
Teil II
(letzter Teil)
Weltproletariat – vereinige alle Länder!
!!!! Der Kommunismus schlägt zurück !!!!
4 Worte, die die Welt verändern !
Was ist die Negation der Negation des Gesetzes der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder ?
Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder verschärft den Widerspruch des Weltkapitals in seinem Streben nach Profitmaximierung und wird zum Hindernis seiner globalen Tendenz der Zentralisation und Konzentration. Das Kapital muss dieses Hindernis beseitigen, um seinem Gesetz zu folgen, sich zu vermehren. Der Weltkapitalismus negiert daher den alten Kapitalismus der einzelnen Länder, entzieht dem Kapital die Möglichkeit, sich in nationalen Schranken weiter auszudehnen, damit es sich um so mehr international ausdehnen kann. Kapital, das sich nicht mehr in nationalen Schranken ausdehnen lässt, das, sobald es das Land verlässt, sich in eine Konkurrenz gegen das Land verwandelt, aus dem es hergekommen ist, schafft schließlich aus der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen Länder eine Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung zwischen den verschiedenen Ländern einerseits und der globalisierten kapitalistischen ökonomischen und politischen Weltordnung andererseits, wird die Abhängigkeit des Kapitals der verschiedenen Länder vom konzentrierten und zentralisierten Weltkapital immer größer, wird die weltkapitalistische Gesellschaft insgesamt durch die sich verschlechternde Lage der verschiedenen Länder geschwächt, werden diese zum willfährigen Instrument des Weltkapitals, verlieren sie schrittweise ihre Selbständigkeit und Souveränität, ordnet das Weltkapital alles nationale Kapital unter, um es zu zentralisieren und zu konzentrieren, beraubt er sich schließlich selbst seines Hinterlandes, aus dem es einst hervorgegangen war, verselbständigt es sich nicht nur, sondern muss sich gegen die Länder richten, um sich selber zu vermehren. Das aber bedeutet, dass die Länder immer mehr in ruinöse Konkurrenz zueinander gezwungen werden und sich damit gegenseitig schwächen, was sie durch verschärfte Ausbeutung und Unterdrückung wettzumachen versuchen. Aber mit jedem dieser Versuche, versucht das stärke Weltkapital, die Reserven der Länder wieder für sich auszuschöpfen, was den Widerstand der Länder gegen das Weltkapital hervorruft. Sie können sich nicht mehr mit dem Weltkapital stärken, sondern nur noch gegen das Weltkapital. So wie je ein Kapitalist viele totschlägt, schlägt der Weltkapitalist viele Kapitalisten der einzelnen Länder tot, schlägt er viele kapitalistische Länder tot (also jene Länder, in denen die kapitalistische Lohnsklaverei vorherrscht). Das Monopol des Weltkapitals wird zur Fessel der bisherigen kapitalistischen Produktionsweise in den einzelnen Ländern, die mit und unter ihm aufgeblüht waren. Die Konzentration der Weltproduktionsmittel und die Vergesellschaftung der Weltarbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer weltkapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die Stunde des Privateigentums am Weltkapital schlägt. Die Weltexpropriateurs werden global expropriiert. Mit dem Zusammenbruch der Weltmonopole verlieren alle, die von ihnen profitierten, ihre privilegierte Stellung. Je schneller und je mehr die Arbeiter der Industrie-Metropolen auf das Niveau der Arbeiter des Auslandes gedrückt werden durch die Weltkrise, desto schneller und je mehr wird die kommunistische Bewegung unter ihnen wieder zunehmen. Der Reifegrad der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder hängt unzertrennlich mit dem Reifegrad der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der Proletarier der verschiedenen kapitalistischen Länder zusammen. Also bedeutet die Negation des einen auch die Negation des anderen. Die Negation der Ungleichmäßigkeit der proletarischen Bewegung in den verschiedenen kapitalistischen Länder ist die Gleichmäßigkeit (im Sinne von: Einheit) der proletarischen Weltbewegung = „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“
Das Weltproletariat ist durch die Globalisierung des Weltkapitals nunmehr stark genug geworden, die verschiedenen Länder, diese vom Weltkapital geschwächten Abteilungen zu vereinigen und somit in seine eigenen Abteilungen zu verwandeln, indem sie sich gegen das Weltkapital richten. Das Weltproletariat stellt die Lebensgrundlage der Länder wieder her, indem es sie von der Knute des Weltkapitals befreit und in sozialistische Länder verwandelt. Das Weltproletariat stellt durch die Enteignung der Enteigner der Länder die Lebensgrundlage der Länder wieder her durch das vergesellschaftete Eigentum der Länder. Das zugleich nationale und internationale gesellschaftliche Eigentum, diese konfuse Zwittergestalt, diese Ungereimtheit, diese Nebelwand löst sich von ganz alleine auf. So wie die kapitalistischen Länder die Bedingungen ihrer Vergesellschaftung erzeugen, an der sie zu Grunde gehen, so erzeugt die weltkapitalistische Produktionsweise ebenfalls die materiellen Bedingungen, sich zu vergesellschaften und daran zu Grunde zu gehen. Der Prozess ist ein dialektischer Prozess des Kapitalismus – das ist alles. Die Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise ist die Negation der nationalen Produktionsweise der kapitalistischen Länder. Die Negation der Negation der Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise ist nicht die Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Land, sondern die Globalisierung der sozialistischen Weltproduktionsweise. Es geht um die sozialistische Weltproduktionsweise, die nicht funktionieren würde unter den alten Bedingungen der Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Lande. Die Widersprüche zwischen der sozialistischen Produktionsweise der einzelnen Länder können nur gelöst werden unter den Bedingungen des Weltsozialismus. Das ist eine ganz wichtige Lehre des Marxismus-Leninismus. Der Sozialismus gehört nicht dem Proletariat in diesem oder jenen Land, sondern dem Weltproletariat, das heißt die Weltproduktionsweise des Weltproletariats steht über der Produktionsweise der einzelnen proletarischen Länder. Die Gesamtinteressen der Weltbevölkerung stehen an oberster Stelle, die nur unter der Führung des Weltproletariats verwirklicht werden. Mit der Globalisierung der kapitalistischen Weltproduktionsweise zeichnet sich bereits heute schon deutlich ab, dass die Globalisierung der sozialistischen Weltproduktionsweise mit der alten Produktionsweise des Sozialismus „in einem“ Lande unvereinbar sein wird. Warum wird das, muss das so sein ? Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen kapitalistischen Länder hatte unvermeidlich Auswirkungen auf die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung des Sozialismus „in einem“ Lande. Unter den Bedingungen der Restauration des Kapitalismus standen die revisionistischen Länder wie auch die unterjochten Völker Lateinamerikas, Afrikas und Asiens nicht nur unter dem Druck der imperialistischen Länder, sondern auch unter der Knute der sozialimperialistischen Länder, also insbesondere unter der Weltherrschaft der beiden Supermächte USA und UdSSR. Das war eine doppelte Ausbeutung. Wir Kommunisten sind bekanntlich für die Beseitigung jeglicher Ausbeutung und Unterdrückung, jeglicher Beseitigung von Ungleichheit, von Privilegien des einen Landes gegenüber eines anderen Landes, also nicht nur eines kapitalistischen, sondern auch eines sozialistischen Landes. Wir Kommunisten geben uns bekanntlich nicht damit zufrieden und können uns nicht damit zufrieden geben, eine doppelte Ausbeutung in eine „einfache“ Ausbeutung zurückzuverwandeln. Das ist das Geschäft der Revisionisten, nicht unser Geschäft. Das Weltproletariat an der Macht, muss seine Macht dazu benutzen, dass die Produktionsweise der einzelnen sozialistischen Länder der sozialistischen Weltproduktionsweise UNTERGEORDNET wird, weil es nicht mehr um die Befriedigung der sozialistischen Interessen des Proletariats „in einem“ Lande geht, sondern in erster Linie um die Befriedigung der Gesamtinteressen des Weltproletariats, um die Gesamtinteressen der gesamten Weltbevölkerung. Über die „Folgen“ der sozialistischen Weltrevolution muss man sich als Weltrevolutionär völlig im Klaren sein. Nicht mehr die sozialistische Arbeiterklasse verfügt allein für sich über die Rohstoffe, Produktion usw. im eigenen Land, so wie bisher in der Geschichte des Sozialismus, verfügt das siegreiche Proletariat nicht mehr allein über die Macht im eigenen Land, sondern es handelt sich nur noch um den Teil an der Macht der Weltarbeiterklasse. Alles Sozialistische unterliegt der Weltproduktionsweise, auch die Verteilung der Weltprodukte auf die einzelnen Länder. Alles Sozialistische kommt aus dem Welttopf und wird auch aus dem Welttopf auf alle gerecht ausgeteilt, um es einmal vereinfacht auszudrücken. Mit diesem Welt-Gleichheitsprinzip werden alle Widersprüche der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der einzelnen sozialistischen Länder überwunden. „Weltproletariat – vereinige alle Länder“ – das ist die Losung, mit der dieses Welt-Gleichheitsprinzip verwirklicht wird, womit vermieden wird, dass es Privilegien unter den einzelnen sozialistischen Ländern gibt, nur weil sie vielleicht über mehr Öl- oder Wasservorräte, über mehr Reichtümer verfügen als andere usw. usf.. Ohne die Macht des Weltproletariats kann die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung einzelner sozialistischer Länder nicht überwunden werden. Mit der Losung „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ wird das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der kapitalistischen Länder durch das Gesetz der Gleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der sozialistischen Länder ersetzt. Auf diese Weise werden alle Widersprüche der einzelnen sozialistischen Gesellschaften der Länder durch die gemeinsame sozialistische Weltgesellschaft gelöst. Eben das setzt ein höheres sozialistisches Bewusstsein, das sozialistische Weltbewusstsein voraus. Es ist die Aufgabe der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten, dieses und nur dieses sozialistische Bewusstsein in die Weltmassen hineinzutragen. Daraus resultiert logischerweise auch die Aufgabe, das weltrevisionistische Gedankengut des Weltimperialismus entsprechend zu bekämpfen. Vor allem aber müssen wir Kommunisten uns von alten Lehrsätzen des Marxismus-Leninismus, die auf den Sozialismus „in einem“ Land zugeschnitten waren, kritisch und selbstkritisch befreien, müssen wir die alten Lehrsätze durch neue Lehrsätze ersetzen. Wie weit uns dies gelingt, davon hängt nicht zuletzt Sieg oder Niederlage der sozialistischen Weltrevolution ab.
Die Entwicklung zur Weltproduktion ist historisch bedingt. Die Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse durch die Weltproduktion ist nicht Folge, sondern materielle Voraussetzung für die Abschaffung des Privateigentums. Anders herum wird die Aufhebung des Privateigentums zur revolutionären Phrase, denn von den Fesseln des Privateigentums kann man sich nur befreien, wo der Kapitalismus dafür auch weit genug entwickelt ist. Eben weil die Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse der Globalisierung den nationalen Austausch und dem nationalen Privateigentum über den Kopf wachsen, weil die Globalisierung zur materiellen Notwendigkeit wird, deswegen wird das Privateigentum abgeschafft werden. Und deren Abschaffung ist allerdings Bedingung für die Befreiung des Proletariats. Der Prozess der Negation der Negation der Produktion der kapitalistischen Länder, vollzieht sich selber durch die immanenten Gesetze der kapitalistischen Weltproduktion, wird von diesen bestimmt. Erst die voll ausgereifte Globalisierung des Weltkapitals schafft die Bedingungen für die Restauration des Sozialismus in einem Land. Genau das vollzieht sich mit der Negation des Sozialismus durch die Restauration des Kapitalismus in einem Land und dessen Negation durch das Weltkapital, also die Negation der Negation des Sozialismus in „einem“ Land, das heißt den durch den Weltsozialismus restaurierten Sozialismus eines Landes auf höherer Stufe (ohne kapitalistisch-revisionistische Umkreisung). Die Negation der Produktion der kapitalistischen Länder, wird durch sie selbst produziert. Das Gesetz der Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der verschiedenen Länder ist unter den heutigen Entwicklungsbedingungen des Weltkapitals nicht mehr die Hauptvoraussetzung für den Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land, wo die Front des Kapitalismus schwach ist usw. usf., sondern Hauptvoraussetzung für den Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land ist die Revolution gegen das Weltkapital selbst. Was bedeutet das aber ? Damals läutete das Proletariat eines einzelnen Landes die Weltrevolution ein. Das war die Vorstufe zur Vereinigung der Proletarier aller Länder durch das Weltproletariat. Heute wird es immer unwahrscheinlicher, dass sich unter der Herrschaft der kapitalistischen Weltordnung das Proletariat irgendeines Landes allein befreien kann, ohne sich - als Weltproletariat verschmolzen - mit den Proletariern aller anderen Länder die ganze Welt von Ausbeutung, Unterdrückung und Klassenkämpfen zu befreien. Dass der Oktoberrevolution keine siegreichen sozialistischen Revolutionen in den kapitalistischen Ländern folgten, war für das erste sozialistische Land verhängnisvoll, ebenso wie es für das zweite sozialistische Land verhängnisvoll war, dass sich das Proletariat in den revisionistischen Ländern nicht durch die sozialistische Revolution von der Restauration des Kapitalismus befreien konnte. Aber die Entwicklung dieser beiden sozialistischen Länder war nicht umsonst, sondern ein wichtiger Schritt für alle zukünftig nachfolgenden sozialistischen Länder: denn: Aus der Negation der Negation des Sozialismus in „einem“ Land wachsen nicht nur 5, 10, 20 neue sozialistische Länder, sondern alles sozialistische Länder, der Weltsozialismus. Die Negation der Negation der Restauration des Kapitalismus in einem Land ist die Restauration des Sozialismus im Weltmaßstab. Wo früher die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung nicht beseitigt werden konnte, wird eines Tages von Umkreisung so wenig übrig bleiben, wie von irgendeinem kapitalistischen Land auf der Welt. Und wenn man im Verlauf dieses Prozesses dann überhaupt noch eine Umkreisung braucht, dann höchstens eine weltsozialistische, aber ganz sicher nicht mehr die alte kapitalistisch-revisionistische Umkreisung. Also: Unsere Antwort auf die Frage: „Wie wird die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung durchbrochen?“ lautet wiederum: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“
Was sind heute die hauptsächlichen Widersprüche in der Welt und wodurch werden sie bestimmt ?
