Der Sturm der Befreiung, der über die arabischen Länder hinwegfegt, wird die ganze Welt erfassen.

Die arabische Revolution trägt somit zur Beschleunigung der sozialistischen Weltrevolution bei,

deren Sieg unvermeidbar bevorsteht !





Januar / Februar 2011





Unter den gegebenen schweren Umständen kann ein baldiges Wunder nur durch die Volksaufstände in den arabischen Ländern herbeigeführt werden.“

Ich mag und ich respektiere die arabischen Völker, weil sie fortschrittlich gesinnt, Freiheit liebend und kämpferisch sind.“ (Enver Hoxha)



Die Kommunistische Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten) schätzt die dramatischen, revolutionären Ereignisse und Umwälzungen, die sich in den arabischen Ländern explosionsartig entwickeln, extrem positiv ein, nicht nur für die Befreiung der arabischen Welt vom Joch des Imperialismus, sondern auch im Weltmaßstab. Nichts wird die revolutionäre Energie des Weltproletariats so sehr steigern, nichts wird seinen Weg zur sozialistischen Weltrevolution mehr verkürzen als die entscheidenden Siege der Völker in der arabischen Welt. Der Nahe und Mittlere Osten spielt für den Weltimperialismus eine Schlüsselrolle für seinen Untergang oder sein Überleben. Und umgekehrt ist das für das Weltproletariat und die sozialistische Weltrevolution ein großer Schritt auf dem Weg zur Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats. Deswegen steht das Weltproletariat den arabischen Proletariern nicht gleichgültig gegenüber, sondern praktiziert ihnen gegenüber einen proletarischen Internationalismus der Tat. Die ganze fortschrittliche Welt demonstriert heute ihre Solidarität mit der arabischen Revolution. Auch in Europa gehen die Menschen zu Tausenden auf die Straße, um gegen ihre eigene Regierung zu demonstrieren, verlangen sie die Absetzung der korrupten Regierungsführer, kämpfen sie für eine bessere Welt. Das ist eine gemeinsame internationale revolutionäre Line, das ist eine internationale Kampffront – nämlich gemeinsam das Joch der alten Ausbeuter – und Unterdrückersysteme auf dem gesamten Erdball abzuschütteln – das ist der richtige Weg zur sozialistischen Weltrevolution.

Mögen sich die arabischen Völker, mögen sich die armen Bauern und die Soldaten unter die Führung ihres Proletariats stellen und der Sieg der Befreiung ist garantiert. Das Weltproletariat wird durch das arabische Proletariat gestärkt und umgekehrt kann sich das arabische Proletariat auf die solidarische Hilfe des Weltproletariats stützen. Die Kommunistische Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten) grüßt an dieser Stelle alle Revolutionäre der arabischen Welt und drückt ihre feste Überzeugung aus, dass der Sieg unausbleiblich sein wird dank ihres ungebrochenen Kampfes- und Siegeswillens, der international nicht hoch genug geschätzt werden kann.

Proletarier aller Länder - vereinigt euch !

Weltproletariat – vereinige alle Länder !

Es lebe der Sozialismus des arabischen Proletariats in einer sozialistischen Welt !



In diesem revolutionären Augenblick ist es schwer, mit den Ereignissen in Ägypten Schritt zu halten. Es ist trotzdem notwendig, bereits jetzt Zwischenbilanz und wertvolle Lehren zu ziehen, um nicht hinter der revolutionären Bewegung hinterherzuhinken. In welcher Richtung und mit welchen Zielen muss die begonnene Revolution fortgesetzt werden ?

Das Proletariat ist seiner Lage nach die fortgeschrittenste und einzige konsequent-revolutionäre Klasse in Ägypten und eben dadurch berufen, die Führung in der allgemein-demokratischen revolutionären Bewegung Ägyptens zu übernehmen. Der Ausgang des Volksaufstandes hängt entscheidend davon ab, ob die ägyptische Arbeiterklasse als sein Führer auftritt oder nicht.

