een {4}Schulungstexte der Komintern ML. D
VI. Teil
Lehrbuch
über die marxistisch-leninistischen Grundlagen der
weltproletarischen Militärwissenschaft
und über die Kunst der
weltrevolutionären Klassenkriegsführung
Über Bewaffnung und Entwaffnung
unsere internationale Losung lautet:
„Bewaffnung des Weltproletariats und Entwaffnung der Weltbourgeoisie - insbesondere in unseren eigenen internationalen revolutionären Reihen!“
Die materialistischen Waffen sind „Waffen ans sich“. Der Materialismus ist Anerkennung der Waffen als „Objekte an sich“, die außerhalb und unabhängig von den geistigen Waffen existieren. Die entgegengesetzte Lehre ist der Idealismus. Der Idealismus besagt, dass die Waffen als Objekte an sich nicht außerhalb der geistigen Waffen existieren. Die Revisionisten kämpfen mit der Waffe der Ignoranz zur Verkleisterung dieser grundlegenden Unterscheidung von Materialismus und Idealismus und fabrizieren daraus ihre eklektischen Waffen. Der Neo-Revisionismus leugnet nicht die marxistisch-leninistische Bewaffnung und Entwaffnung „an sich“ , sondern er will durch die idealistische Verabsolutierung des Marxismus-Leninismus „nur“ dafür sorgen, die Waffe des Marxismus-Leninismus in der konkreten, historischen Situation mit den revisionistischen Waffen in Einklang zu bringen, sie zu einer Einheitsfront zu schmieden, um die im anti-revisionistischen Kampf entstandenen Bombentrichter wieder aufzuschütten und den Revisionisten dabei zu helfen, die verrosteten revisionistischen Waffen wieder aufzupolieren, um sie als neue „marxistisch-leninistische“ Waffen zu verkaufen. Die Revisionisten wollen dem Weltproletariat einreden, dass es sich nicht zu bewaffnen braucht, weil es angeblich fähig und stark genug ist, die Weltbourgeoisie auf friedlichem Wege zu entwaffnen – dass es auf friedlichem Wege zum Sozialismus übergehen kann durch „friedliche Koexistenz“ mit der Weltbourgeoisie. Friedliche Koexistenz aller Klassen sei der friedliche Weg von der Bewaffnung zur Entwaffnung. Dieses revisionistische Friedensgeschwätz ist altbekannt, und wir haben heute gesehen, wohin das führt – zur Entfesselung neuer imperialistischer Kriege, zur Entfesselung von neuen Bürgerkriegen. Die Idealisierung von konkreten Waffen dient ihrer geistigen Umwandlung in abstrakte Waffen, dient der konkreten Entwaffnung, indem sie durch abstrakte „Bewaffnung“ des Proletariats ersetzt werden. Somit dienen sie der Aufrechterhaltung der konkreten Waffen der Bourgeoisie. Für das Weltproletariat ist die konkrete Waffe das Primäre, für die Revisionisten die geistige, die abstrakte, die „marxistisch-leninistisch“ gedachte Waffe. Geistige Waffen sind nur Abbild der konkreten Waffen, und es versteht sich von selbst, dass die geistigen Waffen nicht ohne konkrete Waffen existieren können, welche sie abbilden, dass aber die konkreten Waffen unabhängig von den geistigen Waffen existieren und auch als solche vom Weltproletariat bewusst praktisch eingesetzt werden. Die höchste militärische Frage, ist die Frage nach dem Verhältnis zwischen den geistigen und konkreten Waffen, also wie das Weltproletariat die Waffe des Marxismus-Leninismus mit den konkreten Waffen verschmilzt, um seine militärische Mission siegreich erfüllen zu können. Zwischen der Erkenntnis einer Waffe und der Waffe selber gibt es absolut keinen prinzipiellen Unterschied, sondern nur einen Unterschied zwischen dem bereits Erkannten und dem noch nicht Erkannten einer Waffe. Indem das Weltproletariat die Waffen der Weltbourgeoisie erkennt, erkennt es auch um so besser die eigenen Waffen. In der militärischen Wissenschaft des Weltproletariats muss man dialektisch denken, d.h., unsere Erkenntnisse auf dem Gebiet dieser Wissenschaft nicht für etwas Fertiges und Unveränderliches halten, sondern untersuchen, auf welche Weise dieses Wissen aus Nichtwissen entsteht, wie unvollkommenes, nicht exaktes Wissen vollkommener und exakter wird, dass sich in diesem dialektischen Erkenntnisprozess die Waffe „an sich“ in eine Waffe „für uns“ verwandelt. Die Frage, ob die von uns erkannten Waffen „für uns“ ihre Wirkung auch tatsächlich erfüllen, ist eine praktische Frage, die nur durch die Anwendung im bewaffneten Kampf selbst beantwortet und bewiesen wird. Durch den bewaffneten Kampf selbst wird die Richtigkeit unserer militärischen Vorstellungen überprüft und das an ihnen bestätigt, was der absoluten Notwendigkeit der weltproletarischen Bewaffnung entspricht. Die internationale Tauglichkeit einer Waffe kann nur durch ihren praktischen internationalen Einsatz überprüft werden, das gilt auch und vor allem für die Waffe des Marxismus-Leninismus. Eine Waffe „für uns“ ist jene konkrete Waffe, deren positive Wirkung im Klassenkampf von uns richtig erkannt und vorausgesagt wurde. Dies ist uns aber nur möglich, wenn wir diese Waffen „für uns“ stets den Revisionisten, ihrer scheinheiligen Bewertung der Waffe „für uns“, entreißen. In diesem Zusammenhang fügen wir hier ein Zitat von Engels an, das Lenin in seiner Schrift „Materialismus oder Empiriokritizismus“ verwendete (Lenin, Band 14, Seite 103 und 104) und definieren dabei „das Ding“ konkret als „die Waffe“:
„In dem Augenblick, wo wir diese Dinge [also die Waffen – Anmerkung des Verfassers], je nach den Eigenschaften, die wir in ihnen wahrnehmen, zu unserm eigenen Gebrauch anwenden, in demselben Augenbklick unterwerfen wir unsere Sinneswahrnehmung einer unfehlbaren Probe auf ihre Richtigkeit oder Unrichtigkeit. Waren diese Wahrnehmungen unrichtig, dann muss auch unser Urteil über die Verwendbarkeit eines solchen Dinges unrichtig sein, und unser Versuch, es zu verwenden, muss fehlschlagen. Erreichen wir aber unseren Zweck, finden wir, dass das Ding unserer Vorstellung von ihm entspricht, dass es das leistet, wozu wir es anwandten, dann ist dies positiver Beweis dafür, dass innerhalb dieser Grenzen unserer Wahrnehmungen von dem Ding und von seinen Eigenschaften mit der außer uns bestehenden Wirklichkeit stimmen (...). Finden wir dagegen, dass wir einen Fehlstoß gemacht haben, dann dauert es meistens auch nicht lange, ehe wir die Ursache davon entdecken; wir finden, dass die unserem Versuch zu Grunde gelegte Wahrnehmung entweder selbst unvollständig und oberflächlich, oder mit den Ergebnissen anderer Wahrnehmungen in einer durch die Sachlage nicht gerechtfertigten Weise verkettet worden war (...) Solange wir unsere Sinne richtig ausbilden und gebrauchen und unsere Handlungsweise innerhalb der durch regelrecht gemachte und verwertete Wahrnehmungen gesetzten Schranken halten, solange werden wir finden, dass die Erfolge unserer Handlungen den Beweis liefern für die Übereinstimmung unserer Wahrnehmungen mit der gegenständlichen Natur der wahrgenommenen Dinge. Nicht in einem einzigen Fall, soviel bis heute bekannt, sind wir zu dem Schluss gedrängt worden, dass unsere wissenschaftlich kontrollierten Sinneswahrnehmungen in unserem Gehirn Vorstellungen von der Außenwelt erzeugen, die ihrer Natur nach von der Wirklichkeit abweichen, oder dass zwischen der Außenwelt und unseren Sinneswahrnehmungen von ihr eine angeborene Unverträglichkeit besteht.“
Kurz: Der Marxismus-Leninismus beantwortet die Frage der Bewaffnung des Weltproletariats und die Frage der Entwaffnung der Weltbourgeoisie konkret-praktisch und nicht theoretisch-abstrakt.
Es gibt aber keine abstrakten Waffen. Die Waffen sind immer konkret. Will man die Frage der Waffen, die Frage der Be- und Entwaffnung auf marxistisch-leninistische Weise lösen, so muss man sie zunächst auf eine Analyse des Kampfes der Klassen zurückführen. Die herrschenden Waffen sind die Waffen der herrschenden Klassen, welche die herrschende materielle Macht der Gesellschaft und zugleich ihre herrschenden geistigen Waffen sind. Die Klasse, die über die Mittel zur materiellen Kriegsproduktion verfügt, disponiert damit zugleich über die Mittel zur geistigen Kriegsproduktion, über die Mittel zur Bestimmung und Festlegung derer strategischen und taktischen Verwendung; kurz: über die „geistige Lenkung“ der produzierten Waffen. Die materiellen und geistigen Waffen der Herrschenden dienen der Unterwerfung von Klassen, um erstens das Ausbeutungssystem auszudehnen, zu verschärfen, zu sichern, zu verteidigen usw., und zweitens, um das Freiheitsstreben der unterdrückten und ausgebeuteten Klassen, ihre revolutionäre Bewegungen, ihre materiellen und geistigen Waffen der Befreiung, durch die Konterrevolutionen zu paralysieren, zu verhindern , niederzuschlagen etc. Die herrschenden Waffen sind weiter nichts als die bewaffnete Aufrechterhaltung der herrschenden materiellen Verhältnisse, also der Verhältnisse, die eben die eine Klasse zur herrschenden macht, also die mächtigen Waffen ihrer Herrschaft. Die Existenz revolutionärer Waffen in einer bestimmten Epoche setzt bereits die Existenz einer revolutionären Klasse voraus. Existiert also das Weltproletariat, so werden auch die Waffen des Weltproletariats existieren. Das Weltproletariat wird nicht nur durch die Vereinigung seiner Waffen zur internationalen bewaffneten Klasse, sondern auch durch die Waffe seines wachsenden internationalistischen Bewusstseins, die Klasse der herrschenden Weltbourgeoisie international zu entwaffnen. Unter internationaler Bewaffnung des Weltproletariats ist sowohl seine internationale direkte Bewaffnung mit Waffen als auch die weltweite Bewaffnung mit dem Marxismus-Leninismus, mit der Weltanschauung des Proletariats, mit dem proletarischen Internationalismus zu verstehen. Die Stärke der internationalen Waffen misst sich darin, wie stark das Bewusstsein der Klassen ist, mit dem diese ihre internationalen Waffen einsetzen. Übt der Marxist-Leninist Kritik an den internationalen Waffen der Weltbourgeoisie, so entwickelt er das Bewusstsein des Weltproletariats und stärkt damit die Weltrevolution. Benebelt ein Revisionist mit seinen Predigten das Weltproletariat, so trübt er dessen Bewusstsein und schwächt die Weltrevolution. Das Weltproletariat, welches sich als Klasse an die Stelle der jetzt herrschenden Klasse der Weltbourgeoisie stellt, ist genötigt, schon um ihren Zweck durchzuführen, ihre Waffen als die gemeinschaftlichen Waffen aller Völker darzustellen, d.h., ihre Waffen die internationale Form der Allgemeinheit zu geben. Das revolutionäre Weltproletariat tritt von vornherein, schon weil es der Weltbourgeoisie als Klasse gegenübersteht, nicht als bewaffnete Klasse, sondern als bewaffnete Vertreterin der ganzen Weltgesellschaft auf, als Organisator und Führer der bewaffneten Solidarität der revolutionären Völker. Das Weltproletariat erscheint als die ganze Masse der Weltgesellschaft gegenüber der einzigen, herrschenden Klasse der Weltbourgeoisie. Das Weltproletariat bringt ihre Herrschaft also auf einer breiteren Basis als die der noch herrschenden Klasse der Weltbourgeoisie zustande, wogegen sich dann im späteren Verlauf auch der Gegensatz der nicht mehr herrschenden Weltbourgeoisie gegen das dann herrschende Weltproletariat um so schärfer und tiefer entwickelt. Das Privateigentum an den Waffen, das ohne Waffen nicht privat bleiben kann, wird beseitigt durch die Vergesellschaftung ihrer Verwendung [dreht die Gewehre um gegen das Privateigentum!]. Dadurch ist das letzte Produkt der vergesellschafteten Produktion von Waffen gesetzmäßig die waffenlose Gesellschaft. Der Sozialismus schafft die bürgerlichen Waffen ab, nicht aber die proletarischen Waffen, der Kommunismus überhaupt alle Waffen, die einst der Tötung, der Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen durch Menschen dienten. Also: Ohne Enteignung der privaten Waffen, keine Vergesellschaftung der Waffen und ohne vergesellschaftete Waffen keine Abschaffung der Waffen. Die Notwendigkeit von herrschenden Waffen entfällt erst in dem Augenblick, sobald die Herrschaft von Klassen überhaupt aufhört und damit die Klasseninteressen nicht mehr als „allgemeine“ Interessen als herrschend, also mit herrschenden Waffen dargestellt werden müssen. Das Weltproletariat ist der einzige Herrscher, der die Herrscher beherrscht, um schließlich die Unvermeidbarkeit von Herrschern für immer zu beseitigen ( Herrschaftszeiten, [nicht] noch a´ mal !). Lenin hat deutlich darauf hingewiesen: „(...) vom Standpunkt der Grundideen des Marxismus stehen die Interessen der gesellschaftlichen Entwicklung höher als die Interessen des Proletariats“ ( Lenin, Band 4 Seite 230) und damit auch das Interessen an den Waffen.
Wir Marxisten-Leninisten stellen die proletarischen Klasseninteressen nicht in Gegensatz zu den allgemein-menschlichen Interessen. Im Gegenteil, die Begründer des Marxismus, die auf die Einheit dieser Interessen hingewiesen haben, unterstrichen den allgemeinmenschlichen Charakter der Interessen des Proletariats, seines (bewaffneten) Kampfes gegen den imperialistischen Krieg und jegliche Anwendung von Gewalt gegen Menschen und seines Zieles der klassenlosen und gewaltlosen Gesellschaft.
