Wolfgang Eggers
verfasst in Anlehnung an den Artikel: ”Dreißig Jahre der bolschewistischen Partei”, erschienen in Moskau-Leningrad, in der Zeitschrift der Komintern “Unter dem Banner des Marxismus”, VIII. Jahrgang 1934, Heft 1/März-April
1903 - 2003
100 Jahre Bolschewismus

Manifest
der
Partei des
Weltbolschewismus
Der Sieg des Weltbolschewismus - das bedeutet Sieg der Diktatur des Proletariats im Weltmaßstab.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Sieg des Weltproletariats über die Weltbourgeoisie durch die sich im internationalen Klassenkampf herausbildende und von der Komintern/ML und ihren Sektionen geführte proletarische Weltrevolution.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Enteignung aller Banken in der ganzen Welt, der multinationalen Konzerne, der Weltmonopole, des kapitalistischen Privatbesitzes - insbesondere an den Naturschätzen und kulturellen Schätzen der Welt, des internationalen Großgrundbesitzes, der Produktionsstätten und Produktionsmittel usw. - letztendlich die Abschaffung der Weltordnung des Kapitalismus durch die Errichtung einer neuen Weltordnung – das ökonomische Weltsystem des Sozialismus.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet das Ende der Wall-Street und des internationalen Börsenspekulantentums, die endgültige Vernichtung der kapitalistischen Ausbeuterei und Unterdrückung, die Befreiung der Völker aus der Sklaverei des Weltimperialismus, die Abschaffung des Kolonialismus und Neo-Kolonialismus, das Ende der Einteilung der Welt in herrschende und beherrschte Länder und Nationen, Supermächte, konkurrierende Herrschaftsblöcke usw. usf. - das bedeutet das erste Mal in der Menschheitsgeschichte -Freiheit für alle Menschen – für jeden Menschen.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Abschaffung der Unvermeidbarkeit imperialistischer Kriege und die Unvermeidbarkeit der Restauration des Faschismus auf der ganzen Welt – durch die Überleitung des Anti-Weltfaschismuskampfes und des Antikriegskampfes gegen den Weltimperialismus in den Kampf für die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Weltdiktatur des Proletariats.
Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet Grundlage für die gesicherte Zukunft der werktätigen Massen auf der ganzen Welt, die nicht mehr in kapitalistischer Fron schuften müssen, sondern für sich selber ihre eigene Welt ohne Ausbeutung und Unterdrückung erschaffen.
Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Weltherrschaft der Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte aller Länder, bedeutet die Regierung der internationalen Sowjetrepublik.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete, den revolutionären Weg der Komintern Lenins und Stalins vor dem erneuten Abgleiten in den Opportunismus zu bewahren und auf den Grundlagen der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha konsequent fortzusetzen durch die Komintern/ML, der Nachfolgeorganisation der Komintern Lenins und Stalins.
Der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab ist noch nicht bewiesen. Was aber bereits bewiesen wurde, das ist der Sieg des Bolschewismus außerhalb seines Geburtslandes. Ohne den Bolschewismus in Russland UND Albanien zu verteidigen, ohne sich darauf zu stützen und davon leiten zu lassen, ist der Sieg des Bolschewismus im Weltmaßstab unmöglich.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutet die Verwirklichung des Programms der Komintern von 1928 und des Manifests der Partei des Weltbolschewismus, wie es hier vorliegt.
Der Sieg des Weltbolschewismus – das bedeutete die Befolgung der Richtschnur der Generallinie der Komintern/ML und der darin aufgezeigten Strategie und Taktik der proletarischen, sozialistischen Weltrevolution
Was ist also
Weltbolschewismus?
Weltbolschewismus ist die weltumspannende, marxistisch-leninistische Theorie und Taktik des Weltproletariats, seiner bolschewistischen Weltpartei und der ihr angeschlossenen bolschewistischen Parteien aller Länder, zur vollständigen und endgültigen, revolutionären Zerschlagung des gesamten weltkapitalistischen Systems, zur Abschaffung der Weltordnung des Imperialismus, zur Verwirklichung des Weltsozialismus durch die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats und schließlich zur Erreichung des Endziels - die klassenlose Gesellschaft der gesamten Menschheit, der Weltkommunismus.
Weltbolschewismus, das ist die gesetzmäßige Unvermeidbarkeit des Sieges des Bolschewismus im internationalen Maßstab gemäß den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha, selbst nachdem es der Weltbourgeoisie mit Hilfe des Revisionismus vorübergehend gelingen konnte, den Bolschewismus in der Sowjetunion und in Albanien zu besiegen.
Vorwort
“Wer zuletzt lacht, lacht am besten!”
Das totgeglaubte Gespenst geht immer noch um die Welt – das Gespenst des Bolschewismus. Alle Mächte des Imperialismus haben sich seit 100 Jahren zu einer heiligen Hetzjagd gegen dieses Gespenst verbündet. Das wären die Worte, mit denen Karl Marx vielleicht beginnen würde, wenn er heute ein Manifest des Weltbolschewismus verfasst hätte. Nun, wir wissen, dass der Begründer des Bolschewismus Genosse Lenin war. 100 Jahre sind vergangen, in denen sich die Weltbourgeoisie und die Weltreaktion gezwungen sahen, ihre Hetztiraden gegen den Bolschewismus zum tausendsten und abertausendsten Mal zu wiederholen. Das zeigt, dass sie bis heute nicht aufgehört haben, sich vor dem Bolschewismus zu fürchten und diesen nach wie vor als ihren gefährlichsten Feind betrachten – selbst nachdem es ihnen dank der Revisionisten gelungen war, den Siegeszug des Weltbolschewismus für einen Augenblick in der Geschichte des Klassenkampfes aufzuhalten. Es ist an der Zeit, dass wir Bolschewisten von heute die Märchen über das Gespenst Bolschewismus erneut – und diesmal für immer - zerstreuen. Wir Bolschewisten verschmähen es, - um wieder in den Worten des Kommunistischen Manifests zu sprechen - unsere Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Wir erklären ganz offen, dass wir nur aus einem einzigen Grunde Bolschewisten sind: Umsturz der gesamten imperialistischen Weltordnung! Möge die Weltbourgeoisie vor unserer bolschewistischen Weltrevolution zittern. Das Weltproletariat hat nichts zu verlieren als seine Ketten. Es hat eine Welt zu gewinnen – die Welt des Sozialismus, die Welt des Kommunismus. Diesem Zweck dient dieses kurz gefasste Manifest der weltbolschewistischen Partei , der Komintern/ML. Auf der ganzen Erde wird es keine Macht geben, die den Weltbolschewismus aufhalten kann, denn wir Weltbolschewisten werden es verstehen, die Weltmacht zu ergreifen und den Sieg der sozialistischen Weltrevolution zu festigen und zu halten.
Die
Programmatik
des Weltbolschewismus
Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen. Die Epoche des Imperialismus ist die Epoche des sterbenden Kapitalismus – zunächst in einem Land und sodann in der ganzen Welt, ist eine Epoche der höchsten Entfaltung der Klassenkämpfe in der bisherigen Menschheitsgeschichte. Sowohl die imperialistischen Kriege als auch die Verwirklichung des Sozialismus in der Sowjetunion und Albanien beschleunigten und verkürzten den Gang der Weltgeschichte, die kapitalistische Weltordnung durch die sozialistische Weltordnung abzulösen.
Heute sind wir an einen Punkt angelangt, wo die Frage der Weltrevolution eine Frage ihrer praktischen Lösung geworden ist, wo die gesamte Welt vor der Entscheidungsschlacht steht: Sozialismus oder Barbarei. In der Geschichte des Klassenkampfes zwischen der Weltbourgeoisie und dem Weltproletariat gelang es den Proletariern zunächst durch den Sieg der Oktoberrevolution in Russland und den Sieg der antifaschistischen Revolution in Albanien, die Diktatur des Proletariats in einem einzelnen Land zu errichten. Damit wurde der gesetzmäßige Untergang der Weltbourgeoisie historisch eingeläutet, aber noch nicht gleich im ersten Schritt weltweit besiegelt. Die proletarische Weltrevolution konnte also noch nicht siegreich zu Ende geführt werden, weil es der Weltbourgeoisie vorübergehend gelang, den Sozialismus in einem einzelnen Land zu besiegen und die ihr dort entrissene Macht wieder zurückzuerobern und den Kapitalismus zu restaurieren. Ein einzelnes sozialistisches Land konnnte man also noch zetreten, aber die proletarische Weltrevolution wird die Weltbourgeoisie niemals zertreten können. Die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung kann man weder umwandeln noch aufheben. Die Gesetze der politischen Ökonomie, ob beim Kapitalismus oder beim Sozialismus sind objektive Gesetze, die die Gesetzmäßigkeit der sich unabhängig von unserem Willen vollziehenden Prozesse des ökonomischen Lebens widerspiegeln. Mit Hilfe des Marxismus-Leninismus ist das Weltproletariat in der Lage, den Gang der Ereignisse im ökonomischen Leben der Völker vorauszusehen, d.h., die Möglichkeit, die Leitung der Weltwirtschaft in die eigene Hand zu nehmen und tatsächlich in Gange zu bringen. Die Entwicklung zum Sozialismus ist also eine Wahrheit, die auf objektiven Gesetzen der Gesellschaftsentwicklung beruht. Der Sozialismus wird die Welt somit eines Tages – trotz gegenwärtiger und vergangener Niederlagen und Rückschläge - erobern, und keiner wird daran jemals etwas ändern. Wir können nicht vorhersagen, zu welchem genauen Zeitpunkt, aber wir wissen mit Sicherheit, dass das Weltproletariat den Weltsozialismus in eine historische Tatsache verwandeln wird, genauso wie die bereits bewiesene Tatsache der Schaffung des Sozialismus in einem einzelnen Land durch das Proletariat in der Sowjetunion und in Albanien.
Der Unterschied zwischen dem Weltproletariat einerseits und den anderen Klassen in der Welt, die jemals im Laufe der Geschichte Umwälzungen in den Produktionsverhältnissen vollzogen haben, andererseits, besteht darin, dass die Klasseninteressen des Weltproletariats mit den Interessen der überwiegenden Mehrheit der Weltbevölkerung verschmelzen, denn die proletarische Weltrevolution bedeutet nicht Abschaffung der einen oder anderen Form der Ausbeutung in dem einen oder anderen Land, sondern Abschaffung jeglicher Ausbeutung in allen Ländern der Welt, während die Revolutionen der anderen Klassen lediglich diese oder jene Form in diesem oder jenen Land abschafften und sich dabei auf den Rahmen ihrer eng-klassenmäßigen Interessen beschränkten, die im Widerspruch zu den Interessen der Mehrheit der Gesellschaft stehen.
Der Weltsozialismus schafft zukünftig eine völlig neue Klassenstruktur, deren Charakter mit der heutigen Struktur der Klassen in der kapitalistischen Welt nichts gemein hat. Es werden weltweit völlig neue Klassen entstehen, die aus der Überwindung der alten kapitalistischen Welt auf revolutionäre Weise hervorgehen, d. h. durch die konsequente Fortsetzung des Klassenkampfes unter den Bedingungen des Weltsozialismus.
Bereits der vorübergehende Sieg der Diktatur des Proletariats hatte ebenso vorübergehend eine völlig neue Klassenstruktur in der Geschichte der Menschheit hervorgebracht – die Klassenstruktur der sozialistischen Gesellschaft eines einzelnen Landes. Alle Ausbeuterklassen konnten im Sozialismus eines einzelnen Landes tatsächlich liquidiert werden. Geblieben waren die Arbeiterklasse, die Bauern und die Intelligenz. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem besaß die Produktionsmittel und – instrumente noch die Kapitalistenklasse, die die Proletarier ausbeutete. Doch in der sozialistischen Sowjetunion und im sozialistischen Albanien wurde die Kapitalistenklasse bekanntlich liquidiert, befanden sich die Produktionsmittel- und – instrumente in der Hand der Arbeiter, womit jede Möglichkeit der Ausbeutung der Arbeiterklasse ausgeschlossen wurde. Dort wurde das verwirklicht, was Karl Marx einst gelehrt hatte: Um sich zu befreien, muss das Proletariat die Klasse der Kapitalisten zerschmettern, den Kapitalisten die Produktionsmittel und – instrumente wegnehmen ind jene Produktionsverhältnisse vernichten, die das Proletariat erzeugen. Das Proletariat der Sowjetunion und Albaniens verwandelte sich in eine völlig neue Klasse, in eine sozialistische Arbeiterklasse, die das kapitalistische Wirtschaftssystem vernichtete, das sozialistische Eigentum an den Produktionsmitteln und – instrumenten verankerte und die sozialistische Gesellschaft auf der Bahn des Kommunismus leitete.