Ohne das Bündnis von Arbeiterklasse, armen Bauern und Soldaten kann das blutige Regime Mubaraks nicht endgültig zerschlagen werden, kann die ägyptische Gesellschaft nicht revolutionär und grundlegend umgewälzt werden.

Es gibt zwar keine stalinistisch-hoxhaistische Bewegung in Ägypten – aber es gibt sie bereits auf internationaler Ebene. Und genauso wie die Weltöffentlichkeit im Allgemeinen Anteil an der Revolution in Ägypten nimmt, so tut dies auch die Kommunistische Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten) im Besonderen.



Die Komintern (SH) unterstützt den Kampf für den unmittelbaren Sturz des Mubarak-Regimes und dessen Ersetzung durch eine provisorische revolutionäre Regierung des Volkes. Die Macht darf einzig und allein vom Volk ausgehen, das sich revolutionär befreit. Die Kommunistische Internationale (Stalinisten-Hoxhaisten) unterstützt also nur eine neue Regierung in Ägypten, die im Allgemeinen aus den Organen des Volksaufstandes selbst hervorgeht und im Besonderen den Arbeitern und anderen Werktätigen ihre politische Willensbildung und allseitige Einflussnahme auf die neue Regierung ermöglicht und sichert. Die provisorische revolutionäre Regierung ist das Organ des Aufstands, das alle Aufständischen vereinigt und den Aufstand politisch leitet.

Zugeständnisse von Mubarak sind bereits ein großer Sieg der Revolution, doch entscheidet dieser Sieg noch lange nicht das Schicksal der ganzen Sache der Freiheit. Mubarak hat noch lange nicht kapituliert. Das Mubarak-Regime hat durchaus noch nicht aufgehört zu bestehen. Es hat in einer äußerst ernsten Schlacht den Rückzug angetreten, aber es ist noch lange nicht geschlagen, es sammelt noch seine Kräfte, und das revolutionäre Volk muss noch viele ernste Kampfaufgaben lösen, um die Revolution zum wirklichen und vollen Sieg zu führen.

Die Macht des alten Regimes muss erst vollständig zerschlagen werden, bevor sie auf eine konstituierende Versammlung übertragen werden kann, die ausschließlich das Organ des siegreichen Volksaufstandes sein kann, das den Willen des Volkes ausdrückt und die politischen Freiheiten umsetzt, die durch die Revolution errungen wurden. Es geht um die Schaffung eines allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, um Versammlungsfreiheit, um Organisationsfreiheit, Pressefreiheit, um die Umsetzung eines Minimalprogramms zur lebensnotwendigen Versorgung des Volkes, zur Entfaltung seiner politischen Freiheit, um die Sicherung der Machtinstrumente zur Realisierung und Verteidigung der Volksinteressen usw. Das Volk muss über die Armee bestimmen, nicht die Armee über das Volk. Ohne siegreiche Volksrevolution keine konstituierende Versammlung. Solange der politische und militärische Einfluss Mubaraks fortbesteht, bleibt die konstituierende Versammlung leeres Geschwätz.

Die neue ägyptische provisorische revolutionäre Regierung muss die Konterrevolution mit Unterstützung der revolutionären Elemente der Armee schonungslos und wirkungsvoll niederhalten und die volle Freiheit der Vertretung der Interessen der Werktätigen garantieren und die revolutionären Errungenschaften des Volksaufstandes verteidigen, festigen und erweitern.

Nur in dem Maße, wie der Aufstand siegreich und sein Sieg eine entscheidende Niederlage des Feindes sein wird – nur in dem Maße wird auch die Versammlung der Volksvertreter nicht nur auf dem Papier vom ganzen Volk gewählt und nicht nur in Worten kostituierend sein“ (Lenin, Band 9, Seite 465).

