een {4een {4}Schulungstexte der Komintern ML. D




IV. Teil

Lehrbuch

über die marxistisch-leninistischen Grundlagen der

weltproletarischen Militärwissenschaft

und über die Kunst der

weltrevolutionären Klassenkriegsführung





Stalin fasste zusammen, worin die Besonderheiten der Partei des Leninismus besteht, und wir wollen damit gleichzeitig die Besonderheit ihrer Bedeutung und Rolle für die militärische Organisierung des Proletariats hervorheben. Damit kommen wir also zum Abschnitt VIII „Die Partei“ in Stalins Werk „Über die Grundlagen des Leninismus“ (Stalin, Band 6, Seite 149 – 164):

1. Die Partei ist der Vortrupp der Arbeiterklasse

Lenin lehrte:

„Die Bewusstheit des Vortrupps offenbart sich unter anderem gerade darin, dass er sich zu organisieren versteht. Und indem er sich organisiert, erhält er einen einheitlichen Willen, und dieser einheitliche Wille der fortschrittlichen Tausend, Hunderttausend, Million wird zum Willen der Klasse. Die Mittler zwischen Partei und Klasse ist die `breite Schicht` (breiter als die Partei, aber enger als die Klasse), die Schicht derer, die f+r die Sozialdemokratie stimmen, die Schicht der Helfenden, die Schicht der Sympathisierenden usw.“ (Lenin Werke, Band 19, Seite 398).

Auf diese Weise ging Lenin nicht nur an die bewusste Organisierung des politischen Vortrupps der russischen Arbeiterklasse konkret heran, sondern verallgemeinerte die bewusste Organisierung des Vortrupps im Weltmaßstab. Daraus leitete er dann auch das internationalistische Bewusstheit des internationalen Vortrupps ab und hier wiederum speziell auch die Bewusstheit der internationalen Organisierung des militärischen Vortrupps des Weltproletariats: Die Bewusstheit des militärischen Vortrupps der proletarischen Weltarmee offenbart sich unter anderem gerade darin, dass er sich zu organisieren versteht. Und indem er sich organisiert, erhält er einen einheitlichen Willen, die konterrevolutionäre Weltarmee zu vernichten, und dieser einheitliche Wille der fortschrittlichen Tausend, Hunderttausend, Million wird zum Willen aller Abteilungen der proletarischen Weltarmee. Der Mittler zwischen dem Vortrupp und seiner Weltarmee sind die militärischen Vortrupps und die Proletariersoldaten in den einzelnen Ländern. Sie stellen die Verbindung zwischen internationaler Front und internationalem Hinterland her. Sie werden dabei ihrerseits von anderen werktätigen Schichten in den einzelnen Ländern unterstützt, von Helfern und Helfershelfern der proletarischen Weltarmee auf dem ganzen Erdball . Nur das Weltproletariat ist fähig, diese gigantische Aufgabe erfolgreich zu lösen, wenn es sich nur darüber genügend bewusst geworden ist, dass die objetiven Voraussetzungen hierfür bereits längst vorhanden sind.

„Die Partei muss die besten Elemente der Arbeiterklasse mit ihrer Erfahrung, mit ihrem revolutionären Geist, ihrer grenzenlosen Ergebenheit für die Sache des Proletariats in sich aufnehmen. Um aber wirklich der Vortrupp zu sein, muss die Partei mit einer revolutionären Theorie, mit der Kenntnis der Gesetze der Bewegung, mit der Kentnnis der Gesetze der Revolution gewappnet sein. Sonst ist sie nicht imstande, den Kampf des Proletariats zu leiten, das Proletariat zu führen. (...) Die Partei muss der Arbeiterklasse voraus sein, sie muss weiter sehen als die Arbeiterklasse, sie muss das Proletariat führen und darf nicht hinter der spontanen Bewegung einhertrotten.(...) Die Partei ist der politische Führer der Arbeiterklasse“ (Stalin Grundlagen des Leninismus).

„Als die Sozialdemokratie aus der Analyse der ökonomischen Wirklichkeit in Russland die führende Rolle, die Hegemonie des Proletariats un unserer Revolution ableitete, da schien dies eine abstrakte Bücherweisheit von Theoretikern zu sein. Die Revolution bestätigte unsere Theorie, denn sie ist die einzige wirklich revolutionäre Theorie. Das Proletariat marschiert in der Tat die ganze Zeit an der Spitze der Revolution. Die Sozialdemokratie erwies sich in der Tata als die geistige Vorhut des Proletariats. Der Kampf der Massen entwickelt sich unter Führung des Proletariats außerordentlich rasch – rascher als es die Revolutionäre erwartet hatten. Im Laufe eines Jahres schritt er fort bis zu den entschiedensten Formen des revolutionären Ansturms, die die Geschichte überhaupt kennt, bis zum Massenstreik und zum bewaffneten Aufstand. Die Organisation der proletarischen Massen wuchs mit überraschender Schnelligkeit im Verlauf des Kampfes selbst. Nach dem Proletariat begannen auch andere Bevölkerungsschichten sich zu organisieren und bildeten Kampfkader des revolutionären Volkes (...) Die Periode der proletarischen Siege war die Periode eines in Russland bislang unbekannten [Lenin spricht vom Jahre 1905 – Anmerkung des Verfassers], selbst vom europäischen Standpunkt gigantischen Wachstums der Massenorganisiertheit überhaupt“ (Lenin, Band 13, Seite 107 – 108).

„Es genügt nicht, sich `Avantgarde`, Vortrupp zu nennen – man muss auch so handeln, dass alle übrigen Trupps erkennen und gezwungen sind anzuerkennen, dass wir an der Spitze marschieren“ (Lenin, Band 5, Seite 440). Wie Lenin lehrt, ist es dabei so, dass sich der Vortrupp nicht im luftleeren Raum entwickelt, sondern mit der rasanten Entwicklung der revolutionären Bewegung nicht immer Schritt halten kann. So ist es ganz natürlich, dass auf dem Höhepunkt des revolutionären Massenansturms, auf dem Höhepunkt der revolutionären Umwälzungen die Massen die Vorhut einholen und sie überflügeln können. In solchen ganz gesetzmäßig verlaufenden Entwicklungen der Revolution darf man solchen unvermeidlichen Tempoverlust der Vorhut, der eben bedingt ist durch den Sturm der Massen, der sie mitreißt, ja im Augenblick des Höhepunktes sogar „überrennt“, nicht mit den typischen Erscheinungen und Ergebnissen einer opportunistischen Nachtrabpolitik in einen Hut werfen.

Aus dem organisierten Vortrupp des Proletariats geht auch ein Teil der revolutionären Armee hervor (siehe Lenin, Band 9, Seite 365), wenn der Vortrupp mit einer revolutionären militärischen Theorie, mit der Kenntnis der Gesetze der bewaffneten Bewegung, mit der Kenntnis der militärischen Gesetze der Revolution gewappnet ist, um imstande zu sein, den bewaffneten Kampf des Proletariats zu leiten, das bewaffnete Proletariat zu führen.

Wodurch unterscheidet sich die Armee von der Partei des Proletariats, die Weltarmee von der Weltpartei des Weltproletariats?

Die Partei ist die politische Führerin des Proletariats. Sie schafft sich hierfür eigens Kampforganisationen, unter anderem militärisch geschulte Kampforganisationen, deren Hauptaufgabe zunächst darin bestehen: „1. eine richtige Auffassung von der Idee des bewaffneten Aufstands zu verbreiten und die konkreten Bedingungen zu erläutern, unter denen der bewaffnete Aufstand beginnen, verlaufen und erfolgreich vollendet werden kann, da selbst in den Reihen der Parteifunktionäre eine ganz verschwommene, falsche Vorstellung vom bewaffneten Aufstand besteht; 2. alle notwendigen technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung des bewaffneten Aufstandes vorzubereiten; 3. die Kader der sich um die SPAPR gruppierenden klassenbewussten Arbeiter für ein aktives Vorgehen zu organisieren; 4. die Organisierung der revolutionär-demokratischen Schichten der Bevölkerung zu Kampfzwecken zu fördern und die Kampfführung der Sozialdemokratie in diesen Schichten zu festigen“ (Lenin zitiert aus der Resolution der Konferenz der ersten Militär- und Kampforganisationen der SDAPR in: Band 12, Seite 413, geschrieben im April 1907 also unmittelbar nach der ersten russischen Revolution Anfang des 20. Jahrhunderts).

Die Kampforganisationen der Partei übernehmen zunächst die Rolle, in den Volksmassen, und insbesondere derjenigen in der bürgerlichen Armee, eine richtige Auffassung vom den bewaffneten Kampf der revolutionären Bewegung zu entwickeln. Dabei muss jegliche schädliche Projektmacherei vermieden werden. So eine Projektmacherei verurteilte Lenin 1907, wo man zur Erfüllung der Rolle der Partei im bewaffneten Aufstand alle Parteiorganisationen in drei Haupttypen einzuteilen versuchte: Militär-, Kampf- und proletarische Organisationen! Lenin war Gegner von Vertretern solcher Meinung über die Rolle der Partei im bewaffneten Aufstand, die dieser anmassende und selbstgefällige Aufdringlichkeit und Befehlshaberei anhängen wollten: „Er [Lenin meint den Gen. Isarow – Anmerkung des Verfassers] verstieg sich sogar zu `Plänen` einer Bildung von `Militär- und Kampfsowjets` aus einer paritätischen Zahl von Delegierten dieser drei Organisationstypen (...) Selbstverständlich distanzieren wir Bolschewiki uns stets aufs Entschiedenste von einem solchen `Kampftrara`. Dass die allgemein- proletarische Organisation unbedingt dominieren und die entscheidende Stimme haben muss, dass alle Militär- und Kampforganisationen ihr völlig untergeordnet sein müssen, dass es notwendig ist, die besagten Kampforganisationen ganz und gar auf die Kader parteiorganisierter sozialdemokratischer Arbeiter zu gründen (oder vielleicht sogar die Kampforganisationen durch eine Parteimiliz zu ersetzen) – alles das steht für uns außer Zweifel(Lenin Band 14, Seite 417-418) [Unterstreichungen vom Verfasser]. Damit wird natürlich nicht auf die notwendige Sicherstellung der engsten Verbindung und Zusammenarbeit der allgemein-proletarischen Organisation und der Militär- und Kampforganisationen verzichtet, aber alle Militärorganisationen sind dabei der politischen Führung der allgemein-proletarischen Parteiorganisation untergeordnet – im nationalen wie im internationalen Maßstab.

Beim Aufbau der militärischen Kampforganisationen der Partei spielt die soziale Zusammensetzung eine vorrangige Rolle. Die besten Elemente der Arbeiterklasse müssen sie führen, das heißt zunächst, jene Bedingungen zu schaffen, um die planmäßige Arbeit der Kampforganisationen revolutionär durchführen zu können. Gleichzeitig muss unter den Soldaten für die Parteimitgliedschaft geworben werden, damit diese den militärischen Kampforganisationen der Partei zugeführt werden können. Die Armeearbeit ist grundsätzlich anzulehnen an die Methoden der Betriebsarbeit der Partei, d.h. in der bürgerlichen Armee müssen also Parteizellen und eine richtiggehende Parteiorganisation aufgebaut werden bis hin zu nationalen Parteistrukturen. In der bürgerlichen Armee muss die Partei eine bolschewistische Massenlinie entwickeln und die revolutionäre Massenbewegung in ihr führen. Darüberhinaus schafft sich die Kommunistische Internationale zentralisierte Kampforganisationen, die ihr aus den einzelnen nationalen Abteilungen der Sektionen zugeführt werden. Vor allem muss die Partei als Vortrupp der Arbeiterklasse die marxistisch-leninistische Militärtheorie und das revolutionäre Militärprogramm in die fortschrittliche Bewegung der Soldaten hineintragen und besonders ihren internationalen Charakter beleuchten und auf die Erfüllung internationler Zwecke hinarbeiten.

Im Offizierskorps als im Ganzen zu sehende reaktionäre Schicht, als eine berufsmäßige Militärkaste der bürgerlichen Armee, des stehenden Heeres, als militaristisches Machtinstrument des Imperialismus, kann man aus Gründen der bürgerlichen Klassenzugehörigkeit keine selbständige Parteiorganisationen aufbauen, sondern nur den einzelnen Offizier für die Parteimitgliedschaft durch die Arbeit der revolutionären Kräfte unter den Mannschaftsgraden zu gewinnen versuchen. Oppositionell eingestellte Offiziere spielen als eigenständige Gruppierung in der Regel keine aktive Rolle für die Revolution, nichtsdestoweniger können sie als einzelne Parteimitglieder durch ihre Spezialkenntnisse und ihre militärische Spezialausbildung im Augenblick eines Aufstandes der Armee und ihres Übergangs auf die Seite der Arbeiterklasse, sowie bei der technischen Vorbereitung der bewaffneten Kampfaktionen, des Aufstandes und der Revolution im nationalen wie internationalen Rahmen wesentliche Dienste leisten. Außerdem ist es notwendig, die bestehenden oppositionell gesinnten Offiziersgruppen auszunutzen, um militärisch wichtige Informationen aus den bürgerlichen Armeen und ihren internationalen Zusammenschlüssen zu erlangen und um einzelne Mitglieder als Instrukteure und praktische Leiter in die Militär- und Kampforganisationen der Partei bzw. der Kommunistischen Internationale aufzunehmen. Lenin entlarvte die Menschewisten in der ersten ( bürgerlichen) Revolution Russlands, die sich zu der Behauptung verstiegen, „ein Sieg der Sowjets der Arbeiterdeputierten im Kampf um die Macht würde lediglich zur Militärdiktatur der auf die Seite des Volkes übergegangenen Armee führen! Ohne die `liberalen` Offiziere, man denke nur, wären die Soldaten nicht einmal zusammen mit dem Sowjet der Arbeiterdeputierten imstande, etwas anderes als eine Militärdiktatur zu gewährleisten!“ (Lenin, Band 14, Seite 416).