Auch die Klasse der Bauern verwandelte sich durch den Sozialismus in eine neue Qualität. In der kapitalistischen Gesellschaft bilden die Bauern eine Klasse von Kleinproduzenten, gehören dem Kleinbürgertum an, das insegesamt die Tendenz aufweist, ins Proletariat abzusinken, weil die Existenzgrundlage des Kleinbürgertums durch den Kapitalismus Schritt für Schritt entzogen wird. Die Bauern werden ungestraft von Gutsbesitzern, von Agrarkapitalisten, ja in zunehmendem Maße von multinationalen Monopolen der Weltlandwirtschaft ausgebeutet. In der sozialistischen Gesellschaft entwickelte sich eine Bauernschaft, die von dieser Ausbeutung befreit war. Der Wirtschaft der Bauernschaft lag nicht mehr das Privateigentum zu Grunde, sondern das Kollektiveigentum, das sich auf der Basis der kollektiven Arbeit entwickelte.
Der Sozialismus brachte auch eine neue werktätige Intelligenz hervor wie sie zuvor auf dem Erdball nirgends zu finden war. Im Kapitalismus und auch schon in der vorkapitalistischen Zeit diente die Intelligenz den Reichen, ging vorwiegend aus den Klassen der Reichen hervor. In der sozialistischen Gesellschaft, in der es die Ausbeuterklassen nicht mehr gab, konnte die Intelligenz ihnen auch nicht mehr dienen. Sie dienten im Sozialismus der Arbeiterklasse, dem Volk, und ging auch überwiegend aus den neuen sozialistischen Klassen hervor.
In der neuen sozialistischen Klassenstruktur verwischten sich die kapitalistischen Grenzlinien zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft, ebenso wie die zwischen diesen Klassen und der Intelligenz, und die alte kapitalistische Klassenexklusivität verschwand. Charaktersitisches Merkmal der sozialistischen Klassenstruktur war die Tatsache, dass sich erstens der Abstand zwischen diesen sozialen Gruppen immer mehr verringerte und zweitens, dass sowohl die ökonomischen Gegensätze als auch die politischen Gegensätze zwischen diesen sozialen Gruppen fielen und sich immer mehr verwischten. Die sozialistische Klassenstruktur wies also sowohl Überreste der alten Klassenstruktur auf, als auch bereits Merkmale der kommenden klassenlosen Gesellschaft und kann mit Fug und Recht als eine Klassenstruktur bezeichnet werden, die den Übergang von der alten Klassengesellschaft zur neuen klassenlosen Gesellschaft darstellt – zunächst im nationalen Maßstab und sodann im internationalen Maßstab.
Durch die vorübergehende Niederlage des Sozialismus wurde diese neue sozialistische Klassenstruktur zwar wieder zerschlagen, aber sie hatte tiefe Spuren im Kapitalismus hinterlassen, sodass man heute nicht mehr einfach vom wiederhergestellten Kapitalismus und seiner klassischen Klassenstruktur im herkömmlichen Sinne sprechen kann. Der Sozialismus hat trotz alledem der post-sozialistischen Entwicklung des Kapitalismus seinen Stempel aufgedrückt. Zwar hat sich der Kapitalismus seinem Wesen nach nicht verändert, herrschen die gleichen Gesetze des Kapitalismus vor, bestehen wieder die alten ausgebeuteten und unterdrückten Klassen einerseits und die ausbeutenden und unterdrückenden Klassen andererseits, aber diese Klassen haben eine Entwicklung durchgemacht. Heute haben sich die antagonistischen Klassenwidersprüche so sehr verschärft, wird die Ausbeutung und Unterdrückung weltweit auf die Spitze getrieben haben wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. In demselben Maße, wie sich die Weltbourgeoisie entwickelt hat, wie sich das internationale Monopol – und Finanzkapital entwickelt hat, in dem selben Maße hat sich auch ein großes Weltproletariat herausgebildet. In dem Maße wie die Weltbourgeoisie nationale Schranken niederreißt, um ihren Profit multinational zu erhöhen, in dem Maße vereinigen sich die Proletarier aller Länder auch immer enger und fester zu einem geschlossenen Weltproletariat. Die Globalisierung des Weltproletariats entspringt der Globalisierung der Weltbourgeoisie. Die nationalen Absonderungen und Gegensätze der Völker verschwinden mehr und mehr durch die von der Bourgeoisie geschaffenen Verhältnisse. Die Herrschaft des Proletariats in der Sowjetunion und Albanien haben den internationalen Klassenkampf auf ein höheres Niveau gehoben, haben der Entwicklung der proletarischen Weltrevolution große Impulse verliehen. Das revolutionäre Weltproletariat beschritt zum ersten Mal den Weg des zentralistisch organisierten Internationalismus. Die Vereinigten Aktionen des Weltproletariats und der Arbeiterklasse in der Sowjetunion und Albanien haben erste Bedingungen für die internationale Befreiung des Proletariats und damit für die Befreiung aller Völker geschaffen. Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation(en) fällt die feindliche Stellung der Nationen gegeneinander. Das Weltproletariat hat sich zahlenmäßig nicht nur enorm vegrößert und über alle Länder der Welt ausgebreitet, sondern durch die Konzentration und Zentralisation des internationalen Finanzkapitals auch zusehends vereinigt. Die Komintern hat bewiesen, dass sich mit dem Anwachsen und der Vereinigung der weltproletarischen Klasse auch der weltproletarische Klassengeist , der proletarische Internationalismus, weiter entwickeln konnte. Das Bewusstsein des Weltproletariats wird durch die weltbolschewistische Partei und ihre Sektionen systematisch zum kommunistischen Bewusstsein entwickelt mit Hilfe der weltweiten Aneignung des Marxismus-Leninismus. Durch die organisierte Verbindung von der Wissenschaft des Weltproletariats mit der tatsächlichen Weltarbeiterbewegung, mit der Anwendung der Ideen des proletarischen Internationalismus in den international zentralisierten Klassenkämpfen schafft sich das Weltproletariat mit der führenden Rolle der bolschewistischen Weltpartei die erforderlichen subjektiven Voraussetzungen, in der proletarischen Weltrevolution zu siegen und ein Land nach dem anderen vom Kapitalismus zu befreien. Im Zuge der aufflammenden internationalen Klassenkämpfe der Proletarier aller Länder kann der Kapitalismus nirgends mehr so ungeschoren schalten und walten wie zuvor, sein Lack ist ab, denn der einst real existierende Sozialismus in der Sowjetunion und in Albanien hat tatsächlich seinen Sterberpozess verkürzt und beschleunigt, und zwar nicht nur in den ehemaligen Ländern der Sowjetunion Lenins und Stalins sowie im Albanien Enver Hoxhas selbst , sondern darüber hinaus im Weltmaßstab. Der Weltkapitalismus befindet sich insgesamt in seiner tiefsten chronischen Weltkrise, aus der er sich nicht mehr so leicht wie vorher befreien kann. E s handelt sich also um eine Weltkrise, die nicht allein das vorübergehende Ende des Kapitalismus in diesem oder jenen Land ankündigt, sondern seinen endgültigen weltweiten Untergang.
Die Klassen der bürgerlichen Gesellschaft sind also nicht aufgehoben, sondern sie haben sich enorm polarisiert zwischen Weltbourgeoisie und Weltproletariat. Die Globalisierung und Polarisierung der Klassen in der bürgerlichen Gesellschaft, das sind die wichtigsten Merkmale der Klassenentwicklung in der heutigen internationalen bürgerlichen Gesellschaft. Die Weltbourgeoisie ist selbst das Produkt eines langen Sterbeprozesses, einer Reihe von weltweiten Krisenetappen in der Produktions- und Verkehrsweise. Jede Entwicklungsstufe der ökonomischen Weltkrise ist begleitet von entsprechenden politischen Weltkrisen. Die Krise des Weltimperialismus ist die Krise der Weltbourgeoisie und ihrer Herrschaft. In den zwei imperialistischen Weltkriegen rangen die imperialistischen Weltmächte um die Macht, jetzt kämpft der Weltimperialismus selbst ums Überleben und zieht die ganze Welt mit in seinen Untergang. Die Bourgeoisie kann immer weniger in dem Maße existieren, wie sie selber immer weniger in der Lage ist, die Produktionsmittel und – instrumente, die Produktionsverhältnisse, also sämtliche weltweite gesellschaftliche Verhältnisse fortwährend zu revolutionieren. Diese fortwährende Umwälzung der Produktion, die ununterbrochene Erschütterung aller gesellschaftlichen Zustände, die ewige Unsicherheit und Bewegung zeichnete die Bourgeois-epoche vor allen anderen aus. Diese Merkmale verwandelt die Weltbourgeoisie heute immer mehr in eine Grundlage für den Untergang ihrer eigenen Epoche. Die Imperialisten selbst werden mit ihren immer neuen Annexionen immer mehr Völker in den Kampf gegen den Imperialismus hineinziehen und damit die Basis der Weltrevolution erweitern.
Die allgemeine Krise des kapitalistischen Weltsystems begann in der Periode des ersten Weltkrieges, insbesondere deshalb, weil die Sowjetunion vom kapitalistischen System abgefallen war. Das war die erste Epoche der allgemeinen Krise. In der Periode des zweiten Weltkrieges entwickelte sich die zweite Etappe der algemeinen Krise, besonders als Albanien abgefallen war und in anderen Ländern das kapitalistische System ins Wanken gebracht wurde. Erst mit der Restauration des Kapitalismus konnte sich der Weltimperialismus relativ erholen, um sodann in seine tiefste, die gegenwärtige, Krise schlidderte. Die erste Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges, die zweite Krise in der Periode des zweiten Weltkrieges und die dritte, also die gegenwärtige Periode, dürfen nicht als gesonderte, voneinander losgelöste, selbständige Krisen betrachtet werden, sondern als Entwicklungsetappen der allgemeinen Krise des kapitalistischen Weltsystems. Die allgemeine Krise des Weltkapitalismus war und ist weder eine politische noch eine ökonomische Krise. Sie ist eine allgemeine, das heißt eine allseitige Krise des kapitalistischen Weltsystems, die sowohl die Ökonomik als auch die Politik erfasst. Dadurch, dass die zersetzende Kraft des Sozialismus zur Zeit nicht mehr wirken kann, wird die Vertiefung der allseitigen Krise des kapitalistischen Weltsystems natürlich nicht aufgehoben oder vermindert. Sie wirkt eigengesetzlich fort, bis sie die revolutionären Kräfte auf den Plan heraufspült, die der Krise und damit dem kapitalistischen Weltsystem selbst ein Ende bereiten werden und zwar vollständiger und gründlicher als je zuvor.
Die Weltbourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarktes die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet, aber damit nicht nur dem Kapitalismus in den einzelnen Ländern den Boden entzogen, sondern ist dabei, sich den eigenen Boden unter den Füßen wegzuziehen durch eine gigantische Weltüberproduktionskrise. Zwang sie alle Nationen, die Produktionsweise des internationalen Monopolkapitals anzunehmen, wenn sie nicht zu Grunde gehen wollten, so zwingt sie sich nun selber, diese Produktionsweise Stück für Stück zu zerstören dem Gesetz des Maximalprofits folgend.
In den Handelskrisen wird ein großer Teil nicht nur der erzeugten Produkte, sondern der bereits geschaffenen Produktivkräfte regelmäßig vernichtet In den Krisen bricht eine weltweite gesellschaftliche Epedemie aus - die Epedemie der Überproduktion. Die Weltbourgeoisie kann die Weltkrise nicht mehr überwinden. Einerseits vernichtet sie eine Masse von Produktivkräften, andererseits vernichtet sie die Völker zwecks Eroberung neuer Märkte bzw. zwecks gründlicherer Ausbeutung alter Märkte. Dadurch bereitet sie nicht nur immer gewaltigere Krisen vor, sondern damiz schließlich ihren eigenen Untergang. Je mehr die Weltbourgeoisie die Waffwen gegen die Ausgebeuteten und Unterdrückten richtet, desto mehr richtet sie sie gegen sich selbst.
Der zyklische Charakter der kapitalistischen Entwicklung – Wachstum und Rückgang der Produktion – wird irgendwann nicht mehr seinen Fortgang nehmen können, seitdem sich der Weltmarkt aufspaltete und sich die Sphären immer mehr zu verengen begannen, in denen die übrig gebliebenen wichtigsten imperialistischen Länder die Weltressourcen ausbeuten konnten. Die Produktion konnte in diesen Ländern nur noch auf einer verengten Basis existieren, denn der Umfang der Produktion ging in diesen Ländern zurück. Das Ende der weltkapitalistischen Produktions und – Aneignungsweise ist nur noch eine Frage der Zeit.
