Schulungstexte der Komintern/ML





XI. Teil



Lehrbuch

über die Grundlagen der

marxistisch-leninistischen

Militärwissenschaft

und über die Kunst der

weltrevolutionären Klassenkriegsführung





Wie sieht es mit dem Hinterland der Weltrevolution aus?

Die Kräfte der Weltrevolution verfügen bereits jetzt schon potentiell über ein großes zuverlässiges Hinterland, eigentlich über den gesamten Erdball verteilt, und zwar jenes riesige Hinterland, das der Weltimperialismus mit seiner Globalisierung heute ausbeutet und unterdrückt – aus der Vielzahl einzelner nationaler Kolonien ist eine einzige Weltkolonie des globalisierten Weltkapitals geworden. Es ist also in globaler Hinsicht viel zuverlässiger als das Hinterland der Konterrevolution, weil die Konterrevolution im Laufe der Krise des Kapitalismus immer mehr Völker in die Konflikte hineinzieht, selber also „unfreiwillig“ in dem Maße für die Vergrößerung des Hinterlandes des Feindes gesorgt hat wie sie auch dafür sorgt, sich ihres eigenen Hinterlandes Gebiet für Gebiet auf allen Kontinenten zu berauben.Je mehr der Klassenfeind sein Hinterland dazu zwingt( zwingen muss), für die Raubkriege immer größere Opfer zu bringen, je mehr das Hinterland versklavt, seiner demokratischen Rechte beraubt und ausgebeutet wird, desto weniger wird das Hinterland bereit sein, den Feind zu unterstützen, desto mehr wird es gären, wird es Widerstand geben und zu Partisanenkämpfen kommen, wird die Verbindung zwischen Front und Hinterland ins Wanken geraten und schließlich zusammenbrechen. Wenn sich das Hinterland selber in eine neue Front des Klassenkampfes verwandelt, werden dadurch die Grundpfeiler der Front untergraben. Es ist der Weltimperialismus selbst, der dafür sorgt, dass sich die Völker schneller einig werden können, das gemeinsame imperialistische Joch abzuschütteln, und bereitwilliger macht als jemals zuvor, den Kampf des Weltproletariats für seine sozialistische Revolution zu unterstützen. Das Hinterland der Weltrevolution ist also größer und stärker als jedes Hinterland, das jemals in der Weltgeschichte existiert hat.

Die Ursache der Unzuverlässigkeit des Hinterlandes der inter-konterrevolutionären Truppen hat eine starke soziale Komponente. So ist es eine Tatsache, dass die Rekrutierung der Truppen aus dem Hinterland von ihrer sozialen Zusammensetzung her anders aussieht als die der oberkommandierenden US-Truppen. In dem Maße, wie die US-Truppen gezwungen sind, Hilfstruppen aus anderen Ländern, insbesondere aus Ländern, die vom Imperialismus grausam ausgebeutet und unterdrückt werden, anzuheuern und einzusetzen – und das mit dem nötigen Druck ( denn freiwillig lässt kein Land seine Truppen für die ausländischen Großräuber verbluten!) - , in dem Maße verändert sich die soziale Zusammensetzung der Konterrevolution zu Gunsten der Weltrevolution. Brüder werden nicht auf Brüder schießen, sondern wie das Wort schon sagt – sich verbrüdern gegen den gemeinsamen Klassenfeind. Aktiv Einfluss zu nehmen auf Frontverbrüderungen ist eine wichtige Aufgabe unserer internationalen Kriegsagitation unter den Soldaten, ebenso wie auf die Verbrüderung im Hinterland. Es ist ja nicht nur gefährlich für die internationale Konterrevolution, die Völker Europas aufeinanderzuhetzen ( dazu werden die europäischen Völker auf Grund ihrer leidvollen historischen Erfahrungen nicht so ohne Weiteres bereit sein, sie würden sich widersetzen!), oder eine Front zwischen USA und Europa zu erzeugen, eine Front zwischen Ost und West, eine Front innerhalb der Kontinente und eine Front zwischen den Kontinenten. Wir haben es heute nicht mehr mit einem klassischen Zweifrontenkrieg zu tun, sondern mit einer globalisierten Front, der eine viel größere Aufreibungsfläche erzeugt. Es ist vor allem für die internationale Konterrevolution gefährlich, wenn sich aus den imperialistischen Raubkriegen eine internationale Front zwischen arm und reich, zwischen den weltweit unterdrückten Klassen und den weltweit unterdrückenden Klassen entwickelt, wenn sich die aus den imperialistischen Kriegen gesetzmäßug herausbildenden Bürgerkriege zu einem internationalen Bürgerkrieg ausbreiten. Das wird den Zersetzungsprozess in den international aufgestellten und operierenden imperialistischen Truppen beschleunigen und damit die Eroberung der Weltmacht des Proletariats auf die Tagesordnung setzen. Am gefährlichsten aber ist es für die US-Truppen, wenn sie gezwungen werden, ihre regulären Truppen aus dem eigenen Land mit den breiten Massen des amerikanischen Volkes aufzustocken. Hier wird die Front nicht von außen, sondern von innen her zersetzt, denn es wird in den eigenen Reihen viel schneller zur Demoralisierung, zu Meitereien, Revolten und Aufständen kommen und die Revolution im eigenen Land unvermeidbar machen.Und dies wird sich verheerend auf die verbündeten Truppen der anderen imperialistischen Großmächte auswirken, wird auch dort den revolutionären Zersetzungsprozess unaufhaltsam machen. Dieser Bazillus wird die gesamte internationale Konterrevolution eines tages von innen her zerfressen.

Das Hinterland der Truppen der Weltrevolution wird im gleichen Maße erstarken. Das ist eine Gesetzmäßigkeit des internationalen Klassenkrieges. Das Hinterland der proletarischen Weltarmee nährt die rote Front mit seinen Säften, weil diese Armee, eine Armee der internationalen Befreiung der Arbeiterklasse und aller anderen unterdrückten Klassen in der Welt ist und somit das Vertrauen der Mehrheit der Weltbevölkerung genießt und sich seiner Unterstützung sicher sein kann.

In dem Maße wie die Globalisierung des Weltkapitals die nationalen Schranken niederreißt, reißt es auch den bürgerlichen Einfluss des Nationalismus und den Sozialchauvinismus auf die Proletarier aller Länder nieder, entwickelt sich im Geiste des proletarischen Internationalismus das Klassenbewusstsein des Weltproletariats, das damit nicht nur eine höhere Entwicklungsstufe erreicht, sondern damit auch Voraussetzung für die Entfaltung seiner charakteristischen, international vereinigten Klassenkraft ist. Die Überwindung nationaler Schranken über alle Kontinente hinweg verleiht der Front des Weltproletariats Einheit und Geschlossenheit, wird das nationale begrenzte „Heimatgefühl“ durch das „grenzenlose Heimatgefühl“ aller Ausgebeuteten und Unterdrückten über den ganzen Erdball zu einer internationalen klassenmäßigen Kraft. Klassenmäßig ist das Hinterland in jedem Land verschieden ( und es kann auch noch gar nicht gleichartig sein!), aber die Klassenkonflikte werden dort durch das Wüten der Konterrevolution eine Stärke erreichen, wodurch das Hinterland näher an die Front heranrückt, wodurch sich das Hinterland des Feindes neutralisieren und schließlich in unser Hinterland verwandeln lässt, um dann selber, von den Zentren der Revolution angesteckt, zum revolutionären Umsturz der eigenen ausbeutenden und unterdrückenden Klassen überzugehen und die internationalen Okkupanten aus dem Land zu verjagen mit Hilfe und Unterstützung der revolutionären Weltzentren. Anders ist es mit den konterrevolutionären Truppen, die aus verschiedensten Teilen der Welt in national unterschiedlichen Abteilungen unter dem Kommando imperialistischer Eliteeinheiten, insbesondere unter dem Oberkommando der USA-Imperialisten operieren – sozusagen als Hilfstruppen, die im Hinterland für Ruhe und Ordnung sorgen, nachdem die Elitetruppen der Imperialisten aus diesem oder jenen Land abgezogen sind, um das nächste Land zu erobern. Die Imperialisten erhoffen sich eine allmähliche „Befriedung“ durch die Ersetzung der ausländischen Truppen durch inländische, die mehr oder weniger Hilfstruppen der Kompradorenbourgeoisie, aber auf jeden Fall an einer kürzeren oder längeren Leine der Imperialisten gehalten werden und - nach gewisser „Atempause“ - ihrerseits sogar für die räuberischen Einsätze der imperialistischen Truppen zur Verfügung stehen, weil sie den Imperialisten „gewisse Dankbarkeit“ und einen „Gegengefallen“ schulden. Es ist klar, dass diese neuen Hilfstruppen der Imperialisten in den neuen Kriegsgebieten von der Mehrheit der dort lebenden Menschen nicht gern gesehen werden, dass man ihnen dort ebenfalls als „Besatzerhilfstruppen“ feindlich gegenübersteht. Dies alles führt zwangsläifig zur Verunsicherung der Truppen, führt zwangsläufig zur Erschütterung ihrer moralischen Standhaftigkeit, ihren Glauben an Gerechtigkeit ihrer Sache und ihrer Siegeszuversicht, verwandelt sich der Charakter ihrer national zusammengestellten Truppenteile in einen negativen Faktor, sowohl für die imperialistischen Elitetruppen als auch für die nationalen Truppen in der eigenen Heimat. Und je tiefer sie in die internationalen Konflikte hineingepresst werden, desto stärker wird sich dieser negative Faktor auswirken – was der proletarischen Weltrevolution auf der anderen Seite natürlich nur noch weiter zum Durchbruch verhilft.

Hier kommen wir zu der Frage des Gebiets für den Hauptangriff. In jedem Krieg und namentlich im internationalen Bürgerkrieg hängt der Erfolg, der entscheidende Sieg nicht selten von der richtigen Wahl des Gebiets für den Hauptangriff ab, von der richtigen Wahl des Gebiets, aus dem man den Hauptschlag gegen den Gegner zu führen und zu entwickeln gedenkt. Betrachten wir den Globus und darauf den Standort der Zentrale des US-Imperialismus und damit dem militärischen Oberkommando des Weltimperialismus, so fällt sofort auf, dass dieser sich auf dem amerikanischen Kontinent – genauer auf der Nordhalbkugel [das durch Ausrottung der indianischen Urbevölkerung erobertes und ausgeraubtes Land] - befindet. Das ist nicht gerade der Mittelpunkt der Kontinente und eher ein relativ ungünstiger Standpunkt für Eroberungskriege, aber wiederum ein günstiger Standpunkt für die Verteidigung, denn es gibt relativ wenig Reibungsflächen in der unmittelbaren Nachbarschaft – ein Faktor, mit dem besonders die Lage des deutschen Imperialismus verknüpft war und ist. Die Lage des imperialistischen Hauptzentrums ist für die Strategie und Taktik der weltrevolutionären Kräfte nicht unwesentlich, insbesondere für die bewaffnete sozialistische Revolution des amerikanischen Proletariats und deren besonderer Beitrag für die Köpfung des Weltimperialismus - doch dazu später. Um in die begehrten Rohstoffländer einzudringen, ohne die der US-Imperialismus nicht überleben kann, müssen lange Seewege der amerikanischen Truppen zurückgelegt werden. Aus diesem Grund hat sich der US-Imperialismus überall auf der Welt strategische Militärstützpunkte eingerichtet, die sie bei akuten Einsätzen mit Nachschub aus der „Heimat“ versorgen und von denen aus die Operationen gestartet werden. Im Luftkrieg, mit den die Yankees meistens auf die strategisch wichtigen Zentren ihrer Raubzüge zu starten pflegen, um dann Landtruppen folgen zu lassen, denen der Weg ins feindliche Zentrum freibombadiert wurde, startete die US-Luftflotte vorzugsweise von Deutschland aus, das sie als „zuverlässigen“ Verbündeten“ betrachtete. Jetzt beginnen sie – , um Unsicherheitsfaktoren mit dem deutschen Rivalen gering zu halten – kleinere Luftstützpunkte weiter nach Osten zu verlegen, was auch Vorteile des näheren Heranrückens an die weit entfernten Kriegsschauplätze zum Beispiel im Nahen Osten mit sich bringt. Ferner verfügen die amerikanischen Truppen auch über große seegestützte Luftstreitkräfte, die zwar nicht so beweglich, aber in Küstennähe für Kurzstreckeneinsätze geeignet sind. Es ist also für die Strategie und Taktik der Weltrevolution nicht unwichtig, beispielsweise Deutschland als wichtigsten amerikanischen Stützpunkt unsicherer zu „gestalten“. Fällt Deutschland aus, haben die Amis ein Problem. Deswegen müssen die deutschen Marxisten-Leninisten ihre Anstrengungen verstärken, das deutsche Proletariat auf diese Zusammenhänge aufmerksam zu machen und seinen anti-imperialistischen Kampf gegen den Frankfurter Luftstützpunkt konzentrieren, um nur ein anschauliches Beispiel anzuführen, wie das gezielte Vorgehen der revolutionären Kräfte in jedem Land aussehen muss. Man kann sich jedenfalls nicht hinstellen und mit der Losung: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!“ herumfuchteln, während der US-Imperialismus seelenruhig und ungehindert seine Raubzüge von diesem oder jenen Land aus startet, um die Welt fester in seine Klauen zu bekommen. Die Komintern/ML zieht eine klare Trennungslinie zwischen den revolutionären Kräften in jedem Land und den Feinden der Weltrevolution in jedem Land. Die höchsten Interessen des gesamten Weltproletariats bestehen darin, der Weltrevolution zum Sieg über den Weltimperialismus zu verhelfen. Diesem Ziel dienen die Revolutionen der Proletarier in allen Ländern. Es geht also darum, in allererster Linie aus der Perspektive der Weltrevolution klar den Unterschied aber auch die Einheit zwischen dem inneren und äußeren Klassenfeind jedes Landes zu erkennen, um den Schwerpunkt gegen den Hauptfeind in jedem Land zu legen. Führen wir den Hauptschlag gegen den Hauptfeind, so darf man die anderen Feinde dabei natürlich nicht unberücksichtigt lassen und vor allem nicht unterschätzen:

„In unserer Zeit, unter den Bedingungen des Imperialismus, ist nicht nur in den entwickelten kapitalistischen Ländern, sondern auch in den unterdrückten und abhängigen Ländern der innere Hauptfeind der Revolution die einheimische Großbourgeoisie, die an der Spitze der kapitalistischen Ordnung steht und mit allen Mitteln, mit Gewalt und Unterdrückung, mit Demagogie und Betrug dafür kämpft, ihre Herrschaft und ihre Privilegien zu wahren, jede Bewegung der Werktätigen, die auch nur im Geringsten ihre Macht und ihre Klasseninteressen antastet, zu ersticken und abzuwürgen. Der äußere Hauptfeind der Revolution und der Völker ist unter den aktuellen Bedingungen der Weltimperialismus, vor allem sind es die imperialistischen Supermächte. Dem Proletariat und den unterdrückten Völkern zu raten und sie dazu aufzurufen, sich auf die eine Supermaht zu stützen, um die andere zu bekämpfen oder, angeblich im Namen der Verteidigung der Freiheit und der nationalen Unabhängigkeit, Bündnisse mit den imperialistischen Mächten einzugehen, wie das von den chinesischen Revisionisten gepredigt wird, ist nichts anderes als Verrat an der Sache der Revolution“ (Enver Hoxha, Imperialismus und Revolution, Seite 252-253).