Die Parteiarbeit ist grundsätzlich schwieriger in den Söldner – und Elitetruppen als in den Armeen mit allgemeiner Wehrpflicht, wo das Proletariat und die unteren Schichten des Volkes besser repräsentiert und für revolutionäre Agitation und Propaganda naturgemäß zugänglicher sind. Deswegen ist die militärische Parteiarbeit vorrangig in den bürgerlichen Armeen mit allgemeiner Wehrpflicht (weswegen wir in dieser Hinsicht auch die allgemeine Wehrpflicht propagieren, denn sie bietet der Partei bessere Bedingungen, das Volk in den Waffen zu schulen und zu üben und das stehende Heer in eine Volksarmee zu verwandeln). Die Frage der allgemeinen Wehrpflicht dient der Frage der allgemeinen Volksbewaffnung, und die Volksbewaffnung ist ja bekanntlich ein zentrales Anliegen der Partei der Arbeiterklasse. Die technischen Fragen und die Fragen der fachlich-militärischen Ausrüstung und Ausbildung sind der sozialen Frage in der Armee unterzuordnen.

Die Partei wirkt als Vortrupp der Arbeiterklasse in die proletarische Armee hinein und führt als solcher den militärischen Kampf der Arbeiterklasse. Die proletarische Armee muss die besten Elemente der Arbeiterklasse mit ihren militärischen Erfahrungen, mit ihrem revolutionären Geist, ihrer grenzenlosen Ergebenheit für die Verteidigung der Sache des Proletariats in sich aufnehmen. Um wirklich als Vortrupp der Arbeiterklasse in die proletarische Armee einwirken zu können, muss die Partei auch mit der militärischen Theorie des Marxismus-Leninismus, mit der Kenntnis der Gesetze der militärischen Bewegung, mit der Kenntnis der militärischen Gesetze der bewaffneten Revolution gewappnet sein und die militärischen Ereignisse in ihrer Bedeutung für die Revolution vorauszusehen, ohne die der militärische Kampf des Proletariats nicht zum Sieg geführt werden kann.

„Keine Armee kann im Krieg ohne einen erfahrenen Stab auskommen, wenn sie nicht einer Niederlage entgegengehen will. Ist es nicht klar, dass das Proletariat erst recht nichtz ohne einen solchen Stab auskommen kann, wenn es sich nicht seinen Todfeinden mit Haut und Haar ausliefern will? Aber wo ist dieser Stab? Dieser Stab kann nur die revolutionäre Partei des Proletariats sein. Die Arbeiterklasse ohne revolutionäre Partei – das ist eine Armee ohne Stab. Die Partei ist der Kampfstab des Proletariats. Aber die Partei kann nicht nur Vortrupp sein. Sie muss gleichzeitig ein Trupp der Klasse, ein Teil der Klasse sein, der durch sein ganzes Sein mit ihr fest verwurzelt ist. Der Unterschied zwischen dem Vortrupp und der übrigen Masse der Arbeiterklasse, zwischen Parteimitgliedern und Parteilosen kann nicht verschinden, solange die Klassen nicht verschwunden sind, solange die Reihen des Proletariats durch Elemente aufgefüllt werden, die anderen Klassen entstammen, solange die Arbeiterklasse als Ganzes nicht die Möglichkeit hat, sich auf das Niveau des Vortrupps zu erheben. Aber die Partei würde aufhören, Partei zu sein, wenn aus diesem Unterschied ein Bruch würde, wenn sie sich abkapselte und von den parteilosen Massen losrisse. Die Partei kann die Klasse nicht führen, wenn sie nicht mit den parteilosen Massen verbunden ist, wenn es keine enge Verbindung zwischen Partei und parteilosen Massen gibt, wenn diese Massen ihre Führung nicht anerkennen, wenn die Partei bei den Massen keinen moralischen und politischen Kredit hat“ (Stalin, Grundlagen des Leninismus, Band 6, Seite 152).

Die Partei als Kampfstab der Klasse hält damit auch den Kampfstab der bewaffneten Kampforganisationen und der proletarischen Armee in der Hand. Die Führung der proletarischen Armee durch die marxistisch-leninistische Partei ist ein unverletzliches Prinzip, verbürgt den proletarischen Charakter der Armee und die Erfüllung ihres Klassenauftrages und ist eine wichtige Quelle ihrer Stärke. Der Unterschied zwischen der Partei und der Armee, zwischen politischem und militärischen Kampf und ihren Stäben, (die Unterordnung gilt für den Kampfstab jeglicher Organisation der Arbeiterklasse unter dem höchsten Kampfstab, der Partei), kann nicht verschwinden, solange die Klassen nicht verschwunden sind, solange antagonistische Klassenzusammenstöße unvermeidlich sind und die proletarische Klassenpolitik nicht anders fortgesetzt werden kann als mit der proletarischer Militärpolitik, als mit dem Einsatz militärischer Waffen.

Die Partei muss dafür kämpfen, die ganze Arbeiterklasse auf das Niveau des Vortrupps zu heben und die anderen werktätigen Klassen auf das Niveau der Arbeiterklasse zu heben. Und so muss auch das Niveau der proletarische Armee gehoben werden auf das Niveau der Partei, das Niveau des militärischen Kampfstabes auf das Niveau des politischen Kampfstabes.

Lösen sich die Klassen auf, so lösen sich auch die Armee und ihr Kampfstab, löst sich im gleichen Prozess schließlich auch die Partei auf, braucht die Arbeiterklasse ihren höchsten Kampfstab nicht mehr, wenn sich die Arbeiterklasse als Klasse selber aufhebt, aber erst in der klassenlose Gesellschaft. Solange aber die Reihen der Partei und der Armee sich mit Elementen auffüllt, die anderen Klassen entstammen, solange die Klassen existieren, solange die Gefahr der Restauration des Kapitalismus existiert, solange der Sozialismus militärisch verteidigt wird, muss die Partei als Kampfstab des Proletariats auch die führende Rolle der proletarischen Armee innebehalten.

Die proletarische Armee würde aufhören, eine proletarische Armee zu sein, wenn sie sich sowohl von der Partei als auch von den Massen abkapselte und sich von beiden losrisse. Die Partei kann die Armee nicht führen, ihre Kräfte nicht mobilisieren, wenn die Armee weder mit der Partei noch mit den parteilosen Massen verbunden ist, wenn es keine enge Verbindung zwischen der Armee und der Partei einerseits und den parteilosen Massen andererseits gibt, wenn diese Massen die militärische Führung nicht anerkennen, wenn die Armee bei den Massen keinen moralischen und politischen Kredit hat. Eine solche Armee, die nicht die Unterstützung sowohl der Partei als auch der Massen hat, ginge unweigerlich in jeder ernstlichen Situation einer Niederlage entgegen. Eine Niederlage der Armee birgt gleichzeitig die Gefahr einer Niederlage der Partei in sich. Und umgekehrt, verliert das Proletariat die Führung ihrer Partei, dann verliert sie auch die Führung ihrer Armee, besteht die Gefahr der Restauration des Kapitalismus, besteht die Gefahr der Verwandlung der proletarischen Partei in eine bürgerliche Partei und der einer proletarischen Armee in eine bürgerliche Armee. Unter dem rechten Einfluss innerhalb des Vortrupps leiden seine ihm folgenden revolutionären Kampftruppen unter der Nachtrabpolitik hinter der aufständischen Massenbewegung. Unter dem linken Einfluss in der Partei haben sie meistens unter dem Vorauseilen der bewaffneten Aktionen und der damit verbundenen Isolierung von der Bewegung der Massen zu leiden mit der Folge des Mangels oder sogar Verlust ihrer Unterstützung. Deswegen dürfen sich die Militär- und Kampforganisationen in der Militärpolitik der Partei nicht passiv verhalten, sondern sie müssen mit ihren Kampferfahrungen und ihrem Wissen den bolschewistischen Kurs des Vortrupps aktiv unterstützen, damit die Partei in ihrer Militärpolitik jegliches, für die Arbeiterklasse schädliches Nachtraben oder Vorauseilen vermeidet.

Lenin verurteilte die unstatthafte Gegenüberstellung von Vorhutpartei und Apparatpartei oder die Gegenüberstellung der Partei der militärischen Kampfgruppen und der politischen Kampfgruppen als „intellektuellen Opportunismus“: „Einerseits ist (...) die Tätigkeit `im Dienst der spontanen Bewegung` die höchste politische Aufgabe der Partei. Eine solche revolutionäre Arbeit der `Politik` gegenüberstellen heißt die Politik zur Kannengießerei erniedrigen, heißt die Politik des Dumakampfes anpreisen und sie über die Politik der Massen im Oktober und Dezember [Lenin spricht hier vom Jahre 1905 – Anmerkung des Verfassers] stellen, heißt also vom proletarisch-revolutionären zum intelligenzlerisch-opportunistischen Standpunkt übergehen“ (Lenin, Band 11, Seite 351). Die Vorhutpartei ist keine politische Propagandapartei, sondern immer und stets eine politische Kampfpartei, die Hauptform ihres Kampfes immer und stets der politische Kampf, der in der revolutionären Flaute vorwiegend mit propagandistischen Mitteln begonnen und in revolutionären Situationen hauptsächlich mit bewaffneten Mitteln fortgesetzt wird.

„2. Die Partei als organisierter Trupp der Arbeiterklasse.

Die Partei ist nicht nur Vortrupp der Arbeiterklasse. Will sie wirklich den Kampf der Klasse leiten, so muss sie zugleich auch der organisierte Trupp ihrer Klasse sein. Die Aufgaben der Partei sind unter den Bedingungen des Kapitalismus außerordentlich groß und mannigfaltig. Die Partei muss den Kampf des Proletariats unter außerordentlich schwierigen Bedingungen der inneren und äußeren Entwicklung leiten, sie muss das Proletariat zur Offensive führen, wenn die Umstände eine Offensive erfordern, und sie muss das Proletariat den Schlägen eines starken Gegners entziehen, wenn die Umstände den Rückzug erfordern; sie muss in die Millionenmassen der unorganisierten parteilosen Arbeiter den Geist der Disziplin und der Planmäßigkeit im Kampf, den Geist der Organisiertheit und der Standhaftigkeit hineintragen“ (Stalin, Band 6, Seite 153).

Dies gilt unter den besonderen Bedingungen der Klassenkriege im Kapitalismus. Will die Partei diese Klassenkriege leiten, kann sie dies nur tun, wenn sie nicht nur Vortrupp, sondern sich auch als organisierter Trupp der Klasse betätigt, der die militärischen Kampforganisationen der Proletarier in den einzelnen kapitalistischen Ländern. Auch die Kommunistische Internationale kann nicht nur Vortrupp des Weltproletariats sein, sondern ist zugleich auch der organisierte Trupp des Weltproletariats, der alle Organisationen des Weltproletariats zentralisiert leitet. Als organisierter Trupp des Weltproletariats leitet die Kommunistische Internationale nicht nur die einzelnen internationalen militärischen Kampftruppen, sondern mit ihnen zusammen auch alle anderen Organisationen des Weltproletariats und zwar nicht nur als Summe, sondern als einheitliches System aller weltproletarischen Organisationen, vereinigt die Kommunistische Internationale alle Organisationen zu einem einheitlichen Ganzen. Die militärischen und bewaffneten Organisationen des Weltproletariats sind also nur ein Zahnrad im System, in dem alle Zahnräder, also alle anderen Organisationen des Weltproletariats, ineinandergreifen, um die proletarische Weltrevolution als gemeinsames Ensemble zum Laufen und in Schwung zu bringen. Ohne eine organisierende und zentralisierende Kraft, ohne organiserter Trupp der Klasse, ohne die planmäßig organisierte Leitung der Partei, die die Entscheidung über die richtige Einbindung der bewaffneten Kampfabteilungen in das ganze Organisationssystem trifft, ist die Klasse als Ganzes nicht fähig, sich ihren bewaffneten Sieg zu erkämpfen – weder im nationalen noch im internationalen Maßstab.

„Aber die Partei kann diesen Aufgaben nur dann gerecht werden, wenn sie selbst die Verkörperung der Disziplin und Organisiertheit ist, wenn sie selbst der organisierte Trupp des Proletariats ist. Ohne diese Bedingungen kann von einer wirklichen Führung der Millionenmassen des Proletariats durch die Partei keine Rede sein. Die Partei ist der organisierte Trupp der Arbeiterklasse. Die Idee von der Partei als einem organisierten Ganzen ist in der bekannten Leninschen Formulierung des ersten Punkts unseres Parteistatuts verankert, wo die Partei als Summe von Organisationen und die Mitglieder der Partei als Mitglieder einer der Parteiorganisationen betrachtet werden. (...) Aber die Partei ist nicht nur die Summe der Parteiorganisationen. Die Partei ist zugleich das einheitliche System dieser Organisationen, ihre Vereinigung in aller Form zu einem einheitlichen Ganzen, mit oberen und unteren Organen der Führung, mit der Unterodnung der Minderheit unter die Mehrheit, mit praktischen Beschlüssen, die für alle Parteimitglieder bindend sind. Ohne diese Bedingungen kann die Partei kein einheitliches, organisiertes Ganzes sein, das fähig wäre, die planmäßige und organisierte Leitung des Kampfes der Arbeiterklasse zu verwirklichen“ (Stalin, Werke Band 6, Seite 154-155). Dies trifft auch auf die Parteiorganisationen innerhalb der Armee zu insbesondere innerhalb der proletarischen Weltarmee.