In der Praxis führt das Schwanken der Truppen, dass jede wirkliche Volksbewegung zwangsläufig mit sich bringt, bei Verschärfung des revolutionären Kampfes im wahrsten Sinne des Wortes zum Kampf um das Heer.

Nicht Passivität müssen wir propagieren, nicht ein einfaches `Drauf warten`, dass die Truppen `übergehen` - nein, wir müssen die Trommel rühren und weit und breit verkünden, dass es notwendig ist, kühn und mit der Waffe in der Hand anzugreifen, dass es notwendig ist, hierbei die militärischen Führer zu vernichten und den allertatkräftigsten Kampf um die schwankenden Truppen zu führen.

Es ist notwendig, die Arbeit in den Truppen zu verstärken, wobei man im Auge behalten muss, dass für den Erfolg der Bewegung die Gärung in den Truppen allein nicht genügt, sondern dass eine direkte Verständigung mit organisierten, revolutionär-demokratischen Elementen der Truppe zwecks entschiedenster offensiver Aktionen gegen die Regierung erforderlich ist. (Lenin)

Im Hinblick auf die anwachsende Bauernbewegung, die in nächster Zukunft zu einem richtigen Aufstand entflammen kann, ist es wünschenswert, dass Anstrengungen gemacht werden, um ein einheitliches Vorgehen der Arbeiter und der Bauern herbeizuführen und möglichst gemeinsame und gleichzeitige Kampfaktionen zu organisieren“ (Lenin, Band 10, Seite 145)





Alle verräterischen Versuche der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Elemente in der Opposition („Rat der Weisen“, „Muslimbruderschaft“, „Friedensnobelpreisträger“, usw.), mit dem Mubarak-Regime zu schachern und Kompromisse zu schließen, müssen hartnäckig bekämpft werden. Das ist Verrat an der Revolution. Die Errungenschaften der ägyptischen Revolution können nur GEGEN die Mubarak-Regierung und ihre trügerischen „Umbesetzungsmanöver“ verteidigt werden und niemals MIT Vertretern der despotischen alten Regierung. Alle Versuche, dem alten Regime durch irgendwelche Hintertürchen wieder Einflussmöglichkeiten offen zu lassen, müssen im Keim erstickt werden. Die revolutionäre Bewegung des Volkes darf nicht in der reformistischen Bewegung der Bourgeoisie „aufgehen“. Darin liegt die größte Gefahr für die ägyptische Revolution. Nicht das Kleinbürgertum und die Bourgeoisie, sondern nur das Proletariat wird über Sieg und Niederlage der Revolution entscheiden.

Das Weltproletariat macht die ägyptische Arbeiterklasse darauf aufmerksam, dass sie – wenn sie ihren Einfluss auf die neue provisorischen Regierung geltend macht - dort auf die Vertreter der Bourgeoisie trifft und die Polarisierung der Klassen, die Verschärfung des Klassenkampfes auf Grund des Fortbestehens des antagonistischen Widerspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital unvermeidlich sind. Der Prozess der Klassenscheidung wird sich beschleunigen und vertiefen und eben das erfordert, die Selbständigkeit der Arbeiter und Bauerninteressen zu stärken und die Vereinnahmung durch die Bourgeoisie zu verhindern, d.h. alles zu tun, um nicht ins Schlepptau der Bourgeoisie zu geraten. Das ägyptische Proletariat wird durch die demokratischen Umwälzungen zwar den bürgerlichen Rahmen nicht sofort und nicht auf einen Schlag sprengen können, aber es kann den neu geschaffenenen Rahmen für sich erweitern, kann in diesem Rahmen viel besser für seine Interessen kämpfen als unter den Bedingungen des Mubarak-Regimes.

Ohne Klassenbewusstsein der ägyptischen Arbeiter und ohne revolutionäre Organisiertheit der ägyptischen Massen, ohne ihre Schulung und Stählung im Klassenkampf gegen die gesamte ägyptische Bourgeoisie, ohne die Führung durch eine kommunistische Partei, kann von einem notwendigen Übergang der demokratischen Revolution in die sozialistische Revolution nicht die Rede sein.