„Die Theorie der `drei Welten` predigt den sozialen Frieden, die Klassenversöhnung, sie versucht Bündnisse zwischen unversöhnlichen Feinden, zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen den Unterdrückten und den Unterdrückern, zwischen den Völkern und dem Imperialismus zu schaffen“ (ebenda, Seite298).

Wir werden niemals über die Köpfe eines Klassenfeindes hinwegschießen, der seine Gewehre auf die Weltrevolution gerichtet hat, in der Hoffnung, irgendwann einmal den großen „Hauptfeind“ vor die Flinte zu bekommen. Der Hauptfeind ist immer der, der für die Weltrevolution die größte Gefahr darstellt, ihr den größten Schaden zufügt, ihren Entwicklungsprozess am empfindlichsten hemmt und untergräbt. Der Hauptklassengegner des Weltproletariats ist auch der Hauptfeind im Kampf der Völker für ihre Befreiung von der fremden Herrschaft, ist der Hauptfeind von Demokratie, Freiheit und Sozialismus in der ganzen Welt – der Weltimperialismus mit dem USA- Imperialismus an der Spitze.

Die chinesischen Revisionisten aber gingen in ihrer Dreiteilung der Welt vom Krieg gegen den aufstrebenden Hauptfeind der „Ersten Welt“ aus, also demjenigen, der der Nr. 1 in der Welt den Rang abzulaufen versuchte, gegen den sich die „Dritte Welt“ nicht nur mit der „Zweiten Welt“, sondern auch noch mit dem bestehenden, aber im Abstieg begriffenen Hauptfeind Nr. 1 - also selbst mit diesem ärgsten und größten Teil der „Ersten Welt“ - verbünden müsse. Das ist nichts anderes, als die Strategie eines dritten großen Supermacht, der die beiden größten rivalisierenden Supermächte gegenseitig zu schwächen und aufzureiben versucht, um die welthegemoniale Macht in einem Dritten Weltkrieg an sich zu reißen. Auf so etwas wird das Weltproletariat und die revolutionären Völker nicht hereinfallen, denn sie sehen heute im Zuge der Globalisierung, dass alle „Welten“, so viel man auch aufzählen und unterteilen mag, sich stets klassenmäßig unterscheiden, das heißt, überall existieren Unterdrücker und Ausbeuter, inländische und ausländische Bourgeoisie auf der einen und Ausgebeutete und Unterdrückte, inländische und ausländische Arbeiter und andere Werktätige auf der anderen Seite. In der neuen Weltordnung des Imperialismus stehen sich heute zwei Hauptklassen feindlich gegenüber: das Weltproletariat und die Weltbourgeoisie. Die andere Weltordnung, die dem Weltimperialismus feindlich gegenüberstand, die sozialistische Weltordnung, wurde vorübergehend zerschlagen und wird eines Tages zurückerobert sein. Die sozialistische Weltordnung ist die einzige Weltordnung, die die bestehende Ordnung des Weltimperialismus für immer beseitigen kann und auch wird. Deswegen hat der Weltimperialismus auch die Tendenz, sich möglichst geschlossen gegen die revolutionären Kräfte zu stellen, von denen die Gefahr der proletarischen Weltrevolution ausgeht und deren Vereinigung gewaltsam zu verhindern, zu spalten und zu liquidieren. Es gibt aber auch gleichzeitig die Tendenz des Kapitals, die die einen Imperialisten den anderen entgegenstellt, wie Lenin lehrt. Diese Tendenz des Weltimperialismus gilt es notwendigerweise überall auszunutzen, insbesondere in ihrer zukünftigen Entwicklung, ihrem Ausprägungsgrad, in ihrer unterschiedlichen Bedeutung und Effizienz für die Weltrevolution. Das ist auch nicht zuletzt ein wichtiger Bestandteil der bewaffneten Strategie und Taktik des Weltproletariats gegenüber der unvermeidlichen bewaffneten Widersprüche und Konflikte in den Reihen des Klassengegners, sowohl innerhalb der einzelnen Länder, als auch in der internationalen Arena.

Die Metropolen von der „Dritten Welt“ aus zu erobern, das ist die Volkskriegstheorie der Maoisten, das liegt der sogenannten „Drei Weltentheorie“ zu Grunde. Diese Theorie leugnet vollkommen die Hegemonie des Weltproletariats, leugnet die führende Kraft des selbständig organisierten Proletariats, leugnet die proletarische Weltrevolution und ist damit eine Theorie, die der internationalen Konterrevolution hilft, sich die Revolution in den Metropolen vom Halse zu halten und ihre Festungen dort zu schützen, von denen aus ihre ganzen Raubzüge ausgehen. Indem die Maoisten ihre „Volkskriege“ im Hinterland der Imperialisten konzentrieren, teilen sie damit die Front mit dem Weltproletariat und tragen damit noch zur Steigerung der Konzentration der feindlichen Armeen bei. Wenn sich die Dritte Welt hinter die zweite stellt, ist sie vom Weltproletariat abgeschnitten und als Reserve der Weltrevolution nicht mehr zur Verfügung. Im Gegenteil, die Dritte Welt wird von den Maoisten in eine Kraft GEGEN die proletarische Weltrevolution verwandelt, das ist der reaktionäre Kern, der sich hinter der „revolutionären“ maositischen Volkskriegstaktik verbirgt. Wir Marxisten-Leninisten gehen von den Zentren des Weltproletariats aus, von den Gebieten, in denen das Proletariat am stärksten ist, oder wo es zumindest Bedingungen vorfindet, stark heranwachsen zu können; wo es die beste Möglichkeit hat, seine konzentrierte Kraft in die Waagschale zu werfen und die Macht zu erobern im schwächsten imperialistischen Kettenglied. Im Zuge der Globalisierung erhält das Weltproletariat immer mehr Möglichkeiten, international zu operieren und ein manövrierfähiges, elastisches Zentrum zu schaffen. Es hängt nicht mehr alles allein von einem geographisch gebundenen Weltzentrum ab, das geographisch als „Sozialismus in einem Land“ festgelegt ist und auf das sich die Konterrevolution durch Einkreisung wieder einschießen und es erdrosseln kann. Die Schaffung eines weltrevolutionären Zentrums, die Zentralisation, ist eine grundlegende Frage der Hegemonie des Weltproletariats und daher seine vorrangige Aufgabe, aber die Lösung dieser Aufgabe ist im Verlauf der Globalisierung nicht mehr auf einem nationalen Boden beschränkt. War die Pariser Kommune das Zentrum eines städtischen Proletariats an der Macht, so war es in Russland das in der Sowjetunion zusammengeschlossene Proletariat eines riesigen Gebietes dieses Erdballs. Es handelte sich um den ersten sozialistischen Staat, um einen Sozialismus mit starkem Reservepotential im Hinterland, dass ein sehr langes Überleben ermöglichte und damit auch die Ausbreitung der Weltrevolution enorm fördern konnte, die nicht nur von außen durch die Imperialisten, sondern gleichzeitig von innen heraus – von den Revisionisten - gestoppt wurde, sowohl außerhalb der Sowjetunion (rechtsopportunistische Mehrheiten in fast allen Kommunistischen Parteien und damit auch Mehrheit in der Komintern) als auch innerhalb der Sowjetunion selbst (Chruschtschow-Revisionismus). Als der Revisionismus über die Weltmeere schwappte und das Weltproletariat einer Katastrophe entgegen steuerte, war Albanien das einzige Leuchtfeuer des Sozialismus und mit ihm die marxistisch-leninistische Weltbewegung des Genossen Enver Hoxha. Aus ihr hat sich die Kominmtern/ML ohne Vorhandensein des „Sozialismus in einem Land“ entwickelt und sich die Aufgabe gestellt, wieder ein neues Zentrum der Weltrevolution zu schaffen. Durch die Globalisierung haben sich große Verlagerungen vollzogen und vollziehen sich weiter, so dass das Weltproletariat nicht nur enorm wächst, sondern sich nach 150 Jahren auch historisch längst über den geographischen Rahmen Europas und Amerikas auf allen Kontinenten, auf den einen mehr und auf den anderen weniger, ausgebreitet hat. Diese Ausbreitung ist aber nicht mit einer Zentralisierung seiner revolutionären Kräfte einhergegangen, sondern vollzog sich schmerzlich durch Spaltungen, durch Verschärfung der globalisierten Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt; und diese Konkurrenz, mit weltweiter Massenarbeitslosigkeit und Verelendung kann nurn mal nur international, durch ein weltsozialistisches System beseitigt werden. Es bewegt sich etwas und in dieser Bewegung wird ein neues Weltzentrum entstehen, wird sich eine neue Grenze zwischen der Weltrevolution und der internationalen Konterrevolution immer deutlicher abzeichnen. So lange sich das Bild noch nicht klar ergibt, ist es unsere Aufgabe, die Interessen der Gesamtbewegung des Weltproletariats hervorzuheben und die Zentralisierung der Bewegung zu beschleunigen. Die neuen weltrevolutionären Ideen der Komintern/ML finden noch nicht den großen Widerhall in der Welt für unsere Ziele, aber das wird sich schnell ändern und zwar nicht in irgendeinem Teil der Welt, sondern überall in der Welt, die revolutionären Bewegungen in den einzelnen Ländern werden heranreifen und sich un diesem Prozess schneller vereinigen als jemals zuvor – dafür hat unser Feind durch seine Globalisierung gesorgt, sorgt er täglich, arbeitet er uns in die Hände. Unsere Idee wird bald das ganze Weltproletariat aufgreifen und umsetzen, sich sein Zentrum schaffen mit neuen Formen und Strukturen, die sich von den früheren unterscheiden werden. usw. usf. So versetzte die Oktoberrevolution dem Imperialismus, dem gesamten kapitalistischen Weltsystem den ersten vernichtenden Schlag. Es ist darum erstens unumstritten, dass sich mit der Oktoberrevolution das revolutionäre Weltzentrum von Europa nach Russland verlagert hatte. Es ist aber auch genauso unbestritten, dass dieses Zentrum sich nicht auf Dauer halten konnte, ohne auf den Westen überzugreifen und das revolutionäre Proletariat Europas zu erfassen. Die Oktoberrevolution konnte sich nicht – wie erhofft - nach Westen ausbreiten, konnte ihre Mission, die proletarische Weltrevolution in Europa zu initiieren, nicht erfüllen durch das starke imperialistische Bollwerk im Westen. Basis und Hebel der Weltrevolution verblieben in Russland. Wäre das europäische Proletariat vermittels der Oktoberrevolution zur Basis und zum Hebel der Weltrevolution geworden, wäre der Sozialismus in Russland gesichert gewesen, wäre die imperialistische Einkreisung des „Sozialismus in einem Lande“ , wäre die Restauration des Kapitalismus dort zum Scheitern verurteilt gewesen, hätte die Weltrevolution gesiegt, denn der Weltimperialismus wäre seiner Rückzugsgebiete zur Regeneration beraubt, wäre in seinem Zentrum empfindlich geschwächt worden und damit in ernsthafte existentielle Gefahr geraten, denn die revolutionären Völker hätten sich unter diesen günstigen Bedingungen alle eins nach dem anderen befreien können. Der 11. September zeigte die Schwäche und Verwundbarkeit des imperialistischen Zentrums. Auch wenn es der imperialistischen Schaltzentrale der Macht „nur“ darum ging – nach dem Vorbild des Berliner Reichstagsbrands der Nazis – einen Vorwand zu schaffen, seine Raubkriege nach außen und seinen Faschismus nach innen auszudehnen, das Zentrum der Monopolbourgeoisie zu schützen und als Kommandozentrale der internationalen Konterrevolution weiter auszubauen, so dient die zusammengeschusterte „Front gegen den internationalen Terrorismus“ insgesamt der Aufrechterhaltung der Macht des Weltimperialismus, der „Voraus-Verteidigung“ seines Zentrums, seines empfindlichesten Nervs. Dahinter steckt die Angst der Imperialisten vor der Renaissance des Kommunismus, vor dem Weltkommunismus. Das ist im Grunde genommen die Fortsetzung der alten Doktrin der US-Imperialisten, den Status quo ihrer Hegemonialmacht mit dem Schwert aufrechtzuerhalten und das Weltmonopol der strategischen Waffen zu verteidigen. Sie machen kein einziges, freiwilliges militärisches Zugeständnis, um Staaten und Völker unter ihrem Joch, die Ausbeutung der nationalen Reichtümer anderer Länder unter ihrer Kontrolle zu halten. Diesem Ziel dienen alle vergangenenen, gegenwärtigen und zukünftigen amerikanischen militärischen Bündnisse: Krieg als einziges Mittel zur Ausbeutung der Welt, ihrer Absatzmärkte, ihrer Rohstoffquellen, zur Vermehrung ihres Kapitals und der Steigerung maximaler Profite, Teilkriege in Nahen und Mittleren Osten, in Südostasien, in Afrika. ... mit verschärften Mitteln, was dem Weltproletariat niocht die Stärke, sondern die Schwäche des Feindes in den Metropolen offenbart. Dieser Kraftakt der internationalen Konterrevolution richtet sich aber nicht gegen einpaar „Gruppen, die die Weltbevölkerung terrorisieren“, sondern gegen den gefährlichsten Feind des kapitalistischen Weltsystems – gegen das WELTPROLETARIAT. Die Imperialisten rüsten sich gegen die proletarische Weltrevolution, das ist es, was hinter den Ereignissen des 11. September in Wahrheit steckt. Die Basis der Zentren der Weltrevolution sind die weltweiten Industriezentren, sind die Zentren, wo das Proletariat am weitesten entwickelt und fortgeschritten ist. Diese Zentren beschränken sich schon lange nicht mehr allein auf das alte Europa und auf Amerika. Es entstanden und entstehen auf der ganzen Welt stets neue Zentren des Industrieproletariats im Zuge der Globalisierung des Weltimperialismus. Diese Globalisierung der Basis des Weltproletariats, ihre Vereinheitlichung im Weltmaßstab, bringt der Basis der internationalen Konterrevolution objektiv verhängnisvolle unvermeidliche Nachteile und ebenso unvermeidliche Vorteile für die Weltrevolution. Was Stalin hier für den Bürgerkrieg in Russland hervorhob, gilt heute in viel größerem Maße für den internationalen Bürgerkrieg:

„Für den Erfolg der Truppen, die in der Epoche eines erbitterten Bürgerkrieges operieren, ist die Einheit und Geschlossenheit desjenigen lebendigen menschlichen Milieus absolut notwendig, mit dessen Elementen diese Truppen genährt werden und dank dessen Säften sie bei Kräften bleiben, wobei die Einheit national (besonders zu Beginn des Bürgerkrieges) oder klassenmäßig ( besonders wenn der Bürgerkrieg sich entfaltet hat) sein kann. Aber darum handelt es sich ja gerade, dass die Randgebiete Russlands ( das östliche und südliche) für die Truppen Denekins und Koltschaks sowohl in nationaler als auch in klassenmäßiger Hinsicht nicht einmal das Minimum an Einheit des lebendigen Milieus darstellen, noch darstellen können, ohne das ( wie ich oben gesagt habe) ein ernstlicher Sieg unmöglich ist“ (Stalin, Band 4, Seite 254).

