weltkommunismus fällt nicht vom Himmel: ein Baustein nach dem anderen muss zusammengetragen werden, eine Voraussetzung nach der anderen geschaffen werden, um das Gebäude des Weltkommunismus errichten zu können. Und zweifellos war die Sowjetunion Lenins und Stalins (und bleibt ihre Erfahrung) einer der wichtigsten Bausteine für den zukünftigen Aufbau des Weltkommunismus.



Marx und Engels gingen grundsätzlich davon aus, dass keiner sich auf dieser Welt frei entfalten kann, solange nicht die letzte Unfreiheit in der menschlichen Gesellschaft beseitigt worden ist („Kein Volk kann frei sein, solange es ein anderes Volk unterdrückt“).

Allerdings: Nur über den Umweg der Eroberung ihrer Klassenherrschaft ist es den unterdrückten und ausgebeuteten Klassen möglich, die klassenlose, kommunistische Gesellschaft zu erreichen, worin die freie Entwicklung eines Jeden Bedingung für die freie Entwicklung aller ist“ (Marx und Engels, MEW, Band 4, Seite 482).

Das Individuum kann sich nicht individuell – das heißt: jeder für sich allein - befreien, kann nicht frei sein, solange es nicht gemeinsam mit seinen anderen Klassenangehörigen sein Klassendasein überwunden hat. Um aber sein Klassendasein zu überwinden, muss das Individuum als Angehöriger seiner Klasse in der kapitalistischen Klassengesellschaft durch das Feuer des Klassenkampfes gehen, denn erst durch die bewaffnete, sozialistische Weltrevolution, durch die Errichtung der bewaffneten Klassendiktatur des Weltproletariats, werden schließlich die weltpolitischen Voraussetzungen der freien Entwicklung aller Menschen auf dieser Erde geschaffen. Der Mensch kann sich nicht innerhalb des Weltkapitalismus von seinem Klassendasein befreien, sondern dies wird erst möglich durch den gewaltsamen Sturz der herrschenden Klasse, der Weltbourgeoisie und durch die revolutionäre Beseitigung der globalen kapitalistischen Klassenverhältnisse.



Marx lehrt:

Zwischen der kapitalistischen und der kommunistischen Gesellschaft liegt die Periode der revolutionären Umwandlung der einen in die andere. Der entspricht auch eine politische Übergangsperiode, deren Staat nichts andres sein kann als die revolutionäre Diktatur des Proletariats“ (MEW, Band 19, Seite 28, „Kritik des Gothaer Programms“).



Der Weltkommunismus setzt also die globale Sowjetmacht als politisches Organ voraus, das der Masse der Unterdrückten der ganzen Welt zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeit gibt, alle Dinge auf der Welt selbst zu entscheiden. Ohne das ist der Weltkommunismus undenkbar.

Die Verwirklichung des Kommunismus ist demnach eine welthistorische Aufgabe, ist eine Aufgabe, die nur durch die gemeinsamen, zentralisierten Aktionen des gesamten, vereinigten und organisierten Weltproletariats im Bündnis mit allen anderen Unterdrückten und Ausgebeuteten endgültig gelöst werden kann, nämlich die Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, die Klassengesellschaft auf dem ganzen Erdball, die Unvermeidbarkeit des sich restaurierenden kapitalistischen Privateigentums für immer zu beseitigen.

Wenn wir uns fragen, was der Weltkommunismus zum Unterschied vom Weltsozialismus ist, so müssen wir sagen, dass der Weltsozialismus die Gesellschaft im Weltmaßstab ist, die unmittelbar aus dem Weltkapitalismus hervorwächst, also noch mit all ihren kapitalistischen „Muttermalen“ behaftet ist, die es Schritt für Schritt zu beseitigen gilt, bevor die Menschheit in das Reich der Freiheit“ (Engels) , zum Kommunismus, schreitet.

In der „Kritik des Gothaer Programms“ begründete Marx zum ersten Mal die Auffassung, dass sich die kommunistische Gesellschaftsformation in zwei Phasen – dem Sozialismus (der ersten und niederen Phase) und dem Kommunismus (der höheren Phase) – entwickelt.

Der Weltsozialismus ist die erste globale Form der sozialistischen Gesellschaft, während der Weltkommunismus die höhere, die vollendete Form der globalisierten sozialistischen Gesellschaft ist, die sich erst dann voll entfalten kann, wenn sich der Weltsozialismus vollständig von seinen kapitalistischen „Muttermalen“ befreit, gefestigt und vervollkommnet hat.



Kommunismus fängt immer erst da an, wo der Sozialismus sich bereits vervollkommnet hat.



Das Weltproletariat schafft zusammen mit den übrigen Werktätigen in freier, kooperativer Arbeit seine eigenen Produktionsmittel, indem es das kapitalistische Privateigentum - das bereits auf gesellschaftlichem Produktionsbetrieb beruht - in gesellschaftliches Eigentum verwandelt.

Weltsozialismus ist die Verwandlung des privaten Welteigentums in Gemeineigentum an der Welt, an der Erde – durchdie Expropriation der Expropriateure“ (Karl Marx, „Das Kapital“, MEW, Band 23, Seite 790/791).

Weltsozialismus ist die weltweite „Ablösung der kapitalistischen Warenproduktion durch die sozialistische Organisation der Gütererzeugung auf Rechnung der gesamten Gesellschaft, zur Sicherung der höchsten Wohlfahrt und der freien allseitigen Entwicklung aller ihrer Mitglieder“ (Lenin, Band 6, Seite 13).

Im Weltsozialismus ist das globalisierte Gesamtprodukt ein Produkt, das den Weltproduzenten, den Arbeitern und Bauern gehört. Ein Teil davon verbleibt als Gemeineigentum in der Gesellschaft und wird wieder als Produktionsmittel verwendet. Aber ein anderer Teil wird von den Mitgliedern der sozialistischen Weltgemeinschaft als Lebensmittel verzehrt, als Verbrauchsgut verwendet, muss daher unter sie verteilt werden. Ist diese Produktions- und Distributionsweise auf höchster Entwicklungsstufe erst einmal vervollkommnet, wird es den Mitgliedern der sozialistischen Weltgemeinschaft ermöglicht, das kommunistischen Prinzip zu verwirklichen:

Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen !“



Marx lehrt:

In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden: nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch die Produktionskräfte gewachsen sind und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen – erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshotizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahnen schreiben: 'Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen !'“ (MEW, Band 19, Seite 21, „Kritik des Gothaer Programms“).