Die Interessen des Volkes können erst dann vollkommen verwirklicht werden, wenn die Arbeiterklasse in der sozialistischen Revolution den Sieg errungen und seine Diktatur des Proletariats errichtet hat. Es ist also die Aufgabe der ägyptischen Arbeiterklasse, sich eine stalinistisch-hoxhaistische Partei zu schaffen, um die demokratische Revolution fortsetzen und diese in eine sozialistische Revolution verwandeln zu können. Nur mit der Umwandlung in einen sozialistischen Staat kann sich Ägypten vom Kapitalismus befreien. Solange der Kapitalismus nicht beseitigt ist, solange die ägyptische Bourgeoisie über die ägyptische Arbeiterklasse herrscht, solange der Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat nicht entschieden ist, solange nicht die Arbeiterklasse und ihre Verbündeten über die politische Macht in Ägypten verfügen, solange wird auch die Ausbeutung und Unterdrückung des ägyptischen Volkes unvermeidlich aufrechterhalten bleiben.

Momentan spielt die Losung eines sozialistischen Ägyptens allerdings noch keine nennenswerte Rolle. Unser stalinistisch-hoxhaistischer Einfluss in der arabischen Welt lässt noch sehr zu wünschen übrig. Noch ist das Proletariat nicht organisiert, noch ist es nicht klassenbewusst, verfügt es nicht über seine eigene revolutionäre Partei usw.. Diese wichtigen Voraussetzungen können erst auf dem Wege demokratischer Verhältnisse geschaffen werden, weswegen wir die ägyptischen Arbeiter auffordern, an der demokratischen Gestaltung Ägyptens aktiv teilzunehmen mit dem Ziel der vollständigen sozialistischen Umwälzung - und wobei sie sich aber über den bürgerlichen Charakter dieser Demokratie vollkommen im Klaren sein müssen und jegliche Illusionen vermeiden müssen. Vor allem muss sich das ägyptische Proletariat gegen den klassenversöhnlerischen Einfluss des alten und neuen Revisionismus immunisieren und sich allein von den 5 Klassikern des Marxismus-Leninismus leiten lassen.

Je vollständiger und entschiedener, je konsequenter die demokratische Umwälzung in Ägypten sein wird, desto gesicherter wird der Kampf des Proletariats gegen die Bourgeoisie für den Sozialismus sein. Die bürgerlichen Kräfte sind inkonsequent. Ihr Demokratieverständnis bezieht sich auf die Interessen ihrer herrschenden Klasse. Nur die proletarischen Kräfte als die einzig konsequenten demokratischen Kräfte der Gesellschaft verteidigen und erweitern die errungenen demokratischen Errungenschaften. Das ägyptische Proletariat hat nichts zu verlieren als seine Ketten, die Bourgeoisie aber ihren ungeheuerlich angehäuften Reichtum. Die revolutionären Waffen, die das Proletariat gegen Mubaraks Autokratie richten muss, wird es eines Tages auch gegen den Kapitalismus in Ägypten richten, um den Sozialismus aufzubauen. Der verfaulte Geruch Mubaraks bleibt unvermeidlich an der Bourgeoisie haften. Dieser Geruch kann nicht durch Reformen, sondern nur durch die sozialistische Revolution beseitigt werden.

