Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten

am 31. 12. 2006 ( am 6. Gründungstag) beschlossener

Aufruf





Weltproletariat – vereinige alle Länder!



!!!! Der Kommunismus schlägt zurück !!!!



4 Worte, die die Welt verändern !











Vom heutigen Tage an werden diese 4 Worte für immer in die Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung eingehen, wird sie ihren mächtigsten revolutionären Aufschwung erleben, wird das Weltproletariat mit diesen 4 Worten seinen großen Siegeszug antreten und zum größten Herrscher der Weltgeschichte aufsteigen, dem einzigen Herrscher, der seine Herrschaft jemals selber beseitigt und damit die Unvermeidbarkeit der Herrschaft von Menschen über Menschen überhaupt und für immer aus der Welt schafft !

Man könnte der Komintern / ML durchaus vorwerfen, dass sie bislang nur endlos lange theoretische Papierchen und „markige Sprüche“ auf Lager hat ( womöglich um dahinter nur ihr sektiererisches Würmchendasein zu verbergen?!). Müssen wir uns deswegen schämen? Genauso kann man über die heutige marxistisch-leninistische Weltbewegung jammern: etwa über Kopf- , Orientierungs- , Mut – und Ratlosigkeit und sonst noch was, vor allem aber, dass ihre revolutionäre Theorie momentan noch weiter hinter dem Weltgeschehen hinterherhinkt als sie selbst. Es liegt im Wesen des Kleinbürgers, ständig nur zu jammern. Er jammert, wenn den viel zu vielen revolutionären Worten viel zu wenig revolutionäre Taten folgen“ und er jammert nicht minder: statt Neues zu erarbeiten, wird nur wiedergekäut“. Doch er möge doch mal bedenken: Frisches Futter ist gut, wenn es gut wiedergekäut wird ! Mancher Esel dünkt sich allerdings deswegen klüger als die Kuh zu sein, weil sie nur stumm wiederkäuen und nicht wie er so laut „i-a“, „i-a“, i-a“ rufen kann. Mit Wiederholungen ist es so eine Sache besonders bei denjenigen, die entweder nicht begreifen wollen oder nicht begreifen können, wozu sie gut sind: Nicht der Esel, die Kuh gibt Milch !

Das Weltproletariat braucht kein Jammern ( am allerwenigsten von den Revolutionären !!!). Es braucht eine zündende Idee, um dem Jammer ein Ende zu machen. Es braucht eine überzeugende Vision von einer besseren Welt. Es braucht eine weltrevolutionäre Losung, die seinen Klassenkampf antreibt , die ihm den Weg zur Befreiung zeigt, die ihm den Beginn, den Aufschwung seiner eigenen revolutionären Befreiungsbewegung ankündigt. Der Arbeiter braucht ein internationales Kampfbanner, unter dem er zusammen mit allen Arbeitern der ganzen Welt gegen das Elend anmarschiert ! Nun, der eigentliche revolutionäre Aufschwung der proletarischen Weltbewegung steht zwar noch nicht unmittelbar bevor, aber um so wichtiger ist die Ausarbeitung der revolutionären Welttheorie, um der Bewegung, wenn sie dann in Gang gekommen ist, ihre spontaneistischen, ihre kleinbürgerlichen Irrwege zu ersparen und den kürzesten und leichtesten Weg der Befreiung beschreibt. Kurz: Es ist an der Zeit, dem Weltproletariat ganz offen und ehrlich unsere weltpolitische Richtung, unsere weltrevolutionäre Idee in kurzer, prägnanter Form zu präsentieren.

Alle unsere Anstrengungen, alle unsere Ziele und Aufgaben, unsere Linie und unser Programm konzentrieren sich in diesem neuen Aufruf: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ Mit ihr zeigt die Komintern / ML der heutigen internationalen Arbeiterbewegung die Richtung auf, die sie unverfehlbar zum endgültigen Sieg führen wird. Wir wissen selber, dass dieses Weltbanner nur von der Massenbewegung aufgehoben und vorangetragen werden kann, und es ansonsten keinen Pfifferling wert ist. Wir wissen, dass es mit einer Losung allein nicht getan ist; wir müssen sie in die Bewegung hineintragen und das werden wir auch tun. Es gibt Leute, die unangenehme theoretische Diskussion mit der Herausgabe einer neuen Losung abzuwürgen und zu beenden pflegen. Wir hingegen fordern sie damit heraus. Dass es diese Losung wirklich in sich (!) hat, werden wir hier gerne nachzuweisen und zu begründen versuchen.

Wir haben zwar noch keine sozialistische Weltrevolution, die den Weltimperialismus hinwegfegt, aber wir haben schon mal ihre Losung herausgefunden, die die stärkste weltimperialistische Losung bereits jetzt schon entmachtet hat. Unsere Losung ist deswegen unschlagbar, weil sie unwiderlegbar ist. Und sie ist unwiderlegbar, weil sie den Verlauf richtig widerspiegelt , den die Menschheitsgeschichte unter den gegebenen Umständen und Bedingungen nehmen wird, nehmen muss. Was sagten Marx und Engels dazu ? „Ehe das Proletariat seine Siege auf Barrikaden und in Schlachtlinien erficht, kündet es die Ankunft seiner Herrschaft durch eine Reihe intellektueller Siege an“ (MEW, Band 7, Seite 416). Dazu muss man sich aber erst einmal von den eigenen veralteten Auffassungen der proletarischen Weltanschauung befreien, denn als Wissenschaft will der Sozialismus auch wissenschaftlich behandelt, also studiert werden. Als revolutionäre Wissenschaft will der Sozialismus revolutioniert, das heißt weiterentwickelt werden. Mit verrosteten intellektuellen Waffen kann das Proletariat unmöglichseine Herrschaft durch eine Reihe intellektueller Siege ankündigen“. Dem Proletariat aber verrostete Waffen anzubieten, ist noch viel unmöglicher, das ist ganz einfach niederträchtig, das ist ein Verbrechen am Arbeiter, denn sie verurteilen ihn zur Niederlage bevor er den Kampf überhaupt aufgenommen hat !

Was ist eine internationale Arbeiterbewegung ohne Orientierung, ohne intellektuelle Siege? Ein blindes Umherirren auf Barrikaden und Schlachtlinien ! Welcher Arbeiter will schon umherirren? Wohl keiner ! Und der Kommunist? Welcher Kommunist lässt den Arbeiter umherirren? Wohl keiner ! Der Arbeiter will wissen,wie er aus seinem Schlamassel, den ihm die Kapitalisten eingebrockt haben, rauskommen kann. Der Kommunist hat Antwort zu geben, wenn er vom Arbeiter gefragt wird; nicht irgendeine Antwort, sondern die reine, die offene, die ganze Wahrheit und zwar ungeschminkt und ohne Umschweife, vor allem verständlich. Der Arbeiter will wissen, was Sache ist und was er tun muss, um etwas an seiner Lage zu ändern. Es gibt für den klassenbewussten Weltproletarier daher zunächst keine wichtigere Aufgabe als die, seine eigene Bewegung als Klasse, ihr Wesen, ihre Ziele und ihre Aufgaben, ihre Bedingungen und praktischen Formen zu erkennen, sich selbst zu erkennen, um über sich selbst bewusst zu werden. Denn die ganze Stärke der internationalen Arbeiterbewegung liegt in ihrem weltrevolutionärem Bewusstsein und in ihrem Massencharakter: Der globalisierte Weltkapitalismus vermehrt mit jedem Tag seiner Entwicklung die Zahl der Weltproletarier, der Weltlohnarbeiter, schweißt sie zusammen, organisiert sie, klärt sie auf und bildet auf diese Weise eine Weltklassenkraft heran, die unvermeidlich ihren weltrevolutionären Zielen zustreben muss. Wenn also die internationale Arbeiterbewegung siegen will, dann muss sie sich auf drei Grundsäulen stützen. Welches sind diese drei Grundsäulen der internationalen Arbeiterbewegung? 1. welttheoretischer Kampf; 2. weltpolitischer Kampf; 3. praktisch-ökonomischer Kampf (Widerstand gegen die Weltkapitalisten). Werden diese 3 Seiten des Kampfes im Einklang und Zusammenhang gebracht und der Kampf planmäßig organisiert und durchgeführt, dann haben wir nicht nur eine starke, sondern auch eine unbesiegbare internationale Arbeiterbewegung. Um nun herauszufinden, ob die theoretische Grundsäule den neuen internationalen Anforderungen und Belastungen noch standhält, ob irgendwo Risse oder Materialmängel entstanden sind, muss man eine Analyse vornehmen, muss man die marxistisch-leninistische Theorie einer gründlichen und sorgfältigen Revision unterziehen, das heißt veraltete Bausteine entfernen und sie durch neue ersetzen. Dazu braucht man professionelle Leute. Falsche Leute mögen die Grundsäule vielleicht äußerlich wieder prächtig überpinseln, aber damit hat die Grundsäule noch keine Tragfestigkeit erhalten, auf die es schließlich ankommt. Durch die Pinselei werden die gefährlichen Risse sogar „vertuscht“, was nichts als Sabotage ist. Sehen wir uns also die theoretische Säule der internationalen Arbeiterbewegung - insbesondere die Frage der Vereinigung - einmal genau an, unterziehen wir sie einer Generalüberholung.

Bevor wir zum Ergebnis der Generalüberholung kommen, also bevor wir unsere neue Losung dem Weltproletariat vorstellen, ist es unvermeidlich, die historische Entwicklung der internationalen Arbeiterbewegung unter der alten, nach wie vor gültigen Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zurückzuverfolgen. Wenn man einfach eine neue Losung aus dem hohlen Bauch hinknallt, ohne sie erstens auf die dringendsten gegenwärtigen Fragen der internationalen Arbeiterbewegung hin zu überprüfen und ohne sie zweitens aus der Verallgemeinerung des historisch zurückgelegten Entwicklungsweges abzuleiten, dann wird weder die Richtung noch das Ziel der heutigen internationalen Arbeiterbewegung wissenschaftlich, objektiv bestimmt werden können, erhalten wir nichts weiter als eine rein spekulative, subjektivistische Wunsch-Losung. Mit spekulativen Losungen ist dem Weltproletariat aber nicht gedient, im Gegenteil, das dient nur der Irreführung der internationalen Arbeiterbewegung, sprich: ihrer Unterordnung unter die Klasseninteressen der Weltbourgeoisie – und genau das soll ja mit unserer neuen Losung vermieden und überwunden werden. Um das Weltproletariat also aus der weltreaktionären Finsternis ans weltrevolutionäre Licht zu führen, ist äußerste Sorgfalt geboten, denn mit der Aufstellung der zentralsten Losung des Weltproletariats übernehmen wir eine große Verantwortung. Aber wir wären schlechte Weltrevolutionäre, wenn wir uns vor dieser Verantwortung drücken würden. Wenn wir dem Weltproletariat dienen wollen, dann ist es unsere Pflicht, voranzugehen, denn keiner auf der ganzen Welt kann uns diese Pflicht abnehmen. Das Weltproletariat wird uns Weltrevolutionären verzeihen, wenn wir Fehler machen, aber es wird uns gnadenlos zur Hölle schicken, wenn wir uns der weltbolschewistischen Kritik und Selbstkritik verweigern. Der Kritik stellen wir uns voll und ganz. Völlig unnützer Ballast für das Weltproletariat sind hingegen solche „Weltrevolutionäre“, die ihren Führungsanspruch erheben, ohne zur Entfaltung der internationalen Arbeiterbewegung und zur Lösung ihrer dringendsten Probleme irgendetwas Ernsthaftes beizutragen. Das Weltproletariat zu führen heißt, es von der Richtigkeit unserer revolutionären Weltpolitik zu überzeugen, heißt, solch eine Losung aufzustellen und durchzuführen, die das Weltproletariat an die Positionen der sozialistischen Weltrevolution heranführt und es ihm erleichtert, an Hand seiner eigenen Erfahrungen die Richtigkeit unserer revolutionären Weltpolitik zu erkennen, das Weltproletariat auf ein höheres Bewusstseinsniveau zu heben und sich somit die Unterstützung des Weltproletariats, seine Bereitschaft zum Kampf für die sozialistische Weltrevolution zu sichern.

Wichtig ist die kommunistische Idee selbst und dass sie alle Arbeiter erreicht, von allen Arbeitern aufgegriffen und umgesetzt wird, vor allem, dass sie in ihnen lebendig bleibt und weiterlebt. Wichtig ist, dass sich die kommunistische Idee weiterentwickelt, dass sie eine sich weiterentwickelnde Idee bleibt, um die Welt weiter verändern zu können. Es wird uns hoffentlich keiner verübeln, dass wir unsere bescheidene Freude darüber nicht verbergen wollen, dass es eine Idee von Marx und Engels ist, und dass wir deutschen Genossen ihre alte Losung Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ durch eine neue, darauf aufbauende LosungWeltproletariat – vereinige alle Länder!“ ergänzen konnten – ein weiterführendes Glied in der unendlichen kommunistischen Ideen-Kette. Arbeiter, trage das Banner des Kommunismus fest in deinen Händen, erkenne und erkämpfe deine Macht! Wir wünschen uns, dass dieser Aufruf alle Arbeiter in allen Ländern erreicht , dass er in alle Sprachen übersetzt wird, dass er das Weltproletariat zum Sieg führt.





Ihr Weltimperialisten, ihr Weltrevisionisten, ihr Lakaien des Weltkapitals – alle mal aufpassen und herhören:

Der Kommunismus wurde geschlagen – aber als Weltkommunismus schlägt er zurück ! ! !



Als das Manifest der Kommunistischen Partei im Februar 1848 von Marx und Engels geschrieben wurde, das mit dem Aufruf abschloss: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“, da begannen die Arbeiterklassen einzelner kapitalistischer Länder gerade einmal damit, ihre vereinigten Kräfte zu entdecken, war das sozialistische Proletariat deswegen aber noch lange nicht revolutionsreif und schon gar nicht weltrevolutionsreif. Damals waren sich die Proletarier ihrer welthistorischen Mission noch gar nicht bewusst, konnten sie sich darüber auch noch gar nicht bewusst sein, denn der Marxismus war noch eine sehr junge Wissenschaft, begann sich erst auszubreiten in wenigen westeuropäischen Staaten, Frankreich, England, Deutschland usw. usf. Mit der Arbeiterbewegung entstand also auch der wissenschaftlichen Sozialismus, aber nicht aus der spontanen Arbeiterbewegung heraus (die Arbeiterbewegung gelangt nicht von allein, nicht durch ihre Spontaneität, zur Wissenschaftlichkeit!), sondern außerhalb der Arbeiterbewegung – eben auf wissenschaftlichen Grundlagen. Der Weltsozialismus ist die Weltideologie des weltproletarischen Klassenkampfes, ist den allgemeinen Bedingungen der Entstehung, Entwicklung und Festigung einer Ideologie untergeordnet, d.h., er fußt auf dem gesamten Rüstzeug des menschlichen Wissens, setzt eine hohe Entwicklung der Wissenschaft voraus, erfordert wissenschaftliche Arbeit usw. usf.“ (Lenin, Band 6, Seite 155, „Brief an den ´Nordbund`“).. Der wissenschaftliche Sozialismus spiegelt die kapitalistische Klassengesellschaft wider, hat darin die Arbeiterbewegung für sich entdeckt und ihren revolutionären Weg der Befreiung wissenschaftlich ausgearbeitet. Die Kommunisten sammelten Erkenntnisse über das kapitalistische System, analysierten die realen Klassenkämpfe, entdeckten darin die revolutionäre Rolle und Mission des Proletariats, entwickelten die Lehren der proletarischen Revolution, die Lehre von der Diktatur des Proletariats, erkannten das internationalistische Wesen des Proletariats, die Notwendigkeit der Vereinigung der Proletarier aller Länder, den proletarischen Internationalismus, den Weltsozialismus, Weltkommunismus, die sozialistische Weltrevolution, schufen die proletarische Weltanschauung – aber all das sind nicht irgendwelche utopischen „Ideen“ von irgendwelchen Kommunisten, die in ihren „schlauen Köpfen“ zusammenkonstruiert wurden, sondern Ergebnis ihrer mühevollen, wissenschaftlichen Arbeit über die tatsächlich vor sich gehende gesellschaftliche Entwicklung. Wenn wir also im Laufe des Textes von weltsozialistischem und weltproletarischem Klassenbewusstsein sprechen, müssen wir beides stets auseinanderhalten, ist eine Identifizierung insofern falsch, als sich der Sozialismus eben nicht spontan entwickeln kann, sondern als Ideologie des Proletariats wissenschaftlich herausgearbeitet werden muss, während sich das Klassenbewusstsein des Weltproletariats im Klassenkampf gegen die Weltkapitalisten, gegen die Weltbourgeoisie, also spontan, entwickelt. Entscheidend ist nun, dass sich das weltproletarische Bewusstsein nicht von allein auf die Stufe des weltsozialistischen Bewusstseins heben kann, sondern hierfür unbedingt die Hilfe der Kommunisten braucht. Es ist die kommunistische Weltpartei, die das systematisch und planmäßig organisiert. Das Weltproletariat kann nicht spontan, sondern nur bewusst für den Weltkommunismus kämpfen: –

Die notwendige Entwicklung der weltproletarischen Bewegung hin zur weltkommunistischen Bewegung unter Führung der kommunistischen Weltpartei – das ist die einzig korrekte marxistisch-leninistische Auffassung, die der Formel: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ zu Grunde liegt. Jede kleinste Abweichung davon, macht unsere Formel zum Instrument des Klassenfeindes gegen uns. Deswegen ist unsere Formel auch nur so gut wie es uns gelingt, ihren Missbrauch durch die Anti-Kommunisten zu verhindern.

Die Identifizierung weltproletarischer und weltkommunistischer Bewegung ist also nur insofern zulässig, als man damit meint: die Verschmelzung von internationaler Arbeiterbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus, die Führung des weltproletarischen Klassenkampfes auf der Grundlage der proletarischen Weltanschauung, auf der Grundlage des Marxismus-Leninismus, also die Verschmelzung von weltrevolutionärer Theorie und weltrevolutionärer Praxis. Das Weltproletariat kann also alle Länder nur unter der Voraussetzung vereinigen, wenn sie den Marxismus-Leninismus mit sich vereinigt. – All das macht das Wesen der eigentlichen kommunistischen oder marxistisch-leninistischen, oder (heute) hoxhaistischen Weltbewegung aus ( dem Wesen nach machen diese verschiedenen Bezeichnungen keinen Unterschied, aber hoxhaistisch deshalb, um damit in Abgrenzung zu unseren Gegnern auszudrücken, dass die Ideologie der heutigen weltrevolutionären proletarischen Bewegung auf den Lehren aller 5 Klassiker des Marxismus-Leninismus beruht, nämlich auf den kommunistischen Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Hoxha).

Wie alles begann...

Auf der allerersten Stufe der Entwicklung der Arbeiterbewegung, in ihrer Anfangsform, wünschten sich die Arbeiter, sich an ihrem Fabrikbesitzer zu rächen und zerschlugen in ihrem Hass die Maschinen (Maschinenstürmerei), sprengten ganze Fabriken in die Luft und so mancher Fabrikant wurde von Arbeiterhand aus Hass wegen der menschenverachtenden Ausbeuterei und Verzweiflung wegen der täglichen Duldung der ungeheuren Not der Arbeiterfamilien erschossen. An die Stelle des dumpfen Hasses gegen den einzelnen Kapitalisten entfaltete sich eine Feindschaft zwischen der ganzen Klasse der Kapitalisten und der ganzen Klasse der Arbeiter, die die Freundschaft und Solidarität gegenüber den eigenen Klassenbrüdern gleichermaßen stärkte. Die Triebkraft der ersten Vereinigung der Arbeiterklasse entsprang dem Klassenhass auf und schließlich gegen die Kapitalisten. Man spricht auch davon, dass die Arbeiter ihrem Klasseninstinkt folgend ihre Vereinigung „von selbst“ anstreben, dass sie instinktiv zur Vereinigung „hinneigen“. Es gibt belesene Leute, die über den Begriff „Klasseninstinkt“ die Nase rümpfen, aber es ist nun einmal eine wichtige Lehre der internationalen Arbeiterbewegung, eine wichtige Lehre der Vereinigung der Arbeiterklasse, dass der proletarische Klasseninstinkt in bestimmten Augenblicken die Proletarier vor einer verderblichen Vereinigung mit „gleichgesinnten“ Klassenelementen bewahrte hat, mit denen manche intellektuelle Schlauköpfe die Arbeiterklasse ins Verderben geritten hätten. Klasseninstinkt hilft (nicht als ausschließliches Kriterium, aber manchmal als ein nicht zu unterschätzendes, durchaus wertvolles Kriterium!) dem Arbeiter, wirkliche Verbündete von falschen „Verbündeten“ zu unterscheiden. Spontane und sozialistisch bewusste Vereinigung sind einerseits ein himmelweiter Unterschied, aber sie liegen andererseits ganz nah beieinander, können ohne einander nicht auskommen, ja sie sind miteinander verschmolzen die ideale Form der proletarischen Vereinigung, so wie es der Marxismus-Leninismus lehrt (also weder Anbetung der Spontaneität der Vereinigung, noch Anbetung der sozialistischen Vereinigung! Die sozialistische Bewegung ist die Vereinigung von spontaner Massenbewegung und wissenschaftlichem Sozialismus). Nicht zu leugnen ist, dass die Arbeiter ihre Erfahrungen mit und durch die Vereinigung von einer Generation an die nächste weitergegeben und sozusagen ihr Bewusstsein, sich zu vereinigen, „weitervererbt“ haben. Nicht zu leugnen ist ferner, dass die Bourgeoisie bis heute daran fieberhaft arbeitet, den Klasseninstinkt der Arbeiter mit ihrer bürgerlichen Kultursklaverei zuzuschütten, dass sie alle ihre ideologischen Mittel einsetzt, um ja zu verhindern, dass sich der Arbeiter über seine Klassenlage bewusst wird, sich zur Klasse vereinigt, sich im Klassenkampf vereinigt. Sie führt regelrecht einen ideologischen Klassenkrieg gegen die große Tradition der Arbeitervereinigung.

Der Maschinenstürmerei folgten die Arbeiterstreiks als Hauptform der Arbeiterbewegung. „Einen Finger kann man brechen, eine Faust nicht!“, „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“ - Das sind zwei der vielen bekannten Kampfparolen der damaligen Arbeiterbewegung, die ihre Aktualität nicht verloren haben. Sie drücken aus, dass sich die Arbeiter der Kraft ihrer Vereinigung sehr wohl bewusst waren, so wie sich auch der Kapitalist darüber bewusst war. Anstatt sich an den Kapitalisten nur zu rächen, vereinigten sich die Arbeiter für verbesserte Arbeitsbedingungen, für höheren Lohn, für verkürzte Arbeitstage usw. usf, kurz zwangen sie die Kapitalisten zu kollektiven Zugeständnissen zur Verbesserung ihrer Lebenslage bzw. zur Abwehr der ständigen Verschlechterungen.

Die ersten Versuche der Arbeiter, sich untereinander zu assoziieren, nehmen stets die Form von Koalitionen an“ (MEW, Band 4, Seite 180).

Diese Koalitionen, Assoziationen, erste Formen der Gewerkschaft, waren nicht nur die ersten Versuche, der ruinösen Konkurrenz der Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt entgegenzutreten, sondern die ersten Versuche, die Konkurrenz überhaupt aufzuheben. Die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, dass der Weg zur Beseitigung der Unvermeidbarkeit der Konkurrenz der Arbeiter auf dem Arbeitsmarkt im Weltmaßstab seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts mit unzähligen Niederlagen gepflastert ist. Je größer das Weltkapital, desto größer die Konkurrenz der Arbeiter auf dem Weltarbeitsmarkt, desto größer die Zersplitterung der Proletarier, desto größer das Elend ihrer Familien, desto größer die Erbitterung des Proletariers als das einzige Mittel, sich zu vereinigen, desto größer die Notwendigkeit der internationalen Vereinigung der Arbeiter gegen ihre globalisierte Konkurrenz untereinander. Der sich internationalisierende Widerstand der Arbeiter entspringt ihren internationalisierten Lebensbedingungen – dem Verkauf der Arbeitskraft auf dem Weltmarkt. Durch die Konzentration des Kapitals und die Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt, der der ruinöseste aller Arbeitsmärkte ist, wird das Elend und die Not des gesamten Weltproletariats, wird die internationale Arbeitslosigkeit erhöht und kein Arbeiter irgendeines Landes wird davon „verschont“. Wenn eine globalisierte Fabrik schließt, werden die Arbeiter gleichzeitig oder nacheinander in vielen verschiedenen Ländern auf die Straße geworfen. Kein Arbeitsmarkt macht es einem Arbeiter schwieriger als der Weltarbeitsmarkt, um für ein noch erträgliches Lebensniveau zu kämpfen. Unter diesen sich international zuspitzenden erschwerten Bedingungen ist die Einheit ein sehr langer mühseliger und aufopferungsvoller Entwicklungsprozess des Klassenkampfes und trotzdem:

Leute, die so viel erdulden, um einen einzigen Bourgeois zu beugen, werden auch imstande sein, die Macht der ganzen Bourgeoisie zu brechen“ (Engels, MEW, Band 2, Seite 442). Und Leute, die so viel erduldet haben, um ein ganzes kapitalistisches Land zu beugen, werden auch imstande sein, die Macht der ganzen Weltbourgeoisie zu brechen. Und Leute, die sich (und vor allem die Arbeiter) an die große Geschichte des Sozialismus in „einem“ Land nicht mehr „erinnern“ (wollen), wo das erste Mal die Konkurrenz unter den Arbeitern bereits aufgehoben und die Lohnsklaverei schon beseitigt war, werden niemals Weltrevolutionäre sein können. Die Proletarier aller Länder werden sich bald vereinigt haben, und dann über so viel Kraft verfügen, dass sie politische Macht über dieses weltkapitalistische Ausbeutungs-Instrumentarium erlangen, um dieses Jahrhunderte alte Übel des Verkaufs ihrer Arbeitskraft, die Lohnsklaverei, für immer zu beseitigen. In der „Deutschen Ideologie“, Band 3, MEW, Seite 61 äußern sich Marx und Engels zur Konkurrenz, die die Vereinigung erschwert, wie folgt:

Die Konkurrenz isoliert die Individuen, nicht nur die Bourgeois, sondern noch mehr die Proletarier gegeneinander, trotzdem dass sie sie zusammenbringt. Daher dauert es eine lange Zeit, bis diese Individuen sich vereinigen können [insbesondere im Weltmaßstab – Anmerkung der Redaktion], abgesehn davon, dass zu dieser Vereinigung – wenn sie nicht bloß lokal sein soll – die nötigen Mittel, die großen Industriestädte und die wohlfeilen und schnellen Kommunikationen durch die große Industrie erst hergestellt sein müssen, und daher ist jede organisierte Macht gegenüber diesen isolierten und in Verhältnissen, die die Isolierung täglich reproduzieren, lebenden Individuen erst nach langen Kämpfen zu besiegen.“

Engels schreibt über die Vereinigungen in der Arbeiterbewegung in: „Lage der arbeitenden Klassen in England“ (MEW, Band 2, Seite 436):

Sie setzten die Einsicht voraus, dass die Herrschaft der Bourgeoisie nur auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich beruht, d.h. auf der Zersplitterung des Proletariats, aus der Entgegensetzung der einzelnen Arbeiter gegeneinander. Und gerade weil sie sich, wenn auch nur einseitig, nur auf beschränkte Weise gegen die Konkurrenz, gegen den Lebensnerv der jetzigen sozialen Ordnung richten, gerade deshalb sind sie dieser sozialen Ordnung so gefährlich. Der Arbeiter kann die Bourgeoisie und mit ihr die ganze bestehende Einrichtung der Gesellschaft an keinem wunderen Fleck angreifen als an diesem. Ist die Konkurrenz der Arbeiter unter sich gestört, sind alle Arbeiter entschlossen, sich nicht mehr durch die Bourgeoisie ausbeuten zu lassen, so ist das Reich des Besitzes am Ende. Der Arbeitslohn ist ja bloß deshalb von dem Verhältnis von Nachfrage und Angebot, von der zufälligen Lage des Arbeitsmarktes abhängig, weil die Arbeiter sich bisher gefallen ließen, als Sache, die man kauft und verkauft, behandelt zu werden. Beschließen die Arbeiter, sich nicht mehr kaufen zu lassen, treten sie bei der Bestimmung, was denn eigentlich der Wert der Arbeit sei, als Menschen auf, die neben der Arbeitskraft auch einen Willen haben, so ist es aus mit der ganzen heutigen Nationalökonomie [ und erst Recht der ganzen Weltökonomie – Anmerkung der Redaktion] und den Gesetzen des Lohns. Die Gesetze des Lohns würden allerdings auf die Dauer sich wieder geltend machen, wenn die Arbeiter bei der Aufhebung der Konkurrenz unter sich selbst stehenbleiben; aber das können sie nicht, ohne ihre bisherige Bewegung aufzugeben, ohne diese Konkurrenz der Arbeiter unter sich wieder herzustellen, d.h., sie können es überhaupt nicht. Die Notwendigkeit zwingt sie dazu, nicht nur einen Teil der Konkurrenz, sondern die Konkurrenz überhaupt aufzuheben – und das werden sie auch tun.“

Und wüssten selbst die Arbeiter nicht zu gut, dass die Verbindungen die wetteifernde Lohnkürzungslust ihrer Brotherren wenigstens einigermaßen im Zaume halten, so würden sie schon deshalb dabei bleiben, weil sie den Fabrikanten, ihren Gegnern, dadurch schaden. Im Kriege ist der Schaden einer Partei der Nutzen der anderen“ (MEW, ebenda, Seite 439).