Trat an die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit der allseitige weltweite Verkehr, eine internationale Abhängigkeit der Nationen voneinander, so tritt nunmehr eine Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit des Weltimperialismus gegenüber der gesamten Menschheit ein. Die weltweiten Erzeugnisse werden eines Tages Gemeineigentum aller Völker der Welt werden. Aus den proletarischen Totengräbern des Kapitalismus in dem einen oder anderen Land wird der internationale Totengräber des gesamten Weltkapitalismus. Das Weltproletariat wird nicht tatenlos zusehen, bis der Weltimperialismus alles – und sich selbst – ruiniert hat. Die Arbeiterklasse wird dieser Entwicklung zuvor kommen und nicht mit der Weltbourgeoisie untergehen, sondern wird sich zum Sturz der Weltbourgeoisie erheben. Das Weltproletariat darf daher keine einzige günstige Bedingung für die proletarische Machtergreifung versäumen, um die völlige Ruinierung der Welt zu verhindern. Die Ausgebeuteten und Unterdrückten von heute werden die Herrscher von morgen sein. Das Proletariat muss also die Initiative ergreifen und mit seiner Machtergreifung die Weltwirtschaft planmäßig und proportionell entwickeln anstelle des Gesetzes des internationalen Monopolkapitals, an die Stelle des Gesetzes der ruinierenden Konkurrenz und der Anarchie der Weltproduktion. Nur durch die strenge Beschränkung der internationalen Wirkungssphären des Wertgesetzes und dessen Rolle als Regulator der Weltproduktion kann die Unvermeidbarkeit der weltweit periodisch wiederkehrenden kapitalistischen Überproduktionskrisen überwunden werden. Das Wertgeetz kann nur beim Vorhandensein des Weltkapitalismus, beim Vorhandensein des Privateigentums an den weltweiten Produktionsmitteln, beim Vorhandensein von Konkurrenz, von Anarchie der Produktion und von Überproduktionskrisen der Regulator der Produktion sein. Die Wirkungssphäre des Wertgesetzes wird in der sozialistischen Weltwirtschaft durch das Vorhandensein des weltgesellschaftlichen Eigentums an den Produktionsmitteln, durch das Wirken des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft beschränkt. Der Wert ist ebenso wie das Wertgesetz eine historische Kategorie, die mit dem Bestehen der Warenproduktion zusammenhängt. Verschwindet die Warenproduktion, so verschwinden auch der Wert mit seinen Formen und das Wertgesetz. Der Marxismus-Leninismus geht von der These aus, dass der Übergang vom Sozialismus zum Kommunismus und das kommunistische Prinzip der Verteilung der Produkte nach den Bedürfnissen jedweden Warenaustausch ausschließen, folglich auch die Verwandlung von Produkt in Ware und damit zugleich seine Verwandlung in Wert.
In der zweiten Phase der kommunistischen Gesellschaft wird die für die Herstellung der Erzeugnisse aufgewandte Arbeit nicht auf Umwege, nicht vermittels des Werts und seiner Formen gemessen werden, wie es bei der Warenproduktion der Fall war, sondern direkt und unmittelbar, durch die Menge der Zeit, durch die Zahl der Stunden, die die Herstellung der Erzeugnisse in Anspruch genommen hat. Was die Verteilung der Arbeit angeht, so wird die Verteilung der Arbeit zwischen den internationalen Produktionszweigen nicht durch das Wertgesetz reguliert werden, das dann nicht mehr in Kraft sein wird, sondern durch den wachsenden Bedarf der Weltgemeinschaft an Erzeugnissen. Das wird eine Welt sein, wo die Produktion durch den Bedarf der ganzen Weltbevölkerung reguliert werden wird und wo die Erfassung des Bedarfs der Weltbevölkerung für die internationalen Planungsorgane erstrangige Bedeutung gewinnen wird. Dann wird die Zeit des maximalen Profits, worum sich das ganze ökonomische Gesetz des Kapitalismus dreht, für immer der Vergangenheit angehören. Marx sagte:
“Der direkte Zweck der kapitalistischen Produktion ist nicht die Produktion der Waren, sondern des Mehrwerts, oder des Profits in seiner entwickelten Form; nicht des Produkts, sondern des Mehrprodukts. Die Arbeit selbst ist von diesem Standpunkt aus nur produktiv, soweit sie Profit oder Mehrprodukt für das Kapital schafft. Soweit der Arbeiter das nicht schafft, ist seine Arbeit unproduktiv. Die Masse der angewandten produktiven Arbeit hat für das Kapital also nur so weit Interesse, als durch sie – oder im Verhältnis zu ihr – die Masse der Mehrarbeit wächst. Es ist der beständige Zweck der kapitalistischen Produktion, mit dem Minimum von vorgeschossenem Kapital ein Maximum von Mehrwert oder Mehrprodukt zu erzeugen, und soweit dieses Resultat nicht durch Überarbeitung der Arbeiter erreicht wird, ist es eine Tendenz des Kapitals, wordurch es mit dem möglichst geringen Aufwand – Ersparung an Arbeitskraft und Kosten – ein gegebenes Produkt zu erschaffen sucht... Die Arbeiter selbst erscheinen in dieser Auffassung als das, was sie in der kapitalistischen Produktion sind – bloße Produktionsmittel; nicht als Selbstzweck und nicht als Zweck der Produktion ( siehe “Theorien über den Mehrwert, Bd. II, Teil 2).
Was die Konsumtion betrifft, so braucht der Kapitalismus sie nur so weit, wie sie dem Zweck genügt, Profit zu schaffen. Sieht man davon ab, so verliert die Frage der Konsumtion der Weltbevölkerung für den Kapitalismus jeden Sinn. Der Mensch mit seinen Bedürfnissen verschwindet aus der Welt des Kapitalismus.
Zweck der sozialistischen Weltproduktion ist nicht der Profit, sondern alle Menschen der Welt mit ihren Bedürfnissen, d.h., die Befriedigung ihrer materiellen und kulturellen Bedürfnisse. Engels formulierte, nach dem Kapitalismus “tritt an die Stelle der gesellschaftlichen Produktionsanarchie eine gesellschaftlich-planmäßige Regelung der Produktion nach den Bedürfnissen der Gesamtheit wie jedes einzelnen; damit wird die kapitalistische Aneignungsweise, in der das Produkt zuerst den Produzenten, dann aber auch den Aneigner knechtet, ersetzt durch die in der Natur der modernen Produktionsmittel selbst begründete Aneignungsweise der Produkte: einerseits direkt gesellschaftliche Aneignung als Mittel zur Erhaltung und Erweiterung der Produktion, andererseits direkt individuelle Aneignung als Lebens- und Genussmittel” (Friedrich Engels “Anti-Dühring”).
Dann geht es nicht mehr um die Sicherung eines kapitalistischen Maximalprofits durch Ausbeutung, Ruinierung und Verelendung der Weltbevölkerungsmehrheit, durch Unterjochung und systematische Ausplünderung der Völker aller Länder, insbesondere der kolonialen und neo-kolonialen Länder, und durch imperialistische Kriege und Militarisierung der Weltwirtschaft, die zur Sicherung von Höchstprofiten ausgenutzt werden.
Statt Sicherung von Maximalprofiten – Sicherung der maximalen Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Weltgesellschaft; statt krisenhafter Rückgang der Produktion mit Unterbrechungen zum Aufschwung – ununterbrochenes Wachstum der Produktion; statt Zerstörung der Weltproduktivkräfte durch imperialistische Kriege und Überproduktionskrisen begleitet von periodischen Unterbrechungen in der Entwicklung der Technik – ununterbrochene Vervollkommnung der Produktion auf der Basis der höheren Technik. Das Gesetz der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft kann sich nur in dem Fall voll auswirken, wenn es sich auf das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus stützt, das sowohl in einem einzelnen Land als auch im Weltmaßstab wirkt:
Zweck der sozialistischen Produktion ist die Sicherung maximaler Befriedigung der ständig wachsenden materiellen und kulturellen Bedürfnisse der sozialistischen Weltgesellschaft; und das Mittel zur Erreichung dieses Zwecks ist ununterbrochenes Wachstum und ununterbrochene Vervollkommnung der sozialistischen Produktion auf der Basis einer höchsten Technik. Das ist das ökonomische Grundgesetz des Sozialismus.
Was die Reproduktion anbelangt, so ging Karl Marx davon aus, dass seine Reproduktionstheorie auch für die sozialistische Produktion gültig sein kann. Es muss angemerkt werden, dass Karl Marx in der “Kritik des Gothaer Programms” bei der Analyse der Ökonomik des Sozialismus und der Übergangsperiode zum Kommunismus von den wichtigsten Sätzen seiner Reproduktionstheorie ausgeht, die er für die kommunistische Gesellschaft als abligatorisch ansah. Das gilt auch für Engels in seinem “Anti-Dühring”.
Für den Übergang zum Weltkommunismus müssen mindestens drei grundlegende Vorbedingungen erfüllt werden:
1. Es ist erstens notwendig, ein stetes Wachstum der gesamten Weltproduktion bei bevorzugtem Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln zu sichern. Ein bevorzugtes Wachstum der Produktion von Produktionsmitteln ist nicht nur deshalb notwendig, weil diese sowohl die Betriebe des einzelnen Landes als auch die Betriebe in allen anderen Ländern mit Ausrüstungen versorgen muss, sondern auch deshalb, weil sonst überhaupt keine erweiterte internationale Reproduktion stattfinden kann.
2. Es ist zweitens notwendig, durch allmähliche Übergänge, die für die einzelne Kolchose in einem Land, für die Kolchosen aller Länder und folglich auch für die gesamte Weltbevölkerung vorteilhaft sein müssen, das Kolchoseigentum auf das Niveau des allgemeinenWelteigentums zu heben und die Warenzirkulation, gleichfalls im Wege allmählicher Übergänge, durch ein System des Produktenaustausches unter allen Ländern zu ersetzen, damit eine zentrale Weltbehörde oder irgendeine andere gesellschaftlich-ökonomische Weltzentrale die gesamten Erzeugnisse der Weltproduktion im Interesse der Weltbevölkerung erfassen und verteilen kann.
3. Es ist drittens notwendig, ein so hohes kulturelles Wachstum der weltsozialistischen Gesellschaft zu erzielen, das allen Mitgliedern dieser Weltgemeinschaft die allseitige Entwicklung ihres gesamten physischen und geistigen Potentials sichert, damit die Mitglieder der sozialistischen Weltgemeinschaft eine Bildung erhalten können, die genügt, um sie aktive Teilnehmer der neuen gesellschaftlichen Weltentwicklung werden zu lassen und es ihnen zu ermöglichen, sich in freier Wahl für ein Tätigkeitsfeld zu entscheiden und nicht kraft der bestehenden Arbeitsteilung der verschiedenen Länder zeitlebens an ein bestimmtes Tätigkeitsfeld gebunden zu sein. Dazu müssen die einzelnen sozialistischen Länder genügend Freiraum und freie Zeit bekommen, um ihr kulturelles Wachstum weiter zu entwickeln. Das sind die Hauptbedingungen für die Vorbereitung des Übergangs zum Weltkommunismus. Erst nach Erfüllung aller dieser Bedingungen in ihrer Gesamtheit steht zu hoffen, dass die Arbeit in den Augen aller Mitglieder des Weltsozialismus aus einer Last “das erste Lebensbedürfnis” (Karl Marx) wird, dass die “Arbeit aus einer Last eine Lust” (Friedrich Engels) wird, dass das gesellschaftliche Eigentum von allen Mitgliedern der sozialistischen Weltgemeinschaft als unerschütterliche und unantastbare Existenzgrundlage der ganzen Menschheit betrachtet werden wird. Erst nach Erfüllung aller dieser Vorbedingungen in ihrer Gesamtheit wird man von der sozialistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seiner Leistung” zur kommunistischen Formel “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” übergehen können. Das wird der grundlegende Übergang sein von einer Öknomik des Weltsozialismus, zu einer anderen, höheren Ökonomik, zur Ökonomik des Weltkommunismus.
Was die Planung der Weltwirtschaft auf der Basis einer einheitlichen politischen Ökonomie des Weltsozialismus angeht, so kann sie nur bei Einhaltung zweier Bedingungen positive Resultate erzielen:
a) wenn sie die Forderungen des Gesetzes der planmäßigen Entwicklung der Weltwirtschaft richtig widerspiegelt,
b) wenn sie in allem mit den Forderungen des ökonomischen Grundgesetzes des Sozialismus übereinstimmt.
