Schulungstexte der Komintern/ML
XIII. Teil
Lehrbuch
über die Grundlagen der
marxistisch-leninistischen
Militärwissenschaft
und über die Kunst der
weltrevolutionären Klassenkriegsführung
5. Kapitel
Die Rote Armee der Sowjetunion
(noch nicht fertiggestelltes Kapitel)
„Ich glaube, dass das, was die Rote Armee geleistet hat, ihr Kampf und die Geschichte ihres Sieges, für alle Völker des Ostens von gigantischer, weltweiter Bedeutung sein wird. Er wird den Völkern des Ostens zeigen, dass ein von den unterdrückten Völkern geführter revolutionärer Krieg – wie schwach diese Völker auch sein mögen, wie unüberwindlich die Macht der europäischen Unterdrücker, die im Kampfe alle Wunder der Technik und der Kriegskunst anwenden, auch scheinen möge -, dass ein solcher Krieg, wenn er tatsächlich Millionen Werktätige und Ausgebeutete aufzurütteln vermag, solche Möglichkeiten, solche Wunder in sich birgt, dass die Befreiung der Völker des Ostens heute vollauf praktisch verwirklicht werden kann, und zwar nicht nur vom Standpunkt der Perspektiven der internationalen Revolution, sondern auch vom Standpunkt der unmittelbaren, militärischen Erfahrung, die die Sojetrepublik in Asien, in Sibirien, bei der militärischen Invasion aller imperialistischen Großmächte gewonnen hat“ ( Lenin, Band 30, Seite 138-139).
Rätemacht, Rätearmee, Sowjetarmee
Wer die kommunistische Weltordnung nicht aus dem vorhandenen Menschenmaterial aufbauen will, das der Weltkapitalismus nun mal produziert hat, sondern blitzsaubere , vom „Massenunkraut befreite“, reinrassige „kommunistische“ Elitesoldaten wie in einem militärischen Gewächshaus isoliert heranzuzüchten beabsichtigt, ist ein Sektierer, Phrasendrescher oder Schwätzer, aber sicherlich kein Kommunist:
„ Wie kann die sozialistische Armee mit Hilfe der Spezialisten aus der Zeit des Zarismus aufgebaut werden?! Es hat sich erwiesen, dass wir sie eben auf diese Weise aufgebaut haben. Und wenn wir über die Aufgabe nachdenken, die uns hier zugefallen ist, so erkennt man unschwer, dass der Aufbau überhaupt nur auf diesem Wege möglich war. (...) Die alten utopischen Sozialisten hatten die Vorstellung, man könnte zuerst nette, blitzsaubere und vortrefflich geschulte Menschen erziehen und dann mit ihnen den Sozialismus aufbauen. Wir haben uns darüber immer lustig gemacht und erklärt, dass das Spielerei, ein Zeitvertreib für on Sozialismus machende gezierte Jungfrauen ist, aber keine ernste Politik. Wir wollen den Sozialismus mit den Menschen errichten, die der Kapitalismus erzogen, die er verdorben und demoralisiert, dafür aber auch zum Kampf gestählt hat. Es gibt Proletarier, die so gestählt sind, dass sie zu tausendmal größeren Opfern fähig sind als jede Armee; es gibt Millionen und aber Millionen unterdrückte Bauern, die in Unwissenheit und isoliert voneinander leben, aber imstande sind, sich im Kampf um das Proletariat zusammenzuschließen, wenn diese eine kluge Taktik verfolgt. Und dann gibt es Spezialisten der Wissenschaft und Technik, die alle durch und durch von der bürgerlichen Weltanschauung erfüllt sind, es gibt Militärfachleute, die in bürgerlichen Verhältnissen erzogen worden sind – und noch gut, wenn in bürgerlichen und nicht in Verhältnissen der Fronherrschaft, der Leibeigenschaft, des Stockregiments“ (Lenin, Band 29, Seite 53 und 54).
Fahne: Hammer, Sichel und Gewehr:
Arbeiter-Bauern und Soldaten; Rätemacht- Rätearmee ( siehe mein Artikel: „Vorstellungen“, wo soll das untergebracht werden????????? Rätearmee!!!