Das Weltproletariat aber hat besten Kontakt zwischen seinen revolutionären Zentren und seinem Hinterland. Die Reihen der Front klönnen überall in diesen Zentren aufgefüllt werden, steht eine unerschöpfliche Quelle der Kräfte und ihrer Versorgung zur Verfügung. Sowie aber die imperialistischen Truppen in diese Zentren einfallen, sowie sie die Grenzen überschreiten, befinden sie sich im feindlichen Land und erleiden unvermeidlich eine Katastrophe, wenn der Siegestaumel des Blitzkrieges der Ernüchterung des bewaffneten Widerstandes, des Partisanenkampfes, weicht, wenn der Offensive des imperialistischen Feindes die Gegenoffensive des Volkes folgt usw. Auf diese Weise hat so manches kleine unterdrückte Land in der Geschichte so manchen große interdrückende Macht besiegt und die Eindringlinge zum Teufel gejagt:

„Die Schwäche Koltschaks und Denekins war damit zu erklären, dass sie kein `eigenes` Hinterland hatten, dass sie, von echt reußischen Großmachtbestrebungen durchdrungen, sich gezwungen sahen, Aufbau, Versorgung und Auffüllung der Front in bedeutendem Maße auf Kosten nichtrussischer Elemente durchzuführen, die solchen Bestrebungen gegenüber feindlich eingestellt waren, in Gebieten zu operieren, die für ihre Truppen offenkundig fremd waren. Natürlich mussten die Truppen, die keine innere, keine nationale und erst recht keine klassenbedingte Geschlossenheit besaßen, in einer feindlichen Atmosphäre beim ersten starken Schlag der Sowjettruppen zusammenbrechen“ (Stalin, Band 4, Seite 286).

Man kann die Weltrevolution nicht „auf Bestellung machen“: Manche naiven Weltrevoluzzer und Anarchisten geben sich der Illusion hin, man bräuchte nur so eine Art Kommando zum Losschlagen in mehreren Ländern gleichzeitig. Die Geschichte des „überall gleichzeitig Losschlagens“- ob in der einzelnen Fabrik, ob in einem ganzen Staat, oder ob im Weltmaßstab, lehrt aber, dass man niemals vertrauensseelig „darauf rechnen (darf), dass die praktische Notwendigkeit, der Instinkt der Selbsterhaltung, schon von selbst ein festes und unzerreißbares Bündnis unter den protestierenden Gemeinden zustande bringen werde. Und was geschah? Jede Gemeinde, jede Stadt verteidigte nur sich selbst, von gegenseitiger Unterstützung war keine Rede, und mit nur 3000 Mann warf Pavia in 14 Tagen eine Stadt nach der anderen nieder und machte der ganzen anarchischen Herrlichkeit ein Ende“ (Engels, MEW, Band 18, Seite 566-567).darf, dass

Für uns Weltrevolutionäre gibt es keinen Zweifel daran, dass die sozialistische Weltrevolution ohne revolutionäre Weltsituation unmöglich ist. Nicht jede weltrevolutionäre Situation führt automatisch zur sozialistischen Weltrevolution. Die revolutionäre Situation in einem Lande und die weltrevolutionäre Situation darf man nicht gleichsetzen, aber auch nicht voneinander trennen. Sie sind miteinander dialektisch verbunden, bedingen einander. „Die Dialektik verlangt die allseitige Erforschung einer gegebenen gesellschaftlichen Erscheinung in ihrer Entwicklung sowie die Zurückführung des Äußerlichen und Scheinbaren auf die grundlegenden Triebkräfte, auf die Entwicklung der Produktivkräfte und den Klassenkampf“ (Lenin, Band 21, Seite 211).

Die Merkmale der weltrevolutionären Situation sind:

1. Die Unmöglichkeit der Weltbourgeoisie, ihre Weltherrschaft über den ganzen Erdball unverändert wie bisher aufrechtzuerhalten; Risse in der Weltherrschaft, die durch die weltpolitische Krise der „oberen Schichten“ hervorgerufen werden , durch das Auseinanderreißen und Zerspringen der imperialistischen Kette - hervorgegangen aus dem sich verschärfenden Prozess der ungleichmäßigen ökonomischen und politischen Entwicklung der einzelnen Kettenglieder der verschiedenen Großmächte und ihren Bündnissen, durch das Abspringen schwacher Kettenglieder des imperialistischen Weltsystems, durch imperialistische Kriege untereinander, durch Eroberungskriege zur Neuaufteilung der Welt, und

wodurch sich die Empörung und Unzufriedenheit aller unterdrückten und ausgebeuteten Klassen im Weltmaßstab Bahn bricht.

Damit es zur Weltrevolution kommt, genügt es in der Regel nicht, dass die arme Welt nicht mehr weiterleben kann und will, sondern auch noch, dass die reiche Welt so nicht mehr weiter herrschen kann, wie bisher.

2. Die Not und das Elend der armen Welt, die sich mit jedem Tag immer dramatischer zuspitzen, erreichen mit größter Geschwindigkeit ein unerträgliches Maß, einen Wendepunkt, der den völligen Zusammenbruch der Lebensgrundlagen der Mehrheit der Weltbevölkerung bedeutet.

3. Infolge der aus der weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Krise hervorgetretenen dramatischen Situation findet die „friedliche“ Epoche der Ausbeutung der armen Welt ihren Kulminationspunkt, werden die Millionenmassen der ganzen Erde zum gemeinsamen politischen Handeln getrieben, kommt es zu stürmischen Erruptionen von Massenbewegungen, die internationalen Charakter tragen.

Durch die Weltkrise ensteht schließlich die stürmische Zeit, in der auch die reiche Welt unter Zwang ihres eigenen Unterganges selbst zur internationalen Konterrevolution gedrängt wird. Die Revolutionen, die überall auf dem Erdball aufflackern, die sich häufen, die sich ausdehnen, die sich verschmelzen, entsteht eine weltrevolutionäre Situation, die alle Klassen der Welt in Bewegung bringt, sie in einen weltrevolutionären Strudel verwirbelt, zu einer einzigen weltrevolutionären Bewegung antreibt; die revolutionäre Umwälzung der kapitalistischen Weltökonomie wälzt auch die antagonistioschen Klassen vermittels verschärften Klassenkampfes um. Es werden nicht nur ein ein oder meherere Kettenglieder abgesprengt, die sich sogleich der ganzen imperialistischen Kette entgegenstellen, sondern, die imperialistische Weltkette selbst wird zersprengt und schließlich aufgelöst, wobei es nicht bei dem einen oder anderen sozialistische Land bleibt, sondern sich eine sozialistische Weltkette bildet, wo sich die Weltkette des Sozialismus der Weltkette des Kapitalismus entgegenstellt, wo die sozialistische Weltkette der kapitalistischen Kette ein Glied nach dem anderen entreißt, bis von dieser nichts mehr übrig ist. Die weltrevolutionäre Situation, durch die dieser Prozess vollzogen und vollendet wird, ist hier und heute objektiv vorhanden. Die weltrevolutionäre Situation ist diejenige Situation, wo sich die antagonistischen Klassen in einem Stadium des Weltkampfes befinden, in dessen Folge der Antagonismus der Weltklassen gesprengt wird und sich aufzulösen beginnt, eben durch die Vernichtung der Weltbourgeoisie durch das Weltproletariat. Der Sieg des Proletariats über die Weltbourgeoisie bedeutet gleichzeitig Untergang des Proletariats als eine spezifische Klasse eben dieser antagonistischen Klassengesellschaft. Während aber die Klasse der Weltbourgeoisie verschwindet, verwandelt sich das revolutionäre Proletariat in der sozialistischen Gesellschaft zu einer sozialistischen Arbeiterklasse, die schließlich die in Klassen gespaltene sozialistische Welt in eine klassenlose Weltgemeinschaft verwandelt. Die Spaltung der Gesellschaft in besondere Klasse wird durch das Gemeinwesen des Weltkommunismus beendet. Die weltrevolutionäre Situation zu Lenins Zeiten brachte das sozialistische Land hervor. Die weltrevolutionäre Situation von heute bringt die sozialistische Welt hervor. Die weltrevolutionäre Situation brachte zu Lenins Zeiten zunächst den Sieg des Proletariats eines Landes über die Bourgeoisie eben dieses Landes hervor. Die weltrevolutionäre Situation von heute bringt den Sieg des Weltproletariats über die gesamte Weltbourgeoisie hervor. Die Kommunistische Internationale / Marxisten-Leninisten ist eben auf der Basis dieser weltrevolutionären Situation hervorgegangen und setzt damit die alte Komintern fort, die eben auf der Basis der weltrevolutionären Situation in der Zeit Lenins hervorgegangen ist, in deren Folge der Sozialismus in einem Land geschaffen wurde. Die weltrevolutionäre Situation zur Zeit Lenins, die Komintern, entwickelte sich in der Anfangsphase des Imperialismus. Die heutige weltrevolutionäre Situation, die Komintern/ML, ist in der Endphase der weltimperialistischen Entwicklung entstanden. Die Komintern war die internationale Organisation der Avantgarde des Weltproletariats zur Zeit des Sozialismus in einem Land. Die Komintern/ML ist die internationale Organisation der Avantgarde des Proletariats in der Zeit des Weltsozialismus. Die Zeiten, in denen die Sache des Sozialismus nur mit einem Land verknüpft waren, sind unwiderruflich dahin. Die Zeiten, in denen der Überlebenskampf des Weltimperialismus mit der Umkreisung, mit der Restauration des Kapitalismus, eben eines sozialistischen Landes, mit der Verhinderung der Herausbildung eines sozialistischen Lagers, verknüpft war, sind unwiderruflich dahin. Wir gehen den Zeiten der vereinigten sozialistischen Staaten der Welt entgegen, die den Sozialismus in einem einzelnen Staat tatsächlich sichert, jedenfalls erfolgreicher sichern kann als das in Zeiten Lenins, Stalins und Enver Hoxhas der Fall war. Die Losung von den vereinigten sozialistischen Staaten der Welt kann heute den falschen Auffassungen von der Unmöglichkeit des Sieges in einem Land keinerlei Nahrung mehr geben, denn die Möglichkeit des Sozialismus in einem Land ist historisch längst durch Tatsachen bewiesen worden. Und die Klassiker des Marxismus-Leninismus sind bekanntlich nie müde geworden, die Notwendigkeit vom Sieg des Sozialismus im Weltmaßstab zu betonen, von dem der Sieg des Sozialismus eines jeden Landes nun mal unbedingt abhängt. Die Losung der Vereinigten Staaten der Welt ist die falsche Losung – die Losung der Vereinigten Sozialistischen Staaten der Welt ist eine richtige Losung unter den Bedingungen der heutigen weltrevolutionären Situation.

„Ohne diese objektiven Veränderungen, die unabhängig sind vom Willen nicht nur einzelner Gruppen und Parteien, sondern auch einzelner Klassen, ist eine Revolution – in der Regel – unmöglich. Die Gesamtheit dieser objektiven Veränderungen wird denn auch revolutionäre Situation genannt“ (Lenin, Band 21, Seite 207).

Warum ist aus der Oktoberrevolution keine sozialistische Weltrevolution entstanden? Weil außer der objektiven Bedingungen für eine weltrevolutionäre Situation noch subjektive internationale Voraussetzungen hinzukommen. Der Bolschewismus hat sich durch den Opportunismus, durch den Revisionismus nicht zum Weltbolschewismus weiterentwickeln können. Das Weltproletariat war bis auf den heutigen Tag noch nicht fähig, um als revolutionäre Klasse im Weltmaßstab aufzutreten mit internationalen revolutionären Massenaktionen, nicht stark genug, um das Zentrum der imperialistischen Weltherrschaft vollständig zu erschüttern, zu stürzen. Die Weltbourgeoisie kommt nicht durch die weltrevolutionäre Situation zu Fall, sondern nur dadurch, dass das organisierte Weltproletariat die internationale Konterrevolution mit Waffengewalt zu Fall bringt. Das ist die marxistisch-leninistische Auffassung von der weltrevolutionären Situation, wie sie seit langem unanfechtbar anerkannt worden ist. Vor allem müssen wir Marxisten-Leninisten in Betracht ziehen, dass es insbesondere der unvermeidliche imperialistische Raubkrieg ist, der die weltrevolutionäre Situation vertieft und erweitert. Selbst wenn das Weltproletariat es nicht verstanden hat, den imperialistischen Krieg in die sozialistische Weltrevolution umzuwandeln, es ihm nicht gelungen ist, den Krieg mit der Weltrevolution zu beantworten, so bleibt es immer noch eine Tatsache, dass die Massen aus der weltrevolutionären Situation die Revolution schneller, leichter und gründlicher erlernen.