Während die politische Ökonomie die Entwicklungsgesetze der Produktionsverhältnisse in der Welt untersucht, zieht die sozialistische Weltwirtschaftspolitik daraus praktische Schlüsse, konkretisiert sie und baut darauf ihre tägliche Arbeit auf. Gegenstand der politischen Ökonomie sind die Produktionsverhältnisse, die ökonomischen Verhältnisse der menschen in allen Ländern der Welt. Dazu gehören: a) die Formen des Eigentums an den Produktionsmitteln; b) die sich aus ihnen ergebende Stellung der verschiedenen sozialen Gruppen in der Produktion und ihre Wechselbeziehungen oder, wie Marx sagt, die Art, wie sie “ihre Tätigkeit gegeneinander austauschen”; c) die voll und ganz von ihnen abhängenden Formen der Verteilung des Produkts. Das alles zusammen bildet den Gegenstand der politischen Weltökonomie. So wie der Weltkapitalismus nur ein ökonomisches Grundgesetz haben kann, so kann der Weltsozialismus auch nur ein ökonomisches Grundgesetz haben.
Was für die Übereinstimmung der Produktivkräfte mit den Produktionsverhältnissen in der Wirtschaft des einzelnen sozialistischen Landes gilt, trifft noch in ausgeprägterem Maße für die sozialistische Weltwirtschaft zu. Gab es im Sozialismus eines einzelnen Landes ein Zurückbleiben der Produktionsverhältnisse hinter dem Wachstum der Produktivkräfte – und die Produktivkräfte sind ja bekanntlich die beweglichsten und revolutionärsten Kräfte der Produktion -, so schreiten diese auch beim Weltsozialismus den Produktionsverhältnissen voraus. Erst nach einiger Zeit bilden sich weltweit die Produktionsverhältnisse so um, wie es dem Charakter der Produktivkräfte entspricht, gelangen wir zur vollkommenen Übereinstimmung der Produktionsverhältnisse und des Charakters der Produktivkräfte. Die Rolle der neuen Produktionsverhältnisse in der Wirtschaft des Weltsozialismus ist nicht die Rolle eines Hemmschuhes, den es zu überwinden gilt durch immer mehr Steigerung der Produktivkräfte. Im Gegenteil, die neuen Produktionsverhältnisse sind in der Welt gerade die wichtigste und entscheidende Macht, die im Grunde bestimmend ist für die weitere und überdies machtvolle Entwicklung der Produktivkräfte, und ohne die die Produktivkräfte zum Dahinvegetieren verurteilt wären, wie das gegenwärtig in den kapitalistischen Ländern der Fall ist. Die Weltproduktivkräfte können sich erst entfalten, wenn die proletarische Weltrevolution gesiegt hat, wenn es gelungen ist, die alten, kapitalistischen Produktionsverhältnisse durch neue, sozialistische Produktionsverhältnisse zu ersetzen. Ohne diese Umwälzung in den Produktionsverhältnissen, in den ökonomischen Verhältnissen der Welt, würden die Weltproduktivkräfte im Weltsozialismus ebenso dahinvegetieren wie im Weltkapitalismus. Die neuen Produktionsverhältnisse können natürlich nicht ewig neu bleiben und bleiben es auch nicht. Sie beginnen zu altern, treten allmählich in einen Widerspruch zur weiteren Entwicklung der Produktivkräfte, sie beginnen die Rolle der Haupttriebkraftfeder der Produktivkräfte zu verlieren und verwandeln sich in ihren Hemmschuh. Dann treten an Stelle solcher schon alt gewordener Produktionsverhältnisse neue Produktionsverhältnisse zu Tage, deren Rolle darin besteht, die Haupttriebkraftfeder der weiteren Entwicklung der Produktivkräfte zu sein. Diese Eigenart der Entwicklung der Produktionsverhältnisse von der Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte zur Rolle ihrer Haupttriebkraftfeder und von der Rolle der Haupttriebkraftfeder zur Rolle eines Hemmschuhs der Produktivkräfte ist eines der Hauptelemente der marxistiscghen, materialistischen Dialektik. Die Eigentumsfrage ist die Grundfrage der revolutionären Weltbewegung des Proletariats.
Beim Sozialismus kommt es gewöhnlich bei der Lösung der Widersprüche zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften nicht zu antagonistischen Gegensätzen und Klassenkonfliketen, weil es Möglichkeiten gibt, die zurückgebliebenen Produktionsverhältnisse mit dem Charakter der Produktivkräfte in Übereinstimmung zu bringen. Es gibt ja im Sozialismus keine Ausbeuterklassen mehr, sondern lediglich Überreste, die versuchen, den Widerstand zu organisieren. Daher besteht die Aufgabe darin, diese Widersprüche aufzuheben zum Beispiel durch des Kolchoseigentums in Volkseigentum und des Volkseigentums wiederum in Welteigentum und durch die -gleichfalls allmählich zunehmende – Einführung des Produkenaustausches, der weltweit an die Stelle der Warenzirkulation treten muss. Die Gefahr der Restauration des Kapitalismus bleibt natürlich solange bestehen, wie es Klassen gibt, also wird der Klassenkampf ein notwendiges Instrument bleiben, um Konflikte zwischen zurückbleibenden Produktionsverhältnissen hinter dem Charakter der Produktivkräfte zu vermeiden bzw. zu überwinden. Die Ausnutzung der ökonomischen Gesetze hat in einer Klassengesellschaft immer und überall klassenmäßige Hintergründe, auch in der sozialistischen Weltwirtschaft, in der die Diktatur des Weltpoletariats herrscht. Als Bannerträger der ökonomischen Gesetze im Interesse der Weltgemeinschaft tritt das Weltproletariat auf als fortschrittlichste Klasse, währen die ablebenden Klassen, allen voran die Weltbourgeoisie, sich dem widersetzen. Der Klassenkampf unter den Bedingungen des Weltsozialismus ist an Ausmaß und Schärfe also nicht mit dem Klassenkampf in einem einzelnen sozialistischen Land zu vergleichen. Trotz der gesteigerten Heftigkeit des internationalen Klassenkampfes findet die Weltbourgeoisie in dessen Verlauf immer weniger Möglichkeiten und Regenerationsgebiete vor, von wo aus sie das Rad der Geschichte wieder zurückdrehen kann – eben dann, wenn das Weltproletariat zu allem entschlossen und wachsam ist, seine Macht nicht wieder aus der Hand zu geben.
Sind im Laufe der Entwicklung der Klassenunterschiede im Weltmaßstab verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer anderen. Wenn das Weltproletariat im Kampf gegen die Weltbourgeoisie sich notwendig zur internationalen Klasse vereint, durch die Weltrevolution sich zu herrschenden Klasse auf der ganzen Erde macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse des Weltkapitalismus aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf. An die Stelle der alten bürgerlichen Welt mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Weltassoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden Erdenbewohners die Bedingung für die freie Entwicklung aller Erdenbewohner ist.
![]()
Die
Theorie, Taktik und Organisation
der
bolschewistischen Partei
1. Vor 100 Jahren, vom 30. Juli bis 23. August 1903, tagte der Zweite Parteitag der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR). Dieses hundertjährige Jubiläum des Zweiten Parteitages ist das 100 jährige Jubiläum des Bolschewismus. Der Weltbolschewismus hat hier seine Wurzeln, ist die Anwendung und Verbreitung der Ideen und Lehren des Bolschewismus in der ganzen Welt. Diese Ideen und Lehren bleiben auch nach hundert Jahren stets aktuell und sind unauslöschlicher Bestandteil der revolutionären Tradition des Weltproletariats. Sie werden stets verteidigt und weiterentwickelt durch die Weltbolschewisten von heute morgen und übermorgen. Der ersten bolschewistischen Parteien folgten viele neue bolschewistische Parteien, von denen die bolschewistische Partei in Albanien, die Partei der Arbeit Albaniens die bedeutendste wurde. Sie war die einzige, der es nach der Sowjetunion tatsächlich gelang, die Dikltatur des Proletariats zu errichten und damit die internationale Bedeutung des Bolschewismus durch historische Tatsachen nachzuweisen. Und es werden noch viele neue bolschewistische Parteien folgen, die das ruhmreiche Banner vorwärtstragen und den siegreichen Weg der bolschewistischen Partei fortsetzen. Die erste bolschewistische Partei gründete 1919 auch die erste bolschewistische Weltpartei, die ruhmreiche Komintern. Die zweite weltbolschewistische Partei, die Komintern/ML, wurde im Jahre 2000 gegründet und kämpft in ihrem Geiste weiter.
Beleuchten wir nun den ruhmreichen, historischen Weg der ersten bolschewistischen Partei der Welt der SDAPR, der späteren KPdSU (Bolschewiki) .
Die erste bolschewistische Partei der Welt wurde von Lenin gegründet. Mit ihm und seinem besten Schüler – Stalin - durchschritt die bolschewistische Partei - “die Vernunft, die Ehre und das Gewissen unserer Epoche” (Lenin, Sämtliche Werke, Bd XXI, Seite 119, russische Ausgabe) – einen ruhmvollen und heroischen Weg, entwickelte sich zu einer mächtigen, den Sowjetstaat und den sozialistischen Aufbau leitenden Kraft, zur Stoßtruppe des internationalen Proletariats, die an der selbstlosen Unterstützung der Arbeiter, der werktätigen Bauern, der unterdrückten Völker der ganzen Welt ihren Rückhalt fand, die die Grundlagen des Weltkapitalismus ins Wanken brachte. Der Begriff Bolschewik – ein Wort, das die Kämpfe des Zweiten Parteitages gebaren – wurde als Synonym eines konsequenten proletarischen Revolutionärs in den Sprachschatz aller Zungen aufgenommen. Der Name Lenins , des großen Gründers und Führers des Bolschewismus, der die gesamte Geschichte der bolschewistischen Partei in sich verkörperte, wurde zum bekanntesten und meistgeliebten Namen für Millionen und aber Millionen von Werktätigen aller Länder. Lenins Name wurde zum Banner des Kampfes für den Sieg der kommunistischen Revolution in der ganzen Welt. Ohne die Weiterentwicklung der bolschewistischen Theorie, Taktik und Organisation Lenins, Stalins und Enver Hoxhas, die auf den Grundlagen von Marx und Engels beruhen, kann es nach 100 Jahren keine Weiterentwicklung der bolschewistischen Weltbewegung geben.
2. Der Bolschewismus hat eine “praktische Geschichte durchgemacht, die in Bezug auf Reichtum und Erfahrung nicht ihresgleichen hat” (ebenda, Bd. XXV, S. 208). “Hatte doch kein einziges Land”, schrieb Lenin, wobei er die vor dem Oktober liegende Geschichte der bolschewistischen Partei im Auge hatte, “in diesen 15 Jahren auch nur annähernd soviel durchgemacht in Bezug auf revolutionäre Erfahrung, Schnelligkeit und Mannigfaltigkeit im Wechsel der verschiedenen Formen der Bewegung: der legalen und illegalen, der friedlichen und stürmischen, der unterirdischen und offenen, der Zirkel- und der Massenbewegung, der parlamentarischen und terroristischen. In keinem anderen Lande war in einem so kurzen Zeitraum ein solcher Reichtum an Formen, Schattierungen und Methoden des Kampfes a l l e r Klassen der modernen Gesellschaft konzentriert, und zwar eines Kampfes der in Folge der Rückständigkeit des Landes und des schweren Jochs des Zarismus besonders schnell heranreifte und sich besonders gierig und erfolgreich das entsprechende `letzte Wort` der amerikanischen und europäischen politischen Erfahrungen zu eigen machte” ( ebenda, S. 208). Noch reicher, verschiedenartiger, konzentrierter ist die Erfahrung, die die erste bolschewistische Partei in der Periode nach dem Oktober bis zum Tode Stalins gesammelt hat. Bewaffneter Aufstand und Ergreifung der Macht durch das Proletariat; Aufbau des proletarischen Sowjetstaates; Mobilisierung der Aktivität und Initiative breitester Massen des Proletariats und der armen und mittleren Bauern.; schonungslose Unterdrückung der gestürzten und einen verzweifelten Widerstand leistenden Ausbeuter; Organisierung der bewaffneten Kräfte der Revolution und Leitung des heldenhaften Kampfes der Roten Armee gegen die russischen Weißgardisten und internationalen Interventen; siegreicher sozialistischer Aufbau; Umwandlung Russlands aus einem Agrarland zu einem der führenden Industrieländer; sozialistische Umgestaltung der der Bauernschaft und Liquidierung des Kulakentums als Klasse auf der Basis der Vollkollektivierung; Errichtung des ökonomischen Fundaments des Sozialismus; mächtiger Aufstieg des sozialistischen Wettbewerbs und der Stoßarbeit; außerordentliche Revolution auf kulturellem Gebiet; Befreiung der unterdrückten Völkerschaften und Aufblühen einer der Form nach nationalen, ihrem Inhalt nach sozialistischen Kultur; Vernichtung des mit verschiedenartigsten Kampfformen operierenden Klassenfeindes innerhalb der Partei – der Opportunisten aller Richtungen und Schattierungen, der Trotzkisten, der Rechten, Versöhnler; führende Rolle in der Schaffung und im Kampfe der Kommunistischen Internationale; Durchbrechung der imperialistischen Einkreisung; Sieg im Großen Vaterländischen Krieg gegen die faschistischen Okkupanten; große Siege im Kampf gegen den Weltimperialismus und Unterstützung der Befreiungskämpfe der Völker - Zentrum der proletarischen Weltrevolution – Unterstützung aller jener Länder durch den sozialistischen Internationalismus, die den Weg zum Sozialismus einschlugen, bzw. Unterstützung Albaniens, das unter der Führung des Genossen Enver Hoxha als einziges Land nach der Sowjetunion den Sozialismus siegreich aufgebaut hatte er Länder. Dies sind eine der wichtigsten der vielgestaltigen und reichhaltigen Erfahrungen der Partei, die erstmalig in der Geschichte der Menschheit daserste Land der Diktatur des Proletariats leitete. Aber Lenin warnte stets davor, den Bolschewismus als auswendig gelernte Formel sinnlos zu wiederholen. Der Weltbolschewismus wird sich konkret anders entwickeln, so wie sich auch der Bolschewismus in Albanien anders entwickelt hat als in Russland:
“Die bolschewistischen Losungen und Ideen sind durch die Geschichte im Allgemeinen vollkommen bestätigt worden, konkret aber haben sich die Dinge anders gestaltet als (von wem immer) erwartet werden konnte – origineller, eigenartiger, bunter. Diese Tatsache ignorieren, sie vergessen, hieße, es jenen `alten Bolschewiki` gleichtun, die schon wiederholt eine traurige Rolle in der Geschichte unserer Partei gespielt haben, indem sie die auswenig gelernte Formel sinnlos wiederholten, anstatt die Eigenart der neuen, lebendigen Wirklichkeit zu studieren” (Lenin-Stalin, Das Jahr 1917, dt. Ausgabe von 1949, Seite 32).