Unsere Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ lässt sich nicht durchsetzen, wenn sie nicht mit den hauptsächlichen und bestimmenden gesellschaftlichen Widersprüchen in der Welt lösen kann, wenn sie diese nicht richtig widerspiegelt. Eine Losung ist nur in dem Maße brauchbar, in dem es mit ihr gelingt, den objektiven Veränderungen in der Welt genau zu entsprechen, diese Veränderungen zu verstärken, zu beflügeln, ihnen schneller und gründlicher zum Durchbruch zu verhelfen. Dazu muss man die hauptsächlichen Widersprüche aber erst einmal analysieren, sie, sie bestimmen, ihre Bedeutung, ihre Tendenz, Ihre Gesetzmäßigkeit usw. usf. erarbeiten, vor allem aber ihre Veränderungen, die sie erfahren haben..
Haben sie sich denn gegenüber früher, also zur Zeit der Sowjetunion Lenins und Stalins, zur Zeit des Programms der Komintern (1928) überhaupt geändert? Sicherlich haben sie das. Haben sie sich seit ihrer Bestimmung durch den Genossen Enver Hoxha verändert? Auch das ist unbestreitbar. Was ist es denn aber, was sich grundlegend geändert hat und was für Widersprüche sind geblieben? Das lässt sich heute leider noch nicht in einem schlauen marxistisch-leninistischen Buch nachlesen. Diese Frage ist schlicht und einfach noch nicht einmal auf die Tagesordnung gesetzt worden, wiederum ein Ausdruck der aktuellen Krise der marxistiscvh-leninistischen Theorie! Unsere Fortschritte im weltrevolutionären Denken können nicht anders zum Ausdruck kommen, als durch die Einsicht, dass wir unser bisheriges Denken ständig revidieren müssen, um es auf eine höhere Stufe heben zu können. Altes Denken muss neuem Denken weichen. Es muss ersetzt werden, kann nicht mit „rübergerettet“ werden, weil es unser neues Denken nur behindert und hemmt. Man muss sich von ihm bewusst trennen, so lieb und teuer, so bequem es auch früher einmal für uns gewesen sein mochte, die hauptsächlichen Widersprüche in der Welt einfach abzuschreiben und zu kopieren. Man kann heute die von den Klassikern aufgestellten Bestimmungen der Hauptwidersprüche in der Welt nicht kopieren, weil die Welt zur Zeit der Klassiker und die Welt von heute nun mal nicht mehr die gleiche ist. Die Klassiker können uns diese Arbeit nicht mehr abnehmen , aber wir können unsere Klassiker studieren und uns damit weiterhelfen wie sie denn selber an diese Aufgabe herangegangen sind, wie sie diese Aufgaben gelöst haben, die Widersprüche in der Welt richtig zu bestimmen. Beschäftigt man sich also genauer mit den Klassikern in dieser Frage, dann wird man feststellen, dass die Hauptwidersprüche sich im Laufe der Zeit enorm gewandelt haben. Was die Bestimmung der wesentlichen Widersprüche der kapitalistischen Gesellschaft in ihrer historischen Entwicklung und Veränderung betrifft, so müssen wir auf Stalin hinweisen, der schrieb:
„In seiner Entwicklung muss sich der Marxismus selbstverständlich mit neuen Erfahrungen und neuen Kenntnissen bereichern – folglich müssen sich selbstverständlich seine einzelnen Formeln und Schlussfolgerungen im Laufe der Zeit verändern, müssen durch neue Formeln und Schlussfolgerungen ersetzt werden, die den neuen historischen Aufgaben entsprechen. Der Marxismus erkennt keine unveränderlichen Schlussfolgerungen und Formeln an, die für alle Epochen und Perioden obligatorisch wären“ (Stalin, Der Marxismus und die Fragen der Sprachwissenschaft, 1951, Seite 66).
Wir müssen uns also davor in Acht nehmen, dogmatische Fehler zu begehen, indem wir die Hauptwidersprüche von damals - als sie noch richtig bestimmt und gültig waren für die damals erforderliche Strategie und Taktik - einfach unkritisch übernehmen, sie nicht auf ihre Veränderungen hinterfragen und auf ihre notwendige Revision verzichten. Es ist doch gerade der Revisionismus, der uns Marxisten-Leninisten in die dogmatische Ecke drängt, indem er uns den Mut zu nehmen versucht, den Marxismus-Leninismus auf marxistisch-leninistischer Grundlage zu revidieren. Ohne Revision aber kann man den Marxismus-Leninismus unmöglich weiterentwickeln, sondern ihn nur durch eigenes Nichts-Dazu-Tun zum Sterben verurteilen. Wenn wir den Marxismus-Leninismus nicht auf revolutionäre Weise revidieren, dann nehmen wir den Revisionisten mit unserer Kapitulation nur deren liquidatorische Arbeit ab, denn sie können sich dann die Arbeit der bürgerlichen Revision ganz einfach sparen und bleiben um so fester an unserer Backe kleben – alles zum Schaden der revolutionären, internationalen Arbeiterbewegung. Die stets erforderliche erneute Bestimmung der hauptsächlichen Widersprüche in der Welt hat schließlich große Tragweite für unser revolutionäres Denken und Handeln, und die Bedeutung dieser Tragweite für die werktätigen Massen müssen wir hier wohl nicht extra erklären.
1. Gleich geblieben ist natürlich der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, was aber nicht heißt, dass er sich nicht verändert hat. Inzwischen lässt sich feststellen, dass dieser Grundwiderspruch, dessen Wesen es von Anfang an war, sich über die ganze Welt auszubreiten, tatsächlich eine internationale Gestalt angenommen hat und in Form eines
Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit
auftritt, indem dieser das ganze Leben der heutigen Welt mehr oder weniger durchdringt und beherrscht. Diese Tendenz ist - wie gesagt - schon sehr alt, aber eine selbständige, sich selbst bewegende und sich selbst erhaltende Gestalt annehmen konnte die heutige globalisierte Klassengesellschaft erst in dem Augenblick, als der internationale Grundwiderspruch auch im allerletzten Land, also in restlos allen Ländern der Welt den Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital zur Vorherrschaft verhilft. Die Vorherrschaft des Widerspruchs im internationalen Maßstab beschleunigt seine Vorherrschaft auch im letzten nicht-kapitalistischen Land der Welt. Die historische Entwicklung des allerersten Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital begann in einem nicht-kapitalistischen Land (ohne dass irgendein anderer, geschweige denn internationaler Grundwiderspruch vorher existiert hatte!) - Die historische Entwicklung des Grundwiderspruchs im allerletzten nicht-kapitalistischen Land vollzog sich hingegen durch den Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit ! Die historische Entwicklung des Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital zur vorherrschenden Erscheinung in einem Land begann in England, dann in weiteren Ländern Europas und Nordamerikas, um sich dann über die ganze Welt auszubreiten. Dies war auch der vorgeschriebene Weg der historischen Entwicklung der Vereinigung des Weltproletariats und damit auch der Entwicklung der bewussten, sozialistischen, internationalen Arbeiterbewegung. Was heißt das aber umgekehrt ? Das heißt, dass sich der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital im ersten kapitalistischen Land der Welt, also in England, erst seiner endgültigen Lösung zugeführt werden kann, wenn dieser Widerspruch auf die internationale Sphäre übertragen wird, das heißt, wenn dieser Widerspruch durch einen größeren Wirkungsbereich geöffnet wird. Das heißt, dass in dem Augenblick, wo sich die bewusste, sozialistische Vereinigung der Proletarier aller Länder im Weltmaßstab vollzieht, diese aktiv/direkt (und nicht etwa passiv/indirekt) auf die Vollendung der sozialistischen Vereinigung der Proletarier in den kapitalistischen, und dabei nicht nur in den Metropolen, sondern auch an der Peripherie, insbesondere in den ehemaligen nicht-kapitalistischen Ländern zurückwirken kann - also die sozialistische Vereinigung zum Weltproletariat auf die sozialistische Vereinigung der Proletarier in jedem einzelnen Land zurückwirken und damit alle Länder als Ensemble aktivieren kann. Eben auf dieser Grundlage der Bewegungsgesetze der heutigen internationalen Arbeiterbewegung beruht das gesetzmäßige Verhältnis zwischen Kommunistischer Internationale und Kommunistischer Partei eines jeden Landes !
„Proletarier – aller Länder vereinigt euch!“ - „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ - „Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ - (usw. usf.) - auf immer höherer qualitativer Stufenleiter und zwar so lange, bis sich Beides in eine vollkommene Übereinstimmung verwandelt hat
= Ergebnis = Weltrevolutions-Reife zur Beseitigung des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit und damit Beseitigung des Grundwiderspruchs von Lohnarbeit und Kapital auch im allerletzten Land der Welt !!!
Die Proletarier aller Länder heben sich erst als Weltproletariat auf, denn das Weltkapital wird durch niemanden sonst als durch das Weltproletariat aufgehoben. Erst durch die Revolution des Weltproletariats werden sowohl Proletariat als auch Bourgeoisie als antagonistische Klassen des Weltkapitalismus beseitigt. Dazu dient die Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“
Diese Formel verhilft dem Proletariat auch im letzten kapitalistischen Land zur Erleichterung seiner sozialistischen Revolution. Um den Grundwiderspruch der heutigen Gesellschaft zu lösen (das heißt zu beseitigen), muss die Wechselwirkung der entgegengesetzten (internationalen!) Pole dialektisch zunächst erst einmal sichergestellt werden, muss das Weltproletariat, der Träger der internationalen Produktivkräfte, zu einer organisierten, sozialistischen Kraft werden, zur vorherrschenden Kraft werden, um die kapitalistischen Produktionsverhältnisse sprengen zu können, das Weltkapital zu beseitigen, die Produktivkräfte in allen Ländern der Welt aus der globaliserten Zwangsjacke des Weltkapitalismus zu befreien, die sozialistischen Revolutionen in jedem Land anzukurbeln durch die dort zur Vorherrschaft heranwachsenden Kräfte des organisierten, sozialistischen Proletariats. Der Grundwiderspruch zwischen Weltlohnarbeit und Weltkapital kann nicht partiell, das heißt auf Länderebene usw. gelöst und also aufgelöst werden, da es sich um einen globalen Widerspruch handelt. Vorübergehend „gelöst“ werden kann die Beseitigung des Grundwiderspruchs zwischen Lohnarbeit und Kapital im Sozialismus in „einem“ Land. Er kann aber nicht völlig beseitigt werden, solange der Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit weiter bestimmend ist, weswegen wir von der Gefahr der Restauration des Kapitalismus sprechen. Den Grundwiderspruch des Weltkapitalismus kann man nur lösen, indem man ihn beseitigt, weltrevolutionär beseitigt. Ansonsten reproduziert er sich dann nur jedesmal erneut in verschärfter Form ohne sich tatsächlich negieren zu können . Durch die Forcierung des äußeren Widerspruchverhältnisses werden die inneren Antagonismen des Weltkapitalismus nicht aufgehoben, treten sie zwar vorübergehend immer wieder in den Hintergrund (relative Stabilisierungsphasen des Kapitalismus), um zwangsläufig in noch gewaltigerer Schärfe wieder aufzubrechen: Um ihre kapitalistischen Schranken zu überwinden, werden die Produktivkräfte unter noch größere Schranken gezwungen (Weltwirtschaftskrise). Genauso, wie der Kapitalismus durch partielle Maßnahmen immer tiefer in die Weltkrise gerät, wird auch der Sozialismus als partielle Maßnahme in die Krise geraten (kapitalistisch-revisionistische Umkreisung), solange der Grundwiderspruch in der Welt vorherrschend bleibt. Der Grundwiderspruch kann nur beseitigt werden in seiner internationalen Wirkungssphäre. Je besser es uns gelingt, die Proletarier aller Länder in diese internationale Wirkungssphäre einzubinden, also den internationalen Klassenkampf zentral zu organisieren, desto positiver kann das Weltproletariat auf die Proletarier jedes Landes einwirken, desto besser kann sich das Proletariat eines jeden Landes auf seine eigenen revolutionären Kräfte stützen, um sich dadurch zu seinem internationalistischen Beitrag für die sozialistische Weltrevolution zu befähigen . Auf diese, und nur auf diese Weise, erhält die Formel: „Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ eine völlig neue Bedeutung für die heutige Zeit, können wir diese Formel verteidigen eben durch Hinzufügen einer weiteren Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ . Ohne diese neue Formel lässt sich die alte Formel nicht optimal reaktivieren. Eine verschmolzene Materie, wenn man das Weltproletariat einmal so physikalisch ausdrücken darf, entfaltet in der Bindung, Ausrichtung, Bündelung usw. seiner Länderkräfte durchschlagende Wirkungskräfte, wogegen ein loses Bündnis der Proletarier aller Länder nur eine „schwächere“ Masse darstellt, die das Weltkapital leichter beeinflussen, ablenken, spalten, usw. also unschädlich machen kann. Die Formel: „Weltproletariat - vereinige alle Länder!“ wirkt diesen konterrevolutionären Möglichkeiten des Kapitals entgegen, engt die internationale Manövrierfähigkeit des Kapitals ein und verbessert die Manövrierfähigkeit des organisierten Proletariats, um somit den Grundwiderspruch seiner Lösung zuzuführen.
