Wolfgang Eggers

verfasst in Anlehnung an den Artikel: ”Dreißig Jahre der bolschewistischen Partei”, erschienen in Moskau-Leningrad, in der Zeitschrift der Komintern “Unter dem Banner des Marxismus”, VIII. Jahrgang 1934, Heft 1/März-April

1903 - 2003

100 Jahre Bolschewismus

Manifest

der

Partei des

Weltbolschewismus





Der Sieg des Weltbolschewismus - das bedeutet Sieg der Diktatur des Proletariats im Weltmaßstab.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Sieg des Weltproletariats über die Weltbourgeoisie durch die sich im internationalen Klassenkampf herausbildende und von der Komintern/ML und ihren Sektionen geführte proletarische Weltrevolution.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Enteignung aller Banken in der ganzen Welt, der multinationalen Konzerne, der Weltmonopole, des kapitalistischen Privatbesitzes - insbesondere an den Naturschätzen und kulturellen Schätzen der Welt, des internationalen Großgrundbesitzes, der Produktionsstätten und Produktionsmittel usw. - letztendlich die Abschaffung der Weltordnung des Kapitalismus durch die Errichtung einer neuen Weltordnung – das ökonomische Weltsystem des Sozialismus.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet das Ende der Wall-Street und des internationalen Börsenspekulantentums, die endgültige Vernichtung der kapitalistischen Ausbeuterei und Unterdrückung, die Befreiung der Völker aus der Sklaverei des Weltimperialismus, die Abschaffung des Kolonialismus und Neo-Kolonialismus, das Ende der Einteilung der Welt in herrschende und beherrschte Länder und Nationen, Supermächte, konkurrierende Herrschaftsblöcke usw. usf. - das bedeutet das erste Mal in der Menschheitsgeschichte -Freiheit für alle Menschen – für jeden Menschen.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Abschaffung der Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege und die Unvermeidbarkeit der Restauration des Faschismus auf der ganzen Welt – durch die Überleitung des Anti-Weltfaschismuskampfes und des Antikriegskampfes gegen den Weltimperialismus in den Kampf für die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.

Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Grundlage für die gesicherte Zukunft der werktätigen Massen auf der ganzen Welt, die nicht mehr in kapitalistischer Fron schuften müssen, sondern für sich selber ihre eigene Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung erschaffen.

Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Weltherrschaft der Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte aller Länder, bedeutet die Regierung der internationalen Sowjetrepublik.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete, den revolutionären Weg der Komintern Lenins und Stalins vor dem erneuten Abgleiten in den Opportunismus zu bewahren und auf den Grundlagen der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha konsequent fortzusetzen durch die Komintern/ML, der Nachfolgeorganisation der Komintern Lenins und Stalins.

Der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab ist noch nicht bewiesen. Was aber bereits bewiesen wurde, das ist der Sieg des Bolschewismus außerhalb seines Geburtslandes. Ohne den Bolschewismus in Russland UND Albanien zu verteidigen, ohne sich darauf zu stützen und davon leiten zu lassen, ist der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab unmöglich.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Verwirklichung des Programms der Komintern von 1928 und des Manifests der Partei des Weltbolschewismus, wie es hier vorliegt.

Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete die Befolgung der Richtschnur der Generallinie der Komintern/ML und der darin aufgezeigten Strategie und Taktik der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution



Was ist also

Weltbolschewismus?

Weltbolschewismus ist die weltumspannende, marxistisch-leninistische Theorie und Taktik des Weltproletariats, seiner bolschewistischen Weltpartei und der ihr angeschlossenen bolschewistischen Parteien aller Länder, zur vollständigen und endgültigen, revolutionären Zerschlagung des gesamten weltkapitalistischen Systems, zur Abschaffung der Weltordnung des Imperialismus, zur Verwirklichung des Weltsozialismus durch die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats und schließlich zur Erreichung des Endziels - die klassenlose Gesellschaft der gesamten Menschheit, der Weltkommunismus.

Weltbolschewismus, das ist die gesetzmäßige Unvermeidbarkeit des Sieges des Bolschewismus im internationalen Maßstab gemäß den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha, selbst nachdem es der Weltbourgeoisie mit Hilfe des Revisionismus vorübergehend gelingen konnte, den Bolschewismus in der Sowjetunion und in Albanien zu besiegen.





Vorwort

“Wer zuletzt lacht, lacht am besten!”

Das totgeglaubte Gespenst geht immer noch um die Welt – das Gespenst des Bolschewismus. Alle Mächte des Imperialismus haben sich seit 100 Jahren zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet. Das wären die Worte, mit denen Karl Marx vielleicht beginnen würde, wenn er heute ein Manifest des Weltbolschewismus verfasst hätte. Nun, wir wissen, dass der Begründer des Bolschewismus Genosse Lenin war. 100 Jahre sind vergangen, in denen sich die Weltbourgeoisie und die Weltreaktion gezwungen sahen, ihre Hetztiraden gegen den Bolschewismus zum tausendsten und abertausendsten Mal zu wiederholen. Das zeigt, dass sie bis heute nicht aufgehört haben, sich vor dem Bolschewismus zu fürchten und diesen nach wie vor als ihren gefährlichsten Feind betrachten – selbst nachdem es ihnen dank der Revisionisten gelungen war, den Siegeszug des Weltbolschewismus für einen Augenblick in der Geschichte des Klassenkampfes aufzuhalten. Es ist an der Zeit, dass wir Bolschewisten von heute die Märchen über das Gespenst Bolschewismus erneut – und diesmal für immer - zerstreuen. Wir Bolschewisten verschmähen es, - um wieder in den Worten des Kommunistischen Manifests zu sprechen - unsere Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Wir erklären ganz offen, dass wir nur aus einem einzigen Grunde Bolschewisten sind: Umsturz der gesamten imperialistischen Weltordnung! Möge die Weltbourgeoisie vor unserer bolschewistischen Weltrevolution zittern. Das Weltproletariat hat nichts zu verlieren als seine Ketten. Es hat eine Welt zu gewinnen – die Welt des Sozialismus, die Welt des Kommunismus. Diesem Zweck dient dieses kurz gefasste Manifest der weltbolschewistischen Partei , der Komintern/ML. Auf der ganzen Erde wird es keine Macht geben, die den Weltbolschewismus aufhalten kann, denn wir Weltbolschewisten werden es verstehen, die Weltmacht zu ergreifen und den Sieg der sozialistischen Weltrevolution zu festigen und zu halten.





Die

Programmatik

des Weltbolschewismus

Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Die Epoche des Imperialismus ist die Epoche des sterbenden Kapitalismus – zunächst in einem Land und sodann in der ganzen Welt, ist eine Epoche der höchsten Entfaltung der Klassenkämpfe in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Sowohl die imperialistischen Kriege als auch die Verwirklichung des Sozialismus in der Sowjetunion und Albanien beschleunigten und verkürzten den Gang der Weltgeschichte, die kapitalistische Weltordnung durch die sozialistische Weltordnung abzulösen.

Heute sind wir an einen Punkt angelangt, wo die Frage der Weltrevolution eine Frage ihrer praktischen Lösung geworden ist, wo die gesamte Welt vor der Entscheidungsschlacht steht: Sozialismus oder Barbarei. In der Geschichte des Klassenkampfes zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat gelang es den Proletariern zunächst durch den Sieg der Oktoberrevolution in Russland und den Sieg der antifaschistischen Revolution in Albanien, die Diktatur des Proletariats in einem einzelnen Land zu errichten. Damit wurde der gesetzmäßige Untergang der Weltbourgeoisie historisch eingeläutet, aber noch nicht gleich im ersten Schritt weltweit besiegelt. Die proletarische Weltrevolution konnte also noch nicht siegreich zu Ende geführt werden, weil es der Weltbourgeoisie vorübergehend gelang, den Sozialismus in einem einzelnen Land zu besiegen und die ihr dort entrissene Macht wieder zurückzuerobern und den Kapitalismus zu restaurieren. Ein einzelnes sozialistisches Land konnnte man also noch zetreten, aber die proletarische Weltrevolution wird die Weltbourgeoisie niemals zertreten können. Die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung kann man weder umwandeln noch aufheben. Die Gesetze der politischen Ökonomie, ob beim Kapitalismus oder beim Sozialismus sind objektive Gesetze, die die Gesetzmäßigkeit der sich unabhängig von unserem Willen vollziehenden Prozesse des ökonomischen Lebens widerspiegeln. Mit Hilfe des Marxismus-Leninismus ist das Weltproletariat in der Lage, den Gang der Ereignisse im ökonomischen Leben der Völker vorauszusehen, d.h., die Möglichkeit, die Leitung der Weltwirtschaft in die eigene Hand zu nehmen und tatsächlich in Gange zu bringen. Die Entwicklung zum Sozialismus ist also eine Wahrheit, die auf objektiven Gesetzen der Gesellschaftsentwicklung beruht. Der Sozialismus wird die Welt somit eines Tages – trotz gegenwärtiger und vergangener Niederlagen und Rückschläge - erobern, und keiner wird daran jemals etwas ändern. Wir können nicht vorhersagen, zu welchem genauen Zeitpunkt, aber wir wissen mit Sicherheit, dass das Weltproletariat den Weltsozialismus in eine historische Tatsache verwandeln wird, genauso wie die bereits bewiesene Tatsache der Schaffung des Sozialismus in einem einzelnen Land durch das Proletariat in der Sowjetunion und in Albanien.

Der Unterschied zwischen dem Weltproletariat einerseits und den anderen Klassen in der Welt, die jemals im Laufe der Geschichte Umwälzungen in den Produktionsverhältnissen vollzogen haben, andererseits, besteht darin, dass die Klasseninteressen des Weltproletariats mit den Interessen der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung verschmelzen, denn die proletarische Weltrevolution bedeutet nicht Abschaffung der einen oder anderen Form der Ausbeutung in dem einen oder anderen Land, sondern Abschaffung jeglicher Ausbeutung in allen Ländern der Welt, während die Revolutionen der anderen Klassen lediglich diese oder jene Form in diesem oder jenen Land abschafften und sich dabei auf den Rahmen ihrer eng-klassenmäßigen Interessen beschränkten, die im Widerspruch zu den Interessen der Mehrheit der Gesellschaft stehen.

Der Weltsozialismus schafft zukünftig eine völlig neue Klassenstruktur, deren Charakter mit der heutigen Struktur der Klassen in der kapitalistischen Welt nichts gemein hat. Es werden weltweit völlig neue Klassen entstehen, die aus der Überwindung der alten kapitalistischen Welt auf revolutionäre Weise hervorgehen, d. h. durch die konsequente Fortsetzung des Klassenkampfes unter den Bedingungen des Weltsozialismus.

Bereits der vorübergehende Sieg der Diktatur des Proletariats hatte ebenso vorübergehend eine völlig neue Klassenstruktur in der Geschichte der Menschheit hervorgebracht – die Klassenstruktur der sozialistischen Gesellschaft eines einzelnen Landes. Alle Ausbeuterklassen konnten im Sozialismus eines einzelnen Landes tatsächlich liquidiert werden. Geblieben waren die Arbeiterklasse, die Bauern und die Intelligenz. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem besaß die Produktionsmittel und – instrumente noch die Kapitalistenklasse, die die Proletarier ausbeutete. Doch in der sozialistischen Sowjetunion und im sozialistischen Albanien wurde die Kapitalistenklasse bekanntlich liquidiert, befanden sich die Produktionsmittel- und – instrumente in der Hand der Arbeiter, womit jede Möglichkeit der Ausbeutung der Arbeiterklasse ausgeschlossen wurde. Dort wurde das verwirklicht, was Karl Marx einst gelehrt hatte: Um sich zu befreien, muss das Proletariat die Klasse der Kapitalisten zerschmettern, den Kapitalisten die Produktionsmittel und – instrumente wegnehmen ind jene Produktionsverhältnisse vernichten, die das Proletariat erzeugen. Das Proletariat der Sowjetunion und Albaniens verwandelte sich in eine völlig neue Klasse, in eine sozialistische Arbeiterklasse, die das kapitalistische Wirtschaftssystem vernichtete, das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln und – instrumenten verankerte und die sozialistische Gesellschaft auf der Bahn des Kommunismus leitete.

Auch die Klasse der Bauern verwandelte sich durch den Sozialismus in eine neue Qualität. In der kapitalistischen Gesellschaft bilden die Bauern eine Klasse von Kleinproduzenten, gehören dem Kleinbürgertum an, das insegesamt die Tendenz aufweist, ins Proletariat abzusinken, weil die Existenzgrundlage des Kleinbürgertums durch den Kapitalismus Schritt für Schritt entzogen wird. Die Bauern werden ungestraft von Gutsbesitzern, von Agrarkapitalisten, ja in zunehmendem Maße von multinationalen Monopolen der Weltlandwirtschaft ausgebeutet. In der sozialistischen Gesellschaft entwickelte sich eine Bauernschaft, die von dieser Ausbeutung befreit war. Der Wirtschaft der Bauernschaft lag nicht mehr das Privateigentum zu Grunde, sondern das Kollektiveigentum, das sich auf der Basis der kollektiven Arbeit entwickelte.

Der Sozialismus brachte auch eine neue werktätige Intelligenz hervor wie sie zuvor auf dem Erdball nirgends zu finden war. Im Kapitalismus und auch schon in der vorkapitalistischen Zeit diente die Intelligenz den Reichen, ging vorwiegend aus den Klassen der Reichen hervor. In der sozialistischen Gesellschaft, in der es die Ausbeuterklassen nicht mehr gab, konnte die Intelligenz ihnen auch nicht mehr dienen. Sie dienten im Sozialismus der Arbeiterklasse, dem Volk, und ging auch überwiegend aus den neuen sozialistischen Klassen hervor.

In der neuen sozialistischen Klassenstruktur verwischten sich die kapitalistischen Grenzlinien zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft, ebenso wie die zwischen diesen Klassen und der Intelligenz, und die alte kapitalistische Klassenexklusivität verschwand. Charaktersitisches Merkmal der sozialistischen Klassenstruktur war die Tatsache, dass sich erstens der Abstand zwischen diesen sozialen Gruppen immer mehr verringerte und zweitens, dass sowohl die ökonomischen Gegensätze als auch die politischen Gegensätze zwischen diesen sozialen Gruppen fielen und sich immer mehr verwischten. Die sozialistische Klassenstruktur wies also sowohl Überreste der alten Klassenstruktur auf, als auch bereits Merkmale der kommenden klassenlosen Gesellschaft und kann mit Fug und Recht als eine Klassenstruktur bezeichnet werden, die den Übergang von der alten Klassengesellschaft zur neuen klassenlosen Gesellschaft darstellt – zunächst im nationalen Maßstab und sodann im internationalen Maßstab.

Durch die vorübergehende Niederlage des Sozialismus wurde diese neue sozialistische Klassenstruktur zwar wieder zerschlagen, aber sie hatte tiefe Spuren im Kapitalismus hinterlassen, sodass man heute nicht mehr einfach vom wiederhergestellten Kapitalismus und seiner klassischen Klassenstruktur im herkömmlichen Sinne sprechen kann. Der Sozialismus hat trotz alledem der post-sozialistischen Entwicklung des Kapitalismus seinen Stempel aufgedrückt. Zwar hat sich der Kapitalismus seinem Wesen nach nicht verändert, herrschen die gleichen Gesetze des Kapitalismus vor, bestehen wieder die alten ausgebeuteten und unterdrückten Klassen einerseits und die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen andererseits, aber diese Klassen haben eine Entwicklung durchgemacht. Heute haben sich die antagonistischen Klassenwidersprüche so sehr verschärft, wird die Ausbeutung und Unterdrückung weltweit auf die Spitze getrieben haben wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. In demselben Maße, wie sich die Weltbourgeoisie entwickelt hat, wie sich das internationale Monopol – und Finanzkapital entwickelt hat, in dem selben Maße hat sich auch ein großes Weltproletariat herausgebildet. In dem Maße wie die Weltbourgeoisie nationale Schranken niederreißt, um ihren Profit multinational zu erhöhen, in dem Maße vereinigen sich die Proletarier aller Länder auch immer enger und fester zu einem geschlossenen Weltproletariat. Die Globalisierung des Weltproletariats entspringt der Globalisierung der Weltbourgeoisie. Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr durch die von der Bourgeoisie geschaffenen Verhältnisse. Die Herrschaft des Proletariats in der Sowjetunion und Albanien haben den internationalen Klassenkampf auf ein höheres Niveau gehoben, haben der Entwicklung der proletarischen Weltrevolution große Impulse verliehen. Das revolutionäre Weltproletariat beschritt zum ersten Mal den Weg des zentralistisch organisierten Internationalismus. Die Vereinigten Aktionen des Weltproletariats und der Arbeiterklasse in der Sowjetunion und Albanien haben erste Bedingungen für die internationale Befreiung des Proletariats und damit für die Befreiung aller Völker geschaffen. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation(en) fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander. Das Weltproletariat hat sich zahlenmäßig nicht nur enorm vegrößert und über alle Länder der Welt ausgebreitet, sondern durch die Konzentration und Zentralisation des internationalen Finanzkapitals auch zusehends vereinigt. Die Komintern hat bewiesen, dass sich mit dem Anwachsen und der Vereinigung der weltproletarischen Klasse auch der weltproletarische Klassengeist , der proletarische Internationalismus, weiter entwickeln konnte. Das Bewusstsein des Weltproletariats wird durch die weltbolschewistische Partei und ihre Sektionen systematisch zum kommunistischen Bewusstsein entwickelt mit Hilfe der weltweiten Aneignung des Marxismus-Leninismus. Durch die organisierte Verbindung von der Wissenschaft des Weltproletariats mit der tatsächlichen Weltarbeiterbewegung, mit der Anwendung der Ideen des proletarischen Internationalismus in den international zentralisierten Klassenkämpfen schafft sich das Weltproletariat mit der führenden Rolle der bolschewistischen Weltpartei die erforderlichen subjektiven Voraussetzungen, in der proletarischen Weltrevolution zu siegen und ein Land nach dem anderen vom Kapitalismus zu befreien. Im Zuge der aufflammenden internationalen Klassenkämpfe der Proletarier aller Länder kann der Kapitalismus nirgends mehr so ungeschoren schalten und walten wie zuvor, sein Lack ist ab, denn der einst real existierende Sozialismus in der Sowjetunion und in Albanien hat tatsächlich seinen Sterberpozess verkürzt und beschleunigt, und zwar nicht nur in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion Lenins und Stalins sowie im Albanien Enver Hoxhas selbst , sondern darüber hinaus im Weltmaßstab. Der Weltkapitalismus befindet sich insgesamt in seiner tiefsten chronischen Weltkrise, aus der er sich nicht mehr so leicht wie vorher befreien kann. E s handelt sich also um eine Weltkrise, die nicht allein das vorübergehende Ende des Kapitalismus in diesem oder jenen Land ankündigt, sondern seinen endgültigen weltweiten Untergang.

Die Klassen der bürgerlichen Gesellschaft sind also nicht aufgehoben, sondern sie haben sich enorm polarisiert zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat. Die Globalisierung und Polarisierung der Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft, das sind die wichtigsten Merkmale der Klassenentwicklung in der heutigen internationalen bürgerlichen Gesellschaft. Die Weltbourgeoisie ist selbst das Produkt eines langen Sterbeprozesses, einer Reihe von weltweiten Krisenetappen in der Produktions- und Verkehrsweise. Jede Entwicklungsstufe der ökonomischen Weltkrise ist begleitet von entsprechenden politischen Weltkrisen. Die Krise des Weltimperialismus ist die Krise der Weltbourgeoisie und ihrer Herrschaft. In den zwei imperialistischen Weltkriegen rangen die imperialistischen Weltmächte um die Macht, jetzt kämpft der Weltimperialismus selbst ums Überleben und zieht die ganze Welt mit in seinen Untergang. Die Bourgeoisie kann immer weniger in dem Maße existieren, wie sie selber immer weniger in der Lage ist, die Produktionsmittel und – instrumente, die Produktionsverhältnisse, also sämtliche weltweite gesellschaftliche Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Diese fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnete die Bourgeois-epoche vor allen anderen aus. Diese Merkmale verwandelt die Weltbourgeoisie heute immer mehr in eine Grundlage für den Untergang ihrer eigenen Epoche. Die Imperialisten selbst werden mit ihren immer neuen Annexionen immer mehr Völker in den Kampf gegen den Imperialismus hineinziehen und damit die Basis der Weltrevolution erweitern.

Die allgemeine Krise des kapitalistischen Weltsystems begann in der Periode des ersten Weltkrieges, insbesondere deshalb, weil die Sowjetunion vom kapitalistischen System abgefallen war. Das war die erste Epoche der allgemeinen Krise. In der Periode des zweiten Weltkrieges entwickelte sich die zweite Etappe der algemeinen Krise, besonders als Albanien abgefallen war und in anderen Ländern das kapitalistische System ins Wanken gebracht wurde. Erst mit der Restauration des Kapitalismus konnte sich der Weltimperialismus relativ erholen, um sodann in seine tiefste, die gegenwärtige, Krise schlidderte. Die erste Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges, die zweite Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges und die dritte, also die gegenwärtige Periode, dürfen nicht als gesonderte, voneinander losgelöste, selbständige Krisen betrachtet werden, sondern als Entwicklungsetappen der allgemeinen Krise des kapitalistischen Weltsystems. Die allgemeine Krise des Weltkapitalismus war und ist weder eine politische noch eine ökonomische Krise. Sie ist eine allgemeine, das heißt eine allseitige Krise des kapitalistischen Weltsystems, die sowohl die Ökonomik als auch die Politik erfasst. Dadurch, dass die zersetzende Kraft des Sozialismus zur Zeit nicht mehr wirken kann, wird die Vertiefung der allseitigen Krise des kapitalistischen Weltsystems natürlich nicht aufgehoben oder vermindert. Sie wirkt eigengesetzlich fort, bis sie die revolutionären Kräfte auf den Plan heraufspült, die der Krise und damit dem kapitalistischen Weltsystem selbst ein Ende bereiten werden und zwar vollständiger und gründlicher als je zuvor.