Lenin lehrt:

Vom Kapitalismus kann die Menschheit unmittelbar nur zum Sozialismus übergehen, d.h., zum Gemeinbesitz an den Produktionsmitteln und zur Verteilung der Produkte nach Maß der Arbeitsleistung jedes Einzelnen. Unsere Partei blickt weiter: der Sozialismus muss unvermeidlich allmählich in den Kommunismus hinüber wachsen, auf dessen Banner geschrieben steht: 'Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen'“ (Lenin, Band 24, Seite 70)

Der Kommunismus ist die höchste Entwicklungsstufe des Sozialismus, wo die Menschen arbeiten, weil sie die Notwendigkeit erkannt haben, zum Nutzen der Allgemeinheit zu arbeiten“ (Lenin, Band 30, Seite 189).



Marx und Engels lehren:

Das Proletariat kann (…) nur weltgeschichtlich existieren, wie der Kommunismus, seine Aktion, nur als „weltgeschichtliche“ Existenz überhaupt vorhanden sein kann; weltgeschichtliche Existenz der Individuen, d.h. Existenz der Individuen, die unmittelbar mit der Weltgeschichte verknüpft ist“ (MEW, Band 3, Seite 36, „Deutsche Ideologie“).



Friedrich Engels lehrt:

Die kommunistische Revolution (…) ist eine universelle Revolution und wird daher auch ein universelles Terrain haben“ (MEW, Band 4, Seite 374 – 375, Grundsätze des Kommunismus“)



Karl Marx un d Friedrich Engels lehren:

Den Kommunisten ist ferner vorgeworfen worden, sie wollten das Vaterland, die Nationalität abschaffen. Die Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muss, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie.

Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr schon mit der Entwicklung der Bourgeoisie, mit der Handelsfreiheit, dem Weltmarkt, der Gleichförmigkeit der industriellen Produktion und der ihr entsprechenden Lebensverhältnisse.

Die Herrschaft des Proletariats wird sie noch mehr verschwinden machen. Vereinigte Aktion, wenigstens der zivilisierten Länder, ist eine der ersten Bedingungen seiner Befreiung.

In dem Maße, wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben.

Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander“ (MEW, Band 4, Seite 479, „Manifest der Kommunistischen Partei“)



Karl Marx und Friedrich Engels lehren:

Weil die Lage der Arbeiter aller Länder dieselbe, weil ihre Interessen dieselben, ihre Feinde dieselben sind, darum müssen sie auch zusammen kämpfen, darum müssen sie der Verbrüderung der Bourgeoisie aller Völker eine Verbrüderung der Arbeiter aller Völker entgegenstellen“ (ebenda, Seite 418).



Lenin lehrt:

Diese Vereinigung der Arbeiter aller Länder ist eine Notwendigkeit, dadurch hervorgerufen, dass die über die Arbeiter herrschende Kapitalistenklasse ihre Herrschaft nicht auf ein einzelnes Land beschränkt. Die Herrschaft des Kapitals ist international. Das ist der Grund, weshalb auch der Kampf der Arbeiter aller Länder für ihre Befreiung nur dann Erfolg haben kann, wenn die Arbeiter gemeinsam gegen das internationale Kapital vorgehen.(Lenin, Band 2, Seite 101/102)



Aber der Marxismus-Leninismus lehrt nicht nur, dass die Befreiung vom Weltkapitalismus international ist, sondern auch der Aufbau des Sozialismus und schließlich des Kommunismus.



Kommen wir nun zum Stalinismus, der Lehre vom Übergang des Sozialismus zum Kommunismus:



Der Stalinismus ist der Marxismus-Leninismus in der Periode des Übergangs zum Kommunismus in „einem“ Land im Besonderen und ist der Marxismus-Leninismus in der Übergangsperiode von der ersten Phase des Sozialismus in „einem“ Land zur zweiten Phase des Sozialismus im Allgemeinen – zum Weltsozialismus.



Die ökonomische Lehre Stalins - vom Übergang zum Kommunismus besagt,

dass die Produktionsverhältnisse beim Übergang zum Kommunismus die wichtigste und entscheidende Rolle spielen, dass sie darüber entscheiden, ob die Produktivkräfte sich machtvoll weiter entfalten oder dahinvegetieren, verkümmern, degenerieren.

Der Stalinismus lehrt, dass der Sozialismus „in einem“ Land nicht nur zurück bleibt, sondern sich sogar gesetzmäßig in Kapitalismus zurück verwandelt, wenn er nicht weiter zum Kommunismus entwickelt wird, wenn sich die sozialistischen Produktionsverhältnisse nicht Schritt für Schritt in kommunistische Produktionsverhältnisse verwandeln.

Die kommunistischen Produktionsverhältnisse bilden sich nicht in einem qualitativen Sprung, das heißt, die sozialistischen Produktionsverhältnisse werden nicht „zertrümmert“, um darauf die kommunistischen Produktionsverhältnisse zu errichten. Ohne voll entwickelte sozialistische Produktionsverhältnisse gibt es keine kommunistischen Produktionsverhältnisse.

Der Übergang von der Qualität der sozialistischen zur Qualität der kommunistischen Produktionsverhältnisse erfolgt durch eine allmähliche Ansammlung von Elementen der kommunistischen Qualität, folglich durch ein allmähliches Absterben der Elemente der sozialistischen Qualität.



Der Stalinismus lehrt :

Ohne Klassenkampf, ohne die führende kommunistische Politik der Arbeiterklasse und ihrer Partei zur Förderung der Entwicklung der kommunistischen Produktionsverhältnisse aus den alten sozialistischen Produktionsverhältnissen, ohne Kampf gegen die Restauration des Kapitalismus, kann die sozialistische Gesellschaft „in einem“ Land nicht zur kommunistischen Gesellschaft „in einem“ Land vorwärts schreiten. Es findet ein heftiger Widerstand jener überlebter Kräfte statt, gegen die die neu entdeckten ökonomischen Gesetze angewandt werden müssen.

Die kommunistischen Arbeiter waren von jeher sowohl Gegner der Unzulänglichkeit bloßer politischer Umwälzungen (Utopisten) als auch Gegner der Unzulänglichkeiten bloßer Produktivitätssteigerungen (Ökonomisten) – so auch beim Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land. Wobei die „linken“ Vertreter der bloßen politischen Umwälzungen in der UdSSR in dem Moment auftraten als die ökonomische Basis dafür noch unzulänglich war. Während die rechten Vertreter der bloßen Produktionssteigerung dort zu einem Zeitpunkt aufgetreten waren als die sozialistischen Produktionsverhältnisse begannen, unzulänglich zu werden.