Von Nutzen ist der Bourgeoisie die Spaltung der Proletarier. Vom Nutzen ist dem Proletariat, seine Spaltung durch die Bourgeoisie zu überwinden. Die Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung ist die Geschichte der Überwindung ihrer Spaltung durch die Bourgeoisie, so wie die Geschichte der kommunistischen Weltbewegung die Geschichte der Überwindung ihrer Spaltung durch die Revisionisten ist.

Das Wesentliche am Streik formulierte Engels wie folgt:

Diese Strikes sind allerdings erst Vorpostenscharmützel, zuweilen auch bedeutendere Gefechte; sie entscheiden nichts, aber sie sind der sicherste Beweis, dass die entscheidende Schlacht zwischen Proletariat und Bourgeoisie herannaht. Sie sind die Kriegsschule der Arbeiter, in der sie sich auf den großen Kampf vorbereiten, der nicht mehr zu vermeiden ist; sie sind die Pronunciamentos einzelner Arbeitszweige über ihren Anschluss an die große Arbeiterbewegung“ (MEW, Band 2, Seite 441).

Die Vereinigung der Arbeiter entwickelte sich vom einzelnen Fabrikgelände, auf die Straße der Stadt und schließlich zu Generalstreiks im ganzen Land. Häufig wirkte ein einziger Streik wie ein Steppenbrand, breitete er sich in Windeseile aus. Unter den Bedingungen der Globalisierung nehmen die Streiks direkt und unmittelbar internationalen Charakter an, entsprechen sie also erst dadurch vollkommen dem internationalistischen Charakter der proletarischen Klasse und erhalten genau deswegen, weil die internationale Kampfform mit dem internationalistischen Charakter des Proletariers in ÜBEREINSTIMMUNG gebracht wird, schließlich und endlich auch ihre höchste, vollendete Wirkungskraft, die die Spaltungsversuche der Weltkapitalisten auf eine harte Probe stellen werden. Was ist der Steppenbrand eines Streiks in einem Land gegen die Feuersbrunst des internationalen Streiks, dem sich alle Länder der Welt anschließen ? Welche solidarische Kraft spüren die Arbeiter eines Landes, wenn sich alle anderen Länder anschließen ? Welche Kraft spürt das Weltproletariat, wenn es alle Länder zum Streik vereinigt hat ? Was lehrt ein internationaler Flächenstreik das Weltproletariat, worin die Kraft der Weltkapitalisten und worin die Kraft des Weltproletariats besteht ? Wovon wir sprechen müssen, was wir organisieren und meistern müssen, sind also die Streiks des Weltproletariats als ihre höchste, weitest entwickelte Form von Streiks. Streiks des Weltproletariats sind, um den Ausdruck von Engels zu übernehmen , Kriegsschulen“ für die sozialistische Weltrevolution, sind die Pronunciamentos“ der Arbeiterbewegungen der einzelnen Länder über ihren Anschluss an die internationale Arbeiterbewegung: Wenn dein starker Arm es will, steht jeder Weltkapitalist still !“ Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass Engels eben nur von den Schulen des Krieges spricht, nicht vom Krieg selbst, dass Streiks allein nichts entscheiden, es sei denn sie entwickeln sich direkt zum politischen Streik, zum Aufstand, zur Revolution. Das ist aber nur möglich, wenn es sich um einen Streik in einer revolutionären Situation handelt, wenn die Revolution quasi „vor der Tür steht“, wenn der Streik von der kommunistischen Partei geführt wird usw. usf.

Das Proletariat eines jeden Landes kämpft, streikt (und vereinigt sich!) anders, was nichts anderes heißt, dass die Proletarier einesteils besser und anderenteils schlechter streiken (und sich vereinigen!) als ihre Klassenbrüder in den anderen Ländern. Was folgt daraus? Daraus folgt erstens, dass man nicht nur im internationalen Streik alle positiven Eigenschaften und Erfahrungen der Proletarier jedes am Streik beteiligten ( und unbeteiligten) Landes sammelt und zusammenfügt, also vereinigt und gleichzeitig ihre sämtlichen hemmenden, negativen Eigenschaften und Erfahrungen vermeidet und zweitens, dass sich aus der Entwicklung internationaler, also höherer Kampfformen des Streiks auch in jedem beliebigen Land höhere Kampfformen des Streiks entwickeln, die sich wiederum positiv auf die internationalen Streiks auswirken werden, um endlich zu ihrer Vereinigung, ihrer Verschmelzung beizutragen. Meisterung des Streiks als internationale Kampfform heißt demnach: Meisterung der Verschmelzung der Streiks der Proletarier aller Länder zum internationalen Streik des Weltproletariats, zum internationalen politischen Generalstreik - als die stärkste aller Streikformen. Dazu braucht man natürlich eine rote internationale Gewerkschaft – und die RGI ist zu diesem Zweck bekanntlich bereits gegründet worden ( siehe homepage der RGI). Was wir hier über den internationalen Streik gesagt haben, trifft natürlich nicht allein auf diese besondere Kampfform zu, erschöpft sich nicht in ihr, sondern ist Grundlage und Ausgangspunkt für alle anderen Kampfformen des Weltproletariats, also auch für die politischen Kampfformen, wozu man natürlich die Kommunistische Internationale braucht. Bekanntlich wurde die Komintern/ML im Jahre 2000 gegründet ( siehe homepage der Komintern/ML). Schließlich kommen wir zu dem entscheidenden Punkt der Vereinigung zwischen Arbeiterbewegung und kommunistischer Bewegung. Die Vereinigung der internationalen Arbeiterbewegung mit der Vereinigung der kommunistischen Weltbewegung ist die höchste Form der vereinigten kommunistischen und Arbeiterbewegung. Die Verschmelzung dieser beiden vereinigten Bewegungen im Weltmaßstab, das heißt insbesondere die Kombination all ihrer Kampfformen, die Entwicklung neuer Kampfformen auf immer höherer Stufe wird im Kampf zur Überwindung der Spaltung erreicht, im Klassenkampf gegen die Weltbourgeoisie.

Die wissenschaftliche Entdeckung der internationalen Vereinigung des Proletariats machte Karl Marx. Unter der LosungProletarier aller Länder – vereinigt euch!“ wurde 1864 in London die Erste Internationale ins Leben gerufen. Es war die Zeit der ersten großen europäischen Klassenzusammenstöße gegen die Bourgeoisie. Es war eine Zeit, in der das Proletariat offen gegen die nationale Bourgeoisie aufzutreten begann und die ganze Welt die kommende neue Ära des politischen Klassenkampfes herannahen fühlte. Und Marx forderte die Proletarier aller Länder in seiner Inauguraladresse der I. Internationale dazu auf, zu erreichen, dass die Arbeiter der verschiedenen Länder sich nicht nur als Brüder und Kameraden der Emanzipationsarmee fühlen, sondern auch als solche handeln (MEW, Band 16, Seite 191, dt. Ausgabe).

Im Manifest legten Marx und Engels die Geschichte der Entstehung der Arbeiterklasse dar. Es handelte sich dabei tatsächlich nicht um die heutige Frage des Weltproletariats, also des Proletariats als Weltklasse, sondern um das Proletariat der Länder zur damaligen Zeit, was nicht dasselbe ist, denn die Herausbildung des Proletariats einzelner Länder bis zur proletarischen Welt-Klasse war ein langer Weg. Zur Zeit der Ersten Internationale entwickelten sich die einzelnen Arbeiterklassen der kapitalistischen Länder, begann man, den Hemmnissen der nationalen Schranken im Klassenkampf entgegenzuwirken, und zwar erst nachdem die Kapitalisten schon lange die Arbeiter der verschiedenen Länder gegeneinander ausgespielt hatten. Mit der Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ dachten Marx und Engels damals nicht bloß an ein zahlenmäßiges „Massenaufgebot“ aller Proletarier der kapitalistischen Länder: Ein Element des Erfolges besitzt sie, die Zahl. Aber Zahlen fallen nur in die Waagschale, wenn Kombinationen sie vereint und Kenntnis sie leitet. Die vergangene Erfahrung hat gezeigt, wie Missachtung des Bandes der Brüderlichkeit, welches die Arbeiter der verschiedenen Länder verbinden und sie anfeuern soll, in allen ihren Kämpfen für Emanzipation fest beieinander zu stehen, stets gezüchtigt wird durch die gemeinschaftliche Vereitlung ihrer zusammenhanglosen Versuche. Es war das Bewusstsein, das die Arbeiter verschiedener Länder (...) anspornte zur Stiftung der Internationalen Assoziation“ (MEW, Band 16, Seite 12/13).

So wie sich das Kapital Zugang zur Arbeit eines Nachbarlandes verschaffte, um damit die Arbeiter im eigenen Land unter Druck zu setzen und zu erpressen, so verschafften sich zur Gegenwehr die Arbeiter des einen Landes Kontakt zu den Arbeitern des anderen Landes, um sich gegen die spalterischen Akte des Kapitals zusammenzuschließen zu einer gemeinsamen Abwehrfront. Die begann mit ökonomischen Kämpfen, mit Streiks. Aus den vereinzelten ökonomischen Bewegungen ging die politische Bewegung hervor, nämlich in jenem Moment, wo die Arbeiter als Klasse auftraten, um ihre Interessen durchzusetzen ( wie zum Beispiel für den 8-Stundentag). Daraus entstand später ja auch die 1. Mai-Bewegung, der Kampftag der internationalen Arbeiterklasse. Bis heute vereinigt dieser Tag die internationale Arbeiterklasse, was von der Kraft und Lebendigkeit der alten Tradion der Arbeitervereinigung zeugt. Nie ist es der Bourgeoisie in der ganzen Welt gelungen, den Arbeitern diesen Tag ihres vereinigten, internationalen Klassenkampfes zu rauben, trotz unzähliger gewaltsamer wie „friedlicher“ Versuche.

Die ursprüngliche spontane gegenseitige Hilfe resultierte also zunächst aus den praktischen Erfahrungen mit der Schädlichkeit nationaler Zersplitterung. Die Arbeiter erkannten, dass soziale Reformen letztlich niemals allein durch die Schwäche der Starken bewirkt werden, sondern immer durch die vereinigte Stärke der Proletarier aller Länder. Durch die I. Internationale wurde die spontane Solidarität der Arbeiter verschiedener Länder immer mehr zur bewussten Klassenaktion im Geiste echter proletarischer Internationalität. In dem Maße wie die Arbeiter des einen Landes davon erfuhren, dass es den Arbeitern des anderen Landes nicht anders ging als ihnen selbst, erkannten sie ihre gemeinsame Klassenlage, entwickelten sie ein nachbarschaftliches Klassenbewusstsein, entstand ein allgemeines Klassenbewusstsein des Proletariats, das Klassenbewusstsein der Proletarier aller Länder in Keimform. Das war ein internationalistisches Klassenbewusstsein auf seiner allerersten Stufe. Im Laufe der Geschichte der proletarischen Weltbewegung hat es sich natürlich weiter entwickelt, hat es höhere Stufen seiner Entwicklung erfahren, doch dazu später. Wichtig ist hier nur die Feststellung der Tatsache, dass ein Zusammenhang besteht zwischen der Losung:Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ und dem jeweiligen historischen Entwicklungsstand des internationalen Klassenbewusstseins des Proletariats. Die welthistorische Bedeutung der Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ bestand also erstens darin, dass die Arbeiterklasse mit ihrer Hilfe den Übergang vom Sektierertum einzelner, sich selbst genügender Arbeiterzirkel und Arbeitervereine zur proletarischen Massenbewegung und Bildung von Arbeiterparteien vollzog, und zweitens darin, dass die Arbeiter die Spaltung und Feindschaft zwischen den Arbeitern der verschiedenen benachbarten Nationen durch Vereinigung und Zusammenschluss zu überwinden suchten, um so den Kampf gegen die kapitalistischen Länder gemeinsam zu führen und schließlich für die Eroberung der politischen Macht, für den Kommunismus - vereint - zu kämpfen. In seinem Ersten Entwurf zum „Bürgerkrieg in Frankreich“ formulierte Karl Marx: (...) die internationale Zusammenarbeit der Arbeiterklassen, die erste Bedingung ihrer Emanzipation“ (MEW, Band 17, Seite 558). Die Pariser Kommune war im 19. Jahrhundert das höchste Beispiel der proletarischen Bewegung und bildete einen Höhepunkt in der Tätigkeit der I. Internationale: ... ein neuer Ausgangspunkt von welthistorischer Wichtigkeit ist gewonnen“ wie Marx es in einem Brief an Kugelmann am 17. April 1871 formulierte. Jedoch:Der Fall der Pariser Kommune“, schreibt Engels im Artikel Karl Marx“, brachte die Internationale in eine unmögliche Lage. Sie wurde in den Vordergrund der europäischen Geschichte gedrängt, in einem Augenblick, wo ihr die Möglichkeit aller erfolgreichen, praktischen Aktionen überall abgeschnitten war. Die Ereignisse, die sie zur siebenten Großmacht erhoben, verboten ihr gleichzeitig, ihre Streitkräfte mobil zu machen und tätig zu werden, bei Strafe der unfehlbaren Niederlage und Zurückdämmung der Arbeiterbewegung auf Jahrzehnte“ (Engels. Karl Marx. Aus: Ausgewählte Schriften, Band 1, Seite 8 f).

Organisatorisch war das ein Rückzug gegenüber der europäischen konterrevolutionären Gegenreaktion auf die Pariser Kommune, aber die internationalen Ideen, die politischen Ziele der I. Internationale, befruchteten die Proletarier selbst innerhalb ihrer nationalen Grenzen, begann die internationalistische Saat dort aufzugehen und sich über die ganze kapitalistische Welt auszubreiten. So ist die Internationale, anstatt abzusterben, bloß aus einer ersten Periode in eine höhere getreten, wo ihre ursprünglichen Tendenzen zum Teil verwirklicht worden sind. Im Laufe der fortschrittlichen Entwicklung wird sie noch manche Veränderung durchzumachen haben, bevor das letzte Kapitel ihrer Geschichte geschrieben werden kann“ (Marx: Mr. George Howells Geschichte der Internationalen Arbeiterassoziation. In: „Die Neue Zeit“, 20. Jahrgang, I. Band, Seite 589).

Man könnte sagen, dass ihre [Marx und Engels - Anmerkung der Redaktion] Bedeutung als geistige Führer der Arbeiterbewegung immer größer wurde, weil auch die Bewegung selbst ununterbrochen wuchs“ (Lenin, „Friedrich Engels“, Band 2, Seite 12/13).

Was nun die Situation der internationalen Arbeiterbewegung und insbesondere die Frage der Vereinigung der Proletarier aller Länder zur Zeit der 1. Internationale anbelangt, so können wir zweierlei Lehren ziehen:

Es handelte sich um eine Vereinigung unter den damaligen Klassenkampfbedingungen, wo das Proletariat in seiner Anfangsgeschichte noch sehr schwach entwickelte Kräfte besaß, also insbesondere seine Kräfte sich zu vereinigen nur begrenzt entfalten konnte. Seine Vereinigungskräfte entwickelt das Proletariat also nur im schwersten Kampf der Gegensätze, in einem langwierigen historischen Prozess , mit all seinen Niederlagen und Rückzügen. Es handelte sich im Grunde genommen um den ersten Versuch, dass sich die Proletarier der größten kapitalistischen Länder Europas und Nordamerikas zu einem Bündnis zusammenzuschließen versuchten (worin natürlich schon der Keim der Vereinigung der Proletarier aller Länder praktisch herausbildete). Nicht mehr und nicht weniger. Die Proletarier dieser Länder vereinigten sich nicht gleichförmig und nur in ununterbrochen-aufsteigender Linie und Richtung. Die I. Internationale musste unter der Niederlage der Pariser Kommune einen Rückzug antreten, um einen neuen Anlauf mit der II. Internationale nehmen zu können. Wir müssen begreifen lernen, dass der Vereinigungsprozess ein dialektischer Prozess ist, der von einer Unmenge kompliziertester historischer Zusammenhänge bestimmt wird, dass sich die Vereinigung der Proletarier aller Länder in qualitativen Sprüngen vollzieht usw. usf.. Der Vereinigungsprozess ist erst mit der vollständigen Herausreifung des Weltproletariats als eine sozialistische Klasse abgeschlossen. Davon waren die Proletarier des 19. Jahrhunderts natürlich noch sehr weit entfernt. Die vereinigten Proletarier aller Länder von damals und das Weltproletariat von heute sind dasselbe und doch nicht ganz dasselbe. Zwischen beiden liegt eine ganze historische Epoche. Was ist also unter dieser Doppeldeutigkeit zu verstehen? Man kann das nur dialektisch erklären: Es ist nur insofern dasselbe, dass es sich um ein und dieselbe Klasse und um ein und denselben Vereinigungsprozess handelt. Der Vereinigungsprozess der Proletarier aller Länder ist ein doppelseitiger Prozess: ein Prozess der Vereinigung des Proletariats eines jeden Landes im Besonderen und der Vereinigung zum Weltproletariat im Allgemeinen. Der Marxismus-Leninismus betrachtet die Vereinigung des Proletariats als Ganzes, das zwei unlöslich zusammenhängende Seiten hat: die Vereinigung des Proletariats in einem Lande, um den Kapitalismus und die Bourgeoisie im eigenen Land zu besiegen und die Vereinigung als internationale Klasse, um den Weltkapitalismus und die Weltbourgeoisie im Weltmaßstab zu besiegen. Eins ist nicht möglich ohne das Andere, eins bedingt das Andere. Es gibt also zwei ganz verschiedene Seiten der Vereinigung des Proletariats, obwohl sie unlöslich zusammenhängen. Und gerade weil sie zwei verschiedene Seiten der Vereinigung des Proletariats sind, können sie aufeinander einwirken und tun sie das auch, täglich, stündlich. Zu behaupten, die eine Seite der Vereinigung könnte von der anderen aufgesogen werden, müßte der anderen geopfert bzw. willkürlich zurücktreten oder hervortreten, oder das Zusammenspiel beider Seiten müsse etwa der „Spontaneität überlassen“ bleiben usw. usf., - all das kann nur heißen, den Boden des proletarischen Internationalismus verlassen. Leute, die diese Zusammenhänge leugnen, bezweifeln offensichtlich, dass das Weltproletariat zur Verwirklichung seiner Einheit überhaupt fähig ist. Sie unterliegen dem Fehler, von sich auf andere zu schließen.

Anders verhält es sich mit der Haupt- und Nebenseite. Die haben sich während der historischen Entwicklung des Proletariats vertauscht, so wie sich auch die Haupt- und Nebenseite der Vereinheitlichung des Kapitals vertauscht haben. Im 19. Jahrhundert ging es um die Herausbildung der bürgerlichen Nationen, vollzog sich die Zentralisation und die Konzentration des Kapitals in der Hauptseite auf nationaler Ebene. Erst später, mit der Entwicklung der Monopole, Trusts, Syndikate usw., also mit der Entewicklung des Imperialismus nahm die Zentralisation und Konzentration des Kapitals in der Hauptseite internationale Formen an. War der Vereinigungsprozess der Proletarier im 19. Jahrhundert noch in der Hauptseite ein Prozess auf nationaler Ebene, so ist heute die Herausbildung des Weltproletariats unter den Bedingungen der Globalisierung offensichtlich und zweifellos die Hauptseite des Vereinigunsgprozesses des Proletariats, muss dieser Tatsache unbedingt weltpolitisch Rechnung getragen werden, was nicht heißt, die Nebenseite, die Vereinigung des Proletariats eines jeden Landes, unter den Tisch fallen zu lassen und keine Beachtung mehr zu schenken.

Es war kein Zufall, dass der internationale Vereinigungsprozess der Proletarier ausgerechnet in den kapitalistischen Ländern begann, dass die Ideen des proletarischen Internationalismus in den kapitalistischen Ländern geboren wurden und nirgendwo sonst auf der Welt. Das internationale Klassenbewusstsein des Proletariats entwickelt sich nur da, wo das Kapital dafür vorher schon die materiellen Voraussetzungen geschaffen hatte. Wir unterscheiden also den objektiven vom subjektiven Vereinigungsprozess des Proletariats. Der objektive Vereinigungsprozess vollzieht sich durch die kapitalistische Weltproduktion unabhängig vom Willen der Proletarier. Die Weltherrschaft der Bourgeoisie hat dem Weltproletariat nicht nur ganz neue, globale Waffen zum Kampf gegen die Weltbourgeoisie in die Hand gegeben, hat die national beschränkte, zertrennende Stellung als Proletariat einzelner Länder nicht nur abgeschafft, sondern ihm zu einer ganz anderen Stellung verholfen, hat dem Proletarier eine Weltstellung als anerkannte Weltpartei verschafft, als Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten.

Der subjektive Vereinigunsprozess beruht auf dem Klassenbewusstsein des Proletariats, beruht auf der wissenschaftlichen Kenntnis der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und der Gesetze, die ihre Entwicklung bestimmen, beruht auf der Einsicht, dass die Vereinigung zur Eroberung der politischen Macht der einzige Ausweg aus Lohnsklaverei und Unterdrückung bedeutet. Über den Zusammenhang zwischen objektivem und subjektivem Vereinigungsprozess des Proletariats wollen wir hier noch nicht näher eingehen, sondern lediglich feststellen, dass das Bewusstsein stets erst eine Weile nach dem tatsächlichen Dasein der Proletarier heranwächst, dass sich in der Anfangsphase des Klassenkampfes zwischen Proletariat und Bourgeoisie der subjektive Vereinigungsprozess zunächst auf die kapitalistischen Länder beschränkte, also dort, wo auch der objektive Vereinigungsprozess des Proletariats vorangegangen war.

Der proletarische Internationalismus zur Zeit der I. Internationale diente also der Überwindung der bislang zerstreuten Anstrengungen der Arbeiterklasse in den verschiedenen Ländern, sich von der Lohnsklaverei zu befreien. Ziel war es, den Befreiungskampf zu vereinigen und zu verallgemeinern. Auf Grund ihrer Klassenlage haben die Arbeiter in der ganzen Welt das gleiche Ziel: Befreiung von der Ausbeutung, Sturz des Kapitalismus und Errichtung einer von Ausbeutung freien, klassenlosen, der kommunistischen Gesellschaft. Der Kampf für dieses Ziel kann nur siegreich sein, wenn er vereint geführt wird, wenn sich die Arbeiter der verschiedenen Länder gegenseitig solidarisch unterstützen, wenn sie der internationalen Strategie und Taktik des Kapitals eine eigene internationale Strategie und Taktik des proletarischen Klassenkampfes entgegenstellen. Das ist die Linie der internationalen Arbeiterbewegung. Und zur Verwirklichung dieser Linie dient die Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“

Während die Klassenbewegungen zuvor Bewegungen von Minderheiten im Interesse von Minderheiten waren, so war die proletarische Bewegung die erste selbständige Bewegung der erdrückenden Mehrheit im Interesse dieser Mehrheit. Diese proletarische Bewegung war damals im Grunde genommen noch eine Bewegung auf nationaler Ebene. Marx und Engels konnten in der zweiten Hälfte der 40er Jahre des 19. Jahrhunderts noch nicht in allen Einzelheiten voraussehen, wie sich die Weltbewegung der Arbeiter entwickeln, wie sich die kommunistische Revolution gestalten würde. Sie sagten nur in großen Linien voraus, wie sich der historische Prozess der Selbsterkenntnis des Proletariats abspielen, wie sein Klassenkampf verlaufen würde. Durch die Oktoberrevolution, durch die Sowjetunion Lenins und Stalins erhielten die Ideen des „Manifests“ zum ersten Mal ihre allseitige Begründung und Konkretisierung – stellten die proletarischen Massen die welthistorische Bedeutung ihres Klassenkampfes praktisch unter Beweis. Die Diktatur des Proletariats in einem Land stützte sich die Proletarier aller Länder, die sich mit ihrem ersten Vaterland solidarisierten, es verteidigten und unterstützten, u.a. dadurch, dass sie ihrerseits im eigenen Land des Klassenkampf führten im Geiste des proletarischen Internationalismus. Der proletarische Internationalismus nahm damals zur Zeit Lenins eine bestimmte, historisch bedingte feste Formel an ( so, wie er heute zu einer höher entwickelten Formel überzugehen begonnen hat, nämlich wie sie in unserer neuen Losung zum Ausdruck gebracht wurde!) und Lenin selbst definierte den proletarischen Internationalismus für die damaligen Verhältnisse zutreffend folgendermaßen aus:

Es gibt nur einen wirklichen Internationalismus: die hingebungsvolle Arbeit an der Entwicklung der revolutionären Bewegung und des revolutionären Kampfes im eigenen Lande, die Unterstützung ( durch Propaganda, durch moralische und materielle Hilfe) eben eines solchen Kampfes, eben einer solchen Linie und nur einer solchen allein in ausnahmslos allen Ländern.“ (Lenin, Band 24, Seite 59/60 dt. Ausgabe)

Schon im Jahre 1848 war der Kommunismus eine Macht, gegen die die gesamte europäische Reaktion zu Felde zog. Aber es waren nur die fortschrittlichsten proletarischen Kräfte, die dem Kommunismus folgten. Hundert Jahre später war die kommunistische Weltanschauung schon zum Banner von Millionen Werktätigen in vielen Ländern der Welt geworden. Die Träume von Marx und Engels wurden von Lenin, Stalin und Hoxha verwirklicht, doch heute , wo die finsterste Weltreaktion herrscht, hat sich der Kommunismus wieder in einen Traum verwandelt, in den Traum seiner Rückkehr.