„„Die Klassenherrschaft der Arbeiter über den mit ihnen kämpfenden Schichten der alten Welt (kann) nur solange bestehn, ... als die ökonomische Grundlage der Klassenexistenz nicht vernichtet ist“ (MEW, Band 18, Seite 636).
Die Waffe des Proletariers richtet sich also gegen die Bourgeoisie zur Verteidigung der Existenz seiner eigenen Klasse - nur aus dem einzigen Grund, nämlich sich damit seine Macht zu schaffen, ohne die er die ökonomischen Grundlagen der Existenz aller Klassen nicht vernichten kann. Die Arbeiterklasse emanzipiert sich, damit sich der Arbeiter als Mensch emanzipieren kann. Nur so hat der Arbeiter endlich aufgehört, nur ein „Arbeiter“ und sonst nichts zu sein. Nur so erschafft er sich eine Gesellschaft, in der er als Mensch einfach „nur“ Mensch sein kann, wo er wirklich frei ist, wo er frei sein kann, ohne jemals wieder dazu verdammt zu sein, nur das Anhängsel und Instrument einer Klasse sein zu müssen. Alle Menschen sind erst gleich, wenn sie endlich aus dem Schattendasein ihrer Klassenzugehörigkeit heraustreten können, sich als wirkliche Menschen emanzipieren und sich nie wieder begegnen müssen als Angehörige dieser oder jener Klasse im Kampf der eigenen Klasse gegen die Angehörigen dieser oder jenen Klasse. Und wem allein auf dieser ganzen Welt gebührt die Ehre, dieses großartigste Werk der Menschheitsgeschichte - die kommunistische, klassenlose Gesellschaft - zu vollbringen? Diese Ehre gebührt einzig und allein – dem Arbeiter !!! Und wie verwirklicht er sich diesen Traum? Nur auf dem einzig möglichen Weg – auf dem schweren, aufopferungsvollen Weg seines bewaffneten Kampfes !!! Das ist der ganze Sinn und Zweck, wozu der Arbeiter seine eigene proletarische Militärtheorie gebrauchen muss – die Militärtheorie des Marxismus-Leninismus. Und wie kann er sie gebrauchen? Er kann sie nur unter der Bedingung und in dem Augenblick gebrauchen, wenn er sich als Soldat in die großen Armeen des Weltproletariats einreiht, die von der Kommunistischen Internationale angeführt werden.
„Eine wirkliche Unterstützung im wirklichen Kampf wird dem gewährt, der das Große erstrebt ( und im Fall des Misslingens das Kleine erreicht), und nicht dem, der opportunistisch schon vor dem Kampf die Aufgaben dieses Kampfes beschneidet“ (Lenin, Band 11, Seite 17).
Wer wirklich mit der Waffe in der revolutionären Hand kämpft, der kämpft naturgemäß ums Ganze, um die Weltmacht : Freiheit oder Tod! Wer aber mit der Waffe in der Hand ums Ganze kämpft, der muss sich davor hüten, seine Waffe schon wieder aus der Hand zu legen, nur weil er damit kleine Errungenschaften des Augenblicks oder Errungenschaften für ein einzelnes Land erkämpft hat. Wer sich vom bewaffneten Weg abbringen lässt, vergisst das Ganze, also alles das, was noch (international) unbedingt zu erringen ist, aber noch verhältnismäßig fern liegt. Ohne das Ganze aber sind alle kleinen Errungenschaften des Augenblicks, alle Errungenschaften eines Landes oder einiger Länder völlig eitel. Nur die revolutionäre Klasse des Proletariats ist zu solch einem bewaffneten Kampf in der Lage und fähig, das Ganze nicht auf halbem Wege zu opfern nur für die Eitelkeit des bereits erreichten Etappensieges auf dem Weg zur Weltrevolution. Nur das Weltproletariat ist in der Lage und fähig, die Waffe erst dann aus der Hand zu legen, wenn auch der letzte Mensch auf dieser Erde von Unterdrückung und Ausbeutung befreit ist! Alle anderen Klassen ziehen diesem bewaffneten Kampf ums Ganze den bewaffneten Kampf des Paktierens vor, was nichts anderes heißt, mittels Einsatz von Waffen bei der alten kapitalistischen Welt Druck auszuüben, um letztendlich auf ein Stück von deren Reichtum Anspruch erheben zu können; sprich: die alte Welt anzugreifen, nur um sich mit kleinen Errungenschaften zum eigenen Vorteil zufriedenzugeben - zum Preis, sich mit der alten Herrschaft des Kapitalismus grundsätzlich abzufinden („friedliche Koexistenz“). In welchem „revolutionären“ Gewand auch immer die Bourgeoisie ihre Waffen gebraucht, ihr ist jede Sorge um die vollständige Beendigung von Ausbeutung und Unterdrückung auf der ganzen Welt fremd. Jedes kritische Verhalten der revolutionären Waffen gegenüber geringfügigen, allmählichen Verbesserungen, gegenüber jeder Halbherzigkeit und jeder Halbheit ist ihr unverständlich und wird ihr immer unverständlich bleiben, mag sie sich auch noch so „freiheitsliebend“, „völkerfreundlich“ oder „weltrevolutionär“, ja möge sie sich sogar „marxistisch-leninistisch“ gebärden: Revisionistische Waffen werden sich niemals in marxistisch-leninistische Waffen verwandeln lassen können, sie können sich nur von den marxistisch-leninistischen Waffen entwaffnen lassen.
In Worten mit der Waffe in der Hand ums Ganze kämpfen wollen, aber in Taten die ganzen Waffen nur zu dem Ziel und Zweck zu missbrauchen, sich auf Kosten des Ganzen mit einem Teil zufriedenzugeben, das ist Verrat am Ganzen, das ist Entwaffnung des Ganzen, das ist Verrat an der ganzen bewaffneten Weltrevolution, an der ganzen Bewaffnung der neuen sozialistischen Weltordnung und das ist gleichzeitig die ganze Kapitulation vor dem ganzen bewaffneten, alten, kapitalistischen Weltsystem. Dieser Verrat an den ganzen Waffen existiert in der ganzen Geschichte des bewaffneten Kampfes des ganzen Proletariats. Und dieser ganze Verrat an den ganzen revolutionären Waffen hört erst dann auf, wenn auch der ganze bewaffnete Kampf des Weltproletariats für immer ganz beendet sein wird.
Es ist ein alter Trick der Revisionisten, dass sie völlig nichtssagende, auswendig gelernte Worte des Marxismus benutzen, wie: Die Marxisten-Leninisten dürfen in allen Ländern zu allen Zeiten nicht auf den bewaffneten Kampf verzichten, ebenso wie es ein alter trick der Revisionisten ist, die Bewaffnung in diesem oder jenen Land durchaus „anzuerkennen“, „ für gerechtfertigt zu halten“, „ sie solidarisch zu unterstützen“ usw., aber nur nicht konkret in einem bestimmten Land, nur nicht im eigenen Land – also: abstrakte Waffen (Attrappen) werden den konkrete Waffen entgegengestellt; abstrakter Marxismus-Leninismus (Attrappe) wird gegen den konkreten Marxismus-Leninismus gestellt. Wenn man das als internationale revisionistische Taktik des Aufbaus von Attrappen betrachtet – und anders können wir das unter den Bedingungen der Globalisierung nicht betrachten – so läuft das auf eine Bewaffnung in Worten, aber auf eine Entwaffnung in Taten hinaus, auf eine Weltrevolution in Worten gegen die Weltrevolution der Tat. Für die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft des Weltproletariats ist die volle bewaffnete Solidarität der internationalen marxistisch-leninistischen Bewegung eine absolut unbestreitbare Tatsache, ebenso wie die Bekämpfung der faktischen internationalen revisionistischen Entwaffnung des Proletariats. Und um mit den Worten Lenins zu sprechen heißt bewaffneter Internationalismus:
Es gibt nur einen wirklichen bewaffneten Internationalismus: die hingebungsvollen Arbeit an der Entwicklung der revolutionären Bewegung und ihres bewaffneten Kampfes im eigenen Lande, die bewaffnete Unterstützung eben eines solchen bewaffneten Kampfes, eben einer solchen bewaffneten Linie und nur einer solchen allein in ausnahmslos allen Ländern (vergleiche: Lenin, Band 24, Seite 59/60).Die militärische Leitlinie des proletarischen Internationalismus heißt: „Die Waffen niemals gegen die eigenen Brüder, die Lohnsklaven anderer Länder, zu richten, sondern gegen die reaktionären und bürgerlichen Regierungen und Parteien in allen Ländern“ (Lenin, Band 21, Seite 166).
Es gibt nur einen wirklichen bewaffneten internationalen Revisionismus, um den bewaffneten Internationalismus, der sich nun mal nicht beseitigen nicht unschädlich machen lässt, solange der Weltimperialismus existiert, in Heilkräfte, in neue Energie zur Aufrechterhaltung der alten Macht zu verwandeln. Die revisionistische Kriegsführung ist eine verkappte Kriegsführung des Weltimperialismus - also der mit einer marxistisch-leninistischen Tarnkappe verrichtete Krieg zur imperialistischen Domestizierung und Züchtigung der revolutionären Bewegung und ihres bewaffneten Kampfes im eigenen Lande, die bewaffnete Zersetzung eben eines solchen bewaffneten Kampfes, der Zersetzung eben einer solchen bewaffneten Linie und nur einer solchen Zersetzung allein in ausnahmslos allen Ländern. Diese bewaffnete revisionistische Macht ist ein Stückchen von dieser alten Macht, für die Aufrechterhaltung, Festigung bzw. Zurückeroberung der alten Macht, ist eine immunisierende Art Schutzschild, um den Ansturm der revolutionären Völker mit dem Weltproletariat an der Spitze gegen die alte Macht aufzufangen, zu zersetzen, aber sich damit nicht mehr zu begnügen, sondern diesen Zersetzungsprozess als Grundlage für die Aufbereitung der entrevolutionierten Masse in solcher Weise zu verwenden, dass damit der alten Macht neue Kräfte zu seiner Regeneration, neuer revisionistischer Immunisierungsimpfstoff produziert werden kann gegen (für !!!) den nächsten weltrevolutionären Ansturm der ausgebeuteten und unterdrückten Massen. Der Revisionismus aber kann aus nichts anderem gewonnen werden als aus dem Extrakt des Marxismus-Leninismus. Nur noch eine im Klassenkampf aufbereitete elektrisierte Masse, ein revisionistisch-domestiziertes Weltproletariat, führt der alten Macht Profite, also benötigten Überlebensenergien zu. Zersetzung der revolutionären Kräfte zum Zwecke von Verjüngungskuren der alten Macht, das ist die Rezeptur des revisionistischen Lebenselixiers des heutigen Weltimperialismus – Abwehr durch Einnahme von Abwehrstoffen, die nur aus der kostbaren revolutionären Bewegung extrahiert werden kann, die der Klassenkampf hervorbringt, die die Weltbourgeoisie nur aus dem Weltproletariat produzieren kann, die sie aber braucht zum Überleben und auch dafür bislang bekommt. Höchstprofit durch revisionistische „Kultivierung“ der Weltrevolution – das ist das letzte große „Geheimnis“ der weltimperialistischen Überlebensstrategie, das hier gelüftet und damit zum Abschuss freigegeben ist!
Wenn also die weltrevolutionäre Bewegung, das Weltproletariat an der Spitze der revolutionären Völker die alte Macht wirklich besiegen will - und sie werden unwiderruflich, ob früher oder später, siegen - dann muss sie zuerst die Produktion des revisionistischen Impfstoffes stoppen, muss sie sich selber gegen diesen Impfstoff immunisieren, muss sie den Revisionismus sodann in eine tödliche Waffe gegen den Weltimperialismus verwandeln, muss sie den Weltimperialismus mit seinen eigenen Waffen schlagen. Den Revisionismus mit seinen eigenen Waffen schlagen, das ist ein wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil der militärischen Strategie und Taktik des zukünftigen antirevisionistischen Kampfes, die Zerschlagung dieses Stückchens alter Macht gegen die Aufrechterhaltung, Festigung bzw. Zurückeroberung der alten Macht. Das ist eine Art immunisiertes Schutzschild des Weltproletariats, um den konterrevolutionären Ansturm der Weltbourgeoisie gegen die neue Macht aufzufangen und zu zersetzen, damit das Weltproletariat sodann selber daraus Nutzen ziehen kann. Das Lebenselixier der revolutionierten Massen ist der Marxismus-Leninismus, der einzig wirksame Impfstoff gegen den Revisionismus, die entscheidende Waffe gegen die alte Macht, die entscheidende Waffe zur Schaffung der neuen, vom Revisionismus befreiten Macht des Weltproletariats!
„Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist nur wert, unterdrückt, misshandelt und als Sklave behandelt zu werden“ (Lenin, Band 23, Seite 75). Das trifft am allermeisten auf die unterdrückteste und die ausgebeutetste Klasse auf der ganzen Welt zu – auf das Weltproletariat.
Lenin schrieb im November 1905 von der Gründung lokaler sozialdemokratischer Arbeiterorganisationen und erwähnte dabei die Errichtung von „tirs“. Hierzu merkte er an:
„ * Ich weiß kein zutreffendes russisches Wort und bezeichne mit französisch `tir` einen Raum zum Scheibenschießen, wo allerlei Waffen vorrätig sind und jeder, der dazu Lust hat, gegen ein geringes Entgelt mit Revolvern oder Flinten nach der Scheibe schießen kann. In Russland ist die Versammlungs- und Koalitionsfreiheit proklamiert. Die Bürger sind berechtigt, sich auch zur Abhaltung von Schießübungen zu versammeln, das kann niemanden in Gefahr bringen. In jeder größeren Stadt Europas gibt es solche jedermann zugängliche Schießstände in Kellerräumen, zuweilen außerhalb der Stadt usw. Und für die Arbeiter ist es ganz und gar nicht überflüssig, schießen und mit Waffen umgehen zu lernen. Selbstverständlich werden wir erst dann ernsthaft und umfassend an diese Sache gehen können, wenn die Koalitionsfreiheit gesichert ist und man jeden Polizeischuft, der sich unterstehen sollte, solche Einrichtungen zu verbieten, gerichtlich belangen kann“ (Lenin, Band 10, Seite 19-20).