Ohne Negation der Diktatur des Proletariats in einem Lande = keine Entwicklung zur Weltdiktatur des Proletariats (der Sturz der Diktatur des Proletariats hält uns z.B. nicht davon ab, das Prinzip der Rätemacht der Arbeiter, Bauern und Soldaten im Weltmaßstab wieder zu verwenden, weil es sich wieder bewähren wird, vielleicht in neuer Form, aber im Prinzip nicht anders, vielleicht werden sich auch völlig neue Formen entwickeln, wir werden sehen).
In der einen Hand den Spaten, in der anderen das Gewehr !
„Um die Macht zu zerschlagen, genügte ein zeitweiliges Bündnis der aufständischen Arbeiter und Soldaten. Denn es versteht sich von selbst, dass die Kraft der russischen Revolution in dem Bündnis der Arbeiter und den in den Soldatenrock gesteckten Bauern liegt. Um aber die errungenen Rechte zu bewahren und die Revolution weiterzuentfalten – dazu ist ein zeitweiliges Bündnis der Arbeiter und Soldaten allein keineswegs ausreichend. Dazu ist es notwendig, dieses Bündnis bewusst und fest, dauerhaft und stabil zu machen, stabil genug, um den provokatorischen Anschlägen der Konterrevolution die Stirn bieten zu können. Denn das Unterpfand des endgültigen Sieges der russischen Revolution (...) liegt in der Festigung des Bündnisses des revolutionären Arbeiters mit dem revolutionären Soldaten. Die Organe dieses Bündnisses sind eben die Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten. Je enger nun diese Sowjets zusammengefügt, je fester sie organisiert sind, desto wirksamer ist die durch sie vertretene revolutionäre Macht des revolutionären Volkes, desto realer sind die Garantien gegen die Konterrevolution. Diese Sowjets zu festigen, überall Sowjets ins Leben zu rufen, sie untereinander zu verbinden, mit dem zentralen Sowjet der Arbeiter- und Soldatendeputierten als einem Organ der revolutionären Macht des Volkes an der Spitze – in dieser Richtung müssen die revolutionären Sozialdemokraten arbeiten“ (Stalin, Band 3, Seite 2).
In dieser Richtung müssen alle Marxisten-Leninisten der ganzen Welt heute arbeiten. Proletarier aller Länder, schließt enger eure Reihen in der bolschewistischen Partei eures Landes und schart euch um die Komintern/ML!
Bauern! Organisiert euch in internationalen Bauernverbänden und schart euch um das revolutionäre Weltproletariat, dem Führer der Weltrevolution!
Soldaten! Organisiert euch im euren Verbänden und schließt euch der revolutionären proletarischen Weltarmee an! [1918 waren 60% der Soldatendeputierten Bolschewiki!]
Arbeiter, Bauern, Soldaten! Schließt euch in allen Ländern der Welt zu Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten, zu internationalen Organen des Bündnisses und der Macht der revolutionären Kräfte der ganzen Welt an! Der Zusammenschluss der Arbeiter, Bauern und Soldaten ist eine internationale Aufgabe. Ohne diese Aufgabe zu lösen – kein Sieg der Weltrevolution! In diesem weltweiten Zusammenschluss liegt das Unterpfand des vollen Sieges über die finsteren Kräfte dieser Welt.
„Die Sowjetorganisation hat es ermöglicht, eine bewaffnete Macht der Arbeiter und Bauern zu schaffen, die weitaus enger als früher mit den werktätigen und ausgebeuteten Massen verbunden ist. Anders wäre eine der Grundvoraussetzungen für den Sieg des Sozialismus, die Bewaffnung der Arbeiter und die Entwaffnung der Bourgeoisie, unmöglich zu verwirklichen“ (Entwurf des Programms der KPR(B), Lenin, Band 29, Seite 92).
„Notwendig ist ein gesamtrussisches Organ (...), das über genügend Autorität verfügt, (...) Hauptstadt (...) mit Provinz zusammenzuschweißen und sich im geeigneten Moment aus einem revolutionären Kampforgan des Volkes in ein Organ der revolutionären Staatsmacht zu verwandeln, die alle lebendigen Kräfte des Volkes gegen die Konterrevolution mobilisiert. Ein solches Organ kann einzig und allein der Allrussische Sowjet der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten sein. Das ist die erste Bedingung für den Sieg der russischen Revolution. (...) Sofortige Bewaffnung der Arbeiter, Schaffung einer Arbeitergarde – das ist die zweite Bedingung für den Sieg der Revolution. ( ...) Die Armee kann nicht ewig an einem Ort bleiben, um die Revolution vor der Konterrevolution zu schützen. Deshalb bedarf es einer anderen bewaffneten Macht, einer Armee bewaffneter Arbeiter, die natürlich mit den Zentren der revolutionären Bewegung verbunden sind“ (Stalin, Band 3, Seite 13).