Ob in Ägypten die Freiheit des Volkes wirklich errungen wird oder von der Konterrevolution erstickt wird, das kann das ägyptische Volk letzten Endes nur durch seine revolutionäre Gewalt gegen seine Unterdrücker und Ausbeuter entscheiden. Deswegen kann der Klassenkampf nicht auf Passivität beschränkt werden, muss für die Vorbereitung und Organisierung der offensiven Anwendung der Volksgewalt gesorgt werden. Schwer und mühselig ist der Weg der ägyptischen Revolution. Jedem Aufschwung, jedem Teilerfolg folgt eine Niederlage, folgt Blutvergießen, folgen wüste Ausschreitungen der Konterrevolution gegen die Freiheitskämpfer. Doch nach jeder `Niederlage` wird die Bewegung immer breiter, der Kampf immer umfassender, die Masse der Klassen und Gruppen des Volkes, die in den Kampf hineingezogen werden und an ihm mitwirken, immer größer. Jedem Ansturm der Revolution, jedem Schritt vorwärts in der Organisierung der streitbaren Demokratie folgt ein geradezu wütender Ansturm der Reaktion, folgt ein Schritt vorwärts in der Organisierung der Konterrevolution, jedes Mal wächst die Unverfrorenheit der Konterrevolution, die verzweifelt um ihr Dasein kämpft. Aber die Kräfte der Reaktion schwinden trotz aller ihrer Anstrengungen unaufhaltsam. Auf die Seite der Revolution tritt ein immer größerer Teil der Arbeiter, Bauern und Soldaten, die gestern noch indifferent waren oder im Lager Mubaraks standen. Illusion um Illusion wird zerstört, immer mehr fallen die Vorurteile, die das ägyptische Volk zu einem vertrauensseligen, geduldigen, treuherzigen, ergebenen, alles ertragenden und alles vergebenden Volk machten.

Es ist die Pflicht der Kommunistischen Internationale, die Aufständischen in Kairo solidarisch davon zu überzeugen, warum es für ihren Sieg notwendig ist, ihren spontanen, unbewaffneten Aufstand in einen planmäßigen, bewaffneten Aufstand umzuwandeln. Es ist doch völlig klar, dass Mubaraks Konterrevolution nach dem Sieg der demokratischen Revolution nicht verschwunden sein wird, sondern im Gegenteil einen Rachefeldzug durchführen wird, um die alten Machtverhältnisse so schnell wie möglich wieder herzustellen. Die Schlachten um die endgültige Liquidierung des volksfeindlichen Mubarak-Regimes haben schließlich erst mit dem Volksaufstand begonnen. Und solange diese Liquidierung nicht vollständig vollzogen ist, kann von einem befreiten Ägypten nicht die Rede sein. Sind die Klassengegner kräftemäßig ebenbürtig, das Kräfteverhältnis ausgeglichen, dann wird der Sieg um so schwerer zu erringen sein, dann ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass sich der Kampf in die Länge zieht, dass die Anstrengungen und Verluste auf beiden Seiten außerordentlich zunehmen können, dass es auf die Mobilisierung der Reserven, auf das Durchhaltevermögen in einem Stellungs- oder Belagerungskrieg und viele anderer Faktoren ankommt, dass die Fronten komplizierter und härter werden, dass er sich ausweitet und die Entscheidung auf sich warten lässt, dass derjenige eine Niederlage erleidet, dessen Kräfte schließlich zuerst erschöpft sind.

In den vergangenen Jahrzehnten herrschte überall auf der Welt die defensive, „friedliche“, spontan-demonstrative Revolution vor. Die Massen haben sich an diese Kampfform gewöhnt und sind selten darüber hinausgegangen. Wir sind seit der Weltwirtschaftskrise zweifellos in eine neue weltrevolutionäre Epoche mit politischen Erschütterungen und Revolutionen eingetreten, wo den Massen bewusst geworden ist, dass es für sie ums Überleben geht, dass sie allein mit friedlichen Demonstrationen ihre Lage gar nicht grundlegend ändern können. Die Elemente der Spontaneität müssen in dieser neuen Epoche unbedingt ersetzt werden durch Elemente bewusster proletarischer Organisiertheit, müssen kommunistische Kräfte herangebildet und in einem globalisierten Netzwerk angeleitet werden, um die führende Rolle in den kommenden Volksaufständen übernehmen zu können.