„3. die Partei als höchste Form der Klassenortganisation des Proletariats

Die Partei ist der organisierte Trupp der Arbeiterklasse. Aber die Partei ist nicht die einzige Organisation der Arbeiterklasse. Das Proletariat hat noch eine ganze Reihe anderer Organisationen, ohne die es keinen erfolgreichen Kampf gegen das Kapital führen kann: Gewerkschaften, Genossenschaften, Betriebsorganisationen, Parlamentsfraktionen, parteilose Frauenvereinigungen, die Presse, Kultur- und Aufklärungsorganisationen, Jugendverbände, revolutionäre Kampforganisationen (zur Zeit offener revolutionärer Aktionen) [hervorgehoben vom Verfasser], Deputiertensowjets als staatliche Organisationsform ( wenn sich das Proletariat an der Macht befindet) usw. In ihrer übergroßen Mehrheit sind es parteilose Organisationen, und nur ein gewisser Teil von ihnen lehnt sich direkt an die Partei an oder bildet eine Abzweigung von der Partei. Alle diese Organisationen sind unter bestimmten Verhältnissen für die Arbeiterklasse absolut notwendig, denn ohne sie ist es unmöglich, die Klassenpositionen des Proletariats in den mannigfaltigen Sphären des Kampfes [so auch in den bewaffneten, internationalen Sphären – Anmerkung des Verfassers] zu festigen, denn ohne sie ist es unmöglich, das Proletariat zu stählen als die Kraft, die berufen ist, an die Stelle der bürgerlichen Gesellschaftsordnung die sozialistische zu setzen ( insbesondere jene sozialistische, die über den nationalen Rahmen hinausgeht – die sozialistische Weltordnung - Anmerkung des Verfassers].

Wie kann aber bei dieser Fülle an Organisationen eine einheitliche Leitung verwirklicht werden? Wo ist die Garantie, dass das Vorhandensein so zahlreicher Organisationen nicht zu einem Durcheinander in der Leitung führen wird? Man könnte sagen, dass jede dieser Organisationen innerhalb ihrer abgesonderten Sphäre tätig ist und dass sie deshalb einander nicht behindern können. Das ist natürlich richtig. Aber richtig ist auch, dass alle diese organisationen in einer Richtung tätig sein müssen, denn sie dienen einer Klasse, der Klasse der Proletarier [und im internationalen Maßstab eben der Klasse des Weltproletariats – Anmerkung des Verfassers].

Es fragt sich nun: Wer bestimmt die Linie, die allgemeine Richtung, in der alle diese Organisationen ihre Arbeit ausführen sollen? Wo ist jene zentrale Organisation, die dank der notwendigen Erfahrungen nicht nur fähig ist, diese allgemeine Linie auszuarbeiten, sondern dank der hierzu ausreichenden Autorität auch die Möglichkeit hat, alle diese organisationen zu veranlassen, diese Linie zu verwirklichen, um eine Einheitlichkeit in der Führung zu erzielen und Stockungen unmöglich zu machen? Eine solche Organisation ist die Partei des Proletariats [auf nationaler Ebene und die Kommunistische Internationale übergeordnet auf internationaler Ebene – Anmerkung des Verfassers]. Die Partei verfügt über alle hierzu nötigen Voraussetzungen, erstens, weil die Partei das Sammelbecken der besten Elemente der Arbeiterklasse ist, die mit den parteilosen Organisationen des Proletariats unmittelbar verbunden sind und diese sehr oft leiten; zweitens, weil die Partei, als Sammelbecken der Besten der Arbeiterklasse, die beste Schule zur Heranbildung von Führern der Arbeiterklasse ist, die fähig sind, die Organisationen ihrer Klasse in allen ihren Formen zu leiten; drittens, weil die Partei, als die beste Schule von Führern der Arbeiterklasse, dank ihrer Erfahrung und Autorität die einzige Organisation bildet, die fähig ust, die Leitung des Kampfes des Proletariats zu zentralisieren und auf diese Weise alle wie immer gearteten parteilosen Organisationen der Arbeiterklasse in Hilfsorgane und Transmissionsriemen zu verwandeln, die sie mit der Klasse verbinden [ und dies gilt natürlich auch für die führende und leitende Rolle, die die Partei/Weltpartei, die sich auch auf die bewaffneten Kampforganisationen auf nationaler /internationaler Ebene erstreckt – Anmerkung des Verfassers]. Die Partei ist die höchste Form der Klassenorganisation des Proletariats“ (Stalin, ebenda, Seite 157). Die opportunistische Theorie von der „Neutralität“ und „Unabhängigkeit“ der bewaffneten Kampforganisationen des Proletariats der einzelnen Länder gegenüber der Kommunistischen Internationale ist demnach unvereinbar mit der Theorie und Praxis des Marxismus-Leninismus und des proletarischen Internationalismus. Ebenso ist die sogenannte Selbstverwaltung der Organisationen, ihre „Unabhängigkeit“, „Neutralität“ usw. unvereinbar mit dem Prinzip des bolschewistischen Organisationssystems – eben auch auf militärischem Gebiet. Lenin unterscheidet klar und deutlich die bürgerliche Selbstverwaltung von der proletarischen. Doch auch die revolutionäre Selbstverwaltung kann nur ein Stückchen der Revolution sein“ (Lenin, Band 9, Seite 301) und eben nicht ihr Hauptsystem. „Wenn wir die Organisation der revolutionären Kräfte des Proletariats und der Bauernschaft entwickeln, erweitern, festigen und ausbauen, dürfen wir diese Organisation des Krieges, diese Organisation des Aufstands nicht mit der Selbstverwaltung verwechseln. Sowohl ihrer Bestimmung als auch der Art ihrer Entstehung und ihrem Charakter nach ist die Organisation des bewaffneten Aufstands, die Organisation der revolutionären Armee der Organisation der revolutionären Selbstverwaltung in nichts ähnlich(Lenin, Band 9, Seite 302); [Unterstreichung vom Verfasser]. Es gibt daher auch keine nationalen „Selbstverwaltungen“ im internationalen bolschewistischen Organisationssystem, ob sie nun einzeln oder im internationalen Verbund gemeint sind. Selbstverwaltete militärische Organisationen – unabhängig von der Partei des Proletariats sind antimarxistische Organisationen, sind Organisationen des Kapitalismus in Theorie und Praxis. Die militärischen Organisationen des Weltproletariats können nicht anders geführt werden als durch die Partei des Weltproletariats. Dass jede Organisation, also auch die militärische, nicht ohne jede Verwaltung auskommen kann, dass diese Verwaltung revolutionär sein muss, dass man die revolutionäre Selbstverwaltung nicht der revolutionären Armee entgegenstellen darf, all das ist selbstredend, jedoch hier nicht Gegenstand der Kritik, sondern nur, dass das antimarxistische Selbstverwaltungssystem in den militärischen Organisationen, deren Verselbständigung und Lostrennung, niemals an die Stelle des marxistisch-leninistischen Systems der führenden und ungeteilte Rolle der Partei als höchste Form der Klassenorganisation treten darf, diese nicht außer Kraft setzen darf, dass dies sonst nur auf eine Entwaffnung des Proletariats und der Weltrevolution sowie auf eine Zerschlagung ihrer weltrevolutionären Partei hinauslaufen kann ( siehe auch: Enver Hoxhas Kritik an der jugoslawischen „Selbstverwaltung“).





„4. die Partei als Instrument der Diktatur des Proletariats

Die Partei ist die höchste Form der Organisation des Proletariats. Die Partei ist die grundlegende, führende Kraft innerhalb der Klasse der Proletarier und unter den Organisationen [eben auch der bewaffneten Organisationen – Anmerkung des Verfassers] dieser Klasse. Daraus folgt aber keineswegs, dass man die Partei als Selbstzweck, als sich selbst genügende Kraft ansehen kann. Die Partei ist nicht nur die höchste Form der Klassenvereinigung der Proletarier [und die Kommunistische Internationale nicht nur höchste Form der Klassenvereinigung der Proletarier aller Länder – Anmerkung des Verfassers] – sie ist zugleich das Instrument in der Hand des Proletariats zur Eroberung der Diktatur, solange diese noch nicht erobert ist [oder zurückerobert ist – Anmerkung des Verfassers], zur Festigung und zum Ausbau der Diktatur, nachdem sie erobert ist [dies trifft auch auf das Instrument des Weltproletariats zu – die Kommunistische Internationale – Anmerkung des Verfassers]. Die Partei könnte nicht eine so hohe Bedeutung erlangen und könnte nicht alle übrigen Formen der Organisation des Proletariats überragen, wenn vor dem Proletariat nicht die Frage der Macht stünde, wenn die Verhältnisse des Imperialismus, die Unvermeidlichkeit von Kriegen, das Vorhandensein einer Krise nicht die Konzentration aller Kräfte des Proletariats auf einen Punkt, die Vereinigung aller Fäden der revolutionären Bewegung an einer Stelle erforderten, um die Bourgeoisie zu stürzen und die Diktatur des Proletariats zu erkämpfen [eben letztenendes auch die Weltdiktatur des Proletariats durch die Kommunistische Internationale – Anmerkung des Verfassers]. Das Proletariat braucht die Partei vor allem als seinen Kampfstab, der notwendig ist, um erfolgreich die Macht zu ergreifen [und wiederum seinen internationalen Kampfstab, um die Weltmacht zu ergreifen – Anmerkung des Verfassers]. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass es dem Proletariat in Russland nicht möglich gewesen wäre, seine revolutionäre Diktatur zu verwirklichen, wenn es keine Partei gehabt hätte, die fähig war, die Masenorganisationen des Proletariats um sich zu scharen und im Verlauf des Kampfes die Leitung der gesamten [also auch der bewaffneten Bewegung – Anmerkung des Verfassers] zu zentralisieren.

Aber das Proletariat braucht die Partei nicht nur zur Eroberung der Diktatur, es braucht sie noch notwendiger, um die Diktatur zu behaupten und sie im Interesse des vollständigen Sieges des Sozialismus zu festigen und auszubauen. Was heißt aber, die Diktatur `behaupten` und `ausbauen` ? Das heißt, die Millionenmassen der Proletarier mit dem Geist der Disziplin und Organisiertheit beseelen; das heißt, in den proletarischen Massen eine Schutzwehr (hervorgehoben vom Verfasser] und ein Bollwerk gegen die zerfressenden Einflüsse der kleinbürgerlichen Elementargewalt und der kleinbürgerlichen Gewohnheiten schaffen; das heißt, die organisatorische Arbeit der Proletarier zur Umerziehung und Ummodelung der kleinbürgerlichen Schichten unterstützen; das heißt, den proletarischen Massen helfen, sich selbst zu erziehen, als die Kraft, die fähig ist, die Klassen aufzuheben und die Bedingungen für die Organisierung der sozialistischen Produktion vorzubereiten [eben auch der sozialistischen Kriegsproduktion – Anmerkung des Verfassers]. Aber das alles durchzuführen ist unmöglich ohne eine Partei, die durch ihre Geschlossenheit und Disziplin stark ist.

`Die Diktatur des Proletariats` sagte Lenin, `ist ein zäher Kampf, ein blutiger und unblutiger, gewaltsamer und friedlicher, militärischer und wirtschaftlicher, pädagogischer und administrativer Kampf gegen die Mächte und Traditionen der alten Gesellschaft. Die Macht der Gewohnheit von Millionen und aber Millionen ist die fürchterlichste Macht [auch in der (sozialistischen) Armee – Anmerkung des Verfassers]. Ohne eine eiserne und kampfgestählte Partei, ohne eine Partei, die das Vertrauen alles dessen genießt, was in der gegebenen Klasse ehrlich ist, ohne eine Partei, die es versteht, die Stimmung der Massen zu verfolgen und zu beeinflussen, ist es unmöglich, einen solchen Kampf erfolgreich zu führen` (zitiert von Stalin in Werke Band 6, Seite 159-160).

Das Weltproletariat braucht die Weltpartei dazu, um die Weltdiktatur zu erobern und zu behaupten. Die Weltpartei, die Kommunistische Internationale, ist ein Instrument der Diktatur des Weltproletariats.