Im 19. Jahrhundert verlagerte sich die Spitze der proletarischen Bewegung von einem Land ins andere – von Frankreich in die anderen westeuropäischen Länder – vor allem nach England und Deutschland – und dann, Anfang des 20. Jahrhunderts nach Osten nach Russland, und von dort nach Albanien. Die proletarische Bewegung entfaltete sich im nationalen Rahmen und das Proletariat konnte auch zunächst nur im nationalen Rahmen die Diktatur des Proletariats erobern und den Sozialismus in einem Land aufbauen. Deswegen sprechen wir von der ersten Periode des Sozialismus ja auch von der Periode des Sozialismus in „einem“ Land als er seine Macht noch mit dem Weltimperialismus teilen musste, er in der Welt noch die Vormachtstellung einnahm. Die Leninsche Theorie der sozialistischen Revolution ging bekanntlich davon aus, dass die sozialistische Revolution nicht unbedingt in denjenigen Ländern siegen wird, wo der Kapitalismus am höchsten entwickelt ist, sondern vor allem in denjenigen Ländern, wo die Front des Kapitalismus schwach ist, wo es für das Proletariat leichter ist, diese Front zu durchbrechen und wo die Entwicklung des Kapitalismus wenigstens das Durchschnittsniveau erreicht hat. Für heute lernen wir aus dieser Leninschen Theorie, dass das Weltproletariat noch weniger seiner Mehrheit in der Weltbevölkerung bedarf, um die Weltmacht zu erobern, als das russische Proletariat in der russischen Bevölkerung zum Sieg der Oktoberrevolution. Wenn zu Lenins Zeiten sich das Proletariat eines einzelnen Landes als stark genug erwies, um die weltimperialistische Kette an seiner schwächsten Stelle zu durchbrechen, dann ist das Weltproletariat (zumindest objektiv) heute um so stärker, die gesamte weltimperialistische Kette zu zerschlagen. Ein Stück aus ihr herauszuschlagen, das war der Weg der Oktoberrevolution Lenins. Dem Weg Lenins zu folgen, kann heute nichts anderes heißen, als die ganze Kette zu vernichten, sobald es möglich ist – und es ist möglich auf Grund der objektiven Bedingungen ! Deswegen sprechen wir heute bereits von der zweiten Periode des Sozialismus – vom Weltsozialismus – konzentriert sich unsere internationale Strategie und Taktik des Weltproletariats nicht mehr wie damals auf den möglichen Aufbau des Sozialismus in einem Land, sondern auf die Möglichkeit des Aufbaus des Weltsozialismus durch die Zersetzung der ganzen Kette des Weltimperialismus

Erst mit der vollendeten Entwicklung der Globalisierung des Weltkapitalismus kann sich das Proletarier aller Länder als eine einzige, vereinigte internationale Klasse vollständig, das heißt aus einem Guss, herausbilden. Erst mit der Bildung einer selbständigen Klasse aus einem internationalen Guss kann sich das Selbstbewusstsein dieser Klasse sozusagen „in einem Guss“ entfalten, kann das Klassenbewusstsein des Weltproletariats entstehen, kann es zur Selbsterkenntnis gelangen, kann es zur Einsicht über die Notwendigkeit der Schaffung einer weltrevolutionären proletarischen Kampforganisation kommen, wird es als sozialistisches Weltproletariat reif für die sozialistische Weltrevolution. Und erst mit diesem Bewusstwerdungsprozess über die historische Mission des Weltproletariats werden der Weltbourgeoisie letztendlich die Grundlagen unter den Füßen weggeschwemmt, auf denen sie ihre Weltherrschaft errichtet hat. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Also bestimmt das Sein des Weltproletariats auch sein Bewusstsein, wächst aus dem internationalen Klassendasein auch das internationale Klassenbewusstsein heraus, kann sich wissenschaftlicher Sozialismus und internationale Arbeiterbewegung weltrevolutionär verschmelzen, wird der proletarische Internationalismus auf eine höhere Stufe gehoben. Erst durch seinen Bewusstwerdungsprozess wird das Weltproletariat von einer Klasse „an sich“ zu einer Klasse „für sich“. Erst dadurch, dass der Weltkapitalismus die nationalen Schranken niederreißt, reißt er auch die Schranken nieder, die die Proletarier aller Länder bislang daran gehindert hatten, sich zu einer einzigen internationalen Klasse zu vereinigen. Der Weltkapitalismus versklavt die Länder, und er begnügt sich nicht damit, nur die nationalen Schranken niederzureißen, sondern er reißt alles nieder, was die Länder hervorgebracht haben, ihre Kultur, ihren Reichtum usw. usf. und stürzt die Länder in seine räuberischen weltimperialistischen Kriege, unterwirft er die Welt dem Gesetz des Kapitals, dem Streben nach Höchstprofiten. Ganz im Gegensatz dazu das Weltproletariat: Die Länder werden vom Weltkapital verwüstet, aber sie kommen wieder auf die Beine durch das Weltproletariat. Nicht die Nationen, sondern der Kapitalismus der Nationen geht durch das Weltproletariat in Stücke. Nationen kommen gut ohne die Kapitalisten aus, aber nicht ohne die Arbeiterklasse, die die kapitalistischen Nationen in sozialistische Nationen verwandeln wird, indem sie alle Nationen vom Weltkapitalismus befreit hat. Das Weltproletariat, das alle Länder im Kampf gegen das Weltkapital vereinigt, um seine politische Weltmacht zu erobern, das sich von allen sozialen und nationalen Ketten befreit, schafft den Weltsozialismus, der allen Ländern nicht nur ihre Existenzbedingungen auf den Grundlagen des Sozialismus sichert, sondern das Weltproletariat führt sie auch in eine neue Welt, wo die Menschheit noch eine Zukunft hat. Erst als internationale Klasse kann das Weltproletariat alle Länder von ihrer Versklavung durch den Weltkapitalismus befreien. Die Losung:Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ist also von großer, unzerstörbarer, weltrevolutionärer Kraft. Im Namen dieser Losung wird das Weltproletariat die Macht des Weltkapitals über alle Länder der Welt abschütteln. Unter dieser Losung wird das Weltproletariat die Kommunistische Internationale aufbauen und sich die Kommunisten auf der ganzen Welt in ihr zusammenschließen.

Was hat das alles aber mit der Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch“ zu tun? Sehr viel sogar, haben wir es hier doch bei der Vereinigung mit einem historischen und dialektischen, also einem gesetzmäßigen Entwicklungsprozess der proletarischen (sozialistischen) Bewegung zu tun: Der Entwicklungsgrad der internationalen proletarischen Bewegung ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad der internationalen Vereinigung der Proletarier, denn die Stärke der internationalen proletarischen Bewegung liegt in ihrer internationalen Einheit begründet. Der Entwicklungsgrad der internationalen Vereinigung der Proletarier ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad des weltproletarischen Klassenbewusstseins, denn die Stärke der internationalen Einheit liegt in ihrem weltrevolutionären Klassenbewusstsein begründet. Der Entwicklungsgrad des weltrevolutionären Klassenbewusstseins ist direkt abhängig vom Entwicklungsgrad der Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, denn die Stärke des weltrevolutionären Klassenbewusstseins liegt im proletarischen Internationalismus begründet, dessen Träger die marxistisch-leninistische Weltbewegung ist. Und der proletarische Internationalismus kommt wiederum mit der Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zum Ausdruck, womit wir erklärt haben wollen, dass es sich bei dieser Losung um mehr, als nur um ein simples, quantitatives Ansammeln von Proletariern handelt. Nicht die Masse macht`s – die bewusste Masse macht`s! Das internationalistische Bewusstsein der Massen ist die wichtigste revolutionäre Kraft für ihre Vereinigung. Präziser: die im Geiste des proletarischen Internationalismus vereinigten Proletarier aller Länder sind mit der I. Internationale gemeint. Das heißt also, dass die Proletarier der ganzen Welt nicht nur durch die Vereinigung der Proletarier aller Länder zu Klasse des Weltproletariats werden, sondern auch durch ihr wachsendes internationalistisches Bewusstsein. Beides bedingt einander, beides wirkt positiv aufeinander ein. Es ging Marx und Engels also um nichts anderes, als eben um diese bewusste Weltvereinigung, um dieses vereinigte Weltbewusstsein - das ist alles!

Der Aufruf ist schön und gut, aber wenn man nicht die Gesetzmäßigkeiten des sich tatsächlich vollziehenden Vereinigungsprozesses der Proletarier studiert, wird man auch niemals die richtige Antwort auf die entscheidende Frage finden: Wie sollen es die Proletarier aller Länder denn überhaupt anstellen, wie erreichen sie es, sich erfolgreich zu vereinigen, wie soll es mit der Vereinigung vorangehen, wenn stattdessen „alles den Bach runter läuft“ und das Erreichen dieses Zieles einem gegenwärtig ferner als je zuvor, ja fast aussichtslos, also eher als ein schier unerfüllbarer Wunschtraum erscheint. Die richtige Formel zur Lösung des Widerspruchs bei der Vereinigung des Proletariats kann nur der Marxismus-Leninismus ableiten und aufstellen. Man muss die Bewegungs- und Entwicklungsgesetze der objektiven Widersprüche erkennen, damit sie leichter gelöst werden können. Die Widersprüche, die die Vereinigung der Proletarier heute erschweren und behindern, müssen eine neue Form erhalten, in der sie von der Stelle kommen und sich weiter bewegen können. Die Beweglichkeit des Widerspruches bedarf eines Anstoßes, um seiner Lösung, der Überwindung des Widerspruchs, näherzukommen. Und so kommt die Formel: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ unter den Bedingungen, wo das Weltkapital die Weltarbeit „von selbst“ für die Weltproduktion sowieso vereinigen muss, erst richtig in Bewegung durch die Formel:Weltproletariat – vereinige alle Länder“!“ Das ist, unserer Meinung nach, heute der erfolgreichste, einfachste und sicherste Weg zur Vereinigung. Die Einsicht, dass die Stärke des Weltproletariats in seiner Einheit der Proletarier aller Länder begründet ist, das versteht jeder, wie jedoch diese Einheit in Theorie und Praxis herzustellen ist, welche Formeln dazu gebraucht wird, da fangen die Schwierigkeiten schon an.

Da, wo das Proletariat in der Anfangszeit selber noch auf nationaler Ebene große Probleme bei seiner Vereinigung zu bewältigen hatte, da war es natürlich ungleich schwerer, seine Vereinigung im Weltmaßstab (oder präziser ausgedrückt: damals nur innerhalb der kapitalistischen Länder Europas und Nordamerikas) erfolgreich voranzutreiben. Erst auf einer bestimmten Entwicklungsstufe des Kapitalismus, mit dem internationalen Kapital, wurde der unterdrückten Klasse des Proletariats die Möglichkeit gegeben, sich ihrer selbst als eine geschlossene, einheitliche, internationale Klasse bewusst zu werden und die internationale Arbeiterbewegung zu schaffen. Zwischen der Losung: Proletarier eines jeden Landes – vereinigt euch!“ und Proletarierer aller Länder - vereinigt euch!“ besteht also ein dialektischer Zusammenhang, denn das eine entsteht und entwickelt sich nicht losgelöst vom anderen, entwickelt sich nicht ohne die Entwicklung des Kapitalismus. Dabei drücken beide Losungen das Wesen des proletarischen Internationalismus aus, das sich im Laufe der proletarischen Bewegung ständig vertieft und dabei einen qualitativen Sprung macht, der sich in der neuen Losung ausdrückt. Die Proletarier aller Länder können sich nicht unabhängig von ihrer nationalen Vereinigung vereinigen, so wie sie sich auch nicht national vereinigen können, ohne sich in den Betrieben, in den Städten, Regionen usw. usf. vereinigt zu haben. Das bedingt sich auch umgekehrt, wirkt zurück. Hier haben wir es mit einem Abhängigkeitsverhältnis zu tun, denn es sind nicht die einzelnen Proletarier, die sich international vereinigen, sondern das tun sie vermittels ihrer Vereinigung in ihren Ländern. Und so bildet sich das Weltproletariat auch nicht aus vereinzelten, über der ganzen Welt verstreuten proletarischen Individuen , also so wie in der Anfangszeit des sich erst bildenden Kapitalismus heraus, sondern eben aus den Proletariern aller Länder, basiert die höchste Vereinigungsstufe stets auf der vorangegangenen Vereinigungsstufe, kann diese Stufe nicht übersprungen werden, weil das den Bewegungsgesetzen der Vereinigung des Proletariats im kapitalistischen System widersprechen würde. Dabei gibt es keine Vereinigungsbewegung des Proletariats außerhalb des Wirkungskreises des Widerspruchs von Kapital und Arbeit.

Der Vereinigungsprozess des Proletariats hängt entscheidend vom Vereinigungsprozess ( Konzentration und Zentralisation) des Kapitals ab (und umgekehrt), denn der Grundwiderspruch der kapitalistischen Gesellschaft, in der sich das Proletariat vereinigt, ist nun einmal der zwischen Kapital und Arbeit. Und so vollzieht sich der Vereinigungsprozess der Proletarier bereits unvermeidlich in jeder einzelnen Fabrik als die entscheidende und grundlegende Keimzelle der Vereinigung. Die Keimzelle der Vereinigung des Weltproletariats liegt in der aus der Weltproduktionsweise hervorgegangenen globalisierten Fabrik, der internationalen Fabrik mit nationaler Arbeitsteilung (Die Weltpartei trägt diesem Umstand entsprechend mit ihrem auf Betriebszellen beruhenden Zellenaufbau Rechnung, denn die internationale Fabrik gilt es vorrangig zu erobern!).

Wie die einfache Reproduktion fortwährend das Kapitalverhältnis selbst reproduziert, Kapitalisten auf der einen Seite, Lohnarbeiter auf der anderen, so reproduziert die Reproduktion auf erweiterter Stufenleiter oder die Akkumulation das Kapitalverhältnis auf erweiterter Stufenleiter, mehr Kapitalisten oder größere Kapitalisten auf diesem Pol, mehr Lohnarbeiter auf jenem“ (MEW, Band 23, Karl Marx „Das Kapital“ [1], Seite 645).

Entsprechend liegt auch die für die kapitalistische Weltproduktion typische Vereinigung des Kapitals der Länder auf der einen und der Arbeit aller Länder auf der anderen Seite diesem von Marx entdeckten wechselwirkenden kapitalistischen System zu Grunde, um die reproduzierende Tendenz der Erhaltung seiner Systembedingungen zu gewährleisten. Es ist gerade dieser Grundwiderspruch zwischen Kapital und Arbeit, der das Proletariat und seine internationale Bewegung nicht nur maßgeblich beeinflusst, sondern seine Entwicklung bereits bestimmt hat, weswegen wir diese wichtige historische Tatsache nicht einfach übergehen können, zumal es sich eben nicht allein um den Grundwiderspruch in diesem oder jenen kapitalistischen Land handelt, sondern vielmehr um einen Grundwiderspruch im Weltmaßstab, der die Grundwidersprüche in den einzelnen Ländern in zunehmendem Maße bestimmt, nämlich in dem gleichen Maße, wie sich das globalisierte Kapital gegenüber dem nationalen Kapital vermehrt. Vermehrung des Weltkapitals zieht eine noch schnellere Vermehrung des Weltproletariats nach sich (siehe „Lohnarbeit und Kapital“ von Karl Marx). Vermehrung und Vereinigung bedingen einander, benötigen aber einen qualitativen Sprung, um ihre nationalen Qualitäten in eine internationale Qualität zu verwandeln. Und in dieser wechselseitigen Bewegung kommen wir auch zum Verständnis des Werdens und Vergehens dieser Vereinigungsbewegung, ergründen wir den internationalen Sprung der Vereinigung in ihre höhere Qualität. Die Vermehrung des Privateigentums an den Produktionsmitteln der ganzen Welt und ihre Vereinigung in immer weniger Händen, hängt mit der Vermehrung und Vereinigung des Weltproletariat direkt zusammen, sie bedingen einander. Die Vereinigungstendenz an diesen beiden Polen des kapitalistischen Weltsystems führt zu einem Punkt, wo sich die weltgesellschaftlichen Produktivkräfte nicht mehr innerhalb der alten kapitalistischen Produktionsverhältnisse bewegen können, wird die Vereinigung des Kapitals zur Fessel der vereinigten Produktivkräfte. Mit der Sprengung des in wenigen Händen vereinigten Privateigentums an den vereinigten Weltproduktionsmitteln, also mit der Weltvergesellschaftung der Weltproduktionsmittel, werden die Umwälzungen der kapitalistischen Weltordnung in die sozialistische Weltordnung vollzogen ( wobei diese internationale Umwälzung mit den sozialistischen Revolutionen in den einzelnen Ländern, die ihren eigenen Bewegungsgesetzen folgen natürlich dialektisch verbunden sind und folglich alle Umwälzungen aufeinander einwirken). Was bedeutet das, einfacher ausgedrückt?

Je mehr Proletarier auf der Welt, desto größer ihre Kraft als revolutionäre Klasse, desto näher und realer der Sozialismus. Je besser es dem Weltproletariat gelingt, seine Abteilungen in allen Ländern der Welt zu vereinigen, desto eher und leichter kann es den Weltkapitalismus besiegen und die alten Produktionsverhältnisse beseitigen, desto eher und leichter findet es seinen Weg zum Weltsozialismus. Durch die Weltherrschaft der anarchischen Konkurrenz aller bürgerlicher Länder gespalten, durch die globalisierte unfreie Arbeit für das Weltkapital niedergedrückt, ständig in den „Abgrund“ der Verelendung hinabgestoßen, kann und wird das Weltproletariat unbedingt nur dadurch eine unbesiegbare Weltkraft werden, dass seine ideologische Vereinigung auf Grund der Prinzipien des Marxismus-Leninismus, des proletarischen Internationalismus, gefestigt wird durch die materielle Einheit zwischen der Weltorganisation und ihrer nationalen Abteilungen, und diese über hundert nationalen Abteilungen zur milliardenstarken Weltarmee des Proletariats zusammenschweißt. Das Weltproletariat zu dieser weltrevolutionären Selbsterkenntnis zu bringen und sein Selbstbewusstsein entsprechend zu schärfen – das ist heute die Aufgabe der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten und das ist der Grund für die Aufstellung unserer neuen Losung: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“. Der Weltsozialismus wird erst dann eine Macht sein, wenn er zum bewussten Ziel des politischen Kampfes des Weltproletariats geworden ist, wenn das Weltproletariat die Proletarier aller Länder, und sodann alle werktätigen Massen, um dieses Ziel vereinigt.

Das Kapital geht immer da hin, wo es am meisten Profit abwirft und dorthin organisiert es auch die Arbeit, vereinigt es die Arbeiter im Weltmaßstab, tauscht es die Arbeiter weltweit aus, schweißt es sie weltweit zusammen, um sie im selben Augenblick am anderen Ende der Welt wieder auf die Straße zu werfen. Die Vereinigung der Arbeiter aller Länder ist eine absolute Notwendigkeit, dadurch hervorgerufen, dass die über die Arbeiter herrschende Kapitalistenklasse ihre Herrschaft nicht auf ein einzelnes Land beschränkt, sondern sich über alle Länder der Welt erstreckt. Die Abhängigkeit aller Länder wird durch die Zentralisation und Konzentration des Weltkapitals immer größer. Die Banken, diese weltgewaltigen Schatzkammern von Kapitalien, haben alles Kapital der ganzen Welt zusammengetragen, haben sich monopolisiert und internationalisiert. Das ist der Grund, weshalb auch der Kampf des Weltproletariats nur dann erfolgreich sein kann, wenn es die Arbeiter aller Länder zu festen internationalen Kampfabteilungen zusammenschließt. Da, wo die Kapitalisten ihre Hand ausstrecken, wo sie am meisten Profit machen können, wo sie die besten Bedingungen für die Ausbeutung der Arbeiter vorfinden, da werden auch die Abteilungen des Weltproletariats konzentriert, da setzt die internationale Arbeiterbewegung den Hebel ihres Kampfes an, da eilt sie zur Hilfe, da stellt sie sich als internationale Kraft gegen die internationalen Kraft des Kapitals.

Wo ist der Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit schärfer als in der globalisierten Industrie? Wenn Friedrich Engels also mit seiner folgenden Feststellung Recht hat : Je weiter das Fabriksystem in einen Arbeitszweig eingedrungen, desto mehr nehmen die Arbeiter an der Bewegung teil; je schärfer der Gegensatz zwischen Arbeiter und Kapitalisten, desto entwickelter, desto schärfer das proletarische Bewusstsein im Arbeiter“ (MEW, Band 2, Seite 455), dann entwickelt der globale Industriearbeiter ein weltproletarisches Bewusstsein, das Bewusstsein des Weltproletariats, das schärfer“, entwickelter“ und bewusster als jedes andere proletarische Bewusstsein ist. Es ist eine unbestreitbare Wahrheit, dass die Globalisierung des Kapitals auch zu einer Globalisierung der Bedürfnisse des Weltproletariats führt, dass der globalisierte Produktionsaustausch zur globalisierten Kommunikation und zum globalisierten Gedankenaustausch führt, zur globalen Vereinigung des Weltproletariats führt – alles wichtige Voraussetzungen dafür, dass das Weltproletariat sein Klassenbewusstsein stärkt und es ihm die Möglichkeit gibt, gegen die räuberische weltimperialistische Ordnung global – also auf gleicher Augenhöhe - zu kämpfen. Erst die Stellung eines Industriearbeiters in einer globalisierten Industrie versetzt die Arbeiterklasse überhaupt in die Lage, für ihre internationale Befreiung vom Weltimperialismus siegreich zu kämpfen. Die weltrevolutionäre Disziplin fällt nicht vom Himmel, sie erwächst aus den materiellen Bedingungen der globalisierten Weltproduktion und nur aus ihnen. Und umgekehrt: Erst durch die Globalisierung der Industriearbeiter werden die materiellen Bedingungen geschaffen, ist das globalisierte Industrieproletariat der Träger der materiellen Bedingungen oder ihr Schrittmacher, der nicht nur den größten Anteil an der Schaffung des Reichtums in der Welt hat und den wichtigsten Posten in der gesellschaftlichen Organisation der Weltarbeit innehat, sondern auch im Vergleich zu allen anderen, in der Welt die höchste Mehrarbeit leistet und damit den höchsten Profit abwirft. ER füllt heute die Schlüsselrolle in der Weltproduktion aus. Das globalisierte Industrieproletariat setzt alle Kräfte des gesamten Weltproletariats für den weltrevolutionären Kampf in Bewegung, setzt alle weltrevolutionären Kräfte frei. Es reißt die rückschrittlicheren Schichten mit, und macht somit das Weltproletariat als gesamte Klasse für die proletarische Weltrevolution reif. Der globalisierte Industriearbeiter ist also der Repräsentant der gesamten ausgebeuteten und unterdrückten Weltbevölkerung im heutigen Gesamtsystem der weltkapitalistischen Gesellschaft. Und der globalisierte Industriearbeiter ist auch der neue Repräsentant und Führer der Proletarier jedes einzelnen Landes, das sich das Weltkapital seinen Zwecken unterworfen hat. Und somit ist er nicht nur Repräsentant, sondern auch der prädestinierte Führer des weltproletarischen Klassenkampfes, ist er das revolutionärste Element des heutigen Weltproletariats, ist die Vereinigung gerade dieser revolutionärsten Weltelemente vorrangig anzupacken. Es ist also vor allem der globalisierte Industriearbeiter, der für unsere marxistisch-leninistische Weltpolitik am zugänglichsten ist, und den wir vorrangig für die Bildung der Avantgarde des Weltproletariats gewinnen müssen, weil nur er es ist, der das Weltproletariat überhaupt zur revolutionären Vereinigung aller Länder führen kann, ohne die sich die Länder vom Weltkapital gar nicht befreien können. Ohne Existenz des globalisierten Industriearbeiters ließe sich die Losung: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ also gar nicht realisieren. Darüber lohnt es sich, eine ganze Weile nachzudenken. Die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten hat jedenfalls längst begriffen, welche gesellschaftliche Kraft infolge ihrer Stellung in der globalisierten Welt an der Verwirklichung des Weltsozialismus am meisten interessiert ist, und deswegen werden wir auch dieser Kraft ihre Interessen und ihre historische Weltmission zum Bewusstsein bringen, werden wir zuallerst gerade ihr zum weltkommunistischen Bewusstsein verhelfen ! Von seiner ökonomisch-gesellschaftlichen Stellung ist der globalisierte Industriearbeiter der klassenlosen Weltgesellschaft am nächsten. Und daher auch sein Bewusstsein. Die weltrevolutionärste Kraft ist heute das globalisierte Industrieproletariat ! Es wird das höchste Klassenbewusstsein des Proletariats entwickeln und wird in Verbindung mit dem Marxismus-Leninismus zum Träger des sozialistischen Weltbewusstseins aller Proletarier. Er ist sowohl die wichtigste soziale Stütze als auch das führende Element des Weltkommunismus. Auf ihm und unter seiner Führung baut sich die kommunistische Weltpartei auf. Und keine Macht der Welt kann den Arbeitern dieses höchste proletarische Klassenbewusstsein, also das weltrevolutionäre Bewusstsein rauben, kann ihm seine kommunistische Weltpartei rauben. Ohne Wissen sind die Arbeiter wehrlos, wenn sie aber über das weltweite Wissen verfügen, insbesondere über das Wissen des Marxismus-Leninismus, werden sie eine Weltmacht! Zuerst aber müssen sie sich Wissen über sich selbst, über ihre eigene internationale Lage aneignen und die hat sich in relativ kurzer Zeit grundlegend geändert und wird sich weiter in äußerst rasantem Tempo verändern:

Das globalisierte Kapital bringt ein globalisiertes Proletariat hervor mit neuen internationalen Zügen, das schon nicht mehr das gleiche Proletariat ist, wie das internationale Proletariat vergangener Zeiten, mit seinen eigentümlich geprägten nationalen Wurzeln, Charakteren und Kulturen. Vor allem ist die wirkliche Lage des globalisierten Proletariats sowohl in ökonomischer, politischer und ideologischer Hinsicht nicht mehr vergleichbar mit der alten Konstellation von privilegierten Proletariern der Unterdrückernationen und unterprivilegierten Proletariern der unterdrücktern Nationen. Ferner benötigten die Arbeiter in den klassischen westlichen Industrieländern eine verhältnismäßig lange Zeit zur Entwicklung ihres Klassenbewusstseins, so entwickelten die russischen und albanischen Klassenbrüder das sozialistische Bewusstsein in viel schnellerer, also innerhalb relativ kurzer Zeit, da sie auf dem bereits vorher entwickelten Klassenbewusstsein der Arbeiter der westlichen Industrieländer aufbauen konnten, vor allem aber, dass sie sich das kommunistische Bewusstsein durch den Marxismus-Leninismus aneigneten. Je höher die Stufe der proletarischen Vereinigung, desto schneller wird sie erreicht, desto mehr verbreitet sie sich. Je höher die Stufe des Klassenbewusstseins, desto schneller wird es erreicht, desto weiter verbreitet es sich. Die Globalisierung bietet den günstigsten Nährboden für die Aneignung des weltproletarischen Bewusstseins, das sich auf alles bisher entwickelte Klassenbewusstsein, insbesondere auf dem sowjetischen und albanischen Bewusstseins der Arbeiter aufbauen kann. Das Weltproletariat legt den Weg zur Entfaltung seines weltrevolutionären Klassenbewusstseins in einem Bruchteil jenes Weges zurück, den die Proletarier aller Länder brauchten, um ihr Bewusstsein, insbesondere das sozialistische Bewusstsein in „einem“ Land zu entwickeln. Die proletarische Weltpartei wird sich durch die Globalisierung schneller, gründlicher und massenwirksamer aufbauen als das jede bisherige kommunistische Partei vermocht hat, als das es die Komintern vermocht hat. All das wird den Sieg der sozialistischen Weltrevolution in jedem Land beschleunigen. Nur das Weltproletariat selbst wird an Hand seiner eigenen Erfahrungen begreifen lernen, was sozialistische Weltrevolution in jedem Land überhaupt bedeutet. Die Weltbourgeoisie wird „diesen Unsinn“ jedenfalls erst hinterher begreifen, das heißt, wenn es für sie zu spät ist.

– Heute schleudert das Weltkapital das Weltproletariat über den ganzen Erdball, macht immer mehr Arbeiter global austauschbar, so austauschbar wie traditionelle Industrien, die auf der einen Seite des Erdballs verschwinden, um auf der anderen Seite wieder völlig neu aufgebaut zu werden auf immer höherer Stufenleiter der technischen Revolution, versetzt das Kapital jeden Ort der Welt zu einem Konkurrenzort unter den Arbeitern der ganzen Welt, nutzt es ihre internationale Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt immer brutaler aus, wird der durchschnittliche Weltlohn immer tiefer ans Existenzminimum gedrückt, wächst ein Milliarden großes Weltarbeitslosenheer heran, das sich über den ganzen Erdball bewegt und in seiner Bewegung von niemandem aufgehalten wird. Der einzelne Arbeiter hat also nicht nur die gesamte Weltordnung des Kapitalismus gegen sich, sondern auch die Konkurrenz auf dem Weltarbeitsmarkt, vor allem aber die ganze Weltreservearmee auf seinen Schultern, dessen Konkurrenz ihn erdrückt. So wird jeder Kampf um den Arbeitsplatz mehr als „nur“ ein Kampf gegen die gesamte Weltordnung. Eben deswegen erlangt die Vereinigung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit Weltbedeutung, wird sein Kampf zum Kampf im Namen aller Werktätigen der ganzen Welt, also gegen jene Welt, die von fremder Weltarbeit lebt. Eben deswegen leitet der Kampf des heutigen Arbeiters die Epoche des Weltsozialismus ein, kündigt er die Befreiung des Weltproletariats von der Lohnsklaverei auf dem gesamten Erdball an. Die internationale Vereinigung der Arbeiter ist also unter dem globaliserten Arbeitsverhältnis eine unabdingbare Notwendigkeit geworden, weil es die Bindung zum heimatlichen Land zerreißt, den Proletarier dieses oder jenes Landes zum Weltproletarier, zum internationalen Arbeiternomaden macht, der zu Hause, in seiner alten Heimat, keine Existenzgrundlage mehr vorfindet und tausende von Kilometern von der Familie getrennt wird, um sie von dort aus überhaupt noch versorgen zu können. Das globalisierte Kapital sprengt unvermeidlich jede bisherige Bindung der Arbeiter an die alte Gesellschaft, jede Bindung an nationale Wurzeln, jede Bindung an irgendeinen Ort auf der Welt, an irgendeinen Ausbeuter auf der Welt. In dem Maße, wie das globale Kapital die Arbeiter global austauscht, tauschen sich die Arbeiter selbst global untereinander aus, tauschen sie ihre nationale Vereinigung aus:

Der Fortschritt der Industrie, dessen willenloser und widerstandsloser Träger die Bourgeoisie ist, setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz, ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation“ (Marx, Engels, „Manifest der Kommunistischen Partei“, London 1848, MEW, Band 4, Seite 474, 472).