Wer die Frage der “Abgeschlossenheit des Bolschewismus” in der alten Weise stellt, der opftert den lebendigen Marxismus-Leninismus dem toten historischen Buchstaben. Der Bolschewismus ist auch keine Antiquität, die man zum 100. Jubiläum aufpoliert, um sie wieder in die Vitrine zu stellen. Solange der Bolschewismus existiert, ist er eine reale Höchstgefahr für die Grundexistenz der Weltbourgeoisie. Er ist und bleibt der einzige Ausweg für das Weltproletariat, der es zum endgültigen Sieg führt. Also wird die Weltbourgeoisie auf allen erdenklichen Wegen und mit allen nur denkbaren Methoden und Mitteln unvermindert weiter hart bekämpft werden müssen, bleibt der Bolschewismus also eine streitbare, unverzichtbare Waffe des Weltproletariats und des Kommunismus. Der Bolschewismus ist und bleibt die einzige tatsächliche Kraft in der Welt, die Opportunisten und Zentristen restlos zu schlagen und aus den revolutionären Organisationen des Weltproletariats zu vertreiben. Wir schwören am 100. Jubiläumstag, dass wir niemanden ungeschoren davonkommen zulassen , der es wagt, die Frage des Weltbolschewismus zum Gegenstand einer “Diskussion” zu machen, um uns zurückzuzerren und vom bolschewistischen Weg abzubringen. Es gibt nur uns selber, die sich vom bolschewistischen Weg abbringen lassen können, nämlich wenn wir das bolschewistische Prinzip von Kritik und Selbstkritik nicht korrekt anwenden und vom marxistisch-leninistischen Kurs abweichen. Axiome des Marxismus-Leninismus aber dürfen wir niemals auf dem Silbertablett den Revisionisten opfern. Ob der Bolschewismus prinzipiell richtig oder falsch ist, darüber führen wir keine Diskussionen, denn die Richtigkeit des Bolschewismus wurde bereits in Wort und Tat histoprisch bewiesen. Wir kämpfenalso gegen jeden, der den Bolschewismus in Frage zu stellen oder gar zu entstellen versucht. Daher wäre es absurd, von uns zu verlangen, den Zentristen noch dabei zu helfen, erneute Diskussionsplattformen “zur weiteren Bearbeitung” zur Verfügung zu stellen. Solange die Bourgeoisie und ihre Agenten in unseren Reihen “im Namen des Bolschewismus” gegen uns Bolschewisten zu Felde zu ziehen versuchen, werden wir ihre Schliche entlarven und ihnen solange aufs Haupt schlagen, bis wir sie endgültig besiegt haben. Verleumdungen des Bolschewismus brandmarken wir, anstatt sie zum Gegenstand der Diskussion zu machen. Keiner kann uns die Schuld in die Schuhe schieben, wenn andere den Bolschewismus verraten. Nicht uns, sondern die Verräter muss man zur Rechenschaft ziehen. So war es auch nicht die Schuld Lenins, wenn sich die linken Sozialdemokraten im Westen als nicht reif erwiesen, in die Fußstapfen der russischen Bolschewiki zu treten. Die Bolschewiki haben die linken Sozialdemokraten nur unter der Bedingung unterstützt, ihnen bei der Überwindung ihrer halbmenschewistischen Fehler zu helfen. “Dafür muss man sie jedoch loben, nicht aber ihnen Vorwürfe machen... Es ist bekannt, dass Trotzki später diesen halbmenschewistischen Mischmasch aufgriff und als Kampfmittel gegen den Leninismus ausnutzte” (Stalin, Werke, Bd. 13, Seite 80 und 83, dt. Ausgabe KPD/ML, Hamburg 1971- “Über einige Fragen der Geschichte des Bolschewismus”).
“Sluzki nimmt an, dass Lenin und die Bolschewiki in ihrer Einschätzung der Linken im Westen von Fraktionserwägungen ausgegangen seien, dass folglich die russischen Bolschewiki die große Sache der internationalen Revolution den Interessen ihrer Fraktion geopfert hätten. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass es nichts Flacheres und Gemeineres geben kann als eine solche Annahme. Es kann nichts Flacheres geben, da selbst die offenkundigsten Flachköpfe unter den Menschewiki einzusehen beginnen, dass die russische Revolution keine Privatangelegenheit der Russen ist, dass sie im Gegenteil die Sache der Arbeiterklasse der ganzen Welt, die Sache der proletarischen Weltrevolution ist ( redaktionell unterstrichen. So ist auch der Bolschewismus nicht allein eine russische oder nationale, sondern eine internationale Erscheinung. Der Nationalbolschewismus ist hingegen eine bürgerliche Erscheinung und dem proletarischen, sozialistischen Weltbolschewismus diametral entgegengesetzt – ebenso einem möglichen, kommenden bürgerlichen Weltbolschewismus, wenn wir ihn denn nicht rechtzeitig und vollständig zu verhindern wissen). Es kann nichts Gemeineres geben, da selbst die berufsmäßugen Verleumder aus der II. Internationale einzusehen beginnen, dass der konsequente und bis zum letzten revolutionäre Internationalismus der Bolschewiki ein Musterbeispiel des proletarischen Internationalismus für die Arbeiter aller Länder ist” (Stalin, ebenda, Seite 84).
Nichts anderes versuchte Trotzki auch später im Kampf gegen Stalin, als er diesen für den revisionistischen Verrat in der Komintern verantwortlich zu machen versuchte und ihm unterstellte, er würde die Interessen der sozialistischen Weltrevolution “großmachtchauvinistischen Interessen opfern”. So baute Trotzki dann seine anti-leninistische, anti-stalinistische IV. Internationale “im Namen des Bolschewismus” auf, was in Wahrheit ein Kampfinstrument GEGEN den internationalen Marxismus-Leninismus, gegen den Weltbolschewismus, gegen die proletarische Weltrevolution, gegen die Kommunistische Internationale, gegen die marxistisch-leninistischen Parteien, gegen die Interessen des gesamten Weltproletariats war und immer noch ist! Deshalb ist der Liberalismus gegenüber dem Trotzkismus ein Verbrechen, weil er den Trotzkisten dabei hilft, ihren Trotzkismus stets aufs Neue in die marxistisch-leninistische Weltbewegung einzuschmuggeln. Wir dürfen niemals vergessen, dass der Trotzkismus nicht nur ein Vortrupp der konterrevolutionären Weltbourgeoisie war sondern weiterhin geblieben ist. Der Neo-Trotzkismus liefert heute dem Weltimperialismus genauso geistige, ideologische, taktische und organisatorische Waffen gegen uns Marxisten-Leninisten wie der ursprüngliche Trotzkismus damals gegen Lenin, Stalin und Enver Hoxha. Welt-Bolschewismus in Worten, aber Anti-Bolschewismus in Taten, das ist die permanente Taktik der Weltbourgeoisie im Kampf gegen die Weltbolschewisten in immer neuen Variationen! Aber genauso wie damals, werden wir auch heute dem zentristischen Anti-Bolschewismus weltweit vernichtend das Haupt abschlagen, egal in welchem Gewand er uns gegenübertritt.
Das 100 jährige Jubiläum des Bolschewismus ist ein historischer Triumph der revolutionären Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha im Weltmaßstab. Der Weg der bolschewistischen Partei, die Fortsetzung dieses 100 jährigen Weges bis auf den heutigen Tag ist eine ermutigende Bekräftigung der entscheidenden Rolle und Bedeutung, die die bolschewistische Partei heute noch beibehalten hat im Kampf des Proletariats um die sozialistische Revolution, im Kampf um die Diktatur des Proletariats in einem Land, im Kampf für die proletarische Weltrevolution und die Errichtung der Diktatur des Weltproletariats in der ganzen Welt, im Kampf für den Weltkommunismus.
A. Der Zweite Parteitag der SDAPR und seine welthistorische Bedeutung
3. Die Epoche, in der der Bolschewismus entstand und sich gestaltete, war eine Epoche größter Umwälzungen in der Weltwirtschaft, war eine Epoche unerhörter Zuspitzung der Klassenwidersprüche und des Klassenkampfes. Der Kapitalismus wandelte sich zum Imperialismus, zum faulenden, parasiären, sterbenden Kapitalismus; die Entwicklung des Kapitalismus wurde sprunghaft, katastrophal. Der Vorabend der sozialistischen Revolution war gekommen.
In ihrer ganzen Schärfe entstanden vor der Arbeiterbewegung neue Aufgaben der Organisierung und der revolutionären Erziehung der Massen, der Vorbereitung für die entscheidenden Kämpfe, um die Diktatur des Proletariats. Die II. Internationale (1889-1914), die in ihren besten Zeiten eine nützliche Arbeit zur Vorbereitung des Bodens für die Ausbreitung der Arbeiter-Massenbewegung geleistet hatte, vermochte diese Aufgabe nicht zu stellen, um so weniger zu lösen. Der im Milieu einer relativ “friedlichen” Entwicklung und Legalität hochgewachsene, sich auf eine stark ausbreitende Arbeiteraristokratie stützende Opportunismus beherrschte faktisch die II. Internationalevor dem 1. Weltkrieg. Der Typus der sozialistischen Parteien der II. Internationale “war die Partei, die in ihrer Mitte den Opportunismus duldete... Dieser Typus hat sich überlebt” (Lenin, ebenda, Bd.XVIII, S. 111 f.).
Zur Lösung der riesigen Aufgaben der neuen Epoche – der Etappe des Imperialismus und der proletarischen Revolution – bedurfte die Arbeiterklasse einer P a r t e i v o n n e u e m T y p u s. Diese Partei wurde durch den genialen Führer und Theoretiker des Bolschewismus – Lenin – geschaffen.
4. Russland war der Knotenpunkt aller Widersprüche des Imperialismus, war ein Zentrum unerhörter kapitalistischer, fronherrlicher und militärischer Unterdrückung, war die wichtigste Reserve und eine Agentur des westlichen Imperialismus im Kampfe gegen die Revolution und um die räuberische Ausbeutung von Millionen und aber Millionen Arbeitern und Bauern und Kolonialsklaven. Die Interessen des Zarismus und des westlichen Imperialismus waren in engster Weise miteinander verflochten. All dies bestimmte den Charakter, die Eigenheit und internationale Bedeutung der in Russland heranreifenden riesigen Volksrevolution, an deren Spitze das revolutionäre Proletariat marschierte, das die gegen die Gutsbesitzer sich erhebenden Millionenmassen der Bauernschaft mit sich führte. “Die Revolution gegen den Zarismus musste sich daher zur Revolution gegen den Imperialismus, zur proletarischen Revolution weiterentwickeln” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, Seite 14 – russ. Ausgabe).
Das Zentrum der internationalen revolutionären Bewegung wanderte nach Russland. Russland wurde zum Geburtsland des Leninismus, zum Geburtsland der Kampfpartei der proletarischen Revolution, das Geburtsland der bolschewistischen Partei.