„5. die Partei als eine mit der Existenz von Fraktionen unvereinbare Einheit des Willens [ unbedingt anzuwenden auch auf die Weltpartei – Anmerkung des Verfassers:]

Die Diktatur des Proletariats zu erobern und zu behaupten ist unmöglich ohne eine Partei, die durch ihre Geschlossenheit und eiserne Disziplin stark ist. Die eiserne Disziplin in der Partei aber ist undenkbar ohne die Einheit des Willens, ohne die völlige und unbedingte Einheit des Handelns aller Parteimitglieder [aller kommunistischen Parteien zusammengenommen – Anmerkung des Verfassers]. Das bedeutet natürlich nicht, dass dadurch die Möglichkeit eines Meinungskampfes in der Partei ausgeschlossen wird [also auch nicht in der Weltpartei – Anmerkung des Verfassers]. Im Gegenteil, die eiserne Disziplin schließt Kritik und Meinungskampf in der Partei nicht nur nicht aus, sondern setzt sie vielmehr voraus. Das bedeutet erst recht nicht, dass die Disziplin `blind` sein soll [und so ist auch die proletarische Armee gegen blinden Gehorsam, wo man nicht die „Schnauze zu halten hat“ wie in der militaristischen Armee der Bourgeoisie – Anmerkung des Verfassers]. Im Gegenteil, die eiserne Disziplin schließt Bewusstheit und Freiwilligkeit der Unterodnung nicht aus, sondern setzt sie vielmehr voraus, denn nur eine bewusste Disziplin kann eine wirklich eiserne Disziplin sein. Aber nachdem der Meinungskampf beendet, die Kritik erschöpft und ein Beschluss gefasst ist, bildet die Einheit des Willens und die Einheit des Handelns aller Parteimitglieder [und aller Soldaten in der Armee – Anmerkung des Verfassers] jene unerlässliche Bedingung, ohne die weder eine einheitliche Partei (Armee – Anmerkung des Verfassers] noch eine eiserne Disziplin in der Partei [Armee – Anmerkung des Verfassers] denkbar ist.

`In der gegenwärtigen Epoche des verschärften Bürgerkriegs` sagte Lenin, `wird die Kommunistische Partei nur dann ihre Pflicht erfüllen können, wenn sie möglichst zentralistisch organisiert ist, wenn in ihr eine eiserne Disziplin herrscht, die an die militärische Disziplin grenzt [aber nicht mit ihr identisch ist – Anmerkung des Verfassers], und wenn ihr Parteizentrum ein mit Machtbefugnissen ausgestattetes, autoritatives organ mit weitgehenden Vollmachten ist, das das allgemeine Vertrauen der Parteimitgliedschaft genießt`(zitiert bei Stalin, Band 6, Seite 160-161).

So steht es mit der Disziplin in der Partei unter den Bedingungen des Kampfes vor der Eroberung der Diktatur. Dasselbe, jedoch in noch höherem Maße, muss von der Disziplin in der Partei nach Eroberung der Diktatur gesagt werden.

`Wer auch nur im Geringsten`, sagte Lenin, `die eiserne Disziplin der Partei des Proletariats (besonders während seiner Diktatur) schwächt, der hilft faktisch der Bourgeouisie gegen das Proletariat`(zitiert von Stalin in Band 6, Seite 161).

Daraus folgt aber, dass das Bestehen von Fraktionen unvereinbar ist sowohl mit der Einheit der Partei als auch mit ihrer eisernen Disziplin. Es erübrigt sich wohl nachzuweisen, dass die Existenz von Fraktionen zum Entstehen mehrerer Zentren führt, das Bestehen mehrerer Zentren aber bedeutet das Fehlen eines gemeinsamen Zentrums in der Partei , die Zersplitterung des einheitlichen Willens, die Schwächung und Zersetzung der Disziplin, die Schwächung und Zersetzung der Diktatur [und natürlich auch ihrer Armee – Anmerkung des Verfassers]. Die Parteien der II. Internationale, die gegen die Diktatur des Proletariats kämpfen und die Proletarier nicht zur Macht führen wollen, können sich natürlich einen Liberalismus wie die Fraktionsfreiheit gestatten, da sie eine eiserne Disziplin gar nicht brauchen [und auch die Revisionisten brauchen sie nicht – Anmerkung des Verfassers]. Die Parteien der Kommunistischen Internationale aber, die ihre Arbeit auf die Aufgabe einstellen, die Diktatur des Proletariats zu erkämpfen und sie zu festigen, können weder auf `Liberalismus` noch auf Fraktionsfreiheit eingehen [hervorgehoben vom Verfasser].hne die völlige und i





„6. die Partei wird dadurch gestärkt, dass sie sich von opportunistischen Elementen säubert.



Die Quelle der Fraktionsmacherei in der Partei sind ihre opportunistischen Elemente [diese Elemente begnügen sich freilich nicht allein mit ihrer Fraktionsmacherei in der Partei selbst, sondern breiten diese in allen proletarischen Organisationen aus, so auch in den militärischen und bewaffneten Kampforganisationen der Partei – Anmerkung des Verfassers]. Das Proletariat ist keine nach außen abgeschlossene Klasse. Es erhält ständigen Zustrom durch Elemente aus der Bauernschaft, dem Kleinbürgertum, der Intelligenz, die durch die Entwicklung des Kapitalismus proletarisiert wurden [diese Elemente strömen auch in die bewaffneten Kampforganisationen des Proletariats ein – Anmerkung des Verfassers]. Gleichzeitig geht in den Oberschichten des Proletariats ein Zersetzungsprozess vor sich, hauptsächlich unter den Gewerkschaftern und Proletariern, die von der Bourgeoisie aus dem kolonialen Extraprofit gefüttert werden. `Diese Schicht der verbürgerlichten Arbeiter`, sagte Lenin, `oder der `Arbeiteraristokratie`, in ihrer Lebensart, durch ihr Einkommen, durch ihre ganze Weltanschauung vollkommen verspießert, ist die Hauptstütze der II. Internationale und in unseren Tagen die soziale ( nicht militärische [Unterstreichung vom Verfasser] ) Hauptstütze der Bourgeoisie. Denn sie sind wirkliche Agenten der Bourgeoisie innerhalb der Arbeiterbewegung, der Arbeiterkommis der Kapitalistenklasse..., wirkliche Schrittmacher des Reformismus und Chauvinismus` (von Stalin verwendetes Lenin-Zitat in Band 6, Seite 162).

Alle diese kleinbürgerlichen Gruppen dringen auf eine oder die andere Weise in die Partei ein und tragen in sie den Geist des Schwankens und des Opportunismus, den geist der Zersetzung und der Unsicherheit hinein. Sie sind es hauptsächlich, die die Quelle der Fraktionsmacherei und des Zerfalls bilden, die Quelle der Desorganisation und Sprengung der Partei von innen heraus. Gegen den Imperialismus kämpfen, wenn man solche `Bundesgenossen` im Rücken hat, heißt in die Lage von Leuten geraten, die von zwei Seiten beschossen werden – von der Front und vom Hinterland [als Beispiel erinnere man sich vergleichsweise an die Situation zwischen Stalin und Trotzki im militärischen Kampf während des russischen Bürgerkrieges – Anmerkung des Verfassers]. Deshalb ist der schonungslose Kampf gegen solche Elemente, ihre Verjagung aus der Partei die Vorbedingung für den erfolgreichen Kampf gegen den Imperialismus. Die Theorie der `Überwältigung` der opportunistischen Elemente durch ideologischen Kampf innerhalb der Partei, die Theorie der `Überwindung` dieser Elementer im Rahmen ein und derselben Partei ist eine faule und gefährliche Theorie, die die Gefahr heraufbeschwört, die Partei zu einem Zustand der Lähmung und des chronischen Siechtums zu verirteilen, sie mit Haut und Haar dem Opportunismus auszuliefern, das Proletariat ohne revolutionäre Partei zu lassen, das Proletariat der wichtigsten Waffe im Kampf gegen den Imperialismus zu berauben“ (Stalin, ebenda, Seite 162-163). Natürlich gilt das in gleicher Weise innerhalb der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, in der Kommunistischen Internationale und ihren Sektionen.

Die Hinaussäuberung opportunistischer Elemente aus den proletarischen Organisationen, also auch aus den bewaffneten Organisationen, sieht die Bourgeoisie nicht selten als ein „Akt der Selbstzerfleischung“ an, als ein Akt der Zersplitterung und der Schwächung. Lassalle äußerte sich hierzu einmal wie folgt:

„Dass die Parteikämpfe gerade einer Partei Kraft und Leben geben, dass der größte Beweis der Schwäche einer Partei das Verschwimmen derselben und die Abstumpfung der markierten Differenzen ist, dass sich eine Partei stärkt, indem sie sich purifiziert, davon weiß und befürchtet die Behördenlogik wenig“ (aus einem Brief Lassalles an Marx vom 24. Juni 1852; zitiert bei Lenin, Band 5, Seite 326).

„Der Weg zur Entwicklung und Festigung der proletarischen Parteien führt über ihre Säuberung von den Opportunisten und Reformisten, den Sozialimperialisten und Sozialchauvinisten, den Sozialpatrioten und Sozialpazifisten. Die Partei wird gestärkt dadurch, dass sie sich von den opportunistischen Elementen reinigt“ (Stalin, ebenda, Seite 163). Und wir fügen hinzu, ... dass sie sich heute von den Neo-Revisionisten reinigt.

`Am Vorabend der Revolution und in Augenblicken des erbittertsten Kampf um ihren Sieg können die geringsten Schwankungen innerhalb der Partei alles zugrunde richten, die Revolution vereiteln, die Macht den Händen des Proletariats entreißen, denn diese Mach ist noch nicht fest begründet und der Ansturm gegen sie noch allzu stark. Wenn schwankende Führer in einer solchen Zeit abtreten, so schwächt das nicht, sondern stärkt sowohl die Partei als auch die Arbeiterbewegung und die Revolution` (Lenin zitiert von Stalin, Band 6, Seite 164). Wir möchten hinzufügen... stärkt es insbesondere den bewaffneten Kampf um die Macht, insbesondere im entscheidenden Moment der Machtergreifung.





Der streitbare Militarismus und die antimilitaristische Taktik Lenins

- Lenins bolschewistische Taktik der Parteiarbeit im Heer der herrschenden Klassen-

„Die Propaganda des Klassenkampfes bleibt auch im Heer Pflicht der Sozialisten; die Arbeit, die auf die Umwandlung des Völkerkrieges in den Bürgerkrieg abzielt, ist in der Epoche des imperialistischen bewaffneten Zusammenpralls der Bourgeoisie aller Nationen die einzige sozialistische Arbeit“ (Lenin, Werke Band 21, Seite 27).

Lenin hob die Bedeutung der Rolle der revolutionären Soldaten und Matrosen für den bewaffneten Aufstand zum Sturz der Zarenmonarchie hervor. Er entwickelte aus den Erfahrungen der Soldaten- und Matrosenaufstände die bolschewistische Taktik der Parteiarbeit im Heer des Zaren und verkündete die marxistisch-leninistische Losung:

„Es lebe die einträchtige, beharrliche, unermüdliche revolutionäre Arbeit zur Entfaltung einer breiten revolutionären Offensive der Millionenmassen, der Arbeiterstreiks und der Bauernbewegung! Nur an der Spitze des Ansturms von Millionen, nur in engstem, unlöslichem Bündnis mit ihnen kann und wird der revolutionäre Teil der russischen Truppen die Zarenmonarchie besiegen!“ (Lenin, Band 18, Seite 225).

Diese Losung bleibt stets aktuell. Es ist nicht nur eine Losung, die Gültigkeit hat für den Sturz des Kapitalismus in diesem oder jenen Land, sondern darüberhinaus für die sozialistische Weltrevolution zum Sturz des ganzen Weltkapitalismus:

Es lebe die einträchtige, beharrliche, unermüdliche revolutionäre Arbeit der Kommunistischen Internationale zur Entfaltung einer internationalen breiten revolutionären Offensive der Millionenmassen aller Länder, der Arbeiterstreiks und der Bauernbewegung! Nur an der Spitze des Ansturms von Millionen in allen Ländern, nur in engstem, unlöslichem Bündnis mit ihnen wird der revolutionäre Teil der internationalen konterrevolutionären imperialistischen Truppen den Weltkapitalismus besiegen.

In Lenins Werken vom August 1903 findet sich der Entwurf einer Resolution über das Heer , der nicht auf dem II. Parteitag der SDAPR eingebracht wurde aufgrund des harten Kampfes zwischen Menschewiki und Bolschewiki und in dem es hieß: „Der Parteitag lenkt die Aufmerksamkeit aller Parteiorganisationen auf die Wichtigkeit der sozialdemokratischen Propaganda und Agitation im Heer und empfiehlt, alle Anstrengungen zu machen, damit sämtliche unter Offizieren und Soldaten vorhandenen Verbindungen schnellstens gefestigt und ausgebaut werden. Der Parteitag hält es für wünschenswert, aus den im Heer dienenden Sozialdemokraten besondere Gruppen zu bilden, die in den Lokalkomitees (als Zweige der Komiteeorganisation) oder in der Zentralorganisation ( als vom Zentralkomitee unmittelbar geschaffene und ihm unmittelbar untergeordnete Einrichtungen) eine bestimmte Stellung einzunehmen haben“ (Lenin, Band 6, Seite 479).

Daraus wird deutlich, dass Lenin bereits damals schon die Schaffung besonderer Parteigruppen sowohl auf dezentraler wie auch auf zentraler Ebene für notwendig hielt, um spezielle Aufgaben für die Partei zu erfüllen.