Die politische und wirtschaftliche Weltkrise liegt heute also seit langem auf der Hand. Keine einzige Regierung auf der ganzen Welt kann sich des morgigen Tages wirklich noch sicher wähnen, keine einzige ist frei von der Gefahr eines finanziellen Bankrotts, die Schulden lassen sich nicht mehr in Milliarden Dollar zählen, die Einflusssphären werden immer unsicherer, die Territorien, der ganze Weltmarkt immer instabiler. Alle Regierungen leben auf einem internationalen Vulkan, sie alle appellieren selber an die ganze Welt, die Epoche großer Welterschütterungen hat sich längst angekündigt. Wir sind bereits mitten drin, geraten immer tiefer in diese weltrevolutionäre Epoche hinein. Kurz um: die weltrevolutionäre Situation ist jetzt tatsächlich vorhanden. Was Lenin damals sagte, trifft heute auf die USA-Regierung um so mehr zu: „Nie ist eine Regierung auf die Zustimmung aller Parteien der herrschenden Klassen unter diese Herrschaft so sehr engewiesen wie während des Krieges. Das zum Ersten; und zweitens: Wenn `beim Ausbruch eines Krieges`, besonders in einem Lande, das einen raschen Sieg erwartet, die Regierung scheinbar allmächtig ist, so hat niemals und nirgends in der Welt irgend jemand die Erwartung einer revolutionären Situation ausschließlich mit dem Moment des `Ausbruchs` eines Krieges verknüpft, noch weniger aber das `Scheinbare` dem Wirklichen gleichgesetzt. (...) Je mehr sich der Krieg in die Länge zieht und verschärft, desto stärker müssen und werden die Regierungen selbst die Aktivität der Massen entwickeln, indem sie diese zu außerordentlicher Kraftanspannung und Selbstaufopferung aufrufen. Durch die Erfahrung des Krieges, wie durch die Erfahrung jeder Krise in der Geschichte, jeder großen Heimsuchung und jedes Umschwungs im Leben der Menschen, werden die einen abgestumpft und gebrochen, dafür aber die anderen aufgeklärt und gestählt, wobei sich in der Geschichte der ganzen Welt im großen und ganzen die Zahl und die Stärke der letzteren, mit Ausnahme besonderer Fälle des Niedergangs und Untergangs dieses oder jenes Staates, als größer erwiesen haben als die der ersteren. (...)

Wird diese Situation lange anhalten, und wie weit wird sie sich noch verschärfen? Wird sie zur Revolution führen? Das wissen wir nicht, und niemand kann das wissen. Das wird nur die Erfahrung lehren, die uns zeigt, wie sich die revolutionären Stimmungen entwickeln und wie die fortgeschrittenste Klasse, das Proletariat, zu revolutionären Aktionen übergeht. Hier kann überhaupt weder von irgendwelchen `Illusionen` noch von ihrer Widerlegung die Rede sein, denn kein einziger Sozialist hat jemals und irgendwo die Garantie übernommen, dass gerade die heutige (und nicht erst die morgige) revolutionäre Situation die Revolution hervorbringen werde. Hier handelt es sich um die völlig unbestreitbare und grundlegende Pflicht aller Sozialisten: um die Pflicht, den Massen das Vorhandensein der revolutionären Situation aufzuzeigen, ihren umfassenden und tiefgreifenden Charakter zu erläutern, das revolutionäre Bewusstsein und die revolutionäre Entschlossenheit des Proletariats zu wecken, ihm zu helfen, zu revolutionärem Aktionen zu schreiten und der revolutionären Situation entspechende Organisationen für die Arbeit in dieser Richtung zu schaffen“ (Lenin, Band 21, Seite 209).

„Die Revolution kann und wird wahrscheinlich aus langjährigen Kämpfen bestehen, aus mehreren Perioden des Ansturms, die von konterrevolutionären Zuckungen der bürgerlichen Ordnung unterbrochen sein werden. Der Kernpunkt der gegenwärtigen politischen Situation ist einzig und allein der, ob man die revolutionäre Situation, die bereits vorhanden ist, durch Unterstützung und Entfaltung revolutionärer Bewegungen ausnutzen soll. Ja oder neun. In dieser Frage trennen sich heute, politisch gesehen, die Sozialchauvinisten und die revolutionären Internationalisten“ (Lenin, Band 21, Seite 406).







Der sozialistische Krieg


Was ist ein sozialistischer Krieg?


Ein sozialistischer Krieg ist ein Krieg, den die Arbeiterklasse an der Macht ( also unter den Bedingungen des Sozialismus) gegen den Klassenfeind führt zum Schutz und zur Verteidigung des Sozialismus und der sozialistischen Revolution also auch und vor allem der sozialistischen Weltrevolution. Der sozialistische Krieg ist ein internationalistischer Klassenkrieg der herrschenden Arbeiterklasse. Die Ära des Sozialismus verwandelt den Krieg zu einem sozialistischen Krieg. Aber diese Ära schließt keineswegs Kriege zur Zurückeroberung des Imperialismus aus.


Wird der sozialistische Krieg von einem einzelnen sozialistischen Land geführt, dann ist er seiner Form nach ein nationaler Krieg ( Stalins Großer Vaterländischer Krieg). Der sozialistische Krieg kann geführt werden, um einen imperialistischen Krieg zu verhindern bzw. diesen zu beenden. Es kann sozialistische Kriege gegen revisionistische/sozialimperialistische Länder geben, sollten diese gewaltsam gegen ein sozialistisches Land oder gegen oder gegen unterdrückte Völker vorgehen .

Dieser sozialistische Krieg eines einzelnen sozialistischen Landes kann nationale Befreiungskriege der unterdrückten Nationen auslösen. Der sozialistische Krieg kann sich internationalisieren und die Weltrevolution entfachen, kann also dazu beitragen, dass sich neue sozialistische Nationen herausbilden oder wieder herausbilden. Der sozialistische Krieg kann Basis und Hebel für den Befreiungskrieg der gesamten unterdrückten Welt vom Imperialismus sein.


Wird dieser Krieg von mehreren sozialistischen Ländern gemeinsam geführt, so kann er je nach den konkreten Bedingungen sowohl nationale als auch internationale Formen annehmen. Im Allgemeinen nehmen die nationalen Formen des sozialistischen Krieges im Laufe der historischen Entwicklung hin zum Weltsozialismus immer mehr internationale Formen an, verwandeln sich die nationalen in internationale Formen. Es kann während dieses Entwicklungsprozesses aber auch theoretisch nicht ausgeschlossen werden, dass sich unter dem Druck der Imperialisten die vorherrschenden internationalen Formen des sozialistischen Krieges zurückentwickeln können zu nationalen Formen, dass sozialistische Kriege geführt werden müssen, um der Rückentwicklung des Weltsozialismus, des Zerspringens der sozialistischen Kette entgegenzuwirken.


Wird der weltsozialistische Krieg geführt, also unter den Bedingungen des Weltsozialismus an der Macht, dann ist er nicht nur dem Inhalt, sondern auch der Form nach ein internationaler Krieg, ob nun zur Verteidigung des Weltsozialismus oder zu dessen Zurückeroberung, falls er an den Imperialismus/Sozialimperialismus wieder verloren gegangen sein sollte.


Handelt es sich um „imperialistische“/revisionistische Befreiungskriege, um militärisch organisierte Überfälle von restlichen imperialistischen/sozialimperialistischen/revisionistischen Elementen, um den Imperialismus/Sozialimperialismus/Revisionismus zurückzuerobern, so wird sich der sozialistische Krieg auf diese lokalen Kriege konzentrieren, den imperialistischen Widerstand also im Keim ersticken, wo er auch in der sozialistischen Welt auftreten würde. Tauchen im sozialistischen Weltmeer konterrevolutionäre „Inseln“ auf, werden sie von der sozialistischen Welle überflutet werden.


Ein sozialistischer Krieg kann auch geführt werden zum Schutz oder zur Erringung des Selbstbestimmungsrechtes der Nationen, zur Befreiung oder zum Schutz unterdrückter Völker, zur Unterstützung des revolutionären nationalen Befreiungskrieges.


Unter sozialistischen Nationen kann es prinzipiell gar keinen Krieg geben, es sei denn, ein sozialistisches Land entartet [ist revisionistisch geworden] , wird vom Klassenfeind aus der sozialistischen Kette gewaltsam herausgebrochen und abgetrennt, um dann die Gewehre gegen die sozialistischen Nationen umzudrehen.


Es gibt auch keinen Krieg sozialistischer Nationen gegen die nationalen Befreiungskrieg, es sei denn, dass dieser sich – anstatt sich weiter gegen den Imperialismus zu richten – gegen den Sozialismus richtet, wenn sich der nationale Krieg in einen nationalistischen Krieg verwandelt und dieser durch den internationalistischen Krieg beantwortet wird.




Der sozialistischer Krieg ist nicht nur ein Verteidigungskrieg, sondern auch ein Krieg zu Unterstützung der Weltrevolution und der Begreiungskriege der unterdrückten Völker (Albanien und die Rote Sowjet- Armee).



„Keine revolutionäre Klasse kann ein für allemal auf einen revolutionären Krieg verzichten, denn sonst verurteilt sie sich zu einem lächerlichen Pazifismus“ (Lenin, Band 25, Seite 27). Dies gilt nicht nur für die revolutionäre Klasse vor seiner Machtergreifung, sondern auch danach.

„Die Partei ist stets davon ausgegangen, dass der Sieg des Sozialismus in einem Lande die Möglichkeit bedeutet, den Sozialismus in diesem Lande zu errichten, wobei diese Aufgabe mit den Kräften eines Landes gelöst werden kann, dass der vollständige Sieg des Sozialismus dagegen die Garantie gegen Intervention und Restauration bedeutet, wobei diese Aufgabe nur unter der Voraussetzung des Sieges der Revolution in einigen Ländern gelöst werden kann. (...) Genosse Lenin sagt, dass wir gegen die Möglichkeit von Interventionen nicht gesichert sind, und das trifft absolut zu. Hat denn aber die Partei jemals gesagt, dass wir unser Land allein aus eigener Kraft von der Interventionsgefahr zu sichern vermögen? Hat denn die Partei nicht behauptet, und behauptet sie nicht auch weiterhin, dass nur der Sieg der proletarischen Revolution in einigen Ländern uns eine Garantie gegen eine Intervention zu bieten vermag?“ (Stalin, Band 8, S. 293-294, „Schlusswort zu dem Referat `Über die sozialdemokratische Abweichung in unserer Partei`, 3. November 1926).

Das einzelne sozialistische Land hat sich der übrigen gesamten kapitalistischen Welt entgegengestellt. Das einzelne sozialistische Land hat die unterdrückten Klassen, die Proletarier aller anderen Länder auf seine Seite gezogen, hat in allen anderen Ländern Aufstände, Revolutionen und Befreiungskämpfe entfacht. Es ist auch mit Waffengewalt, mit Volkskriegen gegen die Ausbeuterklassen und ihre Staaten vorgegangen. Es hat mit seinem Volkskrieg die Befreiungskriege aller unterdrückten Klassen in den anderen Ländern zentralisiert. Die Oktoberrevolution schuf den Hebel und die Grundlage der proletarischen Weltrevolution, ermöglichte es dem Weltproletariat schließlich, den Sozialismus in einem Land als Hebel und Grundlage für den Volkskrieg gegen den aggressivsten und gefährlichsten imperialistischen Feind,die Speerspitze des Weltimperialismus, gegen das faschistische Hitler-Reich zu richten und dieses siegreich zu zerschlagen. Der Volkskrieg des sozialistischen Landes erwies sich somit als einen noch größeren und stärkeren Hebel, als eine breitere und tiefere Grundlage für den Sieg der sozilaistischen Weltrevolution. Lenin schuf den Hebel und die Grundlage für die Weltrevolution und entriss dem Imperialismus sein schwächstes Glied, Stalin nutzte diesen Hebel im Großen Vaterländischen Krieg und zerschlug das stärkste Glied in der Kette des Imperialismus. Enver Hoxha setzte diesen Kampf siegreich fort, indem er die marxistisch-leninistische Weltbewegung weiter auf den siegreichen Weg zur sozialistischen Revolution führte, indem er der kapitalistisch-revisionistischen Umkreisung des sozialistischen Albaniens durchbrach und sich der ganzen kapitalistisch-revisionistischen Welt entgegenstellte., die unterdrückten Klassen, die Proletarier aller Länder auf seine Seite zog und in allen Ländern Aufstände, Revolutionen und Befreiungskämpfe entfachte. Enver Hoxha ist auch mit Waffengewalt, mit einem Volkskrieg gegen die Hitlerfaschisten siegreich gewesen, hat die revisionistischen Absichten der gewaltsamen Einverleibung des sozialistischen Albaniens in den Machtbereich des Revisionismus bzw. die Restauration des Kapitalismus im eigenen Land verhindert und damit die Voraussetzungen für ein sozialistisches vereinigtes Europa geschaffen, indem er das sozialistische Albanien zu einem Hebel und zu einer Grundlage der sozialistischen Revolutionen in den europäischen Staaten machte, indem er die Schaffung marxistisch-leninistischer Parteien in Europa beschleunigte und deren Bolschewisierung im Kampf gegen den Revisionismus stärkte. Da aber die revisionistischen Führer der KP Chinas den kapitalistischen Weg gingen, da sich der Marxismus-Leninismus in China nicht von den revisionistischen Mao Tsetungideen befreien konnte, bedeutete dies eine Schwächung des albanischen Bollwerks der sozialistischen Weltrevolution, die schließlich nach dem Tode des Genossen Enver Hoxha die sozialistische Weltrevolution zurückwarf, nachdem die albanischen Revisionisten mit Ramiz Alia den kapitalistischen Weg gegangen waren.

Zrück zu Lenin – lange vor der Oktoberrevolution :

„Sozialdemokraten können sogar in die Lage kommen, selbst Angriffskriege zu fordern. Im Jahre 1848 (...) hielten Marx und Engels einen Krieg Deutschlands gegen Russland für notwendig. Später suchten sie auf die öffentliche Meinung Englands einzuwirken, um dieses Land zu kriegerischem Vorgehen gegen Rusland zu bewegen (...) Es liegt auf der Hand, dass in dieser Frage (wie auch in der Auffassung vom `Patriotismus`) nicht der Angriffs- oder Verteidigungscharakter des Krieges, sondern die Interessen des Klassenkampfes des Proletariats, oder besser gesagt, die Interessen der internationalen Bewegung des Proletariats jenen einzig möglichen Standpunkt bilden, von dem aus die Frage nach der Stellung der Sozialdemokratie zu der einen oder anderen Erscheinung in den internationalen Beziehungen betrachtet und entschieden werden kann“ (Lenin, Band 15, Seite 194).