Ist der Übergang zum Kommunismus erst einmal ernsthaft beschritten und zu einer echten Bewegung geworden, die von der Arbeiterklasse geführt und von den Werktätigen getragen wird, dann verkommt die Bewegung des Sozialismus zu einer Bewegung der rückschrittlichen Schichten, aus der unvermeidlich die neue Sowjetbourgeoisie hervorgeht, wenn der Magen dieser voran schreitende Bewegung für den Übergang zum Kommunismus nicht kräftig genug ist, sie zu verdauen.

Den alten Ballast dieser überlebten Kräfte muss die Arbeiterklasse also unbedingt abwerfen, wenn sie zum Kommunismus vorwärts schreiten und nicht unter die Räder einer neuen Arbeiteraristokratie geraten will. Nur die überlebten Klassen haben ein Interesse daran, diesen Ballast mit zum Kommunismus hinüber retten zu wollen und ihn der Arbeiterklasse aufzubürden. Wenn die Arbeiterklasse nicht Schritt um Schritt den Ballst über Bord wirft, dann schafft sie selbst den Nährboden für die Restauration des Kapitalismus, ermuntert sie die revisionistischen Kräfte geradezu, mit ökonomischem Chaos und seinen Zufälligkeiten wieder antagonistische Widersprüche herbei zu führen, verwandelt sich die politische Ökonomie von einer Triebfeder zum spontanen Hemmschuh beim Übergang zum Kommunismus, verwandelt sich die sozialistische Ökonomie in bürgerlichen Ökonomismus.

Der Kommunismus ist nicht der Produktivitäts-Wurmfortsatz des Sozialismus, sondern umgekehrt schaffen erst die veränderten kommunistischen Produktionsverhältnisse die Voraussetzungen für einen solchen Stand der Produktivkräfte, dass damit der Übergang zur Lebensweise der kommunistischen Gesellschaft geschaffen werden kann. Das ist ein bewusster politischer Akt und kein ökonomistischer, anarchischer „Selbstlauf“. Der vollendete Sozialismus verlässt seine Entwicklungsstufe des Übergangs zum Kommunismus als Kommunismus - und das geht „in einem“ Land nicht ab ohne Klassenkampf; und auch ohne Anführungsstriche nicht ohne Kampf der Gegensätze zwischen revisionistischen Kräften und revolutionären Kräften. Der Stalinismus verficht die Lehre vom streitbaren Übergang zum Kommunismus, egal ob es sich um antagonistische Formen der Streitbarkeit beim Übergang zum Kommunismus „in einem“ Land handelt oder um nicht-antagonistische Widersprüche beim Übergang zum Kommunismus in einem Land - ohne Anführungszeichen.

Die Ausnutzung der ökonomischen Gesetze hat in einer Klassengesellschaft immer und überall klassenmäßige Hintergründe, wobei als Bannerträger der Ausnutzung der ökonomischen Gesetze im Interesse der Gesellschaft immer und überall die fortgeschrittene Klasse auftritt, während die ablebenden Klassen sich dem widersetzen“ (Stalin, ebenda, Seite 60).

Man kann nur zum Kommunismus übergehen,

wenn sich auch die Produktionsverhältnisse der sozialistischen Gesellschaft entsprechend ändern, d.h., wenn Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse miteinander in Übereinstimmung gebracht werden, wenn die sozialistischen Produktionsverhältnisse von ihrer Rolle als Hemmschuh der Produktivkräfte befreit werden, indem sie in kommunistische Produktionsverhältnisse übergehen, um dadurch ihrer Rolle als Triebfeder der kommunistischen Produktivkräfte gerecht zu werden.

Was lehrt uns Stalins ökonomisches Gesetz von der Übereinstimmung der Produktivkräfte mit den Produktionsverhältnissen ?

Aus jeder bisherigen Formation der Klassengesellschaft entstand – herbei geführt durch die revolutionäre Wiederherstellung der gestörten Übereinstimmung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse - die Formation der nächsten Klassengesellschaft. Aber die Übereinstimmung der kommunistischen Produktivkräfte und der kommunistischen Produktionsverhältnisse unterscheidet sich von allen vorangegangenen Übereinstimmungen dadurch, dass sie die Geschichte aller antagonistischen Klassenformationen der Gesellschaft unwiderruflich beendet und die Übergangsformation der nicht-antagonistischen Klassengesellschaft vollendet, um die Geschichte der ersten klassenlosen Gesellschaftsformation zu eröffnen.

Wird dadurch das veraltete ökonomische Gesetz außer Kraft gesetzt ? Oder wird es vielleicht durch neue ersetzt ? Weder das eine noch das Andere. Es kann nur ein ökonomisches Gesetz geben und das wirkt objektiv und also ganz unabhängig vom Willen des Menschen. Man kann das ökonomische Gesetz folglich weder „aufheben“ noch „ersetzen“ wie Stalin richtig sagte. Das Gesetz von der Übereinstimmung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse bleibt solange in Kraft wie die Menschen produzieren, um sich zu reproduzieren.

Im Gegenteil, das ökonomische Gesetz muss sich nun nie wieder durch Kriege, Krisen und Revolutionen usw. hindurch quälen. Sozusagen zwang der über tausende von Jahren andauernde Klassenkampf dem ökonomischen Gesetz seinen ungeheuren Leidensweg auf, bis es mit der kommunistischen Gesellschaftsformation – endlich befreit – seine volle Wirkungskraft entfalten kann. Mit anderen Worten, erst im Kommunismus kann es überhaupt zu einer vollkommen gesicherten Übereinstimmung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen kommen. Stets hat der Klassenkampf zwar dafür gesorgt, dass überhaupt eine neue Gesellschaftsformation entstehen konnte, aber er selbst hat ebenso unter den einen oder anderen Bedingungen dafür gesorgt, dass das ökonomische Gesetz sich unter den herrschenden und sich verändernden Klassenverhältnissen nie richtig, also nicht als stabile Größe durchsetzen und damit seine ungehinderte Wirksamkeit entfalten konnte. Das sehen wir am Beispiel der vielen Länder, ja sogar an der Mehrheit der Länder, in denen die Revolution aus verschiedensten Gründen die besonderen Klassenverhältnisse gar nicht richtig vollendet werden konnte.



Den Übergang zum Kommunismus ist unmöglich,

wenn man solche Gegebenheiten wie das kollektivwirtschaftliche Gruppeneigentum, die Warenzirkulation usw. in Kraft lässt(Stalin, „Ökonomische Probleme...“, Moskau 1952, Seite 80).