5. Die Konstituierung des Bolschewismus auf dem 2. Parteitag der SPAPR war das Resultat des gesamten vorangegangenen zehnjährigen Kampfes Lenins um eine revolutionäre proletarische Partei. Schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts trat Lenin als direkter, einziger und bis zu Ende konsequenter Nachfolger und Fortsetzer des Werkes von Marx und Engels auf den Plan.
“Der Bolschewismus ist im Jahre 1903 auf der festen Grundlage der marxistischen Theorie entstanden.” “Den Marxismus als die einzig richtige revolutionäre Theorie hat sich Russland wahrhaft durch Leiden errungen, durch ein halbes Jahrhundert unerhörter Qualen und Opfer, beispiellosen revolutionären Heldentums, ungeheurer Energie und hingebungsvollen Suchens, Lernens, praktischen Erprobens, der Enttäuschungen, des Prüfens, Vergleichens mit der Erfahrung Europas” (Lenin, Werke, Bd. XXV, S.207 f.). Derart ist der Weg, den während eines halben Jahrhunderts die revolutionäre Bewegung in Russland bis zu den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts zurücklegte.
Die von Plechanow geführte Gruppe “Befreiung der Arbeit” (1883 gegründet) – die erste sozialdemokratische Organisation in Russland - “begründete nur theoretisch die Sozialdemokratie und tat den ersten Schritt der Arbeiterbewegung entgegen” (ebenda, Bd. XVII, S. 353).
Eben Lenin stellte schon in seinen ersten Schriften, im Jahre 1894, mit ganzer Kraft dem russischen Proletariat jene große Aufgabe, die von ihm in der prächtigen Schrift “Wer sind die Volksfreunde?” wir folgt formuliert wurde: ”... dann wird der russische Arbeiter an der Spitze aller demokratischen Elemente den Absolutismus stürzen und das russische Proletariat (Schulter an Schulter mit dem Proletariat der ganzen Welt) auf dem direkten Wege des offenen politischen Kampfes der siegreichen kommunistischen Revolution entgegenführen” (Lenin, Ausgew. Werke, Verlag für Lit. u. Pol., Bd. I, S. 320, russ. Ausgabe).
“Die Aufgabe der Revolutionäre bestand darin, sich auf jene mächtige revolutionäre Kraft zu stützen, die durch die Entwicklung des Kapitalismus hervorgebracht wird – auf die Arbeiterklasse; sie bestand darin, ihr Klassenbewusstsein zu entwickeln, sie zu oganisieren, ihr zu helfen, ihre eigene Arbeiterpartei zu schaffen” (Stalin, Werke Band 15, Geschichte der KpdSU(B), Seite 19, deutsch, KPD/ML,Dortmund).
Schon in den 90er Jahren stellte Lenin die Aufgabe der Schaffung einer proletarischen Partei von neuem Typus. Schon zu jener Zeit entfaltete Lenin einen entschiedenen Kampf um eine streitbare Kampfpartei der kommunistischen Revolution. “Die Geschichte des Sozialismus und der Demokratie in Westeuropa, die Geschichte der russischen revolutionären Bewegung, die Erfahrungen unserer Arbeiterbewegung – das ist jenes Material, das wir beherrschen müssen, um eine zweckmäßige Organisation und Taktik unserer Partei herauszuarbeiten... Die `Bearbeitung` dieses Materials muss jedoch selbständig erfolgen, denn fertige Musteer haben wir nirgends zu suchen” (Lenin, Sämtliche Werke Bd. II, S. 497 russ. Ausgabe).
Der von Lenin geschaffene und geleitete Petersburger “Kampfbund zur Befreiung der Arbeiterklasse” (1895-1897) bildete den Keim der bolschewistischen Partei. Im “Kampfbund” führte Lenin einen unversöhnlichen Kampf gegen die geringsten Äußerungen des Opportunismus, leitete die ersten revolutionären Gefechte des Proletariats und erzog die Arbeiterklasse für die entscheidende Attacke gegen Absolutismus und Bourgeoisie. In diesem Kampfe erzog und schweißte Lenin eine fest geschlossene Gruppe seiner Gesinnungs- und Kampfgenossen, Bauleuten der bolschewistischen Partei, zusammen.
“Die Bolschewiki sind kein `casus` - sie erwuchsen aus dem Kampfe gegen den Opportunismus der Jahre 1894-1914” (Leninski Sbornik Nr. XIV, S. 317 – russ.).
6. Der Zweite Parteitag wurde unmittelbar vorbereitet durch den Kampf um die Partei, durch den Kampf gegen den russischen und internationalen Opportunismus, durch den Kampf, den die von Lenin geschaffene und geleitete alte “Iskra” (1900-1903) führte.
Der erste Parteitag der SDAPR (März 1898) führte zur Bildung der Partei. Die Bewegung verblieb jedoch nach wie vor auf dem Stadium vereinzelter, zerstreuter Zirkel, die nicht durch die Einheitlichkeit eines Kampfprogrammes und einer zentralisierten Organisation miteinander verbunden waren. Die sozialdemokratischen Gruppen und Zirkel zerfraß der Rost des Ökonomismus. Die “Ölonomisten” - die russische Spielart des internationalen Opportunismus, eine Agentur der Bourgeoisie in der Arbeiterbewegung – verneinten die Rolle der revolutionären Theorie, standen unter dem Banner der Spontaneität, verneinten die Hegemonie des Proletariats und die Notwendigkeit einer revolutionären Partei. Die “Ökonomisten” verneinten eine selbständige politische Rolle der Arbeiterklasse, trotteten im Schlepptau rückständiger Schichten der Arbeiter, befassten sich mit Kleinkram und reduzierten die Aufgaben der Arbeiterklasse auf einen “Kampf um einen Fünfer” (Fünfkopekenstück); sie missachteten das Endziel der Arbeiterbewegung und verwandelten die Arbeiterklasse in ein Anhängsel der Bourgeoisie (“für die Arbeiter der ökonomische, für die Liberalen – der politische Kampf”). Der schonungslose Kampf gegen den Ökonomismus war für die Partei eine Frage von Leben und Tod schon im Petersburger “Bund” (1895-1897) und in der sibirischen Verbannung (1897-1899) war Lenin der Führer in diesem Kampfe.
“Die Schwierigkeiten bestanden nicht allein darin, dass man die Partei unter den unausgesetzten brutalen Verfolgungen des Zarismus aufbauen musste, der den Reihen der Organisationen immer wieder die besten Kräfte entriss und sie in die Verbannung schickte, in Gefängnisse und Zuchthäuser warf. Die Schwierigkeiten bestanden auch darin, dass ein bedeutender Teil der Ortskomitees und ihrer Funktionäre nicht über ihre örtliche praktische Kleinarbeit hinausblicken wollten, dass sie nicht begriffen, wie schädlich das Fehlen der organisatorischen und ideologischen Einheit der Partei war, dass sie sich an die Zersplitterung der Partei, an den ideologischen Wirrwarr in der Partei gewöhnten und der Meinung waren, man könne ohne eine einheitliche zentralisierte Partei auskommen” (Stalin, Werke, Geschichte der KpdSU[B], Seite 41, deutsch, KPD/ML, Dortmund).
Eben dies gilt auch für die Partei des Weltbolschewismus. Es gibt in der Welt bedeutende Teile der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die nicht über ihre nationalen Grenzen hinausblicken wollen und die nicht begreifen, wie schädlich die internationale Handwerkelei ist; und die sich an das Wirrwarr des internationalen Opportunismus angepasst haben, und die meinen, dass man ohne eine zentralisierte, ideologisch einheitliche Weltpartei des Weltproletariats auskommen kann. Um eine einheitliche politische Weltpartei des Proletariats zu schaffen, muss man also vor allem die internationalen Ökonomisten und ihre Anhänger in den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung schlagen.
Im Kampf mit dem Ökonomismus, unter den Bedingungen der ideologischen Haltlosigkeit und Verwirrung und der primitiven Handwerkelei auf organisatorischem Gebiet entfaltete Lenin seinen historischen Plan des Aufbaus der Partei (“Was tun?”. Das Hauptglied dieses Plans bildete die Schaffung einer allrussischen politischen Zeitung, die zum ideologischen und organisatorischem Zentrum eines streitbaren Kerns von Berufsrevolutionären werden sollte, der diszipliniert und zentralisiert war, der in vollem Rüstzeug eines marxistischen Programms und marxistischer Taktik auftrat, der schonungslos alle opportunistischen Elemente aus seinen Reihen verjagte, der eng mit den Arbeitermassen verbunden war, der auf revolutionärem Bewusstsein und maximaler Aktivität eines jeden Teilnehmers beruhte. “Der Sieg dieses Planes schuf das Fundament jener fest geschlossenen und gestählten kommunistischen Partei, die in der Welt nicht ihresgleichen kennt” (Stalin “Über Lenin”, S. 7 russ.).
Die “Iskra” bildete den Anfang der Verwirklichung des Leninschen Planes. Die “Iskra” verfocht konsequent die revolutionäre Einheit der Arbeiterklasse, führte ununterbrochene Kämpfe gegen das internationale und das russische Bernsteinianertum, führte eine entschlossene Politik des Bruches mit dem Opportunismus. “Ehe wir uns einigen und um uns zu einigen, müssen wir uns zunächst entschieden und bestimmt voneinander abgrenzen” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd.IV, 1. Halbband, S. 40, russ.)
Die Vernichtung der “Ökonomisten” durch die “Iskra”, Lenins schonungslose Kritik der Spontaneitätstheorie – der ideologischen Basis jeglichen Opportunismus – waren von internationaler Bedeutung und schufen “die theoretischen Grundlagen für die wirkliche revolutionäre Bewegung der russischen Arbeiterklasse” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, 1932, S. 28 russ.). Die “Iskra” arbeitete die programmatischen, taktischen und organisatorischen Prinzipien der Partei aus und begründete sie.
Lenin war der Auffassung, dass die “Iskra” nicht nur ein Mittel zum ideologischen Zusammenschluss der Partei, sondern auch ein kollektiver Propagandist, kollektiver Agitator und auch ein kollektiver Organisator ist.
Innerhalb der “Iskra” selbst kämpfte Lenin gegen die opportunistischen Schwankungen Plechanows und anderer Mitglieder der Redaktion ( Frage der Diktatur des Proletariats, des Klassencharakters der Partei, des Zentralismus, der Einstellung zur liberalen Bourgeoisie, der Einstellung zur Bauernschaft, der Nationalisierung des Bodens usw.).
Die “Iskra” erzog und schloss die revolutionäre Avantgarde des Proletariats zusammen. Die “Iskra”, ihre Agenten und die Organisation in Russland gewannen die Mehrheit der lokalen sozialdemokratischen Organisationen auf ihre Seite. “In den drei Jahren von 1900 bis 1903 hielt der Bolschewismus die alte “Iskra”-Linie ein und begann den Kampf gegen den Menschewismus als einheitliche Richtung” (Lenin, Sämtliche Werke, Bd. XIV, S. 163 russ.).
7. Der Zweite Parteitag der SDAPR war die Arena eines erbitterten Kampfes, den Lenin (die Bolschewiki) um eine proletarische Partei neuen Typus gegen den Block der Opportunisten aller Schattierungen führte. Die Hauptaufgabe des Parteitages bestand “in der Schaffung einer w i r k l i c h e n Partei auf jener prinzipiellen und organisatorischen Grundlage, die von der `Iskra` aufgestellt und ausgearbeitet worden war” (Lenin ebenda, Bd. VI, S.203). Unter den Delegierten zum Parteitag waren 33 “Iskea”-Anhänger (davon 24 “harte” und 9 “weiche”, schwankende), 10 Vertreter des “Sumpfes” und 8 Anti-Iskra”-Leute.
Der Parteitag nahm ein Parteiprogramm an, in dessen Mittelpunkt die Diktatur des Proletariats stand. Im Kampfe um das revolutionäre Parteiprogramm schlugen die Bolschewiki die auf eine opportunistische Einstellung des Programms hinauslaufenden Versuche der “Ökonomisten” und der Bundisten (Frage der Diktatur des Proletariats, der Revolution, des unvermeidlichen Zusammenbruchs des Kapitalismus, der führenden Rolle der Partei) und der unter der Flagge der Verteidigung der Partei vor sich gehenden reformistischen Ausfälle (Trotzki) zurück.
Das vom Zweiten Parteitag angenommene Programm bestand aus zwei Teilen:
“aus dem Maximalprogramm und dem Minimalprogramm. Im Maximalprogramm wurde von der Hauptaufgabe der Partei der Arbeiterklasse gesprochen: von der sozialistischen Revolution, vom Sturz der Macht der Kapitalisten, von der Errichtung der Diktatur des Proletariats. Im Minimalprogramm wurde von den nächsten Aufgaben der Partei gesprochen, die noch vor dem Sturz der kapitalistischen Ordnung, vor der Errichtung der Diktatur des Proletariats durchzuführen sind” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 53, deutsch, KPD/ML, Dortmund).