Lenin hielt das Proletariat für die einzige Kraft, welche fähig ist, „die schwankende Armee [zu] spalten“ (Lenin, Band 8, Seite 533). „Anfangs vereinzelte Fälle von Gehorsamsverweigerung, Empörungsausbrüche der Reservisten, Proteste der Offiziere, Agitation unter den Soldaten, Weigerung einzelner Kompanien oder Regimenter, auf ihre Brüder, die Arbeiter, zu schießen. Dann – Übertritt eines Teils der Armee auf die Seite des Aufstands (Lenin, Band 8, Seite 564). Lenin betrachtete die „Gehorsamsverweigerung von Massen“ als „eine der Bedingungen, die die Erhebung vorbereiten“ (Lenin, Band 13, Seite 11). Gehorsamsberweigerung ist das entschiedenste Kampfmittel, das nicht gegen die Organisationsformen des militaristischen Apparates, sondern gegen dessen Bestehen selbst gerichtet ist. Aktive Gehorsamsverweigerung unterscheidet sich von der passiven Gehorsamsverweigerung dadurch, dass die erstere mit dem revolutionären Kampf verknüpft werden kann, was bei der zweiten ( so noch) nicht möglich ist – daher unser Kampf, die passive Gehorsamsverweigerung als einen lediglichen Verzicht auf die Ausführung der Befehle der Macht in eine aktive Gehorsamsverweigerung zum Ansturm auf diese Macht zu verwandeln – systematische Verletzung der Gesetze der alten Macht, um Gesetze der neuen Macht zu schaffen. Gehorsamsverweigerung ist eine direkte Kriegserklärung an die bestehende militärische Macht, ein direkter Angriff auf sie. Ohne eine revolutionäre Gärung, ohne einen umfassenden Aufschwung der revolutionären Bewegung unter den Soldaten, ohne einen über den Rand der möglichen militärischen Legalität hinausgehende Erregung der Soldaten, kann von einem Erfolg der Gehorsamsverweigerung als revolutionäres Kampfmittel der Soldaten allerdings nicht die Rede sein. Bei den ununterbrochenen Soldatenaufständen handelte es sich um Massenoffensiven der der russischen Revolution von 1905, die von den Repressalien der Selbstherrschaft nicht eingedämmt, sondern verstärkt wurden. Der Aufstand auf der „Potjomkin“ übeflügelte sogar die Losungen der Revolutionäre.

Mit dem Panzerkreuzer „Potjomkin“ trat eine große Einheit der zaristischen Streitkräfte offen auf die Seite der Revolution über, und es gelang der Regierung nicht, den Aufstand der Matrosen im Keim zu ersticken. Im Gegenteil: „Die gegen den revolutionären Panzerkreuzer `Potjomkin` entsandten Kriegsschiffe verweigerten den Einsatz gegen ihre Kameraden (...) auf dem Panzerkreuzer `Georgi Pobedonossez`, der kapituliert hatte, haben wieder Meutereien begonnen (...) es häufen sich die Zusammenstöße mit dem Militär; es ist (in Libau) zum Barrikadenkampf der Matrosen und Arbeiter gegen die Soldaten gekommen. (...) Die zaristische Regierung hat keine Flotte mehr. Das Höchste, was sie vorläufig erreichen konnte, ist, die Flotte vom aktiven Übertritt auf die Seite der Revolution zurückzuhalten. Der Panzerkreuzer `Potjomkin` aber war und ist ein unbesiegtes Territorium der Revolution, und wir haben, welches immer sein Schicksal sein mag, eine unzweifelhafte und höchst bedeutsame Tatsache zu verzeichnen: den Versuch zur Bildung des Kerns einer revolutionären Armee (...) [Unterstreichung vom Verfasser]. Unsere Aufgabe ist es jetzt, diese Versuche mit allen Kräften zu unterstützen, die breitesten Massen des Proletariats und der Bauernschaft einer revolutionären Armee im Kampf um die Freiheit für das ganze Volk aufzuklären, den einzelnen Abteilungen dieser Armee zu helfen, die Fahne des Volkes, die Fahne der Freiheit zu hissen, diese Fahne, die die Massen zu mobilisieren und die Kräfte zu vereinigen vermag, die der zaristischen Selbstherrschaft den Garaus machen können“ (Lenin, Band 8, Seite 564 - 565).

Es geht der Partei um die Gewinnung von Soldaten, die sich der revolutionären Bewegung anschließen. Es sind Soldaten in Massen da, aber es fehlt an revolutionären Soldaten – das ist das Problem, das jede revolutionäre bewaffnete Organisation stets und überall zu lösen hat. Auf der einen Seite wird der Mangel revolutionärer Soldaten beklagt, während gleichzeitig überall in der bürgerlichen Armee unzählige Soldaten ihre Hilfe anbieten und aus der Arbeiterklasse junge revolutionäre Kräfte heranwachsen, die mit der Waffe in der Hand für die Revolution kämpfen wollen. Wenn wir dieses Rekrutierungsproblem im internationalen Maßstab betrachten, so ist das Potential geradezu unerschöpflich. Nirgends wird es günstigere Bedingungen für die Organisierung revolutionärer Soldaten geben als gerade in der sozialistischen Weltrevolution. Soldaten sind in Massen da, man muss bloß die der Nachtrabideologie entsprungenen Gedanken und Belehrungen über Bord werfen, man muss nur der Initiative, den `Plänen` und `Unternehmungen` Spielraum lassen; dann werden wir uns auch als würdige Vertreter der großen weltrevolutionären Klasse erweisen, dann wird das Weltproletariat ebenso heldenhaft die sozialistische Weltrevolution durchführen, wie es sie begonnen hat (in Anlehnung an Lenin, Band 8, Seite 210-211).

Lenin lehrte: „Aus dem Militär selbst erwachsen die Abteilungen einer revolutionären Armee. Die Aufgaben solcher Abteilungen ist es, den Aufstand zu proklamieren, den Massen die militärische Führung zu geben, die für den Bürgerkrieg ebenso notwendig ist wie für jeden anderen Krieg, Stützpunkte für den offenen Kampf des ganzen Volkes zu schaffen, den Aufstand in die angrenzenden Gebiete zu tragen, die volle politische Freiheit – sei es auch zunächst nur in einem kleinen Teil des Reichs – zu sichern, mit der revolutionären Umgestaltung der verfaulten Ordnung zu beginnen und die revolutionäre schöpferische Tätigkeit der unteren Volksschichten, die in friedlichen Zeiten wenig in Erscheinung tritt, in revolutionären Epochen aber in den Vordergrund rückt, zur vollen Entfaltung zu bringen. Nur wenn die Abteilungen der revolutionären Armee diese neuen Aufgaben erkennen, nur wenn sie sie kühn und im vollen Umfang auf die Tagesordnung stellen, können sie den vollen Sieg erringen und als Stütze einer revolutionären Regierung dienen. Eine revolutionäre Regierung aber ist im gegebenen Stadium des Volksaufstandes ebenso dringend notwendig wie die revolutionäre Armee. Die revolutionäre Armee ist notwendig zum militärischen Kampf und zur militärischen Führung der Massen des Volkes gegen die noch auf der Seite der Selbstherrschaft stehenden Streitkräfte. Die revolutionäre Armee ist deshalb notwendig, weil die großen geschichtlichen Fragen nur durch Gewalt gelöst werden können, die Organisation der Gewalt im modernen Kampf aber ist eine militärische Organisation. Und außer den Resten der Streitkräfte der Selbstherrschaft gibt es noch die Streitkräfte der Nachbarstaaten, bei denen die stürzende russische Regierung bereits um Unterstützung bettelt (...). Für den vollständigen Sieg des Volkes über den Zarismus ist die sofortige Organisation der politischen Führung des aufständischen Volkes nicht minder notwendig als die militärische Führung seiner Streitkräfte“ (Lenin, Band 8, Seite 566-567).

„Das Heer kann nicht, war niemals und wird niemals neutral sein. Es zerfällt gerade jetzt mit ungeheurer Schnelligkeit in das Heer der Freiheit und das Heer der Schwarzhunderter. Wir werden diesen Zerfall beschleunigen. Wir werden alle Unentschlossenen und Schwankenden anprangern, die vor dem Gedanken zurückscheuen, dass man unverzüglich eine Volksmiliz aufstellen muss ( die Moskaier Duma hat, nach den letzten Meldungen der Auslandspresse, das Projekt, eine Volksmiliz zu bilden, abgelehnt). Wir werden unsere Agitation unter den Massen, unsere organisatorische Tätigkeit zur Bildung revolutionärer Abteilungen verzehnfachen. Die Armee des klassenbewussten Proletariats wird sich dann mit den roten Abteilungen des russischen Heeres verschmelzen [hervorgehoben vom Verfasser] – und dann wollen wir sehen, ob die Schwarzhundertschaften der Polizei das ganze neue, das ganze junge, das ganze freie Russland besiegen werden!“ (Lenin, Band 9, Seite 467-468).

„Während wir eine Arbeitermiliz schaffen, dieses einzige feste Bollwerk der Revolution, während wir uns auf einen neuen und noch entschlosseneren Kampf vorbereiten, wobei wir an unseren alten Losungen festhalten, müssen wir auch der Armee besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Das erzwungene Zugeständnis des Zaren muss in ihren Reihen die größten Schwankungen hervorgerufen haben, und wir müssen jetzt, indem wir die Soldaten zu den Arbeiterversammlungen heranziehen, die Agitation in den Kasernen verstärken und unsere Verbindungen mit den Offizieren ausbauen, neben der revolutionären Armee der Arbeiter auch einen Stamm bewusster Revolutionäre im Heer schaffen, das gestern noch ausschließlich ein Zarenheer war und heute vor seiner Umwandlung in ein Volksheer steht.

Das revolutionäre Proletariat hat in den großen Tagen des Generalstreiks die Truppen paralysiert und dadurch ihre Neutralisierung erreicht. Es muss jetzt den vollständigen Übergang der Truppen auf die Seite des Volkes erreichen. Das revolutionäre Proletariat hat die Revolution in den Städten zum ersten großen Sieg geführt. Es muss jetzt ihre Basis erweitern und vertiefen, indem es die Revolution auf das flache Land ausdehnt. (...) Der Erfolg der Revolution hängt davon ab, wie groß die Massen des Proletariats und der Bauernschaft sind, die zu ihrer Verteidigung und Vollendung erheben wird. Der revolutionäre Krieg unterscheidet sich von allen anderen Kriegen dadurch, dass er seine Hauptreserve aus dem Lager der gestrigen Verbündeten seines Feindes schöpft, jener Leute, die dem Zarismus gestern noch anhingen oder blindlings folgten“ (Lenin, Band 9, Seite 435-436).

In seinem Artikel „Der Fall von Port Arthur“ charakterisiert Lenin die zaristische Militärmacht im Japanischen Krieg als eine „Attrappe“:

„Das Offizierskorps erwies sich als ungebildet, unterentwickelt und ungeschult, es hat keinen engen Kontakt mit den Soldaten und besitzt nicht deren Vertrauen. Die Rückständigkeit, die Unwissenheit, das Analpabetentum, die Stumpfheit der Bauernmassen offenbarten sich mit erschreckender Deutlichkeit bei dem Zusammenstoß mit einem fortschrittlichen Volk in einem modernen Krieg, der ebenso notwendig wie die moderne Technik ein hochqualifiziertes Menschenmaterial erfordert. Ohne bewusst handelnde Soldaten und Matrosen mit eigener Initiative ist im modernen Krieg ein Erfolg unmöglich (...) ...prächtige Kriegsschiffe sind nutzlos, wenn man nicht mit modernen Schiffwen umzugehen versteht, wenn die Menschen fehlen, die sich mit Sachkenntnis der neuesten Errungenschaften der Kriegstechnik zu bedienen verstehen (...) Die Militärmacht des absolutistischen Russlands hat sich als eine Attrappe herausgestellt“ (Lenin, Band 8, Seite 38 und 39).

Lenin sammelte eine Menge enthüllendes Material, um die Soldaten über ihre Rolle in der Armee aufzuklären, so zum Beispiel die Bestätigung einer Note des Zaren an die türkische und rumänische Regierung durch die englische „Times“: „In dieser Note bittet die russische Regierung die genannten Staaten, die meuternden Matrosen der russischen Flotte als kriminelle Verbrecher zu betrachten, und warnt sie, dass andernfalls internationale Komplikationen möglich seien. (...) Die rumänische Regierung ordnete an, dem `Potjomkin` weder Proviant noch Kohlen zu liefern, ließ aber gleichzeitig die 700 Matrosen wissen, dass sie, falls sie an der rumänischen Küste landen sollten, lediglich als ausländische Deserteure angesehen würden“. Und Lenin bemerkt zu weiteren europäischen Zeitungsmeldungen: „Der Übergang des `Potjomkin` auf die Seite des Aufstandes ist der erste Schritt zur Umwandlung der russischen Revolution in einen internationalen Machtfaktor, die russische Revolution tritt den europäischen Staaten von Angesicht zu Angesicht gegenüber. (...) Die russische Revolution hat Europa wissen lassen, dass das russische Volk sich im offenen Krieg mit dem Zarismus befindet. Faktisch macht damit die russische Revolution den Versuch, im Namen einer neuen, einer revolutionären Regierung Russlands aufzutreten“ (Lenin, Band 8, Seite 576).

Am 15. November schrieb Lenin in der „Nowaja Shisn“ den für die marxistisch-leninistische Militärwissenschaft grundsätzlich wichtigen Artikel „Heer und Revolution“, woraus die wichtigsten Zitate hier im Folgenden entnommen sind:

„Der Aufstand in Sewastopol greift stetig um sich. Die Entscheidung naht. Die für die Freiheit kämpfenden Matrosen und Soldaten entledigen sich der Vorgesetzten. Es herrscht völlige Ordnung. Der Regierung gelingt es nicht, den niederträchtigen Streich von Kronstadt zu wiederholen, es gelingt ihr nicht, irgendwelche Progrome hervorzurufen. Das Geschwader hat sich geweigert, in See zu stechen und bedroht die Stadt, falls versucht wird, die Aufständischen niederzuwerfen. (...) Jedenfalls bedeuten die Sewastopoler Ereignisse den vollständigen Zusammenbruch des alten Sklavensystems im Heer, das die Soldaten in bewaffnete Maschinen verwandelte und sie zu Werkzeugen der Unterdrückung auch der bescheidensten Freiheitsbestrebungen machte.