Die Existenz der beiden nichtantagonistischen Klassen der Arbeiter und der Bauern ist durch die Existenz der beiden unterschiedlichen Formen des sozialistischen Eigentums bedingt. Die Klassen verschwinden erst, wenn das Kolchoseigentum auf das Niveau des allgemeinen Volkseigentums gehoben worden ist.

Der Stalinismus hält die Beibehaltung der Warenzirkulation mit der Perspektive des Übergangs vom Sozialismus zum Kommunismus für unvereinbar. Im Kommunismus gibt es keine Waren mehr sondern nur noch Produkte, gibt es keine Warenzirkulation mehr, sondern einen Produktaustausch, werden nicht Waren auf dem Markt gekauft und verkauft, sondern es werden die erzeugten Produkte unter den Produzenten verteilt.

Der Sozialismus wird zum Hemmschuh auf dem Weg zum Kommunismus, wenn er aufhört, sich als eine zeitlich begrenzte Übergangsform zu begreifen, wenn er als selbstgenügsame Größe aufgefasst wird, wenn er sich als Endstadium der gesellschaftlichen Entwicklung erschöpft. Wenn man neu heran gereifte kommunistische Inhalte in alten sozialistischen Formen belässt anstatt diese zu beseitigen, wenn man nicht neue kommunistische Formen für neue kommunistische Inhalte schafft, dann wird dadurch nicht nur die kommunistische Weiterentwicklung zerstört, sondern entwickelt sich auch der Sozialismus zurück zum Kapitalismus. Was der Stalinismus über das Verhältnis des Sozialismus und Kommunismus „in einem“ Land lehrt, das gilt auch für das Verhältnis des Sozialismus „in einem“ Land zum Weltsozialismus. Wenn sich der Sozialismus „in einem“ Land nicht in ein weltsozialistisches Land verwandelt, dann wird es sich unvermeidlich in ein kapitalistisches Land zurück entwickeln. Der Stalinismus, die Lehre vom Sozialismus „in einem“ Land, begründet sich eben auf dieser internationalistischen Erkenntnis über die Weltdiktatur des Proletariats.

Der Stalinismus -

ist die Weiterentwicklung der marxistisch-leninistischen Lehren der politischen Ökonomie vom Übergang zum Kommunismus.

Der Stalinismus lehrt:

Um einen tatsächlichen, nicht bloß deklarativen Übergang zum Kommunismus vorzubereiten, müssen mindestens drei grundlegende Vorbedingungen erfüllt werden.

Erstens.

Es ist erstens notwendig, nicht die nebelhafte `rationelle Organisation` der Produktivkräfte zu sichern, sondern ein stetes Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln. Ein bevorzugtes Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln ist nicht nur deshalb notwendig, weil diese sowohl die eigenen Betriebe als auch die Betriebe aller übrigen Volkswirtschaftszweige mit Ausrüstungen versorgen muss, sondern auch deshalb, weil sonst überhaupt keine erweiterte Reproduktion stattfinden kann.

Zweitens.

Es ist zweitens notwendig, durch allmähliche Übergänge, die für die Kolchosen und folglich auch für die ganze Gesellschaft vorteilhaft sein müssen, das Kolchoseigentum auf das Niveau des allgemeinen Volkseigentums zu heben und die Warenzirkulation, gleichfalls im Wege allmählicher Übergänge, durch ein System des Produktaustausches ersetzen, damit eine zentrale Behörde oder irgendeine andere gesellschaftlich-ökonomische Zentrale die gesamten Erzeugnisse der gesellschaftlichen Produktion im Interesse der Gesellschaft erfassen kann. (...) Folglich besteht die Aufgabe darin, diese Widersprüche [zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen – Anmerkung der Redaktion] aufzuheben durch allmähliche Umwandlung des Kolchoseigentums in allgemeines Volkseigentum und durch die – gleichfalls allmählich vorzunehmende – Einführung des Produktaustausches, der an die Stelle der Warenzirkulation treten muss.

Drittens.

Es ist drittens notwendig, ein so hohes kulturelles Wachstum der Gesellschaft zu erzielen, das allen Mitgliedern der Gesellschaft die allseitige Entwicklung ihrer physischen und geistigen Fähigkeiten sichert, damit die Mitglieder der Gesellschaft eine Bildung erhalten können, die genügt, um sie aktive Teilnehmer der gesellschaftlichen Entwicklung werden zu lassen und es ihnen zu ermöglichen, sich in freier Wahl für einen Beruf zu entscheiden und nicht kraft der bestehenden Arbeitsteilung ihr Leben lang an einen bestimmten Beruf gebunden zu sein. Was muss dazu getan werden ?

Es wäre falsch, wollte man annehmen, dass ein so ernstliches kulturelles Wachstum der Mitglieder der Gesellschaft ohne ernstliche Veränderungen in der heutigen Lage der Arbeitenden erzielt werden könnte. Dazu muss vor allem der Arbeitstag mindestens auf 6 und dann auch auf 5 Stunden herabgesetzt werden. Das ist erforderlich, damit die Mitglieder der Gesellschaft genügend freie Zeit bekommen, wie sie notwendig ist, um eine allseitige Bildung erlangen zu können. Dazu ist ferner die Einführung des obligatorischen polytechnischen Unterrichts erforderlich, der notwendig ist, um es den Mitgliedern der Gesellschaft zu ermöglichen, ihren Beruf frei zu wählen und nicht ihr Leben lang in einem bestimmten Beruf gebunden zu sein.

Dazu ist ferner erforderlich, die Wohnverhältnisse von Grund aus zu verbessern und den Reallohn der Arbeiter und Angestellten mindestens auf das Doppelte, wenn nicht noch mehr zu heben, sowohl durch direkte Erhöhung des Geldlohns als auch, vor allem, durch die weitere systematische Senkung der Preise für Konsumgüter.

Das sind die Hauptbedingungen für die Vorbereitung des Übergangs zum Kommunismus.

Erst nach Erfülllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit steht zu hoffen, dass die Arbeit in den Augen der Mitglieder der Gesellschaft aus einer Last `das erste Lebensbedürfnis`(Marx) wird, dass die `Arbeit aus einer Last eine Lust (Engels) wird, dass das gesellschaftliche Eigentum von allen Mitgliedern der Gesellschaft, als unerschütterliche und unantastbare Existenzgrundlage der Gesellschaft betrachtet werden wird.