Das vom Parteitag angenommene, die Linie von Marx und Engels konsequent weiterführende Programm unterschied sich scharf von den Programmen aller Parteien der Zweiten Internationale und gab “eine genaue, klare, unbeugsam-feste Formulierung” (ebenda, Bd. XV, S.201 russ.) der Aufgaben des revolutionären Proletariats.
Einen wesentlichen Platz in den Arbeiten des Parteitages nahm die Frage über die B u n d es g e n o s s e n des Proletariats ein. Im Kampfe um die Hegemonie des Proletariats in der bürgerlich-demokratischen Revolution begründeten und behaupteten die Bolschewiki das revoluionäre Agrarprogramm, das dem Proletariat die Aufgabe stellte, den Klassenkampf ins Dorf zu tragen und die revolutionäre Energie der Bauernschaft im Kampf gegen den Zarismus und die Großgrundbesitzer sich bis zu Ende auswirken zu lassen.
Die Bolschewiki begründeten und behaupteten das proletarische Programm in der n a t i o n a l e n Frage (Selbstbestimmungsrecht der Nationen, Einheitlichkeit aller Organisationen des Proletariats aller Völker Russlands); sie kämpften dabei auf zwei Fronten hin, gegen die opportunistische Einstellung des “Bundes” ( kleinbürgerliche Lesart einer Kultur-Autonomie nach nationalem Prinzip, Zersplitterung des Proletariats auf nationale Gruppen) und gegen die polnischen Sozialdemokraten (Verneinung des Selbstbestimmungsrechts der Nationen, faktische Unterstützung des großrussischen Chauvinismus).
Der opportunistischen Resolution Petrossows über die L i b e r a l e n, die der Bourgeoisie die Rolle des Hegemonen in der Revolution zuwies und das Proletariat in ein Anhängsel der liberalen Bourgeoisie verwandelte, stellten die Bolschewiki die Resolution Lenins und Plechanows entgegen, deren Schärfe sich gegen Struve und gegen die Zeitschrift “Oswoboshdenje” [“Befreiung”] gegen den antirevolutionären, antiproletarischen und den Renegatencharakter der liberalen Bewegung richtete.
8. Die Hauptfrage des Kampfes auf dem Zweiten Parteitag war die O r g a n i s a t i o n s f r a g e . Gegen die Idee des proletarischen Zentralismus , die als roter Faden durch den Leninschen Entwurf der Parteistatuten lief, empörte sich der gesamte opportunistische Teil des Parteitages, von den Anhängern Martows an bis zu den Bundisten und “Ökonomisten”. In der Frage über den ersten Punkt des Parteistatuts (über die Parteimitgliedschaft) erfolgte die Spaltung, die durch den gesamten vorangegangenen Kampf Lenins gegen den Opportunismus und gegen die opportunistischen Schwankungen innerhalb der “Iskra”-Redaktion vorbereitet worden war. Die gegen den Leninschen ersten Punkt der Statuten kämpfenden “weichen” “Iskra”-Leute (Martow, Axelrod, Trotzki) wurden zum organisatorischen Zentrum des menschewistischen Flügels des 2. Parteitages.
“Mit ihrer Formulierung der Parteimitgliedschaft wollten die Bolschewiki dem starken Zustrom von nichtproletarischen Elementen in die Partei organisatorische Zügel anlegen... Die russischen Menschewiki verfochten eine entgegengesetzte Position, die nichtproletarischen Elementen breit die Türen der Partei öffnete” (Stalin, Brief an die Redaktion der Zeitschrift “Proletarische Revolution” , Nr. 6, 1931, russ.).
“Unsere Aufgabe”, antwortete Lenin den Opportunisten, “ist es, die Festigkeit, die Standhaftigkeit, die Reinheit unserer Partei zu wahren. Wir müssen uns bemühen, den Namen und die Bedeutung des Parteimitglieds immer höher, höher und höher zu heben” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VI, S. 36 russ.).
Die Grundlage des erbitterten Kampfes auf dem Parteitag, in der Organisationsfrage bildeten zwei von Grund aus divergierende Linien in der Revolution: Dem bolschewistischen Kurs – Zuendeführen der der bürgerlichen Revolution, ihre Hinüberleitung in die sozialistische Revolution, Diktatur des Proletariats – entsprach der Leninsche Plan der Schaffung einer revolutionären Partei; dem menschewistischen Kurs auf eine bürgerlich-demokratische Republik entsprang der Opportunismus in Organisationsfragen der “Plan” Axelrod-Plechanows zur Schaffung einer bürgerlichen “Arbeiter”-Partei. Lenins unvergängliches Verdienst bestand darin, dass er mit genialem Scharfblick gleich zu Beginn der Differenzen ihre ganze Tiefe und prinzipielle Bedeutung enthüllte , den Klassencharakter und den ideologisch-politischen Sinn des menschewistischen Opportunismus in den Organisationsfragen aufdeckte. Die in der Frage des ersten Statutenpunktes erfolgte Spaltung erhielt ihre endgültige Erhärtung im Kampf um die Zusammensetzung des Personalbestandes der leitenden Parteiorgane (Zentralkomiee und Redaktion des Zentralorgans). Die Wahlen von festen und konsequenten Anhängern der Leninschen Linie ins ZK und ZO mussten eine revolutionäre Leitung der Partei und weiteren schonungslosen Kampf gegen die opportunistischen, schwankenden und unzuverlässigen Elemente sichern. Mit seiner Abstimmung in der Frage über die Zusammensetzung des ZK und des ZO erhärtete der Parteitag den Sieg der Leninschen Prinzipien.
Lenins Kampf auf dem Zweiten Parteitag ist heute wie damals ein Vorbild bolschewistischer Prinzipientreue, Parteitreue und Unversöhnlichkeit.
“Die Ergebnisse der Arbeit des Zweiten Parteitages zusammenfassend, können folgende Schlussfolgerungen gezogen werden:
- der Parteitag verankerte den Sieg des Marxismus über den `Ökonomismus`, über den offenen Opportunismus;
- der Parteitag nahm das Programm und das Statut an, schuf die sozialdemokratische Partei und fügte auf diese Weise den Rahmen für eine einheitliche Partei;
- der Parteitag deckte das Vorhandensein ernster organisatorischer Meinungsverschiedenheiten auf, die die Partei in zwei Teile trennten, in Bolschewiki und Menschewiki, von denen die ersteren die organisatorischen Prinzipien der revolutionären Sozialdemokratie verfochten, die letzteren aber in den Sumpf des Opportunismus hinabsanken;
- der Parteitag zeigte, dass die Stelle der alten, bereits von der Partei geschlagenen Opportunisten, die Stelle der `Ölonomisten` , in der Partei neue Opportunisten einzunehmen begannen – die Menschewiki;
- der Parteitag stand auf dem Gebiet der Organisationsfragen nicht auf der Höhe seiner Aufgaben, machte Schwankungen durch, gab den Menschewiki zuweilen sogar das Übergewicht, und obwohl zum Schluss eine Wendung zum Besseren eintrat, vermochte der Parteitag nicht, den Opportunismus der Menschewiki in Organisationsfragen zu entlarven und sie in der Partei zu isolieren, ja, er vermochte nicht einmal der Partei diese Aufgabe zu stellen.
Der letztgenannte Umstand war eine der Hauptursachen, dass der Kampf zwischen Bolschewiki und Menschewiki nach dem Parteitag nicht nur nicht abflaute, sondern im Gegenteil sich noch mehr verschärfte” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 56-57, deutsch, KPD/ML, Dortmund).
9. Der Zweite Parteitag stellte einen Wendepunkt in der internationalen Arbeiterbewegung dar. Die auf dem zweiten Parteitag eingetretene Spaltung und die Bildung der ersten bolschewistischen Partei der Welt bedeuteten einen gewaltigen Schlag gegen den internationalen Opportunismus in all seinen Spielarten. Die prominentesten Führer der II. Internationale wie auch hervorragende linke Sozialdemokraten aus der II. Internationale (Rosa Luxemburg u.a.) unterstützten die Menschewiki, die nach dem Parteitag eine Wühlarbeit gegen die revolutionär-proletarische Partei entfalteten. Im Kampfe gegen die Opportunisten und Zentristen der II. Internationale, die Menschewiki (Axelrod, Martow, Trotzki, Plechanow) vernichtend aufs Haupt schlagend, gegen die Versöhnler-Elemente in den eigenen Reihen kämpfend, behaupteten die Bolschewiki ihre Partei und festigten diese Errungenschaft auf dem 3. Parteitag (April-Mai 1905). Dieser bolschewistische Kampf gegen den Opportunismus auf der Weltribüne ist bis heute in vollem Gange. Es ist die Aufgabe der heutigen Weltbolschewisten, den von Lenin begonnenen und von Stalin und Enver Hoxha fortgesetzten Kampf gegen den internationalen Opportunismus siegreich zu Ende zu führen, indem die richtigen Lehren aus dem Zweiten Parteitag gezogen werden.
Den großen Kämpfen der ersten russischen Revolution schritt das russische Proletariat mit seiner endgültig konstituierten Partei an der Spitze entgegen. “Der Bolschewismus besteht als politische Strömung und als politische Partei seit 1903” (Lenin, ebenda, Bd. XXV, S. 206 russ.).
B. Vom Zweiten Parteitag zum Oktobersieg
10. Nach dem 2. Parteitag durchschritt die bolschewistische Partei unter Lenins Führung den ruhmvollen und großen Weg des Kampfes um die Diktatur des Proletariats.
Auf der ersten Etappe dieses Weges (1903 bis Februar 1917) war die nächstliegende Aufgabe der Partei der Sturz des Zarismus. Auf dieser Etappe musste das Proletariat “die demokratische Umwälzung zu Ende führen, indem es die Masse der Bauernschaft zu sich heranzieht, um vereint den Widerstand des Absolutismus gewaltsam zu brechen und die schwankende Haltung der Bourgeoisie zu paralysieren” (Lenin, ebenda, Bd. VIII, S. 129, russ.).
Die Bolschewiki betrachteten die bürgerlich-demokratische und die sozialistische Revolution “als zwei Glieder einer Kette, als einheitliches und geschlossenes Bild vom Schwung der russischen Revolution” (Stalin, Probleme des Leninismus, 1. Folge, S. 35, russ.).
“Wir werden sofort nach der demokratischen Revolution, und zwar in dem Maße unserer Kraft, der Kraft des klassenbewussten und organisierten Proletariats, den Übergang zur sozialistischen Revolution in Angriff nehmen. Wir sind für die permanente Revolution. Wir werden nicht auf halbem Wege stehen bleiben” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. VIII, S. 248, russ.).
Der Russisch-Japanische Krieg erschütterte den Zarismus. Die Bolschewiki und die Menschewiki verhielten sich zu diesem Krieg verschieden:
“Die Menschewiki, darunter Trotzki, sanken auf die Position der Vaterlandsverteidigung hinab, das heißt, der Verteidigung des `Vaterlandes` des Zaren, der Gutsbesitzer und der Kapitalisten. Lenin und die Bolschewiki hielten im Gegenteil die Niederlage der zaristischen Regierung in diesem räuberischen Kriege für nützlich, da sie zur Schwächung des Zarismus und zur Stärkung der Revolution führen werde” (Stalin, Werke, Geschichte der KPdSU [B], Seite 71, deutsch, KPD/ML, Dortmund).
Das ist genau die Linie, die der Weltbolschewismus in der Frage des imperialistischen Krieges eingenommen hat und heute weiter verfolgt.
Die erste russische Revolution von 1905 stellte eine ganze historische Phase dar:
“Diese historische Phase besteht aus zwei Perioden. Aus der ersten Periode, in der die Revolution im Aufschwung begriffen war, vom politischen Generalstreik im Oktober zum bewaffneten Aufstand im Dezember emporstieg, dabei die Schwäche des Zaren, der auf den mandschurischen Schlachtfeldern Niederlagen erlitt, ausnutzte, die Bulyginsche Duma hinwegfegte und dem Zaren Zugeständnis um Zugeständnis abtrotzte; und aus der zweiten Periode, in der der Zar, der sich nach dem Friedensschluss mit Japan wieder erholt hatte, die Angst der liberalen Bourgeoisie vor der Revolution ausnutzt, die Schwankungen der Bauernschaft ausnutzt, ihnen die Wittesche Duma als Almosen hinwirft und zur Offensive gegen die Arbeiterklasse, gegen die Revolution übergeht. In knapp drei Jahren der Revolution (1905-1907) machte die Arbeiterklasse und die Bauernschaft eine so erfahrungsreiche Schule der politischen Erziehung durch, wie sie sie in dreißig Jahren gewöhnlicher friedlicher Entwicklung nicht hätte erhalten können...