Das war danals zur Zeit 1908. Heute hat die Geschichte bereits bewiesen, dass es notwendig ist, nicht nur einen sozialistischen Angriffskrieg zu fordern, sondern ihn auch selber durchzuführen, wenn die Bedingungen es unvermeidbar machen. Angesichts der Geschichte ist sogar die Frage erlaubt, warum dieses Instrument des Klassenkampfes vom Proletariat nicht konsequenter genutzt wurde im Kampf gegen die Raubzüge des Weltimperialismus.

„ Die mehr als dreißigjährige Erfahrung seit der Befreiung hatte gezeigt, dass die Verteidigung eines Landes von seiner inneren Lage abhängt. Ausnahmslos jede imperialistische oder sozialimperialistische Macht verfügt über besondere strategische Pläne für den Angriff und die Besetzung des einen oder anderen Landes, der einen oder anderen Zone bzw. des einen oder anderen Gebietes, in der einen oder anderen Situation. Doch diese Pläne können nur dann verwirklicht werden, wenn die Lage in dem Land, das angegriffen und besetzt werden soll, politisch, ökonomisch, moralisch und militärisch schwach ist. Daher konzentrierte die Partei ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich darauf, die entscheidende Rolle des inneren Faktors und des Kampfes für die allseitige Festigung der inneren Lage, für die möglichst hohe und umfassende Ausbildung der Armee und des ganzen bewaffneten Volkes für die Verteidigung so gut und tiefgehend wie irgend möglich zu erläutern und verständlich zu machen.

Damit wird der äußere Faktor keineswegs unterschätzt, d.h. Die machtvolle Unterstützung der fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte der Welt und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die sie dem sozialistischen Albanien geben und die im Falle einer imperialistisch-revisionistischen Aggression gegen Albanien noch wachsen dürfte. Doch diese äußere Unterstützung kann nur dann ihre große Wirkung entfalten, wenn die innere Lage des Landes solide und stabil ist, wenn der innere Faktor sich auf einem entsprechenden Niveau befindet“ (Geschichte der PAA, Band II, Seite 277).

„Immer haben die äußeren Feinde des Marxismus-Leninismus die Verräter innerhalb der Partei dazu angehalten, Spaltung und Revisionismus in der Partei zu säen (...)

Die Revolution und die Diktatur des Proletariats können nicht anders als gewaltsam gegen die Feinde der Partei, des Volkes und des Sozialismus vorgehen. Die Widersprüche zwischen uns und den Klassenfeinden können nicht anders gelöst werden. Sich zu bemühen, diese Widersprüche genauso wie Widersprüche innerhalb der werktätigen Massen, zwischen den verschiedenen Seiten der sozialistischen Ordnung zu lösen, liefe darauf hinaus, in Idealismus, in Klassenversöhnung zu verfallen. Solange der Klassenkampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus im nationalen und internationalen Maßstab scharf weitergeht und weitergehen wird, ist es objektiv unmöglich, dass es keine Fehler und Schwächen, keine fremden Erscheinungen, keine negativen Phänomene innerhalb der führenden Parteiorgane und Parteiorganisationen gibt. Das Ziel des Kampfes der Partei besteht darin, dass die fremden Erscheinungen nicht überhandnehmen, dass sie verbichtet werden, sobald sie ihr Haupt erheben, dass sie sich nicht in unheilbare Krankheiten verwandeln, die der Partei der Arbeiterklasse den Atem zuschnüren und sie in eine bürgerlich-revisionistische Partei verwandeln (Geschichte der PAA, Band II, Seite 217).

Das gilt auch für den Kampf gegen die Klassenfeinde innerhalb der Volksarmee und der Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes, das gilt auch für den internationalen bewaffneten Kampf für die Weltrevolution.

„Im Gegensatz zur Praxis vieler anderen Parteien der Arbeiterklasse sind in der PAA niemals Massensäuberungen durchgeführt worden. Das hängt damit zusammen, dass es innerhalb der Partei keine Möglichkeit gibt, fraktionistische Strömungen und entgegengesezte Linien zu installieren, zu deren Zerschlagung man Massensäuberungen durchführen müsste. Die Säuberungen der PAA sind stets auf gewöhnlichem Weg vollzogen worden, im Prozess der ordnungsgemäßen Anwendung der Prinzipien und Normen ihres Statuts“ (Geschichte der PAA, Band II, Seite 219).

In seinem Bericht an den 7. Parteitag der PAA sagte Genosse Enver Hoxha: „Der Aufbau des Sozialismus ist ein Prozess eines heftigen Klassenkampfes“ (Seite 127, dt. Ausgabe).

„Das künstliche Schüren des Klassenkampfes, erläuterte Stalin, führt zum Bürgerkrieg; einen solchen Krieg unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats zu entzünden, untergräbt den Sozialismus“ (Geschichte der PAA Band II, Seite 235). Darin heißt es weiter, „dass der Klassenkampf über keine andere Frage eine solche Heftigkeit annimmt und sich derartig zuspitzt wie über die Machtfrage. Hier hat auch der scharfe Kampf seinen Ausgangspunkt, der sich stets zwischen Marxisten-Leninisten und Revisionisten in der Frage der Diktatur des Proletariats entwickelt hat und sich auch in Zukunft entwickeln wird.

Der (7.) Parteitag behandelte auch die enge Verbindung und Verflechtung zwischen der inneren und äußeren Front des Klassenkampfes. Diese Verbindung und Verflechtung resultiert aus der Verbindung und der Zusammenarbeit zwischen den äußeren und inneren Feinden. Ausnahmslos alle inneren Feinde sind gleichzeitig auf die eine oder andere Weise Agenten der äußeren imperialistischen und revisionistischen Feinde. Die Fäden, die die ersteren mit den letzteren verbinden, sind zahlreich. `Wir müssen daher der vereinigten Front der Feinde dadurch entgegentreten“, so der Parteitag, „dass wir unsere innere Front in jeder Hinsicht, auf dem Gebiet der Verteidigung und der Wirtschaft, der Politik und der Ideologie, festigen und stets konsequent den Klassenkampf führen` [Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, Seite 116, dt. Ausgabe]“ zitiert in der Geschichte der PAA, Band II, Seite 238).

Lenin sprach davon, dass das bürgerliche und kleinbürgerliche Element in doppelter Weise gegen die Sowjetmacht kämpft, einerseits von außen:

„(...) andererseits wirkt diese Anarchie von innen und nutzt jedes Element der Zersetzung, jede Schwäche aus, um zu bestechen, um die Undiszipliniertheit, die Verlotterung, das Chaos zu verschlimmern. Je näher wir der völligen militärischen Unterdrückung der Bourgeoisie kommen [im fortgeschritteneren Stadium der Machtergreifung – Anmerkung und Hervorhebung des Verfassers], um so gefährlicher wird für uns das Element der kleinbürgerlichen Anarchie“ (Lenin, Band 27, Seite 256). Ist die Bourgeoisie als Ausbeuterklasse militärisch vernichtet, dann ist damit noch nicht automatisch der Klassenkampf beendet, dann muss man vor allem gegen das konterrervolutionäre kleinbürgerliche Element vorgehen, aber in der Hauptseite nicht mit militärischen Mitteln wie Lenin betonte:

„Und den Kampf gegen dies Element kann man nicht allein durch Propaganda und Agitation, allein durch Organisierung des Wettbewerbs, allein durch Auslese von Organisatoren führen – man muss den Kampf auch durch Zwang führen. In dem Maße, wie zur Hauptaufgabe der Staatsmacht nicht die militärische Unterdrückung, sondern die Verwaltung wird – wird zur typischen Erscheinungsform der Unterdrückung und des Zwanges nicht die Erschießung an Ort und Stelle, sondern das Gericht. Auch in dieser Hinsicht haben die revolutionären Massen nach dem 25. Oktober 1917 den richtigen Weg beschritten und die Lebensfähigkeit der Revolution bewiesen, als sie schon von irgendwelchen Dekreten über die Auflösung des bürgerlich-bürokratischen Gerichtsapparates anfingen, ihre eigenen Arbeiter- und Bauerngerichte zu schaffen“ (Lenin, ebenda, Seite 256-257).

Lenin lehrt uns also wie sich der militärische Kampf zur Machteroberung und Aufrechterhaltung der Macht des Proletariats in einen Kampf für die Installation des sozialistischen Staates verwandelt, wo sich die Diktatur durch den proletarischen Staat vergegenständlicht und materialisiert, wo neben den militärischen Organen alle anderen Staatsorgane als Machtorgane aufgebaut werden. Wenn die militärische Konterrevolution abebbt, ebbt auch der militärische Kampf des herrschenden Proletariats ihr gegenüber notwendigerweise in gleichem Maße ab und nimmt die zivile Staatsmacht der Diktatur des Proletariats in gleichem Maße zu. Wenn die Konterrevolution militärisch besiegt ist, muss im Sozialismus auch kein militärischer Krieg mehr gegen sie geführt werden, gibt es andere Mittel der Diktatur des Proletariats, nämlich den Zwang durch den proletarischen Staat. Es ändert sich also beim Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus nur die Form des Zwanges, nicht der Zwang selbst. Die Kampfformen der Revolution ändern sich mit den Veränderungen beim Aufbau des Sozialismus. Je weniger diesem Aufbau gewaltsame Hindernisse durch die verbliebenen Überreste des Klassenfeindes entgegentreten, desto mehr kann die Diktatur des Proletariats auf militärische Aktionen zur Beseitigung dieser konterrevolutionären gewaltsamen Hindernisse verzichten. „Man kann die eiserne Faust im samtenen Handschuh fühlen lassen, aber fühlen lassen muss man sie“ (Engels an Bebel, MEW, Band 34, Seite 241). Wir sprechen hier wohlgemerkt von den in den Hintergrund tretenden militärischen Kampfformen in der Phase des „friedlichen“ Aufbaus des Sozialismus, und das heißt nichts anderes, dass die anderen, nicht-militärischen Formen des Klassenkampfes in den Vordergrund rücken. Das ist es, wovon Lenin sprach, und er richtete sich damit gegen jene Vertreter, denen ein bürgerlicher, militaristischer Sozialismus vorschwebte, und die dann ja auch mit dem Revisionismus nach dem Tode Stalins an die Macht kamen und den Sowjetstaat in einen sozialfaschistisch-sozialimperialistischen Staat verwandelten, der nun offen faschistisch und offen imperialistisch geworden ist, nachdem er alle seine Msken hat fallen lassen.

„Jede nicht in Übereinstimmung mit den objektiven Gesetzen und Bedingungen stehende Einstellung und Handlung, abwartende Haltung, Abenteuertum, Nachlässigkeit, Furcht, den Kopf im Kampf verlieren und, was noch schlimmer ist, Kapitulation vor dem Druck der Feinde oder vor Schwierigkeiten und Hindernissen sind tödlich für die Revolution, ziehen Niederlagen im Klassenkampf nach sich, verschaffen den entgegengesetzten bürgerlich-imperialistischen, revisionistischen und reaktionären Kräften die Möglichkeit zu siegen.

„Der Klassenfeind bemüht sich“, hob der 7. Parteitag hervor, „ die Wachsamkeit der Massen in Schlaf zu wiegen. Er sucht sich im Verlaugf des Klassenkampfes auch Ruheperioden und Atempausen zu verschaffen, um Kräfte zu sammeln und überraschend anzugreifen. Die Aufgabe aller Parteiorganisationen und aller Werktätigen, mit der Arbeiterklasse an der Spitze, ist es, nicht zuzulassen, dass solche für den Feind günstigen Situationen entstehen, sondern stets in der Offensive zu sein, das Schwert des Klassenkampfes immer geschärft zu halten und den Feinden und ihrer Ideologie gegenüber stets unversöhnlich zu sein“ ( Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag, Seite 120, dt. Ausgabe).

„Der entscheidende Faktor für die Entfaltung des Klassenkampfes über Kapitalismus und Revisionismus ist die Führung durch die Arbeiterklasse. Wie diese Führung abgesichert wird, wie sie bestehen bleibt und nicht vernichtet werden kann, nachdem sie einmal verwirklicht ist, davon hängt alles ab“ ( Geschichte der PAA, Band II, Seite 240).







Militärische Lehren aus dem Kampf gegen die Zurückverwandlung der kommunistischen Armee in eine bürgerliche Armee. Militärische Lehren aus dem Kampf gegen die

Zurückverwandlung der kommunistischen Armee in eine bürgerliche Armee.