Die Weltbourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet, aber damit nicht nur dem Kapitalismus in den einzelnen Ländern den Boden entzogen, sondern ist dabei, sich den eigenen Boden unter den Füßen wegzuziehen durch eine gigantische Weltüberproduktionskrise. Zwang sie alle Nationen, die Produktionsweise des internationalen Monopolkapitals anzunehmen, wenn sie nicht zu Grunde gehen wollten, so zwingt sie sich nun selber, diese Produktionsweise Stück für Stück zu zerstören dem Gesetz des Maximalprofits folgend.

In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet In den Krisen bricht eine weltweite gesellschaftliche Epedemie aus - die Epedemie der Überproduktion. Die Weltbourgeoisie kann die Weltkrise nicht mehr überwinden. Einerseits vernichtet sie eine Masse von Produktivkräften, andererseits vernichtet sie die Völker zwecks Eroberung neuer Märkte bzw. zwecks gründlicherer Ausbeutung alter Märkte. Dadurch bereitet sie nicht nur immer gewaltigere Krisen vor, sondern damiz schließlich ihren eigenen Untergang. Je mehr die Weltbourgeoisie die Waffwen gegen die Ausgebeuteten und Unterdrückten richtet, desto mehr richtet sie sie gegen sich selbst.

Der zyklische Charakter der kapitalistischen Entwicklung – Wachstum und Rückgang der Produktion – wird irgendwann nicht mehr seinen Fortgang nehmen können, seitdem sich der Weltmarkt aufspaltete und sich die Sphären immer mehr zu verengen begannen, in denen die übrig gebliebenen wichtigsten imperialistischen Länder die Weltressourcen ausbeuten konnten. Die Produktion konnte in diesen Ländern nur noch auf einer verengten Basis existieren, denn der Umfang der Produktion ging in diesen Ländern zurück. Das Ende der weltkapitalistischen Produktions und – Aneignungsweise ist nur noch eine Frage der Zeit.

Trat an die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit der allseitige weltweite Verkehr, eine internationale Abhängigkeit der Nationen voneinander, so tritt nunmehr eine Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit des Weltimperialismus gegenüber der gesamten Menschheit ein. Die weltweiten Erzeugnisse werden eines Tages Gemeineigentum aller Völker der Welt werden. Aus den proletarischen Totengräbern des Kapitalismus in dem einen oder anderen Land wird der internationale Totengräber des gesamten Weltkapitalismus. Das Weltproletariat wird nicht tatenlos zusehen, bis der Weltimperialismus alles – und sich selbst – ruiniert hat. Die Arbeiterklasse wird dieser Entwicklung zuvor kommen und nicht mit der Weltbourgeoisie untergehen, sondern wird sich zum Sturz der Weltbourgeoisie erheben. Das Weltproletariat darf daher keine einzige günstige Bedingung für die proletarische Machtergreifung versäumen, um die völlige Ruinierung der Welt zu verhindern. Die Ausgebeuteten und Unterdrückten von heute werden die Herrscher von morgen sein. Das Proletariat muss also die Initiative ergreifen und mit seiner Machtergreifung die Weltwirtschaft planmäßig und proportionell entwickeln anstelle des Gesetzes des internationalen Monopolkapitals, an die Stelle des Gesetzes der ruinierenden Konkurrenz und der Anarchie der Weltproduktion. Nur durch die strenge Beschränkung der internationalen Wirkungssphären des Wertgesetzes und dessen Rolle als Regulator der Weltproduktion kann die Unvermeidbarkeit der weltweit periodisch wiederkehrenden kapitalistischen Überproduktionskrisen überwunden werden. Das Wertgeetz kann nur beim Vorhandensein des Weltkapitalismus, beim Vorhandensein des Privateigentums an den weltweiten Produktionsmitteln, beim Vorhandensein von Konkurrenz, von Anarchie der Produktion und von Überproduktionskrisen der Regulator der Produktion sein. Die Wirkungssphäre des Wertgesetzes wird in der sozialistischen Weltwirtschaft durch das Vorhandensein des weltgesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln, durch das Wirken des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft beschränkt. Der Wert ist ebenso wie das Wertgesetz eine historische Kategorie, die mit dem Bestehen der Warenproduktion zusammenhängt. Verschwindet die Warenproduktion, so verschwinden auch der Wert mit seinen Formen und das Wertgesetz. Der Marxismus-Leninismus geht von der These aus, dass der Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus und das kommunistische Prinzip der Verteilung der Produkte nach den Bedürfnissen jedweden Warenaustausch ausschließen, folglich auch die Verwandlung von Produkt in Ware und damit zugleich seine Verwandlung in Wert.

In der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft wird die für die Herstellung der Erzeugnisse aufgewandte Arbeit nicht auf Umwege, nicht vermittels des Werts und seiner Formen gemessen werden, wie es bei der Warenproduktion der Fall war, sondern direkt und unmittelbar, durch die Menge der Zeit, durch die Zahl der Stunden, die die Herstellung der Erzeugnisse in Anspruch genommen hat. Was die Verteilung der Arbeit angeht, so wird die Verteilung der Arbeit zwischen den internationalen Produktionszweigen nicht durch das Wertgesetz reguliert werden, das dann nicht mehr in Kraft sein wird, sondern durch den wachsenden Bedarf der Weltgemeinschaft an Erzeugnissen. Das wird eine Welt sein, wo die Produktion durch den Bedarf der ganzen Weltbevölkerung reguliert werden wird und wo die Erfassung des Bedarfs der Weltbevölkerung für die internationalen Planungsorgane erstrangige Bedeutung gewinnen wird. Dann wird die Zeit des maximalen Profits, worum sich das ganze ökonomische Gesetz des Kapitalismus dreht, für immer der Vergangenheit angehören. Marx sagte:

“Der direkte Zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht die Produktion der Waren, sondern des Mehrwerts, oder des Profits in seiner entwickelten Form; nicht des Produkts, sondern des Mehrprodukts. Die Arbeit selbst ist von diesem Standpunkt aus nur produktiv, soweit sie Profit oder Mehrprodukt für das Kapital schafft. Soweit der Arbeiter das nicht schafft, ist seine Arbeit unproduktiv. Die Masse der angewandten produktiven Arbeit hat für das Kapital also nur so weit Interesse, als durch sie – oder im Verhältnis zu ihr – die Masse der Mehrarbeit wächst. Es ist der beständige Zweck der kapitalistischen Produktion, mit dem Minimum von vorgeschossenem Kapital ein Maximum von Mehrwert oder Mehrprodukt zu erzeugen, und soweit dieses Resultat nicht durch Überarbeitung der Arbeiter erreicht wird, ist es eine Tendenz des Kapitals, wordurch es mit dem möglichst geringen Aufwand – Ersparung an Arbeitskraft und Kosten – ein gegebenes Produkt zu erschaffen sucht... Die Arbeiter selbst erscheinen in dieser Auffassung als das, was sie in der kapitalistischen Produktion sind – bloße Produktionsmittel; nicht als Selbstzweck und nicht als Zweck der Produktion ( siehe “Theorien über den Mehrwert, Bd. II, Teil 2).

Was die Konsumtion betrifft, so braucht der Kapitalismus sie nur so weit, wie sie dem Zweck genügt, Profit zu schaffen. Sieht man davon ab, so verliert die Frage der Konsumtion der Weltbevölkerung für den Kapitalismus jeden Sinn. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen verschwindet aus der Welt des Kapitalismus.

Zweck der sozialistischen Weltproduktion ist nicht der Profit, sondern alle Menschen der Welt mit ihren Bedürfnissen, d.h., die Befriedigung ihrer materiellen und kulturellen Bedürfnisse. Engels formulierte, nach dem Kapitalismus “tritt an die Stelle der gesellschaftlichen Produktionsanarchie eine gesellschaftlich-planmäßige Regelung der Produktion nach den Bedürfnissen der Gesamtheit wie jedes einzelnen; damit wird die kapitalistische Aneignungsweise, in der das Produkt zuerst den Produzenten, dann aber auch den Aneigner knechtet, ersetzt durch die in der Natur der modernen Produktionsmittel selbst begründete Aneignungsweise der Produkte: einerseits direkt gesellschaftliche Aneignung als Mittel zur Erhaltung und Erweiterung der Produktion, andererseits direkt individuelle Aneignung als Lebens- und Genussmittel” (Friedrich Engels “Anti-Dühring”).

Dann geht es nicht mehr um die Sicherung eines kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Weltbevölkerungsmehrheit, durch Unterjochung und systematische Ausplünderung der Völker aller Länder, insbesondere der kolonialen und neo-kolonialen Länder, und durch imperialistische Kriege und Militarisierung der Weltwirtschaft, die zur Sicherung von Höchstprofiten ausgenutzt werden.

Statt Sicherung von Maximalprofiten – Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Weltgesellschaft; statt krisenhafter Rückgang der Produktion mit Unterbrechungen zum Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Produktion; statt Zerstörung der Weltproduktivkräfte durch imperialistische Kriege und Überproduktionskrisen begleitet von periodischen Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik – ununterbrochene Vervollkommnung der Produktion auf der Basis der höheren Technik. Das Gesetz der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft kann sich nur in dem Fall voll auswirken, wenn es sich auf das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus stützt, das sowohl in einem einzelnen Land als auch im Weltmaßstab wirkt:

Zweck der sozialistischen Produktion ist die Sicherung maximaler Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der sozialistischen Weltgesellschaft; und das Mittel zur Erreichung dieses Zwecks ist ununterbrochenes Wachstum und ununterbrochene Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis einer höchsten Technik. Das ist das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus.

Was die Reproduktion anbelangt, so ging Karl Marx davon aus, dass seine Reproduktionstheorie auch für die sozialistische Produktion gültig sein kann. Es muss angemerkt werden, dass Karl Marx in der “Kritik des Gothaer Programms” bei der Analyse der Ökonomik des Sozialismus und der Übergangsperiode zum Kommunismus von den wichtigsten Sätzen seiner Reproduktionstheorie ausgeht, die er für die kommunistische Gesellschaft als abligatorisch ansah. Das gilt auch für Engels in seinem “Anti-Dühring”.

Für den Übergang zum Weltkommunismus müssen mindestens drei grundlegende Vorbedingungen erfüllt werden:

    1. Es ist erstens notwendig, ein stetes Wachstum der gesamten Weltproduktion bei bevorzugtem Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln zu sichern. Ein bevorzugtes Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln ist nicht nur deshalb notwendig, weil diese sowohl die Betriebe des einzelnen Landes als auch die Betriebe in allen anderen Ländern mit Ausrüstungen versorgen muss, sondern auch deshalb, weil sonst überhaupt keine erweiterte internationale Reproduktion stattfinden kann.

    2. Es ist zweitens notwendig, durch allmähliche Übergänge, die für die einzelne Kolchose in einem Land, für die Kolchosen aller Länder und folglich auch für die gesamte Weltbevölkerung vorteilhaft sein müssen, das Kolchoseigentum auf das Niveau des allgemeinenWelteigentums zu heben und die Warenzirkulation, gleichfalls im Wege allmählicher Übergänge, durch ein System des Produktenaustausches unter allen Ländern zu ersetzen, damit eine zentrale Weltbehörde oder irgendeine andere gesellschaftlich-ökonomische Weltzentrale die gesamten Erzeugnisse der Weltproduktion im Interesse der Weltbevölkerung erfassen und verteilen kann.

    3. Es ist drittens notwendig, ein so hohes kulturelles Wachstum der weltsozialistischen Gesellschaft zu erzielen, das allen Mitgliedern dieser Weltgemeinschaft die allseitige Entwicklung ihres gesamten physischen und geistigen Potentials sichert, damit die Mitglieder der sozialistischen Weltgemeinschaft eine Bildung erhalten können, die genügt, um sie aktive Teilnehmer der neuen gesellschaftlichen Weltentwicklung werden zu lassen und es ihnen zu ermöglichen, sich in freier Wahl für ein Tätigkeitsfeld zu entscheiden und nicht kraft der bestehenden Arbeitsteilung der verschiedenen Länder zeitlebens an ein bestimmtes Tätigkeitsfeld gebunden zu sein. Dazu müssen die einzelnen sozialistischen Länder genügend Freiraum und freie Zeit bekommen, um ihr kulturelles Wachstum weiter zu entwickeln. Das sind die Hauptbedingungen für die Vorbereitung des Übergangs zum Weltkommunismus. Erst nach Erfüllung aller dieser Bedingungen in ihrer Gesamtheit steht zu hoffen, dass die Arbeit in den Augen aller Mitglieder des Weltsozialismus aus einer Last “das erste Lebensbedürfnis” (Karl Marx) wird, dass die “Arbeit aus einer Last eine Lust” (Friedrich Engels) wird, dass das gesellschaftliche Eigentum von allen Mitgliedern der sozialistischen Weltgemeinschaft als unerschütterliche und unantastbare Existenzgrundlage der ganzen Menschheit betrachtet werden wird. Erst nach Erfüllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit wird man von der sozialistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung” zur kommunistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” übergehen können. Das wird der grundlegende Übergang sein von einer Öknomik des Weltsozialismus, zu einer anderen, höheren Ökonomik, zur Ökonomik des Weltkommunismus.

Was die Planung der Weltwirtschaft auf der Basis einer einheitlichen politischen Ökonomie des Weltsozialismus angeht, so kann sie nur bei Einhaltung zweier Bedingungen positive Resultate erzielen:

a) wenn sie die Forderungen des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft richtig widerspiegelt,

b) wenn sie in allem mit den Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus übereinstimmt.

Während die politische Ökonomie die Entwicklungsgesetze der Produktionsverhältnisse in der Welt untersucht, zieht die sozialistische Weltwirtschaftspolitik daraus praktische Schlüsse, konkretisiert sie und baut darauf ihre tägliche Arbeit auf. Gegenstand der politischen Ökonomie sind die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse der menschen in allen Ländern der Welt. Dazu gehören: a) die Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln; b) die sich aus ihnen ergebende Stellung der verschiedenen sozialen Gruppen in der Produktion und ihre Wechselbeziehungen oder, wie Marx sagt, die Art, wie sie “ihre Tätigkeit gegeneinander austauschen”; c) die voll und ganz von ihnen abhängenden Formen der Verteilung des Produkts. Das alles zusammen bildet den Gegenstand der politischen Weltökonomie. So wie der Weltkapitalismus nur ein ökonomisches Grundgesetz haben kann, so kann der Weltsozialismus auch nur ein ökonomisches Grundgesetz haben.

Was für die Übereinstimmung der Produktivkräfte mit den Produktionsverhältnissen in der Wirtschaft des einzelnen sozialistischen Landes gilt, trifft noch in ausgeprägterem Maße für die sozialistische Weltwirtschaft zu. Gab es im Sozialismus eines einzelnen Landes ein Zurückbleiben der Produktionsverhältnisse hinter dem Wachstum der Produktivkräfte – und die Produktivkräfte sind ja bekanntlich die beweglichsten und revolutionärsten Kräfte der Produktion -, so schreiten diese auch beim Weltsozialismus den Produktionsverhältnissen voraus. Erst nach einiger Zeit bilden sich weltweit die Produktionsverhältnisse so um, wie es dem Charakter der Produktivkräfte entspricht, gelangen wir zur vollkommenen Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse und des Charakters der Produktivkräfte. Die Rolle der neuen Produktionsverhältnisse in der Wirtschaft des Weltsozialismus ist nicht die Rolle eines Hemmschuhes, den es zu überwinden gilt durch immer mehr Steigerung der Produktivkräfte. Im Gegenteil, die neuen Produktionsverhältnisse sind in der Welt gerade die wichtigste und entscheidende Macht, die im Grunde bestimmend ist für die weitere und überdies machtvolle Entwicklung der Produktivkräfte, und ohne die die Produktivkräfte zum Dahinvegetieren verurteilt wären, wie das gegenwärtig in den kapitalistischen Ländern der Fall ist. Die Weltproduktivkräfte können sich erst entfalten, wenn die proletarische Weltrevolution gesiegt hat, wenn es gelungen ist, die alten, kapitalistischen Produktionsverhältnisse durch neue, sozialistische Produktionsverhältnisse zu ersetzen. Ohne diese Umwälzung in den Produktionsverhältnissen, in den ökonomischen Verhältnissen der Welt, würden die Weltproduktivkräfte im Weltsozialismus ebenso dahinvegetieren wie im Weltkapitalismus. Die neuen Produktionsverhältnisse können natürlich nicht ewig neu bleiben und bleiben es auch nicht. Sie beginnen zu altern, treten allmählich in einen Widerspruch zur weiteren Entwicklung der Produktivkräfte, sie beginnen die Rolle der Haupttriebkraftfeder der Produktivkräfte zu verlieren und verwandeln sich in ihren Hemmschuh. Dann treten an Stelle solcher schon alt gewordener Produktionsverhältnisse neue Produktionsverhältnisse zu Tage, deren Rolle darin besteht, die Haupttriebkraftfeder der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte zu sein. Diese Eigenart der Entwicklung der Produktionsverhältnisse von der Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte zur Rolle ihrer Haupttriebkraftfeder und von der Rolle der Haupttriebkraftfeder zur Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte ist eines der Hauptelemente der marxistiscghen, materialistischen Dialektik. Die Eigentumsfrage ist die Grundfrage der revolutionären Weltbewegung des Proletariats.

Beim Sozialismus kommt es gewöhnlich bei der Lösung der Widersprüche zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften nicht zu antagonistischen Gegensätzen und Klassenkonfliketen, weil es Möglichkeiten gibt, die zurückgebliebenen Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte in Übereinstimmung zu bringen. Es gibt ja im Sozialismus keine Ausbeuterklassen mehr, sondern lediglich Überreste, die versuchen, den Widerstand zu organisieren. Daher besteht die Aufgabe darin, diese Widersprüche aufzuheben zum Beispiel durch des Kolchoseigentums in Volkseigentum und des Volkseigentums wiederum in Welteigentum und durch die -gleichfalls allmählich zunehmende – Einführung des Produkenaustausches, der weltweit an die Stelle der Warenzirkulation treten muss. Die Gefahr der Restauration des Kapitalismus bleibt natürlich solange bestehen, wie es Klassen gibt, also wird der Klassenkampf ein notwendiges Instrument bleiben, um Konflikte zwischen zurückbleibenden Produktionsverhältnissen hinter dem Charakter der Produktivkräfte zu vermeiden bzw. zu überwinden. Die Ausnutzung der ökonomischen Gesetze hat in einer Klassengesellschaft immer und überall klassenmäßige Hintergründe, auch in der sozialistischen Weltwirtschaft, in der die Diktatur des Weltpoletariats herrscht. Als Bannerträger der ökonomischen Gesetze im Interesse der Weltgemeinschaft tritt das Weltproletariat auf als fortschrittlichste Klasse, währen die ablebenden Klassen, allen voran die Weltbourgeoisie, sich dem widersetzen. Der Klassenkampf unter den Bedingungen des Weltsozialismus ist an Ausmaß und Schärfe also nicht mit dem Klassenkampf in einem einzelnen sozialistischen Land zu vergleichen. Trotz der gesteigerten Heftigkeit des internationalen Klassenkampfes findet die Weltbourgeoisie in dessen Verlauf immer weniger Möglichkeiten und Regenerationsgebiete vor, von wo aus sie das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen kann – eben dann, wenn das Weltproletariat zu allem entschlossen und wachsam ist, seine Macht nicht wieder aus der Hand zu geben.

Sind im Laufe der Entwicklung der Klassenunterschiede im Weltmaßstab verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer anderen. Wenn das Weltproletariat im Kampf gegen die Weltbourgeoisie sich notwendig zur internationalen Klasse vereint, durch die Weltrevolution sich zu herrschenden Klasse auf der ganzen Erde macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse des Weltkapitalismus aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Welt mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Weltassoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden Erdenbewohners die Bedingung für die freie Entwicklung aller Erdenbewohner ist.









Die

Theorie, Taktik und Organisation

der

bolschewistischen Partei

    1. Vor 100 Jahren, vom 30. Juli bis 23. August 1903, tagte der Zweite Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR). Dieses hundertjährige Jubiläum des Zweiten Parteitages ist das 100 jährige Jubiläum des Bolschewismus. Der Weltbolschewismus hat hier seine Wurzeln, ist die Anwendung und Verbreitung der Ideen und Lehren des Bolschewismus in der ganzen Welt. Diese Ideen und Lehren bleiben auch nach hundert Jahren stets aktuell und sind unauslöschlicher Bestandteil der revolutionären Tradition des Weltproletariats. Sie werden stets verteidigt und weiterentwickelt durch die Weltbolschewisten von heute morgen und übermorgen. Der ersten bolschewistischen Parteien folgten viele neue bolschewistische Parteien, von denen die bolschewistische Partei in Albanien, die Partei der Arbeit Albaniens die bedeutendste wurde. Sie war die einzige, der es nach der Sowjetunion tatsächlich gelang, die Dikltatur des Proletariats zu errichten und damit die internationale Bedeutung des Bolschewismus durch historische Tatsachen nachzuweisen. Und es werden noch viele neue bolschewistische Parteien folgen, die das ruhmreiche Banner vorwärtstragen und den siegreichen Weg der bolschewistischen Partei fortsetzen. Die erste bolschewistische Partei gründete 1919 auch die erste bolschewistische Weltpartei, die ruhmreiche Komintern. Die zweite weltbolschewistische Partei, die Komintern/ML, wurde im Jahre 2000 gegründet und kämpft in ihrem Geiste weiter.