„Im Jahre 1850, in Erwartung einer neuen Erhebung in Deutschland, schrieb Karl Marx an die damaligen deutschen Genossen: `Die Waffen und die Munition dürfen unter keinem Vorwand aus den Händen gegeben (...) werden, die Arbeiter müssen (...) versuchen, sich selbständig als proletarische Garde, mit selbstgewählten Chefs und eigenem selbstgewählten Generalstabe zu organisieren (...)`. Und dies sei es, was das Proletariat `während und nach dem bevorstehenden Aufstand im Auge zu behalten hat (siehe den `Kölner Prozess` Ansprache von Marx an die Kommunisten) [zitiert bei Stalin, Werke, Band 1, Seite 316]. Und dies ist es, was auch während und nach der sozialistischen Weltrevolution im internationalen Maßstab „im Auge zu behalten“ ist.
Im Kommunistischen Manifest heißt es:
„Die Waffen, womit die Bourgeoisie den Feudalismus zu Boden geschlagen hat, richten sich jetzt gegen die Bourgeoisie selbst. Aber die Bourgeoisie hat nicht nur die Waffen geschmiedet, die ihr den Tod bringen; sie hat auch die Männer gezeugt, die diese Waffen führen werden – die modernen Arbeiter, die Proletarier!“
Marx und Engels sprechen nicht nur von der Zeugung, von der bloßen Existenz der Proletarierklasse, sondern vor allem auch von ihrer internationalen Entwicklung und Reifung. Es müssen ein bestimmter Reifegrad, gesicherte Bedingungen und internationale Voraussetzungen erfüllt sein, um den endgültigen Sieg über die Bourgeoisie erringen zu können. Wie die Bourgeoisie das bewaffnete Weltproletariat, seine „eigenen Totengräber“ also nicht nur selber erzeugt, sondern schließlich auch ihren Untergang gesetzmäßig und unvermeidlich besiegelt, das erklärten Marx und Engels wie folgt:
„Alle bisherige Gesellschaft beruhte (...) auf dem Gegensatz unterdrückender und unterdrückter Klassen. Um aber eine Klasse unterdrücken zu können, müssen ihre Bedingungen gesichert sein, innerhalb derer sie wenigstens ihre knechtische Existenz fristen kann. (...) Der moderne Arbeiter dagegen, statt sich mit dem Fortschritt der Industrie zu heben, sinkt immer tiefer unter die Bedingungen seiner eigenen Klasse herab. Der Arbeiter wird zum Pauper, und der Pauperismus entwickelt sich noch schneller als Bevölkerung und Reichtuim. Es tritt hiermit offen hervor, dass die Bourgeoisie unfähig ist, noch länger die herrschende Klasse der Gesellschaft zu bleiben und die Lebensbedingungen ihrer Klasse der Gesellschaft als regelndes Gesetz aufzuzwingen. Sie ist unfähig zu herrschen, weil sie unfähig ist, ihrem Sklaven die Existenz selbst innerhalb seiner Sklaverei zu sichern, weil sie gezwungen ist, ihn in eine Lage herabsinken zu lassen, wo sie ihn ernähren muss, statt von ihm ernährt zu werden. Die Gesellschaft kann nicht mehr unter ihr leben, d.h., ihr Leben ist nicht mehr verträglich mit der Gesellschaft. Die wesentliche Bedingung für die Existenz und für die Herrschaft der Bourgeoisieklasse ist die Anhäufung des Reichtums in den Händen von Privaten, die Bildung und Vermehrung des Kapitals; die Bedingung des Kapitals ist die Lohnarbeit. Die Lohnarbeit beruht ausschließlich auf der Konkurrenz der Arbeiter unter sich. Der Fortschritt der Industrie, dessen willenloser und widerstandsloser Träger die Bourgeoisie ist, setzt an die Stelle der Isolierung der Arbeiter durch die Konkurrenz ihre revolutionäre Vereinigung durch die Assoziation. Mit der Entwicklung der großen Industrie wird also unter den Füßen der Bourgeoisie die Grundlage selbst hinweggezogen, worauf sie produziert und die Produkte sich aneignet. Sie produziert vor allem ihren eigenen Totengräber. Ihr Untergang und der Sieg des Proletariats sind gleich unvermeidlich.“
Ferner sei zum obigen Zitat aus dem Kommunistischen Manifest angemerkt, dass die Bourgeoisie nicht nur die Männer zeugt, die sie vernichten werden, sondern auch die Frauen, die „ihren Mann stehen.“ Wir gehen davon aus, und die Geschichte hat es längst bewiesen, dass die Frauen auch im bewaffneten Befreiungskampf hervorragend mit der Waffe unmgehen können, nicht minder als die Männer (revolutionäres Frauenbataillon in China). Die Gemeinsamkeit der Geschlechter, die Klassensolidarität gemeinsamer Pflichten und Rechte unter den Geschlechtern, spielt im (bewaffneten) Klassenkampf die entscheidende Rolle, nicht ihr Unterschied. Die Stellung der Frau ist nicht in allen Kulturen gleich, aber mit dem revolutionären Gewehr in der Hand wird die Frau in der ganzen Welt ihre Stellung heben, wird ihr bewaffneter Kampf zu ihrer Emanzipation beitragen.
Die Frage des geschlechterspezifischen bewaffneten Kampfes ist nicht die einzige Frage. Es gibt auch Unterschiede unter den Proletariern der verschiedenen Länder, Staaten, Nationen usw. Die Gemeinsamkeiten der Proletarier in den einzelnen Ländern, Staaten, Nationen usw. spielen im (bewaffneten) Klassenkampf die entscheidende Rolle, ohne dabei die korrekte Berücksichtigung der gegebenen oder auftretenden Unterschiede, die von Land zu Land bestehen, außer Acht zu lassen. Für die Weltrevolution ist nicht entscheidend, welches Volk, welcher Staat, welche Nation die besten revolutionären Soldaten, die beste Roten Armee etc. hat, sondern dass sie ihre Schwächen gegenseitig neutralisieren und alle zusammen ihre besten Eigenschaften vereinigen gegen den gemeinsamen Klassenfeind. Sicherlich gibt es Kämpfer, die einen Ehrenplatz verdienen, sicherlich gibt es Armeen, die an der Spitze des weltrevolutionären Zentrums kämpfen, das ist verdienstvoll und vorbildlich, aber kein Privileg, sondern nur Verpflichtung allen anderen gegenüber, die gleichfalls Opfer gebracht und ihren Beitrag geleistet haben. Der bewaffnete Kampf des Weltproletariats und der revolutionären Völker vertieft nicht bestehende Unterschiede, sondern verringert sie, denn es geht um die Befreiung aller, für die alle gleichermaßen kämpfen.
„Die politische Macht kommt aus den Gewehrläufen“, aber eben nicht ausschließlich und nicht unter allen Bedingungen. Selbst die stärkste bewaffnete internationale Konterrevolution kann die Macht der Weltbourgeoisie nicht für immer garantieren, weil selbst mit Waffen die gesellschaftliche Gesetzmäßigkeit des Untergangs dieser herrschenden Klasse nicht außer Kraft gesetzt, sondern höchstens für begrernzte Zeit verzögert werden kann. Auch die Macht des Proletariats, die „aus den Gewehrläufen kommt“ ist nicht absolut und unter allen Umständen garantiert, denn das Heranwachsen des Proletariats zur herrschenden Klasse ist gesellschaftlichen und ökonomischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen, die weder außer Kraft gesetzt noch übersprungen werden können. Schließlich sind die Roten Armeen besiegt oder in Schwarze Armeen zurückverwandelt worden, wie die Geschichte des bewaffneten Proletariats dies schmerzvoll gezeigt hat. Die Lehre der Pariser Kommune ist nicht nur die Notwendigkeit der Bewaffnung an sich, der Diktatur des Proletariats an sich, sondern dass die Bewaffnung des Proletariats bis zur Weltdiktatur des Proletariats weitergeführt werden muss, dass die Diktatur des Proletariats zum Scheitern verurteilt ist, wenn sie nicht über das Stadium des „Sozialismus in einem Land“ hinauswächst, sich von einem Land zum anderen über der ganzen Welt ausbreitet. Und eben dazu waren noch nicht alle erforderlichen Bedingungen erfüllt, obwohl sie dazu einen Riesenschritt beigetragen haben. Die Geschichte hat gezeigt, dass es einer ganzen historischen Zwischenstufe bedarf zwischen dem „Sozialismus in einem Land“ und dem „Sozialismus im Weltmaßstab“, dass dieser Unmwandlungsprozess nicht in einem einzigen Sprung von der Oktoberrevolution zur Weltrevolution erreicht werden konnte, dass das Weltproletariat zu diesem unmittelbaren Sprung noch nicht fähig war, dass es einen, ja mehr als einen Anlauf brauchen würde. Vor allem zeigt die Erfahrung, dass es vieler Voraussetzungen bedarf, damit die politische Macht des Weltproletariats „aus den Gewehrläufen“ kommen kann, die erst einmal erfüllt sein müssen. Wenn wir uns hier also insbesondere mit den Gesetzmäßigkeiten der politischen Macht beschäftigen, die „aus den Gewehrläufen“ kommt, so dürfen wir dies nicht einseitig tun, sondern müssen immer die militärischen Waffen im Zusammenhang mit allen anderen Waffen anwenden, die das Weltproletariat alle zusammen braucht, um in der Weltrevolution siegen zu können. Die militärischen Waffen sind nicht automatisch Bestandteil jeder Gesellschaftsordnung, sondern ausschließlich der Ordnung der Klassengesellschaft, die wir ja abschaffen wollen und werden. Das Weltproletariat kann sich also unmöglich nur ausschließlich auf die militärischen Waffen stützen, um die Welt vom Kapitalismus zu befreien und den Weg zum Weltkommunismus zu beschreiten. Kurz: Das revolutionäre Weltproletariat ordnet seinen militärischen Standpunkt unter seinen politischen Standpunkt. Lenin betont in seinem Kommentar über Clausewitz, dass „die Politik der Verstand ist, der Krieg indessen lediglich das Werkzeug und nicht umgekehrt. Folglich gibt es nur die Möglichkeit, den militärischen Standpunkt dem politischen unterzuordnen“ [unterstrichen vom Verfasser].
„Die große Sache der Ablösung der unfreien Arbeit durch die Arbeit für sich selbst, durch die in gigantischem, gesamtstaatlichen Maßstab ( in gewissem Grade auch im internationalen, im Weltmaßstab) planmäßig organisierte Arbeit, erfordert außer `militärischen` Maßnahmen zur Unterdrückung des Widerstandes der Ausbeuter auch riesige organisatorische Anstrengungen des Proletariats und der armen Bauernschaft. Die organisatorische Arbeit ist mit der Aufgabe der schonungslosen militärischen Niederhaltung der Sklavenhalter von gestern (der Kapitalisten) und der Meute ihrer Lakaien, der Herren bürgerlichen Intellektuellen, zu einem untrennbaren Ganzen verflochten“ (Lenin, Band 26, Seite 406).
Diese bürgerlichen Intellektuellen meinen, für die gewaltsame Revolution mag das Proletariat, mag die Bauernschaft, mögen die armen Massen geeignet sein, aber den Staat verwalten, die neue Gesellschaft aufbauen, das Wissen, die Bildung, das „Know how“, die Früchte der Revolution ernten und sich anzueignen, wäre nur den privilegierten Schichten der „höheren Klassen“ vorbehalten, würde also der proletarische Sozialismus ihrer Auffassung nach gesetzmäßig in den bürgerlichen Sozialismus, in ihre eigenen Taschen übergehen, und sie verweisen dabei auf die glorreiche Entstehung und die leidvoll endende Geschichte des Sozialismus in einem Land. Das Weltproletariat kämpft und die Bourgeoisie erschleicht sich ihre Macht zurück mit Hilfe des Revisionismus. Soll die sozialistische Weltrevolution also nur ruhig den Karren aus dem Dreck ziehen, wenn er dann wieder mit den Anstrengungen der Massen läuft, werden sich die höheren Klassen wieder mit der roten Fahne „bewaffnen“, sich auf den Kutschbock setzen und die Richtung bestimmen, werden absahnen und wenn die Errungenschaften der Revolution verkostet sind, den Karren geradewegs wieder in den nächsten Dreck steuern, um das Weltproletariat erneut anzuflehen, den Karren „als letztes Mal“ aus dem Dreck zu ziehen. So geht`s nicht meine Herren! Aus dem Dreck für immer herauskommen werden wir erst dann und nur dann wenn wir euch vor unseren, den proletarischen Sozialismus spannen! „Aber gerade darin besteht die Stärke, darin besteht die Lebenskraft, die Unbesiegbarkeit der Oktoberrevolution von 1917, dass sie diese Eigenschaften weckt, alle alten Schranken zerbricht, die morschen Fesseln sprengt, die Werktätigen auf den Weg des selbständigen schöpferischen Aufbaus eines neuen Lebens führt“ (Lenin, Band 26, Seite 408). Keiner kann in Abrede stellen, dass die Fesseln des Weltimperialismus seit der Oktoberrevolution von 1917 immer morscher geworden sind, insbesondere durch den kraftaufreibenden Widerstand gegen den Sozialismus in der Sowjetunion und in Albanien. Keiner wird also einen Zweifel daran hegen können, dass es dem erstarkenden Weltproletariat durch die Globalisierung mit jedem neuen Morgen leichter fallen wird, die Fesseln des Weltimperialismus zu sprengen und den Sieg über ihn zu erringen!