Die Verteidgungspolitik des Sozialismus erfordert die Ausbildung des ganzen Volkes in kurzer Zeit, um bei einem Angriff von außen große Reserven für den Widerstand zu haben. Gleichzeitig muss auch der Sozialismus von innen geschützt werden, um die Restauration des Kapitalismus zu verhindern. Dazu braucht man ein wachsames Volk mit hohem sozialistischen Bewusstsein und nötigenfalls auch eine revolutionäre, bewusste, schnell zusammengestellte, aber ebenso schnell wieder aufgelöste Einheit von treu ergebenen Arbeitern, um im Falle innerer Revolten und Überfälle konterrevolutionärer Gruppen der bürgerlichen Überreste gewappnet zu sein, die nach wie vor dem Sozialismus gegenüber feindlich gesinnt sind, sich nichts als rächen und ihre alte Macht wieder zurückerobern wollen. Das dürfen aber keine privilegierten fest stationierten Elitetruppen oder sogenannte „Kadertruppen“ werden, die im Gewächshaus herangezüchtet werden. Die Verteidigung des Volkes muss hauptsächlich auf allgemeiner Wehrpflicht aller dienstfähigen Bewohner beruhen, und dieses gute System darf weder verwässert noch dogmatisiert werden. Die Dienstzeit zur Ausbildung in Friedenszeiten muss dabei soweit beschränkt sein, wie für diesen Zweck erforderlich, und das gilt auf die gleiche Weise für die Organisierung eines Verteidigungskrieges. Die Armee muss so klein wie möglich, aber so groß wie nötig sein. Ihre Kampfkraft muss mit allen Mitteln gestärkt werden. Das Gerüstetsein, die Wehrhaftigkeit, die Wachsamkeit und Entschlossenheit, der Verteidgungswillen, die Mobilität des Volkes können jedoch nicht hoch genug sein, wenn mögliche Gefahren drohen. Die Rüstungen für einen Krieg werden immer größer werden, aber die Friedensarmeen immer kleiner. Die Verteidigung wird stärker und der Angriff schwieriger werden. Der große Umfang der Armeen wird schließlich in eine Verminderung der Ausgaben und eine Garantie für den Frieden umschlagen. In dieser Richtung arbeiten wir. Wir sind für die Notwendigkeit des wehrhaften Sozialismus, aber Gegner jeder bürokratischen Aufblähung und jeglichen Militarismus, jeder militaristischer Feteschisierung und hassen militärischen Pomp, auch und gerade wenn dieser sich einen roten Waffenrock umzuhängen versucht. Unnötige Hierarchien, Bürokratisierung, Elitetruppen , Privilegien etc. sind volksfremd und können Widersprüche heraufbeschwören mit fatalen Folgen für das Volk. Mit jedem guten Soldaten, der die Armee verlässt, um in die Elitetruppen überzuwechseln, ensteht eine Lücke in der regulären Armee, die zu ihrer moralischen Schwächung, ja schlimmstenfalls sogar zu ihrer Liquidierung beitragen kann. Die reguläre Armee darf auf diese Weise nicht degradiert oder entfremdet werden von ihrem ursprünglichen Auftrag, das sozialistische Vaterland zu schützen und nichts weiter. Eine Elitetruppe verliert leicht den ursprünglichen Charakter der Verteidigung des eigenen Volkes, kann leichter für Palastrevolten oder als Armee über der Armee des Volk missbraucht werden bzw. lässt sich leichter in eine bürgerlich-revisionistische, sozialimperialistische Angriffsarmee zurückverwandeln. Die Volksarmee muss prinzipiell immer ais dem Volk rekrutiert, in der Schule des Volkes erzogen und vom Volk kontrolliert sein, in welcher Form auch immer - sonst verliert sie ihren Volkscharakter, entfremdet, entartet und verwandelt sich schließlich in eine Armee gegen das Volk:

„Wenn es den Kommunisten gelang, sich in den Kämpfen für den Sozialismus mit Ruhm zu bedecken, die Feinde des Kommunismus aber geschlagen wurden, so kam das unter anderem daher, dass die Kommunisten es verstanden haben, aus den Reihen der Parteilosen die Besten (...) heranzuziehen, dass sie es verstanden haben, Kräfte aus den breiten Schichten der Parteilosen zu schöpfen, dass sie es verstanden haben, ihre Partei mit einem breiten parteilosen Aktiv zu umgeben“ (Stalin, Band 12, Seite 200). - insbesonders bei der Organisierung der Roten Armee.

Frage des militärischen Bürokratismus (Trotzki?); Restauration der bürgerlichen Armee des Kapitalismus und die Verwandlung in eine sozialimperialistische Armee ( Tschechoslowakei, Afghanistan).

Was ist, wenn die sozialistische Macht der Arbeiterklasse beseitigt und die kapitalistische Macht der Bourgeoisie wieder zurückerobert werden konnte?

Lehren aus der militärischen Intervention des internationalen Kapitals zum Sturz der Sowjetmacht



„Erst als die Arbeiter und Bauern sahen, dass sie im Kampf gegen Koltschak, Denekin und Wrangel ihren Grund und Boden, ihre Fabriken und Werke, ihre eigenen Interessen gegen die Gutsbesitzer und Kapitalisten verteidigen, da halfen alle nach Kräften und unterstützten die Rote Armee. Als die Rotarmisten sahen, dass man sich im Hinterland um sie k+ümmert, da wurde die Rote Armee von jenem Geist beseelt, der ihr den Sieg brachte“ (Lenin, Band 31, Seite 325, dt. Ausgabe).



„Weshalb konnte bei uns eine militärische Intervention des internationalen Kapitals gelingen? Weil es in unserem Lande ganze Gruppen militärischer Spezialisten gab, Generäle und Offiziere, Söhne von Bourgeois und Gutsbesitzern, die stets bereit waren, die Grundlagen der Sowejetmacht zu untergraben. Hätten diese Offiziere und Generäle einen ernsthaften Krieg gegen die Sowjetmacht organiseren können ihne finanzielle, militärische und jegliche andere Unterstützung durch das internationale Kapital? Natürlich nicht. Hätte das internationale Kapital ohne die Hilfe dieser Gruppe weißgardistischer Offiziere und Generäle eine ernsthafte Intervention organisieren können? Ich glaube nicht. (Dass (...) die Wurzeln der militärischen Intervention ( ...) in den Klassengegensätzen zwischen der Sowjetmacht einerseits und dem internationalen Kapital nebst seinen Spießgesellen, den Generälen in Russland, andererseits liegen – darüber kann es (...) keinen Zqweifel geben“ (Stalin, Band 11, Seite 51, dt. Ausgabe).

„Es wäre töricht anzunehmen, das internationale Kapital werde uns in Ruhe lassen. Nein, Genossen, so ist es nicht. Es existieren Klassen, es existiert das internationale Kapital, und dieses kann der Entwicklung des Landes, das den Sozialismus aufbaut, nicht ruhig zusehen. Früher glaubte das internationale Kapital, die Sowjetmacht durch eine direkte militärische Intervention stürzen zu können. Der Versuch ist misslungen. Heute ist es bestrebt und wird auch in Zukunft bestrebt sein, unsere wirtschaftliche Macht durch eine nicht sichtbare, nicht immer zu bemerkende, aber ziemluch nachhaltige ökonomische Intervention zu schwächen, indem es Schädlingsarbeit organisiert, allerlei `Krisen` in diesem oder jenem Industriezweig vorbereitet und DADURCH die Möglichkeit einer künftigen militärischen Intervention erleichtert. Hier ist alles zu einem Knoten geschürzt, zum Knoten des Klassenkampfes des internationalen Kapitals gegen die Sowjetmacht (...) Entweder wir werden auch in Zukunft eine revolutionäre Politik betreiben und die Proletarier und Unterdrückten aller Länder um die Arbeiterklasse der Sowjetunion scharen – und dann wird uns das internationale Kapital mit ALLEN Mitteln aus unserem Vormarsch zu stören suchen; oder wir verzichten auf unsere revolutionäre Politik, machen dem internationalen Kapital eine Reihe prinzipieller Zugeständnisse – und dann dürfte das internationale Kapital wohl nicht abgeneigt sein, uns bei der Umwandlung inseres sozialistischen Landes in eine `gute` bürgerliche Republik zu `helfen` (...) (ebenda, Seite 48-49).

„Man muss begreifen, Genossen, dass die Kampfbedingungen jetzt anders sind als in der Periode des Bürgerkriegs. In der Periode des Bürgerkriegs konnte man die Stellungen des Feindes im Sturm nehmen, durch Kühnheit, Verwegenheit, durch eine Kavallerieattacke. Heute, unter den Bedingungen des friedlichen Aufbaus der Wirtschaft, können Kavallerieattacken die Sache nur verderben. Kühnheit und Verwegenheit braucht man auch jetzt, genauso wie früher. Aber mit Kühnheit und Verwegenheit allein kommt man nicht weit. Um jetzt den Feind zu besiegen, muss man es verstehen, die Industrie, die Landwirtschaft, das Verkehrswesen, den Handel aufzubauen ( ...) (Stalin, Band 11, Seite 68, dt. Ausgabe).





Weltkriegskommunismus

Was der Genosse Stalin über den Kriegskommunismus der jungen Sowjetmacht lehrt, hätte auch Bedeutung für einen eventuellen, jetzt noch nicht voraussehbaren Weltkriegskommunismus. Der Produktionsaustausches zwischen den einzelnen Ländern hätte militärischen Charakter, und die Verteilung der Weltprodukte wäre so zu organisieren, dass die Versorgung der internationalen revolutionären Armeen an der Weltfront sowie der Arbeiter in den Hinterländern gemeinsam gewährleistet ist:

„Kann man sagen, dass der Kriegskommunismus eine unvermeidliche Phase der proletarischen Revolution bilde ? Nein, das kann man nicht. Der Kriegskommunismus ist eine durch Kriegssituation und Intervention diktierte Politik der proletarischen Diktatur, darauf berechnet, nicht vermittels des Marktes, sondern unter Ausschluss des Marktes, durch Maßnahmen hauptäschlich außerökonomischen und teilweise militärischen Charakters den direkten Produktionsaustausch zwischen Stadt und Land herzustellen, mit dem Ziel, die Verteilung der Produkte so zu organisieren, dass die Versorgung der revolutionären Armeen an der Front sowie der Arbeiter im Hinterland gewährleistet ist. Wenn nicht die Kriegssituation und die Intervention gewesen wären, so ist klar, dass es auch keinen Kriegskommunismus gegeben hätte. Daher darf man nicht behaupten, der Kriegskommunismus bilde eine ökonomisch unvermeidliche Entwicklungsphase der proletarischen Revolution“ (Stalin, Band 11, Seite 129).

„Wenn man aber nicht gelten lassen kann, dass die Intervention und also auch der Kriegskommunismus eine für alle Länder unerlässliche Erscheinung sind, so kann und muss man dennoch gelten lassen, dass sie mehr oder weniger wahrscheinlich sind. Daher bin ich (...) einverstanden (...), dass (...) der Kriegskommunismus für die Länder der proletarischen Revolution bei einer bestimmten internationalen Situation möglich ist, durch die Formel ersetzen könnte, dass die Intervention und der Kriegskommunismus mehr oder weniger wahrscheinlich sind“ (Stalin, ebenda, Seite 132).

„Mitunter wird der Kriegskommunismus mit dem Bürgerkrieg verwechselt, wird der erste mit dem zweiten identifiziert. Das ist natürlich falsch. Die Machtergreifung des Proletariats im Oktober 1917 war unbedingt eine Form des Bürgerkrieges. Es wäre aber falsch zu sagen, wir hätten gleich im Oktober 1917 mit der Einführung des Kriegskommunismus begonnen. Man kann sich durchaus vorstellen, dass der Zustand eines Bürgerkrieges besteht, ohne dass Methoden des Kriegskommunismus angewandt werden, ohne dass auf die Grundlagen der Neuen Ökonomischen Politik verzichtet wird, wie das bei uns Anfang 1918, bis zur Intervention der Fall war.

Man sagt, die proletarischen Revolutionen würden isoliert verlaufen und deshalb könne keine einzige proletarische Revolution ohne Intervention, also auch ohne Kriegskommunismus auskommen. Das ist falsch. Nachdem wir die Festigung der Sowjetmacht in der UdSSR, ein Anwachsen der kommunistischen Parteien in den ausschlaggebenden Ländern des Kapitalismus und eine Stärkung der Komintern erreicht haben, kann und darf es schon keine isolierten proletarischen Revolutionen mehr geben. Man darf solche Faktoren wie die sich verschärfende Krise des Weltkapitalismus, wie die Existenz der Sowjetunion und das Anwachsen des Kommunismus in allen Ländern nicht außer Acht lassen(Stalin, Band 11, Seite 130-131, dt. Ausgabe).


Zun Kriegskommunismus findet sich im Programm der Komintern-ML folgende Stelle:

„Im Falle der wahrscheinlichen bewaffneten Intervention der Kapitalisten oder eines anhaltenden konterrevolutionären Krieges gegen die proletarische Diktatur muss die Wirtschaftsführung vor allem von den Interessen der Verteidigung der proletarischen Diktatur ausgehen. Dabei kann eine kriegskommunistische Wirtschaftspolitik („Kriegskommunismus“) notwendig werden. Dies ist nichts anderes, als eine der militärischen Verteidigung dienende Organisierung des rationellen Verbrauchs, verbunden mit einem System verstärkten Drucks auf die kapitalistischen Gruppen (Konfiskationen, Requisitionen usw.). Dabei werden der freie Handel und die Marktbeziehungen mehr oder weniger liquidiert und die individualistischen Wirtschaftsantriebe der Kleinproduzenten in hohem Maße gestört, was mit einem Sinken der Produktivkräfte des Landes verbunden ist. Diese Politik des „Kriegskommunismus“ findet ihre historische Rechtfertigung darin, dass sie die materielle Grundlage der feindlichen Schichten, die der Arbeiterklasse innerhalb des Landes gegenüberstehen, untergräbt, eine rationelle Verteilung der vorhandenen Vorräte sichert und den bewaffneten Kampf der proletarischen Diktatur erleichtert.Nichtsdestoweniger darf sie nicht als ein „normales“ wirtschaftspolitisches System der proletarischen Diktatur gelten“.