Allerdings sind alle anderen Widersprüche zwischen der internationalen und nationalen Entwicklung der Gesellschaft mit der sozialistischen Weltrevolution nicht beseitigt, bleiben sie weiter bestehen – nur der Antagonismus ist der Erste, der verschwindet, so dann in der nächsten Periode verwandelt sich der nichtantagonistische Widerspruch zwischen der Weltgesellschaft als Ganzes und der Gesellschaft der Länder als deren Teile in den Widerspruch des Verschmelzungsprozesses der gesamten Weltbevölkerung. Die Weltbevölkerung ist erst dann frei, wenn ihr letztes individuelles Glied frei ist. Letztendlich vollzieht sich der Weg der Übereinstimmung der Weltproduktivkräfte und der Weltproduktionsverhältnisse nicht geradlinig, sondern im dialektischen Prozess, werden selbst die sich zuletzt verflüchtigenden Spuren des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit nie 100% beseitigt werden können, wie auch die Spuren des Widerspruchs zwischen der Übereinstimmung und Nicht-Übereinstimmung von Produktivkräften und Poduktionsverhältnissen niemals vollkommen ausgelöscht werden können. Mit dem kapitalistischen Grundwiderspruch wird nur sein kapitalistischer Charakter beseitigt, der Grundwiderspruch zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen wird selbst nicht aufgelöst, nimmt er als sozialistischer Grundwiderspruch nur neue Formen und Inhalte an, wobei nicht auszuschließen ist, dass er auch wieder kapitalistischen Charakter annimmt, wenn er nicht richtig, nicht rechtzeitig gelöst wird usw. usf.
Der Grundwiderspruch selbst, dessen Wesen darin besteht, alle anderen Widersprüche zu durchdringen, hervorzubringen, zu beeinflussen und zu verändern, hat durch seine Internationalisierung, hat sein Wesen weiter vertieft durch einen qualitativen Globalsprung in der Weltproduktionsweise. Seine absolut beherrschende, polarisierende Rolle für alle anderen Widersprüche hat er also nicht nur weiter beibehalten, sondern auch bisherige Widersprüche wesentlich verändert und verwandelt bzw. für immer oder vorübergehend sogar aufgehoben, worauf wir näher eingehen müssen. Doch zunächst werden davon immer mehr die Grundwidersprüche in allen Ländern der Welt beherrscht, verschärft sich also der Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit in jedem Land durch seine Globalisierung. Es handelt sich also im Wesentlichen um ein und denselben Widerspruch.
Was aber bedeutet das nun in Kombination mit der Frage der Losung: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ? Wenn wir den schnellsten und sichersten Weg zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution einschlagen wollen, dann müssen wir alles tun, damit sich eben dieser Grundwiderspruch zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat, der alle Widersprüche bestimmt, verschärft, müssen wir vor allem diesen Grundwiderspruch ausnutzen, uns in all unserem revolutionären Denken und Handeln auf die Zersetzung des Weltkapitals konzentrieren. Wir müssen sämtliche Positionen des Weltproletariats gegenüber der Weltbourgeoisie verstärken, müssen die Kräfte des Weltproletariats entfalten, um den Grundwiderspruch seiner Sprengung um so leichter und gründlicher zuführen zu können. Wie können wir das? Die Kräfte des Weltproletariats entfalten können wir nur, in dem wir die Kräfte der Proletarier aller Länder bündeln, vereinigen, verschmelzen, denn außerhalb aller Länder kann sich das Weltproletariat nun mal keine Kräfte vereinigen. Genau diesen Weg ist auch das Weltkapital gegangen durch die Ausnutzung der Globalisierung.
2. Das heißt, wir müssen auch den Hauptwiderspruch in den einzelnen Ländern der ganzen Welt, also den zwischen Kapital und Arbeit ausnutzen und mit in die Waagschale werfen.
Hauptwiderspruch in allen Ländern der Welt ist heute der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat
Der Grundwiderspruch von Kapital und Arbeit wirkt nicht über dem ganzen Erdball gleichmäßig auf die einzelnen Länder ein, weil die kapitalistische Gesellschaft der Länder erstens nicht gleichmäßig auf der Welt verteilt ist und sie zweitens in allen Ländern historisch ungleichmäßig entwickelt ist, insbesondere das Proletariat.
Heute gibt es kaum noch Länder auf der Welt, in denen dieser Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit noch nicht vorherrscht. Das ist auf die Globalisierung zurückzuführen. Es war früher umgekehrt. Nur in den wenigsten Ländern der Welt herrschte dieser Grundwiderspruch vor, während der Kapitalismus in den meisten Ländern entweder gar nicht vorhanden oder wenigstens noch nicht vorherrschend war. Marx klärte die Frage, ob es sich um ein kapitalistisches oder nicht-kapitalistisches Land handelt mit dem Kriterium, ob in einem Land die Volksmasse bereits von ihrem Grund und Boden expropriiert worden ist oder nicht (Karl, Marx, „Das Kapital“ - Band 23, Die moderne Kolonisationstheorie , Seite 795). Die Globalisierung bringt vor allen das Streben des Kapitalismus zum Ausdruck, die ganze Welt „zu beglücken“, also in jedem letzten Winkel, in allen Ländern den Kapitalismus zur vorherrschenden Gesellschaftsform zu machen. Diesen Wandel darf man nicht übersehen, insbesondere nicht in Hinblick auf die objektiven Bedingungen der herannahenden, heranreifenden sozialistischen Weltrevolution, insbesondere bezogen auf die enorme Entwicklung der Proletarier in allen Ländern der Welt und das enorm gewachsene Vereinigungspotential. Je mehr Länder über ein vorherrschendes Proletariat verfügen, desto mehr Abteilungen hat das Weltproletariat zur Verfügung, die es in die Klassenschlacht führen kann, desto vollkommener kann sich das Weltproletariat zu einer einheitlichen Klasse herausbilden. Die großen Weltagrarmonopole sind heute längst in die Landwirtschaft der ärmsten Länder und entlegendsten Winkel der Erde eingedrungen und verdrängen die Bauern gewaltsam von ihrem Grund und Boden, verwandeln sie nicht nur in ihre Lohnarbeiter, sondern schaffen eine millionengroße Arbeitslosenarmee, zwingen die Bauern in den Hungertod oder in die Städte. Die Positionen des Proletariats waren in den meisten Ländern noch sehr, sehr schwach entwickelt bzw. war die Lohnarbeit noch die Ausnahme, während sie jetzt fast schon zur Regel geworden ist. Diese Veränderungen bedeuten natürlich eine ungeheure Verschärfung der Ausbeutung und Unterdrückung insbesondere der ehemaligen nicht-kapitalistischen Länder: Ihnen sitzt die einheimische Bourgeoisie im Nacken, der wiederum das ganze System des Weltimperialismus im Nacken sitzt – die Not und das Elend sind entsprechend groß. Ob nun hoch entwickelte oder schwach entwickelte kapitalistische Staaten, sie alle befinden sich im Widerspruch zum Weltkapital, das sie alle mehr oder weniger unterwirft. Die Gegensätze zwischen den kapitalistischen Ländern und dem Weltimperialismus drücken sich aus in den nationalen, anti-imperialistischen Befreiungskriegen und (militärischen) Interventionen der Weltimperialisten. Sie dienen auf die eine oder andere Weise der sozialistischen Weltrevolution, weil sie geeignet sind, den Weltimperialismus zu schwächen. Nicht nur die schnelle Vermehrung der Zahl der kapitalistischen Länder, sondern die vorherrschende Entwicklung der kapitalistischen Klassengesellschaft in allen Ländern der Welt stärkt die führende Position des Proletariats. Die Hegemonie des Proletariats wird zur Welthegemonie. Die alte Scheidewand zwischen den kapitalistischen und nicht-kapitalistischen Ländern wird vom Weltkapital weitestgehend beseitigt, wodurch die Hegemonie des Weltproletariats in allen Ländern der Welt tiefere Wurzeln schlagen wird: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Die gestärkte Hegemonie des Weltproletariats stärkt die Hegemonie des Proletariats in allen Staaten der Welt. Das ist der entscheidende Weg, auf dem die Proletarier aller Länder den Grundwiderspruch in der Welt für ihre revolutionären Zwecke maximal ausnutzen können, die Führung in allen Revolutionen in ausnahmslos allen Ländern fortan übernehmen werden ! Man darf also die günstigen Bedingungen für die Ergreifung der Weltmacht durch das Proletariat nicht versäumen. Sinn und Zweck der Vereinigung ist schließlich die Machtergreifung des Weltproletariats, auch ohne auf den Augenblick zu warten, wo der Widerspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital nicht nur in allen Industrien der kapitalistischen Ländern vorherrscht, sondern auch in der Landwirtschaft vorherrscht durch die Anstrengungen des globalisierten Weltkapitalismus. Nur deswegen, weil etwa noch genügend Klassen produzierender kleiner und mittlerer ländlicher Eigentümer auf der Welt existieren, kann man nicht auf die Weltexpropriation des Privateigentums an den kapitalistischen Produktionsmitteln verzichten. Deren Expropriation muss ja deswegen nicht extra warten. Nur noch die kleinen und mittleren Einzelproduzenten müssen halt eine Zeit lang warten mit ihrer Expropriation. Je höher die Weltproduktion für landwirtschaftliche Industrialisierung (durch deren Vergesellschaftung) , desto besser die Versorgung der industrialisierten Weltlandwirtschaft, desto schneller lässt sich im nächsten Schritt die Vergesellschaftung der Weltlandwirtschaft verwirklichen und damit die Übereinstimmung der industriellen und landwirtschaftlichen Weltproduktionsverhältnisse erreichen, die werktätigen Massen in Industrie und Landwirtschaft auf der ganzen Welt vereinigen. Mit der Verdrängung des Weltkapitals aus dem Weltwarenverkehr, wird der Weg zur schließlichen Beseitigung der gesamten Weltwarenproduktion, zur Beseitigung des Weltwarenverkehrs, der Weltwarenzirkulation, beschritten. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass dieser Weg selbst für jene Länder mit mehr oder weniger zahlreichen Klassen von Klein- und Mittelproduzenten der zweckmäßigste Weg zum Weltsozialismus ist. Ist der Grundwiderspruch zwischen Lohnarbeit und Kapital weltweit aufgehoben, dann kann die nicht-kapitalistische Warenproduktion auch nicht mehr wieder zum Kapitalismus führen, denn Privateigentum an den Produktionsmitteln entstünde nur in dem Fall, wenn die Arbeitskraft als Ware wieder auf den Weltmarkt käme. Und ohne Lohnarbeit als Ware auf dem Weltmarkt kann es auch keine weltkapitalistische Produktion mehr geben. Nur in einer Welt, wo der Kapitalist die Arbeiter als Ware vereinigt, kann es Kapitalismus geben. In einer Welt, wo sich die Arbeiter ohne Kapitalisten vereinigen, kann es keinen Kapitalismus geben. Es ist die vereinigte Kraft des eigentumslosen Weltproletariats, mit der es den Klassencharakter des gesellschaftlichen Eigentums beseitigt, worauf die Eigentumslosigkeit des Weltproletariats beruhte. Der restlich verbliebenen Weltwarenproduktion sind also strenge internationale Schranken gesetzt durch die überwiegend vergesellschafteten Weltproduktionsmittel, durch die Abschaffung des kapitalistischen Systems der Lohnarbeit, der Abschaffung der Ausbeutung in jedem Land der Welt. Die weltsozialistische Warenproduktion unterscheidet sich also grundlegend von der kapitalistischen Weltwarenproduktion und darf also nicht mit ihr verwechselt werden.
3. Die kapitalistischen Länder der Welt stehen nicht nur gemeinsam im Widerspruch zum Weltimperialismus, zum Weltkapital, sondern dadurch auch im Widerspruch zueinander:
Widersprüche unter allen kapitalistischen Ländern der Welt
Das Weltkapital, dass die kapitalistischen Länder in Konkurrenz zueinander bringt, verschärft dadurch die Widersprüche untereinander. So helfen die kapitalistischen Länder einerseits das Weltkapital zu vermehren, um es an die Weltimperialisten zu verlieren, verschärfen sie gezwungenermaßen die doppelte Ausbeutung, um sowohl die Weltbourgeoisie als auch die Bourgeoisie im eigenen Land mit höchsten Profiten versorgen zu können. Die Ruinierung der Länder ist also eine doppelte, die Ruinierung durch den Weltmarkt im Allgemeinen und die Ruinierung durch jedes andere Land im Besonderen. Es treten also nicht nur die imperialistischen Großmächte, sondern alle kapitalistischen Länder auf allen Märkten der Welt auf, verschärfen sich die Gegensätze aller kapitalistischen Länder im Kampf um Absatzmärkte, Rohstoffquellen, Einflusssphären usw. Dadurch verschlimmert sich mit der Weltkrise die Krise in jedem kapitalistischen Land. Das Weltkapital erzeugt auf der ganzen Welt dieselben Verhältnisse zwischen den Klassen der Gesellschaft und vernichtet dadurch die nationalen Besonderheiten. „Und endlich, während die Bourgeoisie jeder Nation noch aparte nationale Interessen behält, schuf die große Industrie eine Klasse, die bei allen Nationen dasselbe Interesse hat und bei der die Nationalität schon vernichtet ist, eine Klasse, die wirklich die ganze alte Welt los ist und zugleich ihr gegenübersteht“ (MEW, „Deutsche Ideologie“, Band 3, Seite 60).
Die Ungleichmäßigkeit der ökonomischen und politischen Entwicklung der einzelnen Länder hält die Internationalisierung des proletarischen Klassenkampfes nicht auf. Die Arbeiter der großen Weltindustrie reißen die Arbeiter aller Länder mit sich fort. Die weiterentwickelten kapitalistischen Länder reißen die sich gerade kapitalistisch entwickelnden Länder mit sich fort. Die Weltproduktion macht die internationale Vereinigung aller existierenden Produktivkräfte notwendig zur Befriedigung der weltweiten Bedürfnisse des Kapitals.