Unwiederbringlich dahin sind die Zeiten, da die russische Armee auszog – wie es 1849 der Fall war [gemeint ist der Einsatz von Truppen zur Unterdrückung der ungarischen Revolution 1849 durch den Zaren Nikolaus I. - Anmerkung 17, Lenin, Band 10, Seite 528] -, die Revolution außerhalb Russlands niederzuwerfen. Jetzt ist die Armee unwiderruflich von der Selbstherrschaft abgefallen. Sie ist noch nicht in ihrer Gesamtheit revolutionär geworden. Das politische Bewusstsein der Soldaten und Matrosen ist noch sehr gering. Wichtig aber ist, dass das Bewusstsein schon erwacht ist, dass unter den Soldaten eine eigene Bewegung begonnen hat, dass der Geist der Freiheit überall in den Kasernen eingedrungen ist. Die Kaserne war in Russland fast durchweg schlimmer als jedes Gefängnis; nirgends wurde die Persönlichkeit so getreten und unterdrückt wie in der Kaserne, nirgends wucherte so üppig Misshandlung, Quälerei und Schmähung des Menschen [ und heute sind diese schlimmen Zeiten für die jungen Soldaten wieder in die russischen Kasernen zurückgekehrt, wiederholt sich die Geschichte grausamster Misshandlungen und Demütigungen an den Soldaten – Anmerkung des Verfassers]. Und diese Kaserne wird jetzt zu einem Herd der Revolution [und sie ist bereits heute zu einer Keimzelle - wenn auch noch nicht zu einem Herd - der erneuten Revolution zur Zurückeroberung des Sozialismus geworden ! - Anmerkung des Verfassers].

Die Petersburger Soldaten wollen erreichen: Verbesserung des Essens, der Kleidung und der Unterkünfte, Erhöhung des Soldes, Verkürzung der Dienstzeit und der täglichen Ausbildungsdauer. Aber noch mehr Raum nehmen unter ihren Forderungen andere ein, die nur Soldaten aufstellen konnten, die sich als Staatsbürger fühlten. Das Recht, in Uniform alle Versammlungen `auf gleichem Fuß mit allen Staatsbürgern` zu besuchen; das Recht, in der Kaserne alle Zeitungen zu lesen und zu halten; Gewissensfreiheit; rechtliche Gleichstellung aller Nationalitäten; völlige Abschaffung aller Ehrenbezeigungen außerhalb der Kaserne; Abschaffung der Offiziersburschen; Abschaffung der Kriegsgerichte und Überweisung aller Kriegsgerichtsverfahren an die ordentlichen Gerichte; das Recht auf Kollektivbeschwerden; das Recht der Notwehr bei dem geringsten Versuch eines Vorgesetzten, tätlich zu werden. Das sind die Hauptforderungen der Petersburger Soldaten“ (Lenin, Band 10, Seite 40).

„Aber man betrachte den Charakter der militärischen Unruhen, die Forderungen der Soldaten. Man versuche, in den Soldaten, die ständig gewärtig sein müssen, wegen `Widersetzlichkeit` erschossen zu werden, lebendige Menschen mit selbständigen Interessen zu sehen, einen Teil des Volkes, der die dringlichsten Nöte bestimmter Klassen unserer Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Man wird sehen, dass die Soldaten, die der politisch am wenigsten entwickelten Bauernschaft am nächsten stehen, die von ihren Vorgesetzten unaufhörlich eingeschüchtert, verdummt und gedrillt werden – dass die Soldaten, dies `stumme Herdenvieh`, in ihren Forderungen sehr viel weiter gehen als die kadettischen Programme!“ (Lenin, Band 11, Seite 72).

„Die Soldaten des Warschauer Wehrkreises (...) fordern die Versammlungs- und Koalitionsfreiheit für die Soldaten - `ohne jede Genehmigung und ohne Anwesenheit von Offizieren` . Sie fordern die `Ableistung der Militärpflicht am Heimatort` des Soldaten, das Recht, außerhalb des Dienstes Zivilkleidung zu tragen, das Recht, Soldatenvertrauensleute zu wählen, die die Gebührnisse der Soldaten verwalten und zur Behandlung von Soldatendelikten Gerichte bilden“ (...) Kommt das nicht unmittelbar an die Bildung einer das ganze Volk erfassenden und völlig demokratischen Miliz [hervorgehoben vom Verfasser] heran?“ (Lenin, Band 11, Seite 73).

„Die Forderungen der Staatsbürger im Waffenrock sind die Forderungen der Sozialdemokratie, die Forderungen aller revolutionären Parteien, die Forderungen der klassenbewussten Arbeiter. Die Eingliederung der Soldaten in die Reihen der Freiheitsfreunde, ihr Übergang auf die Seite des Volkes wird den Sieg der Freiheitssache und die Verwirklichung der Soldatenforderungen gewährleisten. Damit jedoch diese Forderungen tatsächlich im vollen Umfang und auf die Dauer verwirklicht werden, muss man noch einen kleinen Schritt vorwärts machen. Man muss alle die einzelnen Wünsche der durch die verfluchte Zuchthauskaserne gequälten Soldaten zu einem Ganzen zusammenfassen. Zusammengefastt aber werden diese Forderungen die Abschaffung des stehenden Heeres und seine Ersetzung durch die allgemeine Volksbewaffnung [hervorgehoben vom Verfasser] bedeuten“ (Lenin, Band 10, Seite 41).

„Die Soldaten erheben eine Forderung, die klar darauf hinausläuft, die Kastenarmee, die vom Volk losgelöste Armee, zu liquidieren und durch eine Armee vollberechtigter Staatsbürger zu ersetzen. Das aber ist eben die Aufhebung des stehenden Heeres und die Bewaffnung des Volkes“ (Lenin, Band 11, Seite 73).

Überall, in allen Ländern dient das stehende Heer nicht so sehr gegen den äußeren als vielmehr gegen den inneren Feind. Überall ist das stehende Heer zum Werkzeug der Reaktion, zum Diener des Kapitals im Kampf gegen die Arbeit, zum Henker der Volksfreiheit geworden. Bleiben wir also in unserer großen Revolution für die Freiheit nicht bei bloßen Einzelforderungen stehen. Rotten wir das Übel mit der Wurzel aus. Schaffen wir das stehende Heer völlig ab. Soll sich die Armee mit dem bewaffneten Volk verschmelzen, sollen die Soldaten ihre militärischen Kenntnisse ins Volk tragen, soll die Kaserne verschwinden und durch die freie Militärschule ersetzt werden. Keine Macht der Welt wird einen Anschlag auf das freie Russland wagen, wenn auf der Wacht dieser Freiheit das bewaffnete Volk stehen wird, das die Militärkaste abgeschafft, alle Soldaten zu Staatsbürgern und alle waffenfähigen Staatsbürger zu Soldaten gemacht hat.

Die Erfahrung Westeuropas hat gezeigt, wie reaktionär das stehende Heer ist. Die Kriegswissenschaft hat bewiesen, dass es durchaus möglich ist, eine Volksmiliz zu schaffen, die sowohl im Verteidigungs- als auch im Angriffskrieg auf der Höhe der militärischen Aufgaben steht. Mag die scheinheilige oder sentimentale Bourgeoisie von der Abrüstung träumen. Solange es auf der Welt Unterdrückte und Ausgebeutete gibt, müssen wir nicht die Abrüstung, sondern die allgemeine Volksbewaffnung anstreben. Nur sie allein wird die Freiheit vollauf sichern. Nur sie allein wird die Reaktion gänzlich über Bord werfen. Nur unter der Bedingung dieser Umgestaltung wird die Freiheit in der Tat den Millionen Werktätigen und nicht nur einem Häuflein Ausbeuter zu Gute kommen“ (Lenin, Band 10, Seite 39-42). Und wir fügen abschließend unsere Losung von heute hinzu: Abschaffung der multinationalen Armee und der internationalen Militärbündnisse der Imperialisten – stattdessen allgemeine Völkerbewaffnung!

Lenin zog aus den Ereignissen von 1905 die Schlussfolgerung, „dass die Selbstherrschaft ihre eigenen militärischen Kräfte schwächt und demoralisiert, indem sie diese einsetzt, um die Bevölkerung, von der sie ein Teil sind, mit Waffengewalt zu unterwerfen, indem sie die herangereiften und von allen ehrlichen Elementen der Armee geforderten Reformen im Militärwesen nicht durchführt, keine Maßnahmen zur Erleichterung der verzweifelten Lage der Reservisten ergreift und die Forderungen der Soldaten und Matrosen lediglich mit einer Verstärkung des strengen Polizeiregimes in den Kasernen beantwortet“ (Lenin, Band 10, Seite 144-145).

Im Jahre 1908 schreibt Lenin seinen Artikel

„Der streitbare Militarismus und die antimilitaristische Taktik der Sozialdemokratie“.

Wir hatten eingangs schon die Definition, die Lenin über den „modernen Militarismus“ gegeben hatte, zitiert. Sie stammt aus diesem Artikel, einem weiteren Schulungstext, der allen empfohlen wird, die sich mit der Frage des Antimilitarismus näher vertraut machen möchten. Die wichtigsten Aussagen werden hier kurz zitiert:

„Und je drohender die Regierungen gegenseitig mit dem Säbel rasseln, desto rücksichtsloser unterdrücken sie die antimilitaristische Bewegung im eigenen Land. Die Verfolgungen der Antimilitaristen nehmen extensiv wie intensiv mehr zu“, (...) was “die antimilitaristische Agitation (...) sehr erschwert“ (Lenin, Band 15, Seite 186-187). Heute könnte man dem hinzufügen: Je drohender die unter dem Kommando der USA stehenden Regierungen mit den Säbeln mit ihren Raubzügen die Völker niedermetzeln, desto rücksichtsloser und gewalttätiger gehen sie gegen die internationale, antimilitaristische Bewegung in allen Ländern der Welt vor, die sich in gleichem Tempo und in gleichem Ausmaß entwickelt, wie der globalisierte Militarismus selbst. Vergleichen wir heute den antimilitaristischen Kampf von damals mit heute, so wird angesichts der internationalen Raubkriege der Imperialisten unter dem Wolfsrudel-Anführer USA einerseits und des weltweiten antimilitaristischen Kampfes andererseits deutlich, dass Militarismus und Antimilitarismus sich direkt auf dem globalisierten Schlachtfeld gegenüberstehen und dieser Kampf dort auch letztendlich entschieden wird. Der antimilitaristische Kampf muss heute also direkt zu einer wichtigen Waffe der sozialistischen Weltrevolution begriffen und organisiert werden, wobei wir in diesem anti-militaristischen Kampf die alten Fehler des rechten ( deutscher Opportunismus) und „linken“ Opportunismus ( anarchistische Phrasendrescherei von den Hervéanern) der II. Internationale, wie sie auf dem Stuttgarter Kongress zu Tage traten, nicht wiederholen dürfen (nachzulesen bei Lenin, Band 15, Seite 189 !). Vor allem darf man nicht den antimilitaristischen Kampf „nach außen“ nicht vom antimilitaristischen Kampf „nach innen“ trennen, ihn nicht undialektisch gegenüberstellen, sondern nur beides zusammengenommen macht erst tatsächlich den vollständigen marxistisch-leninistischen Antimilitarismus. verknüpft werden.

„Je eifriger jedoch in allen Ländern Regierung und Bourgeoisie danach trachten, die Arbeiter zu entzweien und sie gegeneinander zu hetzen, je brutaler um dieses hehren Zieles willen das System des Belagerungszustandes und der Militärzensur angewandt wird (das sich jetzt, im Kriege, sogar mit viel größerer Schärfe gegen den `inneren` als gegen den äußeren Feind richtet) – um so gebieterischer ist es die Pflicht des klassenbewussten Proletariats, seine Klasseneinheit, seinen Internationalismus, seine sozialistische Überzeugung gegen den zügellos wütenden Chauvinismus der `patriotischen` Bourgeoisclique in allen Ländern zu verteidigen. Wollten die klassenbewussten Arbeiter auf diese Aufgabe verzichten, so hieße das, dass sie auf alle ihre freiheitlichen und demokratischen Bestrebungen verzichten würden, von den sozialistischen schon gar nicht zu sprechen“ (Lenin, Band 21, Seite 15).