Das gilt sowohl für die heutige Zeit, als auch für den internationalen Maßstab. Was wir brauchen ist also eine internationale Arbeiterarmee, die Armee des Weltproletariats.
„Alle Fragen (...) laufen auf die eine hinaus, ob es in Russland eine streng disziplinierte reguläre Armee geben soll oder nicht. Vor einem halben Jahr hatten wir nach dem Zerfall der alten, zaristischen Armee eine neue, eine Freiwilligenarmee, die schlecht organisiert war, kollektiv geleitet wurde und den Befehlen nicht immer Folge leistete. Das war die Periode, in der die Entente ihre Offensive einleitete. Die Armee setzte sich hauptsächlich, wenn nicht ausschließlich, aus Arbeitern zusammen. Weil es in dieser Freiwilligenarmee an Disziplin mangelte, weil die Befehle nicht immer ausgeführt wurden und weil innerhalb der Leitung der Armee Desorganisation herrschte, erlitten wir Niederlagen (...). Die Tatsachen zeugen davon, dass eine Freiwilligenarmee keiner Kritik standhält, dass wir außerstande sein werden, unsere Republik zu verteidigen, wenn wir nicht eine andere Armee schaffen, eine reguläre Armee, die vom Geiste der Disziplin durchdrungen ist, eine gute organisierte politische Abteilung besitzt, eine Armee, die fähig und in der Lage ist, sich auf den ersten Befehl hin gegen den Feind in Marsch zu setzen.
Ich muss sagen, dass die Elemente, die die Mehrheit unserer Armee bilden und keine Arbeiterelemente, sondern Bauern sind, nicht freiwillig für den Sozialismus kämpfen werden. Eine ganze Reihe von Tatsachen weist darauf hin. Mehrere Meutereien im Hinterland und an de Fronten zeigen ebenso wie eine Reihe von Ausschreitungen an den Fronten, dass die nichtproletarischen Elemente, die in unserer Armee die Mehrheit bilden, nicht freiwillig für den Kommunismus kämpfen wollen. Daher unsere Aufgabe – diese Elemente im Geiste einer eisernen Disziplin zu erziehen, dass sie sich nicht nur im Hinterland, sondern auch an den Fronten der Führung des Proletariats anvertrauen, sie zu zwingen, für unsere gemeinsame sozialistische Sache zu kämpfen, und im Laufe des Krieges den Aufbau einer wirklich regulären Armee zu vollenden, die allein imstande ist, das Land zu verteidigen. So ist die Frage gestellt. ... Entweder bringen wir es fertig, eine streng disziplinierte, reguläre, wirkliche Arbeiter- und Bauernarmee zu schaffen, und behaupten die Republik, oder wir bringen das nicht fertig, und dann ist unsere Sache zu Grunde gerichtet“ (Stalin, Band 4, Seite 221).
Im Zuge der Oktoberrevolution und der Errichtung Sowjetrusslands rollte auch die Welle der Befreiungsbewegung in den okkupierten Gebieten in unmittelbarer Nachbarschaft. Es fiel die Scheidewand zwischen Russland und Deutschland, und die Losungen des bürgerlichen Nationalismus „Alle Macht der nationalen Bourgeoisie“ wurde durch die Losung des proletarischen Sozialismus abgelöst „Alle Macht den werktätigen Massen der unterdrückten Nationalitäten“. Die ausländischen imperialistischen Okkupanten wurden rausgeschmissen. Dabei spielte die Rote Armee eine internationalistische Befreiungsrolle, indem es die Streiks und Aufstände, die roten Schützen, unterstützte. Im Mittelpunkt dieser nationalen und sozialen Befreiungskämpfe stand der Bannerträger der Weltrevolution – Sowjetrussland, das die Arbeiter und Bauern der unterdrückten Völker im Interesse des Weltsozialismus unterstützte. Die Sowjetregierung Lettlands erklärte beispielsweise: „Wir rufen um Hilfe und erwarten sie von dem wahrhaft revolutionären Proletariat in der ganzen Welt, insbesondere aber von der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik“ ( zitiert bei Stalin, Band 4, Seite 161).