4. Die Gruppe der groß-imperialistischen Länder, die ihre eigenen Hegemoniebestrebungen natürlich nicht aufgegeben haben, werden von der Krise des gesamten weltimperialistischen System gezwungen, einheitlich vorzugehen, bietet ihnen dieses System einen gewissen Schutz für ihre gemeinsamen imperialistischen Interessen, genauso wie die weitere Existenz des Weltimperialismus nur durch eine gewisse Einvernehmlichkeit und Koordinierung unter den stärksten imperialistischen Länder aufrechterhalten kann. Damit wird das Raubgesetz des Imperialismus natürlich nicht aufgehoben. Der Weltimperialismus hat die Gegensätze unter den Imperialisten nicht etwa beseitigt, sondern weiter verschärft:
Widersprüche zwischen den einzelnen imperialistischen Großmächten,
die als imperialistische Räuberbande die Welt gemeinsam ausbeuten und unterdrücken, dabei untereinander aber um die Rangordnung kämpfen müssen – zum Beispiel im Bündnis mit der herrschenden Großmacht bzw. im Bündnis gegen sie. Sie streben alle nach Hegemonie, nach Weltherrschaft, nach einem möglichst großen Anteil an der Weltbeute und scheuen nicht davor zurück, sich die Beutestücke gegenseitig wieder abzujagen. Ihnen ist jedes Mittel- also auch und gerade der imperialistische Raubkrieg und die militärischen Interventionen - Recht, um untereinander die Absatzmärkte, die Rohstoffquellen, die Einflusssphären usw. neu zu verteilen.
Die alte Konstellation des „Kalten Krieges“ zwischen den beiden Supermächte ist so nicht mehr gültig und somit auch nicht mehr der Widerspruch zwischen den beiden Supermächten und den anderen imperialistischen Ländern. Sie können nicht mehr ausgenutzt und vertieft werden. Durch Negation der Negation der Supermächte wurde es dem Proletariat aber leichter, die Widersprüche auszunutzen, indem sich die ganze kapitalistische Welt zu einer Weltordnung zusammengerauft hat und nun der ganzen restlichen Welt gegenübertritt und damit eine geschlossene Weltfront eröffnet hat, wo Weltproletariat und Weltbourgeoisie poralisiert gegenüberstehen, während alles andere immer weiter in den Hintergrund rückt „Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen die imperialistischen Großmächte!“
5. Widersprüche zwischen den armen und den reichen Ländern
Sowohl in den armen als auch in den reichen Ländern herrscht heute der Widerspruch zwischen Bourgeoisie und Proletariat vor, tritt also der Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat mehr oder weniger in den Vordergrund, jedenfalls mit steigender Tendenz. Was die armen und reichen Länder anbelangt, haben sich große Veränderungen vollzogen. Wenn man zum Beispiel von den armen Ländern Lateinamerikas spricht, so fällt auf, dass man zwar von einem armen Bolivien, aber längst nicht mehr von einem armen Brasilien sprechen kann. Es ist bereits ein imperialistisches Land geworden, dass andere lateinamerikanische Länder ausbeutet und unterdrückt und nicht nur Länder auf dem Lateinamerikanischen Kontinent. Ebenso gehört zum armen Kontinent Afrika der Staat Südafrika, der ebenfalls zu einem imperialistischen Land heranwächst, kann also mit den armen Ländern Afrikas nicht in einen Topf geworfen werden. Auch in Asien haben sich die Dinge gewaltig gewandelt. China, das sich gerne als „Dritte-Welt-Land“, als „Entwicklungsland“ ausgegeben hat, ist bereits zu einer sozialimperialistischen Supermacht geworden, die nach Übernahme der Weltherrschaft strebt und auch auf dem „besten“ Wege dahin ist. Im Verlauf der Globalisierung kann man also nur noch sehr bedingt von den unterdrückten Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens sprechen. Man muss die Länder auf diesen Kontinenten differenzierter als früher betrachten. Chrakteristisch ist dabei, dass die Widersprüche auf diesen Kontinenten gegenüber den „alten“ Weltimperialisten aus zwei hauptsächlichen Gründen zunehmen werden: 1. Die reichen Länder dieser Kontinente sind zu mehr oder weniger ernsthaften Konkurrenten auf dem Weltmarkt geworden und streben nach Neuverteilung der Welt, insbesondere nach Einfluss auf die armen Länder, die im neo-kolonialistischen Einflussbereich der „alten“ Imperialisten stehen.2. Verschärft sich dadurch der Druck auf die armen Länder, die sich behaupten müssen gegen das alte und neue imperialistische Kapital und gegenüber anderen armen Ländern, mit denen sie in verschärfte (existenzielle) Konkurrenz auf dem Weltmarkt geraten. All das trägt dazu bei, dass die Widersprüche zwischen den armen und reichen Ländern immer größer werden, weil die armen Länder immer ärmer und die reichen Länder immer reicher werden. Das wird dazu führen, dass sich die ärmsten der armen Länder immer enger zusammenschließen werden, um sich gegen die Fremdherrschaft des Kapitals zu wehren. Es ist die Aufgabe des Weltproletariats, sich insbesondere mit den ärmsten der armen Länder im anti-imperialistischen Kampf zu vereinigen, diese Länder im Kampf gegen den Weltimperialismus anzuführen, sie als Reserve der sozialistischen Weltrevolution heranzuziehen. In den neuen, kapitalistischen und teilweise imperialistischen Ländern, insbesondere auf den Kontinenten Lateinamerikas, Afrikas und Asiens wächst ein starkes, riesiges Proletariat heran, das zur großen, ernstzunehmenden Abteilung des Weltproletariats wird, also eine bedeutende Rolle in der sozialistischen Weltrevolution zu spielen fähig sein wird.
Bei den reichen Ländern ist aber auch nicht alles beim Alten geblieben. Es ist auf Grund des verschärften Konkurrenzkampfes der Globalisierung einiges in Bewegung gekommen. Manche Länder sind dadurch in ernste Schwierigkeiten ja in tiefe Krisen geraten, sind verschuldet und dem Bankrott nahe. Sowohl in den armen Ländern als auch in den verarmenden reichen Ländern sind große Auswandererbewegungen zu verzeichnen. So wie die Globalisierung arme Länder reich gemacht hat, macht sie reiche Länder umgekehrt auch arm, schrumpft ihr Anteil am Weltmarkt, steigt die Armut also in allen Ländern der Welt, während der Reichtum (einer kleinen Schicht von Reichen) in allen Ländern der Welt zunimmt. Weder die Armut, noch der Reichtum kennt nationale Schranken. Es geht auf der Welt derzeit zu wie im „Wilden Westen“, wie in den Zeiten der Goldgräber, wo Leben und Tod nur ein kurzes Gastspiel gaben. Die Reichen betrachten die Welt nur noch als ihren Selbstbedienungsladen, parasitärer, faulender, sterbender Weltmonopolismus – Zersetzung und Zerfall sowohl in den armen als auch in den reichen Ländern. Durch die Globalisierung sind die Würfel der Neuverteilung von Rohstoff- und Absatzmärkten neu geworfen worden, und werden sie ständig wieder neu geworfen, spitzt sich die Lage von Tag zu Tag zu (Raubkriege und nationale Befreiungskriege, revolutionäre Erhebungen, Aufstände werden rasant ansteigen, die sozialistische Weltrevolution ankündigen!), sind die Widersprüche in der Welt dynamischer geworden, kann man durchaus von einer Zweiteilung der Welt sprechen, von der armen Welt und von der reichen Welt, deren lebendige Grenze durch alle Kontinente und alle Länder, durch alle Städte und Dörfer der Welt verläuft. Die große, vereinigte arme Welt wird der kleinen Welt der Reichen den Krieg erklären, sie sprengen und sich über sie erheben. Der globale Krieg zwischen arm und reich hat längst begonnen – angeführt von den Kriegsgegnern Weltproletariat und Weltbourgeoisie.
6. Wie verhält es sich mit dem einstigen Hauptwiderspruch der Welt, nämlich dem zwischen Kapitalismus und Sozialismus?
„Weggefallen“ sind die ehemaligen Widersprüche zwischen dem Lager des Kapitalismus und dem Lager des Sozialismus, weswegen wir heute auch nicht mehr vom kapitalistischen Lager sprechen dürfen, sondern nur noch vom Weltkapitalismus. Wir konnten aber auch nur bedingt vom einstigen sozialistischen Lager sprechen, weil es nur zwei wirklich marxistisch-leninistische Länder in diesem Lager gab. Der Weltimperialismus ist von seinem Klasseninteresse natürlich daran interessiert, glauben zu machen, dass es überhaupt keinen Widerspruch mehr zwischen Kapitalismus und Sozialismus gibt, weil er an der Macht bleiben will. Wenn also der Sozialismus nicht mehr an der Macht ist, so heißt das nicht etwa , dass der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus nicht mehr existiert. Im Gegenteil, er ist jetzt auf höherer Stufe wieder aufgetaucht, nur noch nicht in seiner materialisierten Form. Wir sprechen hier korrekterweise also nur von der ehemaligen, also historischen Form des Widerspruchs zwischen dem Kapitalismus und dem real existierenden Sozialismus in der Sowjetunion Lenins und Stalins und dem Albanien Enver Hoxhas, der durch die Restauration des Kapitalismus beseitigt wurde.
Mit der gewaltsamen Beseitigung des letzten sozialistischen Landes, mit der Beseitigung des sozialistischen Albaniens ist eine völlig neue Situation in der Welt entstanden: Es gibt nicht mehr zwei Welten, sondern nur noch die eine, die kapitalistische Welt. Das bedeutet, dass die aus der Existenz zweier Welten entwickelte Generallinie des Weltkommunismus überholt ist und unbedingt revidiert werden musste, was mit der Generallinie der Komintern/ML auch vollzogen wurde. Und diese historische Rückentwicklung der zwei Welten in nur noch eine Welt, das ist genau das, was die Revisionisten vehement zu leugnen versuchen, weswegen sie uns Marxisten-Leninisten als Sektierer, Dogmatiker, als Feinde des Sozialismus, als Feinde des Anti-Imperialismus, als Feinde des Anti-faschismus behandeln usw. usf.. Hier haben wir insbesondere einen entschlossenen Kampf gegen die Revisionisten zu führen, die sich über eins einig sind, nämlich die noch existierenden revisionistischen Länder als „sozialistische“ Länder auszugeben, die es angeblich zu verteidigen gilt. Wer die revisionistischen Länder als „sozialistische“ Länder verteidigt, verteidigt den Weltimperialismus, ob er das nun will oder nicht. Diesem Argument liegt die revisionistische „Theorie“ zu Grunde, dass durch internationale, solidarische „Massenbewegungen“ Mehrheitsverhältnisse möglich wären. Daraus würde sich dann ein neues, sich mit den „sozialistischen“ Ländern solidarisierendes „sozialistisches Weltlager“ herausbilden, das das kapitalistische Lager einfach mehrheitlich „überstimmt“ . Nun, den Wegfall des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Sozialismus von der Weltbühne, nämlich die Restauration des Kapitalismus im letzten sozialistischen Land und damit auch die Restauration der einen kapitalistischen Welt, haben wir ja gerade diesen Revisionisten zu verdanken, so dass wir die revisionistischen, sozialimperialistischen und sozialfaschistischen Länder als besondere Typen kapitalistischer Länder, als Feinde des Weltproletariats, als Feinde des Kommunismus, als Feinde des Marxismus-Leninismus, als Feinde des proletarischen Internationalismus, also als Unterdrücker und Ausbeuter des eigenen Proletariats und als Handlanger und Erfüllungsgehilfen des Weltimperialismus zu bekämpfen und nicht etwa zu unterstützen haben. Die Revisionisten vertreten die Theorie, dass der Widerspruch zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen System nicht revolutionär gelöst wird, dass sich vielmehr die sozialistischen Produktionsverhältnisse des Sozialismus „eines“ Landes im Weltmaßstab „ausdehnen“ und somit die kapitalistischen Produktionsverhältnisse im Weltmaßstab „verdrängen“ würden. Sozusagen sei die Lösung des Widerspruchs der beiden Weltsysteme schon ganz allein (also selbstauslösend, automatisch, zwangsläufig, garantiert usw.) durch den Sozialismus eines einzigen Landes möglich. Es ist richtig, dass der Keim zur Lösung des kapitalistischen Grundwiderspruchs schon im Keim eines einzigen sozialistischen Landes enthalten ist, denn schließlich trägt auch der Sozialismus eines noch so kleinen Landes stets den internationalistischen Keim der Befreiung des Proletariats aller Länder in sich, wirkt er als Basis und Hebel der Weltrevolution, aber nicht losgelöst von den gesamten Bedingungen der weltrevolutionären Entwicklung, nicht losgelöst von der Entwicklung des Weltproletariats. Das sozialistische Land als Basis und Hebel der Weltrevolution kann nur wirksam werden unter der Führung des Weltproletariats in der proletarischen Weltrevolution. Im engeren Sinne kann sich ein sozialistisches Land nur als Glied der sozialistischen Welt zum Kommunismus entwickeln, ansonsten wird es früher oder später vom Kapitalismus restauriert. Die proletarische Weltrevolution ist nicht das Werk eines einzigen sozialistischen Landes, sondern ein gemeinsames Werk unter der Führung des Weltproletariats. Das Weltproletariat kann nur sich selbst führen, kann nicht von einem sozialistischen Land, nicht von einem Proletariat geführt werden, das lediglich die Funktion der Basis und des Hebels des Weltproletariats übernehmen kann, aber eben nicht mehr. Stalin hat von einem „tiefgehenden Irrtum“ gesprochen:
„... dass es für einen Marxisten nicht anhängig ist, solche verschiedenen Erscheinungen wie `den Sieg des Sozialismus in einem Lande` und den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab` zu vermengen, in einen Topf zu werfen. Man darf nicht vergessen, dass sich in diesen verschiedenartigen Erscheinungen zwei vollkommen verschiedene Epochen widerspiegeln, die sich voneinander nicht nur zeitlich (was sehr wichtig ist), sondern auch ihrem ganzen Wesen nach unterscheiden.