Revolutionäre Waffen der Armee und revolutionäre Waffen der Aufständischen – beides sind Grundvoraussetzungen für den Sieg einer Revolution.

Die Losung des Aufstandes bedeutet, dass die Frage durch die materielle Kraft entschieden wird, durch die militärische Kraft.

Es kann hier keinen Zweifel daran bestehen, dass der Tag kommt, an dem wir dazu übergehen müssen, die revolutionären Armeen in Abteilungen der internationalen Weltarmee zu verwandeln. Der bewaffnete Aufstand wir in nicht in all zu ferner Zukunft die ganze Welt erfassen, nicht nur als einzelner Vorgang, sondern sich wiederholend und immer mehr ausweitend in die Breite und in die Tiefe – und darauf gilt es sich jetzt schon vorzubereiten !!

Diesen globalisierten Ansturm vorzubereiten, das ist die zentrale Aufgabe einer Kommunistischen Internationale, das ist der Grund, weswegen wir jeden Aufstand unterstützen, der gegen die Weltbourgeoisie gerichtet ist. Bei unserer Weltanschauung geht es schließlich darum, dass das gesamte Weltproletariat, dass die revolutionären Völker in ihrer Gesamtheit und Geschlossenheit an die Frage der Kunst des Aufstandes herangeführt werden müssen. Das ist eine gigantische Aufgabe. Es ist das durch das Erreichen des weltkapitalistischen Endstadiums verursachte Elend und die Not auf der ganzen Welt, die alle Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Erde zwingt, sich bewusst zu werden, dass sie nur überleben können, wenn sie ihre Geschicke gemeinsam in die Hand nehmen, wenn sie ihre allseitige Abhängigkeit vom Weltkapitalismus gemeinsam abschütteln und mit der Revolution, also auf revolutionäre Weise beginnen, die vorhandenen Produktivkräfte total umzuwälzen, ihre Gesamttätigkeit bei der Weltproduktion zentralistisch zu organisieren und weltsozialistische Produktions- und Verteilungsverhältnisse zu schaffen. Es geht darum, dass sich das Weltproletariat und die revolutionären Völker über ihr weltgeschichtliches Zusammenwirken in der kommunistischen Revolution erst einmal bewusst werden müssen, dass sie ihre Interessen und Bedürfnisse nur gemeinsam verwirklichen können und die Revolution nur der Anfang ist, um das kapitalistische Privateigentum aufzuheben. Aufheben der Reichtümer der Welt erschöpft sich nicht im Akt der internationalen militärischen Beschlagnahme, wonach die Entwicklung der neuen Weltgesellschaft sozusagen spontan ihrem Selbstlauf überlassen wird. Diese Entwicklung vollzieht sich in einem welthistorischen Prozess der internationalistischen Produktionsweise der neuen sozialistischen Weltgesellschaft, wo sich das bisherige Leben der Völker im Weltkapitalismus völlig neu und radikal definiert. Die Völker im Weltsozialismus treten in neue Beziehungen zueinander und verändern dadurch auch ihr altes Leben durch einen qualitativen Sprung. Und eben dies wird nicht ohne Reibung abgehen, werden konterrevolutionäre Aufstände die ständige Begleiterscheinung der kommunistische Revolution sein, werden aufflackernde Bürgerkriege unvermeidbar sein, bis sich der ganze kommunistische Weltprozess unter großen Opfern seinen Weg gebahnt hat. All das ist ohne enorme militärische Anstrengungen der ganzen neuen Weltgemeinschaft völlig unmöglich, denn die besiegten Ausbeuter und Unterdrücker der alten Weltordnung werden ihre Anstrengungen verhundertfachen, um ihr altes kapitalistisches Weltreich wieder zu errichten, solange die neue Welt noch keine feste Basis mit festem Überbau geschaffen.