    Beleuchten wir nun den ruhmreichen, historischen Weg der ersten bolschewistischen Partei der Welt der SDAPR, der späteren KPdSU (Bolschewiki) .

Die erste bolschewistische Partei der Welt wurde von Lenin gegründet. Mit ihm und seinem besten Schüler – Stalin - durchschritt die bolschewistische Partei - “die Vernunft, die Ehre und das Gewissen unserer Epoche” (Lenin, Sämtliche Werke, Bd XXI, Seite 119, russische Ausgabe) – einen ruhmvollen und heroischen Weg, entwickelte sich zu einer mächtigen, den Sowjetstaat und den sozialistischen Aufbau leitenden Kraft, zur Stoßtruppe des internationalen Proletariats, die an der selbstlosen Unterstützung der Arbeiter, der werktätigen Bauern, der unterdrückten Völker der ganzen Welt ihren Rückhalt fand, die die Grundlagen des Weltkapitalismus ins Wanken brachte. Der Begriff Bolschewik – ein Wort, das die Kämpfe des Zweiten Parteitages gebaren – wurde als Synonym eines konsequenten proletarischen Revolutionärs in den Sprachschatz aller Zungen aufgenommen. Der Name Lenins , des großen Gründers und Führers des Bolschewismus, der die gesamte Geschichte der bolschewistischen Partei in sich verkörperte, wurde zum bekanntesten und meistgeliebten Namen für Millionen und aber Millionen von Werktätigen aller Länder. Lenins Name wurde zum Banner des Kampfes für den Sieg der kommunistischen Revolution in der ganzen Welt. Ohne die Weiterentwicklung der bolschewistischen Theorie, Taktik und Organisation Lenins, Stalins und Enver Hoxhas, die auf den Grundlagen von Marx und Engels beruhen, kann es nach 100 Jahren keine Weiterentwicklung der bolschewistischen Weltbewegung geben.

    2. Der Bolschewismus hat eine “praktische Geschichte durchgemacht, die in Bezug auf Reichtum und Erfahrung nicht ihresgleichen hat” (ebenda, Bd. XXV, S. 208). “Hatte doch kein einziges Land”, schrieb Lenin, wobei er die vor dem Oktober liegende Geschichte der bolschewistischen Partei im Auge hatte, “in diesen 15 Jahren auch nur annähernd soviel durchgemacht in Bezug auf revolutionäre Erfahrung, Schnelligkeit und Mannigfaltigkeit im Wechsel der verschiedenen Formen der Bewegung: der legalen und illegalen, der friedlichen und stürmischen, der unterirdischen und offenen, der Zirkel- und der Massenbewegung, der parlamentarischen und terroristischen. In keinem anderen Lande war in einem so kurzen Zeitraum ein solcher Reichtum an Formen, Schattierungen und Methoden des Kampfes a l l e r Klassen der modernen Gesellschaft konzentriert, und zwar eines Kampfes der in Folge der Rückständigkeit des Landes und des schweren Jochs des Zarismus besonders schnell heranreifte und sich besonders gierig und erfolgreich das entsprechende `letzte Wort` der amerikanischen und europäischen politischen Erfahrungen zu eigen machte” ( ebenda, S. 208). Noch reicher, verschiedenartiger, konzentrierter ist die Erfahrung, die die erste bolschewistische Partei in der Periode nach dem Oktober bis zum Tode Stalins gesammelt hat. Bewaffneter Aufstand und Ergreifung der Macht durch das Proletariat; Aufbau des proletarischen Sowjetstaates; Mobilisierung der Aktivität und Initiative breitester Massen des Proletariats und der armen und mittleren Bauern.; schonungslose Unterdrückung der gestürzten und einen verzweifelten Widerstand leistenden Ausbeuter; Organisierung der bewaffneten Kräfte der Revolution und Leitung des heldenhaften Kampfes der Roten Armee gegen die russischen Weißgardisten und internationalen Interventen; siegreicher sozialistischer Aufbau; Umwandlung Russlands aus einem Agrarland zu einem der führenden Industrieländer; sozialistische Umgestaltung der der Bauernschaft und Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf der Basis der Vollkollektivierung; Errichtung des ökonomischen Fundaments des Sozialismus; mächtiger Aufstieg des sozialistischen Wettbewerbs und der Stoßarbeit; außerordentliche Revolution auf kulturellem Gebiet; Befreiung der unterdrückten Völkerschaften und Aufblühen einer der Form nach nationalen, ihrem Inhalt nach sozialistischen Kultur; Vernichtung des mit verschiedenartigsten Kampfformen operierenden Klassenfeindes innerhalb der Partei – der Opportunisten aller Richtungen und Schattierungen, der Trotzkisten, der Rechten, Versöhnler; führende Rolle in der Schaffung und im Kampfe der Kommunistischen Internationale; Durchbrechung der imperialistischen Einkreisung; Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gegen die faschistischen Okkupanten; große Siege im Kampf gegen den Weltimperialismus und Unterstützung der Befreiungskämpfe der Völker - Zentrum der proletarischen Weltrevolution – Unterstützung aller jener Länder durch den sozialistischen Internationalismus, die den Weg zum Sozialismus einschlugen, bzw. Unterstützung Albaniens, das unter der Führung des Genossen Enver Hoxha als einziges Land nach der Sowjetunion den Sozialismus siegreich aufgebaut hatte er Länder. Dies sind eine der wichtigsten der vielgestaltigen und reichhaltigen Erfahrungen der Partei, die erstmalig in der Geschichte der Menschheit daserste Land der Diktatur des Proletariats leitete. Aber Lenin warnte stets davor, den Bolschewismus als auswendig gelernte Formel sinnlos zu wiederholen. Der Weltbolschewismus wird sich konkret anders entwickeln, so wie sich auch der Bolschewismus in Albanien anders entwickelt hat als in Russland:

    “Die bolschewistischen Losungen und Ideen sind durch die Geschichte im Allgemeinen vollkommen bestätigt worden, konkret aber haben sich die Dinge anders gestaltet als (von wem immer) erwartet werden konnte – origineller, eigenartiger, bunter. Diese Tatsache ignorieren, sie vergessen, hieße, es jenen `alten Bolschewiki` gleichtun, die schon wiederholt eine traurige Rolle in der Geschichte unserer Partei gespielt haben, indem sie die auswenig gelernte Formel sinnlos wiederholten, anstatt die Eigenart der neuen, lebendigen Wirklichkeit zu studieren” (Lenin-Stalin, Das Jahr 1917, dt. Ausgabe von 1949, Seite 32).

    Wer die Frage der “Abgeschlossenheit des Bolschewismus” in der alten Weise stellt, der opftert den lebendigen Marxismus-Leninismus dem toten historischen Buchstaben. Der Bolschewismus ist auch keine Antiquität, die man zum 100. Jubiläum aufpoliert, um sie wieder in die Vitrine zu stellen. Solange der Bolschewismus existiert, ist er eine reale Höchstgefahr für die Grundexistenz der Weltbourgeoisie. Er ist und bleibt der einzige Ausweg für das Weltproletariat, der es zum endgültigen Sieg führt. Also wird die Weltbourgeoisie auf allen erdenklichen Wegen und mit allen nur denkbaren Methoden und Mitteln unvermindert weiter hart bekämpft werden müssen, bleibt der Bolschewismus also eine streitbare, unverzichtbare Waffe des Weltproletariats und des Kommunismus. Der Bolschewismus ist und bleibt die einzige tatsächliche Kraft in der Welt, die Opportunisten und Zentristen restlos zu schlagen und aus den revolutionären Organisationen des Weltproletariats zu vertreiben. Wir schwören am 100. Jubiläumstag, dass wir niemanden ungeschoren davonkommen zulassen , der es wagt, die Frage des Weltbolschewismus zum Gegenstand einer “Diskussion” zu machen, um uns zurückzuzerren und vom bolschewistischen Weg abzubringen. Es gibt nur uns selber, die sich vom bolschewistischen Weg abbringen lassen können, nämlich wenn wir das bolschewistische Prinzip von Kritik und Selbstkritik nicht korrekt anwenden und vom marxistisch-leninistischen Kurs abweichen. Axiome des Marxismus-Leninismus aber dürfen wir niemals auf dem Silbertablett den Revisionisten opfern. Ob der Bolschewismus prinzipiell richtig oder falsch ist, darüber führen wir keine Diskussionen, denn die Richtigkeit des Bolschewismus wurde bereits in Wort und Tat histoprisch bewiesen. Wir kämpfenalso gegen jeden, der den Bolschewismus in Frage zu stellen oder gar zu entstellen versucht. Daher wäre es absurd, von uns zu verlangen, den Zentristen noch dabei zu helfen, erneute Diskussionsplattformen “zur weiteren Bearbeitung” zur Verfügung zu stellen. Solange die Bourgeoisie und ihre Agenten in unseren Reihen “im Namen des Bolschewismus” gegen uns Bolschewisten zu Felde zu ziehen versuchen, werden wir ihre Schliche entlarven und ihnen solange aufs Haupt schlagen, bis wir sie endgültig besiegt haben. Verleumdungen des Bolschewismus brandmarken wir, anstatt sie zum Gegenstand der Diskussion zu machen. Keiner kann uns die Schuld in die Schuhe schieben, wenn andere den Bolschewismus verraten. Nicht uns, sondern die Verräter muss man zur Rechenschaft ziehen. So war es auch nicht die Schuld Lenins, wenn sich die linken Sozialdemokraten im Westen als nicht reif erwiesen, in die Fußstapfen der russischen Bolschewiki zu treten. Die Bolschewiki haben die linken Sozialdemokraten nur unter der Bedingung unterstützt, ihnen bei der Überwindung ihrer halbmenschewistischen Fehler zu helfen. “Dafür muss man sie jedoch loben, nicht aber ihnen Vorwürfe machen... Es ist bekannt, dass Trotzki später diesen halbmenschewistischen Mischmasch aufgriff und als Kampfmittel gegen den Leninismus ausnutzte” (Stalin, Werke, Bd. 13, Seite 80 und 83, dt. Ausgabe KPD/ML, Hamburg 1971- “Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus”).

    “Sluzki nimmt an, dass Lenin und die Bolschewiki in ihrer Einschätzung der Linken im Westen von Fraktionserwägungen ausgegangen seien, dass folglich die russischen Bolschewiki die große Sache der internationalen Revolution den Interessen ihrer Fraktion geopfert hätten. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass es nichts Flacheres und Gemeineres geben kann als eine solche Annahme. Es kann nichts Flacheres geben, da selbst die offenkundigsten Flachköpfe unter den Menschewiki einzusehen beginnen, dass die russische Revolution keine Privatangelegenheit der Russen ist, dass sie im Gegenteil die Sache der Arbeiterklasse der ganzen Welt, die Sache der proletarischen Weltrevolution ist ( redaktionell unterstrichen. So ist auch der Bolschewismus nicht allein eine russische oder nationale, sondern eine internationale Erscheinung. Der Nationalbolschewismus ist hingegen eine bürgerliche Erscheinung und dem proletarischen, sozialistischen Weltbolschewismus diametral entgegengesetzt – ebenso einem möglichen, kommenden bürgerlichen Weltbolschewismus, wenn wir ihn denn nicht rechtzeitig und vollständig zu verhindern wissen). Es kann nichts Gemeineres geben, da selbst die berufsmäßugen Verleumder aus der II. Internationale einzusehen beginnen, dass der konsequente und bis zum letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder ist” (Stalin, ebenda, Seite 84).

    Nichts anderes versuchte Trotzki auch später im Kampf gegen Stalin, als er diesen für den revisionistischen Verrat in der Komintern verantwortlich zu machen versuchte und ihm unterstellte, er würde die Interessen der sozialistischen Weltrevolution “großmachtchauvinistischen Interessen opfern”. So baute Trotzki dann seine anti-leninistische, anti-stalinistische IV. Internationale “im Namen des Bolschewismus” auf, was in Wahrheit ein Kampfinstrument GEGEN den internationalen Marxismus-Leninismus, gegen den Weltbolschewismus, gegen die proletarische Weltrevolution, gegen die Kommunistische Internationale, gegen die marxistisch-leninistischen Parteien, gegen die Interessen des gesamten Weltproletariats war und immer noch ist! Deshalb ist der Liberalismus gegenüber dem Trotzkismus ein Verbrechen, weil er den Trotzkisten dabei hilft, ihren Trotzkismus stets aufs Neue in die marxistisch-leninistische Weltbewegung einzuschmuggeln. Wir dürfen niemals vergessen, dass der Trotzkismus nicht nur ein Vortrupp der konterrevolutionären Weltbourgeoisie war sondern weiterhin geblieben ist. Der Neo-Trotzkismus liefert heute dem Weltimperialismus genauso geistige, ideologische, taktische und organisatorische Waffen gegen uns Marxisten-Leninisten wie der ursprüngliche Trotzkismus damals gegen Lenin, Stalin und Enver Hoxha. Welt-Bolschewismus in Worten, aber Anti-Bolschewismus in Taten, das ist die permanente Taktik der Weltbourgeoisie im Kampf gegen die Weltbolschewisten in immer neuen Variationen! Aber genauso wie damals, werden wir auch heute dem zentristischen Anti-Bolschewismus weltweit vernichtend das Haupt abschlagen, egal in welchem Gewand er uns gegenübertritt.

    Das 100 jährige Jubiläum des Bolschewismus ist ein historischer Triumph der revolutionären Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha im Weltmaßstab. Der Weg der bolschewistischen Partei, die Fortsetzung dieses 100 jährigen Weges bis auf den heutigen Tag ist eine ermutigende Bekräftigung der entscheidenden Rolle und Bedeutung, die die bolschewistische Partei heute noch beibehalten hat im Kampf des Proletariats um die sozialistische Revolution, im Kampf um die Diktatur des Proletariats in einem Land, im Kampf für die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats in der ganzen Welt, im Kampf für den Weltkommunismus.





    A. Der Zweite Parteitag der SDAPR und seine welthistorische Bedeutung

    3. Die Epoche, in der der Bolschewismus entstand und sich gestaltete, war eine Epoche größter Umwälzungen in der Weltwirtschaft, war eine Epoche unerhörter Zuspitzung der Klassenwidersprüche und des Klassenkampfes. Der Kapitalismus wandelte sich zum Imperialismus, zum faulenden, parasiären, sterbenden Kapitalismus; die Entwicklung des Kapitalismus wurde sprunghaft, katastrophal. Der Vorabend der sozialistischen Revolution war gekommen.

    In ihrer ganzen Schärfe entstanden vor der Arbeiterbewegung neue Aufgaben der Organisierung und der revolutionären Erziehung der Massen, der Vorbereitung für die entscheidenden Kämpfe, um die Diktatur des Proletariats. Die II. Internationale (1889-1914), die in ihren besten Zeiten eine nützliche Arbeit zur Vorbereitung des Bodens für die Ausbreitung der Arbeiter-Massenbewegung geleistet hatte, vermochte diese Aufgabe nicht zu stellen, um so weniger zu lösen. Der im Milieu einer relativ “friedlichen” Entwicklung und Legalität hochgewachsene, sich auf eine stark ausbreitende Arbeiteraristokratie stützende Opportunismus beherrschte faktisch die II. Internationalevor dem 1. Weltkrieg. Der Typus der sozialistischen Parteien der II. Internationale “war die Partei, die in ihrer Mitte den Opportunismus duldete... Dieser Typus hat sich überlebt” (Lenin, ebenda, Bd.XVIII, S. 111 f.).

    Zur Lösung der riesigen Aufgaben der neuen Epoche – der Etappe des Imperialismus und der proletarischen Revolution – bedurfte die Arbeiterklasse einer P a r t e i v o n n e u e m T y p u s. Diese Partei wurde durch den genialen Führer und Theoretiker des Bolschewismus – Lenin – geschaffen.

    4. Russland war der Knotenpunkt aller Widersprüche des Imperialismus, war ein Zentrum unerhörter kapitalistischer, fronherrlicher und militärischer Unterdrückung, war die wichtigste Reserve und eine Agentur des westlichen Imperialismus im Kampfe gegen die Revolution und um die räuberische Ausbeutung von Millionen und aber Millionen Arbeitern und Bauern und Kolonialsklaven. Die Interessen des Zarismus und des westlichen Imperialismus waren in engster Weise miteinander verflochten. All dies bestimmte den Charakter, die Eigenheit und internationale Bedeutung der in Russland heranreifenden riesigen Volksrevolution, an deren Spitze das revolutionäre Proletariat marschierte, das die gegen die Gutsbesitzer sich erhebenden Millionenmassen der Bauernschaft mit sich führte. “Die Revolution gegen den Zarismus musste sich daher zur Revolution gegen den Imperialismus, zur proletarischen Revolution weiterentwickeln” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, Seite 14 – russ. Ausgabe).

    Das Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung wanderte nach Russland. Russland wurde zum Geburtsland des Leninismus, zum Geburtsland der Kampfpartei der proletarischen Revolution, das Geburtsland der bolschewistischen Partei.

    5. Die Konstituierung des Bolschewismus auf dem 2. Parteitag der SPAPR war das Resultat des gesamten vorangegangenen zehnjährigen Kampfes Lenins um eine revolutionäre proletarische Partei. Schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts trat Lenin als direkter, einziger und bis zu Ende konsequenter Nachfolger und Fortsetzer des Werkes von Marx und Engels auf den Plan.

    “Der Bolschewismus ist im Jahre 1903 auf der festen Grundlage der marxistischen Theorie entstanden.” “Den Marxismus als die einzig richtige revolutionäre Theorie hat sich Russland wahrhaft durch Leiden errungen, durch ein halbes Jahrhundert unerhörter Qualen und Opfer, beispiellosen revolutionären Heldentums, ungeheurer Energie und hingebungsvollen Suchens, Lernens, praktischen Erprobens, der Enttäuschungen, des Prüfens, Vergleichens mit der Erfahrung Europas” (Lenin, Werke, Bd. XXV, S.207 f.). Derart ist der Weg, den während eines halben Jahrhunderts die revolutionäre Bewegung in Russland bis zu den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts zurücklegte.

    Die von Plechanow geführte Gruppe “Befreiung der Arbeit” (1883 gegründet) – die erste sozialdemokratische Organisation in Russland - “begründete nur theoretisch die Sozialdemokratie und tat den ersten Schritt der Arbeiterbewegung entgegen” (ebenda, Bd. XVII, S. 353).

    Eben Lenin stellte schon in seinen ersten Schriften, im Jahre 1894, mit ganzer Kraft dem russischen Proletariat jene große Aufgabe, die von ihm in der prächtigen Schrift “Wer sind die Volksfreunde?” wir folgt formuliert wurde: ”... dann wird der russische Arbeiter an der Spitze aller demokratischen Elemente den Absolutismus stürzen und das russische Proletariat (Schulter an Schulter mit dem Proletariat der ganzen Welt) auf dem direkten Wege des offenen politischen Kampfes der siegreichen kommunistischen Revolution entgegenführen” (Lenin, Ausgew. Werke, Verlag für Lit. u. Pol., Bd. I, S. 320, russ. Ausgabe).

    “Die Aufgabe der Revolutionäre bestand darin, sich auf jene mächtige revolutionäre Kraft zu stützen, die durch die Entwicklung des Kapitalismus hervorgebracht wird – auf die Arbeiterklasse; sie bestand darin, ihr Klassenbewusstsein zu entwickeln, sie zu oganisieren, ihr zu helfen, ihre eigene Arbeiterpartei zu schaffen” (Stalin, Werke Band 15, Geschichte der KpdSU(B), Seite 19, deutsch, KPD/ML,Dortmund).

    Schon in den 90er Jahren stellte Lenin die Aufgabe der Schaffung einer proletarischen Partei von neuem Typus. Schon zu jener Zeit entfaltete Lenin einen entschiedenen Kampf um eine streitbare Kampfpartei der kommunistischen Revolution. “Die Geschichte des Sozialismus und der Demokratie in Westeuropa, die Geschichte der russischen revolutionären Bewegung, die Erfahrungen unserer Arbeiterbewegung – das ist jenes Material, das wir beherrschen müssen, um eine zweckmäßige Organisation und Taktik unserer Partei herauszuarbeiten... Die `Bearbeitung` dieses Materials muss jedoch selbständig erfolgen, denn fertige Musteer haben wir nirgends zu suchen” (Lenin, Sämtliche Werke Bd. II, S. 497 russ. Ausgabe).

    Der von Lenin geschaffene und geleitete Petersburger “Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse” (1895-1897) bildete den Keim der bolschewistischen Partei. Im “Kampfbund” führte Lenin einen unversöhnlichen Kampf gegen die geringsten Äußerungen des Opportunismus, leitete die ersten revolutionären Gefechte des Proletariats und erzog die Arbeiterklasse für die entscheidende Attacke gegen Absolutismus und Bourgeoisie. In diesem Kampfe erzog und schweißte Lenin eine fest geschlossene Gruppe seiner Gesinnungs- und Kampfgenossen, Bauleuten der bolschewistischen Partei, zusammen.

    “Die Bolschewiki sind kein `casus` - sie erwuchsen aus dem Kampfe gegen den Opportunismus der Jahre 1894-1914” (Leninski Sbornik Nr. XIV, S. 317 – russ.).

    6. Der Zweite Parteitag wurde unmittelbar vorbereitet durch den Kampf um die Partei, durch den Kampf gegen den russischen und internationalen Opportunismus, durch den Kampf, den die von Lenin geschaffene und geleitete alte “Iskra” (1900-1903) führte.