Die Periode des Sieges des Sozialismus im Weltmaßstab unterscheidet sich eben vor allem von der Periode des Sieges des Sozialismus in einem Lande dadurch, dass sie den Imperialismus in allen Ländern liquidiert, den Drang, andere Nationen zu unterwerfen, sowie die Furcht vor der Gefahr der nationalen Unterjochung beseitigt, das nationale Misstrauen und die nationale Feindschaft radikal untergräbt, die Nationen in einem einheitlichen System einer sozialistischen Weltwirtschaft vereint und somit die realen Bedingungen schafft, die für eine allmähliche Verschmelzung aller Nationen zu einem Ganzen notwendig sind.“ (Stalin, „Die nationale Frage und der Leninismus“, 1929).
Und die Komintern / ML hält es für einen weiteren „tiefgehenden Irrtum“, zu glauben, dass wir uns noch in der Epoche des „Sozialismus in einem Lande“ befinden. Wer die beiden Entwicklungsstufen des Sozialismus nicht unterscheiden kann, der kann schwerlich erkennen, dass wir uns bereits an der Schwelle des Untergangs des Weltimperialismus, also an der Schwelle der Epoche des Sozialismus im Weltmaßstab befinden, dass es unsere Aufgabe als Kommunisten ist, das ganze Wesen des Sozialismus im Weltmaßstab wissenschaftlich herauszuarbeiten.
Der Sieg des Sozialismus in einem Lande und die Liquidierung des Imperialismus in einem Lande bedeutete noch lange nicht die Liquidierung des Weltimperialismus, bedeutete noch lange nicht den Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab. Und deswegen „verteidigten“ die Revisionisten den Sozialismus in einem Lande gegenüber dem Sozialismus im Weltmaßstab, oder besser gesagt, verrieten sie den Sozialismus im Weltmaßstab, indem sie den Sozialismus in einem Land den Weltimperialisten zum Fraß vorwarfen und dem Weltimperialismus halfen, sich global über alle Länder der Welt auszubreiten, anstatt ihn in allen Ländern zu liquidieren, wie es das Ziel des Kommunismus ist. Die ersten Kinder des Sozialismus sollten ihre Mutter, die sozialistische Welt nicht zu Gesicht bekommen. Alle revisionistischen Vorstellungen über die Lösung des Grundwiderspruchs zwischen Weltkapital und Weltarbeit, nämlich die weltrevolutionäre Beseitigung dieses Widerspruchs, widersprechen vollkommen der marxistisch-leninistischen Auffassung hierüber. Mit der Komintern begruben die Revisionisten eben auch die proletarische Weltrevolution, versuchten sie den Entwicklungsgang des Sozialismus auf seiner ersten Stufe einzufrieren und abzuschließen, taten sie alles, um seinen Sieg im Weltmaßstab zu verhindern. Das ist der eigentliche Verrat der Revisionisten an der Komintern. Aus dem weltrevolutionären Klassenkampf der sozialistischen Welt wurde der friedliche Wettbewerb zwischen dem „kapitalistischen und sozialistischen Lager“. Die Revisionisten erklären dies mit einem „Ausnahmefall“, nämlich die Aufhebung des Widerspruchs zwischen sozialistischer und kapitalistischer Welt durch die Wirksamkeit eines neuen Verhältnisses der Pole auf dem Wege qualitativer Veränderungen in der sozialistischen Welt. Durch eine sukzessive Verdrängung der kapitalistischen durch die sozialistischen Produktionsverhältnisse würde der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus im Weltmaßstab gelöst werden können, von revolutionärer Umwälzung, von revolutionärer Beseitigung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse im Weltmaßstab also keine Rede. Dadurch dass die sozialistische Welt einen nicht-antagonistischen Widerspruch nach dem anderen löse, wäre zwangsläufig irgendwann ein qualitativer Sprung zur Überwindung der antagonistischen Widersprüche in der kapitalistischen Welt möglich, könne man also mit dem Instrument der Lösung nicht-antagonistischer Widersprüche in der sozialistischen Gesellschaft auch die antagonistischen Probleme des Kapitalismus lösen. Mit anderen Worten: Um den ersten Sozialismus zu schaffen bräuchte man zwar noch die sozialistische Revolution, aber ist der Sozialismus erst einmal „hergestellt“, „existiert“ er erst einmal, dann entwickelt er sich über Ländergrenzen hinweg , dann „erledigt“ die sozialistische Welt die kapitalistische Welt auch ohne sozialistische Revolution, quasi in Form einer Synthese, einer Assimilation, bzw. in einem allmählichen Anpassungsprozess der kapitalistischen Produktionsverhältnisse an die sozialistischen Produktionsverhältnisse oder einfacher ausgedrückt: die schlichte, unmerkliche aber stetige Einverleibung des Kapitalismus durch den Sozialismus, die allein aus dem friedlichen Wettbewerb der Systeme bzw. aus der Konkurrenz zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Welt entstehen würde. Das Gegenteil aber trat ein und war ja auch von den Revisionisten nicht anders beabsichtigt.
Was den Kampf zwischen den beiden Weltsystemen anbelangt, so muss man natürlich berücksichtigen, dass es zwei entgegengesetzte schädliche Neigungen gibt, die sich einander ergänzen, indem sie beide die objektive Betrachtung dieses Widerspruches trüben: Erstens die Neigung, in der stärksten Phase der revolutionären Bewegung dessen Möglichkeiten zu überschätzen und zweitens, in der Zeit des Niedergangs der revolutionären Bewegung diese zu unterschätzen.
In der Moskauer Erklärung wurde 1957 betont, dass das sozialistische Lager viel mächtiger als das imperialistische Lager sei. Ist das historisch richtig? Man muss das mit dem Datum klären: 1957 gab es keine Sowjetunion Lenins und Stalins und damit keine Führerin des sozialistischen Lagers mehr. Wie soll aber ein führungsloses Lager mächtiger als das imperialistische Lager sein, das damals von einem mächtigen USA-Imperialismus geführt wurde ? Und die anderen sich sozialistisch nennenden Länder ? Heute wissen wir, dass es außer der Sowjetunion Lenins und Stalins und des Albaniens Enver Hoxhas keine wirklich sozialistischen Länder auf der Welt gab, wenn man sie denn ehrlich unter die marxistisch-leninistische Lupe nimmt. Man kann höchstens von einem „sozialistischen Lager“ sprechen, das mit der Gründung des Sozialismus in Albanien begann und mit dem Tod Stalins endete, spätestens aber mit dem XX. Parteitag der KPdSU. Man war sich damals aber noch nicht bewusst darüber, dass die KPdSU (B) Lenins und Stalins und die PAA Enver Hoxhas die einzigen wahrhaft bolschewistischen Parteien im so genannten sozialistischen Lager waren. Es handelte sich somit nur faktisch um ein sozialistisches Lager „an sich“, aber nicht um ein wirklich sozialistisches Lager „für sich“, denn es war sozusagen eingebettet in einem Lager, dem auch Länder angehörten, die sich zwar alle sozialistisch nannten, aber tatsächlich unter revisionistischem Einfluss standen, von revisionistischen Parteien, von Verrätern geführt wurden, die sich nur nicht offen ans Tageslicht trauten, solange Stalin noch lebte, die nur der Form nach, aber nicht inhaltlich zum sozialistischen Lager gehörten. Hier handelt es sich also milde ausgedrückt, um eine Überschätzung des Sozialismus zur damaligen Zeit.
Wohl gab es eine starke Tendenz der Entwicklung hin zum sozialistischen Lager, aber eben eine noch stärkere Tendenz zum revisionistischen Lager, zum Verrat am sozialistischen Lager, und diese letztere Tendenz hat sich dann ja auch historisch durchgesetzt. Im Ergebnis kann man jedenfalls feststellen, dass es 1957 im Grunde genommen gar kein sozialistisches Lager gegeben hat, sondern ein revisionistisches Lager, das sich zudem schon (ab)zuspalten begann. Albanien hat sich also als einziges sozialistisches Land nicht etwa vom sozialistischen Lager, sondern vom revisionistischen Lager Chruschtschows abgespalten. Jugoslawien und China haben sich hingegen als revisionistische Länder vom revisionistischen Lager Chruschtschows abgespalten ( die „Polemik“, die die chinesischen Revisionisten 1963 veröffentlichen, ist eine durch und durch revisionistische Generallinie – nachzulesen in der Generallinie der Komintern/ML). Albanien war 1957 das einzige sozialistische Land auf der Welt und bis zu seiner kapitalistischen Restauration ist nicht ein einziges sozialistisches Land dazugekommen, um im eigentlichen Sinne von sozialistischem Lager sprechen zu können. Unserer Meinung nach war also das imperialistische Lager stark genug, um das sozialistische Lager schon in seiner Entstehungsphase zur Kapitualtion zu zwingen, konnte es sich bei der inneren Zersetzung des sozialistischen Lagers erfolgreich auf den Revisionismus stützen. Fakt ist, dass der Imperialismus vermittels des Revisionismus an der Macht den Weg zum Weltsozialismus verbaut und den Weg zum Weltimperialismus geebnet hat. Fakt ist, dass sich aus der starken Sowjetunion Lenins und Stalins kein sozialistisches Lager entwickelt hatte, das „stärker als das imperialistische Lager“ gewesen wäre, und auch aus dem anti-revisionistischen Kampf Albaniens hat sich kein einziges revisionistisches Land in ein sozialistisches Land verwandeln können, ist es nicht zu einem anti-revisionistischen neuen sozialistischen Lager gekommen, das das imperialistische Lager hätte in die Knie zwingen können. Das ist Grund genug, um die Lösung des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Sozialismus vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus erneut zu beleuchten, kritisch von revisionistischen Standpunkten zu reinigen und neue Wege zu seiner Lösung aufzuzeigen.
„Weltproletariat – vereinige alle revolutionären Kräfte zum Schutze der Sowjetunion Lenins und Stalins!“ ; „Weltproletariat - vereinige alle revolutionären Kräfte zum Schutze des sozialistischen Albanien Enver Hoxhas!“ - Das waren die beiden korrekten Formeln des proletarischen Internationalismus im weltrevolutionären Kampf gegen Imperialismus und Revisionismus zu jener Zeit, als der Hauptwiderspruch zwischen Kapitalismus und Sozialismus auf der Welt noch existierte.
In der »Polemik« konzentriert sich die Lösung der Widersprüche in allen Ländern »nur auf die „Revolutionen der Völker«, die „Revolutionen der Proletarier aller Länder“ stehen in der »Polemik« nicht im Vordergrund und schon gar nicht in den revisionistischen Ländern, in denen der Kapitalismus restauriert wurde. Die Konzeption von den „drei Welten“ ist eine anti-marxistisch-leninistische Konzeption des chinesischen Sozialimperialismus. „Die Vorstellung von der Existenz freier Welten oder von der Dreiteilung der Welt beruht auf einer rassistischen und metaphysischen Weltanschauung, die eine Ausgeburt des Weltkapitalismus und der Reaktion ist“ (Enver Hoxha, „Imperialismus und Revolution“, Seite 294).
Jetzt ist der Widerspruch zwischen der kapitalistischen Weltordnung, zu der sich die imperialistischen Länder zusammengeschlossen haben, ohne dabei ihre Widersprüche untereinander zu verlieren, und den Ländern der ganzen restlichen Welt hinzugekommen, während der Widerspruch zwischen der kapitalistischen und der sozialistischen Welt vorübergehend „verschwunden“ ist. Die weltimperialistische Form des Kapitalismus hat die Tendenz, die Weltbourgeoisie als Klasse zusammenzuschließen. Diese globalisierte Form des Kapitalismus sprengt die zu eng gewordenen nationalen Schranken, ordnet die Nationen dem internationalen Gesetz des Kapitalismus unter. Der Weltkapitalismus schließt somit die ganze „zivilisierte Welt“ zusammen gegen den „Rest der Welt“. Dabei bedient sich das Weltkapital auch dem Zusammenschluss aller Staatsmächte der „zivilisierten Welt“, üben diese gemeinsam die Weltherrschaft und Weltausbeutung aus, schafft sich die Weltbourgeoisie ihre internationalen Instrumente ihrer Klassenherrschaft (Weltmilitarismus nach außen, Weltfaschismus nach innen) mit Hilfe des Weltapparats ihrer bürokratischen Oberschicht. Der Einfluss der nationalen Bourgeoisien auf die Massen in den einzelnen Ländern sinkt in dem Maße, wie der Einfluss der internationalen Bourgeoisie wächst. Die internationale Krise der nationalen Bourgeoisien verbessert die objektiven Bedingungen für die sozialistische Revolution in den einzelnen Ländern, erzeugt in den einzelnen Ländern in verschärftem Maße und größerem Umfang revolutionäre Krisen, die nicht ohne Einfluss auf die sozialistische Weltrevolution bleiben werden, das heißt, die Bedingungen für die sozialistische Weltrevolution verbessern, durch die Verschärfung, Vertiefung und Ausbreitung der revolutionären Weltkrise. Die sozialistische Weltrevolution kommt durch die Krise der globalisierten kapitalistischen Weltwirtschaft zum Ausbruch. Die Weltdiktatur des Finanzkapitals weicht der Weltdiktatur des Proletariats auf Grund der parasitären, verfaulenden und sterbenden sozio-ökonomischen Bedingungen der imperialistischen Weltordnung. Dadurch stehen die Unterdrückten und Ausgebeuteten auf der ganzen Welt einer internationalen Weltmacht gegenüber, wird jede proletarische Aktion, wird jede proletarische Bewegung mit dieser Weltmacht konfrontiert, nimmt sie also immer mehr internationalen Charakter und internationale Form an, stehen sich Weltproletariat und Weltbourgeoisie im internationalen Klassenkampf gegenüber. Der heutige Hauptfeind ist die gesamte imperialistische Weltordnung, die zur Zeit noch vom US-Imperialismus angeführt wird. Die globalisierte kapitalistische Welt untergräbt den Einfluss ihrer international bestochenen Oberschicht auf das Weltproletariat, untergräbt den Einfluss des Sozialimperialismus auf die Massen. Das ist das Ergebnis des Zerfalls des modernen Revisionismus, des Zerfalls des Sozialimperialismus, der Untergrabung seines Einflusses auf die Weltmassen.