Erst nach Erfüllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit wird man von der sozialistischen Formel „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung“ zur kommunistischen Formel „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ übergehen können.

Das wird der grundlegende Übergang sein von einer Ökonomik, der Ökonomik des Sozialismus, zu einer anderen, höheren Ökonomik, zur Ökonomik des Kommunismus“ (Stalin, „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR, Moskau 1952, Seite 80 – 84).

Das Prinzip des Kommunismus besteht darin, dass in der kommunistischen Gesellschaft jeder nach seinen Fähigkeiten arbeitet und Konsumtionsmittel nicht nach der von ihm geleisteten Arbeit, sondern nach den Bedürfnissen erhält, die er als kulturell entwickelter Mensch hat. Das bedeutet, dass das kulturelle und technische Niveau der Arbeiterklasse hoch genug gestiegen ist, um dem Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit den Boden zu entziehen, dass der Gegensatz zwischen geistiger und körperlicher Arbeit schon verschwunden ist und dass die Arbeitsproduktivität eine so hohe Stufe erreicht hat, dass sie Konsumtionsmittel in Hülle und Fülle sicherstellen kann, wodurch die Gesellschaft die Möglichkeit hat, diese Konsumtionsmittel gemäß den Bedürfnissen ihrer Mitglieder zu verteilen“ (Stalin, Band 14, Seite32 – 46).

In der kommunistischen Produktion wirken die kommunistischen Menschen nicht allein auf die Natur zur Entfaltung ihrer Produktivkräfte, sondern auch aufeinander, verhalten sie sich als Kommunisten zueinander. Die kommunistischen Menschen produzieren nur, indem sie auf kommunistische Weise zusammenwirken und ihre kommunistischen Tätigkeiten gegeneinander austauschen. Um zu produzieren, treten sie also in kommunistische Beziehungen und Verhältnisse zueinander, und nur innerhalb dieser kommunistischen Beziehungen und Verhältnisse findet ihre Einwirkung auf die Natur, die Entfaltung ihrer Produktivkräfte, findet die kommunistische Produktion statt. Die Produktion der kommunistischen Ordnung beruht eben auf der übereinstimmenden Fortentwicklung dieser beiden Seiten von kommunistischen Produktivkräften und kommunistischen Produktionsverhältnissen. Auch in der kommunistischen Gesellschaft bleibt der Widerspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen bestehen, folgt die kommunistische Produktion ihrer eigenen dialektischen Logik.

Stalin lehrt,

dass der Sozialismus erst reif ist für den Kommunismus, wenn er zumindest die 3 oben genannten Vorbedingungen erfüllt hat.

In der Unterredung mit der ersten amerikanischen Arbeiterdelegation am 9. September 1927 gab Genosse Stalin eine Charakteristik der vollständigen kommunistischen Gesellschaft. Er sagte:

Will man in aller Kürze die Anatomie der kommunistischen Gesellschaft skizzieren, so wird das eine Gesellschaft sein:

a) in der es kein Privateigentum an den Produktionsmitteln, sondern nur gesellschaftliches, kollektives Eigentum an den Produktionsmitteln geben wird;

b) in der es keine Klassen und keine Staatsmacht, sondern Schaffende der Industrie und der Landwirtschaft geben wird, die sich als eine freie Assoziation der Werktätigen wirtschaftlich selbst verwalten werden;

c) in der die Volkswirtschaft, nach einem Plan organisiert, auf der höchstentwickelten Technik in der Industrie und in der Landwirtschaft fußen wird;

d) in der es keinen Gegensatz zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft geben wird;

e) in der man die Produkte nach dem Prinzip der alten französischen Kommunisten verteilen wird: `Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen`;

f) in der Wissenschaft und Kunst sich unter so günstigen Verhältnissen befinden werden, dass sie sich zur vollen Blüte entfalten werden;

g) in der die Persönlichkeit, befreit von der Sorge um das Stück Brot und von der Notwendigkeit, sich an die `Großen dieser Welt` anzubiedern, wirklich frei sein wird;

Was die internationalen Voraussetzungen [unterstrichen von der Redaktion] anbelangt, die für den vollen Triumph der kommunistischen Gesellschaft notwendig sind, so werden sie sich in dem Maße ergeben und mehren, wie die revolutionären Krisen und die revolutionären Aktionen der Arbeiterklasse in den kapitalistischen Ländern anwachsen werden.“ (Stalin, Werke Band, Seite ).

Mit der Erweiterung der Wirkungssphäre in den meisten Ländern der Welt wird der Staat absterben. Das allgemeine Volkseigentum wird folglich nicht mehr vom Staat übernommen, der abstirbt, sondern von der Gesellschaft selber in Gestalt ihres leitenden ökonomischen Zentralorgans“ (Stalin, „Ökonomische Probleme des Sozialismus in der UdSSR, Moskau 1952, Seite 105).

Die ökonomische Lehre des Stalinismus im Weltmaßstab besagt also, dass die Weltgesellschaft sich ein leitendes ökonomisches Zentralorgan schafft ohne Staat. Das Welteigentum, also das gemeinsame Eigentum aller Völker, wird dann genauso absterben wie der Weltstaat. Das leitende ökonomische Zentralorgan der kommunistischen Weltgesellschaft arbeitet ohne Eigentum, ohne Geld, ohne Steuern usw. usf. Das Eigentum war nicht immer auf der Welt und wird auch nicht immer auf der Welt bleiben. So wie das Eigentum auf dieser Erde entstand, wird es auch wieder von der Erde verschwinden. Es musste sich aber erst vom Privateigentum zum Volkseigentum und vom Volkseigentum zum Welteigentum entwickeln, um sich schließlich für immer überflüssig machen zu können. Weltkommunismus, das heißt eine Weltgesellschaft, die sich endgültig aus den Fesseln des Eigentums befreit und sich von ihm auf nimmer Wiedersehen verabschiedet hat.