„Die Kurzlebigkeit der nationalen `Regierungen` der okkupierten Gebiete erklärt sich nicht nur aus ihrem bürgerlichen Charakter, der den Arbeitern und Bauern fremd ist, sondern vor allem aus dem Umstand, dass sie einfache Anhängsel der Okkupationsmächte sind“ (Stalin, Band 4, Seite 157).
Erst Zerstückelung Russlands in einzelne Herde der Konterrevolution und dann Zurückeroberung des alten Russlands durch den Sturz der Sowjetmacht, das war die Taktik der Imperialisten, die die Sowjetmacht durchkreuzte, indem sie sich ganz auf das gegenseitige brüderliche Vertrauen der Völker Russlands stützte und das freiwillige Bündnis der Werktätigen aller unabhängigen Sowjetrepubliken schuf, das zum Zusammenschluss der Sowjetunion führte. Damit warebn zwei Lager entstanden, das alte Lager der Imperialisten und das neue Lager des Sozialismus.
„Sowjetrussland hat die Westgebiete niemals als seine Besitzungen betrachtet. Es war immer der Ansicht, dass diese Gebiete den unveräußerlichen Besitz der werktätigen Massen der sie bewohnenden Nationalitäten bilden, dass diese werktätigen Massen das volle Recht haben, frei über ihr politisches Schicksal zu bestimmen. Das schließt selbstverständlich nicht aus, sondern setzt vor<aus, dass Sowjetrussland unseren estnischen Genossen in ihrem Kampf für die Befreiung mit allen Mitteln helfen wird“ (Stalin, Band 4, Seite 156).
Durch ein von Lenin unterzeichnetes Dekret erkannte der Rat der Volkskommissare der RSFSR die Unabhängigkeit der Litauischen Sowjetrepublik am 22. Dezember 1918 an. In dem Beschluss hieß es: „Das Zentralexekutivkomitee bestätigt den durch den revolutionären Kampf der proletarischen und bäuerlichen Massen geschaffenen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauern erneut, dass die Tatsache der früheren Zugehörigkeit dieser Länder zum alten Zarenreich ihnen keinerlei Verpflichtungen auferlegt. Zugleich gibt das ZEK seiner festen Überzeugung Ausdruck, dass erst jetzt, auf dem Boden der Anerkennung der vollen Freiheit der Selbstbestimmung und des Übergangs der Macht an die Arbeiterklasse, ein freies, freiwilliges und unverbrüchliches Bündnis der Werktätigen aller das Territorium des früheren Russischen Reiches bewohnenden Nationen geschaffen wird“ (Stalin Band 4, Anmerkung Nr. 48, Seite 374).
„Natürlich schläft auch das andere Lager nicht, das Lager der Imperialisten. Seine Agenten jagen durch alle Länder von Finnland bis zum Kaukasus, von Sibirien bis nach Turkestan, versorgen die Konterrevolutionäre, zetteln räuberische Verschwörungen an, organisieren einen Feldzug gegen Sowjetrussland und schmieden Ketten für die Völker des Westens. Aber ist es nicht klar, dass die Imperialistenmeute, die ihre reäuberische Existenz durch Bestechung und Söldnerbanden, durch die Sklaverei und Unwissenheit der sogenannten `Farbigen` in Afrika aufrechterhält, in den Augen der unterdrückten Völker schon jede moralische Geltung verloren hat, dass ihr ein für alle Mal der frühere Nimbus des Bannerträgers der `Zivilisation` und der `Humanität` genommen worden ist?...Aus dem Osten kommt das Licht! Der Westen mit seinen imperialistischen Kannibalen hat sich in einen Herd der Finsternis und der Sklaverei verwandelt. Die Aufgabe besteht darin, diesen Herd zum Glück und zur Freude der Werktätigen aller Länder zu zerschlagen“ (Stalin, Band 4, Seite 159).
„Die Sowjetmacht war sich darüber im Klaren, dass die gewaltsame, von den imperialistischen Bajonetten aufrechterhaltene Einheit Russlands mit dem Sturz des russischen Imperialismuis unvermeidlich zerfallen musste: die Sowjetmacht konnte die Einheit nicht mit den Methoden des russischen Imperialismus aufrechterhalten, ohne Verrat an ihrer innersten Natur zu begehen. Die Sowjetmacht war sich bewusst, dass der Sozialismus nicht jede beliebige Einheit, sondern eine brüderliche Einheit braucht, dass eine solche Einheit nur als freiwilliges Bündnis der werktätigen Klassen der Nationalitäten Russlands zustande kommen kann oder überhaupt nicht zustande kommt...“ (Stalin, Band 4, Seite 200.)