Der Widerspruch
zwischen Kapitalismus und Kommunismus
ist nicht etwa dadurch verschwunden, dass das letzte Land des Sozialismus in den Kapitalismus restauriert wurde. Dieser Widerspruch wirkt so lange fort, wie sich Weltbourgeoisie und Weltproletariat feindlich gegenüberstehen und selbst im Kommunismus werden die letzten Spuren der Vergangenheit des Kapitalismus, die alten Muttermerkmale des Kapitalismus nie 100% verschwunden sein. Nur wirkt dieser Widerspruch nach der Beseitigung des letzten sozialistischen Landes Albanien natürlich ganz anders fort. Die erste Epoche des Sozialismus „in einem“ Lande ist damit gewaltsam zum Abschluss gebracht worden. Das Proletariat hat historisch bewiesen, dass es sich ein Land aus der Kette des Weltimperialismus herausbrechen konnte. Damit zwang es die kapitalistischen Länder, sich gegen den Sozialismus weltweit zu vereinigen, das heißt die Flamme der sozialistischen Weltrevolution durch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung zu löschen. Diese weltweite Vereinigung der kapitalistischen Länder bringt jetzt unvermeidlich das vereinigte Weltproletariat hervor, also jene einzigartige gesellschaftliche Kraft, die in der Lage ist, den Sozialismus von der ersten Stufe des Sozialismus „in einem“ Land auf die zweite Stufe des Sozialismus im Weltmaßstab zu heben durch den Sieg seiner sozialistischen Weltrevolution. Ein sozialistisches Proletariat „in einem“ Land konnte noch kapitalistisch-revisionistisch umkreist werden. Diese tödliche Waffe ist gegenüber dem Weltsozialismus des Weltproletariats zur Wirkungslosigkeit verurteilt und garantiert damit dem Sozialismus endlich seinen dauerhaften Sieg über den Kapitalismus im Weltmaßstab. Der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist also nicht beseitigt, sondern nimmt auf höherer Stufe nur eine neue Form an, eine globalisierte Form, die höhere Form also, die das Proletariat endgültig zum Sieg führen kann, nicht zum Sieg über den Kapitalismus in diesem oder jenen Land, sondern zum Sieg über den Kapitalismus in allen Ländern. Dementsprechend formieren sich die Kräfte des Kommunismus und Anti-Kommunismus, die Kräfte des Kapitalismus und Anti-Kapitalismus sowohl im Weltmaßstab wie in jedem Land völlig neu, also auf qualitativ höherer Stufe.
Die kommunistischen und anti-kommunistischen Kräfte stehen sich weiterhin in zwei feindlichen Weltlagern gegenüber, wobei das Weltlager der kommunistischen Kräfte durch die Globalisierung der anti-kommunistischen Kräfte unvermeidlich selber zur Globalisierung gezwungen sein wird. Je weiter der Kapitalismus seine Weltallmacht globalisiert, globalisiert er dadurch also auch die Kräfte des Anti-Kapitalismus, globalisiert er den anti-kapitalistischen Widerstand in allen Ländern der Welt – verschärft sich also der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus nicht nur, sondern nimmt eine neue Qualität an. Der globale Kapitalismus hebt den Anti-Kapitalismus erstmals und unvermeidlich auf eine globale Stufe. Es gab bis heute nur einen wahren Anti-Kapitalismus – den Kommunismus und in Zukunft wird es auch nur einen wahren globalen Anti-Kapitalismus geben – den Weltkommunismus. Der Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus ist heute bereits zu einem Widerspruch zwischen Weltkapitalismus und Weltkommunismus geworden, der auch nur noch im Weltmaßstab gelöst werden wird. Das Weltproletariat vereinigt die Kräfte des Anti-Weltkapitalismus, vereinigt die Kräfte des Weltkommunismus gegen den Weltkapitalismus.
Natürlich kann man – so wie man von dem Widerspruch von der Diktatur der Bourgeoisie und der Diktatur des Proletariats in einem Lande spricht - auch vom Widerspruch von der Diktatur der Weltbourgeoisie und der Diktatur des Weltproletariats sprechen, aber während im nationalen wie auch im internationalen Maßstab das übereinstimmende Wesensmerkmal darin besteht , dass es nur eins von beidem und nicht beides gleichzeitig geben kann, dass das Eine das Andere aufhebt und beseitigt, so besteht der entscheidende Unterschied dieses Widerspruchs im nationalen und internationalen Maßstab eben darin, dass die Diktatur der Weltbourgeoisie nur durch eine neue Diktatur, die des Weltproletariats, abgelöst und beseitigt wird, während die Diktatur des Weltproletariats – also im Gegensatz zu allen anderen proletarischen Diktaturen – die einzige Diktatur ist, die jegliche Diktatur einer Klasse über eine andere für immer aufheben und beseitigen kann und wird. Das ist der qualitative Unterschied des Sozialismus in „einem“ Lande und dem Weltsozialismus. Das ist der historische Entwicklungsweg des Sozialismus. Das ist der historische Lösungsweg des Widerspruchs zwischen Kapitalismus und Kommunismus. Die Revisionisten kämpfen daher heute nur für den alten Sozialismus in „einem“ Land. Die Kommunisten kämpfen für den neuen Sozialismus, für den Weltsozialismus. Das ist der Widerspruch zwischen den weltrevisionistischen Kräften des Sozialismus in Worten und des Kapitalismus in Taten auf der einen Seite und den weltrevolutionären Kräften, bei denen der Sozialismus in Wort und Tat übereinstimmt. Das ist der Widerspruch zwischen den weltrevolutionären Kräften, die die erste Stufe des Sozialismus auf zweiter Stufe fortsetzen und weiter entwickeln wollen und jenen weltrevisionistischen Kräften, die davor Angst haben, über die erste Stufe des Sozialismus hinauszugehen, die auf der ersten Stufe des Sozialismus stehen bleiben möchten, auf der dieser für sie kapitalistisch restaurierbar bleibt. Was sie wollen, ist ein Sozialismus mit kapitalistischer Zusatzversicherung.
Es wächst jetzt der Widerspruch zwischen den Kräften, die bestrebt sind, die kapitalistische Weltordnung aufrechtzuerhalten und denjenigen, die für ihren Sturz und für die Errichtung und Aufrechterhaltung der sozialistischen Weltordnung kämpfen. Insofern kann man auch davon sprechen, dass sich das Lager des Kapitalismus und das Lager des Kommunismus in der Welt vergrößern werden. Vom Ausgang des Kampfes zwischen dem Weltkapitalismus und dem Weltkommunismus hängt die Zukunft der Menschheit ab. Wer die stärksten Weltkräfte um sich vereinigen kann, der wird diesen Kampf letztendlich gewinnen. Noch sind die Kräfte der Weltkommunisten äußerst schwach, aber es gelingen ihnen bereits intellektuelle Siege, die ihre wachsende Kraft ankündigen. Die Weltkräfte des Kommunismus werden über die Weltkräfte des Kapitalismus siegen und damit den Widerspruch zwischen Kapitalismus und Kommunismus seiner endgültigen Lösung zuführen.
Vereinigung – das heißt Überwindung der Spaltung und Zersplitterung
„Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ - und „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ sind die beiden Formeln zur Überwindung der globalen Spaltung des Weltproletariats und zur Überwindung der nationalen Spaltung der Proletarier aller Länder = internationalistische Lösung der sozialen und politischen Frage sowohl im nationalen als auch im internationalen Maßstab. „Nicht die Nationen voneinander zu trennen ist unsere Aufgabe, sondern die Arbeiter aller Länder zusammenzuschließen“ (Lenin, Band 19, Seite 545). Die Vereinigung der Nationen zu einer höheren, sozialistischen Einheit, ist heute durch die Globalisierung, durch die internationale Vereinigung des Kapitals, schon längst vorbereitet worden und lässt sich durch die Spaltertätigkeit unter den Nationen nicht auf Dauer aufhalten. Im Gegenteil: je größer das Schüren der Feindschaft unter den Nationen, desto größer der Wille, desto stärker die revolutionäre Bewegung, für ihre Einheit. Die Einheit der Nationen, die Überwindung ihrer Spaltung, kann aber nicht von der Weltbourgeoisie, sondern nur vom Weltproletariat hergestellt werden, indem es die Nationen von der Knute des Weltkapitals befreit : „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“
Die Vereinigungsfrage wird dabei immer mehr zu eine Frage der Überwindung der Spaltung, denn die Vereinigungsfrage findet stets unter den Bedingungen des Klassenkampfes statt, also nicht ohne Ausnutzung sämtlicher Formen der Bekämpfung der Vereinigung durch die gegnerische Klasse. Die Bourgeoisie weiß seit über 150 Jahren, dass sie damit rechnen muss, dass die vereinigten Arbeiter eine Weltmacht darstellen. Es liegt schließlich im Selbsterhaltungstrieb jeder gegnerischen Klasse, den Vereinigungsprozess des Gegners zu stören, zu hemmen, zu bremsen etc. Stehen sich antagonistische Klassen gegenüber, so bedeutet der Tod des Gegners das eigene Leben, das Leben des Gegners den eigenen Tod. - Also der Klassenkampf ist erst entschieden, wenn die Macht der gegnerischen Klasse vollkommen beseitigt ist. Spaltung und Zersplitterung dienen also der Liquidierung der Waffen des Gegners, insbesondere seiner politischen Organisationen.
Im internationalen Klassenkrieg zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie ist die Spaltung der gegnerischen Klasse daher außerordentlich nützlich für die eigene Vereinigung zur Eroberung/Aufrechterhaltung der Macht bzw. Rückeroberung der neuen / Wiederherstellung der alten Macht usw. usf. Das ist ein allgemeines Gesetz eines jeden antagonistischen Klassenkampfes.
Zweifellos versucht sowohl das Proletariat als auch die Bourgeoisie dieses allgemeine Klassenkampfgesetz für die eigene Strategie und Taktik maximal auszunutzen. Das Weltproletariat ist verloren, wenn es sich passiv auf den spontanen Verlauf der Vereinigung aller Länder verlässt und das revolutionäre Geschehen in jedem Land abwartet. Dies kann nie zum Erfolg führen, wenn es dabei nicht aktiv die Spaltungs- und Zersplitterungsversuche des Klassengegners zentralistisch, internationalistisch bekämpft, mit denen dieser den Vereinigungswillen und die Vereinigungskraft des Proletariats lähmt. Bisher siegten die Konterrevolutionen meistens nicht deswegen, „weil sie ihren Feind vernichteten, sondern weil dessen Kräfte zersplittert waren, weil das Proletariat in den verschiedenen Ländern einen unterschiedlichen Reifegrad aufwies. Die vereinigten Feinde der Arbeiterklasse siegten um den Preis des Aufschubs der Entscheidungsschlacht, wobei aber zugleich jene Quelle erweitert und vertieft wurde, die - vielleicht langsamer als wir es wünschten, doch unaufhaltsam – die Zahl der Proletarier vermehrt, ihren Zusammenschluss fördert, sie im Kampf stählt und sie Aktionen gegen den vereinigten Feind lehrt. Diese Quelle ist der Kapitalismus“ (Lenin, Band 15, Seite 465).
Die Quelle für die Angleichung des unterschiedlichen Reifegrads der Proletarier der verschiedenen Länder an den höchsten Reifegrad des vereinigten Weltproletariats ist also heute der globalisierte Weltkapitalismus. Die sozialistische Weltrevolution siegt nicht deswegen, weil sie die ganze Weltbourgeoisie auf einen Schlag vernichtet, sondern weil die Kräfte der nationalen Bourgeoisien durch das Weltkapital zersplittert werden, weil die Bourgeoisie in den verschiedenen Ländern einen unterschiedlichen Reifegrad aufweist. Die vereinigten Feinde der Weltbourgeoisie siegen um den Preis des Aufschubs der Entscheidungsschlacht, der Schlacht zwischen Weltkapitalismus und Weltsozialismus, wobei aber jene Quelle erweitert und vertieft wird, die – vielleicht langsamer als wir es wünschten, doch unaufhaltsam – die Zahl der Kommunisten vermehrt, die den weltrevolutionären Zusammenschluss des Weltproletariats fördern, es im Kampf stählen und es Aktionen gegen den zersplitterten Feind lehren: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Diese Quelle ist der Kommunismus. Die Konkurrenz der kapitalistischen Mächte und ihre gemeinsame Furcht vor der sozialistischen Weltrevolution, das sind die Triebkräfte der globalen Konterrevolution. Die Einheit der proletarischen Mächte und ihre Furchtlosigkeit vor dem Weltkapitalismus, das sind die Triebkräfte der sozialistischen Weltrevolution.