Das Weltproletariat erkennt an Hand der eigenen Erfahrungen, dass die Lage und die Interessen der Arbeiter der ganzen Welt die Gleichen sind, dass sie sich immer mehr nach unten angleichen. Die Arbeiter lernen die Zustände und Verhältnisse in anderen Ländern kennen, vergleichen sie miteinander und überzeugen sich davon, dass die Ausbeutung im Grunde genommen überall die Gleiche ist, dass sie sich nach unten angleicht. Die Arbeiter der ganzen Welt lernen untereinander von ihren internationalen Erfahrungen, übernehmen die Erfahrungen der anderen, verallgemeinern ihre Erfahrungen, ziehen ihre Schlüsse, machen entscheidende Bewusstseinsprozesse über ihre eigene internationale Lage durch. Heute muss man unter Klassenbewusstsein des Arbeiters etwas anderes verstehen als vor hundert Jahren. Damals beschränkte sich das Klassenbewusstsein darauf, sich gegen den Kapitalisten der großen Fabriken zusammenzuschließen und für die Freiheit der Arbeiter zu kämpfen, später die Arbeitermacht in einem Land zu erobern und den Sozialismus in „einem“ Land aufzubauen. Mit einem solchen Klassenbewusstsein kann man dem Weltkapitalisten aber schwer beikommen, denn er kann die Arbeiter eines ganzen Landes kaltstellen, wann immer es ihm passt. Er kann auch ein sozialistisches Land in ein kapitalistisches Land zurückverwandeln, wann immer es ihm passt, wenn das Niveau des Klassenbewusstseins der Arbeiter nicht auf eine höhere Stufe gehoben wird. Das ist der springende Punkt. Es reicht nicht mehr aus, dass die Proletarier dieses oder jenen Landes den Proletariern dieses oder jenen Landes solidarisch „zur Hilfe eilen“, sich gegenseitig unterstützen. Auf diese Weise allein können sich die Proletarier aller Länder nicht mehr wirkungsvoll genug wehren, können sie ihre Stärken nicht genug ausschöpfen gegenüber einem international überlegenen Gegner. Mit der einfachen Formel der Vereinigung:Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ allein ( wir dürfen niemals den schweren Fehler begehen, das Wörtchen „allein“ zu streichen!!!!) ist es leider noch lange nicht getan, um den Weltkapitalismus in die Knie zu zwingen. Die Proletarier brauchen unbedingt noch eine zweite, qualitativ höhere Formel ihrer internationalen Vereinigung:

Das Weltproletariat ist eine Klasse gegenüber dem Weltkapital geworden, aber noch nicht eine Klasse für sich selbst, denn der Kampf - Weltklasse gegen Weltklasse - ist ein weltpolitischer Kampf. Die Klasse des Weltproletariats entwickelt sich erst jetzt auf dem Boden des internationalen Klassenkampfes, macht sie darin einen notwenigen Reifeprozess durch, der von uns Kommunisten gefördert werden muss. Das Weltproletariat muss die Proletarier aller Länder zentralisierend vereinigen und zwar als seine Abteilungen, muss die verteilten Kräfte zu einer einzig beweglichen Massenkraft verschmelzen. Das müssen natürlich die sich selbst organisierenden politischen Abteilungen (nicht autonomen !) des sich selbst organisierenden politischen Weltproletariats sein. Der Mangel der Beweglichkeit der Proletarier aller Länder liegt im Mangel ihrer Zentralisation. Nur das Weltproletariat kann eine in allen Ländern bewegliche (manövrierfähige) Zentralisation herstellen, mit der es alle Proletarier der Länder zu einer einzigen Kraft zusammenballen kann, um sie auf denselben Angriffspunkt zu richten. Nehmen wir zur Veranschaulichung ein Bild, die „Matruschka“, die sich übereinanderstecken lässt. Das Weltproletariat kann keinerlei revolutionäre Kraft entfalten, wenn es nur die letzte, die größte Puppe ist, unter der alle anderen Puppen von Proletariern eines Landes sich aus Eigeninitiative selber ineinander stecken. Das Weltproletariat kann sich nicht als Klasse formieren auf direktem Wege des Zusammenschlusses, sprich: der Übereinstimmung, der Übereinformung der Proletarier der einzelnen Länder. Die Proletarier der Länder können nicht selber unter sich heraussuchen, wie und was am besten zueinander passt, können untereinander keine Profilanpassungen vornehmen, um sich ihr Weltprofil zu schaffen. Nicht die Proletarier aller Länder formen/formieren das Weltproletariat – Das Weltproletariat formt/formiert die Proletarier aller Länder, seitdem das nationale Kapital seine internationale Form angenommen hat. Nicht die Kommunistischen Parteien der Länder gehen voran zur ihrer Formierung in der Kommunistischen Internationale, sondern voran geht die Kommunistische Internationale bei der Formierung der Kommunistischen Parteien. Das Weltproletariat kann nicht passiv abwarten, bis eine Puppe sich so weit entwickelt und herausgeformt hat, bis sie sich endlich über eine andere stülpen lässt, also bis alle so geformt sind, dass auch mit der letzten Übereinstimmung, mit der letzten übergestülpten Puppe das Weltproletariat „komplett formiert“ ist. Nach diesem naiven Muster (mechanistische Vereinigung) gingen die Revisionisten vor, indem für sie die Formvorlage, die Schablone für den Weltsozialismus, die erste Puppe, das erste sozialistische Land sei – die Sowjetunion. Die nächste Puppe, die darüber gestülpt werden sollte, wäre beispielsweise das revolutionäre Deutschland gewesen usw. usf. bis schließlich auch das letzte Land der Welt als Puppe drüber gestülpt wäre = „Sieg der sozialistischen Weltrevolution“ = „Sieg des Weltsozialismus“ = „Sowjetunion als Zentrum des Weltsozialismus“. Nach diesem Modell stellten sich die Revisionisten auch später die Entstehung des sozialistische Lager vor: alle sozialistischen Länder stülpen sich eines nach dem anderen über die Sowjetunion als dicke Panzerschicht und bilden deren Schutzschild im Kampf gegen den Weltkapitalismus. So konnte und so kann kein sozialistisches Lager auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus entstehen. Wie aber wirken nun die Vereinigungskräfte des Weltproletariats wirklich ?

Um es mit den entliehenen Worten von Friedrich Engels zu formulieren:

Die Vereinigungskräfte des Weltproletariats wirken ganz wie die Naturkräfte: blindlings, gewaltsam, zerstörend, solange das Weltproletariat sie nicht erkennt und nicht mit ihnen rechnet. Hat das Weltproletariat seine Vereinigungskräfte aber einmal erkannt, ihre Tätigkeit, ihre Richtung, ihre Wirkungen begriffen, so hängt es nur vom Weltproletariat selber ab, sie mehr und mehr seinem eigenen Willen zu unterwerfen und vermittels ihrer seine historische Mission zu erfüllen. Solange sich die Proletarier aller Länder hartnäckig weigern, ihre internationalistische Natur und ihren Weltklassencharakter zu verstehen, das heißt die bisherige Vereinigung von ihrer nationalen Beschränktheit, von ihren nationalen Fesseln zu befreien – und gegen dieses Verständnis sträubt sich die Weltbourgeoisie und ihre revisionistischen Verteidiger, setzen sie den revolutionären Vereinigungskräften des Weltproletariats ihre konterrevolutionären Widerstandskräfte entgegen, , - so lange wirken die Lohnsversklavungskräfte des Weltkapitals sich aus, trotz des Weltproletariats, gegen das Weltproletariat, solange beherrschen sie das Weltproletariat. Aber einmal in seiner internationalistischen Natur begriffen, können die Vereinigungskräfte in den Händen des Weltproletariats aus dämonischen Herrschern in willige Diener verwandelt werden. Es ist der Unterschied zwischen der zerstörerischen Gewalt der Jagd nach Höchstprofiten und der schöpferischen Kraft der Sicherung maximaler Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft aller Länder; der Unterschied der imperialistischen Kriegsverwüstung und Zerstörung der Natur und die globale Nutzung aller menschlichen Vereinigungskräfte im Dienst von Mensch und Natur“ (siehe Friedrich Engels, „Anti-Dührung“). Der Weltkapitalist vereinigt die Arbeit aller Länder zur Weltarbeit, um das Weltkapital zu vermehren. Entreißt der Weltarbeiter aber dem Welktkapitalisten den Besitz der vereinigten Weltarbeit, nimmt der Weltarbeiter also stattdessen selber Besitz von seiner Vereinigung, ist der Warencharakter der globalen Weltarbeit beseitigt, beherrscht die vereinigte Weltarbeit nicht mehr den Weltarbeiter, sondern herrscht der Weltarbeiter umgekehrt über die vereinigte Weltarbeit.

Die Vereinigungskräfte des Weltproletariats haben eine viel tiefere Bedeutung, auch ihrem Inhalt nach, als die Vereinigungskräfte der Proletarier aller Länder. Darüber muss man sich erst einmal völlig im Klaren werden, sonst kann die Losung:Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ nicht richtig begriffen werden. Die Schaffung dieser höheren Dimension der Vereinigung setzt natürlich eine höher dimensionierte Vorstellungskraft vom Marxismus-Leninismus voraus, die sich die Proletarier heute unbedingt aneignen werden. Die Arbeiter werden sich also darüber bewusst werden, dass sie ihre Vereinigungskraft auf einer neuen, höheren Ebene viel besser entfalten können, dass sie diese globale Aufgabe viel leichter bewältigen können, wenn sie sich in internationale Abteilungen verwandeln. Bislang blieben die Arbeiter auf herkömmlicher Vereinigungsstufe immer nur die Arbeiterklasse eines Landes, also als Teil der Klassengesellschaft „ihrer“ Nation, die lediglich nur von außen unterstützt wurde, nicht vom Weltproletariat, sondern direkt von den Proletariern aller anderen Länder – z. B. gegen die weltkapitalistische Umkreisung der Arbeiterklasse eines jeden Landes, ob nun eines kapitalistischen oder (später) eines sozialistischen Landes. Die Arbeiterklassen in allen Ländern können sich aber erst dann als Teil des ganzen Weltproletariats erkennen, nachdem sie tatsächlich zu einem solchen (materiellen) Teil geworden sind, nämlich (zunächst urwüchsig) eine internationale (!) Abteilung aller internationalen(!) Abteilungen der Weltarbeit, die sich das Weltkapital geschaffen hat, um höchste Profite zu erwirtschaften. Der Internationalismus der Arbeiterklasse beruht darauf, dass die Arbeiterklasse selber eine einheitliche internationale und keine Anhäufung von nationalen Klassen ist.

Die Vereinigung der Proletarier aller Länder, die sich der Weltkapitalismus durch die Globalisierung zu höchster Ausbeutung geschaffen hat, kann nicht gleich jener Vereinigung aller Proletarier, wie sie das Proletariat selber braucht, um sich vom Weltkapitalismus zu befreien. Spontaneität der Vereinigung führt nicht zur Befreiung des Proletariats, sondern nur zur globalisierten Lohnsklaverei, denn durch die globalisierte Produktionsweise des Kapitalismus wird das Proletariat nur noch fester an das Weltkapital geschmiedet. Also: Das Weltproletariat braucht seine eigene Vereinigung, eine Vereinigung, die seinen eigenen Interessen dient, die der Vernichtung des Weltkapitals und damit der Vernichtung der Weltlohnskalverei dient. Das Weltproletariat, um sich aus einer willfährigen Masse des Kapitals in eine weltrevolutionäre Kraft gegen das Kapital zu verwandeln, muss sich seiner Vereinigung zur Akkumulation des Weltkapitals entgegenstellen, muss diese Vereinigung als Waffe gegen das Weltkapital einsetzen, muss selber von seinerVereinigung Besitz ergreifen zur Akkumulation seiner weltrevolutionären Kräfte. Das Weltproletariat braucht eine höhere Form der Vereinigung., die nicht der Weltkapitalismus schafft, sondern das Proletariat selbst, kurz:

Die kapitalistische Vereinigung der Weltarbeit muss in eine sozialistische Vereinigung einer einzigen Weltklasse, der selbstbewussten Klasse des Weltproletariats, verwandelt werden. Das geschieht nicht auf direktem Wege, da die Proletarier durch Länder voneinander getrennt sind, und getrennt sind die Proletarier aller Länder bekanntlich ohnmächtig. Sie bleiben aber auch auf niederer Stufe ihrer Vereinigung ohnmächtig, weil sie die Trennung durch eine ihnen global gegenüberstehende Macht nur auf einer höheren Stufe ihrer Vereinigung überwinden, indem sie eine ebenbürtige globale Macht werden, durch die Verschmelzung der Proletarier aller Länder zu einer einzigen Klasse. Das Ende der Trennung der Proletarier aller Länder beginnt mit der Trennung von alten Vorstellungen von allen bisherigen Formen ihrer Vereinigung. Mit der Negation der Negation gelangen die Proletarier jedoch zu neuen Ideen über ihre neuen Vereinigungsformen, sodann führt die Negation der Negation die Proletarier zu den neuen Vereinigungsformen selbst. Die Negation der Negation heißt aber nichts anderes, als die alten, nicht ausreichenden, zu schwachen Vereinigungsformen auf eine neue, höhere, globale Stufe heben zu können, die Vereinigungskräfte stark zu machen, damit die „Nuss“ – Weltkapitalismus – endlich geknackt werden kann. Erst durch die Negation der Negation der Vereinigung der Proletarier der Länder entfaltet sich die einzig revolutionäre Klasse der heutigen Welt, die Kraft des Weltproletariats. Nur als Weltproletariat sind die Proletarier heute revolutionär. Um ihre revolutionäre Kraft vollständig entfalten zu können, bedürfen die Proletarier aller Länder also dringend der revolutionären Kraft des Weltproletariats, die es aus allen Ländern der Welt zusammenzieht. Die Proletarier aller Länder sind also nur insofern revolutionär, als sie dazu beitragen, als sozialistisches Weltproletariat zu wachsen und zu erstarken.

Die Kräfte der Proletarier aller Länder, die im eigenen Land zur Vereinigung verbraucht werden, müssen aufgeteilt werden – ein Teil wird verbraucht zum Vereinigen des Weltproletariats, ein anderer Teil verbleibt für die Vereinigung im eigenen Land. Die revolutionären Kräfte, die das Proletariat eines Landes für die Vereinigung des Weltproletariats verbraucht hat (vorgeschossen, „investiert“ hat, kommen später also hundert und tausendfach zurück!). Die revolutionären Kräfte, die jeder einzelne Proletarier für sein Erstarken als Weltproletariat einsetzt, dient also letzendlich seinem eigenen Erstarken, kann er es als Soldat der proletarischen Weltarmee mit der gesamten Konterrevolution der Weltbourgeoisie aufnehmen. Also ein Teil der Kraft des Proletariers eines Landes wird für seine Einschmelzung ins Weltproletariat verausgabt, geht ihm also scheinbar „verloren“. Aber in Wirklichkeit erhält das Proletariat eines Landes dadurch eine Qualität zurück, die es vorher, ohne dass es sich diesem freiwilligen Verwandlungsprozess unterzogen hätte, nie erreicht hätte. Zum ersten Mal in der Geschichte des Sozialismus müssen die Proletarier nicht mehr ihre Kräfte gegen die Konterrevolutionären Kräfte der kapitalistisch-revisionistische Umkreisung ihres Landes verausgaben, sondern können diese ganz für sich selbst nutzen. Also heute Verausgabung der Kräfte für die Steigerung der globalen Kraft des Weltproletariats, für die gemeinsame proletarische Sache und morgen für die Interessen im eigenen Land, damit jedes Land übermorgen wieder einen noch größeren Beitrag für die gemeinsame, internationalistische Sache leisten kann und sich damit wiederum im eigenen Land auf eine höhere Entwicklungsstufe stellt.

Kleiden wir diesen Vereinigungsprozess in die Begriffswelt der politischen Ökonomie, können wir auch von den „Produktivkräften“ und „Produktionsverhältnissen“ bei der Weltproduktion von proletarischer Vereinigung sprechen. Sozusagen „produziert“ das Weltproletariat seine eigene Vereinigung, indem es die dafür notwendigen „Produktiv“kräfte und „Produktions“verhältnisse aller Länder in Übereinstimmung bringt. Durch die Einsicht in diese Notwendigkeit und den Kampf um die Übereinstimmung der Vereinigungskräfte mit den Vereinigungsverhältnissen nähert sich das Weltproletariat seiner weltrevolutionären Bewegungsfreiheit. Von allen Produktionsmitteln ist die größte Weltproduktivkraft die weltrevolutionäre Klasse selbst. Die Schaffung der Weltorganisation des Weltproletariats setzt die fertige Existenz des Weltproletariats als revolutionärste Produktivkraft selbstverständlich voraus. Hemmschuh sind dabei nicht nur die nationalen Schranken, sondern die Gesamtheit aller Erschwernisse jener Verhältnisse, die die Proletarier aller Länder gegenwärtig vorfinden, unter denen sie ihre organisierte Vereinigung selber „produzieren“ müssen. Die „Produktionsverhältnisse“ für die „Produktion“ der Vereinigung, also die Art und Weise wie die Proletarier ihre Vereinigung herstellen und unter welchen Umständen sie diese herstellen, um zum sozialistischen Weltproletariat werden zu können, müssen also revolutioniert werden, um sie mit den ständig weltweit anwachsenden Produktivkräften der Vereinigung in Übereinstimmung zu bringen. Revolutionierung der Produktionsverhältnisse der Vereinigung zum Weltproletariat bedeutet eben die Überwindung der alten Produktionsverhältnisse der Vereinigung der Proletarier der Länder. Die Proletarier aller Länder verwandeln den Haupthemmschuh ihrer Vereinigung in eine Haupttriebfeder mit der Formel: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“- Also:

Proletarier aller Länder – vereinigt euch!- undWeltproletariat – vereinige alle Länder!“ sind die beiden zusammengehörigen Formeln, die im neuen Geiste des proletarischen Internationalismus von zwei Polen aus aufeinander wirken können und somit die Kraft des Proletariers auf eine völlig neue Stufe heben. Dies ist die dialektische Grundidee zur Entfaltungt des proletarischen Internationalismus für die weltrevolutionäre Vereinigung der Proletarier aller Länder unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Weltkapitalismus. So wie die Vereinigung der Proletarier aller Länder die erste Bedingung, ist die Vereinigung der Länder durch das Weltproletariat die zweite Bedingung für die revolutionäre Befreiung der Proletarier.

Die Verschmelzung des proletarischen Internationalismus verläuft also nicht in der alten Form der Vereinigung der einzelnen Länder, sondern in neuen Formen der Vereinigung der Proletarier aller Länder, in Form ihrer Vereinigung durch das Weltproletariat selbst. Das Weltproletariat wird schließlich erst dann manövrierfähig, wenn es alle seine Abteilungen, die Arbeiterklassen der Länder manövrieren kann – auf dem Schlachtfeld des internationalen Klassenkampfes. Es ist der Weltkapitalismus, der die Arbeiterklassen aller Länder in das Weltproletariat verwandelt durch die Weltproduktion. Dieses Weltproletariat entwickelt sein Klassenbewusstsein aber nicht etwa aus den zusammengesetzten Teilchen von Klassenbewusstsein der Arbeiterklassen aller Länder. Das Klassenbewusstsein des Weltproletariats ist nicht die Summe des Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse jeden Landes, sondern die Potenz ihres gemeinsamen Bewusstseins. Marx stellt diese „Kraftpotenz“ in seinem „Kapital“ wie folgt dar:

Abgesehn von der neuen Kraftpotenz, die aus der Verschmelzung vieler Kräfte [ Verschmelzung der Klassenkräfte des Proletariats einzelner Länder – Anmerkung der Redaktion], in eine Gesamtkraft entspringt [ in die Gesamtkraft der Klasse des Weltproletariats – Anmerkung der Redaktion], erzeugt bei den meisten produktiven Arbeiten der bloße gesellschaftliche Kontakt [und nun setze man an die Stelle dieses „bloßen gesellschaftlichen Kontakts“ das weltrevolutionäre Klassenbewusstsein !!!!! - Anmerkung der Redaktion] einen Wetteifer und eine eigene Erregung der Lebensgeister (animal spirits) [ der SOZIALISTISCHEN Lebensgeister !!! - Anmerkung der Redaktion], welche die individuelle Leistungsfähigkeit der Einzelnen erhöhen [also die revolutionäre Leistungsfähigkeit der Proletarier eines einzelnen Landes – Anmerkung der Redaktion]; (MEW, Band 23, Seite 345).

Der Totengräber des Weltkapitals ist also nicht etwa der lose Verbund aller Proletarier einzelner, voneinander unabhängiger Länder, die sich gegenseitig helfen und mit ihrem Zusammenschluss, ihrer Vereinigung, ihrem Zusammenhalt - Schulter an Schulter wie in einer Wagenburg enger zusammengerückt - (= eher für eine Verteidigungstaktik geeignet !) die Schläge des Weltkapitalismus gemeinsam abzuwehren, sondern Totengräber ist einzig und allein das zum Weltproletariat verschmolzene Proletariat, das der Weltbourgeoisie in Augenhöhe, nämlich auf dem entscheidenden internationalen Schlachtfeld, gegenübersteht:

Gerade wie bei Marx eine bestimmte, wenn auch veränderliche, Minimalgröße der Tauschwertsumme nötig war, um ihren Übergang in Kapital zu ermöglichen [Umschlagen von Quantität in Qualität – Anmerkung der Redaktion] , geradeso ist bei Napoleon eine bestimmte Minimalgröße der Reiterabteilungen nötig, um der in der geschlossenen Ordnung und planmäßigen Verwendbarkeit liegenden Kraft der Disziplin zu erlauben, sichtbar zu werden und sich zu steigern bis zur Überlegenheit selbst über größere Massen besser berittner, gewandter reitender und fechtender, und mindestens ebenso tapfrer irregulärer Kavallerie“ (MEW, Band 20, Engels, „Anti-Dührung“, Seite 120).

Was das Umschlagen von Quantität in Qualität anbelangt, so gilt dies für das Kapital ebenso wie für die Arbeiter. Für das Weltkapital wie für das Weltproletariat gilt gleichermaßen die Schöpfung ihres Kräftepotentials vermittels des Weltumschlags von Quantität in Qualität !

Mögen die Proletarier aller Länder im losen Verbund (Bündnis) den Weltkapitalismus durchaus begraben können, aber es kann den Weltkapitalismus auf diese Weise deswegen noch lange nicht töten (... worauf es schließlich ankommt, denn der Proletarier kann nicht etwas begraben, was er nicht vorher selber getötet hat! – das vermag er nur, wenn er sich ins Weltproletariat verschmilzt. Die Arbeiter aller Länder können sich zusammenschließen, aber nicht verschmelzen, das können sie nur als Weltproletariat ( in der Chemie: die Wirkung als Gemisch erwirbt durch die Verschmelzung eine neue Qualität – und nur mit dieser neuen Qualität können neue Eigenschaften ausgenutzt werden!). Die Arbeiter aller Länder aber, wenn sie sich selbst nur damit begnügen, sich auf alte Weise zu vereinigen, werden das also gar nicht schaffen können. Was also tun? Sie brauchen eine solche internationale Form der Vereinigung, die der internationalen Form des Weltkapitals auf gleicher Ebene entspricht. Verwandelt das Weltproletariat die Proletarier aller Länder nicht in seine eigenen internationalen Abteilungen, bleibt das Weltproletariat ganz einfach nur machtlos gegenüber dem Gesetz der kapitalistischen Umkreisung, das es historisch zu knacken gilt. Damit dass Weltproletariat seine zentralisierende Kraft gegenüber der zentralisierten Kraft des Klassengegners voll entfalten kann, fehlt noch ein entscheidender Punkt. Das Weltproletariat muss erst einmal seinerseits die Proletarier in jedem Land mobilisieren, um die Gesamtinteressen des Proletariats überhaupt durchsetzen zu können. Das passiert aber nicht automatisch, nicht im Selbstlauf, sondern das Proletariat muss das in mühevollem Kampf selber organisieren – das heißt, das Weltproletariat muss zum organisierten Weltproletariat werden, muss ein sozialistisch organisiertes Weltproletariat werden, muss sozusagen seinen Rohzustand veredeln, wird nicht im Selbstlauf zu einer scharfen Waffe, sondern muss sich selber als scharfe Waffe schmieden / formieren im Feuer des weltrevolutionären Klassenkampfes. Erst im Verlauf des direkten Klassenkampfes zwischen dem organisierten Weltproletariat und der organisierten Weltbourgeoisie, erst durch das Absolvieren einzelner Entwicklungsstufen des internationalen Klassenkampfes in allen Ländern der Welt wird sich die sozialistische Weltrevolution entfalten. Die sozialistische Weltrevolution reduziert sich nicht im Akt der Machtübernahme. Das ist nur der krönende Augenblick eines langwierigen, komplizierten Klassenkampfes um die Macht. Die sozialistische Weltrevolution kann nur das Ergebnis des globalen Klassenkampfes sein. Das Weltproletariat braucht hierzu eben nicht irgendein sozialistisches Bewusstsein, nicht das sozialistische Bewusstsein des Proletariats irgendeines Landes, nicht einmal das Bewusstsein der sozialistischen Arbeiterklasse „eines“ Landes, sondern ein ganz bestimmtes sozialistisches Bewusstsein – das weltsozialistische Bewusstsein !!!! Was heißt aber weltsozialistisches Bewusstsein? Kann sich das Proletariat eines einzelnen Landes sein eigenes weltsozialistisches Bewusstsein entwickeln? Nein, das kann es natürlich nicht. Kann sich das Proletariat jedes einzelnen Landes, können sich die Proletarier aller Länder das weltsozialistische Bewusstsein aneignen, solange sie lediglich Länderproletarier bleiben? Nein, auch das können sie nicht. Wer sonst aber kann sich dann das weltsozialistische Bewusstsein aneignen ? Das weltsozialistische Bewusstsein kann sich nur eine einzige Klasse auf der Welt aneignen – das Weltproletariat, das sich im Klassenkampf der Weltbourgeoisie entgegenstellt. Erst wenn sich das Weltproletariat sein weltsozialistisches Bewusstsein angeeignet hat, wenn es dieses Bewusstsein in allen Abteilungen, in allen Ländern vollständig entwickelt, erst dann wird es weltrevolutionsreif. Die Arbeiter aller Länder müssen erst zu einem einzigen international organisierten Organismus verschmelzen, bevor die Arbeiter aller Länder ihre volle Kraft ausschöpfen, ihre Kräfte zentralisieren können. Das heißt, erst wenn die Arbeiterklassen aller Länder ein Ganzes aus allen Teilen gebildet haben, kann dieses Ganze überhaupt erst in die Lage versetzt werden, nunmehr auf seine eigenen Teile einzuwirken, damit sie ihre volle Kraft als Abteilungen der Weltarmee entfalten können. Die Zentralisierung der proletarischen Kräfte entfaltet sich nur über ausnahmslos alle ihre verschmolzenen Teilkräfte in den einzelnen Länder. Der bisherige Zusammenschluss der Proletarier aller Länder ist also sozusagen lediglich die Vorstufe, eine Voraussetzung für den qualitativen Sprung zur Vereinigung auf höherer Stufe und nicht etwa die Endstufe der internationalen Vereinigung. Nur, wenn man diese höhere Bedeutung der Losung:Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zur Prämisse macht, kann man ihr heute noch gerecht werden, erfüllt sie ihren weltrevolutionären Zweck. Und diese höhere Bedeutung ist es schließlich , die wir gegenüber dem Weltrevisionismus zu verteidigen haben, der diese höhere Bedeutung der Losung auf dem formalen Boden des Marxismus-Leninismus zu revidieren, dem Weltkapitalismus anzupassen versucht, um ihn vor seinem Untergang zu retten ! Nicht die einzelnen Arbeiterklassen der Länder vereinigen sich von sich aus, sondern umgekehrt, das Weltproletariat vereinigt die Arbeiterklassen der einzelnen Länder auf der objektiven Grundlage der Negation des nationalen Kapitals durch das Weltkapital, auf der objektiven Grundlage des Klassenkampfes zwischen den beiden Weltklassen und zwar vermittels seines Klassenbewusstseins. Der Weltkapitalismus negiert sich selbst, indem er das Kapital in den kapitalistischen Länder negiert. Es ist also der Weltkapitalismus, der die Proletarier aller Länder in Abteilungen des Weltproletariats verwandelt. Dies mag alles paradox, widersprüchlich und ungewohnt klingen, aber da wird man sich schnell hineindenken, wird den Nebel der alten, veralteten Vorstellungen von der Vereinigung der Proletarier aller Länder beiseite schieben. Wenn man die Vereinigung der Proletarier aller Länder auf neue Weise erkennen will, muss man zunächst ihre realen, täglichen Veränderungen studieren, die die Proletarier durch die Globalisierung durchmachen, muss man die Tendenzen erkennen, woher und wohin sich diese Veränderungen entwickeln, entwickeln werden, entwickeln müssen. Wir müssen die Dialektik des Weltproletariats erst einmal richtig verstehen lernen, werden uns an die neue weltrevolutionäre Sichtweise erst einmal gewöhnen müssen, um die Perspektiven des Weltproletariats aufzuzeigen. Zum Verständnis dieser Dialektik des Weltproletariats hilft uns unsere Losung:Weltproletariat – vereinige alle Länder“! , weil sie die zukünftige Entwicklung des Weltproletariats präzise und korrekt, klar und deutlich widerspiegelt. Haben wir erst einmal diese Losung vollkommen richtig begriffen, wird es uns auch immer besser gelingen, Missverständnisse aufzuklären und zu beseitigen, werden wir immer besser erkennen, dass wir mit unserer Losung:Weltproletariat – vereinige alle Länder“! die Losung: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ auf die Höhe der heutigen Erfordernisse gehoben haben, um das Ziel schneller und leichter zu erreichen – den Kommunismus.