Auf der Petrograder Stadtkonferenz schrieb Lenin Ende April 1917:
„Die Konferenz erklärt, das, solange die Mehrheit des Volkes – unter der Bedingung vollständiger Agitations- und Propagandafreiheit – den untrennbaren Zusammenhang zwischen diesem Krieg und den Interessen der Kapitalisten noch nicht begriffen hat, es nur ein praktisches Mittel gibt, die Eintsellung des Völkergemetzels zu beschleunigen. Dieses Mittel ist die Verbrüderung der Soldaten an der Front. (...) Unter Verbrüderung verstehen wir erstens, dass Aufrufe in russischer Sprache herausgegeben, ins Deutsche übersetzt und an der Front verbreutet werden; zweitens, dass mit Hilfe von Übersetzern Meetings russuscher und deutscher Soldaten an der Front veranstaltet werden, und zwar so, dass die Kapitalisten und die größtenteils der Kapitalistenklasse angehörenden Generäle und Offiziere beider Länder es nicht wagen, diese Meetings zu stören, ja nicht einmal wagen, ihnen ohne ausdrückliche besondere Erlaubnis der Soldaten beizuwohnen. In solchen Aufrufen und in solchen Meetings müssen die (...) Ansichten über Krieg und Frieden auseinandergesetzt, muss gezeigt werden: wenn in beiden Ländern, in Deutschland wie in Russland, die gesamte Staatsgewalt vollständig und ausschließlich in die Hände der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten übergeht, so wird die ganze Menschheit sofort erleichtert aufatmen, denn dann wird tatsächlich das rascheste Ende des Krieges, der dauerhafteste, wahrhaft demokratische Frieden zwischen allen Völkern und damit auch der Übergang aller Länder zum Sozialismus gesichert sein [hervorgehoben vom Verfasser].“ (Lenin, Band 24, Seite 152-153). „Insbesondere aber wird die Partei die beginnende Massenverbrüderung der Soldaten aller kriegführenden Länder an der Front unterstützen“ (...) Wir rufen alle zur Verbrüderung auf. (...) Wir beschränken uns nichts auf die Verbrüderung allein zwischen Russland und Deutschland“ Lenin, ebenda, Seite 260).
Anders kann man einen Krieg, der in seiner Entwicklung den eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt, den Gesetzmäßigkeiten des internationalen Finanzkapitals, nicht beenden, auch nicht, wie Lenin es klar erkannte, „auf Wunsch“: „Es ist unmöglich, diesen Krieg zu beenden vermittels der Weigerung der Soldaten nur einer Seite, den Krieg fortzusetzen, vermittels der einfachen Einstellung der Kriegshandlungen durch eine einzelne kriegführende Seite“ (Lenin, Band 24, Seite 255). „Den Krieg kann man nicht „auf Wunsch“ beenden, (...) nicht auf Beschluss. (...) Man kann ihn nicht beenden, dass man `die Bajonette in die Erde stößt`,(...) nicht durch `Vereinbarungen`, `Kundgebungen` der Proletarier aller Länder, nicht durch den `Willen` der Völker, (...) Resolutionen, Aufrufe, Manifeste – alle diese Phrasen sind nichts als leere, naive, fromme Wünsche von Kleinbürgern. (...) Das ist Louis Blanc-Politik, süßliche Träumerei, Spielerei mit `politischen Kampagnen`“ (Lenin, Band 24, Seite 51). „Dass man den Krieg ohne Wechsel der regierenden Klassen beenden könne, ist eine anarchistische Idee (...) oder aber eine nebelhaft-pazifistische Idee, die rein gar nichts vom Zusammenhang zwischen Politik und unterdrückter Klasse erfasst (Lenin, ebenda, Seite 256), „denn wenn die ökonomische Herrschaft der Kapitalisten nicht untergraben wird, wird alles nur auf dem Papier bleiben“ (ebenda, Seite 258) .