    Der erste Parteitag der SDAPR (März 1898) führte zur Bildung der Partei. Die Bewegung verblieb jedoch nach wie vor auf dem Stadium vereinzelter, zerstreuter Zirkel, die nicht durch die Einheitlichkeit eines Kampfprogrammes und einer zentralisierten Organisation miteinander verbunden waren. Die sozialdemokratischen Gruppen und Zirkel zerfraß der Rost des Ökonomismus. Die “Ölonomisten” - die russische Spielart des internationalen Opportunismus, eine Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung – verneinten die Rolle der revolutionären Theorie, standen unter dem Banner der Spontaneität, verneinten die Hegemonie des Proletariats und die Notwendigkeit einer revolutionären Partei. Die “Ökonomisten” verneinten eine selbständige politische Rolle der Arbeiterklasse, trotteten im Schlepptau rückständiger Schichten der Arbeiter, befassten sich mit Kleinkram und reduzierten die Aufgaben der Arbeiterklasse auf einen “Kampf um einen Fünfer” (Fünfkopekenstück); sie missachteten das Endziel der Arbeiterbewegung und verwandelten die Arbeiterklasse in ein Anhängsel der Bourgeoisie (“für die Arbeiter der ökonomische, für die Liberalen – der politische Kampf”). Der schonungslose Kampf gegen den Ökonomismus war für die Partei eine Frage von Leben und Tod schon im Petersburger “Bund” (1895-1897) und in der sibirischen Verbannung (1897-1899) war Lenin der Führer in diesem Kampfe.

    “Die Schwierigkeiten bestanden nicht allein darin, dass man die Partei unter den unausgesetzten brutalen Verfolgungen des Zarismus aufbauen musste, der den Reihen der Organisationen immer wieder die besten Kräfte entriss und sie in die Verbannung schickte, in Gefängnisse und Zuchthäuser warf. Die Schwierigkeiten bestanden auch darin, dass ein bedeutender Teil der Ortskomitees und ihrer Funktionäre nicht über ihre örtliche praktische Kleinarbeit hinausblicken wollten, dass sie nicht begriffen, wie schädlich das Fehlen der organisatorischen und ideologischen Einheit der Partei war, dass sie sich an die Zersplitterung der Partei, an den ideologischen Wirrwarr in der Partei gewöhnten und der Meinung waren, man könne ohne eine einheitliche zentralisierte Partei auskommen” (Stalin, Werke, Geschichte der KpdSU[B], Seite 41, deutsch, KPD/ML, Dortmund).

    Eben dies gilt auch für die Partei des Weltbolschewismus. Es gibt in der Welt bedeutende Teile der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die nicht über ihre nationalen Grenzen hinausblicken wollen und die nicht begreifen, wie schädlich die internationale Handwerkelei ist; und die sich an das Wirrwarr des internationalen Opportunismus angepasst haben, und die meinen, dass man ohne eine zentralisierte, ideologisch einheitliche Weltpartei des Weltproletariats auskommen kann. Um eine einheitliche politische Weltpartei des Proletariats zu schaffen, muss man also vor allem die internationalen Ökonomisten und ihre Anhänger in den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung schlagen.

    Im Kampf mit dem Ökonomismus, unter den Bedingungen der ideologischen Haltlosigkeit und Verwirrung und der primitiven Handwerkelei auf organisatorischem Gebiet entfaltete Lenin seinen historischen Plan des Aufbaus der Partei (“Was tun?”. Das Hauptglied dieses Plans bildete die Schaffung einer allrussischen politischen Zeitung, die zum ideologischen und organisatorischem Zentrum eines streitbaren Kerns von Berufsrevolutionären werden sollte, der diszipliniert und zentralisiert war, der in vollem Rüstzeug eines marxistischen Programms und marxistischer Taktik auftrat, der schonungslos alle opportunistischen Elemente aus seinen Reihen verjagte, der eng mit den Arbeitermassen verbunden war, der auf revolutionärem Bewusstsein und maximaler Aktivität eines jeden Teilnehmers beruhte. “Der Sieg dieses Planes schuf das Fundament jener fest geschlossenen und gestählten kommunistischen Partei, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt” (Stalin “Über Lenin”, S. 7 russ.).

    Die “Iskra” bildete den Anfang der Verwirklichung des Leninschen Planes. Die “Iskra” verfocht konsequent die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse, führte ununterbrochene Kämpfe gegen das internationale und das russische Bernsteinianertum, führte eine entschlossene Politik des Bruches mit dem Opportunismus. “Ehe wir uns einigen und um uns zu einigen, müssen wir uns zunächst entschieden und bestimmt voneinander abgrenzen” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd.IV, 1. Halbband, S. 40, russ.)

    Die Vernichtung der “Ökonomisten” durch die “Iskra”, Lenins schonungslose Kritik der Spontaneitätstheorie – der ideologischen Basis jeglichen Opportunismus – waren von internationaler Bedeutung und schufen “die theoretischen Grundlagen für die wirkliche revolutionäre Bewegung der russischen Arbeiterklasse” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, 1932, S. 28 russ.). Die “Iskra” arbeitete die programmatischen, taktischen und organisatorischen Prinzipien der Partei aus und begründete sie.

    Lenin war der Auffassung, dass die “Iskra” nicht nur ein Mittel zum ideologischen Zusammenschluss der Partei, sondern auch ein kollektiver Propagandist, kollektiver Agitator und auch ein kollektiver Organisator ist.

    Innerhalb der “Iskra” selbst kämpfte Lenin gegen die opportunistischen Schwankungen Plechanows und anderer Mitglieder der Redaktion ( Frage der Diktatur des Proletariats, des Klassencharakters der Partei, des Zentralismus, der Einstellung zur liberalen Bourgeoisie, der Einstellung zur Bauernschaft, der Nationalisierung des Bodens usw.).

Die “Iskra” erzog und schloss die revolutionäre Avantgarde des Proletariats zusammen. Die “Iskra”, ihre Agenten und die Organisation in Russland gewannen die Mehrheit der lokalen sozialdemokratischen Organisationen auf ihre Seite. “In den drei Jahren von 1900 bis 1903 hielt der Bolschewismus die alte “Iskra”-Linie ein und begann den Kampf gegen den Menschewismus als einheitliche Richtung (Lenin, Sämtliche Werke, Bd. XIV, S. 163 russ.).

    7. Der Zweite Parteitag der SDAPR war die Arena eines erbitterten Kampfes, den Lenin (die Bolschewiki) um eine proletarische Partei neuen Typus gegen den Block der Opportunisten aller Schattierungen führte. Die Hauptaufgabe des Parteitages bestand “in der Schaffung einer w i r k l i c h e n Partei auf jener prinzipiellen und organisatorischen Grundlage, die von der `Iskra` aufgestellt und ausgearbeitet worden war” (Lenin ebenda, Bd. VI, S.203). Unter den Delegierten zum Parteitag waren 33 “Iskea”-Anhänger (davon 24 “harte” und 9 “weiche”, schwankende), 10 Vertreter des “Sumpfes” und 8 Anti-Iskra”-Leute.

    Der Parteitag nahm ein Parteiprogramm an, in dessen Mittelpunkt die Diktatur des Proletariats stand. Im Kampfe um das revolutionäre Parteiprogramm schlugen die Bolschewiki die auf eine opportunistische Einstellung des Programms hinauslaufenden Versuche der “Ökonomisten” und der Bundisten (Frage der Diktatur des Proletariats, der Revolution, des unvermeidlichen Zusammenbruchs des Kapitalismus, der führenden Rolle der Partei) und der unter der Flagge der Verteidigung der Partei vor sich gehenden reformistischen Ausfälle (Trotzki) zurück.

    Das vom Zweiten Parteitag angenommene Programm bestand aus zwei Teilen:

    “aus dem Maximalprogramm und dem Minimalprogramm. Im Maximalprogramm wurde von der Hauptaufgabe der Partei der Arbeiterklasse gesprochen: von der sozialistischen Revolution, vom Sturz der Macht der Kapitalisten, von der Errichtung der Diktatur des Proletariats. Im Minimalprogramm wurde von den nächsten Aufgaben der Partei gesprochen, die noch vor dem Sturz der kapitalistischen Ordnung, vor der Errichtung der Diktatur des Proletariats durchzuführen sind” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 53, deutsch, KPD/ML, Dortmund).

    Das vom Parteitag angenommene, die Linie von Marx und Engels konsequent weiterführende Programm unterschied sich scharf von den Programmen aller Parteien der Zweiten Internationale und gab “eine genaue, klare, unbeugsam-feste Formulierung” (ebenda, Bd. XV, S.201 russ.) der Aufgaben des revolutionären Proletariats.

    Einen wesentlichen Platz in den Arbeiten des Parteitages nahm die Frage über die B u n d es g e n o s s e n des Proletariats ein. Im Kampfe um die Hegemonie des Proletariats in der bürgerlich-demokratischen Revolution begründeten und behaupteten die Bolschewiki das revoluionäre Agrarprogramm, das dem Proletariat die Aufgabe stellte, den Klassenkampf ins Dorf zu tragen und die revolutionäre Energie der Bauernschaft im Kampf gegen den Zarismus und die Großgrundbesitzer sich bis zu Ende auswirken zu lassen.

    Die Bolschewiki begründeten und behaupteten das proletarische Programm in der n a t i o n a l e n Frage (Selbstbestimmungsrecht der Nationen, Einheitlichkeit aller Organisationen des Proletariats aller Völker Russlands); sie kämpften dabei auf zwei Fronten hin, gegen die opportunistische Einstellung des “Bundes” ( kleinbürgerliche Lesart einer Kultur-Autonomie nach nationalem Prinzip, Zersplitterung des Proletariats auf nationale Gruppen) und gegen die polnischen Sozialdemokraten (Verneinung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen, faktische Unterstützung des großrussischen Chauvinismus).

    Der opportunistischen Resolution Petrossows über die L i b e r a l e n, die der Bourgeoisie die Rolle des Hegemonen in der Revolution zuwies und das Proletariat in ein Anhängsel der liberalen Bourgeoisie verwandelte, stellten die Bolschewiki die Resolution Lenins und Plechanows entgegen, deren Schärfe sich gegen Struve und gegen die Zeitschrift “Oswoboshdenje” [“Befreiung”] gegen den antirevolutionären, antiproletarischen und den Renegatencharakter der liberalen Bewegung richtete.

    8. Die Hauptfrage des Kampfes auf dem Zweiten Parteitag war die O r g a n i s a t i o n s f r a g e . Gegen die Idee des proletarischen Zentralismus , die als roter Faden durch den Leninschen Entwurf der Parteistatuten lief, empörte sich der gesamte opportunistische Teil des Parteitages, von den Anhängern Martows an bis zu den Bundisten und “Ökonomisten”. In der Frage über den ersten Punkt des Parteistatuts (über die Parteimitgliedschaft) erfolgte die Spaltung, die durch den gesamten vorangegangenen Kampf Lenins gegen den Opportunismus und gegen die opportunistischen Schwankungen innerhalb der “Iskra”-Redaktion vorbereitet worden war. Die gegen den Leninschen ersten Punkt der Statuten kämpfenden “weichen” “Iskra”-Leute (Martow, Axelrod, Trotzki) wurden zum organisatorischen Zentrum des menschewistischen Flügels des 2. Parteitages.

    “Mit ihrer Formulierung der Parteimitgliedschaft wollten die Bolschewiki dem starken Zustrom von nichtproletarischen Elementen in die Partei organisatorische Zügel anlegen... Die russischen Menschewiki verfochten eine entgegengesetzte Position, die nichtproletarischen Elementen breit die Türen der Partei öffnete” (Stalin, Brief an die Redaktion der Zeitschrift “Proletarische Revolution” , Nr. 6, 1931, russ.).

    “Unsere Aufgabe”, antwortete Lenin den Opportunisten, “ist es, die Festigkeit, die Standhaftigkeit, die Reinheit unserer Partei zu wahren. Wir müssen uns bemühen, den Namen und die Bedeutung des Parteimitglieds immer höher, höher und höher zu heben” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VI, S. 36 russ.).

    Die Grundlage des erbitterten Kampfes auf dem Parteitag, in der Organisationsfrage bildeten zwei von Grund aus divergierende Linien in der Revolution: Dem bolschewistischen Kurs – Zuendeführen der der bürgerlichen Revolution, ihre Hinüberleitung in die sozialistische Revolution, Diktatur des Proletariats – entsprach der Leninsche Plan der Schaffung einer revolutionären Partei; dem menschewistischen Kurs auf eine bürgerlich-demokratische Republik entsprang der Opportunismus in Organisationsfragen der “Plan” Axelrod-Plechanows zur Schaffung einer bürgerlichen “Arbeiter”-Partei. Lenins unvergängliches Verdienst bestand darin, dass er mit genialem Scharfblick gleich zu Beginn der Differenzen ihre ganze Tiefe und prinzipielle Bedeutung enthüllte , den Klassencharakter und den ideologisch-politischen Sinn des menschewistischen Opportunismus in den Organisationsfragen aufdeckte. Die in der Frage des ersten Statutenpunktes erfolgte Spaltung erhielt ihre endgültige Erhärtung im Kampf um die Zusammensetzung des Personalbestandes der leitenden Parteiorgane (Zentralkomiee und Redaktion des Zentralorgans). Die Wahlen von festen und konsequenten Anhängern der Leninschen Linie ins ZK und ZO mussten eine revolutionäre Leitung der Partei und weiteren schonungslosen Kampf gegen die opportunistischen, schwankenden und unzuverlässigen Elemente sichern. Mit seiner Abstimmung in der Frage über die Zusammensetzung des ZK und des ZO erhärtete der Parteitag den Sieg der Leninschen Prinzipien.

    Lenins Kampf auf dem Zweiten Parteitag ist heute wie damals ein Vorbild bolschewistischer Prinzipientreue, Parteitreue und Unversöhnlichkeit.

    “Die Ergebnisse der Arbeit des Zweiten Parteitages zusammenfassend, können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:

    - der Parteitag verankerte den Sieg des Marxismus über den `Ökonomismus`, über den offenen Opportunismus;

    - der Parteitag nahm das Programm und das Statut an, schuf die sozialdemokratische Partei und fügte auf diese Weise den Rahmen für eine einheitliche Partei;

    - der Parteitag deckte das Vorhandensein ernster organisatorischer Meinungsverschiedenheiten auf, die die Partei in zwei Teile trennten, in Bolschewiki und Menschewiki, von denen die ersteren die organisatorischen Prinzipien der revolutionären Sozialdemokratie verfochten, die letzteren aber in den Sumpf des Opportunismus hinabsanken;

    - der Parteitag zeigte, dass die Stelle der alten, bereits von der Partei geschlagenen Opportunisten, die Stelle der `Ölonomisten` , in der Partei neue Opportunisten einzunehmen begannen – die Menschewiki;

    - der Parteitag stand auf dem Gebiet der Organisationsfragen nicht auf der Höhe seiner Aufgaben, machte Schwankungen durch, gab den Menschewiki zuweilen sogar das Übergewicht, und obwohl zum Schluss eine Wendung zum Besseren eintrat, vermochte der Parteitag nicht, den Opportunismus der Menschewiki in Organisationsfragen zu entlarven und sie in der Partei zu isolieren, ja, er vermochte nicht einmal der Partei diese Aufgabe zu stellen.

    Der letztgenannte Umstand war eine der Hauptursachen, dass der Kampf zwischen Bolschewiki und Menschewiki nach dem Parteitag nicht nur nicht abflaute, sondern im Gegenteil sich noch mehr verschärfte” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 56-57, deutsch, KPD/ML, Dortmund).

    9. Der Zweite Parteitag stellte einen Wendepunkt in der internationalen Arbeiterbewegung dar. Die auf dem zweiten Parteitag eingetretene Spaltung und die Bildung der ersten bolschewistischen Partei der Welt bedeuteten einen gewaltigen Schlag gegen den internationalen Opportunismus in all seinen Spielarten. Die prominentesten Führer der II. Internationale wie auch hervorragende linke Sozialdemokraten aus der II. Internationale (Rosa Luxemburg u.a.) unterstützten die Menschewiki, die nach dem Parteitag eine Wühlarbeit gegen die revolutionär-proletarische Partei entfalteten. Im Kampfe gegen die Opportunisten und Zentristen der II. Internationale, die Menschewiki (Axelrod, Martow, Trotzki, Plechanow) vernichtend aufs Haupt schlagend, gegen die Versöhnler-Elemente in den eigenen Reihen kämpfend, behaupteten die Bolschewiki ihre Partei und festigten diese Errungenschaft auf dem 3. Parteitag (April-Mai 1905). Dieser bolschewistische Kampf gegen den Opportunismus auf der Weltribüne ist bis heute in vollem Gange. Es ist die Aufgabe der heutigen Weltbolschewisten, den von Lenin begonnenen und von Stalin und Enver Hoxha fortgesetzten Kampf gegen den internationalen Opportunismus siegreich zu Ende zu führen, indem die richtigen Lehren aus dem Zweiten Parteitag gezogen werden.

    Den großen Kämpfen der ersten russischen Revolution schritt das russische Proletariat mit seiner endgültig konstituierten Partei an der Spitze entgegen. “Der Bolschewismus besteht als politische Strömung und als politische Partei seit 1903” (Lenin, ebenda, Bd. XXV, S. 206 russ.).





B. Vom Zweiten Parteitag zum Oktobersieg

    10. Nach dem 2. Parteitag durchschritt die bolschewistische Partei unter Lenins Führung den ruhmvollen und großen Weg des Kampfes um die Diktatur des Proletariats.

    Auf der ersten Etappe dieses Weges (1903 bis Februar 1917) war die nächstliegende Aufgabe der Partei der Sturz des Zarismus. Auf dieser Etappe musste das Proletariat “die demokratische Umwälzung zu Ende führen, indem es die Masse der Bauernschaft zu sich heranzieht, um vereint den Widerstand des Absolutismus gewaltsam zu brechen und die schwankende Haltung der Bourgeoisie zu paralysieren” (Lenin, ebenda, Bd. VIII, S. 129, russ.).

    Die Bolschewiki betrachteten die bürgerlich-demokratische und die sozialistische Revolution “als zwei Glieder einer Kette, als einheitliches und geschlossenes Bild vom Schwung der russischen Revolution” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, S. 35, russ.).

    “Wir werden sofort nach der demokratischen Revolution, und zwar in dem Maße unserer Kraft, der Kraft des klassenbewussten und organisierten Proletariats, den Übergang zur sozialistischen Revolution in Angriff nehmen. Wir sind für die permanente Revolution. Wir werden nicht auf halbem Wege stehen bleiben” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VIII, S. 248, russ.).

    Der Russisch-Japanische Krieg erschütterte den Zarismus. Die Bolschewiki und die Menschewiki verhielten sich zu diesem Krieg verschieden:

    “Die Menschewiki, darunter Trotzki, sanken auf die Position der Vaterlandsverteidigung hinab, das heißt, der Verteidigung des `Vaterlandes` des Zaren, der Gutsbesitzer und der Kapitalisten. Lenin und die Bolschewiki hielten im Gegenteil die Niederlage der zaristischen Regierung in diesem räuberischen Kriege für nützlich, da sie zur Schwächung des Zarismus und zur Stärkung der Revolution führen werde” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 71, deutsch, KPD/ML, Dortmund).

    Das ist genau die Linie, die der Weltbolschewismus in der Frage des imperialistischen Krieges eingenommen hat und heute weiter verfolgt.

    Die erste russische Revolution von 1905 stellte eine ganze historische Phase dar:

    “Diese historische Phase besteht aus zwei Perioden. Aus der ersten Periode, in der die Revolution im Aufschwung begriffen war, vom politischen Generalstreik im Oktober zum bewaffneten Aufstand im Dezember emporstieg, dabei die Schwäche des Zaren, der auf den mandschurischen Schlachtfeldern Niederlagen erlitt, ausnutzte, die Bulyginsche Duma hinwegfegte und dem Zaren Zugeständnis um Zugeständnis abtrotzte; und aus der zweiten Periode, in der der Zar, der sich nach dem Friedensschluss mit Japan wieder erholt hatte, die Angst der liberalen Bourgeoisie vor der Revolution ausnutzt, die Schwankungen der Bauernschaft ausnutzt, ihnen die Wittesche Duma als Almosen hinwirft und zur Offensive gegen die Arbeiterklasse, gegen die Revolution übergeht. In knapp drei Jahren der Revolution (1905-1907) machte die Arbeiterklasse und die Bauernschaft eine so erfahrungsreiche Schule der politischen Erziehung durch, wie sie sie in dreißig Jahren gewöhnlicher friedlicher Entwicklung nicht hätte erhalten können...

    Die Revolution zeigte, dass nur die Arbeiterklasse der Führer der bürgerlich-demokratischen Revolution sein konnte, dass nur sie fähig war, die liberale kadettische Bourgeoisie zu verdrängen, die Bauernschaft von deren Einfluss zu befreien, die Gutsbesitzer zu zerschmettern, die Revolution zu Ende zu führen und den Weg zum Sozialismus frei zu machen” (Stalin, ebenda, Seite 118-119).

    Diese Schlussfolgerungen, die die Bolschewiki aus der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1905 zogen, sind auch im internationalen Maßstab immer noch aktuell.

    “In der SDAPR ging während der Revolution der Kampf um zwei entgegengesetzte Linien: die Linie der Bolschewiki und die der Menschewiki. Die Bolschewiki hielten Kurs auf die Entfaltung der Revolution, auf den Sturz des Zarismus durch den bewaffneten Aufstand, auf die Hegemonie der Arbeiterklasse, auf die Isolierung der kadettischen Bourgeoisie, auf das Bündnis mit der Bauernschaft, auf die Schaffung einer provisorischen revolutionären Regierung aus Vertretern der Arbeiter und Bauern. Sie hielten Kurs darauf, die Revolution siegreich zu Ende zu führen. Die Menschewiki hielten umgekehrt Kurs auf die Eindämmung der Revolution. Statt des Sturzes des Zarismus durch den Aufstand, schlugen sie seine Reformierung und `Verbesserung` vor, statt der Hegemonie des Proletariats – die Hegemonie der liberalen Bourgeoisie, statt des Bündnisses mit der Bauernschaft – das Bündnis mit der kadettischen Bourgeoisie, statt der provisorischen revolutionären Regierung – die Reichsduma als Zentrum der `revolutionären Kräfte` des Landes. So sanken die Menschewiki in den Sumpf des Paktierertums hinab, wurden zu Schrittmachern des bürgerlichen Einflusses auf die Arbeiterklasse, wurden in der Tat Agenten der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse” (ebenda, Seite 119).