Im Programm der Komintern-ML heisst es unmissverständlich und deutlich:

„ Im Falle eines revolutionären Aufschwungs, wenn die herrschenden Klassen desorganisiert, die Massen im Zustande revolutionärer Gärung sind, wenn die Mittelschichten dem Proletariat zuneigen und die Massen sich kampf- und opferbereit erweisen, hat die proletarische Partei die Aufgabe, die Massen zum Frontalangriff gegen den bürgerlichen Staat zu führen. Erreicht wird das durch die Propagierung stufenweise gesteigerter Übergangslosungen (Arbeiterräte, Arbeiterkontrolle der Produktion, Bauernkomitees zur gewaltsamen Aneignung des grundherrlichen Bodens, Entwaffnunf der Bourgeoisie und Bewaffnung des Proletariats usw.) und durch die Organisierung von Massenorganisationen, denen alle Zweige der Agitation und Propaganda der Partei untergeordnet werden müssen, die Parlamentstätigkeit mit eingeschlossen. Solche Massenorganisationen sind: Streiks, Streiks in Verbindung mit Demonstrationen, Streiks in Verbindung mit bewaffneten Demonstrationen und schließlich Generalstreik vereint mit dem bewaffneten Aufstand gegen die Staatsgewalt der Bourgeoisie. Diese höchste Form des Kampfes folgt den regeln der kriegskunst, setzt einen Feldzugplan, Offensivcharakter der Kampfhandlungen, unbegrenzte Hingabe und Heldenmut des Proletariats voraus. Aktionen dieser Art haben als absoluter Vorbedingung die Organisierung der breiten Massen in Kampfformationen, die schon durch ihre Form die größten Massen der Werktätigen erfassen und in Bewegung setzen müssen ( Arbeiter- Bauern- und Soldatenräte usw.) und die Steigerung der revolutuonären Arbeit in Heer und Flotte. Beim Übergang zu neuen, schärferen Losungen muss die folgende Grundregel der politischen Taktik des Leninismus die Richtschnur sein:

Die Partei muss es verstehen, die Massen in die revolutionären Positionen so zu führen, dass sie sich durch ihre eigenen Erfahrungen von der Richtigkeit der Parteilinie überzeugen. Wird diese Regel nicht befolgt, so führt das unausbleiblich zur Trennung von den Massen, zum Putschismus und zur ideologischen Entartung des Kommunismus in „linken“ Doktrinarismus, in kleinbürgerliches „revolutionäres“ Abenteurertum. Nicht weniger verderblich ist es, wenn die Partei des Proletariats den Höhepunkt der revolutionären Entwicklung, der kühnen und entschlossenen Angriff auf den Feind erheischt, ungenützt lässt. Eine solche Gelegenheit verstreichen zu lassen, ohne zum Aufstand überzugehen, heißt, die Initiative dem Gegner überlassen und die Revolution der Niederlage entgegenzuführen.“



Der Sieg des „Sozialismus in einem Land“ beruhte zweifelsohne auch auf dem militärischer Sieg über die innere Konterrevolution und deren Unterstützung durch die internationale Intervention. Militärisch betrachtet hat der „Sozialismus in einem Land“ also eine innere, nationale und eine äußere, internationale Seite, so wie umgekehrt der Sozialismus im Weltmaßstab einerseits auf dem militärischen Sieg über die internationalen weltimperialistischen Truppen und andererseits über die nationalen und regionalen bewaffneten Konterrevolutionen beruht, um den Wiederaufbau internationaler Truppen vorzubereiten und die internationale Restaurierung des Kapitalismus zu erzwingen. Die innere Seite, das ist beim „Sozialismus in einem Lande“ die Frage der Wechsebeziehungen der Klassen innerhalb eines Landes und damit des militärischen Kampfes gegen die Versuche der inneren Konterrevolution, das sozialistische Land gewaltsam wieder in ein kapitalistisches Land zurückzuverwandeln bzw. dem äußeren Feind einen Überfall zu erleichtern. Die internationale Seite beim „Sozialismus in einem Lande“ ist in militärischer Hinsicht die Verteidigung gegen die imperialistische- sozialimperialistische Umkreisung bzw. gegen international gestützte Intervention. Mit den inneren Schwierigkeiten kann die Rote Armee gestützt auf die eigene Kraft fertig werden, aber nicht mit der kapitalistischen Intervention von außen - jedenfalls nicht auf lange Sicht, nicht auf Dauer. Sie kann den äußeren Feind aufhalten, aus dem Land drängen, aber die Gefahr der militärischen Bedrohung nicht allein beseitigen. Die Beseitigung der militärischen Bedrohung von außen ist also nur möglich durch den militärischen Sieg der proletarischen Weltrevolution, zumindest aber durch den militärischen Sieg der sozialistischen Revolution in solchen Ländern, die fähig und in der Lage sind, den endgültigen Sieg des „Sozialismus in einem Land“ gemeinsam, also mit vereinigten Kräften, garantieren zu können.



Die Lösung der militärischen Frage der Verteidigung eines sozialistischen Landes gegenüber der imperialistischen und sozialimperialistischen Einkreisung

Der in einem Land siegreiche Sozialismus schließt „keineswegs mit einem Male alle Kriege überhaupt aus. Die Entwicklung des Kapitalismus geht höchst ungleichmäßig in den verschiedenen Ländern vor sich. Das kann nicht anders sein bei der Warenproduktion. Daraus die unver,eidliche Schlussfolgerung: Der Sozialismus kann nicht gleichzeitig in allen Ländern siegen. Er wird zuerst in einem oder einigen Ländern siegen, andere werden für eine gewisse Zeit bürgerlich oder vorbürgerlich bleiben [oder wieder bürgerlich werden – Anmerkung des Verfassers]. Das muss nicht nur Reibungen, sondern auch direktes Streben der Bourgeoisie anderer Länder erzeugen, das siegreiche Proletariat des sozialistischen Staates zu zerschmettern. In solchen Fällen wäre ein krieg unsererseits legitim und gerecht, es wäre ein Krieg für den Sozialismus, für die Befreiung anderer Völker von der Bourgeoisie. Engels hatte vollständig Recht, als er in seinem Brief an Kautsky vom 12. September 1882 ausdrücklich die Möglichkeit von `Verteidigungskriegen` des Sozialismus, der schon gesiegt hat, anerkannte. Er meinte nämlich die Verteidigung des siegreichen Proletariats gegen die Bourgeoisie anderer Länder“ (Lenin, Band 23, Seite 74).



„ Die mehr als dreißigjährige Erfahrung seit der Befreiung hatte gezeigt, dass die Verteidigung eines Landes von seiner inneren Lage abhängt. Ausnahmslos jede imperialistische oder sozialimperialistische Macht verfügt über besondere strategische Pläne für den Angriff und die Besetzung des einen oder anderen Landes, der einen oder anderen Zone bzw. Des einen oder anderen gebietes, in der einen oder anderen Situation. Doch diese Pläne können nir dann verwirklicht werden, wenn die Lage in dem Land, das angegriffen und besetzt werden soll, politisch, ökonomisch, moralisch und militärisch schwach ist. Daher konzentrierte die Partei ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich darauf, die entscheidende Rolle des inneren Faktors und des Kampfes für die allseitige Festigung der inneren Lage, für die möglichst hohe und umfassende Ausbildung der Armee und des ganzen bewaffneten Volkes für die Verteidigung so gut und tiefgehend wie irgend möglich zu erläutern und verständlich zu machen.

Damit wird der äußere Faktor keineswegs unterschätzt, d.h. Die machtvolle Unterstützung der fortschrittlichen und freiheitsliebenden Kräfte der Welt und der marxistisch-leninistischen Weltbewegung, die sie dem sozialistischen Albanien geben und die im Falle einer imperialistisch-revisionistischen Aggression gegen Albanien noch wachsen dürfte. Doch diese äußere Unterstützung kann nur dann ihre große Wirkung entfalten, wenn die innere Lage des Landes solide und stabil ist, wenn der innere Faktor sich auf einem entsprechenden Niveau befindet“ (Geschichte der PAA, Band II, Seite 277).

„Immer haben die äußeren Feinde des Marxismus-Leninismus die Verräter innerhalb der Partei dazu angehalten, Spaltung und Revisionismus in der Partei zu säen (...)

Die Revolution und die Diktatur des Proletariats können nicht anders als gewaltsam gegen die Feinde der Partei, des Volkes und des Sozialismus vorgehen. Die Widersprüche zwischen uns und den Klassenfeinden können nicht anders gelöst werden. Sich zu bemühen, diese Widersprüche genauso wie Widersprüche innerhalb der werktätigen Massen, zwischen den verschiedenen Seiten der sozialistischen Ordnung zu lösen, liefe darauf hinaus, in Idealismus, in Klassenversöhnung zu verfallen. Solange der Klassenkampf zwischen Sozialismus und Kapitalismus im nationalen und internationalen Maßstab scharf weitergeht und weitergehen wird, ist es objektiv unmöglich, dass es keine Fehler und Schwächen, keine fremden Erscheinungen, keine negativen Phänomene innerhalb der führenden Parteiorgane und Parteiorganisationen gibt. Das Ziel des Kampfes der Partei besteht darin, dass die fremden Erscheinungen nicht überhandnehmen, dass sie verbichtet werden, sobald sie ihr Haupt erheben, dass sie sich nicht in unheilbare Krankheiten verwandeln, die der Partei der Arbeiterklasse den Atem zuschnüren und sie in eine bürgerlich-revisionistische Partei verwandeln (Geschichte der PAA, Band II, Seite 217).

Das gilt auch für den Kampf gegen die Klassenfeinde innerhalb der Volksarmee und der Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes, das gilt auch für den internationalen bewaffneten Kampf für die Weltrevolution.

„Im Gegensatz zur Praxis vieler anderen Parteien der Arbeiterklasse sind in der PAA niemals Massensäuberungen durchgeführt worden. Das hängt damit zusammen, dass es innerhalb der Partei keine Möglichkeit gibt, fraktionistische Strömungen und entgegengesezte Linien zu installieren, zu deren Zerschlagung man Massensäuberungen durchführen müsste. Die Säuberungen der PAA sind stets auf gewöhnlichem Weg vollzogen worden, im Prozess der ordnungsgemäßen Anwendung der Prinzipien und Normen ihres Statuts“ (Geschichte der PAA, Band II, Seite 219).

In seinem Bericht an den 7. Parteitag der PAA sagte Genosse Enver Hoxha: „Der Aufbau des Sozialismus ist ein Prozess eines heftigen Klassenkampfes“ (Seite 127, dt. Ausgabe).

„Das künstliche Schüren des Klassenkampfes, erläuterte Stalin, führt zum Bürgerkrieg; einen solchen Krieg unter den Bedingungen der Diktatur des Proletariats zu entzünden, untergräbt den Sozialismus“ (Geschichte der PAA Band II, Seite 235). Darin heißt es weiter, „dass der Klassenkampf über keine andere Frage eine solche Heftigkeit annimmt und sich derartig zuspitzt wie über die Machtfrage. Hier hatz auch der scharfe Kampf seinen Ausgangspunkt, der sich stets zwischen Marxisten-Leninisten und Revisionisten in der Frage der Diktatur des Proletariats entwickelt hat und sich auch in Zukunft entwickeln wird.

Der (7.) Parteitag behandelte auch die enge Verbindung und Verflechtung zwischen der inneren und äußeren Front des Klassenkampfes. Diese Verbindung und Verflechtung resultiert aus der Verbindung und der Zusammenarbeit zwischen den äußeren und inneren Feinden. Ausnahmslos alle inneren Feinde sind gleichzeitig auf die eine oder andere Weise Agenten der äußeren imperialistischen und revisionistischen Feinde. Die Fäden, die die ersteren mit den letzteren verbinden, sind zahlreich. `Wir müssen daher der vereinigten Front der Feinde dadurch entgegentreten“, so der Parteitag, „dass wir unsere innere Front in jeder Hinsicht, auf dem Gebiet der Verteidigung und der Wirtschaft, der Politik und der Ideologie, festigen und stets konsequent den Klassenkampf führen` [Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag der PAA, Seite 116, dt. Ausgabe]“ zitiert in der Geschichte der PAA, Band II, Seite 238).

„Jede nicht in Übereinstimmung mit den objektiven Gesetzen und Bedingungen stehende Einstellung und Handlung, abwartende Haltung, Abenteuertum, Nachlässigkeit, Furcht, den Kopf im Kampf verlieren und, was noch schlimmer ist, Kapitulation vor dem Druck der Feinde oder vor Schwierigkeiten und Hindernissen sind tödlich für die Revolution, ziehen Niederlagen im Klassenkampf nach sich, verschaffen den entgegengesetzten bürgerlich-imperialistischen, revisionistischen und reaktionären Kräften die Möglichkeit zu siegen.

„Der Klassenfeind bemüht sich“, hob der 7. Parteitag hervor, „ die Wachsamkeit der Massen in Schlaf zu wiegen. Er sucht sich im Verlaugf des Klassenkampfes auch Ruheperioden und Atempausen zu verschaffen, um Kräfte zu sammeln und überraschend anzugreifen. Die Aufgabe aller Parteiorganisationen und aller Werktätigen, mit der Arbeiterklasse an der Spitze, ist es, nicht zuzulassen, dass solche für den Feind günstigen Situationen entstehen, sondern stets in der Offensive zu sein, das Schwert des Klassenkampfes immer geschärft zu halten und den Feinden und ihrer Ideologie gegenüber stets unversöhnlich zu sein“ ( Enver Hoxha, Bericht an den 7. Parteitag, Seite 120, dt. Ausgabe).

„Der entscheidende Faktor für die Entfaltung des Klassenkampfes über Kapitalismus und Revisionismus ist die Führung durch die Arbeiterklasse. Wie diese Führung abgesichert wird, wie sie bestehen bleibt und nicht vernichtet werden kann, nachdem sie einmal verwirklicht ist, davon hängt alles ab“ ( Geschichte der PAA, Band II, Seite 240).

Die chinesischen Revisionisten waren jahrzehntelang ideologisch außerstande, die albanischen Genossen, die unter der Führung des Genossen Enver Hoxha auf unerschütterlichem Boden des Marxismus-Leninismus standen, in die Knie zu zwingen. Also versuchten sie dies auf wirtschaftlichem und militärischem Gebiet mit schrittweiser Verstärkung von Sabotageakten. Sie hielten ihre Verträge nicht ein und stellten schließlich die Hilfe gänzlich ein. Damit verfolgten die chinesischen Revisionisten das Ziel, die Kapitulation des sozialistischen Albanien zu erzwingen und es in einen Vasallenstaat Chinas, in einen europäischen Stützpunkt des chinesischen Sozialimperialismus zu verwandeln. Die damaligen Supermächte USA und UdSSR hatten es bislang trotz größter Anstrengungen, insbesondere mit Hilfe der jugoslawischen und sowjetischen Revisionisten, nicht vermocht, mit ihrer imperialistischen Blockade das sozialistische Albanien zur Kapitulation zu zwingen. Hierzu holten sie sich schließlich die Unterstützung des revisionistischen Chinas. Albanien vom Marxismus-Leninismus abzubringen, war sozusagen der Prüfstein aller Imperialisten der Welt, voran der beiden Supermächte, mit dem die chinesischen Revisionisten ihre Glaubwürdigkeit beweisen sollten, und um ihre Eintrittskarte für den Weltclub der imperialistischen Räuber zu kriegen. Verrat an Albanien üben, es als lästiges Hindernis aus dem Weg zu räumen, damit verfolgten die chinesischen Führer die Absicht, ihrem Ziel einer Supermacht ein Stück näher zu kommen. Für die Weltimperialisten war dies der Beweis, dass von China wirklich keine Gefahr mehr für ihre Profite ausgeht, sondern im Gegenteil sich ein sicherer, und zugleich einer der größten Märkte der Welt für fetteste Gewinne öffnete. Aber selbst die chinesischen Revisionisten scheiterten, jedenfalls solange Enver Hoxha noch lebte, und solange nach seinem Tod die PAA am marxistisch-leninistischn Kurs des Genossen Enver Hoxha festhielt. Der Druck der imperialistisch-sozialimperialistischen Blockade auf das sozialistische Albanien war zwar noch größer geworden durch den Verrat Chinas, aber wirken konnte der äußere Faktor schließlich nur durch den inneren Faktor, durch den Verrat in den eigenen Reihen, durch die revisionistische Linie von Ramiz Alia, durch die Kapitulation im eigenen Land.