Heute kann auf der Welt gar kein Sozialismus mehr ohne eine globalisierte Produktionsweise, ohne internationale Arbeitsteilung usw. usf. auskommen. Die alten Produktionsverhältnisse des Sozialismus „in einem“ Land, die gegen den Weltkapitalismus aufgebaut werden mussten, sind also nicht die Gleichen wie die Produktionsverhältnisse der weltsozialistischen Länder, die mit dem sozialistischen Weltsystem aufgebaut werden. Deswegen kann man die Eigentumsfrage also auch nicht auf die alte Art und Weise zur Zeit Stalins lösen, muss ein globaler Weg eingeschlagen werden. Trotzdem können wir deswegen auf die Lehren Stalins nicht verzichten. Was unsere Frage der Globalisierung anbelangt, so gibt es gewisse wertvolle Parallelen zur Vereinigung der Sowjetrepubliken im Jahre 1922, die auch heute für die Vereinigung der zukünftigen weltsozialistischen Staaten und damit auch für die Globalisierung der sozialistischen Produktionsverhältnisse zutreffend und anwendbar sind:



Wenn Kapital, Privateigentum und Ausbeutung die Menschen trennen, sie in einander feindlich gegenüberstehende Lager spalten – als Beispiel dafür können Großbritannien, Frankreich und sogar solche kleinen Nationalitätenstaaten wie Polen und Jugoslawien mit ihren unversöhnlichen inneren nationalen Gegensätzen dienen, die die Grundlage dieser Staaten selbst zerfressen -, wenn, sage ich, dort, im Westen, wo die kapitalistische Demokratie herrscht und wo die Staaten auf dem Privateigentum beruhen, die ganze Grundlage des Staates nationalen Hader, Konflikte und Kampf stimuliert, so ist es hier, in der Welt der Sowjets, wo die Macht nicht auf dem Privateigentum, sondern auf dem Kollektiveigentum beruht, wo die Macht nicht auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, sondern auf dem Kampf gegen diese Ausbeutung beruht, so ist es hier im Gegenteil die Natur der Staatsmacht selbst, die die werktätigen Massen natürlicherweise anregt, die Vereinigung in einer sozialistischen Familie anzustreben“ (Stalin, Werke, Band 5, Seite 132).



So, wie die Sowjetrepubliken damals untereinander Verträge über ihre gemeinsamen Eigentumsverhältnisse abschlossen, so können auch Verträge zwischen den weltsozialistischen Staaten abgeschlossen werden, die sich zu einer Weltunion vereinigt haben. Wir teilen Stalins Hoffnung:

Hoffen wir, Genossen, dass wir durch die Bildung unserer Bundesrepublik ein sicheres Bollwerk gegen den internationalen Kapitalismus errichten werden, dass der neue Bundesstaat ein neuer entscheidender Schritt auf dem Wege zur Vereinigung der Werktätigen der ganzen Welt zur Sozialistischen Weltrepublik der Sowjets sein wird“ (ebenda, Seite 137).

Stalin bezeichnete die Sowjetföderation als „Vortrupp der Weltrevolution“. Wir sind der Überzeugung, dass sie diesen Namen zu Recht verdient hatte und wir wollen dafür sorgen, dass sie diesen Namen auch weiterhin zu Recht behält, nämlich mit der Errichtung der Weltunion der weltsozialistischen Staaten in deren Dienst der Genosse Stalin die UdSSR gestellt hatte. Und mit der Errichtung der Weltunion der weltsozialistischen Staaten werden wir auch die Eigentumsfrage des Weltproletariats lösen, werden die Völker ihr Volkseigentum in ihr gemeinsames Welteigentum verwandeln, werden die Menschen auf dieser Erde sich das Welteigentum an den Produktionsmitteln teilen, um schließlich das Eigentum überhaupt überflüssig zu machen und es also absterben zu lassen. Im vollendeten Weltkommunismus gibt es kein Eigentum mehr, verwandelt sich die Welt der Besitzenden in eine Welt der Besitzlosen, aber nicht wie bisher aus Gründen des Mangels und der Armut, sondern wegen der überfließenden Quellen des Reichtums aller und jedes Menschen. Mit anderen Worten ist die Menschheit so reich geworden, dass sie den Luxus ihrer Besitzlosigkeit in vollen Zügen genießen kann.



Alles was in der UdSSR unter Lenin und Stalin geschah, war dem Kampf der Zerschlagung des Weltkapitalismus untergeordnet, diente diesem internationalistischen Ziel. Das ist der eigentliche Kern des Stalinismus, seine Treue zu den internationalistischen Lehren des Marxismus-Leninismus. Es geht also darum, die ökonomischen Probleme nicht etwa als Selbstzweck, ausschließlich als Angelegenheit der UdSSR zu betrachten, sondern stets so zu behandeln, dass ihre Lösung dem Ziel des Weltkommunismus am nächsten kommt, weil die ökonomischen Probleme der UdSSR letztendlich erst durch den Weltsozialismus endgültig gelöst werden können. Wenn Stalin die ökonomischen Probleme des Sozialismus „in einem“ Land der Lösung zuführte, dann war er sich stets über die Relativität dieser Lösung bewusst. Und alles dafür zu tun, dass die Probleme des Sozialismus „in einem“ Land möglichst schnell und gründlich im Weltmaßstab gelöst werden können, genau das entspricht der marxistischen, weltrevolutionären Lehre, der Lenin und Stalin entschlossen und sicher folgten.

Die globale Ausnutzung des ökonomischen Gesetzes ist die optimalste und höchste Form seiner Ausnutzung. Erst dadurch kann der Übergang zum Weltkommunismus gelingen. Zum Weltkommunismus gelangt man also erst, wenn alle weltsozialistischen Staaten gemeinsam, gegenseitig, gleichmäßig und somit auch gleichzeitig dafür ihre ökonomische Basis als Ganzes aufgebaut haben. Der Weltkommunismus wird nicht von irgendeinem Land allein erreicht, sondern das ist ein globaler Prozess, an dem alle Länder ihren Anteil haben und der von allen gemeinsam und als Weltganzes vollendet wird.



Nehmen wir zum Abschluss das folgende Kapitel aus dem Programm der Komintern von 1928:

Das Endziel der Kommunistischen Internationale:

der Weltkommunismus

Das Endziel, das die Kommunistische Internationale erstrebt, ist die Ersetzung der kapitalistischen Weltwirtschaft durch das Weltsystem des Kommunismus. Die kommunistische Gesellschaftsordnung, die durch den ganzen Ablauf der geschichtlichen Entwicklung vorbereitet wird, ist der einzige Ausweg für die Menschheit, denn nur diese Gesellschaft vermag die fundamentalen Widersprüche des kapitalistischen Systems aufzuheben, die die Menschheit mit Entartung und Untergang bedrohen.

Die kommunistische Ordnung beseitigt die Spaltung der Gesellschaft in Klassen, das heißt, sie beseitigt mit der Anarchie der Produktion alle Arten und Formen der Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen durch Menschen. An die Stelle der kämpfenden Klassen treten die Glieder der einheitlichen Weltassoziation der Arbeit. Zum ersten Mal in der Geschichte nimmt die Menschheit ihr Schicksal in die eigenen Hände. Anstatt in Klassen - Völkerkriegen ungezählte Menschenleben und unschätzbare Reichtümer zu vernichten, verwendet die Menschheit ihre ganze Energie auf den Kampf mit den Naturkräften, auf die Entwicklung und Hebung ihrer eigenen kollektiven Macht.