Wie soll sich das Weltproletariat allen Ernstes seine internationale Macht erobern und seine eigenen Machtorgane auf der ganzen Welt errichten können, wenn es nicht über eine Eroberungstheorie, über eine richtige Strategie und Taktik verfügt, zum Beispiel die Kommandozentrale des US-Imperialismus auszuschalten, die die Fäden der internationalen Konterrevolution in ihren Händen hält? Ein Stab der internationalen, aufständischen Abteilungen muss organisiert werden, die Kräfte international verteilt und an den wichtigsten Punkten konzentriert, die Kommandozentrale der Konterrevolution umzingelt und besetzt, der Generalstab und die US-Regierung verhaftet werden, die Verbindungen des Feindes gekappt und die eigenen Verbindungen aller Punkte unseres bewaffneten Kampfes weltweit gesichert werden, usw. usf. Dieses Szenario sei hier nur illustriert, um klarzumachen, dass die Weltrevolution nicht spontan dem Selbstlauf der Weltereignisse passiv folgt, dass die Proletarier des einen Landes nicht auf die Befreiung der Proletarier des anderen Landes usw. warten, dass man sich heute von der Einengung der Idee der national begrenzten sozialistischen Revolution befreien muss, dass das Weltproletariat als vereinigte, geschlossene Klasse agieren muss, dass sich die Proletarier eines jeden Landes als unverzichtbare Abteilung des Weltproletariats begreifen müssen, weil die Sprengung der imperialistischen Kette an seiner schwächsten Stelle anders unmöglich ist, geschweige denn die Zerschlagung der gesamten Kette des Weltimperialismus. Die Imperialisten halten sich nicht an die Abläufe der Oktoberrevolution. Der Sozialismus lässt sich nicht auf die gleiche Weise zurückerobern, wie er einst erobert wurde. Die Weltbourgeoisie hat dazu gelernt, und das wird auch das Weltproletariat tun müssen, wenn die Weltrevolution siegen soll. Der internationale Klassenfeind weiß, dass sein letztes Stündchen geschlagen hat und wirft vor unseren Augen die ganze Wucht seiner globalisierten Konterrevolution dorthin, wo sich ein Aufstand entwickelt, um ihn niederzuschlagen, bevor er sich in seiner unmittelbaren Nachbarschaft und schließlich international ausbreiten kann. Der Klassenkampf gegen den Imperialismus, die anti-imperialistische Front, muss also als aktive Kriegskunst des zur bewaffneten, führenden Klasse zusammengeschweißten Weltproletariats, seiner Avantgarde, seiner Verbündeten usw. , aufgefasst werden, wenn man vom marxistisch-leninistischen Standpunkt ausgeht. Das ist der Kernpunkt der Lehre des Marxismus-Leninismus in der Frage des heutigen militärischen Kampfes für die Weltrevolution.

Wenn wir das Weltproletariat zu seiner höchsten Kampfform, zum bewaffneten internationalen Bürgerkrieg erziehen, dann verschmähen wir Marxisten-Leninisten deswegen noch lange nicht die friedlichen Kampfmittel – sie dienen seinen Tagesinteressen, den Interessen des Alltags, der Verteidigung seiner Lebenslage, sie dienen zur Vorbereitung der sozialistischen Weltrevolution, - jedoch werden wir Marxisten-Leninisten niemals vergessen, dass der internationale Klassenkampf unter bestimmten Bedingungen unvermeidbar die Form des bewaffneten Kampfes, die Form des Bürgerkriegs annimmt, wo der internationale Klassenfeind rücksichtslos auf dem internationalen Schlachtfeld vernichtet werden muss. Der internationale Bürgerkrieg wird kommen, demgegenüber sich die gesamten internationalen konterrevolutionären Kräfte des Weltimperialismus als zu schwach erweisen werden und in dem das sozialistische Weltproletariat den vollen Sieg davontragen wird.



Komintern (SH)

6. Februar 2011