    Etwa 30 Jahre später folgte Dimitroff der gegen Stalin und die Weltbolschewisten gerichtete Linie der einstigen Menschewiki mit seiner kompromisslerischen anti-faschistischen Einheitsfront/Volksfront-Taktik. Er hielt mit dem VII. Weltkongress der Komintern Kurs auf die Eindämmung der Weltrevolution. Statt des revolutionären Sturzes der Weltbourgeoisie schlug er die anti-faschistisch-liberale Koalition mit der Bourgeoisie vor, statt einer antifaschistischen Regierung aus Vertretern von Arbeitern und Bauern, - Unterodnung unter der liberalen Bourgeoisie. So sank auch Dimitroff und der VII. Weltkongress in den Sumpf des Paktierertums ab, wurde er zum Schrittmacher des bürgerlichen Einflusses auf das Weltproletariat, wurde er in der Tat Agent der Weltbourgeoisie im Weltproletariat, wurde die Komintern zugrunde gerichtet durch einen menschewistischen Kurs der neuen Revisionisten. Es ist klar, dass die Komintern/ML als Führerin der Weltbolschewisten nur dann erfolgreich aufgebaut werden kann, wenn die heutigen Verteidiger der Linie Dimitroffs und des VII. Weltkongresses der Komintern und deren verhängnisvollen Folgen ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen geschlagen wird.

    “Es ist verständlich, dass nach so ernsten Meinungsverschiedenheiten die SDAPR sich in der Tat als in zwei Parteien gespalten erwies, in die Partei der Bolschewiki und die Partei der Menschewiki. Der IV. Parteitag änderte nichts an der tatsächlichen Lage der Dinge innerhalb der Partei. Er bewahrte nur und festigte ein wenig die formale Einheit der Partei. Der V. Parteitag machte in der Richtung der tatsächlichen Vereinigung der Partei einen Schritt vorwärts, wobei diese Vereinigung unter dem Banner des Bolschewismus vor sich ging.

    Die Ergebnisse der revolutionären Bewegung zusammenfassend, verurteilte der V. Parteitag die Linie der Menschewiki als kompromisslerisch und billigte die bolschewistische Linie als revolutionär-marxistisch. Damit bestätigte er noch einmal, was der gesamte Verlauf der ersten russischen Revolution schon bestätigt hatte” (Stalin, ebenda, Seite 119-120).

    Der gesamte Verlauf der ersten Revolution (1905-1907) erhärtete in glänzender Weise die bolschewistischen Losungen, die bolschewistische Strategie und Taktik. In den gigantischen Klassenkämpfen vermochte die Partei an der Spitze des revolutionären Kampfes der Massen zu marschieren, sie schloss sie um ihre Losungen zusammen, sie leitete den bewaffneten Aufstand, sie schuf die ersten Sowjets – die Organe des Aufstandes und Keime der revolutionären Diktatur. “Im Frühjahr 1905 war unsere Partei noch ein Verband illegaler Zirkel; im Herbst war sie bereits eine Partei von Millionen Proletariern” (Lenin, ebenda, Bd. XII, S. 375, russ.).

    Unermüdlich die Organisierung, den Zusammenschluss und die Erziehung der Massen fortsetzend, vermochten es die Bolschewiki, in völliger Ordnung den Rückzug anzutreten, ihre Kader zu schützen und Kräfte für die neue, entscheidende Offensive vorzubereiten.

    In den Jahren der Reaktion (1907-1910), nach zeitweiliger Niederlage der Revolution, waren die Bolschewiki die einzige Partei, die im Kontakt mit den Massen und an ihrer Spitze verblieb und nicht von den Schwierigkeiten zurückschreckte. “Die revolutionäre Klasse lernt... aus eigener bitterer Erfahrung verstehen, dass man nicht siegen kann, wenn man nicht gelernt hat, einen Angriff richtig durchzuführen und den Rückzug richtig anzutreten” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XXV, S. 210f. Russ.).

    Bei den Mitläufern, den Intellektuellen und Schwankenden rief die Niederlage der Revolution von 1905 Zerfall und Zersetzung hervor. Sie verließen die revolutionären Reihen nach der Niederlage genauso schnell wie sie zu Zeiten des revolutionären Aufschwungs in die revolutionären Reihen geströmt waren. Ein ähnliches Bild ergab sich auch nach dem vorläufigen Ende des Sozialismus in Albanien bei den Mitläufern in den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Besonders verstärkten sich ab den 90er Jahren die Zersetzung und die Verfallstendenzen unter der Intelligenz innerhalb der Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die gezwungen war, einen geordneten Rückzug anzutreten und unerschrocken wieder bei Null anzufangen. Mit dem kommenden revolutionären Aufschwung ist also mit Sicherheit auch wieder mit mehr Intellektuellen zu rechnen, worauf man sich mit bolschewistischer Wachsamkeit einstellen und gegen den zu erwartenden schwankenden, opportunistischen Zustrom geschlossen und konsequent vorgehen muss. In Zeiten des revolutionären Aufschwungs wird der Marxismus-Leninismus “modern”, so auch in der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre. In der revolutionären Flaute wird hingegen die “Kritik” am Marxismus-Leninismus zur “Mode”, was zahlreiche Dokumente opportunistischer Elemente innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in der Zeit des revisionistischen Zerfalls beweisen. Alle diese Elemente verfolgen bis heute, ungeachtet ihrer großen Buntscheckigkeit, ein gemeinsames Ziel – das Weltproletariat von der Weltrevolution, von der Schaffung der weltbolschewistischen Partei, abzubringen. Diese international verschiedenen Elemente tarnen sich heuchlerisch und doppelzünglerisch unter der Flagge der “Verteidigung” des Kampfes gegen den Revisionismus. In Wirklichkeit aber sind sie dem Marxismus-Leninismus feindlich gesinnt, denn sie bemühen sich, die theoretischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus zu untergraben. Je heuchlerischer die theoretischen Grundlagen der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha untergraben werden, desto gefährlicher werden sie für die marxistisch-leninistische Weltbewegung und die Partei des Weltbolschewismus. Viele angebliche “Marxisten-Leninisten” haben sich in die Büsche geschlagen, anstatt den Kampf für die Prinzipien des Marxismus-Leninismus gegen den heutigen internationalen Opportunismus, gegen den Neo-Revisionismus, aufzunehmen. Das war auch nach der Niederlage der 1905-Revolution nicht anders. Der einzige, der die Fahne hoch hielt und den Marxismus verteidigte, waren Lenin und die Bolschewiki. In seinem Buch “Materialismus und Empiriokritizismus” entlarvte er den menschewistischen Idealismus, verteidigte damit nicht nur die theoretischen Grundlagen des Marxismus, sondern entwickelte die Theorie des dialektischen und historischen Materialismus von Marx und Engels genial weiter. In der Geschichte der KPdSU [B] hat Stalin den dialektischen und historischen Materialismus hervorragend zusammengefasst – zum Studium eines jeden aktiven Weltbolschewisten eine Pflicht.

    “Nach einer gehörigen Kritik an den russischen Empiriokritizisten und ihren ausländischen Lehrern gelangt Lenin in seinem Buch zu folgenden Schlussfolgerungen gegen den philosophisch-theoretischen Revisionismus:

    - `Eine immer raffiniertere Verfälschung des Marxismus, immer raffiniertere Unterschiebungen von anti-materialistischen Lehren unter den Marxismus – das kennzeichnet den modernen Revisionismus sowohl in der politischen Ökonomie als auch in den Fragen der Taktik und in der Philosophie überhaupt` (Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, Moskau 1935, S. 345).

    - `Die ganze Schule von Mach und Avenarius marschiert zum Idealismus` (ebenda, S. 375).

    - `Unsere Machisten stecken alle tief im Idealismus` (ebenda, S. 363).

    - `Man kann nicht umhin, hinter der erkenntnistheoretischen Scholastik des Empiriokritizismus den Parteikampf in der Philosophie zu sehen, einen Kampf, der in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der feindlichen Klassen der modernen Gesellschaft zum Ausdruck bringt`(ebenda, S. 376).

    - `Die objektive, die Klassenrolle des Empiriokritizismus läuft ganz und gar hinaus auf Handlangerdienste für die Fideisten (Reaktionäre, die dem Glauben vor der Wissenschaft den Vorzug geben.- die Red.) in deren Kampf gegen den Materialismus überhaupt und gegen den historischen Materialismus insbesondere` ( ebenda, S. 376).

    - `Der philosophische Idealismus ist ... ein Weg zum Pfaffentum` (Lenin, Ausgew. Werke, Bd. 11, S. 84, russ.).” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 130, KPD/ML, Dortmund).

    Es ist klar, dass sich in der Welt die Vertreter des Idealismus in unseren Reihen gerade nach dem Ende der ersten Etappe des Sozialismus und dem vorübergehenden Sieg des Weltimperialismus zu tummeln begannen, und dass wir nicht umhin kommen, diesen Idealismus theoretisch zu entlarven.

    In den Jahren des revolutionären Aufschwungs (1910-1914) organisierten die Bolschewiki die ökonomischen und politischen Kämpfe der Arbeiterklasse gegen den Zarismus und Bourgeoisie, festigten die Hegemonie des Proletariats, führten neue Kampfkader der Arbeiterklasse – eine ganze, durch die Leninsche “Prawda” (1912-1914) erzogene bolschewistische Generation – an die Front der Klassenkämpfe. “Den revolutionären Geboten der Partei Treue haltend, den ... beginnenden Aufschwung der Arbeiterbewegung” unterstützend “ und die legale Organisation, Presse und Agitation mit der illegalen vereinigend”, gruppierten die “Prawdisten” “ die erdrückende Mehrheit der klassenbewussten Arbeiterschaft um sich” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XVIII, S. 290, russ.).

    In den Jahren des imperialistischen Krieges (1914-1918) waren die Bolschewiki die einzige Partei, die dem chauvinistischen Taumel den Krieg erklärte, sich dem Strom entgegenstellte und hoch das alte erprobte Banner des proletarischen Internationalismus vorantrug.Mit den revolutionären Losungen – Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerlrieg, Niederlage der “eigenen” Regierung im imperialistischen Kriege – die Massen mobilisierend, waren die Bolschewiki die einzigen Organisatoren und Führer der nicht allein in Russland, sondern auch im Westen heranziehenden Revolution.

    11. Die wichtigste Bedingung für den Sieg des Bolschewismus war ein ununterbrochener und unversöhnlicher Kampf um die Partei, um ihre ideologischen, politischen, organisatorischen und theoretischen Grundlagen:

    “Lenins Buch `Was tun?` war die ideologische Vorbereitung einer solchen Partei. Lenins Buch `Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück`war die organisatorische Vorbereitung einer solchen Partei. Lenins Buch `Zwei Taktiken der Sozialdemokratie in der demokratischen Revolution` war die politische Vorbereitung einer solchen Partei. Lenins Buch “Materialismus und Empiriokritizismus`schließlich war die theoretische Vorbereitung einer solchen Partei” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 177).

    Der Menschewismus, der schon in der Revolution von 1905 die Rolle eines Schildknappen der kadettischen Bourgeoisie gespielt hatte, sagte sich nach Renegatenart von revolutionären Perspektiven und revolutionärer Illegalität los und trat offen als Stolypinsche “Arbeiter”partei auf den Plan. In den Jahren des Krieges verwandelten sich die Menschewiki in Sozialchauvinisten, in verächtliche Lakaien des Zarismus und der imperialistischen Bourgeoisie.

    “Die Menschewiki (Dan, Axelrod, Potressow an der Spitze, während ihnen Martow, Trotzki und andere Menschewiki haltfen) zogen sich panikartig zurück, da sie nicht an die Möglichkeit eines neuen Aufschwungs der Revolution glaubten, sie verleugneten schimpflich die revolutionären Forderungen des Programms und die revolutionären Losungen der Partei, sie wollten die revolutionäre illegale Partei des Proletariats liquidieren, vernichten. Daher nannte man solche Menschewiki von nun an Liquidatoren” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 166-167, deutsch). Näheres hierzu im Schulungstext der Komintern/ML: “Über die illegale Parteiorganisation und die konspirative Tätigkeit” - 6. Mai 2003.

    Der Trotzkismus, der russische Zentrismus, die erbärmlichste Spielart des Menschewismus, kämpfte im Jahre 1905 gegen die Bolschewiki unter der Flagge der “permanenten Revolution”; in den Jahren der Reaktion versuchte er die proletarische Partei zu zerstören, indem er einen prinzipienlosen, abenteuerlichen Block von Opportunisten aller Schattierungen (“August-Block”, 1912) zusammenleimte; in den Kriegsjahren predigte Judas-Trotzki ( so nannte Lenin ihn damals: ” Trotzki hat sich benommen wie der niederträchtigste Karrierist und Fraktionsmacher... Schwatzt von der Partei, benimmt sich aber schlimmer als alle übrigen Fraktionsmacher”.) kautskyschen Sozialpazifismus – die schändlichste und heuchlerischste Verteidigung des imperialistischen Gemetzels.

    “Trotzki und die Trotzkisten bezogen in allen grundlegenden Fragen eine liquidatorische Position. Aber Trotzki maskierte sein Liquidatorentum durch Zentrismus, das heißt durch Versöhnlertum, indem er vorgab, außerhalb der Bolschewiki und der Menschewiki, “außerhalb der Fraktionen”, zu stehen und angeblich ihre Versöhnung anzustreben” (Stalin, ebenda, Seite 172-173).

    “Zentrismus”, schreibt Genosse Stalin,” ist ein politischer Begriff. Seine Ideologie der Anpassung, die Ideologie der Unterordnung der proletarischen Interessen unter die Interessen der Kleinbourgeoisie innerhalb einer gemeinsamen Partei. Diese Ideologie ist dem Leninismus fremd und widerwärtig” (Stalin, Probleme des Leninismus, 2. Folge, 1934, S.77, russ.).

    Der internationale Zentrismus in der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung ist die allgemeine Anpassung des Weltbolschewismus, die allgemeine Unterordnung des proletarischen Internationalismus und des Marxismus-Leninismus unter die Interessen der internationalen Kleinbourgeoisie innerhalb der marxistisch-leninistischen Bewegung und innerhalb der bolschewistischen Weltpartei. Insbesondere tritt der internationale Trotzkismus in der gehäuteten Form des Neo-Trotzkismus auf, nachdem Trotzki von den Bolschewiki mit Lenin und Stalin an der Spitze geschlagen worden war. Nach dem Tod Enver Hoxhas übte der Neo-Trotzkismus in einigen marxistisch-leninistischen Parteien der marxistisch-leninistischen Weltbewegung seine liquidatorische Tätigkeit immer offener aus. Das führte sogar hin bis zur Vereinigung mit offen trotzkistischen internationalen Organisationen und der Liquidierung marxistisch-leninistischer Parteien. Um in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung und in der bolschewistischen Weltpartei erneut Einfluss zu gewinnen, bedient sich der internationale Zentrismus “marxistisch-leninistischer” Phrasen, bedient sich sogar der Zitate von Lenin und Stalin in ihrer Kritik an Trotzki, um damit den Trotzkismus zu tarnen und sich vom Trotzkismusvorwurf reinzuwaschen. So bedient sich der Neo-Trotzkismus auch der Phrasen des “anti-revisionistischen” Kampfes. Was dabei aber bekämpft wird, ist nicht der Anti-Revisionismus der Marxisten-Leninisten, sondern in Wirklichkeit wird der Marxismus-Leninismus selber in alter trotzkistischer Manier als “Revisionismus” anfgegriffen, in manchen Fällen aber auch als “Sektierertum”, so wie es den Trotzkisten den Umständen entsprechend opportun erscheint. Mit Vorliebe schießen sich die Trotzkisten auf diejenigen Marxisten-Leninisten ein, die den Marxismus-Leninismus am treuesten verteiigt haben und verteidigen. Der Neo-Trotzkismus ist daher einer der gefährlichsten Spielarten des verkappten Opportunismus in den Reihen der heutigen marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Zum heutigen Neo-Trotzkismus zählen wir heute die Gruppe “Alliance/ ISML” (International Struggle-ML). Der internationale Zentrismus tritt also in Etappen auf, nachdem er in der erstenEtappe in der ersten bolschewistischen Partei der Welt entstanden war und sich dann international ausbreitete.

    Die Otsowisten (Bogdanow, Lunatscharski, Alexinski, Pokrowski, Bubnow u.a.), “die Liquidatoren von der Kehrseite”, die Helden der “linken” Phrase, die bürgerlichen Fälscher des Marxismus, leugneten die Notwendigkeit einer revolutionären Ausnutzung legaler Möglichkeiten; sie versuchten, die Partei von der Arbeiterklasse loszureißen und die proletarische Partei in einen sektiererischen Intellektuellenzirkel zu verwandeln.

    “Die Otsowisten lehnten es entschieden ab, in den Arbeitergewerkschaften und anderen legalen Vereinigungen zu arbeiten... Die Otsowisten suchten die Partei von der Arbeiterklasse loszureißen, sie ihrer Verbindung mit den parteilosen Massen zu berauben; sie wollten sich in einer illegalen Organisation abkapseln, und zugleich setzten sie diese der Gefahr des Hochgehens aus, da sie ihr die Möglichkeit nahmen, legale Deckungen auszunutzen... Die Otsowisten hinderten die Sammlung der Kräfte für einen neuen revolutionären Aufschwung ... und verzichteten in der Tat auf eine Leitung der breiten parteilosen Massen durch das Proletariat, verzichteten auf revolutionäre Arbeit....

    Sowohl die Liquidatoren als auch die Otsowisten waren alles in allem nur kleinbürgerliche Mitläufer des Proletariats und seiner Partei. In einem für das Proletariat schwierigen Augenblick zeigten die Liquidatoren und die Otsowisten besonders anschaulich ihr wahres Gesicht” (Stalin, ebenda, Seite 170-171).

    Die Bolschewiki-Versöhnler (Kamenew, Rykow u.a.) spielten – durch ihren Versuch, die Partei am entschlossenen Kampf gegen die rechten und “linken” Opportunisten zu hindern, die traurige Rolle von Handlangern der Liquidatoren.

    “In dieser Periode erwiesen sich Kamenew, Sinowjew, Rykow in Wirklichkeit als verkappte Agenten Trotzkis, da sie ihm nicht selten gegen Lenin Hilfe leisteten” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 172).

    Infolge von Verhaftungen vieler Bolschewiki durch die Bourgeoisie, aber auch durch ihre Bekämpfung und Isolierung innerhalb der Partei und gleichzeitiger Infiltration von bürgerlichen und kleinbürgerlichen Elementen in die Führungsgremien der Partei, nutzten diese die Mehrheits-Möglichkeiten, die bolschewistische Linie der Partei anzugreifen und antileninistische Beschlüsse Stück für Stück durchzusetzen – ein Phänomen, das wir überall beobachten können, ( insbesondere bei den heutigen Neo-Revisionisten) was in vielen Fällen zur Liquidierung marxistisch-leninistischer Parteien in der ganzen Welt führte. Damals war es insbesondere Stalin, den Lenin unterstützte um Kampf gegen den Trotzkismus und denn parteifeindlichen Augustblocks Trotzkis.


In unversöhnlichem Kampfe nach zwei Fronten hin, gegen den Opportunismus von rechts und von “links”, trugen die Bolschewiki unter Lenins Führung das Banner der Parteitreue hoch voran. Die 6. (Prager) Konferenz (Januar 1912) erhärtete in der russischen Arbeiterbewegung den Sieg der bolschewistischen Linie, der auf den Bruch mit dem Opportunismus, auf die Abspaltung vom Opportunismus gerichtete Linie, verjagte die Liquidatoren aus der SDAPR und stellte die Parteizentren wieder her. “Das besondere Glück der Bolschewiki in Russland war, dass sie 15 Jahre Zeit hatten, planmäßig und konsequent den Kampf gegen die Menschewiki (d.h. Die Opportunisten und `Zentristen`) und die `Linken` zu Ende zu führen, also lange vor dem unmittelbaren Kampf der Massen um die Diktatur des Proletariats” (Lenin, Sämtl. Werke, Band XXV, S. 296, russ.).

“Indem die Bolschewiki die ideologische und organisatorische Zertrümmerung der Menschewiki zu Ende führten und sie aus der Partei vetrieben, bewahrten die Bolschewiki sich das alte Banner der Partei, der SDAPR. Darum nannte sich die Partei der Bolschewiki noch bis zum Jahre 1918 Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands, mit dem Zusatz `Bolschewiki` in Klammern... Die Partei festigt sich dadurch, dass sie sich von opportunistischen Elementen säubert – das ist eine der Losungen der bolschewistischen Partei als der Partei von neuem Typus, die sich von den sozialdemokratischen Parteien der II. Internationale grundsätzlich unterscheidet” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 179).

“Hätten die Bolschewiki die Verräter an der Arbeitersache, die menschewistischen Paktierer, nicht aus der Partei vertrieben, so hätte die proletarische Partei im Jahre 1917 die Massen nicht zur Erkämpfung der Diktatur des Proletariats führen können” (Stalin, ebenda, Seite 182).