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich in der Epoche der proletarischen Revolution und der Diktatur des Proletariats die Klassengegensätze und damit auch der bewaffnete Kampf der Klassen vereinfacht, dass der internationale Bürgerkrieg im Wesentlichen zwischen den zwei großen, einander direkt gegenüberstehenden Klassen ausgetragen wird, in dessen Verlauf die übrigen Klassen verkommen und untergehen, bzw, sich dem einen oder anderen Lager anschließen. Damit entschwinden auch die mit den Zwischenschichten verbundenen Komplikationen von Bündnissen, Zwischenstufen, Kompromissen etc. Das bedeutet nicht, dass damit die Prozesse der Entwicklung von Bourgeoisie und Proletariat einfacher geworden sind. Die Polarisierung zwischen Weltproletariat und Weltbourgeoisie geht nicht nur nicht für diese beiden Klassen, sondern auch nicht für die zwischen ihnen zerfallenden Klassen reibungslos, ohne Kampf der Gegensätze ab. Es ist die Weltrevolution selbst, durch die die Polarisierung der Klassen bestimmend hervortritt und die Klassen sich schärfer voneinander trennen, um mit um so schärferen Waffen aufeinanderzuprallen. Die Klassenpolarisierung verschafft den Proletariern der einzelnen Länder den Vorteil, an der internationalen Klassenfront zwischen Freund und Feind auch jenseits der eigenen nationalen Grenzen deutlicher zu unterscheiden. Der Revisionist jedes Landes, der sich hinter der neuen internationalen Klassenfront verbirgt, wird um so leichter als Neo-Revisionist demaskiert.
Wir wissen, dass die Bourgeoisie nie in ihrer Gesamtheit herrscht, dass es Zuwanderungen aus anderen Klassen, dass es Spaltungen innerhalb der Bourgeoisie gibt. Genauso hat das Proletariat mit der Zuwanderung anderer Klassen zu kämpfen und vor allem gegen die Entwicklung der Arbeiteraristokratie, die im Bündnis mit Teilen des intellektuellen Kleinbürgertum steht und dem Proletariat auch und gerade in der Führung des bewaffneten Kampfes schwer zu schaffen macht. Es gibt Überläufer auf beiden Seiten. Da kommt es vor, dass ein „Waffenträger“ das linke Gewehr aus der Hand gibt um das rechte Gewehr in die Hand zu nehmen und umgekehrt. Es gibt bewaffnete Kräfte des Kleinbürgertums und der Bourgeoisie, die sich hinter den Barrikaden des Proletariats postieren und heldenhaft kämpfen, und es gibt Proletarier, die während der Revolution ruhig weiterarbeiten (Engels sagte, „dass, wie bekannt, mit gut beschäftigten Arbeitern keine Revolution zu machen ist“ (ebenda, Seite 128) oder die Lumpenproletarier, die die Barrikaden des revolutionären Industrieproletariats für einpaar Groschen aus den Taschen der Konterrevolution niederreißen und mit der Waffe, - die sie wohl möglich den Proletariern klauen und später an die Bourgeoisie verscheuern - das Eigentum der Bourgeoisie vor dem Zugriff des revolutionären Proletariats beschützen, um sich mit Auftragmorden einpaar schöne Tage zu machen. Das Lumpenproletariat lässt sich ohne mit der Wimper zu zucken bekanntlich kaufen, um das aufständische Proletariat für ein Butterbrot und Ei hinterrücks zu ermorden. „Jeder Spießbürger, dem man eine Barrikade vor die Türe setzte, lief sogleich aufs Rathaus und verschaffte sich einen Gegenbefehl. (...) Die widersprechendsten Befehle durchkreuzten sich, und nur darin stimmten die meisten dieser Befehle überein, dass sie die gemütliche Konfusion vermehrten und jeden energischen Schritt verhindertern. Dem Proletariat wurde dadurch vollends die Bewegung verleidet, und nach wenigen Tagen erreichten die großen Bourgeois und die Kleinbürger ihren Zweck, die Arbeiter möglichst gleichgültig zu machen. (...) Die Bürgerwehr endlich, hier vom Anfang an reaktionär und direkt zur Unterdrückung der Arbeiter errichtet, erklärte sich neutral und wollte bloß ihr Eigentum schützen (...) ... unorganiserte Arbeiter, schlecht bewaffnet, fast ohne Führer und im Rücken verraten von denen, die ihnen die Waffen in die Hand gegeben hatten“ (Engels, MEW, Band 7, Seite 126 - 130). Man stelle sich vor, wie das im internationalen Maßstab aussehen würde, was Engels hier schilderte und wie kompliziert es für das Weltproletariat ist, seine Führung im bewaffneten Kampf gegenüber all den versteckten Feinden zu erlangen bzw sich gegenüber den Schwankenden und Verrätern zu behaupten, nationale Bourgeoisie, die den Befreiungskämpfern in den Rücken fallen und sich an die Imperialisten verkaufen. Die Zentralisierung der Verbindungen zwischen den Aufständischen in den verschiedenen Ländern sind also im internationalen Bürgerkrieg absolut das A&O für die Chancen eines Sieges, für die Beseitigung von Verrat, für weitere Ausdehnung des Kampfes, für die Verteidigung der eroberten Gebiete usw. usf.. Nur wenn die Zitadellen in den Händen der Völker sind, kann das Weltproletariat mit der Waffe in der Hand etwas ausrichten. „Und dieser Fall kann nur eintreten, entweder wenn die Militärgewalt durch gewaltige äußere Ereignisse terrorisiert und kopflos gemacht wird oder wenn das Militär sich ganz oder teilweise für die Bewegung erklärt. In jedem andern Fall ist ein Aufstand (...) von vornherein verloren“ Engels, MEW, ebenda, Seite 131).
Mit der korrekten Losung: “Nur der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her!“ ist es also allein und nur für sich genommen eine Illusion und Schwärmerei. Für die korrekte Entfaltung des bewaffneten Klassenkampfes ist es wichtig, dass man militärische Einseitigkeit vermeidet. Man greift zu den Waffen, zur revolutionären Gewalt und ignoriert dabei alle anderen Formen des Klassenkampfes, hebt die Frage der Bewaffnung hervor, und lässt die anderen Fragen beiseite. Einseitigkeit des militärischen Kampfes ist mit materialistischer Dialektik unvereinbar. Durch einseitigen Gebrauch der Waffen werden diese metaphysisch. Bewaffnung und Entwaffnung sind zwar höchster Ausdruck der sich messenden materiellen Kräfte der Klassen, aber der Klassenkampf misst sich nicht nur materiell, sondern auch moralisch, ideologisch usw. usf. - also ganz im Sinne des dialektischen und historischen Materialismus.
Um die politische Macht zu erobern und den Sozialismus aufzubauen, reichen Losungen des bewaffneten Kampfes nicht aus. Es gibt Massen, die von der Bourgeoisie aufgestachelt, bewaffnete Arbeiteraufstände niedergemetzelt haben. Das Arbeiteraufstände so oder anders tragisch endeten, ist natürlich bekannt. Erstens geht es nicht ohne Führung der Massen durch das Proletariat und seine Partei und zweitens führt der Griff der Massen zum Gewehr zudem nicht automatisch und unmittelbar zum Sozialismus im nationalen Befreiungskampf gegen den Imperialismus. Losungen lassen sich nirgends und zu keinem Zeitpunkt wie ein Allheilmittel in allen Situationen und unter allen Umständen anwenden. Wer das trotzdem tut, ist ein Abenteurer und Sektierer! Weder kann man die Arbeiter davon abhalten, mit der Waffe in der Hand für den Sozialismus zu kämpfen, noch kann man sie dazu zwingen (Die Arbeiterklasse an der Macht kann aber die anderen Klassen zwingen, die Diktatur des Proletariats mit der Waffe in der Hand zu verteidigen, und tat dies auch, als die Umstände dies erforderten [russischer Bürgerkrieg]).
Die Revisionisten haben uns Marxisten-Leninisten deswegen oft gern als „Dogmatiker“ verleumdet, weil sie uns die falsche, einseitige und verabsolutierende Anwendung der korrekten Losung: „Nur der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her!“ unterstellt haben – herausgerissen aus dem Beziehungsgefüge der heranreifenden revolutionären Situation. „Was ist das doch für ein bequemes Wörtchen: `Dogma`! Es genügt, due Theorie des Gegners ein wenig zu entstellen, duese Entstellung mit dem Popanz des `Dogmas` zu verdecken – und fertig ist der Laden“ (Lenin, Band 6, Seite 189). Jeder halbwegs klassenbewusste Arbeiter weiß, dass auch nicht durch noch so lautes Schreien eine Losung in die Praxis umgesetzt werden kann, wenn hierfür noch nicht die notwendigen objektiven und subjektiven Voraussetzungen und Bedingungen der revolutionären Situation gegeben sind. Das wissen natürlich auch die Revisionisten, aber eben weil sie etwas dagegen haben, dass wir unter den Arbeitern Propaganda für den Kommunismus machen, und die Notwendigkeit der revolutionären Gewalt in Abgrenzung vom friedlichen Weg zum Sozialismus - beispielsweise mit dieser revolutionären Losung - aufzeigen, nutzen sie den Sektierertum -Vorwurf, nicht um den Marxismus-Leninismus gegen das Sektierertum zu verteidigen, sondern um die Wahrheit dieser Losung grundsätzlich in Zweifel zu ziehen und sie prinzipiell sogar als falschen Weg zum Sozialismus abzutun. Gerade darin besteht ja der Verrat der Revisionisten am Marxismus-Leninismus in der Frage der Bewaffnung des Proletariats. Die Arbeiter von der Idee der Bewaffnung und schließlich von der Bewaffnung selbst abzubringen, das ist ja gerade der Auftrag, den die Bourgeoisie den Revisionisten zugedacht hat, um die Revolution zu verhindern. Was sagen nun aber die Neo-Revisionisten zur Bewaffnung des Proletariats?
Es gibt Neo-Revisionisten, die zum Beispiel das alte Kautskyanische Renegatentum durchaus „angreifen“, wonach die Waffen während einer Revolution oder eines Aufstandes zugestandenermaßen „unvermeidlich, aber...“ danach – bitteschön – wieder abzugeben sind [ „Das erste Merkmal jeder Konterrevolution ist die Entwaffnung der Arbeiter und der revolutionären Soldaten“,(Stalin, Band 3, Seite 105). „Für die am Staatsruder befindliche Bourgeoisie war daher Entwaffnung der Arbeiter erstes Gebot. Daher nach jeder durch die Arbeiter erkämpften Revolution ein neuer Kampf, der mit der Niederlage der Arbeiter endigt“( MEW, Engels, Band 22, Seite 190). ]. Sie erkennen auch die „Notwendigkeit“ des Schutzes der Diktatur des Proletariats durch eine Rote Armee an., aber darunter verstehen sie etwas ganz Anderes als wir Marxisten-Leninisten. Was die Neo-Revisionisten nämlich hinter der Leninschen Kritik am alten Kautskyanertum verbergen, ist die bewaffnete Restauration des Revisionismus. Nur deswegen sehen sie sich gezwungen, das alte Kautskyanertum durch Neo-Kautskyanertum zu ersetzen, was nichts anderes heißt, als die Bewaffnung als Instrument für die Aufrechterhaltung bzw. für die Zurückeroberung des Revisionismus an der Macht anzuerkennen, womit die Neo-Revisionisten das Kauskyanertum zu retten und damit letztendlich die Bourgeoisie zu retten versuchen. Damit hätte die Bourgeoisie die Frage der Entwaffnung der Arbeiter nach der Revolution dadurch gelöst, dass ihr eine revisionistische Armee zur Verfügung steht, um den bürgerlichen Sozialismus , die Diktatur der Bourgeoisie zu schützen und den Kapitalismus wieder ein Stück weit vor seinem Untergang zu retten. Das ist der Grund, warum die Bourgeoisie den Neo-Revisionismus braucht, weswegen sie die Neo-Revisionisten im Kampf gegen die Marxisten-Leninisten brauchen. Daraus ergibt sich für uns Marxisten-Leninisten die konsequente Aufgabe zu verhindern, dass die Neo-Revisionisten Waffen in die Hände bekommen, bzw. unsere Aufgabe, die Revisionisten zu entwaffnen, dass wir ihre Armeen und militärischen Organisationen zerschlagen müssen. Das schließt mit ein, dass wir niemals zulassen dürfen, dass Revisionisten an unserem bewaffneten Kampf teilnehmen, dass es auch in militärischer Hinsicht niemals eine Einheitsfront mit den Revisionisten geben darf, denn sie sind nur deswegen in Worten anti-revisionistisch, sozialistisch, anti-imperialistisch, antifaschistisch usw. usf., um uns Marxisten-Leninisten in eine Falle zu locken. Das ist nichts als Entwaffnungstaktik der Bourgeoisie. Revisionisten richten ihre Waffen insgesamt niemals gegen die Bourgeoisie, sondern stets gegen das Proletariat, auch wenn sie dies durch allerlei Täuschungsmanöver, durch „Vertrauensbeweise“, zu vertuschen versuchen. Das ist eine prinzipielle Frage von entscheidender Bedeutung. Zwischen dem Marxismus-Leninismus und dem Neo-Revisionismus gibt es nicht nur eine ideologische sondern auch eine bewaffnete Demarkationslinie, wo nicht mit leeren Worthülsen und Platzpatronen, sondern mit scharfer Munition geschossen wird – wer diesen konsequenten Schritt nicht bereit ist zu Ende zu gehen, wer im Kampf gegen den Neo-Revisionismus auf halbem Wege schlapp macht, wird – wenn es hart auf hart kommt – im Lager der Bourgeoisie enden und dann in unserem Vesier stehen.