An den Zusammenhängen des Kapitalismus, am Grundprinzip der Ausbeutung, an den Gesetzen des Kapitalismus, hat sich in 200 Jahren nichts geändert. Der Weltkapitalismus unterscheidet sich „nur“ dadurch vom alten Kapitalismus, dass er die Ausbeutung ausgeweitet, verfeinert, verschärft hat, dass sich aus der kapitalistischen Gesellschaft der Länder eine kapitalistische Weltgesellschaft entwickelt hat.

Die Arbeiter der ganzen Welt sammeln gemeinsame Erfahrungen im Kampf gegen die Weltmonopole, multinationalen Konzerne usw. usf., bekommen ein neues Gefühl von internationaler Solidarität und beginnen solidarisch zu handeln, sich international zu organisieren. So wie die internationalen Monopole, so wie die globalen Kapitalisten, wie der Weltimperialismus auf die Staaten der ganzen Welt Einfluss nehmen, um sie dem Gesetz des Kapitalismus zu unterwerfen und das Weltproletariat immer brutaler auszubeuten, so vereinigt die Arbeiter auch ein internationales Interesse: sich nicht vom Weltkapital erdrücken zu lassen. Die Herrschaft des Weltkapitalismus basiert auf dem Weltprivateigentum einer Hand voll Weltkapitalisten. Mit der Globalisierung kann der Arbeiter seine Arbeitsinstrumente nicht globalisieren, das Weltproletariat ist genauso besitzlos wie vor zweihundert Jahren, ob nun in einer Fabrik, ob in einem Land oder auf der ganzen Welt. An seiner Besitzlosigkeit hat sich bis heute nichts geändert. Der Arbeiter, ob nun heute oder vor 200 Jahren, ob in einer Fabrik, ob in einem Land oder auf der ganzen Welt, muss nach wie vor seine Arbeitskraft verkaufen ob nun an den Kapitalisten einer Fabrik, eines Landes oder an die Weltkapitalisten, die ihm nur so viel bezahlen, wie zu seinem Unterhalt notwendig ist, während sie den ganzen, im Prozess der Weltarbeit produzierten Weltüberschuss in die eigene Tasche stecken; sie bezahlen nach wie vor somit nur einen Teil der vom Arbeiter aufgewandten Arbeitszeit und eignen sich den übrigen Teil privat an. Was der Weltarbeiter an Reichtum schafft, kommt den Weltkapitalisten zu Gute, wird der Gesellschaft entzogen. Wie aber kann der weltkapitalistische Charakter der Produktion aufgehoben werden?:

Die Bourgeoisie kann nicht existieren, ohne die Produktionsinstrumente, also die Produktionsverhältnisse, also sämtliche gesellschaftliche Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. (...) Die fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichern Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnen die Bourgeoisieepoche von allen früheren aus“ (Marx und Engels, „Manifest der Kommunistischen Partei“, MEW, Band 4, Seite 465).

Sie revolutioniert damit ebenso beständig die Teilung der Arbeit im Innern der Gesellschaft und schleudert unaufhörlich Kapitalmassen und Arbeitermassen aus einem Produktionszweig in den andern. Die Natur der großen Industrie bedingt daher Wechsel der Arbeit, Fluss der Funktion, allseitige Beweglichkeit des Arbeiters. (...) Die Entwicklung der Widersprüche einer geschichtlichen Produktionsform ist jedoch der einzig geschichtliche Weg ihrer Auflösung und Neugestaltung. (...) Die kapitalistische Produktion entwickelt daher nur die Technik und Kombination des gesellschaftlichen Produktionsprozesses, indem sie zugleich die Springquellen alles Reichtums untergräbt: die Erde und den Arbeiter“ (MEW, Band 23, „Das Kapital [1]“, Seite 511, 512, 529/530).

Diesen neuen fehlerhaften Kreislauf, diesen sich stets neu erzeugenden Widerspruch der modernen Industrie aufzuheben, vermag wiederum nur die Aufhebung ihres kapitalistischen Charakters. Nur eine Gesellschaft, die ihre Produktivkräfte nach einem einzigen großen Plan harmonisch ineinander greifen lässt, kann der Industrie erlauben, sich in derjenigen Zerstreuung über das ganze Land [über die ganze Welt – Anmerkung der Redaktion] anzusiedeln, die ihrer eignen Entwicklung und der Erhaltung resp. Entwicklung der übrigen Elemente der Produktion am angemessensten ist“ (MEW, Band 20, Anti-Dührung, Seite 276).. ( also: Aufhebung des Gegensatzes von Stadt und Land durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung von Stadt und Land ! Aufhebung der Gegensätze der Länder durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung der Länder ! Aufhebung der kapitalistischen Teilung der Arbeit durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung der geteilten Arbeit ! Aufhebung der Konkurrenz der Arbeiter auf dem kapitalistischen Weltarbeitsmarkt durch Vereinigung, durch sozialistische Verschmelzung des Weltproletariats ! Aufhebung der Lohnsklaverei eines jeden einzelnen Arbeiters durch seine Vereinigung, durch seine Verschmelzung im Weltproletariat, durch Aufhebung der Lohnsklaverei im Weltmaßstab, Aufhebung der kapitalistischen Unterdrückung eines jeden einzelnen Arbeiters durch die vereinigte, weltproletarisch verschmolzene Unterdrückung der Weltkapitalisten, der Weltbourgeoisie, usw. usf.).

Indem sich die Gesellschaft zur Herrin der sämtlichen Produktionsmittel macht, um sie gesellschaftlich planmäßig zu verwenden, vernichtet sie die bisherige Knechtung der Menschen unter ihre eignen Produktionsmittel. Die Gesellschaft kann sich selbstredend nicht befreien, ohne dass jeder Einzelne befreit wird. Die alte Produktionsweise muss also von Grund aus umgewälzt werden, und namentlich muss die alte Teilung der Arbeit verschwinden. An ihre Stelle muss eine Organisation der Produktion treten, in der einerseits kein Einzelner seinen Anteil an der produktiven Arbeit, dieser Naturbedingung der menschlichen Existenz, auf andere abwälzen kann; in der andererseits die produktive Arbeit, statt Mittel zur Knechtung, Mittel der Befreiung der Menschen wird, indem sie jedem Einzelnen die Gelegenheit bietet, seine sämtlichen Fähigkeiten, körperliche wie geistige, nach allen Richtungen hin auszubilden und zu betätigen, und in der sie so aus einer Last eine Lust wird“ (MEW, Band 20, Engels, „Anti-Dühring“, Seite 273/274).

Erst, wenn das Weltproletariat die Produktionsmittel im Weltmaßstab in seinen Besitz genommen hat, wird die Warenwirtschaft beseitigt und damit die Weltherrschaft des Weltprodukts über die Weltproduzenten

Die Anarchie innerhalb der gesellschaftlichen Produktion wird ersetzt durch planmäßige bewusste Organisation. Der Kampf ums Einzeldasein hört auf. Damit erst scheidet der Mensch, in gewissem Sinn, endgültig aus dem Tierreich, tritt aus tierischen Daseinsbedingungen in wirklich menschliche. Der Umkreis der die Menschen umgebenden Lebensbedingungen, der die Menschen bis jetzt beherrschte, tritt jetzt unter die Herrschaft und Kontrolle der Menschen, die nun zum ersten Male bewusste, wirkliche Herren der Natur, weil und indem sie Herren ihrer eignen Vergesellschaftung werden. Die Gesetze ihres eignen gesellschaftlichen Tuns, die ihnen bisher als fremde, sie beherrschende Naturgesetze gegenüberstanden, werden dann von den Menschen mit voller Sachkenntnis angewandt und damit beherrscht. Die eigne Vergesellschaftung der Menschen, die ihnen bisher als von Natur und Geschichte oktroyiert gegenüberstand, wird jetzt ihre eigne freie Tat. Die objektiven, fremden Mächte, die bisher die Geschichte beherrschten, treten unter Kontrolle der Menschen selbst. Erst von da an werden die Menschen ihre Geschichte mit vollem Bewusstsein selber machen, erst von da an werden die von ihnen in Bewegung gesetzten gesellschaftlichen Ursachen vorwiegend und in stets steigendem Maße auch die von ihnen gewollten Wirkungen haben. Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reiche der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit. Diese weltbefreiende Tat durchzuführen, ist der geschichtliche Beruf des modernen Proletariats. Ihre geschichtlichen Bedingungen und damit ihre Natur selbst zu ergründen, und so der zur Aktion berufenen, heute unterdrückten Klasse die Bedingungen und die Natur ihrer eignen Aktion zum Bewusstsein zu bringen, ist die Aufgabe des theoretischen Ausdrucks der proletarischen Bewegung, des wissenschaftlichen Sozialismus“ (MEW, Band 20, Seite 264/265, Engels, „Anti-Dühring“ - vor etwa ungefähr 130 Jahren geschrieben!!).

Es gibt also nur das eine Mittel, um die Ausbeutung der Weltarbeitskraft durch das Weltkapital ein Ende zu machen: das Privateigentum an den Arbeitsinstrumenten auf der ganzen Welt abzuschaffen, alle Fabriken, Werke, Gruben, ebenso alle großen Landgüter usw. in die Hände der gesamten Weltgesellschaft zu legen und zur gemeinschaftlichen, sozialistischen Weltproduktion überzugehen, die vom Weltproletariat selbst geleitet wird. Die in Weltgemeinschaft erzeugten Produkte werden dann den Werktätigen bis in den letzten Winkel der Erde selbst zu Gute kommen, und der von ihnen über die Mittel zur Deckung des Weltunterhalts hinaus erzeugte Überschuss wird dazu dienen, die Bedürfnisse der werktätigen Massen selbst zu befriedigen, damit sie alle ihre Fähigkeiten voll entfalten und alle Errungenschaften der vergesellschafteten Weltwissenschaften, der Kunst usw. gleichberechtigt nutzen können. Dazu braucht das Weltproletariat seine politische Macht, braucht es die sozialistische Weltrevolution, worüber wir zum hundertsten Mal geschrieben haben und noch zum tausendsten mal schreiben werden. Das Weltproletariat unter der Führung der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten schließt die Arbeiterklasse aller Länder zu einer einzigen großen Arbeiterarmee zusammen unter der Losung: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“

Wir haben erklärt, wie und warum der Klassenkampf der Proletarier aller Länder zum internationalen Klassenkampf des Weltproletariats gegen die gesamte Weltbourgeoisie wird . Es fragt sich nun, welche Bedeutung dieser Kampf für die Völker der Welt, für die werktätigen Weltmassen hat. Sehen wir uns die Fakten an: Die Lohnarbeit im Weltmaßstab ist nie zuvor so rasch gewachsen wie heute unter den Bedingungen der Globalisierung. Noch mehr als die Lohnarbeit des wachsenden Weltproletariats selbst , wächst jene Lohnarbeit aller anderer Schichten und Klassen, insbesondere der Bauern, die ebenfalls gezwungen sind, Lohnarbeit zu suchen. Und noch schneller als die Lohnarbeit, wächst seine Reservearmee.

Die große Schönheit der kapitalistischen Produktion besteht darin, dass sie nicht nur beständig den Lohnarbeiter als Lohnarbeiter reproduziert, sondern im Verhältnis zur Akkumulation des Kapitals stets eine relative Überbevölkerung von Lohnarbeitern produziert“ (MEW, Band 23, „Das Kapital [1]“, Seite 796).

Der Hunger treibt die Menschen vom Land in die Städte. Überall auf der Welt sehen wir, wie sie in den Vororten der Millionenstädte Zuflucht suchen, dass der Weltkapitalismus jeden Tag mehr neue Slums aus dem Boden stampft als er seine Höchstprofite vermehren kann. Die Armut der Städte wächst aber noch schneller als ihre Bewohner. Der Zusammenbruch der verarmenden Städte ist genauso vorprogrammiert wie der Zusammenbruch der verarmenden Länder. Die Armut der Länder wächst schneller als das Weltkapital. Die Globalisierung hat sich also nicht nur auf die Proletarier aller Länder, auf die Industrie usw. maßgeblich ausgewirkt, sondern auch auf alles andere, so z.B. auf die Landwirtschaft, die die Menschen auf dem Lande entwurzelt und diese zusätzlich und millionenfach auf den Weltmarkt der Lohnarbeit wirft, wodurch sich der Konkurrenzkampf der Arbeiter aller Länder entsprechend weiter verschärft hat und sich in beschleunigtem Umfang und Tempo weiter verschärfen wird. Das Weltproletariat wird nach großem Elend und großen Leiden und nachdem es viele Tote auf dem Schlachtfeld der Globalisierung zurückgelassen hat, nicht nur als Weltproletariat weiter existieren, sondern sich noch vergrößert haben, denn ohne Weltproletariat kann sich kein Kapital bilden. Das Weltproletariat wird nicht auf seine Revolution verzichten, nur weil es dabei unvermeidlich Niederlagen erleiden muss, durch die die konterrevolutionären Ketten des Weltkapitalismus noch enger geschmiedet werden. Es kämpft nicht mit dem politischen Endziel, die Schmerzen an den Ketten zu lindern, die Ketten erträglicher zu machen, sondern sie zu sprengen. Der Kampf zur Linderung des proletarischen Weltschmerzes an den globalisierten Ketten des Weltkapitals dient diesem Endziel, ist ihm untergeordnet: Lieber der Schmerz eines schrecklichen Endes als einen schrecklichen Schmerz ohne Ende. In allen Ländern der Welt leidet das Proletariat unter ständig wachsender Verelendung. Die objektiven Bedingungen der Globalisierung werden die Weltarmee des Proletariats zum Leben erwecken.

Sind wir gegen die Globalisierung? „JEIN!“

Ja; so wie wir gegen die globalisierten Ketten, sind wir auch gegen die nationalen Ketten, denn unser Ziel heißt, Befreiung, das heißt Sprengung jeglicher Ketten des Proletariats.

Nein; wir sind für die Globalisierung, aber nur insofern, als dadurch die Widersprüche zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat in größtem Maße aufplatzen, sich die Vereinigung des Weltproletariat um so rascher beschleunigt und der Zeitpunkt seiner Befreiung schneller vorrückt. Der Kommunismus hat sich stets und immer wieder allen Versuchen widersetzt, den Gang der ökonomischen Entwicklung zu hemmen. Die Komintern / ML wird die globalisierte ökonomische Entwicklung nicht hemmen wollen und legt dies auch ihrem sozialistischen Weltprogramm zu Grunde. Die Globalisierung schafft schließlich die objektiven Bedingungen für die Weltbewegung der Massen, um die Welt zu verändern. Es führt unter den heutigen Bedingungen kein anderer Weg zur Vereinigung des weltsozialistischen Proletariats als über die Entwicklung des global vereinigten Weltkapitals. So wie der Kapitalismus einst einen fortschrittlichen Charakter gegenüber der Leibeigenschaft hatte, so stellt sich die kapitalistische Weltproduktion als objektive Grundlage für die sozialistische Weltproduktion, für den Weltsozialismus dar. Wir sind für den Weltsozialismus, wir sind nicht für den beschränkten Sozialismus in „einem“ Land, eben weil dies schon nicht mehr den objektiven Bedingungen der heutigen Welt entspricht. Sich bei der Kritik an der Globalisierung auf eine Verurteilung zu beschränken, und den objektiven Gang der ökonomischen Entwicklung der Globalisierung ( und seine Bedeutung für die Arbeiterbewegung) nicht begreifen, ist nicht weltrevolutionär, sondern reaktionär. Das mag für einige unserer „linken“ Gegner paradox und widersinnig klingen, aber das ist nun einmal die Dialektik des globalisierten Kampfes des Proletariats, den das Proletariat sehr gut, aber der Kleinbürger nur sehr schwer begreifen kann. Die unterschiedliche Sichtweise über die Globalisierung innerhalb der kommunistischen und Arbeiterbewegung hat Klassencharakter. Sie wird ausgefochten werden – Das ist alles. Ja, die kapitalistische Globalisierung ist überhaupt äußerst widersprüchlich:

Staaten, die sich gegen die Globalisierung abzuschotten versuchen, holen damit nur noch um so schneller und gründlicher die ganze globale Welt in ihre nationalen vier Wände, stellen die kapitalistische Klassengesellschaft im eigenen Land auf den Kopf durch die globale Verschärfung der Polarisierung von Bourgeoisie und Proletariat, hält das Weltproletariat um so freieren Einzug in die vier Wände aller Länder der Welt. Da, wo Zäune gegen 1 Millionen Menschen errichtet werden, werden sie von 10 Millionen überklettert und von 100 Millionen niedergerissen. Da wo es für die Länder darum geht, ihre fortschrittlichen nationalen Bewegungen gegen den Globalismus des Weltkapitals zu richten, da führen sie diese in die kosmopolitische Kapitulation, um sich in die Arme der Fremdherrschaft zu werfen; und wo es für sie darum geht, ihre weltoffenen, demokratisch-fortschrittlichen Bewegungen, ihre nationalen Freiheiten gegen jeglichen engstirnigen Nationalismus zu richten, da werden sie despotisch-reaktionär und faschistisch. Aber das Proletariat wird weder den entscheidenden Kämpfen im Innern eines jeden Landes, noch dem entscheideneren internationalen Kampf des Weltkapitals tatenlos zuschauen, sondern seine eigenen, seine internationalistischen Forderungen auf die Tagesordnung aller Länder stellen und dort überall die politische Befreiung mit der sozialen Befreiung vom Weltkapital vereinigen. Es wird die Befreiung der Nation vom Weltkapital mit der Sache des Sozialismus, mit der Befreiung der unterdrückten Klassen vereinigen, mit der international vereinigten, verschmolzenen sozialistischen Revolution in jedem Land. Das Proletariat jedes Landes wird die Befreiung seines eigenen Landes zur Befreiung der ganzen Welt machen, so wie das Weltproletariat seine Befreiung vom Joch des Weltkapitalismus zur Befreiung vom Joch des Kapitalismus in jedem Land machen wird – Das ist die revolutionäre Befreiung des Proletariats sowohl von seiner kapitalistischen Fremdherrschaft als auch von der kapitalistischen Herrschaft im Innern seines Landes: Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ - „Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ So sieht die Dialektik des globalisierten Kampfes des Proletariats gegen den globalisierten Weltkapitalismus aus. So sieht die Dialektik des Kampfes für den Weltsozialismus, für die Diktatur des Weltproletariats aus, die den globalisierten Weltkapitalismus beseitigt und alle Länder von ihm befreit. Die Nationen werden fortan nicht mehr Schlachten gegeneinander, sondern miteinander führen, und zwar indem sie sich gegen die Restauration des Weltkapitalismus vereinigen unter der Diktatur des Weltproletariats. Sie werden ihren gemeinsamen Sieg über die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Weltkapitalismus feiern.

Mit der Negation des Globalismus aller mittelalterlichen, reaktionären Rückständigkeiten, mit der Negation des alten nationalistischen Despotismus, negiert sich die ganze „demokratische Weltzivilisation“. Was, wenn die „demokratische Weltzivilisation“ sich nur noch durch Söldner der „unzivilisierten Welt“ verteidigen kann, wenn sie am Tropf der „unzivilisierten Welt“ hängt ? Welches „unzivilisierte Land“ auch immer durch die „zivilisierten Waffen“ in die „demokratische Weltzivilisation“, gebombt werden soll, so hinterlassen die „zivilisierten“ Truppen dadurch auf dem gesamten restlichen Kriegsschauplatz der „unzivilisierten Welt“ ihre „zivilisierte“ Leere. Wer wird dieses von der „demokratischen Weltzivilisation“ erzeugte und sich vergrößernde „unzivilisierte Vakuum“ füllen ? Wer sind die „unzivilisierten“ Totengräber der „demokratischen Weltzivilisation“ ? Die „demokratische Weltzivilisation“ wähnt sich nach der Restauration des Kapitalismus momentan noch einigermaßen sicher vor der proletarischen Weltrevolution, aber wer sichert das imperialistische Weltreich der „demokratischen Zivilisation“ vor den restaurierten URSACHEN der Oktoberrevolution? Die Negation der bürgerlichen „Weltzivilisation“ ist die proletarische Weltzivilisation. Nicht mehr die eine Bourgeoisie steht der anderen Bourgeoisie im Krieg gegenüber, nicht mehr das Proletariat eines Landes steht der Bourgeoisie gegenüber, sondern die Bourgeoisie steht nunmehr dem ganzen Weltproletariat im internationalen Bürgerkrieg gegenüber, denn das Weltproletariat wird seine Revolution nicht im nationalen Maßstab suchen, sondern im globalen Maßstab, wird auch die letzte Revolution im nationalen Maßstab in eine einzige weltrevolutionäre Bewegung verwandeln, nur indem es sie auf eine höhere Stufe hebt, was es ohne die von der Globalisierung des Weltkapitalismus geschaffenen materiellen Voraussetzungen unmöglich fertig bringen kann. Nicht mehr das Proletariat dieses oder jenes Landes stellt sich an die Spitze des weltrevolutionären Klassenkampfes, sondern an der Spitze steht nunmehr das ganze Weltproletariat mit seinen Abteilungen in jedem Land der Welt. Dem Weltproletariat ist es dabei prinzipiell egal, in welchem Gewand das globalisierte Ausbeutersystem in allen Ländern der Welt daherkommt. Es wird sich keins dieser Gewänder anziehen, denn ihre Enge wird sie alle unter seinem heranwachsenden Körper zerreißen. Passende Kleider liefert der globalisierte Weltkapitalismus dem Weltproletariat erst dann, wenn es für ihn dafür schon längst zu spät ist, nämlich nachdem er seine Sache bereits verloren hat und besiegt worden ist. Nur das Weltproletariat besitzt die globale Kühnheit, seinen eigenen Waffenrock zu tragen, alle unterdrückten Weltkräfte darunter zugleich zu vereinigen, auf nichts und niemanden auf dieser Erde Rücksicht zu nehmen, was auch immer sich ihm in den Weg stellt und alle Mächte der ganzen alten Welt zugleich und ohne zu zögern anzugreifen, seine einheitlichen Aktionen im Weltmaßstab durchzuführen, denn es hat nichts als das ganze Weltelend zu verlieren und eine ganze neue Welt zu gewinnen. Wir sind also im weltrevolutionären Sinne für die Globalisierung, nämlich insofern – und nur insofern - sie die sozialistische Weltrevolution vorantreibt, um damit auch das allerkleinste, allerletzte Missverständnis über unsere Haltung zur Globalisierung von vornherein auszuschließen. Lassen wir die Weltbourgeoisie ruhig in ihrem Glauben, die Globalisierung arbeite nur für sie allein. Mit der Globalisierung aber bahnt sie uns Kommunisten den Weg, schafft die Weltbourgeoisie die materiellen Grundlagen, die es uns nicht nur erlauben, erbarmungslos zurückzuschlagen, sondern auch alle Mittel zur Verfügung zu haben, um den Weltsozialismus auf eine gesicherte ökonomische Basis zu stellen. Die Weltbourgeoisie ist mit der Globalisierung ja nicht alleine. Die Weltbourgeoisie schafft die Globalisierung, um nicht unterzugehen, aber indem sie die Globalisierung schafft, geht sie unter. Das ist die Dialektik der Weltherrschaft der Bourgeoisie, die ohne und gegen ihren Willen wirksam ist zum Nutzen des Kommunismus. Auf der ganzen Welt formiert sie die Proletarier in ihrer kapitalistischen Weltproduktion zum Weltproletariat, schafft sie die materiellen Voraussetzungen, die Proletarier in den Ländern zu fertigen Abteilungen der Weltproduktion zu vereinigen. Die Formel:Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ liegt also voll im Trend der Globalisierung ( ... des Sozialismus! Natürlich, was denn sonst?!). Heute stellt die Weltbourgeoisie das Weltproletariat gleich hinter sich und morgen wird ihr Henker vor ihrer Tür stehen. Und nicht nur vor ihrer Tür, sondern auch vor der Tür des Kleinbürgertums, das heute ein so großes Geschrei für seine Globalisierungsgegnerschaft macht. Denn das reaktionäre Kleinbürgertum fürchtet das revolutionäre Weltproletariat noch mehr als die Weltbourgeoisie, fürchtet die Herrschaft des Weltsozialismus, weil die sozialistische Globalisierung die kapitalistische in eine Spielzeugminiatur verwandeln wird! Heute ist die Bewegung der kleinbürgerlichen Globalisierungsgegner noch unser Verbündeter im Kampf gegen den Imperialismus und Faschismus der Weltbourgeoisie, um morgen mit ihr zusammen der größte Gegner gegen die sozialistische Globalisierung des Weltproletariats zu werden. Tritt das Kleinbürgertum gegen die kapitalistische Globalisierung an, um der Verschlechterung seiner Klassenlage Einhalt zu gebieten, so muss es schließlich mit dem Weltproletariat in den Kampf treten, das nicht nur das Kleinbürgertum als Klasse vom Erdboden wegfegt, sondern ausnahmslos alle Klassen abschaffen wird. Für das Weltproletariat ist dabei entscheidend, dass der Kapitalismus, der aus dem Kleinbürgertum entstand, ohne Kleinbürgertum auch nicht mehr restauriert werden kann. Das Weltproletariat entzieht also der Weltbourgeoisie den Weltboden nicht zuletzt dadurch, dass es alle sie stützenden und sie reproduzierenden Klassen darauf vernichtet (einschließlich der Arbeiteraristokratie als ihre soziale Stütze in der Arbeiterbewegung). Mit der Negation des Kleinbürgertums negiert sich die Weltbourgeoisie selbst. Das Weltproletariat ist aber nicht nur Vollstrecker des von der Weltbourgeoisie zum Tode verurteilten Kleinbourgeoisie, sondern auch die führende Kraft der neuen sozialistischen, nicht-antagonistischen Weltklassengesellschaft. Das heißt, das Kleinbürgertum macht sich selber überflüssig beim Aufbau des Weltsozialismus, verschmilzt sich unter der Diktatur des Weltproletariats mit der sozialistischen Gesellschaft, arbeitet nicht mehr zwanghaft im Schweiße seines Angesichts für seine Selbsterhaltung gegen zwei mächtigere Klassen gleichzeitig, wie im Kapitalismus gegen Bourgeoisie und Proletariat, sondern nur noch für das Proletariat. Das Kleinbürgertum ist älter als die Bourgeoisie und muss sich – in die Jahre gekommen – nun nicht mehr mühselig wieder in die nächste Klassengesellschaft hinüberretten, eben weil es darin objektiv überhaupt nicht mehr gebraucht werden kann und also völlig überflüssig geworden ist. Das Weltkleinbürgertum ist nur revolutionär insofern, als es dem Weltproletariat dabei hilft, es als Klasse abzuschaffen. Wenn die Einheit des Weltproletariats die stärkste Waffe im Kampf für die sozialistische Weltrevolution ist, dann folgt aus dieser unbestreitbaren Wahrheit ebenso unbestreitbar, dass es für das Weltproletariat verhängnisvoll wäre, die Einheit mit solchen kleinbürgerlichen Elementen einzugehen, die in beträchtlicher Zahl in die revolutionären Reihen einströmen, um den Kampf für die sozialistische Weltrevolution zu stören, zu zersplittern, ins Wanken und vom revolutionären Kurs abzubringen, kurz: das Weltproletariat unter den Einfluss, unter die Herrschaft des Kleinbürgertums und damit unter die Herrschaft der Weltbourgeoisie zu zwingen.