Ihre auf den Bruch mit den Opportunisten, auf Abspaltung von den Opportunisten und Zentristen gerichtete Linie , die Vertreibung der Menschewiki aus der Partei, führten die Bolschewiki sowohl in der russischen als auch in der gesamten internationalen Arbeiterbewegung durch. Deshalb eben kämpften die Führer der II. Internationale der Vorkriegszeit so hartnäckig gegen die Bolschewiki und bemühten sich, unter der Flagge der “Aussöhnung der kämpfenden Fraktionen”, die bolschewistische Partei zu liquidieren. Durch ihren gesamten entschlossenen und schonungslosen Kampf gegen Opportunismus und Zentrismus erwiesen die Bolschewiki den linken Sozialdemokraten im Westen eine große Unterstützung und schlossen sie – durch entschiedene Kritik ihrer halbmenschewistischen Fehler, ihrer Inkonsequenz im Kampfe mit dem Opportunismus, ihrer Furcht vor der Spaltung – auf der ideologischen Basis des Leninismus zusammen. Der bolschewistische Kampf gegen Opportunisten und Zentristen war ein Vorbild der Politik für den gesamten linken Flügel der internationalen Arbeiterbewegung. Im Kampf gegen den Menschewismus formierte sich nicht nur die russische bolschewistische Partei, sondern auch neue andere bolschewistische Parteien in der Welt, formierte sich die erste bolschewistische Weltpartei, die Komintern. Die russischen Menschewisten wollten die Bolschewiki zwingen, sich in den Sumpf der westlichen Sozialdemokratie zu begeben, so wie dies auch die Menschewisten in der zweiten Etappe innerhalb der Komintern versuchten mit ihrer revisionistischen Volksfront-politik. Heute versuchen die internationalen Menschewisten, die verstreuten Marxisten-Leninisten in der Welt in den Sumpf des Opportunismus zu zwingen, der sich insbesondere nach dem Tod des Genossen Enver Hoxhas in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung auszubreiten begann. Die wahren Marxisten-Leninisten aber wussten nur all zu gut, dass eine neue Komintern, die nicht die Opportunisten innnerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung vetreibt, nicht fähig sein wird, das Weltproletariat zur sozialistischen Weltrevolution zu führen. Wir Weltbolschewisten wollen eine neue bolschewistische Weltpartei schaffen, geeignet, ein Vorbild zu sein für alle diejenigen in der Welt, die eine wirklich revolutionäre kommunistische Internationale nach dem Vorbild der Komintern Lenins und Stalins haben wollen – die Komintern/ML.




Der imperialistische Krieg von 1914-1918 war eine harte und erbarmungslose Prüfung für alle Richtungen in der Arbeiterbewegung. Die vom Opportunismus entkräftete und niedergerungene II. Internationale brach zusammen.

“Am Vorabend des imperialistischen Krieges leitete die Partei die revolutionären Aktionen der Arbeiterklasse. Das waren Vorhutgefechte, die vom imperialistischen Krieg unterbrochen, dann aber, nach drei Jahren erneuert wurden, um den Zarismus zu stürzen. In die schwere Periode des imperialistischen Krieges trat die bolschewistische Partei unter den entfalteten Bannern des proletarischen Internationaklismus ein” (Stalin, ebenda, Seite 200).

Die Bolschewiki waren die einzige Partei, die ihre Pflicht gegenüber dem internationalen Proletariat bis zu Ende erfüllte. Im Kampfe gegen den russischen und internationalen Reformismus, Sozialchauvinismus und gegen das Kautskyanertum, unter Überwindung der Inkonsequenz der linken Sozialdemokraten im Westen, hat der Bolschewismus “die ideologischen und taktischen Grundlagen für eine wirklich proletarische und kommunistische III. Internationale geschaffen” (Lenin, Die proletarische Revolution und der Renegat Kautsky [Kleine Leninbücherei, Moskau, 1931, S. 74); siehe Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XXIII, S. 385, russ.).

“Der Zentrist Trotzki war in allen wichtigen Fragen des Krieges und des Sozialismus gegen Lenin, gegen die bolschewistische Partei... Bereits in seinem Manifest gegen den Krieg vom November 1914 machte es sich das ZK der bolschewistischen Partei zur Aufgabe, an Stelle der schmählich zusammengebrochenen II. Internationale die III. Internationale zu schaffen... Anfang September 1915 versammelte sich in Zimmerwald die erste Konferenz der Internationalisten... In dieser Zimmerwalder Linken nahm jedoch nur die Partei der Bolschewiki mit Lenin an der Spitze den einzig richtigen, bis zu Ende konsequenten Standpunkt gegen den Krieg ein... Aber auchZweite Zimmerwalder Konferenz ( die Kientaler Konferenz) nahm die leitenden Grundsätze der Politik der Bolschewiki nicht an: Umwandlung des imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg; Niederlage der eigenen imperialistischen Regierung im Kriege; Organisierung der III. Internationale. Lenin kritisierte die Fehler der inkonsequenten Internationalisten, linker Sozialdemokraten wie Rosa Luxemburgs und Kral Liebknechts aber gleichzeitig half er ihnen, den richtigen Standpunkt einzunehmen” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 208- 209).

“Die Bolschewiki waren nicht gegen jeden Krieg. Sie waren nur gegen den Eroberungskrieg, gegen den imperialistischen Krieg. Die Bolschewiki waren der Meinung, dass es zwei Arten von Kriegen gibt:

a) einen gerechten Krieg, der kein Eroberungskrieg, sondern ein Befreiungskrieg ist, der das Ziel hat, entweder das Volk gegen einen äußeren Überfall und gegen Unterjochungsversuche zu verteidigen, oder das Ziel der Befreiung des Volkes von der Sklaverei des Kapitalismus, oder endlich das Ziel der Befreiung der Kolonien und abhängigen Länder vom Joche der Imperialisten, und

b) einen ungerechten, einen Eroberungskrieg, der das Ziel hat, fremde Länder zu erobern, fremde Völker zu versklaven.

Einen Krieg der ersten Art unterstützten die Bolschewiki. Was den Krieg der zweiten Art betrifft, so waren die Bolschewiki der Auffassung, dass man gegen ihn einen entschiedenen Kampf bis zur Revolution und bis zum Sturz der eigenen imperialistischen Regierung führen muss” (Stalin, ebenda, Seite 210).


Für die heutigen Weltbolschewisten geht es darüber hinaus um den Kampf gegen die Unvermeidbarkeit des imperialistischen Krieges durch die Zerschlagung des Weltimperialismus durch die proletarische sozialistische Weltrevolution. Der Große Vaterländische Krieg Stalins war ein wichtiger Schritt auf diesem Wege, den wir heute fortsetzen und zu Ende führen müssen, wenn es uns nicht gelingt, einen neuen imperialistischen Weltkrieg durch die Weltevolution rechtzeitig zu verhindern. Der Weltimperialismus stirbt nicht von sich aus ab, darum hob Lenin in seinem Buch “Der Imperialismus als höchstes Stadium des sterbenden, faulenden und paraistären Kapitalismus” hervor, dass der “Imperialismus der Vorabend der sozialen Revolution des Proletariats ist”.

“Lenin zeigte, dass es gerade infolge dieser Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Kapitalismus zu imperialistischen Kriegen kommt, die die Kräfte des Imperialismus schwächen und es möglich machen, die Front des Imperialismus an dem Punkt zu durchbrechen, der sich als der schwächste erweist. Auf Grund von alledem kam Lenin zu den Schlussfolgerungen, dass die Durchbrechung der imperialistischen Front durch das Proletariat an irgendeiner Stelle oder einigen Stellen durchaus möglich ist, dass der Sieg des Sozialismus ursprünglich in einigen Ländern oder sogar in einem einzeln genommenen Lande möglich ist, dass der gleichzeitige Sieg des Sozialismus in allen Ländern infolge der Ungleichmäßigkeit der Entwicklung des Kapitalismus in diesen Ländern – unmöglich ist, dass der Sozialismus vorerst in einem Lande oder einigen Ländern siegen wird, während die übrigen Länder für eine gewisse Zeit bürgerliche Länder bleiben werden” (Stalin, ebenda, Seite 211-212).

Die Geschichte hat gezeigt, dass es möglich ist, dass sich einzelne sozialistische Länder für gewisse Zeit wieder zu bürgerlichen Ländern verwandeln. Die Existenz des Sozialismus hat aber eine enorme Schwächung des Weltimperialismus insgesamt hervorgerufen, wenn auch noch nicht seine vollständige Erschütterung. Damit wird also die Wahrheit des Leninismus nicht hinfällig, sondern nur bestätigt. Die Gesetzmäßigkeiten des er fortschreitenden Zerfallsprozesses des Weltimperialismus, wie Lenin sie formulierte, sind dadurch nicht aufgehoben, sondern sie wirken nur um so gründlicher und tiefer in der kommenden Periode der proletarischen Weltrevolution. Die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder hat sich verschärft, macht es dem Kapitalismus um so schwerer aus der chronischen Weltkrise herauszukommen und genau das erhöht die Möglichkeit, dass die so geschwächte Kette des Imperialismus nicht nur leichter durchbrochen, sondern auch an mehreren Stellen in schnellerer Folge zerreißen und schließlich ganz zersprengt werden kann. Damit wird der Sieg des Weltbolschewismus immer wahrscheinlicher und der Sieg des Sozialismus in einem Land, mit dem sich andere Länder auf seine Seite ziehen lassen, also auch im Weltmaßstab, eher möglich, als noch zu Lenins Zeiten. Das sind die Lehren, die wir aus dem Leninismus heute ziehen müssen. Daraus zu schlussfolgern, wir würden den Weg Lenins verlassen und der falschen These vom gleichzeitigen Sieg des Sozialismus in allen Ländern folgen, würde nur denjenigen nützen, die an der Wahrheit zweifeln, dass der Bolschewismus im Weltmaßstab siegen wird, ist nur Wasser auf die Mühlen solcher Kräfte, die an den Sieg der proletarischen Weltrevolution nicht glauben. Der Sieg des Sozialismus in einem Land ist die wichtigste Vorbedingung für den Sieg der proletarischen Weltrevolution.



    Die Februar-Revolution von 1917 war eine glänzende Erhärtung der Losungen und Ideen des Bolschewismus. Der Sturz des Zarismus eröffnet die zweite Etappe in der Geschichte der Partei (März-Oktober 1917). Die Partei stellt auf die Tagesordnung den Kampf um die Dirchführung des zweiten strategischen Planes, von dem Lenin schon im Jahre 1905 geschrieben hatte: “Das Proletariat muss die sozialistische Umwälzung vollziehen, indem es die Masse der halbproletarischen Elemente der Bevölkerung zu sich heranzieht, um vereint den Widerstand der Bourgeoisie gewaltsam zu brechen und die schwankende Haltung der Bauernschaft und der Kleinbourgeoisie zu paralysieren” (Lenin,Sämtl. Werke, Bd. XXIII, S. 129, russ.).

    Die Hauptlosungen der Partei in dieser Etappe waren: Diktatur des Proletariats; alle Macht den Räten; Bündnis des Proletariats mit der armen Bauernschaft; gegen die Bourgeoisie in Stadt und Land, bei Neutralisierung der Mittelbauern. Die Aufgabe des Sturzes der Bourgeoisie und der Errichtung der Diktatur des Proletariats in Russland betrachten die Bolschewiki als wichtigste Vorbedingung für die Entwicklung der internationalen proletarischen Revolution.



Nach dem Februarrevolution kam Stalin aus der Verbannung. Er nahm den Kampf auf gegen die Menschewisten und Halbmenschewisten, die mit der Provisorischen Regierung der Bourgeoisie paktierten. Und dabei war es ihnen gelungen, das Vertrauen großer Teile der Bevölkerung zu missbrauchen, welche dem Irrglauben unterlagen, nach dem Sturz des Zarismus sei nun “alles wieder gut”. Nach dem Februar kämpften die Bolschewiki - mittlererweile als Minderheit – unermüdlich gegen die imperialistische Politik der Kompromisslerparteien, kämpften hartnäckig gegen die Illusion der Vaterlandsverteidigung und gegen die demokratischen Illusionen der Massen. “Ohne eine solche vorsichtige, gründliche, umsichtige und langwierige Vorbereitung hätten wir weder den Sieg im Oktober 1917 erringen, noch diesen Sieg behaupten können” (Lenin, ebenda, Bd. XXV, S.214, russ.).

Bevor Lenin aus dem Exil in Russland eintraf, schrieb er in “Briefen aus der Ferne”: “Unsere Revolution ist eine bürgerliche Revolution – sagen wir Marxisten-, deshalb müssen die Arbeiter dem Volk über den Betrug der bürgerlichen Politikaster die Augen öffnen und es lehren, Worten keinen Glauben zu schenken, sich nur auf die eigenen Kräfte, auf die eigene Organisation, auf den eigenen Zusammenschluss, auf die eigene Bewaffnung zu verlassen. Arbeiter! Ihr habt im Bürgerkrieg gegen den Zarismus Wunder an proletarischem Heldenmut, an Volksheldentum vollbracht. Ihr müsst Wunder an Organisation des Proletariats und des gesamten Volkes vollbringen, um euren Sieg in der zweiten Etappe der Revolution vorzubereiten” (Lenin-Stalin, Das Jahr 1917, Seite 15, dt. Ausgabe von 1949).

“Im Laufe von acht Monaten, von Februar bis Oktober 1917, erfüllt die Partei der Bolschewiki eine äußerst schwierige Aufgabe: sie erobert die Mehrheit in der Arbeiterklasse, in den Sowjets, sie zieht Millionen von Bauern auf die Seite der sozialistischen Revolution. Sie entreißt diese Massen dem Einfluss der kleinbürgerlichen Parteien (Sozialrevolutionäre, Menschewiki, Anarchisten), sie entlarvt Schritt für Schritt die gegen die Interessen der Werktätigen gerichtete Politik dieser Parteien. Die Partei der Bolschewiki entfaltet eine gewaltige politische Arbeit an der Front und im Hinterland, um die Massen zur Sozialistischen Oktoberrevolution vorzubereiten. Die entscheidenden Momente in der Geschichte der Partei dieser Periode sind: die Ankunft Lenins aus der Emigration, die Aprolthesen Lenins, die Aprilkonferenz der Partei und der VI. Parteitag. Aus den Beschlüssen der Partei schöpft die Arbeiterklasse Kraft und Siegeszuversicht, in ihnen findet sie die Antwort auf die wichtigsten Fragen der Revolution. Die Aprilkonferenz lenkt die Partei auf den Weg des Kampfes für den Übergang von der bürgerlich-demokratischen Revolution zur sozialistischen Revolution. Der VI. Parteitag stellt die Partei auf den bewaffneten Aufstand gegen die Bourgeoisie und deren Provisorische Rgierung ein” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 278-279, dt. Ausgabe).

Die April-Konferenz schloss die Partei auf der Basis der berühmten Leninschen Thesen (“April-Thesen”) fest zusammen. Der 6. Parteitag (August 1917), auf dem unter Stalins Führung die Leninsche Linie durchgeführt wurde, war der Parteitag der Kampfrüstung zum Oktober. Die Partei isolierte und schlug die Menschewiki und Sozialrevolutionäre aufs Haupt; sie eroberte die Mehrheit der Arbeiterklasse; sie erhob die Bauernmassen und unterdrückten Nationalitäten zum Kampfe gegen die imperialistische Bourgeoisie.

Anfang September 1917 stellte Lenin fest, dass “eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber der Frage des Aufstandes zu beobachten ist” (Lenin-Stalin,”Das Jahr 1917”, 1949, dt., Seite 650). Lenin verfasste zum bewaffneten Aufstand eine klare, bolschewistische Vorgehensweise, z.B. in seinem Artikel “Die Bolschewiki müssen die Macht ergreifen” und “Marxismus und Aufstand”, “Werden die Bolschewiki die Staatsmacht behaupten?” etc., und am 23. Oktober schließlich die “Resolution über den bewaffneten Aufstand”, in der es hieß:

“Das Zentralkomitee stellt fest, dass sowohl die internationale Lage der russischen Revolution (der Aufstand in der deutschen Flotte als höchster Ausdruck des Heranreifens der sozialistischen Weltrevolution in ganz Europa, ferner die Drohung der Welt der Imperialisten, die Revolution in Russland zu erdrosseln) als auch die militärische Lage (der nicht zu bezweifelnde Entschluss der russischen Bourgeoisie und Kerenskis und Konsorten, Petrograd den Deutschen auszuliefern) und die Eroberung der Mehrheit in den Sowjets durch die proletarische Partei – dass alles dies im Zusammenhang mit dem Bauernaufstand und mit der Tatsache, dass sich das Vertrauen des Volkes unserer Partei zugewandt hat (Wahlen in Moskau), und endlich die offenkundige Vorbereitung eines zweiten Kornilowputsches (Abtransport von Truppen aus Petrograd, Zusammenziehung von Kosaken bei Petrograd, Umzingelung von Minsk durch Kosaken usw.) - dass all dies den bewaffneten Aufstand auf die Tagesordnung setzt. Das Zentralkomitee stellt somit fest, dass der bewaffnete Aufstand unumgänglich und völlig herangereift ist, und fordert alle Parteiorganisationen auf, sich hiervon leiten zu lassen und von diesem Gesichtspunkt aus alle praktischen Fragen zu behandeln und zu entscheiden (Sowjetkongress des Nordgebiets, Abtransport von Truppen aus Petrograd, die Aktionen der Moskauer und Minsker usw.)” (ebenda, Seite 651-652).

In einem “Brief an die Genossen Bolschewiki” schrieb Lenin am 21. Oktober 1917:

“Genossen! Unsere Revolution macht eine im höchsten Grade kritische Zeit durch. Diese Krise fällt mit der großen Krise des Heranreifens der sozialistischen Weltrevolution und ihrer Bekämpfung durch den Weltimperialismus zusammen. Den verantwortlichen Führern unserer Partei fällt eine gigantische Aufgabe zu, bei deren Nichterfüllung der völlige Zusammenbruch der internationalistischen proletarischen Bewegung droht. In diesem Augenblick bedeutet eine Verzögerung wahrhaftig den Tod” (ebenda, Seite 643).

Auf dem Wege zum Oktober warf die Partei die menschewistische Renegatengruppe (Woitinski, Sewruk) aus ihren Reihen, sie verwarf den “links”oppoerunistischen Aventurismus (Bogdatjew; sie schlug mit vernichtendem Schlage die auf eine Entbolschewisierung der Partei abzielenden Versuche Trotzkis, sie schlug aufs Haupt die rechten Panikmacher und Streikbrecher (Kamenew, Sinowjew). Mit Lenin an der Spitze organisierte und führte die Partei den bewaffneten Aufstand im Oktober durch.

Lenin erklärte: “Der Trotzkismus sagt: `Weg mit dem Zaren, her mit der Arbeiterregierung`. Das ist falsch. Das Kleinbürgertum existiert, man darf es nicht ignorieren. Aber es besteht aus zwei Teilen. Sein ärmerer Teil geht mit der Arbeiterklasse” (von Stalin verwendetes Leninzitat, in: Stalin-Werke Band 9, Seite 236, ”Über die Losung der Diktatur des Proletariats und der armen Bauernschaft in der Periode der Vorbereitung des Oktobers”, deutsche Ausgabe, KPD/ML, Hamburg 1971).

“Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass wir ohne diese Verbindungen, die das Schicksal der Oktoberrevolution bestimmten, die Unterstützung der Bauernschaft als Ganzes bei der Vollendung der bürgerlichen Revolution weder im Oktober noch nach dem Oktober erlangen können. So ist die Vereinigung von Bauernkriegen mit der proletarischen Revolution zu verstehen. Wenn man daher die Unterstützung, die uns die Bauernschaft als Hanzes im Oktober und nach dem Oktober bei der Vollendung der bürgerlichen Revolution erwies, der Tatsache entgegenstellt, dass die Vorbereitung der Oktoberrevolution unter der Losung der Diktatur des Proletariats und der armen Bauernschaft durchgeführt wurde, so bedeutet das, dass man vom Leninismus nichts versteht. Ihr Grundfehler besteht darin, dass Sie weder die Tatsache der Verflechtung der sozialistischen Aufgaben mit den Aufgaben der Vollendung der bürgerlichen Revolution im Laufe der Oktoberrevolution novch die Mechanik der Verwirklichung der einzelnen Forderungen der Oktoberrevolution begriffen haben, die sich aus der zweiten strategischen Losung der Partei, der Losung von der Diktatur des Proletariats und der armen Bauernschaft, ergeben” (Stalin, Werke, Band 9, Seite 242, dt. Ausgabe, KPD/ML, Hamburg 1971).

“Die Paktiererparteien der Sozialrevolutionäre unmd Menschewiki, die Anarchisten und die übrigen nichtkommunistischen Parteien vollenden ihre Entwicklung: sie alle werden schon von der Oktoberrevolution zu bürgerlichen Parteien, die die Unversehrtheit und Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ordnung verteidigen. Gleichzeitig vereiteln die Bolschewiki die Versuche der Kapitulanten innerhalb der Partei – Sinowjews, Kamenews, Rykows, Bucharins, Trotzkis, Pjatakows -, die Partei vom Wege der sozialistischen Revolution abzubringen. Unter der Führung der Partei der Bolschewiki stürzt die Arbeiterklasse im Bündnis mit der armen Bauernschaft, mit Unterstützung der Soldaten und Matrosen die Macht der Bourgeoisie, errichtet die Macht der Sowejets, begründet einen neuen Staatstypus, den sozialistischen Sowjetstaat, hebt das Eigentum der Gutsbesitzer an Grund und Boden auf, übergibt den Boden der Bauernschaft zur Nutzung, nationalisiert den gesamten Grund und Boden im Lande, expropriiert die Kapitalisten, erkämpft den Ausweg aus dem Kriege, den Frieden, gewinnt die notwendige Atempause und schafft auf diese Weise die Voraussetzungen zur Entfaltung des sozialistischen Aufbaus. Die Sozialistische Oktoberrevolution hat den Kapitalismus zerschlagen, der Bourgeoisie die Produktionsmittel weggenommen und die Fabriken, Betriebe, Grund und Boden, die Eisenbahnen, die Banken in Eigentum des ganzen Volkes, in gesellschaftliches Eigentum verwandelt. Sie hat die Diktatur des Proletariats errichtet und die Leitung eines riesigen Staates in die Hände der Arbeiterklasse gelegt, sie somit zur herrschenden Klasse gemacht. Damit hat die Sozialistische Oktoberrevolution eine neue Ära in der Geschichte der Menschheit, die Ära der proletarischen Revolutionen eröffnet” (Stalin, ebenda S. 279-280).