Sobald das Weltsystem des Kommunismus das Privateigentum verwandelt hat, tritt an die Stelle der elementaren Kräfte des Weltmarktes und des planlosen Waltens der Konkurrenz, des blinden Gangs der gesellschaftlichen Produktion ihre gesellschaftlich-planmäßige Regelung entsprechend den rasch wachsenden Bedürfnissen der Gesamtheit. Mit der Vernichtung der Anarchie der Produktion und der Konkurrenz verschwinden auch die verheerenden Krisen und die noch verheerenderen Kriege. An die Stelle der gigantischen Vergeudung von Produktivkräften und der krampfhaften Entwicklung der Gesellschaft tritt die geordnete Verfügung über alle materiellen Reichtümer und eine reibungslose Entwicklung der Wirtschaft durch die unbegrenzte, harmonische rasche Entfaltung der Produktivkräfte.

Die Aufhebung des Privateigentums, das Absterben der Klassen, beseitigen die Ausbeutung von Menschen durch Menschen. Die Arbeit hört auf, ein Schaffen für den Klassenfeind zu sein. Aus einem bloßen Mittel zum Leben wird sie zum ersten Lebensbedürfnis. Die Armut verschwindet, es verschwindet die wirtschaftliche Ungleichheit der Menschen, das Elend der geknechteten Klassen, die Armseligkeit ihres materiellen Daseins überhaupt; es verschwindet die Hierarchie der Menschen in der Arbeitsteilung und damit der Gegensatz von Kopf- und Handarbeit; es verschwinden schließlich alle Spuren der sozialen Ungleichheit der Geschlechter. Zu gleicher Zeit verschwinden auch die Organe der Klassenherrschaft, vor allem die Staatsgewalt; als Verkörperung der Klassenherrschaft stirbt sie in dem Maße ab, wie die Klassen verschwinden. Damit stirbt allmählich jede Zwangsnorm ab.

Das Verschwinden der Klassen beseitigt jede Art des Bildungsmonopols. Die Kultur wird zum Gemeingut aller und an Stelle der Klassenideologie der Vergangenheit tritt die wissenschaftlich-materialistische Weltbetrachtung. Damit wird jedwede Herrschaft von Menschen über Menschen unmöglich, und es eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten der sozialen Auslese und der harmonischen Entwicklung aller Fähigkeiten, die in der Menschheit schlummern.

Die Entfaltung der Produktivkräfte wird durch keinerlei Schranken gesellschaftlichen Charakters gehemmt. Die kommunistische Gesellschaft kennt kein Privateigentum an den Produktionsmitteln, kein eigennütziges Streben nach Profit, sie kennt weder die künstlich genährte Unwissenheit, noch die Armut der Massen, die in der kapitalistischen Gesellschaft den technischen Fortschritt hemmt, noch die riesenhaften unproduktiven Ausgaben. Die zweckmäßigste Ausnutzung der Naturkräfte und der natürlichen Produktionsbedingungen der einzelnen Weltteile; die Beseitigung des Gegensatzes von Stadt und Land, der die Folge des steten Zurückbleibens der Landwirtschaft und ihres technischen Tiefstandes ist; die weitestgehende Vereinigung von Wissenschaft und Technik, von Forschungsarbeit und umfassender Anwendung ihrer Ergebnisse für die Gesellschaft; die planmäßige Organisierung der wissenschaftlichen Arbeit; die Einführung vervollkommneter Methoden statistischer Erfassung und plangemäßer Regelung der Wirtschaft; schließlich das rasche Anwachsen der gesellschaftlichen Bedürfnisse, des stärksten Antriebs des gesamten Systems; all das sichert der gesellschaftlichen Arbeit ein Höchstmaß an Produktivität und setzt unermessliche menschliche Energien für eine machtvolle Entfaltung von Kunst und Wissenschaft frei.

Die Entwicklung der Produktivkräfte der kommunistischen Weltgesellschaft macht die Hebung des Wohlstandes der ganzen Menschheit und die stärkste Verkürzung der der materiellen Produktion gewidmeten Zeit möglich und und eröffnet damit eine in der Geschichte unerhörte Blütezeit der Kultur. Diese neue Kultur der zum ersten Mal geeinten Menschheit, die alle Staatsgrenzen zerstört hat, wird auf klaren und durchsichtigen Beziehungen der Menschen zueinander beruhen. Sie wird daher Mystik und Religion, Vorurteile und Aberglaube für alle Zeiten begraben und damit der Entwicklung siegreicher wissenschaftlicher Erkenntnis einen mächtigen Anstoß geben.

Diese höchste Stufe des Kommunismus, in der die kommunistische Gesellschaft sich bereits auf ihrer eigenen Grundlage entwickelt hat, in der Hand in Hand mit der allseitigen Entwicklung der Menschen auch die gesellschaftlichen Produktivkräfte einen gewaltigen Aufschwung nehmen und die Gesellschaft bereits auf ihr Banner die Losung geschrieben hat: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen“, hat als ihre Vorstufe den Sozialismus zur geschichtlichen Voraussetzung. Hier beginnt die kommunistische Gesellschaft die kapitalistische Hülle erst abzuwerfen, sie ist noch in jeder Beziehung - wirtschaftlich, moralisch und geistig - mit den Muttermalen der alten Gesellschaft behaftet, deren Schoß sie entsprungen ist.

Die Produktivkräfte des Sozialismus sind noch nicht in dem Maße entwickelt, dass eine Verteilung der Erzeugnisse der Arbeit entsprechend den Bedürfnissen eines jeden möglich wäre . Die Verteilung erfolgt vielmehr nach der Leistung. Die Arbeitsteilung, das heißt, die Zuweisung bestimmter Arbeitsfunktionen an bestimmte Gruppen von Menschen, ist hier noch nicht überwunden, so dass der Gegensatz von Hand- und Kopfarbeit in der Hauptsache noch weiter besteht. Trotz der Aufhebung der Klassen sind noch Überreste der alten Klassenteilung in der Gesellschaft vorhanden, folglich auch Überreste der proletarischen Staatsgewalt, des Zwanges, des Rechts. Es bleiben somit noch gewisse Reste der Ungleichheit bestehen, die noch nicht absterben konnten. Unbeseitigt und unüberwunden bleibt auch noch der Gegensatz zwischen Stadt und Land. Allein alle diese Überreste der alten Gesellschaft werden von keiner gesellschaftlichen Kraft mehr geschützt und verteidigt. Da sie an eine bestimmte Entwicklungsstufe der Produktivkräfte gebunden sind, verschwinden sie in dem Maße, wie die von der Fessel der kapitalistischen Ordnung befreite Menschheit sich die Naturkräfte unterwirft, sich selbst im Geiste des Kommunismus neu erzieht und vom Sozialismus zum vollendeten Kommunismus fortschreitet (Programm der Komintern von 1928).