Wäre die Spaltungs- und Zersplitterungstaktik der Weltbourgeoisie ( oder der Bourgeoisie in diesem oder jenen Land) immer die gleiche oder zumindest immer gleichartig, so würde das Weltproletariat (oder die Proletarier in diesem oder jenen Land) schnell dahinterkommen und sie ebenso mit einer gleichbleibenden oder gleichartigen Taktik beantworten. Zuckerbrot und Peitsche aber lösen sich das eine Mal einander ab und ein anderes Mal verflechten sie sich zu verschiedenartigen Kombinationen infolge der objektiven Bedingungen des Klassenkampfes, infolge der Widersprüche im eigenen und im gegnerischen Lager. Dabei hatten die Zickzackkurse der bürgerlichen Taktik der Spaltung und Zersplitterung stets eine Stärkung des Revisionismus innerhalb der Arbeiterbewegung zur Folge, mit dem der Spaltpilz gedeiht (insbesondere bei den Vertretern in der Arbeiterbewegung, die sich von den revisionistischen Scheinzugeständnissen blenden, täuschen und einseifen lassen!). Die Erfahrungen aller Länder zeigen, dass die Arbeiter immer dann, wenn sie den Reformisten und Revisionisten vertrauten, die Betrogenen waren. Dreht den Spieß um, macht die Reformisten und die Revisionisten zu den Betrogenen ! So wie der Klassengegner seine Agenturen in der kommunistischen und Arbeiterbewegung unterhält, muss auch das Weltproletariat seine Agenturen innerhalb des gegenerischen Klassenlagers unterhalten. Aber auch in den Agenturen der Bourgeoisie innerrhalb der Arbeiterbewegung muss das Weltproletariat den Gegner mit seinen eigenen Waffen schlagen. Nehmen wir den Revisionismus als gefährlichste Waffe des Klassengegners in den Reihen der kommunistischen und Arbeiterbewegung: Wenn der Klassengegner den Revisionismus geschaffen hat, das Weltproletariat mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, dann muss das Weltproletariat die geistigen und materiellen Waffen des Revisionismus eben gegen die Revisionisten richten, muss es lernen, die revisionistischen Gewehre umzudrehen ! Es darf weder Scheu noch Skrupel haben, in das gegnerische Klassenlager Spaltung und Zersplitterung hineinzutragen mit einem Trojanischen Pferd, denn das Weltproletariat muss das Lager des Weltkapitals von innen zersetzen, muss es korrumpieren. Wie soll das Weltproletariat das anstellen? Lenin lehrt: „Lernt von den Feinden !“ Studiert die Geschichte der Spaltung der internationalen proletarischen Bewegung aus den Schriften der Gegner ! Wer die Spaltungen und Zersplitterungen unserer Bewegung als Geschichte der Konterrevolution studiert, wer die Waffen der Konterrevolution studiert, wird auch lernen wie er diese Waffen gegen den Klassengegner richten und für sich ausnutzen kann. Kurz: nichts trägt so sehr dazu bei, das politische Wesen der Spaltung und Zersplitterung unserer Bewegung zu klären, wie ihre Beurteilung durch die Gegner, die sie betreiben. Lenin lässt einen Opportunisten plaudern:
„Und dieser Opportunist plauderte aus der Schule, enthüllte die Wahrheit, sprach offen aus, worin das Wesen der Politik der gesamten internationalen Bourgeoisie gegenüber der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts besteht. Man kann diese Bewegung nicht mehr mit einer Handbewegung abtun, man kann sie auch nicht mehr mit brutaler Gewalt unterdrücken. Man muss sie von innen heraus korrumpieren, indem man ihre Oberschicht kauft“ (Lenin, Band 21, Seite 453).
So wurde die II. Internationale korrumpiert. So sollte die III. Internationale korrumpiert werden. So wurde die Sowjetunion Lenins und Stalins korrumpiert. So wurde das Albanien Enver Hoxhas korrumpiert. So wurde der Sozialismus auf der ersten Stufe seiner Entwicklung, also der Sozialismus in einem Lande, korrumpiert. Man hat die Oberschicht gekauft, um die Arbeiterbewegung zu korrumpieren. Das ganze Geheimnis des Kaufes bestand lediglich darin, ihn nicht als solches in Erscheinung treten zu lassen. Es war ein revisionistischer Kauf: Gegen die Korrumpierung der Arbeiterbewegung des 20. Jahrhunderts (durch Kauf ihrer Oberschicht) in Worten, Korrumpierung der Arbeiterbewegung (durch Kauf ihrer Oberschicht) in Taten. Die Bourgeoisie hat die Oberschicht nur unter der Bedingung kaufen können, dass sie den Massen des 20. Jahrhunderts nicht ihren Glauben an ihre sozialistischen Ideale nimmt. Der Revisionismus des 20. Jahrhunderts war im Grunde genommen nichts anderes als die Korrumpierung des Sozialismus durch den Kauf der sozialistischen Oberschicht. Im 21. Jahrhundert wird das genaue Gegenteil passieren, wird die Korrumpierung selber noch nicht beseitigt sein, aber sie wird angewandt von jener Klasse, die damit die Unvermeidbarkeit der Klassenkorrumpierung für immer beseitigen wird. Da wird sich das herrschende Weltproletariat die Oberschicht der Weltbourgeoisie kaufen, um diese zu korrumpieren. Darin wird das Wesen der Politik der gesamten internationalen Arbeiterklasse gegenüber der bürgerlichen Weltbewegung des 21. Jahrhunderts bestehen. Entscheidend dabei wird sein: 1. Es unserem Klassengegner nicht auf die Nase zu binden; Wir gestatten es unserem Klassengegner nicht, in unseren geschlossenen Raum einzudringen, jedenfalls nicht ohne entsprechende Gegenleistungen 2. vom Weltproletariat geschulte, revolutionäre „Opportunisten“ und „Revisionisten“ in die bürgerliche Bewegung hineinzuschleusen, um auf diese Weise den weltrevolutionären Prozess der Restauration des Sozialismus zu erleichtern und die Spaltung und Zersplitterung seitens der Weltbourgeoisie zu untergraben. Zur Restauration des Sozialismus werden wir uns im Lager unserer gegnerischen Bewegung genauso unserer eigenen proletarischen Agenturen bedienen, wie sich die Bourgeoisie einst ihrer Agenturen in unserer sozialistischen Bewegung bedient hatte, um den Kapitalismus zu restaurieren. ; und 3. der sozialistische Internationalismus darf sich nicht von innen heraus, darf sich nicht selber korrumpieren. Mit dem Herbeiführen von Spaltungen, an denen wir selber Schuld sind, geht alles zum Teufel, und deswegen ist der Klassengegner gerade daran interessiert, uns gerade bei solchem Herbeiführen von Spaltungen „unter die Arme zu greifen.“
All dies wird geschehen, wird um so konsequenter geschehen , je mehr sich der Widerspruch zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat durch die Globalisierung des Weltkapitals verschärft. Bezogen auf unsere beiden Formeln der Vereinigung ist es also für die Strategie und Taktik der Bourgeoisie notwendig, die Proletarier aller Länder zu spalten und die Länder zu spalten. Darauf beruht die Jahrhunderte alte Macht der Bourgeoisie über das Proletariat. Der Klassenkampf erreicht irgendwann jedoch einen Punkt, wo die eine Klasse durch die andere Klasse gezwungen wird, ihren Kampf auf dem Boden der gegnerischen Waffen zu verlegen, um den Klassenkampf auch unter erschwerten Bedingungen noch weiterzuführen, zum Erfolg zu führen. Was macht also unser Klassengegner kackfrech? Unser Klassengegner tritt als „Weltrevolutionär“, als „sozialistischer Internationalist“, als „vereinigtes Weltproletariat“, als „Weltproletariat, das die Länder vereinigt“, also mit unseren Losungen auf ( genauso wie die deutschen Faschisten ihrer Zeit mit den revolutionären, sozialistischen Losungen der kommunistischen Arbeiterbewegung GEGEN die kommunistische Arbeiterbewegung auftraten). Der Klassengegner schlüpft in unsere Rolle und zwar sowohl in unseren eigenen Reihen verborgen als auch von außen gegen uns arbeitend. Er macht sich unsere Politik, unsere Linie, unsere revolutionäre Idee zu eigen und führt also mit unseren Waffen seinen Kampf gegen uns, indem er alle Welt davon zu überzeugen sucht, dass wenn wir unsere eigene Sache verteidigen, dies nur als „Agenten der Weltbourgeoisie“ tun, um die Massen zu täuschen. Während sich die Weltbourgeoisie also mit der Politik des revolutionären Weltproletariats dadurch zusätzlich Vertrauen in aller Welt zu schaffen versucht, dass sie unsere Ideen GEGEN uns „verteidigen“ müssten, weil wir „in Wirklichkeit“ nur „Verräter“ seien, und „in Wirklichkeit“ als „Agenten der Weltbourgeoisie“ „entlarvt“ werden müssten. Also der doppelte Betrug: 1. die Politik des Klassengegners zur Tarnung der eigenen Klassenpolitik im gegnerischen Lager anwenden (Vertrauen erweckender Betrug; trojanischer Betrug) 2. die Politik des Klassengegners als Politik seines Klassenfeindes zu „enttarnen“ (Misstrauen erweckender Betrug; „Haltet den Dieb!“-Taktik) . Mit der einen Taktik schleicht man sich beim Gegner ein, um dessen Machtpositionen zu übernehmen mit der anderen drängt man den Gegner aus seiner Machtposition, isoliert ihn von seinen Machtpositionen, indem man ihn „bloßstellt“ [desavouiert], um sie selber einzunehmen.
Vereinigung, um zu spalten und zu zersplittern : 1. Vereinigung mit dem Klassengegner zwecks Herstellung der eigenen Übermacht und damit Verdrängung des Gegners in die Minderheitsposition, also Spaltung; dann Fraktionsmacherei, also Zersplitterung und schließlich Aufreiben der Splitter, bis hin zur völligen Liquidation (= Methode der Liquidierung als Methode der [sanften] Vereinigung zwecks Erwürgens). Vereinigung als Mittel der Zersetzung und Entartung = Spaltung und Zersplitterung des Klassengegners, also Liquidierung von rechts . Diese Methode wird häufig bevorzugt in Situation des revolutionären Aufschwungs, also wo der Klassengegner stark ist, wo die Bewegung aktiv ist.
Nun die Methode 2, die man auch als „Spaltpilzmethode“ bezeichnet: Spalten und Zersplittern, um die Vereinigung zu verhindern bzw. sie unmöglich zu machen. Sie wird häufig angewandt in nicht-revolutionären Situationen, in Situationen der revolutionären Ebbe, in Situationen, wo der Klassengegner noch nicht wieder richtig auf die Beine gekommen ist, demoralisiert ist, Verwirrung in seinen Reihen herrscht, wo der Klassengegner gezwungen ist, seine Kräfte zu sammeln bzw. neu zu formieren. Sie wird oft eingesetzt als angebliche Gegenmethode zu Methode 1. Man gibt vor, eine „prinzipienfeste Vereinigung“ gegen die Scheinvereinigung, gegen die Einheitsmacherei, gegen die prinzipienlose Einheit, gegen den politischen Schacher mit der Einheit, anzustreben. Man schürt das Misstrauen zu jeder anderen Gruppe, zu bestimmten Führern, zu bestimmten theoretischen Positionen, zum Ausland usw. usf. Man betreibt Abgrenzungsorgien, um die Aufrechterhaltung der Spaltung und Zersplitterung zu rechtfertigen. Hierzu bedient man sich häufig des Dogmatismus und des Sektierertums, übertreibt man die bestehenden Meinungsverschiedenheiten, erhebt solche „zu Prinzipien“, die gar keine prinzipiellen Meinungsverschiedenheiten sind. Auch hierbei wird sowohl der trojanische Betrug als auch die Taktik „Haltet den Dieb!“ angewandt. Je mehr Splittergruppen, je mehr gegeneinander kämpfende Parteien im gegnerischen Klassenlager „installiert“ werden, desto besser für die eigene Klassenpolitik, desto schwerer für den Klassengegner, seine zersplitterten Kräfte zu vereinigen.
Beide Methoden kommen nur durch ihre Kombination zum Erfolg, das heißt, man muss, wenn man die eine Methode als Hauptmethode anwendet zum Beispiel die andere als Nebenmethode anwenden, um Haupt- und Nebenmethode im richtigen Augenblick des Klassenkampfes austauschen zu können. Man muss sozusagen immer gleich „mehrere Eisen im Feuer“ haben, muss der Initiative des Klassengegners immer im richtigen Augenblick und an der richtigen Stelle zuvorkommen, muss sich sozusagen die „Bälle zuwerfen“ bevor es der Klassengegner tut. So hat es also auch seinen taktischen Grund, warum die Komintern / ML heute die Losung : „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ausgegeben hat. Vereinigung mit dem Opportunismus ist Vereinigung mit der Bourgeoisie, ist Spaltung der internationalen revolutionären Arbeiterklasse. Spaltung vom Opportunismus ist Spaltung von der Weltbourgeoisie, ist Vereinigung der Proletarier aller Länder.
Diese verschiedenen Varianten sowohl der (rechten) Scheinvereinigungstaktik als auch der („linken“) schein“prinzipiellen“ Abgrenzung werden natürlich auf allen Gebieten des Klassenkampfes angewandt. So werden die Führer von den Massen gespalten, so wird die Theorie von der Praxis gespalten, so wird die Strategie von der Taktik gespalten, so wird die Partei von der Klasse, die Klasse von den Massen gespalten usw. usf. Hierfür gibt es aus der Geschichte des Kampfes gegen den Revisionismus tausende wertvolle Erfahrungen und Lehren zur Überwindung der für die kommunistische Arbeiterbewegung SCHÄDLICHEN Spaltung und Zersplitterung durch den Klassengegner, aber auch genauso viele wertvolle Erfahrungen und Lehren zur Überwindung der Scheinvereinigung, also der für die kommunistische Arbeiterbewegung NOTWENDIGEN Spaltung und Zersplitterung, also Reinhaltung der eigenen Klasseninteressen, der eigenen revolutionären Sache, also zwecks TRENNUNG von klassenfremden Elementen. Man muss die Einheit gegen die Spaltung verteidigen, muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Spaltung zu vermeiden, muss dafür Opfer bringen und Zugeständnisse machen (natürlich nicht in prinzipiellen Fragen). Aber da, wo alle Möglichkeiten wirklich ausgeschöpft sind, wo die Vereinigung trotz alledem unmöglich gemacht wird, ist die Spaltung unvermeidlich, darf man sich vor dieser Entscheidung nicht scheuen, denn die Spaltung bleibt dann nur noch als einzige Möglichkeit übrig, um die notwendige Einheit (wieder) herzustellen. Ohne sich vom Einfluss des Revisionismus zu trennen, ohne die Revisionisten aus den eigenen Reihen rauszuschmeißen, ohne sich von ihnen abzuspalten, kann das Weltproletariat in seiner sozialistischen Weltrevolution niemals siegreich sein, denn jeder revisionistische Einfluss im Weltproletariat dient der Weltbourgeoisie, um den Sieg der sozialistischen Revolution zu untergraben, zu verhindern. Spaltung und Vereinigung sind also nicht klassenneutral, sowohl das Eine als auch das Andere dient sowohl der eigenen wie der gegnerischen Klasse, muss also den eigenen Klasseninteressen entsprechend richtig angewandt und kombiniert werden. So wendet das Weltproletariat die hemmungslose Taktik von Zuckerbrot und Peitsche ihrerseits gegenüber der Weltbourgeoisie an sobald die Diktatur des Weltproletariats errichtet sein wird. Vereinigung und Entzweiung der Klassen sind zwei Seiten einer Medaille. Man muss sich darüber bewusst werden, dass ihre Gegensätze im Klassenkampf eine Einheit bilden so wie man sich genauso darüber bewusst werden muss, dass die Einheit von Vereinigung und Entzweiung ihrerseits die äußerste Zuspitzung der Klassengegensätze bedeutet. Bringe die weltproletarische Klassenvereinigung im Weltmaßstab in Übereinstimmung mit der Entzweiung der internationalen Bourgeoisie – und die sozialistische Weltrevolution hat gesiegt. Das geht selbstverständlich nicht ohne, dass die dafür notwendigen objektiven Bedingungen vorhanden sind, also nicht ohne eine Weltkrise, nicht ohne eine revolutionäre Weltsituation usw..