Durch ihre gesamte Geschichte bewies die Partei, das “es auf der ganzen Erde keine Macht geben” wird, “die die Bolschewiki aufhalten, wenn sie es verstehen, die Macht zu ergreifen und sie bis zum Siege der sozialistischen Weltrevolution zu halten” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd XXI, S. 357, russ.).

Die Grundfragen der russischen Oktoberrevolution waren, sind es noch immer und werden es immer bleiben: Grundfragen der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution! Es ist bekannt, dass die Oktoberrevolution zunächst auf Nachbarländer übergriff. Stalin hob in seiner Rede auf dem Parteitag der SDAP Finnlands am 27. November 1917 in Helsinki hervor: “... die Zeit der Worte ist vorbei, denn die Zeit ist gekommen, wo die alte Losung `Proletarier aller Länder, vereinigt euch!` in die Tat umgesetzt werden muss” (Lenin-Stalin,”Das Jahr 1917”, dt., 1949, Seite 736). Der in die Welt hinausgerufene Kampfansage zum Stirz des Weltimperialismus blieb nirgends auf der Welt unverhallt. Sie weckte die schlummernden revolutionären Kräfte der Arbeiterklasse im Westen wie auch die der Völker des Ostens.

“Die gewaltige Weltbedeutung des Oktoberumsturzes besteht ja hauptsächlich gerade darin, dass er

  1. den Rahmen der nationalen Frage erweitert und sie aus einer Teilfrage, der Frage des Kampfes gegen die nationale Unterdrückung in Europa, in die allgemeine Frage der Befreiung der unterjochten Völker, Kolonien und Halbkolonien vom Imperialismus verwamdelt hat;

  2. weitgehende Möglichkeiten und wirkliche Wege für diese Befreiung eröffnet hat, so dass er den unterdrückten Völkern des Westens und Ostens ihre Befreiung bedeutend erleichtert hat, indem er sie in den allgemeinen Strom des siegreichen Kampfes gegen den Imperialismus einbezog;

  3. hierdurch eine Brücke zwischen dem sozialistischen Westen und dem versklavten Osten geschlagen und eine neue Front der Revolutionen aufgebaut hat, eine Front von Proletariern des Westens über die Revolution in Russland bis zu den unterjochten Völkern des Ostens, eine Front gegen den Weltimperialismus” (Stalin, Werke, Band 4, Seite 145-146, dt. Ausgabe, KPD/ML, Hamburg 1971, “Die Weltbedeutung des Oktoberumsturzes”).

“Man könnte eine Reihe von grundlegenden Fragen nennen, in denen die Oktoberrevolution auf die Entwicklung der revolutionären Bewegung in der ganzen Welt einwirkt:

    1. Die Oktoberrevolution ist vor allem dadurch bedeutsam, dass sie die Front des Weltimperialismus durchbrochen, die imperialistische Bourgeoisie in einem der größten kapitalistischen Länder gestürzt und das sozialistische Proletariat an die Macht gebracht hat... Das bedeutet, dass die Oktoberrevolution eine neue Epoche eröffnet hat, die Epoche der proletarischen Revolutionen in den Ländern des Imperialismus....

    2. Die Oktoberrevolution hat den Imperialismus nicht allein in den Zentren seiner Herrschaft, nicht allein in den `Mutterländern` erschüttert. Sie hat auch einen Schlag gegen das Hinterland des Imperialismus, gegen seine Peripherie geführt und die Herrschaft des Imperialismus in den kolonialen und abhängigen Ländern untergraben.... nicht im Namen des Nationalismus, sondern im Namen des Internationalismus... Das bedeutet, dass die Oktoberrevolution eine neue Epoche eröffnet hat, die Epoche der kolonialen Revolutionen, die in den unterdrückten Ländern der Welt im Bunde mit dem Proletariat und unter Führung des Proletariats durchgeführt werden... Angebrochen ist die Ära der Befreiungsrevolutionen in den Kolonien und abhängigen Ländern, die Ära des Erwachens des Proletariats dieser Länder, die Ära seiner Hegemonie in der Revolution.

    3. Die Oktoberrevolution, die die Saat der Revolution sowohl in den Zentren des Imperialismus als auch in seinem Hinterland ausstreute, die Macht des Imperialismus in den `Mutterländern` schwächte und seine Herrschaft in den Kolonien erschütterte, hat dadurch die Existenz des Weltkapitalismus als Ganzes in Frage gestellt... Mehr noch. Die Oktoberrevolution... schuf gleichzeitig in Gestalt der ersten proletarischen Diktatur eine mächtige und offene Basis der internationalen revolutionären Bewegung, wie diese sie vorher nie besessen hatte und auf die sie sich jetzt stützen kann. Sie schuf jenes mächtige und offene Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung, wie sie sie vorher nie besessen hatte und um das sie sich jetzt zusammenschließen kann bei der Organisierung der revolutionären Einheitsfront der Proletarier und der unterdrückten Völker aller Länder gegen den Imperialismus. Das bedeutet vor allem, dass die Oktoberrevolution dem Weltkapitalismus eine tödliche Wunde geschlagen hat, von der er sich nie mehr erholen wird. Eben darum wird der Kapitalismus nie mehr das `Gleichgewicht` und die `Stabilität` wiedererlangen, die er vor dem Oktober besaß. Der Kapitalismus kann sich teilweise stabilisieren, er kann seine Produktion rationalisieren, die Verwaltung des Landes in die Hände des Faschismus legen, die Arbeiterklasse eine Zeit lang niederhalten, aber er wird nie die `Rihe` und die `Sicherheit` , das `Gleichgewicht` und die `Stabilität` wiedererlangen, deren er sich früher rühmte, denn die Krise des Weltkapitalismus hat eine Entwicklungsstufe erreicht, wo bald in den Zentren des Imperialismus, bald an seiner Peripherie unvermeidlich die Flammen der Revolution hervorbrechen müssen, die die kapitalistischen Flickereien zunichte machen und mit jedem Tag den Sturz des Kapitalismus näher bringen... Die Ära der `Stabilität` des Kapitalismus ist vorbei, und mit ihr auch die Legende von der Unerschütterlichkeit der bürgerlichen Ordnung. Angebrochen ist die Ära des Zusammenbruchs des Kapitalismus.

    4. Die Oktoberrevolution darf nicht nur als eine Revolution auf dem Gebiet der ökonomischen und gesellschaftlich-politischen Beziehungen betrschtet werden. Sie ist zugleich eine Revolution in den Köpfen, eine Revolution in der Ideologie der Arbeiterklasse... Sie bedeutet daher den Sieg des Marxismus über den Reformismus, den Sieg des Leninismus über den Sozialdemokratismus, den Sieg der III. Internationale über die II. Internationale... Es ist unmöglich, dem Kapitalismus ein Ende zu bereiten, ohne dem Sozialdemokratismus in der Arbeiterbewegung ein Ende zu bereitet zu haben. Deshalb ist die Ära des Sterbens des Kapitalismus zugleich die Ära des Sterbens des Sozialdemokratismus in der Arbeiterbewegung. Die gewaltige Bedeutung der Oktoberrevolution besteht unter anderem darin, dass sie den unausbleiblichen Sieg des Leninismus über den Sozialdemokratismus in der internationalen Arbeiterbewegung bedeutet. Die Ära der Herrschaft der II. Internationale und des Sozialdemokratismus in der Arbeiterbewegung ist zu Ende. Die Ära der Herrschaft des Leninismus und der III. Internationale hat begonnen (Stalin, Werke, Band 10, “ Der internationale Charakter der Oktoberrevolution” , Seite 208ff, dt. Ausgabe, KPD/ML – 1971).







C. Die Partei in der Epoche der Diktatur des Proletariats

“Die von der Oktoberrevolution niedergeworfenen Gutsbesitzer und Kapitalisten, im Verein mit den weißgardistischen Generälen verabreden sich unter Preisgabe der Interessen ihrer Heimat mit den Regierungen der Entente-Länder zum gemeinsamen militärischen Überfall auf das Sowjetland und zum Sturz der Sowjetmacht. Auf dieser Grundlage werden eine militärische Intervention der Entente und weißgardistischer Aufstände in den Randgebieten Russlands organisiert, wodurch Russland sich von seinen Lebensmittel- und Rohstoffgebieten abgeschnitten sieht. Die militärische Niederlage Deutschlands und die Beendigung des Krieges zwischen den beiden imperialistischen Koalitionen in Europa führen zu einer Stärkung der Entente, zu einer Verstärkung der Intervention und bereiten dem Sowjetland neue Schwierigkeiten.

Die Revolution in Deutschland und die beginnende revolutionäre Bewegung in anderen europäischen Ländern schaffen dagegen eine für die Sowjetmacht günstige internationale Situation und erleichtern die Lage des Sowjetlandes.

Die bolschewistische Partei mobilisiert die Arbeiter und Bauern zum vaterländischen Krieg gegen die ausländischen Eroberer und die wei´gardistische Konterrevolution der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer. Die Sowjetrepublik undihre Rote Armee vernichten die Kreaturen der Entente – Koltschak, Judenitsch, Denekin, Krasnow, Wrangel – einen nach dem anderen, vetreiben aus der Ukraine und aus Weißrussland noch eine Kreatur der Entente, Pilsudski, und schlagen auf diese Weise die ausländische militärische Intervention zurück, jagen deren Truppen aus dem Bereich des Sowjetlandes hinaus.

Auf diese Weise endete der erste militärische Überfall des internationalen Kapitals auf das Land des Sozialismus mit einem völligen Fiasko” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 307-308).

Der Bolschewismus bedeutete also den Sieg des ersten sozialistischen Landes über die ausländische Einkreisung und Intervention des Weltimperialismus, die Überwindung des - durch die Blockade aufgezwungenen - Kriegskommunismus und gleichzeitig der Sieg über die Einkreisung und Unterminierung durch den Sozialdemokratismus der II. Internationale und ihrer russischen Agenten im eigenen Land.

“Die von der Revolution zerschlagenen Parteien der Sozialrevolutionäre, der Menschewiki, der Anarchisten, der Nationalisten unterstützten in der Periode der Intervention die weißgardistischen Generäle und Interventen, zetteln konterrevolutionäre Verschwörungen gegen die Sowjetrepublik an und organisieren den Terror gegen die Vertreter der Sowjetmacht. Diese Parteien, die vor der Oktoberrevolution einigen Einfluss in der Arbeiterklasse hatten, entlarven sich in der Periode des Bürgerkriegs vor den Volksmassen vollständig als konterrevolutionäre Parteien. Die Periode des Bürgerkriegs und der Intervention war die Periode des politischen Untergangs dieser Parteien und des endgültigen Triumphs der Kommunistischen Partei des Sowjetlandes” (Stalin, ebenda, Seite 308).

Aus der um die Macht kämpfenden Partei verwandelte sich die SDAPR mit dem 25. Oktober 1917 in eine regierende Partei, in die führende Hauptkraft im System der Diktatur des Proletariats. Es begann die dritte Etappe in der Geschichte der KPdSU [B] – beginnend mit der Wiederherstellungsperiode. Lenins strategischer Plan war: das Höchstmaß dessen zu leisten, “was in einem Lande für die Entwicklung, Unterstützung, Entfachung der Revolution in allen Ländern durchführbar ist” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XXIII, S. 385, russ.).

“Festigung der Diktatur des Proletariats in dem einen Lande und ihre Ausnutzung als Stützpunkt des Proletariats zum Sturz des Imperialismus in allen Ländern” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, S.81, russ.).

Unter Lenins genialer Leitung führte die Partei diesen großen Plan standhaft durch. Der Ausgangspunkt dieses Planes ist Lenins Lehre von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem, einzeln genommenen Lande.

Die Partei kämpfte für diesen Plan in den Jahren des Kriegskommunismus (1918-1920) [“wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!”], behauptete die Diktatur des Proletariats in den Kämpfen mit der inneren und äußeren Konterrevolution. Diesen Plan legte die Partei der neuen ökonomischen Politik zu Grunde, zu deren Beginn Lenin (1921) erklärte: “Jetzt erweisen wir unsere Haupteinwirkung auf die internationale Revolution durch unsere Wirtschaftspolitik” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd.XXVI, S. 410, russ.).

Lenin stellte der Partei die Aufgabe: das Fundament der sozialistischen Ökonomik zu errichten, die Klassen aufzuheben, das NÖP-Russland in ein sozialistisches Russland umzuwandeln.

Mit Stalin, dem großen Nachfolger Lenins, an der Spitze, löste die Partei diese im Weltmaßstabe historische Aufgabe. Stalin ging wiederholt auf die Frage des Sozialismus in einem Lande ein und verteidigte Lenin gegen Trotzki:

“Kann das Sowjetvolk allein, aus eigener Kraft, diese äußere Gefahr, die Gefahr der kapitalistischen Intervention gegen die Sowjetunion beseitigen? Nein, das kann es nicht. Das kann es nicht, da es zur Beseitigung der Gefahr einer kapitalistischen Intervention notwendig ist, die kapitalistische Imkreisung zu beseitigen, die kapitalistische Umkreisung zu beseitigen ist aber nur möglich im Ergebnis einer siegreichen proletarischen Revolution mindestens in einigen Ländern. Daraus folgt aber, dass der Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion... dennoch nicht als endgültiger Sieg betrachtet werden kann, insofern die Gefahr einer bewaffneten ausländischen Intervention, die Gefahr von Versuchen zur Restauration des Kapitalismus, noch nicht beseitigt ist, insofern das Land des Sozialismus gegen eine solche Gefahr auch weiterhin noch nicht gesichert ist. Um die Gefahr einer ausländischen kapitalistischen Intervention zu beseitigen, muss die kapitalistische Umkreisung beseitigt werden” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 341-342).

Diese Voraussage hat sich historisch bestätigt, sowohl beim Untergang der Sowjetunion als auch der Zerschlagung des sozialistischen Albaniens durch die kapitalistisch-revisionistische Umkreisung. Das sind die bolschewistischen Lehren, die wir heute ziehen müssen: Um eines Tages die Unvermeidbarkeit der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung zu beseitigen, brauchen wir den endgültigen Sieg der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution.



14. In der Epoche der Diktatur des Proletariats steigt unvergleichlich die Bedeutung des Kampfes um die Partei, um die bolschewistische Parteilichkeit (Parteitreue). “Die Diktatur des Proletariats ist ein hartnäckiger, blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der alten Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen – das ist eine fürchterliche Macht. Ohne eine eiserne und im Kampfe gestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen, was in der gegebenen Klasse ehrlich ist, genießt, ohne eine Partei, die die Stimmung der Massen zu beobachten und sie zu beeinflussen versteht, ist es unmöglich, einen solchen Kampf erfolgreich zu führen” (Lenin, Sämtl. Werke Bd. XXV, S. 229).

Die gesamte Geschichte des inneren Parteikampfes nach dem Oktober zeugt davon, dass die Versuche zur Sprengung der Parteieinheit und Disziplin eine direkte Unterstützung der Restaurationsversuche der Bourgeoisie darstellen. Der gesamte Kampf der Opportunisten gegen die Partei war und bleibt nichts anderes, als ein Versuch, der Leninschen Partei die faulen Traditionen und Dogmen der II. Internationale aufzuzwingen, ein Versuch, den Menschewismus zu restaurieren. In der neuen Periode der Diktatur des Proletariats versuchten oppostionelle Gruppierungen in ihrer Zerfahrenheit und zahlreichen Schwankungen der Partei Diskussionen aufzuzwingen, um sie vom bolschewistischen Kurs des Aufbaus des Sozialismus abzubringen. Einpeitscher dieser Diskussionen war Trotzki. Er versuchte über die Gewerkschaften die Arbeiterklasse zu spalten, die Arbeiterorganisationen den Parteiorganisationen entgegenzustellen und vor allem die Arbeiter gegen die führende Rolle der Partei aufzuhetzen und damit den Bolschewismus an der Macht zu liquidieren.

Nichts anderes, als einen Versuch, den Menschewismus zu restaurieren, bildete die Position der rechten Kapitulanten und Liquidatoren des Oktober (Kamenew, Sinowjew, Rykow, Schljapnikow).

Der hartnäckig seine Attacken gegen die Partei sowohl 1918, als auch 1921 und in den Jahren 1923-1927 erneuernde Trotzkismus, der Organisator von parteifeindlichen Blocks, der geschworene Feind des Leninismus und der bolschewistischen Parteilichkeit (Parteitreue), verwandelte sich unvermeidlich in den vordersten Stoßtrupp der bürgerlichen Konterrevolution unter der Diktatur des Proletariats. Als diese konterreolutionären Strömungensich außerhalb Russlands zu verbreiten begannen, waren die Bolschewiki die führende Kraft, um den Kommunisten außerhalb der Sowjetunion bei der Zerschlagung dieser opportunistischen Strömungen zu helfen, was ein ungeheurer Beitrag für den proletarischen Internationalismus war. Lenin und Stalin spielten insbesondere innerhalb der Komintern eine hervorragende Rolle, um den Kampf gegen den internationalen Opportunismus fortzusetzen. Der Kampf gegen die opportunistischen Gruppierungen in der Sowjetunion waren also von großer Bedeutung für die Stärkung der kommunistische Weltbewegung.

Die “linken Kommunisten” (Bucharin, Preobrashenski) trieben ihre abenteuerliche Spaltungspolitik bis zum faktischen, gegen Lenin gerichteten Bündnis mit den linken Sozialrevolutionären.

Die Fraktion des “Demokratischen Zentralismus” (Sapronow) rutschte in den konterrevolutionären menschewistischen Sumpf hinab.

Die “Arbeiter-Opposition” (Schlapnikow) entartete aus einer anarchi-syndikalistischen Abweichung in ein Häuflein erboster trade-unionistischer Renegaten.

Die “neue Opposition” (Sinowjew, Kamenew) rutschte schmählich in den Trotzkismus, in die Reihen der parteifeindlichen und Antisowjet-Blockes hinab.

Die rechte Opposition (Bucharin, Rykow, Tomski) widerspiegelte den Widerstand des konterrevolutionären Kulakentums, brach mit den Grundlagen des Marxismus-Leninismus und war ein Wegbereiter für die bürgerliche Restauration.

Der rechts-”linkslerische” Block (Ssyrzow, Lominadse) versuchte mit Hilfe der vergifteten Waffe “doppelter Buchführung” die Partei zu desorganisieren.

Die nationalistischen Gruppierungen, die mit dem Kampf gegen die leninistische Politik in der nationalen Frage begannen und sich ständig jeder neu entstehenden und parteifeindlichen Fraktion anschlossen, erwiesen sich in der Tat als Mithelfer und Werkzeug des Weltimperialismus.

Ein Zerfallsprodukt der durch die Partei aufs Haupt geschlagenen Gruppierungen waren die traurigen Grüppchen von Rjutin-Slepkow, Uglanow und Eismont-Tolmatschow-Smirnow.

Den generellen Charakterzug aller parteifeindlichen Strömungen bildeten die menschewistische Verneinung der Diktatur des Proletariats, die Verneinung der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande und des Kurses unserer Partei auf die Weltrevolution, die menschewistische Kapitulation vor dem Klassenfeind, die Abkehr vom Klassenkampf mit all seinen Schwierigkeiten, die aus der Ideologie der inaktiven Nachtrottler entspringende Herabsetzung der historischen Rolle der Partei als Führer und Organisator des sozialistischen Aufbaus, der “edel”-anarchistische Protest gegen die proletarische Disziplin der Partei und des Sowjetstaates, das Streben nach Unterminierung des bolschewistischen Zentralismus, das Streben, den leninschen Kadern der Partei und ihrer alten Garde ihre Verdienste abzusprechen, das Streben nach Sturz der Parteileitung.

Bei der Eröffnung des X. Parteitags erklärte Lenin, dass die Diskussion ein unerlaubter Luxus war. “Er wies darauf hin, dass die Feinde den inneren Kampf und auf die Spaltung der Kommunistischen Partei spekulierten. In Anbetracht der gewaltigen Gefahr, die das Vorhandensein fraktioneller Gruppen für die bolschewistische Partei und für die Diktatur des Proletariats darstellte, widmete der X. Parteitag der Frage der Einheit der Partei besondere Aufmerksamkeit... Der Parteitag bevollmächtigte das Zentralkomitee, im Falle eines Disziplinbruchs durch Mitglieder des ZK und im Falle des Wiederauflebens oder der Zulassung der Fraktionsmacherei alle Disziplinarmaßnahmen der Partei bis zum Ausschluss aus dem ZK und aus der Partei anzuwenden” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 317).

In allen Ausfällen gegen das leninistische ZK wiederholten sie alle ständig den alten menschewistischen Gesang über “Zwang” und “Bürokratismus in der Partei”. Schon im Jahre 1904 schrieb Lenin: “Es ist wohl klar, dass das Geschrei über den vielgenannten Bürokratismus bloß ein Deckmantel für die Unzufriedenheit mit der personellen Besetzung der zentralen Körperschaften ist, ein Feigenblatt, das dem Bruch des auf dem Parteitag feierlich abgegebenen Wortes ein besseres Aussehen verleihen soll. Du bist ein Bürokrat, denn der Parteitag hat dich nicht meinem Willen gemäß, sondern gegen meinen Willen ernannt; du bist ein Formalist, denn du stützt dich auf formale Parteitagsbeschlüsse und nicht auf meine Zustimmung;... du bist ein Selbstherrscher, denn du willst die Macht nicht an eine alte, gute kleine Gesellschaft abgeben” (Lenin, Sämtliche Werke, Bd. VI, S.380, russ.).