Die heutige kapitalistische Weltordnung ist also ein globales Ausbeuter- und Unterdrückungssystem, welches nicht nur viel brutalere wie viel feinere Methoden anwendet, als die Ausbeuter- und Unterdrückungssysteme aller Länder zusammengenommen, sondern auch den Rest der Welt unbarmherzig ins Proletariat und damit ins größte Elend stürzt. Das globalisierte Ausbeuter- und Unterdrückungssystem des Weltkapitalismus ist das brutalste und tiefgreifendste, das es jemals in der Geschichte der Menschheit gegeben hat, ein Ausbeuter- und Unterdrückungssystem, das sich selbst und alle vorangegangenen Ausbeuter- und Unterdrückingssysteme global vernichtet, weil es unfähig ist, sich selber irgendwo auf einem Fleckchen Erde aufrechtzuerhalten. Es ist der Weltkapitalismus, der nicht nur die nationalen Schranken niederreißt, sondern auch die bisherigen Schranken zwischen armen und reichen Ländern, die Schranken zwischen Arbeitern und Arbeiteraristokratie, die der Weltkapitalismus finanziell nicht mehr mästen kann, um sich vor dem Weltproletariat zu schützen, beraubt sich also seiner eigenen sozialen Stützen in der internationalen Arbeiterbewegung. usw. usf. Er unterwirft sich alles und jeden, nicht zuletzt sich selbst. Das Gesetz des Weltkapitalismus zwingt den Weltkapitalismus, sich selbst seiner eigenen Vernichtung zu unterwerfen. Ob nun Weltbourgeoisie oder Weltproletariat, für beide gibt es nur noch eins: Kampf oder Tod, blutiger Weltbürgerkrieg oder das Nichts. So unerbittlich ist diese Frage beiden sich feindlich gegenüberstehenden Klassen heute gestellt. „Sozialismus oder Tod !?“- diese Frage stellte sich einst das ganze Proletariat eines Landes, heute macht das gesamte Weltproletariat sie zwingend zur entscheidendsten Weltfrage. Der Weltkapitalismus ist dazu übergegangen, die Armut in allen Ländern der Welt kosmopolitisch zu verschärfen und zwar in noch höherem und schnelleren Maße, als er den Reichtum aller Länder kosmopolitisch entzieht. Und wie dieser materialisierte Kosmopolitismus, schreitet auch geistige weiter voran - sehr zum Missfallen des alten materialisierten und geistigen Nationalismus, sehr zum Bedauern insbesondere der kleinbürgerlichen Schichten, die der Weltkapitalismus erwürgt und die nun lauter schreien als alle anderen, die die verzweifelten werktätigen Weltmassen zu übertönen versuchen und dies auch in der internationalen Arbeiterbewegung verstärkt tun werden, denn diese kann das millionenfache Eindringen der sich proletarisierenden kleinbürgerlichen Elemente nicht verhindern. Sie braucht ungeheure Kraft und eine Menge Zeit, um sie zu verdauen und zwar heute im Weltmaßstab mehr als früher im nationalen Maßstab, was das Weltproletariat aber wiederum - in der Perspektive gesehen – in die Lage versetzt, sich das ganze Jahrhunderte lang andauernde und zermürbende Tauziehen mit den kleinbürgerlichen Elementen, mit der Intelligenz und der Arbeiteraristokratie, durch seine proletarische Weltrevolution endgültig vom Halse zu schaffen. Es ist der Weltkapitalismus, der selber dazu beiträgt, dass sich alle Schichten zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat polarisieren und aufreiben. Klar, dass die Kleinbürger nach der „friedlichen Koexistenz“ der beiden antagonistischen Weltklassen schreien, nach einem „Patt“, weswegen sie mal zu der einen, mal zu der anderen Klasse schwanken, um ihren eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Am liebsten wäre es dem Weltkleinbürgertum, wenn sich die Weltbourgeoisie und das Weltproletariat gegenseitig vernichten und das Kleinbürgertum als „Sieger“ übrig bleibt. Es sehnt sich nach seiner großen Zeit zurück, wo es weder Bourgeoisie noch Proletariat gab. Es ist allein schon aus diesem Grund für den Vereinigungsprozess des Weltproletariats als Klasse unbedingt erforderlich, dass es sich zunächst von den Kleinbürgern wie überhaupt von allen Klassen und Schichten unbedingt konsequent abgrenzt, sich erst einmal selbst, als einzige und alleinige Kraft, also ausschließlich als Weltproletariat aussondert („Proletarier aller Länder- vereinigt euch!“) - und erst dann zu erklären, dass das Weltproletariat die ganze Welt befreien wird, dass es alle aufruft, sich zu befreien, alle dazu auffordert, sich dem Weltproletariat anzuschließen („Weltproletariat – vereinige alle Länder!“). Der Untergang des Weltkleinbürgertums als Klasse geht dem Untergang der kleinbürgerlichen Weltideologie, also der ganzen, Hunderte von Jahre alten Klassenideologie des Kleinbürgertums, und damit dem unvermeidlichen Absterben (!!) des kleinbürgerlichen Einflusses im Weltproletariat, voraus.

Zur Dialektik des internationalen Klassenkampfes:

Der Kampf der Arbeiter aller Länder wird erst dann zum internationalen Klassenkampf, wenn alle fortschrittlichen Vertreter der gesamten Arbeiterklassen aller Länder sich bewusst werden, ein einheitliches Weltproletariat zu sein, und den Kampf nicht gegen einzelne kapitalistische Länder, sondern gegen die ganze Klasse der Weltkapitalisten und gegen die diese Klasse unterstützenden Regierungen und internationalen kapitalistischen Vereinigungen aufnehmen. Erst dann, wenn die Proletarier aller Länder sich darüber bewusst sind, Teil des Weltproletariats zu sein, wenn sie in ihrem tagtäglichen Kampf in ihrem eigenen Land den Kampf gegen die ganze Weltbourgeoisie und gegen deren internationalen Unterdrückungsapparat sehen, erst dann wird ihr Kampf zum internationalen Klassenkampf.

Die Verschärfung und Ausdehnung des internationale Klassenkampfes beruht auf dem Kampf der sich verschärfenden Gegensätze zwischen Weltkapital und Weltarbeit. Dieser Kampf der Gegensätze wirkt sich in jedem einzelnen Land verschieden aus auf Grund der Ungleichmäßigkeit der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung jedes einzelnen Landes. Mit der Herausformung des alles beherrschenden internationalen Klassenkampfes bilden sich infolgedessen ganz neue Formen des Klassenkampfes in jedem einzelnen Land heraus. Diese Veränderungen vollziehen sich unter der alten Hülle des „Klassenkampfes im eigenen Land“, aber inhaltlich entsprechen sie schon nicht mehr dem alten, traditionellen „Klassenkampf im eigenen Land“. Inhaltlich stößt diese alte Formel des Klassenkampfes immer mehr an seine nationalen Grenzen, wird er ohnmächtig gegenüber der Übermacht des Weltkapitals, das alle Länder im Griff hat. Der Klassenkampf im eigenen Land muss also seine alte Hülle abwerfen, weil sie seine höhere Entwicklung behindert, einengt, hemmt. Wir haben es nicht mit einem einseitigen Prozess des Abflauens und Stockens oder des reinen Verlagerns des Klassenkampfes ins internationale Auslands zu tun. Der Klassenkampf lässt sich nicht ins Ausland exportieren. Folgende Sichtweise der Dinge ist äußerst schädlich und zwar in zweierlei Hinsicht: Der Klassenkampf im eigenen Land ist tot, es lebe der internationale Klassenkampf!“ - diese Parole wäre nicht nur völlig falsch, sondern würde Selbstmord bedeuten, weil sie die unverzichtbare Notwendigkeit des Klassenkampfes im eigenen Land für die Entfaltung des internationalen Klassenkampfes völlig missachtet und damit im Grunde genommen eine Parole der Weltbourgeoisie ist, nämlich um den internationalen Klassenkampf seines Hinterlandes, seiner Reserven in jedem einzelnen Land zu berauben. Genauso schädlich ist die Parole:Jeder Arbeiterklasse baue sich seine Festung im eigenen Land auf, um sich vor dem Weltkapital zu schützen – internationale Solidarität, zur Befestigung der eigenen Festung!“ Sich auf den Klassenkampf im eigenen Land zurückzuziehen („Jeder ist sich selbst der Nächste“), das ist eine Kapitulationserklärung gegenüber der Weltbourgeoisie und ebenso Selbstmord – zudem noch Wasser auf die Mühlen des „Anti-Imperialismus“ der Faschisten, Wiedergeburt des alten Nationalismus auf verhängnisvollerer „höherer“ Stufenleiter.

Diese Verwandlung des Klassencharakters im eigenen Land vollzieht sich nicht losgelöst als eine sich selbst genügende und in sich abgeschlossene Bewegung, als Ganzes, so wie bisher, sondern der Klassencharakter wächst nunmehr selber mit als Teil zum wachsenden Weltganzen , als Abteilung des zentralen internationalen Kampfes. Genau dadurch erhält der Klassenkampf im eigenen Land wieder neuen Auftrieb, Kraft und Nährboden, nicht nur vom internationalen Klassenkampf insgesamt, sondern auch von allen anderen Ländern auf die eine oder andere Weise, weil sie alle gleichermaßen in Teile eines Ganzen verwandelt werden. Und eben, weil sie alle zu Teilen eines Ganzen des internationalen Klassenkampfes werden können, wirken sie auch gemeinsam auf die eine oder andere Weise auf das Weltganze des Klassenkampfes und damit wieder zurück auf das eigene Land und auf andere Länder. Der Klassenkampf im eigenen Land wird sozusagen angekurbelt vom sich verschärfenden Grundwiderspruch zwischen Weltkapital und Weltarbeit, wird auf höherer Stufe wiederbelebt, reaktiviert von der ihn antreibenden Hauptkraft des internationalen Klassenkampfes, der die Abteilungen der Proletarier in den einzelnen Ländern aufrüttelt und mitreißt. Wie geschieht dies?

Ein Grund, warum die Einheit des Proletariats in einem Land so schwierig zu erreichen ist, warum die Proletarier in einem Land uneinig sind, ist der enorme (ökonomische, politische, ideologische, kulturelle) Druck der Bourgeoisie, der Druck sowohl von innen als auch von außen, den das Kapital (und nicht wenig von seinen reformistischen und revisionistischen Lakaien!) auf die proletarische Einheit ausübt, der die Proletarier nicht wirklich zusammenkommen lässt, so wie sie es sich gerne wünschen würden. Es darf angesichts dieses Drucks nicht wundern, wenn sich bei den Proletariern ein massiver Frust angestaut hat, wenn sie an ihre Einheit denken. Dieser Frust ist therapierbar. Dieser Druck verteilt sich schon mal ganz anders, wenn er mit den Proletariern aller anderen Länder geteilt wird, wenn er vom Weltproletariat aufgenommen wird, das heißt, wenn alle gemeinsam mithelfen, diesem Druck ihren international geschlossenen Widerstand entgegenzustellen. Der Proletarier wird allmählich an Hand seiner eigenen Erfahrungen erkennen, dass er dem Weltproletariat angehört, dass es seine Kraft ist, die vom Weltproletariat gespeist und von ihm ins Proletariat eingespeist wird, dass das Proletariat jedes Landes erkennt, dass es mit seinen Problemen nicht allein in der Welt ist. Mit der Rückendeckung der Einheit von außen wird dem Proletariat die Einigkeit im eigenen Land erleichtert, wird es zur Einheit aufgefordert und ermutigt. Zusammen geht alles leichter als allein. Wie soll das Weltproletariat Abteilungen in die gemeinsame Schlacht werfen, in denen lauter Uneinigkeit herrscht? Das wäre eine erbärmliche Einheit, aber keine proletarische, geschweige denn eine weltproletarische Einheit ! Und mit der Undiszipliniertheit der Proletarier eines Landes verhält es sich leider nicht anders als mit seiner Uneinigkeit! Das wäre eine erbärmliche Disziplin, aber keine proletarische, geschweige denn eine weltproletarische Disziplin ! Wenn das Proletariat eines Landes aber sieht, dass das Weltproletariat geschlossen und diszipliert marschiert, wird es gleichen Schritt halten, wird es diesen gleichen Schritt auch im eigenen Land diszipliniert einhalten, wird es sich nicht nur für seinen eigenen Schritt, sondern auch für den Schritt aller verantwortlich fühlen, Verantwortung dafür übernehmen, wird es die Notwendigkeit der Überwindung seiner Uneinigkeit und Undiszipliniertheit im Spiegel der anderen viel besser erkennen und ändern können. Noch ist der Schritt in diesem oder jenen Land schneller als der des Weltproletariats, aber das Weltproletariat schreitet schneller voran als die Proletarier aller Länder, denn es ist schließlich Schrittmacher der proletarischen Einheit ( und proletarischen Disziplin) in jedem Land der Welt. Mit jedem Schritt, den das Proletariat zur Überwindung seiner Uneinigkeit vorangeht, wird das Weltproletariat 100 Mal schneller seiner Einheit entgegengehen können. Und diese globalisierte Potenz der proletarischen Einheit wird wieder zur Triebfeder für die Einheit in jedem Land. Das ist die Dialektik der Vereinigung im Verhältnis zwischen dem Proletariat eines Landes und dem Weltproletariat. Die Einheit ist der größte Schatz aller Proletarier auf der Welt. Noch liegt er auf dem Grund des weltimperialistischen Meeres. Er wiegt so schwer, dass er nur von allen gemeinsam gehoben werden kann. Und er ist so kostbar ( und noch kostbarer, wenn er sich im Besitz des Privatkapitals befindet), dass er nur mit den Augäpfeln aller Länder bewacht und behütet werden kann.

Die Losung: Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ zu verstehen, heißt also , die Dialektik des internationalen Klassenkampfes zu verstehen, der in Zukunft den Klassenkampf im eigenen Land maßgeblich beeinflussen und ihn sich immer mehr unterordnen wird. Weltproletarier – vereinige alle Länder!“ - das ist die Negation der Negation von: Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ - ein Bewegungsgesetz der Vereinigung des Proletariats. Die Negation von Proletarier aller Länder vereinigt euch!“ muss dabei in solcher Weise verlaufen, dass sie für die Umsetzung der Losung Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ offen bleibt. Die Losung Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ hat also seine eigentümliche Art, so negiert zu werden, dass dabei die Entwicklung zur Losung Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ herauskommt. Was aber ist die Negierung der Losung Weltproletariat – vereinige alle Länder!“ ? Erst durch die Negierung der Losung: Weltporoletariat – vereinige alle Länder!“ kann die klassenlose Gesellschaft geschaffen werden, wo sich das Weltproletariat nicht etwa in ein Nichts auflöst, sondern das Weltproletariat die gesamte Weltbevölkerung auf sein Niveau gehoben hat und wir nicht mehr von ihm als einzig revolutionäre Klasse sprechen, sondern von einer kommunistischen Gesellschaft, wo jedes einzelne, also auch das letzte Individuum so revolutionär geworden ist, sich von der Notwendigkeit jeglicher politischen Revolution zu befreien. In der kommunistischen Gesellschaft ist nicht mehr nur die eine einzige Klasse revolutionär, sondern die ganze Weltgesellschaft. Es sind dann nicht mehr nur die Kommunisten innerhalb der alten Klassengesellschaft, sondern alle Menschen der klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft selbst, die die Notwendigkeit der Existenz der Klassen verneinen. Die Menschheit muss sich erst von sich selbst befreien, bevor sie sich von der Natur befreien kann. Diese gesamte kommunistische Weltgesellschaft ist das erste Mal in der Geschichte nicht mehr revolutionär gegenüber sich selbst, sondern gegenüber der Natur. Mit der Beseitigung der Klassengegensätze hört die gesellschaftliche Weltevolution das erste Mal auf, politische Weltrevolution zu sein (Negation der Negation der sozialistischen Weltrevolution). Der Kommunist kämpft das erste Mal nicht mehr für die Befreiung der Menschheit von sich selbst, sondern für ihre Emanzipation gegenüber der Natur, mit Hilfe der abgeleiteten Formel:

Menschen der ganzen Welt – vereinigt euch mit den natürlichen Kräften dieser Erde!“

Überhaupt ist diese Losung die Negation der Negation aller Losungen der ganzen Geschichte des Klassenkampfes, nämlich die Vereinigung mit der Natur, die Verschmelzung des Menschen mit der Natur, der Wiedergeburt des Naturmenschen auf höchster Stufenentwicklung. Es ist die Vereinigung aller Bewegungs- und Entwicklungsgesetze zwischen Natur, Menschengesellschaft und Denken, ist die Einheit des Menschen mit der Natur auf immer höherer Stufenleiter. Der Mensch entfaltet seine Freiheit in Harmonie mit den von ihm erkannten und angewandten Naturgesetzen. Er erkennt immer mehr die Nachhaltigkeit seines Eingriffs in die Natur und lernt, die Natur zu beherrschen, aber nicht mehr wie bisher als Ausbeuter, Zerstörer und Parasit an der Natur. „Je mehr dies aber geschieht, desto mehr werden sich die Menschen als Eins mit der Natur nicht nur fühlen, sondern auch wissen, und je unmöglicher wird jene widersinnige und widernatürliche Vorstellung von einem Gegensatz zwischen Geist und Materie, Mensch und Natur, Seele und Leib, wie seit dem Verfall des klassischen Altertums in Europa aufgekommen und im Christentum ihre höchste Ausbildung erhalten hat“ (Engels, „ Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affens“, MEW, Band 20, Seite 453).

Von der Vereinigung mit der Natur wird dann die weitere Zukunft der Menschheit abhängen – ganz den Gesetzmäßigkeiten der (natürlichen) Vereinigung folgend.

Das Gesamtergebnis der Vereinigung der Proletarier aller Länder ist die sozialistisch organisierte Vereinigung zum Weltproletariat, ist die höhere Einheit der Proletarier, dient sie dem Gesamtinteresse des Weltproletariats, dient sie der Aufrechterhaltung der Macht des Weltproletariats. Aber ein anderer, ganz bestimmter Teil dieser vereinigten Kraft dient den Einzelinteressen ganz für sich, der Einheit der einzelnen Länder selbst: Dazu muss die vereinigte Kraft zu einem bestimmten Bruchteil also wieder unbedingt in jedes einzelne Land zurückfließen, weil es dort verbraucht wird für den eigenen Aufbau des Sozialismus, für die Stärkung der Diktatur des Proletariats jedes Landes, denn das Weltproletariat ist stets nur so stark wie sein schwächstes Glied stark ist. Das sozialistische Land wird zur Zelle eines sozialistischen Weltorganismus und geht daher als Einzelzelle eine ganze andere Beziehung ein zum Ganzen. In einem weltkapitalistischen Ganzen, kann die einzelne, vom Gesamtorganismus losgelöste sozialistische Zelle nicht die gleiche Beziehung eingehen wie zum sozialistischen Weltorganismus, es muss sich mit allen Kräften von innen UND außen behaupten. Es handelt sich also bei der ersten Entwicklungsstufe des Sozialismus, um einen Sozialismus in „einem“ Land, sozusagen umgeben von einem Meer des Kapitalismus. Es war eine sehr schwierige und komplizierte Situation für die Entwicklung des Sozialismus, eine Übergangsperiode, die äußerst instabil und widersprüchlich war, weil permanent die Gefahr der Restauration des Kapitalismus sozialistischen Raum und Zeit beherrschte. Immerhin besagt dieser Sozialismus, dass er schon im Kindesalter hervorragend gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen und sich selbständig zu entwickeln – und das wohlgemerkt unter den Bedingungen der Herrschaft des Weltkapitalismus - eine kolossale historische Leistung des Proletariats, also die nicht nur etwas über die bereits damals erreichte Stärke (und die noch zu erwartende Stärke im Weltmaßstab!) des Sozialismus aussagt, sondern auch über die damalige Schwäche des Weltkapitalismus bzw. Stärke der Solidarität der Proletarier aller Länder, ohne die sich der Sozialismus in „einem“ Lande nicht so stark hätte entwickeln können. Der Weltkapitalismus musste also zu jeder Zeit befürchten, dass sich immer mehr proletarische Länder abspalten würden, musste also unter diesem Druck mit “seinen“ Proletariern“ anders umgehen, als er es ohne die Existenz, ohne diesen Anziehungspol des sozialistischen Landes am liebsten getan hätte, war er gezwungen, das sozialistische Land zu isolieren, von außen unter Druck zu setzen und ebenso von außen die inneren Zersetzungskräfte zu unterstützen, es militärisch zu überfallen usw. usf.. (Das Weltproletariat ist dem Sozialismus in „einem“ Land noch etwas schuldig geblieben. Es hat diesen Ländern - der Sowjetunion Lenins und Stalins und dem Albanien Enver Hoxhas! - gegenüber die internationalistische Pflicht, ihnen dabei mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen, ihren verlorenen Sozialismus zurückzuerobern!) Je höher jedoch dieser weltreaktionäre Druck, desto höher auch der revolutionäre Gegendruck des proletarischen Internationalismus, der sich damals hauptsächlich in der Solidarität mit der Sowjetunion Lenins und Stalins ausdrückte. Die Existenz des einzelnen sozialistischen Landes stärkte umgekehrt den solidarischen Pol der Proletarier in aller Welt. Es entstand eine Wechselwirkung dieser beiden Pole, Kräfte, die sich immer mehr anzogen und die fruchtbringend aufeinander einwirkten - bis zu dem Zeitpunkt, als die Restauration des Kapitalismus vollzogen war. Dies führte nicht nur zu einem Nachlassen der Beziehungen zwischen den Proletariern des ehemals proletarischen Landes auf der einen und den übrigen Proletariern aller Länder auf der anderen Seite, sondern auch zu einem Nachlassen der sich gegenseitig beflügelnden Klassenkräfte der proletarischen Bewegungen der einzelnen Länder und der internationalen Arbeiterbewegung oder besser ausgedrückt, ihre notwendige Neuformierung unter veränderten Bedingungen, unter Rückzugsbedingungen angesichts des Verlusts des Sozialismus, des Vaterlandes aller Proletarier auf der ganzen Welt. Dies jedoch nur vorübergehend und nicht auf Dauer, eben nur eine Zeit zur Anbahnung des Aufschwungs zum neuen qualitativen Sprung der internationalen Arbeiterbewegung. Denn: auch diese neue Situation ist mit der alten Situation, als der Weltkapitalismus sich erst zu entwickeln begann, nicht mehr vergleichbar. Dieser Verwandlungsprozess der Arbeiterbewegung auf höherer, das heißt internationaler Stufe, findet ja statt in einer Periode des von Widersprüchen zerfressenen, sterbenden Weltkapitalismus, der angesichts der sich ständig verschärfenden kapitalistischen Weltkrise gezwungen ist, alle seine Kräfte zusammenzuziehen. Er dehnt sich nicht mehr aus, sondern zieht sich zusammen, weil er überall auf der Welt auf Schwierigkeiten und Widersprüche stößt, die er nur durch Zusammenrücken, durch Assimilierung von Kräften mit immer brutaleren Mitteln bewältigen kann und das immer unzureichender. Mit jeder Schwierigkeit, die der Weltkapitalismus zu lösen gezwungen ist, halst er sich eine noch größere Schwierigkeit auf. Je mehr er strampelt, desto schneller versinkt er in seinem eigenen Sumpf. Was für das Weltkapital auf der einen Seite eine Vereinigung zwecks Erhaltung der alten Gesellschaft, ist auf der anderen Seite eine Vereinigung der Proletarier zwecks Aufbau der neuen Gesellschaft. Der Vereinigung auf absteigendem Ast steht der Vereinigung auf aufsteigendem Ast gegenüber. Es muss wohl nicht näher erwähnt werden, dass es sich bei beiden verschiedenen Arten von Vereinigungen nicht um die gleiche Physiognomie handeln kann. Das eine ist die Notwendigkeit der zwangsweisen Vereinigung aus zunehmender Schwäche, das andere eine freiwillige aus anwachsender Stärke. Polarisieren sich aber die Kräfte der Reaktion und die Kräfte der Revolution, geraten alle anderen bisherigen Widersprüche nicht nur in den Hintergrund, sondern sie laden sich durch die Polarisierung noch mit auf, vereinigen sich sogartig um ihren Pol, werden mit in die internationale Bewegung hineingerissen. Sozusagen ziehen die beiden Pole, Kapital und Arbeit, alle Widersprüche der weltkapitalistischen Gesellschaft magnetisch an. Je größer die Polarisierung, desto stärker werden die Pole, desto größer das Spannungsfeld zwischen ihnen. Die antagonistischen, sich gegenseitig abstoßenden Kräfte werden durch die Polarisierung (Verschmelzung des Antagonismus der Klassen aller Länder = Weltantagonismus der Klassen), also durch die Verschmelzung der reaktionären Weltkräfte auf dem einen und die Verschmelzung der weltrevolutionären Kräfte auf dem anderen Pol gewaltig aufgeladen, erzeugen solche Spannungen, dass es zu einer „weltumspannenden Spannungsentladung“ kommt. Das heißt aber noch lange nicht, dass jede weltrevolutionäre Entladung, dass die erstbeste weltrevolutionäre Erhebung, automatisch zum Sieg der sozialistischen Weltrevolution führen muss. Die sozialistische Weltrevolution kann man nur als eine Periode von aufeinander folgenden internationalen Revolutionen begreifen, sie kann nicht vollständig im ersten Turnus, des Wechsels von Ebbe und Flut, siegen. Es ist nicht nur die Aufeinanderfolge von mehreren Revolutionen, es ist das Durchlaufen der ganzen Periode der proletarischen Revolutionen, die schließlich zum Sieg der proletarischen Weltrevolution führt, so wie auch die sozialistischen Revolution in „einem“ Land nicht den Endsieg des Sozialismus in „einem“ Land garantieren konnte, sondern ihr sozialistische Revolutionen auf immer höherer Stufenleiter folgen müssen, was durch die Restauration des Kapitalismus unvermeidlich wurde. Auch die Restauration des Sozialismus wird nicht mit einer einzigen Revolution auskommen können. Die internationalen Revolutionen werden die Revolutionen in den Ländern nicht verdrängen, sondern beflügeln. Es werden also auch die Formenvielfalt und Ausbreitung der nicht-sozialistischen Revolutionen zunehmen usw. usf. Das sind wichtige Lehren des Marxismus-Leninismus, wichtige Lehren der sozialistischen Revolution - der heutigen Zeit, nämlich alles im Weltzusammenhang zu begreifen, im Weltmaßstab auf alle Revolutionen Einfluss zu nehmen und alle revolutionären Rinnsale dem mächtigen Strom der sozialistischen Weltrevolution zuzuführen.