Die Neo-Revisionisten wissen, dass sie in den Reihen der anti-revisionistischen, marxistisch-leninistischen Bewegung keinen Fuß auf den Boden kriegen könnten, wenn sie – wie die modernen Revisionisten ihrerzeit - offen das Prinzip der bewaffneten, sozialistischen Revolution angreifen und durch ihren „friedlichen Übergang“ zum Sozialismus ersetzen würden. Sie müssen also getarnt vorgehen, das heißt, sie müssten sich des Prinzips der bewaffneten sozialistischen Revolution als anti-revisionistische Maske bedienen, um ihre wahren revisionistischen Verhinderungsanstrengungen nicht offen preiszugeben. Der Revisionismus, der sich der Prinzipien des Marxismus-Leninismus als anti-revisionistische Maske bedient, ist ja nichts anderes als NEO-REVISIONISMUS = Anti-Revisionismus in Worten und Revisionismus in Taten!! Wie wollen die Neo-Revisionisten es aber schaffen, uns in der prinzipiellen Frage der Bewaffnung reinzulegen? Ganz einfach, die Neo-Revisionisten setzen den Keil der Spaltung immer da an, wo wir Marxisten-Leninisten angesichts der veränderten Bedingungen selber nicht klar durchblicken bzw. wo bei uns Meinungsverschiedenheiten in der Frage der bewaffneten sozialistischen Revolution auftreten, wo unsere antirevisionistische Demarkationslinie in dieser oder jener Frage brüchig wird und veraltet. Die alte Demarkationslinie mochte gegen die modernen Revisionisten noch tauglich gewesen sein, aber wieso wundern wir uns, dass die Revisionisten heute trotzdem in unsere marxistisch-leninistischen Organisationen reinkommen bzw. darin bleiben konnten, um sie weiter zu unterwandern und zu spalten, um uns weiter von innen heraus kampfunfähig zu machen, um unsere dringend notwendige Vereinigung weiterhin zu verhindern ? Wir haben es ganz einfach versäumt, die antirevisionistische Demarkationslinie permanent höher zu legen, weil wir uns (nicht nur) in der Frage der bewaffneten sozialistischen Rvolution all zu sicher vor den Revisionisten wähnten, weil wir es an Wachsamkeit haben fehlen lassen, weil wir diese Frage nicht zu Ende gedacht haben, weil wir uns die anti-revisionistische Antwort auf die bewaffnete Frage zu einfach gemacht haben, weil das Festhalten an veralteten anti-revisionistischen Lehrsätzen dogmatisch wird, wenn wir diese Lehrsätze nicht unter den sich ändernden Bedingungen modifizieren. Und der anti-revisionistische Kampf hat sich sehr wohl verändert – insbesondere seit dem Tod des Genossen Enver Hoxha. Es reicht heute nicht aus, die bewaffnete, sozialistische Revolution in einem kapitalistischen Land lediglich „als Prinzip anzuerkennen“, wenn man das Wichtigste dabei außen vor lässt – die sozialistische Weltrevolution. Wenn wir Marxisten-Leninisten insbesondere im Zeitalter der Globalisierung von der proletarischen Weltrevolution sprechen, aber über ihre prinzipiell und praktisch notwendige Bewaffnung schweigen, dann erlauben wir den Revisionisten, diese Frage zu leugnen und anzugreifen – wohlgemerkt nicht vom Standpunkt des modernen Revisionismus aus, sondern vom „marxistisch-leninistischen“ Standpunkt der bewaffneten sozialistischen Revolution in einem Lande aus! Wer die bewaffnete Weltrevolution in Wort und Tat leugnet, sie sozusagen von der Tagesordnung streicht, wie kann der – bitte schön - in Wirklichkeit für die bewaffnete sozialistische Revolution in einem Land sein – mag er diese Losung auch noch so vehement verteidigen ?! In dem Moment aber, wo die marxistisch-leninistische Bewegung sich in dieser Frage einig wird, wo sie die Notwendigkeit der bewaffneten sozialistischen Weltrevolution in Wort und Tat in völliger Übereinstimmung und Geschlossenheit bejaht, da wird sie auch die Notwendigkeit der Ausarbeitung einer neuen internationalen, marxistisch-leninistischen Militärtheorie, die Erarbeitung einer militärischen Strategie und Taktik der proletarischen Weltrevolution anerkennen und ihr zustimmen, da wird sie mit Agitation und Propaganda das Weltproletariat von der Notwendigkeit seiner zentralistisch organisierten internationalen Bewaffnung überzeugen, die Massen entsprechend mobilisieren und sie auf die Bewaffnung zunächst theoretisch und schließlich praktisch vorbereiten und sie schließlich führen. Dann kann sich kein Neo-Revisionist mehr in unseren Reihen hinstellen, um „vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus“, diese Frage prinzipiell zu leugnen. Entweder sie sind dann für die bewaffnete sozialistische Weltrevolution oder dagegen. Dazwischen kann und wird es für uns Marxisten-Leninisten nichts geben, und damit hätten wir unsere Demarkationslinie gegen den Revisionismus in der Frage der Bewaffnung grundsätzlich wieder hergestellt! Sind sie dagegen, werfen wir sie selbstverständlich und unbedingt aus unseren Reihen raus, müssen sie zukünftig von außen gegen unseren richtigen Standpunkt kämpfen. Der Revisionismus nützt der Bourgeoisie innerhalb (verkappter Revisionismus) unserer Reihen mehr als außerhalb (offener Revisionismus). Wenn man also die Neo-Revisionisten erst einmal gezwungen hat, uns von außen und nicht mehr von innen heraus anzugreifen; wenn wir ihnen die anti-revisionistische Maske heruntergerissen haben; wenn dann nicht nur die Marxisten-Leninisten, sondern auch die Massen den wahren Sinn und Zweck jenes (verkappten) „Anti-Revisionismus“ durchschauen, mit dem sich die Bourgeoisie gegenüber dem Weltproletariat und uns Marxisten-Leninisten maskiert; wenn alle den Unterschied von bürgerlichem „Anti-Revisionismus“ und proletarischem Anti-Revisionismus begriffen haben, dass es nur einen, den wahren Anti-Revisionismus, den marxistisch-leninistischen Anti-Revisionismus geben kann, so haben wir gegen die Neo-Revisionisten, und damit gegen die Bourgeoisie in unseren Reihen, bereits einen entscheidenden Sieg errungen – und eben um diesen Sieg geht es uns Marxisten-Leninisten heute. Ubrigens ist dieses taktische Vorgehen in allen prinzipiellen Fragen gegen den Neo-Revisionismus anzuwenden. Militärisch ausgedrückt müssen wir jene Taktik verfolgern, den getarnten Feind aus unseren Schützengräben zu vertreiben, um ihn besser vor die Flinte zu bekommen und unschädlich zu machen, bevor ihm ein erneuter Versuch gelingt, bei Nacht und Nebel in einem unserer anderen Schützengraben mit einer besseren Tarnung wieder aufzutauchen, um weiter Unheil anzurichten.
Schön, in der Frage der bewaffneten sozialistischen Revolution haben wir gegen die modernen Revisionisten damals erfolgreich gekämpft, aber was nützt uns dieser Kampf, wenn es den Neo-Revisionisten gelingt, in Worten das bewaffnete Prinzip anzuerkennen, in unsere Reihen einzudringen und uns schließlich im geeignetsten Moment praktisch zu entwaffnen? Genau hier gilt es den prinzipienfesten Kampf gegen den Revisionismus fortzusetzen und das heißt vor allem: Wir müssen die Machtzentren des Revisionismus angreifen, aus denen sich der Neo-Revisionismus speist. Wir müssen zum Beispiel einen prinzipiellen Kampf für die bewaffnete Zerschlagung der noch an der Macht befindlichen Revisionisten, Sozialfaschisten und Sozialimperialisten führen und der Arbeiterklasse und den Völkern, die heute immer noch von den Revisionisten beherrscht werden, jede – auch bewaffnete internationale – Hilfe geben, damit diese verräterischen Cliquen gestürzt werden und die Fahne der Revolution und des Sozialismus gehisst wird. Das erleichtert uns nicht nur den Kampf gegen den Neo-Revisionismus, sondern ist die Voraussetzung für den siegreichen Kampf gegen die Revisionisten in unseren eigenen Reihen; das ist die einzig richtige Linie der marxistisch-leninistischen Weltbewegung zur Fortsetzung ihres Kampfes gegen den Revisionismus.
Damit die Waffen eines Tages auf den Misthaufen der Geschichte landen, muss sich erst einmal das Weltproletariat bewaffnen, um die Weltbourgeoisie überhaupt entwaffnen zu können. Ohne Bewaffnung des Weltproletariats keine Entwaffnung des Weltimperialismus. Ist er dann schließlich entwaffnet, dann darf man solange seine Waffen nicht an den Nagel hängen, bis die letzte Gefahr der Restauration des Kapitalismus gebannt ist – im Weltmaßstab natürlich. Wir Marxisten-Leninisten sind für die Zersplitterung der konterrevolutionären Waffen, nicht aber für unserer eigenen Waffen. Zentralisation der Bewaffnung des Weltproletariats – das ist unsere Losung. Wir das im Einzelnen organisiert wird, ist hier nicht wichtig. Jeder Marxist-Leninist weiß, dass jede Belieferung der Arbeiter mit Waffen doppelter strenger Konspiration bedarf, und die internationale Belieferung mit Waffen bedarf mindestens zehnmal so strenger Konspiration im Vergleich zu jeder anderen konspirativen Aufgabe. Diese Konspiration gegenüber den Revisionisten zu vernachlässigen oder ihnen gegenüber auszuklammern, wäre glatter Selbstmord, und wäre nichts anderes, als die Beliefereung mit Waffen gleich direkt öffentlich bekannt zu geben.
„Wir sagen: Bewaffnung des Proletariats zum Zwecke, die Bourgeoisie zu besiegen, zu expropriieren und zu entwaffnen – das ist die einzig mögliche Taktik, der revolutionären Taktik, die durch die ganze objektive Entwicklung des kapitalistischen Militarismus vorbereitet, fundiert und gelehrt wird. Nur nachdem das Proletariat die Bourgeoisie entwaffnet hat, kann es, ohne an seiner weltgeschichtlichen Aufgabe Verrat zu üben, die Waffen zum alten Eisen werfen, was es auch ganz sicher dann – aber nicht früher – tun wird“ (Lenin, Werke, Band 23, Seite 76).
Lenin führte den „schnellen“ und „leichten“ Sieg der Oktoberrevolution zurück auf die „schnelle“ Bewaffnung des Proletariats und die „leichte“ Entwaffnung der Bourgeoisie durch die sich hinziehende Kriegssituation:
„In Russland konnte die Revolution deshalb so rasch durchgeführt werden, weil sie während des Krieges vor sich ging. Während des Krieges bekamen Dutzende Millionen russischer Arbeiter und Bauern Waffen in die Hände, und gegen eine solche Macht waren die Bourgeoisie und die Offiziere machtlos. In den Oktobertagen drohte man uns, Truppen gegen Petrograd einzusetzen. Wir erhielten Zehntausende von Telegrammen von allen Frontabschnitten, in denen es hieß: wir werden gegen euch marschieren und euch hinwegfegen. Wir dachten: versucht es nur, und als von jeder Armee Delegierte kamen, genügte eine halbstündige Unterhaltung mit ihnen, und es stellte sich heraus, dass die Soldaten für uns waren – die Offiziere mussten den Mund halten. Die Versuche, Widerstand zu leisten, die Verschwörung der Judenitsch, Koltschak und Denekin – das kam später, als die Armee demobilisiert war. Das ist der Grund, warum die Revolution in Russland so schnell siegen konnte. Das Volk war bewaffnet [ ...vom Klassenfeind für den Krieg zusammen ausgerüstet waren sowohl die Arbeiter als auch die Bauern, und die Volksbewaffnung musste nicht erst durch die Partei organisiert werden, diese fand die Bedingungen der Bewaffnung also bereits vor – Anmerkung vom Verfassers – ebenso die Hervorhebungen]. Die Arbeiter und Bauern waren wie ein Mann für uns. (Lenin, Band 31, Seite 300).
In den imperialistischen Ländern sahen die Bedingungen einer Volksbewaffnung und einer Eroberung der Macht des Proletariats durch eine sozialistische Revolution viel schwieriger aus als in Russland, und Lenin begründete das im Oktober 1920, also nach der Niederschlagung der Novemberrevolution in Deutschland, so:
„In Europa dagegen ist der Krieg zu Ende. Die Armeen sind demobilisert. Die Soldaten sind nach Hause gegangen. Die Arbeiter und Bauern sind entwaffnet. Dort geht jetzt die Entwicklung langsam vorwärts, aber sie geht vorwärts. Sobald die internationale Bourgeoisie zum Schlage gegen uns ausholt, fallen ihr die eigenen Arbeiter in den Arm“ (Lenin, ebenda, Seite 300); [Hervorhebungen vom Verfasser].
Wie schwierig sich 1923 die Frage der Organisierung des Hamburger Aufstandes durch die Partei, trotz Unterstützung der Sowjetunion und der Komintern ohne jene Bewaffnung des ganzen Volks gestaltete, die vergleichsweise während des Krieges in Russland bereits vorhanden war, hat uns die Geschichte des Hamburger Aufstands gelehrt, einmal abgesehen von den anderen Faktoren, die zu seiner Niederlage führten (zum Beispiel hatte die KPD nicht die Qualität der russischen Partei der Bolschewiki, war der Opportunismus ein Hemmschuh, war die Bourgeoisie besser organisiert und ausgestattet als in Russland, das revolutionäre Bewusstsein der Arbeiterklasse noch nicht auf dem Niveau wie im revolutionären Russland, usw. usf.).
Die sozialistische Revolution beginnt mit der Diktatur des Proletariats, mit der Ergreifung der Macht des Proletariats. „Dies bedeutet aber, dass, solange die Bourgeoisie nicht völlig besiegt ist, solange ihr Reichtum nicht beschlagnahmt worden ist, das Proletariat unbedingt über eine militärische Macht verfügen muss, es unbedingt seine `proletarische Garde` haben muss, mit deren Hilfe es die konterrevolutionären Attacken der sterbenden Bourgeoisie zurückschlagen wird, genauso, wie dies beim Pariser Proletariat während der Kommune der Fall war“ (Stalin, Band 1, Seite 301). Vermittels der Expropriation der Waffen die ökonomische Expropriation der Bourgeoisie eines Landes und damit folgend der ganzen Weltbourgeoisie vorzunehmen, das ist der einzige Weg zum Sozialismus. Und je enger sich die Proletarier aller Länder zusammenschließen, je gründlicher die zwischen ihnen aufgerichteten nationalen Schranken niedergerissen werden, desto stärker wird die Partei des Proletariats in jedem Land und damit ihr Zusammenschluss, die Kommunistische Internationale sein, desto mehr wird die Organisierung des Proletariats zu einer unteilbaren Klasse des Weltproletariats erleichtert, desto schneller kommt die weltweite Bewaffnung des Proletariats aller Länder und eine zentralisierte, internationale Arbeiterarmee zustande.