Mit dem Sieg der Oktoberrevolution war nicht mehr Deutschland der ärgste Gegner im ersten Weltkrieg, war nicht mehr der Raubkrieg unter den Imperialisten entscheidend, sondern die größte Gefahr für das gesamte System des Weltkapitalismus wurde der Bolschewismus. Das war auch der Grund, weswegen man dem deutschen Heereskommando gestattete, eine Armee von 100 000 Soldaten und Offizieren zur Niederschlagung der Novemberrevolution in Deutschland sowie die „Sxchwarze Reichswehr“ einzusetzen. Diese sollten Deutschland vor dem Bolschewismus retten. In der ganzen Geschichte des Bolschewismus wurde Deutschland als das wichtigste anti-bolschewistische Bollwerk betrachtet. Bis zum Ende des Kalten Krieges war Deutschland das größte und gefährlichste Waffenlager der Welt, standen sich dort die beiden Supermächte säbelrasselnd gegenüber, ständig in Alarmbereitschaft, einen 3. Weltkrieg zu führen und Deutschland als erstes Schlachtfeld zu betrachten. Germans to the front – the front to Germany! Die deutschen Imperialisten haben diese Widersprüche ebenfalls für ihre eigenen Raubinteressen gut genutzt.
militärische Organisationsformationen und Parteiorganisationen innerhalb der revolutionären Armee
(diejenigen aufnehmen, die aus dem Kampf hervorgegangen sind)
Lenin Band 29, Seite 138: „Ohne die bewaffnete Verteidigung der sozialistischen Republik konnten wir nicht bestehen. Die herrschende Klasse wird nie ihre Macht der unterdrückten Klasse abtreten. Diese muss vielmehr durch die Tat beweisen, dass sie imstande ist, nicht nur die Ausbeuter zu stürzen, sondern auch sich zur Selbstverteidigung zu organisieren, alles einzusetzen. Wir haben stets gesagt: `Es gibt Kriege und Kriege`. Wir verurteilen den imperialistischen Krieg; aber wir lehnten nicht den Krieg schlechthin ab. Jene Leute, die uns des Militarismus zu beschuldigen versuchten, haben sich verrannt. Und als ich Gelegenheit hatte, den Bericht über die Berner Konferenz der Gelben zu lesen, wo Kautsky den Ausdruck gebrauchte, bei den Bolschewiki gäbe es keinen Sozialismus, sondern Militarismus, da habe ich gelacht und nur den Kopf geschüttelt. Hat es denn in der Geschichte auch nur eine große Revolution gegeben, die nicht mit Krieg verbunden gewesen wäre? Natürlich nicht! Wir leben nicht nur in einem Staat, sondern in einem System von Staaten, und die Existenz der Sowjetrepublik neben den imperialistischen Staaten ist auf die Dauer undenkbar. Am Ende wird entweder das eine oder das andere siegen. Und bis das Ende eintritt, ist eine Reihe furchtbarster Zusammenstöße zwischen der Sowjetrepublik und den bürgerlichen Staaten unvermeidlich. Das heißt, dass die herrschende Klasse, das Proletariat, wenn sie wirklich herrschen will, und herrschen wird, dies auch durch ihre militärische Organisation beweisen muss. Wie soll die Klasse, die bisher das Schlachtvieh für die Kommandeure aus dem Kreise der herrschenden imperialistischen Klasse gewesen ist, wie soll diese Klasse ihre eigenen Kommandeure hervorbringen, wie soll sie die Aufgabe lösen, den Enthusiasmus, das neue revolutionäre Schöpfertum der Unterdrückten zu verknüpfen mit der Ausnutzung jenes Vorrats an bürgerlicher Wissenschaft und Technik des Militarismus in ihren schlimmsten Formen, ihne die sie die moderne Technik und die modernen Methoden der Kriegführung nicht meistern kann? (...) Das bedeutete: aus der unterdrückten Klasse, die zum Schlachtvieh gemacht war, eine Armee voller Enthusiasmus aufzubauen und diese Armee zu veranlassen, das Gewalttätigste, Abscheulichste von dem auszunutzen, was uns der Kapitalismus hinterlassen hat.“
Lenin: Die Lehren des Moskauer Aufstandes Band 11, Seite 162: „Nicht Passivität müssen wir propagieren, nicht ein einfaches `Drauf Warten´, dass die Truppen `übergehen` - nein, wir müssen die Trommeln rühren und weit und breit verkünden, dass es notwendig ist, kühn und mit der Waffe in der Hand anzugreifen, dass es notwendig ist, hierbei die militärischen Führer zu vernichten und den allertatkräftigsten Kampf um die schwankenden Truppen zu führen.“
- Ende Teil XIII -