Nur mit der zusätzlichen Hilfe der albanischen Revisionisten gelang es also der internationalen Konterrevolution, den Sozialismus vom Erdball zu fegen. Die ideologischen Voraussetzungen für diesen gewaltigsten Schaden in der Geschichte des Sozialismus lieferten die albanischen Revisionisten, die sich hinter den Lehren des Genossen Enver Hoxha versteckten, sich damit tarnten, unter Missbrauch seiner Fahne die Macht eroberten, die Diktatur des Proletariats von innen unterhöhlten und schließlich die Diktatur der Bourgeoisie herbeiputschten und stabilisierten, insbesondere mit der militärischen Hilfe der äußeren Feinde. Der ideologische Kampf zur Verteidigung des Sozialismus richtet sich also ganz entscheidend gegen den Neo-Revisionismus, der sich hinter den Lehren des Genossen Enver Hoxha verbirgt. Vor allem bei der Zurückeroberung des Sozialismus wird der Kampf gegen die Verfälschung der Werke des Genossen Enver Hoxha mitentscheidend sein. Aber nicht nur. Die Gefahr des Sozial-Revanchismus, das heißt der Wiedererrichtung eines revisionistischen Bollwerkes gegen einen bald zurückeroberten neuen Sozialismus geht nicht nur von den Revisionisten aus, die sich hinter Genossen Enver Hoxha verschanzt haben, sondern auch von der Wiederbelebung und Erneuerung des Revisionismus insgesamt auf der ganzen Welt. Die Hauptgefahr geht heute also von neu entstandenen internationalen Zentren des Neo-Revisionismus aus, der sich hinter einem bürgerlichen Antirevisionismus verbergen. In unseren neuen Schützengräben der Weltrevolution ist also kein Platz für die Neo-Revisionisten. Der bürgerliche Antirevisionismus muss entlarvt, bekämpft und bezwungen werden mit der Waffe des proletarischen, des marxistisch-leninistischen Anti-Revisionismus, wie er vom Genossen Enver Hoxha entwickelt und gelehrt wurde. Das gilt auch auf dem Gebiet der proletarischen Militärwissenschaft und der Volkskriegskunst.

Auf dem 3. und 4. ZK-Plenum ( November 1977 und Januar 1978) bereitete die PAA das albanische Volk darauf vor, große Anstrengungen für die Verteidigung zu unternehmen und sich noch stärker auf die eigenen Kräfte zu stützen. Alle Kräfte wurden mobil gemacht, um die imperialistisch-revisionistische Blockade, die durch den Verrat der chinesischen Revisionisten nun brutaler zugeschnürt wurde, zu durchbrechen. Die Blockade konnte nur durch härteste revolutionäre Arbeit, durch stählerne Disziplin, durch die Erfüllung sämtlicher Aufgaben zur Stärkung des Sozialismus und seiner Verteidigung gesprengt werden. Es war vor allem wichtig, sich allseitig zu stärken und sich nicht einseitig nur noch auf den Kampf gegen den chinesischen Revisionismus einzuschießen. Die Bedrohung durch die anderen revisionistischen Länder blieb gleichzeitig sehr real, insbesondere die des jugoslawischen Revisionismus direkt vor der Haustür (Kosova). Deswegen setzte die PAA ihren Kampf gegen die Revisionisten aller anderen Länder weiter fort, bereit, den frontalen Kampf in allen Richtungen voranzutreiben. In dieser Zeit stand nicht nur das sozialistische Albanien auf dem Höhepunkt seiner revolutionären Kraft, sondern es revolutionierte zugleich auch die gesamte marxistisch-leninistische Weltbewegung zur Verteidigung des sozialistischen Albaniens im Besonderen und zur Verteidigung des Marxismus-Leninismus gegenüber dem Revisionismus im Allgemeinen. Hieran knüpft die Komintern/ML an in ihrem Kampf für die Zurückeroberung des Sozialismus und damit im unmittelbarem Zusammenhang stehenden Kampf gegen den Neo-Revisionismus.



Die weltproletarischen Klassenkriege

Es reicht heute nicht mehr aus, ganz allgemein „nur“ für die sozialistische Weltrevolution zu sein, obwohl sich an dieser Frage schon die Spreu vom Weizen trennt. Marxist-Leninist kann heute tatsächlich nur derjenige sein, der bereit ist, die permanente sozialistische Weltrevolution siegreich zu Ende zu führen, selbst wenn das die Unvermeidbarkeit weltproletarischer Klassenkriege bedeuten würde. Denn: Um die tatsächliche Macht des Weltkapitalismus in der heutigen Phase seines Zerfalls zu prüfen, gibt es kein anderes Mittel und kann es kein anderes Mittel geben als den weltproletarischen Klassenkrieg unter Führung der Kommunistischen Internationale.

Lenin lehrte bereits zur Zeit des Ausbruchs des ersten imperialistischen Weltkriegs:

„Diesem Krieg werden bald, wenn es nicht eine Reihe erfolgreicher Revolutionen geben wird, andere Kriege folgen – das Märchen vom `letzten Krieg` ist ein leeres, schädliches Märchen, ein kleinbürgerlicher `Mythos`“ (Lenin, Band 21, Seite 27).

Der Weltimperialismus selber verwandelt die Völkerkriege in Bürgerkriege, und diese Umwandlung enstspricht nach Auffassung von Lenin den objektiven Bedingungen des Kapitalismus in der Endepoche des Weltimperialismus. Weltproletarische Klassenkriege sind die höchste Form der internationalen Bürgerkriege, sind Kriege zwischen den beiden Gesellschaftssystemen Kapitalismus und Sozialismus.

Solange der Weltimperialismus nicht beseitigt ist, erzeugt er zwangsläufig, den Gesetzen des Kapitalismus folgend, immer wieder imperialistische Weltkriege. Diese imperialistischen Weltkriege können erst durch die permanente sozialistische Weltrevolution bzw. durch weltproletarischen Klassenkriege beendet werden. Dies geschieht nicht auf einen Schlag und kann nicht auf einen Schlag geschehen. „Die ganze Geschichte des Kapitals ist eine Geschichte von Gewalttaten und Plünderungen, von Blut und Schmutz“ (lenin, Band 21, Seite 94). Und so lange das Weltproletariat nicht das letzte Stückchen Kapital entrissen hat, lebt diese Geschichte fort, bleibt sie lebendig, ist sie mit allen Mitteln bis zum Schluss zu bekämpfen. Je mächtiger das kapitalistische Eigentum, desto mächtiger die kapitalistischen Kriege. „Je ein Kapitalist schlägt viele tot!“ so formulierte Karl Marx die geschichtliche Tendenz der kapitalistischen Akkumulation in der Anfangsphase. „Das international konzentrierte und zentralisierte Finanzkapital schlägt alle Kapitalisten auf der ganzen Welt tot!“ darauf läuft die weltkapitalistische Akkumulation letztendlich hinaus. Das internationale Kapitalmonopol wird zur Fessel der Weltproduktionsweise, die mit der Globalisierung und unter ihr aufgeblüht ist. Die internationale Zentralisation der Weltproduktionsmittel und die Vergesellschaftung der Weltarbeit erreichen einen Punkt, wo sie unverträglich werden mit ihrer weltkapitalistischen Hülle. Sie wird gesprengt. Die imperialistischen Weltkriege sollem den Weltkapitalismus vor seinem Untergang retten, aber dadurch wird das kapitalistische Privatkapital um so gründlicher beseitigt werden, die Expropriateure dieser Welt durch die sozialistische Weltrevolution um so gründlicher expropriiert, wird die Vergesellschaftung der gesamten Weltproduktion im so vollkommener vollzogen, indem die Wektproduktionsmittel in die Hände der gesamten Weltgesellschaft überführt werden (so lehrt es uns Karl Marx im Kapital, Band I). Ohne sozialistische Weltrevolution globalisiert sich ungehindert der Krieg um das kapitalistische Privateigentum, wird dieser Krieg um das kapitalistische Privateigentum zentralisierter, konzentrierter und in einem um so größeren Umfang unvermeidlich stattfinden, wird das Privateigentums vom Krieg verschlungen, wird das Weltproletariat sich dadurch gleichfalls in einem um so größeren Umfang der imperialistischen Waffen bemächtigen und sie nicht nur zur Beseitigung des Weltkrieges um das kapitalistische Privateigentum, sondern auch zur Abschaffung des Privateigentums selbst verwenden. Aber dies spielt sich in einem langwierigen, komplizierten Prozess einer ganzen Reihe von Weltkriegen ab:

Selbst wenn der Weltsozialismus seinen ersten revolutionären Sieg über den Weltimperialismus errungen hat, besteht um so größere Kriegsgefahr, denn was für die Verschärfung des Klassenkampfes in einem einzelnen sozialistischen Land, was für den Krieg der Imperialisten gegen ein einzelnes sozialistisches Land im Besonderen galt, das trifft um so mehr für die gesamte zukünftige sozialistische Welt im Allgemeinen zu: Der Weltkapitalismus wird mit Zähnen und Klauen seine Macht durch Kriege gegen den Weltsozialismus versuchen zurückzuerobern. Die Frage der Periode der Diktatur des Proletariats, die zwischen Kapitalismus und Kommunismus fortwährend unvermeidbar bleibt, kann endgültig nur international gelöst werden. Dass diese Periode nicht ohne internationale Klassenkriege beendet wird, ist sehr wahrscheinlich. Der Klassenkrieg ist also nicht mit dem Sieg einer einzigen sozialistischen Weltrevolution automatisch beseitigt, so wie auch der Klassenkrieg nicht nach der Oktoberrevolution automatisch beseitigt war. Es ist also nicht auszuschließen, dass weitere sozialistische Weltrevolutionen notwendig werden, genauso wie es sich historisch erwiesen hat, dass es nicht nur einer Oktoberrevolution, sondern einer zweiten und vielleicht dritten Oktoberrevolution bedarf, dass der Weltsozialismus vielleicht wieder durch den Weltimperialismus abgelöst wird und erst im zweiten Anlauf endgültig siegen kann usw. usf. Die Frage der sozialistischen Weltrevolution vollständig zu lösen, heißt für uns Kommunisten, uns damit zu befassen, was nach der sozialistischen Weltrevolution kommt. Das Weltproletariat wird unvermeidlich einen, zwei oder eine ganze Reihe von internationalen Klassenkriegen führen müssen, so dass wir eine ganzen Periode weltproletarischer Klassenkriege nicht ausschließen können, in denen darüber entschieden wird, wer endgültig siegt – der Weltimperialismus oder der Weltsozialismus. Heute die Diktatur des Proletariats anerkennen heißt, den internationalen proletarischen Klassenkrieg anzuerkennen, wenn dieser notwendig ist, um die Diktatur des Weltproletariats zu behaupten bzw. zurückzuerobern. Erst mit dem siegreichen Ende dieser gesamten Periode wahrscheinlicher weltproletarischer Klassenkriege werden die Kriege überhaupt auf dieser Erde für immer beseitigt sein. Das Weltproletariat muss hierauf vorbereitet werden, muss sich darüber bewusst werden, dass es wahrscheinlich ohne einen, zwei oder mehrere internationale Klassenkriege nicht seine Weltmacht erobern bzw. behaupten kann. Für das Weltproletariat ist also eine neue Theorie von den kommenden weltproletarischen Klassenkriegen dringend notwendig. Es ist die Aufgabe der Kommunistischen Internationale, diese Theorie von den weltproletarischen Kriegen auf den Grundlagen des Marxismus-Leninismus auszuarbeiten und das Weltproletariat damit zu wappnen, denn ohne diese Theorie von den weltproletarischen Klassenkriegen wird das Weltproletariat seine historische Mission möglicherweise nicht erfüllen können. Wir betreten hier an dieser Stelle theoretisches Neuland, das uns so manche Irrungen und Wirrungen nicht ersparen wird. Aber wir werden lernen, lernen und nochmals lernen. Der Weg zum Kommunismus wird unvermeidlich kein friedlicher, sondern eher ein blutiger Weg mit großen Menschenopfern werden. Je besser es uns aber gelingen wird, die theoretischen Grundlagen des weltproletarischen Klassenkrieges auszuarbeiten, desto geringer wird auch die Zahl der Opfer bleiben. Aber keine Theorie kann Wunder vollbringen. Wunder werden nur von der revolutionären Weltmasse vollbracht – und das wird eben nicht ohne Opfer abgehen – dafür sorgen die sterbenden Klassen, die nicht freiwillig von der Weltbühne der Geschichte weichen wollen, und die im Krieg gegen den Kommunismus ihre letzte Rettung sehen. Nichts ist schädlicher als die Illusion, der Weg des Weltsozialismus zum Weltkommunismus würde ausschließlich auf friedlichem Wege verlaufen. So lange die Gesellschaft noch in Klassen gespalten ist, also auch in der Periode des Weltsozialismus, besteht die Gefahr der Restauration der antagonistischen Klassengesellschaft, wird diese Frage letztlich mit den Waffen, durch Klassenkriege entschieden. Die Wahrscheinlichkeit allerdings, dass sich im Verlauf der Periode des Weltsozialismus die Kriegsgefahr minimiert, ist groß, aber wer vermag schon den Frieden in dieser Periode zu garantieren? Das können wir heute noch nicht Bestimmtheit sagen, das können wir aus heutiger Sicht jedenfalls nicht ausschließen. Kriege der Zurückeroberung des Kapitalismus wurden gegen ein einzelnes sozialistisches Land geführt, wie es mit der kriegerischen Zurücleroberung des Weltkapitalismus werden wird, wir werden es sehen. Wir haben den Sieg noch lange nicht in der Tasche, man kann sich vor Kriegen der Zurückeroberung des Weltkapitalismus nicht sicher fühlen, muss wachsam und gerüstet sein, wird es noch eine ganze Reihe von Welt-Klassenkriegen und von Weltrevolutionen, wird es eine ganze Epoche von Weltbürgerkriegen geben.

Was haben wir unter der „Theorie von den weltproletarischen Klassenkriegen“ zu verstehen? .......... ( ist hier noch näher auszuarbeiten und zu erläutern!)



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