Lenin führte einen Kampf gegen die opportunistische Ideologie der Entwaffnung, der Abrüstung, des kleinbürgerlichen Kampfes gegen den Militarismus und sagte:
„Der Hauptfehler der Forderung der Entwaffnung ist auch der, dass alle konkreten Fragen der Revolution dadurch umgangen werden. Oder sind etwa die Entwaffnungsanhänger für eine ganz neue Art entwaffneter Revolution?“ (ebenda, Seite 80).
„Kleinstaatliches Beiseite-sein-Wollen, kleinbürgerliches Streben, von großen Weltkämpfen fernzubleiben, eine etwaige Monopolstellung zum engherzigen Passivsein ausnützen – das ist die objektive gesellschaftliche Umgebung, die der Idee der Entwaffnung einen gewissen Erfolg und Verbreitung in einigen Kleinstaaten sichern kann [oder Staaten, die der Hegemonie der Supermächte gegenüberstehen – Anmerkung des Verfassers]. Natürlich ist solches Streben illusionär und reaktionär, der Imperialismus wird sowieso die Kleinstaaten in den Wirbel der Weltwirtschaft und der Weltpolitik einbeziehen. (...) Objektiv ist die Entwaffnung das nationalste, das spezifisch nationale Programm der Kleinstaaten, kein internationales Programm der internationalen revolutionären Sozialdemokratie“ (Lenin, Band 23, Seite 82 und 83).
Lenin sah im Kampf der kleinen Nationen für ihre nationale Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung vielmehr einen weltrevolutionären Bazillus:
»Die Dialektik der Geschichte ist derart, dass die kleinen Nationen, die als selbständiger Faktor im Kampf gegen den Imperialismus machtlos sind, die Rolle eines der Fermente, eines der Bazillen spielen, die den wahren Gegenspieler des Imperialismus, das sozialistische Proletariat, auf den Plan treten helfen« (Lenin, Bd. 22, Seite 366).
Was nun die Frage des provozierten Aufstandes als Instrument der Konterrevolution gegen das Proletariat anbelangt, so gibt es hierfür in der Geschichte unzählige Beispiele, aus denen das Weltproletariat wichtige Schlüsse ziehen wird. Nicht jeder Aufstand ist also revolutionär. Dass die präventive Aktion der Konterrevolution, die bewaffneten Arbeiter in der akuten Gefahrensituation der herrschenden Klassen vorzeitig zu entwaffnen, selber zur Lunte am Pulverfass wurde und den Ausbruch des bewaffneten Arbeiteraufstandes geradezu provozierte, das zeigte sich als nach der Kapitulation von Paris der Friede zustande kam. Der Befehl der herrschenden Klassen, das Proletariat zu entwaffnen, schlug fehl. „Am 30. März schaffte die Kommune die Konskription und die stehende Armee ab und erklärte die Nationalgarde, zu der alle waffenfähigen Bürger gehören sollten, für die einzige bewaffnete Macht“ (Engels, MEW, Band 22, Seite 193).„Der Sturm kommt auf uns zu. Es ist nicht nötig, mit den Waffen zu klirren. Es ist nötig, die Waffen vorzubereiten“ (Lenin, Band 12, Seite 110).
Aus allem wird deutlich:
„ Zwecks Sicherung der sozialistischen Revolution, ihrer Verteidigung gegen innere und äußere Feinde, Hilfeleistung den anderen Nationalfraktionen des kämpfenden Proletariats usw. ist die volle Entwaffnung der Bourgeoisie und ihrer Agenten und die allgemeine Bewaffnung des Proletariats notwendig. (..) „Die Grundmethode des Kampfes sind die Massenaktionen des Proletariats bis zum offenen Kampf mit der Waffe in der Hand gegen die Staatsmacht des Kapitals“ (Satz 5 und 7 der Plattform der Komintern, „Ziele und Taktik“, Einladungsschreiben zur Teilnahme am ersten Kongress der Komintern ; 24. 1. 1919).
Demonstrationen, Streiks und Generalstreiks
Demonstrationen und Kundgebungen
Auf Demonstrationen und Kundgebungen tragen die Arbeiter ihre Forderungen und den Kampf für die Durchsetzung ihrer Forderungen auf die Straße, sind sie bestrebt, ihre große Zahl, ihre Macht, ihr Klassenbewusstsein und ihre Entschlossenheit öffentlich zu demonstrieren. „Es ist Zeit“, sagte Lenin, „auch bei den Arbeiterdemonstrationen jene Züge hervorzuheben und in den Vordergrund zu rücken, die sie dem wirklichen offenen Kampf um die Freiheit immer näherbringen“ (Lenin, Band 8, Seite 20).
Mit der Straße beginnt das Proletariat, seine Macht zu erobern. „Das unvermeidliche Hinausgehen der Arbeiter auf die Straße, sei es auch nur, um due über den Streik nich nicht unterrichteten Kollegen zu verständigen, verwandelt sich in eine politische Demonstration mit revolutionären Liedern und Reden(...). Der Massenstreik geht über in eine Massenmobilisierung der Kämpfer für die wahre Freiheit“ (Lenin, Band 9, Seite 346). Und Lenin skizziert mit wenigen Worten wie sich der Arbeiter die Straße erkämpft und sie in eine breite Heerstraße der Befreiung aller Werktätigen verwandelt:
„Bald wird der Tag kommen, da das Arbeitervolk sich in den Städten nicht nur erheben wird, um mit Rufen durch die Straßen zu ziehen, sondern sich zum gewaltigen Endkampf erheben wird, da die Arbeiter wie ein Mann sagen werden: `Wir fallen im Kampf oder erringen die Freiheit!` , da an die Stelle von Hunderten im Kampf Getöteter und Gefallener Tausende neuer, noch entschlossenerer Kämpfer treten werden. Auch die Bauern werden sich dann erheben, werden sich in ganz Russland erheben und den Arbeitern der Städte zu Hilfe eilen, werden sich für die Freiheit der Arbeiter und Bauern bis zu Ende schlagen. Keine Zarenregimenter werden dann standhalten können. Der Sieg wird auf Seiten des Arbeitervolkes sein, und die Arbeiterklasse wird die breite Heerstraße zur Befreiung aller Werktätigen von jeder Unterdrückung beschreiten, die Arbeiterklasse wird von der Freiheit Gebrauch machen, um für den Sozialismus zu kämpfen“ (Lenin, Band 6, Seite 427).
Lenin antwortete auf den Brief eines Studenten der Petersburger Universität anlässlich des in der Iskra veröffentlichten Leitartikels “Was tun?“ wie folgt:
„Uns scheint, der Briefschreiber (...) unterschätzt die organisatorische Seite der Demonstrationen. In diesem wichtigsten Punkt haben wir noch sehr wenig getan, und es gilt, die Kräfte vor allem und am meisten für die Organisation einzusetzen. Solange wir nicht über fest zusammengeschweißte revolutionäre Organisationen verfügen, die fähig sind, einige Trupps ausgewählter Leute in Marsch zu setzen und so eine Demonstration allseitig zu leiten – solange sind Fehlschläge unausbleiblich. Wird sich aber erst eine solche Organisation bilden und im Verlauf der Arbeit selbst, durch wiederholte Erfahrungen, festigen – dann wird sie (und nur sie) die Frage lösen können, wann und wie man sich bewaffnen muss, wann und wie man von der Waffe Gebrauch machen muss [Hervorhebung vom Verfasser]. Diese Organisation wird eine ernste Arbeit zu leisten haben, um die `Schnelligkeit der Mobilisierung` (ein sehr wichtiger Umstand, den der Briefschreiber mit vollem Recht hervorgehoben hat) zu beschleunigen, um die Zahl der aktiven Demonstranten zu vergrößern, um die Ordner auszubilden, um die Agitation unter den Massen zu verbreitern, um die `Menge der Neugierigen` zur Teilnahme `an der Aktion` heranzuziehen und um die Truppen zu `verführen`. Eben deshalb, weil ein Schritt wie der Übergang zum bewaffneten Straßenkampf `schroff` und weil er `früher oder später unvermeidlich` ist, kann und darf in nur eine starke revolutionäre Organisation machen, welche die Bewegung unmittelbar leitet“ (Lenin, Band 6, Seite 254).
1903 verfasste Lenin einen Resolutionsentwurf für den II. Parteitag der SDAPR, in dem es hieß:
„Der Parteitag betrachtet die Veranstaltung öffentlicher Demonstrationen gegen die Selbstherrschaft als äußerst wichtiges Mittel zur politischen Erziehung der Arbeitermassen. Dabei empfiehlt der Parteitag erstens, für die Demonstrationen insbesondere solche Zeitpunkte und Bedingungen auszunutzen, wenn eine Schandtat des Zarismus in besonders breiten Schichten der Bevölkerung das Gefühl der Empörung geweckt hat; zweitens, die Anstrengungen vor allem darauf zu richten, dass zur Teilnahme an den Demonstrationen breite Massen der Arbeiterklasse herangezogen und dass die Demonstrationen – sowohl hinsichtlich ihrer Vorbereitung als auch des Ordnerdienstes während der Demonstrationen selbst und der Leitung der Abwehr von Militär und Polizei durch die Demonstranten – möglichst gut organisiert werden; drittens, mit der Vorbereitung bewaffneter Demonstrationen zu beginnen, wobei die diesbezüglichen Anweisungen des ZK streng einzuhalten sind. Der Parteitag empfiehlt ferner allen Komitees und sonstigen Parteiorganiosationen, die Vorbereitung des bewaffneten Aufstands allseitig zu erörtern und aus allen Kräften danach zu streben, in den Arbeitermassen die Überzeugung zu verbreiten, dass der Aufstand notwendig und unumgänglich ist. Mit den praktischen Maßnahmen, die schon jetzt zur Vorbereitung des Aufstands ergriffen werden können, betraut der Parteitag ausschließlich und vollständig das ZK“ (Lenin, Band 6, Seite 467). Dass Lenin hier die Vorbereitung des Aufstandes in einen Resolutionsentwurf über Demonstrationen eingebracht hat, zeigt die besondere Bedeutung, die er den Demonstrationen für den Aufstand beimaß. Die Oktoberrevolution hat diese Bedeutung der Demonstration vollauf bestätigt. Lenin untersuchte den unterschiedlichen Charakter von Demonstrationen und ihre verschiedenen Formen. Er unterschied mehrere Typen von Demonstrationen, höhere und niedere Typen. Als höchsten Typ bezeichnete er jene landesübergreifenden (bewaffneten) Massendemonstrationen, die zu offenen Ausbrüchen der revolutionären Volksbewegung führen und schließlich zum bewaffneten Aufstand überleiten. Von der Straßenkundgebung zum bewaffneten Straßenkampf verfolgte Lenin eine direkte Linie der bolschewistischen Taktik. (Zur Kampfform der eigentlichen Stadtguerilla wird im Rahmen des Kapitels „Bürgerkrieg“ noch an anderer Stelle genau eingegangen werden.)
Demonstrationen sind also zweifellos eine ernstzunehmende Wissenschaft, eine Form des Klassenkampfes, eine organisierte Aktion und Kampfhandlung und insbesondere in dessen gewaltsamen, militanten, illegalen etc. Ausprägung und Ausweitung – und somit fester Bestandteil der marxistisch-leninistischen militärischen Wissenschaft – das ist aus den kurzen Zitaten Lenins über Demonstrationen mehr als deutlich geworden. Insbesondere stellen sich die Marxisten-Leninisten die Aufgabe, sich an die Spitze der spontanen Demonstrationen zu stellen und diese in politische Demonstrationen umzuwandeln, sie für die Ziele des Kommunismus auszunutzen, um eines Tages genug Kraft und Fähigkeit zu entwickeln, die eigenen Demonstrationen selbständig auf die Beine zu stellen. Die Frage der Internationalisierung von Demonstrationen ist im weitesten Sinne eine Frage des Herankommens an die proletarische, sozialistische Weltrevolution, eine Kampfform, die das Weltproletariat in seiner Gesamtheit in zunehmenden Maße der Globalisierung vielfältig nutzen kann und wird. Die Kampfform der Demonstration erhält durch ihren globalisierten Inhalt eine neue historische globalisierte Form, eine qualitativ höhere Form, die sich im weiteren Verlauf des internationalen Klassenkampfes unvermeidlich herausbilden wird.
Demonstrationen, Kundgebungen und Aktionen, Betriebsbesetzungen bis hin zu blutigen Auseinandersetzungen mit Polizei und Armee des kapitalistischen Staates sind kein „Abladen von Emotionen“, sondern Ergebnis und konkreter Ausdruck des gewachsenen politischen Klassenbewusstseins der Arbeiterklasse und der übrigen ausgebeuteten Massen, der Verschärfung der Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit auf der ganzen Welt und der tiefen Krise, in der der Weltkapitalismus steckt. In der jahrhunderelangen Geschichte der Demonstrationen als besondere Kampfform, hatte sich deren Inhalt häufig verändert. Revolutionäre Demonstrationen werden vom Klassenfeind im Allgemeinen verboten, erkennungsdienstlich verwendet, demagogisch diffamiert, gewaltsam aufgelöst, werden Gegendemonstrationen organisiert etc. Die konterrevolutionären Maßnahmen gegen revolutionäre Demonstrationen sind genauso vielfältig wie zahlreich. Bekannt ist die Trennung von den „guten, den friedlichen“ von den „bösen, gewalttätigen“ Demonstrationen (wobei nicht jede gewalttätige Demonstration auch gleichzeitig eine revolutionäre Demonstration ist, denn: – was für die Gewalt im Allgemeinen gilt und bereits in diesem Lehrbuch beschrieben wurde, trifft auch insbesondere auf die Gewalt von Demonstrationen zu!). Vor allem hat der Klassenfeind stets mit mehr oder weniger Erfolg versucht, Demonstrationen und Kundgebungen zur Machterhaltung der bürgerlichen Klassenherrschaft zu missbrauchen, indem die Bourgeoisie sich der organisierten Führung dieser Demonstrationen bemächtigt und sie in friedliche Bahnen zu lenken, sie ihres revolutionären Inhalts zu berauben und sie zu unterwandern versucht, sie sogar als „Beweis der Toleranz und einer „starken, funktionierenden Demokratie“ hinzustellen bzw. Gegendemontrationen veranstaltet. Kurz: Demonstrationen wurden und werden auch als Hülle, als integraler Bestandteil eines funktionierenden kapitalistischen Unterdrückungs- und Ausbeutungsstaates verwendet.