Wiederum: Die beiden Pole des Proletariats, die sich anziehen und aufeinander einwirken, um ihre Kräfte gegenüber dem Weltkapital zu vereinigen, sind ja nicht dadurch verschwunden oder verloren gegangen, nur weil heute kein sozialistisches Land mehr existiert. Im Gegenteil: konzentrierten sich damals die Pole auf ein einzelnes Land, so wirken sie jetzt auf alle Länder, wirkt auf der einen Seite der Pol des Weltproletariats, und auf der anderen Seite die Proletarier jedes einzelnen Landes viel intensiver, dehnt sich dieses Beziehungsfeld auf die ganze Welt aus und konzentriert sich nicht mehr einseitig auf ein einzelnes Land. In diesem Denkmodell darf man allerdings nicht den Fehler machen, dass man sich Weltproletariat und Proletarier aller Länder als zwei voneinander unabhängige Größen vorstellt. Es gibt nur ein Proletariat auf der Welt und nicht 1 auf der Welt + 1 in den Ländern. Das Weltproletariat kann nicht gleichzeitig es selbst und ein anderes sein, so wie auch die Proletarier aller Länder nicht gleichzeitig sie selbst und etwas anderes sein können. Es gibt nicht das Weltproletariat UND das Proletariat aller Länder, sondern nur ein Gesamtproletariat, das seinen historisch unvermeidlichen Verwandlungsprozess der Proletarier aller Länder in das Weltproletariat durchmacht, ohne dass sich die Länder deswegen automatisch mit verwandeln - jedenfalls nicht so schnell wie die Proletarier der Länder. Wir müssen uns darüber bewusst sein: Alles ist stets miteinander dialektisch verbunden, wirkt aufeinander ein, beeinflusst sich gegenseitig – und so ist in Wahrheit der Verschmelzungsprozess der Proletarier aller Länder zum Weltproletariat nicht ganz unbeteiligt am Verschmelzungsprozess der Länder. – Diese und andere Verschmelzungsprozesse ( der Völker, der Rassen usw. , des Zusammenwachsens der Länderbevölkerungen zur Weltbevölkerung, des Verschmelzens der Sprachen und Kulturen usw. usf) sind im Wesentlichen bedingt durch die Verschmelzung der Produktionsweise der Länder. Die große, übergeordnete Triebkraft ist die wachsende Weltproduktionsweise. Um sich zu reproduzieren, müssen die Menschen produzieren – und das auf höchster Stufenleiter – sprich: Weltproduktion der sich reproduzierenden Weltbevölkerung.

Die Identität des Proletariats schließt den Unterschied, die Veränderung des Proletariats, in sich ein. Identität und Unterschied von Weltproletariat und Proletariat aller Länder sind also keine unversöhnlichen Gegensätze, sind nicht voneinander zu trennen, sondern beides sind einseitige Pole, die nur in ihrer Wechselwirkung, in der Einfassung ihres Unterschieds in ihre Identität, existieren. In der Wechselwirkung, in der Veränderung, werden sich die Proletarier aller Länder irgendwann in ein einziges Weltproletariat verwandelt haben, aber das ist auch schon der Beginn des Endes des Weltproletariats in der klassenlosen Weltgesellschaft.

Das globalisierte Kapital vereinigt die Arbeiter auf dem ganzen Erdball also auf völlig neue Art und Weise, was ihnen die Möglichkeit gibt, ihren Befreiungskampf über den ganzen Erdball nicht nur auszubreiten, sondern auch zu konzentrieren und zu zentralisieren, sich sozusagen in eine einziges große internationale „Klassenkampfmaschine“ zu verwandeln. Kurz: Je gewaltiger der Sturm des Weltkapitalismus über den Globus fegt, desto notwendiger zieht er den Sturm des vereinigten Weltproletariats in seinen Sog und desto grausamer folgt der Revolution die Konterrevolution, der internationale Faschismus, die Weltreaktion, um das weltrevolutionäre Feuer mit Blut und Schwert zu löschen.

Die „Gewerkschaftsfrage“ – eines der größten Hindernisse auf dem Weg zur Einheit des Weltproletariats

Es dürfte den Gewerkschaften der führenden kapitalistischen Länder nicht entgangen sein, dass das Weltkapital die traditionelle Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in diesen Ländern immer stärker beeinflusst und zwar dahingehend, dass es sich rücksichtslos über die Errungenschaften dieser über 150 Jahre alten Arbeiterbewegungen hinwegsetzt, hinwegsetzen kann, weil keine Gewerkschaft eines einzelnen Landes etwas zur Verteidigung der Arbeiterrechte ausrichtet und auch nicht ausrichten könnte, selbst wenn sie es denn wollte, was ja schon seit über hundert Jahren nicht mehr der Fall ist, als sich die Gewerkschaften schon damals aus Instrumenten der Arbeiter in Instrumente des kapitalistischen Systems, als Instrumentge gegen die Arbeiter verwandelt hatten. Wer ist aber der Wegbereiter des internationalen Angriffs auf die Errungenschaften der Arbeiter der einzelnen Länder ? Die Wegbereiter des globalisierten Feldzug auf die Arbeiterrechte und die sozialen Systeme, die einst aus der Arbeiterbewegung der einzelnen kapitalistischen Länder entstanden, das sind die Gewerkschaften in den einzelnen kapitalistischen Ländern ! Die Regierungen , die Gewerkschaften, das ganze alte Instrumentarium der Ausbeutung und Unterdrückung in den einzelnen Ländern gerät mit den Interessen des Weltkapitals in Konflikt, das keinerlei Rücksichten gegenüber der Weltarbeit zu nehmen braucht. Während die Kapitalisten in den einzelnen Ländern an bestimmte, wenn auch minimale Rücksichtnahmen gegenüber dem kapitalistischen System gebunden sind, ist es der Weltkapitalist um so weniger. Er ist an nichts gebunden, kann sich der Reservearmeen aller Länder bedienen. Da der Weltkapitalist seine Weltarbeitskräfte aber nicht auf den Mond ausbeutet, sondern mitten in den Ländern, wo auch die Lohnarbeiter der nationalen Kapitalisten ausgebeutet werden, „wildert“ der internationale Kapitalist sozusagen in den fremden Revieren der nationalen Kapitalisten, setzt er sie untereinander in Konkurrenz, setzt er sie unter Druck. Vergleicht man irgendwo auf der Welt die Arbeitsbedingungen in Fabriken internationaler Monopole mit denen in Fabriken mit lokal „sesshaftem“ Eigentum, so sind die Arbeitsbedingungen viel schlechter, die Löhne niedriger bei den Weltkapitalisten, sind die „bodenständigen“ Unternehmen also ihrerseits gezwungen, ihre Arbeitsbedingungen zu verschlechtern und die Löhne zu drücken, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Das ist unter den gesetzlichen Bedingungen der einzelnen Staaten nicht immer elegant zu lösen, gibt es Reibungsverluste und Wettbewerbsverzerrungen. Solche Hürden wie Tarifautonomie ( auch, wenn es formal nur noch auf dem Papier gibt und faktisch immer weiter ausgehebelt wird !!) und andere Hürden des kapitalistischen Ländersystems, hat der Weltkapitalist einfach überspringen können. Die Auslagerung ganzer Fabriken und ganzer Industrien in Billiglohnländer ( und die Rückkehr der Fabriken an alte Standorte, aber unter verschlechterten Arbeits- und Lohnbedingungen!) – das alles sind bekannte Erscheinungen; kurz: das Weltkapital setzt sich über die Hürden in den einzelnen Ländern hinweg, wird Schrittmacher der Verschlechterung der Lage der Arbeiterklasse in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Ausbeutung und Unterdrückung in allen Ländern der Welt, wird Schrittmacher der Aushebelung der über hundert Jahre alten Arbeiterbewegungen in den kapitalistischen Ländern. Was die nationale Bourgeoisie in 100 Jahren nicht geschafft hat, das macht die Weltbourgeoisie heute im Handumdrehn. Das bekommt insbesondere die Arbeiterklasse solcher Länder schmerzhaft zu spüren, die einen besonders harten Klassenkampf geführt hatte, um den Kapitalisten, um dem kapitalistischen Staat diese und jene Verbesserung ihrer Lage abzuringen und dementsprechend ist ihr Widerstand größer als in anderen Ländern. Das Problem ist nur, dass der Weltkapitalist dafür wenig Verständnis hat und jeden Arbeiter, der aufmuckt, arbeitslos macht, denn er kann aus einer Millionenreservearmee schöpfen und das Kapital ist inzwischen beweglich genug, um sich zu jeder Zeit einen besseren Standort zu verschaffen, wo die Profite reibungsloser, schneller und höher zu machen sind, wo der Widerstand der Arbeiter am geringsten ist. So geht die Autoindustrie in den Osten bis nach China, weil dort die Ausbeutungsbedingungen und die Vermehrung des Kapitals am größten ist. Das billigste Billiglohnland der Welt ist heute das sozialimperialistische China. Das viertgrößte Finanzkapital der Welt befindet sich bereits in seinen Händen, um nur ein Beispiel zu nennen. Und umgekehrt ist die Deutsche Bank, die Bank des Exportweltmeisters Deutschlands, vom 4. auf den 23. Weltplatz aller Banken abgesunken und das in nur wenigen Jahren. Das internationale Bankkapital gerät außer Rand und Band.

Die alten Kampfinstrumente und Kampfformen, die alten Traditionen beherrschen noch die Arbeiterklasse, erschweren ihre Einsicht, dass sie unter den heutigen Bedingungen immer mehr ihre Wirkung verlieren gegenüber den neuen Kampfinstrumenten und Kampfformen des Weltkapitalisten. Der Kampf der beiden Weltanschauungen dauert nicht nur zwischen Bourgeoisie und Proletariat fort, sondern auch zwischen den Arbeitern, die sich von den Fesseln der untauglich gewordenen Traditionen befreien wollen und den Arbeitern, die sich noch von diesen alten (dabei sind die untauglich gewordenen gemeint, nicht die bewährten) Traditionen beherrschen lassen. Und das gilt nicht weniger für die Marxisten-Leninisten, wobei die einen sich von den Hemmschuhen überholter Leitsätze und Anschauungen befreit haben, während andere noch von ihnen gefangen sind und sich daran klammern. Der Kampf gegen eine übermächtige Welt ist zwangsläufig auch ein unvermeidlicher Kampf unter den Neuerern, sowohl unter den Arbeitern als auch unter den Kommunisten. Die weltweiten Massenbewegungen der Arbeiter wie auch die internationalen Bewegungen der Kommunisten sind heute noch konfus in zweierlei Hinsicht: erstens, weil alles internationale Massendenken sich noch in Widersprüchen, Unklarheiten, Zusammenhanglosigkeiten bewegt, konfus aber auch zweitens, wegen der schädlichen Rolle, die die Revisionisten darin spielen. Der Kampf gegen die Revisionisten in den eigenen Reihen ist ebenso heftig wie der Kampf draußen in der kapitalistischen Welt. Da lässt sich auch keine Einheit predigen, wo keine Einheit möglich ist. Es braucht große Kraft und lange Zeit, die internationale Konfusion zu überwinden mit einem qualitativen Schritt zur internationalen Einheit. Das gilt für die internationale Arbeiterbewegung nicht anders wie für die marxistisch-leninistische Weltbewegung, und vor allem deren beider notwendigen Verschmelzung.

Nun, es handelt sich zum Beispiel um nationale Kampfformen der Arbeiter, die den internationalen Kampfformen des Kapitals gegenüberstehen , welche den nationalen Kampfformen natürlich überlegen sind. Kämpfen die Arbeiter einer Autofabrik für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze, wird die Autofabrik ins Ausland verlegt, wo die Löhne niedriger sind und weniger Widerstand von den Arbeitern zu erwarten ist. Oder es werden Arbeiter aus dem Ausland zu Dumpinglöhnen hereingeholt, die nicht nur den Lohn der inländischen Arbeiter drückt, sondern diese auch auf die Straße wirft. Der Weltkapitalist hat die moderneren Waffen, die Arbeiterklasse eines einzelnen Landes veraltete Waffen, mit denen sie gegeneinander kämpfen – ein ungleicher Kampf. Man kann noch so heroisch kämpfen, aber mit veralteten Waffen ist die Niederlage vorprogrammiert. Und tatsächlich kann jeder mit seinen eigenen Augen sehen, dass die Arbeiter in ihren Ländern dieser Entwicklung ziemlich hilflos und machtlos gegenüberstehen, dass es ihnen immer bewusster wird, das man ihnen auf der Nase herumtanzt, dass die Kapitalisten immer frecher auftrumpfen und die Positionen der Arbeiter von Land zu Land immer „besch....er“ werden. Die Waffe, die hier hilft, ist die Waffe der internationalen Vereinigung der Arbeiter. Was sagen die nationalen Gewerkschaften dazu ? Nun, die Gewerkschaftsbosse schauen nicht nur weg und zucken mit den Achseln, sondern sie tun auch noch alles, um die Empörung der Arbeiter ins Leere laufen zu lassen, unternehmen nichts gegen die Regierungen, die diese Konkurrenz mit den ausländischen Arbeitern gesetzlich erlauben. Es ist eine historische Tatsache, dass die Gewerkschaften in den kapitalistischen Ländern seit über hundert Jahren den internationalen Charakter der Arbeiterbewegung vergewaltigt haben, dass die Kapitalisten eine starke Arbeiteraristokratie herangezüchtet hatten, um den proletarischen Internationalismus mit bürgerlichem Nationalismus, Sozialimperialismus, Sozialfaschismus usw. usf. aus den Arbeiterköpfen zu vertreiben, die internationale Front der revolutionären Arbeiterbewegung zu spalten, den weltrevolutionären Vereinigungsprozess zu unterlaufen beziehungsweise brutal zu unterbinden. Heute spürt der Arbeiter auf der ganzen Welt am eigenen Leibe, wohin das geführt hat – er steht in jedem Land isoliert und machtlos da, in Stich gelassen von gewerkschaftlichen Lakaien des Weltimperialismus ! Die Staaten der ganzen Welt mit samt ihren gelben Gewerkschaften befinden sich mittlerweile fast vollständig in den Händen der Monopole, der internationalen Konzerne, des gesamten Weltkapitals. Ja selbst die Mitgliedschaft in einer gelben Gewerkschaft ist für sie schon ein Grund zur Ablehnung einer Bewerbung oder ein Kündigungsgrund. Unter dem Diktat des Weltkapitals kuschen die Regierungen, kuschen die Staaten, kuschen die gelben Gewerkschaften, sind sie in Hilfsinstrumente des Weltkapitals verwandelt worden, werden die Arbeiterrechte, die Gewerkschaftsrechte, die Rechte der Völker, die Menschenrechte ausgehebelt, setzt man sich immer rücksichtsloser darüber hinweg, reagieren die Betroffenen mit Ratlosigkeit und Wut gegenüber dem aufkommenden Weltfaschismus, werden die Arbeiter der ganzen Welt behandelt, so wie die Kolonialisten einst die asiatischen Kulis behandelten. Es ist kein Zufall, dass die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten deswegen die Rote Gewerkschaftsinternationale gegründet hat, nicht nur um den Proletariern dabei zu helfen, in ihrem Land wieder eine Klassengewerkschaft aufzubauen, die sich ausschließlich vom proletarischen Internationalismus leiten lässt, sondern die gesamte internationale revolutionäre Gewerkschaftsbewegung auf den weltrevolutionären Weg zu bringen. Die RGI wurde gegründet in der weisen Voraussicht, dass die Gewerkschaftsbewegung gegen das Weltkapital neue internationale Kampfformen hervorbringt, um die Gewerkschaftsinteressen des Weltproletariats besser, zentral und geschlossen, zu vertreten und durchzusetzen. Mit der Internationalisierung des gewerkschaftlichen Kampfes verfolgt das Weltproletariat einen doppelten Zweck: Die Konkurrenz der Arbeiter unter den verschiedenen Ländern einzudämmen , indem es diese zu einer Weltkonkurrenz zusammenfasst und als Gesamtverhandler an den Weltverhandlungstisch tritt, nicht nur mit den Kolleg/innen dieses oder jenes Landes im Rücken, sondern mit dem Kampfeswillen der Kolleg/innen der ganzen Welt im Rücken!!!! Wenn es am Anfang nur um den Stop des freien Falls des Weltlohns geht, wird das Weltproletariat seine gewerkschaftlich zentralisierte Vereinigung auch zu allen weiteren Forderungen gegenüber den Weltkapitalisten ausdehnen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen, usw. usf. , wird also die Aufrechterhaltung der Weltgewerkschaftsfront selbst notwendiger als die der Weltlöhne. In diesem Gewerkschaftskampf auf höchster Stufe vereinigen und entwickeln sich sowohl auf der Seite des Kapitals als auch auf der Seite der Arbeiter schließlich alle Elemente für die kommende Weltschlacht. Einmal an diesem Punkt angelangt, wird die Revolutionäre Gewerkschaftsinternationale ihre politischen Aufgaben erfüllen können, nämlich dabei mitzuwirken, die ruinöse Konkurrenz unter den Arbeitern endlich im Weltmaßstab für immer aufzuheben und an ihre Stelle die Welt-Assoziation der sozialistischen Gewerkschaft zu setzen.

Ohne die internationale Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftsbewegung ist die internationale Arbeiterbewegung machtlos, steht sie auf tönernen Füßen, fehlt ihr die Basis, kann sie sich ohne Basis nicht entfalten. Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Vereinigung, die das Weltproletariat in seiner Gesamtheit erfasst, aber die damit noch lange nicht unmittelbar die Weltdiktatur des Proletariats zu verwirklichen vermag. Dazu bedarf es differenzierter internationaler Vereinigungen, ja eines gewaltigen Weltorganisationsmechanismus ( internationale Transformationsriemen), der erst durch eine Reihe von Zahnrädern in Gange gebracht wird. Die Weltdiktatur des Proletariats kann nur durch seine Avantgarde, die proletarische Weltpartei verwirklicht werden, die mit der RGI eng verzahnt ist. Ohne diesen Mechanismus ist der Weg vom Weltimperialismus zum Weltsozialismus nicht zu bewerkstelligen.

Wie stellt sich nun das dialektische Verhältnis von nationaler und internationaler Gewerkschaftsbewegung, insbesondere im Kampf gegen die neue globalisierte Weltlohnsklaverei dar?

Die gelben Gewerkschaften sind Instrumente des Imperialismus zu Niederhaltung und Spaltung des revolutionären Proletariats. Das Weltkapital braucht die Weltlohnsklaverei und damit auch die ihm passende Weltform der gelben Gewerkschaft als künftiges Bollwerk gegen den weltproletarischen Kampf, dessen Ziel die Abschaffung der Weltlohnsklaverei ist. Das Weltkapital kann die gelben Gewerkschaften, so wie sie sich bis heute in den einzelnen Ländern entwickelt haben, nicht einfach „übernehmen“, kann sie aber auch nicht zerschlagen. Das kann das Weltkapital aus dem einfachen Grund nicht, da sie weiter als Regulierungsinstrument des Ausbeutungs- und Unterdrückungssystem der nationalen Bourgeoisien erhalten bleiben müssen als Abteilungen der Weltbourgeoisie. Also müssen die gelben Gewerkschaften in jedem Land völlig umgewandelt, globalisiert werden, damit sie seinen Weltinteressen auch dienen können. Indem die gelben Gewerkschaften als Abteilungen der neuen gelben Weltgewerkschaft des globalisierten Weltkapitals auftreten - und das Weltkapital zwingt sie dazu -, führt jede gelbe Gewerkschaft in einem Land nicht mehr nur ihren arbeiterfeindlichen Kampf zur Aufrechterhaltung der Lohnsklaverei im eigenen Land, sondern ist gezwungen, ihre eigenen nationalen Interessen den gelben Gesamtgewerkschaftsinteressen des Weltkapitals unterzuordnen, das heißt die gelben Gewerkschaftsinstrumente aller Länder müssen in ein einziges, zentralisiertes Instrument des Weltkapitals verwandelt werden, um die Weltarbeit disponibel, verfügbar zu gestalten, was wiederum heißt: ihr bislang reaktionäres, nationales Zunftwesen, das die Arbeiterbewegung eines jeden Landes ungemein in ihrer revolutionären Entwicklung gehemmt hat, muss fallen. Das ist gut und nicht schlecht! Insofern handelt es sich nicht mehr um eine Amsterdamer Internationale (gegen die revolutionäre, klassenkämpferische Gewerkschaftsbewegung in den einzelnen Ländern). Es handelt sich auch nicht mehr so sehr um einen losen gewerkschaftlichen Weltdachverband, wo die einzelnen gelben Gewerkschaften ihre eigenen (sozialimperialistischen) Interessen vertraten, sich sozusagen nur gegenseitig unterstützten, bzw. dort um ihre (sozialimperialistische) Hegemonie kämpften, sondern um eine globalisierte gelbe Gewerkschaftsbewegung des globalisierten Weltkapitalismus, das heißt eine neue Gewerkschaftsform, mit der die gesamte Weltarbeit im Zaun gehalten werden kann, indem sie in die Ländergewerkschaften hineinwirkt, sie sich umformt und sie so zur internationalen Spaltung des Weltproletariats zentral lenken kann. Für die revolutionäre Weltgewerkschaftsbewegung ist das insofern - und nur insofern - gut, als das Weltkapital die nationalen Schranken der gelben Gewerkschaftsbewegung durch die globale Gestaltung der Weltarbeit schleift und damit der internationalen Entfaltung der Vereinigung der weltrevolutionären Gewerkschaftsbewegung bessere Ausgangsbedingungen verschafft – und zwar nicht nur für das Weltproletariat insgesamt, sondern auch für die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land der Welt. Dadurch wird die Gewinnung der Gewerkschaftsmitglieder für die Ideen des Kommunismus auf der ganzen Welt und in allen Ländern erleichtert und beschleunigt.

Wenn die globalisierten Gewerkschaftsinteressen des Weltkapitals also von außen auf die gelbe Gewerkschaft eines jeden Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn das Weltkapital über die Gewerkschaftsinstrumente (und deren Einsatz) eines jeden Landes bestimmt, können die Arbeiter in ihrem Land ihre revolutionären, klassenkämpferischen Gewerkschaften allein, auf sich gestellt, nicht (dauerhaft) aufbauen bzw. verteidigen, da sie in ihrem Land nunmehr einer gelben Abteilung der welt-sozialimperialistischen Gewerkschaftszentrale gegenüberstehen. Die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung in jedem Land kann sich nicht voll entfalten, wenn die Roten Gewerkschaftler ihre Organisation nicht vom nationalen Boden loslösen, wenn die (innere) revolutionäre Gewerkschaft jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) der RGI angehörende Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen gelben Gewerkschaftsapparat international zerschlagen zu können (= und das – und nur das, ist die einzige Garantie des Sieges über diie eigene gelbe Gewerkschaft in jedem Land unter den heutigen Bedingungen der globalisierten Weltlohnsklaverei !!). Sozusagen verwandelt das Weltkapital die (Landes-)Innere gelbe Gewerkschaft in ein Instrument der äußeren kapitalistischen Weltgewerkschaft, weckt sie aus ihrem nationalen Dornröschenschlaf auf, stärkt sie bei gleichzeitiger Verschärfung der Widersprüche und Konkurrenz zwischen der nationalen Arbeit und der Weltarbeit. Dadurch erst, dass das Weltkapital die globalisierte gelbe Weltgewerkschaft schafft, hebt sie auch die globalisierte revolutionäre Weltgewerkschaft auf die Weltbühne, kann die gelbe Gewerkschaft mit dem Kapitalismus, dessen Instrument sie ist, für immer nicht nur von der Weltbühne, sondern auch von der historischen Bühne jedes Landes verschwinden, kann sich die weltrevolutionäre Gewerkschaftsbewegung in allen Ländern der Welt voll entfalten. Das Weltproletariat kann die Länder nicht vereinigen, wenn es nicht seine ( und zwar gegen die gelben gerichteten !!) revolutionären Gewerkschaften vereinigt:Weltproletariat – vereinige die revolutionären Gewerkschaften aller Länder!“ Das ist die weltrevolutionäre Idee zur Lösung der Gewerkschaftskrise: Die kapitalistische Gewerkschaft kann im eigenen Land durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben wegen ihrer Verbindung zum Weltkapital), aber niemals kann der Sieg einer revolutionären Gewerkschaft über die reaktionäre Gewerkschaft in einem Land garantiert werden, solange sich die reaktionäre Gewerkschaft eines Landes aus dem Weltkapital genügend neue Restaurationskräfte ziehen kann. Deswegen müssen wir gegen alle gewerkschaftlichen Ideen, insbesondere gegen die Ideen des Weltökonomismus, antreten, die unsere Idee von der RGI, unsere Ideen vom weltrevolutionären Gewerkschaftskampf angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie der revolutionären Gewerkschaftsbewegung im eigenen Land, schaden sie nicht etwa der gelben Gewerkschaft, sondern helfen sie ihr ( = weltrevolutionärer Gewerkschaftskampf in Worten – gelber, internationaler Gewerkschaftskampf in Taten). Garantie gegen gelbe Gewerkschaften, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit der konterrevolutionären Gewerkschaftsbewegung in der imperialistischen Weltordnung, schafft nur der internationale, weltrevolutionäre Gewerkschaftskampf, die Rote Gewerkschaftsinternationale, nur der Gewerkschaftskrieg zur Beseitigung der gelben Gewerkschaft, der anti-imperialistische Gewerkschaftskrieg des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient. Es gibt heute für die klassenbewussten Arbeiter keine wichtigere Aufgabe als die, diese weltrevolutionäre Bedeutung der INTERNATIONALEN gewerkschaftlichen Bewegung zu begreifen und sie ganz genau zu kennen und sich fest einzuprägen. Die Schaffung der Roten Gewerkschaft in jedem Land geht also nicht gradlinig, nicht regelmäßig und nicht losgelöst von der internationalen Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung vor sich. Sie wird durch das Weltkapital gezwungen, sich über den „Umweg“ des internationalen Gewerkschaftskampfes des Weltproletariats in jedem Land also auch im eigenen Land zu entwickeln, was nicht zuletzt auch von den Bedingungen in jedem Land selbst abhängt. Die Rote Gewerkschaft in jedem Land hat also große Hindernisse zu überwinden, die sie nur gemeinsam mit den Proletariern aller Länder, nur als Abteilung des Weltproletariats überwinden kann. Das Weltkapital hindert die Rote Gewerkschaft daran, sich in jedem Land – von der weltgewerkschaftlichen Bewegung getragen - zu entfalten, aber anders als eine Abteilung der internationalen revolutionären Gewerkschaft des Weltproletariats kann die Rote Gewerkschaftsbewegung eines Landes die gelbe Gewerkschaft nicht schlagen, da diese nun einmal international in die Geschäfte des Weltkapitals eingebunden ist und die Rückendeckung der nationalen Bourgeoisie besitzt. Das heißt natürlich nicht, dass die Roten Gewerkschaftler in jedem Land ihre Hände in den Schoß legen und diese internationale Entwicklung „abwarten“. Sie müssensowohl in den gelben als auch außerhalb der gelben Gewerkschaften die revolutionäre Arbeit der Gewerkschaftsopposition organisieren und dazu geeignete Übergangsformen hin zur Schaffung einer selbständigen Roten Gewerkschaft bilden. Diese Übergangsformen werden in allen Ländern unterschiedlich ausfallen, da die gelben Gewerkschaften in den verschiedenen Ländern nicht alle gleich sind. Die Vereinigung der revolutionären Gewerkschaftler in einem Land gehört mit zu den zähesten, aufreibendsten, kompliziertesten und schwierigsten, aber auch wichtigsten und notwendigsten Aufgaben der Weltrevolutionäre, weil große Teile der Proletarier, insbesondere die Industriearbeiter, noch in den gelben Gewerkschaften gefangen gehalten werden und täglich dem reaktionären Einfluss der Arbeiteraristokratie und der Gewerkschaftsintelligenz ausgesetzt sind. Die gelbe Gewerkschaft konnte sich nur deswegen so lange in der Arbeiterbewegung halten, weil die Arbeiter noch zögern, sie durch ihre eigene, revolutionäre Gewerkschaft zu ersetzen, weil die gelbe Gewerkschaft das dafür nötige revolutionäre Klassenbewusstsein täglich, stündlich untergräbt und täglich stündlich die Gewerkschafterhirne mit bürgerlicher Ideologie abfüllt. Die bürgerliche Gewerkschaft wird immer noch als die „heilige Kuh“ vergöttert, die man nicht schlachten darf, weil sonst noch alles „viel schlimmer“ kommen könnte. Dieser Aberglaube ist erst gebrochen, dieser Mythos ist erst überwunden, wenn die Arbeiter an Hand ihrer eigenen Erfahrungen restlos begriffen haben, dass eine Klassengewerkschaft der Bourgeoisie niemals die Interessen der Arbeiterklasse vertreten kann, sondern dass dies nur die eigene, die proletarische Klassengewerkschaft kann. Das ist dann der Anfang des historischen Endes der gelben Gewerkschaft, dann wird nach über 100 Jahren endlich die alte revolutionäre Gewerkschaft, ihre klassenkämpferische Tradition, wieder das Licht der Welt erblicken, wird die 100 Jahre lange Spaltung der Gewerkschaftsbewegung durch die Bourgeoisie beseitigt werden, wird es wieder freie Einheitsgewerkschaften geben, die niemandem anders mehr dienen, als den Arbeitern selbst. Das ist ein harter Kampf, der unvermeidlich ist, denn er wird der gespaltenen Arbeiterklasse aufgezwungen, um ihre Einheitsgewerkschaft, ihre gewerkschaftliche Einheit, wieder herzustellen.