Besonders lehrreich ist, was Lenin zur Haltung des internationalen Sozialismus über den Patriotismus gesagt hat – wir verweisen hier noch mal auf das Lehrbuchkapitel „Marx und Engels“, wo wir bereits zur Frage des Vaterlands ausführlich Stellung genommen haben. Hier greifen wir diese Frage noch einmal im Zusammenhang mit dem Militarismus auf, und Lenin sagte hierzu:

„Zunächst eine Bemerkung über den Patriotismus. Dass `die Arbeiter kein Vaterland haben`, steht wirklich im `Kommunistischen Manifest`; dass die Haltung von Vollmar, Noske und Co dieser Grundthese des internationalen Sozialismus `ins Gesicht schlägt`, ist ebenfalls richtig. Aber daraus folgt noch nicht, dass die Behauptung Hervés und seiner Anhänger richtig ist, es sei dem Proletariat gleichgültig, in was für einem Vaterland es lebt: ob im monarchistischen Deutschland, im republikanischen Frankreich oder in der despotischen Türkei. Das Vaterland, d.h. Das gegebene politische, kulturelle und soziale Milieu, ist der stärkste Faktor im Klassenkampf des Proletariats; und ist Vollmar im Unrecht, wenn er ein `echtdeutsches` Verhältnis des Proletariats zum `Vaterland` feststellt, so hat Hervé nicht minder unrecht, der einem so wichtigen Faktor des Befreiungskampfes des Proletariats unverzeihlich unkritisch gegenübersteht. Dem Proletariat können die politischen, sozialen und kulturellen Bedingungen seines Kampfes nicht gleichgültig sein, folglich können ihm auch die Geschicke seines Landes nicht gleichgültig sein. Jedoch interessieren es diese Geschicke nur insofern, als sie seinen Klassenkampf betreffen, nicht aber kraft eines bürgerlichen, im Munde von Sozialdemokraten ganz unangebrachten `Patriotismus`“ (Lenin, Band 15, Seite 190). Auch was heute unter der Losung des amerikanischen Imperialismus als „Verteidigung der Weltzivilisation vor dem Terrorismus“ firmiert, wo sozusagen nicht mehr zum Patriotismus, zur Vaterlandsverteidigung“ eines einzelnen Landes gegen ein anderes, sondern zur gemeinsamen Verteidigung aller Vaterländer der Welt, zu einer Art „globalisierten Vaterlandsverteidigung“, zu einer Art „Weltpatriotismus“ aufgefordert wird, muss vom Klassenstandpunklt des Weltproletariats aus betrachtet werden, handelt es sich dabei um einen weltimperialistischen, also einen Standpunkt der Weltbourgeoisie. Dem Weltproletariat können die Geschicke der Proletarier eines jeden Landes nicht gleichgültig sein. Das Weltproletariat antwortet auf diese Art moderner Vaterlandsverteidigung, die den internationalen Militarismus rechtfertigen soll, mit dem internationalen Antimilitarismus, begreift ihn im Interesse seines internationalen Klassenkampfes, seines Kampfes für die sozialistische Weltrevolution, seines Kampfes zur Schaffung sozialistischer Vaterländer als wichtigen Faktor für die (militärische) Verteidigung des Sozialismus aller Länder, d.h. unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Faktors des jeweiligen politischen, kulturellen und sozialen Milieus eines jeden Landes. Der imperialistische und sozialimperialistische Weltpatriotismus dient der Expansion des Kapitals nach außen und der Konterrevolution nach innen, der Weltpatriotismus der Arbeit dient dem sozialistischen Krieg des Weltproletariat gegen den imperialistischen Krieg nach außen und seiner sozialistischen Weltrevolution nach innen.

Lenin nimmt dann Stellung zu „Militarismus und Krieg“: „Schon auf den ersten Blick wird es klar, dass Hervé in unverzeihlicher Weise diese beiden Fragen miteinander vermengt und den kausalen Zusammenhang zwischen Krieg und Kapitalismus vergisst. Wollte das Proletariat die Hervésche Taktik übernehmen, würde es sich zu fruchtloser Tätigkeit verurteilen: es würde seine ganze Kampfbereitschaft (es ist ja vom Aufstand die Rede) auf den Kampf gegen eine Folgeerscheinung (den Krieg) konzentrieren, die Ursache aber (den Kapitalismus) bestehen lassen. Die anarchistische Denkweise offenbart sich hier ganz und gar. Blinder Glaube an die Wunder wirkende Kraft jeder Action dirècte (...) Der Plan Hervés ist `sehr einfach`: Am Tag der Kriegserklärung desertieren alle sozialistischen Soldaten, die Reservisten aber streiken und bleiben zu Hause [vergleichbar mit der gängigen passiven Friedenslosung der Pazifisten: „Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin! „- Anmerkung des Verfassers]. Doch `ist der Reservistenstreik kein passiver Widerstand: bald würde die Arbeiterklasse zum offenen Widerstand übergehen, zum Aufstand, dessen Aussichten auf Erfolg um so größer sind, als die aktive Armee an den Landesgrenzen steht`(Gustave Hervé; `Leur patrie` [`ihr Vaterland`-Anmerkung der Red.])“ (Lenin, Band 15, Seite 190-191). Lenin hatte grundsätzlich nichts dagegen, dass das Proletariat auf eine bestimmte Kriegserklärung auch eventuell je nach Umständen und Lage mit einem bestimmten Militärstreik antwortet. Wogegen sich Lenin wandte, war die schablonenhafte Verabsolutierung dieses „taktischen Rezepts“, also die ausschließliche Bindung an ein einziges Mittels zur Herbeiführung von Aufstand und sozialistischer Revolution. Man kann das Weltproletariat nicht binden, jeden Krieg mit Militärstreiks und Aufständen zu beantworten. Die Bedingungen des antimilitaristischen Kampfes sind in jedem Land verschieden, zum Beispiel unter Bedingungen des Faschismus, unter den Bedingungen des Kriegszustandes usw. usf. - da kann der Militärstreik nicht das Allheilmittel sein, würde dem Proletariat unter Umständen eher schaden als nützen, wenn es seinen Kampf gegen den Krieg auf ein einziges Mittel reduziert. Die Internationale kann also das Weltproletariat nicht durch einen Beschluss binden, jeden Krieg mit dem Aufstand zu beantworten. Lenin gibt zu bedenken:

„Diese Frage in dem zuletzt genannten Sinne entscheiden heißt, dem Proletariat die Möglichkeit nehmen, den Zeitpunkt des Entscheidungskampfes zu wählen, und dies seinem Gegner überlassen; nicht das Proletariat wählt, seinen eigenen Interessen entsprechend, den Zeitpunkt der Schlacht – wenn sein allgemeines sozialistisches Bewusstsein einen hohen Grad erreicht hat, seine Organisiertheit stark, der Anlass günstig ist usw. -, nein, die bürgerlichen Regierungen könnten es auch dann zum Aufstand provozieren, wenn die Verhältnisse für das Proletariat ungünstig sind, zum Beispiel durch Erklärung eines solchen Krieges, der besonders geeignet ist, in breiten Bevölkerungsschichten patriotische und chauvinistische Gefühle auszulösen, der also das aufständische Proletariat isolieren würde“ (Lenin, Band 15, Seite 191).

Lenin betrachtete den antimilitaristischen Kampf nicht nur vom prinzipiellen, sondern auch vom historischen Standpunkt: „Somit ist eine spezielle anti-militaristische Tätigkeit nicht nur besonders notwendig, sondern auch praktisch zweckmäßig und fruchtbringend“ (Lenin, Band 15, Seite 193). Er gab eine Reihe guter Beispiele aus Westeuropa, wo nicht nur intensive antimilitaristische Agitation und Propaganda betrieben, sondern auch Aktivitäten regelrechter antimilitaristischer Organisationen durchgeführt wurden, die nicht vor dem Kasernentor halt machten, sondern in die Armee hineinwirkten, ja sogar von illegalen Gruppierungen innerhalb der Armeeorganisationen selbst ausgingen, von den „Soldatenbünden“, die also schon lange vor dem 1. Weltkrieg existierten. Als Beispiel führte Lenin die Franzosen an: „Eine interessante Eigenart bei den Franzosen ist die Organisierung des sogenannten `Sou du Soldat`: Jeder Arbeiter gibt von seinem Wochenlohn seinem Verbandssekretär einen Sou, und die so zusammenkommenden Gelder werden Soldaten übermittelt `zur Ermahnung daran, dass sie auch im Soldatenrock zur ausgebeuteten Klasse gehören und das unter keinen Umständen vergessen dürfen`“ (Lenin, ebenda, Seite 193). Das Beispiel könnte heute in internationaler Form durchaus übernommen werden, ust nachahmenswert. Diese Soldatenbünde müssen heute wieder in jedem Land gegen den Militarismus aktiviert werden und damit nicht genug: Das Weltproletariat braucht zur Verwirklichung seiner Ziele heute einen antimilitaristischen, internationalistischen, zentralen Soldatenbund. Der Bund der amerikanischen Vietnam-Veteranen ist ein gutes Beispiel für den aktuellen antimilitaristischen Kampf gegen die US-Armee, denn er wirkt weltweit aktiv und hat also international organisierten Einfluss, einen internationalen Charakter angenommen. Die Kommunistische Internationale muss alle diese weltweiten antimilitaristischen Bewegungen unterstützen, muss sie bündeln, muss unter den Soldatenmassen der ganzen Welt eine antimilitaristische Welteinheitsfront aufbauen, muss die Soldatenbünde aller Länder vereinigen und sie auf das Schlachtfeld der sozialistischen Weltrevolution führen.

Heute genügt es nicht mehr, als Kommunist in einem bürgerlichen Heer Parteiarbeit zu leisten. Heute muss sich der Kampf gegen die Formierung der internationalen Abteilungen der Konterrevolution richten und insofern ist der Kampf in den bürgerlichen Heeren der ganzen Welt vom marxistisch-leninistischen Standpunkt aus neu zu definieren.

Die Kampfmethoden unter den Bedingungen von Lenins Zeiten schablonenhaft zu übernehmen ist vom heutigen Standpunkt aus völlig unakzeptabel. Heute muss man auf die Formierung und den Einsatz dieser internationalen „militärischen Institution“ auch mit einer internationalen Formierung und mit einem globalen Einsatz unserer eigenen, neu zu schaffenden „militärischen Gegeninstitutionen“, mit internationalen neuen Kampfmitteln kontern. Schon lange hätten wir die Entstehung dieser konterrevolutionären, militaristischen Globalisierung erkennen und bekämpfen müssen - in der Anfangsphase. Die bürgerlichen Heere werden zur Zeit emsig für ihre neuen Aufgaben umgestaltet, um sie auf ihren internationalen Einsatz auszurichten. Die Frage, wo dabei noch die Volksverteidigung übrig bleiben soll, muss gestellt und vom Proletariat, vom Volk mit der Losung der Volksbewaffnung beantwortet werden. Es gilt das Versäumte unbedingt nachzuholen mit um so energischerer Entschlossenheit. Die Regierungen müssen von unten unter Druck gesetzt werden, wenn sie sich von den amerikanischen imperialistischen Abenteuern hinreißen lassen, und ihnen alle nationalen Heere zur Verfügung stellen für die internationalen konterrevolutionären Einsätze. Es ist heute unbestreitbar, dass ein Marxist-Leninist bereits gegen den Formierungsprozess internationaler konterrevolutionärer militärischer Abteilungen einzugreifen die Pflicht hat, dass er ihr nicht nur Sand ins Getriebe streut, sondern auch aktiv von außen und vor allem von innen an der Zersetzung der internationalen Abteilungen arbeitet und dabei den Hebel an der schwächsten Stelle ansetzt. Es kommt darauf an, dass der Widerstand bereits in solchen Ländern beginnen muss, die ihre Abteilungen dem amerikanischen Imperialismus zur Verfügung zu stellen haben. Die Widersprüche zwischen den amerikanischen und ihren untergeordneten internationalen Abteilungen müssen unsererseits ausgenutzt werden bis hin zur Schaffung revolutionärer Abspaltungen solcher Abteilungen, die wir schließlich gegen die amerikanischen Truppen führen werden. Der antimilitaristische Kampf unter den Soldaten ist keinesfalls eine isolierte Aktion. Der Weg zur Vereinigung von Arbeitern, Bauern und Soldaten erfolgt nicht mechanisch und schablonenhaft. Wir machen die Vereinigung von Arbeitern, Bauern und Soldaten zum leblosen Dogma, wenn wir diese Vereinigung bloß proklamieren und das „letzte Wort“ der Lehren der Weltrevolution nachreden. Wir Weltrevolutionäre müssen es verstehen, für eine politische Aktion innerhalb der konterrevolutionären Armeen zu agitieren, und dafür alle Möglichkeiten, alle Bedingungen und vor allem jeden größeren, die Massen berührenden Konflikt der Soldaten mit ihren Regierungen auszunutzen (Wenn also die Unzufriedenheit der irakischen US-Truppen kaltschnäuzig vom Kriegsminister abgekanzelt wird mit den Worten „Man kann nur in den Krieg ziehen mit einer Armee, die man hat und nicht mit einer, die man sich wünscht!“ - dann zieht er sich damit nicht nur die Kritik der Soldaten, sondern auch die Empörung des Volkes zu. Das verkraftet keine Regierung, bringt sie unweigerlich in die Krise, verspielt sie damit ihr letztes Vertrauen und entlarvt sich selbst. Die Bush`s kommen und gehen, aber die Beziehungen zwischen Volk und Soldaten bleiben bestehen, werden die Bush`s hinwegfegen mit gemeinsamer Hand. Wir müssen also den Fehler vermeiden, die Losung des Kampfbündisses von Arbeitern, Bauern und Soldaten zu einer revolutionären Phrase verkommen zu lassen. Wir müssen sie aktiv mit Inhalt füllen und eine aktive Agitationsarbeit unter den Soldaten betreiben, müssen ihnen in zäher Arbeit diese Losung an Hand ihrer eigenen Erfahrungen geduldig erklären. Das gleiche gilt auch für die ausländischen Truppenkontingente, die dem US-Kommando unterstellt sind, bzw. der UNO. Hier gibt es bereits eine ganze Reihe von kritischen Soldaten, die immer mehr in Widerspruch zu ihrer Führung geraten. Diese Soldaten kann man nicht ihrem Schicksal überlassen, sie müssen ihren Kampf in unserem Sinne fortsetzen. Diese abgespalteten revolutionären Soldaten dieser Abteilungen müssen sich eines Tages auf die Seite der Aufständischen schlagen und sind zukünftiger und wesentlicher Bestandteil der Formierung einer eigenständigen revolutionären Weltarmee in den Händen des Weltproletariats und in dieser Zielrichtung muss unser Kampf in diesen internationalen Abteilungen geführt werden. Was ist ein anti-imperialistischer Kampf wert, wenn die anti-imperialistischen Kämpfer der ganzen Welt seelenruhig und tatenlos zugucken wie die Weltimperialisten ihren Militarismus international organisieren, formieren und gegen die revolutionären Bewegungen in der Welt einsetzen? Es muss doch gestattet sein, zumindest die Frage zu stellen, mit welchen Gegenmitteln wir dagegen vorgehen können. Von vornherein militärische Gegenmittel auszuschließen, das mag auf die kleinbürgerlich-pazifistisch verseuchten Anti-Globalisierungskräfte zutreffen, wird aber von den proletarischen Kräften in dieser Bewegung nicht akzeptiert werden. Sie stehen dem marxistisch-leninistischen Gedanken der Schaffung internationaler militärischer Gegenmittel, den Waffen des proletarischen Internationalismus, weit aus offener, positiver und empfänglicher gegenüber. Wer die revolutionäre Ausnutzung der Widersprüche innerhalb der internationalen Konterrevolution nicht ausnutzt, diese Notwendigkeit bekämpft, ist ein Doktrinär, der hilft der Konterrevolution, ob er das nun will oder nicht. Mehr noch: alle, die uns auf friedliche Mittel festzunageln versuchen, sind im Grunde genommen die Helfershelfer der weltimperialistischen konterrevolutionären Kriegsführer, die ohne diese Hilfe schwerlich ihre Aufgabe erfüllen könnten. Globalisierter Pazifismus und globalisierter Militarismus sind zwei Seiten einer Medaille. Der Kampf um den richtigen Weg für den Kampf gegen die imperialistischen Globalisierungstruppen ist historisch unvermeidlich, und es ist unsere Pflicht als Marxisten-Leninisten, diesen Kampf siegreich gegen die Revisionisten, gegen die bürgerliche und kleinbürgerliche Anti-Globalisierungsbewegung zu führen. Diese Bewegung für uns zu nutzen, in ihr zu arbeiten, um unsere Ziele besser zu erreichen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das ist eine wichtige Kampfaufgabe des revolutionären Weltproletariats, ohne deren Lösung überhaupt nicht an einen militärisch geführten anti-imperialistischen Kampf zu denken ist – und ohne den läuft gar nichts, bleibt der anti-imperialistische Kampf eine zahnlose Attrappe – das haben die revolutionären Völker, die sich mit der Waffe in der Hand heute jeden Tag konkret gegen die weltimperialistischen Besatzer wehren viel besser erkannt! Zu Recht werfen diese Völker den Völkern in den Metropolen vor, sie in Stich zu lassen, und es ist nur all zu verständlich, wenn sie diese Enttäuschung auch zeigen! Wir Marxisten-Leninisten haben die Sturmglocken zu läuten und die Welt wachzurütteln für die Solidarität der Waffen der revolutionären Völker! Diese vereinten konterrevolutionären Armeen der Räuberregierungen des internationalen Kapitals zu vernichten vermag allein die Weltrevolution des Proletariats! Die international verbündeten Militärmächte, die abenteurlichen und diplomatischen, die bewaffneten und unbewffneten Manöver, die getrieben werden, müssen allesamt entlarvt werden, wobei es völlig gleich ist, ob wir die Funktionen der USA-Militärmaschinerie selbst brandmarken oder die Funktionen derjenigen, die ihre internationalen Helfershelfer, Freunde und Mit-Finanziers sind. Sie stecken alle unter einer Decke und beim Draufhauen treffen wir immer „den Richtigen“ - wir schonen keinen von ihnen!!