Demonstrationen spiegeln den Klassenkampf in einer Gesellschaft wie in einem Spiegel wider und „demonstrieren“ uns nicht nur das kräftemäßige Gewicht dieser oder jener Klasse, die Beteiligung dieser oder jener Klasse bzw. die Bündnisfähigkeit von Klassen, ihr Verhältnis zueinander und gegeneinander, sondern sie sind auch aussagekräftig für das Maß der politischen Reife, für den Grad des Klassenbewusstseins und Selbständigkeit bzw. Ausdruck eines bestimmten Stadiums, in dem sich der Klassenkampf befindet, wie weit, wie scharf, wie kühn die Arbeiterklasse aufzutreten bereit ist. Man muss die besondere Form und die eingesetzten Mittel der Demonstrationen in ihrer Entwicklung verfolgen und analysieren, muss Schlussfolgerungen daraus ziehen, um ihre Entwicklung bis zu einem gewissen Grade vorauszuberechnen, soweit dies irgend möglich ist. Ist man zu schwach, um eine eigene Demonstration auf die Beine zu stellen, muss man sich darüber klar werden, welchen Nutzen es hat, sich an dieser oder jener Demonstration zu beteiligen und wie man sich dran beteiligt bzw. nicht beteiligt, wie man Einfluss auf die Teilnehmer nimmt oder nicht. Das sind alles Fragen, dier recht kompliziert zu lösen sind und ein gewisses Maß an Erfahrung und Wissen voraussetzen, die hier aber nicht in allen Einzelheiten erörtert werden können.
Krass stehen sich manchmal Demonstration und Gegendemonstration gegenüber und noch krasser sind handfeste Provokationen, (gewaltsamen) Zusammenstöße von verschiedenen teilnehmenden Gruppierungen auf einer Demo, das Gerangel um die Spitze des Demonstrationszuges, die Demonstrationsroute, die Schlusskundgebung und den Kampf um die Demonstrationsleitung, Ordnerdienst usw. usf., wobei dieser Kampf schon im Vorfeld der Vorbereitung mehr oder weniger scharfen Chrakter annimmt, wenn es beispielsweise darum geht, welche Organisationen als Bündnispartner teilnehmen und welche als Gegner ausgeschlossen, wie für die Demo mobilisiert, welche Aufrufe und Flugblätter verfasst, wer als Redner zugelassen , in welcher Reihenfolge die teilnehmenden Organisationen platziert werden sollen usw. usf. All das braucht große Erfahrung und Meisterschaft des taktischen Geschicks, der Überzeugungs- , Verhandlungs- und Durchsetzungskraft usw. usf. Wenn man eine gute Demonstration, eine Demonstration mit Massencharakter organisieren will, dann muss die Organisation ihre Leute gründlich schulen und ausbilden, müssen sie ihre Reihen fest zusammenschließen, braucht man eine gute Strategie und Taktik, um das Höchstmaß an Vereinigung aller fortschrittlichen Kräfte mit einem Höchstmaß an Prinzipiemfestigkeit zu verbinden und dabei ein Höchstmaß an Kraft zu entwickeln, den Einfluss des Gegners auf die Demonstration möglichst gering zu halten. Demonstrationen sind eine Frage des Kampfes um den größtmöglichen politischen Einfluss und nicht zuletzt eine Frage um die politische Macht bzw. um die Fortsetzung dieses Kampfes mit gewaltsamen Mitteln – also bis hin zu Demonstrationen, wo die Lösung der militärischen Frage sich in den Vordergrund drängt. Die Geschichte der Demonstrationen zeigt, wie zum Beispiel der Kampf um die Macht zwischen Bourgeoisie und Proletariat, zwischen Faschisten und Kommunisten auf der Straße blutig ausgetragen wurden, wo die Polizisten die Faschisten schützen bzw. die Faschisten sich des Staatsapparates bedienten, um die Demonstrationen der Arbeiter blutig niederzuschlagen entweder mit Polizei oder Militär oder mit beidem; wo die Organisierung des Schutzes der Demonstrationen des Proletariats durch seine Partei verboten und gewaltsam beseitigt wurden, wo die Demonstrationsfreiheit der Arbeiter brutal beseitigt wird, sobald das Proletariat an den Toren der Macht rüttelt. Die Geschichte der Demonstrationen zeigt aber auch die Ebbe der Bewegung im Verlauf des parasitären Zerfallsprozesses der kapitalistischen Gesellschaft, wenn die Demonstrationen sich sozusagen von selbst „ablatschen“ und „abflauen“, wenn die Massen vorübergehend Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit von Demonstrationen verspüren, wenn die Klassen ihnen nicht mehr die genügende Aufmerksamkeit oder Bedeutung beimessen, um diese oder jene Forderung durchzusetzen oder diese oder jene Empörung zum Ausdruck zu bringen, um gegen diesen oder jenen Missstand, Skandal, und gegen die immer tieferen Eingriffe in ihre Lebensbedingungen zu protestieren. Das heißt nicht, dass die Demonstration als Kampfform ihre Bedeutung verloren hat, dass wir auf diese Kampfform verzichten und sie unseren Klassenfeinden als Instrument überlassen können oder dass wir nicht neue Formen von Demonstrationen entwickeln:
„Die Demonstrationen sind eine ausgezeichnete Sache, aber nur, wenn wir keine besseren Aktionsmittel haben“ (MEW, Engels, Band 22, Seite 404).
Sicherlich meint Engels hier nicht anarchistische Nebenaktionen mit dem Ziel, die Demonstranten „anzustacheln“ und „aufzurütteln“, um auf diese Weise „die Schwankenden, Entmutigten, durch den traurigen Ausgang vieler Demonstrationen erschütterten Kräfte revolutionäre Kraft einzuflößen“. Das ist ja das häufig zu beobachtende, chrakteristische Aktionsmittel von Anarchisten auf Demonstrationen, um den Demonstranten ihren Willen aufzuzwingen, nämlich die Kräfte in einem Kleinkrieg mit der Polizei aufzureiben – wobei grundsätzlich nichts gegen die Nützlichkeit von militanten Demonstrationen, zum Beuspiel gegen den Einsatz von effektiven, gut geschulten und gut ausgerüsteten Kampfeinheiten auf Demonstrationen gesagt sein soll. Wir Marxisten-Leninisten sind durchaus keine Gegner gewaltsamer Demonstrationen, aber die sehen anders aus als bei den Anarchisten. Was im Allgemeinen zur Kritik anarchistischer Kamfformen gesagt wurde oder noch gesagt werden wird, gilt selbstverständlich auch hier für die anarchistischen Kampfformen auf Demonstrationen: Zerstörung der unverbrüchlichen Verbindung der marxistisch-leninistischen Arbeit mit der Masse der revolutionären Klasse. Schädlichkeit der Aktionen der Anarchisten, da sie in keiner Verbindung steht mit der Arbeit in den Massen, für die Massen und zusammen mit den Massen. „Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend individueller Attentate und Widerstandsaktionen, ist wichtiger als hundert Organisationen und `Parteien`, die nur aus Intellektuellen bestehen“ (Lenin, Band 6, Seite 274). „Ohne Arbeitervolk sind alle Bomben machtlos, offenkundig machtlos“ (Lenin, Band 6, Seite 183). „Das Leben eines Revolutionärs hingeben für einen Racheakt an dem Schurken Sipjagib, an dessen Stelle der Schurke Plehwe tritt – das ist `große` Arbeit. Die Massen aber beispielsweise zu einer bewaffneten Demonstration vorzubereiten – das ist `kleine` Arbeit“ Lenin, Band 6, Seite 186, „Revolutionäres Abenteuertum“). Die ausschlaggebende Kraft der Demonstration liegt im Massencharakter ihrer Bewegung, in der Schlagkräftigkeit der Menge, die von einer revolutionären Organisation konzentriert wird. „Wir dürfen nicht vergessen, dass eine revolutionäre Partei nur dann ihren Namen verdient, wenn sie in der Tat die Bewegung der revolutionären Klasse leitet. Wir dürfen nicht vergessen, dass jede Volksbewegung enendlich mannigfaltige Formen annimmt, dass sie ständig neue Formen herausbildet, alte abstreift, Modifikationen oder neue Kombinationen alter und neuer Formen hervorbringt. Und es ist unsere Pflicht, an diesem Prozess der Herausarbeitung von Methoden und Mitteln des Kampfes aktiv teilzunehmen. (...) Ohne die Formen der Demonstrationen vorauszusagen, (...) als die Demonstrationen sich eingebürgert hatten, riefen wir zu ihrer Organisierung, zur Bewaffnung der Massen auf, stellten wir die Aufgabe, den Volksaufstand vorzubereiten. (...) Ohne auch nur im Geringsten Gewalt und Terror grundsätzlich abzulehnen, forderten wir, an der Vorbereitung solcher Formen der Gewaltanwendung zu arbeiten, die auf die unmittelbare Beteiligung der Massen berechnet sein und diese Beteiligung gewährleisten sollten. (...) Die Leidenschaft für den Terror ist nicht mehr als eine flüchtige Stimmung. Die Sozialdemokraten müssen ihre Reihen noch fester schließen, und wir werden die Kampforganisation der Revolutionäre und den Massenheroismus des russischen Proletariats zu einem einheitlichen Ganzen zusammenschweißen!““ (Lenin, Band 6, Seite 186, 187, 188). Die Demonstrationen sind eben nur deshalb eine „ausgezeichnete Sache“, weil sie für die Massen eine Schule des revolutionären (von der Partei planmäßig, diszipliniert und gut organisierten und nicht von den Anarchisten spontaneistisch-desorganisierten...) Straßenkampfes sind, wozu auch das Studium dieser Kampfform und die Entwicklung der Gegentaktik durch die Demonstranten usw., also das Lernen aus den Erfahrungen der Massenbewegung gehört. Auch die Polizei hat aus ihren Erfahrungen gelernt. Der Klassenfeind verfügt mittlererweile über eine eigene ausgefeilte Strategie und Taktik der „inneren mit der äußeren“ kombinierten Demonstrationsbekämpfung und über reichlich finanzielle Mittel und allerlei Experten, die die Bourgeoisie auch zum Nutzen ihrer imperialistischen Ausbeutung und Unterdrückung in ihre abhängigen und kolonialisierten Länder exportiert. Dort werden Armeen und Polizeikräfte heute von Polizei- und Militärexperten der kapitalistischen Länder ausgebildet und geschult, um die gesammelten Erfahrungen auch gegen die dort stattfindenen Demonstrationen praktisch umzusetzen. Dies ist eine Erscheinung der Globalisierung der militärischen Strategie und Taktik der Weltbourgeoisie und die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft kann dieser Entwicklung nicht tatenlos zusehen, darf sie nicht ignorieren, sondern muss sie wissenschaftlich auswerten, beurteilen, kritisieren und vor allem daraus Schlussfolgerungen für die eigene weltrevolutionäre Klassenkriegskunst ziehen. Demonstrationen müssen als Kunst der Klassenkriegsführung begriffen werden. Wenn der Klassengegner hier globalisierte Formen der Kunst der Demonstrationsbekämpfung entwickelt, dann muss das Weltproletariat zusammen mit den für ihre Freiheit kämpfenden unterdrückten Völker ebenso gemeinsame, globalisierte Strategien und Taktiken dagegen entwickeln. Die Frage der Meisterung der Demonstration als Kunst des Klassenkampfes ist für die Arbeiter eine internationale Frage geworden – und dem muss die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft heute Rechnung tragen, darf sie der Internationalisierung von Demonstrationen nicht hinterherhinken, sondern muss dazu beitragen, dass diese Kampfform sich besser Bahn brechen kann.
Auf dem ersten Kongress der Vertreter der sozialistischen Parteien am 14. Juli 1889 in Paris, wo am hundertsten Jahrestag des Sturms auf die Bastill die II. Internationale gebildet wurde, wurde beschlossen, jedes Jahr den 1.Mai – den Jahrestag des blutigen Massakers an den Arbeitern von Chicago, die den Achtstundentag gefordert hatten, - als Tag der internationalen proletarischen Solidarität, als Kampftag des Weltproletariats zu feiern. Maikundgebungen hat Engels einmal als eine Heerschau des kämpfenden Proletariats bezeichnet. Feiern und Festtage der Arbeiterklasse müssen stets politische Demonstrationen der Kraft der Arbeiterklasse sein, der Entschlossenheit ihrer internationalen Solidarität und der Entwicklung des internationalistischen Bewusstseins, aber auch eine Demostration zur Demoralisierung unseres Gegners. Die Demoralisierung des Gegners beginnt bei den Demonstrationen, setzt sich bei den Streiks und schließlich beim Generalstreik fort und geht über in die bewaffnete Demoralisierung des Klassenfeindes. Der 1. Mai ist aber nicht nur ein internationaler Feiertag, sondern er muss auch mit dem konkreten politischen Klassenkampf in einem Land bzw. in der ganzen Welt verbunden werden, als eine Demonstration gegen den Weltimperialismus. Er muss vor allem der reaktionären Gewalt gegenüber den demonstrierenden Arbeitern den vereinigten internationalen Willen zur revolutionären Gegengewalt ausdrücken, d.h., den Engelschen Begriff der „Heerschau“ des Weltproletariats nicht nur in seinem übertragenen politischen, sondern auch in seinem eigentlichen militärischen Sinne gebrauchen.