Aber schauen wir uns bei den Kommunisten um. Die Schwäche der Kommunisten zeigt sich nirgends deutlicher als in der Gewerkschaftsfrage. Es sträuben sich die Haare zu Berge, wenn man selbst von alten, gestandenen Kommunisten Zitate von Lenin um die Ohren kriegt über die Haltung der Kommunisten in den Gewerkschaften vor 100 Jahren, wo es noch um die Bekämpfung der Kinderkrankheiten (!!!!!) des Kommunismus ging. Wir fragen uns heute ganz im Ernst, ob wir nicht ein Buch über die Alterskrankheiten des Kommunismus schreiben sollten, damit endlich von allen begriffen wird, dass wir die Gewerkschaftsfrage nicht mit den Antworten lösen können, die vor 100 Jahren richtig waren, aber heute den veränderten Bedingungen der Globalisierung ganz und gar nicht mehr entsprechen. Die Schande ist die, dass die überwiegende Mehrheit der Kommunisten sich heute in der Gewerkschaftsfrage an den Arbeitern schwer versündigt hat, dass sie unter der 100 Jahre lang angehäuften Last des Reformismus und Revisionismus in der Gewerkschaftsbewegung erdrückt worden sind, weil sie es versäumt haben, diese Last rechtzeitig abzuschütteln und eine revolutionäre Haltung einzunehmen. Ein weiterer Fehler ist der, dass gerade die Gewerkschaftsfrage ganz deutlich macht, wie groß noch der kleinbürgerliche Einfluss in den eigenen Reihen ist, die zur falschen Haltung in der Gewerkschaftsfrage nicht wenig beigetragen hat. Die Gewerkschaftsfrage ist die Frage, die die Kommunisten immer noch am meisten entzweit – eben weil der Reformismus und Revisionismus hier am tiefsten verwurzelt ist und leider viel mehr zur Stärkung des Anarcho-Syndikalismus und viel zu wenig zum weltrevolutionären Gewerkschaftskampf beigetragen hat. Wenn die Gewerkschaftsfrage die Einheit der marxistisch-leninistischen Weltbewegung lahm legt, dann muss man die Gewerkschaftsfrage anpacken, das heißt sie einer marxistisch-leninistischen Lösung zuführen. Wenn dieser Knüppel zwischen den Zahnrädern beseitigt ist, wird die Vereinigung sowohl im Gewerkschaftskampf als auch im kommunistischen Kampf die gewünschten Fortschritte erzielen. Vereinigen wir uns also im Kampf für die revolutionäre Gewerkschaft – für welche Gewerkschaft denn sonst?!

Als die RGI am 1. Mai 2003 wiedergegründet wurde, trat sie mit ihrer Plattform vor das Weltproletariat, worin es (u.a). heißt:

Die Rote Gewerkschaftsinternationale ist eine Organisation der Komintern/ML, eine selbständige internationalistische Schule des Kommunismus, die das Weltproletariat generell in ihrem revolutionären Gewerkschaftskampf vereint, erzieht und unterstützt.“

Die RGI lässt sich in ihrer gesamten Tätigkeit von den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha – insbesondere von deren Gewerkschaftslinie - leiten, indem sie diese im täglichen internationalen Klassenkampf korrekt verteidigt, anwendet und weiterentwickelt.

Die einzelnen Erfahrungen des revolutionären Gewerkschaftskampfes in allen Ländern sind gleichzeitig in ihrer zentralisierten und konzentrierten Analyse und Verallgemeinerung der internationalen Weltarbeiterbewegung die Basis für die Weiterentwicklung der Generallinie der RGI.

Ziel ist in erster Linie die gegenseitige solidarische Unterstützung der revolutionären Gewerkschafter in der ganzen Welt, um den Gewerkschaftskampf des gesamten Weltproletariats in einen großen internationalen Hebel für die sozialistische Weltrevolution einzusetzen.

Kampf für die Vereinigung und Organisierung aller revolutionären Kräfte der Weltgewerkschaftsbewegung gegen Klassenversöhnung, Spaltung, Kapitulantentum und Liquidatorentum, insbesondere gegen alle Zweige des Revisionismus, Reformismus, Trotzkismus, Anarcho-Syndikalismus und gegen jeglichen bürgerlichen Einfluss innerhalb der Weltgewerkschaftsbewegung, um

a) die Selbständigkeit und Eigenständigkeit des Weltproletariats in seinem ökonomischen, politischen, ideologischen und organisatorischen Gewerkschaftskampf zu erreichen und sicherzustellen;

b) das gesamte Weltproletariat unter dem roten Banner der Einheitsfront zusammenzuführen im Gewerkschaftskampf gegen den Weltkapitalismus.

Die RGI kämpft für die revolutionäre Beseitigung der bürgerlicher Gewerkschaften. Diese Instrumente des Weltkapitalismus müssen zerschlagen und sozialistische Gewerkschaften als Instrumente der Macht des Weltproletariats zum Aufbau bzw. Wiederaufbau des Sozialismus zu schaffen – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Die RGI stützt sich dabei wiederum auf die Taktik der revolutionären Einheitsfront des Weltproletariats.“

Die RGI wirkt nicht nur vereinigend in die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes, vereinigend bis hinein in die letzte Fabrik der Welt, sondern auch umgekehrt wirkt die revolutionäre Gewerkschaftsbewegung jedes Landes vereinigend, wirkt die letzte Fabrik der Welt vereinigend bis hinein in die RGI.

Weltpolitische Freiheit ist der Boden, auf dem die Vereinigung des Weltproletariats gedeiht. Deswegen muss es für die weltpolitische Freiheit kämpfen.

Diese hohe weltpolitischen Ziel ist nicht umsetzbar ohne die Voraussetzung des wichtigen Kampfes um die grundlegendsten politischen Freiheiten des Weltproletariats, nämlich die politischen Freiheiten des Proletariers sowohl in jedem Winkel der Welt als auch auf der gesamten politischen Weltbühne. Die politische Freiheit wird das Weltproletariat nicht auf einmal vom Elend erlösen, sie wird aber jedem Arbeiter auf der Welt eine internationale Waffe zum Kampf sowohl gegen das Elend in jeder einzelnen Hütte der Welt, wie auch im ganzen Armenhaus der Welt liefern. Es gibt kein anderes Mittel und kann kein anderes Mittel zum Kampf gegen das Elend geben als den internationalen Zusammenschluss der Arbeiter selbst. Aber dieser internationale Zusammenschluss muss erst einmal durch internationale politische Freiheiten erkämpft werden, er kommt nicht im Selbstlauf, kann sich nicht entwickeln, ohne den gelben Gewerkschaften den Krieg zu erklären, ohne gegen sie den Krieg zu führen: „Wer – wen ?“. Der Kampf gegen die Spaltung und Zersplitterung des Weltproletariats ist in erster Linie ein politischer Kampf und er beginnt mit dem Kampf um seine politischen Freiheiten in jedem Land der Welt. Der Kampf um die politischen Freiheiten hat also nicht dem ökonomischen Kampf zu folgen, sondern umgekehrt. Es ist die Kommunistische Weltpartei, die den ökonomischen Kampf zentral führen muss, wenn er auch von den Kommunistischen Parteien unter den verschiedenen Bedingungen der Länder im Einzelnen angeleitet wird. Das Gleiche gilt für den Kampf um die politischen Freiheiten.

So wie der politische Klassenkampf die ökonomische Befreiung des Weltproletariats zum Ziel hat, so hat auch der militärische Klassenkampf das Ziel der militärischen Zerschlagung der internationalen Konterrevolution, des Herrschaftsapparats der Weltbourgeoisie, zur Erringung der politischen Herrschaft des Weltproletariats, ohne die die eigentliche soziale und ökonomische Umgestaltung der Welt des Kapitalismus in die Welt des Sozialismus nicht durchgeführt werden kann. Aus der ökonomischen Vereinigung wächst die politische und schließlich die militärische Vereinigung des Weltproletariats - ganz wie die Vereinigung in jeder Fabrik, wie in jedem Land und zwar durch die Vereinigung in jeder Fabrik, durch die Vereinigung in jedem Land. Und umgekehrt kann die ökonomische Vereinigung nicht ohne Anwendung politischer und militärischer Vereinigung, die politische Vereinigung nicht ohne ökonomische und militärische Vereinigung, die militärische nicht ohne die politische und ökonomische Vereinigung auskommen und das auf jeder räumlichen Ebene und zu jedem Zeitpunkt des Klassenkampfes, ob er nun in einer Fabrik, in einem Land oder im Weltmaßstab geführt wird. Es gibt hierbei aber keinerlei starren Mechanismus, sondern all dies hängt dialektisch voneinander ab und miteinander zusammen – nicht zuletzt auch von der Dialektik der Vereinigung des Klassengegners in jeder Phase des Klassenkampfes usw. usf. Die Vereinigung durchdringt den ganzen historischen Prozess des Klassenkampfes und wird durch ihn durchdrungen. Die Komplexität der Vereinigung ist unendlich, und stets entscheidend für die Entfaltung der Klassenkräfte, entscheidend für deren Sieg oder Niederlage, letztendlich entscheidend für die Aufrechterhaltung oder Beseitigung des Weltkapitals. Die Vereinigung des Weltproletariats und die Vereinigung der Weltbourgeoisie erreichen den HÖCHSTEN ökonomischen, politischen und militärischen Punkt, wo das vereinigte Weltproletariat die vereinigte Weltbourgeoisie stürzt. Mit dem Anwachsen der weltrevolutionären Situation wird die Bedeutung unserer Losungen zunehmen. Nichts wäre gefährlicher und fataler als die Bedeutung unserer prinzipienfesten Losungen in weltrevolutionären Zeiten herabzusetzen. Die Ausarbeitung unserer Losung hat schon jetzt eine gewaltige Bedeutung für die Komintern / ML, obwohl sie noch nicht – oder gerade weil sie noch nicht – das Weltproletariat im Geiste konsequent marxistisch-leninistischer Prinzipien führen kann. Diese gewaltige Bedeutung liegt in der Tatsache begründet, dass die Komintern / ML mit ihren weltrevolutionären Losungen viel weniger Gefahr läuft, in Nachtrabpolitik zu verfallen und den weltrevolutionären Ereignissen hinterherzuhinken. Die Komintern / ML hat allen anderen Weltparteien voraus, dass ihre weltrevolutionären Losungen bereits auf einem weltrevolutionären Programm basieren, das heißt wissenschaftlich ausgearbeitet und begründet sind. Die Entwicklung des weltrevolutionären Klassenkampfes steht jedoch noch nicht einmal vor der konkreten Frage, was heute der Schwerpunkt der Vereinigung ist, der ökonomische, politische oder der militärische. Heute befinden wir uns erst an dem Punkt, wo wir dafür erst die Voraussetzungen schaffen müssen: Schwerpunkt ist heute die ideologische Vereinigung des Weltproletariats und wir haben das mehr als einmal hervorgehoben und begründet. Der Aufbau der bolschewistischen Weltpartei beginnt mit ihrem ideologischen Aufbau:

Die Internationale besteht darin, dass sich Menschen zusammenfinden (zunächst ideologisch, dann aber, zu gegebener Zeit, auch organisatorisch), die fähig sind, sich in der jetzigen schweren Zeit wirklich für den sozialistischen Internationalismus einzusetzen, d.h., ihre Kräfte zu sammeln und ´nachher zu schießen` (Lenin, Band 21, Seite 88).

Aus der Zuspitzung des politischen Kampfes ergibt sich also zwangsläufig der militärische Kampf des Weltproletariats, denn es ist der politische Kampf mit äußersten Mitteln. Dreht die Gewehre um!“ und Weltproletariat vereinige die proletarischen Waffen aller Länder!“ - sind die beiden Formeln, die im internationalen militärischen Kampf, im internationalen Bürgerkrieg wie auch im imperialistischen (Welt)Krieg gemeinsam anzuwenden sind. Die Arbeiter aller Länder haben es also nicht mehr nur mit dieser oder jener Regierung zu tun, sondern außerdem bzw. insgesamt mit dem zentralisierten Weltunterdrückungsapparat der gesamten Weltbourgeoisie, zu dem auch der Weltopportunismus mit seinem „Weltburgfrieden“ gehört, so dass sich das Weltproletariat seinen eigenen zentralisierten bewaffneten Weltbefreiungsapparat aufbaut, also sich seine weltrevolutionäre Rote Armee schafft, um die bewaffnete Weltkonterrevolution niederzuschlagen und sie mit samt der ganzen alten Weltordnung zu zertrümmern. Beim Weltproletariat handelt es sich um eine internationale Klasse, die man nicht wie einen nationalen Staat besiegen kann. Das Weltproletariat ist eine Klasse, die überall auf der Welt organisert ist und von jedem beliebigen Punkt aus angreifen, sich verteidigen wie auch sich zurückziehen kann. Somit erwächst aus den Erhebungen der Arbeiterklasse dieses oder jenen Landes schließlich der bewaffnete Kampf des gesamten Weltproletariats:Weltproletariat – bewaffne alle Länder und vereinige die nationalen Abteilungen zu deiner internationalen Roten Weltarmee!“. Blind ist die Notwendigkeit einer proletarischen Weltarmee nur, insofern dieselbe noch nicht begriffen wird als zukünftiges Produkt der geschichtlichen Entwicklung des mit äußersten Mitteln geführten weltproletarischen Klassenkampfes.

Imperialistischer Krieg als äußerstes Mittel der Außenpolitik ist die Fortsetzung der faschistischen Diktatur als äußerstes Mittel der Innenpolitik. Der moderne Militarismus ist ein Resultat des Kapitalismus. In seinen beiden Formen bildet er eine `Lebenserscheinung` des Kapitalismus: als Militärmacht, die die kapitalistischen Staaten bei ihren äußeren Zusammenstößen einsetzen (`Militarismus nach außen`...) und als Waffe in den Händen der herrschenden Klassen zur Niederhaltung aller (ökonomischen und politischen) Bewegungen des Proletariats (`Militarismus nach innen`)“ [Lenin, Band 15, Seite 187]. So haben wir es von Lenin gelernt, aber dies traf damals im hegemonistischen Interesse der einzelnen kriegerischen Großmacht (oder ihrer Allianz) zu, denn es handelte sich um feindliche Auseinandersetzungen der imperialistischen Länder untereinander bzw. um militärische Maßnahmen im Inneren eines Landes oder im Innern der besetzten Länder durch eine einzelne oder alliierte imperialistische Macht. Jetzt treten die Imperialisten, ob nun kriegsführend oder „kriegsunterstützend“, in geschlossener Front, also gemeinsam als weltimperialistische Kriegsmacht auf, handelt es sich um eine einzige, vereinheitlichte militärische Weltmaschinerie, die sich alle Länder nicht nur militärisch unterwirft, sondern diese zudem in die militärischen Machtorgane des kapitalistischen Weltsystems eingliedert, integriert, sie also in seine eigenen militärischen Abteilungen verwandelt. Auch wenn die US-Imperialisten die größte Militärmacht der Welt geblieben sind, handelt es sich im Grunde genommen nicht mehr um die gleiche Qualität der alten US-imperialistischen Supermacht, die ausschließlich den US-Interessen diente, sondern nur um eine, wenn auch stärkste, von weiteren Militärmächten des gesamten weltimperialistischen Systems. Kurz: das Weltkapital diktiert mittlerweile sämtliche Waffen der ganzen Welt, unterwirft sich selbst die größten imperialistischen Weltmächte, zentralisiert sie zu einer einzigen Macht nur zu dem einzigen Zwecke, sich auf jede Weise - „friedlich“ oder gewaltsam ( das heißt gewaltsam sowohl nach außen als auch nach innen ) - zu vermehren. Es sind die gleichen Waffen, mit denen das Weltkapital von innen und außen vernichtet wird. Der internationale Militarismus nach innen, der Weltfaschismus, wirkt als zentralisiertes Machtorgan in alle Länder der Welt hinein, um den ökonomischen und politischen Kampf des Weltproletariats niederzuhalten. Der „moderne“ Militarismus zu Lenins Zeiten gehört heute also bereits der Geschichte an. Unter modernem Militarismus müssen wir heute das mehr oder weniger geschlossene (natürlich wirken die hegemonistischen Widersprüche unter den imperialistischen Mächten weiter zu Gunsten des Weltproletariats!) Weltsystem bewaffneter Machtorgane verstehen, das alle Sphären der gesamten globalisierten Klassengesellschaft durchdringt, das das öffentliche Leben nicht nur eines Landes, sondern das der ganzen Welt durchdringt. Im Weltmaßstab nimmt der Militarismus besondere Formen an, andere Formen als im nationalen Maßstab, denn wo ist im Weltmaßstab „innen“, wo ist da „außen“ ? Diese völlig neue Fragestellung führt uns zu unserer weltrevolutionären Idee. Es gibt ja nur die eine Welt, auch wenn Weltbourgeoisie und Weltproletariat ihren Klassenkrieg im Weltall fortsetzen. Auf dem internationalen Schlachtfeld verschmelzen sich also beide Begriffe, bekommen sie eine neue Qualität, eine internationale Qualität, verkehrt sich innen nach außen und außen nach innen, zwingt das Weltkapital die nationalen Interessen, sich seinen internationalen Interessen zu beugen, so wie auch die internationalen Interessen des Weltproletariats die nationalen Interessen der Proletarier aller Länder dazu zwingen, sich zu beugen. Was bedeutet das ? Wenn der Weltfaschismus des Weltkapitals also von außen auf die Faschisierung jedes Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn die innere Faschisierung des Landes durch den Weltfaschismus bestimmt wird, kann das Proletariat seinen anti-faschistischen Kampf nicht dauerhaft gewinnen, wenn es ihn nicht vom nationalen Boden loslöst, wenn der (innere) Anti-Faschismus jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) anti-faschistische Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen „Außen“-Faschismus international besiegen zu können (= und das – und nur das, ist die einzige Garantie des Sieges über den inneren Faschismus in jedem Land unter den heutigen Bedingungen der globalisierten kapitalistisch-faschistischen Gesellschaft !!). Sozusagen verwandelt das Weltkapital den inneren Faschismus in einen äußeren Faschismus, ohne die Wirkung des äußeren Faschismus im Innern, also den inneren (Neo-)Faschismus jedes Landes zu beseitigen, im Gegenteil, er stärkt überhaupt jeden inneren Faschismus. Dadurch erst, dass der Weltfaschismus den Anti-Faschismus auf die Weltbühne hebt, kann der Faschismus überhaupt von der Welt verschwinden. Das ist die weltrevolutionäre Idee des Anti-Faschismus der Komintern / ML:Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen den Weltfaschismus!“. Der Faschismus eines Landes kann im eigenen Land u. U. durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben wegen dessen Verbindung zum Weltfaschismus), aber niemals für immer beseitigt werden, solange er sich aus dem Weltfaschismus stets neue Restaurationskräfte zurückholen kann. Deswegen müssen wir gegen alle „anti“-faschistischen Ideen antreten, die unsere Idee vom Anti-Weltfaschismus angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie ihrer anti-faschistischen Bewegung im eigenen Land, schaden sie nicht dem Faschismus, sondern helfen sie ihm, sich zu restaurieren (Anti-Faschismus in Worten – Faschismus in Taten). Garantie gegen Faschismus, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Faschismus in der kapitalistischen Gesellschaft, schafft der internationale Anti-Faschismus des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient.

Wie stellt sich nun das gleiche neue dialektische Verhältnis von „innen“ und „außen“ im Anti-Imperialismus, insbesondere im Kampf gegen den imperialistischen Krieg dar? Prinzipiell nicht anders als im Kampf gegen den Weltfaschismus. Indem die Imperialisten als vereinigte Weltimperialisten auftreten und das Weltkapital zwingt sie dazu, führt jedes imperialistische Land nicht mehr seinen eigenen imperialistischen Krieg, sondern ist gezwungen, seine eigenen imperialistischen Raubkriegs-Interessen den räuberischen, militärischen Gesamtinteressen des Weltimperialismus unterzuordnen. Wenn die globalisierte Militarisierung des Weltkapitals also von außen auf die Militarisierung jedes imperialistischen Landes verstärkt Einfluss nimmt, wenn das Weltkapital über die Waffen (und deren Einsatz) eines imperialistischen Landes bestimmt, kann das Proletariat dieses Landes seinen Anti-Imperialismus, seinen Kampf gegen den imperialistischen Krieg, nicht (dauerhaft) in nationale Befreiung, nicht (dauerhaft) in eine friedliche Nation verwandeln, wenn es seinen Friedenskampf nicht von seinem nationalen Boden loslöst, wenn der (innere) Anti-Imperialismus jedes Landes nicht vom Weltproletariat in jede (äußere) anti-imperialistische Abteilung (des Weltproletariats) vereinigt (qualitativ verwandelt) wird, um den internationalen „Außen“- Imperialismus international besiegen zu können (= und das – und nur das - ist die einzige Garantie des Sieges über den eigenen Imperialismus in jedem imperialistischen Land unter den heutigen Bedingungen des globalisierten Weltimperialismus !!). Sozusagen verwandelt das Weltkapital den inneren Imperialismus in ein Instrument des äußeren (Welt)Imperialismus, ohne die Wirkung des äußeren Imperialismus im Innern, also den inneren Imperialismus jedes imperialistischen Landes zu beseitigen, im Gegenteil, er stärkt überhaupt jeden inneren (eigenen) Imperialismus – hebt seine Widersprüche zum Weltimperialismus nicht auf – im Gegenteil. Dadurch erst, dass der Weltimperialismus den Anti-Weltimperialismus auf die Weltbühne hebt, kann jeder Imperialismus überhaupt von der Welt verschwinden. Das ist die weltrevolutionäre Idee des Anti-Imperialismus der Komintern / ML:Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen den Weltimperialismus und seine Raubkriege!“. Der Imperialismus und seine Raubkriege kann im eigenen Land u. U. durchaus aus eigener Kraft besiegt werden (allerdings unter viel größeren Opfern – eben durch seine Verbindung zum Weltimperialismus), aber niemals kann der Frieden in einem imperialistischen Land für immer hergestellt werden, solange er sich aus dem Weltimperialismus stets neue räuberische Kriegskräfte zurückholen kann. Deswegen müssen wir gegen alle „anti“-imperialistischen Ideen und „Anti-Kriegsideen“ antreten, die unsere Idee vom Anti-Imperialismus, unsere Ideen vom anti-imperialistischen Krieg angreifen, denn damit nützen sie nicht, sondern schaden sie ihrer anti-imperialistischen (Kriegs-)Bewegung im eigenen Land, schaden sie nicht dem Imperialismus, sondern helfen sie ihm, sich zu restaurieren (Anti-Imperialismus, anti-imperialistischer Krieg in Worten – Imperialismus, imperialistischer Krieg, in Taten). Garantie gegen Imperialismus und imperialistischen Krieg, das heißt die Beseitigung der Unvermeidbarkeit des Imperialismus und des imperialistischen Krieges in der imperialistischen Weltordnung, schafft nur der internationale Anti-Imperialismus, nur der anti-imperialistische Weltkrieg, der anti-imperialistische Bürgerkrieg des Weltproletariats nur insofern als dieser der Eroberung seiner Weltmacht dient.

(Es wird dringend empfohlen, dies noch ein zweites Mal in Ruhe zu studieren, denn es ist zugegebener Maßen etwas kompliziert, wofür wir um Entschuldigung bitten).

Die imperialistischen Kriege sind die letzten Mittel, mit denen der Weltimperialismus die Vereinigung, die internationale Zusammenarbeit der Arbeiterklassen aller Länder, die weltrevolutionäre Bewegung durch die Vernichtung ihrer Vorhut zu verhindern sucht, um die Weltrevolution abzuwürgen. Je eifriger der Weltimperialismus danach trachtet, nicht nur die Arbeiter der ganzen Welt zu entzweien, sondern auch gegeneinander in den Kriegstod zu hetzen, desto brutaler der Weltfaschismus nach „innen“ und desto gebieterischer die Pflicht des Weltproletariats, seine Klasseneinheit, seinen Internationalismus gegen die imperialistischen Kriegsräuber und weltfaschistischen Henker zu verteidigen, indem es den imperialistischen Raubkrieg nach außen und den Weltfaschismus nach innen mit seinem internationalen Klassenkrieg beantwortet, schafft sich das Weltproletariat internationale Formen des illegalen Kampfes, führt es den zentralistisch organisierten illegalen Kampf im Weltmaßstab. Weder durch Krieg noch Faschismus im Weltmaßstab wird die proletarische Internationale untergehen. Mit der Weltfront von Faschismus und Krieg schafft sich das Weltkapital unvermeidlich die Weltfront gegen Krieg und Faschismus, die vom Weltproletariat angeführt wird. Weltbürgerkrieg (innen) und imperialistischer Weltkrieg (außen) werden eins, denn es wird nur noch ein alles entscheidender Weltkampf an einer Weltfront geführt, entstehen neue revolutionäre/konterrevolutionäre Weltkampfformen für oder gegen das Weltkapital. Das sind heute die beiden feindlichen Weltlager, die beiden polarischen Ausgangspunkte der geschichtlichen Bewegung, wie sie sich weiter im Weltmaßstab entwickelt. Sieg oder Niederlage des Weltkapitals entscheiden über die Zukunft der Welt: Weltbarbarei oder Weltsozialismus ??? – das ist die alles entscheidende Frage. Dieser Umschlag in sein Gegenteil, dies schließliche Anlanden bei einem dem Ausgangspunkt polarisch entgegengesetzten Punkt ist das naturnotwendige Schicksal aller geschichtlichen Bewegungen“ (MEW, Engels, Band 22, Seite 21). Dieses „naturnotwendige Schicksal“ wird auch die weltgeschichtliche Bewegung des Weltkapitals von Krieg und Faschismus ereilen, wenn das Weltproletariat alle Länder gegen das Weltkapital vereinigt hat. Mit dem weltproletarischen, bewaffneten Kampf muss die ökonomische Herrschaft des gesamten Weltkapitals untergraben werden, sonst bleibt die Befreiung von der Unvermeidbarkeit von imperialistischen Kriegen und Faschismus ein Wunschtraum, also: Weltproletariat – vereinige alle Länder gegen das Weltkapital!“ Nach dem weltproletarischen Prinzip der Parteilichkeit sammelt das Weltproletariat seine Verbündeten gegen das Weltkapital, vereinigt, formiert und führt sie in seiner Einheitsfront mit dem Ziel der weltrevolutionären Beseitigung des Weltkapitals. Die Weltbourgeoisie sammelt und vereinigt seine Verbündetens und schafft sich die globale konterrevolutionäre Einheitsfront zur Verteidigung des Weltkapitals. „Die Ökonomik der kapitalistischen Gesellschaft ist derart, dass nur das Kapital oder das es stürzende Proletariat die herrschende Kraft sein kann. Andere Kräfte gibt es in der Ökonomik dieser Gesellschaft nicht“ (Lenin, Band 29, Seite 356).



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