Die Revolution zeigte, dass nur die Arbeiterklasse der Führer der bürgerlich-demokratischen Revolution sein konnte, dass nur sie fähig war, die liberale kadettische Bourgeoisie zu verdrängen, die Bauernschaft von deren Einfluss zu befreien, die Gutsbesitzer zu zerschmettern, die Revolution zu Ende zu führen und den Weg zum Sozialismus frei zu machen” (Stalin, ebenda, Seite 118-119).
Diese Schlussfolgerungen, die die Bolschewiki aus der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1905 zogen, sind auch im internationalen Maßstab immer noch aktuell.
“In der SDAPR ging während der Revolution der Kampf um zwei entgegengesetzte Linien: die Linie der Bolschewiki und die der Menschewiki. Die Bolschewiki hielten Kurs auf die Entfaltung der Revolution, auf den Sturz des Zarismus durch den bewaffneten Aufstand, auf die Hegemonie der Arbeiterklasse, auf die Isolierung der kadettischen Bourgeoisie, auf das Bündnis mit der Bauernschaft, auf die Schaffung einer provisorischen revolutionären Regierung aus Vertretern der Arbeiter und Bauern. Sie hielten Kurs darauf, die Revolution siegreich zu Ende zu führen. Die Menschewiki hielten umgekehrt Kurs auf die Eindämmung der Revolution. Statt des Sturzes des Zarismus durch den Aufstand, schlugen sie seine Reformierung und `Verbesserung` vor, statt der Hegemonie des Proletariats – die Hegemonie der liberalen Bourgeoisie, statt des Bündnisses mit der Bauernschaft – das Bündnis mit der kadettischen Bourgeoisie, statt der provisorischen revolutionären Regierung – die Reichsduma als Zentrum der `revolutionären Kräfte` des Landes. So sanken die Menschewiki in den Sumpf des Paktierertums hinab, wurden zu Schrittmachern des bürgerlichen Einflusses auf die Arbeiterklasse, wurden in der Tat Agenten der Bourgeoisie in der Arbeiterklasse” (ebenda, Seite 119).
Etwa 30 Jahre später folgte Dimitroff der gegen Stalin und die Weltbolschewisten gerichtete Linie der einstigen Menschewiki mit seiner kompromisslerischen anti-faschistischen Einheitsfront/Volksfront-Taktik. Er hielt mit dem VII. Weltkongress der Komintern Kurs auf die Eindämmung der Weltrevolution. Statt des revolutionären Sturzes der Weltbourgeoisie schlug er die anti-faschistisch-liberale Koalition mit der Bourgeoisie vor, statt einer antifaschistischen Regierung aus Vertretern von Arbeitern und Bauern, - Unterodnung unter der liberalen Bourgeoisie. So sank auch Dimitroff und der VII. Weltkongress in den Sumpf des Paktierertums ab, wurde er zum Schrittmacher des bürgerlichen Einflusses auf das Weltproletariat, wurde er in der Tat Agent der Weltbourgeoisie im Weltproletariat, wurde die Komintern zugrunde gerichtet durch einen menschewistischen Kurs der neuen Revisionisten. Es ist klar, dass die Komintern/ML als Führerin der Weltbolschewisten nur dann erfolgreich aufgebaut werden kann, wenn die heutigen Verteidiger der Linie Dimitroffs und des VII. Weltkongresses der Komintern und deren verhängnisvollen Folgen ideologisch, politisch und organisatorisch vollkommen geschlagen wird.
“Es ist verständlich, dass nach so ernsten Meinungsverschiedenheiten die SDAPR sich in der Tat als in zwei Parteien gespalten erwies, in die Partei der Bolschewiki und die Partei der Menschewiki. Der IV. Parteitag änderte nichts an der tatsächlichen Lage der Dinge innerhalb der Partei. Er bewahrte nur und festigte ein wenig die formale Einheit der Partei. Der V. Parteitag machte in der Richtung der tatsächlichen Vereinigung der Partei einen Schritt vorwärts, wobei diese Vereinigung unter dem Banner des Bolschewismus vor sich ging.
Die Ergebnisse der revolutionären Bewegung zusammenfassend, verurteilte der V. Parteitag die Linie der Menschewiki als kompromisslerisch und billigte die bolschewistische Linie als revolutionär-marxistisch. Damit bestätigte er noch einmal, was der gesamte Verlauf der ersten russischen Revolution schon bestätigt hatte” (Stalin, ebenda, Seite 119-120).
Der gesamte Verlauf der ersten Revolution (1905-1907) erhärtete in glänzender Weise die bolschewistischen Losungen, die bolschewistische Strategie und Taktik. In den gigantischen Klassenkämpfen vermochte die Partei an der Spitze des revolutionären Kampfes der Massen zu marschieren, sie schloss sie um ihre Losungen zusammen, sie leitete den bewaffneten Aufstand, sie schuf die ersten Sowjets – die Organe des Aufstandes und Keime der revolutionären Diktatur. “Im Frühjahr 1905 war unsere Partei noch ein Verband illegaler Zirkel; im Herbst war sie bereits eine Partei von Millionen Proletariern” (Lenin, ebenda, Bd. XII, S. 375, russ.).
Unermüdlich die Organisierung, den Zusammenschluss und die Erziehung der Massen fortsetzend, vermochten es die Bolschewiki, in völliger Ordnung den Rückzug anzutreten, ihre Kader zu schützen und Kräfte für die neue, entscheidende Offensive vorzubereiten.
In den Jahren der Reaktion (1907-1910), nach zeitweiliger Niederlage der Revolution, waren die Bolschewiki die einzige Partei, die im Kontakt mit den Massen und an ihrer Spitze verblieb und nicht von den Schwierigkeiten zurückschreckte. “Die revolutionäre Klasse lernt... aus eigener bitterer Erfahrung verstehen, dass man nicht siegen kann, wenn man nicht gelernt hat, einen Angriff richtig durchzuführen und den Rückzug richtig anzutreten” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XXV, S. 210f. Russ.).
Bei den Mitläufern, den Intellektuellen und Schwankenden rief die Niederlage der Revolution von 1905 Zerfall und Zersetzung hervor. Sie verließen die revolutionären Reihen nach der Niederlage genauso schnell wie sie zu Zeiten des revolutionären Aufschwungs in die revolutionären Reihen geströmt waren. Ein ähnliches Bild ergab sich auch nach dem vorläufigen Ende des Sozialismus in Albanien bei den Mitläufern in den Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung. Besonders verstärkten sich ab den 90er Jahren die Zersetzung und die Verfallstendenzen unter der Intelligenz innerhalb der Reihen der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die gezwungen war, einen geordneten Rückzug anzutreten und unerschrocken wieder bei Null anzufangen. Mit dem kommenden revolutionären Aufschwung ist also mit Sicherheit auch wieder mit mehr Intellektuellen zu rechnen, worauf man sich mit bolschewistischer Wachsamkeit einstellen und gegen den zu erwartenden schwankenden, opportunistischen Zustrom geschlossen und konsequent vorgehen muss. In Zeiten des revolutionären Aufschwungs wird der Marxismus-Leninismus “modern”, so auch in der Studentenbewegung Ende der 60er Jahre. In der revolutionären Flaute wird hingegen die “Kritik” am Marxismus-Leninismus zur “Mode”, was zahlreiche Dokumente opportunistischer Elemente innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung in der Zeit des revisionistischen Zerfalls beweisen. Alle diese Elemente verfolgen bis heute, ungeachtet ihrer großen Buntscheckigkeit, ein gemeinsames Ziel – das Weltproletariat von der Weltrevolution, von der Schaffung der weltbolschewistischen Partei, abzubringen. Diese international verschiedenen Elemente tarnen sich heuchlerisch und doppelzünglerisch unter der Flagge der “Verteidigung” des Kampfes gegen den Revisionismus. In Wirklichkeit aber sind sie dem Marxismus-Leninismus feindlich gesinnt, denn sie bemühen sich, die theoretischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus zu untergraben. Je heuchlerischer die theoretischen Grundlagen der Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin und Enver Hoxha untergraben werden, desto gefährlicher werden sie für die marxistisch-leninistische Weltbewegung und die Partei des Weltbolschewismus. Viele angebliche “Marxisten-Leninisten” haben sich in die Büsche geschlagen, anstatt den Kampf für die Prinzipien des Marxismus-Leninismus gegen den heutigen internationalen Opportunismus, gegen den Neo-Revisionismus, aufzunehmen. Das war auch nach der Niederlage der 1905-Revolution nicht anders. Der einzige, der die Fahne hoch hielt und den Marxismus verteidigte, waren Lenin und die Bolschewiki. In seinem Buch “Materialismus und Empiriokritizismus” entlarvte er den menschewistischen Idealismus, verteidigte damit nicht nur die theoretischen Grundlagen des Marxismus, sondern entwickelte die Theorie des dialektischen und historischen Materialismus von Marx und Engels genial weiter. In der Geschichte der KPdSU [B] hat Stalin den dialektischen und historischen Materialismus hervorragend zusammengefasst – zum Studium eines jeden aktiven Weltbolschewisten eine Pflicht.
“Nach einer gehörigen Kritik an den russischen Empiriokritizisten und ihren ausländischen Lehrern gelangt Lenin in seinem Buch zu folgenden Schlussfolgerungen gegen den philosophisch-theoretischen Revisionismus:
- `Eine immer raffiniertere Verfälschung des Marxismus, immer raffiniertere Unterschiebungen von anti-materialistischen Lehren unter den Marxismus – das kennzeichnet den modernen Revisionismus sowohl in der politischen Ökonomie als auch in den Fragen der Taktik und in der Philosophie überhaupt` (Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, Moskau 1935, S. 345).
- `Die ganze Schule von Mach und Avenarius marschiert zum Idealismus` (ebenda, S. 375).
- `Unsere Machisten stecken alle tief im Idealismus` (ebenda, S. 363).
- `Man kann nicht umhin, hinter der erkenntnistheoretischen Scholastik des Empiriokritizismus den Parteikampf in der Philosophie zu sehen, einen Kampf, der in letzter Instanz die Tendenzen und die Ideologie der feindlichen Klassen der modernen Gesellschaft zum Ausdruck bringt`(ebenda, S. 376).
- `Die objektive, die Klassenrolle des Empiriokritizismus läuft ganz und gar hinaus auf Handlangerdienste für die Fideisten (Reaktionäre, die dem Glauben vor der Wissenschaft den Vorzug geben.- die Red.) in deren Kampf gegen den Materialismus überhaupt und gegen den historischen Materialismus insbesondere` ( ebenda, S. 376).
- `Der philosophische Idealismus ist ... ein Weg zum Pfaffentum` (Lenin, Ausgew. Werke, Bd. 11, S. 84, russ.).” (Stalin, Geschichte der KPdSU [B], Seite 130, KPD/ML, Dortmund).
Es ist klar, dass sich in der Welt die Vertreter des Idealismus in unseren Reihen gerade nach dem Ende der ersten Etappe des Sozialismus und dem vorübergehenden Sieg des Weltimperialismus zu tummeln begannen, und dass wir nicht umhin kommen, diesen Idealismus theoretisch zu entlarven.
In den Jahren des revolutionären Aufschwungs (1910-1914) organisierten die Bolschewiki die ökonomischen und politischen Kämpfe der Arbeiterklasse gegen den Zarismus und Bourgeoisie, festigten die Hegemonie des Proletariats, führten neue Kampfkader der Arbeiterklasse – eine ganze, durch die Leninsche “Prawda” (1912-1914) erzogene bolschewistische Generation – an die Front der Klassenkämpfe. “Den revolutionären Geboten der Partei Treue haltend, den ... beginnenden Aufschwung der Arbeiterbewegung” unterstützend “ und die legale Organisation, Presse und Agitation mit der illegalen vereinigend”, gruppierten die “Prawdisten” “ die erdrückende Mehrheit der klassenbewussten Arbeiterschaft um sich” (Lenin, Sämtl. Werke, Bd. XVIII, S. 290, russ.).
In den Jahren des imperialistischen Krieges (1914-1918) waren die Bolschewiki die einzige Partei, die dem chauvinistischen Taumel den Krieg erklärte, sich dem Strom entgegenstellte und hoch das alte erprobte Banner des proletarischen Internationalismus vorantrug.Mit den revolutionären Losungen – Umwandlung des imperialistischen Krieges in einen Bürgerlrieg, Niederlage der “eigenen” Regierung im imperialistischen Kriege – die Massen mobilisierend, waren die Bolschewiki die einzigen Organisatoren