Lenin zitierte den Aufruf des amerikanischen Bebel, Genosse Eugene Debs, der am 12. September in der amerikanischen Zeitung „Appeal to Reason“ abgedruckt worden war:

„Ich bin kein kapitalistischer Soldat; ich bin ein proletarischer Revolutionär.

Ich gehöre nicht zur regulären Armee der Plutokratie, wohl aber zur irregulären Armee des Volkes.

Ich verweigere den Gehorsam, in den Krieg zu gehen für die Interessen der Kapitalistenklasse. Ich bin gegen jeden Krieg außer einem Kriege. Für diesen Krieg stehe ich mit meiner ganzen Seele, und das ist der Weltkrieg für die soziale Revolution. An diesem Kriege bin ich bereit zeilzunehmen, wenn die herrschenden Klassen einen Krieg überhaupt notwendig machen wollen“ (zitiert bei Lenin, Band 22, Seite 124).

Jeder amerikanische Soldat, jeder Soldat, der heute für die amerikanischen Imperialisten, für den Weltimperialismus in einen erneuten Raubkrieg geschickt wird, sollte sich an diese Worte des großen amerikanischen Sozialisten erinnern, der im 1. Weltkrieg einen internationalistischen Standpunkt vertrat. Bürgerkrieg gegen den Völkerkrieg - das ist der Leitspruch, den die Komintern/ML heute wieder über den Erdball schickt, der alle Soldaten dieser Welt erreichen muss.





Lenins bolschewistische Taktik in der Frage

von Krieg und Frieden

seine Losung:



„Friede den Hütten, Krieg den Palästen, Friede dem Proletariat und den Werktätigen, Krieg der Bourgeoisie!“

„Proletarier aller Länder, wenn ihr den Weltfrieden wollt, rüstet zum internationalen Klassenkrieg!“

Wer sich über Sozialismus und Krieg einen Überblick verschaffen will über die Position, die Lenin hierzu vertreten hat, der beginne vorher mit dem Studium des Lenin- Textes „Sozialismus und Krieg“. Wir stellen hier den Link zu diesem Text zur Verfügung – einfach anklicken:

Lenin: Sozialismus und Krieg – Band 21, Seite 289-341

Lenin forderte unnachgiebig, sich von einem Krieg stets eine wissenschaftlich fundierte Einschätzung und marxistische Auffassung zu erarbeiten:

„Von einer konkret-historischen Einschätzung des gegenwärtigen Krieges kann selbstverständlich keine Rede sein, wenn diese nicht auf einer vollständigen Klarlegung sowohl der ökonomischen als auch des politischen Wesens des Imperialismus beruht. Anders kann man zu keinem Verständnis der ökonomischen und diplomatischen Geschichte der letzten Jahrzehnte gelangen, ohne ein solches Verständnis aber wäre es einfach lächerlich, eine richtige Auffassung vom Krieg erarbeiten zu wollen. Vom Standpunkt des Marxismus, der in dieser Frage die Anforderungen der modernen Wissenschaft überhaupt besonders plastisch zum Ausdruck bringt, kann man nur lächeln über die `wissenschaftliche` Bedeutung solcher Methoden, bei denen unter konkret-historischer Einschätzung des Krieges das Herausgreifen von einzelnen belanglosen, den herrschenden Klassen eines Landes genehmen oder bequemen Fakten aus diplomatischen `Dokumenten` , aus politischen Tagesereignissen usw. verstanden wird“ (Lenin, Band 22, Seite 101).

„Es gab eine Epoche des verhältnismäßig `friedlichen` Kapitalismus, als er in den fortgeschrittenen Ländern Europas den Feudalismus vollständig besiegt hatte und sich – relativ – ruhig und gleichmäßig entwickeln konnte, indem er sich `friedlich` über riesige Gebiete noch unbesetzter und in den kapitalistischen Strudel noch nicht endgültig heineingerissenen Ländern ausbreitete. Auch in dieser Epoche , die ungefähr in die Jahre 1871 – 1914 fällt, schuf der `friedliche` Kapitalismus natürlich Lebensbedingungen, die von einem wirklichen `Frieden` , sowohl in militärischer Hinsicht als auch im allgemeinen Klassensinn, recht weit entfernt waren. Für neun Zehntel der Bevölkerung der fortgeschrittenen Länder, für Hunderte von Millionen Menschen in den Kolonien und zurückgebliebenen Ländern war dies eine Epoche nicht des `Friedens` , sondern der Unterdrückung, der Qual, des Schreckens – eines Schreckens, der vielleicht um so fürchterlicher war, als er ein `Schrecken ohne Ende` zu sein schien. Diese Epoche ist nun unwiderruflich vorüber, sie ist abgelöst worden von einer Epoche verhältnismäßig viel stürmischeren, sprunghafteren, katastrophaleren, konfliktreicheren Charakters, in der für die Masse der Bevölkerung nicht so sehr der `Schrecken ohne Ende` als vielmehr das `Ende mit Schrecken` typisch wird“ (Lenin, ebenda, Seite 102).



Lenin lebte und kämpfte in der Epoche imperialistischer Kriege, Bürgerkriege des Proletariats gegen die Bourgeoisie, national-koloniale Aufstände und Kriege, Kriege des proletarischen Staates gegen den reaktionären Imperialismus. Lenin lebte und kämpfte in der Epoche, in der sich all diese Kriege miteinander verflochten, in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolution. Der 1. Weltkrieg rief eine gewaltige Krise des Sozialismus hervor, die nur durch ungeheure Kraftanspannungen der kommunistischen Kräfte gegenüber den opportunistischen Kräften überwunden werden konnte. Der Bolschewismus Lenins wurde im Kampf gegen die II. Internationale auf eine harte Probe gestellt, und er triumphierte mit dem Sieg der Oktoberrevolution und der Gründung der Komintern.

Am 28. September 1914 begann Lenin in seinem Artikel „Der Krieg und die russische Sozialdemokratie“ mit den folgenden Worten:

„Der europäische Krieg, den die Regierungen und bürgerlichen Parteien aller Länder jahrzehntelang vorbereitet haben, ist ausgebrochen. Das Anwachsen der Rüstungen, die äußerste Zuspitzung des Kampfes um die Märkte in der Epoche des jüngsten, des imperialistischen Entwicklungsstadiums des Kapitalismus in den fortgeschrittenen Ländern, die dynastischen Interessen der rückständigsten, der osteuropäischen Monarchien mussten unvermeidlich zu diesem Krieg führen und haben zu ihm geführt. Territoriale Eroberungen und Unterjochung fremder Nationen, Ruinierung der konkurrierenden Nation, Plünderung ihrer Reichtümer, Ablenkung der Aufmerksamkeit der werktätigen Massen von den inneren politischen Krisen in Russland, Deutschland, England und anderen Ländern, Entzweiung und nationalistische Verdummung der Arbeiter und Vernichtung ihrer Vorhut, um die revolutionäre Bewegung des Proletariats zu schwächen – das ist der einzige wirkliche Inhalt und Sinn, die wahre Bedeutung des gegenwärtigen Krieges“ (Lenin, Band 21, Seite 13).

An diesem einzigen wirklichen Sinn und Inhalt, an dieser wahren Bedeutung dieses Krieges hat sich seit Lenin bis heute nichts an all den nachfolgenden imperialistischen Kriegen prinzipiell nichts geändert. Die von Lenin gegebene Einschätzung des ersten Weltkriegs hat ihre Gültigkeit, ihre Wahrheit bis heute nicht eingebüßt – die Geschichte hat Lenins Einschätzung voll bestätigt. Über den Charakter des 1. Weltkrieges sagte Lenin:

„Der gegenwärtige Krieg trägt imperialistischen Charakter. Dieser Krieg ist aus den Bedingungen einer Epoche hervorgegangen, in der der Kapitalismus sein höchstes Entwicklungsstadium erreicht hat; in der bereits nicht nur der Export von Waren, sondern auch der Export von Kapital die wesentlichste Bedeutung hat; in der die Kartellierung der Industrie und die Internationalisierung des Wurtschaftslebens beträchtliche Ausmaße erreicht haben; in der die Kolonialpolitik zur Aufteilung fast des ganzen Erdballs geführt hat; in der die Produktivkräfte des Weltkapitalismus über die engen Schranken der nationalstaatlichen Gliederung hinausgewachsen und die objektiven Bedingungen für die Verwirklichung des Sozialismus völlig herangereifr sind“ (Lenin, Band 21, Seite 148).

Welches aber war die zentrale Losung der europäischen Sozialdemokratie, die Lenin propagierte als Antwort auf diesen Krieg?

„Die Umwandlung des gegenwärtigen imperialistischen Krieges in den Bürgerkrieg ist die einzig richtige proletarische Losung (...) das ergibt sich aus den ganzen Bedingungen des imperialistischen Krieges zwischen hochentwickelten bürgerlichen Ländern“ (Lenin, Band 21, Seite 20).

Also Bürgerkrieg in Europa: „Das durch den Krieg hervorgerufene äußerste Elend der Massen muss zwangsläufig revolutionäre Stimmungen und Bewegungen erzeugen, zu deren Verallgemeinerung und Lenkung die Losung des Bürgerkriegs dienen soll“ (Lenin, Band 21, Seite 149).

„Die nächste politische Losung der europäischen Sozialdemokratie muss die Gründung der republikanischen Vereinigten Staaten von Europa s