Im Verlauf von 10 Jahren nahm der innere Parteikampf infolge des entscheidenden Charakters der Kämpfe, die mit der Vorbereitung und Entfaltung der sozialistischen Offensive verbunden waren, eine außerordentliche Schärfe an. Konsequent die leninschen Weisungen verwirklichend, schlug die von Stalin geführte Partei den Trotzkismus und die rechte Opposition aufs Haupt. Die Partei entlarvte die “linkslerischen” Übergriffe als Nachwehen des konterrevolutionären Trotzkismus und zeigte, dass ihre Urheber objektiv Bundesgenossen der rechten Abweichler sind.

Während dieser Jahre hatte sich die russische Arbeiterklasse riesig entwickelt, sie erwarb kolossale politische Erfahrung und schloss sich noch enger um die Partei und ihr ZK zusammen. In ihrem gesamten Kampfe gegen den Opportunismus, gegen die Rückfälligkeit des konterrevolutionären Menschewismus genoss die Partei aktiviste Unterstützung von Seiten breitester Massen der Arbeiterklasse. Die Partei schlug nach wie vor die Opportunisten, die ein verräterisches Doppelspiel treibenden Opportunisten, die Entarteten – alle jene, die in Worten die Generallinie der Partei, die Direktiven des ZK und die staatlichen Planaifgaben anerkannten, faktisch jedoch sie sabotierten und sprengten; sie schlug alle jene, die nicht gegen den Klassenfeind kämpfen wollen, die staatsfeindliche Tendenzen unterstützten, die die eherne Disziplin der Partei und des Staates verletzten, die die revolutionäre Gesetzlichkeit unterminierten; sie schlug alle, die durch lässige Nachsichtigkeit bürokratische Kanzleimethoden in der Leitung förderten, die über die Bedürfnisse der Arbeiter und Kollektivbauern geringschätzig hinweggingen, die an Stelle der Erziehung, Überzeugung und Organisierung der Massen bloße Administrierung setzten. Nach zwei Fronten hin, gegen den rechten Opportunismus, als der Hauptgefahr auf der gegebenen Etappe, und gegen den “linken” Opportunismus kämpfend, schritt die KPdSU [B] neuen Siegen entgegen.

“Die Oppositionellen beabsichtigten, nach dem Tode Lenins in die Reihen der bolschewistischen Partei Zersetzung hineinzutragen, die Partei zu spalten, sie mit Unglauben an den Sieg des Sozialismus in der Sowjetunion zu verseuchen. Im Grunde genommen versuchten die Trotzkisten, in der Sowjetunion eine politische Organisation der neuen Bourgeoisie, eine andere Partei – die Partei der kapitalistischen Restauration – zu schaffen. Die Partei schloss sich unter dem Leninschen Banner um ihr Leninsches ZK, um den Genossen Stalin zusammen und brachte sowohl den Trotzkisten als auch deren neuen Freunden in Leningrad – der neuen Opposition Sonowjews-Kamenews – eine Niederlage bei” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 348).

Die Partei führte einen entschlossenen Kampf gegen die Abweichungen zum Lokal-Chauvinismus und großrussischen Chauvinismus hin, die im Maßstab der Sowjetunion die Hauptgefahr in der nationalen Frage darstellten. Die Partei verwarf den faulen Liberalismus und das Versöhnlertum. “Prinzipien sind nicht `auszusöhnen` , sondern siegen” (Stalin, Die nationale Frage und der Marxismus, S. 80, russ.).





15. in dreißigjährigem Kampfe mit den Feinden schmiedete die KPdSU [B] ihre leninistische Einheit. Ausillegalen Zirkeln wuchs sie zu einer mächtigen Kraft heran, die vermittels weitverzweigter Massenorganisationen (Gewerkschaften, Sowjets, Genossenschaften, Rote Armee, Kommunistischer Jugendverband, Delegiertenversammlungen der Frauen u.a.) mit Millionen und aber Millionen von Arbeitern und Bauern, die der Partei folgten, verbunden war. Entsprechend den neuen Aufgaben stellte die Partei kühn auf jeder neuen Etappe des Kampfes mit außerordentlicher Geschmeidigkeit die organisatorischen Formen ihrer Arbeit um. Die Partei stellte die Aufgabe: nach neuer Weise arbeiten – in neuer Weise leiten – und ergänzte die Territorialform des Aufbaus der Parteiorganisation durch die Betriebsform in der Etappe der sozialistischen Industrialisierung. Die auf Stalins Initiative hin vorgenommene, sich den Bedingungen der Periode des Sozialismus anpassende Umstellung der gesamten Parteiarbeit stellte einen riesigen Schritt in der weiteren Entwicklung der Leninschen Prinzipien des Aufbaus einer Partei von neuem Typus dar.

Durch die Schaffung von politischen Abteilungen in den Maschinen-Traktoren-Stationen und Sowjetgütern, durch die Bildung von Parteizellen in den Kollektivwirtschaften unter Zugrundelegung des Produktionsprinzips, durch die Organisierung von politischen Abteilungen im Transportwesen und durch die Einführung neuer Arbeitsformen in der Industrie (in erster Linie in der Kohleförderung und Hüttenindustrie) steigerte die Partei ihre Kampffähigkeit, hob die Konkretheit und operative Fähigkeit ihrer Leitung auf eine höhere Stufe, festigte ihre bolschewistische Disziplin, ihre zentralisierte Kraft. Auf dem Lande, wohin das ZK eine große Abteilung erprobter Parteiarbeiter entsandt hatte, verwandelten sich schon die politischen Abteilungen der Maschinen-Traktoren-Stationen und Sowjetgüter in äußerst wichtige Hebel zur organisatorisch-wirtschaftlichen Erstarkung der Kollektivwirtschaften, zur Eroberung der Mehrheit in den Kollektivwirtschaften und Sowjetgütern, zur Sicherung einer bolschewistischen Leitung in ihnen. Die bolschewistische Partei schlug mit vernichtender Wucht alle Versuche nieder, die auf Unterwühlung der Arbeit der politischen Abteilungen, auf Herabsetzung ihrer Bedeutung abzielten, sowie Bestrebungen, die das Erstarken des bolschewistischen Zentralismus behinderten. Auf dem 2. Parteitag erklärte Lenin bereits:

“Ist es denn nicht schon klar, dass die Zentralisation es erfordert, dass keinerlei Scheidewand zwischen der Parteileitung und den entferntesten, entlegendsten Teilen der Partei bestehe?” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VI, S. 19 (russ).

“Im Kampfe für die sozialistische Industrialisierung des Landes überwand die Partei in den Jahren 1926-1929 ungeheure innere und internationale Schwierigkeiten. Die Anstrengungen der Partei und der Arbeiterklasse führten zum Siege der Politik der sozialistischen Industrialisierung des Landes.

Eine der schwierigsten Aufgaben der Industrialisierung, die Aufgabe der Akkumulierung von Mitteln für den Aufbau der Schwerindustrie, wurden im Wesentlichen gelöst. Es wurde das Fundament einer Schwerindustrie gelegt, die imstande ist, die gesamte Volkswirtschaft neu auszurüsten. Der erste Fünfjahrplan des sozialistischen Aufbaus wurde angenommen. Gewaltig entfaltete sich der Aufbau von neuen Werken, von Sowjetwirtschaften und Kollektivwirtschaften. Dieser Vormarsch auf dem Wege zum Sozialismus war von einer Verschärfung des Klassenkampfes innerhalb des Landes und von einer Verschärfung des innerparteilichen Kampfes begleitet. Die wichtigsten Ergebnisse dieses Kampfes waren: die Unterdrückung des Widerstands des Kulakentums, die Entlarvung des trotzkistisch-sinowjewistischen Kapitulantenblocks als eines anti-sowjetischen Blocks, die Entlarvung der rechten Kapitulanten als einer Kulakenagentur, die Verjagung der Trotzkisten aus der Partei, die Kennzeichnung der Anschauungen der Trotzkisten und rechten Opportunisten als unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur KPdSU [B].

Die Trotzkisten, die von der bolschewistischen Partei ideologisch geschlagen waren und jeden Boden in der Arbeiterklasse verloren hatten, hörten auf, eine politische Strömung zu sein, und verwandelten sich in eine prinzipienlose Karrieristenclique politischer Gauner, in eine Bande politischer Doppelzüngler.

Nachdem die Partei das Fundament der Schwerindustrie gelegt hatte, mobilisierte sie die Arbeiterklasse und die Bauernschaft zur Erfüllung des ersten Fünjahrplans der sozialistischen Umgestaltung der Sowjetunion. Im Lande entfaltete sich der sozialistische Wettbewerb von Millionen Werktätiger, entstand ein mächtiger Arbeitsaufschwung, bildete sich eine neue Arbeitsdisziplin heraus.

Diese Periode schließt mit dem Jahr des großen Umschwungs, das gewaltige Erfolge des Sozialismus in der Industrie, die ersten ernsthaften Erfolge in der Landwirtschaft, die Wendung des Mittelbauern zu den Kollektivwirtschaften, den Beginn der kollektivwirtschaftlichen Massenbewegung bedeutete” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 372-373).



Die KPdSU [B] kämpfte schonungslos gegen die opportunistischen Theorien des “Aufgehens” der Partei in den werktätigen Massen, hob höher und höher den Namen eines Mitgliedes der bolschewistischen Partei. Die Partei bezog Hunderttausende von fortschrittlichen Proletariern in ihre Reihen ein; dabei wahrte sie “die erprobte Methode des Individualverfahrens bei einem jeden, der in die Partei einzutreten wünscht, wie auch die individuelle Aufnahme in die Partei. Wir brauchen nicht nur Quantität, sondern auch Qualität” (Stalin, “Fragen der Swerdlow-Studenten...”, [“Prawda” vom 10. 2. 1930]).

Die Partei errang ihren großen Sieg, weil sie sich nie überhob und nicht auf den Lorbeeren ausruhte. Die Selbstkritik ist für eine jede lebendige und lebensfähige Partei unbedingt vonnöten. “Es gibt nichts Abgeschmackteres als einen selbstzufriedenen Optimismus” (Lenin, Sbornik Nr. V, S. 308, russ.).

Es gibt keine bolschewistische Parteilichkeit ohne bolschewistische Selbstkritik. Die Losung der Selbstkritik “gehört zur Grundlage der bolschewistischen Partei”, “gehört zur Grundlage der Diktatur des Proletariats” (Stalin,”Über die Arbeit des Vereinigten April-Plenums des ZK und der ZKK der KPdSU [B], 1928).

Ihren höchsten Ausdruck gewinnt die bolschewistische Selbstkritik in der Parteireinigung. Die KPdSU [B] führte die Säuberung ihrer Reihen durch, um “eine eherne proletarische Disziplin in der Partei und die Säuberung der Parteireihen von allen unzuverlässigen, nicht standhaften und eingeschlichenen (die Partei für persönliche Zwecke ausnutzenden – die Red.) Elemente zu sichern (Beschluss des ZK und der ZKK der KPdSU [B] über die Parteireinigung [“Prawda” vom 29. 4. 1933).





16. In jahrzehntelangem Kampfe gegen den Opportunismus schmiedete die bolschewistische Partei ihre Kampftradition. “In der ganzen Welt gab und gibt es keine andere so mächtige und autoritative Partei, wie unsere Kommunistische Partei” (Stalin, Über die Arbeit auf dem Lande [Rede auf dem Vereinigten Plenum des ZK und der ZKK der KPdSU [B] vom 11. 1. 1933]).

Im gesamten Verlauf ihres historischen Weges wirkte die Partei als einheitliche, geschlossene Kraft und folgte unverbrüchlich dem von Lenin auf dem 2. Parteitag geprägten Prinzip: “... dass jedes Parteimitglied für die Partei verantwortlich ist und dass die Partei für jedes Parteimitglied die Verantwortung trägt (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VI, S. 36, russ.). In unzähligen Kämpfen mit den Klassenfeinden und ihrer Agentur hob die KPdSU [B] den hohen Namen eines Mitgliedes der Partei auf ein außerordentliches Niveau.

Auf allen Etappen des Kampfes, auf allen Teilabschnitten der Klassenfront ist das Mitglied der bolschewistischen Partei ständig mit den Massen, an ihrer Spitze, tritt rückständigen Stimmungen entgegen, überzeugt geduldig die Massen an Hand ihrer eigenen Erfahrungen von der Richtigkeit der Parteilinie.

In den Jahren der zaristischen Herrschaft erhob das Mitglied der bolschewistischen Partei aus tiefer Illegalität heraus die Massen zum Kampfe gegen die fronherrlichen Grundbesitzer und gegen die Bourgeoisie. Das Parteimitglied stand an der Spitze der aufständischen Arbeiter, die im Oktober das Banner der proletarischen Diktatur entfalteten. Das Parteimitglied war in den vordersten Reihen der Roten Armee der Arbeiter und Bauern, es war einfacher Soldat, Kommandeur, Kommussar. An allen Fronten, die das Schicksal der Revolution entschieden, war das Parteimitglied ein Vorbild proletarischer Standhaftigkeit und Heldenmuts.

Das Mitglied der bolschewistischen Partei führte während der Jahre des Bürgerkriegs die Massen in den beharrlichen Kampf gegen Hunger, Kälte und Zerrüttung; das Parteimitglied entfachte den Arbeitsenthusiasmus der um Wiederherstellung und sozialistische Rekonstruktion der Volkswirtschaft ringenden Millionen; das Parteimitglied war Initiator des sozialistischen Wettbewerbs und vorbildlich in Stoßarbeit und bolschewistischem Schwung; das Parteimitglied war Spitzenkämpfer beim Aufbau der Giganten der sozialistischen Industrie und in der Aneignung modernster Technik.

Das Mitglied der bolschewistischen Partei festigte den Zusammenschluss der Arbeiterschaft mit der Bauernschaft; es erhob die bäuerlichen Massen gegen das Kulakenjoch, führte sie in den offenen Kampf um Vernichtung des Kulakentums als Klasse, um die sozialistische Umgestaltung des Dorfes; das Parteimitglied half den Kollektivbauern in der Ausmerzung ihrer kleinbürgerlichen Vorurteile; das Parteimitglied kämpfte energisch für Traktor, Mähdrescher und Automobil auf den Feldern der Kollektivwirtschaft und des Sowjetgutes.

Das Mitglied der bolschewistischen Partei baute und festigte den Staat der proletarischen Diktatur, weckte den Grimm der Massen gegen Verschleppung, Schlamperei und Bürokratismus; es war immer auf dem Posten im Kampfe gegen offene und verkappte Feinde des Sowjetstaates, gegen Bummler, Spitzbuben, gegen Diebe am geheiligten sozialistischen Eigentum, gegen Schädlinge und Spione. Das Parteimitglied schonte keine Kräfte, um die Wehrmacht des Landes der Arbeiter und Bauern zu steigern.

Das Mitglied der bolschewistischen Partei kämpfte unentwegt für den proletarischen Internationalismus, für eine enge Freundschaft der Völker der UdSSR und aller Völker der Welt. Als Mitglied der führenden Partei in der Kommunistischen Internationale diente das Parteimitglied mit seiner gesamten Arbeit, durch seinen gesamten Kampf der proletarischen Weltrevolution.

Das Mitglied der bolschewistischen Partei war ein disziplinierter Kämpfer, ein standhafter Leninist, der immer zur Abwehr von offenen und verkappten Feinden seiner Partei bereit war, der immer und überall rückhaltlose Ergebenheit seinem Leninschen ZK gegenüber wahrte.

“Wir Kommunisten sind Leute von besonderem Schlag. Wir sind aus besonderem Material zugeschnitten. Wir sind jene, die die Armee des großen proletarischen Strategen, die Armee des großen Lenin bilden. Nichts ist hehrer, denn die Ehre, dieser Armee anzugehören. Nichts ist hehrer, denn der Name eines Mitgliedes jener Partei, deren Begründer und Führer der Genosse Lenin ist. Nicht einem jeden ist es beschieden, Mitglied dieser Partei zu sein. Nicht jedem ist es beschieden, die Unbilden und Stürme zu ertragen, die mit der Zugehörigkeit zu einer solchen Partei verbunden sind. Die Söhne der Arbeiterklasse, die Söhne der Not und des Kampfes, die Söhne unglaublicher Entbehrungen und heroischer Anstrengungen – sie sind es, vor allem, die Mitglieder einer solchen Partei sein müssen” (Stalin, Rede auf dem 2. Sowjetr-Kongress [“Prawda” Nr. 23 vom 30. 1. 1924).





17. Die KPdSU [B] war die Avantgarde der Kommunistischen Internationale. Schon in den Spalten der alten “Iskra” sagte Lenin den unvermeidlichen Bruch zwischen dem revolutionären “Berg” und der opportunistischen “Gironde” in der internationalen Arbeiterbewegung voraus. Seitdem hatte sich die II. Internationale längst in die soziale Hauptstütze der bürgerlichen Diktatur verwandelt. Ihre käuflichen Führer waren Wegbereiter des Faschismus. Das Schicksal der vor Hitler auf dem Bauche kriechenden deutschen Sozialdemokratie zeugte von der ganzen Tiefe des Falls des internationalen Menschewismus.

Den zerfallenden Parteien der II. Internationale standen in allen Ländern des kapitalistischen Westens und Ostens kampftüchtige und opferbereite Trupps der fortgeschrittensten Proletarier, Bolschewiki, Weltbolschewisten, gegenüber, die sich unter dem Banner der von Lenin begründeten Komintern gesammelt hatten. Sich die jahrzehntelange Erfahrung des Bolschewismus aneignend, schafften die kommunistischen Bruderparteien – und in ihren vordersten Reihen die ruhmreiche Kommunistische Partei Deutschlands – ihre Zellen in den Betrieben, erzogen die Kader ihrer Berufsrevolutionäre unmd lernten die Verbindung von legalen und illegalen Formen der Arbeit. Dem Beispiel der Leninschen KPdSU [B] folgend, führten die Bruderparteien einen unversöhnlichen Kampf gegen die Opportunisten nach zwei Fronten hin, verjagten schonungslos aus ihren Reihen die rechten Liquidatoren und die “linken” Sektierer.

Der sozialistische Aufbau in der Sowjetunion war der entscheidende Abschnitt der internationalen Front. Das Proletariat der UdSSR war der revolutionärste Trupp der internationalen Arbeiterklasse, dem der Trupp der albanischen Arbeiterklasse ehrenvoll folgte. “Die russische Revolution war (und bleibt) der Knotenpunkt der Weltrevolution” (Stalin, Brief an die Redaktion der Zeitschrift “Proletarische Revolution” [Nr. 6, 1931, russ.]).

Die Komintern stützte sich in ihrem Kampfe auf die riesigen Siege der KPdSU [B].

Der Bolschewismus ist “ein Muster der Taktik für alle” (Lenin). Diesem Muster folgend, rüsteten sich unter dem Banner Lenins und Stalins die kommunistischen Parteien aller Länder zu den entscheidenden Kämpfen des neuen Turnus von Revolutionen und Kriegen, kämpften heldenhaft gegen Faschismus und Sozialdemokratie, um die Mehrheit der Arbeiterklasse, für die UdSSR – das Vaterland aller Werktätigen -, für den Sieg der Diktatur des Proletariats in der ganzen Welt.

Gerüstet mit der marxistisch-leninistischen Lehre, bauten und festigten die Kommunisten der ganzen Welt die bolschewistische Weltpartei. Die Kommunistische Internationale verkörperte den Sieg des Leninismus, den Sieg der Prinzipien bolschewistischer Parteilichkeit (Parteitreue) und unversöhnlichen revolutionären Geistes in der internationalen Arbeiterbewegung.

“Der Leninismus ist eine geschlossene Theorie, die 1903 entstanden ist, die Prüfungen von drei Revolutionen überstanden hat und jetzt dem Weltproletariat als die Kampfesfahne voranschreitet” (Stalin, Über die Oktoberrevolution, S. 175 (Ring-Verlag, Zürich). Vor hundert Jahren, auf dem Zweiten Parteitag der SDAPR, wies Lenin den Weg des Kampfes der Arbeiterklasse, den wir heute weiter beschreiten. Vor hundert Jahren gab Lenin dem Proletariat eine unvergleichliche Waffe, ohne die ein erfolgreiches Fortschreiten auf diesem Wege undenkbar war: eine streitbare, disziplinierte, zentralisierte Partei, die über die fortschrittlichste revolutionäre Theorie verfügt. Während dieser 100 Jahre schritt die bolschewistische Partei auf Lenins Wegen unentwegt weiter und errang auf diesem Wege Siege, die eine neue Epoche in der Geschichte der Menschheit eröffneten. Die bolschewistische Partei ist durch den vorübergehenden Zerfall des Sozialismus nicht gestorben- sie lebt weiter in der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, in der Komintern/ML und den marxistisch-leninistischen Parteien aller Länder. Auf diesem Wege wird die Partei bolschewistischen Typus im Geiste von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha überall auf der Welt weiterschreiten, neuen Siegen des Kommunismus entgegengehen: “Die Partei ist unbesiegbar, wenn sie weiß, was sie zu machen hat und Schwierigkeiten nicht fürchtet” (Stalin, Die Ergebnisse des ersten Fünfjahrplans).



- Ende des ersten Teils -







Zweiter Teil wird fortgesetzt............ >1930-1934