„Zur Revolution genügt es nicht, dass sich die ausgebeuteten und unterdrückten Massen der Unmöglichkeit, in der alten Weise weiterzuleben, bewusst werden und eine Änderung fordern; zur Revolution ist es notwendig, dass die Ausbeuter nicht mehr in der alten Weise leben und regieren können“ (Lenin, Band 31, Seite 71).
Wenn die eine Klasse schon nicht die Vereinigung der anderen Klasse durch ihre direkten Störaktionen verhindern kann, so ist sie gezwungen, die Vereinigung indirekt zu beeinflussen und zwar dahingehend, dass diese Vereinigung der gegnerischen Klasse der eigenen Klasse erstens möglichst geringen Schaden zufügen kann und zweitens, selber führenden Einfluss auf die Vereinigung der gegnerischen Klasse zu nehmen, ja die Vereinigung in die eigenen Hände zu nehmen, um den Gegner mit seinen eigenen Waffen zu schlagen durch innere Zersetzungsarbeit ( Beispiel: Vereinigung der sozialistischen Arbeiterklasse unter der Führung der Revisionisten - Vereinigung des revisionistischen Lagers zur Einverleibung in den Weltimperialismus) Die Bourgeoisie spaltet das Proletariat, seine Einheit, mit der Politik der Klassenversöhnung. Der konsequente, prinzipienfeste Kampf gegen die Politik der Klassenversöhnung vereinigt also das Proletariat im Kampf gegen die Bourgeoisie. Die Bourgeoisie verschleiert die zwischen den Klassen liegende tiefe Kluft, um das Proletariat zu spalten. Das Proletariat öffnet den Massen die Augen über die Tiefe der zwischen den Klassen liegenden Kluft, um sie zu vereinigen.
Noch einmal über das berühmte „Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes“ unter den heutigen Bedingungen:
Die Frage der Vereinigung wird gelöst durch die Überwindung der Spaltung im eigenen Klassenlager und die Spaltung und Zersetzung im gegnerischen Klassenlager. Die Strategie und Taktik der Vereinigung des Weltproletariats ist die Strategie und Taktik der Überwindung seiner Spaltung durch die Weltbourgeoisie und die Strategie und Taktik zur Spaltung der Weltbourgeoisie.
Deswegen müssen wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen, müssen wir die beste Lösung ausfindig machen, müssen wir die Frage beantworten: Wo ist das schwächste Kettenglied in der Spaltertätigkeit der Weltbourgeoisie? Für die Weltbourgeoisie zu spalten ist am allerschwersten das vereinigte Weltproletariat. Das ist demnach das schwächste Kettenglied der Spaltertätigkeit der Weltbourgeoisie geworden. Haben wir dieses schwächste Kettenglied gefunden, können wir die ganze Kette der Spaltung wirkungslos machen und damit auch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung, die Restauration des Kapitalismus usw. usf. Natürlich ist mit der Rückgliederung des restaurierten Kapitalismus zunächst eine globale Vereinheitlichung der Weltproduktivkräfte erfolgt, haben sich die Weltproduktivkräfte üppig genährt, aber dabei wird es nicht bleiben. Natürlich erschwert das die alte Revolutionstaktik der Marxisten-Leninisten, ja macht sie sogar unmöglich, was das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes in der altbewährten, herkömmlichen Form und Taktik der sozialistischen Revolution in „einem“ Land betrifft. Wir dürfen uns aber über die Globalisierung des Weltkapitals nicht täuschen lassen. Sein Wachstum, seine Stärkung geht – wie wir gesehen haben - stets auf seine eigene Rechnung und damit nicht zuletzt zu Gunsten der sozialistischen Revolution in einem Land, aber eben nicht mehr direkt, sondern indirekt auf globalem Umwege. Das Profitstreben verschärft die Widersprüche nicht nur zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie, sondern auch die Widersprüche im kapitalistischen Gesamtsystem selbst. Die kapitalistischen Widersprüche der Globalisierung machen den Kapitalismus anfälliger, labiler, angreifbarer, schwächt ihn, indem er seine Reserven verbraucht, Produktivkräfte zerstört, Raubkriege finanzieren, die Unterdrückungsmaschinerie unterhalten muss usw. usf. Wenn man sich mit der Taktik des Herausbrechens des schwächsten Kettengliedes beschäftigt, darf man dabei also nicht die entscheidende Rolle des Weltproletariats außer Acht lassen, die das Herausbrechen heute erst möglich macht, was in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung im Allgemeinen vollkommen unterschätzt, ja sträflich übersehen wird ! Bisher hat man sich viel zu sehr auf das einzelne Proletariat des sich selbst herauszubrechenden imperialistischen Kettengliedes fokussiert, und viel zu wenig die Aufmerksamkeit auf den Zustand der sich selbst verändernden weltimperialistischen (zentralisierten!) Kette gelenkt. Die ist alles andere als eine statische Größe. Mit der Globalisierung hat sich nicht nur die imperialistische Kette gewaltig verändert, ist sie nicht nur insgesamt mächtig in Bewegung geraten, sondern hat sich dadurch auch das Verhältnis der einzelnen Kettenglieder verwandelt, haben sich die Kettenglieder untereinander verwandelt, haben sich die Widersprüche zwischen Kette und Gliedern enorm verschärft, tritt die Kette selbst in den Vordergrund und Mittelpunkt des internationalen Klassenkampfes und nicht mehr wie bisher das schwächste Kettenglied, verändert sich der Klassenkampf in jedem einzelnen Kettenglied, nicht nur im schwächsten. Vor allem aber etwas sehr Wesentliches ist passiert: Die imperialistischen Kettenglieder haben sich fester zu einer Zwangseinheit zusammengezogen, zu einem Schutz- und Trutzbund des krisenerschütterten Weltimperialismus!! Das ist ein ganz wichtiger Grund, um über die alte Taktik des Herausbrechens des schwächsten imperialistischen Kettengliedes kritisch und selbstkritisch neu nachzudenken! Die Zentralisation des Weltkapitals bedingt die Zentralisation der sozialistischen Revolution. Aus dem Kapitalismus wird der globale Kapitalismus. Aus der sozialistischen Revolution wird die globale sozialistische Revolution – nicht direkt durch die sozialistische Revolution in „einem“ Land, sondern über den „Umweg“ des globalisierten Weltkapitals. Was bedeutet das für die sozialistische Revolution, für das Herausbrechen eines schwächsten imperialistischen Kettengliedes? Prinzipiell ändert das dem Wesen nach nichts an der Notwendigkeit des Herausbrechens des schwächsten Kettengliedes der imperialistischen Kette. Was sich ändert, ist lediglich die international Form dieser Bewegung, in der sich das Herausbrechen vollzieht. Es geht also nur um das Verwerfen der alten Taktik, wie herausgebrochen wird , nicht um die Leugnung der Strategie des Herausbrechens selbst. Der weltrevolutionäre Charakter der sozialistischen Revolution in einem Land bleibt erhalten, nicht aber die Form der sozialistischen Revolution. Das Herausbrechen nimmt nunmehr eine globale Form an, verliert seine national beschränkte Hülle, wird zum Neben-Produkt des revolutionären Weltprozesses gegen das Weltkapital. Sind heute noch die gleichen Voraussetzungen dafür gegeben wie zur Zeit als Lenin und Stalin diese Theorie aufstellten? Wir sind der Meinung, dass sich die Voraussetzungen gewaltig geändert haben, aber die Theorie grundsätzlich stimmt. Wenn man aber die alte Taktik unverändert anwendet und nicht den veränderten Bedingungen anpasst, dann arbeitet man in Worten zwar immer noch für diese Theorie, aber in Taten verhindert man die Wirksamkeit dieser Theorie in der Praxis, verwandelt man sie schlicht und einfach in eine revolutionäre Phrase, die man fortan zu bekämpfen hat, nachdem man sie aufgedeckt und entlarvt hat. Wir bekämpfen nicht die Theorie Lenins und Stalins, sondern die Phraseologisierung dieser Theorie unter den veränderten Bedingungen ihrer Anwendung in der weltrevolutionären Praxis von heute. Denn Phrasen klingen zwar in den Ohren gut, und das reicht aus, wenn man dem Proletariat nur gefallen will, wenn man ihm Honig um den Bart schmieren und sich anbiedern will, aber mit Phrasen im Ohr hat das Weltproletariat noch nichts in der Hand. Die Theorie Lenins und Stalins kann man also nur verteidigen, indem man sie auf die neuen Verhältnisse richtig anwendet und nicht als auswendig gelernte Formel verhunzt! Und so muss man im Grunde genommen an alle Dinge herangehen, die unter Lenin und Stalin richtig, aber heute falsch sind, nicht etwa weil sich Lenin und Stalin „geirrt“ haben, sondern weil sich die Verhältnisse verändert haben, die eine Beseitigung der alten, unbrauchbar gewordenen Taktik zwingend erforderlich machen, ebenso wie sie die Ausarbeitung einer neuen Taktik zwingend notwendig machen. Das revolutionäre Streben nach immer entschiedeneren und neuen Kampfmethoden ist vom internationalen Proletariat stets voll anerkannt worden, insbesondere unter den Bedingungen der Verschärfung der wirtschaftlichen Widersprüche. Wir sind uns also der Zustimmung des Weltproletariats sicher, unter den Bedingungen der durch den globalen Kapitalismus ausgelösten globalen Krisen unbedingt zu neuen Kampfformen, zu internationalen Kampfformen zu greifen, sie zu favorisieren. Wollen wir Lenin und Stalin treu bleiben, so können und dürfen wir nicht mit allgemeinen Phrasen einer Analyse der objektiven Bedingungen aus dem Wege gehen, deren Beachtung in letzter Instanz die revolutionäre Frage endgültig entscheidet. Von ihrer Entscheidung hängt die gesamte Taktik des Weltproletariats ab und damit auch die der Proletarier aller Länder. Einer konkreten welthistorischen Frage darf man niemals abstrakte Erwägungen unterschieben. Das Proletariat eines Landes hat mit seiner sozialistischen Revolution das Interesse, sein Land aus der imperialistischen Kette herauszubrechen, um den Sozialismus in „einem“ Lande aufzubauen und bedient sich dabei der Unterstützung des Weltproletariats. Das wird insofern als weltrevolutionäre gute Tat verbucht, als mit der Schaffung der beiden Weltlager ein günstigerer Ausgangspunkt für die sozialistische Revolution in allen anderen Ländern geschaffen wird. Heute ist das umgekehrt. Heute vereinigt das Weltkapital das Weltproletariat in einem enormen Tempo. Das Weltproletariat steht dem Weltkapital immer mächtiger gegenüber. Sein größtes Interesse ist nicht mehr die Unterstützung eines einzelnen sozialistischen Landes, sondern die Beseitigung des Weltkapitals. Das kann es nur durch die sozialistische Weltrevolution. Es kann aber nicht die Sache des Proletariats eines einzelnen Landes, kann die sozialistische Revolution eines Landes, kann das Herausbrechen eines Landes aus der imperialistischen Kette nicht mehr zu seinem Hauptziel machen, wenn es das Hauptziel geworden ist, das Weltkapital aus dem Wege zu räumen. Entweder das Eine oder das Andere – beides kann das Weltproletariat nicht gleichzeitig als Hauptziel verfolgen, sondern immer nur eins zur Zeit. Unser neuer Leitsatz lautet also: Zuerst verwendet das Weltproletariat die Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ausschließlich zur Befriedigung seiner eigenen revolutionären (Gesamt)Interessen, erst dann verwendet das Weltproletariat diese Formel zur Befriedung der revolutionären Interessen jedes einzelnen Landes. Für das Weltproletariat ist heute der Sieg der sozialistischen Revolution in einem Land zu einem Nebenprodukt geworden, nicht mehr das Hauptprodukt. Heute wird das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes das Ergebnis nicht mehr der sozialistischen Revolution in einem Land sein, sondern das Ergebnis des internationalen Klassenkampfes des gesamten Weltproletariats gegen die ganze Kette des Weltimperialismus. Damals ging man davon aus, dass das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes die sozialistische Weltrevolution AUSLÖST (zumindest erleichtert), - heute löst der zentralisierte Klassenkampf des Weltproletariats unter Anwendung der Formel: „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ das Herausbrechen des schwächsten Kettengliedes aus, was nichts anderes heißt, dass die sozialistische Weltrevolution die einzelnen sozialistischen Revolutionen in den Ländern auslöst (zumindest erleichtert) – also genau umgekehrt, denn das Weltproletariat von damals ist nicht mehr das Weltproletariat von heute. Es nimmt heute den weltrevolutionären Platz ein, den das Proletariat des sozialistischen Landes damals (stellvertretend) eingenommen hatte. Nicht