Streiks:
„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will!“
„Wenn die Verelendung des Volkes so weit geht, dass es sowohl in den Städten als auch auf dem Lande ständig Massen von Arbeitslosen gibt, wenn die Fabrikanten riesige Reichtümer anhäufen und die kleinen Unternehmer von Millionären verdrängt werden, dann wird der einzelne Arbeiter dem Kapitalisten gegenüber völlig machtlos. (...) Da sie sehen, dass jeder von ihnen für sich allein ganz machtlos ist und dass ihm unter dem Joch des Kapitals der Untergang droht, beginnen die Arbeiter, sich gemeinsam gegen ihre Unternehmer zu erheben. Es beginnen die Arbeiterstreiks. Anfänglich begreifen die Arbeiter häufig nicht einmal, was sie erreichen wollen, sie sind sich nicht bewusst, weshalb sie das tun: sie zertrümmern einfach die Maschinen, zerstören die Fabriken. Sie wollen die Fabrikanten nur ihre Empörung fühlen lassen, sie erproben ihre gemeinsamen Kräfte, um aus der unerträglichen Lage herauszukommen, ohne noch zu wissen, weshalb eigentlich ihre Lage so hoffnungslos ist und was sie anstreben müssen“ (Lenin, Band 4, Seite 307 und 308). Das schrieb Lenin 1899 , als sich die russische Arbeiterbewegung noch in ihren Anfängen befand, aber wenn man dieses Leninzitat heute liest, dann fühlt man sich angesichts der rapide zunehmenden, nackten, frechen, kapitalistischen, reaktionären Willkür in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurückversetzt – kommt die alte Machtlosigkeit wieder hoch. Anfangs entlud sich die Empörung der Arbeiter an den Maschinen, weil sie ihre Machtlosigkeit zuerst gegenüber den Maschinen spürten. Die „Machinenstürmerei“ trat zu Beginn der internationalen Arbeiterbewegung überall mehr oder weniger in Erscheinung, machten die Arbeiter mit dieser spontanen Gewalt ihre ersten Erfahrungen . Ihre Erfahrungen lehrte die Arbeiter, dass die Zerstörung von Maschinen nicht zum Sieg führt, dass nicht die Maschine die Quelle ihrer Leiden war, sondern die kapitalistischen Produktionsverhältnisse, dass die Kapitalistenklasse selbst es war, die die Arbeiter unmenschlich ausbeutete. Auch heute richtet sich der Klassenkampg der Arbeiterklasse nicht gegen die Automation der Maschinen, sondern gegen die gesellschaftlichen Bedingungen und Ursachen, die diese Automation zu einem Rationalisierungsterror für die Arbeiterklasse machen.(Später entwickelten sich aus der spontane Maschinenstürmerei bewusste Kampfformen der Fabrikarbeiter in der Rüstungsindustrie wie zum Beispiel die Taktik der Sabotage-Akte in der Kriegsproduktion zur Zeit der faschistischen Diktatur und des zweiten imperialistischen Weltkrieges. Die Kommunistische Internationale und ihre Sektionen unterstützten damals die Organisierung von illegalen Zerstörungsaktionen der „inneren Front“ insbesondere in den Rüstungsbetrieben, bei den Waffentransporten zur Ostfront usw. usf. Diese Kampfformen der Arbeiter sind immer noch aktuell, zum Beispiel wurden sie vereinzelt im imperialistischen Raubkrieg gegen den Irak eingesetzt ,und es war übrigens auch eine der ersten Kampflosungen der Komintern/ML und der neuen RGI – Rote Gewerkschaftsinternationale).
Heute beschränkt sich das Gefühl der Machtlosigkeit jedoch nicht nur auf die Kapitalisten, nicht nur auf den kapitalistischen Staat und seine kapitalistische Regierung, nicht nur auf das internationale Finanzkapital und seinen globalisierten Angriff auf alle Werktätigen in der ganzen Welt, sondern diese Machtlosigkeit fühlen die Arbeiter insbesondere gegenüber dem Verrat und der Stillhaltetaktik der Gewerkschaften, die sich mittels der Arbeiteraristokratie im Laufe der Zeit von Kampfinstrumenten der Arbeiterklasse in Kampfinstrumente der Imperialisten gegen die Arbeiterklasse, von revolutionären Schulen des Kommunismus zu Schulen des reformistischen Anti-Kommunismus, verwandelt haben, und die nicht davor zurückschrecken, Gewalt gegenüber revolutionären Arbeitern anzuwenden, bzw. Mitglieder revolutionärer Gewerkschaftsorganisationen der antikommunistischen Gewalt der Machtinstrumente des imperialistischen Staates auszuliefern. Es ist also unvermeidlich, dass sich die Empörung der Arbeiter irgendwann gegen die imperialistische Gewerkschaft entlädt und es früher oder später nicht nur zu gewaltsamen Aktionen gegen sie kommen wird, sondern dass die revolutionäre Beseitigung der imperialistischen Gewerkschaften durch die Arbeiter nur noch eine Frage der Zeit ist. Schnell wird die Arbeiterklasse dann die brutale Gewalt der Unterdrücker und Ausbeuter und ihrer Lakaien zu spüren bekommen und zur Gegenoffensive übergehen. Bereits in den historisch allerersten Streiks bekamen die Streikenden die Gewalt der Bourgeoisie und des Staatsapparats zu spüren, wurden die Streikenden und ihre Führer ermordet, verfolgt, bestraft und in die Gefängnisse gesteckt, so dass die Arbeiter schon früh Gegenkampfformen entwickelten, zum Beispiel griffen sie zum illegalen Kampf. Wir erinnern uns auch an die bestialische Gewalt gegenüber den Arbeitern, deren physische Vernichtung, die am Widerstand gegen die faschistische Diktatur teilnahmen. Die Bourgeoisie hat stets – beispielsweise unter Bismarcks „Ausnahmegesetze gegen die Sozialisten“ und später unter ihrer faschistischen Diktatur – der Methode der unmittelbaren Gewalt über die Arbeiter, aber auch der Demagogie und der Bestechung bedient, um die Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung zu schwächen und zu zerstören. Mit Streiks, die zuweilen Formen des bewaffneten Aufstandes annahmen, führten die Arbeiter von Anfang an einen heftigen und erbitterten, blutigen und unblutigen Kampf. Mit dem Trade-Unionismus, dem Nur-Gewerkschaftertum, begann dann die ideologische Versklavung der Arbeiter durch die Bourgeoisie, durch die die ökonomischen Kampfformen von allen politischen und bewaffneten Kampfformen abgegetrennt und diese ausgeklammert wurden. So erklärte der Internationale Gewerkschaftsbund den 1. Weltkrieg zu einer „politischen Sache“, aus der sich die Gewerkschaften „rauszuhalten“ hätten, wobei sich deren Führer als flammende Anhänger der chauvinistischen und militaristischen Ideologie ihrer Länder entpuppten, die dort wichtige Staatsposten bekleideten, um den imperialistischen Krieg zu unterstützen. Diese internationalen Gewerkschaftsführer hetzten die Arbeiter des einen Landes mit Waffen auf die Arbeiter des anderen Landes, die ein und derselben internationalen Gewerkschaft angehörten, und als Gewerkschaftsführer (!) ließen sie die Arbeiter auf den Schlachtfeldern verbluten für den Profit der Kapitalisten.
Im ökonomischen Kampf geht es zunächst um Zugeständnisse der Kapitalisten und Reformen, die deren Regierung - mit und ohne Gewalt - abgerungen werden. Es gilt, diese Abwehrkämpfe des Proletariats in Angriffskämpfe hinüberzuleiten, um sie auf die grundsätzliche Abschaffung der Schinderei hier und der Arbeitslosigkeit dort zu führen, was mit dem völligen Sturz des Systems und nicht nur mit der Beseitigung seiner Missstände enden muss. Alle diese ökonomischen Kämpfe sind ein Training für die später dann entscheidenden Schlachten um die Macht. Wenn das Proletariat nicht durch diese Schule des Klassenkampfes geht, dann wird sie es auch nicht lernen können, sich selbst zu befreien. Deswegen sind diese ökonomischen und sozialen Abwehrkämpfe so außerordentlich wichtig, muss das Proletariat alle seine Kräfte mobilisieren, um die Grenzen des Legalismus hinauszuschieben und schließlich zu überwinden. Dem militärischen Kampf geht also unbedingt eine Periode eines erbitterten Abwehrkampfes gegen die Verschlechterung der materiellen Verhältnisse und der Umwandlung in den politischen Kampf voraus. Um die Welt verändern zu können, muss das Proletariat erst einmal sich selbst verändern, muss es sein Klassenbewusstsein im Klassenkampf festigen, muss es sich politisch und ideologisch schulen, muss es sich den Marxismus-Leninismus aneignen, muss es seine Avantgarde in diesen Kämpfen herausbilden, sich eine Partei schaffen, um den Kampf organisieren und leiten zu können, um seine Kräfte zu konzentrieren und zu zentralisieren, und damit zu einem manövrierfähigen Instrument zu machen. Bereits in diesen Abwehrkämpfen gegen die Verschlechterung der Lebensverhältnisse des Proletariats wird das Proletariat Gegenwind zu spüren bekommen mit jeder Verschärfung der Kampfformen. Bereits im Jahre 1912 schrieb Lenin von einer Hamburger Firma, die lumpenproletarische Streikbrecher exportierte, welche von den Kapitalisten mit Revolvern bewaffnete wurden, und die auch Arbeiter damit erschossen ( siehe Lenin, Band 18, Seite 150). Die Arbeiter hatten die Mörder ordentlich verprügelt und den Kapitalisten mit einem 24 stündigen Generalstreik geantwortet, den sie an einem anderen Tag durchführten als sie ihn angekündigt hatten, um die Kapitalisten und ihre Polizei zu überrumpeln und deren Provokation von Gewalttaten zu unterlaufen. Die Kapitalisten rächten sich mit einer dreitägigen Aussperrung, der Besetzung des Volkshauses und der Verhaftung der Arbeiterführer. Opportunistische Sozialdemokraten stimmten im Stadtrat FÜR den Einsatz von Militär – welch ein Verrat der sozialdemokratischen Arbeiterpartei an den Streikenden! Das Ganze trug sich in Zürich/Schweiz zu. Damals verlief das Streikbrechertum sowie der Kampf dagegen noch weitestgehend spontan. Im Laufe der Zeit organiserten die Kapitalisten generalstabsmäßig das Streikbrechertum, so wie die Arbeiter auch generalstabsmäßig dagegen antworteten ( z.B. Beschlüsse der RGI). Heute wird das Streikbrechertum vom Imperialismus im Weltmaßstab organisiert, und das organisierte Weltproletariat antwortet im Weltmaßstab, sowohl gegen das wirtschaftliche als auch gegen das politische internationale Streikbrechertum! Aus der Defensive heraus werden sich die ersten Keimformen der militärischen Ideen und Organisationen im Proletariat herausbilden, wird es die proletarische, militärische Strategie und Taktik erlernen und sich die Militär-Theorie des Marxismus-Leninismus aneignen, die ja nichts anderes ist als eine Verallgemeinerung der Erfahrungen der kämpfenden Arbeiterklasse an allen Fronten des internationalen Klassenkampfes in seiner gesamten historischen Entwicklung. Sie ist dem Proletariat also vertraut und wird immer bewusster als die eigene wissenschaftlich ausgearbeitete Strategie und Taktik erkannt und angenommen. „Die Streiks sind die Kriegsschule der Arbeiter, in der sie sich auf den großen Kampf vorbereiten, der nicht mehr zu vermeiden ist“ (Engels, MEW, Band 2, Seite 441).
„In keinem Land der Welt könnte man – außer beim Vorhandensein einer revolutionären gesellschaftlichen Situation – Hunderttausende von Arbeitern mehrmals im Jahr aus den verschiedensten Anlässen zu politischen Aktionen mobilisieren. Bei uns aber vollzieht sich eine solche Erhebung spontan, und zwar deshalb, weil die Millionen und aber Millionen der halbproletarischen und bäuerlichen Bevölkerung auf ihren Vortrupp eine Stimmung konzentrierter Empörung, wenn man sich so ausdrücken darf, übertragen, die machtvoll anschwillt und über die Ufer tritt“ (Lenin, Band 18, Seite 465).
Ferner ist der Streik nicht nur eine Kampfform der Arbeiterklasse, sondern auch zum Beispiel eine Form des Kampfes auf dem Lande wie Lenin hervorhob:
„Wenn die Dorfarmut zum Streik vorbereitet ist, wenn sich alle über die gemeinsamen Forderungen längst geeinigt haben, wenn diese Forderungen in Flugblättern klargemacht oder einfach in Zusammenkünften gut auseinandergesetzt worden sind, dann werden alle einmütig zusammenstehen, und der Gutsbesitzer wird nachgeben oder sich zumindest im Räubern etwas mäßigen müssen. Ist der Streik einmütig und zur Erntezeit angesetzt, so können die Gutsbesitzer und selbst die Behörden mit ihren Truppen schwerlich etwas ausrichten – die Zeit vergeht, dem Gutsbesitzer droht schwerer Verlust, und er wird bald einlenken. (...) So werden auch die Bauern lernen, wie man sich gegen grausame Plünderer zur Wehr setzen, wie man einmütig Erleichterungen fordern und wie man sich allmählich, standhaft und überall zur großen Schlacht um die Freiheit vorbereiten muss (...) und wird dem Volke immer mehr die Augen öffnen, es an die vereinte Gegenwehr und an den Gedanken gewöhnen, dass es notwendig ist, eine Änderung der Staatsordnung mit Gewalt herbeizuführen“ (Lenin, Band 6, Seiote 427). Es sei hierr ausdrücklich auf den internationalen Gedanken hingewiesen, dass sich die armen Bauern und das Proletariat im Weltmaßstab zusammenschließen und ihren gemeinsamen Krieg gegen den Weltimperialismus – insbesondere gegen die internationalen imperialistischen Agrarmonopole – organiseren müssen. Hammer, Sichel und Gewehr – diese alte revolutionäre Fahne steht heute für den internationalen Zusammenschluss und die Zentralisierung des bewaffneten Kampfes unter der direkten Führung des Weltproletariats und seiner Weltpartei zur Befreiung vom Weltimperialismus. Das ist Programm und erklärtes Ziel der Kommunistischen Internationale / Marxisten-Leninisten !
„Massenstreiks haben in revolutionären Epochen ihre eigene objektive Logik. Sie sprühen nach allen Seiten Hunderttausende und Millionen Funken – und ringsherum liegt der leicht entzündliche Stoff der aufs Äußerste getriebene Erbitterung, der unerhörten Hungerqualen, der schrankenlosen Willkür, der schamlosen und zynischen Verhöhnung des `Bettlers` , des `Mushik`, des gemeinen Soldaten“ (Lenin, Band 18, Seite 98). „Hunderttausende Angehörige des Petersburger Proletariats – und nach ihnen die Arbeiter in allen Teilen Russlands – sind in den Streik getreten und haben Straßendemonstrationen veranstaltet nicht als der verschiedenen Klassen der bürgerl