Stalin schrieb das berühmte Buch: Über die ökonomischen Probleme des Sozialismus in der UdSSR“.

Darin behandelt Stalin das Problem des Übergangs zum Kommunismus nicht vom nationalen Standpunkt, sondern vom weltkommunistischen Standpunkt aus.

Vor allem war für Stalin klar, dass die Lösung der ökonomischen Probleme der UdSSR für die Weltrevolution von überaus großer Bedeutung war. Stalin ließ sich also von der Weltpolitik des Weltproletariats leiten. Gab es etwas Überzeugenderes für das Weltproletariat, als den Kommunismus nach seinen ökonomischen Leistungen zu bemessen und sie mit dem Weltkapitalismus zu vergleichen ? Nur das Weltproletariat kann den endgültigen Sieg über die Restauration des Kapitalismus herbeiführen, niemand sonst. Nur unter diesen weltpolitischen Voraussetzungen konnte Stalins Übergang zum Kommunismus „in einem Land“ garantiert werden , um damit die besten ökonomischen Voraussetzungen für den Weltkommunismus zu schaffen.

Marx und Engels hatten zu Recht einen hohen Stand der wirtschaftlich-technischen Entwicklung nicht nur als Bedingung der proletarischen Weltrevolution, sondern gerade auch für den danach aufzubauenden Weltsozialismus im Auge. Russland war mit seiner Oktoberrevolution noch weit entfernt von diesem hohen Stand der kapitalistischen Entwicklung. Was sollten die siegreichen Bolschewiki also mit der von ihnen eroberten proletarischen Macht anfangen in einem Land mit überwiegend bäuerlicher Wirtschaft ? Sie taten das einzig Richtige: den Sozialismus mit einer ökonomischen Weltmacht auszustatten. Und dieses „Wunder“ basiert auf den ökonomischen Grundlagen des Stalinismus.

Die Kraft des Stalinismus besteht eben darin, dass der ökonomische Rückstand nicht nur aufgeholt, sondern sogar der ökonomische Entwicklungsstand der kapitalistischen Länder in einer ganzen Reihe industrieller Zweige überboten wurde, so dass zum Beispiel die damals als entwickeltste Militärmacht des kapitalistischen Lagers geltende Militärmacht Hitlers von der sozialistischen Militärmacht Stalins vernichtend geschlagen wurde, was nicht zuletzt auf den hohen Stand der ökonomischen Entwicklung der UdSSR Stalins basierte. Stalin schuf somit letztlich doch jene ökonomischen Voraussetzungen des Weltsozialismus, von denen Marx und Engels in ihrer Zeit ausgegangen waren.

Der Stalinismus ist die Lehre des Marxismus-Leninismus zu einer Zeit, wo mit dem Übergang der Sowjetunion vom Sozialismus zum Kommunismus, wo mit der Entstehung des sozialistischen Weltlagers die gesamte Menschheit dem Weltkommunismus am nahesten herangeführt wurde.

Übergang zum Kommunismus in einem Land und Übergang zum Weltkommunismus sind also nicht durch eine Chinesische Mauer voneinander getrennt, sondern bilden ein zusammenhängendes Ganzes, eine Einheit, bedingen einander. Die Gesetzmäßigkeiten für den Übergang des Sozialismus zum Kommunismus in einem Land treffen im Wesen auch auf diesen Übergang im Weltmaßstab zu. Deswegen sind die Lehren des Stalinismus über den Übergang zum Kommunismus für den Weltkommunismus von überaus großer Bedeutung und unverzichtbar in ihrer praktischen Anwendung.

Heute, in der Zeit der Globalisierung, tritt die globalisierte Tendenz zum Weltkommunismus immer mehr in den Vordergrund, werden immer bessere Voraussetzungen dafür geschaffen, dass wir nicht nur zum Kommunismus in einem Land übergehen können, sondern zum Kommunismus in allen Ländern, zum Weltkommunismus.

Einen der größten Beiträge für diese Entwicklung hat zweifellos der Genosse Stalin geleistet, weswegen wir den Stalinismus in den Mittelpunkt der Beantwortung der Frage gestellt haben.

Der Übergang zum Kommunismus in der Sowjetunion Lenins und Stalins stieß noch auf die Grenzen der Kooperation von Weltkapitalismus und modernem Revisionismus. Mit der Globalisierung ist der Weltkapitalismus nunmehr an seine eigenen Grenzen gestoßen. Einen mörderischen Wettlauf zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistische Weltlager wie zur Zeit Stalins wird es daher so nicht wieder geben.

Mit der sozialistischen Weltrevolution kommen die Länder einander freiwillig näher, arbeiten sie wirtschaftlich, sozial und politisch zusammen zum Nutzen aller. Weltsozialistische Nationen, also die Nationen des weltsozialistischen Systems werden viel schneller homogen als dies für das Weltlager des Sozialismus zu Stalins Zeiten je möglich gewesen wäre. Der Weltsozialismus schafft für die einzelnen weltsozialistischen Staaten viele schneller und tiefgreifender gemeinsame kommunistische Züge, werden nationale Unterschiede viel wirkungsvoller verringert und damit der Weg zur kommunistischen Weltgesellschaft vereinfacht und verkürzt.



Der Stalinismus-Hoxhaismus von heute lehrt:

Für den Übergang zum Weltsozialismus bedarf es heute weder den vollständig aufgebauten Sozialismus, noch den Übergang zum Kommunismus in „einem“ Land. Der Weltkommunismus geht unmittelbar aus dem Weltsozialismus - und der Weltsozialismus direkt aus dem Weltkapitalismus hervor. Der globalisierte Kapitalismus hat endlich jene Voraussetzungen für den vollständigen Aufbau des Weltsozialismus geschaffen, mit dem der Übergang zum Kommunismus in jedem Land der Welt und damit der Kommunismus im Weltmaßstab möglich geworden ist.